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25. November 2011

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Das macht GALA-Chefredakteur Peter Lewandowski beruflich


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Editorial

Schumacher!

V.i.S.d.P.-Herausgeber Hajo Schumacher über das Comeback des Freiherrn

Coverfoto: G-J

Die GuttenbergHolographie Der Journalisten-Kollege kommt nicht umhin, in Ehrfurcht, Neid und Bewunderung zu erstarren. Natürlich ist es ein Scoop, wenn man den Freiherrn als Erster und exklusiv befragen darf. Wer Vorlaufzeiten für Bücher kennt, fragt sich zugleich allerdings, wann denn da der Plan gefasst wurde fürs Comeback. So ganz lange nach dem Absturz kann es nicht gewesen sein. Karl Theodor zu Guttenberg wählte DIE ZEIT mit Bedacht: ein Blatt mit Bildungshintergrund, wo das Eingeständnis von Fehlern plus trotzig aufrecht erhaltener Chaos-Theorie mitten hinein in die

kritische Zielgruppe der Bildungsbürger führt. Medial gesehen ein großer Erfolg, für alle Beteiligten. Beim denkenden Mensch allerdings, und der ist ja bisweilen das Gegenteil vom Medienschaffenden, steigt leichter Würgereiz auf. Welch eine plumpe Comeback-Show. Durchsichtig, peinlich, irgendwie auch belustigend in ihrer ganzen Plattheit: Ausgerechnet in der Woche, da die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellt, die tapfere Gattin Stephi („Wie schafft sie das nur?“) Geburtstag feiert und sich der Höhenflieger im fernen Halifax als


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Schumacher!

Diplomat versucht, da knallt auch das Interview ins Land und das Buch gleich am Montag hinterher. Alles getimed und gezirkelt wie aus dem Regie-Handbuch, wo sich seit Jahren „Marienhof “ und „Traumschiff “ bedienen. Folgerichtig, Image und so, musste die Schmiere aus dem Haar gekärchert werden und die Schweinchen-Schlau-Brille verschwinden. Eine indische Ärztin habe festgeestellt, dass der Freiherr auch ohne Hilfe sieht – ein Wunder, dass dem Vatikan zur Begutachtung vorgelegt werden sollte. Hat sich nach den wenigen Wochen der angetäuschten Läuterung irgendetwas getan beim flotten jungen Herrn? Einsicht gar? Nein. All der Unernst, die Ungeduld, das Lotharmatthäushafte ist immer noch da, von der Attitüde des Auserwählten bis hin zum Retterwahn, der in den Phantasien von einer neuen Partei gipfelt. Warum nicht gleich ein neuer Staat? Hier geht ja doch alles den Bach runter. Soviel Billigkeit ist ein wenig beleidigend für den inszenierungskompetenten Staatsbürger. Dagegen war die Schmidt/Steinbrück-Nummer ja noch

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ein Muster an Nachdenklichkeit. Bleibt die Frage, inwieweit sich Journalisten zu Bühnenknechten machen sollten. Über Lobbyisten aufregen, aber beim Werte-Posing mit halbheiligen Weltenrettern vor Bedeutsamkeit fast platzen – da fehlt dann doch die klare Linie, die einstmals mit dem Begriff der professionellen Distanz ganz gut gezogen war.


Update

„Wir haben keine ganze Abteilung dafür, sondern ich mache das alleine, bei Sachfragen unterstützt nur von

einigen Mitarbeitern. Ich finde, dass Twitter eine persönliche Handschrift braucht.“

Fotos: ZDF, Holtzbrinck

Steffen Seibert, Regierungssprecher und bei Twitter @RegSprecher, im Wiener STANDARD. Der österreichische Kanzler muss sich gerade allerlei Spott erwehren, weil er neuerdings eine Abteilung eigens für Social-Media-Kommunikation beschäftigt.


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Update

Das Tagebuch

Dienstag

DIENSTAG

dienstag

FREITAG: SPIEGEL TV, die Fernsehproduktionsfirma des SPIEGEL, streicht 26 Stellen. Gerade erst war 30 „Kerner“-Mitarbeitern gekündigt worden.

