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Schlossallee

Schlossallee

1 | 2012

Nr. 1/2012 | Februar/März | 3,50 Euro |

www.schlossallee.com

Das Regionale Lifestyle Magazin für Das Osnabrücker, Tecklenburger und Emsland sowie die Grafschaft Bentheim

VfL-Trainer Pele Wollitz Homestory: Vom Lagerhaus zur Luxuswohnung

Kaffee: Die Kunst des Röstens

Kloster Gravenhorst: Kunst & Kommunikation

Gespräch auf dem roten Sofa


Aktuell | Seite 2


Liebe Leserinnen und Leser, Ist das zu glauben? Da hatten wir uns gerade noch gefragt, ob diese teuren Winterstiefel, die wir uns im Oktober zugelegt haben, überhaupt nötig gewesen wären, und plötzlich herrscht Eiszeit in Deutschland! Und das – ich habe gerade nachgesehen – laut wetter.com noch den ganzen Februar. Nicht mehr zweistellig zwar, aber immer noch ziemlich kalt. Ob man dieses Jahr auf dem Ossensamstag also mehr Eisbären als -prinzessinnen sehen wird? Immerhin gibt es sie noch, die Veranstaltung, die von vielen frenetisch gefeiert wird, wegen der jedoch mindestens genauso viele regelmäßig die Stadt verlassen. Lange war die Finanzierung wackelig, jetzt steht fest: Der umstrittene Umzug findet statt. Ehrlich gesagt – wer wirklich Karneval feiern oder mit seinen Kindern einfach einen schönen Umzug bestaunen möchte, der fährt ohnehin nach Damme oder gleich ins Rheinland. Warum, lesen Sie auf Seite 6. Er würde, wenn er könnte: Pele Wollitz mag den „Kölschen Karneval“. Allerdings hat er gerade Wichtigeres zu tun, und zwar nichts geringeres, als Fußball-Osnabrück zu altem Ruhm zu verhelfen. Eigentlich war bei den Lila-Weißen ein AufbauJahr vorgesehen, aber das passe nicht in die Mentalität der Stadt und so wurden fluchs neue Ziele definiert, wie uns der neue, alte Trainer bei einem Gespräch auf dem roten Schlossallee-Sofa verriet. Das ganze Interview ab Seite 18. Ein Veranstaltungshighlight, das Lust auf den Sommer macht, wirft aktuell schon seine Schatten voraus: Die 2. Osnabrücker Modenacht! Am 16. März präsentieren im Bissendorfer Solarlux-Forum namhafte Aussteller in einer großen Bühnenshow und an zahlreichen Ständen die Trends im Frühjahr/Sommer 2012. Sichern Sie sich jetzt Ihre Karte unter www.schlossallee.com! Auch im Kunsthaus Kloster Gravenhorst startet man in die neue Saison. Die vier Stipendiaten des Projektes „KunstKommunikation“ beziehen in diesen Tagen ihre Ateliers, um vor Ort ihre Ideen auszuarbeiten. Das Besondere: Die einzelnen Projekte haben nicht nur einen regionalen Bezug, sondern beziehen auch die Menschen der Umgebung mit ein. Mehr dazu ab Seite 82. Ob Ihnen nun der Sinn nach Mode, Karneval, Fußball oder Kultur steht: In unserer Region werden Sie in diesen Wochen ganz sicher auf Ihre Kosten kommen. Vergessen Sie nur die Wollmütze nicht! Es grüßt Sie Ihre Svenja Dierker Projektleitung


Schloss Inhalt Ausgabe 1 | Februar/März 2012 | 7. Jahrgang | Seite 4

Szene

Talente der Region

Seine Vorbilder sind Aaron Peirsol und Ian Thorpe: Jeremy-Jay Krogull-Hull, 18 Jahre alt, ist eines der Top-Talente im Schwimmsport in Niedersachsen. Wir haben ihn beim Training getroffen. Seite 46

Aktuell Das Neueste aus der Region Helau Dammensia! ................................ Kurzmeldungen....................................... Lückenlatein .......................................... Neujahrsempfänge ................................. Porsche Präsentation ............................ Nacht des Sports ..................................

Wohnen 6 8 11 12 14 17

Szene Interview Pele Wollitz: „Ich bin kein Retter“............. Homestory Altes Lagerhaus mit neuem Schick ......... Klassiker Mode: Zeitlos schön .............................. Interview Über Stil lässt sich nicht streiten..............

18 24 28 32

34 43 46

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Anzeigen

Genuss

Region Meppen Von Bokeloh bis zum Boßel-Highway...... Erlebnis Ein Münsterländer Genussabend ............ Talente der Region Jeremy Krogull-Hull: Auf dem Sprung an die Spitze.................

Tischkultur Der Esstisch............................................. 48 Garten Aufbruchstimmung: Neuer Garten – alter Charme ................... 56 Facelift fürs Haus Sanierung der Bestandsimmobilie ............ 61

Lese- & Hörtipps Aus der Welt der (Hör-)Bücher ................ Termine Kultur im Osnabrücker Land..................... Lohner Schmäh Kolumne von Jan-Christoph Poppe.......... Vorschau / Impressum...............................

Kaffee Energie aus der roten Frucht..................... 67 Bauernhofcafé Pyer Hofcafé............................................. 70

MeVitus .............................................................. 10 Neue Blume ........................................................ 16 Restemeier ......................................................... 53 Garten & Wohnen ................................................ 54 Insidertipps: Firmen empfehlen sich ................... 90

Leben Gesundheit Orthopädie: Von Kopf bis Fuß .................... Wellness & Beauty Fit ins neue Jahr .....................................

72 76

Kultur Kloster Gravenhorst Kunst für alle Sinne ................................. Kunsthalle Dominikanerkirche „Zwischen den Zeiten“ .............................

82 87

Titelfoto: Christa Henke


allee

Seite 5

Genuss

Feinbrennerei Sasse

Wer denkt, dass Korn immer klar und scharf sein muss, der kennt den Münsterländer Lagerkorn nicht! Destilliert in der Feinbrennerei Sasse in Schöppingen, ist er schon nach 15 Jahren ein regionales Traditionsprodukt. Wir haben ihn probiert! Seite 43

Klassiker

Mode Schon Coco Chanel sagte: „Ich bin gegen Mode, die vergänglich ist.“ Und tatsächlich gibt es Kleidungsstücke, die absolut zeitlos sind: das kleine Schwarze gehört ebenso dazu wie Trenchcoat oder Jeans. Seite 28

Wohnen TischKultur Vier Beine, eine Platte und rundherum Stühle: Ein Tisch ist etwas Simples! Und dabei doch so viel mehr … Eine Übersicht. Seite 48

Garten

Aufbruchstimmung Ob Neuanlage oder Bestandsgarten: Das heimische Grün verträgt dann und wann eine Erfrischungskur. Wer dabei die Herausforderung meistert, das alte Flair mit neuen Ideen aufzuwerten, schafft einen einmaligen Schatz. Seite 56


Aktuell Das Neueste aus der Region | Seite 6

Helau Dammensia! Ob Karneval, Fasching oder Fastnacht: Seit dem 11. November um 11:11 Uhr befinden sich Jecken in ganz Deutschland wieder in der fünften Jahreszeit! Mainz, Köln, Düsseldorf – die närrischen Hochburgen kennt jeder. Doch wer einmal den Dammer Karneval gefeiert hat, der weiß: Was die Rheinländer können, das können die Niedersachsen schon lange! Denn während der Ossensamstag in der Innenstadt ständig auf dem Prüfstand steht, findet man bis heute keinen einzigen Dammer, der nicht vom „Virus Carneval“ (hier streng mit C geschrieben) befallen ist – wirklich nicht!

Fast 400 Jahre Tradition Von einem Trend kann man beim Dammer Carneval wahrlich nicht reden: Die Carnevalsgesellschaft führt auf das Jahr 1614 zurück. Mittlerweile sind es fast 9.000 Aktive, die in aufwändiger Eigenarbeit die Wagen für einen fünf Kilometer langen und annähernd fünf Stunden dauernden Umzug durch die Dammer Innenstadt entwerfen und bauen. Da ist auch Kreativität gefragt: Die Themen und Motive sind nicht zentral vorgegeben, sondern eigens die Ideen derjenigen, die sich in nach Vereinen, Schulklassen, Freundeskreisen, Nachbarschaften sowie beliebig zusammengestellten Wagenbauergruppen zusammenfinden. Von wegen nüchterner norddeutscher Raum, kann man dazu nur sagen!

Rosen, Tulpen, Nelken Die Tagesnamen der Fastnachtswoche sind außergewöhnlich „duftend“: Vom Nelkensamstag über den Tulpensonntag, den Rosenmontag bis zum Fastnachtsdienstag, auch Veilchendienstag genannt. Mit den Blumen haben die Tage jedoch weniger zu tun, denn zum Beispiel der Rosenmontag verdankt seinen Namen der Raserei und dem tollwütige Eifer, mit dem das Volk diesen Tag begeht. An diesem Montag und dem vorangehenden Tulpensonntag finden vielerorts die Karnevalsumzüge statt. Am Veilchendienstag wird dann noch einmal kräftig zugeschlagen, ehe am Aschermittwoch – zumindest sollte es so sein … – die Fastenzeit beginnt.


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Ob´s warm, ob´s kalt, in jedem Fall viel Narren gibt’s im Karneval! Die Kirche war‘s Doch Vorsicht: Wer am Rosenmontag nach Damme kommt, findet statt roter Pappnasen höchstens rote Schnapsnasen – traditionell findet der Dammer Rosenmontag eine Woche vor dem offiziellen Datum statt! Schuld ist die Kirche: Sie setzte 1892 eine Non-Stop-Gebetsübung an, ausgerechnet (und wohl eher nicht zufällig) an den Fastnachtstagen. Die Dammer Narren

aber, mit ihrer damals schon 278-jährigen Carnevalserfahrung, wollten auf ihre fünfte Jahreszeit auf keinen Fall verzichten, schlugen der Kirche ein Schnippchen und feierten fortan einfach eine Woche früher. Das ist bis heute so geblieben. Auch in Osnabrück feiert man nicht klassisch am Rosenmontag, sondern am Samstag zuvor. Der Ossensamstag, nach viel Hin und Her frisch gerettet, steht in diesem Jahr unter dem Motto: „Der Ossensamstag, mit neuem Gewand – Stadt und Land in Narrenhand“. Na dann: Osnabrück Helau!

Karnevalstermine der Region: 11. Februar

Dammer Fastnachts-„Heiligabend“ 20 Uhr 1x11 Minuten 12. Februar

Dammer Traditions-Fastnacht | Umzug 12 Uhr 3x11 Minuten 13. Februar

Dammer Rosenmontag | Umzug 12 Uhr 3x11 Minuten 14. Februar

Traditioneller Gänsemarsch in Damme 11 Uhr 1x11 Minuten 18. Februar

Ossensamstag | Umzug Osnabrücker Innenstadt 19. Februar

Hüttensonntag | Umzug Georgsmarienhütte 20. Februar

Rosenmontagsumzug Rheine 14:11 Uhr 20. Februar

Rosenmontagsumzug Emsbüren 15:11 Uhr


Aktuell Das Neueste aus der Region | Seite 8

„Talente 2012“ –

Bewerbungsphase hat begonnen Es ist wieder soweit: Zum zweiten Mal wurde der Jugendkulturpreis vom Verein Kulturforum Sankt Michael in Lingen ausgeschrieben. Zu Talente 2012 gehören die Sparten darstellende Kunst, bildende Kund und Musik. Nachwuchskünstler aus der Region Emsland und der Grafschaft Bentheim können sich bis zum 23. April anmelden und auf Preisträger des Jugendkulturpreises „Talente 2009“ ein Preisgeld von 12.000 Euro hoffen. Die Preisträger werden nachhaltig unterstützt und gefördert. Anmeldungen erfolgen unter www.kulturforum-lingen.de.

Neues Buch vorgestellt

Viktoria von dem Bussche – Ich träume von einem Küchengarten Die schönsten Inspirationen für das eigene Paradies hat Viktoria von dem Bussche in ihrem neuen Buch veröffentlicht. Eine alte Tradition wird neu entdeckt, denn Küchengärten sind gerade der Trend! Begleitet von Gary Rogers Fotografien nimmt sie den Leser mit auf eine Reise durch die schönsten Küchengärten Europas. Dieses Buch ist nicht nur Inspiration, sondern ist mit praktischen Tipps für die eigene Gestaltung gespickt.

Neuer Zoodirektor in Osnabrück Der Osnabrücker Zoo hat offiziell bekanntgegeben, dass der Tierarzt Prof. Dr. Michael Böer ab Mitte des Jahres neuer Zoodirektor sein wird. Damit löst der Zoologische Leiter der Serengeti-SafariPark Hodenhagen GmbH die derzeitige Direktorin Dr. Susanne Klomburg ab. Prof. Dr. Bröer ist es für die Zukunft ein großes Anliegen, den Artenschutz mit Projekten für Besucher zu verbinden, um sie auf die Pflicht aufmerksam zu machen, die Artenvielfalt unseres Planeten zu erhalten. Außerdem möchte er unter anderem mit Beschäftigungsaktionen für das Wohlergehen der Tiere und einen spannenden Tag der Besucher sorgen.

Nicolas Heiringhoff, freier Künstler, Einzelarbeit aus der Serie „Box Set“

„Projekt Kunst“ in Bentlage Eine besondere Ausstellung präsentiert aktuell das Kloster Bentlage in Rheine: Vier Kreative, die Bildhauerin Ute Hindahl, der Maler Nicolaus Heiringhoff, der Innenarchitekt Jan Koschinowski und Designerin Stefanie Gärtner, stellen ihre Werke in einer Gruppenpräsentation in der Scheune von Kloster Bentlage aus. Jeder Künstler steht mit seinen Werken für sich; es gibt kein gemeinsam übergreifendes Konzept, gleichwohl aber eine beeindruckende Schau sehr unterschiedlicher Arbeiten. Alle Künstler sind ehemalige Schüler des Gymnasiums Johanneum in Wadersloh. Diese Ausstellung ist ein ganzheitliches kunstpädagogisches Konzept der Schule aus der Hand des Kunstlehrers und Künstlers Werner Schlegel. Auch junge Schüler stellen ihre Werke aus dem Unterricht noch bis zum 26. Februar in den Räumen des Klosters aus. www.kloster-bentlage.de

Birthe Erhardt (Foto Erhardt) und Schlossallee-Mitarbeiter Carlfritz Meyran überreichten eine digitale Spiegelreflexkamera an Thekla Hüdepohl, Gewinnerin beim Leservoting zum Schlossallee Regionalpreis für Architektur.


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Richtfest in Riesenbeck Es tut sich was am Parkhotel Surenburg: Ende November feierten die Bauherren, Philipp und Caroline Heereman von Zuydtwyck sowie Vater Constantin Frhr. Heereman von Zuydtwyck, zusammen mit den neuen Pächtern, Susanne und Alexander Breiting, Richtfest. Das Traditionshaus aus den (v.l.n.r.) Die Bauherren, Dr. Philipp und Caroline Heereman 70er Jahren wird komplett savon Zuydtwyck, sowie Vater Constantin Frhr. Heereman von niert und umgebaut. Wie gehabt Zuydtwyck. werden den Hotelgästen 30 stilvoll eingerichtete Zimmer zur Verfügung stehen, das Haus an sich erfüllt in Zukunft als „Green Building“ alle Ansprüche in Sachen moderner Technik. Neu ist das angegliederte Badehaus, das als Spa-Bereich zunächst exklusiv den Hotelgästen zur Verfügung stehen wird. Die Fertigstellung des Hotels ist für März 2012 geplant.

2. Osnabrücker Modenacht Seien Sie dabei! Ein besonderer Abend wird die 2. Osnabrücker Modenacht. Im Solarlux Forum in Bissendorf zeigen am 16. März namhafte Unternehmen, was in diesem Frühjahr/ Sommer angesagt ist. Ab 20 Uhr werden auf dem großen Laufsteg die neuesten Trends präsentiert. Im Anschluss sorgen eine Lifestyle-Messe mit Ausstellern aus den verschiedensten Branchen für Abwechslung und die Casinonacht für Nervenkitzel. Sichern Sie sich jetzt Ihre Karte unter www.schlossallee.com

Schlossallee Damen-Golfturniere Auch 2012 veranstaltet das regionale Lifestyle Magazin wieder zahlreiche Golfturniere. 15. Mai

Golfclub Münster-­Wilkinghege e.V.

29. Mai

Golfclub Emstal e.V., Lingen

Ostercappeln

5. Juni

Oldenburgischer Golfclub e.V.,

14. August Golfclub Tecklenburger Land e.V.

7. August Golfclub Varus e.V.,

Rastede

21. August Golfclub Münster-Tinnen e.V.

19. Juni

Golfclub Rheine-Mesum e.V.

28. August Golfclub Ahaus e.V.

26. Juni

Golfclub Hatten e.V.

30. August Golfclub Brückhausen e.V.,

3. Juli

Golfclub Gut Brettberg e.V.,

Alverskirchen

Lohne 17. Juli

Golfclub Aldruper Heide, Greven

24. Juli

Golfclub Osnabrück-Dütetal

e.V., Lotte

Anmeldung über die Clubs.

31. Juli

Golfclub Vechta-Welpe e.V.

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Anzeige | Seite 10

Mit Sicherheit gut beraten! Kaum ein Feld ist so umfangreich wie das der Krankenversicherung. Der Markt ist voll mit Produkten, deren Inhalte nicht immer relevant sind. Und genau deshalb kommt es hier auf eine ausführliche, individuelle, persönliche, vertrauensvolle und bedarfsgerechte Beratung an. Die MeVitus GmbH aus Münster hat sich genau diese kompetente Beratung mit Schwerpunkt Krankenversicherung auf die Fahnen geschrieben.

Individuelle Sicherheitskonzepte Jeder Mensch ist anders – und somit auch der Bedarf und der Anspruch an sein persönliches Krankenversicherungs- und Sicherheitspaket. Was der eine möchte, muss noch längst nicht das Richtige für den anderen sein. Deshalb ist das Leistungsspektrum der unabhängigen MeVitus GmbH besonders umfangreich. Es umfasst insbesondere die Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit, Dread Disease, Private Altersvorsorge und Betriebliche Altersvorsorge für Privatpersonen, Familien und Unternehmer. Dabei setzt MeVitus auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der Krankenversicherungen, was für die Kunden höchste Kompetenz und schnelle Erfolge bedeutet. Ein echter Mehrwert: MeVitus lässt seine Kunden durch das Dickicht in Versicherungsfragen blicken und schärft den Fokus für das Wesentliche, nämlich für die individuellen Bedürfnisse. Die Beratung wird besonders großgeschrieben, ebenso die Offenheit, Ehrlichkeit und die Transparenz im Umgang mit Informationen. „Dabei zählt die unkomplizierte, unbürokratische Abwicklung ebenso zu unseren Stärken wie Motivation und Zuverlässigkeit“, sagt Geschäftsführer Dipl.-Ing. Siegmund Panitz. Und weiter: „Unsere Dienstleistungen sind selbstverständlich von der Beratung (auch vor Ort) über die Antragsvermittlung bis hin zu laufenden Informationen über Ihre Versicherung völlig kostenfrei. Wir können auch im Lebens- und Sachversicherungsbereich weiterhelfen.“

Leistungsspektrum Private Krankenversicherung: Die Private Krankenversicherung besteht aus über 870 Einzelkriterien und lässt sich schon deshalb nicht über den Beitrag vergleichen. Die Auswahl, was zu versichern

ist und was nicht, können Menschen dann treffen, wenn sie ausführlich informiert wurden, was es am Markt zur Auswahl gibt und was erfahrungsgemäß im Laufe des Lebens benötigt wird. Berufsunfähigkeit: Arbeitskraft sichert Einkommen und damit die Lebensplanung. So wie der Motor das Auto antreibt, so ist die Arbeitskraft, besser deren Erhalt, unverzichtbar für ein planbares Leben. Ziele, Wünsche und Notwendigkeiten können nur dann berücksichtigt werden, wenn das regelmäßige Einkommen gesichert ist. Der Markt ist voll von Produkten, die mit Eigenschaften werben, die eher sekundär sind. Dread Disease: Die Dread Disease dient zur Absicherung bei schweren Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Besonders wichtig sind die Definition der Erkrankungen und die damit verbundene Nachweisbarkeit als Grundlage der Leistungspflicht. Hier ist der Berater in der Regel mehr als überfordert, der Fachmann aber besonders gefragt. Private Altersvorsorge: Die gesetzliche Rente reicht nicht aus, wenn man seinen bisherigen Lebensstandard beibehalten möchte. MeVitus bietet verschiedene Lösungen zur Privaten Altersvorsorge und berät, welche Versicherung den höchsten Sicherheitsstandard bietet. Betriebliche Altersvorsorge: Um sich nicht nur auf die gesetzliche Rente verlassen zu müssen, sollte man diese sowohl durch private als auch durch eine betriebliche Altersversorgung ergänzen. Ein Arbeitnehmer hat ein gesetzlich verbrieftes Recht auf Entgeltumwandlung, das genutzt werden sollte.

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Aktuell Lückenlatein

Seite 11

LückenLatein Persönlichkeiten der Region vervollständigen den Lückenbrief der Schlossallee. In dieser Ausgabe: André Lindhorst Beruf: Leiter der Kunsthalle Dominikanerkirche Geburtsdatum: 10. August 1948 Geburtsort: Oldenburg Familienstand: ledig Sternzeichen: Löwe André Lindhorst studierte Grafikdesign und Kunstgeschichte und arbeitete zunächst als Archäologe am Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück. Schon hier war er Kurator zahlreicher archäologischer Ausstellungsprojekte. Seit 1991 ist er Leiter der Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück und der Stadtgalerie Osnabrück sowie zuständig für den Bereich zeitgenössische Kunst im öffentlichen Raum. Lindhorst verfasste zahlreiche Publikationen zu architektonisch-archäologischen Themen sowie zur Kunst der Gegenwart.


Aktuell Das Neueste aus der Region | Seite 12

Neujahrsempfang im Friedenssaal

Es wurde voll im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses: Rund 250 Gäste waren der Einladung von Ira Klusmann (Vorsitzende Osnabrück-City-Marketing) und Oliver Mix (Geschäftsführer Osnabrück-Marketing- und Tourismusgesellschaft sowie Tourismusverband OSLand) zum Neujahrsempfang Anfang Januar gefolgt. Oberbürgermeister Boris Pistorius betonte in seiner Begrüßungsrede vor allem den Vorbildcharakter, den die Zusammenlegung der Geschäftsführung von OMT und TOL für andere Städte hat. Das gemeinsam von Stadt und Land herausgegebene Reisemagazin sei ein erstes Ergebnis dieser Zusammenarbeit. Bei Fingerfood und Wein ließ es sich sehr gut plaudern – so blieben die Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft teilweise bis tief in die Nacht.

Neue Energie für 2012 Ein Thema beherrschte den diesjährigen Neujahrsempfang der IHK OsnabrückEmsland-Grafschaft Bentheim: die Energie- und Rohstoffversorgung. Sowohl Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister als auch Prof. Dr. Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission und Leiter des Instituts für Wettbewerbsökonomie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf, und Peter Voss, Präsident der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland, wiesen auf die Bedeutung der Energiewende hin. 600 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung waren der Einladung zum Neujahrsempfang in die Kunsthalle Dominikaner­k irche gefolgt. Fotos

IHK Osnabrück

v.l.n.r.: Peter Voss, Prof. Dr. Justus Haucap, Boris Pistorius, Gerd-Christian Titgemeyer, David McAllister, Marco Graf

Stammt aus Quakenbrück: Prof. Dr. Justus Haucap.


Aktuell Das Neueste aus der Region | Seite 14

Ein Klassiker in neuem Glanz Dass die Präsentation eines neuen Autos meist mit viel Tamtam vonstattengeht, ist bekannt. Wenn ein Mythos neu aufgelegt wird, darf man allerdings ruhig noch ein Inhaber Michael Starke und Geschäftsführer Michael Haas

kleines Schippchen drauflegen! Michael Haas, Ge-

Das Team des Porsche-Zentrums

schäftsführer des Porsche Centers Osnabrück, sorgte bei der Präsentation des neuen 911ers in der Lengericher Gempt-Halle für die passende Atmosphäre. Die 450 geladenen Gäste gelangten über einen roten Teppich in die Veranstaltungshalle, dort erwartete sie neben einem jungen Porsche-Team und dem erlesenen Buffet auch etwas „Zauberhaftes“: die beiden Magier-Brüder Andreas und Christian Ehrlich. Um 21:40 schließlich war es so weit – mit einem großen „Knall“ wurde der „Elfer“ enthüllt. Mit 400 PS und über 300 Kilometern in der Stunde sorgt der Klassiker nun für neues Aufsehen im Hause Porsche.

Fotos

Oliver Dreher


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Seite 16 | Anzeige

Neue Blume Blütenpracht für jeden Anlass Als sich Marion und Rheinhard Franke 2002 entschlossen, ein Blumengeschäft in einem frei werdenden Ladenlokal zu gründen, war für sie von Anfang an klar, dass es etwas ganz Besonderes werden sollte. Ihr Plan ging auf: Mittlerweile ist die „Neue Blume“ zu einer echten Top-Adresse geworden, wenn es um hochwertigen Blumenschmuck geht. Und das nicht nur in ihrem Heimatort Hagen am Teutoburger Wald; seit 2005 ist Neue Blume auch im Osnabrücker Modehaus L+T zu finden.

Ästhetik steht an erster Stelle Wirklich besonders Apropos Holland: Reinhard Franke ist Blumengroßhändler und regelmäßig auf Versteigerungen im „Blumenland“ anzutreffen. Zweimal die Woche bietet er hier auf frische Rosen, Tulpen, Hyazinthen und mehr, und legt dabei besonderen Wert auf die Qualität: „Wenn man echte Leidenschaft für seinen Beruf empfindet, gibt man sich mit dem mittleren Segment nicht zufrieden“, so der Unternehmer entschlossen. Auch Marion Franke ist regelmäßig auf Messen unterwegs, um sich in Sachen Farb- und Dekorationstrends immer auf dem aktuellen Stand zu halten. Beide nehmen weite Wege in Kauf, um immer interessante und schöne neue Dinge für ihre Kunden aufzuspüren. Eine persönliche Lieblingsblume hat die Floristin derweil nicht: „Ich kann mich für alles begeistern, was wirklich besonders ist.“

Allein rund 120 Hochzeiten im gesamten Osnabrücker Land hat Marion Franke im letzten Jahr ausgestattet, dazu kommen Trauerfloristik sowie komplette Wohnraum- oder Bürodekorationen. Auch in der Neuen Blume weht regelmäßig ein frischer Wind: „Wir wechseln dreimal jährlich die Ladendekoration – Wandfarbe eingeschlossen“, so die Eheleute unisono. Zur Adventsausstellung wird dann der gesamte Verkaufsraum umgestaltet, inklusive Möbel und Beleuchtung.

