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Magazin für Medienmacher

Radio sendet Anwalt

21 / 05 / 10

» Schon mein Vorbild Jesus war ein groSSer Handaufleger « Kein Interview mit Thomas Gottschalk

! R E H C A M U H SC

Herzlichen Glückwunsch an BP für erfolgreiches Nasführen der Weltpresse. Durch Abwurf von zwei Millionen Litern zweifelhafter Chemikalien geht das Öl, das aus dem Bohrloch sprudelt, einfach unter. Vergeblich warten die Kollegen am Ufer auf dramatische ÖlpestBilder während unter Wasser der Sauerstoff chemiebedingt immer weiter sinkt. Ein einziger Kormoran in Öl ließ sich bislang blicken; kann aber auch sein, dass das Tier versehentlich in einer illegalen Harley-Werkstatt zwischenlandete. Fehlen die Bilder von Helfern in Ölzeug und zappelndem Küstengetier, dann ist der Welt die Katastrophe egal, auch wenn der Begriff „GAU“ mal angemessen wäre. Bei „Brent Spar“ kam es fast zum Bürgerkrieg, jede Trottellumme wird mit einer Lichterkette umstellt, kein Thema spaltet das Land so zuverlässig wie Atomstrom. Warum aber lässt der tödliche Ölteppich von „Deepwater Horizon“ die medialen Empörungsprofis so kalt? Weil Tierbildchen fehlen.


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Dieter Bartetzko in der FAZ » Je mehr schiefgeht, umso besser werde ich. « » Der Spaß ist noch da, aber die Wurschtigkeit ist weg. Manchmal spüre ich einen Druck, den ich früher nicht kannte. « » Privat ist mir mein Doppelkinn wurscht. « » Eines dieser Dinger, mit denen man von der Regie ferngelenkt wird, habe ich noch nie im Ohr getragen.«

» Die Kids hängen am Handy, die Väter gucken DVDs, und die Mütter bestellen am Computer nutzloses Zeug. Mehr als ein Dutzend Sender kämpfen um den Rest. « Christopher Keil in der SÜDDEUTSCHEN

Gottschalk 1978

» Ich habe fünf Wettkandidaten, die » Das Leben ist schön, warum soll Dinge tun, die keiner braucht. Habe ich es mir schwer machen? « fünf Gäste, die jeder gerne sieht. Und ich habe einen lustigen Anzug mit Trachtentouch, daraus machen wir eine Sendung. Worauf soll ich Christian Ankowitsch mich da vorbereiten? « im SZ MAGAZIN Abendzeitung, 21.3.2009 » Ich war bescheuert angezogen und hatte eine dämliche Frisur. Da- » Wenn ich aus dem Himmel der ran hat sich bis heute nichts geän- Zweistelligkeit falle, und das wird dert. So was nennt man Kontinui- passieren, werde ich mir das wahrtät.« scheinlich auch wieder schönreden.« Die Welt, 18.3.2001 ZEITmagazin, 19.3.2008 » Ich will nie überziehen. Ich will » Wenn sich in zwei Jahren meine nach Hause. « Frisur noch hält, dann habe ich kei» Modisch ist der Vatikan der letzte nen Grund aufzuhören, auch wenn Hort, wo noch Männermode getra- ich mein eigenes Verfallsdatum gen wird, wie ich sie pflege. « längst überschritten habe. « ARD, Beckmann, 25.1.2010 dpa, 2.7.2004

Frauen fragen: »wie bin ich?« – Männer fragen: »wie war ich?« Roman Maria Koidl – Autor Scheisskerle

© Jim Rakete

Am Sonntag kommt „Wetten, dass...?“, und am Dienstag hatte Thomas Gottschalk 60. Geburtstag. Dazwischen hat so ziemlich jeder seine Meinung zu Deutschlands berühmtestem Moderator abgegeben. Das beste daran: In all diesen Texten, ob kritisch oder bejubelnd, kamen immer sehr gute Gottschalk-Zitate vor. In Ermangelung eine Exklusiv-Interviews haben wir daraus die unterhaltsamsten ausgesucht.

