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1/2010 Der unzurechnungsfähige Turnsaal Von Spaß am Sport kann kaum die Rede sein – Seite 3

Glosse über das Wunder iPhone Warum das technische Meisterwerk mit Vorsicht zu genießen ist – Seite 6–7

Pro und Contra: Halle B Während die einen nachtrauern, erfreuen sich die anderen am Neuen – Seite 4

D ie ne u f ür B a e S c h ül er I n n en z ei d en tu

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Megafon:content

Schulteil

Jugendkultur

Rezepte

Glosse

Das unzurechnungsfähige Gebiet – Der Turnsaal

Kalte, verdreckte Böden, Schimmel an den Wänden und der Decke, undichte Fenster,.... Marianne Schwaiger & Cornelia Riess

Halle B

Es war einmal vor langer Zeit in Baden da hatten wir noch eine… Ob Pop oder Rock, ob Party oder Theater… Rebecca Rainer & Klaus Majoros

Sex on the Beach No.1

Wodka, Cranberrysaft, Pfirsichlikör und natürlich Orangesaft im Shaker kurz und kräftig mit Ice Cubes shaken… Stefanie Chirita

Schoko-Muffins

Den Backofen auf 200°C vorheizen; eine Backform mit möglichst vielen Papierbackförmchen auskleiden… Cornelia Riess

Das Wunder iPhone

Vor nicht allzu langer Zeit traf ich mich mit einem alten Freund, den ich länger nicht mehr gesehen hatte, in Wien… Vincent König

Politik

Wir zahlen drauf

Kritiken

Schwelgen im Luxus. Was sich die meisten von uns niemals werden leisten können ist für Fiona, Grasser und Co seit langem… Klaus Majoros

Die Rote Zora

Die Rote Zora war eine feministische, linksradikale Gruppe in der Bundesrepublik Deutschland die hautsächlich… Valerie Kalnein

Spieltipp: „Call of Duty: Modern Warfare 2“

Seit einigen Wochen ist der neue Ego-Shooter Call of Duty: Modern Warfare 2 auf dem Markt. Ich selbst habe das Spiel… Vincent König

Buchtipp: „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Gattauer

Durch Zufall kommen Emmi Rothner und Leo Leike in E-Mail-Kontakt. Anfangs ist es rein aus… Cornelia Riess

DVD-Tipp: „Gegen jede Regel“

Ein Film, der weder durch Namen noch durch hohes Budget berühmt wurde, sondern viel mehr ein amerikanischer… Marianne Schwaiger

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Organisation: Valerie Kalnein, Rebecca Rainer, Jakob Winter; Gestaltung/Design: Florin Buttinger; Redaktion: Stefanie Chirita, Valerie Kalnein, Vincent König, Klaus Majoros, Rebecca Rainer, Cornelia Riess, Marianne Schwaiger Unabhängige SchülerInnenzeitung für Baden. Mit Unterstützung der Aktion kritischer schülerInnen NÖ und der Student Media Association.


Megafon:Schulteil

Das unzurechnungsfähige Gebiet Der Turnsaal Autor: Marianne Schwaiger & Cornelia Riess

K

alte, verdreckte Böden, Schimmel an den Wänden und der Decke, undichte Fenster und die damit verbundenen kleinen Regenpfützen, die sich im ganzen Raum verteilen und nicht gerade zum guten Zustand des Bodens beitragen. Diesen Anblick an nicht vorhandener Hygiene bzw. sogar gesundheitsschädlichen Umständen müssen immer mehr Schüler in den Turnsälen ihrer Lehrinstitutionen ertragen. Obwohl allen, sowohl Lehrern als auch Schülern, bewusst ist, wie die Turnsäle aussehen, können sie meist nicht dagegen tun, weil die Möglichkeiten fehlen diese zu sanieren, sei es nun aufgrund des Mangels an Geld oder sonstigen Ursachen. Das BG/BRG Frauengasse in Baden ist eine von vielen betroffenen Schulen. Wir haben eine Turnprofessorin zu den Turnsälen dieses Gymnasiums befragt: „Soweit ich mich erinnere waren die Zustände unserer Turnsäle schon immer katastrophal, doch innerhalb von wenigen Jahren hat sich die Situation extrem verschlechtert. Der Boden ist durch die Feuchtigkeit ganz uneben; das Wasser stand sogar schon einmal zentimeterhoch im Saal, es gab große Risse und

