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Zeitschrift des VCP | Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder 1 P 1963 Nr. 2/2011 | ISSN 1651-2441

anp Gemeinschaft

Leben

Jugend

Abenteuer

Besinnung

auf neuem Pfad

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07.02.2011 12:35:40 Uhr


vcp aus dem Verband

Impressum

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Liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder, liebe Leserinnen und Leser,

ISSN 1615 - 2441 anp (seit 1921) ist die Zeitschrift für die Mitglieder des Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP). Sie erscheint fünfmal im Jahr.

muss eigentlich auch anp noch extrem sein? Wo doch sowieso schon alles extrem billig, extrem geil, extrem lustig, extrem uncool, extrem stressig und sowieso extrem ist? Ist extrem ein Modewort oder ein Reizwort oder ist es inzwischen einfach ein nur ein Ersatz für „sehr“ geworden?

Anschrift: VCP-Bundeszentrale Wichernweg 3 D - 34121 Kassel

Wir haben uns umgeschaut, wer und was sich so mit diesem Attribut schmückt und haben Erstaunliches gefunden. Menschen, die die Bibel wortgenau auslegen und danach leben wollen. Ein Extrembergsteiger, der jetzt Rucksäcke entwickelt. Einstmals harmlose Hobbys, die jetzt zu ­Extremsport mutiert sind und noch mehr extrem Interessantes. Deshalb laden wir euch herzlich zu einer spannenden, aber ganz ungefährlichen Expedition zu den Extremen ein. Wir geben euch viele Tipps für die e… wunderschöne Kirchentagsstadt Dresden und informieren euch über die nächsten Veranstaltungen.

Tel.: 05 61 / 7 84 37 - 10, Fax: 05 61 / 7 84 37 - 40 E-Mail: anp@vcp.de, Internet: www.vcp.de Verleger: Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) e. V. Herausgegeben im Auftrag der Bundesleitung von Konstantin Wolf Chefredaktion: Diane Tempel-Bornett Ständige Redaktionsmitglieder: Christian van den Boom (Kellertreppe), Peter Brümmer, Jascha Buder, Marc Forkmann, Sandra Grünewald (KrimsKrams), Sarah Landenberger, Chris Pollak, Niklas Tüpker, Andreas Witt (Himmelsleiter), Philipp Zedelius.

Trotz aller Freude an extremen Dingen, sind wir, aber viel mehr noch die ­Menschen in Japan in den vergangenen Wochen mit Naturkatastrophen und den damit verbundenen Folgen konfrontiert worden. Die schrecklichen ­Auswirkungen können wir nur erahnen. Das Erdbeben, der Tsunami und der daraus resultierende Reaktorunfall haben über viele Menschen Leid gebracht. Unsere Gedanken und Gebete sind in diesen Tagen bei den Opfern, ihren Angehörigen und allen Menschen in Japan.

Mitarbeit an dieser Ausgabe: Julia Freye und Barbara Mestel Illustrationen: Jascha Buder (www.jabu.de) Fotoredaktion: Peter Brümmer Artdirection/Layout: Peter Brümmer, Bachelor of Arts (www.drazilgraphix.de) und Chris Pollak, Dipl.-Designer (www.chrispollak.com) Druck: Druckerei Strube, Felsberg

Diane Tempel-Bornett, Chefredakteurin

Konstantin Wolf, Herausgeber

Mit Namen gekennzeichnete Artikel geben nicht immer die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich die Kürzung von Artikeln und Leserbriefen vor. Die Redaktion behält sich in Einzelfällen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Grundlage entsprechende Bearbeitungen von ­Veröffentlichungen vor. (Informationen: www.vcp.de) Der Umwelt zuliebe wird anp auf 100 % Recyclingpapier gedruckt, das mit den Umweltzeichen ­ »Blauer Engel« und »Nordischer Schwan« ­ausgezeichnet ist. Die Herstellung dieser Zeitschrift erfolgt mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Titelbild: Roman Heimhuber, Montage: Peter Brümmer

foto: Roman HeimHuber

Anzeigenverwaltung: Dirk Rumpff

… ist das nicht.


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4 RückBLICK

vcp aus dem Verband

Abschiedskreis ...

Starke Pfadis am Strand von Dakar

Neues aus Mitteldeutschland:

Nadine Dittmann als neue Referentin begrüßt Über dreißig Pfadfinderinnen und Pfadfinder – von der Altmark bis nach Gotha – kamen am 26. Februar 2011 als Delegierte nach Dessau zur Landesversammlung des VCP Mitteldeutschland. Neben der normalen Gremienarbeit hatte dieses Treffen zwei besondere Schwerpunkte: Vor der Dessauer Petruskirche wurden die neue Bildungsreferentin Nadine Dittmann eingeführt und Dorothée Hutter als bisherige Referentin verabschiedet. Dessau Matthias Spenn als Landesvorsitzender und viele Delegierte aus den Stämmen dankten Dorothée für ihr Engagement beim Aufbau von Pfadfinden in Mitteldeutschland. Als Vertreter der Landeskirchen EKM und Ev. Landeskirche Anhalts überbrachten Oberkirchenrat Manfred Seifert und Landesjugendpfarrer Martin Bahlmann, Dessau herzliche Segenswünsche.

Nachruf

Jutta Arnold Wir sind zutiefst traurig über den Tod unserer Schwester Jutta Arnold. Jutta hat als Pfadfinderin gelebt, zunächst in Reutlingen in der Sippe Prachtstücke, später in der Leitung des Stammes Götz von Berlichingen. In Hamburg engagierte sie sich sowohl in der Arbeit vor Ort als auch bei den Kreuzpfadfindern. Mehrere Jahre arbeitete sie in der Dienstgemeinschaft und in der Redaktion der Zeitschrift Kreuzpeilung mit. Gleichzeitig war sie als Mitglied der Fachgruppen Schulung und Erwachsene im VCP auf Bundes- und auch internationaler Ebene tätig. Jutta bleibt mit dem, womit sie auf uns gewirkt hat, in uns lebendig: Mit ihrem Streben danach, die Welt besser zurückzulassen, mit ihrer Suche nach dem richtigen Pfad, ihrer tiefen Verbundenheit zum Pfadfinden und ihrer Liebe zur Natur.

und Neubeginn: Nadine Dittmann

Inhaltliches Thema der LV war das „C“ im VCP: Was ist eigentlich christlich an unserer pfadfinderischen Arbeit? Die Ergebnisse, die in Kleingruppen zusammengetragen wurden, waren beeindruckend: Andachten, Gebete vor dem Essen, fast alle Rituale in der Gruppenarbeit, bei Lagern und Aktionen hatten einen christlichen Bezug. Nahezu alle Stämme pflegen die Zusammenarbeit mit „ihren“ Kirchengemeinden. Die Weitergabe des Friedenslichts aus Bethlehem steht vor einem christlichen Hintergrund, doch auch die Nähe zur Natur und die soziale Zusammengehörigkeit sind ohne den christlichen Glaubens kaum denkbar. Das Besondere am Pfadfinden ist dabei, dass das Erlebnis und die Erfahrung der Schlüssel zu christlichen Inhalten sind – und nicht umgekehrt. So konnten die Delegierten viele Anregungen mit nach Hause nehmen und das Wissen, wie vielfältig christlich diese evangelische Jugendarbeit ist. Aber es wurde auch deutlich, dass jede und jeder einen eigenen Zugang zum Glauben finden kann und es kein allgemeingültiges Rezept gibt. In dem Geschäftsteil der Landesversammlung wurden einige wichtige Beschlüsse gefasst und Wahlen durchgeführt: Johannes Apel aus Sollstädt löst Katrin Herwig aus Bad Tennstedt ab, die ihre Mitarbeit in der Landesleitung aus beruflichen und persönlichen Gründen beenden muss. Das Landeslager 2011 findet vom 15. bis 18. August 2011 in Behnsdorf statt. Am 3. Advent 2011 soll es eine gemeinsame zentrale Friedenslichtaktion in Dessau geben. Im März gibt es erstmalig einen Fachtag für die Stammesleitungen zum Thema „Prävention sexualisierter Gewalt“. Weitere Informationen: www.mitteldeutschland.vcp.de

Unguvu – Gemeinsam kann die Jugend „stark sein“ Von Juliane Bergmann, Dresden Das Wort „Unguvu“ stammt aus dem S­ uaheli und bedeutet „stark sein“. Unguvu ist der Name für ein Projekt von WOSM, das durch „youth in action“ gefördert wird. Bei Unguvu geht es um die Entstehung und Pflege von Partnerschaften zwischen afrikanischen und europäischen Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbänden. Zum Unguvu-Projekt gehören elf Nationen, insgesamt nahmen 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Workshop teil. Vom VCP sind drei Pfadis dabei. Wir drei „Unguvus“ sind: Till Strang aus Neustadt, Josefine Zana aus Kassel und Juliane Bergmann aus Dresden. Direkt vom Fachgruppentreffen auf der Rieneck sind wir zu Dritt nach Dakar geflogen, hier fand vom 15. bis 19. Februar 2011 der erste Workshop statt. Im Gepäck war jede Menge Vorfreude und auch ein bisschen Aufregung. Da es unser Gepäck aber gar nicht bis nach Dakar geschafft hat, sondern in Lissabon liegen blieb, war die Aufregung schnell vergessen … Wir setzten uns ausführlich mit dem Thema Partnerschaften und deren Definitionen auseinander und hörten uns Vorträge über bereits bestehende und gut funktionierende Partnerschaften an. Dann ging es zur Praxis: In einem Rollenspiel konnten wir eigene Partnerschaften entwickeln. Dabei haben wir sehr gut die kulturellen Unterschiede und Herangehensweisen erkennen können. Das Ergebnis von Unguvu soll ein Trainingsmodul zu Partnerschaften und ein Handbuch werden. An den Abenden fanden die Präsentationen der einzelnen Länder statt. Die afrikanischen Länder präsentierten ihre Trommel- und Tanzkünste. Schnell wurde der Unguvutanz und -song zu einem herrlichen Ohrwurm. Wir haben viele Pfadfinderinnen und Pfadfinder kennen gelernt und neue Freundschaften geschlossen. Wir freuen uns auf das Wiedersehen und den zweiten Unguvu Workshop im Juni auf Burg Rieneck - diesmal ist der VCP Gastgeber. Und wir können es kaum erwarten, den Unguvu Spirit im VCP zu verteilen …


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rüCKBlICK 5

RÜCKBLiCK

vcp aus dem Verband

Der VCP wächst. Almut zeigt uns, wie es geht: das lilafarbene Kantenband wird ans Halstuch genäht.

Andreas Witt überreicht das Woodbadge-Halstuch an Christian Chinery.

Kante zeigen!

Woodbadge für pfadfinderische Gottesdienste

Neue Halstücher für Erwachsene Illertissen du gehörst in die Erwachsenenstufe und hast noch kein neues zweifarbiges Halstuch? In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit und Ökonomie groß geschrieben werden, möchtest du dein blaues Halstuch nicht einfach entsorgen und ein neues kaufen? An deinem blauen Halstuch hängen viele schöne Erinnerungen und du möchtest es nicht einfach so austauschen? dann haben wir die lösung für dich: das 2 cm breite farbige Kantenband als Meterware zum Annähen an dein blaues Halstuch. Auf besonderen Wunsch hat F&F – der offizielle Ausrüster des VCP – es möglich gemacht und bietet euch ab sofort das Kantenband zum selbst annähen an. Weitere Informationen: www.fahrtenbedarf.de

Wünsche an F&F?

Neue Fachgruppe wurde gegründet! Illertissen Seit 2007 gehört F&F komplett dem VCP. Um die Anforderungen, Ideen und rückmeldungen aus dem Verband zusammenzuführen und F&F zu unterstützen, wurde im Januar 2011 die Fachgruppe F&F gegründet. Ziele der Fachgruppe sind: • Ideen und Rückmeldungen aus dem Verband sammeln und F&F aufgearbeitet zur Verfügung stellen • das Image von F&F im Verband zu stärken • Etablierung eines F&F-Netzwerkes in den VCP-ländern Natürlich suchen wir auch noch Interessierte, die mit uns gemeinsam an dem thema weiterarbeiten. das nächste treffen der Fachgruppe findet vom 13.-15. Mai auf der Burg rieneck statt. Wer in der Fachgruppe mitarbeiten möchte oder Fragen hat, darf sich gerne unter fg.fuf@vcp.de an uns wenden.

Barmstedt Am Sonntag, den 6. März 2011 wurde im rahmen eines Gottesdienstes für Pfadfinderinnen und Pfadfinder des VCP-Stammes Weiße rose aus Barmstedt Christian Chinery das Woodbadge verliehen. das Woodbadgeprojekt bestand darin, mit einem Stamm einen Pfadfindergottesdienst zu organisieren und zu feiern. die Woodbadgeverleihung fand abends um 19.00 Uhr in der Heiligen-Geist-Kirche in Barmstedt bei Hamburg statt.

