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Magazin für Medienmacher

Die zeitung von heute wie die deutschen Zeitungsverlage gerade ihre zukunft verschlafen

ExcelJunkie besiegt ZDF

14 / 05 / 10

! R E H C A M U H SC

Die großen Fortschrittstreiber und Krisenheizer der Menschheit sind Waffen und Drogen (von den Skythen bis Afghanistan), Sex (von Eva bis Youporn) und Geld (von Babylon bis Athen). Kollege Fichtner vom SPIEGEL hat in einem unnötig wort-, gleichwohl aufschlussreichen Aufsatz dargelegt, wie modernes Spekulieren funktioniert. Nicht böse Banker, sondern artige Naturwissenschaftler füttern Programme, deren Komplexität sie längst nicht mehr kontrollieren können. Vollautomatisch werden minimalste Rendite-Chancen in Millisekunden genutzt; Menschen sind, wenn auch exzellent bezahlte, Knechte der Maximierungs-Software. Die Logik dieser Investment-Programme ist ebenso simpel wie furchterregend: Krisen bieten weitaus größere Gewinne als der Alltag. Die Politik als große Alltagsverteidigerin hat kaum eine Chance gegen ein globales System, das Krisen gleichsam braucht. 750 Milliarden Euro sind kein Verteidigungswall, sondern Anreiz, sich auch diesen Schatz zu holen.


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Igor Smirnoff ist Kanadier russischer Herkunft, der in der DDR aufgewachsen ist. Er arbeitet für das in Vancouver ansässige Unternehmen Newspaper Direct, das darauf spezialisiert ist, Zeitungen elektronisch zu verbreiten. Pressdisplay, die Software der Firma, transformiert die PDF-Ausgaben der Zeitungen automatisch in E-Pub-Formate, die die

auf Lesegeräten wie Kindle und iPad abgestimmt sind. Wann immer ein neues Gerät auf den Markt kommt – und das passiert gerade sehr häufig – baut die Firma eine passende App dafür. Die Idee: Zeitungen in ihrem originalen Layout online lesbar machen, egal auf welchem Gerät. Das erhöht im besten Fall die Verbreitung, denn auch Anzeigen landen so in der Online-Version. In Nordamerika gelten solche E-Paper-Ausgaben von Zeitungen als harte Auflage, in Deutschland dagegen weist die IVW diese meist sehr geringe Verbreitung noch getrennt aus. Im ersten Quartal 2010 konnte die IVW bei allen teilnehmenden Zeitungen nur 212 Einzelverkäufe messen. Das ganze Verfahren kostet die Verlage nichts – stattdessen behält Newspaper Direct einen Anteil von 30 Prozent, wenn eine solche elektronische Ausgabe verkauft wird. Das findet meist auf den Webseiten der Zeitungen unter eigener Marke statt. 1.500 Titel senden so ihre aktuellen Ausgaben in alle Welt, und täglich kommen neue hinzu. Smirnoff ist verzweifelt, weil nur wenige deutsche Blätter darun-

Igor Smirnoff ter sind: TAGESSPIEGEL, RHEINISCHE POST und HAMBURGER MORGENPOST zum Beispiel. Aber die meisten „warten erstmal ab“, machen alles „Schritt für Schritt“ und sind insgesamt sehr zurückhaltend. „Alles in Deutschland muss zertifiziert werden,“ wundert sich der Kanadier. Auch ist es schwierig, sagt Smirnof, überhaupt mit verantwortlichen Managern ins Gespräch zu kommen: Bevor er sich durch die starren Hirarchien gekämpft hat, blockt irgendein Bedenkenträger den Zugang zu Leuten weiter oben. Newspaper Direct begann vor elf Jahren damit, Zeitungen elektronisch an spezielle Drucker in Hotels oder auf Kreuzfahrtschiffe zu

Frauen fragen: »wie bin ich?« – Männer fragen: »wie war ich?« Roman Maria Koidl – Autor Scheisskerle

© Jim Rakete

Gestern Morgen. Igor Smirnoff schüttelt verzweifelt den Kopf. „Die Zeitungsverlage hier bei Ihnen sind sehr vorsichtig“, sagt er und wechselt kurz in Deutsche. „Sie machen alles ‚Schritt für Schritt‘!“ Er sitzt im Obergeschoss des „Sankt Oberholz“ mit Blick auf den Tram-Verkehr auf dem Rosenthaler Platz. Das Berliner Café ist dafür bekannt, dass hier jeder einen Mac vor sich stehen hat, aber was Smirnoff auf dem Tisch ausbreitet, ist selbst hier spektakulär: Die meisten erhältlichen E-Reader liegen vor ihm: Nook, Kindle, Sony Reader sind dabei und natürlich das iPad. Jedes der Geräte zeigt die Titelseite einer deutschen Zeitung.