viele Verankerungen für Turngeräte funktionieren nun nicht mehr. Wenn es möglich ist, gehe ich mit meinen Schülern ins Freie, um der schlechten Luft und dem Turnsaal selbst zu entgehen.“ Doch die Hygiene ist nicht der einzige Diskussionspunkt: Viele sind der Meinung, es gäbe zu wenig Turnstunden in der Woche. Falls man die Anzahl jedoch erhöhen würde, müsste der Unterricht am, eventuell auch späteren, Nachmittag stattfinden, was leider einigen missfiele und wahrscheinlich fast gar keinen Anklang finden würde. Außerdem schreiben Eltern viel zu schnell und zu einfach Entschuldigungen für ihre Kinder bzw. schreiben diese die Schüler und schwänzen so den sowieso schon kaum vorhandenen Unterricht. Die Jugendlichen täuschen eine Krankheit oder irgendein Leiden vor und die Lehrer sind auch noch verpflichtet unterschriebene Entschuldigungen anzunehmen; eine ständige Kontrolle durch den/die Schularzt/Schulärztin ist nun mal nicht möglich. Man sieht also: Den heutigen Sportunterricht zu gestalten ist sehr schwierig; es gibt mehrere Problemfaktoren, doch solange

niemand, wie zum Beispiel die Eltern, wirkliche Beschwerden einlegt, niemand den Versuch startet, etwas dagegen zu unternehmen und aktiv eingreift, wird sich daran höchstwahrscheinlich und bedauerlicherweise auch nichts ändern.

„Der Turnsaal ist zwar groß genug für uns alle, doch barfuß laufen ist einfach nur extrem unangenehm: es ist sehr dreckig und Schimmel und Staub gibt es bestimmt auch genug.“ Lisa und Martina, 6. Klasse

„Zum Thema Turnsaal fallen mir nur drei Begriffe ein: stickig, verdreckt und kalt!“ Simon, 6. Klasse


Megafon:Jugendkultur

Halle B Autoren: Rebecca Rainer und Klaus Majoros Bildmaterial: Google

Pro

O

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b Pop oder Rock, ob Party oder Theater, alles ist hier zu finden. „Die Mischung macht´s“ trifft wahrscheinlich am besten zu. Das ist es, denk ich auch, was sie so beliebt macht. Das Schließen des Tanzpalastes und Eröffnen der Halle B vor einem Jahr hat die Location für die breite Masse zugänglich gemacht. Seither ist viel geschehen. Anfangs noch für strenge Kontrollen verschrien und mit einem 18-Jahreslimit versehen, können seit einigen Monaten auch Sechzehn- und Siebzehnjährige dort die Nacht zum Tage machen. Was jedoch nicht heißt, dass sich hier nur Jugendliche unter achtzehn amüsieren. Bei Konzert wie Bauchklang oder Russkaja machten genauso Ältere Wahnsinnsstimmung. Events wie diese machen die Halle B in Baden zu einem einzigartigen Projekt. Nirgends sonst werden neben Partys auch noch Konzerte und Theaterstücke veranstaltet. Aber den größten Bekanntheitsgrad verschaffen wohl Bash Club, Highschoolparty und Co. Ist Bash Club noch ein eher kleiner Event, füllen sich die Hallen bei der Highschoolparty bis auf die letzten Meter. Die große Halle wird geöffnet und laute Partyklänge sowie Hot Teachers bringen die Massen zum Shaken. Bash Club ist jedoch ebenso nicht zu verachten. Spielt er sich zwar nur in den Foyers ab, laden hier zwei verschiedene Floors zum Feiern ein. Auch Leute, die nicht unbedingt auf „die übliche Partymusik“ stehen, kommen bei Alternativ- oder HipHopbeats auf ihre Kosten. Wie schon gesagt, „die Mischung machts“! ;)