Politiker loben pfadfinderische Arbeit in Laucha der landtagspräsident von Sachsen-Anhalt, dieter Steinecke, besuchte gemeinsam mit dem Beauftragten der Evangelischen Kirchen beim landtag Sachsen-Anhalt, Albrecht Steinhäuser, den VCP-Stamm SUrF in laucha am thinking day. Beide nahmen an der Stammesversammlung teil, anschließend unterhielten sie sich mit der Mitarbeiterrunde und zum Schluss waren sie bei einer Aufnahmefeier in der Kirche dabei. Herr Steinecke bedankte sich in einer kleinen Ansprache für die Einladung und lobte die pfadfinderische Arbeit vor ort. Er beschrieb demokratie als ein hohes Gut, für das die Menschen in der ehemaligen ddr 1989 gekämpft hatten. Es gelte, dieses Gut zu bewahren. dieter Steinecke warnte davor, auf plumpe Sprüche undemokratischer Parteien hereinzufallen. leichte Antworten seien nicht immer die richtigen Antworten. Man dürfe sich nicht nur beklagen, sondern müsse aktiv sein und versuchen, dinge zu ändern. darum sei es gut, dass sich bei den Pfadfindern Jugendliche für ein gutes Miteinander in laucha engagieren. der VCP Saale-Unstrut-Finne-region (SUrF) hat knapp 40 angemeldete Mitglieder. Er möchte auch Kinder und Jugendliche aus sozial schwierigem Umfeld erreichen. Ein Viertel der Mitglieder zahlt Sozialbeitrag. Neben „klassischem“ Pfadfinden sind gewaltfreie Konfliktlösungen und politische Bildung themen der Arbeit. die Kinder und Jugendlichen sollen beim Pfadfinden, auf lagern und Fahrten grundlegende Sozialkompetenzen erwerben.

Wer gewinnt die Verbandswette? ihr wisst ja: der VCP will wachsen: qualitativ mit noch mehr spannenden Veranstaltungen und wichtigen Schulungen, aber auch quantitativ mit der Menge seiner Mitglieder. ohne die Mitgliedsbeiträge kann der VCP nicht existieren. Und ganz nebenbei: der VCP gewinnt in Gesellschaft, Kirche und Politik deutlich an Ansehen, wenn er viele Mitglieder vorweisen kann. dies verbessert wiederum auch die Chancen auf Gelder und Förderung durch eben diese Institutionen. diese Wette soll Spaß machen – aber natürlich ist sie ernst gemeint. der VCP will nicht nur, sondern muss auch wachsen! Ein toller Nebeneffekt: Je mehr Mitglieder wir haben, umso günstiger wird der Mitgliedsbeitrag. Und wie sieht es im Moment aus? die Bayern (Verzeihung, die Franken) liegen vorn, dicht gefolgt von rheinland-Pfalz Saar und Württemberg. Glückwunsch! Aber – da geht doch noch was, oder? damit ihr auch noch richtig Geschmack an der Verbandswette findet, wurden in den ländern auf den landesversammlungen und landesräten Erdbeerpflanzen und Haribo-Erdbeeren verteilt. die Erdbeeren können natürlich lilie und Kleeblatt nicht ersetzen – aber sie schmecken einfach besser. das werden wir euch auch auf der Bundesversammlung zeigen. Ihr dürft gespannt sein. Fragen: Besucht die Seite: verbandswette.vcp.de


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vcp aus dem Verband

6 rückblick / ausblick

„One tree – one scout“ foto: peter brümmer

Was haben die Obstbäume auf unserem Bundeszeltplatz mit den Milleniumszielen zu tun?

und über WOSM zu einem internationalen Projekt aufzurufen. Die Idee war einfach: ein Baum, ein Pfadfinder – one tree, one scout und die internationale Jugendbewegung dazu aufzurufen, Bäume zu pflanzen. Bäume funktionieren als „grüne Lungen“. Sie nehmen CO2 auf und produzieren daraus Sauerstoff. Beim Bäume pflanzen ist es wichtig, dass einheimische Bäume und möglichst verschiedene Arten gepflanzt werden. Der VCP hat sich mit 90 Bäumen auf der Streuobstwiese auf dem Bundeszeltplatz Großzerlang an dem Projekt beteiligt. 13 Gruppen, 263 Pfadfinderinnen und Pfadfinder haben sich an der Aktion beteiligt und 2430 Bäume gepflanzt. Gemessen an dem kurzen Zeitraum und der Anzahl der Bäume war es ein durchaus erfolgreiches Projekt. Die Obstbäume auf dem Bundeszeltplatz Großzerlang werden zur Zeit gepflegt – wie übrigens der komplette Platz auf die neue Saison vorbereitet wird. Hier einige „Impressionen“ davon. Die Obstbäume – die jetzt international prämiert sind – sind eines unserer ökologischen Projekte auf dem Bundeszeltplatz Großzerlang. Davon haben wir noch einige mehr für unseren „Zeltplatz im Norden“ geplant. Um sie umzusetzen, brauchen wir Unterstützung. Deshalb freuen wir uns über Spenden und Zuwendungen.

foto: Marvin Mittelstädt

Großzerlang Die Vereinten Nationen haben Millenniumsziele herausgegeben, die bis zum Jahr 2015 umgesetzt werden sollen. Eines davon ist „to ensure environmental sustainability“, also das Absichern einer positiv ökologisch wirkenden Nachhaltigkeit. Auch wenn diese Ziele nicht unkritisch gesehen werden können, teilweise auch illusorisch wirken, so ist doch ein weltweites Bewusstsein vorhanden, dass ohne ausreichende Schonung der natürlichen Ressourcen mittel- und langfristig kein menschenwürdiges Leben mehr möglich sein wird. Nach wie vor strapazieren wir Umwelt und Artenvielfalt, um uns ein angenehmes Leben zu sichern. Aber die ärmsten Länder der Erde sind ohne eigenes Verschulden in den Teufelskreis geraten, denn der Klimawandel verschlimmert das Armutsproblem, und die Armut macht es schwer, dem Klimawandel entgegen zu wirken. Daher ist es zumindest ein Etappenziel, mehr Bewusstsein zu schaffen. Dem drohenden Klimawandel muss man mit einer veränderten Gesellschaft entgegen treten. Dies bedeutet auch, den CO2 Ausstoß zu verringern. Lucas Guilherme von der Rattlesnake Scout Group in Brasilien hatte die Idee, über das Internet

foto: peter brümmer

foto: Marvin Mittelstädt

foto: Marvin Mittelstädt

von Philipp Wagner, Bonn

Spendenkonto bei der EKK: VCP e.V. Stichwort: BZG: der Zeltplatz im Norden Kontonummer: 256, BLZ 520 604 10


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vcp christliches aus dem Verband Leben

HIMMElSlEItEr AUSBlICK 7

Die iMWE 2011 „Mission Supernova“ von Konstantin Wolf, dresden die IMWE ist eine internationale Veranstaltung des VCP, zu der jährlich eingeladen wird. die „Internationale Musische Werkstatt“ bringt dann 80 bis 100 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus aller Welt zusammen und ermöglicht ihnen ein einmaliges Erlebnis auf Burg rieneck, auf der die Veranstaltung in der regel stattfindet. Wer kann also dabei sein? Alle ab 17 Jahren, vor allem ranger und rover sowie leiterinnen und leiter. Wann findet die IMWE in diesem Jahr statt? Vom 17. bis 25. April 2011.

Wer organisiert es? die Fachgruppe IMWE des VCP und das team der IMWE, das sich aus Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus mehreren ländern Europas zusammen setzt. Und was ist nun IMWeb? IMWeb ist ein Wiki und damit das kulturelle online-Austauschportal für Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus aller Welt. So können teilnehmerinnen und teilnehmer kulturelle, kreative, künstlerische und viele weitere Ideen und Veranstaltungen miteinander teilen. (wiki.imwe.net)

Zum Programm der IMWE gehören Workshops aus den Bereichen Kunst, Handwerk, theater und Musik, in denen man in einer kleinen Gruppe über die ganze Woche ein Projekt bearbeitet. An den Abenden gibt es vielfältiges Programm: Europäischer Abend, Comedy, Konzerte, Abendspiel und natürlich eine rauschende Abschlussparty.

die gesamte Woche steht unter einem Motto – 2011 lautet es „Mission Supernova“. das Wesentliche an der IMWE ist damit, dass man für sich selbst Kunst und Kultur erlebt und viele neue Freunde aus ganz Europa und darüber hinaus findet. IMWE 2011 „Mission Supernova“, also das schnell eintretende, helle Aufleuchten eines Sternes am Ende seiner lebenszeit durch eine Explosion, bei der der Stern selbst vernichtet wird (sinngemäß von Wikipedia kopiert) – ist mehr als ein kurzes Aufleuchten. IMWE 2011 wird für die teilnehmerinnen und teilnehmer der Auftakt für lang anhaltende und intensive Freundschaften über ländergrenzen hinaus sein. Seid dabei – wenn nicht 2011, dann vielleicht im nächsten Jahr. IMWE: Klingt komisch, ist aber so!

2008 2009

2010 ZtE N IMW Es BIld Er dEr lEt


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8 AUSBlICK

vcp vcpchristliches aus dem Verband Leben

Das 2. VCP Singetreffen von 04. - 06.11.2011 findet auf Burg Rieneck statt! über 100 Pfadfinderinnen und Pfadfinder kamen im November 2009 zum ersten Singetreffen des Verbandes auf Burg rieneck. Es wurde ein voller Erfolg. Alle VCP-Mitglieder ab 16 Jahren, mit leidenschaft für Gesang und Musik, sind deshalb herzlich zum 2. VCP Singetreffen eingeladen. Sie können dort neues liedgut kennen lernen, mehrstimmig singen, Instrumente spielen und über Grundlagen und geschichtliche Hintergründe der lieder nachdenken. der Freitagabend wird von thematisch unterschiedlichen Singerunden geprägt sein. Am Samstag und Sonntag wird es dann Werkstätten zu verschiedenen themen geben. dabei werden in diesem Jahr die unterschiedlichen Niveaus und Fertigkeiten besonders berücksichtigt. Im rahmen des „bunten Abends“ am Samstag können eigene lieder und Ergebnisse der Werkstätten präsentiert werden. Ab ostern 2011 wird die Anmeldung für das Singetreffen über vcp.de möglich sein. der Anmeldeschluss ist der 14.10.2011, doch eine schnelle Anmeldung ist empfehlenswert.

Erwachsene im VCP – jetzt auch noch 50 plus? In den vergangenen Jahren hat es erhebliche Strukturveränderungen hinsichtlich der Erwachsenen im Verband gegeben. da sie eine große Zahl der Beitrag zahlenden Mitglieder stellen und einen erheblichen Beitrag zum Gelingen vieler Angebote leisten, sind sie nun in einer eigenen Fachgruppe organisiert. Neben der Projektgruppe „Pfadfinden 21 plus“, einer Arbeitsgruppe zum thema „Kreuzpfadfinden im VCP“ gibt es seit kurzem auch einen Arbeitsgruppe „50 plus“. diese Arbeitsgruppe befasst sich mit Angeboten für alle Mitglieder, die lebenslang Pfadfinderin und Pfadfinder bleiben möchten und dies auch durch ihr Engagement in Gesellschaft und Verband leben. Vielfach ist diese Zielgruppe auf länderebene in Freundeskreisen gut aufgehoben. Was ihnen fehlt, ist ein Kristallisationspunkt auf Bundesebene. diesen wollen wir nun mit einem Wochenende auf unserer Burg rieneck vom 2. bis 4. September 2011 schaffen. In der nächsten Zeit werden wir dazu einladen.

FotoS: PEtEr BrüMMEr


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Abenteuer von Trelleborg bis Kiruna die Welt zu Gast in Schweden von Barbara Mestel, Fürth

Foto: rANG MAr GoElZ

day Visitor: Jamboree für einen tag Vier tage VCP-Camp (Vorlager) und zwölf tage 22nd World Scout Jamboree sind uns nicht genug! Schweden bietet noch so viel mehr und deshalb planen die 19 trupps des VCP jeweils ergänzend eine Vor- oder eine Nachtour, die ihnen noch mehr Abenteuer im skandinavischen Königreich bescheren wird. Mit seinen Seen und Fjorden, großen Ebenen und tafelbergen, 28 Nationalparks und über 300.000 Elchen ist Schweden für Pfadfinderinnen und Pfadfinder schon lange kein Geheimtipp mehr für naturnahe Fahrten und lager. In den reiseplänen der trupps stehen somit nicht nur einige Besuche der Hauptstadt Stockholm, sondern auch zahlreiche Kanutouren, ein Zeltlager auf der Insel Gotland, Wanderungen durch Süd- und Mittelschweden, eine Fahrrad- sowie eine Segeltour und übernachtungen auf den unterschiedlichsten Zeltplätzen des landes.