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Die Leserinnen sagen: »Endlich ein Mann, der es wagt, die Wahrheit zu sagen.« Anita

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Holger Kreitling in der WELT

»Volltreffer!« Annika

» Wenn ich der wäre, für den mich viele halten, könnte ich mit mir nichts anfangen. «

»Ich war gefesselt, das war viel tiefer und ernster, als der Titel erwarten ließ.« Daniela

» Schon mein Vorbild Jesus war ein großer Handaufleger. «

» Wer Helmut Berger einlädt, darf nicht erwarten, dass Horst Köhler kommt. « Thomas Stillbauer in der FR

»Das Buch ist der Hammer!« Eveline

Gottschalk, Jauch

» Ich kann schneller reden als denken, und trotzdem ergibt es einen Sinn « Nadia Köhler, Ariane Holzhausen in der STUTTGARTER ZEITUNG:

ner spärlich bekleideten 70-Jährigen Dame.

» Normalerweise müffeln Köche im- » In diesem Alter verkühlt man sich » Ich kann schneller reden als denmer. Du riechst sehr angenehm. « ja leicht die Eierstöcke. « ken, und trotzdem ergibt es einen Gottschalk zu Jamie Oliver Gottschalk beim Verabschieden ei- Sinn. «

© Jim Rakete

» Ich bin der New-Wave-Man, Nicknack-Man, kein Guru, kein Banker, kein Freak. Leg‘ mich nicht auf irgendwas fest, ich hab‘ die Scheuklappen dick. « Aus einer Platte namens „Rappers Deutsch“, Gottschalks Cover-Version von Rappers Delight, einem der ersten Hip-Hip-Hits.

»Das Buch beantwortet die quälende Frage nach dem ›Warum‹.« Elke

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Tanit Koch . FrüD IL B i e b n fi e wird Textch es von ll a r fü u a r F her war sie „Redakr te n U . n n a Kai Diekm Aufgae r e d n o s e b teurin für on der ti k a d e fr e h C ben in der n wir te n n o k “ e p p WELT-Gru tellen. s r o v ts h ic n h uns e

Roger de Weck war, die Älteren werden sich erinnern, von 1997 bis 2000 ZEIT-Chefredakteur. Nun wird er Generaldirektor des öffentlich-rechtlichen Schweizer Rundfunks und Fernsehens (SRG). Bei manchen, zum Beispiel Roger Köppel (WELTWOCHE), ist das Anlass zu Aufwallungen (in dem Maß zumindest, in dem Schweizer dazu in der Lage sind). Sie halten de Weck für links und zu EU-freundlich.

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Harald S chultz wird ne uer Ber lin-K dent der aufstrebe orresponnden Na richtenag c entur D APD. B hwar er Pr isher essespre cher der nover Me Hansse.

»Koidl beschreibt ein Phänomen.« Hamburger Abendblatt »Roman Koidl hat gute Antworten.« WOMAN, Österreich »Koidl entlarvt die Strategien der Beziehungsneurotiker.« Berliner Kurier

ue N ( s i R l Uzu URIE K D R IER André O R N U m K o D v t Ü l wechse urg) zum S homas SaT nb brande z). Vorgänger führer der an äfts h c s e (Konst un G n t NG. s i U T y I k E s tin ER Z M I E H PFORZ CKER+++ TICK

ER +++ TICKER

Peter Hahn e Gottseidan k, der sym pathische ZDF-Moder ator und BAMSKolumnist bleibt dem Fernsehen auch n ach seiner Strafversetzung er halten. Er bekommt sonntags m ittags eine eigene Talkshow.

