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BAUEN

Juni 2016 I CHF 18.–

NACHHALTIGES


Hebelwirkung für Nachhaltiges Bauen Architektur, Holz, Bau: Studieren – Forschen – Anwenden ahb.bfh.ch

‣ Architektur, Holz und Bau


Editorial

EDITORIAL Nachhaltigkeit ist das Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann. Das ist die moderne Bedeutung des Begriffs. Und damit wird auch klar, warum wir bei Nachhaltigkeit heute immer zuerst an die Umwelt und an die ökologische Verantwortung denken. Harald Fessler Herausgeber

Peter Büchel Chefredaktor

Im ursprünglichen Sinn bedeutet Nachhaltigkeit aber schlicht und einfach eine Wirkung, die längere Zeit anhält. Damit ist zum Beispiel auch das ökologisch absolut bedenkliche Deo, das uns gleich 72 Stunden vor Schweissgeruch schützen soll, durchaus nachhaltig. Die vorliegende Erstausgabe des Jahrbuchs Nachhaltiges Bauen Schweiz will der ursprünglichen und der modernen Bedeutung des Nachhaltigkeitsbegriffs ganzheitlich gerecht werden. Nachhaltiges Bauen im ursprünglichen Sinn mit der erklärten Absicht, eine Bausubstanz zu erstellen, die bezüglich Materialien, Funktionalität und Ästhetik auf Langlebigkeit ausgerichtet ist. Nachhaltiges Bauen im modernen Sinn mit dem Einsatz ökologisch sinnvoller Rohstoffe und erneuerbarer Energien. Kompetente Autoren beleuchten die spannende Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln, Unternehmen zeigen ihr diesbezügliches Engagement. Alle mit dem erklärten Ziel, das nachhaltige Bauen in der Schweiz weiter voranzutreiben. In diesem Sinn wünschen wir Ihnen eine nachhaltige Lektüre!

Nachhaltiges BAUEN 2016

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Inhaltsverzeichnis Rubrikname

INHALTSVERZEICHNIS

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IMPRESSUM 1. Jahrgang, 2016 Preis: CHF 18.–, Erscheinung: 1x jährlich Herausgeber: Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch Verlag: UTK Media GmbH, Sonnenstrasse 8, 9434 Au, T. +41 71 966 60 80, info@utk.ch Chefredaktion: Peter Büchel, T. +41 71 755 57 75, buechel@bluewin.ch Anzeigenverkauf: UTK Media GmbH, Harald Fessler, harald.fessler@ imsag.ch, T. +41 79 631 50 21; Severin Schumacher, serverin.schumacher@utk.ch, T. +41 71 966 60 80; Pascal Tobler, pascal.tobler@utk.ch, T. +41 71 966 60 03; Improov GmbH: Martin Hofer, T. +41 71 511 50 53, martin.hofer@improov.ch; Grafik: E,T&H Werbeagentur AG BSW, 9401 Rorschach, www.ethcom.ch Layout: Jörg Schelling, joerg.schelling@utk.ch Druck und Koordination: international media solutions IMS AG, 9434 Au, www.imsag.ch Fachbeirat: Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c. Buchbestellung: UTK Media GmbH, Sonnenstrasse 8, 9434 Au, info@utk.ch Titelbild: oben901/Adobe Stock Bilder: v.l.n.r. Lee Yiu Tung/Shutterstock, lightpoet/ Shutterstock Eugene Sergeev/Shutterstock, Halfpoint/Shutterstock, jgolby/Shutterstock Die Wiedergabe von Artikeln, Bildern und Inseraten, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, ist nur mit Genehmigung der Redaktion oder der entsprechend erwähnten Autoren oder Fotografen erlaubt. Dies gilt auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken, Internet und die Vervielfältigungen auf CD-ROM. Für unverlangte Zusendungen und Manuskripte lehnen Redaktion und Verlag jede Haftung ab. © Nachhaltiges BAUEN.