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dabei erkunden die etwa 750 VCPerinnen und VCPer neben der Jamboree-Provinz Schonen z. B. auch Småland, Värmland, die Nordmark und dalsland. treffen mit schwedischen Pfadis sind bereits vereinbart, aber die trupps freuen sich auch auf zusätzliche internationale Kontakte an ihren übernachtungsplätzen, da teilnehmende aus anderen ländern sicherlich ebenfalls vor bzw. nach dem 22nd World

Zu jung oder zu alt für eine teilnahme? Nicht genug Zeit für eine Mitarbeit z. B. im International Service team? Keine Gründe, das 22nd World Scout Jamboree zu verpassen! das Weltpfadfindertreffen steht auch für tagesgäste („day visitors“) aus aller Welt offen: sich unter die rund 38.000 teilnehmenden mischen, Jamboree-luft schnuppern, die einzigartige Atmosphäre erleben, Pfadis von anderen Kontinenten treffen, Badges tauschen etc. Zwischen dem 28. Juli und dem 6. August stehen die lagertore für Besucherinnen und Besucher an neun tagen von 10 bis 18 Uhr offen. die „Eintrittskarten“ kosten zwischen 75 und 150 Kronen (etwa 8,50 bis 17 Euro) und sind im „Shop“ auf der offiziellen Jamboree-Website oder direkt am lagerplatz erhältlich. Eine frühzeitige reservierung wird aufgrund der limitierten tagestickets empfohlen: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. die tagesgäste werden in einem „welcome centre“ südöstlich des Jamboree-Geländes begrüßt und mit Shuttle-Bussen auf den lagerplatz gebracht, wo sie an Führungen teilnehmen oder selbstständig die themen-Gebiete („common areas“) erkunden können. Jamboree for an unforgettable day!

Scout Jamboree durch Schweden hiken werden. Vi träffas i Sverige! Visitor tickets: shop.worldscoutjamboree.se

Foto : rAN GMA r GoE lZ


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RückBLICK 10 Ausblick

vcp Pfadfinden

Hier findet ihr einen kleinen Überblick, was ihr dort in freien Stunden alles anstellen könnt …

Foto: DEKT

Helfen und entdecken…

Der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag bedeutet neben Helfen auch die Chance, eine besonders schöne deutsche Stadt kennenzulernen. Wir wünschen euch viele Momente zum Abschalten und Genießen in Dresden, das auch „Elbflorenz“ genannt wird.

Dresden macht Freude - und nicht nur die sanierte Frauenkirche!

Auf dem Kirchentag

mit dem VCP

Mittwoch: 17.30 – 18.30 Uhr: Mit Gottesdiensten am Elbufer, auf dem Neumarkt und dem Altmarkt wird der Kirchentag eröffnet. Danach lädt die sächsische Landeskirche mit dem Abend der Begegnung (AdB) zu einem großen Straßenfest ans Elbufer ein.

Abends wird das Jump-DJ-Team zur Party aufspielen.

Donnerstag Vormittag: Das Zentrum Jugend wird in der Trainingshalle der EnergieVerbund Arena und der großen Sportanlage, in Zelten und auf den Freiflächen im Sportpark Ostra sowie am CVJM-Schiff eröffnet. Verschiedene Bands (Christafari, Hope, Steeproad, Juicy Lips u.v.m.) treten auf und unterschiedliche Themen werden behandelt.

Am Samstag könnt ihr euch beim Street Art in der Fußgängerzone kreativ ausleben. Beim „chalk mob 2.0“ dürft ihr Dresdens Shoppingmeile mit Kreide bunter gestalten. Am Samstagabend könnt ihr im Rudolf-Harbig-Stadion das Musical „Die 10 Gebote – das Pop-Oratorium“ genießen. Gänsehautfeeling vorprogrammiert.

Am Freitag wird auf den Elbwiesen die Mitmach-Aktion „Wasser los?!“ zum Thema Wasserverbrauch und Wasserverschwendung stattfinden.

Der gemeinsame Gottesdienst von VCP und CPD findet am Samstag von 16.00 – 17.00 Uhr in der Trinitatiskirchruine am Trinitatisplatz statt. Von Donnerstag bis Samstag werden im Zeichen des Friedenslichts aus Bethlehem Friedensandachten gefeiert; Ort: Baustelle Bussmannkapelle (Altstadt Zentrum) und in der Begegnungsjurte vor dem Landtag könnt ihr euch mit anderen VCPerinnen und VCPern treffen. Der VCP präsentiert sich auf dem Markt der Möglichkeiten und ist aktiv im Zentrum Kinder ebenso wie im Zentrum Jugend.

Foto: Tris tan

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AUSBlICK/rüCKBlICK AUSBlICK 11

UND iN DRESDEN In der Neustadt findet ihr szenige Kneipen, kleine Läden und eine bunte, alternative Kultur. In der Altstadt wimmelt es von barocken Sehenswürdigkeiten: die Semperoper, den Zwinger, das Schloss, die Kathedrale und die frisch renovierte Frauenkirche. Hier gibt es auch das ein oder andere nette Museum. Einen Besuch wert ist das Hygienemuseum. Ein besonderes Schmankerl bietet das Asisi-Panometer. Dort hat der gleichnamige Künstler in einem ehemaligen Gasometer ein verblüffendes 360°-Panorama von Dresden um 1756 erschaffen. Klingt komisch, ist aber ein geniales Erlebnis, sehr empfehlenswert und auch den hohen Eintrittspreis wert. [findet auch die Redaktion]

Das Freibad Mockritz lockt mit einem Natursee und verspricht euch eine Abkühlung mit Quellzufluss und circa 10 Grad Wassertemperatur. Wir wünschen euch viel Spaß, Freude, tolle Kontakte und gutes Wetter. Foto : AlE XAN dEr

GAJ IC

Eure Helferdienste Schaut auch immer wieder auf www.helfen2011.de vorbei. Da halten wir euch auf dem Laufenden.

UND HiER: EMPFEHLUNGEN EiNES EiNHEiMiSCHEN FÜR DiE ELBMETROPOLE

AUSGEH-TiPPS TO GO

Von Konstantin Wolf, Dresden Die Elbflorenz Dresden bietet neben der historischen Altstadt auch viel Kultur und ein aufregendes Nachtleben. Hier ein paar Tipps zum Ausgehen und Entspannen ... • Alaunpark – Ein belebter Park inmitten der Neustadt, dem Ausgehviertel dresdens • Großer Garten – Ein Park nahe der historischen Altstadt und der Gläsernen Manufaktur • Elbwiesen – die Wiesen und Auen entlang der Elbe laden bei sommerlichem Wetter zum Verweilen, Sitzen, liegen, Singen, tanzen und lesen ein. • Entlang der Elbe finden sich viele schöne, mal belebte, mal eher ruhige Plätze, an denen man sich vom Kirchentagstrubel erholen kann. • Blue Note – Kleiner und sehr anheimelnder Jazzclub mit täglicher livemusik (teilweise ist Eintritt zu bezahlen) Görlitzer Straße 2, 01099 dresden www.jazzdepartment.com

• Scheune Café – restaurant mit authentisch indischer Küche Alaunstraße 36/40, 01099 dresden www.scheunecafe.de

• Downtown – recht niveauvoller „Zappelschuppen“ inmitten des Ausgehviertels Neustadt Katharinenstrasse 11-13, 01099 dresden-Neustadt www.downtown-dresden.de

• Side Door – Nette Bar mit umfangreicher Getränkekarte und kleinem Snackangebot Böhmische Str. 38, 01099 dresden www.sidedoor-dresden.de

• Dürum Kebap Haus – der beste (Achtung: persönliche Meinung des Verfassers) dönerladen dresdens rothenburger Straße 41, 01099 dresden www.durum-kebab-haus.de/ueberuns.html

• brennNessel Vegetarisches Restaurant & Kneipe – Sehr beschaulich, leckere vegetarische und ökologische Speisen und Getränke, wunderschöner Innenhof Schützengasse 18, 01067 dresden www.brennnessel-dresden.de

• Cafe Central – Geräumiges und schönes Café direkt am dresdner Altmarkt Altmarkt 6, 01067 dresden www.central-dresden.de

• Hebedas Familieneinkehr – Kultige Kneipe, die ihren Schankraum im Sommer auch gern mal auf die umliegenden Straßenzüge erweitert rothenburger Straße 30, 01099 dresden www.hebedas.de

• Café Europa – legendäres 24/7 Café in der dresdner Neustadt Königsbrücker Straße 68, 01099 dresden www.cafe-europa-dresden.de • Twist Bar im Innside Hotel Dresden – „etwas schicker …“ Sehr elegante Bar über den dächern dresdens, Blick auf die Frauenkirche, geniale Getränkekarte Salzgasse 4, 01067 dresden


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vcp christliches Leben

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„Extrem Bibeltreu“ Christlicher Fundamentalismus von Andreas Witt, Hamburg; Fotos: Peter Brümmer, Berlin

• absolute Irrtumslosigkeit der Bibel, • Jungfrauengeburt, • stellvertretendes Sühneopfer Christi für die Sünden der Menschen, • leibliche Auferstehung am Tag des Jüngsten Gerichts und • Wiederkunft Christi am Tag des Jüngsten Gerichts.

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Seit den 80er-Jahren des 20. Jahrhunderts versuchen Fundamentalisten in den USA auch politisch Einfluss zu nehmen, indem sie zum Beispiel Gesetze gegen Abtreibung und Homosexualität fordern. In einigen US-Bundesstaaten ist bereits die Lehre der Evolutionstheorie im Schulunterricht verboten. Schätzungen zufolge sind zwischen 20 und 30 % aller Amerikanerinnen und Amerikaner fundamentalistische Christen.

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Der christliche Fundamentalismus hat seinen Ursprung in den USA - als Protestbewegung konservativer US-Protestanten gegen die europäische liberale Theologie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Bezeichnung „Fundamentalismus“

kommt von der Zeitschrift „The Fundamentals: A Testimony to the Truth“, die zwischen 1910 und 1915 erschien, und in der das wörtliche Bibelverständnis propagiert wurde. Aufgrund dieses theologischen Konfliktes kam es in den USA zu diversen Kirchenspaltungen. Die fünf gemeinsamen theologischen Grundüberzeugungen („fundamentals“), zu denen sich christliche Fundamentlisten bekennen, lauten:

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1 r. Franzke: die Harry-Potter-Manie. Harmlose Fantasie oder gefährliche Magie? Aus l. Gassmann: Esoterik als lebenshilfe? die Wahrheit über Astrologie, Spiritismus, Magie und Zauberei, Wuppertal 2002, zitiert nach www.freie-bibelgemeinde.de/texte/ texte/harrypotter.pdf

Die „Harry-Potter-Geschichten“ sollen eine Einführung in die „real existierenden religiösen Wahnvorstellungen der Magie und des Satanismus“1 darstellen, behaupten christliche Fundamentalisten. Auch lehnen sie Sex vor der Ehe, Homo sexualität, Abtreibung genauso ab wie die auf Charles Darwin fußende Evolutionstheorie. Sie glauben stattdessen, dass Gott die Erde innerhalb von sechs Tagen à 24 Stunden erschaffen hat – genauso wie es in der Bibel erzählt wird. Fundamentalisten verstehen die Bibel wörtlich als unfehlbare Offenbahrung Gottes. Dementsprechend lehnen sie die „historisch-kritische Bibelauslegung“, die an den Universitäten gelehrt wird, ab und betreiben eigene Hochschulen. Denn sie sind davon überzeugt, dass ihr Bibelverständnis einzig und allein richtig ist, und sie die „wahren“ Gläubigen sind.


vcp christliches Leben

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Glaubensfrage: Stellt christlicher Fundamentalismus die Botschaft der Bibel auf den Kopf?

Christlich-fundamentalistische Gruppen, Gemeinden und Kirchen gibt es jedoch nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und in Deutschland sind sie auf dem Vo r m a r s c h u n d werben aktiv um neue Mitglieder – insbesondere auch Jugendliche. Denn fundamentalistische Gruppen kennzeichnet ein großes, missionarisches Sendungsbewusstsein. Dabei bedienen sie sich neben der Verbreitung von Schriften auch der modernen Medien wie Fernsehen und Internet. In ihren Gottesdiensten wird ein begeisternder, mitreißender Glaube zelebriert, gerne auch als Großveranstaltungen. Religion wird sinnlich erfahrbar. Und darüber hinaus gibt es relativ einfache Antworten - natürlich biblisch belegt - auf die schwierigen Fra-

gen unserer Zeit. In dieser vermeintlichen Klarheit des Glaubens, der erfahrbaren Spiritualität und der gelebten Gemeinschaft, die weit über den Gottesdienst hinausgeht, mag die Attraktivität fundamentalistischer Gemeinden und Gruppen liegen. Der Begriff des religiösen Fundamentalismus wurde auch auf andere Religionen übertragen, um religiöse Extremisten zu bezeichnen, und wurde so zum religiösen Kampfbegriff. Übrigens, auch unter (nicht anerkannten) Pfadfindergruppen tummeln sich solche, die als fundamentalisch einzuordnen sind, wie zum Beispiel die Katholische Pfadfinderschaft Europas (KPE).