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»Endlich ein Mann, der es wagt, die Wahrheit zu sagen.« Anita

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»Volltreffer!« Annika »Ich war gefesselt, das war viel tiefer und ernster, als der Titel erwarten ließ.« Daniela »Das Buch beantwortet die quälende Frage nach dem ›Warum‹.« Elke »Das Buch ist der Hammer!« Eveline

» Die Verlage verteidigen sich gegen einen Feind, der wahrscheinlich gar nicht existiert « Leute zur elektronischen Ausgabe wechseln.“ Der iPad ist da, und ernstzunehmende Konkurrenten werden bald folgen. Aber statt sich um neue Leser zu bemühen, die gedruckte Zeitungen eben nicht mehr kaufen, verteidigen sich die Verlage gegen einen einen Feind, der wahrscheinlich gar nicht existiert.

Igor Smirnoff seufzt. Er fliegt am Sonntag in ein anderes Land, wo er leichter interessierte Gesprächspartner findet. Sein Pressdisplay ist nur ein Beispiel für viele Ideen, die Zeitung ins digitale Zeitalter zu übersetzen. Man muss sie nur ausprobieren. Sebastian Esser

© Jim Rakete

liefern, die dort aktuell ausgedruckt werden. Heute stehen solche Printstationen in 106 Ländern, aber das Geschäft hat sich gewandelt: Statt PDFs auszudrucken, lesen viele Geschäftsleute, aber auch Bibliotheks-Besucher oder Schüler, auf Computer-Bildschirmen oder elektronischen Readern. Sie kommen so in den Genuss auch solcher Artikel, die nur in gedruckten Ausgaben zu finden sind und nicht in den OnlineAusgaben landen. Das klingt für Verlage in aller Welt schön und gut, denn ein Risiko ist nicht zu erkennen. Das allerdings haben – wer sonst? – die deutschen Zeitungen entdeckt: Die FAZ zum Beispiel lässt Newspaper Direct ihre Print-on-Demand-Ausgabe vertreiben und könnte sofort, mit einem Klick, freigeschaltet werden, für Bibliotheken zum Beispiel. Sie setzt aber auf eine eigene E-Paper-Version, die nicht für E-Reader gemacht ist und entsprechend wenig Verbreitung findet. „Die deutschen Zeitungen fürchten, ihre gedruckte Auflage zu kannibalisieren“, hat Igor Smirnoff festgestellt. „Sie befürchten, dass die

Die Leserinnen sagen:

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rote Christoph G RTER A G T T U T S verlässt die bisher r e o w , N E T NACHRICH d auch n u r, a w r u te Chefredak us: Er m s li a n r u o J gleich den er OLd r e r h fü s ft ä h wird Gesc OLKSV N E H C IS DENBURG echta. ZEITUNG in V

Kurt Kister und Wolfgang Krach werden, wenn man einer Meldung des FOCUS‘ Glauben schenkt, Nachfolger von Hans Werner Kilz (siehe Meldung oben rechts) als Chefredakteure der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG. Bisher waren die beiden dessen Stellvertreter. Die Redaktion scheint diese interne Lösung gut zu finden, auch wenn Teile der neuen Chefetage als zwar brillant, aber, äh, wenig umgänglich gelten.

Michael Pa gel darf sich n un Stellver tretender Chefredakt eur der Berliner Boulevardz eitung B.Z. nennen. Er ist der N achfolger v on Elmar Schnitzer, der „aus f amiliären Gründen un d in bestem Einvernehmen“ 6 0-jährig ab tritt.

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Hans We rner Kilz , Noch-Ch efredakte ur der soll viell SZ eicht die wiederzu , lebende beSAT.1-Se ndung „ im Turm Talk “ moderi e ren hauptet d er SPIEG . Das beEL.