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VORWORT Stefan Cadosch, Architekt und Präsident SIA

20 PROJEKTE

Energieeffizienzpotenziale – «Letzte Meile» nachhaltiger Bauten Adrian Altenburger, Vizepräsident SIA

Nachhaltiges Bauen: Ein Mehrwert zum Wohl der Bewohner Martin Candinas, Nationalrat

Bauen und Wohnen: Zentrale Handlungsfelder der nachhaltigen Entwicklung Ernst Hauri, Direktor Bundesamt für Wohnungswesen Nachhaltig bauen muss zum Normalfall werden Martin Hitz, Präsident Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz

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Weniger Giesskanne – mehr Baukultur und echte Nachhaltigkeit Patrick Schoeck-Ritschard, stv. Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz

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Nachhaltigkeit auf dem praktischen Prüfstand Bosco Büeler, Architekt/Baubiologe

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Nachhaltigkeit ist in aller Munde Dr. Ralf Bellm, Verwaltungsrat BETTR AG

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Steiner AG

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BUC Bau und Umweltchemie AG

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BETTR++ AG

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DM Bau AG

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SchwörerHaus

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Zürcher Kantonalbank

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Verein LEA


Inhaltsverzeichnis

34 BAUSTOFFE

74 WEITERBILDUNG

Schweizer Holz an den Bau! Christoph Starck, Direktor Lignum

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Blumer-Lehmann AG

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Holzpur AG

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Flumroc AG

40 ENERGIE

Nachhaltig bauen: ganzheitlich oder gar nicht Olivier Meile, Bundesamt für Energie

Nachhaltige Verdichtungsprozesse erfordern fundiertes Fachwissen Heinz J. Bernegger, Geschäftsführer Schweizer Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft

& 54 GEBÄUDEHÜLLE INNENAUSBAU Von der Hülle zur Haut Prof. Arno Schlüter, ETH Zürich 56

Knauf Insulation GmbH

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Paul Bauder AG

Reinhard AG Sachseln

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JELD-WEN Schweiz AG

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SOG-UNILight AG

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Elcotherm AG

Schweizerischer Verein Luftund Wasserhygiene SVLW Belino Automation AG

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Pfleiderer Suisse AG

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Geberit Vertriebs AG

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swisswindows AG

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Internorm-Fenster AG

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V-ZUG AG

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Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK

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Stiebel Eltron AG

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alpha innotec

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Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau Burgdorf und Biel

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ZHAW Life Sciences und Facility Management

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HTW Chur Hochschule für Technik und Wirtschaft

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Agenda

Nachhaltiges BAUEN 2016

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Besuchen Sie

die Zukunft. Die Zukunft ist näher als Sie denken. In der Umwelt Arena Spreitenbach entdecken Sie die vielfältigsten Umwelt themen von ihrer spannendsten Seite: interaktiv werden Sie durch die Ausstellung geführt und lernen spielerisch die nachhaltigsten Energien der Zukunft kennen. Themenführungen, Indoor- und Outdoor Parcours für Testfahrten, Räumlichkeiten für Events: 056 418 13 00 www.umweltarena.ch

Patronat: Kanton Aargau. Mit Unterstützung der W. Schmid Projekte AG. Hauptpartner:


Vorwort

VORWORT

Stefan Cadosch Architekt und Präsident SIA

An seiner Herbstsession 2015 beschloss der Ständerat, die Steuerabzüge für energetische Sanierungen und Ersatzneubauten aus der Energiestrategie 2050 zu streichen. Mit viel Spannung wartete man deshalb auf den Entscheid des Nationalrates. Anfang März 2016 hat er sich entschieden: Gebäudesanierungen und Ersatzneubauten bleiben abzugsberechtigt, allerdings – und das ist neu –, ohne jegliche Vorgaben in Sachen energetische Standards erfüllen zu müssen. Im Ergebnis läuft das auf dasselbe hinaus, wie es schon die kleine Kammer entschieden hat: Der Steueranreiz zur energetischen Sanierung ist Geschichte. Zur erfolgreichen Umsetzung der wichtigen und richtigen Energiestrategie 2050 müssen wir zwingend den Hebel beim Gebäudepark ansetzen. Stehen doch der Betrieb und Unterhalt der insgesamt 2,5 Millionen Gebäude unseres Landes für 49 Prozent des schweizerischen Verbrauchs an fossiler Energie und 38 Prozent des Stroms. Mit einer gegenwärtigen jährlichen Erneuerungsrate von 0,9 Prozent dauert es noch über 100 Jahre, bis deren Energieverbrauch und CO2-Emissionen den Zielen der Energiestrategie 2050 entsprechen. Das sind 65 zu viel. Die Rate ist deshalb im Minimum zu verdoppeln, weshalb das Aufrechterhalten des entsprechenden Steueranreizes äusserst sinnvoll gewesen wäre. In der Schweizer Version des ImmobilienBrettspiels «Monopoly» gibt es eine ChanceKarte, auf der steht: «Vorwärts nach Bern Bundesplatz». Diese Karte haben der Nationalund Ständerat mit ihrem Entscheid gezogen. Auf dass sie hinsichtlich ihres obigen Entscheides noch einmal über die Bücher gehen.

