Issuu on Google+

Frühjahr 2017


Liebe Bücherfreundinnen und -freunde, das Jahr 2016 schenkte den Lesern und dem Galiani-Verlag eine schöne Überraschung: Bruno Preisendörfers Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit avancierte durch seine ebenso eigensinnige wie faktenpralle Machart und die Gunst der Leser schon jetzt, ein Jahr VOR dem Reformationsjubiläum, zum Bestseller – man darf davon ausgehen, dass das Buch im Jubeljahr 2017 noch viele weitere Leser finden wird.

Heinrich Gerlach

ODYSSEE IN ROT

Gerlachs Erinnerungen an die sowjetische Kriegsgefangenschaft, die Gründung des Bundes Deutscher Offiziere und dessen Kampf gegen Hitler aus dem Lager heraus, sowie an den Versuch des NKWD , die Offiziere als Agenten zu werben.

Auch sonst wird das Frühjahr einige schon aus vormaligen Programmen bekannte Autoren aufweisen: Eine kleine Bestseller-Sensation stellte letztes Jahr Heinrich Gerlachs Durchbruch bei Stalingrad dar – jetzt folgt seine Odyssee in Rot, das Buch, das seine Irrwege durch russische Kriegsgefangenenlager beschreibt; wiederum material- und dokumentenreich benachwortet von Carsten Gansel, der uns u. a. auch anhand der von ihm aufgefundenen Tagebücher Gerlachs zeigt, wie schwer dieser es nach seiner Entlassung und Flucht in der BRD hatte, wo er statt als Widerstandsheld erst einmal als Verräter galt.

Tim Krohn Die wahrscheinlich ungewöhnlichste Vorgeschichte weist Tim Krohns Roman Herr Brechbühl sucht eine Katze auf, sicher eines der originellsten Bücher Herr Brechbühl des Jahres. Das Buch ist der erste Teil einer Romanserie, die aus einem (noch laufenden) großen Crowdfunding-Projekt entstand, in dessen Rahmen man beim sucht eine Katze Autor eine Geschichte über einen Gefühlszustand bestellen kann. Krohn bringt alle Geschichten in einen großen Zusammenhang und liefert mit den daraus entstehenden Serien-Romanen eine große Chronik der Gefühle unseres Zeitalters. Roman

Rudolph Herzog

Trug gestalten

Virtuos und verblüffend verschränkt Rudolph Herzog in seinem literarischen Debüt Truggestalten Geistergeschichte, Literatur und Geschichte des 20. Jahrhunderts. Seine spannenden, hintergründigen Storys, die u.a. schon Eva Mattes begeisterten, fassen die Stimmung des gegenwärtigen Berlin ähnlich wie es Judith Hermann Anfang der Neunziger gelang – und liefern darüber hinaus Tiefenbohrungen in die Vergangenheit, die die geschichtsvergessene Gegenwart schillernd kontrastieren.

Boris Sawinkow, eine der bizarrsten und beeindruckendsten Gestalten der an bizarren und beeindruckenden Gestalten bestimmt nicht armen russischen Geschichte, begegnete uns schon als schreibender Terrorist – jetzt erscheint sein großer Roman über den russischen Bürgerkrieg: Das schwarze Pferd, von Alexander Nitzberg virtuos übersetzt, erstmals auf Deutsch. Eine Offenbarung! Ein Buch von gleichem Rang wie Babels Reiterarmee oder Bulgakows Weiße Garde.

oris

B kow Sawin etzt Übers xander von Ale rg Nitzbe

Daswarze sch erd Pf


DVD Inklusive Filmen, mit den a sah! die Kafk

Hanns Zischler, immer für eine Überraschung gut, überarbeitet, aktualisiert

und erweitert nicht nur seinen seit vielen Jahren vergriffenen Klassiker Kafka geht ins Kino – dank der Kulturstiftung des Bundes und in Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum München wird das Buch zudem eine DVD mit den Filmen enthalten, die Kafka sah.

Kat Menschik illustriert wieder ein Lieblingsbuch und stattet es traumschön (u. a. mit Phosphorfarbendruck) aus: E.T.A. Hoffmanns Die Bergwerke zu Falun. Frank Vorpahl

Frank Vorpahl, ehemals Initiator und Hauptbearbeiter der Folio-Ausgabe von Georg Forsters Reise um die Welt, berichtet in Auf der Suche nach Georg Forster von seiner inzwischen 20-jährigen Spurensuche rund um den Globus – und bietet dabei einen erfrischend neuen Blick auf das Leben und Werk des Forschers, Denkers, Revolutionärs und Weltbürgers.

Von W E I MAR nach AM E R I KA Ein Prinz der Goethezeit reist in die Neue Welt

Auf der Suche nach

Georg Forster

Und, last but not least, ist Alexander Cammann und Adam Soboczynski mit Von Weimar nach Amerika. Ein Prinz der Goethezeit reist in die Neue Welt ein hochspannender Fund gelungen. In ihrem Buch filtern sie die interessantesten und verblüffendsten Stellen aus Herzog Bernhard zu SachsenWeimar-Eisenachs Bericht über seine 1825/26 erfolgte Amerikareise – und erzählen in den verbindenden Zwischentexten von den Hintergründen und der Wirkung des Buchs (u. a. über Goethe und den Weimarer Hof ) auf das deutsche Amerikabild.

Bleibt nur noch, darauf hinzuweisen, dass man in der Weihnachtszeit unbedingt mal Karen Duves Weihnachten mit Thomas Müller in die Hand nehmen sollte, und Ihnen viel Freude bei der Lektüre der Bücher zu wünschen, Wolfgang Hörner, Esther Kormann und das Team von Galiani Berlin

Karen Duve Karen Duve Weihnachten mit Thomas Müller

Alexander Cammann Adam Soboczynski

Der Welterkunder

Weihnachten mit Thomas Müller Illustriert von Petra Kolitsch


Es begann mit einer waghalsigen Crowdfunding-Idee – herausgekommen ist eine große Romanserie über unsere Gefühlswelt, eine Conditio humana unserer Zeit Das Projekt: – Tim Krohn legte eine Liste mit allen erdenklichen Gefühlen an, von A wie Aalglätte über S wie Sanftmut bis Z wie Zynismus – Mit dieser Liste rief er zum Crowdfunding auf: Unterstützer können einen Begriff wählen und zusätzlich drei Wörter nennen, die im Text vorkommen sollen – Tim Krohn schreibt eine Geschichte über das Gefühl, legt sie aber so an, dass die Geschichten zusammen einen Serienroman bilden – Die ersten 65 Gefühle sind in Herr Brechbühl sucht eine Katze versammelt

Die weiteren Bände der Serie erscheinen in dichter Folge: Erich Wyss übt den freien Fall erscheint im Herbst 2017.

Illustrationen © Deutsches Tagebucharchiv © Christina Hucke e.V. / Gerhard Seitz

Julia Sommer sät aus erscheint im Frühjahr 2018.


Ein Roman wie eine gute Fernsehserie: Wer anliest, wird süchtig. 1 Haus, 11 Menschen, 65 Gefühle: Tim Krohn schreibt mit leichter Hand einen realitätsgesättigten, sinnlichen und bisweilen hochkomischen Serienroman. Das Jahrtausend beginnt für den pensionierten Tramfahrer Hubert Brechbühl mit großen Plänen und ohne Katze. Für das junge Paar Pit und Petzi mit viel Sex. Für Julia Sommer ohne Sex. Für Selina May ohne Arbeit. Für Efgenia Costa mit Drogen. Für Erich und Gerda Wyss mit Überlegungen, wer von beiden zuerst sterben sollte. Vieles davon wird sich ändern, anderes nicht. Elf Bewohnerinnen und Bewohner eines Züricher Mietshauses geraten im Jahr 2001 in einen Strudel der Gefühle.

