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Ausgabe März 1| 2017 CHF 8.–

COMPUTING professional

Das Schweizer Fachmagazin für ICT im Business

Digitale Transformation

Treiber für den Wandel Sicherheit Managed Security Services reichen viel weiter als Managed Services

Datacenter Rechenzenter: Superlative für die Ostschweiz


H C I S E I S N R E H SIC IHREN PL AT Z

DAS GRรœNSTE RECHENZENTRUM DER SCHWEIZ Erรถffnung Ende 2017.

rechenzentrum-ostschweiz.ch


EDITORIAL

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Chancen und Herausforderungen durch die digitale Transformation

Jörg Schelling Chefredaktor

Pascal Tobler Anzeigenverkauf

Severin Schumacher Anzeigenverkauf

Digitale Transformation bezeichnet den fortlaufenden Veränderungsprozess, auf der Basis digitaler Technologien, der die Gesellschaft und Unternehmen gleichermassen betrifft. Grundlage dafür sind immer ausgefeiltere Technologien, die einen immer schnelleren und grösseren Datentransport ermöglichen und die Fähigkeit, Daten intelligent auszuwerten. Zu den wesentlichen Treibern zählen die digitalen Technologien, dazu gehören die digitalen Infrastrukturen (zum Beispiel: Netze, Computer-Hardware) und die digitalen Anwendungen wie Apps auf Smartphones, Webanwendungen, usw., sowie die auf den digitalen Technologien möglichen digitalen Geschäftsmodellen und digitale Wertschöpfungsnetzwerke. Das Beherrschen der Schlüsselkompetenzen und -technologien wie Software Engineering, Systems Engineering, IT-Sicherheit, Data Analytics (Big Data), Cloud Computing wird die Grundlage für die technische Umsetzung der digitalen Transformation in den Unternehmen werden. Führungs-

kräfte sind gut beraten, sich heute mit den aktuellen und zukünftigen Auswirkungen der digitalen Transformation zu befassen und ihr Unternehmen strategisch darauf auszurichten. Im Internet geht es heute mehr denn je um die Zukunft ganzer Industrien. Alles, was zukünftig vernetzt werden kann, wird sicher auch vernetzt werden. Bereits heute ist um «Big Data» ein Milliarden-Markt für Hard- und Software sowie Dienstleistungen entstanden. Und dieser wächst in einem enormen Tempo weiter. Das Tempo des technologischen Wandels wird über kurz oder lang das Konsumverhalten von Millionen Menschen verändern und ermöglicht so auch komplett neue Geschäftsmodelle. Die neuen Technologien bringen grosse Veränderungen in der Art, wie wir arbeiten, kommunizieren und ein- und verkaufen werden. Jörg Schelling joerg.schelling@utk.ch

Impressum Ausgabe März 2017, 21. Jahrgang. Internet: www.professional-computing.ch. Abopreis: Einzelpreis: CHF 8.– Jahresabonnement: CHF 30.–. Erscheinung: 4-mal jährlich März/Juni/August/Dezember. Herausgeber: UTK Media GmbH, 9434 Au. Verlag: UTK Media GmbH Sonnenstrasse 8, 9434 Au, Telefon +41 71 966 60 80, info@utk.ch. Anzeigenverkauf: UTK Media GmbH: Pascal Tobler, pascal.tobler@utk.ch, Telefon +41 71 966 60 03, Severin Schumacher, severin.schumacher@utk.ch, Telefon +41 71 966 60 80. Redaktion: Jörg Schelling, joerg.schelling@utk.ch. E-Mail für Pressemitteilungen: redaktion-pc@utk.ch. Titelbild: shutterstock.com/rawpixel.com; Layout: schellingmedia: info@schellingmedia.com. Druck: international media solutions IMS AG, www.imsag.ch © Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages. Das Magazin wird klimaneutral gedruckt.


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Markt ICT-FOCUS

Michael Zurwerra ist neuer Rektor der FFHS Die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) hat eine neue Führung. Der im Sommer 2016 vom FFHS-Stiftungsrat gewählte neue Rektor Michael Zurwerra nahm am 1. März 2016 sein Amt auf. Zurwerra folgt auf Prof. Dr. Kurt Grünwald, der in den Ruhestand tritt. Bak-Heang Ung neue Chefin bei Digicomp Nach 13 Jahren als CEO übergibt Inhaber Peter Kupper per 1.1.2017 die operative Führung der Digicomp an Bak-Heang Ung und konzentriert sich auf die strategische Arbeit als VR-Präsident. Seit 2006 bei der Digicomp und seit 2011 Mitglied der Geschäftsleitung, garantiert Baki Ung Kontinuität in Strategie, Qualität und Kundenbetreuung.

Kodak Alaris ernennt Marc Jourlait zum neuen CEO Marc Jourlait ist seit 1. Januar 2017 Chief Executive Officer (CEO) der Kodak Alaris Holdings Limited. Jourlait wird in Rochester, New York, USA, ansässig sein. Interims-CEO Jeff Goodman wird zu seiner Rolle als Chief Operating Officer (COO) zurückkehren, um Jourlait in den kommenden Monaten zu unterstützen. Gemeinsam werden sie die starke und zukunftsweisende Position von Kodak Alaris weiterausbauen.

Rackspace mit neuer Führungsspitze Rackspace hat Jeff Cotten (Bild) zum neuen Präsidenten ernannt. Er berichtet seit dem 1. Februar 2017 direkt an Taylor Rhodes, CEO von Rackspace. Auch Carla Pineyro Sublett, Chief Marketing Officer bei Rackspace, wird künftig direkt Rhodes unterstellt sein. Prashanth Chandrasekar, bisher Stellvertreter von Cotten, wird ihn in seiner Rolle als General Manager des Fanatical Support des AWS-Geschäftes ersetzen. Der bisherige EVP und President Global Sales und Marketing, Alex Pinchev, ging in den Ruhestand.

Stefano Camuso wird neuer Managing Director der T-Systems Schweiz T-Systems beruft den 51-jährigen Schweizer Stefano Camuso per 1. Mai 2017 zum Nachfolger von Pierre Klatt, Managing Director der T-Systems Schweiz. Stefano Camuso wechselt von Avaya zur T-Systems Schweiz, wo er bis zur Übergabe die Position des Regional Sales Leader innehat. Er blickt auf eine langjährige Karriere in der ICT-Branche zurück, kennt den hiesigen Markt bestens und hat bereits Erfahrung als Managing Director einer Landesgesellschaft von EMC Computer Systems AG.

IGEL ernennt Douglas Brown zum Global Technology Evangelist IGEL Technology verpflichtet den international anerkannten Experten für Virtualisierung und Cloud-Technologien Douglas Brown als Global Technology Evangelist. In seiner neuen Rolle soll Brown das Bewusstsein für die Marke IGEL nachhaltig stärken und die Sichtbarkeit für Influencer im Bereich des Enduser-Computing weiter erhöhen.

Brainloop holt neuen Chief Technology Officer an Bord Dr. Eike Schmidt hat am 1. Januar 2017 das Ruder als neuer Chief Technology Officer (CTO) bei Brainloop AG. Er kommt von MACH und tritt die Nachfolge von Firmenmitbegründer Markus Seyfried an. Dr. Schmidt ist als Vorstand bei Brainloop ab sofort für die Bereiche Produktmanagement und Softwareentwicklung verantwortlich. Zudem leitet er den Service, einschliesslich Support und Operations. Der promovierte Informatiker überzeugt mit mehr als 15 Jahre Branchenexpertise und langjähriger Erfahrung im Management von mittelständischen Softwareunternehmen. Bei dem auf ERP und ECM spezialisierten Software- und Beratungsunternehmen MACH war er seit 2013 als CTO für den Produktbereich zuständig.

Wir bringen IT und Business zusammen Abonnieren Sie den Newsletter, 1x wöchentlich, jeweils Donnerstags Aktuelle News, Fachberichte und Produkteinfos. www.professional-computing.ch


INHALT März 2017

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Bild: Kodak

Digitale Transformation Prognostische Analytik verbessert Entscheidungsbasis Die IT wird zum zentralen Erfolgsfaktor für den Handel Die neuen Spielregeln der Digitalisierung Content Analytics für Big Data effizient nützen So meistern Unternehmen den Einstieg in Big Data Enterprise Service Management für eine bessere Wertschöpfung Unternehmensweit mobil drucken Cloud-Services sind auch für KMU alternativlos

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Sicherheit Managed Security Services reichen viel weiter als Managed Services Neue Erpresser-Trojaner auf dem Weg in die Schweiz

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Bild: SAK

Datacenter Rechenzentren: Superlative für die Ostschweiz 22 Helvetia zentralisiert RZ-Infrastruktur in der Schweiz 26 Job & Karriere Agenda ICT-Studiengänge für Berufstätige ICT-Fokus Firmenverzeichnis

Nicht nur besser

[ANDERS] www.imsag.ch international

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media solutions

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Business Intelligence DIGITALE TRANSFORMATION

Prognostische Analytik verbessert

Entscheidungsbasis Traditionell zeigt Business Intelligence Leistungswerte aus der Vergangenheit, befasst sich zunehmend mit geschäftlichen Abläufen aus der Gegenwart. Die prognostische Analytik dagegen liefert Einblicke in die Zukunft.

Entscheider benötigen geeignete Werkzeuge, mit deren Hilfe sie auf Basis von Mustern in aktuellen Daten zukünftige Ereignisse prognostizieren können.

