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1/2011

Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann ab s.14

Die neue SchülerInnenzeitung für Scheibbs und Wieselburg

Unnötiges Wissen Seite

s.14

Downhillen- Interview mit BORG Schüler Maximilian Mayer Seite s.20 Persönliche Einblicke in Amerikas Schulsystem s.23


MainSCREAM:content

Inhalt Schulteil

Unnötiges Wissen

Aktuelles/Politik Kultur Geschichte Coverstory Sport

Reisen und Speisen

ChefInnenredaktion: Nicole Umgeher, Sarah Koch und Pepita Fallmann Redaktion: Melina Schlembacher, Jakob Reiterlehner, Julia Grubhofer, Elisabeth Mayr, Lukas Matuschka, Doris Neubacher, Lukas Naske, Martin Riedl, Patricia Schagerl, Melanie Zvonik, Miriam Steiner, Janine De Monte, Lisi Kladnik, Alrun Heil, Sophie Nawratil, Sümeyye Yavuz, Nicola Gruber, Sabine Wenighofer,Ines Hinterhofer, Lisa Grubner und Fressner Carina Titelbild: Renate Teufl; Zeichnung s.3: Christoph Sturmlechner Wenn ihr Lust habt bei mainSCREAM mitzuarbeiten meldet euch einfach unter mainscream@ ymail.com oder schreibt uns auf Facebook. Die subjektiven Meinungen der einzelnen AutorInnen spiegeln weder die der Schulen noch der Redaktion wider. Unabhängige SchülerInnenzeitung für Baden. Mit Unterstützung der Aktion kritischer schülerInnen NÖ und der Student Media Association.

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MainSCREAM:schulteil

Interview mit Kathrin Stattler, Schulsprecherin des BG/BRG Wieselburg/Erlauf Autor: Reiterlehner Jakob Kathrin: Mein Name ist Kathrin Stattler, ich bin aus Steinakirchen und gehe in die Klasse 7a. Meine Hobbys sind Reiten und Klavier spielen und ich habe einen jüngeren Bruder, der das BORG Scheibbs besucht. Mainscream: Warum wolltest du Schulsprecherin werden? Kathrin: Ich habe mich für das Amt des Schulsprechers entschlossen, da ich schon immer an den Hintergründen des Schullebens interessiert war und mich gerne für meine Mitschüler einsetze. Auch habe ich keine Angst davor, mich Problemsi-

tuationen zu stellen und meine eigene Meinung und die der übrigen Schüler zu vertreten. Mainscream: Was hältst du vom gemeinsamen Zeitungsprojekt? Kathrin: Ich denke, es ist eine sehr gute Idee das Zeitungsprojekt schulübergreifend durchzuführen, da es meiner Meinung nach wichtig ist, dass das BORG Scheibbs und das Gymnasium Wieselburg mehr zusammenarbeiten, damit die Verbindung der beiden Gymnasien im Bezirk stärker wird und sich das Klima zwischen den Schulen weiterhin verbessert.

Mainscream: Danke für diese kurze Auskunft. Kathrin: Gerne, kein Problem!

Wenn die Gleichberechtigung am RaucherInnenhof endet Autorin: Melina Schlembacher

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inerseits genießen wir SchülerInnen am BORG Scheibbs relativ viele Privilegien, andererseits gibt es in Sachen Rechte große Unterschiede zwischen den Lehrpersonen und uns. Das zeigt sich zum Beispiel am RaucherInnenhof: SchülerInnen ist es nicht gestattet in den Fünf-MinutenPausen zu rauchen, wohingegen die LehrerInnen im dafür vorgesehenen Kämmerchen sehr wohl genussvoll am Glimmstängel hängen. Den SchülerInnen vorzuhalten, sie sollten froh sein, überhaupt rauchen zu dürfen, weil das in öffentlichen Gebäuden ja offiziell verboten sei, ist lächerlich. Die Möglichkeit weniger Rechte zu haben, als sowieso schon, ändert nichts an der Ungerechtigkeit. Auch das Argument, dass rauchende SchülerInnen zu spät in den Unterricht kämen und diesen dadurch stören würden, kann wohl nicht ernst gemeint sein. Ein/e zuspätkommende/r SchülerIn verzögert den Unterricht sicher nicht mehr, als ein/e LehrerIn, der/die ihn

wegen einer Rauchpause zu spät beginnt. Um gleiche Rechte zu garantieren müsste das Rauchen in den Fünf-Minuten-Pausen also entweder allen verboten, oder allen erlaubt werden. Da LehrerInnen und SchülerInnen auf Nikotinentzug aber

schwer zu ertragen sind (vor allem für uns NichtraucherInnen), sollte wohl eher die generelle Erlaubnis zum Zug kommen. Schließlich haben in Österreich alle, die über 16 sind, das gleiche Recht darauf, sich die Lungen zu zerstören.


MainSCREAM:schulteil

ZeitReise – ReiseZeit Autorin: Sarah Koch

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er Begriff Kunst bedeutet Wissen, Weisheit und Kenntnis. Er beschreibt die handwerklichen Fähigkeiten eines Menschen, welche nicht durch Zweckmäßigkeit, sondern durch die Ästhetik geprägt sind. Kunst begegnet uns somit Tag ein Tag aus und ist deshalb ein fester Bestandteil unseres Lebens. Da sie – wie bereits erwähnt - für Wissen steht ist sie nicht außer Acht zu lassen und trägt ihren bestimmten Beitrag zur Allgemeinbildung bei. Aus diesem Grund steht das BG/ BRG Wieselburg in diesem Schuljahr mit dem Motto „ZeitReise – ReiseZeit“ unter einem künstlerischen Schwerpunkt. Nach einem sportlichen Schwerpunkt 2008/09 und einem sprachlichen im darauffolgenden Jahr, wird dieses Jahr besonders viel Wert auf die musikalische und kreative Förderung der SchülerInnen gelegt. Zu Schulbeginn wurden die GymnasiastInnen bereits vor der Schule mit einem großen Banner mit der Aufschrift „ZeitReise – ReiseZeit“ überrascht und später beim Betreten des Gebäudes staunten sie über große Schriftzüge mit Kunstzitaten die von Prof. Andreas Hrabe aufwändig gestaltet wurden und in der ganzen Schule verteilt hingen. Anfangs konnten sich die

wenigsten etwas unter diesem Thema vorstellen, doch schon bald erzählten die Kunstlehrer von ihren Plänen… Jeder Schulstufe wurde eine bestimmte Epoche zugewiesen zu der dann im Verwaltungstrakt über das ganze Jahr verteilt Vernissagen statt finden, bei denen die verschiedenen Kunstwerke der SchülerInnen ausgestellt werden. Weiters stehen viele Museumsbesuche auf dem Programm und auch die Musiklehrer organisieren viele Musical-, Konzert- und Theaterfahrten. Bisher erfreuten sich die SchülerInnen schon an einem

Kunst-Film, der im Kino Mal Vier in Wieselburg gezeigt wurde, einem musikalischen Tag mit Filmen wie „Der Solist“, „Ray“ und „Rent“ und vor allem die Mädchen der Unterstufe waren von einem außergewöhnlichen Konzert in der Aula der “hübschen“ Beatbox Gruppe Acoustic Instinct,bestehend aus einem Schweizer und zwei deutschen Burschen, begeistert. Als Höhepunkt ist ein großes Konzert am 1. April mit dem Titel „Magic Museum“ in der Wieselburger Halle geplant, bei dem musikalische sowie künstlerische Leckerbissen der 80er Jahre bestaunt werden können.

Projektmanagement Autorin: Julia Grubhofer

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er kein Ziel hat, für den ist jeder Weg der richtige”.

Da für die 7.Klassen des BORG Scheibbs nächstes Jahr der Maturaball ansteht, gibt es bereits viele Fragen, die uns im Kopf herumschwirren: Welche Band sollen wir buchen? Welches Thema soll der Ball haben? Vom Geschirr bis hin zur Deko gibt es viele wichtige Details, die bei der Planung zu beachten sind.

Um uns die anspruchsvolle Aufgabe der Koordination dieses Events näher zu bringen, gibt es heuer das Freifach Projektmanagement. Dabei unterstützen uns Frau Hametner, Frau Sieberer und Herr Labenbacher tatkräftig um unseren Ball in eine unvergessliche Nacht zu verwandeln. Zuerst teilten wir uns in der “Definitionsphase” in drei ProjektleiterInnen und kleinere Projektteams

auf um uns sogenannte SMARTE (spezifische, messbare, attraktive, realistische, terminierbare) Ziele zu setzen und stellten Arbeitspakete zusammen, die wir in der “Durchführungsphase” Schritt für Schritt abarbeiten. Ich persönliche blicke optimistisch auf unseren bevorstehenden Ball und finde es durchaus sinnvoll, dieses Fach für die nächsten 7.Klassen auch anzubieten.