Der Schweizer Bestsellerautor Tim Krohn eröffnet mit diesem Band eine groß angelegte literarische Erkundung aller Gefühle, Charakterzüge und Abgründe des Menschen. So steht jedes der 65 Kapitel in diesem Roman für eine »menschliche Regung«. Mit unbändiger Erzähllust und ebenso viel Witz wie Sensibilität zeichnet der Autor etwa die zärtliche Beziehung des alten Ehepaars Wyss, das durch »Wagemut« unversehens an den Rand der Kriminalität gerät; er erzählt von »Ödnis« und »Begeisterung« bei Pit und Petzi, denen über allerlei Liebesexperimenten fast ihre Liebe abhandenkommt, und von den fatalen Folgen der »Barmherzigkeit« des Rettungsfahrers Adamo Costa. Auch »Glück« wird erkundet – und da kommt die Katze ins Spiel … Dabei gelingt Tim Krohn der wunderbar kunstreiche Spagat zwischen intellektuellem Experiment und großer Erzählkunst. Der Leser staunt, lacht und leidet mit, und am Ende dieses Bandes geht es ihm wie nach jeder einzelnen Erzählung darin: Er möchte gleich weiterlesen!

Tim Krohn Herr Brechbühl sucht eine Katze Roman

Tim Krohn Herr Brechbühl sucht eine Katze Roman Ein Band der Serie »Menschliche Regungen« 480 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag ca. Euro 24,– (D) | ca. Euro 24,70 (A) ISBN 978-3-86971-147-8 9. März 2017 Weltrechte: Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG WG 1-112

© Susanne Schleyer

Spitzentitel Tim Krohn, geboren 1965, lebt als freier Schriftsteller in Santa Maria Val Müstair. Er ist einer der vielfältigsten und experimentierfreudigsten Gegenwartsautoren. Mit Quatemberkinder, einem Spiel mit Hochsprache und Dialekt, Sagenstoffen und modernem Erzählen, eroberte er die Herzen der Schweizer Leser. Sein Roman Vrenelis Gärtli stand auf Platz 1 der Schweizer Bestsellerliste. Er erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. Zuletzt veröffentlichte Tim Krohn bei Galiani die vielbeachteten Erzählbände Aus dem Leben einer Matratze bester Machart (2014) und Nachts in Vals (2015).

Leseexemplar Werbeschwerpunkt Buchpremiere am 27. Februar im Zürcher Kauf leuten Große Lesetour durch die Schweiz und Deutschland Verfügbar auch als

3


Rudolph Herzog belebt ein hierzulande unterschätztes Genre, die Schauergeschichte.

Abgründig, raffiniert und unterhaltsam. Rudolph Herzog beschreibt Menschen, die immer wieder konfrontiert werden mit dunkler Vergangenheit und verdrängter Schuld. Er spürt verborgene Schlupfwinkel auf, dringt in die Untiefen der Stadt Berlin. Mit starker erzählerischer Vitalität und der Lust am Schauder. Verblüffend, sensibel, mystisch und sehr real. Gibt’s noch mehr davon?  Eva Mattes

© plainpicture / Demurez Cover Arts / Chris Sallquist

Das Übersinnliche, Unterschwellige und Doppelbödige der Großstadt kommt in seinen Berliner Erzählungen als zarter, aber eiskalter Lufthauch daher. Christoph Poschenrieder


Die Gespenster von Berlin »Abgründig, raffiniert und unterhaltsam … Gibt’s noch mehr davon?«  Eva Mattes über Rudolph Herzogs literarisches Debüt. Eine junge amerikanische Künstlerin sieht Blutflecken am Boden, die spurlos verschwinden. Ein Kreuzberger Hipster ahnt, dass mit seiner Wohnung etwas nicht stimmt. Den Manager eines Start-ups plagt ein Fiebertraum, der sich gespenstisch mit vergangenen Begebenheiten deckt. Nichts in Truggestalten ist so, wie es zu sein scheint.

Rudolph Herzog

Trug gestalten

An der Oberfläche sieht das Berlin der Gegenwart aus wie der Inbegriff der modernen Metropole. Es ist eine Stadt der Neuankömmlinge, Investoren, Partyhungrigen, in der sich Gruppen vermischen, aber auch gegenseitig verdrängen. Doch zugleich ist dies geschichtsträchtiger Boden; die Stadt stand im Zentrum großer historischer Bewegungen – von den gesellschaftlichen Umbrüchen der Kaiserzeit bis zu den Schrecken des »Dritten Reichs« und den Verwerfungen des Kalten Kriegs. In sieben Episoden, die sich gegenseitig kommentieren und vervollständigen, werden Menschen des neuen Berlin von der Vergangenheit der Stadt eingeholt. Sie spüren ein unheimliches Nachwirken, ein Flackern auf der Retina, das sich nicht heilen lässt. Mit Truggestalten legt der Filmregisseur und Sachbuchautor Rudolph Herzog sein erstes belletristisches Werk vor, ein Berlin-Buch voller Winkelzüge, Absurditäten und düsterer Überraschungen.

Rudolph Herzog Truggestalten ca. 280 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag ca. Euro 20,– (D) | ca. Euro 20,60 (A) ISBN 978-3-86971-148-5 16. Februar 2017 Weltrechte: Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG

© David Biene

WG 1-110

Rudolph Herzogist Autor und Regisseur und machte sich mit seiner Serie The Heist (2004) international einen Namen. Seither drehte er über ein Dutzend Dokumentarfilme für A R D , ZDF, arte, National Geographic und BBC . Die von ihm entwickelte Dokumentation The White Diamond wurde von seinem Vater Werner Herzog realisiert und von Time zum Film des Jahres gekürt. Sein Buch Heil Hitler, das Schwein ist tot! (2007) mit dem Thema »Humor im Dritten Reich« löste ein breites Medien­echo aus, die Zeitschrift The Atlantic kürte es zu einem der Bücher des Jahres. 2014 wurde Die Atombombe im Vorgarten auf arte ausgestrahlt, Herzogs Verfilmung seines bei Galiani erschienenen Sachbuchs Der verstrahlte Westernheld (2012).

Vorabdrucke Buchpremiere mit Eva Mattes am 17. Februar im Roten Salon der Volksbühne Berlin Lesereise Berlin-Schwerpunkt Verfügbar auch als

5


»Diesen Roman schrieb ich im Ausland 1923. Darin schildere ich das, was ich selbst erlebt oder von anderen gehört habe. Der Roman ist weder biographisch noch fiktiv.«  Boris Sawinkow

Winston Churchill über Boris Sawinkow: »Ein großer Mann … ein großer russischer Patriot. Er kämpfte gegen das zaristische Russland und gegen die Bolschewiken. Für ihn kam in beiden das Gleiche zum Ausdruck, die gleiche Tyrannei, nur in einem anderen Aufzug. Wäre er anderswo geboren worden – hundert glückliche Karrieren hätten ihm offen gestanden. Aber in Russland, mit einem solchen Verstand, mit einer solchen Willenskraft, wurde sein Leben zur Folter, die in einem qualvollen Tod gipfelte. Inmitten dieser Nöte, Gefahren und Verbrechen legte er die Weisheit eines Staatsmannes an den Tag, die Qualitäten eines Feldherrn, den Mut eines Helden und die Geduld eines Märtyrers.«


Die Tragödie Russlands durch die Augen eines Nihilisten

Boris w

nko i w a S

setzt Über xander le von A erg Nitzb

Daswarze sch erd Pf

Erstmals auf Deutsch: Boris Sawinkows Das schwarze Pferd! Neben Bulgakows Die weiße Garde und Babels Die Reiterarmee das fehlende Stück Weltliteratur zum Russischen Bürgerkrieg und eine sensationelle Neuentdeckung. Juli 1917, Russland: Boris Sawinkow, einst »Russlands TopTerrorist«, wird stellvertretender Kriegsminister in der provisorischen Regierung Alexander Kerenskis. Nach der Oktoberrevolution kämpft er auf Seiten der Weißen, später auf der der Grünen, um die Bolschewisten zu verhindern. Anfangs riskiert Sawinkow sein Leben für die Adeligen und die Großgrundbesitzer, später kämpft er zusammen mit Banditen – eine paradoxe Situation. Jahre später, im französischen Exil, beschreibt er den Wahnsinn des Russischen Bürgerkriegs in seinem Roman Das schwarze Pferd. Darin peitscht sein Alter Ego, ein weißrussischer Offizier, seine Untergebenen an der Front ohne erkennbare Strategie und mit grausamen Befehlen durch die russische Ödnis. Ihr Feind: Die Kommunisten, die Verräter in den eigenen Reihen, die Deserteure, jeder, der zwischen die Fronten gerät, jeder, der im Weg ist. Wenig später wird er sich lieber Banditen anschließen als so weiterzumachen. Bald weiß kaum einer mehr, wofür oder wogegen er kämpft. Eine junge Partisanin verliebt sich in ihn, er gibt nach, wird sie aber irgendwann bei einer Frontbegradigung opfern müssen. Am Ende führt sein Weg nach Moskau. Sinnloses Morden, apokalyptische Szenen, Goya in Russland, von Sawinkow in einer glasklaren, extrem knappen, manchmal traumschönen, immer aber illusionslosen Sprache erzählt.