»Ein gnadenlos ehrliches Buch« BLICK, Schweiz

+++ TI

+++ Franziska von Mutius ist die neue Society-F rau von BILD M ünchen. +++ Chris tian Ulmen darf seine Internet-TV -Serie „Snobs“ auf dem Kanal ZD F NEO fortsetz en. +++ Verona Poo th ist zrück im F erns e h e n . RT L 2 s e tzt ihre Doku-S oap „Engel im Einsa tz“ fort. +++ © Jim Rakete

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JOBWECHSEL DER WOCHE

Die Presse sagt:

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Das Medientagebuch  DIENSTAG: 4,8 Millionen Euro haben die beiden ehemaligen ProSiebenSat.1-Vorstände Patrick Tillieux und Klaus-Peter Schulz als Abfindung erhalten, berichtet die SZ unter Berufung auf den Geschäftsbericht. MITTWOCH: Die Staatsanwaltschaft Mannheim klagt den Fernseh-Meteorologen Jörg Kachelmann der „Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall“ an. Mittwoch: Das Kartellamt lässt Büros von RTL und Prosiebensat1 durchsuchen. Verdacht: Absprachen bei verschlüsseltem digitalen Satellitenfernsehen. gestern: GoogleGründer Larry Page kündigt an, Verlagen beim Aufbau von kostenpflichtigen Angeboten im Internet helfen zu wollen, und Software für Fernseher anzubieten: „Google TV“.

» Massenmedien sind eine künstliche Welt, das Internet ist die echte Welt « Sascha Lobo

Christian Lindner & Joachim Türk, weil die beiden RHEIN-ZEITUNGS-Chefs mit IrokesenGast-Chefredakteur Lobo ihr Blatt aufmischten und einen PR-Coup landeten.

Gewinner

Verlierer

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DIE MEDIENWOCHE

erklärt‘s dem „Gipfel“ des Art Directors Club (ADC)

30

Minuten pro Tag zeigt SAT1 Nachrichten. Bei RTL ist es immerhin eine Stunde

Liebling der Woche Lieber Konstantin Neven DuMont! Wir mögen ja Leute, die bisschen einen an der Waffel haben. Das ist bei Ihnen eindeutig der Fall und auch nicht weiter außergewöhnlich in den Medien. Sie schwadronieren das Internet voll mit laaangen Kommentaren und halten irre Reden. Gute Verleger müssen so sein: unterhaltsam.

Dietmar Wolff, weil der Verlegervertreter vom BDZV gegen die Veröffentlichung eines LeistungsschutzrechtsEntwurfs klagen will. Sollte so jemand nicht für Pressefreiheit sein?


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Original und angebliche Fälschung

SPIEGELBestseller

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Tiedje wechselt von CDU zu SPD Wechsel im Aufsichtsrat der WMP EUROCOM, der Medienberatungsagentur des früheren BILD-Chefredakteurs Hans-Hermann Tiedje: Der früher Bundesverteidigungsminister Rupert Scholz (CDU) scheidet aus, der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) tritt ein. Forrester Research hat verglichen, wieviel Zeit Amerikaner 2009 im Unterschied zu 2004 mit Medien verbrachten

%

Radio sendet Anwalt Ein Privatradio schickt einem Campus-Radio den Anwalt – und wundert sich über heftigen Protest aus dem Internet 25.000 Euro sollte der Campus-Sender RADIO Q aus Münster zahlen, oder innerhalb weniger als 48 Stunden eine Unterlassungserklärung unterschreiben. Das verlangte die Konkurrenz: Die Betriebsgesellschaften der sogenannten AMS-Sender, einer Kette von Lokalradios in Ostwestfalen, fand, dass das RADIO Q-Logo, seit 2008 in Gebrauch, dem ihren zu ähnlich sehe. Nun sind die studierenden Radiomacher nicht besonders reich, weshalb sie nach dem ersten Schreck einen Anwalt nahmen und schließlich die Unterlassungserklärung abgaben. Auf der RADIO Q-Internetseite klafft nun eine Lücke. „Wir hätten es besser gefunden, wenn die AMS das Gespräch gesucht hätte, statt mit dem Anwalt zu drohen“, sagt Benedikt Meyer, Sportstudent und

