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EDIT

ORIA

INHALT SCHULE

ab S. 2

GYM Interview I GYM Interview II Schulrechtinfo-corner Umfrage PISA-Boykott AKS-Collage SchülerInnenDEMO- Review

POLITIK

ab S. 9

InnenPolitik: Satire AußenPolitik: AFRIKA

GESCHICHTE

ab S.11

die Pariser Kommune

CITY LIFE

ab S. 12

Sozial Markt St.Pölten STP Interview Bgm.Stadler YOUTHCULTURE Serie: Stp NIGHTLIFE

FREIZEIT

ab S.17

Cinema Wusstest du schon? Rätsel Cocktails

Leitbild:

Hintergedanke dieser Zeitung ist es den SchülerInnen St.Pöltens mittels eigener Zeitung ein Sprachrohr und eine Plattform des Austausches zu verschaffen.

Zensurfreie Zone – Gratis, aber nicht umsonst! Damit ihr auch die dritte Ausgabe von brainstorm gratis lesen könnt, sind wir auf Sponsoren angewiesen. Diese unterstützen das Projekt zwar, haben aber auf den Inhalt keinerlei Einfluss.

Lust auf Mitarbeit? Fragen, Anregungen, Beschwerden oder LeserInnenbriefe? Schreib uns (ganz unverbindlich)! Wir beißen nicht. brainstorm@aksnoe.at LAYOUT&DESIGN by Lindi

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Hallo! Zuallererst möchten wir uns für die vielen, positiven Feedbacks bedanken, die uns bis jetzt ereilt haben! In der nunmehr dritten Ausgabe haben wir uns überlegt, wie die Zeitung noch interessanter und abwechslungsreicher gestaltet werden könnte. So entstand die Idee einer Citylife Rubrik, die unsere Schulstadt porträtieren soll. Fürs erste Mal konnten wir den St.Pöltner Bürgermeister zu einem ausführlichen Exklusivinterview bewegen (ab S.9). Zusätzlich haben wir beschlossen, einen verstärkten Fokus auf die Allgemeinbildung zu legen. So erfährt ihr auf S.14 in unserer neuen „wusstest du schon …“-Rubrik, was denn ein Blauwalherz und ein VW Polo gemeinsam haben. Also: Lest euch schlau und macht von eurer Stimme gebrauch – Denn nur gemeinsam und gebildet sind wir stark. So können wir uns die Schule nach unseren Vorstellungen gestalten! Viel Spaß beim Lesen, Das Team.


SCHOOL

lets talk about...

Interview mit dem Direktor des Gymnasium Josefstraße St.Pölten: Brainstorm: Welche Projekte sind in nächster Zeit im Gymnasium geplant? Direktor: Bei den Projekten direkt ist es ja so, dass wir für die Schüler, die Platzverhältnisse verbessern wollen und da kommen wir jetzt langsam in die Planungsphase. Es wird eine Sanierung geplant, damit die Aulen wieder frei werden, jede Klasse einen eigenen schön ausgestatteten Raum hat und eine Mensa für die Schüler zugänglich ist. Diese Planungsphase wird etwa 2 Jahre dauern, also ist zu erwarten, dass frühestens 2011 begonnen wird. Brainstorm: Was sagen Sie zu dem eher mangelnden Angebot an Essen?

Direktor: Wir versuchen das Angebot unter den räumlichen Bedingungen so gut wie möglich zu halten. Wir haben nur einen kleinen Raum für den Schulwart, weil man es (das Essen, Anm.) dann wieder wegräumen muss, weil wir keinen eigenen Raum haben. Die einzige Verbesserung in der letzten Zeit ist eingetreten als wir Automaten aufgestellt haben, die auch gesunden Inhalt haben.

Brainstorm: Wie stehen Sie zu politischer Werbung an der Schule?

Direktor: Politisches Werben an der Schule finde ich überhaupt nicht günstig und daher erlaube ich auch hier an der Schule keine Werbung. Wenn man sich mit Politik beschäftigt, ist das in Ordnung - das hat man auch in der politischen Bildung und vor Wahlen. Es war auch so, dass man ins Landhaus geht oder von allen Parteien Politiker einlädt. Politische Werbung allerdings hat an der Schule nichts verloren.

Brainstorm: Auf der Bekanntmachung zur Dienststellenversammlung der Lehrkräfte, wurde aber eine halbe Seite für subjektive, politische Meinung verwendet. Finden Sie das in Ordnung? Direktor:Das ist die Meinung der Gewerkschaft und der Personalvertretung, hat aber mit politischen Parteien nichts zu tun. Die Gewerkschaft ist überparteilich, das muss ich an dieser Stelle schon betonen. Das haben alle Parteien so formuliert und es ist nicht die Aufgabe der Direktion das zu kontrollieren. Brainstorm:Viele SchülerInnen berichten, dass Lehrkräfte während des Unterrichts gegen den Gesetzesvorschlag von BM Schmied wettern. Sieht so Objektivität aus? Direktor: Das sollte natürlich nicht im Unterricht passieren, aber, dass die Lehrerschaft aufgebracht ist, wenn man sagt, dass ab September 10% von ihrem Gehalt gestrichen werden – um das geht es ja – ohne das vorher überhaupt mit der Gewerkschaft und der Landesvertretung zu besprechen, ist das verständlich. Ich denke da an andere Berufsgruppen: Wenn man sagt, ich streiche 10% vom Gehalt, könnte ich mir vorstellen, dass es in Österreich einen Generalstreik gibt. Brainstorm: Das Schulfest im Gymnasium wurde auf ein musikalisch untermaltes Grillfest für die Eltern zurückgestutzt, das ziemlich früh zu Ende ist. Welche Gründe gibt es dafür? Direktor: Das Schulfest ist ja ein Fest für die Schulgemeinschaft,

sprich die Eltern, die Schüler, die Absolventen und die Lehrer. Das Fest beginnt am Nachmittag,wo eben die Unterstufenschüler auftreten und vielleicht die Großeltern kommen, am Abend kommen dann die Eltern. Der Grund für das frühe Ende ist, dass es ja ein Schulgemeinschaftsfest ist und nicht irgendein Alkoholexzess. In früheren Jahren waren schulfremde Personen ein grobes Problem.

Brainstorm: Internationale Vergleichsstudien lassen das österreichische Schulsystem alt aussehen. Was muss sich Ihrer Meinung nach ändern? Direktor: Da muss ich schon ein paar Worte zu den Vergleichsstudien sagen.Da wirft man natürlich schon Kraut und Rüben durcheinander. Sie vergleichen das mit manchen Systemen wo die Lehrer nur zu unterrichten haben. Bei uns haben die Lehrer wesentlich mehr zu erfüllen: Sie sind Klassenvorstand, sie sind Kustoden, sie haben Projekte durchzuführen. Und das machen sie alles zusätzlich. Sie haben keine Assistenten. Für all das gibt es wo anders Sekträterinnen oder technische Assistenten. Und daher ist das nicht vergleichbar.

Brainstorm: Was kann sich Ihrer Meinung nach Österreich vom Finnischen Gesamtschulmodell abschauen? Direktor: Dass für die Bildung wesentlich mehr Geld ausgegeben wird. In Finnland zum Beispiel unterrichten die Lehrer 17 Stunden. Hier wird sehr tendenziös Bericht erstattet. Man nimmt bei jedem System raus was besser ist. Im deutschen System unterrichten Lehrer 26 Stunden, wobei diese keine administrativen Aufgaben erledigen müssen. Beim finnischen System nimmt man hier wieder andere kleine Gruppen, um nicht zu zeigen, dass sie nur 17 Stunden unterrichten. Und dann schaut es natürlich ganz anders aus. Was man machen muss und das ist Vorraussetzung: Dass, wenn die Lehrer länger in der Schule bleiben sollen – und das ist durchaus sinnvoll – dass die Arbeitsbedingungen passen, dass jeder Lehrer einen Schreibtisch, Computer und einen Kasten für seine Unterlagen hat, sodass er auch in der Schule arbeiten kann. Unsere Lehrer haben nicht einmal einen eigenen Sessel, geschweige denn einen eigenen Computer. Wenn die Regierung diese Bedingung möchte, müssen zuerst die Arbeitsbedingungen dafür geschaffen werden. Brainstorm: Die Hausschuhpflicht stößt bei den SchülerInnen auf wenig Begeisterung – vor allem, weil sich viele Lehrkräfte nicht daran halten. Sehen Sie Handlungsbedarf? Direktor: Die Lehrer müssen zur Lehrergarderobe gehen, wo sie meistens sehr wohl ihre Schuhe wechseln. Auch wenn sie nicht Hausschuhe anziehen, sondern meist leichte Straßenschuhe, die aber nur drinnen getragen werden. Es ist eben so, dass die Lehrkräfte keine Schüler sind. Sollte ich Lehrer mit dreckigen Schuhen sehen, weise ich sie natürlich zurecht. von NORA und GUKI

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SCHOOL

lets talk about...