Boris Sawinkow Das schwarze Pferd  Roman aus dem Russischen Bürgerkrieg Aus dem Russischen übersetzt und kommentiert von Alexander Nitzberg ca. 280 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag ca. Euro 23,– (D) | ca. Euro 23,70 (A) ISBN 978-3-86971-145-4 9. März 2017 Alle Rechte an dieser Ausgabe: Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG WG 1-112

100 Jahre Russische Revolution! Boris Sawinkowwird 1906 nach einer Vielzahl erfolgreicher Attentate festgenommen und wegen Terrorismus zum Tode verurteilt; ihm gelingt die Flucht. Danach Zeit im Exil, Erscheinen dreier Romane. Während der Revolution stellvertretender Kriegsminister unter Kerenski und kompromissloser Gegner der Bolschewiken, gegen die er zahlreiche Terrorakte plant. 1924 wird er von Agenten des N K W D nach Russland gelockt und festgenommen. Tod durch Sturz aus dem 5. Stock des Gefängnisses Lubljanka.

Alexander Nitzberggehört zu den wichtigsten Übersetzern u. a. aus dem Russischen. Er hat mit seinen Gedichten und Übertragungen russischer und englischer Klassiker wie Daniil Charms und Edmund Spenser auf sich aufmerksam gemacht und sorgte zuletzt mit seinen Neuübersetzungen von Bulgakows Meister und Margarita (nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse), Das hündische Herz und Sawinkows Das fahle Pferd für Furore. 2013 erhielt er den Jane-Scatcherd-Übersetzerpreis, 2014 den Read-Russia-Preis. Nitzberg lebt in Wien.

Presseschwerpunkt Lesereise Verfügbar auch als

Euro 22,99 (D) Euro 23,70 (A) ISBN 978-3-86971-114-0

7




Prof. Dr. Dr. Gero Hillmer, Hamburg

© Staatliches Russisches Militärarchiv (Moskau) RGVA / © Bundesarchiv

»Die Entdeckung des originalen StalingradRomans von Heinrich Gerlach und die unglaubliche Entstehungsgeschichte haben mich als ehemaligen Lateinschüler Gerlachs am norddeutschen Gymnasium in Brake besonders elektrisiert. Wir Schüler saßen damals einem Heimkehrer aus Stalingrad gegenüber, der in jahrelanger Arbeit, zum Teil mithilfe eines Hypnotiseurs, sein von den Russen konfisziertes Roman-Manuskript rekonstruierte. Im Jahre unseres Abiturs (1957) erschien dann der voluminöse Antikriegsroman. Während Heinrich Gerlach ein von uns Schülern geschätzter, stolzer und disziplinierter Lehrer war, fand er unter seinen weitgehend nicht entnazifizierten Kollegen als sogenannter ›Überläufer‹ nur geringe Akzeptanz.«


»Hitler muss fallen, damit Deutschland lebe!« Nach dem Riesenerfolg des Spiegelbestsellers Durchbruch bei Stalingrad: die Wiederentdeckung von Heinrich Gerlachs monumentalem Werk über seine Zeit in sowjetischer Kriegsgefangenschaft und den Versuch des Bundes Deutscher Offiziere, Hitler zu stürzen.

Heinrich Gerlach

ODYSSEE IN ROT

Von den über drei Millionen Wehrmachtssoldaten, die zwischen 1941 und 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft gerieten, starben mehr als eine Million. Heinrich Gerlach überlebte. Das Grauen von Stalingrad hatte er in einem Roman verarbeitet, seinen schier endlosen Weg durch sowjetische Arbeits- und Gefangenenlager beschreibt er in seinem autobiographischen Bericht Odyssee in Rot. Im Lager Lunjowo war Gerlach aber auch Gründungsmitglied des Bundes Deutscher Offiziere (BDO ), eines Verbands kriegsgefangener Wehrmachtsoffiziere, die ab 1943 aus der Gefangenschaft deutsche Soldaten zur Desertion und zum Kampf gegen Hitler aufriefen – in aufgezwungener Zusammenarbeit mit Exilkommunisten wie Wilhelm Pieck, Walter Ulbricht oder Erich Weinert. 1944 wurde in Nazi-Deutschland in Abwesenheit gegen Gerlach ein Verfahren wegen Hochverrats eingeleitet, seine Familie kam in Sippenhaft.

Gerlachs Erinnerungen an die sowjetische Kriegsgefangenschaft, die Gründung des Bundes Deutscher Offiziere und dessen Kampf gegen Hitler aus dem Lager heraus, sowie an den Versuch des NKWD , die Offiziere als Agenten zu werben.

In seinem materialreichen Nachwort liefert Herausgeber Carsten Gansel zu Gerlachs aufwühlendem Bericht Hintergrundmaterial aus russischen Archiven – etwa zu den Plänen, die die sowjetische Führung für die BDO -Mitglieder im Nachkriegsdeutschland hatte; Gansel skizziert die Versuche des Geheimdienstes, Heinrich Gerlach und andere Führungsmitglieder zu Agenten zu machen – und wertet erstmalig die Nachkriegstagebücher Gerlachs aus, die dieser von 1951 bis 1991 führte. So rekonstruiert er den Entstehungsprozess der Odyssee in Rot und erzählt anhand der Leitfigur Gerlach, wie die BDO ler, die nach dem Krieg in den Westen gingen, keinesfalls als Widerstandshelden gefeiert wurden, sondern sich gegen die Brandmarkung als Kommunistenfreunde und Verräter wehren mussten.

Heinrich Gerlach(1908–1991) war während des Zweiten Weltkriegs als Offizier in Stalingrad. Nach seiner Gefangennahme wurde er Mitglied des Bundes Deutscher Offiziere und des Nationalkomitees Freies Deutschland. 1950 kam er nach Deutschland zurück und war als Lehrer in Norddeutschland tätig. 1957 erschien sein Millionenbestseller Die verratene Armee, 1966 Odyssee in Rot, seine Erinnerungen an die Zeit der Kriegsgefangenschaft.

Carsten Gansel, Jahrgang 1955, ist Professor für Neuere Deutsche Literatur und Mediendidaktik an der Universität Gießen. Er ist u. a. Mitglied des P.E.N. Zentrums Deutschland und Vorsitzender der Jury zur Verleihung des Uwe-Johnson-Preises. Er ist Autor zahlreicher Bücher zur Literatur des 18.–21. Jahrhunderts, u. a. über Christa Wolf, Johannes R. Becher und Hans Fallada.

Heinrich Gerlach Odyssee in Rot B ericht einer Irrfahrt Herausgegeben, mit einem Nachwort und dokumentarischem Material versehen von Carsten Gansel ca. 712 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag ca. Euro 34,– (D) | Euro 35,– (A) ISBN 978-3-86971-144-7 9. März 2017 Weltrechte: Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG WG 1-947

0 30.00 ufte verka re! pla Exem Heinrich Gerlach

DURCHBRUCH BEI

Presseschwerpunkt Werbeschwerpunkt Verfügbar auch als

STALINGRAD Roman

Euro 34,– (D) Euro 35,– (A) ISBN 978-3-86971-121-8 Jetzt auch auch als

9


Illustrationen © Kat Menschik

Kat Menschik gestaltet ihre eigene Reihe. Grandiose Texte, feinste Ausstattungen, ungewöhnliche Materialien, überraschende Interpretationen.