Die historisch-kritische Exegese Die sog. historisch-kritische Exegese untersucht in verschiedenen, wissenschaftlichen Arbeitsschritten biblische Texte. So haben Theologen zum Beispiel die Frage untersucht, inwiefern die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas auf gleiche Quellen bei der Abfassung ihrer Evangelien zurückgegriffen haben - denn diese drei Evangelien weisen viele wortwörtliche Übereinstimmungen auf.

Das sogenannte „wörtliche“ Bibelverständnis Beim „wörtlichen Bibelverständnis“ wird davon ausgegangen, dass Gott den Verfassern biblischer Texte den genauen Wortlaut der Texte „eingegeben“ habe. Dieser Vorgang heißt „Verbalinspiration“. Wie ein Chef seiner Sekretärin einen Brief diktiert, soll Gott sein Wort den Menschen offenbart haben. Diese Vorstellung ist natürlich auch biblisch belegt: „Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“ (2. Tim. 3.16-17) Aus dem „wörtlichen Bibelverständnis“ resultiert natürlich ein absoluter Wahrheitsanspruch der biblischen Texte.

Insgesamt geht es bei der historisch-kritischen Methode darum, der Abfassungs- und Überlieferungsgeschichte der biblischen Texte nachzuspüren, um Gotteswort und (möglicherweise hinzugefügtes) Menschenwort voneinander zu trennen, um so einer Missdeutung der biblischen Texte vorzubeugen. Viele Texte werden nämlich nur aus dem geschichtlichen und gesellschaftlichen Kontext ihrer Entstehung verständlich. So wird zum Beispiel aus dem gesellschaftlichen Kontext heraus durch das berühmte 5. Gebot „Du sollst nicht töten!“ eigentlich nur das Töten von eigenen Stammesangehörigen untersagt, und es scheint kein grundsätzliches Verbot von kriegerischen Handlungen zwischen Volksstämmen gewesen zu sein. Dementsprechend müsste es eigentlich besser heißen „Du sollst nicht morden!“


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Was ist denn heute noch extrem?! Extremsport kann man am nächstgelegenen Reisebüro buchen, politische Extremisten gehören zum Standard-Inventar jeder größeren Stadt und über die Musik der gleichnamigen Band regt sich schon lange niemand mehr auf.

überlegt Philipp Zedelius, Karlsruhe

Extrem, das bedeutet eigentlich „das Äußerste“. Extrem, das ist keine massentaugliche Ware. Und doch werben die Schaufenster und Plakate der Discounter immer wieder mit dem Äußersten: Dem billigsten Preis, dem günstigsten Deal, dem allerletzten Schrei und so weiter. Der vom drögen Alltag gelangweilte Bürger soll von den geradezu um Aufmerksamkeit brüllenden Parolen wachgerüttelt, verführt, vielleicht sogar erschreckt werden! Würdet ihr in einen Laden gehen, der „schöne Schuhe“ verkauft? Wenn gleich nebenan ein zweites Geschäft die „schönsten Schuhe der Stadt“ feil bietet? Seltsam eigentlich, dass selbst große Herrscher und Eroberer sich mit weniger zufrieden gaben, oder hieß er etwa „Alexander der Größte“? Das Extreme ist „in“, das Normale ist „out“. Höher, weiter, schneller, lautet die Devise! Wie furchtbar wäre es, normal zu sein, denn niemand interessiert sich für normale Dinge! Dabei ist „normal“ nur eine Frage der Gewohnheit und der gesellschaftlich anerkannten Art und Weise. Für Millionen Franzosen

ist es normal, sich zur Begrüßung auf die Wange zu küssen. Für Millionen Muslime ist es normal, fünf mal am Tag zu beten. Wer vor jeder Mahlzeit Bungee-Jumpen geht, wird sich sicher auch schnell daran gewöhnen. Es ist natürlich besonders cool, zu behaupten, dass etwas für mich voll normal ist, was für die meisten anderen Menschen eher ungewöhnlich wäre. „Mann, ist der extrem drauf!“ Aber ist jemand zwangsweise ein Extremist, weil er in gewissen Aspekten seines Verhaltens extrem ist? In der Jugendsprache ist extrem nicht nur eine Steigerungsform, sondern ein alleinstehendes Attribut. Die Musik, die Klamotten, die Idee, ja der Mensch selbst kann extrem sein. Schon das Wort an sich, das bei seiner Aussprache ein zischelndes und kratzendes Geräusch erzeugt, ist ungewöhnlich, und wäre sicher nicht das erste, das ein Kleinkind lernt. Wir wollen uns in dieser Ausgabe mit verschiedenen Facetten dieses Wortes und seines Gegenübers befassen und auch einen Blick auf die extremen Seiten des Pfadfindens werfen. Von den höchsten Höhen des Unerwarteten bis in die tiefsten Tiefen des Durchschnitts werden wir euch führen und euch zeigen, dass der Unterschied zwischen „normal“ und „extrem“ eigentlich nur eine Frage des Standpunktes ist.

foto: Peter brümmer


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Bist du noch normal? fragt Marc Forkmann, Kastel

Lieber Otto Normalverbraucher, sicherlich hast du dir viele Gedanken gemacht, ob du wirklich normal bist. Die anp-Redaktion recherchiert. Bekannt wurdest du aus dem Spielfilm „Berliner Ballade“, der im Jahr 1948 gedreht wurde. Gert Fröbe hat dich exzellent als ehemaligen Wehrmachtssoldaten gespielt. Doch deine Realität ist anders. Otto ist als Vorname unpopulär und eher würdest du Thomas, Andreas oder Michael heißen. Wärest du eine Frau, stünden Sabine, Petra oder Susanne ganz oben in der Hitliste. Auf dem Klingelschild deiner durchschnittlich 89 m² großen Wohnung ist Müller, Maier oder Schmitt in allen Variationen zu lesen. Du liebst die Natur und wohnst daher in einer Kleinstadt mit bis zu 50.000 Einwohnern. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 52 % ist deine Wohnung gemietet. Wie auch immer, für die vier Wände, Strom und Wasser gibst du durchschnittlich 731 Euro monatlich aus. Dein Aussehen? Sorry, nicht gerade sexy. Mann ist aktuell 41,7 Jahre, Frau 44,6 Jahre alt.

Zusätzlich bist du etwas mobbelig. Als durchschnittlich 1,78 m großer Mann bist du 82,4 Kilogramm schwer. Frau achtet eher auf die Linie und befindet sich mit statistischen 1,67 m und ehrlichen 66 kg genau im gesunden Bodymassindex. Kein Wunder, schließlich verspeist du in deinem Leben 45,5 Schweine, 3,2 Rinder und 926 Hühner. Dazu kommen noch 640 Kilogramm Schokolade, 1.118 Kisten Bier und 2.235 Liter Wein. Dein Wasserverbrauch wurde auf 3,7 Millionen Liter berechnet. Obwohl 75% der Deutschen Nichtraucher sind, verqualmt jeder 107.000 Zigaretten, igitt! Würdest du dich gesünder ernähren, könntest du mehr als 77 (männlich) bzw. 82 (weiblich) Jahre leben. Doch dein Glaube ans ewige Leben schwindet mit 52 Jahren. In diesem Alter setzen die meisten ihr Testament auf. Immerhin lernst du gut 1.700 Menschen kennen. 5,8 davon werden deine Partner, mit denen du im Schnitt 18 glückliche Liebesjahre teilst. Deine Partnerin schenkt dir 1,37 Kinder. Sie werden auf

Alexander, Maximilian oder Leon, bzw. Maria, Sophia oder Anna hören und dich jeweils 550 Euro pro Monat kosten. Aber bei deinem Einkommen ist das kein Problem. 3.456 EUR würden auf deinem Konto landen, wenn das Finanzamt nicht da wäre. Fleißig bist du trotzdem nicht. Lieber sitzt du vor dem Fernseher (4 Stunden täglich) als auf der Arbeit. Letzteres sind nur 2,1 Stunden täglich – auf das gesamte Leben berechnet. Auf dem Weg zur Arbeit verbringst du ein halbes Jahr im Stau. Genauso lang wie du dich im Stillen Örtchen besinnst. Immerhin ist der handfeste Output beachtlich: 8 Tonnen scheidest du aus. Wie viele Lektüren dort gelesen werden, ist nicht erfasst. Im Leben liest du 3.634 Bücher sowie 9.303,6 Zeitungen und Zeitschriften. Eine davon ist diese anp.

total extrem

extrem

überüberübermorgen

überübermorgen

übermorgen

morgen

heute

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vorgestern

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Der Turmbau zum Bula Es war einmal ein kleiner Pfadfinder auf dem Weg zu seinem ersten Pfadfinderlager. Bei der Ankunft am Lagerplatz machte er große Augen und sagte seinen Gruppenleiter: „Wow, sind das große schwarze Zelte! Darin kann man Feuer machen?“ Von Niklas Tüpker, Westerkappeln Der Baumeisterwettstreit auf dem Bundeslager 2010 hat gezeigt, was mit Schwarzzelten alles möglich ist. Es wird immer größer, höher, breiter – extremer! Der Turm, die Nesaja oder das Lagertor waren schon von weitem zu erkennen und prägten das Lagerbild! Der Turm stellte den Dicken Turm der Burg Rieneck dar und war erbaut im Maßstab 1:2, außen siebeneckig, innen achteckig, mit einer Aussichtsplattform und zehn Metern Höhe. Die Konstruktion des Teillagers Fabula entwickelte Jens Buss mit einem 3 DProgramm und stellte sie dem Aufbau-

trupp in verschiedenen Ansichten vor. Die Konstruktionen der Großzelte werden immer anspruchsvoller – nicht nur auf den Bundeslagern. Black Castle e.V. ist ein Zusammenschluss von Schwarzzeltfreunden und veranstaltet große Lager, auf denen Jurtenburgen verschiedenster Arten aufgebaut werden. 2007 nahm der Verein das hundertjährige Jubiläum von Pfadfinden zum Anlass für ein extremes Projekt: eine Schwarzzeltkonstruktion mit 100 Dächern. 1998 bauten 150 Pfadfinderinnen und Pfadfindern aus ganz Deutschland ein riesiges Peacezeichen aus Schwarzzelten – mit 25 Jurten, zwei Doppelhoch-

kohten, mehreren tausend Metern Seil und 300 Heringen. 2000 musste es dann der Weltrekord sein: 260 Menschen erbauten mit 3143,73 m² überdachter Fläche in umgerechnet ca. 110 Jurten, 1.843 Jurtenzeltbahnen, 14 Kilometer Seil, 2.500 Meter Stangenholz und 1.000 Heringen die bis heute extremste Zeltkonstruktion! Trotz Gigantomanie: Sicherheit hat Vorrang! Gruppenleitungen haben darauf zu achten, dass ihr Zelt Wind und Wetter stand hält. Deshalb müssen Konstruktionen gut geplant werden und Zelte regelmäßig abgespannt werden.

21 st Jamboree 2007 in England, Quelle: Jamboree

foto: Peter Brümmer


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Der Lauf der Verrückten! Der etwas andere Spendenlauf – 100 Kilometer in 24 Stunden

„Man erlebt, wie die Natur langsam erwacht, sieht oftmals die Tiere des Waldes in der Morgendämmerung. Dabei läuft man durch die allerschönste Natur des Spessarts. Und selbst wenn man dann nach 50 Kilo­metern zur Mittagsstunde aufhört, hat man einen wunderschönen Spaziergang erlebt.“ Von Roman Heimhuber, Sonthofen Zum Glück hab ich diese Zeilen erst im Nachhinein auf der Webseite der Heliandpfadfinderschaft entdeckt. Je­ des Jahr organisieren die Pfadfinder aus Hanau dieses - sagen wir - Spektakel. Wozu das Ganze? Diese Frage lässt sich einfach beantworten. Es handelt sich hier um einen Spendenlauf. Jeder Läufer oder jedes Team sollte sich im Vorfeld Sponsoren suchen, die dann für jeden gelaufenen, oder sagen wir gelittenen, Kilometer einen kleinen Betrag spenden. Empfänger der Spenden ist das Familienhilfswerk Procedi, das bedürftige Familien in Guatemala unterstützt. Alles begann eigentlich recht harmlos. Mit großer Klappe und viel Übermut trafen vier Allgäuer Pfadis an jenem Freitag Nachmittag im Mai am Gemeindezentrum in Hanau ein. Nach der Anmeldung nutzen die übrigen Mitstreiter die letzten Stunden für ein wenig Ruhe aus, wir gingen auf Nummer sicher und stärkten uns im nahe gelegenen Bahnhofslokal lieber noch ein letztes Mal. Kurz nach Mitternacht ging es dann endlich los. Im Reisebus wurden wir alle zum Startpunkt gefahren. Unweit unserer schönen Burg Rieneck wurden wir nachts um 2.30 Uhr an einer Bus­ haltestelle ausgesetzt. Gut gelaunt mit strammen Schritt über Stock und Stein,

Matsch und Pfützen quer durch den nicht enden wollenden nassen, kalten und dunklen Spessart. Spätestens als die ersten Sonnenstrahlen durch das Blätterdach fielen, begann ich mich zu fragen: „Was zum Teufel machst du hier eigentlich?“ „Warum tust du das?“ „Wer hat dich zu so einem Mist überredet?“. Als gegen 8 Uhr in der Früh meine Oberschenkel zum brennen anfingen, bereute ich die Spiegelreflexkamera im und den Schirm am Rucksack. Vielleicht wäre etwas Training vorher auch nicht schlecht gewesen?! Als das Brennen sich einige Zeit später langsam in stechenden Schmerz in Muskeln und Gelenken wandelte, trennte sich unser Team, sagen wir, aufgrund von Leistungsdifferenzen. Eine knappe Stunde später schaffte ich es dann auch endlich zum Streckenposten, wo der Rest vom Team sich bereits mehr oder weniger fröhlich über die Brotzeit hermachte. Bis auf einen strammen Burschen beendeten wir unseren Lauf hier. Der stramme Bursche beendete seinen Lauf einige Kilometer weiter, als er unfreiwillig auf einer Bank am Wegesrand einschlief. Als ich mich am nächsten Morgen in den ICE Sessel fallen ließ, dachte ich mir nur noch: „Bei sowas machst du garantiert nie nie wieder mit...!“

foto: Jör g Wo hlfahrt

Interesse geweckt? Mehr Informationen zum Lauf und zu Procedi: www.lauf-der-verrueckten.de Vor wenigen Tagen haben wir die Anmeldung für den kommenden Lauf (20. - 22. Mai 2011) abgeschickt.

foto: Jens Glombik

foto: Jörg Wohlfahrt


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Carlo Stratta Das Interview führte Oliver Hochstatter. Kleiner Steckbrief: geboren 1946 in Piemont zwei töchter und vier enkel, von denen zwei Pfadfinder sind. extrembergsteiger und fotograf, technischer berater und Produkttester für die marke scout-tech bei der libra ltd.