DIENSTAG: Das Oberlandesgericht Köln weist eine Unterlassungsklage von Jörg Kachelmann gegen BILD. DE ab. Ein Bericht über den Fund eines Messers bei der ehemaligen Freundin des MONTAG: Die Verlagsgrup- Moderators sei nicht vorverpe Georg von Holtzbrinck urteilend gewesen. verkauft die Mehrheit am SÜDKURIER (Konstanz) an DIENSTAG: Der Papst wollte die Mediengruppe Pressedruck es so: Die katholische Kirche in Augsburg. Im vergangenen sucht Käufer für den WeltbildJahr hatte man bereits die Verlag, der bis vor Kurzem MAINPOST von Holtzbrink Erotik-Bücher („Schlampenübernommen. Internat“) im Programm hatte.

MITTWOCH: Die ContentFarm SUITE101 schließt ihre Niederlassung in Deutschland, nachdem Google ihre BilligInhalte weniger prominent anzeigt. Das Geschäftsmodell beruht darauf, Hobby-Autoren an den mageren Werbeeinnahmen zu beteiligen – was Honorar-Dumping-Vorwürfe auslöst.


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Social Media Ranking Im Social Medien Ranking misst V.i.S.d.P., welche deutschen Medien am besten in Facebook und Twitter kommunizieren. Diese Woche: Das ZDF.

Update

ZDF

1 32 ZDF Neo 2 66 ZDF Sport

51.88

47.09

3 85 Heute Show

44.67

4 86 Heute

44.46

5 93 WISO

42.58

6 112 ZDF Online

39.81

7 136 Fernsehgarten

36.57

8 306 ZDF-Reporter vor Ort

19.11

9 335 Login

17.03

10 386 Sonja Schünemann

12.97

Gewinner der Woche

Verlierer der Woche

Giovanni di Lorenzo

James Murdoch

weil der ZEIT-Chefredakteur mit seinem Guttenberg-Buch einen Scoop landet und von einem Medienstrategie-Wechsel des gefallenen Freiherrn profitiert: Weniger BILD, mehr Bildungsbürgertum.

weil der Moguls-Sohn nun auch persönlich Zugeständnisse machen muss: Er verlässt den Vorstand SUN und TIMES. Da er aber weiterhin andere News-Corp-Posten besetzt, ist das wohl ein eher symbolischer Schritt.


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Update

Verleger

Wer will ihn?

Foto: ProSieben

Die Zeitschriftentage des Verbands der Zeitschriftenverleger in Berlin: Same procedure as every year, James. Illuster die Sprecher (Kissinger, Kanzlerin), gl채nzend die Ex-Guttenberg-Frisuren (Dieckmann, Welte) und wie immer der Engel (Die Goldene Victoria).


Leute

grammzeitschriften bei Axel Springer, hat Jan von Frenckell als Chef von FUNK UHR und BILD WOCHE abgelöst. Christian Reinisch (FRÄNKISCHER TAG) wird vorübergehend Mantel-Chefredakteur bei den Zeitungen der Mediengruppe Oberfranken. Er bildet nun mit Frank Förtsch (zuständig für Lokales) eine Doppelspitze.

Fotos: BR, HPR, Mediengruppe Oberfranken, RBB

Talente bei der Konkurrenz einzukaufen. Eine Parodiensendung ist geplant – ähnlich wie „Switch Reloaded“. Deswegen verhandelt man nach Informationen des SPIEGEL nun mit Martina Hill (Foto, bekannt auch – allerdings dort wenig witzig Das Humordefizit der ARD – aus der „Heute Show“ beim ZDF), Max Giermann und hat nun selbst die ARD erkannt. Und wie es nach so Martin Klempnow. einer Erleuchtung bei der Christian Hellmann, OberARD üblich ist, haben die Chefredakteur der ProGremien beschlossen, Bettina Reitz, erst seit einem guten halben Jahr CoGeschäftsführerin der skandalgeschüttelten ARD-Tochter Degeto, soll Fernsehdirektorin des BR werden – wo sie zuvor Fernsehfilmchefin war.