Interview mit der Schulsprecherin des Gym JosefstraĂ&#x;e, Nora Radovan: Brainstorm: Warum wolltest du Schulsprecherin im Gym werden? Nora: Ich mĂśchte aktiv an der Verbesserung der Situation der SchĂźlerInnen mitarbeiten, denn durch „sudern“ allein verändert sich eben nichts. Mir ist besonders wichtig, dass alle SchĂźler Innen an der Verbesserung der der Schule mitwirken kĂśnnen. Daher sollten gute Ideen der SV mitgeteilt werden – wir sind fĂźr alle Vorschläge offen.

Brainstorm: Welche Initiativen stehen in naher Zukunft an? Nora: Mir liegt vor allem ein ZeitzeugInnengespräch am Herzen. Zum Beispiel mit Ăœberlebenden aus einem KZ, damit die Vergangenheit nicht nur aus dem Geschichtsbuch aufgearbeitet wird. Im Moment verhandeln wir Ăźber einen passenden Termin. Brainstorm: Euer Schulfest wurde auf ein Grillfest reduziert. Der Direktor nennt vor allem Alkoholexzesse als Grund dafĂźr. Wie siehst du das? Nora: Ich denke, dass dieses Schulfest vor allem Eltern und jĂźngere SchĂźlerInnen anspricht. NatĂźrlich kann auch ein Grillfest attraktiv fĂźr Jugendliche sein, aber wenn das Schulschlussfest, das fĂźr jeden eigentlich ein Grund zum Feiern ist, um 22 Uhr beendet wird, ist der Reiz fĂźr uns SchĂźlerInnen nicht sehr groĂ&#x;.

An jeder Schule in St.PĂślten gibt es ein Angebot fĂźr die Jugend: sei es das legendäre HAK-Schulfest oder das BORG BeneďŹ zfest. In dieser Hinsicht kommen wir GymlerInnen auf jeden Fall zu kurz.

Brainstorm: Was willst du dagegen machen? Nora: Die SV wird sich noch in diesem Jahr massiv fĂźr ein reines Jugendfest unserer Schule einsetzen. Brainstorm: Der Schulleiter rechtfertigt subjektive politische Meinung auf der DienststellenversammlungsankĂźndigung mit der Ăźberparteilichen Gewerkschaft. Wie stehst du dazu? Nora: Ich glaube zwar, dass die Mehrheit der SchĂźlerInnen sich ihre eigene Meinung groĂ&#x;teils ohnehin mittels dem Internet bildet, trotzdem war diese Bekanntmachung aus meiner Sicht sehr wohl politische Beeinussung. Brainstorm: Was wäre in diesem konkreten Fall die richtige Vorgehensweise? Nora: Generell ďŹ nde ich, dass sich die Schule auf jeden Fall mit aktuellen politischen Themen intensiver auseinandersetzen sollte. Jedoch wäre eine mĂśglichst ausgeglichene und objektive Herangehensweise an diese Themen wĂźnschenswert und sinnvoll.

Brainstorm: In unserer aktuellen Umfrage thematisieren wir die Hausschuhpicht. Deine Meinung dazu? Nora: Prinzipiell ďŹ nde ich die Hausschuhpicht in Ordnung. Sie sollte aber von wirklich allen – das heiĂ&#x;t auch von den Lehrkräften – eingehalten werden, sonst ist der Sinn der Sache nicht wirklich ersichtlich. von TSCHĂ„KOP

       

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E G A R F M U

Thema: Hausschuhe

Frage 1: Findest du die Hausschuhpflicht sinnvoll?

Frage 2: Sollte die Hausschuhpflicht auch für Lehrkräfte gelten?

(In allen Schulen wurden aus jeder Schulstufe 10 SchülerInnen befragt (In der HTL 20). Insgesamt 310 Befragte – entspricht ca. 10% aller SchülerInnen der angeführten Schulen.)

Schulrecht Infocorner In den letzten ausgaben haben wir euch an dieser Stelle über die wichtigsten Fragen aus dem Schulalltag aufgeklärt - wer aber wirklich allzeit über die Rechte von uns SchülerInnen aufgeklärt sein will, bestellt sich am besten GRATIS die neue Schulrechtsinfobroschüre. Mit der hast du ab jetzt immer Recht! Seite 4


Pisa Boykot von Mic

Wieder einmal hört man in der derzeitigen Bildungsdiskussion, um die Mehrarbeitszeit der LehrerInnen, von der ÖVP -nahen SchülerInnenbewegung, der Schülerunion (SU), einen äußerst zynisch anmutenden Vorschlag zur Bewältigung der Krise. Wenn es nämlich nach den FunktionärInnen und den LandesschulsprecherInnen der Schülerunion geht, sollen Österreichs SchülerInnen die PISA- Studie boykottieren. Mit diesem Vorschlag zeigt die Schülerunion, dass sie sich von den ÖVP- Gewerkschaften (FCG und ÖAAB) instrumentalisieren lässt und tut dann so, als hätten sich die SchülerInnen selbst gegen die Studie gestellt, um zu beweisen, dass die Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) auf dem Holzweg ist, wenn es

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um Bildungspolitik geht. Dieser Vorschlag ist gerade deshalb so kurios, weil es erst seit der Amtszeit Elisabeth Gehrers (ÖVP) von 1999 bis 2006 mit der Qualität der Bildung bergab ging, was sich anhand der von ihr erstmals zur Durchführung freigegebenen PISA- Studie eindrucksvoll beweisen ließ. Danach war ebendiese Studie in der ÖVP äußerst unpopulär, die Verunsicherung nicht nur bei LehrerInnen und uns SchülerInnen sondern in der ganzen Republik Österreich groß- diese Studie hatte eine Lawine der Empörung losgetreten. Dennoch wusste man sich bei der konservativen Volkspartei nicht anders zu helfen, als weiter bei unserer Bildung zu sparen und jegliche Schuld von sich weg- und auf die SchülerInnen hinzuschieben. Nicht die Bildungspolitik war gescheitert, nein, wir als SchülerInnen waren zu dumm, suderten nur und waren verhaltensauffällig- vor allem jene, die sich gegen die Vorschläge Gehrers zur Wehr setzten. Die LandesschülerInnenvertretungen, auch damals schon mehrheitlich von der SU gestellt, schwiegen, kritisierten nicht den radikalen Sparkurs der Bildungsministerin und des Finanzministers und distanzierte sich von den SchülerInnen, die sich eben nicht einfach auf Grund von Parteipolitik ruhigstellen lassen wollten. Kurz: sie agierten gar nicht, man hätte ja jemanden verärgern können. So gingen die Jahre dahin und schließlich wurde irgendwann (2006) neu gewählt. Die ÖVP verlor- das Bildungsresort wurde neu besetzt, und zwar mit Claudia Schmied. Und plötzlich erwachte bei den konservativen GewerkschafterInnen und der SU wieder der, lange verlorengegangen geglaubte, Beißreflex. Schuld an den vernichtenden OECD Studien war plötzlich Schmied und die SPÖ, die Gehrer- Zeiten waren vergessen und sollten tot geschwiegen werden. Da kam das nächste Problem auf die Bildungsministerin zu: die sparwütigen Finanzminister Molterer und Pröll. Es sollte (und soll) wieder weniger Geld für Bildung investiert werden, während man auf Grund der Wirtschaftskrise als Staat in der Lage ist, den Banken einen dreistelligen Milliardenbetrag als Sicherheit zu offerieren. Die Bildungsministerin jedoch brauchte Geld und so sollte im Bildungssektor selbst gespart werden- beim teuersten, nämlich

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dem Personalsektor. 2 Stunden Mehrarbeit die Woche war die Forderung der Bildungsministerin an die LehrerInnen und das war den werten Gewerkschaften einfach viel, viel zu viel. Also begann wieder der ÖVP- Parteiapparat zu werkeln, alle Reserven mussten mobilisiert werden- so auch die SU. Und so kam es dann schließlich auch zu dem Aufruf die PISA- Studie zu boykottieren, ohne darüber nachzudenken, welche Folgen das für Österreich hätte. Die SchülerInnen sollten auf Zuruf die Studie sabotieren und damit der Ministerin ihr Scheitern aufzeigen. Nur dass es eben nicht durch die SchülerInnen exekutiert wurde, wie plakatiert, sondern durch die DirektorInnen, die wenn sie erst von der SU überzeugt worden waren ihren SchülerInnen eine Verweigerung der Studie schmackhaft machen sollten. Das belegt auch eine Recherche der Aktion Kritischer SchülerInnen (aks) die einen Screenshot einer Message des niederösterreichischen Landesschulsprechers Thomas Merlin Burger zugespielt bekommen hat, in dem er stolz berichtet, wieder einige DirektorInnen zum Boykott überredet zu haben. Das ask- Landesteam erklärt: „ Es ist nicht die Aufgabe des Landesschulsprechers oder der Landesschulsprecherin, den Direktionen Weisungen zu erteilen um Standespolitik auf dem Rücken der SchülerInnen zu betreiben. Burger ist als Landesschulsprecher rücktrittsreif, eine derart parteipolitische Handlungsweise ist nicht tragbar!“ Die SU hat in der derzeitigen Debatte einen Vorschlag gemacht, der eine Themenverfehlung und Fehlinterpretation ist und kann jetzt nicht mehr zurückrudern- was sie jedoch genau mit besonders schlechten Ergebnissen bei der PISA- Studie bewirken will kann man sich rational nicht erklären. Anzunehmen ist jedoch, dass sie in einem Anflug von Ahnungslosigkeit einfach das erstbeste aufgegriffen haben, was ihnen untergekommen ist.