Was man nicht messen kann, kann man nicht lenken: Dieses Zitat des bekannten Managementberaters Peter Drucker bezieht sich zunächst einmal auf Reports, Scorecards und Key Performance Indicators (KPIs), mit denen die Leistungen eines Unternehmens im letzten Quartal oder Geschäftsjahr beschrieben werden. Viel interessanter aber ist es zu wissen, was im kommenden Geschäftsjahr geschehen kann, beispielsweise wie gross die Nachfrage nach einem bestimmten Produkt oder einem Service sein könnte. Dafür benötigen Entscheider geeignete Werkzeuge, mit deren Hilfe sie auf Basis von Mustern in aktuellen Daten zukünftige Ereignisse prognostizieren können. Genau das ermöglicht die Predictive Analytics, also die prognostische Analytik. Sie stellt statistische Verfahren bereit, die alle relevanten Faktoren bewertet und daraus geeignete Prognosemodelle erstellt. Prognostische Analytik in den Fachbereichen Während verschiedenste Benutzergruppen in allen Managementhierarchien im Unternehmen von genaueren Vorhersagen profitieren, sind es vor allem die Anwender in den Fachbereichen, die damit

Prognostische Analytik mit einer BI-Plattform Durch die Integration der Open-Source-Statistikbibliothek R in die BIPlattform WebFOCUS stellt Information Builders eine homogene Umgebung für Business Intelligence und prognostische Modellierung bereit. Herzstück bildet die R-Engine. Über eine eigene Benutzeroberfläche stehen die Modellierparameter für die Programmiersprache R zur Verfügung. Damit entfällt die Notwendigkeit der Erstellung manueller Skripts. Ist ein Modell einmal erstellt, wird es in eine reguläre WebFOCUS-Funktion umgewandelt. Die eigentliche Scoring-Applikation kann dann auf jeder Betriebssystemplattform eingesetzt werden; R selbst ist für das Scoring nicht benötigt. Das Scoring erfolgt auf dem WebFOCUS Reporting Server. Es ist keine weitere Software erforderlich und die Verarbeitungszeit während der Laufzeit wird minimiert. Gleichzeitig reduziert sich damit auch der Aufwand für die Konfiguration und Wartung.

die grössten Vorteile erzielen werden. In vielen betrieblichen Situationen, in denen antizipative Entscheidungen gefordert sind, können die Prognosemodelle von Scoring-Applikationen die Datenbasis entscheidend verbessern: Marketing: Zielgruppen und Segmente für Kampagnen definieren, Response-Rate erhöhen CRM: Modelle für die Kundenloyalität entwickeln und testen, Wertbeiträge für den gesamten Kundenlebenszyklus ermitteln Finanzdienstleistungen: Kreditrisiken analysieren und bewerten Betrugserkennung: Muster für illegales, betrügerisches oder missbräuchliches Verhalten aufdecken Fertigung: Beziehungen zwischen Maschinenkonfiguration und Output ermitteln, um die Produktqualität zu steigern. Die Treffsicherheit der Entscheidungen ist im Wesentlichen von drei Variablen abhängig: erstens der Quantität und Qualität der verfügbaren Daten, zweitens einer genauen Kenntnis und Gewichtung der einzelnen Einflussgrössen und drittens der Verfügbarkeit von Technologien zur automatischen Ermittlung der Daten, Erstellung von Prognosen und Risikoabschätzung. Integration prognostischer Modelle in die BI-Umgebung Wo es Statistikanwendungen gibt, etwa um prognostische Modelle zu erstellen, werden sie in den meisten Unternehmen heute noch immer parallel zu BI-Lösungen eingesetzt und von den jeweiligen Spezialisten in der IT-Abteilung gewartet und gepflegt. Die Anwender in den Fachbereichen müssen sich bei Fragen und neuen Anforderungen an zwei verschiedene Teams wenden. Das ist zeitaufwendig und ineffizient. Eine Lösung für dieses Problem bietet die Integration von Funktionen für die prognostische Modellierung in eine BI-Plattform. Damit entfällt der Implementierungs- und Maintenance-Aufwand


DIGITALE TRANSFORMATION Business Intelligence

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für eine eigene Statistiklösung, und vorhandene Ressourcen lassen sich effizienter nutzen. Verdeutlichen lassen sich diese Vorteile am Beispiel der Entwicklung einer Scoring-Applikation mit einer integrierten Umgebung wie WebFOCUS RStat von Information Builders. Dabei gilt es drei Stufen zu unterscheiden: erstens die Vorbereitung der Daten, zweites die Erstellung des Modells und drittens die Entwicklung der Applikation für die Endanwender. Für die Datenaufbereitung sind traditionell meist mehrere Personen zuständig, sowohl Datenmodellierer als auch Statistikexperten. Ein Datenmodellierer erstellt die Abfragen und ein Statistiker profiliert und bereinigt die Daten. In einer integrierten Umgebung dagegen übernimmt der Modellierer sämtliche Aufgaben: von der Abfrage bis zur Profilierung und Bereinigung der Daten. Zusätzlich übernimmt er die Rechteverwaltung für die Benutzerzugriffe. Der Vorteil einer integrierten Umgebung: die Anwender aus den Fachabteilungen können ihre Abfragen in der Modellierungs-Engine RStat für Reporting- und Modellier-Applikationen einsetzen, ohne dass sie über tiefreichende Statistikkenntnisse verfügen müssen. Die Modellier-Tools haben sich in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt und sind für Fachanwender mit lediglich einem betriebswirtschaftlichen Hintergrund einfacher anzuwenden. Auch sie sind damit in der Lage, alternative prognostische Modelle zu entwickeln, sie zu vergleichen und das am besten für bestimmte Anwendungsszenarien geeignete auszuwählen. Ist das Prognosemodell erstellt, fehlt nur noch die dazu passende, per Browser aufrufbare Applikation. Auch hier profitieren die Fachanwender einer BI-Plattform mit integrierter Statistikfunktion. Sie reichen das Modell, das sie selbst entwickelt haben, an einen BI-Entwickler weiter, der dann mit derselben BI-Plattform die Applikation und Benutzeroberfläche erstellt, aus der die Endanwender schliesslich die Daten und Modelle auswählen. Der weitere Vorteil einer integrierten BI-Plattform: Anwender können die Ergebnisse der statistischen Auswertung direkt weiterverwenden. Ein Marketingfachmann beispielsweise ist in der Lage, eine Direct-Mailing-Liste mit einer Scoring-Applikation zu bearbeiten, um die vielversprechendsten Ansprechpartner zu ermitteln. Das Ergebnis ist ein Bericht mit allen Adressaten und der prozentualen Erfolgswahrscheinlichkeit für jeden. Im nächsten Schritt lassen sich mit BI-Funktionen die Interessenten anhand der Wahrscheinlichkeitsverteilung

weiter segmentieren, um mit der Direkt-MailingKampagne die optimalen Ergebnisse erzielen zu können. Direkt-Mail-Kampagnen sind nur eines unter vielen Anwendungsszenarien. Auch bei der Planung, Durchführung und Auswertung anderer Marketingaktivitäten lassen sich prognostische Modelle effizient einsetzen, etwa um im Einzelhandel verschiedene Preisszenarien – abhängig von Produkten, Standorten und saisonalen Einflussfaktoren – modellmässig zu testen. Die prognostische Analytik liefert dann detaillierte Hinweise auf Ursache-Wirkungszusammenhänge und ermöglicht Unternehmen, zielgenauer auf Strategien der Wettbewerber oder geänderte Kundenanforderungen zu reagieren. Nicht zuletzt gibt es auch in der Fertigungsindustrie interessante Ansatzpunkte für die prognostische Analytik, beispielsweise bei der Bedarfs- und Produktionsplanung, im SupplyChain-Management, der Steuerung von Produktionsanlagen und der Qualitätssteigerung in Produktionsabläufen.

Autor: Giuseppe Scattarreggia ist Technical Manager & CTO bei Information Builders (Schweiz) AG in Brugg.

Eine BI-Plattform bietet eine einheitliche Umgebung zur Entscheidungsunterstützung, die einen Zugriff auf vergangene, aktuelle und zukünftige Aktivitäten ermöglicht. (Quelle: Information Builders)


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Strategie DIGITALE TRANSFORMATION

Die IT wird zum zentralen Erfolgsfaktor

für den Handel Off- und Online-Kanäle rücken im Handel immer näher zusammen. Dr. Florian Heidecke, Partner und Client Service Director bei Namics, zeigt auf, welche Herausforderungen auf den Handel warten.

«Kanalübergreifende Konzepte wie den Abgleich von Filialgeschäft und Online-Geschäft zu realisieren wird zu einer der grössten Herausforderungen für den Handel werden». Dr. Florian Heidecke, Client Service Director, Namics

E-Business, E-Commerce, digitale Kommunikation, welche Branchen sind hier führend? Als umsatzstärkste B2C-Branchen stechen der Elektronik-Markt sowie die Fashion-Branche hervor. Nebst der Reisebranche, die mittlerweile sehr stark im Online-Geschäft verankert ist, gewinnt aber auch der Foodbereich mit den beiden grossen Playern Migros und Coop mit ihrem OnlineAngebot zunehmend an Bedeutung. Gerade für die grossen Filialgeschäfte und Ladenketten geht es heute darum, ihre Filialen zu digitalisieren, um so ihren Marktanteil halten und allenfalls ausbauen zu können. Welche Rolle spielt die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche? Digitale Plattformen sind im Gesundheitsbereich im Kommen. Die Angebote wachsen und werden vielfältiger. So konnten wir z.B. die ÖKK-Krankenversicherung sowie das Kantonsspital St.Gallen aktiv bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien unterstützen. Zentraler Touchpoint ist jeweils die Website, die im Rahmen des Relaunchs noch stärker an den Kundenbedürfnissen ausgerichtet wurde. Das zeigt sich unter anderem im übersichtlichen Design, in der benutzerfreundlichen Navigation und in der Möglichkeit, ein persönliches Profil anzulegen. Das Thema Gesundheit ist mittlerweile aber auch für den Handel spannend und wichtig. Bemerkenswert ist hier die von Migros lancierte Gesundheitsplattform impuls, die durch Namics umgesetzt wurde. Hier geht es darum, im täglichen Kontakt mit Kunden und Gesundheitsinteressierten durch Ernährungstipps oder die Verknüpfung der gesamten MigrosGesundheitspalette von Gesundheitszentren über die Fitnessstudios etc. zum gesünderen Leben der Schweizer Bevölkerung beizutragen. Mobile Websites, Shops und Mobile-Payment sind in aller Munde. Wo sehen Sie hier die Schweizer Unternehmen stehen? Je nach Land gibt es signifikante Unterschiede bei der Verwendung der mobilen Betriebssysteme.