»Ein gnadenlos ehrliches Buch« BLICK, Schweiz »Koidl beschreibt ein Phänomen.« Hamburger Abendblatt »Roman Koidl hat gute Antworten.« WOMAN, Österreich »Koidl entlarvt die Strategien der Beziehungsneurotiker.« Berliner Kurier

utin e s n u e g y u Gre ut A Hartm Hans-Jürgen TSCHEN EU en D b L e n E er t T r s i T a I w M r r f de Bishe . e l l der a er Che i H e b n i s sort NG ZEITU s Berlin-Res de NG. U T L eiter I E ER Z N I L R BE CKER+++ TICK ER +++ TICKER +++ TI +++ Andreas Fis cher wird neuer Direktor der nied ersächsischen Landesmedienansta lt (NLM). Yeah. + ++ Volker Marquar dt ist neuer Tex tchef des ARD-BUFFE T MAGAZIN, das bei Burda erscheint. Bisher war er Te xtchef bei diverse n Springer-Fern sehzeitschriften. ++ + Geschäftsfüh rer Arndt Salzburg verlässt das On linePortal DER WE STEN +++

© Jim Rakete

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JOBWECHSEL DER WOCHE

Die Presse sagt:

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Das Medientagebuch  freitag: Paul Kirchhof, Professor aus Heidelberg, steigt von einem Berg herab und verkündet, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu finanzieren sei. Per Haushaltsabgabe nämlich und mit weniger Werbung. Und die Ministerpräsidenten sahen, dass es gut war. dienstag: 115 Millionen Euro fehlen dem MDR bis 2016, der RBB rechnet ebenfalls mit drastischen Mindereinnahmen und diskutiert die Halbierung seiner Radiosender. mittwoch: Für mehrere Stunden fällt am frühen Nachmittag ein Teil des deutschen Internets aus. Schuld ist ein Serverfehler bei der DENIC. Mittwoch: 1000 neue Abonnenten hat SKY im ersten Quartal gewonnen. Und das bei so viel Werbung auf allen Kanälen? Ui.

» Toll geschrieben, denkt man sich, [...] es liest sich ja sehr flüssig bis zu dem Moment, in dem es dem Leser auffällt, dass der Autor sich die Freiheit nimmt, in nahezu jeden Kopf, der im Weg herumsteht, hineinzukriechen und von dort drinnen zu berichten, wie es sich so denkt und fühlt in diesem Kopf. « Claudius Seidl in

Nikolaus Brender, seit vier Wochen ExZDF-Chefredakteur, tastet sich zurück ins richtige Leben. Neulich war er nach vielen Jahren mit dem Auto in einer Waschanlage. Unfallfrei. Wir gratulieren.

Gewinner

Verlierer

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DIE MEDIENWOCHE

der FAS über „Preisträgerprosa“

200

Mitarbeiter pflegen angeblich den Twitter-Account des Venezuelanischen Präsidenten Hugo Chávez. „@chavezcandanga“ hat fast 300.000 Follower.

Liebling der Woche Liebe Claudia Schiffer! Es gibt Leute, die verlieren an Würde, je älter sie werden. Sie dagegen machen auf der neuen VOGUE für Karl Lagerfeld die x-te DemiMoore-Nummer und sehen dabei schöner aus als je zuvor. Wären wir Franzosen, stünden längst SchifferStatuen in jeder Amtsstube. Das wär was.

Helmut Markworts Kommentar zum Aus für Aust: „Das Propagandagenie ist hier erstmals an der eigenen Propaganda gescheitert.“ Erleichtert, Herr Markwort?


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SPIEGELBestseller

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Excel-junkie besiegt Forschungsgruppe Wahlen Jens Schröder, Journalist, liebt Statistiken. Deswegen pflegte er während des NRW-Wahlabends seine eigenen Excel-Tabellen. Irgendwann wunderte er sich über die Hochrechnungen des ZDF: Die konnten nicht stimmen. Und weil er bloggt (popkulturjunkie.de) und twittert (@popkulturjunkie), wussten seine Follower zwei Stunden vor den ZDF-Zuschauern, dass die CDU am Ende vorne liegen würde. Herr Schröder, Ihre Wahlprognose war schneller und präziser als die der Forschungsgruppe Wahlen des ZDF. Mit welchen Mitteln haben Sie das geschafft? Das Wort „Wahlprognose“ ist nicht ganz richtig. Die Prognosen der einzelnen Institute werden ja um 18 Uhr veröffentlicht, eine solche Prognose habe ich selbstverständlich nicht errechnet. Das, was ich getan habe, war, aus öffentlich zugänglichen Quellen wie den Zahlen der Landeswahlleiterin jederzeit ein aktuelles Zwischenergebnis zu errechnen. Zu einem Zeitpunkt, als nur noch wenige Kölner Wahlbezirke zum Endergebnis fehlten, habe ich so errechnet, dass die CDU am Ende ca. 6.000 Stimmen vor der SPD liegen würde. Zu diesem Zeitpunkt (ca. 23.45