FOTO-COLLAGE RITISCHER SCH ÜLERiNNEN- P eople,Party,Po

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SCHÜLERiNNEN SCH

DEMO REVIEW Text und Fotos von EMO FLO

WIR SIND DEMO! Am Montag, dem 20.04., demonstrierten 500 SchülerInnen in St.Pölten gegen die geplanten Einsparungen im Bildungsbereich – Für eine Bildungsmilliarde.

Das Demotagebuch: 6:00 im „Hauptlager“: Während andere noch vor sich hin schlummern, sind wir schon dabei letzte Vorbereitungen für die Demo zu treffen. Sei es die Anlage und Transparente in den Bus zu laden oder den zweiten, dritten Kaffee in sich hinein zu schütten. Alle sind beschäftigt.

6:15 am Hbf St. Pölten – leichtes Nieseln: Die Aufbauarbeiten laufen auf Hochtouren: während die einen den Aktionsstand aufbauen, die Anlage anschließen und den Bus mit den Transparenten und Fahnen schmücken, verteilen andere an die ersten vorbeikommenden SchülerInnen die Demo-Zeitung und geben genauere Auskunft an Interresierte.

7:20 am Hbf St. Pölten – der „Regen“ hat nachgelassen: Langsam treffen größere DemonstrantInnengruppen ein und hören sich, voller Begeisterung, die erste Kundgebung unter der Moderation von Malk an. Nach und nach strömen immer mehr SchülerInnen vorbei, bleiben stehen und schließen sich der Forderung nach mehr Investitionen im Bildungsbereich an. Wieder andere zücken ihr Handy und mobilisieren ihre Freunde.

7:50

Hbf St. Pölten: Kurz vor dem offiziellen Aufbruch des Demozuges ist unsere nette kleine Ansammlung von SchülerInnen auf knappe 500 Personen angewachsen. Die Stimmung, ist dank der Moderatoren, Malk und Oppi sowie der Einstimmungsrede der Landesvorsitzenden der AKS, Steffi Jäger, entsprechend ausgelassen. Perfekte Demo-Bedingungen eben.

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8:00 noch Hbf St. Pölten: Unser Van fährt los und dank unserer im Laderaum angebrachten Anlage, fehlt es weder an musikalischer Beschallung noch an den „Grundregeln der einer Demo“ vom Moderator Malk.

8:30 ÖVP NÖ – gespannte Blicke: Nach einem kurzen Fußmarsch sind wir schon bei der ersten Station unserer imposanten Kundgebung: dem ÖVP Landesbüro. Hier wollen wir eigentlich einem Vertreter der ÖVP NÖ unseren Forderungskatalog überbringen, doch leider ist niemand da. Naja, wenn der Portier sagt es wäre niemand da, bleibt uns nichts anderes übrig als den Katalog bei ihm zu deponieren und zu hoffen, dass dieser nicht gleich in den Papierkorb wandert. Einige unserer MitdemonstrantInnen waren wohl etwas skeptisch und so kam es, dass ziemlich bald nach dem Eintreffen der unerfreulichen Nachricht laute „Buh!“, „Pfui!“ und „Wäh!“-Rufe zu vernehmen waren.

9:30 SPÖ NÖ – die Stimmung steigt mit der Sonne: Nach dem peinlichen Auftritt unserer Landespartei und der darauf folgenden Stimmung gegen den „Landesfürsten“, setzen wir unseren Weg fort und wandern durch das Regierungsviertel der Stadt St. Pölten, winken nebenbei den Leuten, die uns aus den Fenstern beobachten, und machen erst wieder vor dem Gebäude der SPÖ Niederösterreich halt. Auch der zweiten Regierungspartei wollen wir natürlich unser Forderungsprogramm überreichen. Dies funktioniert bei der zweiten Station wesentlich besser: Nachdem das Papier mit den Forderungen übergeben wurde, greift der Landeshauptmannstellvertreter Leitner spontan nach dem Mikrofon und zeigt sich mit uns, den St.Pöltner SchülerInnen, solidarisch.

10:00 Fade out: Die Demonstration war ein voller Erfolg. Wir SchülerInnen haben uns Gehör verschafft und sogar der ORF berichtete darüber. Nun bleibt zu hoffen, dass unsere Forderungen den Weg bis nach Wien finden und mit einer Bildungsmilliarde längst notwendige Reformen angegangen werden, um unser Schulsystem zu erneuern.

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...Innenpolitische Satire

Zur Lage der Nation

Die Tschetschenen kommen! von TSCHÄKOP Die Presse sollte frei, aber nicht unantastbar sein. Eine der letzten Ausgaben der Wochenillustrierten NEWS, hat sich neben den vielen fröhlich-bunten Bildern, vor allem durch aberwitzige Buchstabenaneinanderreihungen wieder einmal selbst eine Art Existenzberechtigung erteilt. Ein gewisser Walter Pohl, stilistisch stark an das vom Gründervater begründete Fellnerisch erinnernd, stellt unter dem Übertitel „Kriminalität“ seine, zwischen hochwertigem Journalismus und voraussichtigem Kommentieren integrierende Klasse unter Beweis. So weiß er, der er das Ohr stets beim Volke hat, worum es dem „heimischen Stammtisch“ im Falle des von einem „Killerkommando“ überwältigten Tschetschenen Israilov „in Wirklichkeit geht“ und spricht daher „sinngemäß“ allen aus der Seele: „Wäre Israilov gleich abgeschoben worden, hätte es diese Hinrichtung erst gar nicht gegeben. Zumindest nicht in Wien.“ Plötzlich lichten sich also die Wolken der Ungewissheit, denn Walter Pohl hat mit seinem beispiellosen Scharfsinn die Sache auf den Punkt gebracht: Wäre dieser „ohnehin Halbkriminelle“ außer Landes verfrachtet worden, hätten sie ihn logischerweise nicht in Österreich abmurksen können, was zumindest in der Theorie zur Folge gehabt hätte, dass wir die sterblichen Überreste nicht wegräumen hätten müssen und vom Steuerzahler bezahlte Straßen nicht durch tschetschenisches Blut verunreinigt worden wären. Eine durch und durch unwiderlegbare Argumentationslinie. Danke NEWS! Im Süden nichts Neues… Postum liegt heuer voll im Trend! Unlängst wurde dem bereits verstorbenen Heath Ledger ein Oscar ins Reich der Toten nachgeworfen. Nun hat Jörg Haider, ebenso nachträglich, den totalsten Wahlsieg seiner Karriere eingefahren bekommen, schließlich trat das Dauerfaschingsbündnis auch 2009 mit dem Namen des Gründervaters an. Das gesunde Volksempfinden, das der Großteil der Kärnter Bevölkerung sein Eigen nennen darf, trug dazu mit Sicherheit nicht Unwesentliches bei. Die Sonne scheint also wieder aufgegangen zu sein, im Kärnter Land und hat auch gleich die letzten Petzner-Tränen getrocknet, sodass dem fruchtigen Treiben für die nächsten fünf Jahre jetzt nichts mehr im Wege stehen sollte - LEI LEI!

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Afrika Der vergessene Kontinent

„Die Zerstörung von Millionen Menschen durch Hunger vollzieht sich täglich in einer Art eisiger Normalität – und auf einem Planeten, der von Reichtümern überquillt.“ (Jean Ziegler)

Kurz und schlüssig bringt dieser Artikel die mehrfache Ausbeutung Afrikas mit den wichtigsten Fakten auf den Punkt. von Guki,Kathi,Oppi

Hard facts

Die Profiteure

Wenn man hochrechnet wie viele Sekunden ein Tag hat, dann kommt man genau auf die Zahl der an Hunger sterbenden Menschen – 86400. Gleichzeitig werden in genau denselben Sekunden, und zwar in jeder einzigen, weltweit 30.000 US Dollar für Rüstung ausgegeben. Alleine im Jahr 2004 waren es eine Billion US Dollar. Dabei könnten nur 8% der jährlichen Rüstungsausgaben den Hunger beseitigen und soziale Grunddienste sichern! Sieht so sinnvoller Umgang mit den Ressourcen aus? Die Menschen in Afrika machen 10% der gesamten Weltbevölkerung aus und trotzdem wohnen 60% aller weltweit mit dem HIV-Virus infizierten Menschen auf diesem Kontinent.