OH: Carlo, du bist Extrembergsteiger. Wie sieht dein Alltag aus? CS: Ich mache zwar nicht mehr so extreme Dinge wie früher, trotzdem absolviere ich jeden Tag mein vierstündiges Programm. Ich wohne in einem Haus an einem See, stehe auf, wenn es noch dunkel ist und absolviere ein spezielles Powerwalking. Dabei marschiere ich in Trekkingschuhen nahe am Wasser, wo der Boden sehr uneben und steinig ist. Ich laufe zwar nicht schnell, doch der unebene Boden und der nachgebende Untergrund sorgen für einen starken Trainingseffekt. Je nachdem, wo ich gerade bin, suche ich mir immer passendes Terrain für mein Programm, egal ob in den Bergen oder in der Stadt. OH: Jeden Tag vier Stunden … CS: Ich mache das, um in Form zu bleiben. Auch wenn ich nicht mehr ganz verrückte Dinge mache, so bin ich doch immer noch viel und lange in der Natur unterwegs. Und glaube mir, ohne entsprechende körperliche Verfassung wird da selbst der beste Rucksack zur Qual, egal wie teuer und ausgereift er auch sein mag.

„Es war immer der Kampf gegen mich selbst!“ OH: Wie bist du zum Extrembergsteigen gekommen? CS: Zufall. Geboren bin ich in Cossano Belbo (Piemont), einer Gegend in Italien, die eher für guten Wein denn für das Bergsteigen bekannt ist, aber aufgewachsen bin ich an der französisch-schweizerischen Grenze. Hier hat Bergsteigen natürlich einen ganz anderen Stellenwert. Man wächst quasi damit auf, weil so viele es machen, weil du in den Bergen wohnst. OH: Aber wie bist du zum Extrem-Bergsteiger geworden? CS: Ich kletterte sehr schnell und irgendwann waren mir die gemeinsamen Touren mit Freunden nicht mehr anspruchsvoll genug. Ich war immer häufiger alleine unterwegs. Zudem war ich nie ein Freund des Felskletterns. Meine Liebe galt schon sehr früh Eis und Schnee. Dies faszinierte mich ungemein. Die normalen Felsrouten, auch die schwierigsten haben mich nicht mehr gereizt. Ich suchte eine neue Herausforderung. Die Liebe zum Eis und neue Schwierigkeitsgrade führten zum Extrembergsteigen. OH: Was macht das Klettern in Eis und Schnee so besonders?

CS: Du bist noch mehr von den Naturgewalten abhängig. Es ist aber nicht nur die Kälte und das Eis, gegen die du ankämpfst, es ist vor allem auch ein Kampf gegen dich selbst. Wenn du den Eispickel einschlägst, dann hängt dein Leben an 2 cm Stahl. Da brauchst du verdammt viel Vertrauen in dich und die Technik. Das ist etwas ganz anderes, als wenn du dich irgendwo mit den eigenen Händen festhältst. Natürlich ist es körperlich auch intensiver. Hacke einfach mal eine Stunde ununterbrochen Holz. Dann bekommst du eine ungefähre Vorstellung davon, was es bedeutet, vier Stunden in einer Eiswand zu hängen, und Hieb um Hieb nur Zentimeter voran zu kommen. Du musst hoch konzentriert sein und das Eis erspüren. Wenn du den Pickel einschlägst, erkennst du schon am Geräusch des knirschenden Eis, ob der Stahlhaken sicher und fest sitzt. Du erkennst es an der Vibration an deinem Arm. Wenn du hier einen Fehler machst, kann es dein letzter sein. OH: Wie ging es dann weiter? CS: Ich machte zwischen 1979 und 1982 einige schwere Touren als erster Mensch der Welt. Unter anderem die erste Win-


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die wunderschön und wichtig für mich waren, genau zu diesem Zeitpunkt. Heute ist eine andere Zeit und andere Dinge füllen mich aus. OH: Was war in dieser Zeit besonders schön oder beeindruckend für dich? CS: Ich möchte das nicht nur auf die Jahre meines extremen Kletterns beschränken. Auch Jahre danach, bei Touren durch Afrika oder beispielsweise im Kajak durchs Eismeer. Die Natur ist stets das gewesen, was mich am meisten beeindruckt hat. (Überlegt etwas) Traumhafte Sonnenuntergänge habe ich erlebt, die man

ter-Solo-Besteigung des „Couloir Bonatti“ auf dem Kleinen Mont Blanc. Da waren einige ziemlich gefährliche Routen dabei, die – wenn überhaupt – von anderen Bergsteigern immer nur im Sommer absolviert wurden. Ich war der Erste, der sie im Winter meisterte. OH: Das klingt ziemlich spektakulär. CS: Dann wurde ein in Italien berühmter Bergsteiger auf mich aufmerksam, Giancarlo Grassi. Wir trafen uns und er erzählte mir von einer ganz speziellen Tour, die er mit mir erklettern wollte. Hierzu sollte ich ein halbes Jahr trainieren, dann wollten wir prüfen, ob ich bereit dazu wäre. Im Mai 1982 bestiegen wir beide die Nordseite des Ailefroide in Delfinato, die sogenannte Black Mirror-Route. OH: Schwarzer Spiegel? CS: Ja, sie heißt deshalb so, weil dein Blick auf eine riesige schwarze Wand fällt. Du siehst nichts außer diesem schwarzen Monster, ziemlich beeindruckend und einschüchternd. Hier riskierte ich dann zum ersten Mal wirklich ernsthaft mein Leben. Aber von diesem „Virus“ war ich dann infiziert. Ich wollte mehr davon erleben und es blieb nicht nur beim bloßen Willen. Die folgenden sieben Jahre war ich dem Tod oftmals sehr nahe. OH: Was treibt einen dazu, sich solch einer Gefahr auszusetzen? CS: Schwer zu sagen, du tust es für dich selbst. Willst dir vielleicht etwas bewei-

sen? Es ist der Ehrgeiz, etwas zu schaffen, was bislang niemand zuvor erreicht hat. Später kam dann der Wettbewerbsgedanke hinzu. Und als dann die Öffentlichkeit außerhalb der Szene auf mich aufmerksam wurde, wollte ich natürlich zeigen und beweisen, dass noch mehr machbar ist. Aber es ist nicht so, dass ich süchtig nach Anerkennung war oder bin. Es war immer primär der Kampf gegen mich selbst und andere gute Bergsteiger. Ich hatte auch Glück, dass die technischen Voraussetzungen des Eiskletterns gerade zu diesem Zeitpunkt gegeben waren. Ohne die Industrie und das entsprechend vorhandene Equipment, hätte ich vielleicht einen ganz anderen Weg eingeschlagen, wer weiß? OH: Du bist auch Fotograf. CS: Stimmt. Ich habe damit 1989 verstärkt angefangen, nachdem ich Abstand von meinen Extrem-Touren genommen hatte. Ich wurde von der Firma Zeiss mit dem allerbesten Material ausgestattet, um spektakuläre Fotos von meinen Touren zu schießen. So begann meine Leidenschaft für die Fotografie. OH: Hast du dich vom Extrembergsteigen verabschiedet? CS: Na ja, um ehrlich zu sein, mache ich auch heute noch Dinge, die weit über dem Durchschnittlichen liegen. Die ganz extremen und super gefährlichen Zeiten sind aber längst vorbei. Es waren Jahre,

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nicht beschreiben kann. Einmal war der Himmel fast pink gefärbt und die Reflektionen auf Eis und Wasser haben mich in ein tiefrotes Meer tauchen lassen. So etwas vergisst du dein ganzes Leben nicht mehr. Begegnungen mit Tieren waren ebenfalls immer ein spannendes Erlebnis. Und natürlich die Menschen in den unterschiedlichsten Kulturen. Hier habe ich etwas sehr Wichtiges gelernt. Die reichsten Menschen sind nicht immer die intelligentesten, selbst dort, wo auch der Reiche weniger hat als anderswo. Die warmherzigsten und oft auch schlausten Menschen habe ich unter den Armen gefunden. OH: Hast du auch Schlimmes und Schlechtes auf deinen Touren erlebt? CS: Ja, Afghanistan! Ein Auftrag eines italienischen Rucksack-Herstellers führte mich 1990 nach Afghanistan, also ein Jahr nach dem Ende des Krieges. Was ich dort erlebte, war schrecklich. Der Krieg war keineswegs vorüber, es herrschte Bürgerkrieg. Ich habe unendlich viel Leid und Elend mit ansehen müssen und machte dort ebenfalls eine wichtige Erfahrung. Nicht alles was dir in den (westlichen) Medien verkauft wird, entspricht auch der Wahrheit.

Fotos: Carlo Stratta, Dawa Lama Sherpa, G. Grassi

von links nach rechts: Hoffnungsvoller Blick vor dem Aufstieg (Himalaya); Action: Comboe-Eisfälle in der Nähe von Aosta; Sonnenuntergang im Himalaya; Gipfelträumer am Chulu Himal Base Camp (Himalaya)

Was Carlos Stratta mit Pfadfinden verbindet, könnt ihr in der nächsten Ausgabe von anp lesen.

Carlo Stratta in Alaska


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Schön, schöner, extrem schön schön sein wollen ja eigentlich alle. deshalb begegnet uns das thema schönheit fast überall: in zahlreichen tV-formaten und jedem frauen- oder männer(!)magazin hagelt es jede Woche ratschläge für ein besseres aussehen. Von Julia Freye, Kassel

Schön sein wollen ja eigentlich alle. Deshalb begegnet uns das Thema Schönheit fast überall: In zahlreichen TV-Formaten und jedem Frauen- oder Männer(!)Magazin hagelt es jede Woche Ratschläge für ein besseres Aussehen. Anti-AgingKapseln aus Algenextrakt und die besten Tipps gegen Cellulitis für die Damen; Proteinshakes und ,,So klappt‘s mit dem Waschbrettbauch“ für den Herrn. Die RTL 2 Sendung ,,Extrem schön – Endlich ein neues Leben“ geht noch weiter als die üblichen Formate: Frei nach dem Motto ,,Nichts ist unmöglich“ wird dem Fernsehpublikum gezeigt, zu was die ästhetische Chirurgie und die Kosmetik von heute in der Lage sind. Die ,,Philosophie“ der Sendung geht davon aus, dass hässliche Menschen extrem unter ihrem Äußeren leiden und nur

für schöne Menschen das Leben lebenswert ist. Optional werden bei ,,Extrem schön“ Augenlidkorrekturen, Bauchdeckenstraffung, Brustvergrößerung und Brustverkleinerung, Facelifting, Faltenbehandlung, Fettabsaugung und komplette Gesichtskorrekturen vorgenommen. Kandidaten von ,,Extrem schön“ sind erst mal hässlich und leiden meist unter vielen Schönheitsfehlern. Das reicht von hängenden Bauchdecken nach vier Schwangerschaften bis zu extremen Kariesbefall nach Jahr(zehnt)elanger Zahnarztverweigerung. Wenn am Ende der Sendung Bilanz gezogen wird, kann die Auflistung der vorgenommenen Eingriffe sich schon mal in die Länge ziehen. Nehmen wir Daniela, deren Ego nicht nur unter zwei wackelnden, verfaulten Zahnreihen litt. Die Kandidatin ließ


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© Geo rg e Mayer - Fot oli a

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fel ,,Extrem schön“ hoch genug für eine zweite. Darf man RTL 2 danken, dass sie sich um die Hässlichen und Glücklosen dieser Gesellschaft kümmern? Oder muss man sich nicht wundern, dass man bei Googlesuchanfragen zur Sendung zunächst auf die Webseiten der behandelnden Ärzte stößt? Frei nach der Devise ,,Extrem anders“ sucht die Berliner Modelagentur ,,Autseider“ nach neuen Models. Menschen mit vielen Piercings, komplett tätowiert, kugelrund oder spindeldürr, Seegelohren oder mit pink-grünem Irokesenhaarschnitt. Endlos viele Falten, sehr kurze Beine, ganz lange Nasen – diese Models sind Menschen mit Schönheitsfehlern, die die Betrachter erst mal irritieren. Das ist nicht unbedingt das, was man von einer Modelagentur erwartet. Von diesen Models wird niemand auf dem Cover der Vogue erscheinen. Doch die Auftragslage ist gut, die Werbewirtschaft hat die ‚Freaks‘ für sich entdeckt. Man hat sich oftmals satt gesehen, an Perfektion und Makellosigkeit der Standardmodels. Aber beides zeigt auch, wie relativ Schönheit ist.