Während zum Beispiel in Deutschland Android das führende System ist, fällt ein grosser Anteil in der Schweiz auf Apples iOS. Das bedeutet, dass ich mich in der Schweiz bei der Mobile-Strategie mit beiden Plattformen auseinandersetzen muss. Demzufolge gibt es einen höheren Aufwand beim Verwenden nativer Apps. Neue Shops werden heute i.d.R. responsiv entwickelt, laufen im Browser und sind somit grundsätzlich von den Systemplattformen unabhängig. Inwieweit sind auch die Kunden bereit, Mobile-Payment für den Zahlungsverkehr einzusetzen? Das Zahlen mit Karte oder Bargeld an der Kasse ist nach wie vor das mit Abstand häufigste Zahlungsmittel im Handel. Aber wir sehen einen vermehrten Trend zum Einsatz von Mobile-Devices fürs Mobile-Payment. Mobile Bezahlmöglichkeiten werden in absehbarer Zeit das Filialumfeld durchdringen. Hier ist die Schweiz weiter als z.B. Deutschland oder die südeuropäischen Länder. Welche Trends und Entwicklungen werden in den nächsten Jahren die Agenda der IT-Verantwortlichen bestimmen? Die grösste Herausforderung für die IT wird die interne Transformation sein – Kanalübergreifende Konzepte wie den Abgleich von Filialgeschäft und Online-Geschäft zu realisieren. Hier entstehen oft technologisch bedingte Brüche, die eine ganzheitliche Sicht auf den Kunden unmöglich machen. Diese gilt es, durch die Digitalisierung zu schliessen. Eine moderne, leistungsfähige ITInfrastruktur wird so zu einem der zentralen Erfolgsfaktoren im Handel. Auf der einen Seite werden Investitionen in CRM-Systeme, Big-Data- und BI-Lösungen sowie die personalisierte Kommunikation und die Verbesserung der Servicequalität helfen, bestehende Kunden besser zu pflegen und neue Kunden zu gewinnen. Zukünftig werden aber auch Themen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things (IoT) vermehrt in den Fokus der Verantwortlichen rücken.


DIGITALE TRANSFORMATION Digitalisierung

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Die neuen Spielregeln

der Digitalisierung Das Input Management ist einer der wesentlichen und zentralen Prozesse einer digitalen Transformationsstrategie. Das Medium Papier ist der «Showstopper» und «Kostentreiber». te Bedienung. Wiederkehrende Aufgaben lassen sich ganz leicht konfigurieren und per «Touch» auslösen. So werden die gescannten Dokumente nahtlos in die digitalen Geschäftsanwendungen integriert und/oder an einen Drucker übertragen, per E-Mail versandt, in FTP-Sites oder Microsoft SharePoint gespeichert. Die OCR-Funktionalität ist im Scanner integriert, ebenso wie verschiedene Sicherheitsfunktionen, zum Beispiel das Erstellen von passwortgeschützten PDF-Dateien.

Die Digitalisierung erfordert Netzwerkscanner, die Abläufe vereinfachen und die Daten nahtlos in den digitalen Workflow einbinden. Die Kodak Scan Station 710 und der WLAN-Scanner Kodak i1190WN stehen stellvertretend für die angebotene Bandbreite.

Es gilt, diesen Medienbruch entweder komplett zu vermeiden oder die Digitalisierung so nah wie möglich dorthin zu verlegen, wo Papier anfällt. In Zeiten einer Kommunikation in nahezu Echtzeit sind papierbehaftete Vorgänge nicht mehr tragbar. Um diese Anforderungen erfolgreich umzusetzen sind Netzwerkscanner gefragt, die die Digitalisierung vereinfachen und die Daten nahtlos in den digitalen Workflow einbinden. Kodak Alaris hat diese Ansprüche erkannt und bietet eine Reihe von Netzwerkscannern, die massgeschneidert die unterschiedlichen Bedürfnisse abdecken. Die Kodak Scan Station 710 und der WLAN-Scanner Kodak i1190WN stehen stellvertretend für die angebotene Bandbreite. Der perfekte Netzwerker Die Kodak Scan Station 710 wird ohne PC direkt ins Netzwerk eingebunden. Mit einer Scangeschwindigkeit von 70 Blatt pro Minute verarbeitet sie gemischte Stapel mit verschiedenen Papiergrössen und –stärken. Da die eigentliche Verarbeitung der gescannten Dokumente im Hintergrund stattfindet, bleibt die Scangeschwindigkeit gleichbleibend hoch. Das grosszügige 9,7 Zoll LCD-Touch-Display mit übersichtlichen Kacheln ermöglicht einfachs-

Kabelloser Teamplayer Nach dem Motto «teilen statt besitzen» eignet sich der WLAN-Scanner Kodak i1190WN optimal für Workgroups. Ein Netzwerkanschluss ist möglich, aber nicht nötig, da er sich ganz einfach ins WLAN einbinden lässt. Auf dem Display wird angezeigt, wer den Scanner reserviert hat, so wird sichergestellt, dass die gescannten Dokumente an das richtige Benutzergerät gesendet werden. Die integrierte Bildverarbeitungstechnologie Kodak Perfect Page sorgt immer für perfekte Bildqualität und die automatische Datenoptimierung erhöht die Übertragungsgeschwindigkeit im Netzwerk. Damit ist der Scanner auch ideal für Citrix- und Thin Client-Umgebungen geeignet. Mit einer Scangeschwindigkeit von bis zu 40 Blatt pro Minute verarbeitet der Kodak i1190 verschiedene Papierformate und -stärken, auch Ausweise oder geprägte Karten sind kein Problem. Mit der kostenlosen ScanMate+ Mobile App (iOS und Android) können die gescannten Daten auch direkt auf ein Smartphone oder Tablet übertragen werden. Mit dieser App lassen sich die Dateien auch ganz einfach per E-Mail versenden oder in Cloud-Anwendungen wie SharePoint, Dropbox oder Evernote hochladen.

www.kodakalaris.de/b2b


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Big Data DIGITALE TRANSFORMATION

Content Analytics für

Big Data effizient nützen Die digitale Transformation ist nicht aufzuhalten und je weiter sie voranschreitet, desto offensichtlicher wird, dass Unternehmen dringenden Nachholbedarf haben, wenn es um den Umgang mit Informationen aller Art geht.

Wenn es nach dem Tumblr Mitbegründer Marco Arment geht, blüht dem kalifornischen Hochtechnologie Konzern Apple ein ähnliches Schicksal. Dem zufolge soll es das Unternehmen verschlafen haben, sich in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Big Data Analytics zu positionieren und könnte dadurch gegenüber Konkurrenten wie Google, Amazon und Facebook ins Hintertreffen geraten. Nicht nur in den riesigen High-Tech Konzernen im Silicon Valley sondern auch auf Anwenderebene in Unternehmen wird Content Analytics zukünftig immer mehr über wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg entscheiden, denn Experten sind sich einig, dass die automatisierte Auswertung, Verknüpfung und bedarfsgerechte Aufbereitung

von Informationen aus unterschiedlichen Quellen des Unternehmens zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Nadel im Heuhaufen Die stetig wachsende Menge an Informationen als Resultat der Digitalisierung stellt Unternehmen immer häufiger vor Schwierigkeiten. Sowohl die Anzahl von unstrukturierten als auch strukturierten Daten (Big Data) erhöht sich kontinuierlich. Eine wesentliche Herausforderung ergibt sich bereits bei der Bereitstellung der Daten, denn Informationen sind meist in unterschiedlichen Anwendungen gespeichert und können oft nur verbunden mit grossem Zeitaufwand gefunden werden und liefern darüber hinaus häufig nicht die gewünschten Ergebnisse. So ergeben Studien, wie jene von IDC, dass ein einzelner Mitarbeiter zirka 9,6 Stunden, also rund 24 Prozent seiner Arbeitswoche damit beschäftigt ist, benötigte Daten zusammenzusuchen. Oft sind es jedoch gerade diese Informationen, die geschäftsentscheidend sind. In vielen Unternehmen schlummert grosses Potential in Form von ungenutzten Daten, die entscheidende Vorteile gegenüber der Konkurrenz bieten könnten. Um diesen Vorteil nutzen

Bild: shutterstock.com/Mathias Rosenthal

Auch auf Anwenderebene in Unternehmen wird Content Analytics zukünftig immer mehr über wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg entscheiden.

Technologischer Fortschritt spielt in der heutigen Zeit eine übergeordnete Rolle. Hat ein Unternehmen einmal nicht rechtzeitig auf einen Trend reagiert, wird es äusserst schwierig, sich am international umkämpften und sich rasch wandelnden Markt weiter behaupten zu können. Ein Blick auf einstige Branchengrössen wie Nokia und Blackberry macht dies mehr als deutlich, denn diese haben beide nach wie vor schwer an den Folgen des Versäumens des Smartphone Trends zu knabbern.


DIGITALE TRANSFORMATION Big Data

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zu können, müssen die Unternehmensdaten entsprechend strukturiert aufbereitet und bereitgestellt werden, unabhängig davon, in welcher Abteilung die Informationen gerade benötigt werden. Um das Unternehmenswissen als Ganzes nutzbar zu machen, existieren heute bereits Technologien wie Insight Engines. Sie vereinen Techniken wie Web-Harvesting, Entitiy Extraction, Machine/Deep Learning bis hin zu Methoden der Künstlichen Intelligenz. Insight Engines dienen dazu, Mitarbeitende in ihrem Arbeitsalltag zu unterstützen und «Einblick» ins Unternehmen zu gewähren. Sie bilden die nächste Stufe, wenn es um die intelligente Suche, Analyse, Auswertung und Aufbereitung von Daten geht. Anstelle von endlosen Trefferlisten mit dem Suchbegriff zeigen diese Technologien übergeordnete, meist komplexe Zusammenhänge zwischen Informationen auf und ermöglichen dadurch die Bereitstellung der direkt angefragten Information, ergänzt um relevante Zusatzinformationen im jeweiligen Kontext, die mithilfe von autonomen Analysen generiert werden. Die in natürlicher Sprache abgegebene Suchabfrage wird durch sogenanntes Natural Language Processing (NLP) korrekt verstanden und interpretiert, wodurch Textinhalte ebenso korrekt erfasst werden können. Natural Language Question Answering (NLQA) verhilft dazu, die Abfragen linguistisch zu interpretieren, um den Bedarf des Anwenders exakt zu ermitteln und die Suchresultate darauf abzustimmen. Aufgrund der proaktiven Arbeitsweise der Insight Engine wird den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein personalisiertes Gesamtbild zur Verfügung gestellt. Die Technologie analysiert kontinuierlich die Arbeitsweise von Personen und kategorisiert die Bedeutung von Informationen anhand dessen, wie oft sie z.B. aufgerufen werden. Jene relevanten Fakten werden dem Anwender dann proaktiv und personalisiert bereitgestellt. 360-Grad-Sicht So bietet eine Insight Engine einen umfassenden Überblick über alle Geschäftsprozesse, Beziehungen zu Kunden und Lieferanten, Verantwortlichkeitsbereiche von Fachkräften, Abteilungen etc. Diese sog. 360-Grad-Ansicht verhilft Mitarbeitenden aller Ebenen und Abteilungen geschäftsrelevante Informationen schnellst möglich zu finden und abzurufen und stellt im Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeit von Kunden häufig einen entscheidenden Vorteil dar. Die mühelos zugäng-

lichen Informationen beschleunigen Geschäftsprozesse und liefern fundierte Entscheidungsgrundlagen. Content Analytics Anwendungen für Fachbereiche, in Form von Insight Engines, helfen Geschäftsprozesse zu optimieren, generieren Wettbewerbsvorteile und agieren dadurch als Innovationsmotor für sämtliche Geschäftsbereiche. Sensible Daten erfordern einen gewissen Grad an Vertraulichkeit. Personenbezogene Daten wie Kundeninformationen dürfen nicht für jede Fachkraft zugänglich sein. Insight Engines verifizieren bei jeder einzelnen Abfrage die Zugriffsrechte der entsprechenden Person. Dadurch wird sichergestellt, dass Mitarbeitende nur Informationen als Ergebnis erhalten, für welche sie auch berechtigt sind. Dadurch stellen natürlich auch Abteilungsund Rollenwechsel keinerlei Schwierigkeit dar. Fazit Jetzt sind die Unternehmen gefragt, intelligente Technologien einzusetzen, die die Konsolidierung und gewinnbringende Nutzung des bereits vorhandenen Wissens ermöglichen. Lösungen wie Insight Engines sind heute in der Lage, das interne Wissensmanagement erfolgreicher zu gestalten. Autor: Patrick Geschwentner ist Customer Success Manager bei Mindbreeze.