Und wer heimst das Geld der Armen ein? Das internationale Finanzkapital, die Finanzdienste, die Börsenspekulanten und internationale Konzerne. Allen voran saugen die skrupellosen Öl- und Autoindustrien diesen ausgehungerten Kontinent noch weiter aus. Doch diese könnten ohne deren Verbündete wie zum Beispiel die Funktionäre der WTO (Welthandelsorganisation), der Weltbank und des Weltwährungsfonds nicht den Gewinn herausschlagen den sie jetzt erhaschen.

Die reiche Kuh Eine weitere unbequeme Wahrheit ist jene: Die Subventionszahlungen für eine Kuh in Europa 2$ betragen. Klingt nicht schlimm wenn man nicht weiß, dass dies mehr als das Einkommen der Hälfte der Weltbevölkerung ist.

Verteilung des Welthandels Auch im Welthandel muss sich unser südlicher Nachbarkontinent ganz hinten anstellen. So betrug der Anteil von Afrika im Welthandel im Jahre 1960 schlappe 6%. Mittlerweile beträgt er sogar nur mehr 1,6 %. Ein geringer Prozentsatz, ganz besonders wenn man bedenkt, dass Europa, ein Kontinent der nicht einmal halb so groß ist, einen 25-mal so großen Anteil am Welthandel hat.

Unnötige Folgen Die Globalisierung entzweit die Weltgesellschaft Den Wenigen, die über nie gekannten Reichtum verfügen, stehen Millionen Menschen gegenüber, die Hunger, Epidemien und Verelendungsprozessen ausgesetzt sind. So besitzen 3 der reichsten Menschen mehr Geld, als das Bruttonationalprodukt (BNP) der 48 ärmsten Staaten.

„Bluttransfusion vom Kranken zum Gesunden“ Da die USA als sehr nettes und hilfsbereites Bündnis von Staaten in die Geschichte einging, klingt es logisch, dass die Amerikaner mit „Hilfskrediten“ aushelfen wollten – und zwar mit 294 Milliarden US Dollar. Von 1970 bis 2000 hat es Afrika bereits geschafft 268 Milliarden $ zurückzuzahlen. Ihr fragt euch vielleicht gerade wo der Haken ist. Dieser findet sich wahrscheinlich in der Tatsache, dass der Schuldenstand derzeit noch immer 240 Milliarden $ beträgt. Schuld daran ist die extrem hohe Verzinsung des geborgten Geldes. In Wahrheit bereichern sich die Vereinigten Staaten und ihre Großkonzerne also sogar mit angeblichen Hilfszahlungen, auf Kosten derer, die ohnehin nichts haben.

* Subventionierte Produkte aus dem Norden überfluten die Märkte der armen Länder, was dazu führt das die Arbeits-, und Einkommensmöglichkeiten der Landbevölkerung im Süden zerstört werden. * weltweite Überproduktion * sinkende Weltmarktpreise * Es kommt zu einem Verlust von täglich 1,9 Milliarden $ durch unfaire Handelsbeziehungen für die Entwicklungs länder * ca. 100.000 Menschen sterben täglich an Hunger * mehr als 826 Millionen Menschen sind gegenwärtig chro nisch schwer unterernährt uvm.

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Die Pariser Kommune

„Die Tage der Kommune“ bezeichnen jene Zeit im Frühling 1871 in denen ArbeiterInnen, KleinbürgerInnen, Arbeitslose (kurz: Proletariat) in Paris die Regierungsgeschäfte selbst in die Hand genommen haben. Wie es dazu kam und ob dies heute noch möglich wäre. von Michi und Malk

Im Jahr 1871 zog der französische Kaiser gegen Preußen und die meisten deutschen Kleinstaaten in den Krieg. Napoleon III hatte sich 1851 durch einen Staatsstreich selbst vom Präsidenten zum Kaiser Frankreichs befördert. Das bedeutete für die meisten Französinnen und Franzosen maßgebliche Probleme, denn das korrupte, ineffiziente System seiner Monarchie führte zu einer ausufernden Arbeitslosigkeit und dem Konkurs zahlreicher Handwerker und Händler. Napoleons Armee jedenfalls, verlor die Schlacht bei Sedan und damit auch den Krieg gegen Preußen. Viele Soldaten, inklusive dem Kaiser, kamen in deutsche Kriegsgefangenschaft. Da es nie schwierig ist einen Nachfolger zu finden, wenn es die Herrschaft über eine Nation zu erben gibt, trat in Paris rasch eine neue Regierung zusammen, an deren Spitze sich ein gewisser Monsieur Thiers stellte. Als sich die deutsche Armee nun auf Paris zubewegte, was ein jähes Ende der zügellosen Regiererei bedeutet hätte, wurde überlegt woher man neue Soldaten herbekommen könnte. Potentielle Gefallene hoffte man in den unzähligen Arbeitslosen der Stadt Paris zu finden. Deshalb wurden diese hastig bewaffnet. Doch eine riesige Armee bewaffneter ProletarierInnen erfreute die Eliten Frankreichs dann doch nicht mehr und so wurde der Versuch unternommen, ihnen diese Waffen wieder wegzuschnappen. Das geschah am 18. März 1871 und damit begann auch der Widerstand der Pariser Bevölkerung gegen die Regierung. Als die Regierungstruppen der Nationalgarde in einer Nacht- und Nebelaktion die Waffen wieder eintreiben wollten, sammelten sich einige Frauen, um das zu verhindern. Ihre mutige Aktion gelang, die Kanonen und Gewehre blieben in der Hand der PariserInnen. Nachdem dieser dreiste Versuch der Armee in der Stadt bekannt geworden war, revoltierte das empörte Volk gegen die Regierung, die die Flucht nach Versailles antrat. Plötzlich waren Teile der Nationalgarde, sowie die ArbeiterInnen an der Macht. Dekrete der Kommune Sie errichteten in Paris eine proletarische Regierung, das sogenannte Nach der Machtergreifung machte sich Nationalkomitee der Nationaldie Volksregierung sogleich daran, demogarde. Die Konterrevolution kratische Wahlen auszuschreiben. Diese sollten am 26. März 1871 stattfinden. Der Dass auch die beiden Deutschen, der daraus gewählte Rat bildete die Pariser Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck Kommune, deren Mitglieder Kommu- und (später)Kaiser Wilhelm I. keine FreunDie Auswirkungen narden genannt wurden. Sie waren der de der Demokratie waren, ist kein GeheimDie Pariser Kommune wurde zwar Bevölkerung Rechenschaft schuldig und nis. Deshalb suchten sie nach einer Mögvernichtet, ihre Idee lebte aber lange, jederzeit absetzbar. Rasch wurden erste lichkeit zu verhindern, dass die Vorgänge bis heute, weiter. Sie ist ein Beispiel Schritte zur Verbesserung des Lebensstan- in Paris ProletarierInnen ganz Europas und dafür, wie eine demokratische und dards der ArbeiterInnen unternommen. speziell Deutschlands beeinflussen könnsozialistische Gesellschaft aussehen ten. Aus diesem Grund wandten sie sich an Dem entsprechend wurde unter anderem könnte. ein Verbot von Nachtarbeit von BäckerIn- die bürgerliche Regierung Frankreichs – im Auch für die europäische Linke Kampf gegen das eigene Volk und dessen nen, die Gleichberechtigung von Mann oder die HausbesitzerInnenszene der und Frau, Verbot der Prostitution und die ringen um Mitbestimmung wurden sogar sechziger und siebziger Jahre war die Aufhebung des Geldstrafensystems ge- die einstigen Kriegsgegner dicke Freunde. Kommune ein Vorbild, wie eine algen ArbeiterInnen (Geldbuße für Zuspät- Die deutsche Armee sollte den Weg für ternative Form des Gemeindelebens kommen, o. Ä.) durchgesetzt. Obwohl die französische Armee freigeben, um sich oder gar des Staatswesens aussehen gegen das Volk wehren zu können und die die frisch gewählten VolksvertreterInnen könnte. Kriegsgefangenen Frankreichs wurden zu unterschiedlichsten sozialistischen und Mit dem Chile Salvador Allendes diesem Zweck wieder freigelassen. Zudem demokratischen Gruppen angehörten, ar1973, der Spanischen Volksfrontbeiteten sie auf ein gemeinsames Ziel hin: erklärte sich die bürgerliche Regierung von Versailles damit einverstanden, dass Elsaß- regierung 1936 und dem Wien der den gesellschaftlichen Fortschritt. Zwischenkriegszeit ist sie ein weiteAus diesem Grund wurde die Trennung Lothringen an Deutschland fällt. rer Beweis dafür, wie radikal der KaDie Rückkehr der französischen Soldaten von Staat und Kirche forciert, was beipitalismus und die Besitzende Klasse führte zu heftigen Straßenkämpfen, die spielsweise hieß, dass der, nun kostenlose, zurückzuschlagen bereit sind, wenn in der sogenannten „blutigen Maiwoche“ Unterricht nicht mehr vom Gemeindeihre Macht bedroht wird. pfarrer sondern vom Staatsbeamten abge- von 21. – 28. Mai gegipfelt haben – einem Denn in all diesen Fällen traten fahalten wurde. Auch wurden die, nach den Gemetzel in dem bis zu 30 000 ArbeiterInschistische Diktatoren auf den Plan, Unruhen im März, teilweise führungslo- nen, Frauen und Kinder von der eigenen um die Macht des Volkes zu brechen sen Fabriken enteignet und der Kontrolle Armee ermordet wurden. Obwohl sich die und die alte Ordnung wieder herzuKommunarden schon am 28. Mai ergeben der ArbeiterInnen unterstellt. stellen und zwar kein einziges Mal, hatten, wurden bis zum 15. Juni MassenerDie breite Masse profitierte auch von der ohne ein entsetzliches Blutvergießen schießungen durchgeführt, tausende MenErlassung ihrer Schulden im Zuge der anzurichten. schen wurden eingekerkert und verbannt. Kommune.