Kat Menschiks kongeniale Interpretation der Bergwerke zu Falun Brillant und mit originellem Blick nähert sich Kat Menschik E.T. A. Hoffmanns Erzählung über Sehnsucht und Verführung. Durchdringend flammt der Blick aus den bernsteinfarbenen Augen des alten Bergmanns in Kat Menschiks Porträt. Er verheißt nicht nur dem jungen Matrosen Elis Fröbom eine glänzende Zukunft in den Bergwerken zu Falun, sondern zieht auch den Leser in seinen Bann und hinein in dieses Buch, in dem der Klassiker auf jeder Seite in neuen Facetten funkelt. Kat Menschik greift in ihren Illustrationen der Erzählung von E.T. A. Hoffmann die bildgewaltige Sprache des Dichters auf und entfaltet in märchenhaft schönen und zugleich schauerlichen Bildern eine ganz eigene Vorstellung von den Bergwerken zu Falun. Ihr Blick auf Details setzt neue Akzente in der bekannten Geschichte. Gegensätzlicher könnten die Welten, zwischen denen Elis Fröbom sich entscheidet, nicht sein. Die sonnenhelle Weite des Meeres spiegelt sich im Bild eines reich geschmückten Ostindienfahrers, der mit geblähten Segeln und lustig flatternden Wimpeln in den Hafen von Göteborg einläuft. Die bedrohliche Enge der Bergstollen aber fasst Menschik in Visionen von Fangarmen und -zähnen, mit denen die schwefelatmenden Untiere der Tiefe nach Elis greifen. In träumerischen Panoramen der Unterwelt verschmelzen Elis’ Sehnsucht nach seiner maritimen Heimat und seine düstere Faszination für die schimmernden Gesteine.

E.T. A. Hoffmann / Kat Menschik Die Bergwerke zu Falun Erzählung ca. 96 Seiten Einband vierfarbig auf Karton Nachleuchtende Phosphorfarbe Blindprägung (Motiv und Schrift) Falunroter Schnitt ca. Euro 18,– (D) | Euro 18,50 (A) ISBN 978-3-86971-133-1 16. Februar 2017 Weltrechte an dieser Ausgabe: Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG WG 1-110

Kat Menschiks Illustrationen sind unverwechselbar und überraschend zugleich. Ihre Interpretation der Bergwerke zu Falun ist der dritte Teil einer Reihe, in der sie Werke der Weltliteratur und persönliche Lieblingstexte in Szene setzt.

© Kat Menschik

Leuchtend schön! Kat Menschikist freie Illustratorin. Sie gibt dem Feuilleton der FA Z die optische Prägung, diverse von ihr illustrierte Bände erlangten Kultstatus, u. a. Haruki Murakamis Schlaf. Zahlreiche ihrer Bücher bekamen Auszeichnungen als schönste Bücher des Jahres. Bei Galiani sind erschienen: Der Mordbrand von Örnolfsdalur und andere Isländersagas (2011) sowie Kalevala (2014), Der goldene Grubber. Von großen Momenten und kleinen Niederlagen im Gartenjahr (2014), Shakespeares Romeo und Julia (2016) und Kaf kas Ein Landarzt (2016).

Bisher in dieser Reihe erschienen:

Euro 18,– (D) Euro 18,50 (A) ISBN 978-3-86971-132-4

Presseschwerpunkt

Euro 18,– (D) Euro 18,50 (A) ISBN 978-3-86971-142-3

11


Eine Reise in die Filmwelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts – gespiegelt durch das Kino in Kaf kas Kopf

Foto © Hanns Zischler / Filmstills aus Die weiße Sklavin. Quelle: Danish Film Institute, mit freundlicher Genehmigung von Nordisk Film Production

itung – e l g e b k i mit Mus d n u t l untertite Kafka sah: , t r e i r u e Resta ilme, di F n i m gut 150 0) on (192 i Z h t a Shiw r (1913) e n r ö K r Theodo (1911) a s i ) L 3 1 a 9 n ere (1 der Mo l h a t s Der And b e i d der D n u r e t n Nick Wi (1913) s r u œ c euse de y o r B a L ) n (1911 i v a l k S ) ße a (1909 i Die wei c s e r B hau von c s g u l F Die


»Im Kino gewesen. Geweint.«  Franz Kaf ka Hanns Zischlers profunder Klassiker über den begeisterten Kinogänger Franz Kaf ka – mit sensationellen neuen Entdeckungen. Und inklusive einer DVD mit den Filmen, die Kaf ka damals sah. Franz Kaf ka war ein leidenschaftlicher Kinogänger – das scheint in seinen Tagebüchern immer wieder durch. Vieles in seinen Romanen und Erzählungen deutet darauf hin, dass Kaf ka sich durch das neue Medium inspiriert fühlte, eine ähnliche Erzählweise in der Literatur auszuprobieren. Hanns Zischler, bekannt für seine Lust, in unbekanntes Terrain vorzudringen und dem Detail seine ganze Aufmerksamkeit zu widmen, ging über Jahrzehnte anhand der Texte Kaf kas der Frage nach, welche Kinos dieser wohl besuchte, welche Filme, Szenen und Schauspieler ihn nachhaltig beschäftigten. Zischler sammelte Fotos, Programmzettel, Plakate, durchblätterte in Bibliotheken die damalige Tagespresse nach Filmkritiken und -titeln, er stöberte in Archiven nach den alten, längst vergessenen Filmrollen. Herausgekommen ist dabei ein fundamentaler Baustein der Kaf ka-Forschung – Zischlers kenntnisreiche Arbeit ist hier längst ein Klassiker. Zugleich ist das Buch ein magischer Streifzug durch das frühe Kino mit seinen Stummfilmen und fantasievoll-dramatischen Sprechern. Als das Buch vor 20 Jahren erschien, sorgte es für großes Aufsehen – niemand hatte je zuvor darüber nachgedacht, dass der Intellektuelle Kaf ka den zu seiner Zeit so gering geschätzten »Kintop« so sehr liebte. Hanns Zischler blieb allerdings auch nach der Veröffentlichung Kaf kas Kinoleidenschaft auf der Spur. Und so erscheint jetzt eine neue Ausgabe von Kaf ka geht ins Kino mit einer Vielzahl neuer Funde. Und – dank der Zusammenarbeit mit dem Filmmuseum München und der Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes – zusätzlich ausgestattet mit einer DVD, die die Filme zeigt, die Franz Kaf ka damals sah.

Hanns Zischler Kaf ka geht ins Kino Mit DV D ca. 208 Seiten Bezogener Pappband, Siebdruck, Sonderformat Vierfarbig, zahlreiche farbige Abbildungen ca. Euro 45,– (D) | ca. Euro 46,30 (A) ISBN 978-3-86971-105-8 9. März 2017

gefördert durch die

Weltrechte: Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG WG 1-118

© Julia Baier

Kafka und Kintop Hanns Zischler, Jahrgang 1947, arbeitet neben seinem Beruf als Schauspieler seit vielen Jahren als Publizist und Schriftsteller. Seine Forschungsarbeit Kaf ka geht ins Kino (1996) erhielt bei Erscheinen große Beachtung und wurde in viele Sprachen übersetzt. Bei Galiani erschien bereits Der Schmetterlingskoffer (2010, gemeinsam mit Hanna Zeckau). Berlin ist zu groß für Berlin (2013) sowie der Prosatext Das Mädchen mit den Orangenpapieren (2014).

Buch- und Filmpräsentationen in: •B  erlin – LCB, Ende Februar • Köln – LitCologne, 11. März • München – Filmmuseum, 20. – 23. April • Prag – Filmarchiv, 2. – 3. Juni •B  ologna – Cineteca di Bologna, 2. – 5. Juli •M  arseille – FID Festival International de Cinéma, 7. Juli

13


»Deutschlands erster großer Europäer und Weltbürger.«  Klaus Harpprecht im Gespräch mit Frank Vorpahl, 2008

»Georg Forster, das war ein radikaler Feuergeist, der Humboldt einfach fasziniert hat.«  Hans Magnus Enzensberger im Gespräch mit Frank Vorpahl, 2007

Einige Stationen von Frank Vorpahls Spurensuche:

Berlin Kassel Mainz Paris

Wörlitz Gotha

St. Petersburg Moskau

Madeira

Point Venus Tonga Neukaledonien Neuseeland Vanuatu

Osterinsel

Sydney Kapstadt

Feuerland

Porträt © akg-images / Landkarte © Bibliothèque nationale de France

Toiré


Auf Georg Forsters Spuren um die Welt

Frank Vorpahl

Georg Forster ist eine der faszinierendsten Figuren der deutschen Geistesgeschichte. Er war Weltumsegler, Revolutionär, Freidenker, Naturkundler und Philosoph. Sein Leben ist so dramatisch wie reich, schon als junger Mann war er als Mitreisender bei James Cooks zweiter Weltumseglung dabei, als Jakobiner rief er die Mainzer Republik mit aus und organisierte – per Haftbefehl gesucht und von der vernichtenden Reichsacht bedroht – vom revolutionären Paris aus den Schutz der belagerten Stadt. Kein Wunder, dass er vor diesem Erfahrungshintergrund die Welt in vielem anders sah als seine Zeitgenossen. Seinen frühen Tod fand er in Paris, er starb ausgezehrt an einer Krankheit, um ihn herum tobte gerade der Terror der Guillotinen.