360-Grad-Sicht auf Informationen


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Big Data DIGITALE TRANSFORMATION

So meistern Unternehmen den

Einstieg in Big Data Wenn ein Unternehmen Big Data erfolgreich umsetzen will, sollte es zuerst Anwendungsszenarien entwickeln; anschliessend nötige Datenquellen erschliessen und schliesslich mit einem Mix an Tools die Daten auswerten.

Bild: Shutterstock.com/Ozerina Anna

Angesichts des aggressiven Wettbewerbs können nur Unternehmen überleben, die schnell auf das aktuelle Marktgeschehen reagieren. Besonders effizient agieren dabei Unternehmen, die Big Data als Informationsquelle nutzen. Big Data umfasst Daten aus unterschiedlichen Quellen, die in verschiedenen Formaten vorliegen sowie permanent aktualisiert werden. Mit konventionellen Mitteln lassen sie sich allerdings kaum zu nutzbaren Ergebnissen verarbeiten: so scheitern relationale Datenbanken am Datenvolumen und ETL-Prozesse sind zu langsam und haben Schwie-

Fünf Tipps für Big-Data-Projekte Abteilungsleiter und Spezialisten definieren, welche Ergebnisse erreicht werden sollen. Daten-Experimente bringen interessante Korrelationen zum Vorschein, wodurch sich neue Erkenntnisse ergeben. Die Daten lassen sich mit Metadaten präparieren, ohne die Datenquelle anzupassen. Die Nachvollziehbarkeit von Datenmodellen sollte jederzeit gewährleistet sein. Verfügbare Big-Data-Technologien verwenden, anstatt eigene Lösungen zu entwickeln.

rigkeiten mit den vielfältigen Datenformaten. Die Komplexität der Daten lässt sich daher nur mit dem Einsatz von speziellen Big-Data-Technologien effizient bewältigen. Der Einstieg in die Big-Data-Verarbeitung beginnt immer mit Szenarien, wie Daten helfen können, Geschäftsprozesse zu verbessern oder Geschäftsmodelle zu verändern. Sind die Projekte identifiziert, ist zu klären, ob alle nötigen Informationen vorhanden sind. Ist das nicht der Fall, gilt es, neue Datenquellen anzuzapfen – etwa Newsletter, Landing-Pages, Social Media, Google Analytics oder Online-Portale und Datenbanken. Jetzt lassen sich die Daten mit Tools aufbereiten, analysieren und grafisch darstellen. Ein Werkzeug, das alle Funktionen umfasst, gibt es aber nicht. Erst die Verknüpfung verschiedener Lösungen erlaubt die Abstimmung auf die individuellen Bedürfnisse. Autor: Cyrill Durrer ist Data Scientist bei Oyatec in Lommis


DIGITALE TRANSFORMATION Automatisierung

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Enterprise Service Management für eine

bessere Wertschöpfung Servicebereiche stehen massiv unter Druck. Sie benötigen Out-of-the-Box-Lösungen, um gezielt zur Wertschöpfung im Unternehmen beitragen zu können. – und für den Einsatz einer Workflow Engine ist es unerheblich, ob der abzubildende Prozess einer aus dem Bereich IT ist, aus der Gebäudeverwaltung, dem Fuhrpark-Management oder dem Personalwesen. Für die Einrichtung und Ausgestaltung der jeweiligen Prozesse bieten fortschrittliche Lösungen dieser Art eine anwenderfreundliche, Web-basierte Benutzerschnittstelle. Dadurch kann ein Anwender den gewünschten Prozess mit wenigen Mausklicks zusammenstellen – ohne dafür eine aufwändige Schulung oder gar Programmierkenntnisse zu benötigen. Bei Veränderungsbedarf sind auch nachträgliche Anpassungen eines Prozesses jederzeit möglich.

Bild: Shutterstock.com/Dusit

Gerade in Unternehmen mit wenigen hundert Mitarbeitern sind zahlreiche Abläufe häufig nach wie vor papierbasiert. Etwa im Personalwesen: Das Einstellen eines neuen Kollegen, seine Ausstattung mit Equipment, Urlaubsanträge, Reisekosten, Fortbildungen – all das ist mit zahlreichen Formularen und Ausdrucken verbunden. Das ist häufig im Kundendienst, im Facility- oder Fuhrparkmanagement genauso. In all diesen serviceorientierten Bereichen steigt der Druck. Einerseits in Bezug auf die Qualität ihrer Leistung. Andererseits, weil die Unternehmen erwarten, dass sie ihre Dienste als gewinnbringendes Geschäftsmodell anbieten und abwickeln. Abhilfe schaffen kann hier eine moderne Enterprise Service Management Lösung, wie man sie von IT-Abteilungen her kennt. Sie können Abläufe in diesen Servicebereichen deutlich verschlanken und beschleunigen. Denn als Basis nutzen derlei Systeme die Abbildung automatisierter Abläufe im Rahmen einer sogenannten Workflow Engine

Enterprise Service Management mit ITIL Enterprise Service Management birgt für alle Branchen enorme Möglichkeiten der Standardisierung und Professionalisierung von Serviceund Support-Aktivitäten durch die Anwendung von Best Practices nach ITIL. ITIL bietet eine Reihe spezialisierter organisatorischer Fähigkeiten zur Generierung des gewünschten Kundenmehrwerts. In der praktischen Umsetzung müssen die ITILAnsätze an die individuellen Anforderungen und die anwendende Organisation angepasst werden. Service Management Lösungen, die den gesamten Servicelebenszyklus in einem zentralen System abbilden, sind allerdings Mangelware. Noch rarer sind Lösungen, die eine Einbindung vorhandener Infrastrukturkomponenten und externer Managementprodukte erlauben. Langfristig gesehen ist ein integrierter Ansatz jedoch der beste und kosteneffizienteste Weg, um die vielfältigen Herausforderungen in Servicebereichen zu bewältigen.

Autor: Fabian Henzler, Director Product Marketing bei Matrix42


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Outputmanagement DIGITALE TRANSFORMATION

Unternehmensweit

mobil drucken 500 Aussendienstmitarbeiter eines internationalen Getränkeherstellers sollten Dokumente mit Mobilgeräten drucken können. Die Mobile Printing Lösung von SEAL Systems machte dies möglich. Ein grosser internationaler Getränkehersteller war auf der Suche nach einer herstellerunabhängigen Mobile Printing Lösung: 500 Aussendienstmitarbeiter sollten dort zukünftig ihre Arbeit mit Hilfe von Tablets (Apple, Android) statt Laptops durchführen und in diesem Rahmen auch Dokumente wie Verträge, Lieferscheine und Mail-Anhänge drucken können. Mit der Mobile Printing Lösung von SEAL Systems, einem international tätigen Softwarehersteller aus Deutschland, liess sich diese Herausforderung problemlos lösen. Alle Aussendienstmitarbeiter des Getränkeherstellers wurden im Zuge eines anstehenden Hardware-Rollouts mit Tablets statt Notebooks ausgestattet. Da sämtliche Business-Applikationen, die für den Aussendienst notwendig sind, bereits per App zur Verfügung standen, war das Ziel, die Arbeit auf diese Weise smarter zu gestalten. Zu den Aufgaben, die mit dem Tablet erledigt werden sollten, gehörte der Ausdruck von Verträgen,

Der ganzheitliche Ansatz von SEAL Systems ermöglicht den Dokumentendruck von Geräten mit dem Betriebssystem Apple iOS und Goolge Android auf Druckern unterschiedlichster Hersteller.

Vereinbarungen, Lieferscheinen, Notizen und EMail-Anhängen. Um diese im ersten Blick einfache Herausforderung zu lösen, wurde eine generische Möglichkeit gesucht, um die Druckausgabe vom Tablet und Smartphone sicherzustellen. Herstellerunabhängigkeit als Kriterium Die proprietären Lösungen der einzelnen Tablet und Smartphone Anbieter stossen im Unternehmens- und Businessumfeld schnell an ihre Grenzen. Deshalb wurde SEAL Systems beauftragt, den Dokumentendruck von Geräten mit dem Betriebssystem Apple iOS und Goolge Android zu ermöglichen und gleichzeitig den unterschiedlichen Anforderungen von 500 Aussendienstmitarbeitern gerecht zu werden. Neben der einfachen Integration per MobileDevice-Management (MDM) und der benutzerfreundlichen Bedienung auf dem Endgerät sollte auch die flexible Ausgabe auf Standort-Druckern


Mobiles Drucken von

im Vordergrund stehen. Dazu gehören der klassische Direktdruck und das komfortable Secure & PickUp Printing, bei dem Ausdrucke so lange zurückgehalten werden, bis sich der Anwender am Drucker identifiziert und die Ausgabe autorisiert. Ebenso sollten unterschiedliche Dateiformate wie z.B. PDF, TIFF, JPEG, Microsoft Office Dokumente und einfache E-Mail Anhänge anstandslos verarbeitet werden können. Abschliessend war es nötig, auch die Authentifizierung und die Kostenstellenabrechnung sicherzustellen. Diesen im zweiten Blick komplexen Anforderungen konnte die herstellerunabhängige Mobile-Printing-Lösung von SEAL Systems gerecht werden.

mit. Um ein administrationsfreundliches Mobi- Dokumenten – einfach und le Printing sicherzustellen, sind in der zentralen intuitiv mit der herstellerunMiddleware (on Premise oder Private-Cloud) alle abhängigen Mobile-PrintingLösung von SEAL Systems. betreffenden Drucker bekannt und alle Dienste hochverfügbar abgesichert. Damit wird ein standortbezogener Systemausfall vermieden. Zusätzlich existiert eine AD /LDAP Kopplung damit sich Enduser automatisch authentifizieren und spezifische Kostenstellen ausgewertet werden können. Auch die hardwarespezifische Endverarbei- Das modular einsetzbare Output tung für die jeweiligen Management System von SEAL Drucker erfolgt auf der Systems erlaubt, ein unternehzentralen Middleware. mensweites Mobile Printing ein-

Individuelle Anpassung auf Kundenbedürfnisse Durch das modular einsetzbare Output Management System von SEAL Systems ist es möglich, ein unternehmensweites Mobile Printing einfach und sicher zu implementieren. Da SEAL Systems Apps selbst entwickelt ist das Software-Unternehmen in der Lage, jedes Betriebssystem einzubinden und auf Kundenanforderungen bzw. Prozesse individuell einzugehen.

