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Letzte Prüfungen vor dem Start: Hermann Wagener von der Firma Veltum

Im Test: die Heizung von morgen Bei Eva Müntinga in Bad Arolsen sorgt seit neuestem ein Motor statt einer Heizung für warme Füße und heißes Wasser. Der Vorteil: Die eingesetzte Energie wird doppelt genutzt.

Eva Müntinga ist gerne Versuchskaninchen. Vor allem, wenn der Heizungshersteller Viessmann, die Energie Waldeck-Frankenberg GmbH (EWF) und der Heizungsfachbetrieb Veltum ein ganz besonderes Gerät in ihrem Keller in Bad Arolsen anschließen, um es auf seine Praxistauglichkeit zu prüfen. Bei der Anlage handelt es sich um ein Vorserienmo8 . direkt

dell eines von Viessmann neu entwickelten Micro-BHKW (Kleinst-Blockheizkraftwerk). Der Clou an dem Ding: Statt des üblichen Brenners werkelt ein Stirling-Motor (siehe Kasten) im Herzen des Gehäuses. Dieser arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) – er produziert nicht nur Wärme für Dusche, Bad und Heizung,

sondern im gleichen Arbeitsgang auch Strom. Deshalb handelt es sich hier um eine besonders effiziente und klimaschonende Technik, bei der deutlich über 90 Prozent der zum Betrieb verwendeten Energie in Wärme und Strom umgewandelt und genutzt wird. Zum Vergleich: Ein herkömmliches Stromkraftwerk schafft meist nur einen Ausnutzungsgrad von


Energie . Feldtest

Das innovative Gerät

Das Mikro-KWK-System Vitoxxxx xx von Viessmann ist kaum größer als ein Standard-Wandgerät. In der Anlage arbeitet ein leiser Stirlingmotor, der über je einen Kühlund Heizzylinder verfügt. Darin arbeiten zwei Kolben, die über Pleuelstangen mit einem Schwungrad verbunden sind. Wird der Heizzylinder von außen erhitzt, entsteht in den Zylindern eine Druckdifferenz, die beide Kolben antreibt. Das System nutzt die Abwärme für Heizung und Warmwasser. Die Wärmeleistung von sechs und die elektrische Leistung von einem Kilowatt entsprechen dem üblichen Grundbedarf von Ein- und Zweifamilienhäusern. Besonders pfiffig: Für die Bedarfsspitzen an besonders kalten Wintertagen und für die schnelle Warmwasserbereitung liefert ein integriertes Erdgas-Brennwertgerät zusätzlich bis zu 18 Kilowatt Wärmeleistung.

Teamwork (v.l.n.r.): Hermann Wagener (Veltum), Architekt Arno Puy, Architektin und Hausbesitzerin Eva Müntinga, Ute Scholz (VNG) und André Plättner (VNG) besprechen Details

Pfiffige Finanzierung maximal 45 Prozent. Und deshalb kommt das kleine Kraftwerk in Bad Arolsen auch in den Genuss der staatlichen Förderung. Freude an dem doppelten Nutzen ihres Mikro-KWK-Systems hat Eva Müntinga vor allem durch die beiden zusätzlichen Stromzähler in ihrem Keller. Der eine zählt die Kilowattstunden, die das Gerät insgesamt erzeugt hat. Der andere, wie viel davon in das Netz der EWF eingespeist wurde. Zwei Stromzähler notwendig Die Differenz entspricht dem direkt im Haus genutzten Strom, um den sich die Rechnung des Elektrizitätswerkes verringert. „Jeden Morgen schaue ich nach und notiere mir die Zahlen, das macht richtig Spaß“, berichtet Eva Müntinga. Wird mehr Strom produziert als gerade benötigt wird, verkauft sie ihn an die EWF. Sowohl der für den Eigenbedarf genutzte als auch der eingespeiste Strom wird nach dem KWK-Gesetz finanziell gefördert. Aufgrund der gleichzeitigen Nutzung von Wärme und Strom sowie der hohen Auslastung des Gerätes rechnet sich die Anschaffung bereits nach wenigen Jahren. Bei dem Mikro-KWK-System in Bad Arolsen handelt es sich noch um ein Testgerät aus der Vorserie. Die Markt­ einführung ist für 2011 geplant.

Viessmann Mikro-KWK: Der Stirling-Motor ist kaum größer als ein herkömmliches Heizsystem

Die Stirling-Motoren der Firma Viessmann stehen voraussichtlich ab Herbst (??) 2011 zur Verfügung. Die EWF Tochter Waldeck Frankenberger Wärmegesellschaft (WFW) hat speziell für die kleinen Stromkraftwerke ein ausgesprochen attraktives Finanzierungsmodell parat. Besonders gut funktioniert ein Wärmevertrag mit der WFW: Die Gesellschaft kümmert sich um die Finanzierung, die Wartung und den Brennstoff für das Viessmann-Gerät. Im Gegenzug zahlt der Kunde nur einen Grundbetrag und die verbrauchte Wärme. Der Gewinn aus der Vergütung für den mit dem Gerät produzierten Strom wird dem Kunden teilweise gutgeschrieben (???). WFW-Geschäftsführer Heinz Garthe erläutert: „Mit dem von uns Wärme-Service genannten Vertrag hat der Kunde alle Heizungssorgen an uns delegiert: Anschaffungskosten für das Gerät, Installation, Wartung, Schornsteinfeger etc. übernehmen wir. Das ist vor allem für Besitzer größerer Immobilien besonders interessant. Jetzt mit dem neuen Gerät aber auch für Ein- oder Zweifamilienhäuser.“

Fragen zum Wärmeservice beantwortet Heinz Garthe, (0 56 31) 9 55-2 52

9 . direkt

/m__ntinga-bericht_klein-bhkw_viessmann  

http://www.relaunch.veltum.de/files/m__ntinga-bericht_klein-bhkw_viessmann.pdf

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