Der Welterkunder Auf der Suche nach

Georg Forster

Frank Vorpahl war schon seit seiner frühen Kindheit von Georg Forster fasziniert – seit 20 Jahren intensiv. Seitdem besuchte er Archive in aller Welt und reiste systematisch an Orte, an denen Forster sich auf hielt. Er traf Reiseforscher wie Thor Heyerdahl, Geschichts- und Politkenner wie Klaus Harpprecht, Biologen, Ökologen, Sprachwissenschaftler, aber auch Fischer auf der Osterinsel, Bio-Drogen-Dealer auf Tonga und die angeblich letzten Kannibalen auf Tanna. Mit einer von seinem Vorbild inspirierten Neugier suchte Vorpahl dort nach Spuren Forsters – und fand im Laufe der Jahre Erstaunliches: unbekanntes Archivmaterial, Reste der Cook’schen Expedition, Stellen, an denen Forster stand und mit deren Hilfe man Zeichnungen geographisch verorten kann; vergessene Texte, unbekannte Zeichnungen. Detailgenau registriert er, wie verschiedene Weltgegenden sich seit Forsters Zeiten änderten. Zudem bildet er sich sein ganz eigenes Bild des Autors. In seinem Buch liefert Vorpahl uns nun den Bericht einer von Passion getragenen jahrzehntelangen Spurensuche rund um die Welt, bei der Georg Forster neu Gestalt annimmt.

Frank Vorpahl Der Welterkunder.  Auf der Suche nach Georg Forster Gebunden mit Schutzumschlag Vierfarbig, viele Abbildungen ca. 320 Seiten ca. Euro 24,– (D) | ca. Euro 24,70 (A) ISBN 978-3-86971-149-2 8. Juni 2017 Weltrechte: Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG WG 1-360

© privat

Georg-Forster-Ausstellung in Dessau-Wörlitz ab 2. Juli 2017 Frank Vorpahlist Redakteur von aspekte beim ZDF. Seit über 20 Jahren reist er Georg Forster rund um die Welt nach. Der promovierte Historiker drehte zahlreiche Filmbeiträge über Forster, initiierte und benachwortete die große Reise-um-die-Welt-Ausgabe der Anderen Bibliothek und gab den Band Georg Forster: James Cook der Entdecker mit den von ihm entdeckten unbekannten ForsterZeichnungen heraus.

Georg Forster(1754–1794), wurde Buchvorstellung auf der als Verfasser der Reise um die Welt, Ausstellung und in deutschen dem Reisebericht, den er als BeForster-Orten gleiter der zweiten Cook-Expedition angefertigt hat, berühmt. Er war Ethnologe, Naturforscher, Schriftsteller, Freidenker, Philosoph und Revolutionär. Alexander von Humboldt eiferte ihm in seinen Forschungsreisen nach, Goethe bewunderte die Sprache und Erkenntnisschärfe des jungen Schriftstellers.

15


Amerika du hast es besser, als unser Kontinent, das alte ... Johann Wolfgang Goethe (Anfang des 1827 entstandenen Gedichts Den Vereinigten Staaten)

© Courtesy DeutschesofTagebucharchiv the Birmingham e.V. / Gerhard Public Library Seitz

dieser in s n e ig r b lebens ist ü lt e nterhält: W u n r e h e ig s d n h e ic b m es recht le mmen, das o k pril 1825 e A g e s »Ein Bild d im u r e la d K , r e in mein von Weima d r a eintraf. h n s r n e letzten Zeit u B y s e g b o r z l des Her zem wiede r u K d, seine r n o a v t das Jour na t S s r in e e s d n n breiste u und, da ih n e b ie r Gesellr e h d c von Gent a s n e e g n n io e g terbroch öchsten Re h ie hagte und d e b in Es ist unun n n e e d g n a ä r t t s , sein Be ittleren Zu m n hr angee e d s Denkweise e in in h e ic f s u r a hr ten, e , wird man e t h gef ühr t, ä h m c schaft einf ü r h u c s d r e n v e g t a ten nich faltigsten L h ic roßer n g n a die gerings n o m v s ie n d e t h ise durc mir wenigs n e u a h nehme We c s u ittelbar anz m n u 22. 10. 1826 e t h ld lc o b we m u ar.« ethe an H o w G g n u t u e d Be 


Diese Reise prägte das deutsche Amerikabild

Alexander Cammann Adam Soboczynski

Der Herzog von Weimar reist in die blutjunge Demokratie – sein Reisebericht fasziniert nicht nur Goethe …

Von W E I MAR nach AM E R I KA

Er war eine schillernde Figur: Herzog Bernhard zu Sachsen-­ Weimar-Eisenach. Und dies nicht nur, weil er von Herder erzogen wurde, später bei den zahlreichen Schlachten mitwirkte, die das Geschick Europas bestimmen sollten (Wagram, Völkerschlacht bei Leipzig), und einst gar als König von Griechenland vorgesehen war. Schon als junger Mann zog er – als einer der ersten deutschen Aristokraten – Ein Prinz der in die noch blutjunge amerikanische Demokratie, die für Goethezeit reist in die damalige Zeit ein riesiges politisches und gesellschaftliches Experiment darstellte. die Neue Welt Auf seiner vierzehnmonatigen Reise legt er Tausende von Kilometern quer durch das ganze Land zurück, trifft überzeugte Demokraten, ›alte‹ Amerikaner, deutsche Auswanderer, den amerikanischen Präsidenten und Indianer. Neugierig studiert er Politik, Technik, Städtebau und Ingenieurswesen, besucht Gefängnisse, Armenhäuser und ursozialistische Siedlungsprojekte. Voller Eindrücke aus diesem – aus europäischer Sicht – Laboratorium der Moderne kehrt er nach Deutschland zurück und teilt seine Eindrücke mit. In einem Reisebericht, der gedruckt wurde, aber auch in den Gesprächen mit den Menschen seiner Umgebung. So beeinflusste er über Von Weimar nach Amerika  Weimar nicht nur das Amerikabild des Adels, sondern das Ein Prinz der Goethezeit reist in die Neue Welt Amerikabild Goethes und das der Deutschen überhaupt. Alexander Cammann und Adam Soboczynski haben die spannendsten und wichtigsten Passagen aus dem Originalbericht des Herzogs ausgewählt und mit verbindenden und erläuternden Zwischentexten versehen. So erschließen sie einem breiteren Leserkreis die zentralen Passagen eines weitgehend unbekannten, aber hochspannenden Textes.

Herausgegeben und mit Überleitungen und einem Nachwort versehen von Alexander Cammann und Adam Soboczynski

ca. 300 Seiten Gebunden mit Schutzumschlag Mit zeitgenössischen Abbildungen ca. Euro 24,– (D) | ca. Euro 24,70 (A) ISBN 978-3-86971-146-1 9. März 2017 Weltrechte an dieser Ausgabe: Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG WG 1-940

Alexander Cammann, geboren 1973 in Rostock und in Berlin aufgewachsen, studierte dort Geschichte und Philosophie. Als freier Journalist schrieb er u. a. für taz und FA Z . Seit 2009 ist er als Redakteur im Feuilleton der Zeit für Sachbücher zuständig. Er hat gemeinsam mit Patrick Bahners (Hrsg.) Bundesrepublik und DDR . Die Debatte um HansUlrich Wehlers ›Deutsche Gesellschaftsgeschichte‹ veröffentlicht (2009).