MainSCREAM:schulteil

Unnötiges Wissen Autorin: Patricia Schagerl • Bei den Simpsons ist Gott die einzige Person mit 5 Fingern an den Händen.

• Jeden Tag werden 21 neugeborene Babys zu den falschen Eltern gegeben.

• Für Schweine ist es körperlich unmöglich in den Himmel zu sehen.

• In Berlin regnet es täglich rund 10 Tonnen Taubenscheiße.

• 21% aller defekten Kopiergeräte gehen dadurch kaputt, dass sich jemand drauf gesetzt hat, um seinen Hintern zu kopieren!

• Das Quaken einer Ente erzeugt kein Echo, und niemand weiß warum.

• 75% der ZuschauerInnen des ZDF sind über 70 Jahre alt. • Donald Ducks Vater heißt Degenhard Duck. • Jährlich sterben mehr Menschen durch Esel als durch Flugzeugabstürze. • Das Wort „Manhattan“ entstammt einer alten Indianersprache und bedeutet „der Ort, an dem wir betrunken waren“.

• Das bekannteste Wort in der Welt ist „okay“. • Das zweitbekannteste Wort ist „Coca Cola“. • Nur ein „Buch“ hat mehr gedruckte Exemplare als die Bibel: der Ikea-Katalog.

• Als Einstein starb, starben seine letzten Worte mit ihm. Die Krankenschwester zu seiner Seite sprach kein Deutsch. • St. Patrick, der Patron der Iren, war kein Ire. • Die ideale Anzahl an Kompressionen pro Minute bei der Herzdruckmassage entspricht genau dem Takt von ‚Stayin‘ Alive‘ von den Bee Gees.

Kuriose Gesetze Autorin: Patricia Schagerl • Während der FischfangSaison ist es den Männern im US-Bundesstaat New Jersey untersagt, zu stricken. • Ein Gesetz des Staates Illinois besagt, dass alle weiblichen Singles männliche Junggesellen mit „Meister“ anzureden haben. • In Cresskill, New Jersey, müssen alle Katzen drei Glocken tragen, um Vögel vor ihrer Anwesenheit zu warnen.

• In Alabama ist es Männern verboten, einen falschen Schnurrbart zu tragen, wenn dieser KirchenbesucherInnen zum Lachen verleiten könnte. • In Tombstone/Arizona ist es Männern wie Frauen über 18 Jahren gesetzlich untersagt, ihren Mund zu einem Lächeln zu öffnen, wenn dabei mehr als ein fehlender Zahn sichtbar wird.

• In Carmel, NY gibt es ein Gesetz zur Förderung des guten Geschmacks: Männern ist es strikt untersagt, das Haus zu verlassen, wenn ihre Schuhe nicht zum Jacket passen. • In Utah ist der Ehemann für jedes kriminelle Vergehen seiner Ehefrau verantwortlich, welches sie in seinem Beisein begeht.

Slow Food statt Fast Food Autorin:Pepita Fallmann esunde Ernährung unterstützt das Immunsystem, schützt den Körper und beugt Übergewicht vor. Oft wird es einem aber leider nicht leicht gemacht, sich ausgewogen zu ernähren. Am Borg Scheibbs sitzt man täglich bis halb zwei oder vier Uhr in der Schule. In der großen Pause und in der Freistunde werden

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nur Semmeln, Weckerl, Toasts und Fertiggerichte aus der Mikrowelle angeboten. Außerdem gibt es zwei Getränkeautomaten mit Cola, Fanta u.ä. und einen Süßigkeitenautomaten. Hier besteht Handlungsbedarf! Es ist klar, dass die Schulwarte neben ihrer üblichen Arbeit kein gesundes Essen herbeizaubern können. Unse-

re Gesundheit sollte jedoch so wichtig sein, dass vielleicht zwei Leute mehr eingestellt werden könnten, die dafür verantwortlich sind in der Mittagspause einen großen Topf Suppe oder ähnliches zuzubereiten.


MainSCREAM:aktuelles/politik

PISA-Flop: Ein Systemfehler! Autorin: Melina Schlembacher

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ie schlechten Ergebnisse bei der PISA-Studie zeigen erneut, wie nötig Österreich eine umfangreiche Änderung des Schulsystems hätte. PISA steht für Programme for International Student Assessment (Programm zur internationalen SchülerInnenbewertung) und wurde von der OECD (Organisation for Economic Cooperation and Development) ins Leben gerufen. Die Studie soll aufzeigen, inwieweit die 15-jährigen SchülerInnen der einzelnen OECDMitgliedsstaaten jene Kompetenzen besitzen, die derzeit am Arbeitsmarkt als besonders wichtig erachtet werden. Dazu werden in jedem der 34 Mitgliedsstaaten Stichproben von 5000 SchülerInnen genommen, welche auf Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und naturwissenschaftliche Grundbildung getestet werden. In Österreich ließen vor allem die Ergebnisse der Lesekompetenz der 15-Jährigen zu wünschen übrig. Hier wurde der viertletzte Rang erreicht (nur Türkei, Chile und Mexiko liegen hinter Österreich). Doch, wie könnten die Leistungen in Zukunft verbessert und wir Schü-

lerInnen besser auf das Berufsleben vorbereitet werden? Die Lösung kann nur ein umstrukturiertes Schulsystem sein, denn das Versagen des momentanen Schulsystems ist unbestreitbar! Zum Beispiel ist es in einigen Fächern möglich, nur durch das Auswendiglernen gute Noten zu erzielen, ohne, dass man tatsächlich versteht, was man da bei der Prüfung herunterleiert. Je exakter man den Wortlaut, der/des Lehrerin/Lehrers wiedergibt, desto besser ist die Note. Dabei sollte die Schule doch die SchülerInnen zu selbständig denkenden, mündigen Mitgliedern der Gesellschaft erziehen und ihnen nicht beibringen, dass es das Beste ist, einer Autoritätsperson alles nachzusprechen. Auch werden die Berufswünsche und Interessensfelder der/des Einzelnen nicht beachtet. Warum soll sich der zukünftige Dolmetscher zum Beispiel mit zwei Wochenstunden Physik abquälen, wenn er stattdessen mit einem Intensivsprachkurs weit besser bedient wäre? Oder warum sollte die zukünftige Chirurgin dreimal wöchentlich Spanischunterricht haben, wenn sie nicht vorhat, die Pa-

tientInnen in Spanien aufzuschlitzen? Durch Stundenpläne, die auf die einzelnen Bedürfnisse abgestimmt sind, wäre ein Unterricht, der mehr personenspezifisch ist, erreichbar. Möglich wäre beispielsweise, dass SchülerInnen einen Grundkurs in sämtlichen Fächern absolvieren müssten und alles, was über dieses Basiswissen hinausgeht und zur künftigen Berufswahl förderlich scheint, durch anschließende vertiefende Kurse in kleinen Gruppen erlernen könnten. Durch die kleineren Gruppen könnte erneut mehr auf die Bedürfnisse des/ der Einzelnen eingegangen werden. Der Sinn der Schule sollte es schließlich nicht sein jegliche Individualität abzutöten und uns auf dasselbe Niveau zu trimmen, sondern unsere Talente zu erkennen und zu fördern und uns zu helfen unsere Ziele zu erreichen.