Vorsitzender des Trägervereins. „Das ist eine grundsätzliche Entscheidung“, antwortet AMS-Geschäftsführer Uwe Wollgramm. Mehrere dutzend Mal im Jahr verfahre man so, weil viele Veranstalter versuchten, von der Wort-Bild-Marke zu profitieren. Auch beim Campus-Radio habe er keinen Anlass gesehen, vorher anzurufen. Die Konsequenz: RADIO Q sucht ein neues Logo und muss seine Anwaltskosten tragen. Und: Die Facebook-Seiten der AMS-Sender sind mit wüsten Beschimpfungen übersät, seit der Journalist Daniel Fiene in seinem Blog über die AbmahnPraxis berichtet hatte. Wollgramm ist über die wilde OnlineKampage – im Web-Fachjargon „Shitstorm“ genannt – erbost. Auch wer formal im Recht ist, macht sich eben nicht unbedingt beliebt.

Platz 3 in der Schweiz

5 Wochen im Markt 1. Auflage vergriffen 2. Auflage im Markt 3. Auflage im Druck

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  SAMSTAG   ADC Gipfel, FRANKFURT Beim Art Directors Club werden goldene Nägel mit Köpfen gemacht (man entschuldige den Kalauer): Genau genommen wurden acht goldene, 56 silberne, 123 bronzene ADCNägel sowie 242 weitere Auszeichnungen vergeben. Das dauert naturgemäß, weswegen man sich für die Verleihung um unterhaltsame Lückenfüller und die Anwesenheit prominenter Art Direktoren wie Wladimir Klitschko bemühte.

Norbert Herold und Feico Derschow; Andrew Shoben (Greyworld); Christian Labonte, Designstratege bei Audi; Star-Architekt Albert Speer. Links: Jochen Rädeker, erster Vorstandssprecher des ADC


! E ND E N E H C WO Magazin für Medienmacher

NEU!

IMPRESSUM

Meine Güte, da draußen tut sich was: Anfang Juli erscheint die erste deutsche Ausgabe des tollen, weil lustigen und öko-stylischen britischen Kindermagazins ANORAK. +++ Bei Burda erschien derweil gestern zum ersten Mal das Sex-Magazin für Frauen namens ALLEY CAT. +++ Springer hat die BERLINER MORGENPOST wie neulich schon das HAMBURGER ABENDBLATT gerelauncht. +++ Ebenso sieht nun das Online-Portal DER WESTEN ein bisschen anders aus. +++ Ex-G+JChef Bernd Kundrun beteiligt sich an der Venture-Capital-Firma Hanse Ventures, +++ und Axel Springer stellt demonstrativ eine Million Euro für Investigatives bereit. +++ Und am 15. Juni erscheint ein neues STERN-Magazin für Kinder um die 10: YUNO. +++ Wer hatte behauptet, in den Medien passiert nichts Neues mehr? Herausgeber Dr. Hajo Schumacher Chefredakteur Sebastian Esser Stellvertreter des Chefredakteurs Wendelin Hübner Stellvertretende Chefredakteurin Susan Mücke Leitender Re-

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dakteur Patrick Weisbrod Leiterin Lektorat Carla Mönig Zentrale V.i.S.d.P., Lietzenburger Straße 51, 10789 Berlin Telefon: 030 2196 2728 7

der tipp Tun wir dem großen Thomas Gottschalk einen Gefallen und schalten ihm zu Liebe am Sonntag Abend „Wetten, dass...?“ ein, live aus Palma de Mallorca. Mit dabei sind: Nicole & Lionel Richie, Joss Stone & Jeff Beck, Dieter Bohlen, Mehrzad Marashi & Mark Medlock, Rick Kavanian, Cindy aus Marzahn, Peter Maffay mit Philharmonischem Orchester, Amy Macdonald, Franziska van Almsick & Jo-Ann Strauss sowie K‘naan und David Bisbal. Eine Quote über zehn Millionen wäre wirklich mal angebracht und nicht zuviel verlangt. Wenn wir zusammenstehen, schaffen wir das. FOTOS: S.1-3: BR; S.4: SPRG, Springer, ZDF, Hannover Messer, SÜDKURIER; S.5: DuMont, RZ, BDZV, Google; S.7: ADC; S.8: ZDF.


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