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Bild: jgolby/Shutterstock

«MÖGE ES UNS GELINGEN, DAS BAUEN WIEDER ZU ETWAS WIRKLICH NACHHALTIGEM ZU MACHEN.»


Einleitung

NACHHALTIGES BAUEN: EIN MEHRWERT ZUM WOHL DER BEWOHNER Wir Menschen bauen, seit es uns gibt. Im Zeitalter der IT-Revolution, des Klimawandels und der Gewinnmaximierung muss auch unsere Art zu bauen revolutioniert werden. Jede Epoche unserer Geschichte manifestiert sich auch an den Bauten, die sie schuf. Denken wir nur an die Römer oder Griechen mit ihren Tempeln, Amphitheatern und Aquädukten oder an die mittelalterlichen Kathedralen und die Schlösser des Absolutismus. Auch unser Zeitalter wäre ohne prägende Bauwerke undenkbar. Wolkenkratzer mit zuvor nie erreichten Höhen, Brücken und Tunnels mit bislang unerreichter Länge werden Teil unserer Hinterlassenschaft sein. Doch im Vergleich zur Vergangenheit besteht ein fundamentaler Unterschied: Der Zweck unserer Gebäude ist nicht mehr, dass sie möglichst lange bestehen bleiben und genutzt werden können. Unsere Gebäude müssen während einer beschränkten Lebensdauer so wenig Energie und Ressourcen verbrauchen wie möglich, sie sollen alle technisch gewünschten Bedürfnisse befriedigen und dazu noch ein Maximum an Lebens- und Arbeitsqualität bieten. Veränderte Baukultur

Diese neuen Maximen des Bauens sind heute in allen Bereichen massgebend. Vom Bürogebäude, zum Einfamilienhaus, bis zur Wohnüberbauung. Haben unsere Eltern ihr Haus noch mit der Idee verwirklicht, dass es hoffentlich dereinst auf die nachfolgende Generation übergeht, ist für uns der Wohnungsund Hauswechsel zur Normalität geworden. Wenn wir uns nicht mehr wohlfühlen oder den Arbeitsort ändern, ziehen wir um. Dies ist nicht nur Ausdruck der Schnelllebigkeit unserer Zeit, sondern auch unserer veränderten Baukultur.

Oft fehlt der emotionale Bezug

Eine Überbauung mit 100 Wohnungen wird heute innerhalb von etwas mehr als einem Jahr hochgezogen. Manchmal noch schneller. Die Prozesse sind industrialisiert. Jeder Arbeitsschritt wird nach Möglichkeit multipliziert. Das verwendete Material, vom Beton bis zur Haustechnik, wird möglichst für alle Wohnungen gleich, oft zum absolut günstigsten Preis eingekauft. Die Herkunft und Qualität des Materials und der Arbeit spielen dabei vielfach nur so weit eine Rolle, als dass jemand bereit ist, die Haftung dafür zu übernehmen. Weder der Investor, der Architekt, der Planer noch der GU oder Installateur, geschweige denn die Bewohner haben noch einen echten emotionalen Bezug zum Objekt. Das Bauen wieder nachhaltig machen

Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, dass Bauten heute zum anonymen Austauschobjekt geworden sind. Das muss nicht so bleiben, im Gegenteil. Ich wünsche mir, dass es uns gerade in der Schweiz gelingt, trotz Funktionalitätsprimat das Bauen wieder zu etwas Wohltuendem, wirklich Nachhaltigem zu machen. Möglichkeiten dazu bestehen zuhauf: Mit einer Photovoltaik-Anlage kann ich selbst zur nachhaltigen Stromproduktion beitragen. Mit einer zentralen KNX-Steuerung kann ich vom Handy aus die Haustechnik meiner Wohnung steuern und damit nebenbei noch meinen Energieverbrauch optimieren. Ich kann in meinem Haus oder meiner Wohnung einen Mehrwert schaffen und aus der bisherigen Anonymität und Gleichförmigkeit moderner Siedlungen ausbrechen. Es gelingt gar, Wohlbefinden und ökologische Nachhaltigkeit perfekt zu vereinbaren. Nutzen wir diese Chance, bauen wir für das Wohl der Bewohner! E