Contra

E

s war einmal vor langer Zeit in Baden da hatten wir noch eine echt fette Partylocation auf die wir stolz sein konnten: den Tanzpalast. Sogar Jugendliche aus Wien kamen extra nach Baden um dabei zu sein. Jedes Wochenende aufs Neue. Damit ist jetzt schon seit längerem Schluss. In den Räumlichkeiten des ehemaligen Tanzpalastes betreibt die Stadtgemeinde Baden nun ein Jugendzentrum. Im Grunde geht es darum Jugendliche für Kultur zu begeistern. In der ehemals schwer beliebten Partylocation werden heute Theaterstücke aufgeführt. Hatte man früher noch Angst davor, dass die eine oder andere illegale Substanz in den Cocktail geschüttet wird, so fürchtet man sich heute eher vor so mancher Aufführung. Damit der Spaß nicht ganz auf der Strecke bleibt, gibt es ab und zu auch die eine oder andere Party. Was dann meistens so aussieht: Man darf 5 Euro Eintritt dafür zahlen, dass die Große Halle nicht aufgesperrt wird. Wer will kann sich mit überteuerten Cocktails verwöhnen lassen. Auf der Tanzfläche passiert überhaupt nichts. Die Leute stehen herum oder sitzen. Und bei allen die sich die Laune immer noch nicht haben verderben lassen, sorgen die DJs dafür, dass auch denen die Partystimmung ordentlich ausgetrieben wird. Nur noch ganz selten findet ein großes Event statt, nämlich die Highschoolparty. Dann können all jene die den Tanzpalast nie besuchten, erahnen wie leiwand es einmal hier war und wie viel Spaß man auch in einer biederen Kurstadt haben kann.

Schreib uns deine Meinung! Was sagst du zur Halle B?


Megafon:Rezepte

Sex on the Beach No.1 Beitrag von: Stefania Chirita

D

ie Hauptzutaten Wodka, Cranberrysaft, Pfirsichlikör und natürlich Orangensaft im Shaker kurz und kräftig mit drei bis vier Ice Cubes shaken. Dann in ein Longdrinkglas abseihen und einige frische Eiswürfel dazugeben. Nicht vergessen: Mit einer dekorativen Note wie einer Cocktailkirsche und einer Orangenscheibe am kleinen Holzspieß das ganze aufpeppen. Zum Schluss mit einem möglichst erotischen Trinkhalm servieren. Also, immer daran denken, lets shake it baby! 100 % Garantie: Sex on the Beach No.1 ist ein Drink, der schmeckt und der ideal für jene Party ist.

Benötigtes Equipment: Ice Cubes Shaker Strainer Longdrinkglas Zutaten: 4 cl Wodka Absolut, 8 cl Cranberrysaft (Bauer) 2 cl Pfirsichlikör (Peach Tree , De Kuyper) 8 cl Orangensaft

Rezept: Schoko-Muffins Beitrag von: Cornelia Riess

D

en Backofen auf 200°C Oberund Unterhitze vorheizen; eine Backform mit möglichst vielen Papierbackförmchen auskleiden. Dann die Trockenzutaten Mehl, Kakao, Backpulver, Zucker und Schokolade in einer großen Schüssel vermischen(WICHTIG: Die Schokolade unbedingt vorher in einem Küchenmixer zerkleinern!). Dann Eier und Öl in eine zweite Schüssel geben und schaumig rühren, anschließend die Milch nach und nach unter Rühren hinzufügen und diese Mischung zu den Trockenzutaten geben. Alles zu einem groben Teig verarbeiten und die Förmchen zu ca. zwei Drittel mit diesem füllen. Die Muffins mittig in den Ofen schieben und ca. 20 Minuten backen(zur Überprüfung: wenn keine Teigreste an einem Metallspieß kleben bleiben, sind die Muffins fertig!). Noch kurz auskühlen lassen und fertig sind die Schoko-Muffins! Lasst sie euch schmecken!

Zutaten für ca. 15 Stück: 200 g Mehl, 50 g Kakao, 1 EL Backpulver, 100g feiner Kristallzucker, 125 g weiße Schokolade, 2 große Eier, 100 ml Pflanzenöl, 250 ml Milch