Neue Blume Alte Straße 10 | 49170 Hagen a.T.W. Tel. 05401 / 83 25 65 Große Straße 27-32 (im L+T) 49074 Osnabrück Tel. 0541 / 580 11 71 www.neue-blume.de

info

„Dass Blumen in einem Shop-in-Shop-Konzept frisch gebunden werden, ist deutschlandweit einmalig“, so Marion Franke, die vor ihrer Selbstständigkeit lange in einem Blumengeschäft in Oldenburg angestellt war. Ebenso wie ihr Mann, Rheinhard Franke, hatte sie schon immer die Vision, zeitgemäße Floristik zu machen, die die Erwartungen des Kunden übertrifft. So steht die Ästhetik stets an erster Stelle. Nur Dinge zu verkaufen, die man selber mag – das gehört ganz klar zum Selbstverständnis der Floristin. Dass auch bei Letzterem Wert auf Qualität und Handarbeit gelegt wird, versteht sich fast von selbst: Die Keramik-Gefäße der Marke „Ecri“ etwa stammen ebenso aus einer niederländischen Manufaktur wie die gläsernen Vasen der Marke „Dutz“.

Veranstaltungen und Raumausstattung


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Laudatorin und Sportlerin des Jahres 2010 Kristina Gessat überreichte den Leo an Trainer des Jahres Jovi Stojceski (American Football) von den ASC Tigers.

Sportliche Leo’s vergeben Zum mittlerweile dritten Mal trafen sich Sportler, Sportfans und Anhänger Ende Januar im Bad Rothenfelder Kurhaus, um herausragende Leistungen zu ehren. Tanzeinlagen, Musik und Ballartistik auf höchstem Niveau bildeten einen attraktiven Rahmen. Unterhaltsam und charmant führten Matthias Witte (OS1.tv) und Alina Wegner durchs Programm und verkündeten die Sieger in den verschiedenen Kategorien.

Fotos

Damen-Team des Jahres wurden die Judoka des Osnabrücker Turnerbundes (OTB), die neben dem VizeTitel in der 2. Bundesliga auch bei zahlreichen anderen Wettbewerben erfolgreich waren.

M. Frankenberg, M. Dömer, Gradierwerk.info

(v.l.n.r.) Matthias Witte und Alina Wegner moderierten den Abend, der von Thorsten Pisker und Henning Hacker organisiert wurde.

Eckhardt Staege wurde für die Veranstaltung des Jahres (Meller Crosslauf) ausgezeichnet, Langstreckenläuferin Christin Kulgemeyer wurde Sportlerin und Sprinter Patrick Jochmann Sportler des Jahres. Team des Jahres 2011: Die Football-Mannschaft der ASC Tigers.


Szene Interview | Seite 18

» Ich bin kein Retter «

VfL Osnabrück-Trainer Pele Wollitz im Gespräch mit Schlossallee-Herausgeberin Barbara Rottwinkel-Kröber.

Sofa: Strässle; zur Verfügung gestellt von Dransmann Wohnideen in Georgsmarienhütte; Vielen Dank an die Familie Dransmann! www.dransmann.com


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Pele Wollitz im Schlossallee-Gespräch

Er verdankt seinen Spitznamen einem brasilianischen Ausnahmefußballer: Claus-Dieter „Pele“ Wollitz. Als erster Gast unserer neuen Reihe hat er auf dem Schlossallee-Sofa Platz genommen und sich exklusiv mit uns unterhalten – über das Neumarkt-Einkaufscenter, die zweite Bundesliga, Internetforen und was er am Tag des Weltuntergangs so vorhat … Interview

Barbara Rottwinkel-Kröber: Lieber Pele Wollitz, herzlich willkommen auf unserem roten Sofa! Pele Wollitz: Danke! Beginnen wir mit einem lokalpolitischen Thema. Die Renovierung der OsnabrückHalle ist ein Evergreen, außerdem wird immer mal wieder über eine Veranstaltungshalle diskutiert. Wie ist Ihre Meinung als Sportler zu diesem Thema? Wenn wir konkurrenzfähig sein und auch mal Highlights nach Osnabrück holen wollen, brauchen wir definitiv eine Arena! Ich bin immer wieder überrascht, dass es in so einer großen Stadt, mit einer guten Struktur und einer starken Wirtschaft so problematisch ist, diese Arena zu realisieren. Sogar die Stadthalle in Cottbus bietet mehr Komfort als unsere! Das Gleiche gilt für das

Barbara Rottwinkel-Kröber, Fotos

Christa Henke

Neumarkt-Einkaufscenter: Wenn die Innenstadt lebt, ist auch ein solches Center nicht von Nachteil. Sie würde dann noch mehr Input bekommen. Aber wie so oft wird vieles, was Veränderung bedeutet, im Vorfeld immer nur negativ beurteilt.

stöhnen über das Wetter, darüber, dass wir keinen richtigen Winter haben. Da sind wir doch am Ende selbst für verantwortlich, wenn wir immer nur im Hier und Jetzt leben und nicht an die Zukunft denken. Wenn ich meinen Beitrag leisten kann, dann tue ich das auch!

» Sogar die Stadthalle in Cottbus bietet mehr Komfort als unsere! «

Haben die Majas am Ende also doch Recht? Laut ihrem Kalender soll am 21.12.2012 die Welt untergehen. Was machen Sie an dem Tag? Ich denke, dass ich dann eine gute Flasche Rotwein aufmache. (lacht)

Auf dem IHK Neujahrsempfang war das große Thema gestern Abend „Energie und Rohstoffe“. Würden Sie ein Elektroauto fahren? Ja. Ich glaube, dass wir viel mehr an unsere Zukunft denken müssen, für unsere Kinder und Enkelkinder. Ein Beispiel: Alle

Ach was – Sie sind Rotweintrinker? Wenn ich jetzt sage „Trinker“, dann wird das sicher gegen mich verwendet! Aber, ja – wenn ich etwas trinke, dann gerne guten Rotwein.


Szene Interview | Seite 20

Ich hätte jetzt eher auf Bier getippt … Dann schätzen Sie mich völlig falsch ein! Ich trinke auch gern mal ein Pils, aber lieber ist mir ein Glas Wein. Muss aber trocken sein, und darf auch ruhig einen reellen Preis haben.

Nein, das merken wir nicht. Ich war überrascht über diesen Artikel – ich bin sicher, dass wir drittgrößte Stadt bleiben! Sie wollen die Statistik widerlegen? Nein, aber ich glaube, dass es möglich ist. Dann müssen wir eben Leute einkaufen! Das wurde in Cottbus auch so gemacht, da ging es immer um die magische 100.000er Grenze.

» Wer Osnabrücker ist, der hat auch ein Stück lila-weißes Blut in seinen Adern.« Anderes Thema, das aktuell auch die Presse beherrscht: Von der Einwohnerzahl her löst Oldenburg 2015 Osnabrück als drittgrößte Stadt Niedersachsens ab. Das Thema demographischer Wandel begegnet uns im Alltag immer häufiger – was bedeutet das für den VfL? Merken Sie das schon?

Was mich als Fußball-Laie interessiert: Wie wird man eigentlich VfL-Fan? Wenn ein Verein viel Erfolg hat, dann laufen ja immer viele Menschen hin. Hier ist das noch ein wenig anders, ich glaube, dass man sich einfach sehr mit dem Club identifiziert. Wer Osnabrücker ist, der hat auch ein Stück lila-weißes Blut in seinen Adern.

Wie ist das Verhältnis des VfL selbst, also des Managements, zu seinen Fans? Ich denke gut. Es soll ja sogar ein neuer Verband gegründet werden, „Nur für diesen Verein“ – das zeigt ja, wie innovativ die Fans sind. Allerdings hat Fußball auch eine andere Seite: Entscheidend ist, dass man am Samstag gewinnt. Dann ist alles richtig. Verliert man, ist meist alles falsch. Dann wird auch die Arbeit zu extrem hinterfragt. Besonders schlimm sind Internetforen – wenn Leute anonym Unwahrheiten verbreiten können, werden sie meinst respektlos und verletzend. Das sieht man ja auch bei der ganzen Affäre um Christian Wulff und seine Frau, die ja immerhin unsere First


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diskutiert einfach nicht auf Augenhöhe. Ich kritisiere diese Anonymität zutiefst!

Lady ist. Was da so verbreitet wird, ist geschmacklos!

» Ich sehe mich nicht als Retter, aber ich bin gern der Mann, der vorneweg geht und den Schalter umlegt.« Diffamierungen in Foren – sind die auch ein Thema bei VfL-Fans? Ja, deswegen habe ich es mir schon abgewöhnt, in Foren über Fußball zu lesen. Da verletzen Menschen bewusst andere! Man

Nicht nur in Foren ist die Rückkehr des Pele Wollitz ein Thema, es gibt auch kaum eine öffentliche Veranstaltung, zu der Sie aktuell nicht eingeladen werden. Wie fühlt es sich an, der „Retter“ zu sein? Ich kann Osnabrück nicht retten! Ich glaube auch nicht, dass ich dazu geboren bin, irgendetwas zu retten! Ich bin davon überzeugt, dass man mit den Möglichkeiten, die in Osnabrück gegeben sind, Erfolg haben kann – aber dass man das nicht muss. Muss ist ein zu großes Wort. Die Anforderungen an diese Sportart sind in Osnabrück schon extrem. Erwartungen sind normal, aber es darf nicht immer nur ums Gewinnen oder Verlieren gehen. Wir haben eine neue Tribüne gebaut und Logen bekommen – mit den Möglichkeiten, die man hier hat, wurde schon viel geschaffen. Was unterscheidet Cottbus in dieser Hinsicht von Osnabrück?

Es gibt Vereine, da hat man die Hoffnung, und Vereine, da hat man die Erwartung. Cottbus ist das eine, Osnabrück das andere. Wenn man die Erwartung hat, dass ich jedes Spiel gewinne, dann baut man einen Riesendruck auf. Wenn ich dann die Erwartung nicht umsetzen kann, ist das ein großer Ballast. Einen Rucksack zu tragen haben wir alle, aber unserer ist manchmal mit Felsbrocken gefüllt. Es ist nicht immer einfach, den im Spiel abzulegen.


Szene Interview | Seite 22

Also im Prinzip sagen Sie für Osnabrück: Slow down, wir sind gut! Osnabrück ist sogar sehr gut! Manchmal stehen wir uns selbst so ein bisschen im Weg und könnten mit etwas mehr Gelassenheit noch mehr erreichen. Mir persönlich haben die Jahre in Cottbus sehr gut getan, auch für den Umgang mit der Erwartungshaltung. Wenn sich die Erwartungen auf mich als Trainer fokussieren, ist das okay. Damit wird der Druck von der Mannschaft genommen, und sie kann so begleitet werden, dass sie kurzfristig das Ziel 2. Bundesliga noch erreicht und mittel- und langfristig endlich von diesem Image als Fahrstuhlmannschaft wegkommt. Ich sehe mich nicht als Retter, aber ich bin gern der Mann, der vorneweg geht und den Schalter umlegt. Wenn Sie durch die Große Straße gehen – sprechen die Leute Sie häufig an? Ja. Ich habe immer ein offenes Ohr und unterhalte mich gern, so lange es höflich und respektvoll ist. Ich freue mich für die Euphorie der Kinder, die morgens am Frühstückstisch von ihrem Vater hören, jetzt geht’s hier wieder bergauf. Ich sage aber auch, hey Kiddies, ruhig an, wir müssen erst mal spielen! Ist das Motivation oder Belastung? Kinder sind immer Motivation! Es gibt Erwachsene, die sagen, jetzt dürfen wir nicht mehr verlieren. Ich finde den Satz schon furchtbar: Jetzt dürfen wir nicht mehr verlieren! Was soll das heißen?! Das Ziel ist bei Ihnen ganz klar definiert. Realistisch betrachtet: Wenn wir nächstes Jahr um die gleiche Zeit hier sitzen, wo steht der VfL dann?

In der zweiten Liga! Das sage ich nicht leichthin, davon bin ich überzeugt. Das Miteinander im Team ist hervorragend, der Wille ist da. Im Sommer ist man mit der Maßgabe in die Saison gestartet, ein Aufbaujahr zu spielen. Das passt nicht zur Mentalität der Stadt, so dass wir diese Maßgabe relativ schnell geändert und Ziele kurzfristig neu definiert haben. Um diese Ziel zu erreichen brauchen wir auch das Publikum. Dann geben wir alles mit voller Leidenschaft zurück! Ich hatte das Vergnügen, Ihre Truppe im Herbst auf dem Beresa Sponsorenabend kennenzulernen. Das sind ja viele junge, hochambitionierte Jungs. Ich bin nach Hause gefahren und habe gedacht, gut, dass ich die nicht jeden Tag führen muss … Das Schöne ist doch zu beobachten, wie sich die Generationen verändern. Das hält wach und stellt einen jeden Tag vor neue Aufgaben. Es sind ja völlig unterschiedliche Charaktere, der eine ist total verschlossen, der andere ist hip oder cool, oder wie man heute so sagt. Ich spreche alle unterschiedlich an und habe, glaube ich, eine ganz gute Antenne dafür, wie jemand drauf ist. Psychologie interessiert mich total! Selbstwertgefühl kann man den Spielern nur vermitteln, wenn man sich mit ihnen individuell beschäftigt. Wenn Sie sich heute vor eine Mannschaft stellen und sagen „Wir müssen elf Freunde sein“, dann überzeugen Sie niemanden. Heute sprechen Sie zu elf Individualisten – Inhalte und Vertrauen sind da das Allerwichtigste! Und Vertrauen muss man sich erarbeiten. Was würden Sie einem 20-Jährigen nach Karriereende raten? Wenn er die Voraussetzungen dazu hat, dann sollte er ein Fernstudium machen. In der er-


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sten Liga haben Spieler keine Zeit dafür, in unserer Klasse aber geht das gut. Wir haben viele Spieler, die abends noch das Abitur nachholen oder nebenbei studieren. Da sind wir auch flexibel in den Trainingszeiten. Fußball ist beruflich Ihr dominierendes Thema. Was interessiert Sie privat? Fußball.

» Ich bemühe mich, jeden Abend die Tagesschau zu sehen, das ist mein Ritual.«

sogar ein eigenes Pferd. Wenn die Jüngste Springreiten macht, dann gucke ich schon mal zu, aber ich bin dann immer so nervös! Viel nervöser als auf dem Spielfeld! Wenn sie da drüberspringt – hu, das ist nicht so meins! Ich habe immer Angst, dass sie runterfällt. Aber das ist allabendlich ein großes Thema: Wenn der Tierarzt da war oder der Hufschmied, oder dann dies oder das gemacht werden muss, dann frage ich mich immer, wie man sich so ein teures Hobby suchen kann? (lacht)

Nur Fußball? Wenn es geht 24 Stunden.

Was schalten Sie an, wenn die Bundesliga gerade nicht läuft? Ich bin leidenschaftlicher Tatort-Gucker, und ich bemühe mich, jeden Abend die Tagesschau zu sehen, das ist mein abendliches Ritual.

Aber was machen Sie, wenn Sie nach Hause kommen? Wie schalten Sie ab? Sie zappen ja nicht sofort durch die Bundesliga! Bei uns ist Reiten ein großes Thema. Meine Töchter reiten, meine Frau reitet, wir haben

Feiern Sie eigentlich Karneval? Ja, aber wenn, dann Kölsch! Beim Schunkeln und Singen kann man für mehrere Stunden mal die Seele baumeln lassen – das halte ich für sehr wichtig!

Abschließend: Was sind Ihre persönlichen Ziele für 2012? Viel Gesundheit! Ich habe gestern noch eine MRT machen lassen. Wenn man in dieser Röhre liegt, schießt einem ja alles durch den Kopf, was man jetzt so haben könnte. Gesundheit ist das Wichtigste! Die steht auch vor Erfolg! In dem Sinne: Ganz viel Gesundheit und Erfolg für 2012 – herzlichen Dank, dass Sie heute zu uns gekommen sind. Sehr gerne – hat mir Spaß gemacht!


Szene Homestory | Seite 24

s u a h r e g a L Altes k c i h c S m mit neue In der Adolfstraße 45, in bester Lage am Fuße des Osnabrücker Westerbergs, befindet sich ein kleines Juwel: ein altes Lagerhaus von 1899, das von Bauherrn Roberto Dalla Bona und dem Architekturbüro Ohnesorge zu einem Wohnhaus der Extraklasse umgebaut wurde und unter anderem beim Tag der Architektur 2011 für Aufsehen sorgte. Wir haben die aktuellen Bewohner, Greta Warner-Reinlein und Joachim Frommholz, besucht und einen Blick hinter die ursprünglich anmutende Fassade geworfen.

Text und Fotos

Svenja Dierker


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Der große Kronleuchter im offenen Treppenhaus kann am Kran auf und ab gefahren werden.

Liebe auf den ersten Blick „Gefühlt ewig“ sind Greta Warner-Reinlein und Joachim Frommholz schon ein Paar. Nun, ganz so lange ist eigentlich noch nicht her, dass sie sich kennengelernt haben: genaugenommen dreieinhalb Jahre. Vor rund einem Jahr, direkt nach Fertigstellung, bezogen sie die schicke Wohnung inmitten des Osnabrücker Katharinenviertels. Das Lagergebäude von 1899 diente im vorigen Jahrhundert als Kohlelager und -handel und beherbergte darüber hinaus Pferde, Stroh und Heu. Heute begrüßen statt Stallgeruchs Labrador-Mischling Paula und Mops Lilli die Besucher in den stilvoll eingerichteten Räumlichkeiten. Eigentlich wollten die beiden Unternehmer ein Objekt kaufen. „Wir haben immer mal wieder geguckt, aber einfach nichts gefunden, das uns wirklich gefallen hat“, so Greta Warner-Reinlein. Runder lief es, als sie sich für die Idee einer Mietwohnung erwärmen konnten und sporadisch die Augen offen hielten: „Diese Wohnung war erst das zweite Objekt, das wir uns angeschaut haben“, so die Hausherrin und ergänzt: „Ich bin hier reingekommen und habe gedacht, das gibt’s doch gar nicht! Eine so tolle Wohnung, zentral gelegen, von Grün umgeben

und doch alles fußläufig zu erreichen.“ Natürlich haben sie nicht lange gezögert und den Mietvertrag unterschrieben.

Mut statt Einheitsgrau Seit zweieinhalb Jahren betreibt Greta Warner-Reinlein gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Joachim Frommholz ihr Schuhgeschäft „Greta Schuhe“ in der Osnabrücker Bierstraße. „Ich habe für mich einfach keine Schuhe gefunden“, erklärt die Modebegeisterte, die, bevor sie nach Osnabrück zog, zwölf Jahre in München gelebt hat und aktuell plant, zusammen mit ihrem Lebensgefährten irgendwann wieder in die Hauptstadt Bayerns zurückzukehren. Und auch Frommholz, der ursprünglich aus der Spielautomatenbranche kommt, stimmt ihr zu: „Osnabrück ist einfach zu konform, auch was die Kleidung angeht. Man müsste sich mal was trauen – stattdessen sieht man nur das ewige Einheitsgrau.“ Keine Frage also, dass in ihrem gemeinsamen Geschäft keine Standards angeboten werden, sondern Schuhe, Taschen und Accessoires exklusiver Marken für den etwas „mutigeren“ Geschmack. Dass ein bisschen Extravaganz zum Lebensstandard des Paares durchaus dazugehört, erkennt man auch an der Inneneinrichtung ihrer Wohnung: Hier drei Geweihe als Wanddekoration, dort ein großer Kronleuchter, der an dem alten Flaschenzug im Treppenhaus über alle drei Etagen auf und ab bewegt werden kann. Auf den 190 qm Wohnfläche des ehemaligen Lagerhauses haben die beiden ein Domizil geschaffen, in dem sich auch Besucher von


Szene Portrait | Seite 26

Die Bodenbeläge sehen zwar aus wie Holz, bestehen aber in Wirklichkeit aus einem hochwertigen PVC – das sorgt für besseren Schallschutz in den offen gehaltenen Räumlichkeiten.

Anfang an wohlfühlen. Am Tag der Architektur im Juni 2011 waren es über 200 Interessierte, die die Räumlichkeiten besichtigt haben und in der Mehrzahl begeistert von dem Objekt in bester Osnabrücker Lage waren.

Tradition und Erinnerung Großzügigkeit war das bestimmende Thema bei den Umbauarbeiten, die insgesamt rund eineinhalb Jahre dauerten und kurz vor Weihnachten 2010 abgeschlossen waren. Das ursprüngliche Flair des 2,5-geschossigen Hauses sollte erhalten bleiben und den-

Die gereinigten Backsteine an der Südseite und der ursprüngliche Putz an der Front sorgen dafür, dass der Lagerhaus-Charakter bestehen bleibt.


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Der Balkon ist von drei Seiten verglast, um die Großzügigkeit und Offenheit nochmals zu betonen.

noch ein Wohnraum geschaffen werden, der modernsten Standards gerecht wird. Die Idee zur Sanierung hatte Bauherr Roberto Dalla Bona selbst: Er hatte das Gebäude einst von seiner Großmutter geerbt und es zwischenzeitlich selbst als Werkstatt für seine Dekorationsfirma genutzt. Kein Wunder also, dass gerade ihm die Tradition, Erinnerung und Ursprünglichkeit bei allen Umbaumaßnahmen besonders am Herzen lag. Bei der Außengestaltung blieb der ursprüngliche Charakter durch die gereinigten Backsteine der Südfassade erhalten. Auch der lediglich nachgebesserte Originalputz an der Front unterstützt den rustikalen Charme. Beim Betreten des Hauses

Im Schlafzimmer, hinter den vielen Familienfotos, erkennt man noch die ursprüngliche Fachwerkwand des Lagerhauses.

kann man auch heute noch, im Erdgeschoss stehend und den Blick vorbei an der Treppe über alle Etagen schwenkend, den Charakter des offenen Lagerhauses spüren. Während die Außenwände, das Dach und die obere Decke erhalten blieben, wurden die Innentrennwände sowie die Zwischendecke komplett neu gebaut.

Großzügigkeit war das bestimmende Thema bei den Umbauarbeiten

Über den Dächern der Stadt Im unteren Geschoss befinden sich zwei Schlafzimmer, ein Ankleideraum sowie das Badezimmer der Familie. An der inneren Wand des an der Südfassade liegenden ersten Schlafzimmers kann man die alte

Fachwerkstruktur des Gebäudes erkennen, die, mit weißem Gebälk, bewusst erhalten wurde. Ein massiver Treppenblock führt vom Erdgeschoss zur Zwischendecke. Die weiteren Treppenläufe und das Zwischenpodest aus Stahl und Holz unterstreichen die Offenheit zudem. Im Obergeschoss finden sich schließlich Küche, Essbereich und Wohnzimmer, und der persönliche Lieblingsplatz von Greta Warner-Reinlein und Joachim Frommholz: der große Balkon. Nicht nur hier, sondern im gesamten Obergeschoss wurden die tragenden Dachbalken sichtbar gelassen. „Das ist ein absoluter Traum“, so Warner-Reinlein, „hier im Sommer zu sitzen und über die Dächer Osnabrücks gucken zu können.“ Keine Frage – dass es sich hier gut wohnen und leben lässt, steht zweifelsohne fest!


Szene Klassiker | Seite 28

Klassiker: Mode

Zeitlos schön

„Ich bin gegen Mode, die vergänglich ist. Ich kann nicht akzeptieren, dass man Kleider wegwirft, nur weil Frühling ist“, sagte bereits die legendäre französische Modeschöpferin und Stilikone Coco Chanel. Und tatsächlich gibt es Kleidungsstücke, die niemals aus der Mode kommen: das kleine Schwarze gehört ebenso dazu wie der Trenchcoat oder die Jeans. Text

Johanne Uphoff, Fotos

fotolia, siehe Auszeichnung

Das Etuikleid: Stilsicheres Must-have

Wer erinnert sich nicht an die Szene in „Frühstück bei Tiffany‘s“, in der Audrey Hepburn mit sehnsuchtsvollem Blick an den Schaufenstern des Nobel-Juweliers Tiffany‘s vorbeiflaniert. Damit machte sie das Etuikleid weltberühmt. Heute gilt es als DAS Sinnbild zeitloser Mode überhaupt. Mit seinem figurbetonten, engen Schnitt setzt es die weibliche Silhouette vorteilhaft in Szene und durch

seine gute Kombinierbarkeit ist es zu jedem Anlass tragbar. Eng verwandt mit dem Etuikleid ist das kleine Schwarze. Entworfen wurde es bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts von Coco Chanel. Vor allem der klassischelegante Schnitt, der niemals über das Knie reicht, macht das kleine Schwarze zum wunderbaren Basic.

www.anitahass.de


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www.maendler.com

Die Marlenehose:

Gestern noch skandalös – heute schon ein Modeklassiker Als Marlene Dietrich die Hose in ihrem Film „Marokko“ trug, löste sie einen wahren Skandal aus. Schließlich hatte Frau bis dato Rock zu tragen, eine Hose war undenkbar! Erst „die Dietrich“ befreite die Frauen aus diesem Kleiderzwang. Heute gilt die Marlenehose als absoluter Modeklassiker. Ihr eleganter Schnitt macht sie vielfältig einsetzbar: ob als glamouröse Alternative zum kleinen Schwarzen oder als bürotaugliches Outfit im Alltag. Charakteristisch sind der hoch geschnittene Bund und die Betonung der Taille. Absolutes Must zur Marlenehose sind hohe Schuhe, sonst sieht es schnell aus, als würde man darin versinken. Aber: Ganz gleich wie hoch der Absatz ist – die Hose muss immer zum Boden reichen.

Der Trenchcoat:

www.snobdenoblesse.com

Auch in Zeiten des Friedens heiß begehrt Ein Evergreen ist der Trenchcoat. Erfunden wurde er gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Thomas Burberry. Dessen erste Ausführungen waren aus wasserabweisendem Material und damit besonders geeignet als witterungsbeständige Kleidung für die Armee. Daraus resultierte auch sein Name „Trenchcoat“ (engl.: Trench = Schützengraben). Aber erst Humphrey Bogart machte ihn so richtig bekannt! Inzwischen ist der Mantel kaum noch aus der Mode wegzudenken. Die klassischen Farben sind Schwarz, Beige und Blau.

Die Jeans:

Das Twinset:

Langweilig? Nein, klassisch! Grace Kelly, Jackie Kennedy und Audrey Hepburn wussten eines ganz genau: Ein Twinset verleiht jeder Frau Eleganz und Klasse! Entworfen vom öster-

www.maendler.com

Diese Hose ist nicht nur Kultobjekt, sondern ein absoluter Modeklassiker: die Jeans. Einst als langlebige Arbeiterhose vom Auswanderer Levi Strauß erfunden, ist sie heute salonfähig geworden. Die klassische Jeans ist die FivePocket. Sie besitzt zwei Gesäßtaschen und zwei Fronttaschen. In der rechten Fronttasche ist zusätzlich die Coin Pocket aufgenietet. Inzwischen gibt es jedoch unzählige Variationen: Ob knallenge Skinny-Jeans, tief sitzende Hüftjeans, super-trendige Boyfriend-Jeans oder weite Baggy Pants, für jeden ist das Passende dabei. Diverse Marmorierungen, Waschungen oder Verzierungen lassen die Jeans zu jeder Zeit modisch und topaktuell erscheinen.