Adam Soboczynski, Jahrgang 1975, ist Feuilletonleiter der Zeit. Er hat über die Goethezeit publiziert und Belletristisches veröffentlicht. Zuletzt erschien im Klett-Cotta Verlag der Roman Fabelhafte Eigenschaften (2015).

Verfügbar auch als

17


Schöne Bücher Nichts als der Mensch Beobachtungen und Spekulationen aus 2500 Jahren

Shakespeare und seine Welt

Sophokles Und nichts ist ungeheurer als der Mensch · Ovid Wie man Mädchen erobert · Seneca Die Wut. Eine Schwellung der besinnungslosen Seele · Thomas von Aquin Erbsünde. Oder: Die Fäulnis stinkt von oben · Leonardo da Vinci Gegen Geister und Zauberer · Erasmus Vom freien Willen · Luther Vom unfreien Willen · Montaigne Über die Lügner · Hobbes Nur auf das Schlimmste kann Verlass sein · Voltaire Aberglaube – und der nützliche Idiot des Fanatikers · Mozart Auf Stellensuche · Hölderlin Die häuslichen Deutschen · de Quincey Bekenntnisse eines englischen Opiumessers · Poe Der Massenmensch · Dostojewski Aufzeichnungen aus einem Totenhaus · Darwin Die natürliche Auslese bei den zivilisierten Völkern · Rimbaud Hymne auf die Jugend · Nietzsche Das schlechte Gewissen · Proust Lob der schlechten Musik · Curie Forschernatur und Forscherleben · Freud Traum. Und der Mensch als Krankheit · Pawlow Speichelfluss und andere bedingte Reflexe · Weber Kampf. Eine Begriffsbestimmung · Kracauer Langeweile. Dialektik der Muße · Kawabata Das Geräusch menschlicher Schritte · Orwell Armut von innen gesehen · Kogon Der Mensch als Material · Horkheimer/Adorno Zur Genese der Dummheit · Einstein Zur Erniedrigung des wissenschaftlichen Menschen · Lévi-Strauss Rassen und öffentliche Meinung · Mandela One man, one vote · Michaux In der Hand liegt mehr Zärtlichkeit als im Herzen · Lem Facetten menschlicher Sterblichkeit · Blech Flatulenz · Fuentes Xenophobie · Hatzfeld Mit Rwandas Massenmördern sprechen · Ko akowski Kann Gott der Schöpfer glücklich sein? und viele mehr.

Herausgegeben und vorgestellt von Günter Jürgensmeier

Gesammelt, herausgegeben und kommentiert von Georg Brunold

Euro 89,– (D) | Euro 91,50 (A) ISBN 978-3-86971-074-7

Euro 89,– (D) | Euro 91,50 (A) ISBN 978-3-86971-118-8

r-Jahr Luthe 2017

Bruno Preisendörfer

Als Deutschland noch nicht Deutschland war Reise in die Goethezeit

Euro 39,99 (D) | Euro 41,20 (A) ISBN 978-3-86971-095-2

Euro 24,99 (D) | 25,70 Euro (A) ISBN 978-3-86971-110-2

Euro 24,99 (D) | 25,70 Euro (A) ISBN 978-3-86971-126-3


zum Verschenken Werke der Weltliteratur, in Szene gesetzt von Kat Menschik

Euro 18,00 (D) | 18,50 Euro (A) ISBN 978-3-86971-132-4

Euro 18,00 (D) | 18,50 Euro (A) ISBN 978-3-86971-142-3

Stabile, hochwertige Papiertüte beidseitig bedruckt 31 × 12 × 41 cm V E 50 Stk. Euro 16,99 (D) | Euro 17,50 (A) ISBN 978-3-86971-832-3

t ichne g e z e g Aus r Stiftun e von d hkunst Buc

Euro 24,99 (D) | Euro 25,70 (A) ISBN 978-3-86971-099-0

Euro 24,99 (D) | Euro 25,70 (A) ISBN 978-3-86971-046-4

Spezialformat 21 × 21 cm, Rundum-Farbschnitt, durchgehend illustriert, mit zahlreichen Farbtafeln Euro 34,99 (D) | Euro 36,– (A) ISBN 978-3-86971-083-9

19


RABENMUTTER, VATERWUNDEN, GESCHWISTERLIEBE.

Frank Schulz

Onno Viets und

das Schiff

der baumelnden Seelen Roman

lebt im Odenwald. Sie wurde 1988 in Ost-Berlin geboren, hat einige Zeit später Englische Literatur und Philosophie in Heidelberg, Cambridge und Oxford studiert. Sie arbeitet als Dozentin und promoviert gerade über das Problem des Bösen in der Literatur.

In ihrem verblüffenden Debüt spielt Nele Pollatschek mit Statistik und Magie – und erzählt dabei eine turbulente, hochkomische und tieftraurige Geschichte vom Schicksalsschlag, eine Familie zu haben.

»Der Tod ist ja bekanntlich nicht das Ende, sondern der Anfang. In diesem Buch der Anfang einer Familienkomödie, die wiederum eines der besten Enden hat, die ich je gelesen habe.«

DAS UNGLUCK ANDERER LEUTE

Noch mehr gute Bücher DAS UNGLUCK ANDERER LEU TE

Alina Bronsky

Umschlaggestaltung: Barbara Thoben, Köln Umschlagmotiv: © Gribanessa – Fotolia.com Foto der Autorin: © Martin Phox

Euro 19,99 (D) | Euro 20,60 (A) ISBN 978-3-86971-127-0

Euro 19,99 (D) | Euro 20,60 (A) ISBN 978-3-86971-106-5

Euro 19,99 (D) | Euro 20,60 (A) ISBN 978-3-86971-038-9

nhnso o J e Uw s 2016 Prei

Euro 18,99 (D) | Euro 19,60 (A) ISBN 978-3-86971-125-6

Euro 24,99 (D) | Euro 25,70 (A) ISBN 978-3-86971-107-2

t inier Nom en für d ina Fem Prix nger étra

Euro 18,99 (D) |Euro 19,60 (A) ISBN 978-3-86971-137-9

eler Kass preis t a ur Liter otesken r für g mor Hu

Euro 21,99 (D) | Euro 22,70 (A) ISBN 978-3-86971-008-2

Euro 16,99 (D) |Euro 17,50 (A) ISBN 978-3-86971-096-3

Jane- reis -P herd Scatc -RussiaRead eis Pr

Alain Claude Sulzer

Postskriptum

Roman

Euro 19,99 (D) | Euro 20,60 (A) ISBN 978-3-86971-115-7

Euro 29,99 (D) | Euro 30,90 (A) ISBN 978-3-86971-058-7

Euro 16,99 (D) | Euro 17,50 (A) ISBN 978-3-86971-069-3

Thene

, 25 Zweitwohnsitz ihren Traum: m BMW zur Liebl fahren, Klappti und ab und an Leider aber fäll immer wieder e Dosen verträgt: in alle Himmel westdeutsche M Mutter Astrid – nipulativ und m an ihren Kinde ihr Vater, der ei gewesen wäre, w Jahre verschwu Des weiteren: E Stiefvätern, unt doxe Menachem dessen Sohn: T bruder Eli, Zau Kenner von Sta und Magie. Als die Masterv reist die Famili Wer hätte schon Zufall – das Sch hier den Hebel den Angeln zu


von Galiani Der letzte Zeitung‚leser MIC HAEL ANGELE

Einen Sonntag ohne Sonntagszeitung können sich viele immer noch nicht vorstellen. Am besten lässt man sich die Zeitung vom Gatten von seiner Joggingtour mitbringen. Wer ein Gentleman ist, trägt sie der Leserin sogar ans Bett. S. 21–23

Einen Urlaub erkenne man daran, dass der Leser eine Zeitung vom Vortag in den Händen hält. Ist die Zeitung vom gleichen Tag, kann ich auch wieder nach Hause fahren, ein Urlaubsgefühl wird sich so nicht einstellen. S. 32–40

Die Leiden des Zeitungssüchtigen Medienwandel

Um sich zu informieren, braucht kein Mensch mehr eine Zeitung aufzuschlagen. Warum aber dann? Ein Rettungsversuch Nun ist es wirklich vorbei, dachte ich, als ich in einer schäbigen Ecke des Bahnhofs Serkeci vor einem kleinen Kiosk stand und entschieden hatte, eine FA Z vom Vortag für 9 türkische Lira, umgerechnet 4 Euro, nicht zu kaufen. Noch vor kurzem wäre ein solcher Verzicht unmöglich gewesen. Da fuhr man mit dem Bus zwanzig Kilometer in den Hauptort der Zykladen-Insel, um eine FA S zu kaufen und sie vor dem Café To Distrato im Schatten einer Kastanie zu verschlingen. Schlimm, als die Fähre am darauf folgenden Sonntag ausblieb, weil es zu stark stürmte, denn mit ihr kam auch die FA S nicht. Qualvoller nur noch die Exempel aus der hohen Literatur: Wittgensteins Neffe von Thomas Bernhard, der vergebens durch die österreichische Provinz fährt, um eine N Z Z zu kaufen. 350 Kilometer Hass auf »Drecksorte«, in denen es die »Neue Zürcher« nicht gibt: Geschichten und Stimmungen aus einem Zeitalter, das langsam zu Ende geht. Wer unter Zeitung einfach einen Informationsträger sieht, wird diesen Tod nicht beklagen und sich auf das iPad freuen ( oder schon jetzt nur im Internet lesen ).