Megafon:Glosse

Das Wunder iPhone Autor: Vincent König Bildmaterial: Google; Apple.com

page:6

V

or nicht allzu langer Zeit traf ich mich mit einem alten Freund, den ich länger nicht mehr gesehen hatte, in Wien, um mit ihm und einer Gruppe anderer Freunde Punsch trinken zu gehen, welches ja bekanntlich DAS Getränk der Adventzeit ist. Ich stieg also am Westbahnhof aus, und schon kam mir mein Freund mit einem breiten Grinsen entgegen. „Schau mal“, sagte er, bevor ich ihn noch begrüßen konnte, und deutete auf ein im Neonlicht schimmerndes, nagelneues iPhone, „hab ich erst gestern bekommen“. Und schon fing er an mir von all den täglichen Wundern, die er mit diesem Gerät („Es ist viel mehr als nur ein Handy oder MP3Player!“) erlebte, zu erzählen. Erst nach ungefähr fünf Minuten konnte ich seinen Redeschwall stoppen, indem ich ihn in einer seiner Einund Ausatmungspausen fragte, wo genau wir uns eigentlich mit den anderen verabredet hatten. Ich kenne mich in Wien nicht sonderlich gut aus und war schon froh, dass ich es überhaupt bis zum Westbahnhof geschafft hatte. Statt einer Antwort grinste mich mein Freund an, hob einen Finger und ließ ihn langsam auf eine seiner Applications gleiten. „Pass auf“, meinte er, „wir lassen uns heute von GPS leiten. Kein lästiges und peinliches nach-dem-Weg-fragen mehr!“. Nach ca. zehn Minuten, die mein Freund damit verbracht hatte, in einem Umkreis von 30 Meter wie ein Satellit um mich zu kreisen, grummelte er schließlich mürrisch, dass sein iPhone keine Internetverbindung aufbauen könne. Das machte mir wenig aus, ich fragte einfach den nächsten Passanten nach dem Weg, den dieser uns freundlich und detailliert erklärte. Mein Freund stand währenddessen, böse auf sein iPhone starrend, hinter mir. Nach kurzer Zeit trafen wir auch tatsächlich am gewünschten Punschstand ein und begrüßten unsere Bekannten. Mein Freund hatte sich inzwischen von

seiner Niederlage mit dem Internet erholt und begann wieder eifrig von all seinen Applications zu erzählen, während ich mich dem heißen, aber guttuenden Punsch hingab. Plötzlich bekam ich eine SMS von einer Freundin, die ebenfalls kommen wollte, aber nicht genau wusste bei welchem Punschstand wir uns befanden. Ich wollte sie gerade anrufen, um ihr den Weg zu erklären, als mir mein Freund auf die Schulter tippte und meinte, er werde ihr per SMS antworten, denn das einmalige Tastensystem des iPhones sollte ich mir unbedingt einmal ansehen. Dieses Zwei-Daumen-Such-System stellte sich jedoch, mit einem unter die Achsel geklemmten Punschbecher, als extrem schwierig da; hinzu kam noch, dass die vor Kälte klammen Finger selten die Richtige der winzigen Tasten trafen. Als er ungefähr die Hälfte der Nachricht (drei Wörter) beendet hatte, stand unsere Freundin bereits vor uns. Einige Stunden später, gegen Mitternacht,

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8.156.405 iPhones wurden bisher alleine in

Europa verkauft.

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Das iPhone 3gs 16 GB ist in Österreich

ab ca 829 Euro vertragsfrei erhältlich

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Der Hype macht auch vor den Simpsons nicht halt.

Im „Couch- Gag“, der Eröffnungssequenz

der Serie, war Anfang des Jahres Homer Simpsons

zu sehen, der seine Bart und Co. mit dem „Couch- Gag“

App auf dem Sofa platziert. Die Folge wurde bisher

nur in den USA ausgestrahlt und stark kriti


Megafon:Glosse

>

machten mein Freund und ich uns schließlich auf den Weg zurück etzum Bahnhof, um nach Hause zu fahren. Ich kaufte mir einen Fahrschein und wunderte mich, warum mein Freund dies nicht tat. „Sowas brauche ich nicht mehr, seit ich das iPhone habe“ sagte er und grinste mich verschwörerisch an. „Man kann sich seine Fahrkarte

einfach aufs iPhone laden und dem Schaffner vorweisen“. Eine halbe Stunde später bettelte er verzweifelt ebenjenen an, doch ein Auge zuzudrücken. Der Akku des iPhones war durch die exzessive Nutzung dieses Abends komplett leer, und mit seinem Konto („Klar, die Applications kosten schon was, aber nicht sooo viel...“) sah es nicht

anders aus. Der Schaffner, der sich offensichtlich bestens amüsierte, drückte allerdings tatsächlich ein Auge zu und meinte zwinkernd zum Abschied, er kenne das Problem, seine Frau habe sich jetzt ebenfalls ein iPhone zugelegt uns sei seitdem kaum noch ansprechbar. Mein Freund schwieg die restliche Heimfahrt.