Durch diesen ganzheitlichen Ansatz konnte SEAL Systems sämtliche Betriebssysteme und Druckerflotten bzw. Druckertypen im Unternehmen einfach miteinander verbinden. Egal welcher Druckeranbieter oder welches Betriebssystem in den kommenden Jahren beim Kunden eingeführt wird, die neue Software zum Mobile Printing ist somit zukunftssicher ausgerichtet. Darüber hinaus bietet SEAL Systems übrigens Lösungen an, um Informationen oder Dokumente von weiteren Business-Applikationen wie z.B. ERP, PDM/ PLM Systemen oder auch Windows-, Citrix und Terminalserver-Anwendungen zu verarbeiten und hardwareneutral auszugeben.

In komplexen Infrastrukturumgebungen spielt die einfach Administration und Verwaltung eine grosse Rolle. Mit dem weitverbreiteten Mobile-DeviceManagement (MDM) können die Apps von SEAL Systems einfach auf den entsprechenden Endgeräten, wie z.B. Tablets, installiert werden. Dank der benutzerfreundlichen Bedienung der Mobile Printing App ist jeder Mitarbeiter in der Lage, bestehende Dokumente und E-Mail Anhänge an einen beliebigen Drucker (je nach Standort) zu senden und erst vor Ort per Authentifizierung auszudrucken. Somit stehen sowohl Sicherheit als auch die Vermeidung von Papier im Fokus. Administrations- und Benutzerfreundlichkeit Von den umfangreichen Verarbeitungsschritten bis das Papier schliesslich vom Drucker ausgegeben wird, bekommt der Endanwender nichts

fach und sicher zu implementieren.

Autor: André Schnibbe, SEAL Systems AG andre.schnibbe@sealsystems.de Tel. +49 9195 926-137

www.sealsystems.de


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Cloud Computing DIGITALE TRANSFORMATION

Cloud-Services sind auch für

KMU alternativlos Vier zentrale Treiber werden diese Entwicklung noch weiter forcieren: Hochverfügbarkeit, Ressourcenengpässe, Kostenreduzierung und vor allem die allgegenwärtige Digitalisierung im Arbeitsalltag und in der Produktion. chenzentrums leisten? Hier bieten sich Cloud-Rechenzentren an, die gewissermassen als «zweiter Brandabschnitt» fungieren. So nutzen Unternehmen inzwischen auch verstärkt Disaster-Recovery-as-a-Service-Angebote von Cloud-Providern im Rahmen eines Business-Continuity-Plans, um die permanente Betriebsfähigkeit sicherzustellen. Ressourcenengpässe und fehlendes IT-Know-how für die Einführung und Pflege neuer Lösungen auf Unternehmensseite sind weitere Gründe für die zunehmende Cloud-Nutzung. Anstatt auf aufwändige Recruiting-Massnahmen zu setzen, die in Zeiten des Fachkräftemangels oft ohnehin nicht zum Erfolg führen, vertrauen Unternehmen hier zunehmend auf die Expertise eines Cloud-Providers.

Bild: Shutterstock.com/violetkaipa

KMUs ziehen Grossunternehmen nach und nutzen zunehmend CloudAngebote.

Viele Unternehmen und deren IT-Abteilungen können mit der rasanten Entwicklung im IT-Bereich nicht mehr Schritt halten. Neue Technologien und Trends wie Big Data Analytics oder Digitale Transformation führen sie an ihre personellen und finanziellen Kapazitätsgrenzen. Die Alternative, um weder technologisch noch im Hinblick auf das Lösungs- und Serviceangebot ins Hintertreffen zu geraten, lautet: Nutzung von Cloud-Services. Immer mehr – und zwar aktuell vor allem kleine und mittlere – Unternehmen springen deshalb auf den Cloud-Zug auf. Diese Entwicklung wird dynamisch fortschreiten. Dafür sprechen vor allem vier Gründe: Ausfallsicherheit, Ressourcenknappheit, Kostenreduzierung und Digitalisierung. IT wird auch für KMU zum Erfolgsfaktor Auch KMUs erkennen heute vermehrt die strategische Bedeutung der IT. Sie unterstützt nicht nur Geschäftsprozesse, sondern ist vielmehr ein zentraler Businesstreiber geworden. Umso wichtiger ist es, die Hochverfügbarkeit und Ausfallsicherheit der IT-Infrastruktur zu jeder Zeit zu gewährleisten. Doch gerade für kleinere und mittlere Firmen ist dies eine immens grosse Herausforderung: Wer kann sich schon den Aufbau eines zweiten Re-

Cloudlösungen sind nicht mehr wegzudenken Für die Cloud spricht zudem der Kostenaspekt. Die Reduzierung von sprungfixen IT-Kosten ist für viele Unternehmen nach wie vor ein wichtiges Ziel. Auch diesbezüglich punktet ein Cloud-Provider aufgrund der möglichen Nutzung von Skaleneffekten. Zudem kann ein Unternehmen mit der Cloud langfristige Investitionskosten – vor allem im Hardware-Bereich – vermeiden und flexible bedarfsorientierte Abrechnungsmodelle nutzen. Vereinzelt wird zwar noch die Meinung vertreten, dass eine Cloud-Nutzung unter Kostengesichtspunkten nicht viel bringt. Die Erfahrung von transtec aus zahlreichen Cloud-Projekten zeigt aber ein ganz anderes Bild: Im Schnitt erzielen transtec-Kunden bei der Nutzung von Cloud-Backup-Services über drei Jahre betrachtet IT-Kosteneinsparungen in Höhe von rund 20 Prozent. Die Argumente Kosten, Skill-Mangel oder Hochverfügbarkeit werden bereits seit Langem «Pro Cloud» ins Feld geführt. Relativ neu und zunehmend an Bedeutung gewinnend ist in diesem Umfeld allerdings das Thema Digitalisierung. Es wird der entscheidende Treiber für die verstärkte


DIGITALE TRANSFORMATION Cloud Computing

Cloud-Nutzung sein, das heisst, im anbrechenden Zeitalter der Digitalen Transformation wird kaum ein Unternehmen an der Cloud vorbeikommen – auch kein mittelständisches. Ein kleiner Teilaspekt im umfassenden Kontext der Digitalen Transformation verdeutlicht bereits die Notwendigkeit der Cloud-Nutzung: das Thema Daten. Zunehmende Digitalisierung bedeutet auch, dass die Datenmenge weiter dynamisch anwachsen wird – neue Entwicklungen und Trends wie Industrie 4.0 oder das Internet der Dinge und Services werden dazu entscheidend beitragen. Auf die Analyse dieser Datenflut wird künftig kein Unternehmen verzichten können. Richtig aufbereitet, gefiltert, strukturiert und bewertet sind die Daten nämlich eine wichtige Informationsquelle für jedes Unternehmen – zum Beispiel im Hinblick auf eine Prozessoptimierung und -automatisierung in produktionsspezifischen Bereichen. Da es sich hier um eine teilweise unstrukturierte Datenmenge handelt, die eine hohe Rechenpower erfordert, müssen auch leistungsstarke Rechnersysteme und sehr schnelle, verteilte Speichersysteme zum Einsatz kommen. Eigeninstallationen in diesen Bereichen bedeuten aber sehr hohe Investitionskosten. Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass kleine und mittelständische Unternehmen für die Datenauswertung Business-Intelligence- oder auch BigData-Analytics-Lösungen benötigen, die sie selbst kaum ohne hohen finanziellen Aufwand betreiben können. Kostengünstig und flexibel – on-demand – hingegen können sowohl Hardware als auch Software aus der Cloud bezogen werden. Sicherheitsmassnahmen gehören heute in der Cloud zum Standard Früher waren Sicherheitsbedenken oft der Grund für die zögerliche Nutzung von Cloud-Services. Das hat sich inzwischen aber geändert. Es wird von den Kunden heute als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, dass Cloud-Provider umfassende Sicherheitsmassnahmen ergreifen und Zertifizierungen wie die ISO 27001 besitzen. Dass dabei im Umfeld von Safe-Harbor beziehungsweise der Nachfolgeregelung EU-US Privacy Shield viel für deutsche Provider und Anbieter einer «German Cloud» spricht, dürfte mehr als offensichtlich sein.

Autor: Thomas Schaffner ist Country Manager bei der transtec Computer AG in Brüttisellen

Auf die Analyse dieser Datenflut wird künftig kein Unternehmen verzichten können.

Es wird von den Kunden heute als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, dass Cloud-Provider umfassende Sicherheitsmassnahmen ergreifen und Zertifizierungen wie die ISO 27001 besitzen.

