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Schlossallee

Schlossallee

5 | 2011

Nr. 5/2011 | Oktober/November | 3,50 Euro |

www.schlossallee.com

Das Regionale Lifestyle Magazin für Das Osnabrücker, Tecklenburger und Emsland sowie die Grafschaft Bentheim

Der Meute hinterher: Schleppjagd in Sögel

Licht an: 3. Projektions-Biennale in Bad Rothenfelde

Wohnen: Schlafzimmerplanung

Ulla Weller Ein buntes Leben mit Musik


Liebe Leserinnen und Leser, Rubinrot, Kastanienbraun, Moosgrün oder Goldgelb – jetzt wird es wieder bunt auf den Wegen in unserer Region. Herbst ist angesagt, und dass ist, wie der Farbenreigen erahnen lässt, absolut kein Grund zum Trübsalblasen! Im Gegenteil, beginnt doch jetzt die gemütliche Saison, in der man sich guten Gewissens mit einem paar Wollsocken und einem guten Glas Rotwein vor den Kamin kuscheln kann. Die Bikini-Figur spielt nun wirklich keine Rolle mehr, so dass man sich bei unseren leckeren Wildrezepten ruhig mal einen Nachschlag gönnen darf. Hier räumen wir übrigens auch auf mit alten Vorurteilen – oder haben Sie tatsächlich schon einmal eine Verfeinerung des Geschmacks bemerkt, nur weil Sie das Wildbret über Nacht in Buttermilch eingelegt haben? Und wo wir schon beim Genießen sind: Einen bessern Experten als Jan Leysieffer kann es bei dem Thema wohl nicht geben! Wir haben ihn in seiner Pralinen-Manufaktur besucht und konnten den „himmlischen“ Kreationen kaum wiederstehen – das mussten wir aber auch gar nicht! Mehr dazu ab Seite 32. Bei einem herbstlichen Waldspaziergang braucht man sich aktuell nicht zu wundern, wenn Rot berockte Reiter durchs Unterholz galoppieren oder Treiber sich mit grellen Warnwesten zwischen Büschen hindurchpirschen: Es ist Jagdzeit! Ob Schlepp- oder Treibjagd – allerorts hört man jetzt das „Halali“ und „Fuchs ist tot“ der Jagdhörnbläser. Zum Auftakt der zahlreichen Schleppjagden in unserer Region lud im September der Reitverein Sögel ans Schloss Clemenswerth ein. Wir waren dabei – die schönsten Impressionen eines herrlichen Tages zeigen wir Ihnen ab Seite 27. Wen es statt vor den Kamin abends raus ins Freie zieht, für den bietet sich ab sofort eine imposante Kunstinstallation: „lichtsicht“ heißt das Projekt, bei dem insgesamt 16 Künstler die Gradierwerke in Bad Rothenfelde im wahrsten Sinne des Wortes „erstrahlen“ lassen! Schon bei der Pressekonferenz im Vorfeld wurde eindrucksvoll gezeigt, dass die mit einer halben Million Euro budgetierte Veranstaltung alles bislang dagewesene in Sachen Projektionskunst übertrifft! Sehen Sie selbst – ab Seite 114 und dann am besten direkt vor Ort, in warmer Kleidung und gemütlicher Herbststimmung! Es grüßt Sie Ihre

Sevnja Dierker Redaktion


Schloss Inhalt Ausgabe 5 | Oktober/November 2011 | 6. Jahrgang | Seite 4

Szene

Jan Leysieffer

Seine Familie hat die „Himmlischen“ erfunden. Und Schokolade mit Chili. Mit diesen besonderen Kreationen hat sich Leysieffer mittlerweile bundesweit einen Namen gemacht. Wir haben den „Herrn der Pralinen“ in der Manufaktur in Atter getroffen. Seite 32

Aktuell Das Neueste aus der Region Mechanische Meisterwerke ................... Kurzmeldungen....................................... Lückenlatein .......................................... Laufsteg für die VfL-Spieler .................... Fashion & mehr ..................................... 1. Osnabrücker Eventgolfturnier ............ Schlossallee Damengolfturnier ................

Genuss 6 8 12 14 15 16 18

56 58 63 64

Wohnen

Szene Portrait Ulla Weller: Ein buntes Leben mit Musik . 21 Jagd Vom Stelldichein zum Halali ................... 27 Portrait Jan Leysieffer: Der Herr der Pralinen ...... 32

Region 2. Schlossallee Regionalpreis für Architektur Die architektonischen Highlights der Region .............................................. Zukunftsstadt Osnabrück: Flächengewinn als historische Chance ............................ Erlebnis Polo: Rock ’n’ Roll zu Pferde .................

Wildzubereitung Von Buttermilch und Preiselbeeren ........ Wildrezepte ........................................... Hofcafés in der Region Café Übermühlen, Meppen...................... Restaurantkritik Restaurant Kalabousch, Lüsche..............

Day Spas im Test Nettebad, Osnabrück .............................. 112

38 42 50

Die Schlossallee-Altbauwohnung Schlafzimmerplanung ............................. 66 Meine Villa Teil 5: Technische Gebäudeausstattung .............................. 80 Teil 6: Moderne Heizsysteme .................. 84 Kachelöfen & Kamine Kuschelige Wärme an schönen Tagen...... 88 Garten Der Duftgarten: Das Parfüm der Natur .... 92 Ins rechte Licht gerückt .......................... 94

Leben Körper-Check Teil 5: Krebs: Wenn Zellen entarten .......... Wellness & Beauty Laser: Gebündeltes Licht für die Schönheit .............................................

97

Kultur Biennale Lichterspiel auf Salz und Schwarzdorn ................................. 114 Kunsthalle Dominikanerkirche „Sagenhaftes“ in der Kunsthalle ............ 119 Lese- & Hörtipps Aus der Welt der (Hör-)Bücher ............... 120 Termine Kultur im Osnabrücker Land................... 126 Lohner Schmäh Kolumne von Jan-Christoph Poppe........ 129 Vorschau / Impressum............................. 130

Anzeigen Holthaus Mode ................................................... 36 Meier’s Catering ................................................. 66 Paracelsus-Klinik ............................................... 96 aestheso ......................................................... 103 Klinik Dr. Herter.................................................... 109 dente per dente ................................................. 110 Insidertipps: Firmen empfehlen sich ................... 122

104 Titelfoto: Christa Henke


allee

Seite 5

Region

Zukunftsstadt Osnabrück

Nach dem Abzug der Briten stand und steht in Osnabrück ein Areal von der Größe der gesamten Innenstadt für neue Planungen zur Verfügung. Doch das ist nicht die einzige „Baustelle“ in der Friedensstadt. Wohin steuert Osnabrück in sozialer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht? Seite 42

Genuss

Wild auf Wild Gegenüber der Zubereitung von Reh, Damwild und Co. halten sich hartnäckige Vorureile. Was stimmt, und was nicht? Welche Rezepte sind so richtig lecker? Und welcher Wein passt dazu? Seite 56

Wohnen

Gartenbeleuchtung Gezielt eingesetzte Beleuchtung kann einen Garten auch abends noch stimmungsvoll wirken lassen. Vielfältige Möglichkeiten setzen Rasenfläche, Bäume und Sträucher sogar bei Nacht ins rechte Licht. Seite 94

Erlebnis

Polo Polo ist dem Volksmund nach der Sport der Könige. Doch die rasante Jagd nach Toren ist viel mehr als nur ein Sport für die Reichen und Schönen: eine Mischung aus Hockey und Rock ’n’ Roll zu Pferde, die längst auch in unserer Region Fuß gefasst hat. Seite 50


Aktuell | Seite 6

Mechanische Meisterwerke Eine Uhr ist ein Mini-Meisterwerk, in dem sich handwerkliches Können, Tradition, Technik und Innovation vereinen. Und ein großes Geschäft: Die Schweizer Uhrenindustrie etwa konnte ihren Exportumsatz zwischen 1986 und heute von rund 2,8 auf 11,5 Milliarden Euro steigern. Und das, obwohl die entscheidende Funktion einer Uhr, die Angabe der Zeit, durch die Erfindung des Mobiltelefons eigentlich überflüssig wurde. Text

Von der Sonnen- zur Atomuhr Bereits in vorhistorischer Zeit versuchte der Mensch durch Beobachtung der Himmelsgestirne die Jahreszeiten und damit den Wetterverlauf besser einzuschätzen. Wann genau die mechanische Uhr erfunden wurde, ist nicht bekannt. Der Begriff Uhrmacher zumindest wurde angeblich zum ersten Mal 1269 auf einer Bierrechnung für das Kloster Beaulieu erwähnt. Bei den ersten mechanischen Uhren handelte es sich um große Instrumente, welche zunächst in einigen Klöstern und großen Kirchen angebracht wurden und vor allem dem Klerus die Zeit für die sieben Tagesgebete läuteten. 1510 erfand Schlosser Peter Henlein mit dem „Nürnberger Ei“ die berühmte Taschenuhr, die ihren Namen allerdings nicht in erster Linie ihrer Optik verdankt, sondern einem Übersetzungsfehler: Aus dem ursprünglichen „Ueurlein“ wurde ein „Eierlein“. Galileo Galilei beschrieb 1583 die Pendelgesetze und erdachte einen Mechanismus, den er aber zu Lebzeiten nicht mehr vollenden konnte. 1656 hatte der Holländer Christiaan Huygens die gleiche Idee und ließ die erste Pendeluhr anfertigen. Die Entwicklung genauer Chronometer wurde lange Zeit durch die Seefahrt vorangetrieben, um die geografischen Länge unabhängig von bekannten Landmarken bestimmen zu können. Eingeleitet wurde sie vom Tischler John Harrison. Eine der Weiterentwicklungen schuf der Uhrmacher John Arnold, der 1780 den Begriff Chrono-

Svenja Dierker, Fotos

fotolia

meter prägte. Ein Entwicklungsschritt hin zu noch wesentlich höherer Ganggenauigkeit war die Atomuhr, welche 1949 zum ersten Mal eingesetzt wurde. Sie benutzt Strahlungsübergänge freier Atome oder Ionen als Zeitgeber und ist damit praktisch unabhängig von Umgebung oder Alterung.

Acht Millionen für eine Uhr Ob Jaeger-LeCoultre, Patek Philippe, Rolex, Omega oder Breitling – Uhren aus den traditionellen Manufakturen liegen preislich nicht selten im sechsstelligen Bereich. Als teuerste Armbanduhr der Welt galt lange die Super Ice Cube von Chopard. Das fast schon kubische Meisterwerk ist mit Diamanten übersät und kostet über 848.000 Euro. Getoppt wird sie mittlerweile von einem weiteren Schmuckstück aus dem gleichen Hause: Die Uhr mit drei verschiedenfarbigen, herzförmigen Diamanten und einem Uhrenband mit weißen und gelben Diamanten kostet ganze 25 Millionen Dollar. Das uninteressanteste bei ihr ist zweifelsohne die Uhrzeit an sich … Da eine Uhr, wenn man sie sorgfältig auswählt, ein lebenslanger Begleiter sein kann, sind Uhren auch auf Auktionen gefragt und dementsprechend teuer: In den Neunzigern wechselte bei Sotheby’s etwa eine Patek Philippe Henry Graves Superkompensationsuhr für eine Rekordsumme von umgerechnet rund 8 Millionen Euro den Besitzer.


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Vom Camembert inspiriert Auch in der Kunst spielten Uhren schon gewichtige Rollen: „Die Beständigkeit der Erinnerung“, auch „Die zerrinnende Zeit“ genannt, ist das bekannteste Gemälde des surrealistischen Malers Salvador Dalí aus dem Jahr 1931. Das Ölbild zeigt vier zerfließende Taschenuhren; auf einer Uhr eine Fliege, die symbolisieren soll, wie die Zeit verfliegt. Eine andere wird von Ameisen zerfressen, sinnbildlich für die Vergänglichkeit und den Verfall. Der Anblick von heißem, zerlaufendem Camembert hatte Dalí einst zu dem Gemälde inspiriert.

Teures Männerspielzeug Uhren sind der einzig wirklich anerkannte Schmuck für Männer. Armreife wirken merkwürdig, Siegelringe zwielichtig, Ohrstecker sind ein Tabu und Goldketten sowieso. Eine Jaeger LeCoultre hingegen ist immer salonfähig. Kein Wunder also, dass Männer einen wahren Kult um ihre Uhren zelebrieren. Politiker schenken sie ihren Gastgebern bei Staatsbesuchen (Silvio Berlusconi muss Tony Blair im Laufe der Jahre ein gutes Dutzend überreicht haben), Frauen ihren Ehemännern zu Weihachten. Vor noch gar nicht langer Zeit reichte die goldene Uhr, die der Vater seinem Sohn zum 21. Geburtstag schenkte, fürs Leben. Unvorstellbar damals, dass der junge Mann noch mindestens nach zwei weiteren Uhren begehrt, bevor er dreißig ist. Heute hat die Herrenuhr einen weitaus anderen Stellenwert als ein reiner Zeitmesser, gibt es doch nur zwei Dinge, mit denen ein Mann wirklich angeben kann: sein Auto und seine Uhr. Derweil allerdings die Luxuskarosse die meiste Zeit über in der Garage steht, ist die Uhr quasi ein Porsche, den man in jedes Meeting mitnehmen kann. Männer registrieren die Uhren anderer Männer gerade so, wie Frauen sich die Schuhe anderer Frauen ansehen. Das liegt in ihrer Natur.


Aktuell Das Neueste aus der Region | Seite 8

Neues Foyer fürs Theater eröffnet Schicker Klinker statt grauem Bunker: Mit dem umgebauten Theaterfoyer verfügt Osnabrück offiziell seit Ende September über ein neues Schmuckstück in der Innenstadt. Farblich auf das Große Haus abgestimmt, präsentiert sich der Bau mit regionalem Klinker aus Natrup-Hagen. Große Fensterfronten unterstützen den modernen Charakter der Architektur. Auch der Innenraum hat durch den Umbau gewonnen – an Tageslicht und großzügigen Blicken auf den Dom.

Andreas Hotz wird

Generalmusikdirektor Mit Beginn der neuen Spielzeit wird Andreas Hotz neuer Generalmusikdirektor im Theater Osnabrück und somit Nachfolger von Hermann Bäumer, der als Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters und GMD des Staatstheaters nach Mainz wechselt. Hotz wurde nach einem Bewerbungsverfahren mit drei Runden nominiert und einstimmig gewählt. So groß die Fußabdrücke von Hermann Bäumer sind, so sehr kann sich Osnabrück über die neue Besetzung freuen: Erst kürzlich wurde Holtz Preisträger des wichtigsten deutschen Dirigierwettbewerbs, den „Deutschen Dirigentenpreis" in Berlin. 2008 war als bis dato einziger deutscher Dirigent Preisträger des renommierten Dirigierwettbewerbs Sir Georg Solti.

Courage-Preis Gründer Gerd Schöwing und Laudator Prof. Dr. Werner Esser freuten sich mit Iris Berben über die Auszeichnung.

Courage-Preis für Iris Berben

Iris Berben – so heißt die diesjährige Preisträgerin des mit 5.000 Euro dotierten Courage-Preises. Ausschlaggebend für die Verleihung war ihr Engagement gegenüber Rechtsradikalismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus. Zum traditionell zugehörigen „Gespräch am Kamin“ im Bad Iburger Schloss trafen sich in diesem Jahr Norbert Winkeljohann (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC), Josef Bernhard Hentschel (Sparkasse Osnabrück), Mediziner Winfried Hardinghaus und Reformpädagoge Werner Esser. Thema: „Nur wer den Blick hebt, sieht seine Grenzen.“ 1995 wurde das Komitee Courage mit der Motivation, Personen oder Einrichtungen zu ehren, die sich um das Wohl der Gemeinschaft verdient gemacht haben, ins Leben gerufen. Bei der Preisverleihung nahm Berben den Preis sichtlich gerührt entgegen. Berben hatte unter anderem mit Lesungen aus dem Tagebuch der Anne Frank für Aufmerksamkeit für das Thema Rechtsradikalismus gesorgt.


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Legenden und Leidenschaften Bereits zum zweiten Mal wurden in Burgsteinfurt Ende September die International Racedays von Organisator Rolf Cosse durchgeführt. Unter dem Motto „Legenden und Leidenschaften aus zwei Jahrhunderten“ brausten die historischen Racebikes, Formel-Racer und Oldtimer von unschätzbaren Werten durch die großartige Parklandschaft vor der Kulisse eines der schönsten und imposantesten Wasserschlösser Deutschlands. Ein Altstadt-Rundkurs sorgte zudem für eine echte „Mille Miglia“Atmosphäre. Mehr als 20.000 Besucher ließen sich das Spektakel nicht entgehen.

Schirmherr der Veranstaltung war Erbprinz Carl Ferdinand zu Bentheim und Steinfurt

Ruller Reitertage ausgezeichnet Mit einem erneuten Triumpf endeten die Ruller Reitertage für Tim Rieskamp-Gödeking. Der 28-jährige Berufsreiter, der in Westerkappeln aufgewachsen ist, gewann mit dem 12 Jahre alten Hengst Quartz zum zweiten Mal in Folge den Großen quick-mix Tim Rieskamp-Gödeking gewann zum Heinz Sudowe (link) und Maik Schramm zweiten Mal in Folge den Großen Preis (Bildmitte), Vorstand des RUF Rulle, freuten Preis von Rulle. Schon von Rulle. sich über die von Springreiter Marcus Ehning überreichte Auszeichnung. am Vorabend hatte sich Rieskamp-Gödeking das schnelle Zeitspringen im Preis der Buddelei-Mode GmbH gesichert. Johannes Ehning aus Borken, Sieger im Großen Preis von Donaueschingen genau acht Tage zuvor, wurde mit Salvador V Zweiter im mit 18.000 Euro dotierten Großen quick-mix Preis vor der jungen Amazone Ann-Kathrin Helmig aus Seppenrade mit Cerberus. Zwischen Umlauf und Stechen gab es eine unerwartete Überraschung für den Reit- und Fahrverein Rulle: Marcus Ehning überreichte im Namen des Clubs Deutscher Springreiter (CDS) eine Auszeichnung für das gut organisierte und nach wie vor sehr familiäre Turnier.


Aktuell Das Neueste aus der Region | Seite 10

Vier Preisträger und 300 Gäste Ludwig Jansen, Vorsitzender des Wirtschaftsverbandes Emsland, brachte es in der Begrüßungsrede zur Verleihung des Emsländischen Unternehmenspreises auf den Punkt: „Die Unternehmen, die wir auszeichnen, haben Maßstäbe gesetzt und das Emsland zu einer starken Wirtschaftsregion gemacht.“ Knapp 300 Gäste aus Politik und Wirtschaft waren zur Festgala in den Werkshallen der Hanrath-Gruppe in Papenburg erschie- v.l.n.r. Dr. Bernard Krone, Frau Paus, Moderator Ludger Abeln und Hermann Paus nen. In der Kategorie „Innovation/Kreativität“ wurde das Unternehmens Esders I aus Haselünne ausgezeichnet. Die beste „Unternehmensentwicklung“ verzeichnete die Unternehmensgruppe Rosen aus Lingen. Für ihr „Soziales Engagement“ wurde das Aschendorfer Ehepaar Thea und Helmut Muckli von den gleichnamigen Kinobetrieben geehrt. Den Preis in der Kategorie „Lebenswerk“ wurde an Hermann Paus übergeben: „Er hat sich weltweit hohes Ansehen erworben“, sagte Laudator Dr. Bernhard Krone.

Die zweitbeste Idee nach Weihnachten Mit einfachen Mitteln Gutes tun, in dem man einem Kind aus einem der ärmsten Länder der Welt ein Geschenk macht – das kann man dank der weltweit größten Spendenaktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Seitdem 1990 zum ersten Mal rund 3.000 Geschenk-Päckchen an rumänische Waisenkinder überreicht wurden, wuchs die Aktion zu einem globalen Weihnachtsprojekt heran. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als acht Millionen Pakete an Kinder in über 115 Ländern verteilt. Noch bis zum 10. November kann ein gefüllter Schuhkarton zu einer der Abgabestellen gebracht werden, in Osnabrück unter anderem im Kreishaus am Schölerberg. Weitere Abgabestellen sowie wichtige Pack-Informationen unter www.geschenke-der-hoffnung.org.


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Teuto-Express vor dem Aus? Viele Gelegenheiten, sich die Schwaden der Lokomotive um die Nase wehen zu lassen, wird es möglicherweise nicht mehr geben. Dem „Teuto-Express“ droht das Abstellgleis. Nach dem Dammrutsch zwischen Brochterbeck und Tecklenburg im vergangenen Sommer ist jetzt der Abschnitt zwischen Bad Iburg und Bad Laer ebenfalls nicht mehr passierbar. Was die Reparatur des Schienenstranges zwischen Brochterbeck und Tecklenburg kosten würde, hat ein Gutachter ausgerechnet: 250.000 bis 300.000 Euro. Das endgültige Aus könnte das Dampf-Ross am zweiten DezemberWochenende erleben: Dann hebt die Teutoburger Wald-Eisenbahn (TWE), Besitzerin der Strecke, die Benutzungsgebühr an. Statt 3,95 Euro soll jeder gefahrene Kilometer dann mit 19,75 Euro in Rechnung gestellt werden. „Das wäre der Todesstoß für den Teuto-Express“, so Hannes Pohlmann von der TWE.

Liebesschlösser auf der Meckerbrücke Die Liebesschlösser auf der Hohenzollernbrücke in Köln sind schon legendär. Frischverliebte wollen mit diesem Brauch die ewige Treue und Zuneigung füreinander symbolisieren. Nun gibt es die ersten auch in Lingen! Auf der Meckerbrücke, die über den Dortmund-Ems-Kanal führt, haben sich inzwischen mehr als zwanzig Pärchen „verewigt“. So ewig, wie das Schloss am Geländer hängt, soll auch ihre Liebe währen. Dieser Brauch stammt aus Italien und hat sich weltweit ausgebreitet. Viele Städte oder Kommunen wollten die zahlreichen Liebesschlösser wieder entfernen lassen – man fürchtete um die Statik der Brücken und um die Rostschutzlackierung. Im Lingener Rathaus betrachtet man die Liebesschlösser entspannt und wolle die Entwicklung abwarten.

Fröhlicher Tag der offenen Tür am Klinikum Osnabrück

Klinikum-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Hermes

Spannende Einblicke hinter die Kulissen eines modernen Krankenhauses sammelten die rund 7.000 Besucher des Tags der offenen Tür am Klinikum Osnabrück anlässlich des 200-jährigen Jubiläums. Erwachsene sahen sich in den Operationssälen um und probierten sich am Hightech-OP-Roboter aus. Die kleinen Gäste wurden als Chefarzt verkleidet im Foto festgehalten oder saßen als kleine Piloten im Rettungshubschrauber Probe. In einer Bimmelbahn erkundeten Groß und Klein in Begleitung von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer das Gelände. „Wir sind immer noch überwältigt von der tollen Stimmung. Wir haben sogar Anrufe und Briefe von Besuchern bekommen, die sich für einen erlebnisreichen Familientag bedankt haben. Das ist der schönste Lohn“, so Klinikum-Geschäftsführer Dr. Hansjörg Hermes.


Aktuell Lückenlatein | Seite 12

LückenLatein Persönlichkeiten der Region vervollständigen den Lückenbrief der Schlossallee. In dieser Ausgabe: Dr. Ralf Waldschmidt Dr. Ralf Waldschmidt wurde 1958 in Hanau am Main geboren. Nach dem Studium der Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaft an der Johann-Wolfgang-GoetheUniversität Frankfurt am Main wurde er 1987 mit einer Arbeit zu Richard Wagners Parsifal zum Dr. phil. promoviert. Nach zahlreichen Stationen an deutschen Theatern, unter anderem in Mannheim, Düsseldorf und Berlin, war Waldschmidt bis 2011 vier Jahre als Operndirektor am Theater Augsburg tätig. In den letzten Jahren bildete das zeitgenössische Musiktheater einen seiner Arbeitsschwerpunkte. Er unterrichtete an den Universitäten Darmstadt und Freiburg und publizierte über zahlreiche Themen zu Musiktheater und Schauspiel. Mit Beginn der Spielzeit 2011/12 hat Ralf Waldschmidt für fünf Jahre die Intendanz des Theaters Osnabrück übernommen.


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Aktuell Schlossallee VfL Sponsoring-Party | Seite 14

Laufsteg für die VfL-Spieler Über ein volles Haus freute sich Anfang September der VfL in Kooperation mit seinem Sponsor Beresa. Gemeinsam hatten sie zur Präsentation der neuen Spieler für die bevorstehende Saison geladen. Sponsoren, Förderer und Freunde des Vereins stimmten sich bei kulinarischen Genüssen und Torwandschießen auf die neue Saison ein. Nur wenige Tage später gewann der VfL dann auch das Lokalderby gegen Preußen Münster … Fotos: Helmut Kemme


Seite 15

Fashion & mehr

Fotos: Helmut Kemme

Klassiker, Trends und Modisches der Top-Marken präsentierte Anfang September das Modehaus Holthaus seinen Kunden. Parallel zur Veröffentlichung des ersten Kataloges, des „Fashion Kompass“, lud Geschäftsführerin Alexa Schenk zur Modenschau in die Große Straße ein. Gleich sechsmal hieß es Alexa und Jens-Albert Schenk

an zwei Tagen „Laufsteg frei“ für die Models, die professionell und mit offensichtlichem Spaß an der

Sache zeigten, wie man sich im Herbst/Winter 2011/12 stilvoll kleidet. Alexa Schenk hat es sich zum Ziel gesetzt, das Sortiment des Traditionshauses nach und nach moderner und modischer zu gestalten. Die Modenschau und der Fashion Kompass waren der perfekte Auftakt!

www.holthaus-mode.de


Aktuell Eventgolf | Seite 16

Netzwerken einmal anders:

1. Osnabrücker Eventgolf-Turnier 18 Loch waren es nicht ganz, eine Platzreife hatten die wenigsten und das Handicap spielte überhaupt keine Rolle: Beim 1. Osnabrücker Eventgolf-Turnier, das Mitte September im „Space“ in der Georgstraße stattfand, ging es vielmehr um einen kommunikativen Abend und den Spaß am Sport mit dem kleinen Ball.


Seite 17

Projektleiter Arno Posnin (Eventgolf.biz), Schlossallee-Herausgeberin Barbara Rottwinkel-Kröber und „Space“-Mitbetreiber Henning Tepe freuten sich über die zahlreichen Gäste, die in 5er Flights auf die Bürogolf-Runde gingen. Wie beim Outdoor-Sport war es auch hier das Ziel, mit möglichst wenigen Schlägen das Loch zu treffen. Allerdings erschwerten auf dem „grey“ des Büroteppichs keine Sandbunker, Wasserlöcher oder Bauminseln den direkten Weg, sondern Stühle, Schreibtische und Aktenschränke. Mit insgesamt nur 33 Schlägen bei den zu spielenden neun Bahnen hatte am Ende Jan Eisenblätter (bwc Werbeagentur, 2.v.l. Bild unten) klar die Nase vorn. Zweite wurde Ina Hörnschemeyer (Hörnschemeyer Dächer, Bildmitte), über den dritten Platz freute sich Jörg Gentz (Business 24 IT Consulting GmbH, 2.v.r.). Die Teamwertung konnten Dirk Müller (Bankhaus Hallbaum), Horst Strasser (Advena Hotel Hohenzollern), Gerd Wellenbrock (eumago), Ina Hörnschemeyer und Stefanie Wollbrink (Schlossallee) für sich entscheiden. Nach der gelungenen Premiere steht eines ganz klar fest: Das war sicher nicht das letzte Bürogolf-Turnier in der Region Osnabrück! www.eventgolf.biz


Aktuell Schlossallee Damengolfturniere | Seite 18

Schlossallee Damengolfturnier:

Marike Ubbink, Barbara Rottwinkel-Kröber und Ilse Böltner

Golfclub Tecklenburger Land e.V. 50 Teilnehmerinnen, beste Stimmung und viele gute Schläge: Das ist die Bilanz des diesjährigen Schlossallee Damengolfturnieres im Golfclub Tecklenburger Land. War es anfangs noch etwas trüb, konnten die Damen nach der Halfway-Pause und der köstlichen Verpflegung vom Team des Hotel & Restaurant Idingshof in Bramsche im strahlenden Sonnenschein ihre Runde beenden. Der gemütliche Ausklang im Clubhaus rundete den Tag perfekt ab. Sieger in der Netto-A-Wertung wurden Marike Ubbink und Ilse Böltner, in der Netto-B-Wertung gewannen Ingrid Seite-Naroska und Sabine Sandner und bei Netto-C freuten sich Jutta Schäperklaus und Monika Teepe über den 1. Platz.

Danke unseren Partnern: Mei Rong Ästhetik, Osnabrück | EVE dayspa, Haren/Ems | Wein Fohs, Osnabrück | Hotel & Restaurant Idingshof, Bramsche


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Szene Portrait | Seite 20


Seite 21

Ulla Weller:

Ein buntes Leben mit Musik Ein knalliger Fransensessel, eine riesige Schmetterlingsfigur in Bonbonfarben und an den Wänden großformatige Kunst – dass die Familie Weller alles andere ist als „gewöhnlich“, sieht man auf den ersten Blick, wenn man ihr Wohnhaus in Osnabrück betritt. Die Sopranistin Ulla Weller lebt hier, zusammen mit ihrem Mann Burkhard, Tochter Emma und Hund Daisy, genauso, wie es ihr gefällt: farbenfroh, detailverliebt und ganz sicher auch ein wenig extrovertiert. Text

Man weiß gar nicht so genau, wo man im Wohnzimmer der Wellers zuerst hinschauen soll. Zu dem großen Bücherregal, das nicht nur randvoll gefüllt ist mit Kunstbüchern, Bildbänden und Belletristik, sondern auch gespickt mit Fotografien und kleinen Erinnerungen? Oder zu dem opulenten, orange-getrigerten Sofa, das vor Kissen nahezu überquillt? Frischer Kaffee steht daneben bereit, und eine kleine Etagere mit Mini-Muffins. Genauso fröhlich wie Terrierdame Daisy, die mir aufgeregt um die Beine wuselt, ist auch die Gastgeberin: „Wo möchten Sie denn sitzen?“, fragt sie und empfiehlt mir einen gemütlichen Sessel mit Blick aus dem großen Fenster hinein in den Garten. „Eine weite Sicht ist doch gut fürs Feng Shui“,

Svenja Dierker, Fotos

Christa Henke

ergänzt sie mit einem Augenzwinkern und lässt sich in die Kissen ihres quietschbunten Lieblingssofas fallen.

Erinnerungen aus aller Welt Seit fast 25 Jahren leben Ulla und Burkhard Weller hier im „Speckgürtel“ der Innenstadt, seit 17 Jahren zusammen mit ihrer Tochter Emma. Das Haus wurde genau nach den Wünschen des Paares entworfen, die Außenfassade ziert ein Torfbrand-Ziegel aus dem Norden. „Wir haben eine Klinkerfassade gewählt“, so die Hausherrin, „wollten aber kein Industrieprodukt verwenden.“ Das verwundert nicht. Bei unserem Termin sind wir ganz allein – Burkhard


Szene Portrait | Seite 22

Im türkis gehaltenen „Maharani-Zimmer“ fühlen sich nicht nur die Gäste wohl ...

Das riesige Sofa im Wohnzimmer ist der erklärte Lieblingsplatz von Ulla Weller.

Weller, Chef der WellerGruppe, ist bereits zur IAA nach Frankfurt unterwegs, Tochter Emma ganz frisch auf einer Schule in Kanada. „Wir haben sie dort hingebracht, ich bin selbst erst am Wochenende wiedergekommen“, erzählt Ulla Weller, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, ihre Tochter bei diesem wichtigen Schritt zu begleiten. „Ich war als Kind schon so viel in der Welt unterwegs, da weiß ich, wie aufregend das ist.“ Seit ihrem elften Lebensjahr liebt es die Künstlerin, zu reisen. Den ersten Ferien auf dem Ponyhof folgten als Schülerin Sprachreisen und Exkursionen quer durch Europa und schließlich Freiwilligenarbeit in Mexiko. „Ich war schon immer so neugierig“, lacht Ulla Weller, „ich musste einfach raus und die Welt erkunden!“ Dass sie das Erlebte nicht so schnell vergisst, dafür sorgen die vielen Erinnerungen, die sie aus allen Teilen der Erde mit nach Osnabrück gebracht hat. So etwa die Sofakissen, die aus aller Herren Länder den Weg in ihr heimisches Wohnzimmer gefunden haben. Das Jüngste: ein Leopardenkissen aus Kanada. „Wenn ich etwas Hübsches sehe, dann kann ich einfach nicht widerstehen“, so die Sopranistin, für die feststeht, dass sich für schöne Dinge immer ein freies Plätzchen findet.

nabrückerin, die nach dem frühen Tod ihres Vaters als Halbwaise zusammen mit ihren Geschwistern bei der Mutter aufgewachsen ist, schon immer in sich. So war sie unter anderem Gründungsmitglied des Osnabrücker Jugendchores, der noch heute besteht. „Ich wollte immer auf die Bühne“, erinnert sich die Sängerin, die heute regelmäßig die verschiedenen Konzertsäle füllt. Allerdings hielt ihre Mutter, damals wie heute Inhaberin der Osnabrücker Autovermietung Brehe, Musik für brotlose Kunst, so dass ihre Tochter nach dem Abitur zunächst ein Jurastudium begann. Wegen ihres damaligen Freundes wollte sie eigentlich nach Münster, erzählt sie, „aber Passau benötigte als neue Fakultät dringend Studenten“. Statt gegen den ZVS-Bescheid Widerspruch einzulegen, packte sie ihre sieben Sachen und zog kurzerhand alleine nach Niederbayern. „Das war dann eben Schicksal“, konstatiert sie trocken.

Musik von Anfang an Dass Ulla Weller ein Händchen für Einrichtung hat, beweist der Umstand, dass sie den schmalen Grad hin zum Kitschigen nicht verlässt: Alles ist zwar kunterbunt, dabei aber doch geschmackvoll und stilsicher. So etwa die beiden Gästezimmer: „Ich habe einen Flower-Power-Room und ein Maharani-Zimmer eingerichtet, jeweils komplett in Pink und Türkis“, erzählt sie begeistert. Auch hier stammen die Accessoires aus allen Teilen der Welt. „Schließlich ist es doch toll für unsere Freunde, wenn sie mal ein paar Nächte in etwas schräger Atmosphäre schlafen können!“ Das glaubt man gern, und Gäste haben die Wellers schließlich regelmäßig und in großer Zahl. Das Kreative, Künstlerische hatte die gebürtige Os-

Kennenlernen im Alten Holling Die Musik spielte jedoch auch in Passau immer die stille Hauptrolle in Ulla Wellers Leben, und so war sie es auch, die sie vor mittlerweile 27 Jahren mit ihrem Mann Burkhard zusammengebracht hat. „Nicht die Autos, wie viele immer denken“, stellt sie klar. Die Weihnachtszeit verbrachte die Jurastudentin in Osnabrück, mit gelegentlichem Choreinsatz. Und wie in jedem Jahr ging es am Tag vor Heiligabend in die Altstadt, ins „Holling“, eine Kult-Kneipe in der Hasestraße. „Es war ein ungeschriebenes Gesetz, dass sich die ausgeflogenen Osnabrücker um diese Zeit dort trafen“, erzählt sie heute. Das wusste wohl auch Burkhard Weller, den sie an jenem Abend im Holling kennen- und wenig später lieben lernte. Er war es dann auch, der sie darin unterstützte, sich fortan mit voller Energie ihrem Gesang zu widmen. Sie wechselte den Studienort, zog zurück nach Osnabrück und meldete sich bald wieder bei ihrer Gesangslehrerin, Kammersängerin Liselotte Enck. Das hat sich gelohnt, so viel steht heute zweifelsohne fest!


