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Mit brandheißen Informationen

04 / 06 / 10

Magazin für Medienmacher

Gähn! Über die VErwahrlosung des Hauptstadt-Journalismus-Journalismus

! R E H C A M U H SC

Es war die Woche der Freiheit. Roland Koch und Horst Köhler befreiten sich und das Land. Sie flohen aus ihren jeweiligen Druckkammern. Lena Meyer-Landrut zeigte dagegen, wie ein modernes Freiheitskonzept funktioniert. Obwohl mehr Druck auf ihr lastete als auf Bundes- und Ministerpräsident zusammen, trat sie nicht zurück, sondern selbstbewusst auf die Bühne. Ihr Credo: Wenn ich meine eigenen Erwartungen erfülle, ist das mehr als genug. Freiheit bedeutet eben nicht, mit egomanischen Appellen an Gier und Geiz zu operieren wie die angebliche Freiheitspartei FDP. Bedingung von Freiheit ist vielmehr, öffentliche Erwartungen und eigene Bedürfnisse in handhabbarem Umfang zu halten. Sicher verdient Lena jetzt eine Menge Geld, aber die Maximalabmelke steht, bislang, nicht im Mittelpunkt. Lenas Lehre: Frei ist, wer halbwegs bescheiden und bei sich bleibt. Der Rest kommt von allein. Und wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm.


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Das wurde Kramp/Weichert nun noch vor Erscheinen ihres Werks zum Problem: Sie handelten sich eine Unterlassungserklärung des Korrespondenten-Veteranen Mainhardt Graf Nayhauß ein. Anlass des Streits ist eine Passage, in der der Graf, 83 Jahre alt, als Beweis dafür herhalten soll, dass Politikjournalisten in Ber-

lin keine Lust haben, auch für‘s Internet zu schreiben: „Als BILD- und BUNTE-Kolumnist Mainhardt Graf von Nayhauß einen Ausflug in virtuelle Welten unternahm und knapp zwei Monate lang im Auftrag der NETZEITUNG kolumnierte, schrieb er wie gewohnt in seinem heimischen Büro. Die Übersetzung ins Digitalische übernahmen die jungen Leute in der Redaktion.“ Daran stimmt so ziemlich nichts. Wie Nayhauß‘ Anwälte darlegen, lieferte er der NETZEITUNG über den Zeitraum von knapp drei Jahren insgesamt rund 270 Beiträge. Zudem schrieb er bereits seit 2002 Kolumnen für BILD ONLINE, wo er außerdem Chats mit Politikern organisierte. Eine „Übersetzung ins Digitalische“ war nicht nötig, denn der Graf schickte stattdessen einfach Mails. Nayhauß lässt es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, dass er bereits in den 70er Jahren online war. Damals sandte er seine Berichte mit einem System namens GEO-Net an die Redaktionen und nutzte später als erster Bonner Korrespondent ei-

nen Laptop mit Akustik-Koppler, um von Kanzlerreisen zu berichten. Graf Nayhauß ist seit 1947 journalistisch tätig und berichtet bis heute allNayhauß seits respektiert über Politik aus der Hauptstadt. Die Unterstellung, er könne mit der Entwicklung seines Berufs nicht mithalten, empfindet er als absurd und fürchtet um sein persönliches und berufliches Ansehen. Die beiden Autoren statteten dem erzürnten Grafen auf die Anwaltspost hin einen Überraschungsbesuch ab, offenbar, um ihn davon zu überzeugen, die Angelegenheit off the record zu regeln. Das lehnte er ab. Die Episode nährt Zweifel an Vorgehen und Haltung der Autoren. Ihr Unwille zu differenzieren geht einher mit sich besonders wissenschaftlich gebendem Vokabular – dabei erschöpfen sich ihre Methoden im Wesentlichen darin, 35 Hauptstadtjournalisten interviewt zu haben. Der große Rest des Buches ist in Inhalt und Stil altbekannt: Hans-Ulrich