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Seit nunmehr über 4 Jahren ist ein kleines Geschäft namens SOMA in der Linzerstraße angesiedelt. Früh morgens wiederholt sich täglich das gleiche Bild: Eine meterlange Men schenschlange drängt sich ungeduldig durch die schmale Eingangstür. BRAINSTORM hat nachgeforscht, warum dem so ist. Für die einen ist der SOZIALMARKT ein unbeachtetes Geschäft in der Linzerstraße, für die anderen ein unentbehrliches. Für Menschen mit geringem Einkommen ist dieser Markt nämlich eine überaus wichtige Einrichtung, denn hier können sie Lebensmittel und Hygieneartikel um zwei Drittel günstiger kaufen, als in normalen Supermärkten. Waren, die zum Beispiel wegen zu kurzer Frist des Haltbarkeitsdatums, oder Fehletikettierungen nicht im normalen Verkauf angeboten werden können und eigentlich trotzdem verwendbar sind, werden im SOMA verkauft. Hinter der Idee des SOMAs steckt auch die Tatsache, dass viel zu viel Nahrung (allein in Niederösterreich um die 20 – 30 000 Tonnen!) in unserer Konsumgesellschaft weggeworfen wird. Mit dem Slogan „verteilen statt vernichten“ ruft der SOMA dazu auf, diese Nahrung nicht zu verschwenden. Weiters bemüht sich die Einrichtung auch, Beschäftigung zu schaffen. Durch die Kooperation mit dem AMS können Menschen, die über ein Jahr lang arbeitslos waren, im SOMA arbeiten. Auch Lehrlinge zur/zum Einzelhandelskauffrau/-mann können im SOMA aufgenommen werden. Der Sozialmarkt in St. Pölten ist nicht der einzige in Niederösterreich – auch in Tulln, Stockerau und Ternitz gibt es solche Märkte. Unterstützen kann man den SOMA durch Warenspenden, Geldspenden und durch ehrenamtliche Arbeit.

Interview mit der Marktleiterin, Christine Krampl: Brainstorm: Seit wann gibt es denn SOMA? Christine K.: Der SOMA St. Pölten wurde im November 2004 gegründet.

So verzichtete einmal jemand auf seine Geburtstagsgeschenke und sammelte stattdessen Geld für den SOMA.

Brainstorm: Wer hat die Berechtigung im SOMA einzukaufen? Christine K.: .: Personen, die die monatliche Einkommensgrenze, das heißt bei zum Beispiel einer Person 820 Euro nicht überschreiten, können sich einen Einkaufspass besorgen. Um diesen zu bekommen müssen sie einen Einkommensnachweis und eine Meldebestätigung vorlegen. Dieser Pass berechtigt sie zu drei Einkäufen pro Woche zu je 10 Euro. Brainstorm: Wie wird der SOMA finanziert? Christine K.: .: DER SOMA wird vom AMS (Arbeitsmarktservice), vom Bundessozialamt und vom Land NÖ durch z.B. Zuschüsse für die Personalkosten unterstützt. Auch Privatunternehmen sponsern den SOMA. Aber es gibt auch hin und wieder Privatpersonen, die dem SOMA spenden.

Brainstorm: Wer kauft im SOMA hauptsächlich ein? Christine K.: Im Moment steigt die Zahl der Kunden, die in Pension sind, enorm. Auch viele Großfamilien, häufig mit Migrationshintergrund, kaufen bei uns ein. Mit der Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, kommen auch mehr Leute zu uns. Täglich haben wir 170-200 Kunden, die bei uns einkaufen. Brainstorm: Wie kommt der SOMA an? Christine K.: Unsere Kunden sind in einer zwiespältigen Situation. Einerseits würden sie gerne wie „normale“ Leute im Supermarkt einkaufen gehen und nicht so sehr auf den Preis achten, andererseits sind sie natürlich sehr froh, dass etwas wie der SOMA zur Verfügung steht. In unserem Café tauschen sich Menschen oft aus, erzählen sich ihre Geschichten und hegen soziale Kontakte. von NORA

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rgermeister

it Bü Interview m

s Mag. Matthia

Stadler

CITYLIFE

von Val, Kathi, Guki, Emo Flo, Tschäkop

Brainstorm: Handelt es sich dabei um ein einmaliges Arrangement, oder wird das Festival längerfristig zu halten sein? Stadler:Vorerst ist das Frequency für 2009 als Höhepunkt für die Jugend und alle Musikinteressierten zum 850-JahrJubiläum St. Pöltens gedacht.

Brainstorm: Wo sehen Sie jugendpolitisch Verbesserungsbedarf? Stadler: St.Pölten ist in den letzten Jahren jünger geworden, so viel steht fest. Die Stadtverwaltung hat sich verjüngt, dem entsprechend wurden auch die Zugänge zu jugendpolitischen Fragen unverkrampfter. Als Ansprechperson in der Stadtverwaltung hat sich der Jugendkoordinator gut etablieren können. Er kümmert sich um Projekte, hilft bei Veranstaltungen und bei Fragen aller Art, unbürokratisch weiter. Ein Problem ist, dass sich immer weniger Jugendliche engagieren. Die demokratiepolitisch wichtige Entwicklung von Ideen und Vorschlägen in diesen Institutionen kann aber nur dann wirksam funktionieren, wenn auch intern schon auf möglichst breiter Basis kontroversiell diskutiert wird. Ich möchte die Jungendlichen hiermit einladen sich aktiv zu engagieren.

Brainstorm: Wie profitiert die Stadt von dem Großereignis? Stadler:Es hat sich bereits bei den Festivals Nuke und Lovely Days gezeigt, dass das Knowhow der St. Pöltner Organisatoren von den Veranstaltern sehr geschätzt wird. Das Frequency bedeutet einen weiteren enormen Imageschub für die Stadt.

Brainstorm:Was halten Sie von Jugendfreifahrt für die Öffis in den Sommerferien? Stadler: Grundsätzlich ist diese Idee zu begrüßen. Die Freifahrt ist aber nur finanzierbar, wenn auch Bund und Land ihren Beitrag leisten. Überhaupt wäre hier eine Österreichweite Lösung wünschenswert.

Brainstorm: Angeblich soll sich das Festivalgelände von der Traisen bis zur stillgelegten Kopalkaserne erstrecken. Stimmt das? Stadler:Das Gelände wird (gegenüber dem alten Festivalschauplatz Salzburg) vergrößert, und um dies zu gewährleisten, soll das Gebiet rund ums VAZ bis hin zum Kasernenareal, sowie zum Gelände der Stadtsportanlage ausgeweitet werden. Detaillierte Gespräche dazu finden derzeit statt.