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Wohltätiges Engagement Schnell kam es zu ersten Auftritten, etwa einer Operetten-Premiere in der Stadthalle, in Kirchen oder auf anderen, kleineren Bühnen. Bekräftigt darin, auch die großen Bühnen in Angriff zu nehmen, wurde die Künstlerin einst mitten in der Wüste: „Wir waren mit Autohändlerkollegen in Dubai“, erinnert sie sich noch heute ganz genau. „Meine Freundin Marion sagte ziemlich bestimmt zu mir, dass ich aus meinem Talent viel mehr machen müsse. Das hat mich wirklich berührt und war eine Art Initialzündung.“ Zurück in Deutschland traf sie einige Wochen später zufällig einen ehemaligen Mitsänger aus dem Jugendchor – mit ihm als Pianisten entwickelte sie ihr erstes, umfassendes Konzertprogramm, „zehn Ave Maria aus fünf Jahrhunderten". Diese Auswahl kam so gut an, dass bald weitere Themen folgten, mit italienischen Arien oder Liebesliedern in sieben Sprachen. Ihr Repertoire umfasst Stücke aus Oper, Operette und Musical, zudem mehrsprachiges Liedgut verschiedener Epochen. ���Ich wähle für jedes Konzert die Literatur, die Orte und die Veranstalter sehr sorgfältig aus“, betont Ulla Weller. Früh entstand die Idee, den Erlös ihrer Solokonzerte wohltätigen Organisationen zur Verfügung zu stellen. Überhaupt ist die Sopranistin gerne sozial engagiert: „Mir geht es ja sehr gut – ich freue mich doch, wenn ich mit meiner Stimme mittelbar helfen kann, dass es anderen vielleicht etwas besser geht“, zieht sie ihre bemerkenswerte Schlussfolgerung.

„Ich musste einfach raus und die Welt erkunden.“

Interessante Begegnungen Als Schirmherrin von Help Age Deutschland, der Freiwilligentage in Osnabrück und Botschafterin für Vamos Adelante/Guatemala und durch ihre vielschichtigen Engagements kommt die Sängerin im-

Ein Portrait ihrer Gesangslehrerin ziert den „Flower Power Room“ im Untergeschoss.


Szene Portrait | Seite 24

Dass Ulla Weller schöne Dinge liebt, sieht man nicht zuletzt an ihrer großen Tassensammlung. Viele der Stücke sind täglich im Gebrauch!

mer wieder an ungewöhnliche Orte und erfährt viele interessante Begegnungen. Besonders begeistert war Ulla Weller von einem Konzert für die deutsch-japanische Freundschaft. „Die Menschen in Asien sind europäischer Musik gegenüber unglaublich aufgeschlossen“, so die Sängerin. Doch nicht nur in Japan, auch in Hongkong, Italien und Frankreich sowie vielen deutschen Städten stand sie bereits auf der Bühne. Zurzeit ist sie gerade wieder in den Proben für eine Galaveranstaltung im Berliner Hotel Adlon. Begleitet wird sie bei Konzerten regelmäßig von der ukrainischen Pianistin Ninel Potaschnik – seit Jahren sind die beiden Künstler ein eingespieltes Team.

„Joggen stärkt die Abwehrkräfte, bringt längerem Atem und ist damit auch gut für die Stimme.“

„Der Mann der Sängerin“ Natürlich hat auch eine Ulla Weller musikalische Vorbilder: „Vom Klang der Stimme kann das nur Maria Callas sein, die ‚Primadonna Absoluta’," sagt sie unumwunden. Aber auch Größen der Gegenwart beeindrucken die Künstlerin: Vor Kurzem erst traf sie den Tenor Jonas Kaufmann und Anna Netrebko mit ihrem Lebensgefährten Erwin Schrott, gerahmte Fotos halten diese Momente fest. Vor allem Schrott hat es Weller künstlerisch angetan: „Er hat so einen beeindruckenden Bass-Bariton, mit wundervollem Timbre“, gerät sie ins Schwärmen. „Einmal mit ihm singen zu dürfen, das wäre wirklich überirdisch!“ Immer wieder spannende Leute zu treffen, sich immer wieder inspirieren zu lassen – das ist es, was die Sopranistin an ihrem Leben so liebt. Das gilt nicht nur für die Musikbranche, schließlich ist Ulla Weller auch häufig an der Seite ihres erfolgreichen Mannes bei geschäftlichen Empfängen und Veranstaltungen zu sehen. Die Rolle der „Frau im Schatten“ nimmt sie dabei allerdings nie ein: „Er war auf einer Veranstaltung auch


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Coquedale-Terrier Daisy ist im Hause Weller ein vollwertiges Familienmitglied.

schon mal ‚der Mann der Sängerin’“, sagt sie und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Joggen für die Stimme Fit hält sich Ulla Weller durch ihre alltägliche Jogging-Runde mit Daisy, ob bei 40 Grad im Schatten oder bei Schnee und Eis. „Das stärkt die Abwehrkräfte, bringt längerem Atem und ist damit auch gut für die Stimme“, erklärt sie ihr Geheimrezept. Ulla Weller ist nicht abgehoben. Und dafür ist sie dankbar. „Man muss ja auch das Glück haben, dass man so bleiben darf, wie man ist. Das Leben formt, aber es sollte die Persönlichkeit nicht grundlegend verändern dürfen …“. Dass Ulla Weller ein positiver und bodenständiger Mensch ist, merkt man nicht nur an ihrer Herzlichkeit und der fröhlichen Art. Man merkt es auch daran, dass, als „Ama-

Draußen auf der Terrasse findet die Sopranistin Zeit für sich.

zing Grace“ aus dem Handy schallt und Emma zum ersten Mal aus Kanada anruft, sie sich trotz aktuellen Termindrucks Zeit für ein kurzes Gespräch nimmt („Schließlich habe ich mit meinem Mann gewettet, bei wem sie sich zuerst meldet!“). Oder daran, dass sie im letzten Jahr nach dem Hochwasser im August, das den Keller geflutet hat, nächtelang kartonweise Noten, Bücher, Briefe und über 1.500 Fotos getrocknet hat, statt „guten Ratschlägen“ zu folgen und einfach alles wegzuwerfen. Die Sopranistin richtet den Blick stets nach vorne. „Ich bin mit meinem Weg zufrieden“, sagt sie über sich. Nicht erst seit unserem Gespräch können wir das sehr gut verstehen! Am 1. Dezember findet das Konzert „Weihnachtswelten“ mit Ulla Weller in der evangelischen Kirche in Schledehausen statt. Karteninformation gibt es über die örtlichen Medien.


Szene Jagd | Seite 26


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Vom Stelldichein zum Halali Jagdhörner, Reiter im roten Rock, eine große Hundemeute und im Hintergrund das barocke Schloss – wenn in Sögel zur alljährlichen Schleppjagd geblasen wird, ist das ein wahres Fest der Traditionen! Text und Fotos

Svenja Dierker

Aufregung vor dem Start Rund 80 Reiter sind es in diesem Jahr, die sich vor dem prächtigen Jagdschloss im Emsland versammeln. Die Aufregung ist schon jetzt, eine halbe Stunde vor dem Start, deutlich zu spüren: Pferde scharren mit den Hufen, einige Reiter entrichten noch rasch ihr Jagdgeld, nach und nach treffen die Kutschen ein. Und die Zuschauer, die an diesem sommerlichen Herbsttag in Scharen den Weg nach Sögel gefunden haben und sich voller Vorfreude in langen Reihen an den Absperrungen aufstellen. Die große Schleppjagd mit der Cappenberger Meute ist jedes Jahr aufs Neue ein Höhepunkt des ausrichtenden Reitvereins Sögel. Das Jagdschloss Clemenswerth wurde im 18. Jahrhundert nach Plänen des berühmten Barockarchitekten Johann Conrad Schlaun errichtet und ist die einzige noch erhaltene Alleesternanlage weltweit. Acht Lindenalleen führen zum Mittelpunkt, dem Jagdschloss. Der Prunkbau ist umringt von acht Pavillons, darunter die Schlosskapelle mit Kapuzinerkloster, das noch heute aktiv ist. Im romantischen Klostergarten erholte sich bereits Kurfürst Clemens August von der Jagd und dem Regieren.

Die Aufregung ist schon jetzt, eine halbe Stunde vor dem Start, deutlich zu spüren.

Das Jagdschloss Clemenswerth bildet die prächtige Kulisse der Sögeler Schleppjagd.


Szene Jagd | Seite 28

Die Foxhounds der Cappenberger Meute warten auf ihren Einsatz.

Immer dem Fischgeruch nach

„Aufbruch zur Jagd“: Die klassischen Signale der Jagdhornbläser dürfen auch in Sögel nicht fehlen!

Equipage mit den Pikören, die für das Führen der Meute zuständig Die Jagd zu Pferde mit der Meute ist eine der ältesten Formen der sind. Erst dann folgen die Reiter, die zumeist in ein springendes Jagd überhaupt. Wurde früher bei der Parforcejagd tatsächlich und ein nicht-springendes Feld eingeteilt sind. Auf der rund 12 das Wild von den Hunden so lange gehetzt, Kilometer langen Strecke quer über den bis es von den Jägern umstellt war, wird Hümmling befinden sich 15 Hindernisse Die Jagdregel besagt, heute in nahezu allen Ländern auf einer und Gräben, und da die Jagdregel besagt, dass „Strich“ geritten künstlich gelegten Schleppe geritten. In dass „Strich“ geritten werden muss, also werden muss. Sögel ist das eine Spur aus Fischlake, der kein Hindernis ausgelassen werden darf, die 34 Foxhounds der Cappenberger Meute sollte man sich vorher gut überlegen, in folgen. Gelegt wird sie vom sogenannten „Fuchs“: Ein Reiter, der welchem Feld man an den Start geht! Unter den Jagdreitern, die an seinem Sattel einen Kanister befestigt hat, aus dem die stin- sich nahezu sämtlich um die geforderte Jagdkleidung zumindest kende Flüssigkeit während des Jagdgalopps permanent auf den bemüht haben, findet sich ein bunter Querschnitt durch den PferBoden tropft. Ist der Fuchs, der heute von zwei weiteren Reitern desport: Ob Turnier- oder Freizeitreiter, sie alle machen sich mit begleitet wird, gestartet, wird einige Minuten später die Meute ihren Springpferden, Ponys, Tinkern und Warmblütern zur Jagd losgelassen. Hinter den Hunden reitet als Erstes die sogenannte bereit.


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Im vollen Jagdgalopp geht es quer über den Hümmling.

Mit Donnern und Geläut Es gibt wohl kaum eine eindrucksvollere Kulisse für den Aufbruch zur Jagd, als die breite Lindenaallee des Jagdschlosses Clemenswerth! Schnell ist die Meute auf der Schleppe, mit viel Geläut pest sie auf den Spuren des Fuchses den Reitern hinterher. Dem Bellen folgt das Donnern der insgesamt über dreihundert Hufe der Pferde, die auf dem federnden Waldboden in zwei Feldern die Verfolgung aufgenommen haben. Sicher überwindet das springende Feld die ersten beiden Hindernisse auf der Allee, ehe es in den Wald und damit aus dem Sichtfeld der vielen hundert Zuschauer verschwindet. Kurz darauf bebt wieder der Boden: Das nichtspringende Feld ist auf der Strecke und in vollem Galopp unterwegs gen Fuchs. Den Pferden folgen die Kutschen – vom Friesen-Vierspänner bis zum Haflinger-Gespann ist alles dabei! Wo vorher noch ebener Boden war, erinnern jetzt ebenso tausende Hufabdrücke an das Spektakel,

Bei der Pause sammeln Reiter, Pferde und Hunde Kraft für die zweite Etappe.

wie die strahlenden Gesichter der Kinder an den Absperrungen, die sich jetzt die Zeit bis zum Wiedereintreffen der Reiter mit Ponyreiten und Basteln vertreiben können.

Die Ehre des roten Rocks An der Pausenstation trifft sich die Jagdgesellschaft wieder: Hunde, Pikeure, Reiter und Kutscher. Den obligatorischen Jagdschluck gibt es hier zwar noch nicht; dafür aber Wasser für die Hunde und ein erstes Bier für die tapferen Reiter, ehe sie zum zweiten Teil der Strecke aufbrechen. Es ist ein warmer Tag heute, ungewöhnlich warm für eine Schleppjagd im September, darum fällt die Pause etwas länger aus. Einige Herren haben ihr Sakko bereits abgelegt. Wer allerdings ein rotes besitzt, der schwitzt mit Stolz: In Deutschland tragen nur Reiter, die mehr als zehn Jagden hinter einer Meute beendet haben, stilecht den roten Rock. Welche Hunderasse die


Szene Jagd | Seite 30

Unter dem Jubel der Zuschauer reitet das springende Feld durch die Allee Richtung Ziel.

Meute bildet, ist dabei natürlich egal. Der English Foxhound, dem die Jagdreiter heute folgen, ist neben dem Beagle einer der beliebtesten Hunde für Schleppjagden. Die Tradition der Hundemeuten ist übrigens genauso alt wie die Fuchsjagden selbst, allerdings waren die Meuten in der Vergangenheit nicht so einheitlich in der Rasse wie heute. Im 19. Jahrhundert begann man, sie gezielt zu züchten – so lassen sich Ahnentafeln von English Foxhounds etwa 200 Jahre weit zurückverfolgen, das ist einmalig in der Hundezucht.

Beim „Dank an die Hunde“ macht sich die Meute über Rinderpansen her.

bis schließlich die Meute, begleitet vom Jubel der Zuschauer, am Anfang der großen Allee auftaucht, und die Hunde auf die Schlossanlage zupreschen. Die ersten Verfolger lassen nicht lange auf sich warten; die Freude ist allen, die über die breite Allee auf das Ziel zu galoppieren, ins Gesicht geschrieben. Vor dem großen „Halali“, mit dem die Jagdhornbläser die Schleppjagd offiziell beenden, steht noch ein Höhepunkt an: der Dank an die Hunde, das „Curre“! Mit Rinderpansen wird der Arbeit der Meute Respekt gezollt, die Reiter hingegen werden mit dem „Bruch“, einem kleinen Eichenzweig, belohnt. Als die Jagdhornbläser zum letzten „Fuchs ist tot“ ansetzen, wird klar: Ein schöner Jagdtag ist nun zu Ende – auf Waidmannsheil im nächsten Jahr!

Die Reiter werden mit dem „Bruch“, einem kleinen Eichenzweig, belohnt.

Respekt und Rinderpansen Nach dem Einsatz der Jagdhornbläser brechen die Reiter erneut auf. Weitere 90 Minuten geht es über Stock und Stein,


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Szene Portrait | Seite 32

Der Herr der

Pralinen

Ein Beutelchen voll „Himmlische“ ist wohl das bekannteste und leckerste Mitbringsel aus Osnabrück. Zuletzt war es der Bundespräsident persönlich, der sich nach dem Besuch der Friedensstadt mit seinem türkischen Amtskollegen Gül ein paar Leysieffer-Pralinen als Geschenk für die türkische Delegation hat besorgen lassen. Seit über hundert Jahren werden die kleinen Köstlichkeiten von Hand hergestellt. Der Herr der Pralinen, Jan Leysieffer, steht weniger häufig im Rampenlicht als seine Schokoladen, Konfitüren und Marzipan-Kunstwerke. Für die Schlossallee hat er sich ein paar Stunden Zeit genommen – und die Türen des Herzstücks seines Unternehmens geöffnet: der kleinen Manufaktur in Osnabrück-Atter. Text und Fotos

Passion für Schokolade

Svenja Dierker

mit den vielen Gerüchen groß geworden.“ Es gibt Schlechteres, so Jan Leysieffer führt sein Unternehmen, zusammen mit seinem Va- viel steht fest. Beim Eintreten in die Manufaktur, die übrigens in ter Axel, mittlerweile in der vierten Generation. Dass es, anders als dieser Form in Deutschland einzigartig ist, umgibt uns heute der in anderen Familienunternehmen, immer noch sein tatsächlicher Duft von frisch eingekochten Himbeeren, exotischen Gewürzen und Nachname ist, der die vielen Tüten, mildem Alkohol. Von den typischen Dosen und Packungen ziert, ist für ihn Weihnachtsaromen, wie Zimt oder Ehre und Verpflichtung zugleich. „Für Koriander, fehlt derweil jede Spur: „Es mich kam es eigentlich nie in Frage, ist noch zu früh für unsere Weihnachtdie Nachfolge im Unternehmen nicht spralinen“, erklärt Jan Leysieffer. „Unanzutreten“, erklärt uns der sympasere Produkte bestehen ausschließthische Konditormeister bei unserem lich aus frischen Zutaten – das wirkt Besuch in Atter. Schon als Kind ließ er sich natürlich auf die Haltbarkeit aus.“ sich von der Begeisterung für SchokoWürden jetzt schon Zimtsterne, Weihlade und Pralinen von seiner Familie nachtspralinen und Co. das Gelände anstecken. „Mein Vater hat mich oft an der Benzstraße verlassen, würde mit in die Manufaktur genommen“, In großen Kupferpfannen wird die Marmelade frisch eingekocht. am 1. Advent allenfalls noch abgelauerinnert sich Jan Leysieffer, „ich bin fene Ware in den Regalen stehen. „Die


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Leute sind es heute nicht mehr gewohnt, dass auch Lebensmittel wie Süßwaren ein Verfallsdatum haben, wenn sie ohne Konservierungsstoffe hergestellt werden“, so der Firmenchef nachdenklich. „Wir müssen da immer wieder Aufklärungsarbeit leisten.“ Sechs Wochen lang kann man den köstlichen Geschmack der Pralinen in der Regel genießen, „ich habe keine Ahnung, warum das manchen Menschen nicht ausreicht.“

ten stocken wir unsere Produktion noch einmal auf“, erklärt Jan Leysieffer, „dann unterstützen uns ehemalige Mitarbeiter, die für eine Vollzeit-Stelle im Moment keine Zeit oder Möglichkeit haben, wie Mütter, Rentner oder Studenten. Das ist perfekt, weil sie genau wissen, worum es geht, und Spaß an der Arbeit haben.“ Das ist hier besonders wichtig, wo Maschinen allenfalls vereinzelt zu finden sind und nahezu alles in Handarbeit erledigt wird. 19 Filialen sind es mittlerweile, mit exponierten Lagen in Metropolen wie Hamburg, Düsseldorf und auf Sylt, die es zu verwalten und mit frischen Produkten zu versorgen gilt. Stolz ist Jan Leysieffer auf jede Einzelne. Eine Lieblingspraline hat er derweil nicht: „Ich probiere einfach immer gern Neues aus“, so seine Erklärung. Gut so, ist es doch gerade diese Experimentierfreude, die die Confiserie überregional so bekannt gemacht hat. Etwa die Schokoladen mit Chili oder Kardamom, oder andere gewagte Kompositionen, die man bei Leysieffer „erfunden“

„Ich bin mit den vielen Gerüchen groß geworden."

Gewagte Kompositionen Bei unserem Gang durch die Räume der Manufaktur wird Jan Leysieffer von seinen Mitarbeitern nahezu überall mit einem Lächeln empfangen. „Ich bin leider selbst viel zu selten in der Produktion“, sagt er etwas wehmütig, und man sieht es ihm an, dass jetzt nicht der Geschäftsführer, sondern der Konditormeister zu uns spricht. Rund 120 Mitarbeiter sind aktuell in der Manufaktur aktiv. In den nächsten Wochen wird diese Zahl noch steigen: „Vor Weihnach-


Szene Portrait | Seite 34

Handarbeit: Die Produktionsstätte in Atter ist noch eine echte Manufaktur.

hat und die man auch heute wahrlich nicht an jeder Ecke findet. „Mein Vater und ich probieren gerne verschiedene Gewürze aus und testen, was zu Schokolade passt“, erklärt der Konditormeister. „Wir haben eine Versuchsküche, in der wir mit verschiedenen Rohstoffen, Mengen und Füllungen experimentieren. Da basteln wir dann ein bisschen herum.“

Aus der Marzipanmasse entstehen an dieser speziell entwickelten Maschine kleine Kügelchen.

und schließlich mit den „Himmlischen“ überregionale Bekanntheit erreicht wurde, musste eine neue Produktionsstätte her: Man fand sie in Atter. Vor wenigen Jahren erst entstand hier auch das neue, moderne Verwaltungsgebäude. Repräsentativ ist es, mit hohen, orangefarbenen Wänden; das wollte Jan Leysieffer so, „statt immer das ewige Weiß“. Die Wände zieren großformatige Fotografien, aufgenommen vom begeisterten Vision Ausland Fotografen Axel Leysieffer. Eine davon zeigt In über hundert Jahren Unternehmensgedas Leysieffer-Bistro-Café auf Sylt, mit dem schichte hat sich viel verändert. 1909 erer 1982 eine neue Form der Erlebnisgasöffneten Ulrich und Emilie Leysieffer ein tronomie kreierte und dafür mit zahlreichen Dank einer speziellen Folie werden filigranste Verzierungen möglich. kleines Café mit nur sechs Tischen in der Preisen ausgezeichnet wurde. Für die ZuOsnabrücker Innenstadt. Schon drei Jahre kunft hat Jan Leysieffer eine große Vision: später wurde es hier zu eng, und man bezog das heutige Stamm- Filialen im europäischen Ausland. Längst schickt sein Unternehmen haus an der Krahnstraße. Als das Confiserie-Sortiment erweitert Pralinen in die ganze Welt, allerdings bislang nur an Kunden wie


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Privat mag es Jan Leysieffer sportlich: Vor einigen Jahren tauschte er den Tennis- gegen den Golfschläger.

Feinkostläden oder Nobel-Hotels und private Pralinen-Liebhaber, die im ständig wachsenden Online-Shop bestellen. Paris, Palma oder Kitzbühel – dass die kleinen Köstlichkeiten auch hier schnell zum Lifestyle-Objekt avancieren würden, ist eigentlich keine Frage. Dass man sie zuvor durchaus örtlichen Gegebenheiten anpassen muss, weiß der Unternehmer: „In Dubai geht nichts mit Alkohol, und die Franzosen mögen keine Vollmilchschokolade“, nennt er zwei Beispiele.

Golf- statt Tennisschläger Ob er sich denn auch vorstellen könne, die Produktion langfristig zu verlagern, etwa nach Süddeutschland, um näher an zukünftigen Märkten zu sein, möchten wir wissen. „Wir sind in der Region verwurzelt“, sagt Jan Leysieffer und schüttelt „In Dubai geht nichts entschieden den Kopf. Auch privat fühlt er sich in mit Alkohol, und die Osnabrück wohl. „Wir haben hier einfach eine sehr Franzosen mögen hohe Lebensqualität, da kommen viele andere Städte keine Vollmilchnicht mit“, weiß der Unternehmer, für den Familie und schokolade.“ Sport zwei wichtige Säulen im Leben sind. War in der Jugend vor allem Tennis seine Passion, musste er vor einiger Zeit die Schläger tauschen: seine Schulter bereitete Probleme. Heute ist der 43-Jährige regelmäßig Gast auf dem Golfplatz Dütetal. „Das ist einfach ein super Ausgleich zu meiner Arbeit“, so Leysieffer, der seit einem Crashkurs auf Mallorca Feuer und Flamme für den Sport mit dem kleinen weißen Ball ist.

Die nächste Generation Gemeinsam mit seiner Frau lebt Jan Leysieffer in einem Haus in Westerkappeln. Die beiden haben zwei Kinder, einen Sohn und eine Tochter. Die nächste Generation ist also gesichert? „Zumindest ist sie da!“ sagt Jan Leysieffer und lacht. Dass eines seiner Kinder den Familienbetrieb irgendwann übernimmt, ist natürlich ein großer Wunsch des Vaters. Und, ganz ehrlich: Wer als Kind schon bei jedem Sonntagsfrühstück mit Leysieffer-Konfitüre verwöhnt wird – wer könnte je wieder darauf verzichten?


Seite 36 | Anzeige

Leidenschaft in dritter Generation Ein Familienunternehmen zu führen bedeutet Verantwortung, Engagement und Freude. Vor allem, wenn es sich um ein so renommiertes Unternehmen wie Holthaus in Osnabrück handelt. Seit mehr als 60 Jahren ist das Modehaus die erste Adresse in der Großen Straße, wenn es um hochwertige Damenbekleidung geht. Gegründet von Elli und Albert Holthaus im eigenen Wohnzimmer, folgte 1954 der Umzug in das repräsentative Bürgerhaus und die Übernahme des Geschäftes durch Dirk Holthaus. Seit drei Jahren nun führt Alexa Schenk, geborene Holthaus, die Geschicke des Traditionsunternehmens und setzt die erfolgreiche Geschichte mit viel Leidenschaft fort.

Text

Svenja Dierker, Fotos

Jens-Albert Schenk


Anzeige | Seite 37

Neue Akzente setzen Alexa Schenk studierte European Business an der Fachhochschule Osnabrück, bereiste Australien, Südafrika und die USA und setzte sich bereits in ihrer Diplomarbeit mit dem demografischen Wandel und dessen Folgen für die Textilindustrie auseinander – besser gewappnet für die große, bevorstehende Aufgabe einer schrittweisen Sortimentsumstellung kann man nicht sein! Nach und nach moderner, modischer zu werden – so lautet das Unternehmensziel in der dritten Generation, jedoch ohne dabei die Ansprüche der langjährigen Kundinnen zu vernachlässigen. Neue Akzente setzen und dennoch Altbewährtes beibehalten, so lässt sich Alexa Schenks Vorhaben für die kommenden Jahre wohl am ehesten zusammenfassen.

„Fashion Kompass“ als Familienproduktion Unterstützung erfährt sie dabei durch ihren Mann Jens-Albert Schenk. Er war es auch, der sie in der Idee bekräftigte, den ersten eigenen Modekatalog auf den Markt zu bringen, den „Holthaus Fashion Kompass“. Da so ein Mammutprojekt nicht allein von zwei Personen geschultert werden kann und da bei Holthaus und Schenks der Familienzusammenhalt Tradition hat, entschied man sich dazu, diese große Aufgabe nicht wie anderswo üblich einer Agentur zu übertragen, sondern möglichst alles in Eigenregie zu realisieren. Dementsprechend packten alle mit an, wie dem Impressum des Katalogs zu entnehmen ist. Das Konzept und die Zusammenstellung der Outfits stammen von Alexa Schenk, ihr Mann, selbst Geschäftsführer des Osnabrücker Familienunternehmens OSMA-AUFZUEGE und passionierter Fotograf, lichtete im Fotostudio die Models ab. So gehören die Gesichter des aktuellen Holthaus Fashion Kompass 2011 Céline und Katarina, zwei international gefragten Models, die bereits für Kampagnen von O’Neil, La Perla, Lancôme und diversen Cover-Shootings wie der Vogue und der Elle vor der Kamera ge-

standen haben. Auch die Postproduktion und das Katalogdesign wurden von JensAlbert Schenk in Eigenregie durchgeführt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und gibt dem Betrachter auf den ersten Blick nicht nur tolle Einblicke in die aktuellen Kollektionen, sondern lässt ihn auch förmlich den Herzschlag des Unternehmens spüren. Kein Wunder also, dass die Ideen für den Frühjahr/Sommer-Katalog 2012 schon jetzt nur so sprühen!

Modischer Vorreiter einer ganzen Region Bogner, Belstaff und René Lezard sind nur einige der vielen hochwertigen Marken, die Holthaus führt. Darunter sowohl klassische Stücke der Damenoberbekleidung als auch modische Teile von Trend-Marken, die Holthaus in der ganzen Region exklusiv führt. Bei der Auswahl auf den großen Messen Europas beweist Alexa Schenk ein glückliches Händchen: So hat sie schon häufig Stücke geordert, an die sich andere Händler nicht „herangetraut“ haben, und sich am Ende darüber gefreut, wenn sogar Besitzer von Boutiquen auf Sylt oder aus München angerufen haben, um Ware aus Osnabrück zu beziehen, die wider aller Prophezeiungen zum Verkaufsschlager wurde. Nicht erst hier wird klar, dass der Geschäftsfrau ihr Gefühl für Mode und die perfekte Zusammenstellung eines Outfits bereits mit in die Wiege gelegt wurde. Die Weichen für die nächsten Jahre des Unternehmens hätten wohl nicht besser gestellt werden können!

Holthaus Mode Große Straße 43 | 49074 Osnabrück Telefon 0541 / 21560 www.holthaus-mode.de


Region Architekturpreis | Seite 38

präsentiert:

2. Schlossallee Regionalpreis für Architektur Mitentscheiden und gewinnen! Was sind für Sie die schönsten architektonischen Neuheiten der Region? Nach dem großen Erfolg des 1. Schlossallee Regionalpreises für Architektur 2009 findet in diesem Jahr eine Neuauflage statt. In der letzten Ausgabe haben wir Ihnen die architektonischen Highlights der Region vorgestellt, noch bis zum 27. Oktober können Sie Ihre Stimme abgeben und so nicht nur die Preisträger ermitteln, sondern gleichzeitig an einem attraktiven Gewinnspiel teilnehmen. Sie haben insgesamt drei Stimmen, eine je Kategorie. Für die Teil-

Wählen & Gewinnen!

nahme schicken Sie uns einfach unten stehenden Coupon oder eine Postkarte an den Verlag Rottwinkel-Kröber, Stichwort: Architektur, Brückenort 15, 49565 Bramsche. Oder klicken Sie www.schlossallee.com, hier finden Sie weitere Bilder und Skizzen zu den vorgestellten Objekten und können direkt online Ihre Stimme abgeben und am Gewinnspiel teilnehmen.

Unter allen Einsendungen verlosen wir:

Eine hochwertige digitale Eine exklusive Porsche Design SonnenSpiegelreflexkamera, brille inklusive der Teilnahme an einem Workshop „Grundlagen der digitalen Spiegelreflex-Fotografie“, der Foto Erhardt-Akademie im Gesamtwert von 450 Euro. www.foto-erhardt.de

im Wert von 229,- Euro, gestiftet von der Firma Brillen und Hörgeräte Mondorf aus Osnabrück. www.mondorf-osnabrueck.de

Eine romantische Nacht für Zwei im Resort Baumgeflüster, inklusive Frühstück und Ammerland-Diplom mit zertifizierter Gästeführerin (die Nacht kann wahlweise im Baumhaus „Afrika“, „Ammerland“, „Asien“ oder „Alpen“ verbracht werden). www.baumgefluester.de

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2. Schlossallee Regionalpreis für Architektur Meine Favoriten: 1 Wohnhaus Quakenbrück 2 Wohnhaus Osnabrück 3 Mehrgenerationenhaus GMH 4 Sanierung Hofgut Belm

Privater Bau

Bitte kreuzen Sie pro Kategorie nur je ein Objekt an.

1 Bürogebäude mit Werkhalle 2 Kanzlei und Beratungshaus 3 Mediothek Diepholz 4 Praxis H 5 Wegekapelle Müschen

Öffentlicher & gewerbl. Bau

1 Küchengarten Bad Essen 2 Die kleine Meerjungfrau 3 Umgestaltung eines Privatgartens 4 Badeteich im Privatgarten 5 Rathausplatz Lengerich

Meine Kontaktdaten:

Bitte freimachen

Name / Vorname

Architektur in der Natur

Straße /Nr.

PLZ / Ort

Telefon

Verlag Rottwinkel-Kröber Brückenort 15 49565 Bramsche


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präsentiert:

Private Nutzung

1

Wohnhaus Quakenbrück

Architektin: Sabrina Berling M.A. (Arch.), Quakenbrück Fertigstellung: 2010

2

Wohnhaus Osnabrück

Architekt: Dipl. Ing. Ulrich Meine, Meppen Fertigstellung: 2011

3

Mehrgenerationenhaus Georgsmarienhütte

Architekt: BÖSS-Architekten BDA, Bissendorf Fertigstellung: 2009

4

Sanierung Hofgut Belm

Architekt: Dipl. Ing. Herbert-Joachim Graf v. Bothmer, Ostercappeln | Fertigstellung: 2011


Region Architekturpreis | Seite 40

präsentiert:

Öffentliche od. gewerbliche Nutzung

1

Bürogebäude mit Werkhalle

Adresse: Im Industriepark, 49733 Haren | Bauherr: Menke GmbH & Co. KG, Haren | Architekt: Christoph Becker, Haren | Fertigstellung: Februar 2010

2

Kanzlei und Beratungshaus

Adresse: Fiskediek 7, 49809 Lingen | Bauherr: Alexander Reichenberger (Steuerberatungsgesellschaft Reichenberger + Partner), Lingen | Architekt: Meyerrose | Wübben Architekten, Meppen | Fertigstellung: 2011

3

Mediothek Diepholz

Adresse: Thouardstraße 19, 49356 Diepholz | Bauherr: Landkreis Diepholz | Architekt: Landwehr & Partner – Architekten & Ingenieure, Sulingen | Fertigstellung: 2010

4

Praxis H

Adresse: Lingener Straße 5 - 9, 49716 Meppen | Bauherr: Dr. Hagedorn, Leer | Architekt: Uwe Oltmanns, architektur.büro oltmanns bda, Oldenburg | Fertigstellung: 2010

5

Wegkapelle Müschen

Adresse: Kruitskamp, 49196 Bad Laer | Bauherr: Kapellenverein Müschen e.V. | Architekt: Miriam Witte, MQuadratArchitektur, Osnabrück | Fertigstellung: 2011


präsentiert:

Seite 41

Garten- und Landschaftsarchitektur

1

Küchengarten Bad Essen

Adresse: Schlossstraße 1, 49152 Bad Essen | Bauherr: Viktoria von dem Bussche, Bad Essen | Architekt: Irene Lohaus Peter Carl Landschaftsarchitektur, Hannover | Fertigstellung: 2010

2

Die kleine Meerjungfrau, Landesgartenschau Bad Essen

Bauherr: Viktoria von dem Bussche, Bad Essen | Architekt: Henke + Blatt Partnerschaft, Bremen und Verden | Fertigstellung: 2010

3

Umgestaltung eines Privatgartens

Bauherr: Eheleute Brank-Rothert, Osnabrück | Architekt: GartenWerk Dukat, Belm | Fertigstellung: 2011

4

Badeteich im Privatgarten

Bauherr: Eheleute Niemeyer, Bissendorf | Architekt: Stefan Niemeyer, B & N Naturbäder, Lengerich; Dipl. Ing. (FH) Sylvia Gayer | Fertigstellung: 2009

5

Rathausplatz Lengerich

Bauherr: Stadt Lengerich | Architekt: Architekturbüro Kuhn, Pralmann, Krail, Braunschweig | Fertigstellung: 2011


Region Zukunftsstadt Osnabr체ck | Seite 42

Fl채chengewinn als historische Chance: Osnabr체ck w채chst an und mit einer besonderen Zukunftsaufgabe!