Frauen fragen: »wie bin ich?« – Männer fragen: »wie war ich?« Roman Maria Koidl – Autor Scheisskerle

© Jim Rakete

„Republik der Wichtigtuer“, „Nervöse Zone“, „Am besten nichts Neues“ heißen Bücher von Tissy Bruns, Lutz Hachmeister und Tom Schimmeck, die eine zentrale These teilen: Hauptstadtkorrespondenten sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wem das noch nicht Lamento genug ist, der wird sich in der kommenden Woche über eine weitere Neuerscheinung freuen: „Die Meinungsmacher“ der Kommunikationswissenschaftler Leif Kramp und Stephan Weichert informiert über die „Verwahrlosung des Hauptstadtjournalismus“. Allerdings haben die beiden Autoren, unterwegs im Auftrag des Netzwerk Recherche (NR), selbst ein etwas verwahrlostes Verständnis von Recherche.

| Hoffmann und Campe |


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tus führt dazu, dass jeder Gedanke schon dargelegt, jeder Teilnehmer schon befragt und jede Halbwahrheit schon verbreitet ist. Kritik an den Berichterstattern aus der Hauptstadt ist natürlich grundsätzlich gut – wenn sie denn gut ist. Es stimmt immer irgendwie, dass Polit-Journalisten in Berlin eitel und oberflächlich, gleichgeschaltet und unkritisch sind. Aber irgendwie auch nicht: Es gibt so viele Journalisten dort, dass eine wenig differenzierte Bewertung unter einer fetten Überschrift sich verbietet.

men, und zwar als erster. Und nein, früher war es nicht besser: Die Journalisten sortierten sich zu Zeiten Willy Brandts entlang der Parteigrenzen und traten gleichzeitig als Berichterstatter und Politikberater der Regierenden auf. Auch Reporter-Helden wie Hans Ulrich Kempski (SÜDDEUTSCHE) bekannten sich später dazu. Beides gibt es in Berlin auch noch heute. Journalistische Unabhängigkeit ist in Wahrheit der Normalfall. Und parteiische Kumpanei, man denke an Leute vom Schlage des

»Endlich ein Mann, der es wagt, die Wahrheit zu sagen.« Anita »Volltreffer!« Annika »Ich war gefesselt, das war viel tiefer und ernster, als der Titel erwarten ließ.« Daniela »Das Buch beantwortet die quälende Frage nach dem ›Warum‹.« Elke »Das Buch ist der Hammer!« Eveline

» Solches Verallgemeinern und Bewerten ist eine Spielart des Boulevard « Ja, früher war es besser: Friedrich Nowottny zum Beispiel hatte es als Leiter des Bonner WDR-Studios seinen Redakteuren verboten, Hintergrundkreise zu besuchen. Sein Ehrgeiz war es, wichtige Informationen auf anderem Weg herauszubekom-

Peter Hahne, ja, die gibt es auch. Von Kritikern des „Haupstadtjournalismus“ wünschen wir uns vor allem eines: Dass sie sich mal was Neues ausdenken. Sebastian Esser

© Jim Rakete

Jörges hat sich die Hauptstadt „zum Königreich gemacht“; die „Medienszene schmort nach wie vor im eigenen Saft“; und die Rede ist von den „Edelrestaurants rund um den Gendarmenmarkt, in denen die Schönen, Betuchten und Mächtigen ein- und ausgehen“. Den verschwörerischen Ton haben sich Kramp/Weichert von der Thomas-Leif-Schule des investigativen Journalismus abgeschaut, ebenso das allwissende Raunen und das Pathos unerschrockener Wahrheitskämpfer. Die These steht, nun geht es darum, sie zu illustrieren. Letztlich ist solches Verallgemeinern und Bewerten aber genau das, was die Wissenschaftler kritisieren: eine Spielart des Boulevard. Was 2001 die brillante Dokumentation „Die Meute“ von Herlinde Koelbl noch leistete – eine kluge, relevante Lagebeschreibung des nach dem Bonn-Berlin-Umzug eine neue Ordnung suchenden Medienbetriebs – ist heute nicht nur weniger relevant, sondern vor allem sehr viel weniger originell. Die schiere Masse an Veröffentlichungen mit dem immer gleichen, besorgt-warnenden Duk-