© anna karwowska - Fotolia

sich bei ihren Operationen und Umgestaltungen von der Kamera begleiten. Siebzehn Zähne wurden ihr gezogen und durch strahlendweiße Implantate ersetzt. Am Bauch wurde Fett abgesaugt, im Anschluss die Bauchdecke gestrafft. Die Brüste wurden mit Silikon vergrößert, kleine Fältchen mit Botox glattgespritzt, die Haare von braun auf blond umgefärbt, der Haarschnitt komplett verändert. Sie wurde regelmäßig ins Solarium geschickt und mehrmals gründlich von einer Kosmetikerin behandelt, bevor man sie für das große Happyend in schicker Abendrobe und mit perfektem Makeup präsentierte. Vor der Kamera gab es ein emotionsgeladenes Wiedersehen mit der Familie – die sie vermutlich kaum wiedererkannte. Von nun an wird sie ein sorgenfreies Leben, von allen geliebt und ohne Selbstzweifel führen. Oder nicht? Extrem schön ist in dieser Sendung jedoch gar nichts. Eher extrem erniedrigend. Wo nun die meisten Extreme waren, darüber lässt es sich streiten: Am Ende zählt die Zuschauerquote und die war bei der ersten Staf-


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Hallo ihr Lieben,

mt. Frühling kom wärmer, der r de ie er w d ir es w r, um Osterei hen – nicht nu ge zu e ei Fr Zeit um ins t zu treiben. auch um Spor n er nd s so , eses Mal alle zu suchen dreht sich di en it Se sm sKra Auf den Krim tarten. extreme Spor h ic nl öh w ge um un Schmökern! viel Spaß beim em tr ex d Sandra ch n eu Eure Sarah un Wir wünsche

rtes

Viele „Extrem sportarten“ si nd auch Mod Die Übergän etrends. ge vom Leistu man im Skat ng ssport zum Ex epark minde sport sind hä stens ein paar tremufig fließend de Airtricks auf r H al fp . ip M e an kö ka nn nn en m Mountainbik muss … Das it seinem e im Wald fa H ob by de r wird zum Kul W ettkampf zum hren – aber au t, Downhill Race Event und da ch s ka (den Berg hinu nn extrem anstrengend nter) und sein. dann bis zu 70 km/h erreiche n. Das Ziel der m Windsurfen gi eisten Extrem lt ab Windstä sportler ist es rk e 6 als etwas Besond , ext­ rem und w er es zu machen er früher un d w eitgesteckte Wildwasserk ajak gefahren Ziele zu erre ichen. Meist ist, sind Extremsp macht heute ortlerinnen un „Rafting“. Jo gg d -sportler ing aber keine w hieß früher m aghalsigen D al Dauerlauf raufgänger, und fand sondern Spit auf sogenann zensportler, ten „Trimm-d die intensiv tr W en ic ainieren. n Menschen h-pfaden“ statt. Wer sich dabei ihre Gre überhaupt ni nzen überwin de n in ch ih t re den, werna m ch draußen tr Körper Glück plagte sich au aute, shormone au f einem „Trim fü sg hl es t si m ch ch unglaublic rad“ vor dem üttet. Das Heute ist das h gut an, kann Fernseher. ein Gruppen aber auch bö gen haben – ev en t im se Folz. B. wenn m Fitnessstudio nennt sich Sp an Gefahren und inning und m si un ch te se us rs lbst überschä s mindestens chätzt oder besser acht St tzt. Aber – vi eine Stunde, unden als „M ele Sportarten er st da ar nn at werden ho ge n“ durchgeh fährlich, wen werden. Auc alten n die notwen h extrem, od vorkehrungen digen Sicherhe er? Skateboa außer acht ge itsden 70ern m rd fahren war lassen werde al cool, heut in e ist es anstre n. ngend, weil

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Felsen oder hhaus, einem springen m oc H ir h m sc ne ll ei Fa • pringer“ (von ing „Objekts fnen) • Base-Jump m erst spät öf ser springen) den Fallschir , en ng ri sp öhe ins Ge­wäs H ke er üc et Br r M ne hn ei ze Klippen über Sicherung), ringen (von ssagen ohne • Klippensp Pa en er ng lä n hen ern vo hr tief zu tauc lettern (Klett Gerät, um se • Free-Solo-K em er hw sc it Tauchen – m flasche. • Technisches ne Sauerstoff g) das heißt oh n, he uc arker Strömun Ta oder Apnoe Wasser mit st in g) en hr fa arker Strömun rkajak (Kajak Wasser mit st in en • Wildwasse m im w (Sch rschwimmen • Wildwasse


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Krimskrams 23

Witze

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. Fallschirm ab men mit dem m sa zu en ng ohne icher spri Luft gleiten, Zwei Österre lich durch die ög m nt: ie w e ng la s der eine mei Sie wollen so vergehen, bi en ut in r M . gt en zu zieh sen!“ Sa de die Reißleine aus wie Amei en ob da n meisen!“ ute sehen vo p, das sind A ep D „Mann, die Le du e, in Reißle ch: „Zieh die andere hektis

1 Wassersportgerät mit Paddeln 2 Unter Wasser die Tierwelt bestaunen 3 Eines der vier Elemente 4 Navigationsgerät

„Schade, es gi

5 Sport, bei dem man schwimmt,

bt momenta n so wenig Fu ßball im „Nun ja, bei dem schönen können die ja Wetter auch wieder draußen spie len!“ Fernsehen.“

Rad fährt und läuft 6 Sportgerät mit zwei Rädern 7 Schutz für den Kopf 8 KFZ-Zeichen Brasilien 9 auf Bäume/Türme steigen

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befindet man sich im freien … 11 Ein Paket zum sicheren Landen auf dem Erdboden 12 Signalfarbe

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13 Wintersportgerät 14 Erhebung im Gelände

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15 Dieses Gas atmen wir ein 16 Abgrund zwischen zwei Bergen

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17 Es pocht schnell, wenn du dich anstrengst

ennis? g und T

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10 Beim Sprung aus dem Flugzeug,

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Du hast das Lösungswort erraten? Super! Du kannst ein Buch aus unserer Buchecke

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gewinnen. Schick uns das Lösungswort,

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dein Alter und deine Adresse an: anp, VCP-Bundeszentrale, Wichernweg 3, 34121 Kassel oder anp-krimskrams@vcp.de (Betreff: anp Kreuzworträtsel) Viel Glück! Das Lösungswort in anp 01|11

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war JUWELEN. Vielen Dank an alle, die mitgerätselt haben. Gewonnen haben Jannes Rockelmann, Momme Ketelsen, Janina Manthei und Olga Rosine Skok.

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Spiel

Der Eierfall

Du brauchst:

rohe Eier, Ze

itungspapier , Tesafilm un d Schnur Aufgabe best eht darin, ein Zeitungspapi ro he s Ei mit er zu verpacke n, sodass es be bestimmten im Fall aus ei Höhe nicht ka ner putt geht. W das Ei den St ie ge lin gt es urz unbescha , dass det übersteh t? So geht’s: Die

Bast er llschirmspring

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elide

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Du benötigst: einen Bogen Seidenpapier, Teller, Stift,

Zitat

e

Schere, Zollstock oder Meterband, stabiles Garn, Korken (für das Männchen), einen Nagel, Kleber

wo er längst fängt da an, t or Sp e oß „Der gr sein.“ t, gesund zu aufgehört ha Bertolt Brecht

Falte einen Bogen Seidenpapier zusammen, lege eine großen

„Extreme Idealisten sind immer Feiglinge:

Teller darauf, umrande ihn mit

Sie nehmen vor der Wirklichkeit Reißaus.“

einem Bleistift und schneide

Heinrich Böll

beide Kreise aus. Falte den einen Kreis 3x zusammen, der Kreis ist nach dem Auffalten in acht Teile unterteilt. Schneide 4 Stücke Schnur von je 80 cm ab und markiere mit einem Stift die Mitte der Schnur. Bestreiche die Knicklinien des Kreises mit Klebstoff, lege den Schnurmittelpunkt auf den Kreismittelpunkt und

„In pha

ntasiere ichen M enschen eißen L liegen, ä ndern o alle Ext der auf reme e B ergen, nger an Jean Pa einand ul er.“ wie in h

ich nen versöhnl dem Allgemei it m h ic m h „Geb ic öhnlich?“ lieber ungew h ic be le er od unde Stiller ich“ Sportfre „Ungewöhnl

klebe nacheinander die vier Schnüre auf. Dann klebe den zweiten Kreis auf den ersten. Nimm alle Schnüre in die Hand und verknote sie zu einem dicken

„Ist es normal , nur weil alle es tun?“ „Ganz normal “ Die Fantasti schen Vier

Knoten. Male einen kleinen Fallschirmspringer auf den Korken und drücke vorsichtig einen Nagel durch den Knoten in den Korken. Wickle den kleinen Fallschirmspringer um den Fallschirm und wirf ihn hoch in die Luft oder lasse ihn zum Beispiel von einem Turm herunterfallen. (www.labbe.de/zzzebra)

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r Kletterhalle tens oder eine ar lg ei hs oc H s tler. • Besuch eine nen und Spor für Sportlerin e nd ku gs un • Ernähr ? s man achten Worauf mus anen • Kanutour pl


vcp Pfadfinden

Rezepte z ur Stärku ng Müsliriegel Zutaten für ca. 20 Müsliriegel 100 g Butter 250 g Haferflocken, grobe 250 g Haferflocken, feine 400 g Honig 100 g Haselnüsse, grob gehackt 100 g Sonnenblumenkerne 100 g Sesam 100 g Rosinen 1 EL Zitronensaft das Mark einer Vanilleschote Zimt Lass die Butter bei niedriger Hitze in einer Pfanne schmelzen. Darin werden die Haferflocken leicht angebraten. Nun gibst du den Honig dazu und rührst so lange, bis der Zucker im Honig karamellisiert und alles leicht gebräunt ist.

Wenn es schn ell gehen soll und man eine Küchenmasch ine hat: Hier kommt ein Re Energiebällche zept für n

Nüsse, Sonnenblumenkerne, Sesam, Rosinen, Zitronensaft, Naturvanille u. Zimt dazugeben, alles gut verrühren und wenn die Masse goldgelb ist, ausschalten. Vorsicht, die Masse brennt schnell an.

100 g Mande ln 30 g Cashew kerne 30 g Sonnen blumenkerne 30 g Sesam 50 g Rosinen 100 g Datteln

Lass dir beim Arbeiten am Herd von einem Erwachsenen helfen. Die Masse gibst du auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und verteilst mit einem Kochlöffel oder Holzspachtel, bis sie gleich hoch ist. (Vorsichtig, sehr heiß!). Anschließend schiebst du das Blech in den Ofen und lässt die Masse bei 150°C ca. 10 - 20 min mehr trocknen als backen. Danach 15 min abkühlen lassen, und zum Schluss mit geöltem Messer in Streifen – eben Müsliriegel schneiden. Die Riegel vom Blech nehmen und über Nacht auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Gutes Gelingen!