Seite 43

Im Frühjahr 2009 war es so weit: Mit der Übergabe der letzten Kaserne am Limberg im Stadtteil Dodesheide war der Abzug der britischen Streitkräfte vollzogen. Und Osnabrück im Inneren um über 160 ha Fläche „gewachsen“. Anders gesagt: Ein Areal von der Größe der gesamten Osnabrücker Innenstadt stand und steht für neue Planungen zur Verfügung! Doch diese Mammutaufgabe – übrigens bundesweit einzigartig – ist nicht die einzige „Baustelle“ der Stadtentwicklung in Osnabrück: Die bauliche, verkehrliche und einkaufspolitische Entwicklung am Neumarkt ist seit Jahren ein heißes Eisen, und auch die Sanierungsgebiete Rosenplatz und Quartier Lotter Straße werden das Gesicht der Stadt verändern. Ganz abgesehen davon, dass sich Stadtentwick-

Oberbürgermeister Boris Pistorius

lung ja nicht nur auf bauliche Veränderungen reduzieren lässt: Wohin steuert die Stadt in sozialer, kultureller, gesellschaftspolitischer, demografischer und wirtschaftlicher Hinsicht?

Text

Dorit Barz, Fotos

Stadt Osnabrück und siehe Auszeichnung

Oberbürgermeister Boris Pistorius stellt diesen geradezu globalen Ansatz der Schlossallee-Serie „Die Zukunftsstadt“ sofort auf den Prüfstand, als wir uns in seinem Büro im historischen Rathaus treffen. „Wie Osnabrück im Jahr 2020 aussehen wird? Da können Sie ja gleich eine eigene Serie schreiben“, begrüßt er mich lachend. Ja, das könnte man sicher! Potenzial, Chancen und Risiken des Zukunftskurses einer 165.000 Einwohnerstadt auf den Punkt zu bringen, eines Oberzentrums mit einem Einzugsgebiet von über 800.000 Menschen – da kann man sich schon fragen, wo man anfangen soll.

Kontroverse um Shoppingcenter Doch statt zu eruieren, analysieren oder kategorisieren sind wir sofort mittendrin: Scharfe Töne in der Osnabrücker Zukunftsmusik gibt es seit Langem zu hören, wenn es um die Neuordnung des Neumarkts geht. Und jetzt, im September, kurz vor den Kommu-

Lange Jahre floss die Hase über weite Strecken im Stadtzentrum nur noch unterirdisch – inzwischen ist der Fluss wie hier an der Wittekindstraße wieder ans Licht zurückgekehrt.


Region Zukunftsstadt Osnabrück | Seite 44

Über die Nutzung bzw. den Abriss des Wöhrl-Gebäudes und die Pläne für den Bau eines Shoppingcenters an der Stelle wird seit langem kontrovers diskutiert.

nalwahlen, ist das gewünschte, unerwünschte, geplante, mögliche oder wie auch immer Einkaufscenter am Neumarkt Wahlkampfthema. Eines möchte er von vornherein klarstellen, betont der Oberbürgermeister, bevor die zukünftige Neumarktentwicklung mit oder ohne Einkaufscenter diskutiert wird: „Die Stadt ist nicht Eigentümerin des leer stehenden Ex-Wöhrl-Gebäudes und des benachbarten grün gekachelten Hauses!“ Soll heißen: Die Immobilien, an deren Stelle ein Shoppingcenter entstehen könnte, können nicht von der Stadt an den einen oder anderen Investor veräußert werden. Seitens der Stadt könne man nur die Rahmenbedingungen setzen, die festlegten. Gleichwohl will Pistorius sich nicht auf eine von der Opposition geforderte Obergrenze von 12.000 qm festlegen lassen: Laut CIMA-Gutachten sei die Rentabilität für einen Investor erst ab etwa 18.000 qm gegeben. Mit der kategorischen Festlegung auf eine deutlich geringere Größe laufe man Gefahr, gute Ansätze von vornherein abzuschmettern. „Die Frage des Sortiments ist viel wichtiger und auch für den vorhandenen Einzelhandel relevanter als die Frage nach der Größe!“, betont der Oberbürgermeister. Dass von Gegnern eines Neubaus mit dem Schreckgespenst eines XXLCenters argumentiert wird, ärgert ihn. Es gebe einen sehr interessierten Investor, mit dem man vertrauensvoll verhandeln wolle. Wohl und Wehe der vorhandenen Einzelhandelsstruktur habe er dabei immer im Blick und eines sei sicher: „Es wird ganz bestimmt keine Lösung geben, bei der die Investoren diktieren, wie es gehen soll!“

Bereits entschieden ist die Zukunft des exponierten Grundstücks der Sparkasse am Neumarkt/Kollegienwall.

Erneuerung des Neumarkts Gestaltungsmöglichkeiten will die Stadt allerdings sofort nutzen – unabhängig von der noch offenen Frage eines Shoppingcenters. Die Schließung des Neumarkttunnels ermöglicht die Neuordnung des Busverkehrs und eine Umverteilung der Bussteige,


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Der Sieger-Entwurf für die Bebauung des Grundstücks am Neumarkt / Kollegienwall beinhaltet auch die Gestaltung des dort neu entstehenden Platzes.

so dass zugleich die Neugestaltung des Platzes vor dem Landgericht möglich wird. Auch die Bebauung der Ecke Große Straße/ Neumarkt könnte dann mit einem Objekt vor dem H&M-Gebäude realisiert werden. Johannisstraße und Große Straße würden damit buchstäblich näher zusammenrücken und fließende Übergänge schaffen. Auf dem Wege eines Wettbewerbs bereits entschieden ist die Zukunft des exponierten Grundstücks der Sparkasse am Neumarkt/Kollegienwall: Der Beitrag des Investors Industriebau Hoff und Partner GmbH und seinem holländischen Architekten MAS architectuur bv hat die Jury überzeugt und soll ab dem kommenden Frühjahr umgesetzt werden. Der Entwurf sieht auf zwei durchgehenden Sockelgeschossen einen turmartigen Kopfbau mit sieben Etagen zum Neumarkt hin vor. Davon abgesetzt ist ein insgesamt fünfgeschossiges Gebäude am Kollegienwall geplant. Prägnante Charakteristika des Objektes sind die im sechsten und siebten Geschoss abgeschrägten Fassaden und die begrünte Ostfassade des Kopfbaus.

Ideen für die Kasernenflächen Noch größer und umfänglicher als die Baumaßnahmen am Neumarkt im Herzen der Stadt gestaltet sich derweil DAS Mammutprojekt der Stadtentwicklung Osnabrücks: Die Konversion der vormals vom britischen Militär genutzten Flächen in den Stadtteilen Atter, Westerberg, Hafen und Dodesheide. Allerdings sind die Areale und die darauf befindlichen Immobilien kein „Geschenk“ an die Stadt gewesen – Eigentümerin war zunächst die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Ein Erwerb der 160 ha sei für die Stadt finanziell niemals leistbar gewesen und war daher keine Option. Die allen Zukunftsplanungen zugrunde liegende Aufgabenteilung hieß also: Der BImA obliegt die Vermarktung, die Stadt Osnabrück liefert die städtebaulichen Impulse und die planerischen Rahmenbedingungen. Die Phase der Ideensammlung und Konzepterarbeitung ist jetzt, fast zweieinhalb Jahre nach der Schlüsselübergabe, bereits in die Umsetzungsphase übergegangen. Oberbürgermeister Pistorius ist begeistert vom bisherigen Verlauf: Eine umfangreiche


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Futuristische Formgebung: Mit dem Neubau des Unternehmenssitzes sorgt die Firma Kaffee Partner für ein architektonisches Highlight in Hafennähe. (Bild: Kaffee Partner)

und kreative Bürgerbeteiligung, ideenreiche und höchst kompetente Wettbewerbsbeiträge und die große Bereitschaft von Investoren, sich finanziell und strategisch zu engagieren, haben dem Gesamtprojekt eine enorme Dynamik verliehen. Besonders erfreut ist Pistorius über die „unglaublich schnelle und erfolgreiche Vermarktung der Wohnimmobilien“. Gut 740 Wohneinheiten, überwiegend Reihen- und Doppelhäuser, hatte die BImA im Portfolio und konnte sie allesamt in der Rekordzeit von etwa 18 Monaten verkaufen. Etwa 20 bis 30 Prozent der Häuser wurden, so der Oberbürgermeister, an Auswärtige verkauft, in der Regel an junge Familien.

einen Großteil des Geländes für den Neubau der Firmenzentrale und wird damit auch architektonisch ein Highlight realisieren“, freut sich der Oberbürgermeister. Außerdem hat das Land Niedersachsen Flächen aufgekauft und wird dort mehrere Behörden von Polizei über Finanzamt bis zur Landesschulbehörde ansiedeln. Für die noch verfügbaren „1a Gewerbegrundstücke“ sieht Pistorius ebenfalls beste Perspektiven dank reger Nachfrage. In der Dodesheide hat sich ein vielversprechendes Nutzungskonzept zerschlagen – der zunächst interessierte Bauunternehmer, der seinen Sitz nach Osnabrück verlegen wollte, ist abgesprungen. Für das etwa 70 ha große Gelände der „Mercer and Imphal Barracks“ gibt es derzeit noch keine Alternativplanung. Sicher aber ist: Das Areal ist zur gewerblichen Nutzung geeignet, die Ansiedlung von Industrie kommt wegen der Nähe zur Wohnbebauung nicht in Frage. „Wir befinden uns hier schließlich nicht in einer erdnahen Umlaufbahn, sondern inmitten gewachsener Strukturen“, unterstreicht Pistorius die Grenzen der Planungsfreiheit. Im Stadtteil Atter (Lager Eversburg, „Quebec Barracks“) ist ebenfalls noch nichts abschließend entschieden. Laut Oberbürgermeister gibt es zwar einen Investor, der das Areal kaufen will, spruchreif sei aber noch nichts.

Wir befinden uns hier nicht in einer erdnahen Umlaufbahn, sondern inmitten gewachsener Strukturen.

Zwischenstand: Was passiert wo? Die Wohnsiedlungen am Westerberg und in der Dodesheide sind also in guten, jungen Händen. Aber wie sieht es sonst aus, vor allem dort, wo vorher nicht gewohnt wurde? Boris Pistorius setzt an zu einer Bestandsaufnahme im Schnelldurchlauf: Bei der Winkelhausenkaserne am Hafen läuft es bestens! „Die Firma Kaffee Partner nutzt

Wegweisender Wissenschaftspark

Viele der ehemaligen Britenhäuser sind bereits an junge Familien verkauft. Vor allem in Sachen Bevölkerungsstruktur ein echter Gewinn für die Stadt!

Ganz anders am Westerberg: Schon früh entstand die Idee, hier, in unmittelbarer Nähe zu Hochschule und Universität, Klinikum und Paracelsus-Kliniken, einen Wissenschaftspark zu realisieren. Inzwischen steht die Planung – und das Land Niedersachsen beteiligt sich mit 70 Millionen Euro! Bibliothek, Hörsaal- und Mensagebäude entstehen hier auf einer weitläufigen Campusanlage. Mit dem Bau des InnovationsCentrums Osnabrück (ICO) soll Mitte 2012 begonnen werden. Als Technologie- und Gründerzentrum wird es das Herzstück des Wissenschaftsparks sein: Neben innovativen Existenzgründungen sollen hier Forschungs- und Entwick-


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Aufschlussreiche Vogelperspektive: Das Luftbild zeigt, an welchen Orten im Stadtgebiet durch den Abzug der Briten Platz für Neues frei wurde. (Stadtteil Hafen: Neubau Kaffee Partner, div. Ansiedlungen (Polizei, Finanzamt, etc.), Gewerbeflächen. Stadtteil Westerberg: Wissenschaftspark InnovationsCentrum Osnabrück ICO. Stadtteil Atter und Dodesheide: Neunutzung noch ungeklärt.)

lungsvorhaben als Kooperationsprojekte zwischen Wirtschaft und Hochschulen einen Platz finden. Ein Wohnpark mit ergänzenden Einrichtungen für Sport, Fitness, Gastronomie und Dienstleistungen rundet das Gesamtkonzept ab. In der Schaffung inhaltlicher und räumlicher Nähe von Wissenschaft und Wirtschaft sieht Boris Pistorius eine große Chance für Osnabrücks Zukunft. Spitzen- und Fachkräfte bereiten schließlich den Boden für qualifizierte Beschäftigung vieler weiterer Menschen.

In unmittelbarer Nähe zur Hochschule soll am Westerberg ein Wissenschaftspark entstehen. (Foto: Aerowest)

Kulturelle Vielfalt – Vielfalt der Kulturen Wir werden weniger, wir werden älter, aber wir werden auch „bunter“: Die demografischen Trends für Deutschland treffen auf für Osnabrück zu. „Menschen aus gut 140 verschiedenen Nationen leben in Osnabrück“, hebt Boris Pistorius hervor, rund 23 Prozent der Stadtbevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das ist alles im Rahmen des Üblichen, verglichen mit Städten ähnlicher Größenordnung. Besonders – und besonders gut – findet der


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In der Kunsthalle Dominikanerkirche werden Ausstellungen mit überregionaler Strahlkraft realisiert. Aktuell sind Arbeiten von Markus Lüpertz zu sehen.

Traditionelles Großereignis für Grundschüler: Das Steckenpferdreiten gehört auch in Zukunft zum Aufwachsen in Osnabrück. (Foto: Meckel)

Oberbürgermeister aber, dass die Vielfalt der Kulturen so einen großen Anteil an der kulturellen Vielfalt in Osnabrück hat. Die „Interkulturellen Wochen“, seit Jahren fester Bestandteil von Osnabrücks Kulturszene, und heute unter dem Namen „Wochen der Kulturen – inter.kult“ ein Begriff, sind ein Paradebeispiel: „Vier bis sechs Wochen lang stellen Menschen verschiedener Nationalitäten ein unglaublich vielfältiges Programm mit etwa 50 Veranstaltungen auf die Beine“, lobt Pistorius das Engagement von Veranstaltern und Beteiligten. Das alle zwei Jahre stattfindende Afrika Festival ist ebenso beliebt – 2010 besuchten mehr als 57.000 Menschen die über 100 Ver-

anstaltungen von März bis Juli. Neben den überregional wahrgenommenen Aushängeschildern wie Stadttheater, Kunsthalle Dominikanerkirche, Felix-Nussbaum-Haus und den Museen von Kulturgeschichte über Natur und Umwelt bis hin zu Industriekultur finden in Osnabrück also auch andere Formen von Kultur und kulturellem Erleben Interesse und Zuspruch.

„Friedensstadt“ – ein gelebter Ehrentitel Stadt des Westfälischen Friedens, Friedensstadt Osnabrück – dieser Titel ist weit mehr als ein der Historie entliehener „Claim“


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Das „Afrika-Festival“ und die „Wochen der Kulturen“ sorgen regelmäßig für ein volles Programm auf und vor den Bühnen in der City.

Markenzeichen mit Weltruhm: Das Nussbaum-Haus sorgt international für Furore. (Foto: Lewandowski)

geschickten Stadtmarketings! Es ist ein von vielen Menschen und Institutionen aktiv getragenes und gelebtes Bekenntnis, das auch in Zukunft das Profil der Stadt und die Wahrnehmung Osnabrücks mitbestimmen wird. „Das FelixNussbaum-Haus und das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum stehen für die Friedenskultur in Osnabrück ebenso wie die Tatsache, dass sowohl das Hilfswerk terre des hommes als auch die Deutsche Stiftung Friedensforschung und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt ihren Sitz in Osnabrück haben“, hebt Pistorius hervor. Die bundesweit beachteten Friedensgespräche, die Aktion „Stolpersteine“ und die Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises – es scheint, als ließe sich die Reihe endlos fortsetzen. Und doch ist

Flaniermeile mit historischem Flair: In den Geschäften der stimmungsvollen Altstadtgassen mischen sich Tradition und Moderne.

es Pistorius wichtig, ein typisches „Friedensstadtereignis“ explizit herauszuheben: Das Steckenpferdreiten. Die Tradition geht auf das Jahr 1650 zurück, wurde 1948 wiederentdeckt und gehört seit 1953 zum Aufwachsen in Osnabrück dazu: „Jedem Viertklässler werden so die Gedanken der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens auf spielerische Weise nahe gebracht. Und Kinder und Eltern jeder Familie teilen die Erfahrung eines ganz besonderen Ereignisses: mit dem selbstgebastelten Steckenpferd durch die Straßen zu ziehen und dann vom Oberbürgermeister eine süße Brezel in die Hand zu bekommen!“ Das, so viel ist sicher, wird wohl auch in Zukunft zu den schönsten Aufgaben des obersten Repräsentanten Osnabrücks gehören.

„Jedem Viertklässler werden so die Gedanken der Toleranz auf spielerische Weise nahe gebracht."


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Rock’n’ Roll zu Pferde Polo – das ist dem Volksmund nach der Sport der Könige. Nicht ganz zu unrecht, schwingen doch Royals wie die britischen Prinzen William und Harry seit Jahren die Schläger. Doch die rasante Jagd nach Toren ist viel mehr als nur ein Sport für die Reichen und Schönen: eine Mischung aus Hockey und Rock ’n’ Roll zu Pferde, die längst auch in unserer Region Fuß gefasst hat. Wir haben zwei Spieler besucht, die den Sport hierzulande noch populärer machen wollen, und uns schnell von der „Faszination Polo“ anstecken lassen!

Profisportler trifft Profizüchterin Der Stall Schockemöhle in Mühlen ist weltweit bekannt. Für seine Springpferde, seine Traber, die Zucht. Wenn alles nach Plan läuft, wird der kleine Ort in Südoldenburg bald ein weiteres Aushängeschild haben: den Polosport, inklusive der einzigen, professionellen Zucht von Poloponys in Deutschland. Vanessa Schockemöhle, Tochter von Alwin und Nichte von Paul Schockemöhle, und Patrick Maleitzke, mit 22 Jahren jüngster Poloprofi Deutschlands, haben sich viel vorgenommen auf dem großen, elterlichen Anwesen: „Wir wollen ein Leistungs- und Zuchtzentrum für den Polosport aufbauen“, so Patrick, der den Großteil seiner Pferde aktuell noch auf dem Berghof Poloclub in Haldem am Dümmer trainiert. Gemeinsam mit seiner

Text

Svenja Dierker, Fotos

Svenja Dierker, privat

Freundin Vanessa, die passionierte Springpferdezüchterin ist und seit zwei Jahren im Polosattel sitzt, möchte er sie jedoch noch in diesem Winter nach Mühlen holen. Eine Polopferdezucht in Deutschland aufbauen, das könnte ein lukratives Unterfangen sein – werden doch bislang die Toppferde nahezu ausschließlich aus Argentinien importiert, dem Polo-Land schlechthin. „Allein für den Transport ist man schnell an die 7.000 Dollar los“, so Vanessa, „und der Kaufpreis ist auch in Südamerika mit dem eines guten Springpferdes zu vergleichen“. 25.000 Euro und mehr sind keine Seltenheit, nach oben gibt es wenig Grenzen. Aktuell sind hierzulande drei Deckhengste im Einsatz, erklärt Patrick und setzt mit einem verschmitzten Grinsen nach: „Und einer davon ist meiner!“


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Kommt der Ball erst mal ins Spiel, ist der Ehrgeiz schnell geweckt!

Poloturnier in Wallenhorst An Selbstbewusstsein mangelt es dem smarten Profi nicht, der mit vier Jahren zum ersten Mal auf einem Pferd saß, mit 11 entdeckt und mit 18 zum ersten Mal Deutscher Meister wurde. Das wäre auch nicht angemessen bei einer Sportart, bei der es vor allem um Tempo, Mut und Ausdauer geht. Eigenschaften, die nicht nur die Reiter, sondern auch ihre rund 1,50 Meter großen Pferde mitbringen müssen. „Ein gutes Polopony ist klar im Kopf, extrem wendig, belastbar und nervenstark“, erklärt Patrick, der zu jedem Turnier mit fünfen dieser bis zu 60 km/h schnellen Kraftpakete anreist. Um diese Stärken auf Dauer halten zu können, werden die Turnierpferde den Winter über geschont, sie dürfen einige Monate auf der Weide genießen. Für das Training ihrer noch in der Ausbildung stehenden Pferde fahren Vanessa und Patrick dann regelmäßig nach Rulle bei Wallenhorst im Nordkreis Osnabrücks: Hier steht ihnen eine große Fahrhalle zur Verfügung, in der sie genug Platz für ihre Manöver haben. Im Oktober organisieren die beiden und der Berghof Poloclub hier sogar ein Hallenturnier.

spielt wird mit zwei Mannschaften zu je meist vier Spielern. Außerdem reiten zwei Schiedsrichter mit und ein Oberschiedsrichter steht mittig am Spielfeldrand. Die Spielrichtung wechselt nach jedem Tor, um Vorteile durch den Sonnenstand oder ein eventuelles Geländegefälle auszugleichen. An oberster Stelle steht immer das Wohlergehen des Pferdes: Jede mögliche Gefährdung führt zur sofortigen Unterbrechung – beim Sturz eines Reiters, wenn es nach Ansicht des Schiedsrichters kein schwerer war, geht das Spiel hingegen weiter. Ein Spiel ist in vier Abschnitte, sogenannte Chukkas, eingeteilt, die jeweils siebeneinhalb Minuten lang sind. Kein Pferd darf in zwei aufeinander folgenden Chukkas eingesetzt werden, so dass ein Turnierspieler in der Regel mindestens zwei Pferde besitzt. Warum es bei Patrick fünf sind? „Ich wechsle meine Ponys auch während eines Chukkas und springe schnell von einem Rücken auf den anderen“, so der Profi. „Ein Pony habe ich zusätzlich als Reserve dabei, falls eines der anderen müde wirkt oder sich verletzt.“ Denn anspruchsvoll für alle Beteiligten ist Polo wie kaum ein anderer Sport. Wenn acht Spieler im gestreckten Galopp eine kleine weiße Kunststoffkugel mit bis zu 180 Stundenkilometern in Richtung Tor schlagen, heißt es Adrenalin und Spannung pur.

Ein gutes Polopony ist klar im Kopf, extrem wendig, belastbar und nervenstark.

Mit 180 Richtung Tor Das Regelwerk des Polospiels umfasst mehr als hundert Seiten, und doch sind die Grundlagen leicht zu verstehen: Gewonnen hat das Team, das mit den langen Bambusstücken die meisten Bälle zwischen die Torstangen schießt. Der Polostick muss dabei immer rechts gehalten werden – auch von Linkshändern. Das Spielfeld misst 300 mal 200 Yards, das sind ca. 270 mal 180 Meter. Spielfelder von Beach- oder Snow-Polo haben veränderte Größen. Ge-

Reiten mit Joystick Genug der trockenen Regeln, jetzt heißt es, den Sport einmal selbst auszuprobieren. Patrick hat seine neunjährige Stute „Luciana“ gesattelt, für mich steht Schimmelstute „Magia“ bereit. Nun ist Umdenken angesagt, denn mit der klassischen englischen Reitweise kommt man beim Polo nicht weit. Die Haltung der insgesamt vier Zügel ausschließlich in der linken Hand und hoch genug vom Pfer-


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Vanessa Schockemöhle und Patrick Maleitzke haben vor wenigen Tagen ihr erstes Kind bekommen. Bei unserem Termin war Vanessa hochschwanger. Kennengelernt haben sich die beiden vor zwei Jahren – bei einem Polospiel!

dehals entfernt ist schon eine kleine Kunst für sich. Ein wenig ist Polo wie Reiten mit Joystick: Hand vor – Pferd wird schneller, Hand zurück – Pferd bremst ab, Hand nach links – Pferd läuft linksrum, Hand nach rechts – Pferd läuft rechtsrum. Wobei eine Drehung hier niemals gemächlich geschieht, sondern immer ruckzuck auf der Hinterhand, so dass man die Knie gut am Sattel haben muss, um seinen Sitz nicht zu verlieren. Beim Schlag steht man deswegen auch nicht in den Steigbügeln auf, sondern dreht den ganzen Oberkörper zum Ball und stützt sich auf seine fest geschlossenen Knie. Im Alltag wird meist nur „Stick & Ball“ geübt, also das Schlagen in den verschiedenen Grundtechniken vom Pferd aus. Bei den „Trockenübungen“ ohne jegliches Werkzeug gebe ich die Hilfen zunächst nur zaghaft und denke viel zu viel über das Reiten nach. Als dann der Ball ins Spiel kommt, ist meint Ehrgeiz geweckt und ich konzentriere mich voll auf den Schlag – als Anfänger habe ich auch keine andere Wahl, wenn ich den Ball jemals treffen möchte! Das Reiten läuft jetzt komplett intuitiv, die Ponys machen prima mit. Auf die Gangart brauche ich indes überhaupt nicht mehr zu achten, der leichte Kantergalopp scheint Programm zu sein. Dass die drahtigen Pfede wie Uhrwerke laufen, ist wichtig: So kann sich der Reiter auf die teils spektakulären Schläge neben, vor und hinter dem Pferd konzentrieren und braucht nur den Speed zu beeinflussen. Spektakulär sieht es bei mir wahrlich nicht aus, aber bereits nach einer halben Stunde auf dem Rücken des Poloponys kann ich sehr gut verstehen, warum Vanessa einst ihren Springsattel an den Nagel hing, um der rasanten Sportart mit den ganz besonderen Pferden zu verfallen! Übrigens: Polo kann auch als Hobbysport mit nur einem Pferd betrieben werden. Sogar an Turnieren kann man teilnehmen, indem man eine Position „doppelt“, sich also einen Platz im


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Team mit einem anderen Amateur teilt. „Der Polosport ist nicht teurer als jeder andere Pferdesport auch“, so Vanessa und Patrick unisono, „aber er macht viel mehr Spaß!“

Wissenswertes Polo ist nachweislich die älteste Sportart der Welt. Wo genau ihre Wurzeln liegen, darüber herrscht jedoch Uneinigkeit: Eine Geschichte besagt, dass persische Reiter vor rund 3.000 Jahren den Sport erfunden haben, als Folge der makaberen Sitte, Gefangenen den Kopf abzuschlagen und ihn als Ball mit langen Stöcken vom Pferd aus hin und her zu schieben. Einer anderen Theorie nach stammt das Spiel aus Tibet, wo Reiter Bisamratten erst gejagt und dann mit Stöcken erschlagen haben. Nach Europa gelangte Polo im Jahr 1859, als in indischen Kolonien stationierte britische Offiziere ihre lieb gewonnene Freizeitbeschäftigung mit nach Hause nahmen. Patrick im vollen Turnierdress beim „AbreiIn Argentinien wird seit ten“ seines Gegners – das bedeutet „wegdrängeln“ in der Polo-Sprache und ist ein 1877 Polo gespielt, das erste deutsche Turnier gängiger Spielzug. wurde 1896 in Hamburg ausgetragen. Zwischen 1900 und 1936 war Polo olympische Disziplin. Entgegen der Legende stammt das kurzärmelige Polohemd – eine Erfindung der französischen Tennislegende René Lacoste – nicht aus dem Polosport, sondern aus dem Tennis und wurde erst nach 1933 sukzessive von anderen Sportarten übernommen. Weitere Informationen, auch über die Möglichkeit von Trainingsstunden, unter www.pm-polo.com.


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Wild auf Wild Von Buttermilch und Preiselbeeren Die Herbst- und Winterzeit ist auch die Zeit des Wildes. Ob Rehrücken oder Hasenkeule, ob Wildschweinbraten oder Wildentenbrust – die kulinarische Vielfalt der „wilden Gerichte“ ist schier unendlich. Es irren jedoch immer noch sehr viele Mythen durch das Kochlabyrinth. Dabei ist die Zubereitung von Wildgerichten keine Zauberei. Mit den Tipps und Tricks von Herbert Saul, Koch der Kreisjägerschaft Osnabrück, wird auch Ihr Wild zu einem echten Festschmaus. Text

Dagmar Sauer, Fotos

Macht Speck das Fleisch saftiger?

fotolia

Nein. Es ist eine nach wie vor verbreitete Mär, dass das Spicken das Fleisch saftiger mache. Fleisch nimmt kein Fett auf, es bleibt lediglich an der Oberfläche. Zudem wird Fleisch durch das Spicken nur verletzt und der Saft, den wir ja eigentlich im Fleisch haben möchten, tritt an diesen Stellen aus. Und: Schweinespeckgeschmack möchten wir doch eigentlich auch gar nicht im guten Wild schmecken.


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Soll ich Wild in Buttermilch einlegen?

Nein. Auf keinen Fall. Wildfleisch ist eines der zartesten Fleischsorten, das wir nicht mit Buttermilch „malträtieren“ sollten. Wer Wild mit Buttermilch beizt, der mag anscheinend entweder den Wildgeschmack nicht oder das zarte Fleisch. Man kann stattdessen Wild trocken beizen, um den Wildgeschmack zu unterstützen. Dazu z.B. eine Gewürzmischung aus grobem Pfeffer, gehackten Wachholderbeeren und gehacktem Rosmarin erstellen und das Wild damit einreiben. Je nachdem wie intensiv der Geschmack sein soll, lässt man dann das Fleisch fest in Folie eingepackt zwischen 1 und 4 Stunden in der Beize liegen. Vor der Zubereitung muss die Beize wieder entfernt werden, damit sie nicht im Bratfett verbrennt.

Muss Wild immer durchgebraten werden?

Nein! Wildfleisch sollte rosa gegessen und nicht „totgebraten“ werden, denn es ist sehr mager und wird schnell trocken, wenn es zu lange oder zu heiß gegart wird. Wild muss nicht scharf angebraten werden. Bei drei Viertel der maximal einstellbaren Temperatur sollte das Fleisch leicht angebraten werden. Dann wird es bei 90°C im Backofen nur auf dem Rost weitergegart. Das dauert je nach Dicke des Fleisches 20 bis 40/50 Minuten (Niedriggarmethode). Ein Bratthermometer kann hier hilfreich sein. Das Fleisch sollte eine Kerntemperatur von 56 bis 58 Grad haben. Die einzige Ausnahme bildet hier das Wildschwein, das stets durchgebraten verzehrt werden sollte.

Was serviere ich am besten zum Wild?

Birne mit Preiselbeeren ist ein echter Klassiker. Moderne Varianten: Birnen-Preiselbeer-Kompott oder eine Sauce aus Johannisbeeren. Passende Gewürze für Wild sind: Pfeffer, Thymian, Rosmarin, Wacholderbeeren. Als Beilagen eignen sich

unter anderem: Kartoffel-Maronen- oder Kartoffel-Sellerie-Püree, Spätzle (möglichst hausgemacht), Klöße, Rotkohl, Rosenkohl, rote Zwiebelmarmelade sowie alle Sorten von Pilzen. Für mediterrane Zubereitungen eignen sich besonders Wildschwein oder Wildkaninchen.

Damit Wild gut schmeckt, sollten ein paar Zubereitungstipps beachtet werden: • Wild ist absolut gesundes Fleisch, wenn man es bei den richtigen Leuten kauft. Am besten erkundigen Sie sich bei der jeweiligen Jägerschaft nach den richtigen Bezugsadressen. • Bevor das Wildbret verarbeitet wird, muss die „Fleischreifung“ abgeschlossen sein. Wenn Sie das Fleisch kaufen, stellen Sie sicher, dass das Fleisch gut abgehangen ist! • Erst vor der unmittelbaren Zubereitung müssen Silberhäute und Sehnen entfernt werden. Bis dahin dient es dem Wildfleisch noch als Schutz gegen das Austrocknen. Dies geschieht am einfachsten mit einem gut geschärften Filetiermesser mit biegsamer Klinge. • Der klassische Rehrücken wird nicht mehr am Knochen gebraten, sondern vorher ausgelöst, um das Fleisch ringsum in besserer Qualität zu garen. Die Knochen des Rückens kann man viel besser für die Erstellung eines Saucen-Fonds verwenden. • Tiefgefrorenes Wild sollte immer langsam im Kühlschrank aufgetaut werden. Nach dem Auftauen sollte das Fleisch umgehend zubereitet werden. • Bereits gegartes Fleisch sollte nicht wieder eingefroren werden.


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Sauce: 100 ml Wildjus (im Handel erhältlich) 20 ml Holunderessig 30 g kalte Butter

Rezeptidee von Sebastian Nöring aus dem Advena Hotel Hohenzollern

Hirschrücken

im Kräuter Crêpe-Mantel an Holunder-Butterjus, Wirsing-Karottenroulade im Speckmantel und Kartoffel-Birnengratin

Zutaten für 2 Personen 2 x 120g Hirschrücken Crêpeteig: 80 g Mehl 2 Eier 80 ml Milch 70 ml Wasser 1 Prise Salz 1 El Öl 10 g fein gehackte Kräuter (Rosmarin, Thymian, Schnittlauch)

Zubereitung: Hirschrücken salzen, pfeffern und in einer Pfanne von allen Seiten anbraten. Beiseite legen. Für die Herstellung des Crêpes Mehl durchgesiebt und mit Wasser und Milch zu einer glatten Masse verrühren. Eier und Öl hinzufügen. Alles wieder glattrühren. Kräuter dazugeben und den Crêpe dünn in einer beschichteten Pfanne ausbacken. In einer Küchenmaschine die Farce nach Rezeptur herstellen. Das kalte Fleisch in der Küchenmaschine zerkleinern, Eiweiß dazu geben und die kalte Sahne sowie etwas Cognac nach und nach einlaufen lassen, bis eine cremige Masse entsteht. Dann die Gemüsebrunoise unterheben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Farce dünn auf den vorbereiteten Crêpe streichen, den angebratenen

Hirschrücken darauf legen und den Crêpe eng einrollen. Bei 80°C ca. 35 Minuten garen. Für die Sauce die vorbereitete Wildjus mit Holunderessig um 1/3 einkochen und vor dem Anrichten kalte Butter leicht unterrühren. Dadurch erhält man eine sämige Konsistenz und verbessert den Geschmack. Für die Wirsing-Karottenroulade die schönsten Blätter mit Strunk abtrennen und blanchieren. Den restlichen Wirsing vom Strunk befreien und in feine Streifen schneiden, diese in Knoblauchöl und Butter zusammen mit Ingwer und den geraspelten Karotten anschwitzen, würzen und mit der Sahne und der Gemüsebrühe auffüllen. Solange köcheln lassen, bis die Sahne fast verkocht ist. Die blanchierten Blätter vom Strunk befreien und zur gewünschten Größe auslegen, die Füllung darauf verteilen und alles wie bei einer Roulade fest einrollen. Den Speck um die Roulade wickeln und diese rundherum anbraten. Anschließend bei 165°C 15 Minuten im Ofen fertig garen.


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Wirsingroulade: ½ Kopf Wirsing 100 g Karotten 30 g Ingwer 150 ml Sahne 1 Knoblauchzehe 50 ml Gemüsebrühe 5 g Butter 4 Scheiben Speck

Für das Gratin die Kartoffeln und die Birne in feine Scheiben schneiden und in einer mit Butter bestrichenen und Knoblauch ausgeriebenen Auflaufform schuppenartig auslegen. Die Sahne und den Birnensaft aufkochen, mit Salz, Pfeffer etwas Zucker und Muskat abschmecken und über die Kartoffeln und Birnen gießen. Bei 175°C etwa 45 Minuten backen.