Leute

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Jepsen gefeuert Ken Jepsen, beim RBB-Radio FRITZ Moderator seiner eigenen Sendung „Ken FM“, muss den Sender nun doch verlassen. Zahlreiche seiner Beiträge hätten „nicht den journalistischen Standards des RBB“ entsprochen. Wellenchef Stefan Warbeck übernimmt die Verantwortung für Mängel der Sendung und gibt seinen Job auf.


“ Schöne Unterhaltung ... würden wir nie als Zeile wählen.

Aber Peter Lewandowski hat sie zu seinem zehnten Dienstjubiläum als GALA-Chefredakteur vorgeschlagen. Also bitte sehr.


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Titel

Seit zehn Jahren leitet Peter Lewandowski GALA. Aus einer BUNTEN für Arme machte er eine PeopleZeitschrift, die statt über die oft recht unglamourösen deutschen Sternchen über Hollywood-Schauspieler und Pop-Stars berichtet – aber auch neue Schleichwerbungs-Maßstäbe setzte. Zum Dienstjubiläum haben wir unsere Kolumnistin beauftragt, den GALAChefredakteur zu interviewen. Antje Tiefenthal beschäftigt sich in ihrem Blog “Klatschkritik” intensiv mit den bunten

Fotos: G+J

Blättern. Sie hatte da ein paar Fragen.


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Titel

Herr Lewandowski, mit welcher Vision sind Sie im Dezember 2001 angetreten? Ich wollte einen Kultur-Change in Deutschland. Mich hat gestört, wie zu jener Zeit mit Stars umgegangen wurde. Im Zusammenhang mit GALA habe ich immer nur gehört: tolle Fotos, tolles Papier. Irgendein Attribut musste noch dazukommen und wenn es nur die positive Berichterstattung war! GALA kann kritisch sein, geht aber nicht unter die Gürtellinie. Bei uns wird in der Regel nicht mit dem Finger auf jemanden gezeigt. Die Ausnahme findet sich im Heft 46/11: „Katherine Heigl – Diagnose

daneben“ – hier zeigt GALA mit dem Finger auf die Schauspielerin. Es ist bei einem wöchentlich erscheinenden Titel manchmal eben doch eine Herausforderung. Sie haben nicht nur diese positive Berichterstattung eingeführt, sondern das Heft auch international ausgerichtet. Mit dieser Änderung schoss die Auflage nach oben, auch das Anzeigengeschäft. Das hat den Markt ein Stück verändert, weil auch andere eine Chance für sich mit internationalen Inhalten gesehen haben. Für uns war es aber einfach schön, dass es bergauf ging. GALA hatte es am Anfang sehr schwer auf dem Markt. Heute ist sie


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seit Jahren der drittstärkste Titel von Gruner+Jahr. Was ist denn Ihre Vision für die nächsten zehn Jahre? Drei Schlagwörter, von denen Sie sagen mögen: nicht besonders originell, sind jetzt wichtig: Faszination People, Faszination Fashion, Faszination Schönheit. Das Ziel ist, das Heft in eine neue Ära zu führen. Ich möchte, um es mal ganz offen zu sagen, das beste und relevanteste Unterhaltungsmagazin Deutschlands machen. Wie wollen Sie das anstellen? Das bedeutet für uns einen gewissen Paradigmenwechsel: Wir müssen statt Klatsch und Tratsch Gesprächs-

stoff liefern. Das heißt auch, dass wir andere Protagonisten, andere interessante Leute in diese Welt einführen müssen. Irgendwann ist auch der Pool der internationalen Stars zu klein. Was für neue Protagonisten können das sein? In dieser Ausgabe (46/11, Red.), nur als Beispiel, haben wir eine hochemotionale Geschichte über Japans Kaiser Akihito. Mich interessiert dabei vor allem: Was löse ich damit bei unserer Leserin aus? Wie kann sie dabei lachen, weinen? Das ist für die Zukunft des Blattes sehr wichtig – die Leute müssen anders berührt werden, sie brauchen Entschleunigung. Außerdem bekommt das Heft