MainSCREAM:aktuelles/politik

Mediengeilheit Autorin: Melanie Zvonik

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ad news are good news?“ nichts hat Österreich in den letzten Jahren so in Aufruhr versetzt, wie der Fall des Josef F. in Amstetten. Niemand hat damit gerechnet, dass die sonst so ruhige Stadt zum wochenlangen Niederlassungsort für Fernsehteams und BerichterstatterInnen wird. Monatelang wird in Fernseher, Radio und Zeitung von nichts anderem berichtet. Selbst als der Medienrummel so gut wie vorbei war, behaupteten einige NachbarInnen von Josef F. des öfteren „Klopfgeräusche“ gehört zu haben. Ob das Tatsachen sind, oder ob die Medien nur jeden Versuch unternehmen neue Schlagzeilen zu bringen ist fragwürdig. „Öffentlicher Verkehr?“ Ein junges Paar wurde beim Geschlechtsverkehr in der U – Bahn gefilmt, und das von neugierigen PassantInnen. Die Videos wurden sogar so weit verbreitet, dass das Video im ZIB zu sehen war. Ein weiteres Beispiel, ist der erst vor kurzem vorgefallene Unfall bei der Fernsehshow „Wetten, dass…?“. Ein junger Mann, hat sich bei einer äußerst riskanten Wette, so schwer verletzt, dass er querschnittsge-

lähmt wurde. Die Sendung wurde abgebrochen und die Story war perfekt. Doch die Frage ist, warum hat dieser junge Mann das überhaupt gemacht? Er war sich der Gefahr und dem hohen Risiko sehr wohl bewusst. Ja klar, der Unfall ist sehr tragisch, jedoch passiert so etwas, vielleicht nicht unter diesen Umständen, häufig. Und was lernt man daraus? Würde man alle Unfälle auf der Welt in ein Fernsehstudio bringen, würde diesen weitaus mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Jedoch sind es wir, die die Zeitung lesen, Radio hören und die Nachrichten schauen. Man kann sich diesen Nachrichten kaum entziehen, da sie einem schon von den Titelblättern der herumliegenden ,,Heute‘‘ entgegenlächeln. Wenn man an sonstigen Nachrichten interessiert ist, muss man diese fast „mitfressen“. Die Medien schnappen alles auf, was sich nur halbwegs zu einer guten „Story“ machen lässt. Anscheinend ist dabei ein Psychopath, bei dessen Prozess es ausschließlich um die Anzahl der Haftjahre geht, das Wichtigste auf der Welt.

Es könnte verschiedene Gründe geben, warum Menschen auf schlechte Nachrichten „stehen“. Manche sind vielleicht gar nicht wirklich an ihnen interessiert sondern informieren sich, um mitreden zu können. Allerdings sehen sich auch manche die Nachrichten deswegen an, um sich zu vergewissern, dass es ihnen noch immer gut geht, während Menschen in anderen Ländern sterben. Doch der häufigste Grund mag wohl Langeweile sein. Wenn im eigenen Leben nichts los ist, ist es umso schöner, sich an dem der anderen zu ergötzen.


MainSCREAM:aktuelles/politik

„Mubarak geht, wir bleiben!“ Autorin: Nicole Umgeher

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Jahre lebte die ägyptische Bevölkerung unter dem Regime von Ex-Präsident Hosni Mubarak, der, nach beinahe dreiwöchigen Protesten mit der Aufforderung zu seinem Rücktritt, am 11.Februar das Land verließ und sein Amt zurücklegte. Doch was genau steckt(e) hinter der Herrschaft Mubaraks und den entstandenen Unruhen? Hosni Mubarak übernahm als Vizepräsident 1981 das Amt des Staatspräsidenten von Ägypten nachdem sein Vorgänger Anwar as-Sadat von islamistischen Attentätern ermordet wurde. Neben dem Sitz des Staatoberhauptes wurde er außerdem Vorsitz der stimmenstärksten Partei, der NDP(Nationaldemokratischen Partei), mit der er in den letzten Jahren das Land im Ausnahmezustand, welcher im großen Spielraum für seine politischen Vorhaben ließ, regierte. Denn obwohl Ägypten laut Verfassung „ein sozialistischer demokratischer Staat“ ist, erlaubte Mubarak die Notstandsgesetzgebung, die seit dem Tod Sadats besteht, die Einschränkung der Demokratie und der BürgerInnenrechte. Somit unterdrückte der ehemalige Staatspräsident systematisch Oppositionsgruppen, manipulierte vermutlich mehrmals

Inserat

Wahlen, unter anderem die Parlamentswahlen 2005, und verletzte immer wieder die Menschenrechte. Auch Korruptionsvorwürfe begleiteten seine Regierungszeit. Doch trotz seines Handelns wurde Hosni Mubaraks Regime vom Westen gestützt, da Ägypten als einziges arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen hatte und dadurch eine berechenbare Größe im Nahostkonflikt darstellt(e). Vorallem von den USA erhielt er Unterstützung, da er sich stark für die „Bekämpfung“ der Bewegung der umstrittenen Muslimbruderschaft einsetzte, um so der Verbreitung des fundamentalistischen Islamismus Einhalt zu gebieten. Druck von innen Doch obwohl Mubarak nach außen hin gute Beziehungen pflegte, schaffte sich Mubarak im Landesinneren immer mehr Feinde. Der innenpolitische Druck wuchs und die ägyptische Bevölkerung rief nach Mitbestimmung, Rechtstaatlichkeit und Demokratie, da sowohl Armut als auch Arbeitslosigkeit, besonders bei den jüngeren Ägypterinnen und Ägyptern, stiegen und viele keine Perspektiven für die Zukunft sahen. So kam bereits in den letzten Jahren immer wieder zu Demonstrationen

und Protestaktionen und die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise führten zu den sogenannten Brotrevolten. Durch die Proteste in Tunesien ermutigt, demonstrierten schließlich am 25.Jänner Zehntausende gegen das Regime. Innerhalb von zwei Wochen entwickelten sich „kleine“ Unruhen zu Massenprotesten verschiedener Gruppen und diese führten schlussendlich zum erhofften Rücktritt, und somit zum Ende der Ära Mubaraks und möglicherweise in eine demokratische Zukunft Ägyptens. Doch bis dahin müssen wohl noch einige Änderungen vorgenommen werden.


MainSCREAM:kultur

Blob’P Autor: Lukas Matuschka

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lob’P ist eine Politpunkband bestehend aus der bezaubernden Sängerin Rosa Seiringer, den beiden Gitarristen Jürgen Dolezal und Nikolaus Grabner, dem Bassisten Lukas Naske und dem Drummer Patrick Stockinger. Gegründet wurde die Band von Lukas, Jürgen, Patrick und Oliver Streißelberger, der jedoch schon nach kurzer Zeit die Band verließ. Nach einigen Auswechslungen traten schließlich Nikolaus und Rosa bei, und nun ist die Band komplett. Blob’P steht für den Begriff Blob Punk, welcher den Stil der Jugendband aus Steinakirchen beschreibt. Neben ihrer guten Musik glänzt sie auch mit ihren Texten, die sehr tiefgründig sind.

In Songs wie dem „Anti-Nazi-Song“ drücken die fünf MusikerInnen klar ihre Meinung zu politischen und gesellschaftlichen Themen aus. Blob’P haben schon auf vielen Events wie dem „Roque in Hall“ in Wieselburg und dem „Rockalize It“ in Steinakirchen gespielt und obwohl in nächster Zeit keine weiteren Auftritte feststehen, proben sie fleißig weiter. Wer mehr über die Band wissen will oder über zukünftige Auftritte Bescheid wissen möchte, kann sie auf Myspace, Facebook oder Szene1 adden.

Katzenjammer Autor: Lukas Naske

E

in eindeutiges Muss am Nova Rock 2011 ist die norwegische Folk-Rock Band Katzenjammer. Die vier Musikgenies Turid Jørgensen, Marianne Sveen, Solveig Heilo und Anne Marit Bergheim rocken Bühnen in den USA und Europa und begeistern ihre Fans. Jede von ihnen kann mehrere Instrumente spielen wie zum Beispiel Bass-Balalaika, Banjo, Ukulele, Mandoline und viele mehr. Dieser stetige Instrumentenwechsel verschafft jedem Lied einen neuen Klang, der durch den oft vierstimmigen Gesang noch eindrucksvoller erscheint. Der eindeutig nicht norwegische Name der Band stammt von einem Comicstrip namens „The Katzenjammer Kids“. Musikalisch sind Katzenjammer von unterschiedlichen Stilrichtungen inspiriert, diese bunte Mischung klingt laut www.motor.de „nach

Montemartre in Paris, nach russischem Zirkus, Zigeuner-Jahrmärkten und düster-verrauchten Whiskey-Bars in Oslos“. Neben Folk und Rock fließen auch Jazz und Chan-

son Elemente mit ein. Die norwegischen Folk-Rocker sind eindeutig hörenswert, besonders ihre Erfolgssingle „A Bar In Amsterdam“.


MainSCREAM:kultur

Filmkritik: Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil1 Autorin: Lisi Kladnik

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November erschien der Film aus der Erfolgsreihe Harry Potter im Kino. Er wurde wie seine Vorgänger auch nach der Vorlage des Buches von J.K. Rowling gedreht. Harry und seine Freunde Ron und Hermine müssen alle Horkruxe, Bruchstücke von der Seele des bösen Zauberers Voldemort, finden und zerstören um ihn töten zu können. Sie begeben sich auf die Suche und werden dabei von Voldemorts Anhängern, den Todessern, verfolgt. Deswegen müssen sie ständig ihren Aufenthaltsort wechseln um nicht erwischt zu werden. Trotz dieser Schwierigkeiten schaffen es die drei ein paar der Horkruxe zu finden.