Farce: 100 g Putenfleisch (ohne Fett und Sehnen) 60 g Sahne 20 g Weißbrot 10 g Eiweiß 30 g Gemüsebrunoise (Karotte, Sellerie, Steckrübe, Kohlrabi) etwas Cognac Kartoffel-Birnengratin: 180 g Kartoffeln 90 g Birnen 120 g Sahne 70 g Birnensaft Knoblauch, Salz und Pfeffer, Muskatnuss 70 g Emmentaler(gerieben)

Zu einem leckeren Wildgericht darf der passende Wein nicht fehlen! Hier und auf der folgende Seite zwei Tipps, mit denen das herbstliche Wildessen ganz sicher zum Genuss wird, präsentiert von Wollbrink Spirituosen & Wein:

Spätburgunder Rotwein vom Weingut Hammel & Cie, Pfalz. Trockener Qualitätswein, im Holzfass gereift. Ein elegantes Aroma nach Waldbeeren und weihnachtlichen Gewürzen ist charakteristisch für Spätburgunderbouquet. Der ruhevolle Ausbau im klassischen Holzfass verleiht dem Wein durch eine feine Tanninstruktur gepaart mit saftiger Frucht und Fülle eine warme und doch rassige Art. Hervorragend zu Wild und Steaks, zu feinduftigen Wurst- und Käsesorten. Ein eleganter Begleiter der gehobenen Bistro- bzw. niveauvollen Landhausküche. Euro 10,20 / Flasche 0,75l


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Zutaten für 2 Personen 180 g Rehrücken 1 Eigelb 50 g grobes Müsli 50 g Butter ½ TL gemahlener Wacholder Salz, Pfeffer 1 TL Semmelbrösel 150 g Pfifferlinge frisch Schnittlauch, Petersilie Selleriepüree 500 g Sellerie 80 g Kartoffeln 160 ml Sahne Butter, Salz, Pfeffer

Gratinierter Rehrücken

unter der Zerealienkruste auf Kartoffel-Selleriepüree mit Kräuterpfifferlingen Rezeptidee Maik Ostendorf vom Höger`s Hotel & Restaurant

Rehrücken mit Salz, Pfeffer und gemahlenen Wacholderbeeren würzen, in der Pfanne anbraten und anschließend im Ofen bei 120 °C ca. 6 Minuten garen.

Püree: Kartoffeln und Sellerie in Butter farblos anschwitzen, evtl. mit etwas Wasser und der Sahne gar dünsten. Anschließend mit Sahne auffüllen, pfeffern und pürieren, evtl. noch etwas Butter dazu geben.

Kruste: Butter aufschlagen und mit Zerealien, Eigelb und Semmelbrösel abbinden. Die Kruste auf den gebratenen Rücken auftragen und mit Oberhitze gratinieren bis die Kruste goldgelb ist.

Kräuterpfifferlinge: Pfifferlinge in Butter anschwitzen, mit Salz und Pfeffer abschmecken, Kräuter schneiden und einschwenken. Den Rehrücken aufschneiden, auf dem Püree anrichten und die Pfifferlinge drumherum legen.

Zubereitung:

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Lemberger Rotwein vom Weingut Sonnenhof, Württemberg. Trockener Qualitätswein. Kräftiger, würziger Rotwein mit Länge und Feuer. Er erinnert im Geschmack an reife, dunkle Beeren, wie Brombeeren und Holunderbeeren. Mit seiner vollmundigen Art passt er ideal zu dunklem Fleisch wie Wild oder Rind mit würziger Soße. Er ist ein idealer Begleiter zum Entspannen nach einem anstrengenden Arbeitstag oder zum Genuss vorm Kaminfeuer am langen Winterabend. Euro 7,00 / Flasche 0,75l


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Zutaten für 4 Personen 1 Stück Damkalbsrücken 50 g Butterschmalz 400 g Röstgemüse Gewürze: Piment, Wacholderbeeren, Lorbeerblatt ½ Liter Rotwein ½ Liter Holunderbeerensaft 100 ml sahne 50 g Butter 8 cl Holunderlikör Salz Pfeffer aus der Mühle

Tranchen vom Damkalbsrücken

an Holundersauce mit Pfifferlingen

Rezepttipp von Hotel Weissenburg, Billerbeck

Zubereitung: Den Rücken vom Knochen auslösen und Parieren. Den Knochen in etwa wallnussgroße Stücke hacken. Für die Sauce werden die Knochen in einem Topf mit Butterschmalz angebraten. Nachdem sie von allen Seiten Farbe genommen haben, die Karotten und den Sellerie hinzugeben, später das restliche Röstgemüse. Vorsicht, die zwiebeln und der Lauch dürfen nicht zu stark anrösten. Nun werden die Gewürze beigefügt und der Ansatz wird

mit Rotwein und Holundersaft abgelöscht. Den Ansatz so lange reduzieren lassen, bis eine leichte Bindung entsteht. Alles durch ein Passiertuch streichen. Vor dem Servieren noch mit Sahne und Holunderlikör verfeinern und mit Salz und Pfeffer abschmecken. durch das Unterrühren von kalten Butterflocken wird die Sauce leicht gebunden. De Hirschrücken wird in einer heißen Pfanne angebraten, damit sich die Poren schließen. Bei mittlerer Hitze wird er nun fertig gebraten, sodass er innen noch zart

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rosa ist. Er sollte vor dem Aufschneiden einige Minuten ruhen, damit der Fleischsaft gebunden wird.


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Traditionsreicher Ort, brandneues Konzept Im Jagdschloss Habichtswald entsteht eine Event-Location der Extraklasse!

Für gehobene Gastronomie sind die Räumlichkeiten des historischen Jagdschlosses im Tecklenburger Land bekannt, jetzt wird ihnen mit einem exklusiven Event-Konzept neuer Glanz verliehen. Die Inhaberfamilie Staperfeld hat es sich gemeinsam mit dem Osnabrücker Premium-Veranstalter „Meier’s Catering“ zum Ziel gesetzt, im Habichtswald eine Event-Location der Extraklasse zu etablieren.

info

Alte Kastanien säumen die Allee, die den Besucher geradewegs zu auf das Hauptgebäude mit seiner herrlichen Freitreppe führt. Die herrschaftliche Anlage stammt aus dem 17. Jahrhundert und versprüht noch heute historischen Charme. Was von außen schon ein Prachtstück ist, hält auch innen allen Erwartungen stand: Vier romantische Suiten stehen Übernachtungsgästen bereit, zwölf weitere Einzelund Doppelzimmer bieten ebenfalls allen erdenk-

Meier’s Catering Zum Attersee 12 | 49076 Osnabrück info@meiers-catering.de Anfragen und Buchungen: 0541 / 67000 www.meiers-catering.de

lichen Komfort. Das Herzstück des Schlosses sind die stilvollen Räumlichkeiten über mehrere Etagen: Ob Familienfeiern, Kamingespräche oder gar eine Traumhochzeit im Märchenschloss – im Habichtswald wird jede Veranstaltung durch das ganz besondere Flair unvergesslich. Funktionale Seminar- und Tagungsräume sowie eine raffinierte Gastronomie machen das Jagschloss auch zu einer Top-Adresse für Business-Veranstaltungen aller Art. Das neue Konzept der Betreiber sieht eine ausschließliche Vermietung der Räumlichkeiten für hochwertige Veranstaltungen vor. Organisiert und ausgerichtet werden diese von Meier’s Catering: Das Unternehmen mit Sitz in Osnabrück und Münster hat sich durch seine hervorragende Küche und ausgefallene Events bundesweit einen Namen gemacht.


Genuss Hofcafés der Region

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C af é Ü bermühlen Übermühlen 8 | 49716 Meppen | Tel. 05931/2805 www.bauerngasthof.de Öffnungszeiten: Montag bis Samstag ab 14.30 Uhr, Sonntag ab 11.00 Uhr, Mittwoch Ruhetag. Ausrichtung von Familienfeiern und Betriebsfesten bis 120 Personen.

Hofcafés

in der Region

Die Schlossallee stellt die schönsten Bauernhofcafés der Region vor. In dieser Ausgabe: das Café Übermühlen in Meppen. Schlossallee: Wie und wann fing im Café alles an? Rafael Übermühlen: Der Hof ist seit über hundert Jahren im Familienbesitz. Schon im 15. Jahrhundert gab es eine Gastronomie, die die Flößer der Nordradde aufnahm und versorgte. Wir haben mit Ferienwohnungen im alten Heuerhaus begonnen und dann ein Heuhotel eröffnet, das heute allerdings nicht mehr im Betrieb ist. 1998 haben wir

das Wirtschaftsgebäude zum Gasthof und Café umgebaut. Wie viele Personen finden bei Ihnen Platz? Wir haben im Innenraum hundert und im Außenbereich sechzig Sitzplätze. Was finden Ihre Gäste auf der Karte? Gutbürgerliche Küche von der Wurstplatte bis zum Rindersteak. Wer backt Ihren Kuchen? Das machen wir ausschließlich selbst.

Was empfehlen Sie Ihren Kunden? Bei schönem Wetter die Ruhe und die Natur zu genießen, bei einer Tasse Kaffee, einem frisch Gezapften oder einem Glas Wein. Gibt es besondere Ausflugsziele in der Nähe Ihres Cafés? Ja, unweit entfernt befinden sich ein Baggersee und Großsteingräber, und dann ist da natürlich noch Meppens Altstadt mit dem historischen Rathaus.


Genuss Restaurantkritik | Seite 64

Restaurant Kalaboush Essener Str. 53 49456 Bakum-Lüsche Tel. 0 54 38 – 95 84 58

www.kalaboush.de

Gourmetadresse zwischen Quakenbrück W ir testen anonym und Vechta unabhängig Unsere Bewertung:

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Gesamtbewertung Im Detail Erster Kontakt Ambiente Qualität und Speisen Getränke Service Erläuterung TOP – eines der besten Restaurants hervorragendes Restaurant sehr gutes Restaurant gutes Restaurant ambitioniertes Restaurant

Wer ein wirklich schön dekoriertes Haus erleben will, der muss in diesen Tagen nach Lüsche, einem Ortsteil von Bakum, fahren. Schon von weitem leuchtet hellgelb das wunderschöne Anwesen des Kalaboush. Auch das herbstliche Wetter hat uns nicht abgehalten, dieses besondere Restaurant zu besuchen. Es hat sich gelohnt!

Tolles Ambiente Stilvoll wirkt die Einrichtung, passend dazu ist das Licht gedimmt. Aufmerksam nimmt uns der Service die Mäntel ab. Unseren Aperitif nehmen wir in der KL Lounge, die man von der Einrichtung her eher an der Hamburger Außenalster als im Bakumer Ortsteil Lüsche vermuten würde. Die Aperitif-Empfehlung ist ein Sekt mit Bratapfelsirup, der wirklich klasse schmeckt. Wenig später nehmen wir Platz am knisternden Kamin. Die Speisekarte in Ledereinband mit saisonalen Gerichten wirkt hochwertig. Neben einzelnen Speisen kann man zwischen einem 3-, 5- oder 7-Gänge-Menü wählen, die preislich im Mittelklassebereich angesiedelt sind. Auch über die Weinauswahl muss man sich keine Gedanken machen. Korrespondierende Weine werden zu einer

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Pauschale gleich mit angeboten. Als Vorspeise bestellen wir „Gebratene Jakobsmuschel mit Orangen-Fenchel-Salat, roter Bete und Wildkräutern mit karamellisierten Birnen“ sowie „Sphäre von Gänsestopfleber mit Süßapfel und karamellisierter Foie Gras, dazu Feldsalat mit Trüffelvinaigrette“. Kaum haben wir die Bestellung aufgegeben, steht der Sommelier neben unserem Tisch und empfiehlt uns die passenden Weine, wie etwa zu den Jakobsmuscheln einen seh guten 2008er Weißburgunder vom Weingut Heger aus Ihringen. Überhaupt die Weinkarte: Sie enthält erstklassige Gewächse aus allen führenden Weinregionen, die später im Kalaboush-Shop auch einzeln für zu Hause mitgenommen werden können. Zügig wird uns ein Nussbrot serviert, das man mit Kräuteraufstrich oder Hanföl (lecker!) kombiniert. Anschließend grüßt uns die Küche mit einer Frühlingsrolle vom Kalb und einer Steckrübensuppe.

Feuerwerk fürs Auge In einer kleinen Glaskugel serviert, ist dies ein witziger Auftakt zu den Vorspeisen, die anschließend kommen. Auch sie sind optisch hervorragend aufgemacht, auf unterschiedlichen Tellern angerichtet und in jeder Hinsicht perfekt inszeniert. Keine Frage, auch die Weinempfehlung dazu ist erstklassig


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Für das Hauptgericht haben wir uns einen „Steinbutt mit Atlantik Hummer in Bouillabaisse-Sud mit Koriander“ sowie eine „Getrüffelte Entenbrust aus dem Cherry-Valley mit Spitzkohl und Maronenstrudel an Orangen-Cranberry-Jus“ ausgewählt. Interessant arrangiert überzeugen uns die Gerichte optisch wie geschmacklich. Kommen wir zum Dessert. Hier überrascht uns das Team mit einer feinen Käseauswahl vom Maître Affineur Waltmann. Toll aufgemacht ist schließlich die Crème Brûlée von der Mandel mit einem Zigarillo mit Kokoseis und dunklem Schokoladenmousse.

Junges Team In Lüsche hat das Kalaboush in den letzten Jahren eine bewegte Geschichte hinter sich. Der neue Betreiber, Tarek Hussein, ist deshalb sichtlich bemüht, Ruhe und Kontinuität in das Restaurant zu bringen. Mit Niklas Dülk hat er einen Küchenchef engagiert, der mit seinen 22 Jahren nicht nur ambitioniert ist, sondern sich einiges zutraut. Gelernt hat er im Gut Altona in Wildeshausen, bevor er in diesem Jahr nach Lüsche gewechselt ist. Ebenso engagiert ist das Serviceteam, das aus guten Häusern kommt. Mit viel Einsatz schaffen sie eine Atmosphäre, die dafür sorgt, dass man nirgendwo besser die Winterzeit genießen kann, als am knisternden Kamin des Kalaboush in Lüsche.

Bis zum nächsten Mal, Ihre Restauranttester!

Weihnachtsspecial Zu Weihnachten bietet das Kalaboush eine 4,5 kg schwere Weihnachtsgans mit Apfelrotkohl, Semmelknödel und Bratensauce für 5 Personen zum Abholen an.

Bestellungen bis zum 20. Dezember

Alle Schlossallee Restaurant-Kritiken finden Sie auf unserer Homepage www.schlossallee.com


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Die Schlossallee – Ihr perfekter Werbepartner Aschendorf

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Die Schlossallee bietet Werbetreibenden die ungewöhnliche Möglichkeit, Kampagnen für hochwertige Produkte und Dienstleistungen zielgruppengenau in regional klar abgegrenzten Märkten zu platzieren.

Erfolgsmischung & Spitzenkonzept Exklusive, informative, spannende und aktuelle Unterhaltung macht die Schlossallee zu dem führenden Lifestyle Magazin der Region. Die Schlossallee ist der Spiegel der gesellschaftlichen Highlights und bringt Ihnen diese alle zwei Monate ganz nah. Die Schlossallee ist da, wo ihre Zielgruppe ist!

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und der Daheim Liefer Service. Sie sorgen dafür, dass die Schlossallee in allen Arztpraxen, bei Steuerberatern und anderen Dienstleistern, in öffentlichen Gebäuden und in gehobenen Privathaushalten gelesen wird. Jedes Magazin im Lesezirkel wird im Schnitt von 60 Personen gelesen. Für die Schlossallee ergibt das allein 360.000 Leserkontakte in den zwei Monaten ihrer Auslage. Drei Pressegrossisten (Mölk für den Raum Osnabrück & Emsland, Lütkemeyer für das Tecklenburger Land und Rheine und A. Victor Wehling für den Raum Lengerich und Lienen) sorgen dafür, dass die Schlossallee im Verbreitungsgebiet in jedem hochwertigen Zeitschriftenregal zu finden ist. Sollte sie das im übrigen einmal nicht sein, fragen Sie im Geschäft nach. Die Pressegrossisten beliefern ihre Kunden innerhalb von 24 Stunden mit dem gewünschten Exemplar. Sie finden die Schlossallee außerdem in der Senator Lounge beim Flughafen Osnabrück, bei allen Anzeigenkunden sowie bei all den

Premium Plattform im Internet Wer sich im Internet über gehobene Adressen in der Region informieren möchte, für den ist www.schlossallee.com unverzichtbar. Hier finden Sie nicht nur exklusive regionale Angebote, sondern können selbst noch als Restaurantkritiker, Gartengestalter o.ä. aktiv werden. Auch im crossmedialen Bereich ist die Schlossallee damit Trendsetter.


Wohnen Schlafzimmerplanung

Schlossallee-Altbauwohnung

Teil 4:

Schlafzimmerplanung Eine top sanierte Altbauwohnung in bester Lage: das ist die Schlossallee-Wohnung. Die gibt es tatsächlich: Die Entwürfe für die Aufteilung der Innenräume stammen von einem Architekten, der auch die Sanierung begleitet hat. In den nächsten Ausgaben zeigen wir Ihnen an Hand dieser Immobilie, wie Sie den ganz eigenen Charme einer Altbauwohnung durch geschickte Planung und Gestaltung der einzelnen Räume optimal in Szene setzen – vom Wohnzimmer über Küche und Schlafzimmer bis hin zum Bad. Im vierten Teil: Schlafzimmerplanung!

Bild: Architektur.büro Oltmanns

Die

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Entwurf 1 von Beziehungen – Die Polstermanufaktur, Osnabrück, in Zusammenarbeit mit Planstudio Monika Hohenstein

Ein Traum von Raum „The more you know, the less you need“ (Je mehr Du weißt, desto weniger brauchst Du) wussten schon die Aborigines, und diese gern zitierte Weisheit der australischen Ureinwohner gilt heute, in Zeiten allgemeiner Reizüberflutung, mehr denn je. Die Reduktion auf das Wesentliche tut uns gut.

Treca-Bett mit Kopfteil “Cube”

Der Schlafraum ist ein Ort des Rückzugs, hier will man zur Ruhe kommen oder zumindest in Ruhe seinen Gedanken und Gefühlen nachgehen können. Ein dunkler Holzboden „erdet“ uns, nur leicht getönte Wände und das unterhalb der Decke umlaufende Lichtband schaffen eine freundliche, entspannte Atmosphäre.

unsere ungeteilte Aufmerksamkeit, zumal wir rund ein Drittel unseres Lebens darin verbringen. Weniger ist mehr, aber von dem Wenigen dann bitte nur das Beste. Die Betten von Treca interiors schaffen aufgrund ihrer hochwertigen handwerklichen Verarbeitung ein Optimum an Wohlgefühl. Man sieht und spürt die konsequente Kompromisslosigkeit in der Qualität, die jedes Detail dieser Betten bestimmt. Die gelungene Mischung aus edlen Materialien und modernster Technologie verleiht jedem Modell einen unvergleichlichen Komfort. Die ästhetischen Formen und eleganten Stoffe machen aus einem Treca Interiors Paris-Bett das ganz persönliche Traum-Bett.

Das Wichtigste zum Schlafen und Träumen ist zweifellos das Bett, und das verdient

Doch zurück in den Wachzustand. Wer in seinem Bett nicht nur schläft, sondern auch

liest, Musik hört, fernsieht, frühstückt, tagträumt oder arbeitet, weiß ein hohes, bequemes Kopfteil zu schätzen. Auch ästhetisch gibt so ein Kopfteil viel her. Es schafft eine wohnliche Atmosphäre und kann – je nach Farbgebung und Stoff – den Raum wie ein Bild bereichern. Schwebende Ablagetische am Bett erhöhen den Komfort und schaffen Raum für Leselampen. Verschiedene indirekte Lichtquellen machen es möglich, den Raum je nach Bedarf taghell zu beleuchten oder sanft und romantisch zu illuminieren. Ein strenges Raffrollo am Fenster betont das klare, aufgeräumte Design unseres Schlafraums, der auf jegliche unnötige Möblierung verzichtet. Die Schränke für sie und ihn sind getrennt begehbar und großzügig bemessen.


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Kompromisslos bis ins Detail: Die Treca-Betten können individuell mit jedem gewünschten Stoff bezogen werden.

Türen aus satiniertem Glas reichen von der Decke bis zum Boden und sorgen für lichte Transparenz. Ein Schminkplatz im Schrankraum verhindert, dass er morgens über ihre Tiegel und Fläschchen stolpert und bietet ihr einen willkommenen Rückzugsraum. Zusätzliche Wohnlichkeit und Behaglichkeit schaffen ein heller, langfloriger Teppich und eine Sitzbank am Bett sowie als optisches Highlight der TOK-Sessel von Variér. TOK ist eine Mischung aus japanischem und skandinavischem Stil und der perfekte Platz für aktive Entspannung. Wer mag, nimmt noch die Fußstütze dazu. Mehr braucht man nicht zum Glücklichsein. Oder doch? – Nun, vielleicht noch ein Buch und den passenden Partner... Konzept und Text: Heike Drogies

Garantierte Lieblingsplätze: Relax- und Ruhesessel “Peel” (oben) und “Tok” (unten) von Variér.


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Bettwäschefotos: Fischbacher

Entwurf 2 von Betten Kirchhoff

Farblich abgestimmt Foto: Treca Interiors

Lose Einheit, viel Stauraum Design und Nutzen werden in diesem Entwurf von Betten Kirchhoff vereint! Das beginnt schon beim Sideboard: Es bildet eine lose Einheit, bietet sehr viel Stauraum und ist farblich der Schrankwand angepasst. Leichte Farben machen Lust darauf, sich lange in diesem Raum aufzuhalten – und ihn nicht bloß zum Schlafen zu betreten!

Individueller Charakter Ein maßgearbeiteter Schrank mit praktischen Einteilungen von Regalböden, Garderobenlift und maßangefertigten Schubladen ergänzt das perfekte Schlafzimmer. Die bodenrollenden Schiebetüren, bestehend aus einem Alu-Rahmen mit Glasfüllen, haben einen individuellen Charakter durch die Farbwahl bekommen.

Kreative Regallösungen Gelöst von traditionellen Wandschränken ist das Regal mit den Maßen 38 mal 38 Zentimeter. Höhen und Breiten bis maximal 6 mal 6 Fächer sind möglich. Jedes Fach kann individuell gestaltet werden, ob mit Tür und Rückwand oder auch ganz offen. „Kreativität“ lautet hier das Motto des Besitzers, das durch die Varianz der Möglichkeiten nur unterstützt wird!

Optimaler Liegekomfort Das Bett bildet zweifelsohne den Mittelpunkt eines jeden Schlafzimmers. Darum darf es, wie in diesem Entwurf mit der Marke Treca Interiors, ruhig etwas Besonderes sein. Damit optimaler Liegekomfort gewährleistet ist, ist die Obermatratze in drei verschiedenen Härtegraden erhältlich und enthält einen hochelastischen Taschenfederkern. Die Untermatratze ist mit

einer Funkfernsteuerung ausgestattet, um bequemes, komfortables Sitzen oder entspannende Beinhochlagerung einzustellen. Die Matratzenauflage verfeinert die LiegeEigenschaften zudem. Schlafkultur vom Feinsten Die Christian Fischbacher Bettwäsche spricht Menschen an, welche Schlafkultur vom Feinsten schätzen. Hochwertige Materialien aus reiner Baumwolle oder Seide sowie kreative Dessins in moderner Sprache zeichnen die Kollektionen aus. In der hauseigenen Näherei im schweizerischen Rebstein wird maßgeschneiderte Bettwäsche in allen internationalen Abmessungen und auch Sondergrößen angefertigt.


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Entwurf 3 von A & S Wasserbetten

Fühlt sich Ihre Wäsche wohl im Schrank? Oder fühlen Sie sich wohl in Ihrem Bett?

Wir von A&S Schlafsysteme sind der Ansicht, dass ausgeschlafen zu sein das Wichtigste ist. Ein Schlafzimmer sollte dem guten, am bestem dem perfekten Schlaf dienen. Seit 25 Jahren beschäftigen wir uns darum mit den Grundlagen für optimales Schlafen. Das Ambiente gehört entscheidend zum Wohlfühlen im Schlafzimmer. Darum ist guter Schlaf bei uns selbstverständlich kombinierbar mit wunderschöner Optik. In erster Linie konzentrieren wir uns dabei auf das Bett beziehungsweise die Matratzensysteme. Am Anfang unserer „Perfekt Schlafen Philosophie“ stand das Wasserbett. Ein System, das durch seine bestechenden Eigenschaften in puncto flexibler Verstellbarkeit der

Liegehärte die Grundlage für den guten Schlaf unserer Kunden und damit auch unseren Unternehmenserfolg stellte. Vom Wasserbetten-Pionier wurden wir schnell zum Spezialisten für perfekte Schlafsysteme: Heute findet man bei uns individuell abgestimmte Schlafsysteme, die den perfekten Schlaf garantieren. Nach einer Schlafbedarfsanalyse wird die Möglichkeit geboten, verschiedene Spitzenschlafsysteme zu testen, und da die Zufriedenheit auch nach dem Kauf an oberster Stelle steht, gibt es verschiedene Umtauschoptionen. Alles zusammengenommen garantiert langfristigen Schlaferfolg! In der Planung haben wir uns auf ein Bettsystem vom JENSEN-Bed aus Norwegen

konzentriert. Das JENSEN-Boxspringbett. Supreme-Dynamic. Ein Bett, das alles kann. Die Boxspring-Matratzen mit ihrem ausgeklügelten Taschenfederkernsystem bieten zunächst einmal eine hervorragende orthopädische Unterstützung. Der zugehörige Topper bringt Kuscheligkeit und erhöht außerdem die orthopädischen Eigenschaften. Die Bezüge sind waschbar und für die grundsätzliche Hygiene sehr angenehm. Für Allergiker ein besonderer Pluspunkt. Das elektrisch verstellbare Bett kann auf die persönlichen Wünsche eingestellt werden. Sei es zum entspannten Lesen, Fernsehen oder Frühstücken im Bett oder zur Optimierung der ohnehin sehr guten orthopädischen Eigenschaften. Die integrierte Vibrationsmassage und Klimatisierungsfunktion sind


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Bretz - Sofa

eine weitere wunderbare Ergänzung dieses Premium-Bettes. Zum Spitzenkomfort eines solchen Bettes gehört natürlich auch eine bequeme Sitzhöhe. Neben dem beschriebenen Boxspringbett von JENSEN führen wir auch die Premiummarke VI-Spring aus England, die Boxspringmarke Eastborn sowie das Matratzensystem von TEMPUR und das SENSOflex-System. Im Bereich Wasserbetten bietet A & S Schlafsysteme die größte Auswahl in Norddeutschland! Für die Einrichtung des begehbaren Kleiderschrankes stehen verschiedene Systeme zur Verfügung. Gerne planen wir eine den persönlichen Wünschen entsprechende, individuelle Lösung.

Ostmoorweg | 21614 Buxtehude | 04161 - 714 391 Bahnhofstr. 15 | 49661 Cloppenburg | 04471 - 888 613 Ammerländer Heerstr. 246 | 26129 Oldenburg | 0441 - 777 58 40


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Entwurf 4

von Hülsta-Wohnen Osnabrück

Einladender Rückzugsort

Das Schlafzimmer soll nicht nur ein Ort zur Erholung für die Nacht sein, sondern wird immer mehr auch als Rückzugsort am Tage genutzt. Eben deswegen ist es so wichtig, bei der Einrichtung auf reduziertes, klares und zeitloses Design zu achten. Akzente können durch edle Tapeten oder Vorhänge gesetzt werden. Weich durch Winkelung Klare, helle Farben stehen bei diesem Entwurf im Vordergrund. Das Bett wurde im Raum leicht angewinkelt und bildet so einen Kontrast zu den starren NeunziggradWinkeln der Wände. Das Schlafzimmer

wirkt so weicher und einladender, außerdem wird der Blick durch das Fenster nach außen nicht verstellt. Die Kommode mit dem überbauten Regal bietet zusätzlichen Stauraum und lässt das Schlafzimmer außerdem wohnlicher wirken. Varianz der Schranksysteme Schiebetüren teilen den Raum in zwei Hälften: Dadurch wird etwa ein begehbarer Kleiderschrank möglich. Alternativ ist in der Ankleide ein zusätzliches Schiebetürensystem eingebaut, das als Kleiderschrank genutzt werden kann. Im Gegensatz zu der begehbaren Variante ist der Schrank so ge-

schlossen und die Kleidung vor Staub und Sonneneinstrahlung geschützt. Dieses System bietet sehr viel Stauraum, die Einteilung ist dabei komplett variabel. Abgerundet dank Accessoires Gezielt platzierte Sessel bieten in dieser Schlafzimmerplanung einen schönen Platz zum Lesen oder Entspannen. Grundsätzlich gilt bei Hülsta-Wohnen Osnabrück: Wenn Planungen erstellt werden, dann niemals nur eine; immer wird auch über Alternativen nachgedacht.


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A n z ei g e n Wohnen Anzeigen | Seite 76

Verzicht auf Farben und Kontraste Schlafzimmer sind Orte der Regeneration, in denen man sich in ruhiger Abgeschiedenheit von einem arbeitsreichen Tag entspannt und neue Kraft für die vielfältigen Anforderungen des Alltags sammelt. In diesem Raum verbringt der Mensch ca. 1/3 seines Lebens. Die Qualität unseres Schlafes bestimmt maßgeblich unsere Lebensqualität und Arbeitsleistung. Möchte man Ruhe und Behaglichkeit ins Schlafzimmer zaubern, ist es empfehlenswert auf viele Farben und Kontraste zu verzichten. Die Positionierung des Bettes an eine Wand schafft Geborgenheit, ein freistehendes Bett benötigt eine Rückwand. Nach Möglichkeit sollten Kleiderschränke aus dem Schlafzimmer entfernt werden und dafür ein separater Bereich geschaffen werden. Ein Innenarchitekt kann bei der Einrichtung mit Rat und Tat helfen. Franz Thies Innenarchitektur, Meggerhoff 9, 49196 Bad Laer, www.thies-innenarchitektur.de


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Ein Reich zum Träumen Nur wer gut schläft, kann den Tag voll und ganz genießen. Eine hochwertige Matratze, kombiniert mit einer passenden Unterfederung, ist die Grundlage für erholsamen und gesunden Schlaf. Dass dieser Maßarbeit ist, weiß man bei Bettenbrock in Bramsche: Abgestimmt auf Größe, Gewicht und Körperbau passen die Experten das jeweilige Bettsystem ganz individuell an die Wünsche des Kunden an – ein Service, wie man ihn heute nur noch bei ausgewählten Fachgeschäften erhält. Ob ecco2, genio, selecta, werkmeister oder Sperrarttraum – dass man bei Bettenbrock ausschließlich qualitativ hochwertige Marken führt, versteht sich von selbst: Probeliegen ist durchaus erwünscht! Bettenbrock Betten-Studio, Venner Straße 27, 49565 Bramsche-Engter, www.bettenbrock.de

Behagliche und funktionale Schlafzimmerbeleuchtung Kaum jemand nutzt das Schlafzimmer nur, um sein müdes Haupt zu betten. Hier wird gekuschelt, gelesen, ferngesehen. Gleich zwei Funktionen, mit der Licht ins Dunkel gebracht wird, bietet die Wandleuchte „Wallstreet“ der Firma Bover. Sie spendet im Schlafzimmer weiches Raumlicht, gefiltert durch einen wahlweise plissierten oder glatten Stoffschirm, und verfügt zusätzlich über ein flexibel verstellbares LED-Leselicht. Kremer Licht & Design, Heger Straße 10, 49074 Osnabrück, www.kremer-licht.de

Hightech-Lampenschirme ausgezeichnet Das Leuchtensystem „Alumega“ der Firma Anthologie Quartett wurde in diesem Jahr mit dem iF International Forum Product Design Award ausgezeichnet. Seit 1953 kommen hierfür Designexperten aus der ganzen Welt in den iF Jurys zusammen, um die Einreichungen zu bewerten. Bei „Alumega“ wirken die Elektroplatinen, die sonst versteckt oder abgedeckt werden, gleichzeitig als gestalterisches Element. So ist die Platine mit ihren sehr technisch aussehenden Bahnen und Durchbrüchen in Wirklichkeit die Ansicht der Wege eines chinesischen Irrgartens. In einer Weiterentwicklung lassen sich die mit LED bestückten Platinenelemente zu dreidimensionalen Hightech-Lampenschirmen addieren. Nicht zuletzt besticht die „Alumega“ durch eine formale Neudefinition der LED-Leuchten, sondern dadurch, dass die kupfernen Leiterbahnen im Innern ein goldenes warmes Licht erzeugen und so das Problem des bisherigen kalten LED-Lichts lösen. Anthologie Quartett, Schloss Hünnefeld, 49152 Bad Essen, www.anthologiequartett.de


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Exzellente Holzfenster aus heimischen Wäldern Fadura Holzfenster lassen praktisch keine Wünsche offen, denn sie sind sehr haltbar, wartungsfreundlich sowie ökologisch rein. Mit einer Lebenserwartung von weit über 50 Jahren ist die Nutzungsdauer außergewöhnlich hoch. Durch die besonders gute Oberflächenhaftung sind Fadura Holzfenster in bisher ungekanntem Maße pflegeleicht und wartungsfreundlich. Ökologisch rein, dieser Anspruch wird durch die Verwendung von heimischen Hölzern aus nachhaltiger Forstwirtschaft erfüllt, die infolge einer Thermobehandlung dauerhaft und formstabil werden. Die dämmende Wirkung des Fensterholzes kann durch einen hoch isolierenden Kern aus thermisch behandelter proGoodWood-Aspe erhöht werden (Passivhausstandard). Hagensieker, Osnabrücker Straße 342, 49152 Bad Essen – Wehrendorf, www.hagensieker.de

Gesunder Schlaf in den Mittelpunkt gestellt Die beiden Schlafund Liegediagnostiker Petra und Uwe Dulle betreiben auf 1400 Quadratmetern Verkaufsfläche in Meppen-Esterfeld eine völlig neue Art des Schlafund Beratungshauses. Kunden finden dort unter anderem sämtliche Premiumhersteller wie Tempur, Swissflex, Lattoflex, Auping unter einem Dach. Die passenden Schlafzimmermöbel, vom Regal bis zum begehbaren Kleiderschrank, können auch individuell als Tischlerarbeit geliefert und montiert werden. Auf Wunsch bieten die Experten ihren Kunden eine umfangreiche, unabhängige Schlaf- und Liegediagnose und präsentieren auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Matratzen aus Kaltschaum, Latex oder Federkernsystemen, Wasserbetten sowie Lattenroste und Motor- oder Tellerrahmen. Petra und Uwe Dulle wohnen und schlafen, Neelandstraße 47, 49716 Meppen, www.dulle.de


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Wohnen Meine Villa | Seite 80

Teil 1: Start der Planung Teil 2: Haustypen Teil 3: Finanzierung & Fördermittel Teil 4: Gebäudehülle Teil 5: Techn. Gebäudeausstattung Teil 6: Heizsysteme

M ei n e

V ill a :

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Technik, die begeistert

Intelligentes Wohnen erhöht Sicherheit und Wohnkomfort Wer hat sich nicht schon mal gefragt, ob er beim Verlassen des Hauses den Herd ausgestellt oder die Fenster geschlossen hat. Im Zweifelsfall ist der Gang zurück in die eigenen vier Wände die sicherere Variante. Mit einem Haus, das mitdenkt, gehören glücklicherweise Sprichwörter wie „Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen“ der Vergangenheit an. Intelligentes Wohnen ist das Schlüsselwort, wenn es unter anderem darum geht, die Sicherheit im Haus zu erhöhen. Doch damit ist das Ende längst nicht erreicht.