Hugo Boss

Salonfähige Arbeitskleidung


Szene Klassiker | Seite 30

reichischen Designer Paul Weisz im Jahr 1934 für das schottische Label Pringle, löste die Kombi aus Pulli und Jacke einen kleinen Skandal aus. Schließlich trug man Feingestricktes bis dahin nur drunter. Erst in der Hippie-Zeit fiel das Twinset modisch durch, weil es als spießig galt. Seit Kurzem feiert das Duo jedoch ein modisches Comeback. Das klassische Twinset besteht aus einem eng anliegenden Pullover mit kurzem Ärmel und rundem Halsausschnitt und einer langärmeligen Strickjacke, ebenfalls mit Rundhalsausschnitt und schmalen Bündchen. Die meist einfarbigen Stücke sind nicht zu sportlich und nicht zu formell – dadurch passt das Twinset eigentlich immer. Egal, ob zur Jeans oder zum schicken Rock.

Das Kostüm:

www.chanel.com

Der Inbegriff von Glamour Es ist einfach und schlicht, besticht aber durch mondänen Chic, Glamour und zeitlosen Stil. Seit über fünfzig Jahren kleidet dieser Zweiteiler die moderne Frau von heute: das Chanel Kostüm. Es besteht aus einem lockeren Jäckchen und ausgestellten Rock im klassischen, grobnoppigen Tweed-Stoff – das Erkennungsmerkmal des Kostüms. Die Jacke ist kastenförmig, besitzt verschiedene Bordierungen und verzichtet aufs Revers. Das Chanel Kostüm kann fast von jeder Frau getragen werden, da das hüftlange Jäckchen unterschiedlichen Figuren schmeichelt. Bei einem original Chanel ist am inneren Saum der Jacke eine Metallkette eingefasst. Klassisch trägt man dazu eine Bluse mit Schlingkragen. Coco Chanel kombinierte dazu auch oft Modeschmuck und Perlenketten.

Das Poloshirt: www.hugoboss.com

Cleaner Freizeit-Chic

Vom Tenniscourt direkt in den Kleiderschrank bahnte sich dieser Modeklassiker seinen Weg. Kaum verwunderlich, denn das Poloshirt ist ein echtes Allroundtalent und bringt die nötige Sportlichkeit in den Alltag. Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts trugen Polospieler konservative, langärmelige Shirts aus festem Wollstoff. Als eigentlicher Erfinder gilt heute jedoch allgemeinhin der französische Tennisspieler René Lacoste – der damit einen neuen Trend kreierte. Früher gab es das Poloshirt in klassischer Tennistradition nur in Weiß. Heute gibt es das sportliche Modell inzwischen in sämtlichen Regenbogenfarben, und es hat sich zu einem wahren Klassiker in der Modewelt gemausert: lässig, sportlich und zeitlos kann man das Poloshirt vielseitig stylen.


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Der Budapester:

Lässige Alternative zum Lackschuh www.lodgerfootwear.com/

Ein Blick auf den Namen verrät, dass dieses Modell aus Budapest stammt. Dort wird der Budapester seit dem 19. Jahrhundert angefertigt. Die unverwechselbaren fast geraden und breiten Leisten gehören, neben der relativ hohen und breit gerundeten Schuhspitze, zu den beiden wichtigsten Merkmalen der Budapester. Typisch osteuropäisch sind bei diesem Schuhmodell das Lochmuster und die Leistenform. Aufgrund dieses Musters fallen diese Schuhe unter dem Oberbegriff Brogues. Der Name Brogue kommt aus dem Schottischen und ist eine Bezeichnung für die charakteristischen Löcher im Schuh. Erfunden wurden diese von irischen und schottischen Hirten, die nach einer Wanderung durch Sumpfgebiete das Wasser und den Schlamm abfließen lassen wollten. Gleichzeitig unterstützten die Löcher ein schnelleres Trocknen. Inzwischen ist der Budapester jedoch die erste Wahl, wenn es um die Suche nach einem geeigneten Anzugschuh geht.

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Leuchtender Sommer Die weiße Bluse gehört zum Klassiker in jedem Kleiderschrank einer Frau. Das Farbthema „Bright Summer“ aus der aktuellen Frühjahr/ Sommer-Kollektion von Fior Da Liso kombiniert klassische Eleganz mit leuchtend schönen Farben. Floral bedruckte Innenfutter und Ellbogenpatches sind liebevoll ausgewählte Details, die für das gewisse Etwas sorgen. Außerdem erhältlich: elegante Tuniken und sportliche Polo­s hirts. www.fior-da-liso.com

Mode nach Maß Ein guter Anzug gehört zur Grundausstattung jeder Herrengarderobe. Nicht nur auf dem geschäftlichen Parkett, sondern auch zu anderen gesellschaftlichen Ereignissen gehört ein gepflegtes und stilvolles Auftreten einfach zum guten Ton. Bei Wüsthoff finden Herren eine hervorragende Auswahl von internationalen Top-Marken, wie beispielsweise Roy Robson, JOOP!, Dressler und Cinque. Noch einmaliger sind Maßkonfektionen von Eduard Dressler. Und auf die „Best-Dressed“-Liste schafft Mann es spätestens mit „Wüsthoff Tailored“: hier wird der Anzug individuell auf den Körper zugeschnitten. Für einen perfekten Sitz mit viel Stil. Herren können hierfür aus mehr als 150 feinen Unis oder edlen Streifen wählen. Wüsthoff – Mode für Männer, Georgstraße 6, 49074 Osnabrück, www.wuesthoffmaennermode.de


Szene Interview | Seite 32

Über Stil lässt sich nicht streiten! Manchen Leuten ist Mode wichtig, anderen wiederum ist sie ziemlich egal. Bernhard Roetzel ist sich jedoch sicher: Stil ist keine Frage der Mode, denn gerade zeitlose Klassiker Foto: Erill Fritz

führen zu einem vollendeten Gentleman-Look, mit dem Mann nichts falsch machen kann. Der Verfasser des Buches „Der Gentleman“ beantwortet Fragen rund um den perfekten Gentleman-Look. Wir trafen Bernhard Roetzel, Verfasser des Buches „Der Gentleman“, bei einem Vortrag im Haus der Akademischen Verbindung Widukind zu Osnabrück.

Trügt der Schein, dass alle Klassiker aus England kommen? Nein, die Grundformen wurden tatsächlich alle in England entwickelt. Das, was man heute als den italienischen Stil kennt, ist eigentlich nur eine Variation der britischen Klassiker. Natürlich gibt es in Europa eine gemeinsame Historie, aber die bis heute gültigen Basisteile haben sich auf der Insel vollendet. England hatte als Kolonialmacht alle Materialien in seinem Reich verfügbar: Seide

Interview

aus Indien, Wolle aus Australien und Schottland oder Merinowolle aus Neuseeland. Dank der Spinnereiindustrie waren außerdem die technischen Möglichkeiten vorhanden. Dazu kam, dass England die tonangebende Weltmacht war, so wie die heutigen USA – was in England Mode war, wurde in vielen anderen Ländern der Welt auch Mode.

Gibt es fünf Stücke, die jeder Mann und jede Frau in ihrem

Svenja Dierker, Foto

privat

Schrank haben sollten? Jeder Mann sollte einen dunklen Anzug besitzen, ein Sportsakko, einen Blazer, eine Krawatte und einen guten Mantel. Männer haben heute die Tendenz, sportliche Jacken zu tragen, aber ein Mantel ist einfach ein Ausdruck von Lebenskultur. Und bei den Damen würde ich sagen ein Kostüm, einen Hosenanzug, ein Seidentuch, auch einen klassischen Mantel und die obligatorische weiße Bluse, das sind


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die fünf, die ich aus dem Stegreif sagen würde.

Was ist Ihrer Meinung nach der größte Mode-GAU? Sind das immer noch die weißen Socken? Die sind ein klassischer Fehler aus den 80er Jahren! Weiße Frotteesocken mit Slippern! Eigentlich ist der weiße Strumpf jedoch zu Unrecht so verpönt. Wenn ich einen weißen Leinenanzug auf Capri trage und dazu braune Schuhe, dann könnte ich auch weiße Seidenstrümpfe anziehen. Eigentlich entstehen alle Modefehler durch Missverständnisse, dadurch, dass man nicht weiß, was im Moment gefordert ist. Peinlich ist, wenn Sie im Freizeitlook irgendwohin kommen und alle anderen tragen einen Anzug oder ein schönes Kleid. Genauso verhält es sich andersherum: Sie müssen zu einer Geburtstagsfeier, es wird im Garten gegrillt und Sie kommen im Anzug oder Kostüm. Im Zweifel würde ich sagen: lieber overdressed statt underdressed. Ein Outfit kann man immer auflockern, aber legere Kleidung kann nicht großartig aufgewertet werden.

ganz alte Sache. Wenn die jungen Leute heute ein Sakko tragen, dann sind die viel kürzer geschnitten als noch vor einigen Jahren. Niemand will aussehen wie sein Großvater, sondern eben jung, attraktiv und sexy. Jede Generation hat eine andere Definition von junger und sexy Mode, aber am Ende dreht es sich immer um bestimmte Stoffe und Grundformen. Diese überleben einfach durch die Mode, die sie immer wieder hervorholt.

Ihr Buch heißt „Der Gentleman – Kleider machen Leute“. Macht die richtige Kleidung schon den halben Gentleman? Für den ersten Eindruck ist die Kleidung ganz, ganz wichtig, genauso wie Frisur und Brille. Wenn man sich natürlich schlecht benimmt oder Unsinn redet, dann nützt die ganze Kleidung nichts. In Deutschland gilt noch immer mehr Sein als Schein, was im Prinzip ja auch richtig ist. Aber viele verbauen sich den ersten Eindruck durch unpassende Kleidung, und gerade im beruflichen Feld ist das ein Fehler. Wenn ich heute Abend im Jogginganzug gekommen wäre, wäre es zum Anlass sehr unpassend gewesen und hätte einen seltsamen Eindruck hinterlassen. Man hat bestimmte Erwartungen und bekommt innerhalb von Sekunden ein Bild vom Gegenüber. Man drückt durch Kleidung aus, was man sein will, manchmal auch was man wirklich ist, wo man herkommt und wo man hingehört.

Eigentlich ist der weiße Strumpf zu Unrecht so verpönt.

Wie stehen Sie persönlich zu Mode, zu modischen Veränderungen, zu Trends? Ich persönlich bin sehr unmodisch, denn ich gehe eigentlich nie im klassischen Sinne einkaufen. Ich bin beruflich viel auf Messen unterwegs und kenne daher alle Lieferanten. Meine Anzüge bekomme ich vom Maßschneider. Doch ich beobachte die Mode aus beruflichen Gründen sehr genau und ziehe daraus meine Schlüsse. Ich finde es interessant: Je länger man die Mode betrachtet, desto mehr sieht man, dass sich gewisse Dinge in immer kürzer werdenden Abständen wiederholen.

Also schließen sich Klassiker und Mode nicht unbedingt aus? Nein. Die jungen Leute zwischen 15 und 20 Jahren interpretieren das natürlich ganz anders. Der Nerd-Look ist zum Beispiel eine

Bei all den stilistischen Vorgaben: Wo bleibt da der eigene Stil? Drück man den dann durch pinke Socken aus? Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es gibt Modemacher, die ich sehr schätze, die sich solche Sachen leisten. Das sind dann aber nur Akzente, ansonsten sind sie perfekt gekleidet. Abgesehen davon wollen wir uns doch immer anpassen, was die Kleidung betrifft. Der Mensch ist ein soziales Wesen – keiner will ein Außenseiter sein!


Region Meppen | Seite 34

Haben Sie Ihren nächsten Urlaub schon gebucht? Skifahren in der Schweiz oder Sonne tanken auf Madeira? Wir haben da eine andere Idee! „Warum in die Ferne schweifen …“ fragte schließlich einst schon Goethe. Recht hatte er: Auch das Emsland hat in Sachen Erholung jede Menge zu bieten. Als „Tourist in der Region“ fühlen wir für Sie in unserer neuen Serie einmal vor – den Anfang macht ein Kurztrip nach Meppen!

Tourist in der Region“ Von Bokeloh bis zum Boßel-Highway:

Ein Kurzurlaub in Meppen Radtouren, Kanutrips, Erlebnis-Pakete, Wellness-Tage, Schlemmer-Arrangements und Kombinationen aus allem für Einzelreisende, Paare und Gruppen – Meppen ist nicht Mallorca, aber in Sachen Pauschalreisen steht die Stadt im Emsland der Mittelmeerinsel in nichts nach. Dazu kommen musikalische, komödiantische und kulturelle Events, Stadtführungen und Museumsbesuche. Aber im Januar, zweifle ich? „Und ob!“, betont Manfred Büter, Geschäftsführer der Tourist Information Meppen (TIM). Er verspricht, mir einen echten Meppener Erlebnistag zusammenzustellen – aus Komponenten, die jeder Gast buchen kann.

Text und Fotos

Dorit Barz


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Die Schönheit liegt auch im Auge des Betrachters: Echte Fußballfans wie Manfred Büter begeistern sich gern für ein reines Fußballstadion mit überdachter Tribüne!

Die Herrenmühle am Flüsschen Radde ist ein beliebter Künstlertreff und Veranstaltungsort.

Erste Station ist ein Stadion. Und zwar das des wieder aufstrebenden Traditionsclubs SV Meppen. Büter ist glühender Fußballfan und sein Herz schlägt seit jeher für die Kicker in Blau-Weiß. Er träumt davon, irgendwann in der MEP-Arena wieder Derbys gegen den VfL Osnabrück zu erleben.

Reizvolle Perspektiven auf Natur und Kultur Weiter geht es zur Herrenmühle am Flüsschen Radde. Die Mühle und das umgebende Areal sind zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ausflugsziel: Das idyllisch gelegene Kleinod wurde in jüngster Vergangenheit renoviert, wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt und ist zur beliebten Begegnungsstätte für Künstler und Kunsthandwerker geworden. Ein noch bedeutenderer Treffpunkt der kreativen Szene Meppens und ein Muss für alle Gäste der Region ist die Koppelschleuse. Sie ist Sitz und pulsierendes Kreativzentrum eines internationalen Kulturnetzwerkes. Größtes und auffälligstes Bauwerk des Ensembles ist das Jugend- und Kulturgästehaus. Mit seinen 144 Betten zählt das von Thorsten Meyer geleitete Haus zu den modernsten Jugendherbergen Deutschlands. Und im künstlerischen Umfeld der Koppelschleuse stellt es selbst das größte Exponat dar: Die Entwürfe für das Haus und die umgebende Parklandschaft stammen von Franz Erhard Walther, Professor für Bildende Künste in Hamburg. Er definierte und konzipierte die Jugendherberge als zu belebendes Gesamtkunstwerk – streng geometrische Rahmengebung für kreatives Leben. Das Angebot des Gästehauses ist eng mit den benachbarten Adressen verknüpft: Töpfern und Restaurieren im Archäologiemuseum, Malen, Zeichnen, kreatives Gestalten in der Kunstschule, „Kneippen“ in der Wassertretanlage und auf dem Barfußpfad.


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Eine der modernsten und architektonisch reizvollsten Jugendherbergen Deutschlands: Das Jugend- und Kulturgästehaus Koppelschleuse in Meppen wurde als zu belebendes Kunstwerk konzipiert und realisiert.

Spektakuläre Ausstellung Im „Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslandes“ werden wir begrüßt von Silke Surberg-Röhr, die für die museumspädagogische Arbeit der Einrichtung verantwortlich ist. Sie steckt mitten in den Vorbereitungen für die Eröffnung einer außergewöhnlichen Sonderausstellung: „Ein Himmel auf Erden – die Himmelsscheibe von Nebra“! Die Umstände der Entdeckung des bronzenen Kultobjektes im Jahr 1999 und diverse Verkaufsversuche hatten jahrelang als wahrer Fundkrimi der Archäologie für Schlagzeilen gesorgt. Aufgrund des immensen Interesses bei Fachleuten, Medien und in der Bevölkerung ließ das Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt originalgetreue Kopien der 3.600 Jahre alten Scheibe anfertigen. Kombiniert mit Repliken ebenfalls gefundener Waffen, Schmuckstücke und Gerätschaften ist eine hochwertige Wanderausstellung entstanden. Silke Surberg-Röhr hatte sich sofort für ihr Museum um die Schau beworben und darf sie nun endlich zeigen.

Urige Location für private Feiern: Im Backhaus des Gasthauses „Zur Linde“ können Gruppen feiern und dazu ihr eigenes Brot oder köstliche Pizza backen.


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Historisches Gebäude beherbergt moderne Kunst: Im Kunstzentrum Koppelschleuse finden Ausstellungen, Seminare, Kurse und Kulturfeste statt. Zurzeit präsentiert der Meppener Kunstkreis e.V. dort seine Jahresausstellung.

Kunst betrachten und gestalten Zwischen regionaler Archäologie und zeitgenössischer Kunst gibt es zwar eine epochale und inhaltliche Distanz, räumlich betrachtet aber ist es in Meppen nur ein Katzensprung: An der Koppelschleuse hat der Meppener Kunstkreis e.V seinen Sitz in einem um 1828 erbauten Gebäude, in dem er in seinem abwechslungsreichen Ausstellungsprogramm zeitgenössische Kunst präsentiert. Momentan, erklärt uns der Leiter des Kunstzentrums, Burkhard Sievers, ist die Jahresschau der Mitglieder zu sehen: Skulpturen, Zeichnungen, Gemälde, Tonkunst, Fotografie – Vielfalt und Anspruch der Exponate sind beeindruckend! Das Kunstzentrum dient aber nicht nur als Ausstellungsort, sondern ist gleichzeitig auch Sitz einer Kunstschule, die jährlich etwa 800 Schüler für ihr Programm begeistern kann: Neben Kreativseminaren bietet der Verein Kunstfahrten und Arbeitskreise in den Bereichen Fotografie, Grafik, Keramik, Malerei und Plastik an.

Hans-Günther Schallenberg erzählt Geschichte in Geschichten und macht den Besuch der Alten Schule zu einem Vergnügen.

Wir verabschieden uns und machen uns auf den Weg zum idyllischen Waldgasthof „Zur Linde“ im Ortsteil Helte, den die Familie Röckers bereits in fünfter Generation betreibt. Bevor es in der gemütlichen Gaststube „etwas auf die Gabel gibt“, machen wir einen Gartenrundgang: Seniorchef Röckers ist begeisterter Gärtner und Heimwerker und hat das riesige Areal in einen wunderschönen, höchst originellen Park Burkhard Sievers in den Räumen des Meppener Kunstkreises, der hier jährlich fünf verwandelt – inklusive einer runden Tanzfläche auf bis sechs Ausstellungen präsentiert. einer Waldlichtung und einer Freiluftkegelbahn! Hängebauchschweine, Ponys, Enten und anderes Federvieh komplettieren die ländliche Idylle.


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Die Arenberg’sche Rentei beherbergt das Stadtmuseum und die Geschäftsstelle des Heimatvereins Meppen.

Die Gymnasialkirche, eine Jesuitenkirche, wurde in den Jahren 1743 bis 1746 nach einem Plan des damaligen Paters Superior Karl Immendorf gebaut.

Paddelpause bis April Nach deftiger Hausmannskost geht es weiter – zur Alten Schule Bokeloh und der Bokeloher Kirche. Beide liegen auf einem Hügel in unmittelbarer Nähe des Haseufers, an dem sich eine der beliebtesten Anlegestellen für Kanu- und Kajakfahrer befindet. Allerdings hat das Paddeln erst wieder ab April Saison, wenn die

Die Alte Kirche in Bokeloh trägt ihren Namen zu Recht, gilt sie doch als die älteste im Emsland.

Hase kein Hochwasser mehr führt. „In der Wintersaison müssen alle Stege und Anleger aus den Flüssen genommen und am Ufer verwahrt werden“, erklärt Büter. Der Aufwand sei zwar groß, aber aus Sicherheitsgründen vorgeschrieben. Ausflüge auf der Hase und ihren Nebenflüssen gehören zu den beliebtesten touristischen Angeboten und sind in jeder Form möglich: „Man kann mit dem ei-


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genen Kanu kommen, sich ein Boot mieten oder gleich mehrtägige Pauschalreisen mit Übernachtung und Verpflegung buchen. Unter Kennern gilt dieser Abschnitt der Hase als der wohl schönste!“, schwärmt der Touristik-Chef. Für uns geht es aber mit Kultur statt Wassersport weiter. Vor der Alten Schule Bokeloh begrüßt uns Hans-Günther Schallenberg, ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde und, wie sich im Folgenden zeigen wird, wandelndes Geschichtslexikon Bokelohs. Seit 2002 beherbergt die vormalige Dorfschule eine Dauerausstellung zu zwei Themen: Im rechten Teil des Raumes befindet sich zeitgenössisches Schulinventar der 1920er und 30er Jahre, die linke Hälfte ist der Person und dem Werk Otto Pankoks gewidmet. Schallenberg beherrscht beide Themen aus dem Effeff und legt los: Bereits um das Jahr 1500 gab es vor Ort erstmals eine Schule, schon 1750 ein Schulgebäude am jetzigen Standort. Der heutige Ziegelsteinbau entstand 1863 und wurde bis 1955 als Schule genutzt.

Großer Maler im kleinen Dorf

„Otto Pankok ist der Gemeinde Bokeloh sein Leben lang verbunden geblieben.“

Höchst merkwürdig erschien den Bürgern der Gemeinde Bokeloh ein Neuankömmling, der 1938 plötzlich auftauchte – stets dunkel gekleidet, mit langem Bart, wallendem Haar und Zigarre, meist mit einer Staffelei unter dem Arm, zog der die Blicke auf sich. Wer war der Fremde? Kein geringerer als Otto Pankok, ein wichtiger Vertreter des expressiven Realismus. Vor allem seine als bewusste Provokation geschaffenen Zyklen „Passion“ und „Jüdisches Leid“ trugen ihm ein Malverbot der Nazis ein. Der bedrängte Maler zog sich mit seiner Familie ins beschauliche Bokeloh zurück. Weitgehend unbehelligt von den Nationalsozialisten konnte er hier leben und arbeiten. Um seinen Lebensunterhalt zu be- Auf den Spuren von TIM: Markante Zeichen streiten, bot der Künstler, der höchst produktiv sorgen für die gute Orientierung in der Meppener City. war und zahllose Naturbilder sowie ländliche Szenen schuf, seine Werke den Nachbarn an. „Der Bauer da drüben“, gibt Schallenberg amüsiert zum Besten, „hat aber dankend abgelehnt: Solche Kühe, wie du sie malst, habe ich nicht!“ Die über 1.000-jährige Kirche neben der Alten Schule ist die älteste des Emslands, und bis heute sind Teile der mittelalterlichen Bausubstanz erhalten geblieben. Innen wie außen hat sich ihr Antlitz im Laufe der Jahrhunderte aber immer wieder gewandelt. Schallenberg berichtet etwa davon, dass viele der prachtvollen Gemälde an den Kirchenwänden sowie die imposanten Leuchter lange Zeit auf den Dachböden benachbarter Scheunen lagerten.


Region Architekturpreis | Seite 40

Ingrid von Trechten ist Stadtführerin und Nachtwächterin aus Leidenschaft.

Einkehr im Traditionshotel und -restaurant: „Schmidt am Markt“ ist eine der möglichen Stationen des kulinarischen Altstadtbummels.

Ein Highway für den Volkssport Jetzt geht es zurück in die Meppener City. Der Weg führt uns über den „Boßel-Highway“ – eine kilometerlange, schmale Straße, gesäumt von Radweg und Alleebäumen. An den Wochenenden sei die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt, erklärt Manfred Büter, so dass sich Dutzende von Boßelgruppen mit Holzkugeln, Bollerwagen und Proviant in fester wie auch flüssiger Form hier gern auf den Weg machen. Boßeln ist regionaler Volkssport und inzwischen auch ein Buchungs-Hit: Arrangements für Gruppen sind rund ums Jahr stark nachgefragt. „Meppener hingegen“, so Büter, „boßeln nur in der Wintersaison“. Zurück in der Touristen-Information erwartet mich meine Urlaubsbegleitung für den zweiten Teil des Tages: Ingrid von Trechten ist Stadtführerin und Nachtwächterin aus Leidenschaft. Wir machen uns sofort auf den Weg durch die City – auf den Spuren von TIM: In den Boden eingelassene Metallschilder mit dem Konterfei des Stadtmaskottchens helfen dabei, auch ohne kundige Begleitung die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu finden. Am Rathaus beginnend führt er vorbei an der Propsteikirche „St. Vitus“ und der Gymnasialkirche, dem Stadtmuseum, dem begrünten Stadtwall, dem Windhorst-Denkmal und dem Zeughaus. Allmählich wird es dunkel, und Ingrid von Trechten schlüpft zum Abschluss des Rundgangs noch kurz in ihre Nachtwächtermontur. Sie holt sie aus dem Kofferraum ihres Autos, und ein Blick aufs Kennzeichen zeigt, mit wie viel Herzblut die Nachtwächterin ihrem Job nachgeht: „NW steht natürlich für Nachtwächter, und die Zahlenfolge verweist auf die erste urkundliche Erwähnung Meppens!“ Mit Mantel, Hut, Horn und Laterne ausgestattet, geleitet sie mich zu meiner Unterkunft: dem Hotel „von Euch“, mit vier Sternen, Wellnessbereich und stilvollem Ambiente. Nach kurzer Verschnaufpause folgt die dritte und letzte Etappe des Meppentrips: Katja Lampe, stellvertretende

Historische Apotheke in der Fußgängerzone.

Geschäftsführerin von TIM, und Petra Rosenbach, stellvertretende Geschäftsführerin der Emsland Touristik, holen mich zum „Kulinarischen Altstadtbummel“ ab.

Schlendern und schlemmen Auch dieses Arrangement ist eine rund ums Jahr buchbare Pauschale. Vier köstliche Gänge werden in vier verschiedenen Restaurants der Meppener Altstadt serviert. Katja Lampe und Petra Rosenbach erzählen begeistert und begeisternd von ihrer Arbeit, und ich bin beeindruckt von der enormen Vielfalt des touristischen Angebots und der Professionalität der Vermarktung. Zum letzten kulinarischen Gang machen wir drei uns nach der Hauptspeise im Traditionshotel „Schmidt am Markt“ auf den Weg zurück zu meinem Hotel: In weiser Voraussicht hat Katja Lampe das Dessert im „von Euch“ gebucht. So kann ich nach „Dreierlei Parfait“ und Absacker beschleunigt in die Kissen sinken – perfekt!

Boßeln ist regionaler Volkssport und inzwischen auch ein Buchungs-Hit

Wissenswertes Informationen zu allen Angeboten der Tourist-Information Meppen erhalten Sie hier: Markt 4 | 49716 Meppen | Telefon: 05931 / 153333 | www.meppen-tourismus.de Informationen zu im Text erwähnten Einrichtungen in Meppen finden Sie hier: Kulturnetzwerk Koppelschleuse Meppen | Helter Damm 1 | 49716 Meppen | Telefon: 05931 / 4099772 | www.koppelschleuse-meppen.de Ausstellungszentrum für die Archäologie des Emslandes An der Koppelschleuse 19a | 49716 Meppen | Telefon: 05931 / 6605 | www.archaeologie-emsland.de


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Jahre

Schlossallee

Die wird 5 Jahre alt … … und feiert das mit einer großen Jubiläumsausgabe im Sommer! Liebe Leserinnen und Leser, seit fünf Jahren begleiten Sie das regionale Lifestyle Magazin. Ihre Meinung ist uns wichtig: Welche Themen haben Ihnen besonders gut gefallen? Was waren für Sie persönlich Highlights der Region, die vielleicht keine Erwähnung fanden?