Sesam und So nnenblumen kerne in eine trockenen Pf r anne rösten, bis sie duften dann abkühl un d en lassen. Dan n alles in eine Küchenmasch r ine mixen, di e Paste mit et Wasser geschm was eidiger rühren , dann Kügel formen und chen trocknen lass en. Wenn es Schokolade ga ohne r nicht geht, kann man di Bällchen noch e mit Schokola denkuvertüre bestreichen …

Wissenswertes Einen Tag vo r ihrem Wettk ampf essen Le eine große N istungssportle udelportion r gerne und Gemüse. speicher zu fü Das hilft, den llen. So habe K oh lenhydratn sie am näch Energiereser sten Tag lang ven. anhaltende

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„Wenn dir der Verstand sagt, dass etwas unmöglich ist, antworte: nein, nicht unmöglich; ich sehe was sein wird – ich kann es versuchen; ich kann gewinnen, ich kann, ich kann, ich kann und ich will! Und zehn zu eins wirst du Erfolg haben“ Robert Baden-Powell

Heute:

Die Kamtschatka-Halbinsel ein extremes Fahrtenerlebnis

Auf Großer Fahrt

Von Lars Dohse, Mainz Für all die, die es auch vom Brettspiel Risiko nicht mehr wissen: Kamtschatka ist die Halbinsel, die am hinteren Ende von Sibirien nach Süden Richtung Japan zeigt. Kamtschatka ist etwas größer als Deutschland und hat 380.000 Einwohnerinnen und Einwohner, davon etwa 2/3 in der Hauptstadt Petropavlovsk. Das Fahrtenziel Kamtschatka bietet also wirklich Wildnis, ist aber weniger extrem und machbarer, als man denken würde. Darüber hinaus ist es eine sehr vulkanische Landschaft mit Vulkanen über 4000m, Bären, größer als Grizzlies, Lachsen und freundlichen, neugierigen und gern feiernden Russen (auch feucht-fröhlich). Das Gebiet rund um den höchsten Vulkan Eurasiens Klutschevskaya ca. 800 km nördlich ist beeindruckend. Ansonsten kann man sich überall außerhalb der Ortschaften einfach ins Gelände schlagen und die Wildnis genießen. Die sehr freundlichen und auf Reisende neugierigen Einheimischen lassen sich zum Beispiel kennen lernen, indem man die Schotterpiste entlang trampt, die Kamtschatka von Norden nach Süden bis Ust-Kamtschatsk verbindet. Selbstverständlich ist Kamtschatka eher etwas für ältere, erfahrene Fahrtengruppen. Man muss ebenso mit der Sprachbarriere wie mit kulturellen Unterschieden umgehen. Vieles ist nicht so planbar wie gewohnt, darauf muss man sich einlassen (können). Aber für eine Großfahrt von etwas Älteren, die so etwas nicht zum ersten Mal machen und ein paar Wochen Zeit haben, ist Kamtschatka super.

Nun zum Praktischen: Die einzige praktische Anreise ist das Flugzeug. Man kann ganz einfach Flüge direkt ab Frankfurt nach Petropavlovsk buchen. Die Fortbewegung vor Ort ist kein Problem: Entlang der Überlandstraße nach Norden fahren öffentliche Busse, und trampen ist sehr einfach. Wie häufig in Russland ist aber das Besorgen von Wanderkarten schwierig. Oft muss man mit Maßstab 1:100.000 oder 1:200.000 auskommen. Dafür ist wild zelten und Feuer machen kein Problem. In solchen Dingen sind Sibirier herrlich unkompliziert. Die Sprachbarriere ist groß, aber vereinzelt trafen wir Leute, mit denen wir uns auf Englisch unterhalten konnten. Das ist aber die Ausnahme. Mehr Russen können 2-3 Worte Englisch oder auch Deutsch, was aber keinen Nutzwert hat. Russisch sprechen muss man aber trotzdem nicht können, auch wenn das wohl alle annehmen. Die Russen geben sich fast immer Mühe einen zu verstehen. Um die 10 bis 20 Worte Fahrtenkauderwelsch sollte man auf jeden Fall lernen (Bitte, Danke, Entschuldigung, etc.), genauso ein paar Buchstaben kyrillisch, damit man Orts- und Straßennamen lesen kann. Entgegen vieler Vorurteile ist Sibirien im Sommer nicht kalt: Im Tal werden es auch in Kamtschatka 25-30 Grad, im Gebirge – je nach Höhe natürlich weniger.


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Fragen aus der Gruppe das pfaDing Kurioses fürs moderne Pfadfinden

Heute:

How to shit in the Woods: Wie man im Wald sch ... “

Warum sind Nadelbäume das ganze Jahr über grün? Heute:

Zugegeben, die Frage liegt auf der Hand: Jetzt, wo die ersten Blätter an den Bäumen sprießen, müssten doch die Nadelbäume „als Ausgleich“ ihr Winterkleid abwerfen und kahl werden. Während Laubbäume ihre Nährstoffe im Winter aus den Blättern abziehen und in der Rinde speichern, behalten die Nadelbäume das ganze Jahr über ihr grünes Kleid. Es wird vermutet, dass Nadelbäume im Laufe der Evolution vor den Laubbäumen entstanden sind (von der „Tanne der Erkenntnis“ mal abgesehen …) und sich die Laubbäume an die Jahreszeiten angepasst haben. Durch den Laubfall verhindern sie im Winter bei Sonnenschein die mit Verdunstung verbundene Photosynthese, die bei Bodenfrost zum Austrocknen des Baumes führen kann. Nadelbäume sind diesem „Stress“ mitunter ausgesetzt, wachsen im Frühjahr jedoch schneller, da sie ihre Energie nicht für „neue Kleider“ verwenden müssen.

Der Termin steht, die Route ist geplant und der Rucksack so gut wie fertig gepackt. Eine Woche fernab jeglicher Zivilisation durch die Wälder streifen – ein Traum für alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Doch bei aller idyllischer Abgeschiedenheit und Ruhe – mitten in der freien Natur ist es für viele eine simple Keramikschüssel, die über kurz oder lang herbeigesehnt wird. Denn: Was tun, wenn man (ich trau mich kaum, es auszuschreiben) scheißen muss? Kaum eine Sache wird so häufig praktiziert und so selten besprochen, geschweige denn erklärt. Die Amerikanerin Kathleen Meyer erkannte diese Marktlücke und schrieb kurzerhand ein Buch. Auf über 100 Seiten erfährt man, dass man ein Loch buddeln soll, wie man ein Loch buddelt und was man tun kann, ohne ein Loch zu buddeln. Der Wahl des Klopapiers und den speziellen Bedürfnissen der Frau ist ebenfalls ein Kapitel gewidmet. Das Buch ging bereits über eine Million Mal über den Ladentisch. Autorin und Verleger freut es sicherlich. Inhaltlich darf man jedoch nicht allzu viel erwarten, denn wirklich neu ist weder die Idee mit dem Loch noch Hinweise wie: „Nicht in die Brennnesseln setzen!“. Nett als lustiger Gag zum Geburtstag oder auf Partys, den fassungslosen Blick des Beschenkten gibt’s gratis dazu. Gesehen bei: www.fahrtenbedarf.de

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KellertrePPe 27


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Antonia Michaelis

Jenny Han

Janne Teller

oetinger Verlag hamburg, 2010

hanser Verlag münchen, 2011

hanser Verlag münchen, 2011

frühling 1942: der Zweite Weltkrieg hat die galapagos-inselgruppe mitten im Pazifik erreicht. die amerikaner betreiben auf baltra einen geheimen luftwaffenstützpunkt. schließlich soll verhindert werden, dass deutsche u-boote über den Panamakanal in den Pazifik gelangen. der dreizehnjährige José trifft auf baltra ben, einen amerikanischen Piloten, und lässt sich auf eine Wette ein. José soll zur isla maldita schwimmen. schließlich wird dort ein geheimer stützpunkt der deutschen vermutet. José hasst die deutschen zutiefst und möchte sie alle am liebsten erschießen. im hafen von baltra liegt das kleine segelboot „mariposa“. es spricht sich herum, dass der schiffsführer kürzlich an einem mysteriösen fieber gestorben sei. für José eine willkommene gelegenheit. schließlich muss er ja nicht nach maldita schwimmen, um das wahre geheimnis dieser insel zu erfahren. in der nacht bricht er heimlich mit der mariposa auf. Kaum auf dem offenen meer angekommen, erlebt José ein tosendes unwetter. Wenig später treibt in den Wellen ein Junge. er rettet Jonathan smith und beide freunden sich an. doch irgendwas stimmt mit Jonathan nicht. Warum hat er einen deutschen akzent? Warum zieht er allerhand tiere an? und warum verhält sich das totenschiff so seltsam?

der sommer war für belly schon immer die wichtigste Zeit im Jahr. auch dieses Jahr verbringt sie die sommerferien mit ihrem bruder steven und ihrer mutter im strandhaus von susannah, der besten freundin ihrer mutter. Vor allem aber trifft sie dort susannahs söhne Jeremiah und Conrad wieder. solange belly denken kann, ist sie heimlich in Conrad, den älteren der beiden, verliebt. in diesem sommer, so kurz vor ihrem 16. geburtstag, will sie von ihm und den anderen endlich ernst genommen werden. sie kommt das erste mal mit auf strandpartys und versucht alles, um zu zeigen, dass sie kein kleines mädchen mehr ist. Conrad aber verhält sich zurückhaltender und auch Jeremiah ist nicht so unbefangen wie sonst. Was ist der grund für ihr merkwürdiges Verhalten? im sommer, als belly schön wird, ändert sich vieles in ihrem leben und bringt ihre Vorstellung von den idealen sommerferien durcheinander. die geschichte wird in einem angenehm ruhigen tonfall aus der ich-Perspektive der hauptfigur erzählt und teilt sich in überschaubare Kapitel, einige davon mit rückblenden in die Vergangenheit. der autorin gelingt es, den leser glaubhaft an den gedanken der 15jährigen teilhaben zulassen. das buch lässt sich sehr schnell lesen, was fast ein wenig schade ist, denn die fortsetzung ist nämlich bisher leider nur auf englisch zu erwerben. ein dritter band erscheint ende april, ebenfalls auf englisch. doch auch ohne zu wissen, wie die geschichte weiter geht, ist es ein sehr schönes buch über das gefühl nie enden-wollender sommerferien und alle hochs und tiefs der ersten großen liebe.

diese situation kennen wir alle: Wir sitzen vor den 8-uhr-nachrichten und sehen bilder vom Krieg in damaskus, blutigen schlachten in libyen und ströme von flüchtlingen aus dem irak. danach die neusten ergebnisse aus der bundesliga und das Wetter. schon ist der Krieg wieder unendlich weit weg. mit ihrem buch „Krieg - stell dir vor, er wäre hier“ will die autorin Janne teller unserer Vorstellungskraft unter die arme greifen und uns befähigen, den Krieg aus der sicht eines flüchtlings zu sehen. der leser selbst ist die hauptperson. das buch wurde aus dem dänischen übersetzt und die fiktive Kriegssituation der jeweiligen politischen und geographischen lage der nation angepasst. in manchen Passagen ist der spiegel, der dem leser vorgehalten wird, so eindrücklich, dass das einsetzende aha! - erlebnis vom einem kleinen biss des gewissens begleitet wird. Was ist das für ein gefühl, wenn alle deine fähigkeiten, das Wissen, das du dir angeeignet und die freundschaften, die du geknüpft hast, plötzlich irrelevant werden, und deine umwelt sich nur noch für ein einziges attribut interessiert: deine nationalität? das etwa 20 seiten lange buch hat nicht ohne grund die form und größe eines reisepasses. die hintergründigen illustrationen vermitteln die gefühle, Ängste und gedanken eines Kriegsflüchtlinges, die der erscheckend sachliche und nüchterne text, an den stil unserer abendnachrichten erinnernd, außer acht lässt. die grundidee ist gleichwohl simpel wie notwendig, da sie ein grundproblem der menschheit in angriff nimmt: die fertigkeit, situationen aus einer anderen Perspektive als der eigenen zu betrachten. eine uneingeschränkt empfehlenswerte erfahrung.

Die geheime Reise der Mariposa

Wollt ihr eure lieblingsbücher mal vorstellen oder uns alle vor purer Zeitverschwendung warnen? dann schickt eure buchvorstellungen an anp@vcp.de. die eselsohren: 1 = absoluter schrott! 2 = naja! 3 = ganz nett! 4 = echt gut! 5 = das müsst ihr lesen!

idealer stoff für einen horror-roman. aber antonia michaelis schreibt lieber bücher für Kinder und Jugendliche. das macht sie wieder mal sehr gut und so ist eine fesselnde geschichte für leserinnen und leser jedes alters entstanden. einziger minuspunkt: man versteht den inhalt der ersten beiden Kapitel erst dann, wenn man das buch zu ende gelesen hat.