Text

Eva Hermes, Fotos

fotolia, Crestron


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Gerade bei großen Fensterflächen, wie beispielsweise in Wintergärten, ist die automatische Beschattung oder Schließung der Fenster dank intelligenter Hausautomation sehr komfortabel.

Die Übertragung der Nachrichten am Kühlschrankdisplay, die Steuerung der gesamten Hausbeleuchtung über das Smartphone, die automatische Einschaltung der Rasenbewässerung und sogar die tägliche Haustierfütterung – all das ist längst keine Zukunftsmusik mehr. Dank vernetzter Gebäudetechnik können über eine zentrale Schaltstelle sowohl Haustechnik, Haushalts- und Multimediageräte sowie das Energiemanagement angesteuert und geregelt werden. Was für die einen Spielerei ist, verhilft anderen zu mehr Wohnkomfort und schafft so manche Annehmlichkeit im Wohnalltag.

Infrastruktur für mehr Komfort Die Technik beherrscht inzwischen unser Leben in fast allen Bereichen. Während beim PKW die nahezu vollständige Automatisierung der Fahrzeugausstattung zum Standard gehört, steckt die Hausautomation noch in den Kinderschuhen. Doch wer den Traum seiner Villa Wirklichkeit werden lässt, sollte von Beginn an die nötige Infrastruktur schaffen. Die Basis wird mit Leerrohren gelegt. Bei einem Neubau können diese Rohre horizontal und vertikal in jeden Raum gezogen werden, um so auch später elektrotechnische Leitungen einzubauen. Das Prinzip des intelligenten Wohnens funk-

tioniert über Datenleitungen, sogenannte Bus-Systeme, bei denen möglichst viele Geräte miteinander verbunden werden, damit sie miteinander kommunizieren können. Gesteuert wird die Anlage über eine tragbare oder fest installierte Bedienstelle, entweder in Form eines Touchpads oder eines LCD-Displays mit Tasten. An dem Steuerungsgerät können manuell Einstellungen verändert oder Befehle, wie beispielsweise die Lichtsteuerung, erteilt werden. Aber nicht alles muss von Hand gemacht werden. Voreinstellungen ermöglichen die Kommunikation unter den Geräten, auch ohne menschliches Zutun. In der Praxis sieht die Kommunikation unter den Geräten dann beispielsweise so aus: Ein Sensor meldet einen Anstieg der Temperatur. Daraufhin reagieren die Rollladen und werden automatisch geschlossen, um einen zu hohen Temperaturanstieg in den Räumen zu vermeiden. Im Sommer ein angenehmer Nebeneffekt, um nicht allzu viel Hitze ins Haus zu lassen. Das Prinzip funktioniert übrigens auch in Sachen Belüftung, in dem Fenster automatisch geöffnet oder geschlossen werden. Auch bei plötzlich einsetzendem Regen bei noch geöffnetem Dachfenster wird die moderne Technik aktiv und veranlasst die automatische Schließung des Fensters.


Wohnen Meine Villa | Seite 82

Ökonomisch höchst effizient

Multimedia miteingebunden

In Zeiten steigender Energiepreise wird auf den Stromverbrauch von Elektrogeräten immer mehr Wert gelegt. Im Idealfall bietet intelligentes Wohnen die Möglichkeit, den Energieverbrauch im Haushalt absolut ökonomisch zu regeln und somit den Verbrauch zu optimieren. Wie sich die Hausautomation auf Dauer bezahlt machen kann, zeigen die folgenden Beispiele: • Geräte abschalten: Der Stand-By-Betrieb von Elektrogeräten verbraucht unnötig Energie. Beim intelligenten Wohnen werden Geräte, die nicht im Betrieb sind, komplett ausgeschaltet. • Günstige Zeiten nutzen: Abhängig vom Energieversorger ist der Stromtarif in der Nacht günstiger als am Tag. Wie gut, wenn ein cleveres System die Waschmaschine und den Trockner dann in der Nacht einschaltet, wo der Strompreis am günstigsten ist. • Kein Geld zum Fenster raus heizen: Durch die Verbindung der Geräte erkennt beispielsweise die Heizung, wenn noch ein Fenster geöffnet ist und schließt das Thermostat des Heizkörpers, um unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden.

Musik in jedem Raum und trotzdem nur eine Anlage im Haus – mittels Automation ist auch das kein Problem. Das Unterhaltungsprogramm ist für jeden Bereich im Haus individuell einrichtbar. So verwandelt ein Flatscreen im Badezimmer den Nassbereich des Hauses zu einer Wellnessoase, Unterputzlautsprecher ermöglichen Hifigenuss auch auf engstem Raum oder ein kompakter Datenserver, der die gesamte Musik- und Filmsammlung bereithält, verwandelt das Wohnzimmer in ein Home-Cinema. Wer sich an die Multimedia-Planung macht, sollte auch Internetanschlüsse miteinbinden.

Sicherheit ohne böse Überraschungen Beim Verlassen des Hauses können über die Anlage alle Geräte ausgeschaltet werden. Der prüfende Gang durchs Haus bleibt einem somit erspart. Wird die Haustür geschlossen, schaltet sich sodann die Alarmanlage aktiv. Diese kann entweder an ein Mobiltelefon oder einen zuständigen Wachdienst gekoppelt sein und alarmiert im Akutfall. Das Gleiche gilt übrigens auch für Rauchmelder.

Nach Hause telefonieren In Zeiten der Smartphones können Befehle an die Schaltzentrale im Eigenheim problemlos erteilt werden, auch wenn man sich gar nicht in der Nähe seiner eigenen vier Wände befindet. Ob Heizung anstellen, Beleuchtung einschalten und gegebenenfalls sogar den Backofen vorheizen – der Fernzugriff über das Mobiltelefon oder das Internet ist inzwischen möglich.

Alles hat seinen Preis Wer auf den Komfort dank Hausautomation nicht verzichten möchte, muss bereit sein, dafür einen gewissen Preis zu zahlen. Daher sollte man bei der Planung seiner Traumvilla genau überlegen, wie umfassend die technische Haussteuerung sein muss. Wichtig ist, mit Hilfe von Leerrohren und dem Einbau universeller Anschlussdosen die Möglichkeit zu schaffen, spätere Nachrüstungen ohne große Kosten und Aufwand vornehmen zu können. Und die Erfahrung zeigt, dass technische Neuerungen, die heute noch sehr kostenintensiv sind, in einigen Jahren wesentlich erschwinglicher werden.


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Fazit „Ein Haus, das mitdenkt“ erhöht in jedem Fall den Wohnkomfort und die Sicherheit und kann sich in Sachen Energieeffizienz sehen lassen. Dass diese Entwicklung zukünftig weiter voranschreitet, ist unbestritten. Doch den Gedanken vom intelligenten Kühlschrank, der automatisch den Joghurt nachbestellt, bleibt vorerst noch Zukunftsmusik. Und seien wir ehrlich: ist es nicht schön, ein bisschen selbst mitzudenken? Anzeigen

TIPPS

Die Freiheit zur Norm erheben Das neu entwickelte, vollständig in sich geschlossene HebeSchiebetür-System Classic-Slide macht Freiheit zur Norm. Eigene Wünsche im Hinblick auf Design, Öffnungsvarianten, Einbaumöglichkeiten und Bedienungsfreundlichkeit sind damit kaum Grenzen gesetzt. Dadurch, dass Classic-Slide zu 100 Prozent kompatibel mit allen handelsüblichen Beschlagsystemen und den Classic Fenster-Profilen ist, können sämtliche Fenster und Schiebetüren im Haus aufeinander abgestimmt werden, was der Fassade ein einheitliches, harmonisches Erscheinungsbild verleiht. Die außergewöhnliche Stabilität der Profile bietet Langlebigkeit und Sicherheit, und in punkto Energiesparen erzielt Classic-Slide dank innovativer Technologien bislang nicht dagewesene Ergebnisse. Herkenhoff, Industriestraße 9-12, 49082 Osnabrück, www.herkenhoff.de

High-Tech fürs Haus Ein echter Energiespartipp: Die neue Generation Waschmaschine wiegt selbst, dosiert selbst und sucht sich den günstigsten Stromtarif. Im Überblick hat man seine Hausgeräte zudem mit Miele@ home über das eigene iPad oder iPhone – jederzeit an jedem Ort. Kerber – das Miele Haus in Osnabrück, Osterberger Reihe 2-8, 49074 Osnabrück, www.mielekerber.de


Wohnen Moderne Heizsysteme | Seite 84

Teil 1: Start der Planung Teil 2: Haustypen Teil 3: Finanzierung & Fördermittel Teil 4: Gebäudehülle Teil 5: Techn. Gebäudeausstattung Teil 6: Heizsysteme

Dem Winter richtig einheizen Moder n e He izsy st e m e Sie sollen sparsam im Verbrauch sein, ein angenehmes Wohnraumklima erzeugen, den technischen Anforderungen von heute entsprechen und in der Anschaffung möglichst günstig sein – die Ansprüche an das Heizsystem für die eigenen vier Wände sind groß, die Auswahl ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Ob Pelletheizung, Solarthermie, klassische Gas- und Ölheizung oder Miniblockheizkraftwerk – im letzten Teil der Serie „Meine Villa“ informiert die Schlossallee über die unterschiedlichen Heizsysteme. Text

Eva Hermes, Fotos

fotolia


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Zugegeben: eine Heizung kostet viel Geld und kann in Sachen Attraktivität nun wahrlich nicht mit anderen Einrichtungsgegenständen konkurrieren. Dennoch ist beim Hausbau diese Investition unerlässlich. Die absolut freie Wahl hat man jedoch nicht. Nach dem ErneuerbareEnergien-Wärmegesetz (EEWärmeG) müssen Bauherren den Energiebedarf eines Neubaus zu einem Teil mit regenerativen Energien abdecken. Das Ziel dahinter ist klar definiert: das Klima soll geschont und der Verbrauch von Kohlendioxid deutlich gesenkt werden. Ob dabei Solarthermie oder Biomasse, etwa in Form einer Holzpelletheizung, zum Einsatz kommt, fällt in die Entscheidung des Eigentümers. Die Wärme kann ebenso aus Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt werden.

Brennwertgeräte sind heute Stand der Technik Beliebt sind nach wie vor Öl- und Gasheizungen. Die Klassiker haben auch heute nicht ausgedient, allerdings befinden sie sich jetzt mit einigen Konkurrenten im zunehmenden Wettbewerb. Im Vergleich zu regenerativen Wärmequellen punkten sie jedoch weiterhin mit ihrem sehr guten Wirkungsgrad. Stand der Technik sind heute Brennwertgeräte. Die konventionellen Heizwertgeräte haben aufgrund ihres stärkeren Energiebedarfs, der auf die hohen Vorlauftemperaturen zurückzuführen ist, überwiegend ausgedient. Bei der Brennwerttechnik handelt es sich zwar ebenfalls um einen Heizkessel für Warmwasserheizungen, sie nutzt aber gegenüber Heizwertgeräten zusätzlich noch die entstehende Kondensationswärme des Wasserdampfes und speist sie wieder in den Heizkreislauf ein. So erhöht sich der verbrennungstechnische Wirkungsgrad. Bei dieser Technik muss jedoch ein zusätzliches Rohr in den Kaminschacht eingezogen werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll, einen hydraulischen Abgleich vorzunehmen, bei dem in Abhängigkeit zur Vorlauftemperatur bestimmt wird, welche Wärmemenge einzelne Heizkörper benötigen, um die gewünschte Raumtemperatur zu erzielen. Nur mit diesem Abgleich ist sichergestellt, dass der Brennwerteffekt auch wirklich eintritt.

Die Kraft der Sonne nutzen Um der Gesetzgebung Rechnung zu tragen, erfreut sich die Kombination einer Öl- oder Gasheizung mit einer thermischen Solaranlage zunehmender Beliebtheit. Sie wird zur Warmwasseraufbereitung eingesetzt und dient teilweise auch als Heizungsunterstützung. Das Prinzip ist einfach: Über die in der Regel auf dem Dach installierten Solarkollektoren wird die Trägerflüssigkeit erwärmt und mit Hilfe einer Umwälzpumpe bis zu einem Warmwasserspeicher, der häufig im Keller aufgestellt ist, transportiert. Der Wärmetauscher sorgt dann dafür, dass die Wärme an das Trinkwasser abgegeben wird. Klarer Vorteil: im Sommer kann man mit Hilfe von Solarthermie fast vollständig auf die Heizung verzichten. Dies spart viel Energie. Wenn auch nur als unterstützendes Produkt zu einem weiteren Heizsystem, so ist eine Solaranlage nicht zuletzt aufgrund ihrer geringen Betriebskosten eine lohnende Zusatzanschaffung.


Wohnen Moderne Heizsysteme | Seite 86

Umweltwärme als natürliche Heizquelle

Mini-Blockheizkraftwerke nutzen das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und erzeugen so nicht nur Wärme, sondern gleichzeitig auch elektrische Energie.

Der Einbau von Wärmepumpenheizungen steigt stetig an, insbesondere seitdem die Preise für fossile Brennstoffe kräftig angezogen sind. Bei diesem Heizsystem wird die in der Erde, Luft oder dem Grundwasser gespeicherte Sonnenwärme dem Heizkreislauf zugeführt. Typischerweise werden Erdwärmepumpen verbaut. Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Zum einen können Erdwärmesonden, die bis zu hundert Meter in den Boden ragen, installiert werden, zum anderen gibt es horizontale Erdwärmekollektoren. Hierbei werden die Erdwärmetauscher schlangenförmig ca. ein bis zwei Meter tief im Boden verlegt. Unabhängig von der Art werden die Rohre an die Wärmepumpenanlage angeschlossen. Das in der Wärmepumpe zirkulierende Kältemittel nimmt die Energie seiner Umgebung auf und gibt sie über einen Wärmetauscher in den Heizkreislauf ab. Die Effizienz dieses Systems ist dann am größten, wenn die Differenz zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur der Anlage möglichst gering ist. Denn in diesem Fall wird weniger Antriebsenergie benötigt, was wiederum die Stromkosten gering hält.

Die Alternative zu fossilen Brennstoffen Holzpellets sind kleine Presslinge, die aus Restholz, meist Holzstäbe und Sägemehl, bestehen. Bei dieser Art handelt es sich um vollautomatische Zentralheizungen, vergleichbar


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mit Öl- oder Gasanlagen. Sie bedienen sich hingegen einem natürlichen Rohstoff, der jedoch ähnlich gute Wirkungsgrade aufweisen kann. Über eine Förderschnecke werden die Pellets automatisch aus dem Vorratstank in den Brenner geleitet. Abhängig vom System muss gegebenenfalls nur die Asche in regelmäßigen Abständen entsorgt werden. Wer sich für eine Holzpelletheizung entscheidet, ist hinsichtlich der gesetzlichen Vorschriften für Neubauten auf der sicheren Seite. Denn durch den Einsatz des natürlich nachwachsenden Rohstoffs Holz bedient sich dieses System der erneuerbaren Energien. Die Anlagen sind sehr klimafreundlich, da bei der Verbrennung der kleinen Holzstäbchen nur so viel CO 2 freigesetzt wird, wie ursprünglich vom Baum aufgenommen wurde. Zu berücksichtigen ist aber, dass bei steigender Nachfrage die Preise für Pellets weiter ansteigen werden.

Wärme und Strom aus einem System Bei dem Wort Kraftwerk denken vermutlich viele an eingezäunte Gelände, auf denen rauchende Türme emporragen. Aber auch in Einfamilienhäusern werden heutzutage Kraftwerke installiert, die Rede ist von Mini-Blockheizkraftwerken (BHKW). Ihre Größe überschreitet jedoch nicht die einer normalen Heizungsanlage. Entgegen anderen Systemen kann ein BHKW nicht nur Wärme und Warmwasser erzeugen, sondern gleichzeitig noch elektrische Energie produzieren. Die kompakten Anlagen bedienen sich dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Die Grundenergie ist meist Gas, alternativ können auch umweltfreundliche Brennstoffe eingesetzt werden. Der Brennstoff dient dazu, Strom zu erzeugen. Während normalerweise die Abwärme über den Schornstein nach außen geleitet werden würde, wird sie bei einem BHKW genutzt und der Heizung zugeführt.

Die Auswahl ist groß, die Systeme komplex.

Fazit Die Auswahl ist groß, die Systeme komplex. Eine fundierte Beratung, welches das geeignete System im neuen Haus ist, daher unabdingbar. Insbesondere mit Blick auf den energetischen Standard der Immobilie. Wer beispielsweise ein Passivhaus baut, hat hohe Anforderungen zu erfüllen, die maßgeblich auch das Heizsystem berühren. Für die Entscheidung sollte man mehrere Parameter heranziehen: Kosten, Anforderungen an die Anlage, Klimafreundlichkeit und nicht zuletzt auch den Faktor Unabhängigkeit, mit Blick auf die Energieversorger und die steigenden Rohstoffpreise. Wer sich hierüber gut informiert und die unterschiedlichen Kriterien entsprechend gewichtet, wird schnell das richtige Heizsystem für seine Villa finden.


Wohnen Kachelöfen & Kamine | Seite 88

Kuschelige Wärme an kühlen Tagen Wenn es draußen wieder nieselt, stürmt und frostet, gibt es kaum etwas Schöneres, als es sich vor einem romantischen Feuerchen gemütlich zu machen. Die flackernden Flammen verleihen an kalten Tagen dem Wohnraum eine wohlige Atmosphäre und das offene Feuer hilft uns, uns zu entspannen und die Seele baumeln zu lassen. Kurz gesagt: Kamine, Kachelöfen & Co. liegen voll im Trend! Für welche Lösung man sich entscheidet, hängt natürlich von den persönlichen Vorlieben ab. Eine wichtige Rolle spielt aber auch, welchem Zweck der Kamin dienen soll.

Offen oder geschlossen? Ein offener Kamin ist in die Wand integriert und wird von Mauerwerk oder Eisenplatten umschlossen. Früher fast ausschließlich zum Heizen verwendet, ist ein offener Kamin heute auch deswegen so beliebt, weil der Anblick des Feuers pure Gemütlichkeit bedeutet. Die technische Weiterentwicklung des traditionellen, offenen Kamins ist die geschlossene Variante. Hier wird der Feuerraum durch eine feuerfeste Glasscheibe zum Raum abgegrenzt. Vorteile des geschlossenen Kamins ist, dass kein Rauch entsteht und die Raumluft frisch bleibt. Ein solcher Kamin kann außerdem als zusätzliches Heizsystem dienen. Ein wasserführender Kamin beispielsweise wirkt als eigenständige Heizungsanlage und kann auch zur Entlastung anderer Heizsysteme als Zweitheizung verwendet werden. Als Kamin-

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Johanne Uphoff, Anuschka Unger, Fotos

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ofen wiederum wird ein Ofen für fossile oder biogene Brennstoffe bezeichnet, der vor dem Schornstein steht und mit einem Ofenrohr angeschlossen ist.

Gegen den Treibhauseffekt Moderne Kaminöfen, die mit erneuerbaren Energien wie Bioethanol funktionieren, tragen im Gegensatz zu den mit fossilen Brennstoffen betriebenen Öfen weniger zum Treibhauseffekt bei. Sie verbrennen geruchsneutral und rauchlos, werden als relativ sicher eingestuft und erbringen sogar eine gewisse Wärmeleistung. Ein Ethanolkamin wird mit Brenndosen, Brennkammern oder sogenannten Bio-Boxen bestückt, wobei jeder Hersteller sein eigenes Patent entwickelt hat, die aber alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Die meisten


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Biokamine verfügen heutzutage über regulierbare Brennkammern, so dass man die Flammenhöhe und die Wärmeabgabe selbst steuern kann. Meist ist auch eine spezielle Schiebertechnik integriert, mit der man den Kamin jederzeit löschen kann, was zu seiner Sicherheit beiträgt. Die Ethanol-Brennkammer kann auch getrennt erworben und in einen bestehenden konventionellen Kamin integriert werden.

genheiten am Kachelofen machen ihn im Winter dabei bestimmt zum neuen Lieblingsplatz. Selbst zum Mitnehmen gibt es den idyllischen Feuerzauber neuerdings. Wie ein Reisekoffer kommt der EthanolKamin daher. Er lässt sich ebenso wie ein Koffer an jeden beliebigen Ort transportieren. Eine lauschige Sommernacht auf der Terrasse, winterliche Romantik im Wohnzimmer – der „Reisekamin“ ist überall einsetzbar.

Neuer Lieblingsplatz

Deko- und Elektrokamine

Als Kachelofen bezeichnet man im Allgemeinen einen aus Schamottesteinen gebauten Zimmerofen, der mit Briketts oder Holz beheizt wird und mit Kacheln verkleidet ist. Integrierte, bequeme Sitzgele-

Wer auf offenes Kaminholzfeuer verzichten kann beziehungsweise kein Holz schleppen und Asche entsorgen möchte, der findet in Deko- und Elektrokaminen passende Alternativen. Sie sind nicht nur


Wohnen Kachelöfen & Kamine | Seite 90

genehmigungsfrei, sondern können zudem dort aufgestellt werden, wo sie am besten hinpassen – schließlich benötigt man für Dekound Elektrokamine keinen Schornstein. Deko-Kamine werden dabei entweder mit Brennstoff-Gel oder Bioalkohol betrieben.

Brennraums. Bedeutet: Höchster Bedienkomfort, ohne dass auf die wohlige Strahlungswärme und den Blick aufs Feuer verzichtet werden muss. Auch Pellet-Öfen lassen sich in die Warmwasseraufbereitung einbinden.

Klein, aber äußerst effizient

Kehrmonopol fällt weg

Ein Pellet-Ofen macht Schluss mit herkömmlicher Befeuerung und bietet gleichzeitig eine äußerst effiziente Heizform, die ihre Energie aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz zieht. Dabei eignen sich die Pellets hervorragend zur automatischen Beschickung des

Was auch immer für eine Feuerstätte favorisiert wird: Nach einer Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2012 sind Hauseigentümer selbst dafür verantwortlich, notwendige Arbeiten an Kamin und Ofen in Auftrag zu geben, damit die Wärmespender gefahrlos be-


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trieben werden können. Sprich: Für das erforderliche Kehren und anfallende Überprüfungen muss ein Schornsteinfeger gesucht werden. Das bisherige Kehrmonopol fällt weg, Schornsteinfeger stehen im Wettbewerb und der Kunde entscheidet selbst, wem er den Auftrag erteilt. Welche Aufgaben wann vorgenommen werden müssen, sind im sogenannten Feuerstättenbescheid geregelt, den die Eigenheimbesitzer bis spätestens 31. Dezember 2012 vom zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister zum Preis von 12,02 Euro erwerben müssen. Alle dreieinhalb Jahre wird der Bescheid erneut aufgesetzt und verschickt.

TIPP:

Wohlige Wärme ohne Holz Ein gemütliches Kaminfeuer ist eine feine Sache. Aber nicht alle haben die Möglichkeit mit Holz zu heizen. Wer trotzdem nicht auf die Gemütlichkeit eines wärmenden Feuers verzichten möchte, für die empfiehlt sich ein Erdgas-Kaminofen. Moderne Gas-Kamine halten warm, heizen sauber und sehen schick aus. Außerdem benötigen sie keinen Schornstein und funktionieren auf Knopfdruck und per Fernbedienung. Auf insgesamt 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche bieten die Experten der Kachel und Kamin Anten GmbH diverse brennbare Kamine, darunter auch eine große Auswahl an Gaskaminen passend für jeden Geschmack und jeden Einrichtungsstil. Kachel und Kamin Anten GmbH, Fladderweg 1, 49393 Lohne, www.kachelundkamin.de

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Wohnen Garten | Seite 92

Der Duftgarten Das Parfüm der Natur Gerüche beeinflussen unsere Stimmung, können beruhigen oder anregen, Erinnerungen wecken und eine ganz besondere Atmosphäre herstellen. Wer morgens noch eine Nase voller Rosenduft auf den Weg zur Arbeit mitnehmen kann, freut sich schon darauf, den Tag mit einem guten Glas Wein und umgeben von Lavendelduft ausklingen zu lassen. Geschickt kombiniert, können verschiedene Blumen, Stauden und Kräuter den eigenen Garten in eine wahre Parfümerie verwandeln. Wer im nächsten Gartenjahr in den herrlichsten Aromen schwelgen möchte, sollte jetzt, im Herbst, seinen ganz persönlichen Duftgarten planen und anlegen.

Von zart bis extravagant

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Svenja Dierker, Fotos

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der Sonne erwärmt, wirken als Duftverstärker. Außerdem ist es ratOb aromatische Stauden und Gehölzer, Rosen, Ranken oder Kräu- sam, in mehreren Ebenen zu pflanzen: am Boden, in Körperhöhe ter – ein Duftgarten enthält wohlriechende Pflanzen aller Arten und und sogar darüber hinaus. Eine gemütliche Sitzgelegenheit ist naGrößen. Kleine duftende Ecken lassen sich in jedem Garten schaf- türlich ein absolutes Muss, um die verschiedenen Aromen jederzeit fen: Steht viel Platz zur Verfügung, kann man eine ganze Sinnesrei- genießen zu können. se im eigenen realisieren, auf engem Raum Wohlgeruch trifft Ästhetik können Ranken und Kletterpflanzen oder Der Ort, an dem man sich im Garten am gar trittfeste Kräuter in Pflasterfugen für meisten aufhält, ist meist die Terrasse – Wohlgerüche sorgen. Ob extravagante Dufhier sollten Duftpflanzen einen Logenplatz terlebnisse, wie das Vanillearoma einiger bekommen! Es gilt, im Herbst die BepflanSchneeball-Arten, Nasenschmeichler wie zung besonders gut zu planen, um das gandie Rosen mit ihrem zarten Aroma oder inHeinrich Heine, Die Harzreise ze nächste Jahr über die verschiedenen Getensive Gerüche, wie sie viele Kräuter bieten rüche genießen zu können. Etwa im Kübel – geschickt kombiniert, kann der Garten ein wachsende Zitronen- oder Orangenbäumwahres Duftparadies werden. Damit sich die ätherischen Öle der Pflanzen voll entfalten können und nicht durch chen, die ihr Bouquet auf Nasenhöhe entfalten, Hasenglöckchen den Wind weggetragen werden, eigenen sich am besten geschütz- und Narzissen oder Hyazinthen im Frühjahr, Rosen und Lavendel te, aber trotzdem sonnige Plätze. Einen perfekten Standort bilden oder Minze und Nelken im Sommer – ganz nach persönlichem GeGartenmauern oder die Sonnenseite der Hauswand: Die Steine, von schmack sollte hier kombiniert werden. Rosen dürfen in keinen

„Düfte sind die Gefühle der Blumen.“


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Duftgarten fehlen, verbinden sie doch Wohlgeruch und Ästhetik auf eine ganz besondere, einzigartige Weise. Ob Strauch-, Edel-, Kletter- oder Beetrosen – duftende Sorten finden sich unter allen von ihnen. Optimale Begleiter finden rosaoder gelbblühende Rosen in den violetten Blüten von Lavendel oder Katzenminze.

Das Valium der Natur: Jasminduft wirkt beruhigend auf den Menschen.

Mehr als nur Blumen Neben Blumen können Hecken aus verschiedenen Duftgehölzern den Duftgarten bereichern. Auch Kräuter enthalten eine Vielzahl an ätherischen Ölen, die zumeist durch Berühren, Zerreiben oder Zerkleinern der Blätter freigesetzt werden. Aromatisch und dekorativ ist beispielsweise Oregano mit seinen rosaweißen Blüten, die man von Juni bis September genießen kann. Basilikum, Salbei oder Rosmarin verbreiten mediterranes Flair im heimischen Garten. An sonnigen Plätzen bieten sich Duftkissen aus Kräutern zwischen den Wegsteinen an, die ihre Wirkung entfalten, wenn man darüber läuft. Geeignet sind hierfür etwa Römische Kamille, Thymian oder Teppichminze.

Komposition der Aromen Wer aromatische Gehölze, Stauden, Kräuter, Kletterpflanzen und Zwiebelblumen geschickt kombiniert, kann sich das ganze Jahr über an den vielfältigen Gerüchen erfreuen. Im Frühjahr haben bereits erste Blüten Duft-Hochkonjunktur, im Mai locken Maiglückchen und Flieder ins Freie, der Sommer bietet eine Vielzahl an verschiedenen Aromen und im Herbst sind es vor allem die reifen Früchte, die den Garten in wohlige Aromen tauchen. Ob Äpfel, Zwetschgen oder Birnen – Fallobst verströmt seine ganz besonderen Düfte. Man merkt: Ein Duftgarten bietet fast unendlich viele Möglichkeiten der Kombination. Was zählt, ist der persönliche Geschmack: Gerüche sind schließlich etwas sehr Individuelles; nur, was man selbst als wohlriechend empfindet, sollte im eigenen Garten Platz finden. Allerdings gibt es auch in der Natur Düfte, die nicht so gut harmonieren. Es ist also durchaus sinnvoll, bei der Planung seiner persönlichen SinnesOase den Landschaftsgärtner zu Rate zu ziehen, um die Komposition am Ende voll und ganz genießen zu können.

Wissenswertes Dass Düfte die Sinne berauschen können, hat wohl jeder schon einmal am eigenen Leib gespürt. Dass der Geruch von Maiglöckchen sogar wichtig für die Fortpflanzung sein kann, dürfte jedoch neu sein: Forscher fanden heraus, dass ein Duftmolekül, das wie ein Maiglöckchen riecht, Samenzellen zur Eile anspornt und in Richtung Eileiter führt. Frühlingsgefühle lassen grüßen …


Wohnen Garten | Seite 94

Ins rechte Licht gerückt Wer sein Stück Natur mit Liebe pflegt, freut sich, wenn dies auch abends erkennbar ist. Doch wenn die Dämmerung einsetzt, haben Liebhaber zumeist nicht mehr viel von ihrem Garten. Das muss nicht sein, denn gezielt eingesetzte Beleuchtung kann einen Garten auch abends noch stimmungsvoll wirken lassen. Vielfältige Möglichkeiten setzen Rasenfläche, Bäume und Sträucher sogar bei Nacht ins rechte Licht. Lichteffekte inszenieren Wohlfühlräume und locken zum Genießen an, können jedoch auch ganz praktische Funktionen wie das Weisen des Weges übernehmen. Text

Der persönliche Geschmack entscheidet Im Hinblick auf die Gartenbeleuchtung spielt Atmosphäre eine wichtige Rolle. Ob eher versteckt oder anmutig präsent, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Großzügige Kugelformen oder kleine Spots, moderne Laternen oder bunte Lampions – der Vielfalt sind kaum Grenzen gesetzt. Generell kann man festhalten, dass in Sachen Design derzeit zwei Trends dominieren: bunt und ausgefallen oder schlicht und elegant. Ein weiterer, praktischer Trend bei der Gartenbeleuchtung sind solarbetriebene Leuchten. Besondere Hingucker sind Loungetische, Sitzhocker, Sessel oder Pflanzkübel, die mit farbigen LEDs ausgestattet sind.

Einfach, aber wirkungsvoll Öllampen gibt es schon seit Jahrhunderten. Damit lassen sich im Garten und auf der Terrasse schöne Stimmungen zaubern. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Ausführungen: modern, schlicht, orientalisch oder verspielt. Daneben entsprechen auch Fackeln aus Edelstahl in Kombination mit dunklem Holz dem derzeitigen Trend. Und Feuerschalen finden auf dem Boden ihren Platz und werden auf

Johanne Uphoff, Fotos

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passende Gestelle gestellt, was ihnen Standfestigkeit verleiht. Mit Holzscheiten gefüllt bieten sie pure Lagerfeueratmosphäre. Ob auf dem Tisch, am Wegrand, als schwimmendes Objekt auf dem Teich, unter einem Baum oder Busch – Windlichter sorgen in jedem Fall für romantische Stimmung.

Akzente setzen Immer mehr Gartenbesitzer verwenden im Außenbereich eine Bodenbeleuchtung. Die Lampen sind nicht nur ein sinnvolles Accessoire, das mehr Licht im Dunkeln schafft, sondern sehen zudem auch noch sehr stilvoll aus. In den Boden eingelassene Lichtquadrate oder sogenannte Bodenstrahler beispielsweise bieten stimmungsvolle Beleuchtung und weisen mit weichem Licht den sicheren Weg. Auch bestimmte Plätze oder Pflanzen können auf diese Art illuminiert werden, sie locken durch ihr Strahlen zum Verweilen und Träumen an. Umweltfreundlich wird es schließlich durch den Einsatz von Solarleuchten. Sie eignen besonders für sonnenreiche Gärten für die Beleuchtung von Wegen oder für das akzentuierte Setzen einzelner Leuchtpunkte.


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Multifunktional einsetzbar Der neueste Trend sind LED-Leuchten mit Niedervolttechnik. Sie bieten aufgrund ihrer langen Haltbarkeit einerseits und ihres geringen Energieverbrauchs andererseits viele Vorteile für den Gartenbereich. Wer einen Gartenteich hat, kann ihn mit innovativen LED-Leuchten wunderbar in Szene setzen. Unterwasser- oder

Schwimmlampen lassen das Wasser in verschiedenen Farben stimmungsvoll leuchten und erzeugen eine romantische Stimmung. Ein besonderes Highlight lässt sich durch eine illuminierte Fontäne mitten im Garten erzielen. Die niedrige Betriebstemperatur ermöglicht auch die für Tiere und Pflanzen gefahrlose Installation im Wasser.


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Tumore im Fokus Osnabrücker Paracelsus-Klinik bietet eine der besten Onkologien Deutschlands

fenden interdisziplinären Tumorkonferenz mit allen onkologisch-tätigen Fachabteilungen der Paracelsus-Klinik werden Patienten mit anderen Krebserkrankungen besprochen und Therapien festgelegt.