FocusTour baramundi 2017


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Managed Security Services SICHERHEIT

Managed Security Services reichen viel weiter

als Managed Services Cyber-Angriffe werden immer komplexer. Um angemessen auf diese Gefahr zu reagieren, setzen Unternehmen auf Managed Security Services. Jedoch muss MSS mehr umfassen als nur den Betrieb der Sicherheitsinfrastruktur. Managed Security Services (MSS) finden sich zumindest dem Namen nach im Portfolio bei fast allen Dienstleistern für IT-Sicherheit oder Informationssicherheit – von lokalen oder regionalen Systemhäusern über globale Netzwerkausrüster oder Telekommunikationsunternehmen bis zu Beratungsfirmen und natürlich OutsourcingAnbietern. Die Nachfrage nach Managed Security Services ist hoch, auf dem Markt ist ein vielfältiges Angebot verfügbar. Bei der Begriffsdefinition von MSS hapert es allerdings vielfach noch. So findet sich oft die Meinung, dass es einzig und allein um den Betrieb von IT-Security-Infrastrukturen geht. Sie ist falsch: der reine Sicherheitsbetrieb ist lediglich eine einzelne Komponente von umfassenden Managed Security Services. Die Fehleinschätzung, der Fokus von Managed Security Services liege auf operativen Leistungen, ist sowohl auf Anbieterseite als auch bei auslagernden Unternehmen verbreitet. Managed Security Services werden also mit Managed Services gleichgesetzt und ausschliesslich auf Betriebsthemen reduziert. Natürlich müssen Anbieter im MSS-Umfeld auch wiederkehrende Betriebsleistungen im Infrastruktur-Management erbringen. Zu den Mindestanforderungen gehören: Essenzielle Bestandteile des Security-Device-Managements im Überblick. (Quelle: NTT Security)

Betriebsverantwortung durch den Dienstleister Präventive Wartung (Patch und Release Management sowie Health und Availability Monitoring) Change Management Support (Incident Management) Out-of-Band Management Service (Delivery) Management. Diese Leistungen müssen rund um die Uhr an allen Tagen im Jahr zur Verfügung stehen und einem Service Level Agreement mit entsprechenden Messkriterien und Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators – KPIs) unterliegen. Sie sollten nahtlos in weitere Sicherheitsleistungen des Anbieters integriert werden können. Managed Security Services reichen viel weiter Solche Managed Services sind aber bei Weitem noch keine Managed Security Services, sondern lediglich ein Bestandteil. Das wichtigste Unterscheidungskriterium ist, dass es bei MSS primär um einen Security Service geht und weniger um einen Managed Service. Bei MSS stehen ganzheitliche Lösungskonzepte im Mittelpunkt, die den gesamten End-to-End-Sicherheitsservice abdecken. Das heisst, bei MSS-Projekten stellen das Infrastruktur- und Technologie-Management oftmals lediglich die Basis für höherwertige Services dar.


SICHERHEIT Managed Security Services

Ganz allgemein bedeutet das auch, dass es sich nicht um Outtasking im klassischen Sinn handelt, also die Auslagerung einzelner Betriebsaktivitäten, sondern viel umfassender um die Auslagerung von Risiken, das heisst letztlich auch um ein durchgängiges Risikomanagement. MSS übernehmen ganz allgemein formuliert die Verantwortung für die Sicherheit von Infrastrukturen und Anwendungen durch: Bereitstellung (logistisch und kommerziell); Verarbeitung (operativ und prozessual); Verwaltung (organisatorisch und strategisch). Ziel und Zweck von Managed Security Services sind die Herstellung von Sicherheit oder das Erreichen beziehungsweise Erhöhen eines Sicherheitsniveaus.

Solutions for Resilient Cyber Security

Ganzheitliche Sichtweise notwendig Dass Managed Services allein keine Sicherheit bringen, zeigen schon zahlreiche, weiterhin erfolgreiche Cyber-Angriffe auf Unternehmen – auch wenn sie auf aktuellem Release- und Patch-Stand sind. Bei der Auswahl eines MSS-Providers sollte ein Unternehmen darauf achten, dass dieser unter technischen und fachlichen Aspekten über ein umfassendes Angebot verfügt, das den aktuellen Stand der Technik widerspiegelt. Sein Leistungsspektrum muss vor allem der Tatsache Rechnung tragen, dass herkömmliche Sicherheitsmodelle, die auf einem Perimeter-Schutz mit Firewalls, VPNSystemen, Anti-Viren-Software, Malware-Filter oder dynamischen Sandboxing-Lösungen basieren, zwar erforderlich, aber alleine unzureichend sind. Vielfach wird auch die Meinung vertreten, dass die Einführung und Nutzung eines Security-Information-and-Event-Management (SIEM)-Systems eine hohe Sicherheit garantiert. Dazu ist anzumerken, dass SIEM eine Lösung darstellt, die auf Use Cases und Signaturen basiert. Ein traditionelles SIEM kann somit keinen Schutz vor unbekannten Attacken bieten. Kritische und unerkannte Attaken als Sicherheitsrisiko einstufen Analysen von NTT Security haben beispielsweise ergeben, dass die Detektionsrate von kritischen Sicherheitsvorfällen bei Firewalls und Intrusion-Prevention-Systemen bei 7 Prozent, bei SandboxingLösungen bei 18 Prozent und bei SIEM-Systemen bei 24 Prozent liegt. Dieses Ergebnis ist nicht zufriedenstellend. Der Begriff Sicherheit sollte in der IT sehr weit gefasst werden – und zwar als ein Zustand, der frei ist von nicht vertretbaren Risi-

NTT Security (Switzerland) AG Riedhofstrasse 11 8804 Au ZH SWITZERLAND Telefon +41 43 4777010


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Managed Security Services SICHERHEIT

Herkömmliche Sicherheitsverfahren und -technologien sind für das Aufspüren kritischer Incidents unzureichend. (Quelle: NTT Security)

ken. Und als nicht vertretbare Risiken sollten auch kritische und unbekannte Attacken eingestuft werden. Fortschrittliche Analysetechnologien bieten hohe Sicherheit Der Anbieter eines Managed Security Services muss folglich, abgesehen von Basisleistungen wie Betrieb oder Nutzung traditioneller Sicherheitslösungen, weitere Leistungen bereitstellen, die als Advanced Security Analytics zu klassifizieren sind. Dazu zählen Echtzeit- und Langzeitanalysen, der Einsatz von Lösungen, die auf künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen basieren oder signaturlose Detektionsverfahren.

Das MSS-Angebot von NTT Security basiert auf einem Cyber-Defense-Ansatz mit den vier Grundkomponenten Prävention, Erkennung, Abwehr und Reaktion. (Quelle: NTT Security)

Darüber hinaus sollte das Leistungsspektrum und Serviceangebot eines MSS-Providers unter anderem Folgendes umfassen: Betrieb mehrerer Security Operation Center (SOC) weltweit Beschäftigung von Security-Analysten und Bereitstellung eines Computer-Security-IncidentResponse-Teams (CSIRT) Incident Management, Incident Response und Incident Reporting Global Threat Intelligence und Nutzung von Threat Intelligence Feeds Kundenübergreifende Erfahrungen und Korrelationen

Device Management (Authentifizierung, Privileged Identity Management, Key Management) Security Monitoring Vulnerability Management SIEM as a Service. Auch diese Leistungen müssen rund um die Uhr und an allen Tagen im Jahr zur Verfügung stehen, da für kritische Sicherheitsvorfälle kurze Reaktionszeiten zwingend erforderlich sind. Die skizzierten hohen Sicherheitsanforderungen sind hinsichtlich Art und Umfang selbst für grosse Konzerne kaum zu erfüllen und damit für mittelständische Unternehmen quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Folglich ist auch eine dynamische Marktentwicklung im MSS-Bereich erkennbar. Schlägt ein Unternehmen den MSS-Weg ein, ergeben sich zahlreiche Vorteile. Zu nennen sind etwa der zuverlässige Schutz geschäftskritischer Systeme und Daten, die rechtzeitigen und aussagekräftigen Sicherheitsanalysen auf Basis zusammenhängender Kontextdaten oder die proaktive Risikominderung durch die Behebung identifizierter Bedrohungen und Schwachstellen. Zu berücksichtigen ist lediglich, dass das auslagernde Unternehmen nicht durch eine extrem lange Vertragslaufzeit in Abhängigkeit eines bestimmten MSS-Anbieters gerät. Nicht zuletzt ist dabei auch darauf zu achten, dass eine praktikable Exit-Strategie vereinbart wird.

Autor: Kevin Eisele ist GTM Advanced Services bei NTT Security.


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SICHERHEIT Ransomware

Neue Erpresser-Trojaner auf dem Weg

in die Schweiz Ransomware hält die Schweizer Digital-Welt in Atem. Neue Varianten der Lösegeld-Trojaner warten nur darauf, endlich von der Leine gelassen zu werden. Lösegeld-Trojaner wie Locky und Goldeneye konzentrieren ihre grossflächige Verschlüsselungsoffensive auf Unternehmen und Behörden. Im dritten Quartal 2016 befand sich die Schweiz bereits unter den Top 10 der am häufigsten von mobiler Erpressungssoftware angegriffenen Länder. Damit ist sie unter anderem neben Kanada, USA, Kasachstan und Deutschland am meisten von dieser Art von Malware betroffen. Der Security-Software-Hersteller ESET kommt zu dem Schluss, dass das ein Trend ist, der auch in Zukunft die Bedrohungslage bestimmen wird. Demnach ist die Sicherheit mobiler Endgeräte durch Erpressersoftware weiterhin gefährdet. Das beliebte Android steht dabei besonders im Fokus der Angreifer, denn viele Firmen nutzen das Betriebssystem aufgrund immenser Kosten- und Administrationsvorteile. Auf zu neuen Ufern: Von sprechender Ransomware und entführten Kühlschränken Rund 80 Prozent der Schweizer Unternehmen waren laut Umfrage von «Statista» im letzten Jahr vor allem von Phishing- und Malware-Attacken betroffen. Zu letzterer Kategorie zählt auch Ransomware. Und die Entwicklung schreitet weiter voran: Erst kürzlich entdeckte ESET eine neue Variante, eine (noch) Chinesisch sprechende Android-Ran-

somware. Sie verlangt 40 Yuan (ca. 5.95 Schweizer Franken) zur Entsperrung und versucht darüber hinaus an Login-Daten zu gelangen. Einen beunruhigenden Trend für das Jahr 2017 sieht der Security-Experte in Ransomware of Things (Ransomware der Dinge). Die nächste Bedrohungsstufe dieser so genannten «Jackware» könnte vernetzte Geräte wie Smart Cars oder Kühlschränke in Geiselhaft nehmen. Die Geräte blieben solange verriegelt, bis der Besitzer sie quasi «freikauft». Der Weg dorthin ist nicht mehr weit: Cyberkriminelle haben beim Angriff auf die Router von Kunden der Deutschen Telekom gezeigt, wie kompromittierte IoT-Geräte für (DDoS)-Attacken missbraucht werden können. Zurück in die Zukunft: Wie lässt sich die Ransomware-Welle stoppen? Setzen Sie nicht nur bei klassischen Endpoints, sondern auch bei mobilen Geräten eine Schutzlösung ein. Laden Sie nur Apps aus vertrauenswürdigen Quellen herunter. Weniger ist manchmal mehr! Speichern Sie Backups auf externen Medien ohne Zugang zum Internet. Halten Sie Ihr Betriebssystem immer aktuell. Im Falle einer Infektion mit bildschirmsperrender Malware starten Sie das Gerät im abgesicherten Modus und deinstallieren Sie wenn möglich die ungewünschten Anwendungen. Ansonsten können Sie einen «Factory Reset» durchführen und den Werkszustand wiederherstellen. Dadurch verlieren Sie allerdings alle Daten und allenfalls die Garantieansprüche, dafür ist Ihr Gerät dann wieder einsatzbereit.