Titel


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Titel

mehr Ruhe, wir haben den Titel freier geräumt, und, und, und. Wir wollen GALA nicht neu erfinden, aber das Heft soll sich so nachhaltig absetzen, dass keine Kopierbarkeit mehr möglich ist. Sie sprechen jetzt nur von Print. Welche Pläne gibt es für Online und Social Media? Ein sehr wichtiges Ziel für uns war es, GALA.DE profitabel zu machen. Das wird uns jetzt mit Ende des Jahres gelingen. Der nächste Schritt für uns muss sein, dass wir Facebook und GALA.DE stärker mit dem Printprodukt verzahnen. Die Marke GALA muss viel stärker als Gesamtheit wahrgenommen werden. Dies wird im kommenden Jahr ein großes Thema für uns sein. Haben Sie eigentlich die GALA.DEApp auf Ihrem Handy? Ja, aber ich gucke nicht immer rein. Warum nicht? Die App läuft super. Ich gehe da nicht rein, weil es die Online-Inhalte sind. Wenn ich morgens aufwache, lese ich drei Tageszeitungen und surfe durch die Webwelt, natürlich auch auf GALA.DE, und das reicht mir. Wieso? Sollte ich jetzt reingucken? Mich interessierte nur, ob der GALAChefredakteur seine eigenen Apps

kennt. Wie schaut es denn mit der GALA-Ausgabe für das iPad aus? Damit bin ich noch nicht so glücklich. Es ist mir zu langsam, das löst sich noch nicht richtig auf. Aber es war richtig, frühzeitig ein Zeichen zu setzen, dass wir in der Lage sind, innerhalb kürzester Zeit auch diese Dienstleistung anzubieten. Welche dieser redaktionellen Baustellen hat für Sie oberste Priorität? Grundsätzlich ist Print das Herz der Marke GALA, und das bleibt auch so. An erster Stelle steht der Paradigmenwechsel für dieses Magazin und was sich daraus in Richtung Social Media und weitere digitale Angebote ergibt. Auf der GALA-Facebook-Seite gibt es einen kleinen Hinweis, dass das erst 2011 auf den Markt gebrachte Rabattheft GALA Goodies nicht weiter erscheint. War es das jetzt ganz mit dem Rabattgeschäft? Wir von der Redaktion waren mit diesem Heft bislang nicht so richtig glücklich. Derzeit modifizieren wir unser GALA-Goodies-Konzept, und werden 2012 mit einer Adaption der Idee wiederkommen. Die IVW-Zahlen vom dritten Quartal 2011 sind etwas besser als im Vorjahr. Womit erklären Sie das? Da gibt es eine einfache Erklärung. Die Auflage ist in den letzten Jahren


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Titel

„Das Heft war ein richtiger Wendepunkt. Danach startete die Internationalisierung des deutschen Zeitschriftenmarktes.“


19

Titel

„Das war das Problem

bei meinem Antritt:

Gala war ein Gemischt-

warenladen ohne erk-

ennbare Linie.“

gesunken, und es stellte sich dann einfach die Frage: Gucken wir weiter zu? Oder was können wir gegen diese Entwicklung tun? Was war Ihre Antwort auf diese Frage? Im Grunde genommen stand jetzt nach zehn Jahren die zweite Verwandlung der GALA an. Wir haben gesagt, nun gilt es, wir zeigen eine deutliche Veränderung im Heft und überlegen uns genau, wann wir das machen. Der Termin fiel auf das Heft Nummer 20/11, das war die erste Ausgabe nach der Hochzeit in London. Warum genau dieser Termin? Wir haben das London-Heft sehr gut

verkauft und gehofft, dass wir Leser in die nächste Ausgabe rüberziehen. Das hat funktioniert. Seit diesem Tag verlieren wir deutlich, deutlich, deutlich weniger. Wir haben jetzt Halt gefunden. Nochmal zurück zu GALA Goodies. Das Heft ist ganz still und leise eingestellt worden, GALA Kids taucht auch nicht mehr im Portfolio von Gruner + Jahr auf ... ... Das war ein One-Shot, obwohl der Verkauf von 32.000 Exemplaren für uns in Ordnung ist. Die Überlegung war, für die Sex-and-the-City-Generation ein Heft zu machen, so wie in Frankreich von MARIE CLAIRE oder VOGUE BAMBINI in Italien. Mir hat