Martin Candinas ist seit 2011 CVPNationalrat für den Kanton Graubünden. Seine politischen Schwerpunkte sind die Familien- und Verkehrspolitik sowie die Vertretung der Anliegen des Berggebiets.

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Bild: l i g h t p o e t/Shutterstock

«NACHHALTIGE ENTWICKLUNG IST NICHT FREI VON ZIELKONFLIKTEN. OHNE KOMPROMISSE GEHT ES NICHT.»


Einleitung

BAUEN UND WOHNEN: ZENTRALE HANDLUNGSFELDER DER NACHHALTIGEN ENTWICKLUNG Planen, bauen, nutzen, bewirtschaften und rückbauen: Die dafür notwendigen Ressourcen und Freiräume müssen auch den nachfolgenden Generationen zur Verfügung stehen. Eine geringe Inanspruchnahme von Fläche und folglich ein schonender Umgang mit Kulturland und Landschaft, eine auf Dauerhaftigkeit angelegte Bauweise, die für Herstellung und Betrieb wenig Energie aufwendet und möglichst auf nachwachsende oder wiederverwendbare Bau- und Rohstoffe abstellt, Wirtschaftlichkeit über den ganzen Lebenszyklus, Zugänglichkeit, Bezahlbarkeit und zufriedenstellende Qualitäten für alle Nutzenden – dies sind nur einige der Anforderungen an Gebäude und Infrastrukturanlagen, damit diese das Prädikat „nachhaltig“ verdienen. Die gebaute Umwelt ist ein zentrales Handlungsfeld der Strategie Nachhaltige Entwicklung, deren Schwerpunkte für die Jahre 2016 bis 2019 der Bundesrat kürzlich festgelegt hat. Enge Zusammenarbeit

Eine erfolgreiche Umsetzung der darin vorgesehenen Massnahmen erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Behörden, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. In der Thematik des vorliegenden Jahrbuchs sind dafür die Voraussetzungen gut. Mit dem Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS), zu dessen Trägern das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) gehört, besteht eine breit abgestützte Plattform, die sich für das nachhaltige Bauen und entsprechende Standards und Labels einsetzt.

Kompromissbereitschaft ist wichtig

Wir müssen uns aber bewusst sein: «Nachhaltige Entwicklung» ist nicht frei von Zielkonflikten. Unterschiedliche Interessen müssen berücksichtigt werden und ohne Kompromissbereitschaft der Beteiligten geht es nicht. Der Wohnungsbau ist dafür beispielhaft. Das nach wie vor beliebte Einfamilienhaus ist mit einer effizienten Bodennutzung nicht vereinbar, die angestrebte Innenentwicklung stösst häufig auf Abwehr aus der Nachbarschaft, die Einforderung hoher Energiestandards befeuert den Ersatzneubau und kann zum Verlust von preisgünstigen Angeboten führen, auf welche breite Bevölkerungskreise angewiesen bleiben. Wertvolle Entscheidungsgrundlage

Wie geht das BWO mit diesen Widersprüchen um? Die Wohnraumförderung des Bundes fokussiert auf gemeinnützige Bauträger, die hinsichtlich Energiestandards, Flächennutzung pro Kopf und Preis-Leistungs-Verhältnis häufig Vorbildcharakter haben. Wir unterstützen kommunale oder gemeindeübergreifende Modellvorhaben, die auf ein ausreichendes, bedürfnisgerechtes und ressourcenschonendes Wohnungsangebot abzielen. Und mit dem kürzlich überarbeiteten Wohnungs-Bewertungs-System steht Investoren, Planungsfachleuten und Behörden eine Entscheidungsgrundlage zur Verfügung, welche die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung im Wohnungsbau abbildet und dennoch für Innovationen offen bleibt. Bei all diesen Aktivitäten ist das Anliegen gleich: gute Wohnqualität zu tragbaren Kosten in einem intakten Lebensraum, zufriedene Bewohnerinnen und Bewohner, eine lebendige Bau- und Wohnkultur. E

Ernst Hauri, promovierter Sozialwissenschaftler, ist seit 1987 im Bundesamt für Wohnungswesen tätig, seit 2009 als Direktor.