Uhr) hat das ZDF eine neue Hochrechnung veröffentlicht, in der immer noch die SPD vor der CDU lag. Die Forschungsgruppe Wahlen hätte da aber schon längst wissen müssen, dass es so nicht mehr ausgehen kann. Und mit welchen Mitteln haben Sie das gemacht? Riesencomputer? Ein Expertenteam im Hintergrund? Nein, mit nichts anderem als Excel. Das Ganze war auch gar kein großes Hexenwerk. Ich habe ganz einfach aus den fertig ausgezählten Wahlkreisen bzw. Wahlbezirken ein ständig aktuelles Zwischenergebnis errechnet. Das hätte jeder mit einer Prise Excel-Ahnung und einem Internetbrowser genauso machen können.

Jens Schröder Wie erklären Sie sich, dass Sie so viel schneller waren? Sind die Modelle der Wahlforscher und Demoskopen inzwischen zu kompliziert? Nein, das denke ich nicht. „Die Wahlforscher und Demoskopen“ stimmt in diesem Zusammenhang auch nicht ganz, denn die Zahlen der ARD waren besser als die des ZDF. Warum das ZDF und die Forschungsgruppe Wahlen so kurz vor Ende des Auszählens noch eine so falsche Hochrechnung gemeldet haben, verstehe ich auch nicht. Denn gerade die Frage, ob die CDU knapp vor der SPD liegt – oder umgekehrt –, könnte im Falle einer großen Koalition ja entscheidend sein. Und diese Frage war zu diesem Zeitpunkt eben schon geklärt – wenn auch leider nicht für die ZDF-Zuschauer.

Platz 3 in der Schweiz

5 Wochen im Markt 1. Auflage vergriffen 2. Auflage im Markt 3. Auflage im Druck

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kollegen im Knast Ebrima Manneh war ein angesehener Reporter für den DAILY OBSERVER aus Gambia. Am 7. Juli 2006 wurde er von Mitarbeitern des Geheimdienstes an seinem Arbeitsplatz verhaftet. Nach Informationen von Reporter ohne Grenzen hängt seine Verhaftung mit einem regierungskritischen Artikel der BBC zusammen, den Manneh veröffentlichen wollte. Der Bericht weist auf undemokratische Strukturen in Gambia hin. Justizministerin Marie Saine-Firdaus gab im April 2009 an, Manneh sei nie in einem gambischen Gefängnis gewesen. Nach Aussage eines Polizisten wurde er zuletzt 2008 im Gefängnis gesehen, bevor er mitten in der Nacht von einem Beamten in Zivilkleidung weggebracht wurde. Seitdem gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm.

Selbstgespräch statt dialog Der gehypte Online-Wahlkampf 2009 blieb ohne messbaren Einfluss auf das Wahlergebnis, bestätigt nun eine Analyse Die Schlacht vor der Bundestags- stritten und kämpften um Stimmen, wahl 2009 sollte der erste Internet- aber eher aneinander vorbei.“ Wahlkampf der Geschichte werden. Gründe dafür: Die Obama-StrateNach Barack Obamas revolutio- gie sei eben nicht auf Deutschland närer Online-Strategie pumpten die übertragbar. Außerdem sind etwa Parteien erhebliche Mittel in ein- die Hälfte der Parteimitglieder hierschlägige Maßnahmen wie Websei- zulande über 60 und damit wenig ten, Communitys, Netz-Videos und netzaffin. Und schließlich verirrte Profi-Twitterer. Eine Studie analy- sich kein Spitzenpolitiker persönsiert nun: alles für die Katz. lich ins Internet. Gürkans Fazit: Der Insgesamt waren in den Netzwer- Onlinewahlkampf 2009 war Selbstken der fünf Bundestagsparteien gespräch statt Dialog. rund 110.000 Menschen angemeldet, und nur ein Bruchteil davon war auch aktiv, schreibt der Medienwissenschaftler Benjamin Gürkan in seiner Masterarbeit: „Der Onlinewahlkampf zur Bundestagswahl 2009 glich eher zwei Selbstgesprächen als einem Dialog. Netzwelt und Politik diskutierten, Anhänger in den Parteicommunitys