Sagen Sie uns Ihre Meinung! Verlag Rottwinkel-Kröber | Brückenort 15 | 49565 Bramsche Svenja Dierker | s.dierker@verlagkroeber.de


Region Erlebnis

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Ernst Sasse, Seniorchef der Feinbrennerei, entwickelte vor 15 Jahren den Münsterländer Lagerkorn.

„Jede Flasche ist ein Fass“ Ein Münsterländer Genussabend in der Feinbrennerei Sasse Ein Korn ist klar, brennt im Hals und wird am besten eiskalt getrunken! Sicher? Im Münsterländischen Schöppingen entsteht ein Kornbrand, der nicht nur als einziger Deutschlands das Prädikat V.S.O.P trägt, sondern auch zahlreiche Preise gewonnen hat: der Münsterländer Lagerkorn. Er ist das Aushängeschild der Feinbrennerei Sasse. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen.

Text und Fotos

Edler Korn statt „Remmi Mateng“ Eines sei vorweg gesagt: Der Münsterländer Lagerkorn ist mit dem typischen „Klaren“ aus dem Tankstellenregal nicht zu vergleichen. Nicht mal ansatzweise! Das wird auch dem Nicht-Kenner schon beim Begrüßungsschluck im repräsentativen Besucherraum der Feindestillerie klar. Der weiche und aromatische Geschmack hat drei Ursachen: Grund eins entspringt in hundert Metern Tiefe. „Das Wasser bestimmt das Produkt“, erklärt Margit Rammacher, die uns heute durch die Räumlichkeiten in Schöppingen führt, „schließlich macht es bei Bränden einen Anteil von bis zu 60 Prozent aus.“ Während in vielen Brennereien mit destilliertem Wasser gearbeitet wird, verwendet man bei Sasse ausschließlich frisches Wasser aus der eigenen Quelle in den Baumbergen. Der zweite Grund ist die Liebe zum Produkt, mit der bei Sasse destilliert wird. Der in einem ersten Brennvorgang gewonnene Rauhbrand, der für einen gewöhnlichen Korn schon ausreichen würde, wird hier ein zweites Mal destilliert. Nur der Mittellauf des Feinbrands, das sogenannte Filet, schafft es schließlich in die großen Eichenfässer. Und das ist das dritte Geheimnis des Lagerkorns: In alten Cognacfässern reift der Korn mindestens drei Jahre, bis er nach langwierigen Proben schließlich in Flaschen abgefüllt wird. Vom Senior-Chef Ernst Sasse erfahren wir: Am liebsten verwenden sie Remy Matin-Fässer, oder „Remmi

Svenja Dierker


Region Erlebnis | Seite 44

Bild rechts: Aus dem Rauhbrand wird in der alten Rohbrandkolonne von 1870 nach und nach der Feinbrand hergestellt. Dieser wird während des Destillierens bis zu 20-mal am Tag probiert, bis sämtlicher Fusel entwichen ist.

Mateng“, wie der Westfale spricht. Worin also früher edler französischer Cognac reifte, lagert heute Korn aus dem Münsterland. Bis zu vier Mal werden die Fässer verwendet; wenn der Korn heller wird, werden sie ausgetauscht. So erhält der Lagerkorn sein typisches Aroma. „Süß muss er schmecken“, bestätigt der Chef, „und nach Barrique.“ Den perfekten Geschmack zu entwickeln war alles andere als ein Kinderspiel: Zehn Jahre Probieren, Kritisieren und Verändern gingen hier dem Genießen voraus. 1997 schließlich verließ der erste „Münsterländer Lagerkorn V.S.O.P.“ nach altem Rezept die Sasse-Hallen.

„Ein guter Korn kann nur aus der Maische von Weizen, Roggen, Gerste und Brennschrot gewonnen werden“, erklärt Margit Rammacher im Besucherraum der Feindestillerie.

mir etwas nicht gefällt, dann probiere ich so lange herum, bis es entweder schmeckt, oder es kommt eben weg.“ Ernst Sasse macht keine Abstriche in der Qualität seines Lieblingsproduktes. Dabei kann schon einmal ein ganzes Fass „durchfallen“: „Wenn es überlagert ist, kann man ihn nicht mehr retten“, konstatiert der Kenner trocken. Allerdings, mit dem Wegkippen ist das so eine Sache: Denn nicht nur Genießer eines guten Digestifs interessieren sich für die Feinbrennerei, sondern auch der Zoll! „Wir werden genauestens kontrolliert“, erklärt Rammacher, „sogar unsere Decke ist verplombt.“ Und zwar von unten: Wer einmal drin ist, kommt unentdeckt nicht mehr heraus! Auch auf die Alkoholmenge in den Flaschen hat der Zoll ein Auge: Jeder Liter des gewonnen Alkohols aus den Brennvorgängen läuft über eine Zähl-Uhr; der Brennkessel an sich ist ebenfalls verplombt. Pro Liter werden bis zu 13 Euro allein an Alkoholsteuer fällig, und so wird der Alkohol aus dem überlagerten Korn wieder herausdestilliert und kommt erneut ins Fass – für weitere vier Jahre!

Worin früher edler französischer Cognac reifte, lagert heute Korn aus dem Münsterland

Viel Übung und noch mehr Leidenschaft Wie die Sasses es heute hinbekommen, dass wirklich jede Flasche ihres Edelkorns annähernd gleich schmeckt? „Das ist ganz viel Übung“, erklärt Ernst Sasse mit einem Funkeln in den Augen: „Jede Flasche ist ein Fass, und jedes Fass ist Leben!“ Was diese leidenschaftlich gesprochenen Worte meinen: Während der Lagerung verhält sich jedes Destillat anders, und nur die richtige Zusammenstellung ergibt am Ende das perfekte Ergebnis. „Wenn

Ein Korn als bester Whisky

Wenn Ernst Sasse von „seinem“ Lagerkorn spricht, beginnen die Augen zu leuchten. Das Probieren und Zusammenstellen ist kein Kunststück, sondern viel Übung.

Die Feinbrennerei Sasse ist nach über 300 Jahren noch immer in Familienbesitz und einer der letzten noch verbliebenen voll integrierten Brennereibetriebe im Münsterland, der früheren Hochburg der Kornbrennereien in Deutschland. In dem ehemaligen landwirtschaftlichen Betrieb wurde jahrelang lediglich Alkohol gekauft und veredelt, die Qualität kam dabei meist zu kurz. Ernst Sasse war es schließlich, der dieses Prinzip zum Kippen brachte: Er setzte auf Klasse statt Masse und führte 1978 die alte Technik der Barriquereifung für seine Kornbrände wieder ein – mit den alten Eichenfässern seiner Urgroßmutter! Dieser Schritt hat sich gelohnt: Die Produkte aus der Feinbrennerei sind mehrfach preisgekrönt. Die wohl interessanteste Auszeichnung hat der „Ciagar“ erhalten: Eigentlich ein Korn, wurde er unlängst zum „Besten Whisky Kontinentaleuropas“ gekürt. „Oh my dear“ würden da wohl die Insulaner sagen, doch die hatten zum Glück kein Mitspracherecht. Und tat-


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Wie in einem Chemielabor: Nicht selten tüftelt Ernst Sasse bis spät in die Nacht an seinem Lieblingsprodukt herum.

sächlich: In Bourbon-Fässern gereift, entfalten sich klassische Whisky-Aromen auf der Zunge! Neben den Bränden werden in Schöppingen auch Liköre und Geiste hergestellt, mit hohem Anspruch und dementsprechend in kleinen Mengen. So ist es Rüdiger Sasse gelungen, aus heimischen Wacholderbeeren Zum Wohle: Wie könnte eine Brennereibesichtigung anders zu Ende aus der Grafschaft Bent- gehen, als mit einer ausführlichen Verkostung? heim einen Kräuterwachholder zu gewinnen, der so ganz anders (und so viel besser …) schmeckt als der, den man bislang kannte. Anlässlich der 700-Jahr Feier der Gemeinde Emlichheim, ebenfalls in der Grafschaft, wird aktuell ein Holundergeist hergestellt – aus von Einwohnern geernteten Früchten! Doch zurück zum Münsterland und seinem Lagerkorn: Getrunken wird dieser natürlich bei Zimmertemperatur, denn Kenner wissen: Je schlechter der Schnaps, desto kälter sollte man ihn servieren! „In Kneipen liegen meist ja sogar die Gläser im Gefrierfach“, erzählt Magit Rammacher und legt die Stirn in Falten. Ernst Sasse stimmt ihr zu: „Das war den Münsteranern wirklich schwer klarzumachen: dass sie unseren Schnaps warm trinken sollten!“ Am Ende ist es ihnen gelungen. Und wer einmal den Lagerkorn aus dem Hause Sasse probiert hat, der weiß, dass alles andere eine Sünde wäre!

Wissenswertes Wer die Feinbrennerei kennenlernen möchte, hat dazu bei verschiedenen Führungen die Möglichkeit. Bei einem „Münsterländer Genussabend“ (49,50 Euro) etwa wird die Besichtigung mit einem saisonalen Vier-Gänge-Menü, etwa im Hotel Tietmeyer oder im Landgasthof Penz, abgerundet. Kleiner Tipp: Eine Zimmerreservierung lohnt sich, denn wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, der sollte das Auto besser stehen lassen! www.sassekorn.de


Region Talente der Region | Seite 46

Auf dem Sprung an die Spitze Sport in der Region – bei diesem Stichwort denken die meisten sofort an lila-weiße Kicker oder Korbjäger aus dem Artland. Dabei gibt es zahlreiche andere Sportler und Teams, die bundesweit oder gar international für Furore sorgen. In unserer neuen Serie stellen wir Ihnen ab sofort ambitionierte und talentierte Nachwuchssportler vor, von denen wir jetzt und in Zukunft viel Gutes erwarten dürfen: Nicht zuletzt positive Schlagzeilen für unsere Region!

Text

Dorit Barz, Fotos

privat

Steckbrief

S p o rt Jeremy-Jay Krogull-Hull 18 Jahre alt, Schüler, Leistungsschwimmer des VfL Osnabrück, Spezialdisziplin 200 m Rücken Ziel: Olympische Sommerspiele in London

Seine Vorbilder sind Aaron Peirsol und Ian Thorpe, und er durfte auch schon an Trainingslagern des US-Kaders und australischer Spitzenschwimmer teilnehmen: Jeremy-Jay Krogull-Hull, 18 Jahre alt, Schüler, Osnabrücker – und eines der Top-Talente im Schwimmsport in Niedersachsen. Als Landesmeister über 200 m und 50 m sowie Landesvizemeister über 100 m Rücken ließ er im vergangenen Jahr auch bundesweit aufhorchen: Er sicherte sich die Bronzemedaille bei den Deutschen Jugendmeisterschaften über 200 m Rücken und durfte erstmals in einem Weltcup an den Start gehen.

Der Rückenspezialist stammt aus einer höchst sportlichen Familie: Mutter Patsy Hull-Krogull war Profitänzerin und mehrfache Weltmeisterin, Vater Harry Krogull ist ehemaliger Eishockeyspieler und Schwester Jennifer war ebenfalls Leistungsschwimmerin, bevor sie sich, auch beruflich, dem Tanzsport Hip Hop verschrieb. Sport war und ist so selbstverständlicher Bestandteil des Familienalltags, dass auch das enorme Trainingspensum, das Jeremy-Jay täglich absolviert, völlig im Einklang mit dem Familienleben steht. Vater Harry, selbst Leiter der Schwimmabteilung des VfL Osnabrück,

ist Motivator und beinahe schon Manager des talentierten Juniors. Treffpunkt zum Interview ist natürlich das Nettebad. Zweimal täglich findet sich Jeremy-Jay hier ein, um Bahnen zu ziehen und Zeiten zu optimieren. Gegen Ende des Gesprächs schweift sein Blick daher immer öfter ab in Richtung Uhr. Gleich wird er wieder zum Trainieren in seinem Element sein: Jeremy-Jay Krogull-Hull ist buchstäblich ständig auf dem Sprung – ins Wasser und an die Spitze! Schlossallee: Du bist seit Langem Leis­ tungsschwimmer – mit wie viel Jahren hast


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Du denn Dein “Seepferdchen” gemacht? Jeremy-Jay Krogull-Hull: Gar nicht. Ich habe gar keine Schwimmabzeichen und weiß auch nicht wirklich, seit wann ich schwimmen kann. Mein Vater hat mich, als ich noch ganz klein war, einfach zum Schwimmen mitgenommen. Er wollte, dass ich eine Sportart betreibe, die für den gesamten Körper gut ist. Du trainierst zwei- bis dreimal täglich, davon zweimal im Wasser. Fällt es Dir immer leicht, Dich aufzuraffen, schon morgens um 6:00 Uhr hier ins Schwimmbad zu gehen? Ehrlich gesagt habe ich morgens nie Lust! Aber ich weiß ja, dass es sein muss. Sonst kann ich keinen Erfolg haben. Du träumst von Olympia. Kannst Du es schon in diesem Jahr nach London schaffen? Theoretisch besteht die Chance noch, aber es ist sehr schwer. Ich muss mich noch deutlich verbessern. Aber ich habe auch im letzten Jahr meine Bestzeit auf der 200 m Rücken-Strecke um fünf Sekunden verbessert. Ich weiß, dass ich in den nächsten Jahren noch viel schneller werden kann. Es kommt darauf an, welche Zeit ich bei den Deutschen Meisterschaften im Mai schwimme: Nur wer da die Olympianorm schafft, fährt nach London. Falls es nicht klappt, trainiere ich weiter für 2016! Du bist sehr ehrgeizig und planst langfris­ tig. Wird Deine Berufswahl von Deiner Schwimmleidenschaft bestimmt? Ich will auch nach meinem Abitur 2014

Fototermin mit einem Vorbild: Zu Beginn seiner Schwimmerlaufbahn ließ sich Jeremy-Jay mit Franziska van Almsick ablichten.

Leistungsschwimmer sein. Vielleicht werde ich in den USA studieren, Architektur oder Sportmanagement reizen mich. Wenn es geht, würde ich mich aber gern im ersten Jahr nach dem Abi ausschließlich auf das Schwimmen konzentrieren.

„Ich weiß, dass ich mich noch deutlich verbessern kann!“ Es scheint, als könntest Du Dir ein Leben ohne das Schwimmen gar nicht vorstellen! Wann hast Du denn das letzte Mal eine Woche ohne Training verbracht? Im Sommer gibt es immer eine Pause zur Regeneration. Eigentlich sollten es sechs Wochen sein, aber das schaffe ich nicht. Ich

glaube, ich habe so ungefähr zwei Wochen Urlaub gemacht und nur am Pool oder Strand rumgehangen... Das Wasser muss also wirklich immer in der Nähe sein! Ja, unbedingt! Es muss kein Schwimmbad sein, aber das Meer oder ein See. Berge oder so sind nichts für mich. Bei Deinem Trainingspensum musst Du doch sicher extrem viel essen, um leistungsfähig zu bleiben. Was isst Du – und wie viel? Mein Ernährungsberater hat das ausgerechnet – ich brauche 4.800 Kalorien am Tag. Ich esse einfach immer das, worauf ich Hunger habe und so viel, bis ich satt bin. Das passt schon. Du hast kaum Freizeit, belastet das Deine Freundschaften? Musst Du auf viel verzichten, was für Jungs in Deinem Alter selbstverständlich ist? Die meisten Freunde sind selber Leistungsschwimmer oder eben Mitschüler, die ich täglich sehe. Deshalb funktioniert das ganz gut. Ich habe auch nicht das Gefühl, auf viel verzichten zu müssen. Auf Alkohol vielleicht, aber das fällt mir nicht schwer. Wenn Du nicht Schwimmer wärst, welchen Sport würdest Du dann betreiben? Basketball! Klar, bei Deiner Größe! Und wie sieht es mit Tanzen aus? (Verzieht ein wenig das Gesicht…)Tanzen, ja, ... Natürlich kann ich tanzen, aber als Sport? Eigentlich nicht!


Wohnen Tischkultur | Seite 48

TischKultur:

Der Esstisch Vier Beine, eine Platte und rundherum Stühle: Ein Tisch ist wirklich etwas Simples! Und dabei doch so viel mehr: Am Esstisch kommt die ganze Familie zusammen, er ist quasi das Zentrum der Kommunikation, um ihn dreht sich das Leben! Nicht nur, dass hier gemeinsam gegessen und gespielt wird: Der Tisch übernimmt auch repräsentative Aufgaben an Festtagen oder wenn Gäste kommen, oder er wird kurzerhand zum Schreibtisch für die Hausaufgaben oder zum Home-Office, wenn es die Arbeit zulässt. Bei all den Anforderungen soll er natürlich auch noch gefallen und sich harmonisch in den Wohnraum einfügen. Ganz schön viel für einen Tisch! Text

Innenarchitekt Franz Thies, Svenja Dierker, Fotos

siehe Auszeichnung

Renaissance des Essplatzes Betrachtet man Bilder und Gemälde aus vergangenen Epochen, so fällt auf, dass der Esstisch immer eine wichtige Rolle gespielt hat: Hier versammeln sich die Familienmitglieder zum Plauschen und natürlich zum gemeinsamen Essen. In den letzten Jahrzehnten hat das Möbelstück allerdings ein wenig an Bedeutung eingebüßt – die Küche wurde zum Zentrum des Wohnens und der Esstisch rückte mehr und mehr in den Hintergrund. Jetzt geht der Trend wieder in eine andere Richtung: Der Essplatz feiert Renaissance! Allerdings nicht in Form von separaten Esszimmern, sondern als Teil des aktiv genutzten Wohnraums und häufig sogar direkt in der Küche. Egal wo – der Essplatz sollte an einem hellen, offenen, großzügigen Ort geplant werden, damit er tatsächlich der zentrale Ort in der Wohnung


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werden kann. Ob für eine große Familienfeier oder das Essen mit vielen Freunden: Er sollte keinesfalls zu klein ausfallen! Gerade sehr große Esstische verleihen dem Wohnraum feudales Flair.

Ein Meter Minimum Für die Mindestgröße des Tisches ist die Anzahl der Personen, die üblicherweise an ihm sitzen, ausschlaggebend. Pro Gedeck rechnet man in der Regel 60 Zentimeter Breite und 40 Zentimeter Tiefe. Dazu kommen etwa 20 Zentimeter, die man in der Mitte des Tisches für Töpfe und Schüsseln benötigt. Eine Breite von einem Meter sollte ein Tisch also minimal haben. Um nicht von den Stühlen „eingezwängt“ zu sein, sollte zusätzlich zur Stuhltiefe ebenfalls zirka ein Meter Platz bis zur nächsten Wand sein. Dunkle Tische wirken größer; hier sollte man etwas mehr Raum geben. Da die meisten Tische ausziehbar sind oder die Möglichkeit der Vergrößerung bieten, etwa durch Einlege- oder Ansteckplatten, gibt es auch bei einer großen Runde keine Probleme. Hier sind Tische mit einem Mittelfuß optimal, da bei der Unterbringung eines zusätzlichen Gastes ohne Probleme eine Sitzgelegenheit dazugestellt werden kann.

Das Material macht den Stil

Sehr große Esstische verleihen dem Raum feudales Flair.

Holz, Glas, Naturstein oder Metall: Tische gibt es in den unterschiedlichsten Materialien und in den verschiedensten Stilrichtungen. Von elegant bis rustikal, vom Landhausstil zum Loft – so einfach die Grundkonstruktion eines Tisches, so vielfältig doch die Möglichkeiten! Holztische bekommt man in der Regel in vielen Abmessungen und aus wiederum verschiedenen Holzarten. Die erste Macke tut noch weh, bei der zweiten lernt man schon, dass gerade das Unperfekte den Charme eines „echten“ Holztisches ausmacht. Und wenn es zu viel wird, kann man bei Massivholz immer noch zum Schleifgerät greifen! Tische aus Stein sind wahre Schwergewichte, bei denen unter Umständen sogar ein Statiker zu Rate gezogen werden muss, ehe man sich für einen solchen entscheidet. Kalkgesteine wie Marmor und Travertin werden durch eine Oberflächenbehandlung vor Flecken geschützt. Ebenso wie Steinplatten haben auch Glasplatten eine eher kühle Ausstrahlung.

Kein Tisch ohne Stuhl Die richtigen Stühle machen den Esstisch erst perfekt! Ob man dabei Exemplare mit oder ohne Armlehne wählt, ist abhängig vom Platz, der zur Verfügung steht, und vom Komfortanspruch. Immer beliebter werden moderne Sitz- oder auch Eckbänke, die mehr Bequemlichkeit bieten als Stühle. Viele Möbelhersteller bieten besonders für Küchen Sitzbänke ohne Rückenlehne an; diese geben dem Raum zusätzliche Sitzmöglichkeiten, die an die lockere und unkomplizierte Atmosphäre in einem Biergarten erinnern. Wesentlich repräsentativer dagegen wirken die wieder neu aufgelegten „Essplatz- Sofas“ mit einer erhöhten Sitzfläche. Mit einer nahezu kopfhohen Rückenlehne bieten diese Platz und viel Bequemlichkeit für ein gepflegtes Essen oder ein erlesenes Glas Wein mit netten Freunden.


Wohnen Tischkultur | Seite 50

Der repräsentative Massivholztisch in ovaler Form wirkt exklusiv und hochwertig. (Foto: DONGHIA; www.donghia.com)

Einfach verlängerbar ist dieser Tisch mit Natursteinplatte und Edelstahlfuß. (Foto: Draenert; www.draenert.de)

Dunkel, klar und edel: Holztisch „Trias“ (Foto: Scholtissek; www.scholtissek.de)

Absolut modern und trotzdem bequem: die puristische Ledereckbank „Together“. (Foto: Walter Knoll; www.walterknoll.de)


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Oben: Rustikal und geradelinig, reines Massivholz; rechts: rund und fein strukturiert, Materialmix mit Edelstahl. (beides: Scholtissek, www.scholtissek.de)

Futuristisch und farbenfroh kommt dieser Tisch daher. (Foto: KFF; www.kff.de)

Glastische haben eine eher k端hle Ausstrahlung. (Foto: Draenert; www.draenert.de) Bilden eine geschlossene Einheit: Tisch Magnum mit Eckbank Primus (gesehen bei: Sensa; www.sensa.de)


Wohnen Anzeigen | Seite 52

Tipps Einrichten mit Gefühl …das ist das Motto des Domicil Einrichtungshauses in Münster. Und dazu gehört natürlich auch der schön gedeckte Tisch, denn an der liebevoll dekorierten Tafel genießt man nicht nur das Essen, sondern auch das Ambiente. Bei Domicil in Münster gibt es neben ausgefallenen Accessoires auch den Tisch selbst – elegant, maritim, rustikal oder ganz modern. Ganzheitlich einrichten, das ist die Philosophie. Von der Planung bis zum letzten Schliff. Domicil Möbel, Hörsterstraße 43, 48143 Münster, www.domicil.de

Speisen wie in einer anderen Zeit Seit mehr als 30 Jahren begeistern Möbel der Marke Contur und überzeugen durch herausragendes Design und Qualität zu erstaunlich günstigen Preisen. Das außergewöhnliche Tischprogramm Aruba vereint archaische Materialien und Formen zu einer Allianz der Einfachheit. Die Kombination von warmem Massivholz und archaisch anmutendem Stahl bildet ein harmonisches Zusammenspiel aus puristischem Design und natürlichem Lebensgefühl und ermöglicht das Speisen wie in einer anderen Zeit – mit vier starken Massivholzarten Kernbuche, Nussbaum, Eiche und Rüster. Auf Wunsch gibt es die Wangen aus Massivholz, geteilt oder geschlossen, oder nach Wahl in Roh- oder Edelstahl. Dransmann Wohnideen, Sutthauser Straße 70, 49124 Georgsmarienhütte, www.dransmann.com

Zeitgemäßer Purismus Ausgezeichnet mit zahlreichen Designpreisen wie dem „red dot design award“ oder dem „interior innovation award cologne 2006“ verhalf das Ensemble aus Tisch und Stuhl des Designers Martin Ballendat dem Unternehmen Team7 zum Durchbruch in die internationale Designliga. Geradlinig und schnörkellos verkörpert der MAGNUM Tisch zeitgemäßen Designpurismus in Perfektion und lässt den charaktervollen Eigenschaften hochwertigen Naturholzes Raum zur Entfaltung. Besonders raffiniert ist der einhändig zu bedienende Auszugsmechanismus mit integrierter Einlegeplatte mit dem sich der Massivholztisch auf eine Länge von bis zu 350 Zentimetern ausziehen lässt. Dass der MAGNUM Tisch dabei stets elegant und schlank wirkt, liegt daran, dass die Auszugstechnik von Team7 selbst entwickelt wurde. Wohnmagazin Heckmann, Stadtring 37, 48527 Nordhorn, www.wohnmagazin-heckmann.de

Geprüft wohngesunde Massivholzmöbel Die Fritz Böhning GmbH geht beim Thema gesundes Wohnen neue Wege: Gemeinsam mit dem auf wohngesunde Bau- und Wohnkonzepte spezialisierten Sentinel-Haus Institut hat das Traditionsunternehmen besonders schadstoffarme Möbel aus Massivholz entwickelt, die hohen Ansprüchen an die Qualität der Innenraumluft gerecht werden. Sowohl die verwendeten Hölzer als auch die Öle und Wachse, die Verleimung und alle weiteren Bearbeitungsschritte wurden auf mögliche gesundheitsschädliche Emissionen untersucht. Design und Qualität stimmen natürlich ebenfalls. Vor allem die Tische bieten hier besondere Qualitäten. So fertigt das Unternehmen die Auszugstische Adrato und Cantus mit verschiedenen Vergrößerungstechniken (Querauszug, Längsauszug mit oder ohne Stützbein und Kopfauszügen). Fritz Böhning, Am Amelkamp 2, 49152 Bad Essen, www.boehning-linne.de


Anzeige | Seite 53

Kundenberatung in der Direktannahme

Kundenberatung: v.l. Tatjana Keller, Timo Vogt, Anatoli Münz, Manfred Sieker, Sven Assmann, Linda Wilmering, Janine Dierker, Martina Schröder

Innovativ mit Blick nach vorn Restemeier – die Mehrmarkenwerkstatt

Arbeit leben – das ist das Motto der Mehrmarkenwerkstatt Restemeier. Die Kunden erwarten motivierte und kompetente Mitarbeiter und genau dieses bietet das Unternehmen seit 1980. Mit besonderen Aktionen und viel Engagement wird Qualität auch für die Zukunft gesichert.

Fachliche Kompetenz für die Zukunft gesichert

Die neue Waschanlage

Werkstatt des Vertrauens auch 2012!

Alles unter einem Dach

bietet dem Kunden neben dem persönlichen Kontakt auch über Facebook und mit einer eigenen Website Informationen über Leistungen und Aktionen an.