Allianz der Kosmopoliten So what ? Zweifellos sehen nur wenige Menschen den Sinn ihres Urlaubs darin, nach einer Zeitung vom Vortag zu suchen. Und das Verschwinden der Zeitung aus dem Stadtbild dürfte den meisten höchstens einen sentimentalen Seufzer entlocken, wie ihn auch eine vergessenen Telefonkabine oder ein aus der Zeit gefallener Fotoautomat hervorruft. Aber etwas in uns sträubt sich, die Sache so zu sehen. Es stimmt ja; um sich zu informieren, muss niemand mehr eine Zeitung aufschlagen. Aber das war noch nie der einzige Grund. Es ging uns Zeitungssüchtigen doch immer um mehr. Und dieses Mehr

Euro 34,– (D) | Euro 35,– (A) ISBN 978-3-86971-121-8

macht Sorgen. Es ist noch nicht zu erkennen, dass es in den neuen Medien gut aufgehoben ist. Zurück nach Istanbul. Anderntags fuhren wir nach Beyoglu, um im Salon des legendären Grand Hotel de Londres einen Kaffee zu trinken. Das Spätnachmittagslicht fiel matt auf die schweren dunklen Schränke, die tiefroten Teppiche und die abgelebten Plüschsofas. Die meisten dieser Sofas blieben frei, in einem aber saß ein graumelierter Mann, der die Zeitung las. Es war eine Ausgabe der Radikal, einer kleinen, aber renommierten linksliberalen türkischen Zeitung, der eine Weile lang Orhan Pamuk als Chefredakteur vorgestanden hatte. Unser Zeitungsleser hätte ein Türke sein können, aber auch ein Engländer oder ein Deutscher. Genau war das nicht zu erkennen. Was war sein Beruf ? Kam er hierher, um in Ruhe zu lesen oder wartete er auf jemanden? Wenn ja, auf wen wartete er ( vielleicht auf Pamuk ) ? Wie sieht er das Verhältnis von Türkei und Europa? Von selbst drängten sich Fragen auf, die alle in eine Sphäre wiesen: die kosmopolitische. Das Kosmopolitische scheint von der Idee der Zeitung kaum trennbar zu sein. Wir tauchen in seine Sphäre ein, wenn wir in New York die New York Times, in Paris Le Monde, in Mexiko City La Jornada oder in London den Guardian kaufen, aber wir bleiben außen vor, wenn wir egal wo in der Welt in einem Internetcafé sitzen und Spiegel Online checken. Dann erleben wir die Globalisierung. Nichts scheint dem Zeitungsleser als einem Kosmopoliten ferner als dem Bild des Vaters, der sich am Mittagstisch hinter der Zeitung vergräbt und seine Ruhe will. Er liest das Tagblatt, hervorgegangen aus dem Seeländer Boten. Das Tagblatt ist ein Käseblatt. Es ist die Zeitung aus der Provinz, aus der man davongelaufen ist, um auf den Boulevards zu sitzen und die Weltblätter zu lesen. Aber wenn man heimkehrt und im Tagblatt blättert, das da immer noch auf dem Tisch liegt, verwandelt sich das Käseblatt einen Moment lang in einen Boten zurück. Er berichtet von da, wo wir, ganz buchstäblich, zur Welt gekommen sind: Heimat. Der Moment währt freilich nicht lange. Wenn Thomas Bernhard von Salzburg über Bad Reichhall, Nathal und Steyr bis nach Wels fährt, um vege-

bens eine N Z Z zu kaufen, macht er die Erfahrung eines Mangels, die in dem Satz kulminiert: »Mir ist klar geworden, dass ein Geistesmensch nicht an einem Ort existieren kann, an dem er die Neue Zürcher Zeitung nicht bekommt«. Wem diese Haltung schon fremd geworden ist, kennt vielleicht noch den Entschluss, den man fasst, nachdem man ins Flugzeug eingestiegen ist und keine vernünftige Zeitung vorgefunden hat: Mit dieser Linie bin ich das letzte Mal geflogen! Es kann vorkommen, dass man die Welt kompakt nehmen müsste, sich dann aber für die Gala entscheidet. Darin, dass sie uns die ferne Welt der Schönen und Reichen etwas näher bringt, unterscheidet sich die Gala ja gar nicht so sehr vom Lesen einer seriösen Zeitung. Der Zeitungssüchtige ist besessen von der Idee, sich mit der Welt zu verbinden. Gibt es etwas Schöneres, als nach einer tiefen Depression wieder Lust auf eine Zeitung zu haben? Ein lebensbedrohlich erkrankter Freund berichtete mir, wie wichtig es für ihn war, sich zum Kiosk des Krankenhauses zu schleppen und eine Zeitung zu kaufen. Es war auch nicht weiter schlimm, dass er sie erst am nächsten oder übernächsten Tag lesen konnte. Ein wenig war es dann schon wieder ein Zustand wie im Urlaub.

Wer liest, schießt nicht Das Krankenhaus ist insofern ein außergewöhnlicher Ort, als es auf den meisten Zimmern immer noch keinen Zugang zum Internet gibt. Aber es steht für ein prinzipielles Verhältnis zur Welt. Die Welt ist für uns nur dann da, wenn sie nicht ganz da ist, wenn etwas fehlt, weit weg scheint. So gesehen ist das Internet, in dem bekanntlich alles nur einen Klick entfernt ist, ziemlich weltfremd. Und kulturlos, wenn man die Tiefe eines Genusses im Verhältnis zur vorangegangenen Anstrengung begreift. Der Zeitungssüchtige kann diese Anstrengung ja ganz bewusst wählen. Neulich erzählte ein bekannter Künstler und Kulturpolitiker der Freitag-Redaktion von den Tricks, die er bei einer Fahrt im ICE anwendet, um eine Zeitung aus dem Service-Angebot der 1. Klasse in die 2. Klasse, wo er sym-