Als ich den Film gesehen hatte war ich beeindruckt, dass nur sehr wenige Szenen aus dem Buch ausgelassen wurden. Einige Geschehnisse wurden sogar im Film besser und genauer dargestellt. Um das zu ermöglichen wurde der finale Teil in zwei Teilen gedreht. Allerdings muss man trotzdem sagen, dass die Gedanken und Gefühle im Buch viel besser dargestellt werden. Es kann im Film nicht alles so genau erzählt werden wie im Buch, da man sonst Stunden vor dem TV verbringen müsste. Für Leute die nicht gerne lesen ist der Film auf jeden Fall zu empfehlen, wer aber wirklich in die Welt von Harry Potter eintauchen möchte sollte auf jedem Fall zum Buch greifen.

Buchkritik: Demian Autorin: Doris Neubacher

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19 erschien Hermann Hesses Erzählung „Demian – Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend“. Sie ist im „suhrkamp taschenbuch“ Verlag für rund 6,– EUR zu erwerben.

jedoch von Sinclair beschworene Räubergeschichte, anzuzeigen. Er gerät immer weiter in die dunkle Welt und wird oft von Angstzuständen geplagt und sieht die Zerstörung seiner heilen Welt.

Hesses primäre Absicht ist, die innere Entwicklung von Emil Sinclair möglichst genau zu beschreiben. So versucht er keine störenden handlungs- oder spannungsfördernden Elemente einzubauen, sondern alles, was sich ereignet, geht von Sinclair selbst aus. Es sind Gefühle, die im Vordergrund stehen, nicht die Handlung.

Dann trifft Sinclair den intelligenten Demian, der Sinclair hilft, sich aus Kromers Krallen zu befreien und ihn eine neue Sicht auf die Dinge lehrt. Im zweiten Teil des Buches geht es um Sinclairs Jugend in einem Internat, in der er wegen seiner Alkoholprobleme von der Schule geworfen werden soll. Doch er entdeckt erneut eine tiefe Verbundenheit zu Demian und sendet ihm ein Traumbild eines Vogels, der aus einer Weltkugel hervorkommt. Als Antwort erhält Sinclair den Namen „Abraxas“ - ein Gott, der die zwei Welten in sich vereinigen mag. Ich bin der Meinung, dass Demian ein wirklich gutes Buch ist, und verrate deshalb den Schluss des Buches noch nicht, in der Hoffnung, einige von Euch zum Lesen anregen zu können.

Das Werk lässt sich in drei Teile gliedern: Der erste Teil handelt von Sinclairs Kindheit, in der er früh entdeckt, dass es zwei Welten in seinem Leben gibt – die gute, von Familie behütete, aber auch die böse, verdorbene Welt. Mit dem Erfinden einer kleinen Heldengeschichte kommt er unter die Knechtschaft des erpresserischen Franz Kromer, der ihm droht, ihn für die unwahre,


MainSCREAM:kultur

Veranstaltungsvorschau 04.03. und 05.03.2011 Beatsteaks 06.03. und 07.03.2011 Leseshow 08.03.2011 Efterklang 20.03.2011 Peter Frampton 23.03.2011 Der Nino aus Wien 24.03.2011 The Blue Van 04.04.2011 Aloe Blacc 05.04.2011 Miyavi 09.04.2011 Attwenger 15.04.2011 Ernesty International 16.04.2011 Belle & Sebastian 19.04.2011 Alborosie 20.04.2011 Clara Luzia 21.04.2011 Architecture in Helsinki 22.04.2011 The Wombats 10.05.2011 Andy McKee

Wien, Gasometer Wien, WUK Wien, Szene Wien, Arena Wien, Chelsea Wien, Arena Wien, Arena Wien, WUK Wien, WUK Wien, Rhiz Wien, Gasometer Wien, WUK Wien, WUK Wien, WUK Wien, Gasometer Wien, WUK

EURATOM-Volksbegehren 28.Februar-7.März 2011 Was ist EURATOM? Die Europäische Atomgemeinschaft EURATOM fördert seit 50 Jahren die Atomindustrie mit Milliardenkrediten. Der erklärte Plan hinter EURATOM ist der Aufbau einer mächtigen Atomindustrie in Europa. Jeder Neu- und Ausbau von Atomanlagen rund um Österreich erhält dadurch seine Berechtigung aus Brüssel. Österreich ist trotz seinem Nein zur Nutzung der Atomenergie Mitglied bei EURATOM und muss deshalb zig Millionen Euro jährlich für

die Atomindustrie mitzahlen. Das Volksbegehren hat das Ziel, eine Volksabstimmung über den Ausstieg Österreichs aus EURATOM zu erreichen. Wie bei der Volksabstimmung über das AKW Zwentendorf sollen die ÖsterreicherInnen ein Votum abgeben können, das für die Politik verbindlich ist. Wer darf unterschreiben? Unterschreiben dürfen alle ÖsterreicherInnen, die spätestens am 7.März 2011 das 16.Lebensjahr vollendet haben.

Unterschreiben muss man in der Gemeinde, in der man mit Hauptwohnsitz gemeldet ist! Amtszeiten österreichweit gleich: 28.Februar- 7. März von 8 bis mindestens 16 Uhr Außerdem an zwei Werktagen bis 20 Uhr( legt Gemeinde fest) Samstag(5.März) und Sonntag (6. März) für min. zwei Stunden am Vormittag Weitere Informationen unter www. euratom-volksbegehren.at


MainSCREAM:kultur

City vs. Country Autorin: Sabine Wenighofer

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tadtmensch oder Landei? Meist werden wir Menschen aufgrund unserer Herkunft mit verschiedenen Vorurteilen konfrontiert. Die Stadtmenschen glauben alle Kühe sind lila und die Landeier haben noch nie eine U-Bahn gesehen. Dabei haben beide Wohnorte, viele Vor- aber auch Nachteile: In eher ländlichen Gegenden hat man eine sehr gute Lebensqualität, da keine allzu hohe Lärmbelästigung und Luftverschmutzung durch geringen Verkehr auftreten. Allgemein wird das Leben am Land als gemütlich, ruhig und traditionell beschrieben, denn in kleineren Dörfern wird meist auf gesellschaftlichen Zusammenhalt gesetzt. Auch für Kinder kann es von Vorteil sein, wenn sie am Land aufwachsen, da sie dort mehr Platz aber vor allem die Natur haben um sich gut zu entwickeln. Natürlich ist das Land nicht der ideale Lebensraum wenn es um Bildung und Arbeitsplätze geht. Meist befindet sich in kleineren Gemeinden nur eine Volksschule und die SchülerInnen müssen später sehr früh aufstehen und weite Strecken mit

öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen um zu einer höheren Schule zu gelangen. Das Gleiche gilt auch für ArbeitnehmerInnen, die tagtäglich in die nächste Stadt pendeln müssen um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Dies basiert auf der Tatsache, dass sich in ländlichen Gebieten nur schwer Industrie entwickelt und somit weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. In einer Stadt sieht es da ganz anders aus: Dort gibt es meist ein großzügiges Bildungsangebot und es können viel mehr Menschen beschäftigt werden. Außerdem bietet das Stadtleben zahlreiche kulturelle Angebote und Freizeitmöglichkeiten, die das Leben abwechslungsreicher gestalten. Deshalb sind Städte für junge Menschen attraktiver, denn es gibt genügend Kinos, Theater, Museen und Discos. Es sind auch genügend Einkaufsmöglichkeiten und eine bessere medizinische Versorgung vorhanden. Eine Stadt zeichnet sich auch durch ein gutes Straßennetz und ausreichend öffentliche Verkehrsmittel aus. Obwohl das Stadtleben auf den

ersten Blick sehr vielversprechend aussieht, hat es auch eine negative Seite. Der Verkehr stellt in vielen Städten ein Problem dar, denn das rege Verkehrstreiben auf den Straßen ist eine Gefahr für die BewohnerInnen. Besonders für Kinder ist der tägliche Schulweg sehr gefährlich. Auch die Kriminalität ist in Städten wesentlich höher als auf dem Land und stellt somit eine weitere Gefahr für die Menschen dar. Wie ihr seht gibt es keinen idealen Wohnort. Schließlich muss jeder selbst entscheiden, welche Bedingungen für sein persönliches Wohlbefinden nötig sind und außerdem ob Stadtmensch oder Landei, wir sind alle nur Menschen.