Wir zahlen drauf Schwelgen im Luxus. Was sich die meißten von uns niemals werden leisten können ist für Fiona, Grasser und Co seit langem kein Problem mehr. Mit einer immer unverhohleneren Verachtung für alle normalverdienenden Menschen holen sich Manager ihr Geld von denen die es am wenigsten haben: der Unterschicht. Autor: Klaus Majoros

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S

eit Beginn der Finanzkrise, die in abgeschwächter Form auch Österreich erreicht hat ist klar: Manche Menschen haben sich in den letzten Jahren über die Maßen bereichert. Managergehälter die in keinem Verhältnis zu dem Gehalt eines Normalsterblichen stehen, sind nur die logische Folge davon. Dank massiver Staatsinterventionen beginnt sich die Wirtschaft langsam wieder zu erholen. Aber nicht, dass diese Menschen den Mut hätten die Zeche für ihr Versagen zu bezahlen. Nein, es wird fröhlich weiterspekuliert als wäre nie etwas gewesen. Leider mussten für die Interventionen des Staates enorme Schulden aufgenommen werden, die irgendwann wieder zurückgezahlt werden müssen. Auf Stimmen die das Kapital stärker in die Pflicht nehmen wollen, wird nach wie vor nicht gehört. Und so wird es wahrscheinlich dazu kommen, dass wieder die, die bis jetzt am meisten draufzahlen mussten, auch weiterhin draufzahlen müssen. Nämlich diejenigen, die die Krise nicht verursacht haben. Der Gewinn wird privatisiert, die Verluste verstaatlicht.


Megafon:Politik

Die Rote Zora Autor: Valerie Kalnein

D

ie Rote Zora war eine feministische, linksradikale Gruppe in der Bundesrepublik Deutschland die hauptsächlich in den 1980er und 1990er Jahren agierte. Sie geht aus den Revolutionären Zellen, einem militanten Netztwerk aus autonomen Gruppen hervor. 1980 spaltete sich die Rote Zora von den Revolutionären Zellen ab und operierte ab diesem Zeitpunkt selbstständig. Die Frauen der Roten Zora verstanden sich als radikale Feministinnen, sie beschäftigten sich mit Frauenhandel, Sextourismus, der Lebenssituation von Flüchtlingen und der Abschaffung des Paragraphen 218, der damals den Schwangerschaftsabbruch illegalisierte und Frauen, die eine Abtreibung machen ließen, mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren verurteilte. Aber auch Themen wie Gen - und Biotechnologie oder Reprodukionsmedizin, also kurz gesagt künstliche Befruchtung, aber auch

Klonen, waren Teilgebiete der Roten Zora. Schwerpunkte legte die Gruppe aus die Arbeits - und Lebensbedingungen von Frauen, die in Ländern mit besonders starker wirtschaftlicher Entfesselung oder in extrem patriarchalen Regionen lebten und arbeiteten. Die Frauen der Roten Zora wollten sich durch ihr radikales Auftreten nicht von anderen Frauenbewegungen abgrenzen, sondern mit ihnen gemeinsam Lösungen für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Abhängigkeit unterdrückter Frauen zu finden. Die Gruppe äußerte starke Kritik an struktureller Gewalt. Strukturelle Gewalt heißt kurz gefasst „vermeidbare Beeinträchtigung grundlegender menschlicher Bedürfnisse“. Sie umfasst sowohl alle Formen der Diskriminierung als auch ungleich verteilte Einkommen und Bildungschancen, sowie das Wohlstandsgefälle zwischen Industriestaaten und Entwicklungsländern.

