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terquark, Quinoa mit Laubkraut oder Brennnessel-Quiche, daneben ein wilder Blumenstrauß. Dazu gibt es duftendes Brot aus dem eigenen Holzofen, der bei den Schachtners auf der Terrasse steht.

„Wenn alle gegangen sind, bin ich kaputt, aber zufrieden.“

Über die Brennnessel erfährt man zum Beispiel, dass sie sich dank ihres angenehm nussigen Geschmacks hervorragend zum Kochen eignet. Sie verfeinert

Klosterstüble Oberschönenfeld

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unter anderem Suppen, Knödel, Spätzle und Gebäck. „Außerdem ist die Brennnessel gut für den Mann“, verrät Gertraud Schachtner mit einem Augenzwinkern. Ebenso verkannt ist der Giersch; dank seines kräftigen Geschmacks, der zwischen Gelbe Rüben und Petersilie liegt, ist der junge Giersch bei Gertraud Schachtner häufig im Kochtopf zu finden. Sie bevorzugt junge, zarte Blättchen und nimmt sie nie pur her, sondern als raffinierte Zutat. Die leidenschaftliche Köchin liebt es zu experimentieren und stellt Liköre, Essigzubereitungen, Chutneys, Brotaufstriche, Salze, Senf und vieles mehr zur Verkostung her. Die Kreativität der 59-Jährigen kennt dabei keine Grenzen. „Die Ideen kommen mir einfach so“, verrät sie, oftmals beim Spazieren-Gehen, inspiriert von der Natur. Außergewöhnlich sind nicht nur die Namen, sondern auch die Zutaten.

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In der Essigzubereitung „Brennende Liebe“ hat sie beispielsweise Brennnessel und Klatschmohnblütenblätter kombiniert. Der Name ist hierbei übrigens Programm, denn beide Pflanzen haben laut Gertraud Schachtner eine aphrodisierende Wirkung. Im „Dirndllikör“ ist die Kornelkirsche enthalten, während die „Wilde Herbstimpression“ unter anderem mit Vogelbeeren, Hagebutten, Brombeeren und Holler einen Querschnitt der herbstlichen Hecke darstellt. Neueste Kreation ist der Hopfen-Senf, der die Hopfen-Kollektion mit Essig, Öl, Salz und Likör vervollständigt – eine Hommage an ihre Heimat, die Hallertau. Unzählige Versuche seien nötig gewesen, bis der Senf so richtig gepasst habe, sagt Gertraud Schachtner. Erst wenn das Geschmackserlebnis rundum perfekt ist und ein Erzeugnis zu vielem passt, also zu Brot, Käse, Fleisch, Gemüse, gibt sich die Perfektionistin zufrieden. „Das Schöne am Hopfen ist seine beruhigende Wirkung“, weiß Gertraud Schachtner. Ihren Hopfenlikör hat sie denn auch „Betthupferl“ getauft – bei Schlafproblemen wirke er Wunder. Einige ihrer Erzeugnisse bietet sie in ihrem TreppenhausLaderl an – in kleinem Rahmen und nur solange der Vorrat reicht.

„Das ist mein Leben!“

Gertraud Schachtner hat die Liebe zur Natur gewissermaßen mit in die Wiege gelegt bekommen. Ihre Eltern seien beide sehr naturverbunden ge-

wesen, doch am meisten wurde sie von ihrer Großmutter mütterlicherseits geprägt. „Meine Oma hatte gegen jedes Zipperlein ein Heil-

Schafgarben-BeifuSSButter mit Rosenpfeffer Zutaten 250 g Butter + 1 Handvoll junge Schafgarbenblättchen und geschlossene Blütenköpfchen + 1 Handvoll junge Beifußknospen und Blättchen + 4 EL Rosenpfeffer (im Handel als „Rosa Beeren“ erhältlich) + 1 EL Zitronenöl + 1 Prise Salz + etwas Pfeffer + 1 Prise Zucker + nach Geschmack eine halbe Knoblauchzehe oder junge Knoblauchraukeblätter + ein paar Blüten und Blätter für die Dekoration Zubereitung #  Butter bei Zimmertemperatur mit einer Gabel zerdrücken. #  Die Wildkräuter waschen und fein hacken bzw. bei der Schafgarbe die Fiederblätter vom Stängel abstreifen, sofern die Blättchen bereits kräftiger sind, unter die Butter mengen. #  Rosenpfeffer hinzugeben und mit Zitronenöl, Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken, Knoblauch hacken oder zerdrücken bzw. Blätter der Knoblauchrauke klein schneiden, zugeben. # Butter in kleinen Gläschen anrichten, mit Rosenpfeffer, Blüten und Blättern verzieren. #  Die Kräuterbutter hält sich im Kühlschrank einige Tage und passt auch gut zu Gegrilltem.

kraut. Ein Fläschchen Arnika-Tinktur stand immer bei ihr im Schrank“, erzählt Gertraud Schachtner. „Die Kräuterpädagogik hat mein Leben rund gemacht und ist für mich Berufung, Erfüllung und Entspannung zugleich. Das ist mein Leben!“ #

Tipp Bit te das Rezept nur ausprobieren, wer die Wildkräuter 100-prozentig kennt !

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SchlossMAGAZIN Bayerisch Schwaben Juni 2015  

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