Der Sommer, als ich schön wurde

KRIEG - Stell dir vor, er wäre hier

gelesen von Julia freye gelesen von marc forkmann gelesen von Philipp Zedelius


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stÄmme Vor ort 29

Was hat Gutenberg mit der Reformation zu tun? Die Erfindung des Buchdrucks mit den beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg löste eine „Medienrevolution“ aus. Nun konnten Informationen schneller und günstiger verbreitet werden. Die Reformatoren nutzten das neue Massenmedium, um ihre Schriften zu verbreiten.“ (vgl: Wikipedia Art. Reformation)

Die Siedlung

Johannes Gutenberg in Mainz inmitten der katholischen Diaspora

„Die hohen Wohltaten der Buchdruckerei sind mit Worten nicht auszusprechen. Durch sie wird die Heilige Schrift in allen Zungen und Sprachen eröffnet und ausgebreitet, durch sie werden alle Künste und Wissenschaften erhalten, gemehrt und auf unsere Nachkommen fortgepflanzt.“ (aus den Tischreden Martin Luthers)

fotos: Jana Wiemers, text: oliver mahn liebe närrinnen und narralesen! liebe Pfadfinderinnen und Pfadfinder! einst dachten sich fünf nette leute, „lasst uns doch gründen eine meute“. es wurde ja auch langsam Zeit, dass wer in meenz ist ‚allzeit bereit’. und seitdem weiß es jedes Kind, dass man jetzt auch den VCP hier find‘. die hessen wollten uns gerne haben, doch lieber soll man uns begraben. so blieb das einzig wahre, klar, nur rPs ist wunderbar! denn nur im gaue alt-burgund, ist man lebendig und gesund. dann musste noch ein name her. doch diese Wahl fiel keinem schwer. Wer tat in meenz das größte Werk? es war Johannes gutenberg! Vor gut 600 Jahren schon, legt’ er den grundstein zur reformation. so ist in unsrem ganzen land, sein name heute wohl bekannt. und jeder der ihn hat vernommen, weiß gleich woher wir Pfadis kommen.

in der gruppenstunde

ist in der stadt die stimmung kalt, treibt es uns raus in tiefsten Wald. so gibt es gruppenstunden nur, in gonsenheim nah‘ der natur. in zwei gruppen treffen sich unsre‘ Jecken, um neue späße auszuhecken. mit 20 mann steh´n wir parat, sind stets bereit für große fahrt. da wird es auch mal richtig laut, wenn niko auf die Pauke haut. ob meike, Jana, Johnny, olli, die Panz die machen eh den molli. doch in der Kluft so ganz adrett, da finden wir sie alle nett. und auch mariechen sind dabei, doch deren anzahl ist nur drei. dies ist uns aber noch zu mager, für unsre tollen siedlungslager. drum laden wir euch alle ein, in unsrer runde Jeck zu sein. gehört es doch zur ‚guten tat’: Zum abschied sagt man brav ‚gut Pfad’. doch heute nehm’ wir’s ganz genau und grüßen euch noch mit helau! www.vcp-mainz.de

und nun? Wollt ihr auch euren Stamm vorstellen? Schickt euer Porträt an die anp-Redaktion (anp@vcp.de).


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30 SERVICE/Reaktionen

30. März 2011 Zugegeben: ic h kannte sie bi s je rentinnen der tzt nur als er Comic-Pfadf inder vom Fähn bitterte KonkurPfadfinderinne lein Fieselschw n, die an der eif: Tür Kekse verk ordentlich Geld aufen und da verdienen. Ehrli mit an Kekse verk ch ge sa gt , ich glaubte nic aufende Pfad ht finderinnen , so Überzeugung, da ndern war de ss dies eine Id r ee meiner Freun mich zu ärgern de war, um … "Na, willste nic ht mal Kekse verkaufe n gehen?“ Nun wurde ic h eines Besse ren belehrt. Un Verena, die zu sere r Zeit in Neu seeland lebt, ha Redakteurin material geschic t uns Beweiskt. Die Kekse heißen Girl G Die Pfadfinde uides Biscuits. rinnen verdienen mit dem Keks für die Grupp verkauf Geld enkasse und fin anzieren dami mungen. Ist da t ihre Unterneh s eine Idee? Es gibt sogar ein Rezept: 150 Gramm Butte Zucker, 80 G r, 100 Gramm ramm braunen Rohrzucker zw Vanillezucker, ei Päckchen ein Ei, 180 Gra mm Mehl, ½ Tee ¼ Teelöffel Sa löffel Backpulv lz, 100 Gramm er, gehackte Hase Gramm Scho lnüsse und 30 koladentröpfch 0 en. Man rühre dem Zucker die Butter mi und Vanillezuc t ker schaumig. dazu gerührt, Dann wird da dann kommt B s Ei ac dazu. In den kpulver, Salz un Teig rührt ma d das Mehl n nun noch di selnüsse sowie e gehackten Ha die Schokolade ntröpfchen. M wird die Mas it einem Teelöf se portionsweis fel e auf das B und bei 175 G ac kblech gesetzt rad etwa eine viertel Stunde sie aufgehen gebacken. Wenn und goldbraun werden, sind sie lassen und vors fertig. Abkühle ichtig mit einem n Spachtel vom Blech lösen. Und wenn ihr den gleichen F ehler wie das schweif mach Fähnlein Fieselt und sie selbs t esst, dann kö natürlich nicht nnt ihr sie mehr verkaufe n …

Fragen, Meinungen, Wünsche? Wir freuen uns über Post an: anp@vcp.de

die nächste anp ...

Veranstaltungen/Schulungen/Seminare gestalten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus dem Stamm Bischof Ansgar in Hamburg. Sie haben sich sogar schon ein Thema ausgedacht ... aber das wird noch nicht verraten! Ihr könnt gespannt sein!

Termine auf Bundesebene ab dem 15. April 2011 Gremien Name des Gremiums

Datum

Ort

Veranstalter

Vorstandssitzung 02

13.05.-14.05.11

Rieneck

VCP e. V.

Name der Veranstaltung

Datum

Ort

Veranstalter

Internationale Musische Werkstatt

17.04.-25.04.11

Rieneck

FG IMWe

Treffen der Fachgruppe Bundeszeltplatz Großzerlang

29.04.-01.05.11

Großzerlang

FG BZG

Kontingents- u. Truppleitungstreffen

29.04.-01.05.11

Worms

Jamboree Kontingentsleitung

Hauptberuflichenkonferenz 01

09.05.-11.05.11

Rockenbach

Sprecher HBK

Fachgruppentagung II

13.05.-15.05.11

Rieneck

Bundesleitung

anp-Redaktionssitzung 03

20.05.-22.05.11

Bundeszentrale

Redaktion anp

Mittelaltertage 2011

20.05.-22.05.11

Rieneck

Burg Rieneck

JOTA/JOTI Konferenz 2011

13.05.-15.05.11

Kirchdorf i. Wald

33. Deutsche Evangischer Kirchentag

01.06.-05.06.11

Dresden

DEKT

FG Bundesarchiv/Sommerfest

01.07.-03.07.11

Bundeszentrale

FG Bundesarchiv

22 World Scout Jamboree

27.07.-07.08.11

Schweden

WOSM

anp-Redaktionssitzung 04

26.08.-27.08.11

Bundeszentrale

Redaktion anp

Fachgruppentagung III

09.09.-11.09.11

Rieneck

Bundesleitung

nd

Bundesleitung 04

27.05.-28.05.11

Bundeszentrale

Bundesleitung

39. Bundesversammlung

17.06.-19.06.11

Rieneck

Bundesversammlungsvorstand

Bundesleitung 05

01.07.-02.07.11

Bundeszentrale

Bundesleitung

Woodbadge 2011/2012

29.09.-03.10.11

Rieneck

Referat Schulung

Bundesleitung 06

19.08.-20.08.11

Bundeszentrale

Bundesleitung

Woodbadge 2010/2011

30.09.-03.10.11

Rieneck

Referat Schulung

Vorstandssitzung 03

09.09.-10.09.11

Rieneck

VCP e. V.

Ringeausschuss 02

14.10.-15.10.11

Berlin

RDP/RdP

Bundesrat 03

23.09.-25.09.11

Rieneck

Bundesratsvorsitzende

Overture Netzwerk

14.10.-16.10.11

Berlin

Overture Netzwerk

Bundesleitung 07

07.10.-09.10.11

Bundeszentrale

Bundesleitung

Treffen der Internationalen/rdp)

16.10.-17.10.11

Berlin

RDP/RdP


VCP-Stellenbörse

Schule aus – was dann?

Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim VCP in der VCP-Bundeszentrale auf Burg Rieneck beim VCP Mitteldeutschland Das Freiwillige soziale Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst im VCP bieten Dir 365 inspirierende Tage. Du arbeitest z. B. mit bei der Organisation von Veranstaltungen, Lagern, Gruppenstunden, Elternabenden, realisierst eigene Projekte, entwickelst Ideen und bringst die VCP Arbeit und die Idee von Pfadfinden in deinem Einsatzfeld weiter voran. Der VCP Der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder ist ein Zusammenschluss von evangelischen Mädchen und Jungen, dabei offen für konfessionell anders- bzw. nicht gebundene Jugendliche. Über 47.000 Kinder und Jugendliche gehören unseren Gruppen an, über 5.000 junge Menschen und Erwachsene engagieren sich als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir bieten vom 01.09.2011 bis 31.08.2012 (abweichende Zeiten können verhandelt werden) • FsJ oder BFD Stellen im pfadfinderischen Bereich (Stammes-, Landes- und Bundesebene) • Ein spannendes Aufgabenfeld für aktive und ehemalige Pfadfinderinnen und Pfadfinder • Die Möglichkeit zum eigenständigen und selbstständigen Arbeiten. • Projekt- und aktionsorientiertes sowie abwechslungsreiches Arbeiten.

• Tolle Kolleginnen und Kollegen • Aufgaben im Organisieren und Planen • Spaß, Freude und mehr als Abenteuer! • Monatliches Taschengeld (inkl. Zuschuss für Unterkunft, Verpflegung) • 25 Bildungstage in Form von Seminaren, 26 Tage Jahresurlaub, • Fortzahlung des Kindergeldes und Sozialversicherung, beim BFD abweichende Regelungen. • Ein Zertifikat über die praktizierten Tätigkeiten und erworbenen Fähigkeiten • Evtl. Anrechung als Wartesemester oder Praxiszeiten für Ausbildungszwecke. • uvm. … Du bist • zwischen 16 und 22 Jahre alt (FsJ) • zwischen 18 und xx Jahre alt (BFD) • interessiert an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. • selbständig und kannst eigenverantwortlich arbeiten. • motiviert und offen für Neues. • bereit Herausforderungen anzunehmen und zu bewältigen. • immer schon auf der Suche nach einer Freiwilligendienststelle im VCP gewesen?

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Lust bekommen? Interessiert? Dann melde Dich bei uns, denn WIR suchen genau DICH! Es gibt drei Einsatzorte mit mehreren Plätzen. VCP Mitteldeutschland (Landesbüro) Kontakt: Nadine Dittmann E-Mail: Nadine.Dittmann@vcp.de VCP-Bundeszentrale Dirk Rumpff Wichernweg 3, 34121 Kassel Telefon: 0561-784310 E-Mail: info@vcp.de Bildungs- und Erholungswerk Burg Rieneck e.V. Achtung: Hier werden auch kurzfristig Stellen frei. Kontakt: Pit Kallmeyer E-Mail: info@burg-rieneck.de Weiterführende Informationen und ausführliche Stellenausschreibungen findet ihr auf dem Seiten: www.vcp.de und www.burg-rieneck.de oder gerne auch telefonisch bei den genannten Kontakten.

DUFFLE

Wasserdichte Expeditions- & Reisetasche wasserdichter Reißverschluss mit extragroßer Öffnung verstärkter Boden kombinierte Schulter- & Tragegurte, abnehmbar Rucksackfunktion 3 Größen mit 60, 85 & 110 L Volumen erhältlich


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Adress-Etikett bitte hier anbringen

Leben | Normal … ist das nicht!

Inhalt

v Aus dem Verband Rückblick | Unguvu – Gemeinsam stark sein … …………………… 04 Ausblick | One tree – one scout!…………………………………… 06 Ausblick | Die Welt zu Gast in Schweden… ………………………… 09

c Christliches Leben HIMMELSLEITER | Helfen und entdecken - Dresden…………………… 10 Extrem Bibeltreu… ………………………………………………… 12

p Pfadfinden

„Denn sie sind davon überzeugt, dass ihr Bibelverständnis einzig und allein richtig ist und sie die ,wahren‘ Gläubigen sind.“ A. Witt: Extrem Bibeltreu. S. 12

Breitgetreten | Was ist denn heute noch extrem?!… ……………… 14 Bist du noch normal?………………………………………… 15 Der Turmbau zum Bula… …………………………………… 16 Der Lauf der Verrückten……………………………………… 17 Carlo Stratta: Es war immer der Kampf…………………… 18 Schön, schöner, extrem schön… …………………………… 20 Krimskrams… ……………………………………………… 22

kellertreppe… ………………………………………………… 26 Buchecke… …………………………………………………… 28 STÄMME VOR ORt | Die Siedlung Johannes Gutenberg in Mainz… …… 29 Reaktionen/ Service | Termine, etc.……………………………… 30 VCP-Stellenbörse… …………………………………………… 31

„Wenn du den Pickel einschlägst, erkennst du schon am Geräusch des knirschenden Eis, ob der Stahlhaken sicher und fest sitzt. Du erkennst es an der Vibration an deinem Arm.“ C. Stratta. Es war immer der Kampf gegen mich selbst. S. 18

„Von nun an wird sie ein sorgenfreies Leben, von allen geliebt und ohne Selbstzweifel führen. Oder nicht?!“ J. Freye. Schöner, schöner, extrem schön. S. 21


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