Die Rote Zora sah die Solidarität unter Frauen als oberstes Gebot an, nur vereint und gemeinsam könne man etwas erreichen hieß die Devise. Die Anschläge der roten Zora richteten sich hauptsächlich gegen Konzerne, Firmen und Institutionen, in denen Frauen extrem benachteiligt wurden, sowie gegen Gentechnik – Labore. Großen Wert legten sie auch darauf, dass bei ihren Anschlägen keine Menschen in Gefahr gebracht wurden, sie wollten den Unternehmen lediglich große Sachschäden zufügen. Die deutsche Ermittlungsbehörde ermittelte gegen die Rote Zora als terroristische Vereinigung, der Prozess gegen eine Verdächtige endete jedoch mit einem Freispruch. 2007 gestand eine 58 jährige Pädagogin, bei einigen Anschlägen mitverantwortlich gewesen zu sein. Ihr wurden zwei Jahre Haftstrafe auf Bewährung gewährt.


Spieltipp: „Call of Duty: Modern Warfare 2“ Genre: Action USK: 18 Publisher: Activision Blizzard Entwickler: Infinity Ward Tester: Vincent König

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eit einigen Wochen ist der neue Ego-Shooter Call of Duty: Modern Warfare 2 auf dem Markt. Ich selbst habe das Spiel vor kurzem gekauft und möchte hier meine Bewertung abgeben.

Das Spiel ist aufgeteilt in drei Bereiche: Einzelspieler, Kampagne und Multiplayer. Die Story des Kampagnenmodus spielt fünf Jahre nach dem Vorgänger Call of Duty: Modern Warfare und knüpft an dessen Handlung an. Der Schurke des Vorgängers, Imran Zhakaev, wird im instabilen Russland inzwischen als Märtyrer verehrt, und die Beziehung zwischen Russland und den USA hat sich, vor allem auch durch die Terrorattacken des Russen Makarov an seinen eigenen Leuten, erheblich verschlechtert. Wie schon im Vorgänger schlüpft man in die Rollen mehrerer Protagonisten, wie zum Beispiel Gary „Roach“ Sanderson auf Seiten des britischen SAS oder Pvt. James Ramirez auf Seiten der amerikanischen Army Rangers. Die Geschichte beginnt damit, dass ein amerikanischer Satellit in Kasachstan abstürzt. An Bord: ein ACS Modul, welches alle Verteidigungscodes der amerikanischen Armee beinhaltet. Während man als britischer Spion versucht, dieses zu bergen bevor die Russen den Code knacken können, haben die Amerikaner ihrerseits einen Spion in Makarovs Terrorgruppe eingeschleust, der allerdings verraten und nach einem äußerst blutigen Anschlag auf einen Moskauer

Flughafen von Makarov selbst erschossen und zurückgelassen wird. Die russischen Behörden glauben daraufhin, dass die Amerikaner für diesen Anschlag verantwortlich sind und marschieren in den USA ein. Dies gelingt ihnen durch die Codes aus dem ACS Modul, dass nicht rechtzeitig geborgen werden konnte. Später stellt sich heraus, dass der amerikanische General Shepherd (zu deutsch „Hirte“) für den Verrat seines Spions verantwortlich war, um einen Grund zu haben, mit Russland Krieg zu führen. Shepherd wollte dadurch den Verlust von 30 000 Soldaten durch den Atomschlag des arabischen Terroristen Khaled Al-Asad im Vorgänger Call of Duty: Modern Warfare rächen. In der letzten Mission schlüpfen sie wieder in die Rolle von „Soap“ MacTavish (die Spielfigur des Vorgängers) und verfolgen, zusammen mit dem von den Toten wiederauferstandenen Captain Price, den flüchtenden General Shepherd um ihn in einem unglaublich actionreichen und spannenden Showdown zu töten. Die Kampagne ist zwar auch diesmal wieder recht kurz geraten (Spielzeit: ca. 4 – 6 Stunden), ist dafür aber unheimlich abwechslungsreich. Ob sie nun in den verschneiten Bergen Kasachstans herumklettern, durch die Elendsviertel von Rio de Janeiro hetzen, im eisigen Wasser vor der russischen Küste tauchen oder das Weiße Haus in Washington, D.C. zurückerobern – das Leveldesign ist

kaum zu überbieten. Der Einzelspielerteil (der jedoch auch zusammen mit einem Freund im Koop-Modus bestritten werden kann) bietet eine Vielzahl an einzelnen, ebenfalls sehr abwechslungsreichen Missionen die in drei Schwierigkeitsgraden gespielt werden können. Graphisch hat sich seit dem Vorgänger Call of Duty: Modern Warfare und dem 2007 erschienenen Call of Duty: World at War nicht sehr viel getan, Bodentexturen sind matschig und unscharf und die Kantenglättung lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Doch der relativ knappe Einzelspielerteil wird durch den Multiplayerteil absolut entschädigt, das Kernstück der Call of Duty – Reihe. Wieder gibt es unzählige Belohnungen freizuschalten wie Titel, Embleme, Waffen, Waffenzubehör und jede Menge nettes Spielzeug für Serienabschüsse wie ferngesteuerte Predatordrohnen, Autogeschütze und sogar eine Atombombe.