Die Mehrmarkenwerkstatt Restemeier kennen viele als Lackiererei, doch das Unternehmen hat sich im Laufe der Jahre zu einem allumfassenden Meisterbetrieb entwickelt. Seit dem Jahr 2000 sind ihre Mitarbeiter auch Ansprechpartner im technischen Bereich und können somit mit Erfahrung und Know-how punkten. Die Wünsche der Kunden werden schnell und professionell umgesetzt, egal ob es sich um Lackreparaturen, Unfallschäden, Glasschäden, Wagenaufbereitung oder Reifen handelt, die Profis kennen sich mit jeder Marke aus.

Damit sich auch die weiblichen Kunden wohlfühlen, ist das Team Restemeier kein reiner Männerverein. Sowohl in der Werkstatt als auch in der Beratung sind weibliche Angestellte gerade auch für Kundinnen da, die sich von ihnen verständlicher beraten fühlen. Damit Frauen sich im Notfall auch mal selbst helfen können, bietet Restemeier am 17. März einen Frauen-PannenhilfeKurs unter der Leitung eines KFZ-Meisters an. Hier werden die Arbeiten in der Werkstatt vorgestellt und den Kundinnen Tipps zur Selbsthilfe gegeben.

Restemeier | Die Mehrmarkenwerkstatt Carl-Fischer-Straße 2 | 49084 Osnabrück Telefon 0541/91111-0 www.restemeier.de

info

Persönlicher Kundenkontakt wird großgeschrieben, die hochwertigen Leistungen individuell an den Kunden und die Bedürfnisse angepasst. Das innovative Unternehmen

Frauen in einer Männerdomäne

Das Unternehmen ist jedoch nicht nur im handwerklichen und Service-Bereich oben auf – es macht sich auch Gedanken um den Nachwuchs. Am 26. April ist „Girls Day“, ein Tag, an dem junge Mädchen in die Domänen reinschnuppern, in denen Frauen bisher eher selten vertreten sind. Hier ist das Unternehmen Restemeier aufgeschlossen und öffnet seine Tore. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wird jungen Frauen die Möglichkeit eines einjährigen Praktikums mit Aussicht auf einen Ausbildungsplatz, inklusive Zusatzschulungen, geboten. Das Restemeier-Team nimmt gerne Neulinge auf und bildet sie nach dem Motto „Der Kunde muss zufrieden sein“ aus. Die qualifizierten Mitarbeiter machen fast alles möglich. Das spürt man auch, denn nicht umsonst wurde das Unternehmen schon siebenmal in Folge zur „Werkstatt des Vertrauens“ gekürt!


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Der nächste Sommer kommt bestimmt! Atmosphäre lässt sich einrichten „Atmosphäre lässt sich einrichten“ – das ist die Philosophie, die bei Garten & Wohnen in Münster gelebt wird. Alle Produkte sind hochwertig und genügen in Material und Verarbeitung höchsten Ansprüchen. Doch das ist bei Garten & Wohnen nur die Grundvoraussetzung. Darüber hinaus zählt für die Spezialisten von Garten & Wohnen der LifestyleAspekt – in all seinen Facetten. Und Lifestyle bleibt hier keine Floskel, sondern steht für außergewöhnliches, nicht selten extravagantes Design. Anspruchsvolle Top-Marken wie DEDON, Tribù, Royal Botania, Cane-line, Paola Lenti oder Design 2 Chill, deren Produkte in einem rund 2.000 qm großen Schaugarten in Münster gezeigt werden, lassen in Sachen Qualität und Design keine Wünsche offen. Wer sich stilvoll abheben möchte, wer seinen Garten neu erleben und diesem das gewisse Extra geben möchte, wer auf der Suche nach außergewöhnlichen Lösungen ist, der ist bei Garten & Wohnen genau an der richtigen Adresse. Ob klassisch, modern, mediterran oder designorientiert – hier bekommt man immer „High End“! Das Garten & Wohnen Team bietet für alle Einrichtungstypen die passenden Produkte und Konzepte, um Draußenwohnen zum Erlebnis zu machen. Dem Kunden das „Rundum-sorglos-Paket“ zu bieten, ist dabei immer das Ziel. So ist das münsteraner Unternehmen kompetenter Ansprechpartner für alle Themen rund um den Garten: Von der Möblierung über die Beleuchtung sowie auch die Beschattung, eben alles das, was den Garten, Balkon oder die Dachterrasse zum Lebensmittelpunkt „Draußen“ macht. Ein Komplett-Paket!

Individuelle Pflanzgefäße nach Maß Garteneinrichtung vom Reißbrett mit Pflanzgefäßen „von der Stange“? Für Garten & Wohnen undenkbar! Bei Garten & Wohnen bekommt der Kunde deshalb Pflanzgefäße individuell auf Maß gebaut, die in Design, Farbe, Material und Größe den individuellen Ansprüchen genügen. Ob Glasfaser, Edelstahl, Aluminium oder in Betonoptik – Anfertigungen sind in jedem RAL-Ton möglich. Selbstverständlich kümmert sich das Garten & Wohnen Team auch um die optimale Bepflanzung. Exklusive und frostsichere Terracottagefäße in aktuellen Beige- und Schlammtönen sowie Sichtschutzquader führt Garten & Wohnen ebenfalls im umfangreichen Sortiment.


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Garten & Wohnen Roland Münnig GmbH & Co. KG Mariendorfer Str. 49 D - 48155 Münster Fon: +49 251 - 32 89 72 Fax: +49 251 - 68 68 504 info@garten-wohnen.com

Unsere Öffnungszeiten Mo. - Fr. 10.00 - 19.00 Uhr Samstag 10.00 - 17.00 Uhr Sonntag 14.00 - 17.00 Uhr* * ohne Verkauf & Beratung. Termine gerne auch außerhalb unserer Öffnungszeiten. Wir freuen uns auf Ihre Fragen.

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Wohnen Garten | Seite 56

Bildunterschrift

Aufbruchstimmung:

Neuer Garten – alter Charme Alte, hochgewachsene Bäume, eine Mauer, die Geschichten ihrer Besitzer erzählen würde, könnte sie sprechen, und dichtgerankter Wein: Alte Gärten haben eine ganz besondere Atmosphäre, die man so leicht mit keinem Neubau hinzaubern kann. Stetig der Witterung ausgesetzt, verträgt jedoch auch ein Bestandsgarten dann und wann eine Erfrischungskur. Die Kür ist dabei, das alte Flair mit neuen Ideen aufzuwerten – wer diese Herausforderung meistert, schafft einen einmaligen Schatz!

Text

Jana Schulte, Fotos

fotolia, Daldrup


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Für viele Garten- und Landschafsbauer steht es längst fest: Wer auf der Suche nach einer neuen Immobilie ist, sollte mindestens genauso gründlich auf den Garten schauen. Denn während man am Haus nahezu alles verändern kann, ob baulich oder durch einen neuen Anstrich, bleibt ein baumloser Garten eben ein baumloser Garten – zumindest für die nächsten Jahre, denn bis ein Baum wirklich statthaft gewachsen ist, dauert es eben seine Zeit. Ob ehemaliger Pool, der weder dem Geschmack seiner Besitzer noch der modernen Technik gerecht wird, oder eine Hecke, an der der Zahn der Zeit bereits genagt hat: Für fast alle Herausforderungen im alten Garten gibt es gestalterische Ideen, die dafür sorgen, dass der Charme gewachsener Dinge erhalten bleibt, ohne dass auf Ästhetik und Modernität verzichtet werden muss.

Schwimmteich statt dunkles Loch Ein ehemaliger Pool hinterlässt ein tiefes Loch im Garten. Die alten Fliesen brechen langsam aus den Wänden und das Ganze wird nicht nur zu einer Gefahrenstelle, sondern auch zu einem optischen Stolperstein. Dieses Problem kann jedoch gelöst werden: Aus dem schon vorhandenen Loch kann ein Schwimmteich errichtet werden, der sich optimal in die alten Gegebenheiten einfügt. Mit ein paar schönen Wasserpflanzen umrandet, einem kleinen Springbrunnen oder einem eingebauten Wasserfall in Miniaturformat und – je nach Größe – einer kleinen Brücke entsteht ein eigener Wellnessbereich. Wer reist da noch in die Ferne?

Wie die alten Germanen: Durch eine Rundbank wird jeder alte Baum zum Treffpunkt für die ganze Familie.

Outdoor-Lounge hinter alten Mauern Eine Mauer sorgt dafür, dass die neugierigen Nachbarn nicht ständig in den Garten schauen können. Doch so nützlich sie auch ist, besonders ansehnlich ist der Sichtschutz nicht und die Ecke birgt ein dunkles Nichts. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Die alte Mauer wird abgerissen, womit jedoch auch Erinnerungen an vergangene Zeiten verloren gehen, oder man nutzt das schattige Plätzchen und verwandelt es in eine charmante, romantische Outdoor-Lounge. Mit rankenden Pflanzen lassen sich wunderbar diverse Löcher stopfen, und schöne Büsche, in einem Halbkreis angeordnet, schaffen einen geschlos-


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Eine ungepflegte und vernachlässigte Landschaft (rechts) wird mit etwas Arbeit zu einem wohlstrukturierten Garten, in den sich die Bäume wunderbar einfügen. (Fotos: Daldrup – Gärtner von Eden)

senen Raum. Als Eingang wird einfach Platz für einen Rosenbogen gelassen. Am Ende noch alte, wetterfeste Möbel hinstellen und schon ist der ideale Platz für heiße Sommertage fertig.

Blumenschmuck für optische Highlights Hecken brauchen Pflege, ob regelmäßiges Schneiden oder hochwertiges Düngen. Doch was tun, wenn die Hecke vernachlässigt wurde und lückenhaft, stellenweise bräunlich und aus der Form geraten ist? Nachdem die Heckenschere ihr Werk verrichtet hat und alles wieder in Form geschnitten wurde, gibt es ein paar Tricks, die Hecke optisch aufzuwerten: So können etwa in regelmäßigem Abstand kleine Blumenbündel gepflanzt werden, je bunter, desto auffälliger. Dies lenkt

von den kleinen Schwächen ab und peppt die Pflanzenwand farbig auf. Natürlich kann man der Hecke auch einen besonderen Schnitt geben. Wie wäre es mal mit einem gewagten Schwung?

Gewächshaus mit altem Charme Gartenhütten sollen schön und nützlich sein, doch irgendwann ist auch bei diesen der Lack ab. Wenn sich aus dem alten Schuppen schon eine kleine Ruine entwickelt hat, Efeu und anderer Wildwuchs die Wände hochranken und das Dach schon nicht mehr vorhanden ist, dann sind das eigentlich optimale Voraussetzungen für ein ganz individuelles Gewächshaus! Eventuelle Dachreste werden entfernt und ein Gewächshaus passgenau in die bestehenden Mauern gesetzt. In die Mauern selber werden große Fenster geschlagen, damit ge-


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Wunderschön, um eine alte Hecke aufzuwerten: ein hölzernes Tor lockert sehr hohe Hecken auf.

nug Helligkeit ins Innere gelangen kann. Nun steht einem eigenen schmackhaften Gemüsegarten mit der persönlichen Note nichts mehr im Wege!

Entspannen zwischen alten Bäumen

Brücken sind nicht nur praktisch – sie sorgen auch für optische Abwechslung.

te platzieren. Wo lässt es sich besser ein spannendes Buch lesen als auf einer Bank unter einem schattigen Baum? Wer auf Design steht, kann echte Luxus-Schaukeln an den dicken Ästen befestigen und so alt und neu perfekt verknüpfen. Mit einem kleinen angelegten Teich oder einem Wasserspeier dazwischen lässt sich ein Ort zum Verweilen und Träumen schaffen. Denn eins steht fest: Nichts verleiht einem Garten so viel Flair und Charakter wie ein statthaft gewachsener Baum, mit dem jede Generation ihre eigenen Erlebnisse verbindet. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Es muss nicht immer der englische Rasen sein, mit einem Blumenbeet und Steinweg. Ein Garten, der eine eigene Geschichte erzählt und liebvoll individualisiert wurde, ist wesentlich interessanter.

Für alle Herausforderungen im alten Garten gibt es gestalterische Ideen.

Ein wunderschöner Fachwerkhof lebt vor allem durch die Geschichte, die er erzählt. Liebhaber schätzen vor allem das alte Ständerwerk, die alten Holzdielen und die alte Scheune. Doch oftmals besteht der Garten aus großen, alten Bäumen, die nicht viel Licht und Platz auf den Rasen des Grundstücks lassen. Aber genau das kann man sich zu Nutze machen: Wie wäre es zum Beispiel mit einem eigenen kleinen Park mit den verschiedensten Sitzecken? Zwischen zwei alten Bäumen lässt sich zum Entspannen eine Hängemat-

Unansehnliche Wände erhalten durch Rosengitter und Lavendelbüsche südländischen Charme.


Wohnen Anzeigen | Seite 60

Gartenideen live erleben Bald wird endlich wieder Frühling! Alle Gartenbegeisterten zieht es dann – wie könnte es anders sein – an die frische Luft. Neue Planungs­ ideen und Pflanzbeispiele können Gartenfreunde jetzt im Schaugarten mit Schwimmteich von Garten Brauers in Melle bewundern. Der Besuch ist kosten­frei und rund um die Uhr möglich. Termine für individuelle Führungen können jederzeit vereinbart werden. Garten Brauers, Allendorfer Straße 16, 49324 Melle, www.garten-brauers.de

Ein Wohnzimmer im Freien Für alle, die ihren Garten in diesem Jahr zum Wohnzimmer im Freien machen möchten, hat der Gartenmöbel-Spezialist Kielhorn genau das Richtige: Polyrattan. Die Markengeflechte sichern die Qualität der Geflecht-Möbel, die schwermetallfreie Faser ist resistent gegen Chlor und Salzwasser, verbunden einem einzigartigen natürlichen „Look and Feel“. Von der rund geflochtenen klassischen Ausstrahlung bis zum modernen, breiteren Geflecht bietet Kielhorn eine breite Auswahl. Hochwertiges Aluminium sorgt für eine stabile Rahmenkonstruktion, gleichzeitig sind die Möbel leicht in der Handhabung. Allesamt von nachhaltiger Qualität, pflegeleicht und witterungsbeständig. Möbel Kielhorn, Holperdorper Straße 26, 49536 Lienen, www.moebel-kielhorn.de

Das Leben im Freien genießen Wer sich für ein Terrassendach der Firma Pro Immo entscheidet, trifft die richtige Wahl. In ihrem innovativen und qualitativ hochwertigen Aluminiumsystem sind das Verlegesystem und die Dachrinne bereits integriert. Durch die Pulverbeschichtung behält das neue Terrassendach dauerhaft seine brillante Optik und bedarf keiner Nachbehandlung oder besonderen Pflege. Das spart Aufwand und Kosten, ist zeitlos, filigran und sehr elegant. Für die Terrassendächer verwenden die Profis ausschließlich hochwertige, pulverbeschichtete Aluminiumprofile und Edelstahlschrauben. Standardfarben sind weiß, dunkelgrün, dunkelbraun und anthrazit. Andere RAL-Farben sind auf Anfrage natürlich ebenfalls möglich. Pro Immo, Birkenweg 8, 49143 Bissendorf, www.proimmo-ohg.de

Alles neu macht der März Damit sich Gartenlieber besser inspirieren lassen können, legt das Baufachzentrum Nilsson in der Eisenbahnstraße 15 in Hilter eine komplett neue Gartenausstellung an. In Zusammenarbeit mit acht Garten- und Landschaftsbauern entstehen verschiedene Themengärten. Darin werden die unterschiedlichsten Materialen wie farbechte Pflasterklinker, individueller Naturstein, strukturierte Betonplatten, Polygonalsteine, Mauern oder Gabionen im kreativen Zusammenspiel ausgestellt. Egal, ob es um attraktive, langlebige Böschungsgestaltung geht oder um eine ordnungsgemäße Abwasserentsorgung – hier findet der Besucher reizvolle und sinnvolle Lösungen. Die Ausstellung wird Anfang März eröffnet und ist rund um die Uhr begehbar. Nilsson Baufachzentrum, Heideweg 8-16, 49086 Osnabrück, www.nilsson.de


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Wohnen Facelift fürs Haus

Teil 1: Sanierung der Bestandsimmobilie Teil 2: Moderne Innenraumgestaltung Teil 3: Anbauten/Wintergärten Teil 4: Das Dach Teil 5: Fassade, Fenster & Türen Teil 6: Technik 2.0

Neue Serie: Facelift fürs Haus

Der Lack ist ab – und jetzt? Warum sich die Sanierung einer Bestandsimmobilie gleich mehrfach auszahlt Sie prägen nahezu jede bebaute Region in Deutschland – die guten alten Bestandsimmobilien aus den 1960er und 1970er Jahren. Doch leider ist auch eine Vielzahl von ihnen in die Jahre gekommen. In der neuen Schlossallee-Serie „Facelift fürs Haus“ erfahren Sie, welche Herausforderungen Bauherren bei der Modernisierung eines rund 40 bis 50 Jahre alten Hauses beachten müssen. Im ersten Teil erläutern wir, welche Gründe dafür sprechen, das alte Schätzchen hinsichtlich Optik und Energiebilanz aufzuwerten.

Text

Eva-Maria Lammers, Fotos

fotolia


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Klima schonen – Energiebilanz verbessern Aus Sicht der Bundesregierung wird die Sanierung von Wohngebäuden vorrangig zum Schutz des Klimas vorangetrieben, denn alte Bestandsimmobilien sind wahre Klimakiller und daher in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend ins Visier der Politik gerückt. Dabei sind Ressourcenschonung und CO 2-Einsparungen die maßgeblichen Ziele, um dem Klimawandel nachhaltig entgegenzuwirken. In Deutschland sind mehr als die Hälfte der Bestandswohngebäude vor der ersten Wärmeschutzverordnung in den 1970er Jahren erbaut worden. Hier liegt das Einsparpotenzial also entsprechend hoch. Aus diesem Grund werden Eigentümern Pflichten auferlegt, um die Energiebilanz ihrer Immobilien dauerhaft zu verbessern. Geregelt wird dies nicht zuletzt Durch den Einsatz moderner durch die Energieeinsparverordnung, Baustoffe und dank neuer die regelmäßig noTechnologien kann der velliert und somit in Energiebedarf um bis zu ihren Anforderun80 Prozent gesenkt werden. gen weiter erhöht wird. Aber nicht nur das Klima wird geschützt, auch der Geldbeutel des Eigenheimbesitzers wird langfristig geschont, wenn der Energieverbrauch und damit die Kosten für Strom, Wasser und Heizung gesenkt werden können. Durch den Einsatz moderner Baustoffe und dank neuer Technologien kann der Energiebedarf um bis zu 80 Prozent gesenkt werden. Bei stetig ansteigenden Energiepreisen ein Argument, das sich spätestens bei der jährlichen Nebenkostenabrechnung bemerkbar macht.

Optische Hingucker Nicht nur hinsichtlich ihrer Energiebilanz stehen sie im Schatten eines jeden Neubaus, auch in Bezug auf ihre Optik können viele

Vor (links), während (oben) und nach der Sanierung (rechts).

Bestandsimmobilien nicht mithalten. Und sie haben es schwer, denn an ihnen nagt eindeutig der Zahn der Zeit. Versprühen sie nun wahrlich nicht den Charme einer Altbauvilla, fristen sie ihr Dasein in der grauen und tristen Mitte zwischen modernen Neubauten und historischen Gebäuden. Doch das muss nicht so bleiben. Mit ganzheitlichen Modernisierungsmaßnahmen kann man sie gekonnt in Szene setzen. Eine neue Fassade, ein neues Dach und der Austausch von Fenster- und Türelementen sorgen zumindest äußerlich für eine spürbare Verjüngungskur. Und auch im Innenraum lässt sich einiges verändern.

Modernen Lebensraum schaffen Der Grundriss von rund 50 Jahre alten Häusern ist klassischerweise


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verschmelzungen sind zumeist realisierbar und ermöglichen die Umsetzung individueller Gestaltungswünsche.

Mit Weitblick planen: Barrierefreiheit

funktional ausgerichtet worden. Im Erdgeschoss befinden sich die allgemein genutzten Räume für die ganze Familie, die man zumeist einzeln und zentral über den Hausflur erreicht. Das Obergeschoss beherbergt Schlafräume und Badezimmer. Dementsprechend ist auch der Gestaltungsspielraum stark eingeschränkt. Der Trend heute bewegt sich jedoch hin zu Lebensräumen, also weit entfernt von den damaligen Funktionszonen. Charakteristisch sind beispielsweise offene Wohnräume. Küche, Essbereich und Wohnzimmer sind nicht mehr strikt voneinander getrennt, sondern gehen fließend ineinander über und sind häufig nicht mal durch Türen voneinander abgetrennt. Klarer Vorteil gegenüber Altbauten aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts: Grundrissveränderungen können relativ einfach vorgenommen werden. Sie haben weniger tragende Wände, Wohnraum-

Wer im Inneren des Hauses an Modernisierung denkt, sollte auch die Zukunft im Blick haben und dem Thema Barrierefreiheit bei der Planung besondere Aufmerksamkeit schenken. Denn im Alter werden andere Anforderungen an eine Immobilie gestellt. So sollten Schwellen beseitigt und Türen vergrößert werden, um die Mobilität auch später sicherzustellen. Das Badezimmer sollte zudem ausreichend Bewegungsfreiheit bieten und so gestaltet sein, dass es später nur weniger Umbaumaßnahmen bedarf, um es mit einem Rollator begehen zu können. Dazu zählen unter anderem eine Duschwanne mit minimaler Einstiegshöhe beziehungsweise eine ebenerdige Dusche, ein WC, das gut zugänglich ist, und ein Waschtisch, der gegebenenfalls später durch Wegnahme des Unterschranks mit einem Rollstuhl genutzt werden kann.

Warum nicht einfach abreißen? Mit Sicherheit, die hier in kurzer Form aufgelisteten Maßnahmen, um aus einem alten Schätzchen ein richtiges Schmuckstück zu machen, sind kostenintensiv. So mancher Eigentümer wird sich vielleicht die Frage stellen: Warum nicht einfach abreißen und wieder aufbauen? Gewiss ist dies immer eine Einzelfallentscheidung, die unter anderem von der baulichen Grundsubstanz beeinflusst wird. In den meisten Fällen sind die Bestandsgebäude jedoch geprägt von einer soliden Bauweise und demnach noch vollkommen intakt. Darüber hinaus werden die Kosten für Abriss und Entsorgung vielfach unterschätzt. Zusammen mit dem Bau eines neuen Hauses


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übersteigen sie leicht die Kosten einer umfassenden Sanierung. Nicht zuletzt, weil immer auch geprüft werden sollte, inwieweit für die Sanierung, sofern sie energetische Maßnahmen umfasst, Fördermittel in Anspruch genommen werden können.

Zu guter Letzt Immobilien sind eine langfristige Kapitalanlage, für viele sogar Teil der Altersvorsorge. Wer darüber nachdenkt, sein Eigentum eines Tages zu veräußern, wird am Markt durchaus andere Preise erzielen, wenn er sein Haus hinsichtlich Energiebilanz, Optik und modernen Wohnraums den heutigen Standards angepasst hat. Mit der kontinuierlichen Modernisierung geht auch eine Wertsteigerung einher. Darüber hinaus erhöht sich zudem der Wohnkomfort. Allein durch die Isolierung verändert sich spürbar das Wohnraumklima und Behaglichkeit stellt sich ein.

Step-by-Step: Die Planung einer Gebäudesanierung Sanieren hat viele Vorteile: Ein Gebäude wird optisch aufgewertet und seine Energiebilanz verbessert – das steigert nicht nur den Wert des Objektes, sondern schont auch noch den eigenen Geldbeutel! Als Besitzer einer Immobilie sind Sie eventuell schon mal mit dem Thema Sanieren in Berührung gekommen. Zwangsläufig stellt sich die Frage: Wie gehe ich vor und was muss ich beachten? Lesen Sie hier in aller Kürze, mit welchen Schritten Sie Ihre Bestandsimmobilie auf Vordermann bringen. 1. Bestandsaufnahme: In welchem Zustand ist mein Gebäude? Im ersten Schritt sollten Sie Ihre Immobilie einer ganzheitlichen

Analyse unterziehen: Welche Materialien wurden verwendet? Wie ist der energetische Zustand des Gebäudes? Liegen Mängel an der Bausubstanz vor? Die Bestandsaufnahme kann helfen, böse Überraschungen während der späteren Umsetzung der Maßnahmen zu vermeiden, und sollte deshalb am Beginn eines jeden Sanierungsprojekts stehen. 2. Die Wahl des richtigen Experten: Professionelle Unterstützung ist unerlässlich! Holen Sie sich einen Fachmann für „Bauen im Bestand“ mit ins Boot, zum Beispiel einen Architekten oder Ingenieur. Denn die Experten haben Erfahrung mit Modernisierungsprojekten. In jedem Fall sollten Sie auch energetische Aspekte in die Planung mit einbeziehen. Auf der Website der Architektenkammer Niedersachsen (www.aknds.de) finden Sie Ansprechpartner in Ihrer Nähe! 3. Der Energieberatungsbericht: Die Energiebilanz kann nicht lügen …


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Facelift fürs Haus: Das wartet in den nächsten Ausgaben auf Sie:

Teil 2:

Wände und Böden geben der Innenraumgestaltung ihre individuelle Note. Die klassische Raufaser hat ausgedient, daher lesen Sie im zweiten Teil alles rund um Trends und Materialien. Darüber hinaus erfahren Sie, wie Sie mit Grundrissänderungen und Deckenabhängungen ein besonderes Ambiente erzielen können.

Teil 3: Anbauten/Wintergärten: Mehr Platz schaffen und den Wohnraum erweitern. Wie Sie Anbauten bautechnisch und optisch an Ihre Bestandsimmobilie anschließen können, ist Thema der dritten Ausgabe. Zusätzlich widmen wir uns den immer beliebteren Wintergärten. Ein fachkundiger Berater erstellt Ihnen nach einer Objektbegehung zuerst einen Energieberatungsbericht. Hier wird der energetische Ist-Zustand Ihrer Immobilie zusammengefasst. Neben der Gebäudehülle (Fundament, Mauerwerk, Decken, Dach, Fenster) sollten auch die Haustechnik, also Heizungsanalagen, Rohrleitungen und Schornstein, mit einbezogen werden. Auf Basis dieser Untersuchungen leitet sich die Energiebilanz des Gebäudes ab. 4. Maßnahmenkatalog: Komplett- oder Sparprogramm? Der Energiebericht ist die Grundlage für verschiedene Modernisierungsmöglichkeiten. Von einzelnen Maßnahmen, wie dem Austauschen der Fenster bis zur Komplettsanierung auf Neubaustandard – der Bericht liefert wichtige Anhaltspunkte für den Sanierungsfahrplan. Steht fest, welche Maßnahmen zwingend erforderlich sind, sollte geprüft werden, inwieweit Fördermittel für die energetische Sanierung in Anspruch genommen werden können. Informationen hierzu erhalten Sie unter www.kfw.de.

Teil 4:

Das Dach: Ob Flach-, Sattel- oder Pultdach – allen Formen gemein ist, dass sie das Gebäude in seiner Optik prägen. Erfahren Sie mehr über die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten. Haben Sie zum Beispiel schon an eine Dachbegrünung als Alternative zum klassischen Ziegel gedacht?