Brainstorm: Gibt es St.Pöltner Jugendprojekte, die Sie anderen Stadtchefs empfehlen würden? Stadler: Ja, natürlich. Zum einen das Jugendzentrum Steppenwolf, das einen wichtigen Beitrag zur Integration Jugendlicher leistet – wobei sich hier Integration nicht nur auf jugendliche MigrantInnen bezieht, jeder junge Mensch muss sich seinen Platz in der Gesellschaft finden, sich also integrieren. Im Jugendzentrum stehen kompetente MitarbeiterInnen den BesucherInnen mit Rat und Tat zur Seite, bieten Information und Beratung, und das alles in ungezwungener Atmosphäre. Viele Probleme können so präventiv verhindert werden, den Steppenwolf darf man wirklich als Erfolgsmodell bezeichnen. Zum anderen konnte mit dem Anrufsammeltaxi und der Sternschnuppe ein praktisches und vor allem kostengünstiges Service für die Jugendlichen geschaffen werden, um sicher und schnell ins Lokal oder nach Hause zu kommen. An Verbesserungen des bestehenden Systems wird von Seiten der Stadt St.Pölten natürlich weiterhin gearbeitet. Ein weiteres Vorzeigeprojekt sind die Proberäume, die Bands kostenlos zur Verfügung gestellt werden. An fünf Standorten proben 36 Bands bzw. Projekte, mit ein Grund für die äußerst lebendige Szene in St. Pölten. Die mobile Jugendarbeit, die „Streetworker“, hat natürlich auch einen wichtigen Stellenwert, auf den wir nicht mehr verzichten können. Sie sind im Wesentlichen an sozialen Brennpunkten aktiv und sind mit ihrem Know-How wichtige Ratgeber für die Politik.

Brainstorm: Herr Bürgermeister, mit dem Frequency Festival, das heuer erstmals in St.Pölten stattfinden wird, konnte ein hochkarätiger Ersatz für das Nuke gefunden werden. Wie kam es dazu? Stadler: Wir sind mit Festivalorganisator Harry Jenner immer im Gespräch geblieben. Wir freuen uns darüber, dass das Frequency – sicherlich das relevanteste Festival Österreichs – im Jubiläumsjahr in unsere Stadt kommt, da bisher immer eine sehr gute Kooperation mit dem Veranstalter musicnet gegeben war.

Brainstorm:Welche jugendkulturellen Projekte sind in absehbarer Zukunft in der Landeshauptstadt geplant? Stadler: Wie bereits erwähnt natürlich das Frequency, aber auch das Beat Patrol Festival. Das Festival „Parque del Sol“ findet mit Unterstützung der Stadt heuer bereits zum dritten Mal statt. Und das Stadtfest wird auch wieder ein attraktives Programm bieten: neben der bereits traditionellen After-Hour im Warehouse wird es heuer eine neue „After Rock Party“ im frei.raum geben, bei der die Fans von Livemusik noch einmal richtig Gas geben können. Laufend finden Workshops und Veranstaltungen im frei.raum statt, aktuell z.B. ein Gitarrenworkshop, der nächsten Monat starten soll, im März noch ein Workshop mit dem Elektro- Künstler Masallah. Unser Jugendkoordinator Wolfgang Matzl ist auch Anlaufstelle für Projektideen und hilft bei der Umsetzung. Und nach der erfolgreichen zweiten Auflage des „STP Metal Weekends“ im frei.raum arbeitet das Team bereits am Programm des dritten Metal-Underground-Festivals.

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Brainstorm:Im Frühling haben Gerüchte, wonach der Sparkassenpark zu Schulschluss geschlossen bleiben könnte, traditionell Hochsaison. Gibt es diesbezüglich Überlegungen? Stadler: Diese Entscheidung liegt nicht in unserem Bereich – das kann nur der Grundeigentümer entscheiden. Es gibt aber Pläne das jährliche Schulschlussfest im Sparkassenpark mit der mobilen Jugendarbeit zu betreuen und von dem negativen Image als reines Besäufnis wegzubringen. Ich möchte aber auch festhalten, dass das wieder einmal von den Medien hochgespielt wird. 95% aller Jugendlichen, die sich dort zum Schulschluss treffen, wollen einfach Spaß haben und gemeinsam feiern. Die Kameras sind halt leider auf die paar gerichtet, die herum torkeln. Brainstorm:Wie haben Sie früher selbst Ihren Schulschluss gefeiert? Stadler:Nicht so ausgelassen... Brainstorm:Im Zuge der Causa Glanzstoff haben Sie den Betroffenen Soforthilfe zugesagt – Konnte bereits geholfen werden? Stadler: Ja, es hat bereits etliche Einstellungen bei der Stadt St. Pölten und auch beim Traisenwasserverband gegeben. Zudem haben sich viele heimische Betriebe solidarisch gezeigt – hier haben ebenfalls bereits zahlreiche ArbeiterInnen einen neuen Arbeitsplatz gefunden. Brainstorm:Ist eine Wiederaufnahme des Betriebes unter einem anderen Betreiber denkbar? Stadler: Einen derartigen Chemiebetrieb wird es im innerstädtischen Bereich nicht mehr geben. Brainstorm:Was wird aus dem Firmenareal? Stadler: Das Areal im Norden St. Pöltens bietet ein enormes städtebauliches Potential – bei der Verwertung sind wir jedoch auf die Kooperation der Konzernführung angewiesen.

Word Rap:

Brainstorm: Was werden Sie präventiv gegen mögliche Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Landeshauptstadt unternehmen? Stadler: Im Budget wurden bereits die Weichen gestellt – wir investieren in nachhaltige Projekte, die die heimische Wirtschaft ankurbeln. Hinzu kommen die Zusagen des Bundes für zahlreiche zentrale Projekte – von der Güterzugsumfahrung, bis hin zu den Investitionen bei HAK/HTL und ORG für LeistungssportlerInnen. Brainstorm:Rechnen Sie mit steigender Arbeitslosigkeit in der Region? Stadler: Kurzfristig werden die Arbeitslosenzahlen leider weiter ansteigen, mittel- und langfristig bin ich allerdings guter Dinge, dass wir die derzeitige Krise gemeinsam gut bewältigen werden. Brainstorm:Können Sie zum Abschluss den Arbeitstag eines Bürgermeisters beschreiben? Stadler: Meine Aufgabe verlangt ein hohes Maß an Flexibilität – einen typischen Tagesablauf gibt es daher nicht. Brainstorm:Macht Ihnen die Arbeit Spaß? Stadler: Ohne Spaß daran zu haben würde ich diesen verantwortungsvollen und oft sehr schwierigen Job sicher nicht machen. Ich liebe diese Stadt und könnte mir keine schönere Aufgabe vorstellen, auch wenn oft auch unangenehme Entscheidungen zu treffen sind. Brainstorm:Wie viele Wochenstunden absolvieren Sie für gewöhnlich? Stadler: Weniger als 70 Wochenstunden sind es selten, anlassbezogen manchmal weitaus mehr.

Jugendkultur ist… Freiraum für Vielfalt Als Comicfigur wäre ich… Mit Bürgermeister Quimby von den Simpsons möchte ich mich eher nicht vergleichen, dann schon eher mit Lucky Luke Unerfüllter Kindheitswunsch… Eine große Modelleisenbahn Meine Lieblingsmusik… Barock-Musik und Jazz St.Pölten ist für mich… Lebens- und liebenswerte Heimatstadt im Herzen Europas Urlaub mache ich… ...um auszuspannen! Austria oder Rapid… Nach dem Aufstieg wird der SKN St. Pölten beiden Vereinen das Fürchten lehren... Aber wenn ich mich entscheiden muss, dann natürlich Rapid!

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In vielen Medien unseres Landes werden Jugendliche zumeist als Komatrinkende Ungeziefer dargestellt. Wir alle wissen aber, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Der Jugendkultur-Teil zeigt daher, durch die Vorstellung regionaler und internationaler Künstler, jede Ausgabe aufs Neue, wie vielseitig wir alle sind.

Regional.

B E AT PAT RO L

Im Herbst 2006 gründeten Norbert Bauer und Michael Kietreiber (MikeMedic) das Veranstaltungslabel Beatpatrol, das als Nachfolgeprojekt des St.Georgener Soundsystem 3151 Sound angesehen werden darf. Grundintention war es internationale, elektronische Acts nach St.Pölten zu holen und so die Elektroszene in einem neuen Licht erscheinen zu lassen. Dies gelingt bisweilen ganz gut, denn wer in der Landeshauptstadt elektronischen Klängen lauschen will, kommt an Beatpatrol kaum noch vorbei. Auch bei Großveranstaltungen wie dem restart.tc Skatecontest, dem Stereo am See oder dem Stadtsilvester konnte sich die Formation durch Stagehostings schon des Öfteren einen Namen machen. Neben den hauseigenen DJs und MCs werden dem Publikum zumeist auch prominente Gäste präsentiert. So konnten unter anderem folgende gemeinhin bekannte Acts nach St.Pölten geholt werden: Friction, Noisia, Generation Dub, Aphrodite, Empire, Dieselboy, Chase&Status. Der absolute Höhepunkt steht aber noch bevor. Heuer geht in Kooperation mit dem VAZ erstmals das Beatpatrol Festival im Juli über die Bühne, das wohl unweigerlich neue Standards setzen wird. Mit mindestens fünf Floors auf denen die unterschiedlichsten Musikrichtungen zu hören sein werden, lassen die Veranstalter Elektroherzen höher schlagen. Zudem wird mit über 100 Acts geworben von denen Paul van Dyk, Felix da Housecat, IamX, Asian Dub Foundation, Santigold, Roni Size, DJ Marky, sowie Skazi bereits fix bestätigt werden konnten. www.beatpatrol.at von TSCHÄKOP

BEATPATROLKARTEN Lust aufs Beat Patrol FESTIVAL am 24. und 25. JULI im VAZ ST.PÖLTEN? Noch keine Karten? Dann schreib uns einfach ein Mail an brainstorm@aksnoe.at mit deinem Namen und dem Namen deiner Schule und GEWINNE jetzt deinen FESTIVALPASS (2mal ein Festivalpass in Wert von 69,-) Im Betreff bitte „Gewinnspiel –Beatpatrol“ anführen und schon nimmst du an der Verlosung teil.