MainSCREAM:geschichte

Der sündige Heilige Vater (Teil II) Autor: Martin Riedl Als Alexander VI. im Jahre 1492 den Stuhl Petri bestieg, herrschte in Rom der Ausnahmezustand. Tagelang ließ der neue Heilige Vater das Volk rauschende Feste feiern, wobei sich die Tische vor Köstlichkeiten nur so bogen und der Wein in Strömen floss. Doch nicht nur zu Beginn seines Pontifikats, auch in den darauffolgenden Jahren lud Alexander gerne Gäste ein, um sie unterhalten zu lassen und auf mehrerlei Arten für ihr leibliches Wohl zu sorgen. Eines dieser Gelage, genannt das „Hurenturnier“, ist im Tagebuch des kurialen Zeremonienmeisters überliefert. Dieser Name kommt nicht von ungefähr, denn man lud damals die fünfzig schönsten Huren der Heiligen Stadt (die Auswahl muss schwer gefallen sein, denn zu jener Zeit hielten sich in Rom geschätzte 50 000 Prostituierte auf) in den Papstpalast ein und ließ sie nackt und auf allen vieren am Boden verstreute Kastanien um die Wette einsammeln, woraufhin sie „zur Erbauung aller Gäste“ „fleischlich angegangen“ wurden. Abgesehen von seinen sexuellen Eskapaden ist Alexander VI. noch heute besonders für seinen ausgeprägten Nepotismus, der den aller seiner Vorgänger bei weitem übertraf, berühmt. Seinen abgöttisch geliebten Kindern ließ er alle Vorteile zukommen, die ihm sein immenser Einfluss auf die weltlichen Oberhäupter des katholischen Europas bot, was seinen Söhnen ermöglichte, in Spanien und Italien zu Fürsten aufzusteigen. Um das Wohlergehen seiner Nachkommen zu sichern war dem Heiligen Vater jedes Mittel recht, seinen Sohn Cesare z. B. ließ er unter Eid als Sohn eines anderen ausgeben, um ihn zum Kardinal ernennen zu können. Doch auch seine Sippe ließ der Pontifex Maximus nicht unbeachtet; ganze acht seiner Blutsverwandten wurden auf sein Geheiß hin Kardinäle. Zunächst war der erstgeborene Papstsohn Juan in der glücklichen Lage, der Liebling des Heiligen Va-

ters zu sein, jedoch starb er in jungen Jahren unter ungeklärten Umständen. Heute vermutet man, sein skrupelloser Bruder Cesare habe Juan getötet oder zumindest ermorden lassen. Paradoxerweise wurde gerade jener nach dessen Tod zum neuen Lieblingssohn Alexander VI. Welche schrecklichen Verbrechen Cesare von nun an auch beging, der Papst ließ sie ihm durchgehen oder befürwortete sie sogar, da sie der Machterweiterung des Heiligen Stuhls in der Regel sehr zugute kamen. So mussten neben einer Reihe von italienischen Aristokraten, (darunter sogar der Schwiegersohn des Papstes) die der Machtpolitik der „heiligen Familie“ im Weg standen

und daher von Cesares Privathenker oder vom Papstsohn persönlich liquidiert wurden, auch mehrere durch Giftanschläge ermordete Bischöfe und Kardinäle, deren Reichtümer mit ihrem Tod an den Papst fielen, von ihrem Dasein Abschied nehmen. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass Alexander VI., als er im Jahre 1503 überraschend verstarb, einigen Quellen zufolge deshalb den Tod fand, weil er einen vergifteten Trank, der eigentlich für jemand anderen bestimmt gewesen war, versehentlich selbst leerte und somit Opfer seiner eigenen Macht- und Geldgier wurde.


MainSCREAM:coverstory

Die Geschichte der Frau Autorin: Janine De Monte

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evor der lange Weg zur Gleichberechtigung von Mann und Frau begann, wurde die Frau nur als Besitzobjekt oder sogar als Dienerin des Mannes, gesehen. Sie musste sich um den Haushalt kümmern, durfte bei öffentlichen Treffen und Essenseinladungen nicht erscheinen und dem Mann, ihrem Herrn, nicht widersprechen. Im Laufe der Zeit strebten einzelne Frauen oder kleine Gruppen nach mehr Rechten. Sie wollten Berufe, die ursprünglich nur von Männern ausgeführt wurden, ausüben und sie lehnten sich gegen das System des herrschenden Mannes auf. Doch diese seltenen Aufrufe zur Gleichberechtigung wurden nicht beachtet oder unterdrückt. Im Zuge der Französischen Revolution, etwa 1790, begann man einigen Frauenclubs, die für Emanzipation kämpften, Aufmerksamkeit zu schenken. Doch auch im Jahre 1850 waren noch keine großen Fortschritte sichtbar; Frauen, Kindern und Jugendlichen war es noch immer verboten öffentlichen Vereinen

und politischen Organisationen beizutreten. 1865 gründete man in Deutschland den „Allgemeinen Deutschen Frauenverein“. Diese Organisation forderte die Zulassung der Frauen zu allen Bildungsmöglichkeiten. August Bebel setzte sich für das Recht der Frauen ein, jeden Beruf ergreifen zu können. 1900 trat das Bürgerliche Gesetzbuch, „BGB“, in Kraft, welches besagt dass dem Ehemann das Entscheidungsrecht zu Ehe und Scheidung zukommt. Die Frau hat also keinerlei Rechte zu entscheiden ob sie eine Ehe eingeht, und ebenso keine Möglichkeit sie zu beenden. Acht Jahre später werden Frauen in politischen Vereinen aufgenommen. Das aktive und passive Wahlrecht erhielten Männer 1907. Frauen hingegen erst im Jahre 1918. 1937 wurden Frauen als Folge der Aufrüstung zur Arbeit in Munitionsfabriken verpflichtet. Hier bewiesen sie zum zweiten Mal nach den 1.Weltkrieg, dass sie auch fähig waren, die Arbeit zu verrichten, die eigentlich für Männer gedacht gewesen wäre.

Wichtige Frauen in der Geschichte Autorin: Janine De Monte Frauen, die in der Geschichte bisher etwas verändert oder etwas Großartiges beigetragen haben werden seltener gesehen als Männer. Wirft man einen Blick auf Herrscher, Kaiser, Präsidenten und so weiter, kann man erkennen, dass meist Männer die Führungspositionen innehatten. Auch die Nobelpreise wurden zum Großteil an Männer vergeben, weil Frauen entweder nicht zu solchen großen Taten oder Errungenschaften zugelassen oder weil ihre Werke nicht anerkannt worden sind. Für alle

bisher vergebenen Nobelpreise gab es 776 männliche aber nur 41 weibliche NobelpreisträgerInnen. Wichtige Nobelpreisträgerinnen waren zum Beispiel Marie Curie, Mutter Teresa, Jane Addams und Bertha von Suttner. Andere bedeutende Frauen in der Geschichte sind unter anderem Florence Nightingale, Indira Gandhi, Sophie Scholl oder Maria Theresia.

Nach dem Krieg jedoch war fast alles wie vorher. Auch heute sind wir noch nicht dort, wo wir eigentlich sein sollten. Frauen bekommen für dieselbe Arbeit weniger Geld und auch in der Gesellschaft wird die Frau mehr als Dienerin des Mannes, statt als Lebewesen, das dem Mann gleichgestellt ist, gesehen.