Die Leserinnen sagen:

| Hoffmann und Campe |


er Ulrich Kraetz Mayer und Steffen agenn te h ic r h c a N gehen zur r Büro. e n li r e B s in tur DAPD echerR r e h is b r a Ersterer w , letzB B R im e b te che-Exper n Mao v r e h c e r p s e terer Press r. rianne Birthle

Waldemar „Waldi“ Hartmann moderiert für weitere zwei Jahre, mindestens bis zur nächsten Fußball-EM in Polen und der Ukraine, in der ARD. In „Waldis Club“ ist er auch während der WM in Südafrika im Anschluss an Länderspiele Gastgeber für Gäste aus Sport und Gesellschaft.

Oliver Aus ter wechselt be i BILD aus d er Nachrichtenreda ktion nach NRW und wird Leiter von BILD D üsseldorf und gleichz eitig aller BI LD-NRWAusgaben. Stellvertrete r werden in Düsseldo rf Christian Voss und in Köln Chr istian Stenz el.

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Alexand ra Berge r wird stell vertreten de teurin d er COS ChefredakMOPOLI Vorgäng TAN. erin Meik e Winne hatte die muth Brocken n ach weni Wochen gen wieder h ingeworf en.

»Ein gnadenlos ehrliches Buch« BLICK, Schweiz »Koidl beschreibt ein Phänomen.« Hamburger Abendblatt »Roman Koidl hat gute Antworten.« WOMAN, Österreich »Koidl entlarvt die Strategien der Beziehungsneurotiker.« Berliner Kurier

die t l f u o a n r rter ede o p e r t r len, Tim Ni o ä p n S a K r she i b igen r g a rnä l e w f h r c e s d n i n e Ki versen nun aber zum Team der lt as wechse d verstärkt d g „Logo“. un un d n e s n sehen ichte r h c a N ZDFCKER+++ TICK ER +++ TICKER +++ TI +++ Ulrich Mülle r wird Programm chef bei Radio PSR in Sachsen. +++ B RUnterhaltungsche f Thomas Jan sing verlässt den Sen der nach 25 Jah ren. +++ Britt Haged orn (so heißt „B ritt“ mit Nachnamen) bekommt eine n eue Gameshow bei SAT1: „Mein M ann kann“. +++ Geo rg Schramm verl ässt die ZDF-Satire-S endung „Neues aus der Anstalt“. +++

© Jim Rakete

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JOBWECHSEL DER WOCHE

Die Presse sagt:

| Hoffmann und Campe |


Das Medientagebuch  Eine Woche macht V.i.S.d.P. Pfingst-Pause, und schon treten Roland Koch und Horst Köhler zurück, Lena MeyerLandrut gewinnt den Grand Prix d‘Eurovision, und Michael Ballack fährt nicht zur WM. War sonst nichts los? Freitag: Das iPad wird nun auch in Europa verkauft. Alle drehen durch. Freitag: BUNTE verklagt nach wochenlangem Zögern den STERN wegen dessen Berichten über fragwürdige Recherchemethoden eines Burda-BoulevardSpionage-Dienstleisters. gestern: Die ZEIT gibt nach und will ihren Buy-OutVertrag für freie Journalisten überarbeiten. Verdi und DJV erwirken dennoch gestern eine Einstweilige Verfügung dagegen.

» Wenn man uns zu sehr nervt, machen wir’s in Gera. «

Volker Herres, weil der ARDProgrammdirektor mit der ESC-PRO7Kooperation im Nachhinein alles richtig gemacht hat. Zum ersten Mal holt das Erste die Jungen zurück.