International.

G R E E N D AY

Green Day – eine der wohl bekanntesten und kommerziell erfolgreichsten Punkbands der Musikgeschichte. 1987 beginnt die Erfolgsgeschichte. Der erst 15-jährige Billie Joe Armstrong gründet mit Michael Ryan Pritchard alias Mike Dirnt und John Kiffmeyer alias Al Sobrante die Punkband The Sweet Children. Nach einem Auftritt als Vorband der Lockouts erscheint das Album 39/Smooth. 1990 wird der Schlagzeuger John Kiffmeyer durch Frank Edwin Wright III. ersetzt. Auch der Bandname wird geändert: ab nun ist die Band unter „Green Day“ bekannt. 1992 erscheint das zweite Album Kerplunk, das sich in den USA um die 680.000 mal verkauft, worauf Warner Music Green Day unter Vertrag nimmt. Das 1994 produzierte Album Dookie, ist einer der größten Erfolge der Band – es erreicht den seltenen Diamantstatus mit weltweit 11 Millionen verkauften Alben. Drei Jahre später erscheint Insomniac, das allerdings weder die Fans noch die KritikerInnen überzeugt. Erst mit Nimrod, das 1997 auf den Markt kommt, feiern sie die nächsten Höhepunkte ihrer Karriere. Dann wird es stiller um die Band – erst 2000 wird ein Stilwechsel der Band durch das Album Warning deutlich. Auch nach Warning scheint es, als ob Green Day’s glorreichsten Zeiten vorbei wären. 2004 schlägt American Idiot jedoch ein wie eine Bombe. Mit Singleauskopplungen wie American Idiot, Wake Me Up When September Ends und Holiday begeistern sie Fans weltweit. 2006 erscheint die Band mit einem Gastauftritt in The Simpsons – the Movie sogar auf der Kinoleinwand. Anscheinend hat die umtriebige Band noch immer nicht genug, denn Ende Mai 2009 wird das neue, 16 Songs beinhaltende, Album 21st Breakdown (Zusammenbruch des 21. Jahrhunderts), erscheinen – in bester Punkmanier, mit geballter Ladung Gesellschaftskritik, versteht sich. von NORA

ACTS WIE: PAUL VAN DYK,FELIX DA HOUSECAT,IAMX,KOSHEEN,SAN TIGOLD,BONAPARTE,MEDIENGRUPPE TELEKOMMANDER STEREO MC´S u.v.m darf man nicht verpassen!

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Serie: In jeder Ausgabe nehmen wir hier die verschiedensten Lokale des St.Pöltner Nachtlebens genau unter die Lupe.

Eine Exklusivreportage über das neue Abendgestaltungsformat, das dem Millenium nachfolgt. Hier erfährst du alles über den Club zum Mieten und die ersten Eindrücke der Gäste! Die St.Pöltner Partylocation, die im Kellergeschoss des Megaplex zuhause ist, hat wieder einmal den Namen gewechselt. Ganz am Anfang war noch die Schicht „Pflicht“. Dann versuchte sich ein Projekt namens Live Club in der Szene zu etablieren, wurde jedoch wenig später vom Österreichweit bekannten Partylabel Millenium abgelöst. Doch offenbar war selbst dieses nicht sehr erfolgreich, weshalb nun ein völlig neuer Weg eingeschlagen wurde: der Club2Rent. Wie der Titel schon sagt, soll der Club an jedem Samstag gemietet werden können, allerdings müssen mindestens 200 Gäste kommen. Ziel dieser Idee ist sicherlich, mehr Abwechslung in die Einrichtung zu bringen und so für die Jugendlichen ein attraktiveres Angebot zu bieten. Bisweilen mietet sich samstags die Veranstaltungsagentur GCL ein. Am Freitag soll aber, bis auf den Eintritt von 5€, der nun im Gegensatz zu früher dort zu bezahlen ist, alles beim Alten bleiben. Der Club an sich, hat nach dem neuerlichen Umbau optisch einiges zu bieten. Ein großzügiges Platzangebot, sowie modernstes Design, zu dem sich viele Bars und eine weite Tanzfläche gesellen, sprechen das Auge ebenso an, wie die unglaublichen Lichteffekte. Verschont von jeglicher Veränderung ist abermals das Stimmungsbeisl geblieben, das nun schon seit längst vergessenen NachtschichtZeiten zum Fixinventar zählt und weiterhin zu begeistern versucht. Zudem gibt sich das Personal beeindruckend freundlich. Das Ohr des ungeschulten Besuchers wird jedoch, was die musikalische Untermalung betrifft, keinen Unterschied zum Vorgänger Millenium erkennen. Für die besonders Starken gibt es in einer abgeschiedenen Ecke gar einen so genannten „Boxer“-Automaten, an dem überschüssige Energien abgebaut werden können. Und was sagen die Jugendlichen? Nun, aller Anfang ist schwer: Auf die Frage, ob der Club2Rent denn besser ist, als sein Vorläufermodell, bekamen wir mehrfach die Rückmeldung, dass die Musik „schlechter“ und der Eintritt von 5 Euro an Freitagen „eine Frechheit“ sei. Der Unmut ist nur verständlich, denn nach der langen Phase des Gratiseintritts, ist das Publikum natürlich dementsprechend verwöhnt – kein leichtes Erbe, das der neue Club da antritt. Außerdem hörten wir, als wir an der Garderobe auf unsere Jacken warteten, jemanden von hinten murmeln: „Das is aber ein schlechter Scherz oda? Gemma wieda?“. Bezogen war diese Aussage wohl auf die Besucheranzahl des Clubs, denn auch diese war etwas dürftig. Die wenigen, die kamen, ließen sich den Spaß aber nicht verderben und konsumierten beispielsweise (wie hier üblich) Bier mit Strohhalm. Fazit: Die Location hat durchaus Charme und ist zum Party machen wie geschaffen. Vielleicht braucht der Club2Rent auch einfach ein bisschen Zeit, um die Leute genau davon zu überzeugen. Ob mit dem Mietangebot eine Marktlücke geschlossen wurde, die auf regen Andrang stößt, wird sich zeigen. Spätestens wenn wieder einmal der Name gewechselt wird, wissen wir, dass es nicht geklappt hat. von BRI und VAL

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von gonzo

Slumdog Millionär

Acht Oscars bedürfen fast keiner Worte mehr. Der britische Regisseur, dem bereits der Kulthit ‚Trainspotting‘ gelang, lotet Extremsituationen aus. Kann ein Junge aus dem Slum von Mumbai das unerreichbare Mädchen bekommen, eine riesige Menge Geld gewinnen und ins Happy End tanzen? Die Story, in erster Linie eine Rückblende auf das Leben von Jamal Malik (Dev Patel), dem Jungen aus dem Armenviertel, zeigt Liebe und Hass. Jamal weiß nicht recht, wie ihm geschieht, als er beim indischen ‚Wer wird Millionär‘ auf die letzte Frage zusteuert. Vor dem Showdown, der letzten und alles entscheidenden Frage um 20 Millionen Rupien, wird der Kandidat gefoltert, damit er zugibt, wie er bei den Fragen bisher betrogen hat - hat er aber nicht. Von der Welt weiß Jamal nicht viel, aber das, was er erlebt hat, hat er nicht vergessen. Ein Leben zwischen Armut, Brutalität und Vergewaltigung. Denn jene Stunden der Qual oder des Verlustes sind es, die ihm als Kandidat auf dem ‚Wer wird Millionär‘-Stuhl weiterhelfen. Zufälle, die Antworten auf Fragen geben. So weiß er beispielsweise, wer auf dem Amerikanischen 100-Dollar Schein abgebildet ist, weil er früher einen solchen beim Betteln bekam. Eine geniale Drehbuchidee, die in der Umsetzung unwahrscheinlich gut gelungen ist! Regie: Danny Boyle Darsteller: Dev Patel, Madhur Mittal, Freida Pinto, Paul Schiefer, Anil Kapoor,