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Titel

„Damals war es Ulla Kock am Brink, heute ist es für uns keine Frage, über den Tod von Amy Winehouse zu berichten. Das zeigt, was in den vergangenen zehn Jahren alles passiert ist.“ es für die Kollegen leid getan, die teilweise sehr harte Kritik einstecken mussten. Kritik wofür? Dass kleine Kinder mit Lippenstift und Rouge geschminkt waren? Ja, und dass das Heft viel zu konsumig sei. Das haben wir auch kritisch reflektiert, mehr als kritisch reflektiert, wirklich. Abgesehen davon sind wir im Verlag immer dazu angehalten worden: Probiert aus, habt Mut. 2014 wird GALA 20 Jahre alt... ... das hab ich noch gar nicht so im Kopf. Ich hätte nichts dagegen, wenn GALA 20 wird und wir keine große Feier machen, weil eine meiner wirk-

lich aufregendsten Nächte der zehnjährige Geburtstag von GALA war. Nicht nur, weil ich mit Sophia Loren über den roten Teppich gehen durfte, sondern weil ich sehr angespannt war. Ich war quasi auf Highspeed bis morgens um acht Uhr. Deswegen fände ich es schön, wenn wir den 20. nur im gesetzten Rahmen feiern würden. Wie viele Nummern von Prominenten haben Sie in Ihrem Handy eingespeichert? Keine Ahnung. 200. Oder mehr? Wessen Nummer hätten Sie noch gern? Das kann ich nicht so sagen, aber man


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Titel

hat ja private, sportliche Ziele – ein schöner Männerabend mit George Clooney und Brad Pitt. Ich hatte einmal einen netten Abend mit Richard Gere während der Fußball-WM 2006, wir haben schöne Lieder gesungen und Weißwein getrunken. Ich glaube, diese beiden Jungs sind auch ganz okay. Es ist aber nicht so, dass ich Prominente einfach anrufe, die Nummern werden nicht missbraucht. Es ist bekannt, dass ich nicht der große Partygänger bin. Apropos Partys – wie verteilt sich Ihr Arbeitsalltag in Prozent? Da muss ich mal nachdenken. 50 Prozent redaktionelle Arbeit, 25 Prozent Anzeigengeschäft, 15 Prozent für Ver-

lagsaufgaben und zehn Prozent für Partys. Gibt es einen Promi, den Sie immer gern im Blatt haben? Nein, den gibt es nicht. Vielleicht mache ich den Job auch einfach zu lange, um zu sagen: Das habe ich gern im Heft und das nicht. Sie stöhnen doch aber sicherlich bei irgendeinen Thema auf? Wir haben Tom Cruise nicht oft im Blatt. Ich weiß nicht, was die Wahrheit ist und daher weiß ich auch nicht, was man zu ihm erzählen soll. Ich hatte mal Heidi Klum wirklich gern im Heft. Quatsch. Heidi ist doch immer noch