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Umfrage Autorin: Elisabeth Mayr

„I

st doch Umfrage Rollenbilder der Klassen Scheibbs.

alles schwul!?“ Eine zu Homosexualität/ und die Meinungen 5a und 8c des Borg

In Rahmen des Psychologieunterrichts führte die 7a Klasse eine Umfrage über Homosexualität und Rollenbilder durch. Es wurden einige interessante Fragen herausgearbeitet, nach denen Schüler/innen befragt wurden. Danach wurden die Fragebögen von der 7a ausgewertet. Die Ergebnisse waren äußerst unterschiedlich zwischen den 5. und 8. Klassen. Bei den Burschen der Fünften ist die allgemeine Meinung zur Homosexualität ausgeglichen. 50% finden es okay und 50% ist es egal, wobei bei den Burschen der 8c es 55% egal, 27% finden es okay und 17% finden Homosexualität abstoßend. Auf die Frage, ob sie einen Schwulen oder eine Lesbe auf den ersten Blick erkennen könnten, antwortete 1/3 der Mädchen der 5a mit Ja und 2/3 mit Nein. Die Burschen der 8c waren ähnlicher Meinung mit 36% Ja und 64% Nein. Die Mehrheit der 5a Klasse denkt, dass es unfair sei, dass Homosexuelle nur standesamtlich heiraten dürfen jedoch findet es die Mehrheit der 8c nicht

unfair. Niemand in der 5a- Klasse könnte sich vorstellen, mit einem gleichgeschlechtlichen Partner intim zu werden, bei den Achten könnten es sich 9% vorstellen 2/3 der 5a Klasse denken, dass es unnötig sei, die Bundeshymne von „Heimat bist du großer Söhne“ in „Heimat bist du großer Söhne und Töchter“ umzuändern und auch hier denkt die 8c Klasse ähnlich, denn hier sind es sogar 91%, die es für unnötig halten. Bei den Berufen finden beide Klassen, dass der Tischler ein typisch männlicher Beruf ist und die Frisörin ein typisch weiblicher. Bei den Berufen Politiker/in, Maler/in, Koch/Köchin und Lehrer/in ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Homosexualität ist den meisten Mädchen der 5a Klasse egal, 38% finden es okay und 8% abstoßend. In der 8c finden es 67% okay und 33% ist es egal. 54% der Mädchen der 5a denken, einen Schwulen bzw. eine Lesbe auf den ersten Blick erkennen zu können, hingegen denken 77% der 8c,dass das nicht funktionieren würde und nur 11% glauben, sie könnten es erkennen. Fast die Mehrheit der 5a Klasse kann sich keine intime Beziehung mit jemanden Gleichgeschlechtlichen vorstellen, nur 6% kreuzten Ja an, für 8%

kommt es auf die Situation an und bei der 8c Klasse spricht das Ergebnis eindeutig gegen eine intime Erfahrung. 77% der 5a- Mädchen finden es unfair, dass Homosexuelle nur standesamtlich heiraten dürfen .Bei den Damen der 8c sind, mit 44,4% Ja 44,4% Nein und 11,1% ungültig, die Stimmen ziemlich ausgeglichen. Die Mehrheit der 5a und 8c Klasse denkt, es ist unnötig, die Bundeshymne zu ändern. Auch die Mädchen sind sich einig, dass der Tischler ein männlicher Beruf ist und die Frisörin ein weiblicher. Und wie ihre Klassenkollegen teilen auch sie die restlichen Berufe beiden Geschlechtern zu. Die Unterschiede zwischen Mädchen und Burschen der verschiedenen Klassen sind sehr deutlich zu erkennen, jedoch zeigt sich die Mehrheit offen für die Themen Homosexualität und Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann.


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Frauenrechte in anderen Ländern

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Autorin: Lisi Kladnik Die Menschenrechte von Frauen werden auf der ganzen Welt verletzt. Unabhängig von Nationalität, Kultur, Religion und gesellschaftlicher Position werden diese weltweit diskriminiert, geschlagen, gefoltert und im schlimmsten Fall von ihren Vätern, Söhnen, Brüdern und Ehemännern hingerichtet. Menschenrechtsverletzungen an Frauen sind universal. Nicht wenige Frauen auf dieser Erde sind von Männergewalt betroffen und sind auch Opfer von jener Gewalt gegen Frauen, die von patriarchalen Gesellschaften ausgeht. In den meisten westlichen Ländern sind weibliche Personen schon in beinahe allen Aspekten gleichberechtigt, in anderen Teilen der Welt sieht es allerdings noch ganz anders aus. Sehr oft sind Frauen noch immer Eigentum der Männer, haben keinen oder kaum einen Zugang zur Bildung, keine Möglichkeiten sich selbstständig zu ernähren und sind deshalb gezwungen,

ihr Leben in der Bindung an einen Mann zu verbringen. Ob sie es wollen oder nicht. Auch Genitalverstümmelung, Zwangsehen und Vergewaltigungen sind nur zu gut bekannt und doch immer noch weit verbreitet. In vielen afrikanischen Ländern werden Frauen diskriminiert. Sie erledigen den Großteil der Arbeiten, werden dafür aber nicht gewürdigt. Viele werden als junge Mädchen gegen ihren Willen beschnitten,oft zwangsverheiratet und/oder dürfen ohne die Einwilligung des Vaters nicht heiraten. Vor einer Heirat gehören alle unehelichen Kinder dem Vormund der Frau, also dem Vater. Häufig islamische Länder haben vor allem im Bereich von Ehe-, Scheidungs- und Erbrecht große Defizite in der Gleichberechtigung vorzuweisen. Die Väter wollen ihre Töchter oft zwangsverheiraten. Falls sich diese weigern, werden sie geschlagen und schlecht behan-

delt. Bei einer Scheidung verlieren sie meistens die Kinder, die der Familie des Mannes zugesprochen werden. Noch dazu erben Frauen weniger als einem Mann zustehen würde. Auch ihre Zeugenaussage vor Gericht ist nicht soviel wert. Außerdem ist es den Ehemännern auch erlaubt, ihre Frauen bei Ungehorsam zu züchtigen. Ein Mann kann sich ohne Angabe von Gründen scheiden lassen. Eine Frau jedoch braucht ein Argument und die Zustimmung ihres Gatten. Wird eine verheiratete Frau beim Ehebruch erwischt, kann diese in seltenen Fällen sogar gesteinigt werden. Erst im August 2010 wurde in Afghanistan ein unverheiratetes Ehepaar öffentlich gesteinigt. Es gibt noch vieles, was in diesem Bereich verändert werden muss. Vergewaltigungen, Zwangsehen und Diskriminierungen sollten nicht mehr von so vielen Ländern geduldet werden.


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Kontra GENDERN Autorin: Doris Neubacher

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ch möchte niemanden kränken und bin auch nicht gegen Feminismus, jedoch sehr wohl gegen die Sprachzerstörung aus Konzilianz. Sobald Adjektive und abhängige Pronomina verwendet werden, wird die Sprache sehr umständlich: Die vielen Doppelnennungen und das Wörtchen „beziehungsweise“ machen die Texte meist furchtbar kompliziert. Benutzt man Klammern, ist dies zwar leichter zu lesen, das Aussprechen aber wird genauso zur Qual. „So wird ein(e) Lernende(r) zu einer(m) LernbegleiterIn und umgekehrt.“  Die Forderung nach einer konsequenten Doppelnennung beruht auf einem fundamentalen sprach-

wissenschaftlichen Irrtum. Die Fehlüberlegung besteht in der Gleichsetzung von biologischem und grammatikalischem Geschlecht. In der deutschen Sprache gibt es drei grammatikalische Genera – Femininum, Maskulinum, Neutrum - jedoch existieren in der Natur bloß zwei Geschlechter. Weiters besitzen auch Dinge ein Geschlecht – wie beispielsweise DIE Bank, DER Tisch oder DAS Buch. Dies zeigt wieder, dass biologisches und grammatikalisches Geschlecht keinesfalls gleichgesetzt werden dürfen. Das Genus eines Wortes kann aber nicht nur geschlechtlich und ungeschlechtlich, sondern auch übergeschlechtlich sein. Der Mensch, die Person, der

Pro GENDERN Autorin: Melina Schlembacher Gendern? Unbedingt! Eine gemeinsame Sprache macht eine gemeinsame Kultur aus. Darum ist es wichtig Frauen in die Sprache einzubinden. Dies verleiht Frauen und Männernzumindest sprachlich-die gleiche Bedeutung. Sicher verändert man die Worte, doch ist gerade das das Gute daran: Leute, die auf solche Veränderungen stoßen, werden aufmerksam darauf, wie ungewohnt es ist, dass Frauen erwähnt werden und beginnen bestenfalls sogar darüber nachzudenken, warum jene in unserer Sprache und Kultur immer noch diskriminiert werden. Natürlich ist es mehr Arbeit, als nur die männliche (oder weibliche) Form der Worte zu benützen, doch wer keine Anstrengung auf sich nimmt, wird auch nichts verändern! Zwar hat sich in den letzten Jahrzehnten vieles in Sachen Gleichberechtigung verbessert, doch ist noch

lange nicht genug passiert! Oft bekommen Frauen weniger Geld im gleichen Beruf und sind dazu dreifach (Arbeit-Haushalt-Kinder) belastet. Um auf diese Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen, um zu zeigen, dass Frauen sprachlich und somit auch kulturell genauso wichtig, wie Männer sind und, um ein Zeichen dafür zu setzen, dass der Kampf um gleiche Rechte noch lange nicht ausgefochten ist, ist es wichtig zu gendern! Natürlich müssen nicht nur die positiven Begriffe (HeldIn) sondern auch die negativen (FaschistIn) gegendert werden. Das Ziel ist es schließlich, gleiche Rechte für alle zu schaffen, in einer anscheinend so „fortschrittlichen“ Kultur.