Autor: Michael Klatte IT-Journalist bei ESET Deutschland GmbH


Infrastruktur DATACENTER

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Rechenzentren: Superlative

für die Ostschweiz Im idyllischen Appenzeller Dorf Gais baut die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) das Rechenzentrum Ostschweiz. Es überzeugt mit höchster Energieeffizienz und Sicherheit sowie Tier IV Verfügbarkeit.

Die SAK ist ein Ostschweizer Energieversorgungsunternehmen, das mit SAKnet ein eigenes Glasfasernetz unterhält. Als Anbieter für Standortvernetzung, hochverfügbare Internetverbindungen, VoIP und individuell kombinierbare Glasfaserdienste kennt die SAK die Anforderungen an moderne Kommunikationslösungen. Das Rechenzentrum Ostschweiz (RZO) gilt als Leuchtturmprojekt, das weit über die Region hinausstrahlt. Gemäss SAK CEO Stefano Garbin ist das RZO eine logische Folge der Aktivitäten im Bereich der Glasfasererschliessung und der Glasfaserdienste sowie der über 100jährigen Erfahrung der SAK in der Planung, im

Bau und Betrieb von Infrastrukturen. Das Projekt passt zu einem innovativen Energieversorgungsunternehmen, das sich selbst als Lösungsanbieter betrachtet. (Quelle: St. Galler Tagblatt vom 3.12.2016, Sonderseite Rechenzentrum). Doch was genau ist dieses Rechenzentrum Ostschweiz? Und was darf die Fachwelt erwarten? Christoph Baumgärtner, Leiter Geschäftskunden Services SAKnet sowie Projektleiter Rechenzentrum Ostschweiz, hat darauf eine Antwort: «Das Rechenzentrum Ostschweiz ist das grünste Rechenzentrum der Schweiz. Sein Energieeffizi-


DATACENTER Infrastruktur

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enzwert PUE von 1,15 ist der beste der Schweiz. Die Verfügbarkeit auf Tier IV Level sowie die Sicherheitsvorkehrungen entsprechen höchsten Anforderungen, das heisst, das Rechenzentrum Ostschweiz ist bankenkonform. Gleichzeitig ist es ein riesiges Wärme- und Photovoltaikkraftwerk. In dem Gebäude vereint sich das geballte Wissen von vorausschauenden Experten aus Planung, Architektur, Ingenieurwesen und Bau.» Betrachten wir uns das genauer. Kommunikationshub Mit dem Rechenzentrum Ostschweiz entsteht dank Photovoltaik und ausgereifter, adiabatischer Kühlvorrichtung das energieeffizienteste Rechenzentrum der Schweiz. Das Rechenzentrum wird auf TIER IV Level zertifiziert und erreicht damit den höchsten Verfügbarkeitsstandard von 99,998%. Das Gebäude ist bis zu jedem einzelnen Rack komplett redundant erschlossen. Das Sicherheitskonzept mit elektronisch überwachtem Zaun, durchgängiger Videoüberwachung und Vereinzelungsanlage mit biometrischer Zutrittskontrolle entspricht höchsten Sicherheitsstandards. Sicherheit und Verfügbarkeit machen das Rechenzentrum Ostschweiz bankenkonform. Mit einer Fläche von 2 x 450 m2 bietet es Platz für 2 x 150 Racks. Unternehmen und Institutionen nutzen Racks, eingezäunte Rack Lounges und für grosse Lösungen

Rechenzentrumsfläche in Form von Private Suites. Ein Komplettpaket für KMU ergänzt das Angebot. Für das Aufsetzen und den Unterhalt der Server stehen Arbeitsräumlichkeiten zur Verfügung. Eine leistungsstarke, automatische Gas-Löschanlage sorgt im Brandfall für den notwendigen Schutz der IT-Geräte.

Das Rechenzentrum Ostschweiz ist bankenkonform

Beeindruckende Energieffizienz In einem Rechenzentrum stehen hunderte von Servern, die mit Strom versorgt werden. Diese Server erzeugen Wärme, deshalb muss in den Räumlichkeiten Kühlung und Wärmeaustausch sichergestellt sein. Die Notstromversorgung mittels USV sowie Licht und weiterer Unterhalt benötigen ebenfalls Strom. Betrachtet man den Energieeffizienzwert eines Rechenzentrums erhält man Aufschluss darüber wie viel Energie ein Rechenzentrum einsetzt für Kühlung, Wärmeaustausch, USV, Licht und weiteren Unterhalt. Üblicherweise werden Unternehmensserver mit einem durchschnittlichen Energieeffizienzwert von 1, 8 betrieben. Das heisst, dass zusätzlich zum Betrieb der Server 80% der Energie eingesetzt werden. Das Rechenzentrum Ostschweiz hat einen Energieeffizienzwert von 1,15. Es werden also nur 15 Prozent zusätzliche Energie für die Basisinfrastruktur eingesetzt. Interessant wird es nun, wenn Unternehmen ihre Server, die bislang mit einem Energieeffizienzwert von 1,8 betrieben wurden, in das Rechenzentrum

Verfügbarkeit TIER IV 99,998%

Energieeffizienz PUE 1,15

Racks 2 x 150 Racks

Fläche 2 x 450 m2

Stromversorgung Unabhängige Strompfade A und B für jedes Rack

Stromkreise Stromkreise A und B mit eigenem Trafo und georedundanter Netzversorgung

Stromausfälle Überbrückung durch USV- und Netzersatzanlagen

Stromerzeugung Photovoltaik am ganzen Gebäude

Abwärmenutzung Abwärmenutzung für Eigen- und Fremdgebrauch

Hocheffiziente, adiabatische Kühlung ohne mechanische Kältemaschinen

Sicherheit Videoüberwachung, Biometrische Zugangskontrolle, Vereinzelungsanlage, Automatische Gas-Löschanlage

Carrier Carrier neutral


Infrastruktur DATACENTER

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Das Rechenzentrum Ostschweiz hat einem Energieeffizienzwert von 1,15. Es werden nur 15 Prozent zusätzliche Energie für den Betrieb eingesetzt.

Ostschweiz verlagern. Der Stromverbrauch für die Infrastruktur wird dadurch umgehend um 80 Prozent reduziert. Gerechnet auf die Grösse des Rechenzentrum Ostschweiz entspricht diese Einsparung dem Strombedarf von 1700 Haushalten. Kühlung ohne mechanische Kältemaschinen Der hervorragende Energieeffizienzwert des Rechenzentrum Ostschweiz kann nur dank seines Standortes erreicht werden. Denn aufgrund der Höhenlage in Gais kommt das Rechenzentrum Ostschweiz ganz ohne mechanische Kältemaschinen aus. Gekühlt wird mit Aussenluft. An heissen Tagen werden die Wärmeaustauscher zusätzlich mit Wasser besprüht. Man nennt dies adiabatische Kühlung.

Gekühlt wird mit Aussenluft. Wärmekraftwerk für die Region Das Rechenzentrum Ostschweiz produziert während des Kühlvorgangs grosse Mengen an Abwärme, welche in einem Nahwärmeverbund direkt weitergenutzt wird. Die benachbarte Bergkäserei Gais nutzt einen Teil der Abwärme, um jährlich rund 10 Millionen Liter Milch zu erhitzen. Damit werden rund 1,5 Millionen kWh Erdgas eingespart. Zusätzlich zur Käserei können weitere 150 Haus-

halte mit Wärme für Heizung und Brauchwasser versorgt werden oder bei Bedarf auch weitere Betriebe am Wärmeverbund teilnehmen. Riesiges Photovoltaikkraftwerk Das Rechenzentrum Ostschweiz wird rundum an den Fassaden sowie auf dem Dach mit Solarpanels verkleidet. Damit können jährlich rund 230 000 kWh Energie produziert werden. Das entspricht dem Bedarf von 50 Haushalten. Die so erzeugte Energie wird komplett im Rechenzentrum Ostschweiz verbraucht.

Eröffnung Ende 2017 Die Bauarbeiten zum Rechenzentrum Ostschweiz sind im vollen Gang. In Gais wird gebaggert und gebohrt und verlegt. Im Juni soll der Rohbau des Rechenzentrum Ostschweiz stehen. Ende Jahr können bereits die ersten Unternehmen ihre Server im neuen Rechenzentrum betreiben. Wer sich für das Rechenzentrum Ostschweiz und sein Angebot interessiert, besucht die Website www. rechenzentrum-ostschweiz.ch oder meldet sich unter der angegebenen E-Mail-Adresse direkt beim Autor.

Autor: Christoph Baumgärtner ist Leiter Geschäftskunden Services SAKnet und Projektleiter Rechenzentrum Ostschweiz, Kontakt: rzo@sak.ch


Persönlich engagiert.

Ganzheitliche Kommunikations-/ Netzwerklösungen Der Fachbereich IT+Communication der CKW Conex AG ist auf ganzheitliche Kommunikations- und Netzwerklösungen für Unternehmen und die öffentliche Hand spezialisiert. Das Team in Luzern, Zug, Dietikon und Baden besteht aus 60 Informatik- und Telematik-Fachleuten, die sich durch langjährige Erfahrung und persönliches Engagement auszeichnen. Die Dienstleistungen reichen von der ICT-Infrastruktur-Analyse, Projektierung und Realisation, über den outgesourcten Betrieb bis hin zum Unterhalt des IT- bzw. Telefonsystems. CKW Conex ist Lösungspartner für: – Telefonsysteme für Unternehmen jeder Grösse – IT-Infrastruktur (Hard- und Software, Racks, Server, inkl. Zubehör) – Firmen W-LAN, Public W-LAN, VLAN – Verkabelung (Glasfaser LWL, Kupfer) – Housing / Hosting – Server / Clientkonfiguration – Virtualisierungen – cRM Combit – IT-Security – Mobile Lösungen, Unified Communication – Managed Services Betrieb und Wartung Für einen optimalen Unterhalt des Systems bietet CKW Conex bedürfnisgerechte Hotline und Wartungsmodelle, die bis zum vollständigen Outsourcing des Systems reichen. Die Spezialisten beraten fachmännisch und planen auf Wunsch gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden eine gewinnbringende IT- und Telekommunikationsstrategie. CKW Conex AG Hirschengraben 33, Postfach, 6002 Luzern T 041 249 54 00, info@ckwconex.ch, www.ckwconex.ch

Ein Unternehmen der CKW-Gruppe


Infrastruktur DATACENTER

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Helvetia zentralisiert RZ-Infrastruktur

in der Schweiz Connect Com rüstet die Datacenter mit der passiven Infrastruktur aus und liefert die High-Density-Verkabelung.