Stefan Raab will sich noch nicht festlegen, wo der Eurovision Song Contest 2011 stattfindet

23

Millionen Euro hat die Übertragung des Grand Prix d‘Eurovision den norwegischen Fernsehsender NRK gekostet. Nächstes Jahr ist der NDR dran.

Gewinner

Verlierer

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DIE MEDIENWOCHE

Liebling der Woche Liebe Daniela Katzenberg! Du wohnst bei VOX und bist Deutschlands größter Reality-Fernsehstar. Kein Wunder: Brust-OP, Ludwigshafener Akzent und große Ambitionen. Jetzt willst Du ein Café auf Mallorca eröffnen. Wir sind schon gespannt, wie lange Compagnon und Geldgeber Martin noch durchhält. Und Gruß an Mama Iris!

Sarah Wiener, weil die Bahn unter ihrem Namen Convenience-Speisewagen-Food serviert (was sonst?) – und die Fernseh-Köchin sich überrascht gibt.


DAS PROTOKOLL Magazin für Medienmacher

Danke für diese brandheiSSen Informationen Dienstagabend, Tagesthemen, Präsident weg, alles scheint möglich. Eine Schalte zum eloquenten Leiter des Hauptstadtstudios soll die Lage klären. Das Problem: Ulrich Deppendorf weiß nichts und gibt sich auch wenig Mühe, das zu verbergen. Ein Protokoll Tom Buhrow: Tja, zum letzten Stand der Kandidatensuche jetzt in Berlin: Ulrich Deppendorf. Herr Deppendorf, wir haben gerade gesehen, wie das FDP-Präsidium sich zurückgezogen hat. Zur Stunde tagt das Präsidium noch zur Frage der Köhler-Nachfolge. Wenn das Präsidium dem Merkel-Vorschlag zustimmt – wäre dann vielleicht heute Abend noch alles klar? Ulrich Deppendorf: Also, es wird... zumindestens würde es heute Abend nicht mehr bekanntgegeben, morgen müssten nochmal die Parteien beraten, dann werden am Donnerstagabend die Ministerpräsidenten hier nach Berlin kommen, die sollen eingebunden werden. Im Moment ist es so, dass sich in der Tat hier die Hinweise verdichten, dass es auf Frau von der Leyen zulaufen könnte, aber sie bekommen von keiner Stelle eine Bestätgung dafür. Buhrow: Also, wenn man das mit den Ministerpräsidenten am Donnertagabend noch besprechen will, dann wird‘s wohl morgen keinen Termin geben, der sich für eine öffentliche Bekanntgabe eignen würde? Deppendorf: Also, ich meine, hier ist in den letz-

ten Tagen alles möglich, äh, vielleicht dringt morgen hier irgendwie etwas nach draußen, aber ich bin noch nicht so sicher, ob es morgen hier eine offizielle... einen offiziellen Auftritt meinetwegen gibt vor der Bundespressekonferenz. Ich glaube, das wird vielleicht noch ein, zwei Tage dauern. Buhrow: Noch ganz kurz: Wird die Opposition möglicherweise dann – je nachdem wer die Kandidatin der Koalition ist, oder der Kandidat, – dann einen eigenen Kandidaten, Oppositionskandidaten aufstellen? Deppendorf: Gut, das werden die bekannt geben, äh, wenn es dann soweit ist – in der Tat, wenn es Frau von der Leyen sein sollte, oder auch meinetwegen Herr Schäuble oder noch irgendjemand anders, dann wird man wohl doch überlegen, einen eigenen Kandidaten aufzustellen, so ist die Marschroute, auch im Parteivorstand, aber man will das jetzt noch nicht so nach draußen dringen lassen, man will auch keinen Namen nennen, denn erst, heißt es, sollen mal die Koalitionsparteien ihren Kandidaten oder ihre Kandidatin nennen, dann wird die SPD ih- Buhrow: Ulrich Deppendorf, danke für diese ren Vorschlag machen. brandheißen Informationen aus Berlin!