Patient – solche Worte bezeichnen eine Gruppe von Menschen, die entweder männlich oder weiblich sind. So sind auch alle Funktionen fast aller Verben als androgyn zu verstehen – ein Mensch, der liest, ist ein Leser, egal ob weiblich oder männlich. Daher wird die Doppelnennung überflüssig, sobald man die Funktion aller drei Genera erkannt hat.


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Die Einkommensschere Autorin: Miriam Steiner

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GENDER PAY GAP – Begriffserklärung: Als Gender Pay Gap bezeichnet man den Durchschnittswert des Bruttostundenverdienstes der Frauen verglichen mit jenem der Männer in Prozent. Wie neueste Untersuchungen der Statistik Austria ergeben haben, beträgt dieses geschlechtsspezifische Verdienstgefälle in Österreich ca. 25,5%. Das heißt österreichische Frauen verdienen im Schnitt um 25,5% weniger als ihr geschlechtliches Gegenüber. Mit diesem schockierenden Quoten ist Österreich unter den europäischen Ländern beinahe Spitzenreiter. Einzig Estland, mit 30%, steht eine Rangordnung über uns. Ein Beispiel könnten wir uns an Malta nehmen, wo das Gefälle lediglich rund 2,5% beträgt. Der durchschnittliche Wert aller EU-Länder ergibt 17,6%. Nur wie kommen diese Unterschiede überhaupt zustande? Eine mögli-

che Erklärung wäre, dass der männliche Anteil unserer Bevölkerung mit weniger Karriereunterbrechungen arbeitet. Doch wen wundert das, immerhin wird ja noch immer die Frau schwanger und nicht der Mann und der Anteil jener Männer, die in Karenz gehen, liegt leider weit unter jenem der Frauen. Aber alle Erklärungsversuche sind trotzdem keineswegs eine Rechtfertigung dafür, dass die Arbeit der Frauen weniger wertgeschätzt und daher schlechter bezahlt wird, als die der Männer. Wir leben im 21. Jahrhundert. Die Zeit in der die Frau dem Mann unterstellt wurde sollte langsam vorüber sein. Frauen genießen heutzutage die gleiche Ausbildung wie Männer und dass fachliche Qualifikationen geschlechtsabhängig sind, ist nichts weiter, als ein weiteres Vorurteil. In der Folge entbehren derart große Einkommensunterschiede jeglicher Grundlage.

Doch bei all den negativen Fakten die bestehen darf man nicht vergessen, auch die positiven Seiten zu erwähnen. So ist im Hinblick auf die Entwicklung des geschlechtsspezifischen Verdienstgefälles, wenigstens ein kleiner Fortschritt zu beobachten. Wenn man in Österreich das Gender Pay Gap des Jahres 2008 mit rund 42% mit den neuesten Ergebnissen, welche, wie bereits erwähnt, bei 25,5% liegen vergleicht, sieht man, dass sich die Lage, wenn auch nur wenig, bessert. Während unsere Ur-Großmütter ihre Ehemänner noch um Erlaubnis fragen mussten, wenn sie arbeiten wollten, ist die moderne Gesellschaft zumindest schon fast am richtigen Weg zur Gleichberechtigung. Doch - und darüber müssen wir uns im Klaren sein – dieser Weg ist noch sehr weit!


MainSCREAM:sport

Snow, Ice, Sports & Fun Autorin: Sabine Wenighofer

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enn draußen die Seen zugefroren sind und der Schnee auf den Pisten liegt, haben viele von uns den Drang in die Kälte zu stürmen um Schi zu fahren, Snowboarden oder Eislaufen zu gehen. Aber das ist doch langweilig! Warum sollen wir immer den gleichen Sport im Winter betreiben, wenn es so viele andere spannende Wintersportarten gibt? Ihr fragt euch bestimmt, welche? Hier werdet ihr schlau, wie ihr euch an schönen Wintertagen austoben könnt. Eine etwas andere Talfahrt kann man mit einem Monoski erleben: Dieses Wintersportgerät sieht aus wie ein Snowboard hat aber zwei Bindungen, die parallel nebeneinander liegen und der Fahrer/die Fahrerin bewegt sich vorwärts und nicht seitwärts fort. Außerdem wird der Monoski mit zwei Skistöcken gefahren. Noch spektakulärer kann man die Piste mit einem Snowbike bewältigen: Das Snowbike oder Skibike sieht aus wie ein kleines Fahrrad ohne Reifen. Man fährt damit sitzend die Piste runter und trägt an den Füßen kleine Skier. Im März 2007 stellten die Österreicher Hermann Koch und Harald Brenter

in Obertauern einen Höhenweltrekord mit dem Snowbike auf und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von 107 km/h. Für alle, die auf extreme Dinge stehen: Eisschwimmen wird in vielen Ländern seit Jahrhunderten als Volkssport betrieben. Dabei wird ein großes Loch in die Eisschicht eines Sees oder Teichs geschlagen und danach kann man bei Wassertemperaturen zwischen 1 und 10° C baden. Wichtig ist, dass man sich nur einige Minuten im Eiswasser aufhält um eine Unterkühlung zu vermeiden. Natürlich darf nicht jeder einfach in eiskaltes Wasser springen, denn diese Sportart erfordert viel Training. Traditionelle Eisschwimm-Veranstaltungen werden in Österreich beispielsweise am Aachensee abgehalten. Eine andere eher unbekannte Wintersportart ist das Skijöring: Dieser Wintersport kommt aus Skandinavien und ist auch in ganz Europa weit verbreitet. Beim Skijöring steht der Sportler/die Sportlerin, ähnlich wie beim Wasserski, auf Skiern und hält sich an einer Schleppleine fest. Der Skifahrer/die Skifahrerin wird beim klassischen Skijöring

von Pferden oder Schlittenhunden und beim modernen Skijöring von einem Motorrad, Rennwagen oder Schneemobil gezogen. Die Schwierigkeit besteht darin, möglichst schnell die vorgegebene Schneerennbahn zu durchfahren ohne dass der Skifahrer/die Skifahrerin durch die Fliehkraft in den Kurven von der markierten Piste abkommt. Wintersport muss nicht immer langweilig sein, also warm anziehen und rauf auf die Piste!


MainSCREAM:sport

Downhillen Autor:Lukas Matuschka

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ownhillen ist ein sehr actionreicher Sport, der jedoch sehr gefährlich ist. Um mehr zu dieser Aktivität zu erfahren, hat „mainSCREAM“ ein Interview mit Maximilian Mayer aus der 6c des BORGs geführt, der diesen Sport schon seit einiger Zeit ausübt. Mainscream: Was ist Downhillen genau? Maximilian: Man fährt mit einem Bike eine spezielle, gesperrte Strecke mit hoher Geschwindigkeit hinunter. Ziel ist es, eine schnellere Zeit zu fahren als seine Gegner. Diesen Sport kann man jedoch nur im Sommer ausüben. Mainscream: Was ist der Kick dabei? Maximilian: Die hohen Geschwindigkeiten sorgen dafür, dass ein Fehler fatale Folgen mit sich bringen kann. Es ist daher sehr wichtig, immer konzentriert zu bleiben und sich nicht ablenken zu lassen. Mainscream: Welche Ausrüstung benötigt man? Maximilian: Man fährt mit einem bestimmten Rad, dem sogenannten „Fully Bike“, welches vorne und hinten gefedert ist. Außerdem herrscht in den Downhill – Parks Helmpflicht. Dies ist das Allerwichtigste, doch die meisten Fahrer benutzen noch Arm- und Knieschoner

und Handschuhe, um zusätzlich geschützt zu sein. Mainscream: Wie lange betreibst du diesen Sport schon und wie lange benötigt man, um Wettkämpfe bestreiten zu können? Maximilian: Ich fahre jetzt schon 3 Jahre, halt nur im Sommer, und nächstes Jahr werde ich dann erstmals bei einigen Rennen mitfahren. Wie bei jedem Sport gilt das Sprichwort „Übung macht den Meister“. Mainscream: Wo in Österreich findet man Downhill – Strecken? Maximilian: Die größte Downhill – Strecke Österreichs befindet sich in

Leogang (Salzburg). Weitere Strecken sind in Schladming und Wagrain (Salzburg). Mainscream: Wer sind deine Vorbilder? Maximilian: 2009 war ich beim Downhill Cup in Schladming und besonders beeindruckend fand ich Sam Hill aus Amerika. Unter den Österreichern ist Hannes Klausner mein Favorit. Mainscream: Hattest du schon schwere Stürze? Maximilian: Ich bin schon öfters gestürzt, weil ich manchmal zu übermütig bin. Einmal musste ich am Kopf genäht werden, doch ansonsten gab es Gott sei Dank noch nichts schlimmes. Mainscream:  Vielen Dank für das Interview, ich wünsche dir noch eine unfallfreie und erfolgreiche Zukunft im Downhillen. Maximilian: Ich bedanke mich ebenfalls.