Gran Torino Engstirnig, respektlos, rassistisch, bitter - Walt Kowalski ist ein „normaler“, republikanischer Amerikaner. Einer derjenigen, die all jene Vorurteile verinnerlicht haben, die sie einst bekämpften. Aber das ist lange her. Obamas ‚wind of change‘ ist hier noch nicht angekommen. Vor Kowalskis Haus hängt die ´Stars and Stripes’-Flagge kraftlos an der Stange, für die er in gutem Glauben und mit bestem Gewissen in Korea gekämpft und getötet hat. Der verwitwete Ruheständler verbringt seine Zeit damit, den Rasen ordentlich kurz zu halten, Einwanderer zu beschimpfen und seine amerikanischen Söhne davon abzuhalten, ihn ins Altersheim zu stecken. Die Familie nebenan gehört zu den Hmong, einem südostasiatischen Volk. Der 16-jährige Nachbarsjunge Thao bestätigt Walt in seinen Vorurteilen. Um Mitglied einer Gang zu werden, versucht Thao, Walts geliebten Oldtimer, den titelgebenden Ford Gran Torino, zu stehlen. Dieser Initiations-Ritus wird zur Chance für beide. Als Wiedergutmachung muss der schüchterne Junge für Walt Kowalski arbeiten, wo er ihn allmählich lieb gewinnt, und Walt seine Sturheit nach und nach abbaut, die Menschen um ihn kennen lernt und Thao die Möglichkeit gibt, zu einem Mann zu reifen. Aus der ersten Ablehnung heraus entwickelt sich so etwas wie Freundschaft. Als Thaos Schwester Sue von einer Street-Gang verprügelt und vergewaltigt wird, beginnt Walts letzter Kampf, aber diesmal an der Seite seiner neuen Freunde – das Verdikt heißt Rache. Am Ende findet Walt seine lang ersehnte Erlösung auf eine unerwartete Weise… Obwohl Clint Eastwood sich in „Gran Torino“ wie eine todernste Person verhält, schafft er es als Regisseur und Darsteller die Wortgefechte zwischen ihm und den Einwanderern so zu gestalten, dass sie trotzdem zum Lachen anregen. Wir kennen das ja alle von unserem „Mundl“. Regie: Clint Eastwood Darsteller: Clint Eastwood, Bee Vang, Ahney Her, Christopher Carley

Watchmen – Die Wächter 1985: Nixon ist noch Präsident der USA, die Supermächte der Welt steuern auf einen Atomkrieg zu, und kostümierte Helden, die seit den 40ern das Gesetz in die eigenen Hände nehmen, wurden schon vor Jahren verboten. Doch manche weigern sich ihren Kampf gegen Unrecht aufzugeben. Unbekannte scheinen es auf ehemalige Superhelden abgesehen zu haben – ein früherer Superheld namens „The Comedian“ wird ermordet. Panik breitet sich unter der kleinen Clique aus, Tote folgen. Eine Verschwörung? Sie sind legendär: Alan Moores Watchmen kann man getrost als Mutter aller Graphic Novels bezeichnen. Zu würdigen Kinoehren verhilft ihnen nach langer Wartezeit nun Zack Snyder, der schon die „300“ in einen unvergesslichen Kampf schickte und einen komplexen Edel-Thriller austüftelt. Watchmen ist visuell äußerst beeindruckend, düster, komplex und intelligent, mit guten Schauspielern und bemerkenswert nahe an der Vorlage. Auch der Soundtrack passt. Also eine sehr gelungene Umsetzung eines genialen Comics. Andererseits ist es doch wieder nur ein Spiderman, Batman, Superhero Movie, oder Superman-artiger Film mit anderen Kostümen – dasselbe Wasser aus verschiedenen Gläsern. Wer jedoch bei oben genannten Streifen schon eifrig mit seinen Helden mitgefiebert hat wird auch mit „Watchmen“ keine verlorenen Stunden im Kino verbringen. Regie: Zack Snyder Darsteller: Jackie Earle Haley, Patrick Wilson, Carla Gugino, Malin Akerman, Billy Crudup

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* Das Herz des Blauwals ist so groß wie ein VW Polo. * Fünf Piranhas könnten in 7 Minuten ein Pferd samt Reiter auffressen. * Fliegen starten rückwärts. * Ein Blutegel hat 32 Gehirne. * Bei 90 Grad unter null friert der Atem in der Luft und fällt zu Boden. * Die am weitesten verbreitete Krankheit der Welt ist Karies. * Äpfel sind morgens effektivere Wach macher als Kaffee. * Jedes Jahr kommen mehr Menschen durch Esel zu Tode als durch Flugzeugabstürze. * Sodawasser enthält kein Soda. * Wer beim Zwiebelschälen Kaugummi kaut, muss nicht mehr weinen. * Die Reiter im Heer von Dschingis Khan ritten auf Stu ten, um deren Milch trinken zu können. * Es ist für Schweine Körperlich unmöglich zum Himmel aufzuschauen. * Um einen Regenbogen sehen zu können, muss

man mit dem Rücken zur Sonne stehen.

von Gonzo

Hast Du es auch satt, dass Nazis in deiner Stadt ihre menschenverachtende Propaganda verkleben? Hast Du keine Lust mehr zuzusehen, wie Idioten rassistische Witze machen und Andersdenkenden mit Gewalt drohen? Du bist nicht allein! Denn wir wollen auch nicht tatenlos zusehen, wie sich rechte Jugend-„Kultur“ immer weiter durchsetzt. Eines hat die Vergangenheit deutlich gezeigt: Nazis werden weder durch gutes Zureden, noch durch Ignorieren zurückgedrängt. Nur wenn man ihnen immer und überall offensiv entgegentritt, kann man etwas ändern! Aber das geht nur gemeinsam! Das Projekt „Kein Bock auf Nazis“, wird von den deutschen Bands ZSK, Die Toten Hosen, Die Ärzte, Muff Potter und Fettes Brot getragen. Es geht darum, mittels einer SchülerInnenzeitung gegen den zunehmenden Rechtsradikalismus zu mobilisieren. Bei der ersten Ausgabe wurden 500.000 Exemplare verteilt. Jetzt gibt es schon die zweite Ausgabe der Zeitung – wieder mit einer Viertel Millionen Exemplaren. Brainstorm freut sich sehr, auf die kürzlich eingegangene Zusammenarbeit mit dem Projekt, da wir der Ansicht sind, dass auch in Österreich gegen den massiven Rechtsdruck angekämpft werden muss! Wenn auch du dich für dieses Thema interessierst, oder mehr Infos über „Kein Bock auf Nazis“ haben willst, dann besuch doch einfach ihre Homepage unter keinbockaufnazis.de, und bestell dir die exklusive „Kein Bock auf Nazis“-DVD GRATIS! www.keinbockaufnazis.de von Bahu und Blondiie

1. Hauptstadt der Türkei 2. Schweizer Skispringer: Simon …. 3. Großes Tier mit Rüssel 4. Ort in dem man an der Schule isst 5. chronische, entzündliche Erkrankung der Atemwege 6. 1945 – 1950 österreichischer Bundespräsident: Karl ………… 7. Tier (engl.) 8. Zuckerhaltiges Kaltgetränk 9. Kauinstrument 10. Große Krapfenzeit; Clowns …. 11. Österr. Bundeskanzler 12. Wächst u.a. auf dem Kopf

13. Gegenteil von legal 14. Oberhaupt des engl. Königshauses 15. Pech, Böses, Dämonisches 16. Zeitabschnitt 17. Staat der USA 18. Abschlussprüfung an der AHS 19. Hauptwort 20. Religiöser Gelehrter mit wissenschaftlichem Anspruch 21. Begleiter zur Taufe od. auch italienischer Mafioso 22. Nadelbaum 23. Undenkbar, komisch

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Cocktails selber mixen Tequila Sunrise 4cl 1cl 12cl 1cl

Tequila (silver) Zitronensaft (frisch) Orangensaft Grenadine

Ein Klassiker unter den tropischen Drinks. Einige große Eiswürfel in ein Longdrink Glas geben, den Tequila dazu und mit Zitronenund Orangensaft auffüllen. Zum Schluss Grenadine darüber gießen und mit einem Trinkhalm gerade so wenig umrühren, dass man den „Sonnenaufgang“ im Glas noch sieht.

Mango Daiquiri Die Zutaten werden mit gecrushtem Eis im Mixer so lange püriert, bis eine schöne, sämige Masse entsteht. Wenn nötig einfach noch etwas mehr Eis dazugeben. Mangopüree: Reife Mango abschälen und das Fruchtfleisch pürieren.

6cl Rum (weiß) 1-2cl Mangosirup (wenn du willst) 2cl Lime Juice (Rose`s) 12cl Mangopüree von GUKI

Brainstorm 3  

schülerInnenzeitung

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