Ausgeklügelte, kundenspezifische KabelmanagementLösung bei hoher Packungsdichte im Sternpunkt.

Das Versicherungsunternehmen Helvetia zentralisiert seine europaweiten Daten in Schweizer Rechenzentren. Bezüglich der Glasfaser-Infrastruktur verlassen sich die Verantwortlichen auf Connect Com (CCM). Ausschlaggebend für diese Wahl war die Flexibilität der Mitarbeitenden, die eigene Glasfaser-Manufaktur und die extrem hohe Dichte der Komponenten.

denn Fläche in einem Rechenzentrum und Energieverbrauch der Infrastruktur sind teuer. Der Auftrag an CCM war klar: Die Infrastruktur muss hoch verdichtet auf möglichst engem Raum untergebracht werden und für Wartung und Ausbau dennoch einfach zugänglich sein. Gemeinsam mit dem Kunden hat Connect Com massgeschneiderte Lösungen entwickelt.

Die international tätige Schweizer Versicherungsgruppe Helvetia zentralisiert im Zuge der Strategie helvetia 20.20 sämtliche Unternehmensdaten und Applikationen in zwei redundanten Schweizer Datacenter. Bei der Standortwahl waren Sicherheit und Kosten ausschlaggebend. Für die Infrastruktur und die Verkabelung suchte man einen Partner mit maximaler Flexibilität und erstklassigen Produkten, der die hohen Anforderungen von Helvetia innert sehr kurzer Zeit erfüllen und den Kostenrahmen einhalten konnte. Die Wahl fiel auf Connect Com.

Die Racks bieten Platz für eine maximale Anzahl Server. Helvetia und CCM konzipierten zusammen

Hohe Racks und extreme Dichte sparen Platz und Geld Die IT-Verantwortlichen bei Helvetia haben hohe Ansprüche an die Datacenter-Infrastruktur. Nebst Sicherheit ist Platz ein entscheidender Faktor,

72 LC Ports kompakt auf 1 HE und dennoch gut zugänglich, dank MTP HD von Connect Com


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Massgeschneiterte MTP Verkabelung von CCM, parallel realisiert in zwei Rechenzentren

«CCM weiss genau, was für uns wichtig ist. Man spürt die Begeisterung der Mitarbeitenden, sie bringen sich aktiv ins Projekt ein mit eigenen Ideen und übernehmen Verantwortung.»

mit dem Racklieferanten eine optimale Kabelmanagement-Lösung. Dazu nutzte man die überdurchschnittlich hohen Räume der beiden Rechenzentren und baute extra hohe Racks mit je 54 Höheneinheiten (HE). Auch die Baugruppenträger wurden den Bedürfnissen von Helvetia angepasst, und ausgeklügelte Lösungen sorgen für ein optimales Kabelmanagement in den Racks. High Density – die Spezialität von Connect Com In den HD Modulträgern wurde die Anzahl Ports am Sternpunkt verdichtet: Pro Höheneinheit sind 72 LC Ports mit 144 Fasern untergebracht. Die Kapazität pro HE kann auf 72 MTP12 Ports mit 864 Fasern beziehungsweise auf 72 MTP24 Ports mit 1728 Fasern erhöht werden. In beiden Datacenter befinden sich insgesamt 8400 LC Ports. Die installierte Verkabelung wird im Modulträger auf dem MTP-Stecker terminiert. Die enorme Packungsdichte in den Steckern erfordert Präzision und Routine in der Produktion. Die kleinste Ungenauigkeit würde die Datenübertragung beeinträchtigen oder gar verunmöglichen. Genau deshalb konfektioniert CCM alle High-Density-Komponenten in der eigenen Glasfaser-Manufaktur in Hünenberg vor Ort und bürgt mit erfahrenen Mitarbeitenden und bewährten Prüf-Methoden für zuverlässige Schweizer Qualität. Flexibilität von CCM Produkten und Mitarbeitern überzeugt Für Andreas Hagin, Head of Corporate Network & Unified Communications bei Helvetia, ist Connect Com der ideale Partner: «Die Mitarbeitenden haben jede Herausforderung pragmatisch gelöst und für unsere individuellen Anforderungen teilweise sogar massgeschneiderte Lösungen entwickelt.» Auch das ist eine Stärke von Connect Com: Entwicklung, Testing, Herstellung und Installation von kundenspezifischen Komponenten innert kürzester Zeit. Der Aufbau der beiden Datacenter erfolgte parallel. Dank der hauseigenen Entwicklung und Produktion, der reibungslosen Koordination durch

Erfolgreiche und kompetente Zusammenarbeit – Andreas Hagin & Roger Lang von Waldthurm, Helvetia und Michael Zutter, Connect Com AG

die CCM Mitarbeitenden und deren bemerkenswerter Flexibilität habe alles ausgezeichnet funktioniert, betont Hagin. Helvetia ist für die digitale Zukunft gerüstet. Helvetia Die Helvetia Gruppe ist in über 150 Jahren aus verschiedenen schweizerischen und ausländischen Versicherungsunternehmen zu einer erfolgreichen, internationalen Versicherungsgruppe gewachsen. Heute verfügt Helvetia über Niederlassungen im Heimmarkt Schweiz sowie in den im Marktbereich Europa zusammengefassten Ländern Deutschland, Italien, Österreich und Spanien. Ebenso ist Helvetia mit dem Marktbereich Specialty Markets in Frankreich und über ausgewählte Destinationen weltweit präsent. Der Hauptsitz der Gruppe befindet sich im schweizerischen St.Gallen. Helvetia ist im Leben-, und im NichtLebengeschäft aktiv; darüber hinaus bietet sie massgeschneiderte Specialty-Lines-Deckungen und Rückversicherungen an. Der Fokus der Geschäftstätigkeit liegt auf Privatkunden sowie auf kleinen und mittleren Unternehmen bis hin zum grösseren Gewerbe. www.helvetia.com Connect Com AG Connect Com AG ist ein Spezialanbieter von Glasfaser-Verkabelungslösungen und -Services in den Bereichen LAN, Data Center, CATV, Telekom und FTTx. Das Schweizer Unternehmen verfügt über kompetente LWL-Techniker und fertigt viele Glasfaserprodukte in der hauseigenen Konfektion. Deshalb kann Connect Com flexibel auf individuelle Kundenwünsche eingehen und höchste Qualität mit kürzesten Lieferfristen garantieren. www.ccm.ch


Agenda JOB&KARRIERE

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Agenda 2017 Veranstaltungen und Messen im zweiten Quartal 2017. Weitere aktuelle Veranstaltungshinweise sind auf www.professional-computing.ch/events zu finden.

IT-EXPO.ch

baramundi-Roadshow 2017

5.–6. April, Messe Zürich, Wallisellenstrasse 49 , Zürich Die IT-Expo.ch ist die Leitmesse der schweizerischen IT-Branche. Ausgerichtet auf Business Software, Security und Document Solutions, füllt sie das Vakuum in der nationalen Messelandschaft. In Gesellschaft der parallel stattfindenden Schwestermessen Personal Swiss, Swiss Online Marketing, Swiss eBusiness Expo und DMM Dialog-Marketing-Messe ermöglicht die IT-Expo.ch den kompakten Zugang zu den unterschiedlichen Aspekten der Digitalisierung. www.it-expo.ch

25. April, Letzigrund, Zürich, Kick it like baramundi. Während der Roadshow «Focus Tour» demonstrieren Experten die Funktionalitäten und Nutzerfreundlichkeit der modular aufgebauten baramundi Management Suite. Das alles sehen Sie am 25.4.2017 im Letzigrund Stadion Zürich inklusive VIP-Stadion-Führung mit Blick hinter die Kulissen. Start um 09:00 Uhr. www.baramundi.de

Den Carriers Lunch gibt es seit September 2000. Seitdem hat sich dieser beständig weiterentwickelt und zählt heute zu den renommiertesten und hochkarätigsten Netzwerkplattform für die gesamte ICT-Branche in der Schweiz. Mehr Informationen auf: www.carrierslunch.ch

OPERATING THE DIGITAL TRANSFORMATION

Swiss Economic Forum 1.–2. Juni, Congress Centre Kursaal Interlaken AG, Strandbadstrasse 44, Interlaken Das Swiss Economic Forum (SEF) ist die führende Wirtschaftskonferenz der Schweiz. Die einzigartige Plattform vernetzt Firmenchefs und Entscheidungsträger auf oberster Ebene. Jährlich nehmen hochkarätige Referenten von Weltruf, CEOs und die wichtigsten Unternehmer der Schweiz teil. www.swisseconomic.ch

@ITexpo_ch facebook.com/ITexpo.ch

www.it-expo.ch

05.–06. April 2017 Messe Zürich

Fachmesse für Business Software, Security & Document Solutions


JOB&KARRIERE Weiterbildung

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ICT-Studiengänge

für Berufstätige Das Studium an der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) ist ganz auf die Bedürfnisse von Berufstätigen zugeschnitten. Das Studienmodell kombiniert verschiedene Formen des E-Learning mit klassischem Face-to-Face-Unterricht. Der grösste Anteil kann im begleiteten Selbststudium zeit- und ortsunabhängig absolviert werden, unterstützt von einer Online-Lernplattform. Die Studierenden lernen wann und wo es gerade passt, auf der Pendlerstrecke, zu Hause oder auf Geschäftsreise im Ausland. An zwei Samstagen pro Monat treffen sie sich zum Face-to-Face-Unterricht – wahlweise in Zürich, Bern, Basel oder Brig.

Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik Richtung Business Information Management Wirtschaftsinformatik Richtung Digital Connected Society Informatik mit Vertiefungen Data Science, Enterprise Computing oder IT-Sicherheit Praxisintegriertes Bachelor-Studium Informatik Master of Advanced Studies Web4Business Business- & IT-Consulting Industrie 4.0 – Smart Engineering & Process Management

Diploma of Advanced Studies Applikationsentwicklung Data Science Web Engineering Certificate of Advanced Studies (Auswahl) Cloud Computing IT & Law Change & Service Management Business Process Management

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