Ärzte wirken in internationalen Studien mit

Prof. Dr. med. S. Frühauf

Prof. Dr. med. J. Hartlapp

Das Leistungsspektrum der hämatologischonkologischen Abteilung der Paracelsus Klinik Osnabrück wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich den Erfordernissen einer zeitgemäßen Versorgung angepasst. Die Abteilung ist als Onkologisches Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie sowie als Center for Integrated Oncology and Palliative Care der European Society for Medical ­O ncology zertifiziert. Es werden alle Arten von gut- und bösartigen Erkrankungen des Blutes und die verschiedenen Krebserkrankungen interdisziplinär diagnostiziert und behandelt.

klearmedizin und der Strahlentherapie sowie dem klinikeigenen, von der Hämatologie geleiteten Labor erlauben es, alle notwendigen Maßnahmen rasch durchzuführen. An neueren Entwicklungen ist insbesondere die Antikörpertherapie der soliden Tumoren und der hämatologischen Systemerkrankungen zu nennen. Hierzu zählt auch die moderne Behandlung bösartiger Lymphknotenerkrankungen mit radioaktiven Antikörpern, welche gezielt Tumorzellen vernichten können. Diese Therapie wird in Kooperation mit der Strahlentherapie im Hause durchgeführt. Dosisintensive Chemotherapien werden bei Patienten mit Leukämie, Lymphom oder Multiplem Myelom durchgeführt. Hierfür stehen an der Klinik gute Möglichkeiten zur Verfügung, zum Beispiel verfügt die Abteilung über mehrere „Sterilräume“ (Laminar-Air-Flow-Räume). Das Behandlungsspektrum schließt die autologe Blutstammzelltransplantation sowie die onkologische Palliativtherapie ein. Eine große Bedeutung haben Behandlungskonzepte erlangt, die im Rahmen multidisziplinärer Kompetenzzentren durchgeführt werden. So werden die bronchialen und thorakalen Tumoren (zum Beispiel Lungenkrebs) interdisziplinär gemeinsam mit Pneumologen, Strahlentherapeuten und Thoraxchirurgen nach internationalen Standards behandelt. Therapieempfehlungen für Brustkrebskranke werden zusammen mit Gynäkologen und Pathologen erstellt. In einer fächerübergrei-

Medizinisches Leistungsspektrum • Diagnose und Therapie von gut- und

bösartigen Bluterkrankungen

• Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen • Ambulante onkologische Diagnostik • Ambulante tagesklinische Chemotherapie • Stationäre Tumorbehandlung • Onkologische Palliativbehandlung • Spezielle Tumornachsorge • Psychoonkologie

Paracelsus-Klinik Am Natruper Holz 69, 49076 Osnabrück Tel. 0541 9660, osnabrueck@pk-mx.de www.paracelsus-kliniken.de Sprechstunden: Mo. bis Fr. 9.00 - 12.00 Uhr, Mo., Di., Do. 14.30 - 15.30 Uhr und nach Vereinbarung

info

Das Leistungsspektrum umfasst folgende Bereiche: Hämatologische Diagnostik – Die Abteilung bietet im Rahmen eines hämatologischen Speziallabors die Begutachtung von Blut- und Knochenmarkproben an. Zur Qualitätssicherung tragen regelmäßige interdisziplinäre Falldiskussionen mit Hämatopathologen bei. Ambulante onkologische Diagnostik, ambulante tagesklinische Chemotherapie, stationäre Tumorbehandlung, Nachsorgeleis­ tungen und Sekundärprävention, onkologische Schmerzbehandlung und Behandlung tumorbedingter Befindlichkeitsstörungen. Die enge Verzahnung mit den im Hause arbeitenden Fachrichtungen, insbesondere den allgemein-internistischen Kollegen, der Röntgendiagnostik, der Nu-

Frau N. Eckert

Die Abteilung und die hier tätigen Ärzte sind in nationale und internationale klinische Studien sowie Fachgesellschaften eingebunden, um Patienten neue Behandlungen zur Verfügung stellen zu können. In onkologischen Konsilen beraten unsere Ärzte externe Patienten im Großraum Osnabrück, aber auch in anderen Kliniken. Eine enge Kooperation mit den niedergelassenen und klinisch tätigen Kolleginnen und Kollegen in Osnabrück und Umgebung gibt schwerer kranken hämatologischen und onkologischen Patienten, die nicht ambulant führbar sind, einen stationären Anlaufpunkt. Die Erstellung von Gesamtbehandlungskonzepten für Patienten schließt neben der Chemotherapie auch die Nachbehandlung, zum Beispiel im Rahmen einer Rehabilitation, im Sinne der „Krebsbehandlung aus einer Hand“ ein.


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Leben Körper-Check

Körp e r- Ch e ck Te i l 5 : K re bs

Wenn Zellen entarten Normalerweise teilen sich die Zellen im menschlichen Körper nur dann, wenn dies notwendig ist. Diese Regeneration läuft geregelt ab und dient der Gesunderhaltung des Körpers. Als Krebs bezeichnet man hingegen krankhafte Veränderungen von Zellen. Sie führen dazu, dass sich Krebszellen häufiger und schneller teilen als gesunde Zellen und schließlich einen Verband aus entarteten Zellen bilden, den Tumor. Ist dieser bösartig, spricht man von Krebs. Über Ursachen, Symptome, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten einer Krankheit, an der in Deutschland jährlich 450.000 Menschen erkranken.

Unkontrollierte Zellteilung Der Begriff „Tumor“ wird in der Fachsprache für alle Arten von Schwellungen verwendet. Ein Tumor muss also nicht zwangsläufig Krebs bedeuten, sondern kann auch gutartig sein. Diese gutartigen Neubildungen bestehen aus Zellen, die den normalen ähneln und keine Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Bösartige Krebszellen hingegen stimulieren sich selbst zur Teilung und ignorieren wachstumshem-

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Johanne Uphoff, Fotos

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mende Signale aus der Zellumgebung. Sie können sich unendlich oft teilen und sind potenziell unsterblich. Außerdem sind sie in der Lage, bestehende Blutgefäße für ihr eigenes Fortleben anzuzapfen. Die gefährlichste Eigenschaft von bösartigen Krebszellen besteht jedoch darin, in benachbartes Gewebe einzudringen, sich im Körper auszubreiten und an entfernten Stellen Tochtergeschwülste zu bilden. Diese Metastasen machen einen bösartigen Tumor zur lebensbedrohlichen Gefahr.


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Eine Krankheit der Gene

Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Leistungsabfall. Die moderne medizinische Forschung und der technische Fortschritt ermöglichen eine immer frühere und genauere Diagnose. Erste Hinweise auf eine mögliche Krebserkrankung liefern neben etwaigen Symptomen auch die individuelle sowie familiäre Krankheitsgeschichte sowie Lebensumstände und Lebensgewohnheiten.

Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz (Gene) verändern, diese nicht mehr repariert werden können und die Erbinformationen dadurch „verfälscht“ werden. Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeitet das Reparatursystem der Gene und es kommt zu solchen „Fehlern“. Dies verdeutlichen auch die Neuerkrankungszahlen: Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 69 Jahren. Daneben gibt es aber auch Vielfältige Diagnoseverfahren Krebsarten, wie etwa den Hodenkrebs, die besonders jüngere Er- Bei Tumormarkern handelt es sich um im Blut messbare Substanwachsene betreffen. Hier liegt das mittlere Erkrankungsalter bei zen, die bei Tumorerkrankungen in erhöhter Konzentration auftre36 Jahren. Grundsätzlich ist zu sagen, dass man der Krankheit ten können. Diese Substanzen werden zum Beispiel von den Krebszellen selbst oder vom Körper als Reaktion zwar nicht vorbeugen kann, da noch nicht auf den Krebs gebildet. Da Tumormarker restlos geklärt ist, welche Faktoren bei Vorsorge innerhalb gewisser Grenzen jedoch auch der Entstehung einzelner Krebsformen Jede Frau ab dem 20. Lebensjahr kann im Blut gesunder Menschen vorkommen eine Rolle spielen. Als gesichert gilt aleinmal im Jahr eine Krebsvorsorgeund ihre Konzentration auch bei anderen lerdings, dass bei einigen Krebsarten eine untersuchung in Anspruch nehmen. Erkrankungen, zum Beispiel Entzündungen, erbliche Veranlagung vorhanden ist, die Schwerpunkt ist die Diagnostik des ansteigen kann, ist es nicht möglich, andas Erkrankungsrisiko erhöht. Diese liegt Gebärmutterhalses. Durch regelmäßige hand eines Tumormarkers die Diagnose in zirka fünf bis zehn Prozent der PatiUntersuchungen ist es möglich, eine einer Krebserkrankung zu stellen. Sie eigenten vor. Auch Umweltfaktoren und der bösartige Veränderung im Vorstadinen sich aber dazu, den Verlauf und den persönliche Lebensstil spielen eine große um zu entdecken. So kann häufig eine Erfolg einer Krebstherapie zu beurteilen. Rolle. Entsprechend enthält der Europähundertprozentige Heilungsrate erreicht Bei der Diagnose einer Krebserkrankung ische Kodex zur Krebsprävention elf Empwerden. Bei den Männern ist Prostataist deswegen die Röntgenaufnahme oft fehlungen, die sowohl den Risikofaktoren krebs gegenwärtig der am häufigsten der erste Schritt. Und anhand einer Ultraals auch der Früherkennung bestimmter diagnostizierte bösartige Tumor und die schalluntersuchung (Sonographie) lassen Krebsarten Rechnung tragen: Dazu zähzweithäufigste krebsbedingte Todessich Gewebe verschiedener Dichte abbillen der Verzicht auf Tabakkonsum und die ursache nach dem Lungenkrebs. Zirka den, etwa bei Leber, Schilddrüse und BeVermeidung von Übergewicht. 40 Prozent aller Männer im Alter zwireichen um die Niere. Mithilfe einer SkeAuch der Alkoholkonsum sollte möglichst schen 60 und 70 Jahren beherbergen lettszintigraphie kann der Arzt Metastasen gering ausfallen und die eigene Haut vor ohne ihr Wissen innerlich wachsende im Knochen ausfindig machen. Bei einer übermäßiger Sonnenstrahlung und SonTumoren. Auch Männer können ab dem Szintigraphie nimmt der Betroffene spezinenbränden geschützt werden. Äußerst 45. Lebensjahr regelmäßige Vorsorgefische Substanzen ein, die vorher radioakwichtig ist darüber hinaus die regelmäuntersuchungen bei einem Urologen in tiv markiert werden. Weitere bildgebende ßige Teilnahme an Früherkennungs- und Anspruch nehmen. Verfahren wie die Computertomographie Vorsorgeuntersuchungen gegen Gebär(CT) und die Kernspintomographie (MRT) mutterhals-, Brust- und Darmkrebs. Außerdem sollte man sich nach Möglichkeit gegen Hepatitis B-Vi- ergänzen die Maßnahmen für die weitere, detaillierte Beurteilung des Krebsbefunds. Das vom Tomographen aufgebaute Magnetfeld rusinfektionen impfen lassen. ist mittlerweile rund 30.000-mal stärker als das der Erde. Dies Die Gefahr rechtzeitig erkennen bietet gerade bei der Suche nach kleinsten Krebsherden vielfache Prinzipiell gilt: Je früher eine Krebserkrankung diagnostiziert und Vorteile: Durch die besseren Bilder lassen sich beispielsweise das behandelt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Zwar be- zentrale Nervensystem und hier vor allem das Gehirn sowie Blutgereiten die meisten Krebsarten im Frühstadium oft keine oder nur fäße, Gelenke, Wirbelsäule, die inneren Organe sowie die weibliche leichte Symptome – es gibt jedoch eine Reihe von Warnzeichen, Brust noch genauer als bisher abbilden. Wertvolle Informationen die auf die Krankheit hinweisen können und die bei längerem Be- über die Art der Geschwulst liefert die detaillierte Untersuchung stehen auf jeden Fall durch einen Arzt abgeklärt werden sollten. einer Gewebeprobe (Biopsie), die der Arzt zum Beispiel unter örtDazu gehören beispielsweise Veränderungen der Haut, anhaltender licher Betäubung aus dem verdächtigen Bereich entnimmt. Husten oder Heiserkeit, anhaltende Schluck-, Magen-, Darm- oder Verdauungsbeschwerden, tastbare Knoten oder Verdickungen un- Hocheffektive Therapien ter der Haut sowie in Brust und Hoden, schlecht heilende Wunden, Neben der Operation und der Chemotherapie, bei der spezielle cheSchmerzen ungeklärter Herkunft, anhaltende Appetitlosigkeit und mische Substanzen (Zytostatika) die Vermehrung der Krebszellen unerklärlicher Gewichtsverlust, Blässe und Blutarmut, ständige hemmen oder zu deren Absterben führen, gehört auch die Strahlen-


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Personalisierte Therapie Ein weiterer Therapieansatz ist die sogenannte zielgerichtete oder personalisierte Therapie, die als wichtiger Fortschritt in der Behandlung von bösartigen Tumoren angesehen wird. Für eine Reihe von Tumoren konnten die Gene und Genprodukte (Proteine) entschlüsselt werden, die aus einer normalen Gewebszelle eine Tumorzelle machen. Gegen diese tumorspezifischen Eiweißstoffe (Tyrosinkinasen) wiederum wurden Medikamente, in der Regel Tabletten, entwickelt, die diese ausschalten und zu einem Absterben der Tumorzellen führen.

Psychische Folgen nicht unterschätzen Die DNA des Menschen: Krebszellen entstehen, wenn sich bestimmte Abschnitte der Erbsubstanz verändern.

therapie für viele Patienten zu ihrer Behandlung. Hierbei werden die Tumorzellen gezielt mit Röntgen- oder Elektronenstrahlung behandelt, um sie gezielt zu schädigen, so dass der Tumor schrumpft beziehungsweise das Wachstum eingedämmt wird. Moderne Apparate beschränken sich auf die Bestrahlung des Tumors und schonen das umgebende Gewebe. Weitere Therapieformen sind die Hormontherapie sowie die Immunbehandlung. Erstere macht sich die Tatsache zunutze, dass bestimmte Krebsformen hormonabhängig wachsen. So können beispielsweise einige Formen von Brustkrebs oder Prostatakrebs durch die Einnahme von Hormonen beziehungsweise entsprechenden Antihormonen beeinflusst werden.

Für Personen, die an Krebs erkrankt sind, ist die Unterstützung durch andere Menschen sehr wichtig. Trotzdem fällt es gerade der Familie und Freunden oft nicht leicht, auf alle psychischen Bedürfnisse des Erkrankten entsprechend einzugehen. Deshalb ist es ratsam, frühzeitig qualifizierte Hilfe in Form von fachlicher psychologischer Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Spezielle Krebsberatungsstellen stehen Betroffenen und ihren Angehörigen auch bei Fragen, die über medizinische Inhalte hinausgehen, zur Verfügung.

Wissenswertes Von Krebs betroffene Frauen leiden meist besonders unter den unmittelbaren äußeren Folgen der Chemo- oder Strahlentherapie wie Haarausfall, Augenbrauen- und Wimpernverlust oder Hautverände-


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rungen. Dabei fördert sich wohlfühlen das Selbstwertgefühl und so den Heilungsprozess und die Gesundheit. Das Kosmetikseminar für Krebspatientinnen der DKMS LIFE, einer Tochter der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei), bietet krebskranken Frauen in Therapie umfassende Hilfe an. Bundesweit werden in mehr als 200 Einrichtungen über 1.000 Kosmetikseminare angeboten. Geschulte Kosmetikexperten geben Tipps zur Gesichtspflege und zum Schminken. Das Programm umfasst zusätzlich Tücher- und Kopfschmuckberatung. Sowohl die Teilnahme als auch eine Tasche mit Kosmetikprodukten ist für die Patientinnen kostenlos. Termine unter www.dkms-live.de

Expertentipps Optimale Früherkennung per MammographieScreening „Etwa zehn Prozent der Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs, die meisten nach dem 50. Lebensjahr. Das bedeutet, pro Jahr erkranken vier von 1000 Frauen zwischen Dr. Volker von Diepenbroick und 50 und 70 Jahren neu daran. Dr. Alexandra Beck Internationale Studien zeigen, dass das Mammographie-Screening für Frauen in dieser Altersgruppe die Sterblichkeit an Brustkrebs deutlich senken kann. Je früher Brustkrebs erkannt wird, desto besser und schonender sind die Behandlungsmöglichkeiten. Voraussetzung für den Erfolg ist neben einer hohen Teilnahmequote eine hochwertige Qualität. Daher wurde 2002 vom Deutschen Bundestag die Einführung eines deutschlandweiten flächendeckenden Mammographie-Screenings auf Basis der europäischen Leitlinien beschlossen: Die unabhängige Beurteilung der Mammographie-Aufnahmen durch zwei besonders geschulte Ärzte, eine vorgeschriebene Fallzahl für Befun-

dungen von mindestens 5.000 Frauen im Jahr für teilnehmende Ärzte zählen hier ebenso zu den Qualitätskriterien, wie die Sicherstellung, dass nur besonders qualifizierte Einrichtungen dieses Programm durchführen dürfen.“ Dr. Alexandra Beck und Dr. Volker von Diepenbroick, Praxis Drewes und Partner, Möserstraße 50, 49074 Osnabrück, www.drewes-partner.de

Fachübergreifendes Know-how rettet Leben „Sechs von 100 Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an Darmkrebs. Diese Erkrankung zählt damit zu den häufigsten Krebsarten. Die Heilungschancen hängen in hohem Maße davon ab, in welchem Stadium der Tumor entdeckt wird. Meist entwickelt er sich über Jahre hinweg aus einem harmlosen Polyp, der bei einer Darmspiegelung Prof. Dr. Bernhard Högemann im frühen Stadium leicht entfernt werden kann. Vorsorge kann Leben retten! Mindestens ebenso wichtig für den Behandlungserfolg ist das Zusammenkommen von möglichst viel ärztlichem Know-how und Erfahrung sowie eine enge Abstimmung dieser Experten untereinander: Je mehr Fachwissen sich um den Patienten herum versammelt, desto besser und individueller kann die Therapie abgestimmt werden. Wenn Sie sich in ärztliche Behandlung begeben müssen, wählen Sie also unbedingt ein Zentrum, in dem verschiedene medizinische Disziplinen an einem Ort vorhanden sind! Beteiligt sein sollten Experten für die Verdauungsorgane (Gastroenterologen), Chirurgen, Strahlentherapeuten und Onkologen. Nur so kann ein individueller Behandlungsplan entwickelt werden, der auf modernsten medizinischen Erkenntnissen basiert.“ Prof. Dr. Bernhard Högemann, Chefarzt der Klinik für Innere Allgemeine Medizin, Vorsitzender des Darmkrebszentrums am Klinikum Osnabrück.


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Biologische Krebstherapie

Dr. Thomas Bunnenberg

„Die biologischen Krebstherapien sind eine ideale Ergänzung, um den Behandlungserfolg und die Lebensqualität zu verbessern und Nebenwirkungen abzumildern. Die Grundlage bildet die biologische Intensivkur mit umfangreicher Entschlackung, Entgiftung und Ernährungsumstellung auf vegetarische Kost. Auch die Ordnungstherapie, in der man lernt, seinen Alltag stressfreier zu gestalten und wieder mehr positive Aspekte im Leben zu erkennen, ist für die Patienten wichtig. Unterstützend wirken in dieser Hinsicht regelmäßiger Sport wie Yoga, Qi -Gong und Meditation. Je nach Heilmethode kann zusätzlich durch Kräuter, Akupunktur, energetische Verfahren, spezielle Nahrungsergänzung und Vitamine das Tumorleiden günstig beeinflusst werden. Auch durch die Gabe von Mistelextrakten an Tumorerkrankte kann eine Verbesserung des körperlichen Zustandes und damit der Lebensqualität erreicht werden.“ Dr. Thomas Bunnenberg, Praxis Heilkunst, Wielandstraße 12, 49545 Lengerich, www.gzw-heilkunst.de

Rundum-Betreuung enorm wichtig

Prof. Dr. Dr. med Jens Atzpodien

„Wenn ein Mensch an Krebs erkrankt, sind verschiedene ärztliche Disziplinen gefragt. Je besser die Abstimmung der Ärzte, desto größer ist die Aussicht auf einen Behandlungserfolg. In den NielsStensen-Kliniken stimmen sich internistische und chirurgische Onkologie eng ab. Das erlaubt eine schnelle Therapieplanung und, falls operiert wird, eine sehr präzise Planung der Behandlung nach der OP. Eine individuelle menschliche und sehr persönliche Begleitung ist gewährleistet, weil unter anderem auch Psychologen zum Team gehören. Den Krebspatienten steht das Fachwissen aller Einrichtungen zur Verfügung, das koordiniert und gebündelt wird im Zentrum für Onkologie und Hämatologie am Standort FranziskusHospital Harderberg.“ Prof. Dr. Dr. med Jens Atzpodien, Franziskus-Hospital Harderberg, Alte Rothenfelder Straße 23, 49124 Georgsmarienhütte, www.niels-stensen-kliniken.de

Schonende und hocheffiziente Krebstherapie

PD Dr. Tobias Bölling

„Am Zentrum für Tumordiagnostik und -Therapie der ParacelsusKliniken können Tumore jetzt noch schneller und schonender therapiert werden. Für viele Erkrankungen in der Strahlentherapie gilt: je hochdosierter die Bestrahlung, desto mehr Aussicht auf Erfolg. Wenn man dann noch das umliegende Gewebe maximal schonen kann, ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor im Kampf gegen den Krebs erreicht. Um dieser Anforderung gerecht zu werden, haben die ParacelsusKliniken mit dem sogenannten ‚Beschleuniger Artiste‘ in ein Hochpräzisionsgerät der Strahlentherapie investiert. Damit, sowie den Modernisierungen der bestehenden Geräte und weiteren Innovationen, darunter etwa im Bereich der Bestrahlung im Körperinneren mittels radioaktiver Quellen oder der Therapie mit radioaktiv markierten Antikörpern, bietet die Paracelsus-Strahlenklinik ein regionales Zentrum für alle Strahlentherapie-Techniken in der ambulanten und stationären Behandlung.“ PD Dr. Tobias Bölling, Paracelsus-Klinik Osnabrück, Am Natruper Holz 69, 49076 Osnabrück, www.paracelsus-kliniken.de


A n z ei g e Anzeige | Seite 103

Fraxel re:pair-Lasertechnik in Münster bei Aesthéso:

Modernste Laser für eine strahlende Haut Fraxel re:pair – so heißt die neue Wunderwaffe gegen Aknenarben, Falten und Co. Anwendung findet der hochmoderne Laser, der im Vergleich zu den herkömmlichen Geräten nicht nur effizienter, sondern auch schonender zur Haut ist, im aesthéso, dem Centrum für moderne Ästhetik und Lasermedizin am Aasee.

Nadine Peukert, Fachärztin für Dermatologie und Ärztliche Leiterin von aesthéso, hat an einer Gemeinschaftsstudie des Universitätsklinikums Münster und der renommierten Elite-Universität Harvard in Boston mitgewirkt, deren Ergebnisse in eine ganz neue LaserTechnologie eingeflossen sind: dem Fraxel re:pair, mit dem sich selbst schwere Aknenarben erfolgreich beseitigen lassen. Nur sieben dieser hochmodernen Fraxel re:pair-Laser stehen in Deutschland. Einer davon bei aesthéso in Münster. Im Gegensatz zu herkömmlichen CO2-Lasern, bei denen die gesamte Hautoberfläche behandelt wird, richtet sich der Fraxel re:pair-Laser gezielt nur auf einen Bereich der Haut, und das benachbarte Gewebe wird geschont. Vorteil dieser fraktionalen Behandlung: „Die Haut heilt wesentlich schneller“, betont Nadine Peukert. Denn der Fraxel-Laser regt den hauteigenen Heilungsprozess an. Geschädigte Hautzellen werden durch frische, gesunde ersetzt. Das schonende Verfahren verfügt sogar über eine FDA-Zulassung. „Meistens reichten wenige Behandlungen aus, um störende Aknenarben zu beseitigen“, berichtet Peukert. Kurz den Behandlungen sieht die Haut durch die körpereigene Verjün-

gungskur strahlender, gleichmäßiger und frischer aus. Etwa drei bis sechs Monate später ist die volle Wirkung zu sehen, wenn auch die tiefer liegenden Hautschichten abgeheilt sind. Hervorragende Ergebnisse erzielt die fraktionale Laser-Technologie, wie sie bei aesthéso in Münster angewandt wird, auch zur Straffung faltiger, schlaffer Haut und Aufhellung von Alters- oder Sonnenflecken. „Selbst tiefe Stirnrunzeln und Falten sowie die Hauttextur lassen sich bestens behandeln“, unterstreicht Nadine Peukert, deren Haus mit dem Universitätsklinikum Münster kooperiert. Hier zeigt sich auch der große Unterschied zur chirurgischen Methode: Beim Eingriff mit dem Skalpell werden Falten zwar gestrafft, die Hauttextur und das äußere Erscheinungsbild mit Flecken, vergrößerten Poren und feinen Fältchen selbst bleibt jedoch alt und unbehandelt, während beim fraktionalen Lasern die Haut angeregt wird, sich selbst zu erneuern. Weil Laser aber nicht gleich Laser ist, steht am Anfang jeder Behandlung bei aesthéso eine medizinisch fundierte Analyse und persönliche Beratung. Erst danach entscheiden die Dermatologin und ihr Team, ob beziehungsweise mit welchem der fünf ver-

schiedenen Laser-Geräte der optimale Behandlungserfolg gewährleistet ist. Das aesthéso Centrum für moderne Ästhetik & Lasermedizin am Aasee verfügt über fünf moderne Lasergeräte, mit denen Fachärzte folgende Indikationen bestens behandeln können: • Äderchen im Gesicht • Besenreißer • Dauerhafte Haarentfernung • Pigmentst��rungen (Altersflecken, Sommersprossen) • Tattoo-Entfernung • Rosazea • Warzen • Blutschwämmchen (Angiome) • Feuermale

aesthéso – Centrum für Ästhetik und Lasermedizin Annette-Allee 41 a | 48149 Münster | Tel. 0251 / 13348280 | info@aestheso.de | www.aestheso.de


Leben Wellness & Beauty | Seite 104

Gebündeltes Licht für die Schönheit Licht – im Grunde etwas völlig Alltägliches, und doch vermag es in gebündelter Form wahre Wunder zu vollbringen. Nicht nur die Augenheilkunde hat der Laser revolutioniert, auch in kosmetischen Angelegenheiten kommt er mehr und mehr zum Einsatz. Ob Pigmentflecken, Fältchen, Narben oder Schlupflider – der Alleskönner hat den äußeren Anzeichen des Alterns längst den Kampf angesagt!

Text

Johanne Uphoff, Fotos

fotolia

Zahl der Laserbehandlungen steigt stetig In den vergangenen Jahren hat der Anteil an Laserverfahren bei kosmetischen Gesichtsbehandlungen stark zugenommen. Experten schätzen, dass etwa 60 Prozent der Patienten sich aktuell mittels Laser „verjüngen“ lassen. Der Begriff Laser ist die Abkürzung einer englischen Bezeichnung, die übersetzt soviel bedeutet wie Lichtverstärkung durch induzierte Emission von Strahlung. Beim Einsatz von Lasern wird das Licht dermaßen stark gebündelt, dass man mit dem so erzeugten Strahl schneiden und brennen kann – durch diese Eigenschaft wird der Laser heutzutage vielfach auch als Operationsinstrument verwendet.

Von Faltenglättung bis Lidkorrektur Unsere Haut ist jeden Tag vielen unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Und selbst bei regelmäßiger Pflege gehen die nicht spurlos an ihr vorüber – das Ergebnis sind Linien, Fältchen, Pigmentflecken, Narben, vergrößerte Poren und vieles mehr. Diese Spuren kann man


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als Zeichen von gelebtem Leben natürlich hinnehmen, aber man muss es nicht mehr. Faltenbehandlungen mittels Lasertherapie haben sich innerhalb der letzten Jahre etabliert. Hierbei werden gezielt Lagen der Haut abgetragen. Diese Behandlung wird auch als Laserpeeling bezeichnet. Zwei verschiedene Laser kommen hier zum Einsatz: die sogenannten CO2- und die Erbium-Yag-Laser. Mit Hilfe kurzer Laserlicht-Impulse werden beim CO 2-Laser störende Hautveränderungen gezielt verdampft, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Durch die Behandlung schrumpfen die Kollagenfasern der behandelten Hautpartie, was als Kollagen-Shrinking bezeichnet wird. Dabei wird die Haut gleichzeitig zur Bildung neuer Kollagenfasern angeregt. So wird beispielsweise bei der Faltenentfernung gleichzeitig eine Hauterneuerung und somit eine Straffung ermöglicht. Hautveränderungen, wie Narben, beispielsweise hervorgerufen durch Akne, Altersflecken, Falten, Fibrome, Selbst großflächigere Muttermale und Warzen, können ebenfalls entfernt Körperteile wie Rüwerden. Bei tiefliegenden Hautveränderungen, wie beicken, Schulter oder spielsweise bei Tätowierungen, ist zumeist ein narbenBeine können effektiv armes Entfernen möglich. Sogar eine ästhetische Opevom Haarwuchs beration in Form einer Lidkorrektur kann vorgenommen freit werden. werden. Der Vorteil des Erbium-Yag-Lasers liegt darin, dass die Behandlung etwas weniger schmerzhaft ist und ein schnelleres Abheilen der Haut gewährleistet werden kann. Allerdings findet hier kein Kollagen-Shrinking statt. Je nachdem, wie umfangreich die Behandlung sein soll, wird die Laser-Therapie in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose durchgeführt. Natürlich ist auch sie nicht frei von Nebenwirkungen. Grundsätzlich sollte sie deshalb nur von einem erfahrenen Facharzt durchgeführt werden. Durch unsachgemäße Anwendung des Lasers kann es, durch eine zu hohe Bestrahlungsstärke oder eine zu lange Behandlungszeit, zu schweren Hautverbrennungen kommen.

Haare & Cellulite adé Prinzipiell gehört volles Haar zwar zum Schönheitsideal – allerdings gibt es Körperregionen, an denen wir die Behaarung als störend empfinden. Um dauerhaft von dem ungeliebten Wachstum verschont zu bleiben, kann man sich die lästigen Härchen inzwischen einfach weglasern lassen: Indem das Laserlicht einige Millimeter in die Haut eindringt, wird es durch den Haarfarbstoff in Wärme umgewandelt. Diese wiederum beeinflusst die Zellstruktur der Haarwurzel und verhindert so ein zukünftiges Wachstum. Selbst großflächigere Körperteile wie Rücken, Schulter oder Beine können effektiv vom Haarwuchs befreit werden. Die Dauer einer Behandlung ist dabei abhängig von der Größe des zu behandelnden Areals. Nach der Haarentfernung wird die Haut durch spezielle Pflegecremes mit regenerierenden und kühlenden Wirkstoffen versorgt. Wichtig zu wissen ist, dass der Laser Haare ausschließlich in der Wachstumsphase entfernt. Weil sich unsere Haare aber ständig in unterschiedlichen Wachstumszyklen befinden, muss die LaserHaarentfernung für ein dauerhaft optimales Ergebnis ungefähr vier- bis achtmal wiederholt werden. Der Abstand zwischen den Behandlungen sollte etwa sechs Wochen betragen.


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Fast jede Frau hat mit vereinzeltem Auftreten von Cellulite zu kämpfen. Um die ungeliebten Dellen ein für alle Mal loszuwerden, kann man auf die Anti-Cellulite-Laserbehandlung zurückgreifen. Hierbei wird der Laser auf die Cellulite-Haut gerichtet und bewirkt, dass die gewölbten Fettzellen aufgelöst werden. Verstärkt werden kann dies mit einer zusätzlichen Massage. In der Regel dauert eine Sitzung mit Laserbestrahlung rund zehn Minuten pro Bein. Bereits nach der ersten Sitzung ist eine Glättung der Haut erkennbar. Die volle Wirkung zeigt sich in der Regel erst ab der vierten Behandlung und auch im Anschluss muss die Prozedur regelmäßig wiederholt werden.

Kaltes Licht für scharfen Blick Viele von einer Sehschwäche betroffene Menschen träumen von einem Leben ohne Sehhilfe. Eine Augenlaserbehandlung kann hier helfen. Neben der Entfernung eventueller Narben schweißen die gebündelten Strahlen auch Muskelstränge wieder zusammen und korrigieren Fehlsichtigkeiten weitgehend risikofrei. Die Operation nimmt der Arzt dabei zumeist ambulant vor. Sie dauert oft nur ein paar Minuten und ist dank leichter Betäubung vollkommen schmerzfrei. Generell unterscheidet man zwei unterschiedliche Lasermethoden zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten. Bei der LASIKBehandlung wird mittels eines computergesteuerten Präzisionsskalpells die Hornhaut des Auges angeschnitten. Es entsteht ein dünnes Scheibchen von der obersten Hornhautschicht (Flap), dieses wird zur Seite geklappt. Nun kommt der Kaltlicht-Laser zum Einsatz, der die darunter liegende Hornhaut individuell korrigiert. Nach dem Eingriff legt der Operateur den Flap wieder über die Hornhaut. Der Hautdeckel saugt sich von selber an und ist nach wenigen Tagen wieder angewachsen. Der neueste Stand der Technik ist hier das sogenannte Femto-LASIK-Verfahren. Der Laser erzeugt im Gewebe Millionen von winzigen Gasbläschen. Sie bereiten die Trennungsebene sozusagen vor – die vollständige Durchtrennung erfolgt dann durch den Operateur mit einem feinen Instrument. Die enorme Präzision der Schnittdicke und des Schnittprofils sind Vorteile. Pro Auge wird außerdem nur ungefähr eine halbe Minute benötigt.