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oft dabei. Es ist weniger geworden. Vielleicht ist es immer noch zu viel. Wir merken, dass die Akzeptanz von Heidi Klum sich verändert hat. Was war das teuerste Foto, dass Sie jemals für die GALA eingekauft haben? Das waren die ersten Bilder von den Jolie-Pitt-Zwillingen, die haben wir zusammen mit Patricia Riekel gekauft. Darauf bin ich auch stolz: Wir haben das niedrigste Angebot abgegeben, 100.000 Euro für uns, 200.0000 Euro zusammen. Wir lagen damit mehrere 100.000 Euro unter der Konkurrenz. Trotzdem haben wir den Zuschlag bekommen, weil Angelina Jolie und Brad Pitt in die GALA wollten, weil sie mit uns gute Erfahrungen gemacht haben. Dabei fällt mir aber doch noch eine Geschichte ein, auf die ich richtig stolz bin. Die da wäre? Der Liebespakt (Heft Nr. 5/2010, Red.). Zwei Blätter, PEOPLE und GALA, kannten die Wahrheit über die angebliche Trennung von Brad Pitt und Angelina Jolie. Die ganze Welt hat geschrieben: Sie sind getrennt. Wir haben recherchiert und beim Gericht nachgefragt, und die hatten uns erzählt, was die beiden tatsächlich gemacht haben: nämlich keine Trennungspapiere unterschrieben, son-

dern einfach geklärt, was passiert, wenn was passieren sollte. Und - es war eines der schlecht verkauftesten Hefte! Die digitale Macht war einfach so groß, dass uns keiner geglaubt hat. Vielleicht hatten wir auch die falsche Zeile. Eigentlich wollte ich machen: Von wegen Trennung! PEOPLE ist genau das Gleiche passiert, denen hat in Amerika auch keiner geglaubt. Falls morgen Ihr letzter Arbeitstag wäre – welchen Ratschlag würden Sie Ihrem Nachfolger mit auf den Weg geben? Man muss den Job einfach so nehmen, wie er ist und dabei nie die Bodenhaftung verlieren. Du bist kein guter GALA-Chefredakteur, wenn Du ständig selbst auf dem roten Teppich und immer „part of the world“ bist, denn das schafft auch Begehrlichkeiten. Man sollte sich immer dessen bewusst sein, dass viele Menschen aus der Unterhaltungsindustrie scharf darauf sind, sich in der GALA oder der BUNTEN zu sehen. Angenommen, dieses Interview erscheint in der GALA – welche Schlagzeile wünschen Sie sich für die Titelseite? Ich glaube nicht, dass es ein GALATitel wäre, aber für innen könnte ich mir vorstellen: „Schöne Unterhaltung“.

Titel


Social Media Ranking Auf welchem Rang stehen Sie? http://socialmedienranking.de/


Ende Verlosung

Sex ist Sport Man kann sich, wenn wir uns recht erinnern, an der Universität mit sehr viel langweiligeren Dingen beschäftigen als mit Sex. Ähnliches gilt auch für die Medien, weswegen sie es so ausgiebig tun. Aber warum? Wissenschaftliche Antworten auf diese Frage versucht der Sammelband „Die Sexualisierung des Sports in den Medien“, darin auch ein Beitrag über Fußbälle in Pornofilmen. Wer sich zu diesem Thema endlich fundiert informieren möchte, nehme an unserer Verlosung teil und bekunde per Mail Interesse: info@visdp.de

Der Tipp

Kaufen Sie uns Am kommenden Freitag erscheint die letzte V.i.S.d.P.-Ausgabe in diesem Jahr. Es ist eine besonders dicke, besonders bunte, in jeder Hinsicht besonders besondere Ausgabe. Wir drucken sie sogar. Darum lautet der Tipp in dieser Woche: Bestellen Sie jetzt den V.i.S.d.P.-Jahresrückblick. Entweder auf www.visdp.de, oder – falls Sie nicht per Kreditkarte oder Paypal bezahlen wollen – per E-Mail an info@visdp.de. Wir senden Ihnen dann auf Rechnung ein Heft zu.

V.i.S.d.P. – Magazin für Medienmacher

Chefredakteur: Sebastian Esser Herausgeber: Dr. Hajo Schumacher Design: Markus Nowak Redaktion: Till Schröder, Wendelin Hübner, Susan Mücke, Frank Joung, Patrick Weisbrod Lektorat: Carla Mönig Anzeigen: anzeigen@visdp.de Mediadaten: http://www.visdp.de/magazin/mediadaten/ Adresse: Lietzenburger Straße 51, 10789 Berlin Telefon: 030 2196 27287 E-Mail: info@visdp.de


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