MainSCREAM:reisen und speisen

Cocktails Autorin: Janine De Monte

Mango Tango 1/4l Orangenpago 1/4l Mangopago 1/2l Erbeerpago (besser ist Erbeerpüree)

Strawberry Kiss 3cl Obers 3cl Kokosnusssirup 10cl Erdbeerpago 8cl Ananaspago

Pink Plum

Pina Colada

3cl Obers 3cl Kokosnusssirup mit Zwetschkenpago auffüllen (ca. 18cl)

(alkoholisch)

3cl Obers 3cl Kokosnusssirup 5cl Rum (Bacardi, Havana) 8cl Ananaspago

gilt für alle Cocktails: Eiswürfel in einen Shaker geben, alle Zutaten dazugeben und im Shaker gut schütteln, in ein Glas geben, nach Möglichkeit noch dekorieren

wo ein wille ist, ist auch ein schuhgeschäft

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MainSCREAM

Interview mit Austauschschüler des BG/BRG Wieselburg Autorin: Doris Neubacher

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eit Anfang des Schuljahres nimmt der Austauschschüler „Dan“ aus Thailand am Unterricht der 7A des BRG Wieselburg teil. Das Königreich Thailand ist ein Staat in Südostasien. Es wird als konstitutionelle Monarchie mit König Bhumibol Adulyadej als Staatsoberhaupt regiert, der bereits 1946 zum König ernannt wurde. Die Hauptstadt und auch größte Stadt des Landes ist Bangkok. Der Buddhismus ist die dominierende Religion des Landes. 75% der rund 65 Millionen Bewohner sind Thai, etwa 15% sind Chinesen. Erst im 11. Jahrhundert wanderten die Thai in das heutige Thailand ein. Sie gründeten mehrere Königreiche, die in den folgenden Jahrhunderten vereinigt wurden. In der Epoche des Kolonialismus gelang es, die Unabhängigkeit zu wahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Thailand häufig vom Militär diktatorisch regiert, gleichzeitig erlebte es einen Wirtschaftsboom und entwickelte sich zu einem der wirtschaftlich führenden Staaten Südostasiens. Zurzeit gibt es zahlreiche Konflikte zwischen den sogenannten Rothemden (Gegner der thailändischen Regierung) und den Gelbhemden. Diese sind Anhänger von Ministerpräsident Abhisit Vejjaviva und seiner Regierung, sie gehören eher zu den reicheren, in den Städten lebenden Leuten. Mainscream: Wir alle kennen dich unter dem Namen „Dan“, wie heißt du wirklich? Dan: Mein richtiger Name ist Bowornkrit Watcharaplakornkul. Mainscream: Wie alt bist du? Dan: Am 9. August werde ich 18 Jahre alt. Mainscream: Welche Sprachen sprichst du? Dan: Thailändisch, Englisch und Deutsch. Mainscream: Welcher Religion gehörst du an? Dan: Ich bin Buddhist.

Mainscream: Wo wohnst du in Thailand? Dan: In Bangkok und Chonburi. Mainscream: Was sind deine Hobbys? Dan: Ich spiele gerne Fußball und liebe es, Musik zu hören. In meiner Freizeit schlafe ich auch viel und gerne. Mainscream: Warum bist du nach Österreich gekommen? Dan: Der Hauptgrund ist wahrscheinlich, dass ich Deutsch lernen wollte. Mainscream: Was denkst du über die österreichische Küche?

Dan: Das Essen hier schmeckt mir grundsätzlich gut, aber in Thailand essen wir mehr Reis. Ich verstehe nicht, warum Österreicher so viel Brot essen. Mainscream: Was denkst du sonst über Österreich? Dan: An Österreich gefallen mir besonders die Berge, aber auch die entspannte Atmosphäre. Es ist schade, dass man nicht täglich Sport machen kann. Mainscream: Danke und noch eine schöne Zeit.


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Einblicke in Amerikas Schulsystem Autorin: Sarah Koch

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as Schulsystem in Amerika ist schwer vergleichbar mit dem österreichischen. Deswegen kann ich nicht sagen, welches mir besser gefällt, sie sind einfach zu verschieden“, sagt Viktoria Pöhacker, die normalerweise im Gymnasium Wieselburg die Schulbank drückt, momentan aber in Marysville, Ohio zur Schule geht. Auch Theresa Stockinger, üblicherweise Schülerin des BORG Scheibbs, und Philipp Hacker, Schüler des BG Wieselburg, verbringen dieses Schuljahr in den USA. „Im Prinzip ist es wirklich so, wie man es sich von den Filmen her vorstellt“, meint Philipp, der die 11. Schulstufe in Florida verbringt. In seiner Schule gäbe es sowohl die durch Hollywood bekannten Cliquen als auch durchgedrehte LehrerInnen. „Außerdem bist du beliebt, wenn du eine Sportskanone bist“, fährt er fort, “Die Footballer und Basketballer werden natürlich verehrt und die Mädchen backen ihnen sogar oft etwas!“ Auf sportliche Betätigung wird in Amerika generell viel Wert gelegt. Im Unterschied zu europäischen Schulen kann man so ziemlich jeden Sport gratis und nachmittags in der Schule ausüben. Außerdem ist es praktisch gut im Sport zu sein, weil man so einfacher ein Stipendi-

um für ein gutes College bekommt. Die letzten Jahre sind prinzipiell der Vorbereitung fürs College gewidmet. Man bewirbt sich für ein College und macht außerdem noch außerschulische Wohltätigkeitsarbeiten, damit man einen „besseren Ruf“ hat. „Es ist keinesfalls so, dass die Amerikaner es sich leicht machen. Sie geben voll Gas damit sie ein Stipendium kriegen, weil ein College ohne Stipendium extrem teuer ist.“, meint Theresa. Am Auffallendsten ist natürlich die Tatsache, dass man sich seine Schulfächer selbst aussuchen darf. Jedoch hat man eine bestimmte Vorgabe wie viel „credit“ man haben muss. „Jeder Kurs hat eine bestimmte Zahl an Credit, je schwerer desto mehr Credit. Songwriting hat z.B. 0,5 während AP Biology (in den Hauptfächern gibt es drei Schwierigkeitsgrade: regular, Honors-, und AP-Courses, letztere sind die schwersten) 3 Credit hat. Außerdem muss man mindestens zwei Jahre lang eine Fremdsprache gelernt haben. Es gibt wirklich eine Unmenge an Fächern zu wählen, eigentlich alles, was man sich vorstellen kann!“, erklärt mir Viktoria. „Was ich noch gut finde“, fügt Theresa hinzu, “ist, dass man bei den meisten gewählten Fächern nicht nur mit

den Schülern der gleichen Schulstufe zusammen ist, sondern mit jeder Altersstufe, je nachdem wer sich aller eingetragen hat.“ Sie findet außerdem, ebenso wie Viktoria, dass das LehrerInnen-SchülerInnen Verhältnis viel lockerer ist als in Österreich, da es im Englischen ja keine einengende Sie-Form gibt. „Es ist normal, dass du mit deinem Lehrer zu tratschen beginnst wenn du Zeit hast und du kannst statt einer Lernstunde auch sagen, dass du jetzt lieber einem Lehrer beim Verbessern oder so helfen willst.“, sagt Viktoria. Außerdem kann man, wenn man z. B. den Lehrer/ die Lehrerin nicht mag, einfach zu einem anderen/einer anderen wechseln und das macht gar nichts. Sowohl Philipp als auch Theresa und Viktoria sind sich einig: „Ein Auslandsjahr lohnt sich auf alle Fälle. Ich kann es jedem weiterempfehlen!“



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