Expertentipps Laser statt Bohrer

Dr. med. dent. Till Kreutzträger

„Der Laser hat in der Zahnheilkunde immer mehr an Bedeutung gewonnen. Wir arbeiten sehr gern mit dieser innovativen Methode, mit der sich beispielsweise Karies absolut schmerzfrei entfernen lässt. In der Chirurgie im Mundbereich dient er zum Abtragen von Hautwuche-


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rungen, zur Entfernung von Lippenbändchen oder zur ästhetischen Korrektur der Zahnfleischgirlande. In der Paradontologie kann mit dem Laser eine punktgenaue Reinigung der Zahnfleischtaschen durchgeführt werden. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass das Laserlicht beim Abtragen schadhaften Gewebes keimtötend wirkt und auf diese Weise potentiellen Infektionen vorbeugt, wie beispielsweise bei der Sterilisation der Wurzelkanäle im Zuge einer Wurzelbehandlung.“ Dr. med. dent. Till Kreutzträger, dente per dente, Schulstraße 4a, 26629 Strackholt, www.dente-per-dente.de

Hautprobleme mit dem Laser entfernen „Der N Lite V3 besitzt als erster Laser die volle FDA-Zulassung für Indikationen wie Akne, Aknenarben, Faltenbehandlung und Gefäßveränderungen (spider naevi, Feuermale und andere). Bei der Behandlung von Akne und Aknenarben werden drei unterschiedliche Effekte ausgelöst: Einerseits reagiert das Behandlungslicht mit den Porphyrinmolekülen. Die entstehenden Sauerstoffradikale zerstören die Aknebakterien. Durch die Abgabe des Laserlichts im Smartpulse Modus werden die kapillären Blutgefäße zudem nur bis auf ihre äußerste Belastungsgrenze erhitzt. Dies wird vom Körper als Zerstörung der Gefäße wahrgenommen – er setzt entsprechende Heilprozesse in Gang, mit der Folge einer stark erhöhten Kollagenneubildung, wodurch Aknenarben gemindert und Faltentiefen deutlich sichtbar verringert werden. Bei der Behandlung von Gefäßveränderungen wird der Farbstofflaserstrahl selektiv im Oxyhämoglobin der zu zerstörenden Gefäßstruktur absorbiert und die Gefäßwand thermisch zerstört – dieser Effekt ist im Gegensatz zu anderen Verfahren dauerhaft.“ Dr. med. Katrin Middendorf, Dermatologin, Bachstraße 2, 49497 Mettingen, www.dr.katrin-middendorf.de

Dr. med. Katrin Middendorf

Erster Laser gegen Alterssichtigkeit „Ich habe mich selbst operieren lassen und bin völlig überzeugt davon. Wofür man bislang nach Köln oder Kiel reisen musste, können wir ab sofort auch im Medizinischen Versorgungszentrum Bad Laer bieten. Mit dem weltweit ersten Laser, gebaut von einer deutschen mittelständischen Firma, lässt sich hier wirkungsvoll die Alterssichtigkeit behandeln. In nur einer Operation wird zugleich auch eine eventuelle Kurz- oder Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmung ausgeglichen. Im Prinzip arbeitet der neue Laser wie die bekannten Lasik-Behandlungen mit all ihren Vorteilen, nur jetzt mit sechs statt zwei Kontrollebenen des Auges und einer mehrfach erhöhten Impuls- und Kontrollrate. So reichen rund 10 bis 12 Sekunden für die komplette Behandlung eines Auges. Beide Augen werden in der Regel freitags in einer Sitzung behandelt, die ambulant im angeschlossenen, hochmodernen OP-Zentrum stattfindet. Montags können die Patienten schon das Leben ohne Lese- oder Gleitsichtbrille genießen, weil die Heilung so schell erfolgt und die Komplikationsrate beim neuen Laser geringer ist als beim Tragen von Kontaktlinsen.“ Dr. Michael Stade, Praxis für Augenheilkunde im MVZ Bad Laer GmbH, 49196 Bad Laer, Grüner Weg 1, www.augen-arzt.info

Dr. Michael Stade


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Problemzonen schmerzfrei zu Leibe rücken

Sabine Meier

„Im Beauty-Institut Figura Balance bieten wir die Möglichkeit der nicht invasiven Faltenbehandlung mittels Hyaluronsäure, die durch einen Kalt-Laser völlig schmerzfrei in die Haut eingebracht wird. Daneben haben wir uns auf Behandlungen zur Körperformung sowie Fettreduktion spezialisiert. Unsere Geräte funktionieren mit ‚stabiler Kavitation‘. Bei dieser Methode wird die ausgewählte Körperzone mit einer Kombination von Schall-, Druck- und Resonanzwellen behandelt. Ein elektrolytisches Gel, setzt einen energetischen Ausgleich in Gang, der die selbstreparativen Kräfte des Körpers stimuliert und beschleunigt. Den Zellen wird Energie zugeführt, der Wasserhaushalt beeinflusst. Stoffwechselprodukte werden abtransportiert und vor allem das Fett abgebaut. Die Behandlungen sind absolut schmerzfrei und frei von Nebenwirkungen. So lassen sich Problemzonen straffen und Narben, Falten oder Akne verringern.“ Sabine Meier, Figura Balance, Natruper Straße 23, 49090 Osnabrück, www.figura-balance.de

„Jugendsünden“ lassen sich korrigieren

Jeannette Jacobs

„Laser haben durch ihre spezifischen Eigenschaften ein breites Anwendungsfeld und entsprechend auch in der medizinischen Kosmetik Einzug genommen. Spezielle ND-YAG Laser bieten heute die einzige Möglichkeit, Tattoos ohne chirurgischen Eingriff zu entfernen. Eine Narbenbildung wird dadurch vermieden. Die Lichtenergie des Lasers wird in der Haut in Wärme umgewandelt, die die großen Farbpigmente so weit zerkleinert, dass diese durch den normalen Stoffwechsel abtransportiert werden können. Dies gilt nicht nur für Tattoofarben, sondern auch für Permanent Make-up und natürliche Pigmentansammlungen wie Altersflecke. Je nach Qualität der ‚Herstellung‘ des Tattoos sind bis zu 15 Behandlungen notwendig.“ Jeannette Jacobs, Jeannette Jacobs Line, Twentestraße 4b, 48527 Nordhorn, www.jj-line.de

Sanft entfaltet

Katharina Machol

„Hyaluronsäure ist ein körpereigner Stoff, der bis zum 1000-fachen seines Eigengewichtes an Wasser binden kann, unsere Haut wird dadurch straff und glatt, die Falten verschwinden. Die Menge der Hyaluronsäure in unserer Haut verringert sich mit zunehmendem Alter drastisch. Mit der Kaltlaser-Hyaluron-Behandlung wird der Hyaluronsäureanteil in der Haut wieder aufgefüllt. Dadurch wird Kollagen vermehrt gebildet und das Wasserbindungsvermögen der Haut gesteigert. Hierfür wird das Hyalurongel in einem zum Patent angemeldeten, weltweit einzigartigen biophotonischen Verfahren soweit mirkonisiert, dass es mittels einer wohltuenden Massage in die Haute eingeschleust und anschließend durch den Kaltlaser in der Haut vernetzt wird. Das Gel ist frei von Zusätzen und Konservierungsstoffen, und kann selbst bei empfindlicher Haut ohne vorherigen Allergietest angewendet werden. Der Kaltlaser ist ein Flächenlaser, der Verbrennungen völlig ausschließt.“ Katharina Machol, Ipura Day Spa, Rehmstraße 75, 49080 Osnabrück, www.ipura.de


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Klinik Dr. Herter:

Natürliche Ästhetik in Perfektion Zufriedenheit mit dem eigenen Körper führt zu mehr Selbstbewusstsein und einem völlig neuen Lebensgefühl. Die ästhetisch-plastische Chirurgie bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Reiterhosen, Nasenhöckern und Falten für immer Lebewohl zu sagen. Im Zentrum von Osnabrück haben Dr. Claudia und Dr. Kay-Henryk Herter eine Privatklinik etabliert, in der von skalpellfreien über minimalinvasive Eingriffe bis hin zur OP in Vollnarkose das gesamte Spektrum der Schönheitsoperationen angeboten wird.

Nachhaltigkeit dank individueller Beratung Die beiden plastischen Chirurgen verfolgen dabei immer den Leitsatz, das bestmögliche ästhetische Ergebnis für ihre Patienten zu erzielen. Da das bei jedem sehr individuell ausfällt, erfolgt vor dem jeweiligen Eingriff eine ausführliche Beratung, schließlich spielen auch Dinge wie die Familienplanung, Hautbeschaffenheit und nicht zuletzt die Erwartung des Patienten für ein perfektes Ergebnis eine wichtige Rolle. Bei größeren Veränderungen, wie Nasen- oder Brustoperationen, ist eine Simulation am Computerbildschirm möglich, so kann die Patientin aktiv über das gewünschte Ergebnis mitentscheiden.

pertin für Genitalästhetik. Sie berät, wenn es um Schamlippenkorrektur oder Straffung geht. Dr. Kay-Henryk Herter ist Spezialist für ästhetische Gesichtseingriffe und Nasenkorrekturen. Ob mit dem Skalpell oder narbenfreien Injektionen, mit Eigenfett oder Hyaluronsäure – bei jeder Behandlung ist ein natürliches Aussehen das Ziel. Es werden ausschließlich Premiumprodukte verwendet.

Diskretion und Sicherheit

Neben den klassischen Operationen wie Fettabsaugung, Gesichts- und Brustoperationen bildet die Intimchirurgie einen Schwerpunkt der Klinik. Dr. Claudia Herter ist Ex-

Bei allen Behandlungen steht die Sicherheit der Patienten an obersten Stelle. Ein Team aus Narkoseärzten und qualifiziertem Pflegepersonal steht den Chirurgen zur Seite. Ein

Praxis Dr. Herter Kamp 76 | 49074 Osnabrück Tel. 0541 / 970 545 - 88 www.dr-herter.de

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Bestmögliche Versorgung garantiert

24-Stunden-Notfall-Telefon, neueste Geräte und sterile Einwegmaterialien gehören zum Standard der Klinik, genauso wie die regelmäßige Weiterbildung der Mitarbeiterinnen. Übernachtungen in modernen Zimmern mit Bad, Television, Internet und Essen à la Carte runden den Aufenthalt in der Klinik Dr. Herter ab. Diskretion ist eine Selbstverständlichkeit, die hauseigene Tiefgarage garantiert Anonymität.


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Lila, Laser und ein schönes Lachen dente per dente – dieser Name steht nicht einfach nur für eine „gewöhnliche“ Zahnarztpraxis. dente per dente bedeutet viel mehr: die Verknüpfung von Zahngesundheit mit einem ästhetisch perfekten Ergebnis. Dr. Till Kreutzträger ist Geschäftsführer der Sozietät, die mittlerweile vier Praxen in Strackholt, Bad Zwischenahn, Lengerich und Osnabrück unter diesem Namen vereint. In Osnabrück ist Dr. (BG) Galina Spasova die Fachfrau für ein rundum schönes Lächeln. Text und Fotos

Svenja Dierker

Zahnärztin in Lila-Weiß 3D-Implantationsplanung, Lasertechnologie, intraorale Kamera – dass man bei dente per dente mit Hightech arbeitet, sieht man dank der allgegenwärtigen modernen Geräte auf den ersten Blick. Überhaupt erinnert beim Betreten der Praxis in der Osnabrücker Innenstadt, direkt gegenüber vom Galeria Kaufhof-Parkhaus, zunächst nichts an Karies, Bohrer und Co. Im Gegenteil: Im fliederfarbenen Ambiente mag man es sich liebend gern gemütlich machen. „Die Farbgestaltung ist an den Die Behandlung von Kindern bildet einen Schwerpunkt der Arbeit von Dr. Galina Spasova. Rechts: Dr. Till Kreutzträger gründete 2005 das Konzept „dente per dente“ und ist heute Leiter der VfL Osnabrück angelehnt“, erklärt Galina Spasova, „da- Sozietät. mit sich die Osnabrücker hier sofort heimisch fühlen!“ Die gebürtige Bulgarin, die bereits viele Jahre lang erfolgreich eine ihrer Vision eines perfekten Lächelns unterstützt sie in Osnabrück Privatpraxis für ästhetische Zahnheilkunde im Zentrum von Sofia Dr. med. dent. Till Kreutzträger. Er war es, der von sechs Jahren die geleitet hat, hat ihren Berufswunsch früh formuliert: „Ich war mir Idee für das Konzept dente per dente hatte und in den letzten Jahren immer sicher, das Zahnarzt der schönste Beruf der Welt sein muss. stetige Erfolge mit seiner Sozietät feiern konnte. Er selbst praktiziert Wenn Menschen nach der Behandlung so strahlend lächeln können in Strackholt bei Aurich, ist aber regelmäßig auch in der Osnabrücker wie nie zuvor – das macht einfach glücklich!“ Bei der Umsetzung Praxis zusammen mit Galina Spasova aktiv.


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Zahnbehandlungen ohne Angst & Spritze

Bleaching, Veneers und Implantate lauten die Mittel, mit denen bei dente per dente das perfekte Ergebnis erreicht wird. Die ästhetische Zahnmedizin ist der erklärte Schwerpunkt aller vier Praxen und Grund dafür, dass man hier technisch auf allerhöchstem Niveau arbeitet. So gehört zur Grundausstattung nicht nur ein digitales Röntgengerät, sondern auch die Möglichkeit zur digitalen Zahnfarbbestimmung. Soll etwa eine Krone angefertigt werden, fotografiert eine Kamera die Nebenzähne und teilt sie in eine von über tausend Farbabstufungen ein, so dass das Dentallabor die Krone farblich perfekt an die Nachbarzähne anpassen kann. Selbstverständlich kommt diese Kamera nicht nur bei Kronen zum Einsatz: Auch Zahnfüllungen und Inlays werden dank der digitalen Zahnfarbbestimmung im Mund komplett unsichtbar. Um die hohe Qualität von Kronen, Veneers, Implantaten und Co. gewährleisten zu können, arbeitet man bei dente per dente ausschließlich mit deutschen Meisterlaboren zusammen. Und für die volle Flexibilität des Patienten ist es in allen Praxen selbstverständlich, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten Beratungs- oder Behandlungstermine zu vereinbaren. Neben der ästhetischen Zahnheilkunde ist die Behandlung von Kindern Schwerpunkt von Dr. Galina Spasova. Darüber hinaus spricht sie fließend Russisch, Bulgarisch, Englisch und Deutsch und ist so auch eine beliebte Anlaufstelle für ausländische Patienten.

Angst vor dem Zahnarztstuhl brauchen bei Dr. Galina Spasova weder Kinder noch erwachsene Patienten zu haben: Ein Laser, mit dem man ohne Betäubung und das lästige Bohren Karies entfernen kann, sowie eine intraorale Kamera, die es ermöglicht, dem Zahnarzt bei der Behandlung auf die Finger zu schauen, sind nur zwei der Mittel, die Vertrauen und Sicherheit geben. Der Clou ist allerdings die atraumatische Anästhesie, die bei dente per dente Anwendung findet: Mit einem „Zauberstab“ wird das Betäubungsmittel per Luftdruck zwischen Zahn und Zahnfleisch gedrückt und kann so wirken, ohne dass der Patient zuvor die gefürchtete Spritze ertragen muss. Schöne und gesunde Zähne ohne Schmerzen – eine bessere Nachricht kann es kaum geben!

dente per dente Osnabrück Dr. (Bg) Galina Spasova Öwer de Hase 7- 9 | 49074 Osnabrück Telefon 0541/ 202 08 99 | Telefax 0541 / 202 04 01 www.dente-per-dente.de

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Prinzip Premium


Leben Day Spa-Test | Seite 112

Day Spas

im

Schlossallee-Test Nettebad Im Haseesch 6 49090 Osnabrück Tel. 0541 2002-2250 www.nettebad.de

Gesamtbewertung: Im Detail:

Erläuterung:

Erster Kontakt: Ambiente: Q ualität der Anwendungen: Produkte: F reundlichkeit/Service:

Sauna, Sport & Spa Als Sport- und Spaßbad ist das Nettebad seit Jahren bekannt. Ob es auch als Spa allen Ansprüchen gerecht wird, wollen wir herausfinden. Seit 2009 präsentiert sich die Loma-Saunalandschaft auf einer großzügigen Fläche den Besuchern, inklusiver mehrerer, modern ausgestatteter Räume für Massagen und kosmetische Anwendungen. Bereits im Internet kann man sich über das Angebot informieren, inklusive einer ausführlichen Preisliste. Ich stöbere ein wenig und reserviere schließlich eine klassische Gesichtsbehandlung, das „Pflege Duo Spezial“ mit Kräuterpeeling und Körperpackung, sowie als Highlight die 50-minütige Hot Stone Massage, alles unkompliziert zu meinem Wunschtermin. Zwischen den Anwendungen wird mir jeweils eine Stunde Pause empfohlen, um die Saunalandschaft besuchen zu können. Ich freue mich – das hört sich nach einem entspannten Abend an!

Qualität ohne „Tüddelei“ Die Loma-Saunalandschaft verfügt gegenüber dem Sportbad über einen separaten Eingang und gesonderte Umkleidekabinen, man braucht sich also nicht erst durch den Trubel der Badeanstalt zu schlagen, ehe man die gewünschte Ruhe findet. Empfangen werde ich nicht überschwänglich, aber freundlich. Das Ausleihen eines Bademantels ist kein Problem, die Kosten von 5 Euro dafür werden allerdings nicht angesprochen, sondern ich finde sie erst nach-

bestes Spa

W ir testen

anonym

unabhängig

hervorragendes Spa sehr gutes Spa gutes Spa ambitioniertes Spa

und zahlen selbst

her auf der Rechnung. Als Erstes steht heute die Gesichtskosmetik auf dem Programm. Auch diese Mitarbeiterin ist sehr freundlich, aber nicht übertrieben lieblich und sanft, wie ich es bei früheren Spa-Tests schon erlebt habe – Geschmackssache, aber mir persönlich gefällt genau das sehr gut. Ihr Handwerk versteht sie, die Anwendung, die übrigens liegend und nicht in einem Kosmetikstuhl sitzend stattfindet, führt sie professionell durch, nicht ohne dabei jeden Schritt für mich verständlich zu erklären und mich über die verwendeten Produkte von Biomaris zu informieren.

Reizvoll auch für Saunamuffel Befreit von Milien, Mitessern & Co. habe ich nun die Gelegenheit, die zahlreichen Angebote in der Saunawelt zu nutzen. Man sieht sofort, dass diese Landschaft erst vor zwei Jahren angelegt wurde – modern, sauber und abwechslungsreich macht sie sogar mir „Saunamuffel“ Lust aufs Schwitzen. Insgesamt stehen acht Saunen und Dampfbäder mit unterschiedlichsten Temperaturen und Eigenschaften auf zwei Ebenen und im Außenbereich zur Auswahl, die allesamt einladend aussehen. Außerdem gibt es einen Whirpool, ein Sole-Außenbecken, ein Solarium und diverse Fußbäder. Ich genieße ein paar Minuten bei 90 Grad, ein paar weitere bei 60 und einen leckeren Molkedrink, ehe ich mich am Treffpunkt für die nächsten beiden Anwendungen einfinde. Dass ein Salz-Körperpeeling nicht ausschließlich angenehm ist, weiß ich ja mittlerweile.


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Ausgeglichen wird das im Nettebad aber von der wirklich reizenden Mitarbeiterin, die es in dem gemütlichen Raum bei leiser Musik und Kerzenschein durchführt. Nach einer kurzen Dusche geht es mit der Packung weiter: Eingehüllt in Orangeduft, Pflege und ein großes, warmes Handtuch finde ich es fast ein wenig schade, als ich nach 20 Minuten sanft wieder „geweckt“ und aus dem Behandlungsraum entlassen werde.

Bayerische Wochen in der Gastronomie

Angebot:

p Ayurveda p Fitness Gastronomie p Gesichtskosmetik p Körperanwendungen p Maniküre/Pediküre p Männer-Specials p Sauna p Schwimmbad p Anti-Aging

Außenbereich

die Gastronomie keine Offenbarung, aber das ist ja auch nicht das, was ein Spa ausmacht, außerdem freue mich schon sehr auf mein abendliches Highlight: die Hot Stone Massage! Zu meiner Freude wird diese von der gleichen Kollegin durchgeführt, wie zuvor schon Peeling und Packung, auch der Raum ist derselbe, nach wie vor perfekt hergerichtet. Die Massage mit den heißen Steinen ist dann auch ein absoluter Genuss und rundet meinen Tag im Nettebad perfekt ab.

Mein Fazit:

Nach einem weiteren Saunagang mache ich es mir Auch wenn es nicht immer das „volle Programm“ in der Gastronomie bequem. Aktuell stehen hier Oksein muss – die Loma-Saunalandschaft mit ihrem Produkte: toberfestwochen auf dem Programm – es ist mir vielfältigen Wellness-Angebot wird mich ziemlich siBiomaris ein absolutes Rätsel, wem in diesem Ambiente nach cher noch häufiger als Gast begrüßen können. Schweinshaxen, Sauerkraut, Leberkäs und Knödeln zumute ist, aber die Karte bietet glücklicherweise auch noch leichte Kost wie Wraps, Salate und sogar „Nette“-Tapas. Für letzte entscheide ich mich und möchte die Wartezeit mit der Lektüre eines ausliegenden Magazins überbrücken, als mich William und Kate 4 Punkte vom Cover anlachen. Der STERN ist tatsächlich vom April 2011! Ipura Day Spa Alternativen: Fehlanzeige. Stattdessen gibt es aber einen leckeren EVE Resort & Spa 3,5 Punkte 4,5 Punkte Gruß aus der Küche, was mich wiederum überrascht. Ansonsten ist Villa Carlshorst

Bisher getestet:


Kultur Biennale| Seite 114

Lichterspiel auf Salz und Schwarzdorn „Der nächste Schritt müsste wohl die chinesische Mauer sein“ – Prof. Dr. Manfred Schneckenburger, künstlerischer Leiter der 3. Projektions-Biennale Bad Rothenfelde, lässt keinen Zweifel daran, dass es sich bei „lichtsicht“ in diesem Jahr um etwas wirklich Großes handelt. 47 Beamer setzen insgesamt 11.000 Quadratmeter Fläche in Szene, das sind Dimensionen, die bislang weder im Museum noch im öffentlichen Raum erreicht wurden. Das Besondere: Die starken Bilder werden nicht einfach an eine weiße Wand geworfen: als Kulisse dienen die tropfnassen, salzig verkrusteten Schwarzdornwände der Gradierwerke.

Projektion als eigene Kunstform Vom großformatig angelegten Bilderbogen bis zum kleinsten Detail, vom eingänglichen Video bis hin zu raffiniertester Diaprojektion: Die noch so junge Kunstform der Projektion kann sich in Bad Rothenfelde ausprobieren, finden und Wege in die eigene Zukunft formulieren. In den letzten 15 Jahren hat sie sich immer mehr von reiner Foto- und Videografie abgegrenzt und zu einer eigenen Kunstform emanzipiert. Prof. Dr. Manfred Schneckenburger, technischer Leiter der lichtsicht und zweimaliger Leiter der Documenta in Kassel, unterstützt sie mit viel Engagement. Dass sich diese Arbeit lohnt, zeigt sich in Bad Rothenfelde wie nirgendwo sonst: Waren es 2007, bei der 1. Projektions-Biennale im

Text

Svenja Dierker, Fotos

lichtsicht

Luftkurort, noch 24 Projektoren, die Teile der Gradierwerke bespielten, sind es heute nahezu doppelt so viele. Auch das Budget ist mit rund einer halben Million Euro fast dreimal so hoch wie noch vor vier Jahren. Die insgesamt 16 beteiligten Künstler kommen aus Russland, Südkorea, Österreich, Israel, Japan, Bulgarien und Deutschland, nahezu alle der insgesamt zwölf gezeigten Projektionen wurden eigens für lichtsicht geschaffen oder neu zusammengestellt.

„Spätrömische Dekadenz“ So auch die Pojektion der russischen Künstlergruppe AES+F, die in anderer Materialzusammenstellung bereits mit großem Erfolg auf


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Das südkoreanische Künstlerpaar Mioon zeigt auf der Südwand des Neuen Gradierwerks die Anonymität eines Großstadtlebens.

der 53. Biennale in Venedig zu sehen war. Ihre Arbeit „The Feast of Trimalchio“ hat die dekadente Opulenz einer Gesellschaft der Spätzeit zum Thema, Reminiszenz weniger an Guido Westerwelle als an den römischen Satiriker Petronius: Müßiggang, Völlerei und übertriebene Körperkultur ist das, was sie kennzeichnet. Sechs Minuten dauert die Projektion, die mit 312 Metern nahezu die komplette nordöstliche Wand des Neuen Gradierwerkes einnimmt. Danach folgen Wellenprojektionen des Österreichers Rainer Gamsjäger, die sich ebenfalls über die gesamte Fläche bewegen. Die Videoprojektion „Invision“ des Deutschjapaners Kanjo Také, die sich den Waasserbewegungen anschließt, zeigt die Entstehung des Universums – einzig mit Bildmaterial einer Düsseldorfer Baustelle. Schaufeln dienen als Arbeitskolonne, mit Beton gefüllte Handschuhe fliegen durch den Kosmos.

Reflexionen und Interaktivität Auf der Rückseite der Wand bildet derweil das südkoreanische Künstlerpaar Mioon mit der Reihung und Schichtung stilisierter Zimmerfluchten ein anonymes und monotones Großstadtleben ab. An derselben Wand arbeitet Mariana Vassileva mit der Reflektion von Spiegeln: An verschiedenen Orten hat die Künstlerin Passanten aufgefordert, Sonnenstrahlen auf die Linse einer Kamera zu lenken und löst in ihrer Projektion nun blitzende Lichtspektakel aus, die weit in die Umgebung ausstrahlen. Ganz anders, aber ebenso beeindruckend, ist die Projektion „Dancing House“ des Österreichers Klaus Obermaier: Durch Bewegungen und Gebärden der Betrachter beginnt die Fassade des Kurmittelhauses zu tanzen, zerbröselt zur Ruine und löst sich schließlich in Licht auf. Interaktivität – ein


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Wasser und Wellen laufen in der Projektion Rainer Gamsjägers (rechts) über 312 Meter des Neuen Gradierwerks.

Mittel, das in der Projektionskunst möglich ist und dessen sich Obermaier in Bad Rothenfelde noch ein weiteres Mal bedient: Bei „YouShape“ an der südwestlichen Seite des Neuen Gradierwerkes werden die Gesichtszüge von Passanten in extremer Verfremdung auf den Wandabschnitt projiziert.

Zusammenspiel von Wand und Vision Die Projektionen in Bad Rothenfelde sind so besonders, weil sie

Ab und zu läuft ein Jogger durchs Bild, das gehört hier eben dazu.

eben nicht den typischen musealen Charakter haben. Steht man vor ihnen, riecht man das Salz, hört die Geräusche der Umgebung. Ab und zu läuft ein Jogger durchs Bild oder ein Hund, das gehört hier eben dazu. Die Kunst ist für jedermann zugänglich, und auch wer sich nicht intensiv mit ihr beschäftigt, wird mit großartigen Bilderwelten unterhalten. Einige Arbeiten erschließen sich auch dem Laien auf Anhieb, bei anderen muss man genauer hinschauen. Die Projektion „Prime Time“ auf der Windsschutzscheibe eines im

Kanjo Také suchte sich sein Bildmaterial auf einer Düsseldorfer Baustelle. Hier: eine Armee aus Schaufeln.


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EAS+F begeisterten mit ihrer Projektion schon auf der Biennale in Venedig.

Ententeich steckenden Pickups beispielsweise, bei der Claudia Wissmann angsterfüllte Menschen zeigt, die im Fahrzeuginneren um ihr Leben kämpfen, ist ebenso fesselnd wie eingänglich. Die Urzellen des Lebens hingegen, die Kanjo Také auf das Neue Gradierwerk projiziert, werden vom flüchtigen Betrachter schon mal mit „Eier und Salzstangen“ betitelt; die feinen typografischen Elemente der Diaprojektion, mit denen Sigrid Sandmann eine Wand des Alten Gradierwerks moduliert, gar als „langweilig“ abgestempelt: „Da bewegt sich ja gar nichts!“

Technische Meisterleistung Wer genauer hinschaut, erkennt, dass es der Künstlerin um Span- Claudia Wissmann inszeniert mit „Prime Time“ einen Krimi auf der Windschutzscheibe eines Pickups. nung auch gar nicht geht: „Man soll den Text nicht lesen, sondern ihn in Einklang mit der Wand spüren“, so Sandmann. Wer ihn doch liest, entdeckt, dass er auch inhaltlich eine Einheit mit dem Gradierwerk bildet, haben doch alle Schriften das Salz zum Thema. In vielen Nachtschichten hat Sandmann ihre Diaprojektion ausgerichtet und perfektioniert. „Die Idee macht 50


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„Dancing House“ ist eine von zwei interaktiven Installationen bei „lichtsicht“.

Prozent der Kunstform aus, die Realisierung die andere Hälfte.“ Stimmt die Technik, lassen sich sogar auf einen Springbrunnen Bilder projizieren, wie in der Arbeit Takés im Kurteich zu Fuße der Windmühle am Neuen Gradierwerk der Fall. Dabei ist die Projektionskunst so vergänglich wie kaum eine andere, einzig Fotos sind es, die den Künstlern als Erinnerung bleiben. Nichts, was man verkaufen könnte. Brotloser als brotlos, könnte man meinen. Damit diese Kunstform sich dennoch weiter entwickeln kann, sind Gagen hier besonders wichtig. Ermöglicht werden sie, ebenso wie die perfekte Technik, durch das Engagement der Heinrich-W-Risken-Stiftung. Die 47 Beamer müssen wahre Höchstleistungen vollbringen, laufen sich doch über mehr als drei Monate bis zu fünfeinhalb Stunden täglich, sind Regen, Schnee, Kälte und vor allem dem Salz ausgesetzt. Doch die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass die großformatigen Bilderwelten über den vollen Zeitraum jeweils mit Anbruch der Sigrid Sandmann arbeitet mit Dunkelheit uneingeschränkt genossen werden köntypografischen Diaprojektionen (siehe Bild S. 114) nen. Projektleiter Paul Anczykowski: „Wir sind für jedes Wetter gerüstet – nur nicht für Sonne!“

Wissenswertes Die 3. Projektions-Biennale „lichtsicht“ findet noch bis zum 8. Januar täglich statt. Der Besuch ist kostenlos. Die Projektionen starten bei einsetzender Dämmerung, also im Oktober um ca. 19 Uhr, ab 29.10. um 18.30 Uhr, ab 12.11. um 17.30. Das Ende der Projektionen ist sonntags bis donnerstags um 22 Uhr, freitags und samstags um 23 Uhr. Führungen sind über die Kur und Touristik Bad Rothenfelde GmbH zu buchen (Telefon 05424/2218-0). www.lichtsicht-biennale.de


Kuns thalle Dominikanerkirche

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„Sagenhaftes“ in der Kunsthalle Die Ausstellung „Markus Lüpertz – Sagenhaft.“, die ab dem 2. Oktober in der Kunsthalle Dominkanerkirche zu sehen sein wird, ist ein absolutes Highlight für die Region. Kurator ist der Düsseldorfer Galerist Dirk Geuer (Geuer & Breckner), ein leidenschaftlicher Kunstsammler, der in der dritten Generation die Familientradition des Kunsthandels fortführt und darüber hinaus als Organisator internationaler Kulturprojekte für die Bundesregierung und bedeutender internationaler Künstler in Erscheinung tritt. Ein Gespräch.

Schlossallee: Sie sind exklusiver Verleger des Künstlers Markus Lüpertz. Für Laien – was macht seine Kunst so besonders? Dirk Geuer: Lüpertz hat eine unverwechselbare Handschrift, ob es die Zeichnungen, Gemälde oder auch die Skulpturen sind. Und einen sehr ausdrucksstarken Stil. Allerdings hat er natürlich sehr unterschiedliche Themen und Zyklen bearbeitet, die sich wiederum voneinander unterscheiden. Man muss sich einfach am Ende selbst ein Bild von seiner Kunst machen. Ab Oktober wird die Ausstellung „Markus Lüpertz – Sagenhaft.“ zu Gast in der Kunsthalle Dominikanerkirche sein. Was erwartet die Besucher? Wir wollen dokumentieren, dass die Großskulpturen, die teilweise im öffentlichen Raum stehen, etwa der Mozart in Salzburg oder der Mercurius vor dem Post Tower in Bonn, immer eine unglaubliche Vorgeschichte haben. Es beginnt bei den Vorskizzen, dann werden viele kleine Modelle angefertigt. Lüpertz geht sogar so weit, unterschiedliche Grafiken zu den Skulpturen zu erarbeitet, so dass man in dieser Ausstellung wirklich die Herleitung der Großskulptur erkennen kann. Der Künstler hat sich in seinem Werk intensiv mit Sagen und Mythen der griechischen, römischen und sogar der deutschen

Mythologie beschäftigt. Dazu hat er sich künstlerisch geäußert und sein Werk und seine Helden geschaffen. Haben Sie schon häufiger mit der Kunsthalle und ihrem Direktor, André Lindhorst, zusammengearbeitet? Ja, wir haben Günther Uecker und „Berlin zeichnet“ zusammen gemacht, jetzt machen wir Markus Lüpertz. Herr Lindhorst ist einer der aufopferungsvollsten Kunstmenschen, die ich kenne: Er zerreißt sich förmlich für sein Haus. Ich mag Menschen, die ihre Leidenschaft für Kunst ausleben. Das ist bei mir schließlich nicht anders. Welchen Platz nimmt die Kunsthalle Dominikanerkirche Ihrer Meinung nach in der nationalen und internationalen Kunstszene ein? Einen sehr wichtigen. Wenn man über viele Jahre qualitativ hochwertige Ausstellungen organisiert, dann spricht sich das herum. Die Kunsthalle Dominikanerkirche ist auf dem Markt sehr bekannt und angesehen. Das Haus ist ja alleine schon von der Struktur und der Ausstrahlung als Räumlichkeit so bedeutend. Dazu kommen die Ausstellungen, die so wichtig für die Kunstwelt und natürlich auch für die Region sind. Wenn so eine Adresse wegfallen würde, hätten wir in Deutschland einen großen Kulturverlust.

Kuns thalle Dominikanerkirche

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Kultur Buchtipps | Seite 120

Paula McLain, Yasemin Dinçer: Madame Hemingway

Anne & Evan Holt: Kammerflimmern

Aufbau Verlag, 19,99 €

Piper, 19,99 €

Chicago 1920: Hadley Richardson hat die Liebe und das Glück bereits aufgegeben, als sie Ernest Hemingway trifft und sofort von seinem guten Aussehen, seiner Gefühlstiefe und seiner Kunst, mit Worten zu verführen, angezogen wird. Die beiden heiraten und gehen nach Paris, wo sie Teil einer schillernden Gruppe Amerikaner werden, unter ihnen Gertrude Stein, Ezra Pound und die Fitzgeralds. Doch im Paris der goldenen 20er – fiebrig, glamourös, verwegen – lassen sich Familie und Treue kaum aufrechterhalten. Während Hadley, inzwischen Mutter, mit Eifersucht und Selbstzweifeln ringt und Ernests literarische Arbeit allmählich Früchte trägt, wird das Paar mit einer Enttäuschung konfrontiert, die das Ende all dessen bedeutet, was es gemeinsam erträumt hatte.

Sara Zuckerman ist die neue Chefärztin an einer Osloer Edelklinik. Doch schon der erste Patient der renommierten Herzchirurgin stirbt auf unerklärliche Weise: Ein hochsensibler Herzschrittmacher verursacht kurz nach der Operation einen Herzstillstand – Mord oder technisches Versagen? Schockiert und höchst beunruhigt suchen Sara und ihr Assistent Ola nach den Ursachen dieses Todesfalls. Als ein zweiter Patient stirbt, wird eines schnell klar – die Lösung liegt nicht bei den Opfern. Sind die Klinik und der Hersteller das Ziel dieser Morde? Oder Sara selbst? In ihrem ersten gemeinsamen Thriller »Kammerflimmern« stellen Holt & Holt ein tödliches Rezept aus: Rache, Intrigen und eine internationale Medizinmafia, die über Leichen geht.

Lese- & Hörtipps Interessantes, Spannendes und Komisches aus der Welt der (Hör-)Bücher präsentiert von der Buchhandlung Jonscher – seit über 135 Jahren in Osnabrück Domhof 6 | 49074 Osnabrück Tel. 0541 / 331680 | info@jonscher.de

www.jonscher.de

Max Landorff: Der Regler KScherz Verlag, 13,95 € Er ist der „Regler“. Für die Reichen und Mächtigen regelt er alles – Liebe, Karriere, Geld, Sex. Bis er erkennen muss: Du kannst alles regeln. Nur nicht deine Vergangenheit. Gabriel Tretjak ist der Regler. Im Auftrag seiner Klienten greift er in ihre Biografie ein, legt sich an ihrer Stelle mit dem Schicksal an – ohne moralische Grenzen. Seine Preise sind hoch, seine Methoden bedienen sich wissenschaftlicher Erkenntnisse von der Psychologie bis zur Gehirnforschung. Dann wird in einem Pferdetransporter die Leiche eines renommierten Hirnforschers gefunden, dem die Augen ausgeschält wurden. Das erste Opfer eines Mörders, dessen Spuren alle in eine Richtung weisen: zum Regler. Während Tretjak noch versucht, durch seine Methoden Herr der Lage zu bleiben, breitet sich in ihm ein Gefühl aus, das er sich sonst nur bei anderen zunutze macht: Angst. Denn schnell wird klar, dass die Morde ihr Motiv in Gabriel Tretjaks Vergangenheit haben. Und die kann nicht einmal der Regler regeln. Perfide, raffiniert, originell: ein deutscher Thriller der Extraklasse!

HÖRTIPP:

Wolfgang Herrndorf: Tschick Argon Verlag, 19,95 € Mutter in der Entzugsklinik, Vater mit Assistentin auf Geschäftsreise: Maik Klingenberg wird die großen Ferien allein am Pool der elterlichen Villa verbringen. Doch dann kreuzt Tschick auf. Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, kommt aus einem der Assi-Hochhäuser in Hellersdorf, hat es von der Förderschule irgendwie bis aufs Gymnasium geschafft und wirkt doch nicht gerade wie das Musterbeispiel der Integration. Außerdem hat er einen geklauten Wagen zur Hand. Und damit beginnt eine Reise ohne Karte und Kompass durch die sommerglühende deutsche Provinz, unvergesslich wie die Flussfahrt von Tom Sawyer und Huck Finn. Der Autor Wolfgang Herrndorf hat Malerei studiert und unter anderem für die „Titanic“ gezeichnet. 2008 wurde er für „Diesseits des Van-Allen-Gürtels“ mit dem Deutschen Erzählerpreis ausgezeichnet.