Mindestanforderungen: CPU: Pentium 4 3.2 GHz oder AMD Athlon 64 3200+ RAM: 1 GB RAM Grafikkarte: GeForce 6600GT oder ATI Radeon 1600XT Festplatte: 12 (16) GB freier Festplattenplatz


Megafon:Kritiken

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Die USK hat das Spiel ab 18 freigegeben – und das mit gutem Grund. In dem Spiel spritzt jede Menge Blut, aber besonders erschreckend ist das Massaker an unschuldigen Zivilisten beim Anschlag auf den Moskauer Flughafen. Hier wurde der Entwickler Infinity Ward auch heftig kritisiert, denn für den weiteren Spielverlauf ist das Gemetzel nicht wirklich relevant. Infinity Ward

wird vorgeworfen, dass Massaker bewusst eingesetzt zu haben, um in den Medien noch mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Die Mission wurde in der deutschen Version ein wenig entschärft, wer auf Zivilisten schießt, verliert das Spiel, während man in der amerikanischen Version munter drauflos ballern kann. Ist das unbedingt notwendig?

Zusammenfassend kann man sagen, dass dem Entwickler Infinity Ward wieder ein großartiger Multiplayershooter gelungen ist, der allerdings wieder ein wenig am Einzelspielermodus schwächelt und es mit moralischen Fragen nicht allzu Ernst nimmt.

Buchtipp: „Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer Verlag: Goldmann Verlag ISBN: 978-3442465866, Tipp von: Cornelia Riess

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urch Zufall kommen Emmi Rothner und Leo Leike in EMail-Kontakt. Anfangs ist es rein aus Langeweile und Höflichkeit, doch mit der Zeit entwickelt sich eine Art Flirt, wenn nicht sogar

eine Affäre per Internet...Eine witzige Story, die viel Spannung und Überraschungen verspricht; einfach mal etwas anderes zu lesen, da der ganze Inhalt nur aus E-Mails besteht.

Extra-Tipp: Wer den ersten Teil gelesen hat, wird es nicht schaffen über den zweiten hinwegzusehen! Also hier auch dieser: „Alle sieben Wellen“ von Daniel Glattauer

DVD-Tipp: „Gegen jede Regel“ Originaltitel: „Remember the Titans“, USA 2000 , Tipp von: Marianne Schwaiger

E

in Film, der weder durch Namen noch durch hohes Budget berühmt wurde, sondern viel mehr ein amerikanischer Überraschungserfolg war. Doch behandelt der Film ein sehr ernstes und interessantes Thema, den Rassismus, anhand einer wahren Begebenheit von 1971 an einer amerikanischen Highschool. Diese Highschool entstand durch das Zusammenlegen einer Highschool mit ausschließlich weißen Schülern und einer anderen, die nur von schwarzen Schülern besucht wurde. Zwangsweise werden auch die beiden Football-Teams der Schulen zusammengelegt, was bei niemandem auf guten Anklang stößt. Der neue Coach Herman

Boone (Denzel Washington) greift jedoch nicht nur in sportlichen Belangen hart durch, sondern fordert die Schüler auch auf zusammenzuarbeiten. Auf einem Trainingscamp können sich die Kapitäne der beiden Mannschaften, Julius&Gerry, miteinander anfreunden und es strebt Hoffnung auf, dass die Mannschaften vielleicht doch noch zu einer einzigen werden. Außerhalb des Camps jedoch bekommen die Schüler die Missgunst der rassistischen Bevölkerung zu spüren, die es leicht schafft wieder Zwietracht zwischen den Schülern zu säen. Sowohl Teamgeist als auch Freundschaft werden auf einige harte Proben gestellt und zu allem Überfluss kommt noch ein tragisches Unglück hinzu.


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