Teil 5:

Fassade, Fenster, Türen: Sie legen Wert auf die Energiebilanz Ihres Hauses? Bei Fassade, Fenster und Türen gibt es dank neuer Baustoffe und moderner Technologien jede Menge Einsparpotenziale. Aber keine Sorge, auch die Optik haben wir im Blick und stellen beliebte Materialien vor.

Teil 6: Technik 2.0: Die Haustechnik Ihrer Immobilie ist in die Jahre gekommen. Von der Elektrik über das Heizsystem bis hin zur multimedialen Haussteuerung – informieren Sie sich im letzten Teil der Serie, wie Sie Ihre Bestandsimmobilie in Sachen Technik richtig nachrüsten.


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T ip p s

Vintage Edition Alt und gebraucht, aber doch stilvoll neu: Gemeinsam mit der Designerin Virginia Maissen hat Bauwerk Parkett eine trendige Bodenkollektion geschaffen, die mit 2047 Kombinationsmöglichkeiten pure Individualität garantiert. Gemeinsam mit Virginia Maissen, Interior Designerin beim renommierten Zürcher Studio Gustave, hat Bauwerk Parkett Vintage auf den Boden gebracht – im wahrsten Sinne des Wortes. Alt und gebraucht, aber doch trendy und neu: So präsentiert sich die Vintage Edition. Sie verleiht Räumen mit ihrer einzigartigen Patina Charakter und strahlt Wärme aus. Erinnerungen werden wach, denn kein Stab gleicht dem anderen – jeder erzählt seine eigene Geschichte. Mit ihren unterschiedlichen Oberflächenfarben, Strukturen und Verlegearten bietet sie fast unbeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten. Damit werden Visionen Realität – zuhause, aber auch in Bars, Boutiquen, Restaurants oder Shops. Estrich Tscherner GmbH, Dulings Breite 6-10, 49191 Belm, www.tscherner-boeden.de

Baustoff für Individualisten Naturstein ist ein Material für Individualisten: natürlich, grenzenlos vielfältig, einzigartig und prädestiniert dafür, eine dauerhafte Wertsteigerung der Immobilie zu erzielen – im Innen- wie im Außenbereich. So sind zum Beispiel auch die Bodenplatten aus Kalkstein „Royal Beige“ der Kollektion „Avantgarde“ von NGR in Rheine von dauerhafter Qualität. Ihre Oberfläche wird je nach Material geschliffen oder gebürstet, um die Farben und Strukturen des Gesteins zu betonen, ohne dabei einen intensiven Glanzeffekt zu erzeugen. Darüber hinaus steht bei dem Rheiner Natursteinriesen eine breite Palette an unterschiedlichsten Materialien, Formaten, Oberflächen- und Kantenbearbeitungen zur Verfügung, die keinerlei Wünsche offen lässt. NGR Natursteingesellschaft mbH, Kanalstraße 52-62, 48432 Rheine, www.steine-aus-rheine.de


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Kaffee

Energie aus der roten Frucht

Schon Johann Sebastian Bach frönte dem Kaffee und komponierte ihm mit der Kaffeekantate eine Liebeserklärung. Obwohl italienische Geistliche das „Satansgebräu” verbieten wollten, begeisterte das schwarze Getränk mit seiner belebenden Wirkung immer mehr Menschen. Heute ist es eines der beliebtesten Getränke weltweit. Dabei ist Kaffee nicht gleich Kaffee. Text

Jana Schulte, Fotos

Fotolia, Svenja Dierker

Koffein macht müde Häupter munter. Es gibt wohl kaum jemanden, der ohne Kaffee in den Tag startet. Ob es nun der hektisch-heiße Kaffee zuhause, ein Coffee to go oder Filterkaffee aus dem Büro ist, in allen Fällen dient das schwarze Gebräu Mario Joka und seine Frau Sandra Götting sind leidenschaftliche Kaffeetrinker und eröffneten vor neun Jahren die als Energiequelle. Doch was es roestbar in Münster. genau mit der Bohne auf sich hat und wie vielfältig Kaffee ist, weiß kaum jemand. Wir haben uns einmal genauer informiert und den Kaffee-Experten Mario Joka in seiner Münsteraner Rösterei roestbar besucht.

„Besonders wichtig ist die perfekte Bohne.“ (Mario Joka)


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Kaffee-Mythen: 1. Kaffee verursacht Krebs. Früher dachte man, dass Kaffee zu Tumoren führen kann, doch diese Behauptung ließ sich nicht bestätigen. Im Gegenteil: Kaffee hat laut Studien bei Leber- und Blasenkrebs eine positive Wirkung. Es entstehen beim Röstvorgang Antioxidantien, die Schutz vor freien Radikalen bieten. 2. Kaffee ist im Kühlschrank am besten aufgehoben. Das ist so nicht richtig, denn Kaffee könnte im Kühlschrank feucht werden und zieht die Gerüche und Aromen der anderen Lebensmittel an. Den Kaffee lieber in eine luftdichte Dose geben und diese an einem schattigen Platz lagern. 3. Espresso hält besser wach als Kaffee. Eine kleine Tasse Espresso enthält nicht mehr Koffein als eine Tasse Kaffee. Laut Expertenmeinung gibt eine Tasse Kaffee wieder mehr und vor allem langanhaltender Power als eine Tasse Espresso. 4. Kaffee entzieht dem Körper Wasser. Zu jeder Tasse Kaffee braucht der Körper ein Glas Wasser – so ist der Wissensstand der Allgemeinheit. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sagt jedoch: Wasser ist grundsätzlich nie schlecht, aber die Wasserbilanz beim Kaffeetrinken nicht zwangsläufig notwendig. Kaffee ist in moderaten Mengen kein Flüssigkeitsräuber. 5. Kaffee am Abend führt zur Schlaflosigkeit. Jein. Unmittelbar vor dem Schlafengehen bewirkt ein schwacher Kaffee in der ersten halben Stunde eine beruhigende Müdigkeit, gerade bei Senioren wird das Gehirn dadurch besser durchblutet. Die aufputschende Wirkung setzt erst nach rund 20 Minuten ein. Wer innerhalb dieser Zeit ins Bett geht, für den kann Kaffee ein schlafförderndes Mittel sein. Statt lange wach liegen also lieber eine Tasse Kaffee trinken.

Je langsamer und höher die Kaffeepflanze wächst, desto aromatischer wird die Bohne. Außerdem ist für die perfekte Bohne auch die Region wichtig, meist auch Namensgeber des Kaffees. Da in den Regionen die Bedingungen und die Böden verschieden sind, unterscheiden sich die Erzeugnisse deutlich, denn die Pflanzen ziehen sich die Aromen aus dem Nährboden. Dann gibt es noch die verschiedenen Aufbereitungsmethoden, die zu einem speziellen Geschmack verhelfen. In der Trockenaufbereitung, auch „Natural“ genannt, werden die Früchte gewaschen und zum Trocknen ausgelegt. Dabei verfault das Fruchtfleisch um den Kaffeekern herum und die Süße des Fleisches zieht in die Kaffeebohne. Bei der sogenannten Nassaufbereitung werden die Bohnen aus dem Fruchtfleisch gepult, so dass nur noch letzte Reste daran hängen bleiben. In großen Tanks fressen Bakterien schließlich die Reste ab, das Fleisch wird abwaschbar. Anschließend werden die Bohnen in die Sonne zum Trocknen ausgelegt. So gibt es unterschiedliche Verfahren, um einen bestimmten Charakter in einem ersten Schritt zu kreieren.

„Der gute Geschmack kommt auch durch Traditionsröstung.“ Die Röstung der Bohnen ist eine Wissenschaft für sich. Wie Joka erklärt, werden durch bestimmte Röstverfahren besondere Eigenschaften der rohen Bohne verstärkt. Es kommt vor allem auf die Röstzeit und die Rösttemperatur an. Durch diese Parameter lassen sich bestimmte Eigenschaften der Bohnen hervorheben. Je nach Sorte werden bei einer längeren und intensiveren Behandlung mehr Bitterstoffe freigesetzt. Während industrieller Kaffee nur zwei bis drei Minuten unter extremen Temperaturen geröstet wird, bearbeitet der traditionelle Weg die Bohnen nicht unter 19 Minuten bei einer moderaten Temperatur, das macht den Kaffee bekömmlicher.

„Die optimale Maschine hat eine optimale Durchlaufzeit.“


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Die optimale Maschine ist schwer zu bestimmen. Es gibt unzählige Zubereitungsmethoden. Was für einen Kaffee möchte man? Auf was legt man viel Wert? Ein guter Espresso zum Beispiel sollte über 20 Sekunden Durchlauf haben, so Mario Joka. Die Padmaschinen seien zwar für schnelle Kaffees okay, doch kann nicht erwartet werden, einen hochwertigen Kaffee zu bekommen. Selbst wenn der Rohstoff von bester Qualität ist, kann diese nicht erhalten bleiben. Im gemahlenen Zustand verliert Kaffee schneller sein Aroma. Das Pulver wird dann über einen längeren Zeitpunkt gelagert und es gelangt Sauerstoff daran, was die Aromastoffe zusätzlich schädigt. Kaffee ist also nicht gleich Kaffee. Verschiedene Proben machen deutlich, was für Unterschiede zwischen einzelnen Sorten zu schmecken sind. Die meisten Kaffeetrinker haben ein besonders ausgeprägtes Mundgefühl für den brasilianischen Kaffee. Man könnte sagen, dass dies der Grundgeschmack ist, so wie man ihn vom Kaffee kennt. Doch durch die Veredelungen gibt es die verschiedensten Geschmacksmöglichkeiten. Es gibt über 900 verschiedene Aromen, damit ist, was viele nicht wissen, Kaffee wesentlich vielfältiger als Wein. Dies zeigen auch die verschiedenen Kaffeevariationen aus der roestbar. Mario Joka ist sich sicher: Für jeden Geschmack gibt es das perfekte Aroma!

Kaffee aus der Region Roestbar-Kaffee kann man mittlerweile auch in Osnabrück bekommen, denn zum Kundenstamm des Münsteraner Unternehmens zählt unter anderem das Osnabrücker „Lieblingskaffee“ am Domhof. Es öffnete im September letzten Jahres die Türen für Liebhaber und Genießer guten Kaffees. Eine Besonderheit ist das Interieur: Man kann alles kaufen, vom Tablett über die Kaffeetasse bis zum Schrank! Inhaber Michael Woltering bezieht all seine Kaffees aus der Region, denn neben den Bohnen der roestbar verkauft er auch Kaffee von Carlos Tomas Kaffeerösterei Tomas Café Art. Die Osnabrücker Rösterei arbeitet mit Leidenschaft an ihren Kaffees, um immer wieder neue Kreationen zu erhalten. Neben exotische Sorten wie etwa dem Vodkakaffee Vodka Shadow oder Grappa Shadow gibt es auch die Möglichkeit, sich den Kaffee aus verschiedenen Arabica-Bohnen selbst zusammenzustellen und sich bis Samstag morgens schicken zu lassen, um mit dem perfekten Kaffee in ein perfektes Wochenende zu starten. Denn im Endeffekt ist es doch so: Guter Kaffee – gute Laune.

Das Fazit: Kaffee macht nicht nur wach, sondern auch Spaß.


Genuss Bauernhofcafé | Seite 70

Hofcafés in der Region

Die Schlossallee stellt die schönsten Bauernhofcafés der Region vor. In dieser Ausgabe: das Pyer Hofcafé in Osnabrück.


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Hat Ihr Café eine eigene Geschichte? Der alte Hof meiner Vorfahren „Klein Siebenbürger“ wurde urkundlich erstmals im Jahr 1641 erwähnt. Das älteste noch erhaltene Gebäude ist das alte Backhaus aus dem Jahr 1743. Als Napoleons Soldaten plündernd durch das Osnabrücker Land zogen, diente das Haus als Fluchtburg. Noch heute besitzt es die alten Schießscharten.

P y er H ofcaf é Inhaberin: Marita Vedder Zum Pyer Moor 8 49090 Osnabrück Öffnungszeiten: mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Außerdem können die Räumlichkeiten für besondere Anlässe angemietet werden.

Wie viele Personen finden bei Ihnen Platz? Das Café bietet Platz für 65 Personen. Außerdem gibt es eine großzügige Gartenterrasse mit Blick ins Grüne für 60 Personen.

Schlossallee: Wie und wann fing im Café alles an? Marita Vedder: Nachdem ich das Anwesen von meinen Eltern geerbt und den landwirtschaftlichen Betrieb verpachtet hatte, realisierte ich die Idee eines Cafés. Im Jahr 1999 habe ich im Hauptgebäude die alte Diele zu einem Café umgebaut.

30 Personen wird ein umfangreiches Frühstücksbuffet angeboten.

Was empfehlen Sie Ihren Gästen?

Gibt es eine persönliche Lieblingse- Einen ausgedehnten Spaziergang durch cke, wo Sie gerne selbst Platz nehmen, die angrenzenden Wälder, Wiesen, Felder wenn der Tag sich dem Ende neigt? und das „Pyer Moor“ mit einem Besuch in Im Winter ist ein Platz vor dem Kamin schön und im Sommer auf der Terrasse. Hier kann man perfekt den Sonnenuntergang genießen.

meinem Café.

Was finden Ihre Gäste auf der Karte?

Ja – in unmittelbarer Nähe befinden sich das Museum Industriekultur sowie der Rundwanderweg durch den Piesberg mit Aussichtsplattform.

Selbstgebackene Blechkuchen und Torten, Eisbecher, leckere Suppen und herzhafte Schinken- und Käsebrote. Für Gruppen ab

Gibt es für Besucher besondere Ausflugsziele in der Nähe Ihres Cafés?


Leben Gesundheit | Seite 72

Von Kopf bis Fuß das wundersame Gerüst unseres Körpers „Sitzen zwei Patienten im Wartezimmer eines Orthopäden. Sagt der eine…“. Mit Beginn des Witzes werden unterschiedlichste Assoziationen wach: der schmerzende Rücken nach dem Aufstehen, der Tennisarm während der letzten Saison, die neue Knieprothese des Kollegen oder der angeborene Hüftschaden des Patenkindes. Alle Erkrankungen finden sich in einem der breitesten medizinischen Fachgebiete wieder – Statistiken sagen, dass jeder Zweite von uns bereits einen Orthopäden zu Rate gezogen hat.

Text

Nicole Bongard, Fotos

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Aus etwa 206 Knochen besteht der menschliche Körper, die Zahl kann variieren, da unterschiedlich viele Kleinknochen im Fuß und der Wirbelsäule sein können. Der Facharzt für Orthopädie – meist in Kombination mit Unfallchirurgie – ist dabei nicht nur auf die Vielzahl der unterschiedlich gebauten Knochen und ihrer Gelenke spezialisiert, sondern besitzt zudem alle Kenntnisse über das komplexe Zusammenspiel zwischen Bändern, Sehnen und Muskeln, dem Gerüst unseres Körpers!

Arthrose: Was man schmerzhaft spürt Fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Arthrose. Damit ist sie eines der häufigsten Krankheitsbilder in der orthopädischen Praxis. Bei der Erkrankung baut sich nach und nach der Gelenkknorpel ab. Bislang gibt es keine Therapie, die diesen Prozess stoppen kann. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, Arthrose sei eine altersbedingte Verschleißkrankheit und entstehe durch Abrieb oder Abnutzung, ist der Beginn viel simpler. Zu Anfang findet sich meistens eine einmalige Schädigung des Gelenkknorpels etwa durch Entzündungen oder einen Unfall. Von diesem Schaden bis zu den ersten spürbaren Symptomen der Arthrose vergehen dann viele Jahre. Unter anderem ein Grund, warum eine Früherkennung so schwierig ist. Und jeder weiß: je früher erkannt, desto besser behandelt! Bislang gibt es keine konservative (also nicht-operative) oder chirurgische Möglichkeit, Arthrose zu stoppen; derzeit beschränkt sich die Therapie weitestgehend auf Schmerzlinderung und Erhalt der Gelenkbeweglichkeit. Bei fortgeschrittener Erkrankung benötigen viele Patienten ein Kunstgelenk.


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Die Gelenke altern mit

sind lediglich 2 mm breit. Selbst auf diesem kleinen Raum können Für nahezu jedes große Gelenk gibt es mittlerweile Prothesen, denn sie noch unterschiedlich rotieren und so den Knochen abtragen. Die die Implantation künstlicher Gelenke ist eines der erfolgreichsten Vorteile lassen sich kompakt zusammenfassen: kosmetisch fast nicht Operationsverfahren, das den Menschen ihre Selbstständigkeit er- mehr sichtbare Narbe, kleinere Wundflächen und damit geringeres hält. Vor allem an Hüfte und Knie: Allein Infektionsrisiko, kaum Schmerzen, eine schnellere im letzten Jahr wurden etwa 209.000 Über 30 Millionen Men- Wundheilung und damit einhergehend die frühere Hüft- und 175.000 Knie-Endoprothesen schen leiden an Erkran- Belastungsmöglichkeit. Der aus der Reihe tanzende eingesetzt, wofür die Krankenversichekungen des Haltungs- und Zeh ist die häufigste Fehlstellung der Zehen. Dabei rungen drei Milliarden Euro ausgegeben weicht der große Zeh erst nach außen ab und dreht Bewegungsapparates. haben. Dennoch wird immer wieder von sich dann selbst nach innen. Die benachbarten ZeProblemen berichtet, die den Gelenkerhen werden verdrängt. Durch die Fehlstellung kommt satz in Zweifel ziehen und die Patienten verunsichern. Ein Frühwarn- es zu Abnutzungserscheinungen im Gelenk, häufig in schmerzhafter system zu Einsatz und Komplikationen muss her, wie es in anderen Kombination mit Schleimbeutelentzündung und Arthrose. Im Bereich Ländern schon existiert und in Deutschland von der Deutschen Ge- des Ballens lagert sich zusätzlicher Knochen an. Bei fortgeschrittesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie seit Langem nem Hallux Valgus kann das Tragen von normalen Schuhen für den gefordert wird. Betroffenen nahezu unmöglich werden, da der Schuh zusätzlich zu den ohnehin schon vorhandenen Schmerzen an der Ein Zeh tanzt aus der Verdickung am Ballen drückt Reihe und reibt. Höllische Schmerzen und wochenlange 27 Knochen befinden sich in einer Immobilität, all dies verbinden Patienten Hand – in beiden Händen zusammit der Behandlung eines Ballenzehs men steckt also ein Viertel der gebzw. Überbeins oder, medizinisch korsamten Knochen des Körpers. Die rekt, Hallux Valgus. Durch ein neues Verfahren ist die Operation des Überkomplexen Funktionen, die unter beins am großen Zeh ein schonender anderem durch diese Vielzahl an Eingriff geworden. Für diesen benöKnochen, dazugehöriger Gelenke tigt der Operateur zum Einführen der und Muskulatur ermöglicht werden, Operationsinstrumente einen 3 mm werden von dem Gesunden oftmals langen Stich – dies entspricht der Größe unterschätzt und erst bei einer Stöeines Reiskorns! Denkt man zudem bei rung offensichtlich. So wie bei der dem Begriff der Fräse an eine große BauDaumen-Sattelgelenksarthrose, der oder Schneeräummaschine, so täuscht häufigsten Arthrose der Hände. man sich: Die Fräsen des Orthopäden

Die Hand


Leben Gesundheit | Seite 74

Keine Spätschäden bei Kindern Als Spezialgebiet der Orthopädie befasst sich die immer wichtiger werdende Kinderorthopädie mit der Erkennung, Verhütung und Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Haltungs- und Bewegungsapparates im Kindes- und Jugendalter. Zu diesen zählen angeborene oder erworbene Fehlhaltungen, Entwicklungsstörungen an Füßen und Armen, Fehlanlagen von kindlichen Hüftgelenken und Veränderungen an der Wirbelsäule. Diese Erkrankungen unterscheiden sich wesentlich von jenen im Erwachsenenalter, da sich die Bewegungsorgane von Kindern und Jugendlichen im Wachstum befinden. Die Behandlung zielt neben den aktuellen Beschwerden vor allem darauf ab, Spätschäden im Erwachsenenalter zu vermeiden.

Zahlen, die nachdenklich stimmen Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie im Oktober diesen Jahres berichteten die Experten, dass in Deutschland bereits über 30 Millionen Menschen an Erkrankungen des Haltungsund Bewegungsapparates leiden – Tendenz steigend. Die großen Volkskrankheiten wie Rückenschmerzen, Gelenkerkrankungen, Osteoporose sowie Sport- und Unfallverletzungen machen bereits heute 40 Prozent aller Arbeitsunfähigkeiten und Frühberentung en aus. Das sehr komplexe Gerüst unseres Körpers ist eben auch sehr störanfällig, und trotz vieler moderner Therapieverfahren der Fachspezialisten wird die Vorbeugung der Erkrankungen immer wichtiger. Eine ist die angemessene Bewegung – also raus an die frische Luft oder in die Sporthalle. Und nicht auf die Pointe des Orthopädenwitzes warten! Anzeige

Expertentipp Schmerzreduktion grund

im

Vorder-

Zu den bekanntesten orthopädischen Krankheitsbildern zählen Arthrose, Bandscheibenvorfall, Ischialgie, Osteoporose, Tennisellbogen und so weiter. Neben den operativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es konservative Therapien, zu denen unter anderem die Krankengymnastik beziehungsweise Physiotherapie, Manuelle Therapie, Osteopathie, Rehabilitationssport und Funktionstraining zählen. Die Therapieformen werden nach gestellter ärztlicher Diagnose verordnet und von entsprechend ausgebildeten Therapeuten ausgeführt. Entsprechend der Diagnose werden Beweglichkeit, Kraft und Stabilität trainiert. Dabei steht die Schmerzreduktion immer im Vordergrund jeder Behandlung. Petra Stapelmann, Physiotherapeutin und Inhaberin des Präventa Gesundheits- und Therapiezentrum, Essener Str. 20 49152 Bad Essen, Tel. 05472/ 95 45 75


Leben Fit ins neue Jahr | Seite 76

Keine Chance dem

Schweinehund! Fit und gesund ins neue Jahr starten

Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit! Neben Rotkraut, Gans und Klößen locken die vielen verführerisch süßen Leckereien. Das Resultat: Nach den Festtagen machen sich bei den meisten von uns kleine Rundungen bemerkbar. Dazu wurde vielleicht noch geraucht und getrunken, kurz: die ein oder andere Sünde begangen. Pünktlich am Silvesterabend werden dann gute Vorsätzen gefasst: mehr Sport, gesündere Ernährung, Rauchentwöhnung, um nur die gängigsten zu nennen. Die guten Absichten verfliegen jedoch leider allzu oft wieder genauso schnell, wie sie gefasst wurden. Hier einige Tipps, wie sich die Pläne in die Tat umsetzen lassen und man langfristig am Ball bleibt! Text

Johanne Uphoff, Fotos

fotolia


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Weniger ist mehr Warum verfliegen die meisten guten Vorsätze zum neuen Jahr nur oft genauso schnell wie die Böller und Raketen, die zur Begrüßung im Himmel verrauchen? Die Erklärung dafür ist ganz einfach: Man nimmt sich zu viel vor, die Ziele sind unerreichbar. Sämtliche im alten Jahr gefassten Vorsätze werden bis in die Silvesternacht hinausgezögert und sollen im neuen Jahr, am besten alle auf einmal, verwirklicht werden. Stellt sich die Menge an Plänen dann als unrealisierbar heraus, ist Frustration vorprogrammiert. Man setzt sich ganz schön unter Druck und das ist alles andere als gesund. Besser ist, seine Vorsätze unter einen Überbegriff zu stellen und dabei Schritt für Schritt zu realisieren. Niemand ist so standhaft und kann von heute auf morgen auf alles verzichten. Tastet man sich aber allmählich heran, führt das immer wieder zu kleinen, aber wichtigen Erfolgserlebnissen. Das steigert die Motivation und der Rest klappt fast von alleine!

Obst und Gemüse sind wertvolle Energie- und Vitaminlieferanten und sind roh verzehrt besonders gesund. In der Regel sind schonend zubereitete, frische Lebensmittel, die gerade Saison haben, Fertigprodukten vorzuziehen. Bei tierischen Lebensmitteln sollte man darauf achten, mageres, am besten helles Fleisch, Fisch und fettarme Milcherzeugnisse zu sich zu nehmen. Daneben sollte auf eine ausreichende Zufuhrt von Kohlenhydraten und Ballaststoffen geachtet werden – sie stoppen den Heißhunger und sättigen länger. Getreideprodukte und Hülsenfrüchte sollten deshalb regelmäßig den eigenen Speiseplan bereichern. Fett dagegen sollte nach Möglichkeit reduziert werden, egal ob beim Braten in der Pfanne oder auf dem Butterbrot. Da der menschliche Körper jedoch ein Mindestmaß an Fett benötigt und einige Vitamine ausschließlich fettlöslich sind, sollte man beim Braten oder für den Salat zumindest auf Pflanzenöle mit ungesättigten Fettsäuren zurückgreifen. Ein kleiner Tipp: Magerquark ist ein alternativer und gesunder Brotaufstrich. Ganz besonders wichtig ist genügend Flüssigkeit. Deshalb sollte man möglichst viel trinken, vor allem wenn es sich um Mineralwasser, Tees, verdünnte Frucht- oder Gemüsesäfte handelt. Generell gilt jedoch: Man sollte sich nichts verbieten – selbst hin und wieder Süßigkeiten oder Fastfood in geringen Mengen sind erlaubt. Und auch Alkohol ist nicht verboten, wenn er in Maßen genossen wird. Wie jeder weiß, beginnt ein guter Tag mit einem guten Frühstück. Ein Müsli, aufgepeppt mit den eigenen Lieblingsobstsorten und Nüssen, sorgt bereits morgens für mehr Vitalität, Kraft und Energie. Ein Spaziergang im Anschluss an eine gehaltvollere Mahlzeit tut gut und stärkt das Immunsystem.

Magerquark ist ein alternativer und gesunder Brotaufstrich.

Die Ernährung macht den Unterschied Langfristig fit und gesund bleibt man am besten mit einer ausgewogenen Ernährung. Wer viel Obst und Gemüse, mehr Ballaststoffe, dafür weniger Fett und Zucker zu sich nimmt, isst nicht nur gesünder, sondern fühlt sich auch so. Das Immunsystem wird gestärkt, wir sind energiegeladener, unsere Konzentration wird besser und unser Bewegungsdrang größer. Obst, Gemüse, selbstgemachter Käse, Wurst und selbstgebackenes Holzofenbrot – allein das Erlebnis, das ein Gang über den Markt bietet, macht den ersten Schritt, um „gesund und fit“ ins neue Jahr zu starten, gar nicht so schwer.


Leben Fit ins neue Jahr | Seite 78

G es un de s A bn eh m en – fü nf go ld en e R eg el n zu vie l vo r! 1. Ne hm en Sie sic h nic ht ch slu ng sre ich ! 2. Er nä hr en Sie sic h ab we in kleinen Portionen! 3. Essen Sie bewusst und ht zu sp ät! 4. Es se n Sie ab en ds nic 5. Tri nk en Sie vie l!