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 FREITAG   Henri-Nannen-Preis,   Hamburg Wir erinnern uns: Der Kisch-Preis ist im Henri-Nannen-Preis aufgegangen. Nun wurde der wieder von Gruner+Jahr in der reich ornamentierten Kulisse des Hamburger Schauspielhauses verliehen. Den Ehrenpreis erhielt Helmut Schmidt, der, im Rollstuhl sitzend und mit großer Hörhilfe ausgestattet, lustvoll Journalisten veralberte. Glückwunsch dazu.

Das halten Medienleute für gut angezogen; Schmidt Schnauze auf eine Zigarette mit Giovanni di Lorenzo


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Bernd Buchholz, Helmut Schmidt, Thomas Osterkorn, Andreas Petzold (rechts); Preisträger Humor Dirk Gieselmann, Andreas Bock, Lucas Vogelsang, Fabian Jonas

Liz Mohn, Peter & Eva Scholl-Latour, Hartmut Ostrowski; Preisträger Sonderpreis Martin Langeder, Mauritius Much, Bastian Obermayer, Marc Baumann

Preisträger Investigation Jörg Schmitt, Gunther Latsch, Jürgen Dahlkamp; Preisträger Dokumentation Giuseppe di Grazia, Jan Christoph Wiechmann, Katja Gloger


! E D N E N E H C WO Magazin für Medienmacher

WieviEl Uhr?

IMPRESSUM

Vielleicht war es ein Akt der Subversion, dass es im Interview auf der letzten Seite des aktuellen ZEIT MAGAZINS um Prostitution ging; auf den Seiten davor ging es jedenfalls fast ausnahmslos um Armbanduhren. Und das ist bei Zeitschriften ein sicheres Zeichen für das Journalisten-Pendant zur Prostitution (und wem das zu hart ist, darf wahlweise auch Korruption dazu sagen): Anzeigenkunden-Schmoozing. Es gibt ein Spiel, bei dem der gewinnt, der beim Blättern in einer Zeitschrift als erster auf eine Uhr zeigt und „Uhr!“ ruft. Im ZEIT MAGAZIN Nr. 20 hätte man, sollten wir richtig gezählt haben, 29 mal die Chance gehabt, allerdings eingerechnet Anzeigen und Aboprämien („ZEIT-Uhr ‚mondän‘: gefertigt aus Edelstahl mit Qualitätsquartzwerk, cremefarbenem Zifferblatt mit aufgesetzten Zahlen und dunkelbraunem PU-Lederarmband in Reptil-Optik“). Bei Lifestyle-Magazinen erwartet man ja leider gar nichts anderes mehr. Aber wie kann die ZEIT so etwas vor ihren moralisch anspruchsvollen Lesern (und Redakteuren!) verantworten? Herausgeber Dr. Hajo Schumacher Chefredakteur Sebastian Esser Stellvertreter des Chefredakteurs Wendelin Hübner Stellvertretende Chefredakteurin Susan Mücke Leitender Re-

wenn sie uns bitte Folgen wollen

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dakteur Patrick Weisbrod Leiterin Lektorat Carla Mönig Zentrale V.i.S.d.P., Lietzenburger Straße 51, 10789 Berlin Telefon: 030 2196 2728 7

Katholisch? Studierend? Journalist werden wollend? Dann bewerben Sie sich bis zum 31. Mai für die studienbegleitende Journalistenausbildung des Instituts zur Förderung publizistischen Nachwuchses (ifp) in München. Bereits seit 1970 nimmt die katholische Journalistenschule jedes Jahr 15 Stipendiaten auf. Zu den Ehemaligen gehören DEUTSCHLANDRADIO-Intendant Willi Steul, Thomas Gottschalk und Heribert Prantl. www.ifp-kma.de FOTOS: S.1-3: ses; S.4: SZ, STUTTGARTER NACHRICHTEN, Springer, BERLINER ZEITUNG; S.5: ZDF, Burda, Condé Nast, SZ; S.6: Schröder; S.8-9: G+J.


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