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Eugen Ruge: In Zeiten des abnehmenden Lichts Rowohlt, 19,95 €

Von den fünfziger Jahren über das Wendejahr 89 bis zum Beginn des neuen Jahrtausends reicht dieser Roman einer Familie. Im Mittelpunkt drei Generationen: Die Großeltern, noch überzeugte Kommunisten, kehren aus dem mexikanischen Exil in die junge DDR heim, um dort ihren Anteil am Aufbau der neuen Republik zu leisten. Ihr Sohn, als junger Mann nach Moskau emigriert und später in ein sibirisches Lager verschleppt, tritt die Reise vom anderen Ende der Welt, dem Ural, an. Er kehrt mit seiner russischen Frau zurück in eine Kleinbürgerrepublik, an deren Veränderbarkeit er weiterhin glauben will. Dem Enkel wird die Wahlheimat von Eltern und Großeltern indes zusehends zu eng – bis er, ausgerechnet am neunzigsten Geburtstag des Patriarchen, in den Westen geht. Die Strahlkraft der politischen Utopie scheint sich von Generation zu Generation zu verdunkeln: Es ist die Zeit des abnehmenden Lichts. Ein halbes Jahrhundert gelebter Geschichte, ein Deutschlandroman voll überraschender Wendungen und Details.

Hanns-Josef Ortheil: Liebesnähe Luchterhand Literaturverlag, 21,99 € An einem Vormittag trifft ein Mann mittleren Alters in der abgeschiedenen, aber luxuriösen Hotelanlage im Alpenvorland ein. Die pure Idylle und kreative Ruhe vor sich. Doch zwischen ihm und einer jungen Frau entsteht eine überraschende Spannung. Versteckte und offene Botschaften werden zwischen den beiden ausgetauscht, sie verstricken sich in ein raffiniertes und labyrinthisches Spiel ihrer Wünsche und Hoffnungen und wissen doch nicht, ob es echte Nähe ist. Der Autor, Hanns-Josef Ortheil, wurde 1951 in Köln geboren und gehört seit Jahren zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk ist mit vielen Preisen ausgezeichnet worden, zuletzt mit dem Brandenburger Literaturpreis, dem ThomasMann-Preis, dem Georg-K.-Glaser Preis, dem Koblenzer Literaturpreis, dem Nicolas Born-Preis und jüngst dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis.

Jonas Jonasson: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand Verlag carl‘s books, 14,99 € Allan Karlsson hat keine Lust auf seine Geburtstagsfeier im Altenheim. Obwohl der Bürgermeister und die Presse auf den hundertjährigen Jubilar warten, steigt Allan kurzerhand aus dem Fenster und verduftet. Bald schon sucht ganz Schweden nach dem kauzigen Alten, doch der ist es gewohnt, das Weltgeschehen durcheinanderzubringen und sich immer wieder aus dem Staub zu machen. „Ein verrücktes, überbordendes Buch!“ schrieb der STERN, „Eine Mischung aus Roadmovie und Schelmenroman in moderner Verpackung“ urteilte NDR Kultur.


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A n z ei g e n

„So haben wir uns gewünscht, zu wohnen“ Eine Wohnform, die in dieser Form in der Region einzigartig ist: Das bieten die „Klostergärten“ mit ihrem exklusiven Wohnkonzept im Herzen der Domstadt Münster. Das 14.000 qm große Gelände befindet sich nur wenige Gehminuten vom Prinzipalmarkt entfernt und liegt doch mitten im Grünen! Die acht überdurchschnittlich ausgestatteten Stadtvillen mit ihren großen Fenstern gruppieren sich um einen Park, der einem Klostergarten nachempfunden ist – eine Reminiszenz an das ehemalige Franziskanerkloster. Die edel eingerichtete Lounge im Palais ist ein beliebter Treffpunkt der Bewohner, der hauseigene Spa-Bereich sorgt zudem für den besonderen Komfort. Ein Concierge kümmert sich vertrauensvoll um die Belange der Bewohner. Diese zukunftsweisende Wohnform kommt bei den bereits eingezogenen Käufern und Mietern sehr gut an. „Das Leben hat einfach viel mehr Qualität bekommen“, berichtet eine Bewohnerin, die den gebotenen Service nicht mehr missen möchte. Frankonia Münster, Hörsterplatz 3, 48147 Münster, Tel 0251 / 49093434, www.klostergaerten-muenster.de

Wie fit ist Osnabrück?

Erste Adresse für Antiquitäten Ob der Kauf von Antiquitäten und antiken Möbeln oder die Restaurierung und Konservierung von Möbeln, Antiquitäten, Objekten, Kunst und Kulturgut – bei Fark bekommen Sie all das. Die Tischlermeister und Restauratoren des inhabergeführten Familienbetriebes führen in der Meisterwerkstatt alle Tätigkeiten fach- und stilgerecht in traditioneller Handwerkskunst aus. Und das seit 1846. Darüber hinaus werden auch Wertschätzungen, Gutachten und Dokumentationen erstellt. Am 23. Oktober findet der Jahrestag statt, an diesem Sonntag ist von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Fark, Osnabrücker Str. 33, 49143 Bissendorf, Tel. 05402  /4189, www.arts.de

Statistiken belegen: Um die Fitness der Deutschen ist es schlecht bestellt! Mit einer bundesweit angelegten Studie der Hochschule Berlin soll nun überprüft werden, warum. Für die Region Osnabrück wurde der Hohenzollern Sport + Wellness Club im Advena Hotel Hohenzollern für die Durchführung der Studie lizenziert. Insgesamt werden hundert untrainierte Osnabrücker gesucht, die sich von den qualifizierten Kräften einen individuellen Trainingsplan erstellen lassen und fünf Wochen lang trainieren. An modernsten Geräten wird dann die Muskulatur gestärkt und das Herz-KreislaufSystem trainiert. Zusätzlich kann das umfangreiche Kursangebot, wie Pilates und Aqua-Fitness, sowie der neugestaltete Sauna- und Poolbereich genutzt werden. Zum Ende der Studie gibt für jeden Teilnehmer eine detaillierte Auswertung über den aktuellen Trainingszustand Auskunft. Ab dem 24. Oktober startet das 5-wöchige Programm, Interessierte haben ab sofort die Möglichkeit, sich anzumelden. Ausreden zählen übrigens nicht – die Trainingszeiten sind sehr flexibel und ein Kinderhort steht außerdem zur Verfügung! Hohenzollern Sport + Wellness Club, Heinrich Heine Straße 17, 49074 Osnabrück, Tel. 0541/3317-444, www.hohenzollernfitness.de, www.wie-fit-ist-deutschland.de

Vortragsabend im Kosmetikstudio Harderberg Am 16. November findet im Kosmetikstudio Harderberg ein Vortragsabend zum Thema „Schützen Sie Ihr Immunsystem, damit es Sie schützen kann“ statt. Hierfür konnte Heike Zumbrägel mit Margot Ritzer vom Institut für Ernährung und Gesundheit (IfEG), Emmelshausen, eine erfahrene Referentin gewinnen. Sie spricht ab 18.30 Uhr sowohl über das Thema „Östrogendominanz. Müssen Frauen Opfer Ihrer Hormone bleiben?“ als auch über „Zusatzstoffe in unseren Lebensmitteln. Welche Vitalstoffe halten uns gesund und fit?“. Um Anmeldung bis zum 9. November wird gebeten. Kosmetikstudio Harderberg, Pappelgraben 5, 49124 Georgsmarienhütte, Tel. 05401 / 871840.


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Genuss für Leib und Seele

Perfekte Auszeit für Zwischendurch Abschalten und entspannen – das können die Gäste des Landhotels Buller. Oder völlig unkompliziert etwas für die eigene Fitness unternehmen – ganz nach Geschmack. In der traumhaften Badelandschaft dreht sich alles um das eigene Wohlbefinden. Dafür stehen den Gästen ein Aroma-Dampfbad, ein Bewegungsbad mit Massagedüsen und Bodengeysir sowie Whirlpool, Solarium, eine Sauna und die Kneippanlage zur Verfügung. Diverse Körperanwendungen wie die Magnetfeld-Therapie, das Duft-Öl-Körperpeeling und unterschiedliche Massagetechniken machen die kleine Auszeit für Zwischendurch zum perfekten Wohlfühlerlebnis. Landhotel Buller, Iburger Straße 35, 49170 Hagen a.T.W. www.landhotel-buller.de

Stilsicher seit 30 Jahren mit Juwelier Hellmann in Lingen Das richtige Schmuckstück, die passende Uhr zu finden – das klingt einfacher, als es ist. Denn Schmuck ist Ausdruck des individuellen Stils und damit etwas sehr Persönliches. Den Stil ihrer Kundinnen und Kunden zu erkennen, das ist die besondere Stärke von Marianne und Clemens Hellmann. Durch sensible Beratung und auf einer sehr persönlichen Ebene finden die beiden immer den richtigen Marianne und Clemens Hellmann Schmuck für ihre Kundschaft. Deshalb haben sie im weiten Umkreis so viele überzeugte Stammkunden – und deshalb ist ihr Unternehmen seit nunmehr 30 Jahren auf Erfolgskurs. Die Begeisterung für Schönheit, Stil und Design treibt das Ehepaar an – verbunden mit ganz viel Freude daran, Wünsche zu wecken, zu erkennen und zu erfüllen. Neben individueller Goldschmiedekunst aus eigener Werkstatt bieten Marianne und Clemens Hellmann hochwertige Kollektionen führender Schmuckhersteller und modischen Schmuck für Sie und Ihn an. Neben zeitlosen Klassikern stets die neuesten Trends präsentieren zu können ist den Hell-

manns besonders wichtig: Denn so begeistern sie auch jüngere Zielgruppen für ihr Geschäft. „Es war schon immer mein Traum, Goldschmied zu sein“, erzählt Clemens Hellmann. Mit erst 27 Jahren wagte das Ehepaar den Schritt in die Selbstständigkeit. Zusammen mit der Mutter, Paula Hellmann, und einer weiteren Mitarbeiterin eröffneten sie 1981 ihr Geschäft in Lingen. Im Laufe der Jahre wuchs das Team auf vier Mitarbeiterinnen im Verkauf und eine Goldschmiedin an. Zum diesjährigen Jubiläum steht im November ein ganzer Monat voller Überraschungen für die Kunden an. Gemeinsam freut sich das Team darauf, das vielfältige Schmuck- und Uhrenangebot zu präsentieren. Kompetente Beratung ist dabei selbstverständlich, untrügliches Stilgespür garantiert – und individuelle Herausforderungen immer willkommen. Juwelier Hellmann, Schlachterstraße 2, 49808 Lingen www.dertrauringjuwelier.de Ab November unter: www.juwelier-hellmann.de

A n z ei g e n

Die Herbstzeit im Bio Café – „Historisches Orangenhaus“ auf Schloss Gesmold wird kulinarische und künstlerische Highlights präsentieren. Den Anfang macht eine europäische Bio-Weinprobe am Freitag, den 21. Oktober um 20.00 Uhr, mit den Weinexperten aus „Georg’s Laden“ in Melle. Am Samstag geht es um 19.00 Uhr weiter mit einem Märchenabend für Erwachsene. Ein weiteres Highlight ist am 29. und 30. Oktober die Herbstausstellung, die bereits am Freitag mit der Vernissage der Ausstellung „Engel – Wer seid ihr?“ der bekannten Künstler Roswitha und Dieter Pentzek beginnt. Am 10. Dezember um 19.00 Uhr erreicht das winterliche Treiben mit einem „Schneegestöber“, Märchen von Engeln und Schnee, und kulinarischen Genüssen einen weiteren Höhepunkt. Die Finissage der Pentzek-Ausstellung am 11. Dezember, begleitet von einem weihnachtlichen Jazzkonzert, stimmt auf die Winterpause ein. Öffnungszeiten: Do. bis So. von 14 -18 Uhr und nach Vereinbarung. Das Bio Café – Historisches Orangenhaus, Schlossallee 7, 49326 Melle-Gesmold, Tel. 05422 / 9217770, www.cafe-orangenhaus.de


Insidertipps Anzeigen | Seite 124

Zwei Models und ein Glücksrad Der 1. Geburtstag rückt näher: Im November gibt es Mode Meyer in der Krahnstraße genau ein Jahr! Mit zahlreichen Sonderaktionen feiern die Inhaber schon jetzt den großen Erfolg der hochwertigen Boutique in Osnabrücks „heimlicher Hauptstraße“: So wurden etwa Anfang September den Kundinnen eigens zwei professionelle Models zur Verfügung gestellt, die die gewünschten Stücke in einer ganz privaten Modenschau vorgeführt haben. Außerdem standen Prosecco, süße Kleinigkeiten und ein Glücksrad bereit, an dem die Kundinnen tolle Preise von Louisa Cerano gewinnen konnten. Man kann sich also freuen – auf ein weiteres Jahr Mode Meyer! Meyer exclusive Damenmode, Krahnstraße 20, 49074 Osnabrück

Seit 15 Jahren

auf Erfolgskurs

15 Jahre ist es nun her, dass der SuperBioMarkt in Osnabrück seine Pforten öffnete. Anfang September bedankte sich der SuperBioMarkt mit einem Fest bei seinen Kunden für ihre Treue. Bei bestem Wetter hatten sie Gelegenheit, zahlreiche Köstlichkeiten, wie frische Backwaren, Käse- und Wurstspezialitäten und Wein, zu probieren. Höhepunkt war eine Kochshow mit Andy Niewerth, der fast vergessene regionale Gemüsesorten wie etwa Pastinaken neu aufleben ließ und leckere Gerichte zauberte. „Es war ein gelungenes Fest mit hohem Spaß-, Informations- und Genussfaktor“, so Marktleiterin Christiane Kaufmann. SuperBioMarkt, In der Dodesheide 45, Osnabrück, Telefon 0541/17817

Die Stadt am Finger Gaby und Reinhard Ladhoff begeistern sich seit fast 25 Jahren mit der Herstellung von Silberschmuck in all seinen Facetten. Sie lieben das Thema sich zu schmücken, sich immer wieder neu zu interpretieren und in liebevoll gefertigte Schmuckstücke umzusetzen. Inspirieren lassen Sie sich gerne von der Natur, von ihren Formen und Farben. Und von den kleinen Momenten des Lebens. Diese Lebensfreude lebt in der Triangel Schmuckdesign Kollektion wieder. Die Schmuckstücke begeistern in ihrer schlichten Schönheit und mit frischen, farbenfrohen, echten Edelsteinen. So lustvoll ist auch der Stadtring für Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Clip Team entstanden. Ein Ring, der traditionelle Wahrzeichen und Moderne gelungen vereint. Liebevoll verpackt und begleitet von einem kleinen Booklet, in dem die Wahrzeichen kurz vorgestellt werden. Triangel Schmuckdesign, Reinhard Ladhoff, Hindenburgstraße 13, 27616 Beverstedt, www.triangel-schmuck.de


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Maßschuhe für den großen Auftritt In der Schuhmanufaktur Stephan Linger wird traditionell jeder Schuh individuell gefertigt: Sowohl die genauen Maße der Kunden als auch deren persönlicher Geschmack stehen im Vordergrund. So entsteht ein ganz persönliches Kleidungsstück, auf das man sich jahrelang verlassen kann: Weil es sorgfältig von Hand gefertigt wird, dafür wertvolle Ledersorten ausgesucht werden und weil es in Form, Farbe und Ausstattung den eigenen Wünschen entspricht. Sämtliche Schuhe sind nach alter Tradition von Hand eingestochen und rahmengenäht. Im Damenschuhbau werden auch leichtere Bauarten angewendet. Durch die Kombination verschiedener Macharten ist die Variationsbreite fast unbegrenzt. Schuhmanufaktur Linger, Neuer Markt 12, 49770 Herzlake, www.schuhmanufaktur-linger.de

Traditionshaus Plate feiert große Wiedereröffnung

Foto: Oldenburgische Volkszeitung

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Osnabrück 5/2011

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Tradition und Trend, dazu erstklassige Beratung und Kundenservice, so lautet das seit Jahrzehnten erfolgreiche Konzept des Modehauses Plate in Damme. Nach nur fünfwöchiger Umbauphase wurde Mitte August das in dritter Generation geführte Traditionshaus wiedereröffnet. Ab sofort präsentiert sich Plate nun auf großzügigen, ebenerdigen 550 Quadratmetern Verkaufsfläche. Neben dem hellen Steinfußboden setzt ein modernes Lichtsystem die präsentierte Mode optimal in Szene. Auch das Thema Nachhaltigkeit hatte während des Umbaus einen großen Stellenwert. „Wir beziehen unseren Strom von unserer eignen Photovoltaikanlage auf dem Dach“, berichtet Hubertus Sandscheper. Daneben sorgen der neu entstandene Parkplatz direkt hinter dem Geschäft ebenso wie der neue Hintereingang für noch mehr Komfort beim Shoppen.

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Insidertipps Termine | Seite 126

Termine Kultur im Osnabrücker, Tecklenburger und Emsland sowie in der Grafschaft Bentheim Ausstellung | Osnabrück | „Levitation“ – Werke von Daniel Pešta Bis 27. November, Felix-Nussbaum-Haus Die Ausstellung „Levitation“ steht unter dem Jahresthema „Würde“. Sie umfasst ein breites Spektrum an Ausdrucksmitteln – angefangen bei Malerei, über Raum- und Wandinstallationen bis hin zu Videoart und Konzeptkunst. Der tschechische Künstler Pešta hat für seine Ausstellung ein künstlerisches Projekt realisiert, in dem er sowohl mit dem Maler Felix Nussbaum als auch mit dem Architekten Daniel Libeskind in Dialog tritt. Unter „Levitation“ versteht man einen Zustand des „Schwebens“. Der Künstler Daniel Pešta beschäftigt sich in seiner Kunst mit der Vieldeutigkeit dieses Begriffs. Pešta nutzt alltägliche Momente aus der Geschichte früherer Generationen, die zu politischen und gesellschaftlichen Höllen und Familiendramen führten, um Fragen zum kollektiven Bewusstsein zu stellen. Dabei geht es ihm immer auch um das Vergessen von Unrecht und Verbrechen. Das in gewissem Sinne sehr politische und engagierte Werk stellt die unendliche Geschichte menschlichen Lebens und menschlicher Schicksale dar. www.osnabrueck.de

Ausstellung | Rheine | „Nuhr fotografiert!“ 06. November bis 11. Dezember, Kloster Bentlage Dass Dieter Nuhr nicht nur zu den Großmeistern der deutschen Kabarettszene gehört, sondern auch ein bemerkenswerter Fotograf ist, der an der Folkwang-Hochschule studierte, blieb den meisten Menschen bislang verborgen. Das hat sich nun durch ein Ausstellungsprojekt geändert, das bereits in Siegen, Ratingen und Siegburg zu sehen war und nun im Kloster Bentlage vorgestellt wird. Zu seinen Arbeiten führt der Künstler aus: „Meine Fotos haben keinen apokalyptischen Weltblick. Sie prangern nicht an. Sie zeigen oft Spuren, Hinterlassenes aus vielen verschiedenen Teilen der Welt. Sie zeigen Seifen in Indien und Totenerinnerungskästen in Griechenland ebenso wie Tischkicker in Mali. Sie ordnen die Welt meist in senkrechte und waagerechte Linien. Sie sind frontal und vermeiden dramatische Perspektiven und Effekte. Was ein Foto kann? Wirklichkeit inszenieren und exemplarisch wirken. Es sagt: So ist es. Im besten Fall hat es Recht.“ www.kloster-bentlage.de

Tischkicker in Mali – die Fotografien von Dieter Nuhr stammen aus allen Teilen der Welt.

Sonstiges | Gehrde | Martinsmarkt 04. November, Hof Groneick Der Martinsmarkt auf dem Hof Groneick hat ein ganz besonderes Ambiente – er findet statt auf einem Artländer Hof mit altem Baumbestand, mehreren Scheunen, einem Backhaus und einem tollen Bauerngarten. Die mehr als 50 Stände mit Kunsthandwerk, Skulpturen, Kaffee und Kuchen und anderen Spezialitäten zum Schauen, Kaufen, Mitmachen und Genießen sind über alle Gebäude und im gesamten Gartenbereich verteilt. Zum fünfjährigen Jubiläum finden überdies zwei Sonderveranstaltungen statt: Am 4. November wird um 19.30 Uhr mit dem Stück „Krise mit Luise“ ein Marionettentheater für Erwachsene aufgeführt. Einen Tag später, am 5. November, gibt die Band „Feelin` good“ ab 20 Uhr ein Konzert. Zu beiden Veranstaltungen können Combi-Tickets erworben werden, die zum Eintritt an beiden Markttagen berechtigen. www.groneick.de


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Bühne | Nordhorn | Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull 07. November, Konzert- und Theatersaal Nordhorn Zu allen Zeiten haben Hochstapler die Menschen fasziniert. Felix ist fest entschlossen, seinem Namen der „Glückliche“ alle Ehre zu machen. Nachdem er mit Geschick und Phantasie dem Militärdienst entkommen ist, bricht er nach Paris auf. Als Liftboy eines Nobelhotels betört der charmante junge Mann mit besten Manieren Gäste wie Vorgesetzte. Die Gattin eines schwerreichen Fabrikanten wirbt um seine Gunst, ein Millionärstöchterchen erwählt ihn zu ihrem Traumprinzen und ein einsamer Lord will ihn auf sein Schloss in Schottland mitnehmen. Unerwartet bietet sich Krull die Chance seines Lebens. Bis heute sorgt Thomas Manns Roman über den unwiderstehlich verführerischen Gauner Krull für amüsantes Lesevergnügen. www.nordhorn.de

Ausstellung | Bramsche | SteinzeitMassaker Tatort Talheim

TV-Schauspieler Wolfgang Grindemann spielt eine der Hauptrollen in dem Theaterstück

Bis 8. Januar, Museum und Park Kalkriese 1983 entdeckt ein Landwirt beim Bau eines Frühbeets in seinem Gemüsegarten bei Talheim nahe Heilbronn menschliche Knochen. Unfall? Unglück? Oder Mord? Fachleute nehmen die Ermittlungen auf. Sie legten insgesamt 34 Skelette frei. Mit modernsten Methoden kommen die Archäologen, Anthropologen und Gerichtsmediziner dem Verbrechen auf die Spur. Sie führt 7000 Jahre zurück, direkt in die Steinzeit. Wie? Das und mehr erfahren Besucher im Museum und Park Kalkriese. Die Varusschlacht im Osnabrücker Land präsentiert die Sonderausstellung „Steinzeit-Massaker Tatort Talheim“. Die Ausstellung zeigt anhand von Originalfunden, Repliken und beeindruckenden naturalistischen Gesichtsund Körperrekonstruktionen die neuesten Forschungsergebnisse vom Tatort Talheim. www.kalkriese-varusschlacht.de

Sonstiges | Ibbenbüren | 2. Groner Schleppjagd 23. Oktober, Gut Grone Zum zweiten Mal findet die Groner Jagd am Gut Grone statt – also fast schon traditionell. Christoph Deiters lädt ein nach Ibbenbüren: Die Schleppjagd findet statt hinter der Beagle-Meute-Münsterland. Sie geht über zirka 15 Kilometer mit jagdgerechten Sprüngen. www.schleppjagd24.de

Bühne | Osnabrück | Hommage an Frida Kahlo 29. Oktober, Erstes unordentliches Zimmertheater „Surrealismus ist die magische Überraschung, in dem Schrank, aus dem man ein Hemd holen wollte, einen Löwen zu finden“, hat die mexikanische Malerin Frida Kahlo einmal gesagt. Das Publikum wird überrascht von einer modernen, voll im Leben stehenden Frau. Die Protagonistin, die keinen Zug verpassen will und durch das Chaos des täglichen Lebens hetzt, plant eigentlich nur, sich für ein Kostümfest zu verkleiden. Doch sie kehrt verwandelt in ihre Welt zurück, als sie das Kostüm der Frida Kahlo wieder auszieht. Für ihre Hommage an Frida Kahlo hat die Theaterautorin Beate Sarrazin Facetten aus dem Leben der mexikanischen Malerin mit Szenen aus dem Alltag einer modernen Frau verwoben.Frida Kahlo ist ein Sprachrohr des Schmerzes in einem Jahrhundert, das sehr viele Leiden gesehen hat. „Ich bin nicht krank, ich bin zerbrochen“, schreibt sie wenige Tage vor ihrem Tod, „aber solange ich malen kann, bin ich froh, dass ich am Leben bin.“ www.zimmertheater-online.de


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Bühne | Osnabrück | Minna von Barnhelm 25. Oktober, Theater Osnabrück Minna liebt Tellheim und Tellheim liebt Minna. Alles wäre so einfach – wäre da nicht die gekränkte Ehre, die es dem abgedankten Offizier unmöglich macht, die Liebe Minnas oder die Hilfe seiner Freunde anzunehmen. Gotthold Ephraim Lessing schrieb sein Lustspiel 1763 bis 1767, unter dem unmittelbaren Eindruck des Siebenjährigen Krieges, und stellt darin auf humorvolle Weise immer noch aktuelle Fragen nach der Bedeutung gesellschaftlich normierter und sanktionierter Anerkennung für den Einzelnen. Frank Abt arbeitete bisher u. a. am Deutschen Theater Berlin, am Hamburger Thalia Theater sowie am Münchner Volkstheater und dem Schauspielhaus Graz. www.theater-osnabrueck.de

Ausstellung | Meppen | Lichtinstallationen und Malerei - Sebastian Clavée Bis 6. November, Kunstzentrum Koppelschleuse Die Arbeiten von Sebastian Clavée spielen mit Fiktion und Realität. Die Themen „Zeit, Erinnerung und Reise“ verbindet die Werke. Verzerrung durch Unschärfe, Flüchtigkeit, Abstraktion und Irritation kennzeichnen die Arbeiten stilistisch. Dadurch fühlt sich der Betrachter in das Werk eingebunden, kann mitfühlen, mitdenken und miterleben. Die Werke verbinden Materialien und geben ihnen dadurch eine neue Interpretation. Durch auflösende Strukturen und flüchtige Linien entsteht eine Irritation aus Wiedererkennung und Fragment. Die intensive Bearbeitung der Werke und das Verbinden verschiedener Malmittel hinterlassen deutliche Spuren, die über die Werke hinaus weisen. Dadurch entsteht eine Offenheit in der Interpretation. www.meppener-kunstkreis.de

Sonstiges | Hagen a.T.W. | Adventsausstellung 13. November, Neue Blume Zu einer adventlichen Ausstellung in vorweihnachtlicher Atmosphäre mit Glühwein, Kinderpunsch, Livemusik und schönen Arbeiten lädt Mitte November Floristin Marion Franke von Neue Blume nach Hagen am Teutorburger Wald ein. Traditionell wird am Samstag vor dem Volkstrauertag das Geschäft zu einer Ausstellungsfläche umgebaut; am Sonntag wird die Ausstellung mit Einbruch der Dunkelheit (17 Uhr) eröffnet. www.neue-blume.de

Musik | Lingen | Status Quo 22. Oktober, Emslandhallen Status Quo rocken gemeinsam mit „The Hooters“ zum 20-jährigen Jubiläum der Emslandhallen in Lingen. Originell, einmalig und von totaler Durchschlagskraft: die britische Boogie-Rocklegende Status Quo und die US-amerikanische Band The Hooters gehen als Konzertpaket auf Deutschland-Tournee! Die gemeinsame Gastspielreise der beiden Rocklegenden bietet die doppelte Dosis an Stimmung und Hits. Status Quo, seit 1967 aktiv, werden neben einem Showdown ihrer zahllosen Klassiker von „Caroline“ und „Down Down“ über „Whatever You Want“ bis „Rockin’ All Over The World“ auch Songs ihrer neuen, zur Veröffentlichung im Juni 2011 anstehenden StudioCD „Quid Pro Quo“ präsentieren. www.lingen.de

Musik | Osnabrück | The Frank Roy Orchestar 02. November, Haus der Jugend Im Stil der großen deutschen Rundfunk- und Unterhaltungsorchester wird die Band um Saxophonist und Bandleader Roy Frank das Publikum in die Zeit der großen Samstagabend-Shows entführen. Im Mittelpunkt stehen Klassiker aus der guten alten Zeit der deutschen Film- und Fernsehunterhaltung der 60er und 70er Jahre sowie Hits aus der Swing-Ära. Im Gepäck hat das neue Hamburger Orchester, das sich aus exzellenten Musikern der Norddeutschen Musikszene zusammensetzt, die isländische Sängerin Hrund Ósk Árnadóttir. www.osnabrueck.de


Lohner Schmäh

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Kolumne von Jan-Christoph Poppe

A

uch wenn Rainer Maria Rilke ein großer Lyriker war, ein großer Meteorologe und Klimaforscher kann er nicht gewesen sein, sonst hätte er sein Werk „Herbsttag“ sicherlich nicht mit der Zeile „Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß“ beginnen lassen. Der Sommer war sehr nass. Freiwillige Feuerwehren mussten gänzlich gegen ihren Rhythmus Keller auspumpen, statt vernünftige hitzebedingte Waldbrände zu löschen. Allerdings hat diese eindrucksvolle mehrmonatige Nimbostratusdemonstration auch einen Vorteil. An das tagelange Dunkel, das Wettern und Wüten, Pfeifen und Prasseln von Herbst und Winter hat man sich bereits im Juli gewöhnen können. Was aber braucht der Mensch, um auch in den dunklen Jahreszeiten freudvoll Richtung Frühling blicken zu können? Er braucht Licht. Er schätzt das angenehme Gefühl, sich in der Düsternis des Novembers von weicher, heller Flut den Weg nach Hause weisen zu lassen. Nicht ohne Grund basteln seit Generationen die vergnügten Kindergartenkinder im Herbst Stunde um Stunde Laternen, um sie dann bei einem der zahllosen Martinsumzüge mit leuchtenden Augen, nunja, in Flammen aufgehen zu lassen. Das jedenfalls war früher so, als der Laternenumzug noch einen anthropologischen Hintergrund hatte – da hat das anfangs vergnügte Kindergartenkind noch gelernt, was vor tausenden Jahren unsere Vorfahren in den Höhlen der Dammer Berge herausgefunden haben: So ein Feuer kann wärmend und hell sein, es kann aber auch deine Laterne fressen. Heutzutage fehlt den meisten Kindern diese Erleuchtung, weil Mutti und Vati sich vor Beginn des Laternenumzugs wochenlang in einschlägigen Elterninternetforen herumtreiben, um herauszufinden, in welchem Supermarkt es die günstigsten Plastikstäbe mit Glühbirnchen für Kinderlaternen gibt, auf dass die Kleinen sich nicht ihre Finger verbrennen. Und zumindest in dieser Beziehung entpuppt sich die Gesellschaft von heute nicht als eine aufbegehrende, alles davon schwemmende Woge von Wutbürgern, sondern als verhuschte, ängstliche Menge von Präventionsfanatikern, die es im Zweifel sogar hinbekommt, im Zuge der Digitalisierung des Laternenmarktes lieber das väterliche iPhone samt Kerzen-App in Jonas-Paul-Maximilians selbstgebasteltem Lampion baumeln, anstatt das Kind mit einem Teelicht losmarschieren zu lassen. Angst essen Kerze auf. Einen Fakt aber haben diese, pardon, Glutbürger übersehen. In naher Zukunft wird uns Europäern das Licht, wie wir es kennen, komplett ausgeblasen. Ab 01.09.2012 gilt EU-weit die Verordnung 244/2009 und damit das Glühbirnenverbot, an die Stelle der kleinen Glasbirne tritt endgültig die so geschätzte Energiesparlampe, die in etwa ein so angenehmes Licht von sich gibt wie ein nimbo-

stratusbedeckter Wintertag. Der geliebte Wolframfaden hat dann ausgeglüht, so wunderbare Bezeichnungen wie der Spitzname „Osram“ für Bayern Münchens Trainer Jupp Heynckes, dessen Kopf bei Erregung immer so schön rötlich schimmert, scheinen dann aus der Zeit gefallen – und wir wollen hier nur am Rande erwähnen, dass der Fußballer Wolfram (sic!) Wuttke als Schöpfer dieses Spitznamens gilt. Es wird nicht mehr „Paff“ machen und dann dunkel, wenn sich eine Glühbirne verabschiedet und man muss nicht eine halbe Stunde warten, bis sich die völlig überhitzte Glaskugel von Hand aus der Fassung bringen lässt. Und dennoch: Fast scheint es, als hätte sich eines dieser kleinen gelben Baustellenschilder, vor denen man als Kind wahnsinnigen Respekt hatte, weil sie einem unter anderem einbläuten, dass die Eltern haften, verselbstständigt: Feuer, offenes Licht und Rauchen gesetzlich verboten. Der österreichische Filmemacher Christoph Mayr beleuchtet in seinem Dokumentarfilm „Bulb Fiction“ die Lampenfrage und stellt darin fest: in 10.000 Energiesparlampen findet sich Quecksilber in Mengen, die 50 Millionen Liter Trinkwasser verseuchen können. Das ist im Vergleich recht viel dafür, dass sich eine brennende Kinderlaterne mit einem Eimer Brackwasser löschen ließe. Wenn also die Energiesparlampe ungeeignet und die Glühbirne aus den Haushalten verschwunden ist, hat das was für sich: Es sollten sich die Glutbürger erheben. Es sollten die Kerzen zurückkehren in die Kinderlaternen und an die Weihnachtsbäume. Weltmeister der Kerzen, das soll das Ziel sein, denn schon Antoine de Saint-Exupéry wusste: „Das Wesentliche einer Kerze ist nicht das Wachs, das seine Spuren hinterlässt, sondern das Licht.“ Die Kindergartenkinder werden es uns danken. Die Freiwilligen Feuerwehren auch.

Der Autor und Kabarettist JanChristoph Poppe stammt gebürtig aus dem niedersächsischen Lohne. Erste Literaturerfahrungen sammelt er während des Studiums in Leipzig; ab 1999 ist er mit Lesungen und Satireshows regelmäßig auf den Kleinkunstbühnen der sächsischen Metropole zu finden. 2003 zieht Poppe nach Berlin, studiert in Babelsberg an der Hochschule für Film und Fernsehen Dramaturgie und schließt das Studium 2007 mit seinem ersten abendfüllenden Solokabarettprogramm „Ende der Probezeit“ ab. Jan-Christoph Poppe ist 35 Jahre alt und lebt in Wien.


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Spezial: Hochzeit Schlossallee 6. Jahrgang, www.schlossallee.com ISSN 1866-0932 Herausgeber Verlag Rottwinkel-Kröber GmbH Brückenort 15, D - 49565 Bramsche Tel. 0 54 61 / 94 02 10 Fax 0 54 61 / 94 02 20 www.verlagkroeber.de

Redaktion Svenja Dierker (Leitung) s.dierker@verlagkroeber.de Johanne Uphoff j.uphoff@verlagkroeber.de

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Druck Druckerei Silber, Niestetal Abonnement Jahresabonnement (6 Ausgaben) 24 Euro inkl. 7% MwSt., inkl. Versand im Inland.

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Herausgeber & verantwortlich für den Inhalt Barbara Rottwinkel-Kröber

Weitere Mitarbeiter Dorit Barz, Eva-Maria Hermes, Dagmar Sauer

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Schlossallee Osnabrück 5 2011