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Bild: Eugene Sergeev/Shutterstock

«ES LOHNT SICH NICHT, EINFACH ABZUWARTEN, WIE SICH DAS MIT DER NACHHALTIGKEIT AM BAU SO ENTWICKELT.»


Einleitung

NACHHALTIG BAUEN MUSS ZUM NORMALFALL WERDEN

Wer eine nachhaltige Schweiz will, muss auch nachhaltig bauen. Das ist heute weder übermässig kompliziert noch teuer und bietet auch den Bauherren handfeste Vorteile.

wohl kaum dagegen sein. Aber, man muss sich im Klaren darüber sein, dass in einer nachhaltigen Schweiz das nachhaltige Bauen zum Normalfall werden muss. Es reicht nicht mehr, wenn die öffentlichen und ein paar besonders engagierte private Bauherren einige Leuchtturmprojekte pro Jahr hochziehen. Nachhaltigkeit muss sowohl beim Neubau als auch beim Bestand von möglichst allen Bauträgern gelebt werden.

Seit 1999 steht die nachhaltige Entwicklung der Schweiz als Auftrag in unserer Bundesverfassung. Was bedeutet das nun für die Bauwirtschaft? Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass der Bau mit jährlich über 60 Milliarden Franken Investitionsvolumen ein ganz wichtiger Faktor für unsere Volkswirtschaft und damit auch für die nachhaltige Entwicklung ist. Zudem wirken Bauten nicht nur während des Bauprozesses selbst, sondern während ihres ganzen, vergleichsweise langen Lebens auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft ein. Das fängt bei der Wahl des Standorts an und setzt sich fort über das Gebäudekonzept, die verbauten Materialien, den Betrieb, den Rückbau bis zur Entsorgung.

Verantwortung des Einzelnen

Vorgaben des Bundes

Konkreter wird der Auftrag an die Bauwirtschaft in der, Anfang Jahr veröffentlichten, «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016–2019» des Bundesrats. Dort zeigt die Landesregierung, welche politischen Schwerpunkte sie für die nachhaltige Entwicklung in den nächsten fünf Jahren setzt. Unter dem Ziel 2.4 steht dort: «Hoch- und Tiefbauten werden nach anerkannten Standards der Nachhaltigkeit geplant, erstellt, betrieben und weiterentwickelt. Sie stellen eine über den gesamten Lebenszyklus optimierte Lösung dar.» Das klingt gut, dient einer guten Sache – nämlich der Zukunft des Landes, unserer Kinder und Kindeskinder. Da kann man

Jetzt dürfte sich manch ein Bauherr fragen, was er selbst davon hat, wenn er nachhaltig baut. Auf den ersten Blick klingt das ja nach kompliziert und teuer. Und warum soll er hier vorpreschen, während andere noch abwarten? Nun, erstens ist nachhaltiges Bauen heute keine Hexerei mehr – es gibt verschiedene bewährte Ansätze, zumal inländische. Mit dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz und dem nächstens verfügbaren zugehörigen Label steht uns ab August dieses Jahres zudem ein umfassendes System zur Verfügung, das auf die hiesigen Gepflogenheiten im Bau abgestimmt ist. Zweitens liefern nachhaltige Gebäude auch der Bauherrschaft handfeste Vorteile. Sie sind beispielsweise qualitativ meist besser als konventionelle, bieten den Nutzern eine gesunde Umgebung, sei es zum Wohnen oder zum Arbeiten. Sie verursachen weniger Kosten im Betrieb oder bei späteren Umbauten. Sie sind zukunftssicherer und damit wertbeständiger. Es lohnt sich also nicht, einfach abzuwarten, wie sich das mit der Nachhaltigkeit am Bau so entwickelt. Es ist nicht klug, erst einzusteigen, wenn alle anderen es auch schon tun. Bis dann hat man vielleicht Gebäude hochgezogen, die künftig am Markt gar nicht mehr gefragt sind – sei es, weil die Mieter und Käufer sich dafür nicht mehr interessieren, sei es, weil die rechtlichen Rahmenbedingungen nachhaltige Gebäude besserstellen. Also packen wir es an! E

Martin Hitz, Präsident Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz, NNBS, Migros Genossenschaftsbund MGB

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Bild: Halfpoint/Shutterstock

«NACHHALTIGKEIT BESCHRÄNKT SICH NICHT AUF DIE DÄMMUNG EINES GEBÄUDES.»