Bewegung nach Plan Sport gehört neben einer gesunden Ernährungsweise definitiv dazu, wenn jemand langfristig fit werden oder bleiben will. Am besten fängt man damit gleich an, so lange die Vorsätze noch ganz frisch sind. Für diejenigen, die schon in der Schule dem Laufen nichts abgewinnen konnten, ist es wenig sinnvoll, jetzt mit Jogging zu beginnen. Stattdessen schwingt man sich lieber aufs Rad oder probiert es mit Gymnastik. Auch hier ist es sinnvoll, einen bestimmten Plan zu verfolgen und festzulegen, wie oft und an welchen Tagen man die Zeit für Sport findet. Dabei sollte man ehrlich zu sich sein und sich auch der „Stör-Faktoren“, die vom Sport abhalten könnten, bewusst werden. So kann man sie auch einfacher ausschalten. Ein Trainings-Tagebuch, in das man Aktivität, Datum, Zeit und Dauer und das Gefühl bei Sport einträgt, sorgt zudem für eine Extraportion Motivation: Schließlich führt es einem die eigenen Erfolge vor Augen und mit der Zeit findet man ganz von alleine sein persönliches, optimales Fitness-Programm heraus.

Der „Stör-Faktoren“ sollte man sich bewusst sein.


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Die neuesten Fitnesstrends für 2012 Noch mehr Lust auf die tägliche Bewegung sollen auch die neuesten Fitnesstrends machen. So bittet das US-Institut „The American College Sports Medicine” Fitness-Profis, Sportärzte, Trainer und Athleten alljährlich weltweit um ihre Meinung, was im kommenden Jahr die Trends in der Fitness-Szene sein werden. Dabei hat sich gezeigt, dass funktionelles Fitness-Training eine immer größere Bedeutung erhält. Während funktionelle Fitness bei der Umfrage im letzten Jahr noch auf den unteren Rängen im 20er Bereich rangierte, schaffte es dieses Jahr den Sprung in die Top 10. Die FitnessProfis sind sich einig, dass der ganzheitliche Ansatz in Zukunft die beherrschende Trainingskultur sein wird. In den USA ist diese Trendwende der Trainingsphilosophien in vielen Fitness-Studios bereits erkennbar – und klassische Bodybuildingmaschinen mussten inzwischen Kletterseilen und Kettlebells Platz machen. Nach wie vor auf dem obersten Platz der Fitness-Trend-Hitparade finden sich wieder Tanzworkouts wie Zumba. Daneben wird nach Ansicht der Fitness-Profis auch die Nachfrage nach kompetenten Trainern und Ernährungsberatern weiter steigern. Da immer mehr Medien wie Lifestyle-Magazine Informationen zum Thema Gesundheit und Fitness bieten, wollen die Trainierenden einen kompetenten Ansprechpartner haben. Das amerikanische Arbeitsamt geht sogar so weit zu prognostizieren, dass mittelfristig in der Fitness- und Gesundheitsbranche mehr Arbeitsplätze geschaffen werden als in jeder anderen. Im deutschen Sprachraum fallen die Progno­s en ähnlich aus.

Tipps

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10 Jahre jünger aussehen Die gute Nachricht für Frauen, die etwas Intensives gegen Falten, trockene Haut und Unreinheiten tun wollen, kommt in Form eines einzigartigen Verfahrens daher: Die Meso Beauty-Therapie bietet Anti-Aging ohne Spritze und Heilpraktikerin Angelika Bork, Foto: Luck Skalpell. Das Verfahren, bei dem das Gesicht nadellos unterfüllt und der Teint natürlich geglättet wird, ist damit ideal für Frauen und Männer, die Skalpell und Spritze nicht mögen. Meso Beauty Lift nutzt stattdessen den sanften Weg der Porotation. US-Wissenschaftler, die das Prinzip der sich öffnenden Hautkanäle entdeckten, erhielten hierfür den Nobelpreis. Meso Beauty Lift ist die kosmetische Weiterentwicklung der Porotation: Bei der Behandlung werden regenerierende Biomoleküle und straffendes Hyaluron mit modernster Computertechnik in die Hauttiefen eingeschleust. Im Resultat wirkt die Haut bis zu zehn Jahre jünger, der Teint straff, schön und ebenmäßig glatt. Beste Ergebnisse werden nach einer Hautkur erzielt. Die Bachblüten Therapie bietet die perfekte Ergänzung. Zielsetzung dieser vor über 80 Jahren vom englischen Arzt Dr. Edward Bach entwickelten Therapie ist die seelische Harmonisierung. Institut für Schönheit und Gesundheit im Heilkundlichen Therapiezentrum, Domhof 8, 49074 Osnabrück, Telefon 05404/917415 und 0176/21681208


Leben Anzeigen | Seite 80

Sichtbare Hautverjüngung Der Mensch ist ein elektrisches Wesen. Diese Kernaussage der Quantenphysik macht sich eine neue ganzheitliche Pflege für jugendliches Aussehen zunutze. Bei der Dermionologie wird mit Hilfe eines Spezialgerätes von außen eine geballte Ladung konzentrierter NegativIonen auf die Haut gebracht. Wohl gemerkt: nicht mehr O2-Moleküle, als die Zelle aufnehmen können, also keine Sauerstofftherapie, sondern mehr elektrische Power. Genau das, was die Zellen für ihren Stoffwechsel brauchen. Über einen Schlauch strömt dieses dann zum Ort des Geschehens: durch die Haut ins Gewebe. Dort neutralisieren die Negativ-Ionen vorhandene Säuren. Das Ergebnis: sichtbare Hautverjüngung und Regeneration schon nach wenigen Behandlungen. Beauty Concept, Bahnhofstraße 9, 49504 Lotte, Tel. 054 04/ 99 84 50

Eintauchen und Entspannen Sich eine Auszeit nehmen – Ruhe und Wärme genießen. Vollkommene Entspannung erfahren. Den Alltag abstreifen, gesund und fit bleiben. Dies alles ermöglicht die 6.000 Quadratmeter große Saunawelt der Linus Lingen Wasserwelten. Das Wohlfühl-Areal erstreckt sich über zwei Ebenen im Innen- und Außenbereich und verfügt über eine große Vielfalt an Saunen. Der idyllische Saunapark mit Wasserfall und Naturteich lädt zum Verweilen ein – die Ruheräume mit prasselndem Kaminfeuer, bequemen Ruheliegen und Wasserbetten zum Erholen und Entspannen vom Alltagsstress. Für den kleinen Hunger zwischendurch serviert das Bistro „Besser genießen“ frische Salate, fruchtige Getränke und andere leichte Köstlichkeiten. Linus Lingen Wasserwelten, Teichstraße 18, 49808 Lingen/Ems, www.linus-lingen.de

Volumenaufbau mit Hyaluron Die Behandlung zum Volumenaufbau mit einer speziellen stumpfen Kanüle ist eine neue schmerzarme und gewebeschonende Injektionsmethode, um verloren gegangenes Volumen im Gesicht wieder herzustellen. Deshalb entstehen bei der Behandlung mit der pix`L TM Mikrokanüle nahezu keine blaue Flecken, Rötungen oder Schwellungen. Die Patientin / der Patient ist meist am gleichen Tag wieder „ausgehfähig“. Das Gesicht wird durch Auffüllung mit Hyaluronsäure oder Calcium-Hydroxylapatit des Unterhautfettgewebes wieder jugendlich frisch und passend zum Typ modelliert. Volumen an den richtigen Stellen bewirken eine Optimierung der Gesichtskontur und eine glatte Haut. Neben einer großflächigen Behandlung des Gesichtes mit der pix`L TM Mikrokanüle lassen sich auch einzelne Gesichtspartien wie Wangen, Augenringe, abgeflachte Augenbrauen, Tränenrinne, Nasolabialfalten, Marionettenfalten, Lippenformung usw. präziser auffrischen. Diese sehr effektive und sanfte Methode wird bei uns im Zentrum für Ästhetische Medizin favorisiert und häufig angewendet. Dr. med. Folker Dörfler, Zentrum für ästhetische Medizin, Bahnhofstraße 27, 49716 Meppen, www.sanfte-schoenheitsmedizin.de


Kultur Kloster Gravenhorst | Seite 82

Kunst für alle Sinne Kunsthäuser gibt es viele. Auch Ausstellungshallen, die sich vor allem zeitgenössischen Arbeiten widmen, findet man zahlreich in unserer Region. Aber ein Kunsthaus, in dem jährlich bis zu vier Stipendiaten aus aller Welt direkt vor Ort denken, planen, arbeiten und ihre Werke schließlich für Besucher zugänglich machen, das gibt es nur hier: im ehemaligen Zisterzienserinnenkloster Gravenhorst in Hörstel. Text und Fotos

Aufwändige Sanierung Die Geschichte der von Gräften umgebenen alten Gemäuer begann 1256 mit der Gründung des Zisterzienserinnenklosters durch Konrad von Brochterbeck und seiner Frau Amalgarde von Budde. Ihre Tochter Oda war die erste Äbtissin des Konvents, dem in der Regel 10 bis 14 Frauen aus dem niederen Adel der Diözesen Münster und Osnabrück angehörten. Nach der Säkularisierung im Jahr 1803 erfuhr das sakrale Gebäudeensemble verschiedenste profane Nutzungen: So war es Steinbruch, Zuckerrübenfabrik, Dampfmaschinenwerkstatt, Jagdschloss, Kriegsgefangenen- und Flüchtlingslager und schließlich landwirtschaftlicher Betrieb. Seit 2004 ist es seiner ursprünglichen Bestimmung wieder etwas näher gerückt: Der Kreis Steinfurt kaufte das ehemalige Kloster, sanierte es aufwändig und umfangreich und machte damit das DA – Kunsthaus Kloster Gravenhorst erst möglich. DA – das ist die Kurzform für Denkmal-Atelier und das trifft besonders gut, wofür das Kunsthaus steht: Denkmal – als ehemaliges Kloster mit über 750-jähriger Geschichte, Denk mal – als Ort, an dem Mitdenken und – machen

Svenja Dierker

sowie die Kommunikation über Kunst zum Grundkonzept gehört, Atelier – als Kunsthaus, in dem Kunst entsteht und zu sehen ist. Gerd Andersen ist Leiterin und Kuratorin der Einrichtung.

Die letzte Müllerin Neben dem hauptsächlich aus dem Süd- und Westflügel bestehenden Kunsthaus gehören noch eine Klosterkirche und die nahezu sämtlich erhaltenen Wirtschaftsgebäude zur Klosteranlage, so etwa das ehemalige Back- und Brauhaus, der Mühlenteich, die inneren und äußeren Gräften, Fundamente der alten Schmiede sowie vor allem die Mühle: 1262 erstmals urkundlich erwähnt, war sie bis in die 80er Jahre hinein im Betrieb. Ihr letzter Müller, Ludwig Müller, verstarb im Jahr 1991. Seine Frau Ursula ist dem Kloster über all die Jahre treu geblieben und arbeitet heute als Besucherbetreuerin im Kunsthaus. Als Augenzeugin der vergangenen Jahrzehnte hat sie wie keine andere ihr Herz an Gravenhorst gehängt und kann die Besucher diese Faszination spüren lassen. Die Mühle indessen wurde von einem Förderverein übernommen und bis heute instandgehalten.


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Neu trifft Alt: Die strenge Architektur des Treppen­hauses bildet einen Kontrast zum ursprünglich gehaltenen Großen Saal.

Das Lichtkreuz in seiner Mitte ist beachtliche 4,5 Meter hoch und besteht komplett aus Obstkisten.

Kunst und Leben Heute sehen die Betreiber des Kunsthauses den Ort als Kommunikationsstätte für Gegenwartskunst. Die jährlich wiederkehrenden, festen Projekte sowie zahlreichen Veranstaltungen sind nahezu alle vom selben Grundgedanken getragen: die Geschichte des Hauses mit moderner, teils experimenteller Kunst zusammenzuführen und sie für Kenner wie für Laien gleichermaßen erlebbar zu machen. Herzstück des Programms ist seit sechs Jahren das „Stipendium KunstKommunikation“: Seine partizipatorischen Kunstprojekte sind deutschlandweit einmalig. Künstler aus der ganzen Welt können sich bewerben und ihre Ideen vor einer Jury präsentieren. Gefördert werden gemeinschaftsorientierte, öffentliche Kunstprojekte, die sich nicht auf einen musealen Raum beschränken, sondern sich mit der Geschichte des Ortes auseinandersetzen und die Menschen der Region einbeziehen. Die Auswahl erfolgt in einem zweistufigen Verfahren: 15 Künstler verschiedenster Richtungen werden zu einer viertägigen Ideenwerkstatt eingeladen, an deren Ende die Präsentation vor einer renommierten, externen Jury steht. Nicht selten kommt es vor, dass sich eine ursprüngliche Idee im Laufe der vier Tage und unter den Eindrücken des Gebäudes noch einmal komplett wandelt – auch das macht den Reiz dieses Projektes aus. Am Ende bekommen drei bis vier Bewerber die Chance, ihre Ideen in die Tat umzusetzen.

Herzstück des Programms ist das „Stipendium KunstKommunikation“

Interaktive „WasserKarte“ und ein Kloster-Comic Für das Jahr 2012 stehen die Stipendiaten fest, sie wurden bereits im Oktober letzten Jahres ausgewählt und werden im Laufe des Februars die Ateliers beziehen und ihre Projekt direkt vor Ort ausarbeiten. Käthe Wenzel ist eine der ausgewählten Stipendi-


Kultur Kloster Gravenhorst | Seite 84

Die Ausstellung „Winterlicht – Vision“ zeigt Lichtkunst, etwa die aus fahrenden Zügen aufgenommenen Videos im Remter (links)oder experimentelle Lichterspiele im Gewölbekeller.

Symposien, Workshops und Sommerateliers sorgen für eine stetige Kommunikation im Kunsthaus.

atinnen. In ihrer Arbeit „WasserKarte“ kartiert sie die Wasserwege der Region – mit Hilfe der Bewohner vor Ort. Aus vielen Gesprächen entstehen eine interaktive soziale Karte für das Internet und ein analog-virtueller Wanderweg. Die Künstlerin spricht dazu etwa mit Schleusenwärtern und Wassersportlern, auch Anwohner werden eingeladen, per E-Mail Zeichnungen von Orten einzureichen, die sie auf der Landkarte sehen möchten. Auf einer Website lassen sich per Mausklick die Ansichten des Ortes und Ausschnitte aus den Interviews öffnen. Direkt an der Strecke stehen Schilder mit QR-Codes bereits, die es möglich machen, sich mit dem Handy auf die Website einzuwählen. Aktuell zieren die ehemaligen Nonnenzellen noch die Arbeiten des Vorjahres, unter anderem der „Comic für Gravenhorst“ von Gilbert Geister (Zeichnungen) und Matthias Schamp (Story), der am 26.

Ursula Müller ist Besucherbetreuerin im Kunsthaus und Witwe des letzten Müllers.

Februar offiziell präsentiert wird. Er spielt im Kloster Gravenhorst und Umgebung und thematisiert verschiedene, den Ort betreffende Aspekte, wie etwa die Geschichte des Klosters, Nachbarorte, Landschaft und Bewohner. Dem partizipatorischen Gedanken folgend gab es für Interessenten die Möglichkeit, sich porträtieren zu lassen und im Comic „mitzuspielen“ – sogar Wunsch-Eigenschaften konnten angegeben

werden!

Sounds, Lichter & mehr Ein weiteres, regelmäßiges Projekt im Kunsthaus ist die Klangkunstreihe „Soundseeing – Klänge zum Angucken“, die in diesem Jahr vom 17. März bis zum 3. November stattfindet und die Architektur des Klosters hörbar machen soll. Passieren soll das etwa durch falsch herum aufgehängte, tropfende Flaschen und ein Staubsaugerkonzert in der Klangperformance „mit Luft und Wasser“ oder durch eine musikalische Radtour mit zu Orchesterinstrumenten umgebauten Fahrrädern. Die Highlights der letzten drei Jahre zeigt eine begleitende Fotoausstellung. Noch bis zum 19. Februar sind Exponate der Ausstellung „Winterlicht – Vision“ zu sehen; eine Reihe, bei der es vor allem um den experimentellen Umgang mit Licht geht, wie etwa beim riesigen, leuchtenden Kreuz im Großen Saal. Die jährliche Gemeinschaftsausstellung zeitgenössischer Kunst in der Region, bei der Künstlern aus dem Kreis Steinfurt ein Forum geboten wird, sowie die Reihe „Jugend gestaltet“ für Jugendliche aus der Region ergänzen das Programm zusätzlich. Symposien, Workshops und Sommerateliers laden zudem zum Miterleben ein, Feste wie der „Marktzauber“ am 3. Juni, Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen sorgen für eine stetige Kommunikation im Kunsthaus.


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In eigenen Ateliers können die Stipendiaten vor Ort an ihren Projekten arbeiten: Hier „Sprechende Hüllen“ von Simone Zaugg (2011)

An der 100-Schlösser-Route Nicht nur weil das Kloster Gravenhorst an der 100-Schlösser-Route des Münsterlandes liegt, die auf einer Länge von rund 960 km mehr als hundert Schlösser, Burgen, Herrensitze und Gräftenhöfe in der Region miteinander verbindet, ist das Kunsthaus auch ein beliebtes Ausflugsziel, das mit dem „klostercafé“ auch über eine gute Gastronomie verfügt. Um Geschichte und Kultur erlebbar zu machen, werden verschiedene Themenführungen angeboten, die alles andere als trockene Theorie sind: Für die Rundgänge schlüpfen Schauspieler in historische Rollen. Bis zu sechs Personen aus unterschiedlichen Epochen gehen mit den Besuchern auf eine Reise in die Vergangenheit des Klosters Gravenhorst.

Das ahemalige Zisterzienserinnen-Kloster liegt an der 100-Schlösser-Route und ist beliebtes Ausflugsziel!

Grafik: Gilbert Geister

Das vollständige Programm und weitere Informationen unter www.da-kunsthaus.de. Alle Projekte der Stipendiaten 2012 unter www.da-kunsthaus.de/projekte.html

Die Einladungskarte zur Präsentation des Gravenhorst-Comics am 26. Februar zeigt sowohl die Künstler als auch die Mitarbeiter des Kunsthauses: (v.l.n.r.) Anke Grothaus, Nicole Ahmann, Jörg Corbach, Christin Krause, Reinhard Lepa, Gilbert Geister, Andrea Ennen, Matthias Schamp und Gerd Andersen


Seite 86 | Anzeige

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Kuns thalle Dominikanerkirche

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„Zwischen den Zeiten“ Zeit, Erinnerung und Geschichte – diese Themen nehmen in der jungen Kunstproduktion einen großen Stellenwert ein. Neun junge Künstler aus Polen, Frankreich und Deutschland haben ihre Gedanken zu diesen Themen in ihre Werke einfließen lassen und präsentieren ihre Arbeiten aktuell in der Kunsthalle Dominikanerkirche. Rik Reinking ist renommierter Kunstsammler und Kurator. Wir sprachen mit ihm über die Kunsthalle Dominkanerkirche und die neue Ausstellung. Schlossallee: Was ist für Sie das Besondere an der Kunsthalle Dominikanerkirche? Rik Reinking: Wo hat man als Künstler schon die Möglichkeit, mit einer Deckenhöhe von bis zu 19,5 Metern zu arbeiten? Der Kreuzgang ermöglicht zudem intimere Präsentationen. Die Kunsthalle Dominikanerkirche ist ein überregional einzigartiger Ausstellungsort!

Was macht die Zusammenarbeit mit André Lindhorst aus? Herr Lindhorst ist ein „alter Fuchs“ – das mag ich sehr gern! Ich kenne nur sehr wenige Kollegen, die mit einem so geringen Budget bereit sind, Ausstellungen zu konzipieren, geschweige denn ein Haus wie dieses zu betreiben. Das geht nur durch ausgeprägte Leidenschaft bis nahezu Selbstaufgabe. Um Transportkosten zu sparen, sitzt Herr Lindhorst nicht selten sogar selbst hinter dem Steuer des LKW, und steht am gleichen Abend professionell für „seine“ Kunsthalle und „seine“ Künstler

tra für den Ort gefertigt wurden. Oder das Triptychon von Michael Schmeichel, für das man sich wohl schwer einen besseren Ort als den Chor der Dominikanerkirche vorstellen kann.

Was sagt die Kunst, die gezeigt wird, über die Gesellschaft aus? Miriam Vlaming, „Sippschaft“, Eitempera auf Leinwand, 150 x 200 cm, 2008

bei der Eröffnung Rede und Antwort. Das verdient einfach nur Respekt! Ich bin der Überzeugung, dass er für Osnabrück ein wertvoller Glücksgriff war und ist, und eine Stadt stolz sein sollte auf ihre kulturellen Institutionen und ihre Mitarbeiter!

Was ist das Besondere an der Ausstellung „Zwischen den Zeiten“? Vier Künstler und Künstlerinnen lassen sich auf die Dominikanerkirche auf ganz bezaubernde Weise ein. Nehmen wir nur die Arbeiten von Hermine Anthoine, die teils ex-

Die Kunst steht und spricht für sich. Ich denke, jeder, der die aktuelle Ausstellung besucht, wird das merken und im besten Fall spüren … Die Künstler treten auf sensible Weise in einen Dialog untereinander, mit der Architektur und der Geschichte des Hauses. Ich finde jedoch viel interessanter, was das Verhalten der Öffentlichkeit und der Presse über unsere Gesellschaft aussagt. Es geht bei der Arbeit von André Lindhorst und Christel Schulte doch maßgeblich auch um die Schulung eines kulturellen Bewusstseins, das, was uns im Inneren zusammenhält. Dann verzweifelt zu versuchen, dieses unbezahlbare Engagement in Euro gegen- und aufzurechnen, ist doch einfach nur traurig.

Kuns thalle Dominikanerkirche

Kuns thalle Dominikanerkirche


Kultur Buchtipps | Seite 88

Paolo Bacigalupi, Hannes Riffel und Dorothea Kallfass: Biokrieg

Lese- & Hörtipps Interessantes, Spannendes und Komisches aus der Welt der (Hör-)Bücher

Wibke Bruhns, Nachrichtenzeit: Meine unfertigen Erinnerungen Droemer, 22,99 €, Erscheinungstermin: 1. März Wibke Bruhns ist eine der bedeutendsten deutschen Journalistinnen. 1938 in Halberstadt geboren, machte sie schon früh Karriere beim Fernsehen und wurde 1971 beim ZDF die erste Nachrichtensprecherin der Bundesrepublik – damals eine Sensation. Doch ihre Leidenschaft war die politische Berichterstattung. Was auch immer passierte: Wibke Bruhns war mittendrin und ganz nahe am Zeitgeschehen – und an den Persönlichkeiten, die die Geschichte prägten. Ob die Studentenproteste 1968, der Aufstieg und Fall Willy Brandts, die Guillaume-Affäre, der Skandal um die vermeintlichen Hitlertagebücher, die Auseinandersetzungen im Nahen Osten, die Gipfeltreffen zwischen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow oder der Mauerfall – Wibke Bruhns’ Erinnerungen sind das Zeugnis eines ungewöhnlichen, illustren Lebens und ein bestechend frischer Blick auf die Geschichte unserer Zeit.

Heyne Verlag, 9,99 € Bangkok in naher Zukunft: Klimawandel und die Profitgier der internationalen Großunternehmen haben die Welt, wie wir sie kennen, für immer zerstört. Künstlich generierte Krankheiten, Bioterrorismus und Hungersnöte gehören zum Alltag, die Lebensmittelkonzerne beherrschen die globale Marktwirtschaft. Anderson Lake, Mitarbeiter der Firma AgriGen, versucht, Zugang zu thailändischen Genlaboratorien zu bekommen – weltweit die einzigen, die noch Stammkulturen unverseuchten Getreidesamens besitzen. Doch Thailands Regierung setzt alles daran, das Eindringen der westlichen Konzerne in ihr Land zu verhindern …

Stephen King, Der Anschlag Heyne Verlag, 26,99 €

Gerhard Wisnewski, Verheimlicht – vertuscht – vergessen: Was 2011 nicht in der Zeitung stand Knaur TB, 7,99 € „Verheimlicht – vertuscht – vergessen“ beginnt dort, wo herkömmliche Jahresrückblicke enden: Gerhard Wisnewski führt souverän durch die Ungereimtheiten und offenen Fragen des Jahres 2011. Er deckt auf, welche Nachrichten uns vorenthalten wurden und welche Schlagzeilen ein verfälschtes Bild der Wirklichkeit gegeben haben. Wisnewski zeigt die wahren Zusammenhänge, die sich unter der Oberfläche dessen verbergen, was die Medien als „objektive“ Berichterstattung präsentieren.

Am 22. November 1963 fielen in Dallas, Texas, drei Schüsse. John F. Kennedy starb, und die Welt veränderte sich für immer. Wenn man das Geschehene ungeschehen machen könnte – wären die Folgen es wert? Jake Epping kann in die Vergangenheit zurückkehren und will den Anschlag verhindern. Aber je näher er seinem Ziel kommt, umso vehementer wehrt sich die Vergangenheit gegen jede Änderung. Stephen Kings neuer großer Roman ist eine Tour de Force, die ihresgleichen sucht – voller spannender Action, tiefer Einsichten und großer Gefühle.


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Patrice Leconte, Heute wegen Glück geschlossen

Hörbuchtipp: Charlotte Link, Der Beobachter

Bastei Lübbe, 10,00 €

Random House, 19,99 €

Eine Papeterie mit nostalgischem Charme im Herzen von Paris. Dort begegnet Thomas der geheimnisvollen Colette wieder, deren zarte Anmut ihn bereits wenige Tage zuvor in der Metro verzaubert hatte. Was aber tun, wenn man zwar weiß, dass sie es ist, nicht aber, wie sag ich‘s ihr? Ehe er die richtigen Worte findet, ist Colette zum zweiten Mal verschwunden. Thomas macht sich auf die Suche nach der Frau seiner Träume – und kommt dabei manchem Geheimnis des Lebens und nicht zuletzt sich selbst auf die Spur.

Er beobachtet das Leben wildfremder Frauen. Träumt sich an ihre Seite, in ihren Alltag, in ihre Erfolge, in ihr Glück. Identifiziert sich mit ihnen und will alles von ihnen wissen, alles, was sie bewegt und beschäftigt. Auf der Flucht vor seinem eigenen Dasein, das aus Misserfolgen und Ablehnung besteht. Nur aus der Ferne, aber voller Hingabe, liebt er die schöne Gillian Ward. Nimmt innigst Anteil an ihrem perfekten Leben mit dem gutaussehenden Ehemann, mit der reizenden Tochter. Bis er zu seinem Entsetzen erkennt, dass er auf eine Fassade hereingefallen ist. Dass im Leben dieser Frau nichts so ist, wie es zu sein scheint. Gleichzeitig schreckt eine Mordserie die Menschen in London auf. Die Opfer: alleinstehende Frauen. Auf eine rachsüchtige, sadistische Weise umgebracht. Die Polizei sucht einen Psychopathen. Einen Mann, der Frauen hasst.