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BUCH FOTOS FÜR DIE PRESSEFREIHEIT Reporter Ohne Grenzen (RoG) gibt jedes Jahr einen Fotoband heraus, der Arbeiten versammelt, die sich mit der Entwicklung der Pressefreiheit beschäftigen. Wir zeigen einige aus dem Bildband 2010. „Fotos für die Pressefreiheit 2010“ ISBN 978-3-937683-29-4 , 104 Seiten, 100 Abb. Zu bestellen im Buchhandel oder online: www.reporterohne-grenzen.de.

Alixandra Fazzina: Flüchtlinge am Strand von Schimbero in Somalia. Nur elf von ihnen werden ihr Ziel im Jemen erreichen. Zehntausende Somalis versuchen jedes Jahr über den Golf von Aden nach Jemen zu fliehen.


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rechts: Mikhail Galustov: Afghanistan: Ruffia Vahida, 42, verlor ihren Ehemann und zwei ihrer drei Kinder bei der Explosion einer Sprengfalle in der Provinz Paktya; oben: Katharina Hesse/ Agentur Focus: ErĂśffnung der Olympischen Spiele Peking 2008.


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Nina Berman / NOOR: Typische Bilder eines Fernsehabends: Italiens populärste Sonntags-Show ist „Quelli che il calcio e...“.


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Tomas van Houtryve / Panos pictures Nordkorea: Eine Lehrerin erklärt im Kindergarten die Bedeutung des „Großen Führers“.

Shaul Schwarz / Reportage by Getty Images: Eine Frauenleiche in der Gerichtsmedizin von Juárez. Mexiko hat nicht allein ein Problem mit der Drogenkriminalität. Gewalt gegen Frauen nimmt zu, viele Fälle werden nie aufgeklärt.


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Es gab Zeiten, das stand der SPIEGEL demonstrativem Patriotismus, gelinde gesagt, skeptisch gegenüber. Die Zeiten ändern sich. Pünktlich zur Fußball-WM bekommt man als Neu-Abonnent eine praktische Zusatz-Prämie vom SPIEGEL: Eine Deutschland-Fahne.

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Und das hier ist das offizielle Lena-T-Shirt – von Tchibo! 100% Baumwolle, weiß mit schwarzem Print und blau-rotem Schriftzug, Größen: XSL, für 14,90 Euro. Herausgeber Dr. Hajo Schumacher Chefredakteur Sebastian Esser Stellvertreter des Chefredakteurs Wendelin Hübner Stellvertretende Chefredakteurin Susan Mücke Leitender Re-

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der tipp Kaum ein Land fasziniert wie das abgeschottete Nordkorea. Die amerikanische Journalistin Barbara Demick, Korrespondentin der LA Times in Seoul, lüftet den Schleier nun ein Stück weit. Aus einer Vielzahl Interviews, die sie mit nordkoreanischen Flüchtlingen geführt hat, zeichnet sie ein packendes Bild des privaten Lebens. Dessen Verlässlichkeit ist zwar kritisch zu hinterfragen, sind doch alle Bilder des Landes weitgehend interessengeprägt. Dennoch lohnt sich, „Die Kinogänger von Chongjin“ zu lesen, zeigt es doch, dass die neuen Medien auch vor Nordkorea nicht halt machen. Barbara Demick: Die Kinogänger von Chongjin. Droemer/Knaur 2010, 19,95 Euro. FOTOS: S.1/2: Archiv; S.4: BR, RBB, Bundesbeauftragte für das Stasiunterlagen-Gesetz, COSMOPOLITAN, ZDF, Springer; S.5: VOX, ZEIT, ARD; S.7-10: Reporter ohne Grenze (wie ausgewiesen); S.11: Tchibo, Droemer/Knaur.


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