pathischerweise sitzt, zu schmuggeln. Es gelingt ihm nicht immer. Der Frust sitzt dann tief. Im Grunde genommen ärgert sich der Zeitungssüchtige ja ganz gerne ( es ist gut für den Kreislauf, auch davon berichtete der Künstler ). Deshalb liest er mit Vorliebe die so genannte Feindpresse, ein gestandener Linker also die leider nicht mehr in Frakturschrift gesetzten Leitartikel in der FA Z. Aber man muss sich gar nicht auf einen »G. H.« fixieren, um mit dieser Zeitung in der Hand glücklich zu werden. Das Glücksversprechen an den Zeitungsleser sitzt oft schon in den Rubriktiteln. »Unternehmen und Wetter« oder »Deutschland und die Welt« sind Seitentitel von schlichter Großartigkeit. Großartig aber nur in der Zeitung, im Internet wirken sie deplaziert, sinnlos. Es sind Titel, zu denen es rascheln muss. Wer, so muss man fragen, ersetzt uns dieses Rascheln, wenn es keine Zeitung mehr gibt ? Man stelle sich einen großen Zeitungslesesaal vor. Was hört man in Wahrheit ? Doch wohl den Flügelschlag der Engel, aber das ist natürlich Geschmackssache. Geschmäcklerisch vielleicht auch die Freude, die mich befiel, als ich vor ein paar Jahren im Zeitungslesesaal der Stanford University tatsächlich den kleinen Freitag entdeckte. Und doch: Es gab dort längst nicht alle deutschen Zeitungen und Zeitschriften, und irgend einem Menschen war halt wichtig, dass der Freitag nicht fehlte. Es war ein Zeichen. Ich nahm es auch als Zeichen, als ich in Istanbul ein paar Stunden später reumütig zum Bahnhof von Sirkeci zurückkehrte, um mir nun doch die sündhaft teure FA Z vom Vortag zu kaufen, und diese weg war. Ich hatte einen Komplizen. Die Zeitungswelt ist voller solcher Zeichen, die meisten sind gut. Zeitungslesen wirkt zivilisierend. Wer vor dem Rechner sitzt, kann immer auch eine Waffe bedienen, umgekehrt gilt: wer Zeitung liest, schießt nicht. So gehört es zu den wenigen schönen Bildern aus Afghanistan, als nach dem Sturz der Taliban gezeigt wurden, wie in den Strassen von Kabul wieder die Zeitungen zu kaufen waren. Last but not least setzte Joe Strummer, der alte, viel zu früh verstorbene Punkrocker ( The Clash ), ein erhabenes Zeichen. Er starb, wie es heißt »peacefully«, als er auf seinem Sofa den Observer las.

Es gibt tausend Gründe, um eine Zeitung zu lesen, der Informationsbedarf ist dabei nur einer von vielen. Nicht zu unterschätzen ist die Lust, sich über das Gelesene, etwa den Leitartikel, fürchterlich aufzuregen. Ein weiteres Motiv ist noch wenig erforscht: Um den Klassenfeind zu studieren, haben viele Achtundsechziger die Frankfurter Allgemeine Zeitung gelesen. Der Wirtschaftsteil war Pflichtlektüre. Aus den Jahren entwickelte sich aus der Pflicht eine echte Zuneigung, die nicht selten zum moderaten Wandel der politischen Einstellung beitrug. S. 61– 64

Auf der Suche nach dem idealen Zeitungsleser ist dieses Buch über viele Umwege bei Claus Peymann gelandet. Peymann kann in einem Gespräch nicht nur detaillierte Auskünfte über das Zeitungsleseverhalten von Thomas Bernhard geben. Er erweist sich selbst als ein genau so passionierter Zeitungsleser wie sein verstorbener Freund und Weggefährte Bernhard. Allerdings beklagt Peymann die schwindende Qualität und das zunehmende Einerei der Zeitungen. Auch erfährt der Leser, dass Peymann wohl selbst ein brillanter Journalist geworden wäre, hätte er nicht die Theaterkarriere eingeschlagen. S. 139 –155

Euro 16,– (D) | Euro 16,50 (A) ISBN 978-3-86971-128-7

Euro 16,99 (D) | Euro 17,50 (A) ISBN 978-3-86971-015-0

Bernd Brunner

Als die Winter noch Winter waren Geschichte einer Jahreszeit

Euro 18,99 (D) |Euro 19,60 (A) ISBN 978-3-86971-056-3

Euro 16,99 (D) | Euro 17,50 (A) ISBN 978-3-86971-092-1

Euro 17,99 (D) | Euro 18,50 (A) ISBN 978-3-86971-051-8

Euro 18,– (D) | Euro 18,50 (A) ISBN 978-3-86971-129-4

Euro 16,99 (D) | Euro 17,50 (A) ISBN 978-3-86971-055-6

Euro 24,99 (D) | Euro 25,70 (A) ISBN 978-3-86971-117-1

Euro 24,99 (D) | Euro 25,70 (A) ISBN 978-3-86971-071-6


Verlag Verlag Galiani Berlin bei Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG Friedrichstraße 119 10117 Berlin Telefon  030.68 81 20 97-0 Telefax  030.68 81 20 97-20 info@galiani.de Bestellungen Telefon: 040.84 00 08-88 Telefax: 040.84 00 08-55 bestellung@hgv-online.de www.webshop.hgv-online.de

Programm Wolfgang Hörner whoerner@galiani.de Stellvertretende Leitung Esther Kormann ekormann@galiani.de Presse und Lesungen Vanessa Briese vbriese@galiani.de Presse und Online Florian Ringwald fringwald@galiani.de

Anfragen, Reklamationen Telefon: 040.84 00 08-77 Telefax: 040.84 00 08-44 kundeninfo@hgv-online.de

Vertrieb Verlag Kiepenheuer & Witsch GmbH & Co. KG Bahnhofsvorplatz 1 50667 Köln

Sortimentsbetreuung, Bahnhofsbuchhandel Thomas Diefenbach Telefon  02 21.3 76 85-60 tdiefenbach@kiwi-verlag.de

Vertriebsleitung Sabine Glitza sglitza@kiwi-verlag.de Telefon  02 21.3 76 85-36

Vertriebswerbung und Messeorganisation Mirjam Mustonen Telefon  02 21.3 76 85-63 mmustonen@kiwi-verlag.de

Auslieferung, Stellvertretende Vertriebsleitung Innendienst Melanie Trost Telefon  02 21.3 76 85-43 mtrost@kiwi-verlag.de

E-Book Christina Burgwinkel Telefon  02 21.3 76 85-34 cburgwinkel@kiwi-verlag.de

Key Account und Internetbuchhandel Stephan Wirges Telefon  02 21.3 76 85-40 swirges@kiwi-verlag.de

HGV Verlagsservice mbH Weidestraße 122 A 22083 Hamburg

Vertreter Württemberg (PLZ 70–75, 78) /  Bayern (PLZ 80–94) Katharina Brons Vertreterbüro Würzburg Huebergasse 1 97070 Würzburg Telefon  0931.1 74 05 Telefax  0931.1 74 10 brons@vertreterbuero-wuerzburg.de www.vertreterbuero-wuerzburg.de Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern Vera Grambow Liselotte-Herrmann-Straße 2 10407 Berlin Telefon  030.421 22 45 Telefax  030.421 22 46 berliner-verlagsvertretungen@t-online.de www.berliner-verlagsvertretungen.de

Auslieferungen

Nordrhein-Westfalen Stephan Lehmann-Özyurt Osterstraße 8 26316 Varel Telefon  0 44 51.95 97 37 Telefax  0 44 51.95 97 38 lehmann.cons@t-online.de Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden (PLZ 68, 69, 76, 77, 79), Luxemburg Raphael Pfa≠ An den drei Hohen 51 60435 Frankfurt a. M. Telefon  069.54 89 03 66 Telefax  069.54 90 24 raphael.pfaff@web.de

Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen, Hamburg Alexandra Wübbelsmann Papenburger Straße 3 26789 Leer Telefon  04 91.26 16 Telefax  04 91.6 50 64 info@alexandra-wuebbelsmann.de www. alexandra-wuebbelsmann.de

Österreich, Südtirol Bernhard Spiessberger Liechtensteinstr. 17/2 A-1090 Wien Telefon  01.907 86 41 Telefax  01.916 61 47 mail@verlagskontor.at www.spiessbergerverlagsvertretung.at Schweiz Ravasio GmbH Giovanni Ravasio Postfach 554 CH -8037 Zürich Telefon  044.2 60 61 31 Telefax  044.2 60 61 32 g.ravasio@bluewin.ch

Schweiz

Deutschland und Österreich

AVA Verlagsauslieferung

Verlagsauslieferung Sigloch Distribution GmbH Am Buchberg 8 74752 Blaufelden

CH -8910 A≠oltern a. A.

Genehmigte Remissionen ausschließlich an: Sigloch Distribution GmbH Tor 30 – 34 Am Buchberg 8 74572 Blaufelden

Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern (PLZ 63, 95–97) Jürgen Fiedler Kurzer Weg 5 01109 Dresden Telefon  03 51.8 03 50 89 Telefax  03 51.8 01 57 56 vvfiedler@t-online.de

Centralweg 16 Telefon  044.7 62 42 60 Telefax  044.7 62 42 10 verlagsservice@ava.ch www.ava.ch

Änderungen aller bibliografischen Daten und Preise vorbehalten.

 Besuchen Sie uns auf www.galiani.de


Galiani Berlin | Frühjahr 2017