Steve Mosby, Schwarze Blumen Droemer, 14,99 € Wie aus dem Nichts erscheint eines Tages auf der Promenade eines englischen Seebades ein kleines Mädchen, das eine schwarze Blume in der Hand hält und eine grauenvolle Geschichte erzählt. Ihr Vater entführt Frauen und quält sie auf einer abgelegenen Farm zu Tode. Die Polizei kann die Farm jedoch nicht finden. Doch dann taucht genau diese Geschichte plötzlich in einem Kriminalroman mit dem Titel „Die schwarze Blume“ auf. Der Verfasser ist ermordet worden. Und er ist nicht der Einzige, der mit dem Leben bezahlen muss …


Insidertipps Anzeigen | Seite 90

Insidertipps Hunteburger und Bad Essener Haarmonien Vor den Toren von Osnabrück hat sich seit 1998 ein Geheimtipp des Friseurhandwerks zum deutschlandweit beachteten Friseursalon entwickelt: Nurgüls Haarmony. Dies belegen nicht zuletzt über 150 Preise und Auszeichnungen, die die Inhaberin sowie ihr inzwischen 16-köpfiges Team während des 15-jährigen Bestehens bekommen haben, auf eindrucksvolle Weise. Die Highlights dieser Auszeichnungen sind die Niedersächsische, die Norddeutsche und 2010 als bisherige Krönung einer türkisch-deutschen Erfolgsgeschichte die Deutsche Meisterschaft. Ein ganz besonderes Anliegen der inzwischen 35-jährigen Nurgül ist die Ausbildung des Nachwuchses. Sowohl eigene als auch MitarbeiterInnen anderer Salons schult sie mit großem Engagement im eigenen Betrieb, an der Meisterschule oder auch auf nationalen Veranstaltungen, und vermittelt ihnen einen Einblick in ihr untrügliches Gespür für kommende Trends. Neuester Coup der umtriebigen Geschäftsfrau ist die Eröffnung ihres zweiten noch größeren und moderneren Salons am 31. März in Bad Essen. Nurgüls Haarmony, Dammer Straße 9, 49163 Hunteburg, www.nurgüls-haarmony.de

Day Spa Erlebnisse: Neu im Hohenzollern Sport+Wellness Club Die Wohlfühl-Oase im Herzen von Osnabrück begrüßt ihre Gäste zu einem Tag voller Entspannung. Dort dürfen sie sich einen Wellnesstag ganz nach ihren Wünschen gönnen – ob allein, mit dem Partner oder mit Freundinnen. Bei einem köstlichen Frühstück im advena Restaurant starten sie entspannt in den Tag. Mit den anschließenden wohltuenden Kosmetikbehandlungen, Massagen oder Ganzkörperanwendungen im exklusiven Wellness-Ambiente können sie den Alltag hinter sich lassen. Edle Düfte bei ruhiger Atmosphäre zaubern ein Erlebnis der Extraklasse. Zum Mittagessen wird an der Wellnesstafel ein frischer Salat aus dem advena Bistro serviert, damit der Tag entspannt im Bademantel im neu gestalteten Spa-Bereich ausklingen kann. Hochwertige Naturmaterialien und Räumlichkeiten, die mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden, charakterisieren das Konzept der Rundum-Entspannung. Im Zentrum der neuen Wellnesslandschaft stehen ein großzügiger Pool mit Wasserfall und Gegenstromanlage sowie eine finnische Sauna und die Biosauna. Hohenzollern Sport+Wellness Club, Heinrich-HeineStraße 17, 49074 Osnabrück, www.hohenzollern-fitness.de

Neuer Wind im Hotel von Euch Über zehn Jahre war Thomas Hartmann als Küchenchef auf Gut Düneburg tätig, nun stellt er sich einer großen Aufgabe. Ab sofort kümmert er sich als Geschäftsführer des „Hotel von Euch“ um sämtliche Belange seiner Gäste. „Damit eröffnete sich mir die Möglichkeit, in Meppen neue gastronomische Aussichten zu schaffen“, freut sich Hartmann. Das Motto: Einladend, sympathisch und gastfreundlich – so möchte er mit frischen Ideen neuen Schwung in das traditionelle Haus bringen, und dafür setzt er auf ein ganzheitliches Konzept, wobei er sein Hobby, die frische Küche, auch weiterhin fest in den Händen halten wird. Neben einer erweiterten Weinkarte dürfen sich die Gäste künftig auch auf einen „Genießerstammtisch“ freuen, an dem Interessierte, am ersten Donnerstag im Monat, in lockerer Atmosphäre unter Weinliebhabern nette Abende verbringen dürfen. Hotel von Euch, Kuhstraße 21-25, 49716 Meppen, www.hotelvoneuch.de

Reger Betrieb beim Tag der offenen Tür von aeccos Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, sich am Tag der offenen Tür im Ärztehaus am Klinikum Osnabrück rund um ein strahlendes Aussehen zu informieren. Das aeccos-Team um Prof. Dr. Dr. Siegfried Jänicke, Dr. Claus Lange, Beate Höhne und Mechthild Gust hatte ein informatives Programm zusammengestellt. In Vorträgen stellten die beiden Ärzte dar, welche Verfahren zur Hautglättung zur Verfügung stehen. Ebenso wurden verschiedene Laser zur Faltenglättung, Entfernung von Pigmentflecken und Enthaarung demonstriert. Beate Höhne und Mechtild Gust informierten die Gäste über Hautpflege, Zahnprophylaxe und Bleaching. Klinikum Osnabrück, Am Finkenhügel, 49076 Osnabrück, www.klinikum-os.de


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Schöne neue Modeideen Viele schöne Modeideen für die Frühjahr/Sommer-Saison 2012 finden trendbewusste Damen im neuen Fashion Kompass des Modehauses Holthaus. Absolutes Highlight des exklusiven Katalogs ist die Kollektion von Thomas Rath. Diese zeichnet sich durch liebevolle Details und höchste Individualität in Form und Farbe aus und sticht durch ihren femininen Vintage-Look einzigartig hervor. Darüber hinaus sorgen Juwelier Oeding-Erdel sowie das Einrichtungshaus Seemann Interieur als neue „Partner“ des Holthaus Fashion Kompass für mehr Abwechslung und avancieren den Katalog zu einem wertigen Design-Schmuckstück: elegant und unaufdringlich, aber immer akzentuierend. Zeitloses, entschleunigtes Design trifft auf die schnelllebigen Modetrends unserer Epoche. Lebendiger kann das Frühjahr nicht starten! Holthaus Mode, Große Straße 43, 49074 Osnabrück, www.holthaus-mode.de

Höger´s jetzt auch unter freiem Himmel genießen! „Frische Luft genießen, nette Leute treffen und leckeres schmecken“ heißt es ab April 2012 im neuen Biergarten hinter dem Höger´s. Zusammen mit dem Landschaftsgärtner Stefan Seldmeier und den Inhaberinnen wurde ein Konzept entwickelt, das ab Frühjahr einen neuen Garten entstehen lässt, der im Umkreis einzigartig sein wird. Dabei werden Kiesböden, verschiedene Hecken und Sträucher, sowie viele Bäume für eine besondere Atmosphäre nach bayerischem Vorbild sorgen. Der neue Biergarten soll sowohl Bad Essener Bürger als auch Radfahrer und Wanderer, sowie Tagesbesucher jeden Alters anlocken und befindet sich schon in der Umbauphase. Natürlich wird es auch wieder ein Public Viewing zur Fussball EM 2012 sowie ein Oktoberfest geben. Höger‘s Hotel & Restaurant, Kirchplatz 25, 49152 Bad Essen, www.hoegers.de

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Mehr Platz für noch mehr Service Bei der freien Mehrmarkenwerkstatt Restemeier erhalten Kunden den kompletten Service rund um ihr Auto. Um der großen Nachfrage auch weiterhin zu genügen, hat sich der Betrieb im letzten Jahr stark vergrößert. Die neu angebaute Werkstatthalle mit einer zusätzlichen Fläche von 850 Quadratmeter verfügt neben 13 neuen Werkstattplätzen und einer Waschanlage nun auch über eine professionelle Direktannahme, auf welcher der TÜV-Nord die HU abnimmt. Gerade der Bereich Wartung & Inspektion hat in den vergangenen Jahren eine immer größere Bedeutung erhalten. Der neue Achsmessstand zeigt, dass alles auf dem aktuellsten Stand der Technik ist. Vom 14. bis 16. Oktober 2011 feierte die KFZ Werkstatt mit einem zünftigen „Oktoberfest“ ihre Neueröffnung. Im Anschluss an den offiziellen Empfang mit sämtlichen Mitarbeitern und Geschäftspartnern am Freitag, durften es sich am Samstag alle Interessierten bei bayrischer Musik und leckerem Essen gutgehen lassen. Durch den großen Erfolg und die positive Resonanz ist eine Wiederholung des Oktoberfestes für den 29.9.2012 geplant! Restemeier, Die Mehrmarkenwerkstatt, Carl-FischerStraße 2, 49084 Osnabrück, www.restemeier.de

Betörend sinnlich Roberto Cavalli – ein Name, der seit Jahrzehnten für Glamour und Sexiness schlechthin steht. Glamourös und einzigartig – auch das neue Eau de Parfum verkörpert die Cavalli-Frau mit süchtig machenden Noten in einer überschwänglichen Duftkomposition. Sie erregt sofort Aufmerksamkeit und zieht alle Blicke auf sich. Ihr farbenfrohes, schillerndes Temperament nimmt einen mit einem Hauch von rosa Pfeffer ein, ihr verführerisches Lächeln enthüllt ein Touch opulenter Orangenblüte und ihre sexy Kurven hinterlassen einen unvergesslichen Eindruck gerösteter Tonkabohne. Parfümerie Seyffert, Beckerteichpforte 4, 49186 Bad Iburg, Telefon 05403/ 47 11

Kochkunst Kochschule

Das traditionsreiche Osnabrücker Fachgeschäft Schäffer verfügt über eine eigene Konditorei mit Café und Kochschule. In dem professionell ausgestatteten Kochstudio werden regelmäßig Kochevent-Kurse angeboten. Freude am Kochen, Spaß und Genuss unter der Leitung erfahrener Profiköche. Ob Fisch-Gourmet-Kurs oder Spezialitäten-Abend – für individuelle Wünsche ist das Kochkunst-Team jederzeit offen. Carl Schäffer, Nikolaiort 6-9, 49074 Osnabrück, www.schaeffer-geschenke.de

Erfrischende Wedding Photographie Der Blick für‘s Besondere – Menschen, die man liebt, schöne Dinge, die einen umgeben. JaSager-Reportagen und Wedding-Portraitserien werden mit Hingabe persönlich auf die Kunden zugeschnitten. Die erfahrenen Fotografinnen pflegen lebendige Bildsprache mit Wiedererkennungswert für die kostbarsten Momente im Leben. Anja Sünderhuse Photographie, Stadtgraben 22, 49324 Melle, www.suenderhuse.de


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Modenacht am 16. März ab 19 Uhr im Solarlux-Forum Gewerbepark 9-11 | 49143 Bissendorf

Große Bühnenshow Aussteller mit den neuesten Kollektionen

Varieté & Performance

Casinonacht 19 h Einlass 20 h Bühnenshow anschl. Casinonacht

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Insidertipps Termine | Seite 94

Termine Kultur im Osnabrücker, Tecklenburger und Emsland sowie in der Grafschaft Bentheim

Bühne | Tecklenburg | Howard Carpendale 27. August | Freilichtspiele Tecklenburg Howard Carpendale präsentiert zusammen mit seiner Band sein aktuelles Programm „Das Alles bin ich“. Im Frühjahr 2011 stellte er sein neues Album „Das Alles bin ich“ vor, das – für ihn maßgeschneidert – seine Gefühle, die Höhen und Tiefen seines Lebens beschreibt. „Wir haben einige Monate gebraucht, um den Auftritt in Tecklenburg zu sichern“, so Intendant Radulf Beuleke und Stefan Kaumkötter (Leiter des künstlerischen Betriebsbüros),„und wir sind sehr stolz, dass wir in unserem Angebot 2012 zwischen Musical, Oper und dem Auftritt Neuer Deutscher Welle einen absoluten Stargast präsentieren können“. Karten sind in der Geschäftsstelle der FreilichtSpiele oder telefonisch unter 05482-220 erhältlich. www.buehne-tecklenburg.de

Ausstellung | Osnabrück | Impulse International 18. und 19. Februar, OsnabrückHalle 14 Jahre Kunstmesse Impulse international in der OsnabrückHalle, das sind 14 Jahre einer besonderen Form der Kommunikation zwischen Kunstschaffenden und Publikum. Impulse international präsentiert Kunstwerke, die unseren Alltag begleiten und im privaten Raum einen jeweils ganz persönlich definierten Platz einnehmen können, denn Kunst und individuelle Lebensqualität sind eng miteinander verbunden. Dabei ist nicht ausgeschlossen, dass das Werk eines heute noch Unbekannten, von Kunstexperten entdeckt und gefördert, in einigen Jahren eine große Wertsteigerung erfährt. Bei der Vernissage am 18. Februar wird ein mit 1.000 Euro dotierter Kunstpreis verliehen, und zum ersten Mal bei der Messe findet eine Kunst-Auktion statt. www.osnabrückhalle.de

Bühne | Meppen | Justiz 12. Februar, Theater Meppen Nach den großen Erfolgen ist auch in dieser Saison wieder ein echter Dürrenmatt im Programm: In „Justiz“ erschießt in einem überfüllten Züricher Restaurant vor aller Augen ein Kantonsrat einen angesehen Germanistikprofessor der örtlichen Universität. Sein Anwalt soll den Fall unter der Annahme neu aufrollen, er sei nicht der Täter gewesen. Dieser absurd scheinende Auftrag wird von dem Rechtsanwalt angenommen. Zu spät erkennt er, in welche Fallen die Justiz ihn geraten lässt, verwechselt er sie doch mit der Gerechtigkeit. Das Theater Greve garantiert eine packende Inszenierung, die der Frage nachgehen wird, was Wirklichkeit ist und wie diese erfasst werden kann. www.meppen.de

Musical | Osnabrück | Cate’s Leila 09. März, Lutherhaus Voller Stille, Sehnsucht und Melancholie kommen die Songs des Newcomer-Duos Cate’s Leila daher: Klänge, die aufbranden, sich verlieren, sammeln und wieder verstärken. Das Debüt­ album How the light gets in von Cate Martin und Micha Holland erscheint im Frühjahr 2012. Die Melodien sind herzzerreißend schön, die Texte so persönlich wie abstrakt, die beiden Musiker einander erkennend im Zusammenspiel als Duo, der direktesten Form der musikalischen Konversation. Eine Essenz eben. www.lutherhaus.info


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Ausstellung | Rheine | Dynamisches Licht Bis 24. Juni, Kloster Bentlage Im Fokus der Sonderausstellung „Dynamisches Licht“ stehen die 1960er Jahre – die Zeit von Mauerbau, Mondlandung, sowie gesellschaftlicher und politischer Umbrüche. Unter dem Titel „Dynamisches Licht. Zero und die Kunst der 1960er Jahre“ werden 15 künstlerische Positionen präsentiert, die zeigen, wie sich Künstler aus Westfalen, Deutschland und anderen europäischen Ländern zeitgleich mit Phänomenen der Wahrnehmung beschäftigten und die Grenzen zwischen Kunst und Alltag aufhoben. Zentrum der Ausstellung ist Otto Pienes Lichtinstallation. Als Mitbegründer der Künstlergruppe Zero hat Otto Piene mit der Verwendung elementarer Materialien wie Licht, Luft, Feuer und Erde den traditionellen Kunstbegriff gesprengt und mit teils spektakulären Aktionen Natur, Technik und Kunst vereint. Skulpturen, Lichtobjekte, Gemälde und Arbeiten auf Papier unter anderem von Victor Vasarely, Günther Uecker, Kuno Gonschior, Adolf Luther und Yaacov Agam werden zu seiner Installation spannungsreich in Beziehung gesetzt. www.kloster-bentlage.de

Bühne | Osnabrück | Der Koch, der Maler und der Barbier des Präsidenten 03. März, Theater Osnabrück Revolution! Nach Jahrzehnten der Gewaltherrschaft wird der Präsident eines ungenannten Landes gestürzt. Man verschleppt ihn und seinen Hofstaat, darunter auch sein Koch, sein Maler und sein Barbier, die den Präsidenten auf intime Weise kennen. Der neue Mann an der Spitze des Staates nimmt ihre Dienste in Anspruch. Und auch die Frau des Malers, die Tochter des Kochs und die Geliebte des Friseurs finden sich in der Residenz ein. Während die alte Ordnung fällt und eine neue entsteht, erzählen diese sechs Personen, von ihren geheimen Leidenschaften, von ihren Verstrickungen in die Ränkespiele der Macht. Im ständigen Wechsel der Perspektiven offenbart sich die beklemmende Blindheit, der jede Person auf ihre Weise verfallen ist und die sie angreifbar werden lässt im Machtkampf, der gerade erst beginnt. Für die Bühne adaptiert wird Ceridwen Doveys erfolgreiches Romandebüt von der Regisseurin Anne Lenk. www.theater-osnabrueck.de

Musical | Meppen | Auryn Quartett und Katja Huhn 12. Februar, Theater Meppen Nach den hoch gelobten Gesamteinspielungen der Streichquartette von Beethoven und Brahms, sowie den Aufnahmen des Klavierquartetts und -quintetts von Robert Schumann, hat sich das Auryn Quartett daran gemacht, nach und nach Aufnahmen sämtlicher Streichquartette Joseph Haydns zu veröffentlichen. Die Zuhörer dürfen ein ausdrucksstarkes Konzert erwarten. www.theatergemeinde-meppen.de


Insidertipps Termine | Seite 96

Musical | Bad Iburg | Jazz in der Schlossmühle 30. März, Schlossmühle Wie der Name der Band schon sagt, liegt die Betonung auf „Swing“. Zum Repertoire gehören die beliebten Swing-Klassiker der 30er und 40er Jahre, aber auch der Dixieland und der Latin-Jazz wie Bossa Nova und Samba kommen zu ihrem Recht. Oberstes Gebot der 1986 gegründeten Band ist es, den Zuhörern durch ihre Musik gute Laune und swingende Stimmung zu vermitteln; und das werden mit Sicherheit die fünf Musiker Wolf R. Krickau, (Trompete), Horst „Bärlein“ von Myczilski (Klarinette und Tenorsax), Gerd Lückermann (Piano), Henk Bleuming (Kontrabass und Gesang) und das Trommelwunder aus Telgte, Teddy Bittmann, auch in der Bad Iburger „Schlossmühle“ erreichen. www.badiburg.de

Ausstellung | Meppen | Peter Strang 11. bis 13. März, Galerie Atelierspuren, Meppen Der 1936 in Dresden geborene Peter Strang ist ein jung gebliebener Altmeister und ein Multitalent. Er war künstlerischer Leiter der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen und prägte diese mit seiner künstlerischen Handschrift. Ob frei modelliert oder aus geometrischen Elementarformen spielerisch aufgebaut – seine unikaten, handbemalten, Porzellanskulpturen überraschen mit einer erstaunlich vielfältigen Handschrift und Beständigkeit. Neben den Porzellanskulpturen zeigt die Galerie Atelierspuren erstmalig in einer Sonderausstellung auch die andere, fast unbekannte künstlerische Seite Peter Strangs – zahlreiche Gemälde, eigenständige Kunstwerke. Sie stehen formal in bewusster Nähe zur Moderne des 20. Jahrhunderts. Am Sonntag 11. März um 11 Uhr findet die Vernissage im Beisein des Künstlers statt. www.atelierspuren.de

Sonstiges | Münster | Antiquitätentage 23. bis 26. Februar, Messe und Congress Centrum Halle Münsterland Eine exquisite Auswahl hochwertiger Kunstobjekte auf mehr als 6.000 Quadratmetern erwartet die Besucher der 36. Kunst- und Antiquitäten-Tage. Das Thema der Sonderschau wird die Fotografie sein: Harry Klunder, ein preisgekrönter Fotograf aus den Niederlanden, präsentiert seine abstrakte Farb-Fotografien. Auch weitere Aussteller werden das Thema „Fotografie“ aufnehmen. Als weiterer Sonderaussteller gestaltet das Einrichtungshaus Sensá aus Münster kleine wohnliche Kompositionen aus antikem und neuem Landhaus-Mobiliar. Beleuchtung, Wandbearbeitung, Bodenbeläge und Wohnaccessoires zeigen, wie wohnlich Altes und Neues miteinander harmonieren. Auch Liebhaber japanischer und afrikanischer Kunst werden viele hervorragende Exponate sehen. www.antiquitaetentage-muenster.de.


Lohner Schmäh

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Kolumne von Jan-Christoph Poppe

F

rüher waren Winter schöner. Weißer. Mit Sonnenuntergängen über glitzerndem Schnee. Und stiller. Wenn die Wetterlage stundenlanges Schlittenfahren verunmöglichte, saß man als Kind eben den ganzen Nachmittag im wohlig gewärmten Kinderzimmer, glotzte gedankenverloren auf die schneeverwehten Bürgersteige, stapelte Bauklötze oder spielte Schiffe versenken gegen sich selbst. Und von den Freunden hat nie einer angerufen, weil die Freunde wiederum auch in ihren Kinderzimmern saßen und andächtig vor sich hingespielt haben. Diese einst so besinnliche Winterzeit hat sich heutzutage ins Gegenteil verkehrt. Draußen ist es unter dunklen Wolken ständig wohlig warm, drinnen in den Häusern und in den Menschen aber hat eine soziale Eiseskälte Einzug gehalten, die sich in ihrer realistischen Brutalität nur schwer aushalten lässt. Dazu Untergangsstimmung von Athen bis Giglio. Und wie zum Hohn rufen einen ständig Freunde an, um beispielsweise mitzuteilen, dass sie sich zum anberaumten Coffee Meeting um zwei Minuten verspäten. Untergang im Überfluss also. In deutschen Haushalten liegen derzeit 83 Millionen ungenutzt herum. Damit sind weder die Bürger gemeint, noch deren Geld, es sind Handys. Im Schnitt besitzt jeder Bundesbürger ein Handy, das er nicht benutzt. Und dennoch klingelt es ständig und überall, weil natürlich jeder auch noch ein Mobiltelefon hat, das er benutzt. Dabei möchte man es doch eigentlich mit dem US-amerikanischen Schriftsteller und Berufszyniker Ambrose Bierce halten, der schon Anfang des 20. Jahrhunderts in prophetischer Weitsicht festhielt: „Das Telefon ist eine Erfindung des Teufels, die die erfreuliche Möglichkeit, sich einen lästigen Menschen vom Leibe halten zu können, teilweise wieder zunichte macht.“ Weise Worte, die in jüngerer Vergangenheit gleich mehrfach ihre Bestätigung gefunden haben. Waren es doch Angela Merkel und Nicolas Sarkozy, die gleich in einer ganzen Telefonkonferenz den damaligen griechischen Ministerpräsidenten Papandreou zu knallhartem Sparkurs gezwungen haben. Es lässt sich förmlich mit Händen greifen, wie Papandreou es hernach bereut hat, diesen Anruf überhaupt entgegengenommen zu haben. Oder denken wir an Kapitän Schettino, der es zwar geschafft hat, sich möglichst elegant von Bord seines sinkenden Schiffes zu schmuggeln, dummerweise aber sein Handy nicht ausgestellt hatte. Was der arme Hund sich alles hat anhören müssen, vom Hafenkommandanten der Insel Giglio – der wütend von diesem ins telefonino gebrüllte Satz „Vada a bordo, cazzo“ („Gehen Sie zurück an Bord, verdammt!“) hat es in all seiner Richtigkeit zu trauriger Berühmtheit gebracht. Und was mussten die leitenden Herren des Springerkonzerns wohl grinsen, als sie die wütenden Anrufe des Herrn Bundespräsidenten erreichten – wobei die Springer-

menschen schlau waren. Sie sind nicht rangegangen, sondern haben die Erregung des Häuslebauers auf ihre Mailbox umgeleitet und sich dann ans Schlagzeilenausdenken gemacht: Gehen Sie endlich von Bord, verdammt! Apropos Häuslebauer. Im schwäbischen Ehingen ist vor Kurzem ein deutscher Großdrogist in den Untergang geschleckert. Und es gehört keinesfalls ins Reich der deutschen Einzelhandelslegenden, dass viele Filialen der Schlecker-Kette bis in die 1990er Jahre keinen Telefonanschluss besaßen. Konzernchef Anton Schlecker muss also ursprünglich Bierce gelesen und verstanden haben. Wenn die Angestellten in ihrem Geschäft kein Telefon vorfinden, kann sie auch kein lästiger Faulenzer anrufen, der sie von der Arbeit abhält. Zu Zeiten der Festnetztelefonie war das ein nahezu genialer Gedanke. Heute aber, wo jeder Schleckermitarbeiter ein Handy im Kittel und eines im Haushalt rumliegen hat, hat diese Idee ihre Gültigkeit verloren. Und jetzt stehen sie da, die armen Mitarbeiter, und telefonieren weinend inmitten von 83 Millionen ungenutzt herumliegenden Drogerieartikeln. Das ist nicht nur ungerecht, es zeigt auch, dass wir das Telefon manchmal benötigen. Gar nicht, um jemanden anzurufen, dem wir sagen können, wir kämen tatsächlich zwei Minuten später. Sondern um mit einem Menschen zu sprechen, der uns in all dem winterlichen Lärm und der Kälte um uns herum sagt, dass zwar vieles dauerhaft untergehen kann – aber die Sonne nicht.

„Gehen Sie endlich von Bord, verdammt!“

Der Autor und Kabarettist JanChristoph Poppe stammt gebürtig aus dem niedersächsischen Lohne. Erste Literaturerfahrungen sammelt er während des Studiums in Leipzig; ab 1999 ist er mit Lesungen und Satireshows regelmäßig auf den Kleinkunstbühnen der sächsischen Metropole zu finden. 2003 zieht Poppe nach Berlin, studiert in Babelsberg an der Hochschule für Film und Fernsehen Dramaturgie und schließt das Studium 2007 mit seinem ersten abendfüllenden Solokabarettprogramm „Ende der Probezeit“ ab. Jan-Christoph Poppe ist 35 Jahre alt und lebt in Wien.


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Das erwartet Sie in der nächsten Ausgabe der Schlossallee: Ab dem 11. April 2012 im Zeitschriftenhandel!

Garten: Frühlingserwachen

Wohnen: Badkultur Schlossallee erscheint in Lizenz des Verlags Rottwinkel-Kröber GmbH 7. Jahrgang, www.schlossallee.com ISSN 1866-0932

Klassiker: Möbel

Spezial: Modefrühling Redaktion Svenja Dierker (Leitung) s.dierker@verlagkroeber.de Johanne Uphoff j.uphoff@verlagkroeber.de Jana Schulte, j.schulte@verlagkroeber.de

Gestaltung Katrin Gloggengiesser, André Hukriede Anzeigen Dennis Klippel, d.klippel@verlagkroeber.de Stefanie Wollbrink, s.wollbrink@verlagkroeber.de Carlfritz Meyran, c.meyran@verlagkroeber.de

Druck Druckerei Silber, Niestetal Abonnement Jahresabonnement (6 Ausgaben) 24 Euro inkl. 7% MwSt., inkl. Versand im Inland.

Impressum

Herausgeber Barbara Rottwinkel-Kröber (ViSdP) Verlag Rottwinkel-Kröber GmbH Brückenort 15, D - 49565 Bramsche Tel. 0 54 61 / 94 02 - 10 | Fax - 20 www.verlagkroeber.de

Weitere Mitarbeiter Dorit Barz, Eva-Maria Lammers, Nicole Bongard

www.schlossallee.com


Schlossallee Osnabrück 1 2012