Einleitung

WENIGER GIESSKANNE – MEHR BAUKULTUR UND ECHTE NACHHALTIGKEIT Jedes Gebäude ist einzigartig: bezüglich seiner Lage, seines Zustands und seiner gestalterischen Qualität. Die heute gültigen Förderprinzipien zur energetischen Optimierung gehen zu wenig auf diese Unterschiede ein. Die energetische Ertüchtigung des Gebäudebestandes gehört gezielt gefördert. Immerhin 40 Prozent der Energie werden durch die Nutzung von Gebäuden verbraucht. Ein riesiges Potenzial liegt noch brach, doch gilt es auch, Fehlentwicklungen zu erkennen. Es geht nicht nur um Mitnahmeeffekte. Weit bedeutender ist, dass die aktuelle Praxis langfristig die Ziele der Nachhaltigkeit zu unterlaufen droht. Nicht alle Gebäude sind gleich

Die heutigen Subventionsmechanismen beruhen auf der Beurteilung von Dämmwerten eines Gebäudes. Damit erhält eine grosse Zahl von Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern Zugang zu den Fördertöpfen. Ob die unterstützten Investitionen aus einer übergeordneten Sicht überhaupt förderungswürdig sind, wird indes kaum gefragt. Nicht jedes Gebäude hat dieselben Voraussetzungen: Ein stattliches Bürgerhaus in den Altstädten von Bern, Solothurn oder Sion ist nicht mit einem Einfamilienhaus aus den 1980erJahren am Rand einer Agglomeration vergleichbar. Das Haus in der Altstadt schafft Vertrautheit und erzählt Geschichten, ist Teil des Einkaufs- oder Tourismus-Erlebnisses. Die Förderung von unsorgfältigen Baumassnahmen zerstört hier unwiederbringlich

Werte, die Identität stiften und Lebensqualität bieten. Das sollte nicht sein. Öffentliche Interessen einbeziehen

Die Immobilienwirtschaft und die Denkmalpflege kennen den Grundsatz, dass der Wert jedes Gebäudes anders ist. Daraus leiten sich die sinnvollen baulichen Massnahmen ab. Diese Erkenntnis ist bis heute bei der Subventionierung von energetischen Massnahmen weitgehend vergessen gegangen. Faktisch führt dies zu Marktverzerrungen und Fehlanreizen, die letztlich gar der Bundesverfassung widersprechen können. So sind der haushälterische Umgang mit den Finanzen, dem Boden, aber ebenso die Anliegen von Denkmal- und Ortsbildpflege gesetzlich stark verankerte öffentliche Interessen, die es zwingend zu berücksichtigen gilt. Konkret: Macht es Sinn, den Bestand eines maroden Gebäudes mit Subventionen aus dem Gebäudeprogramm zu verlängern, bei dem ein offensichtliches öffentliches Interesse der Verdichtung besteht? Ist es umgekehrt richtig, dass die denkmalpflegerisch richtige Sanierung eines 400-jährigen Hauses keine Unterstützung erhält? Viele Fragen sind heute noch ungeklärt. Eine neue Sicht auf die Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit beruht auf drei Säulen: ökonomischen, ökologischen und kulturellen Faktoren. Zwischen diesen drei gesellschaftlichen Zielen muss ein Gleichgewicht geschaffen werden. Kurz und gut: Statt der Giesskanne braucht es gezielt mehr Dünger für eine Schweiz von morgen, die ihre Wurzeln erkennt und gewillt ist, auf der wertvollen Grundlage der heutigen Qualitäten eine Zukunft zu erschaffen. Anders wird eine Energiewende, auf die wir stolz sein dürfen, nicht gelingen. E

Patrick Schoeck-Ritschard ist stellvertretender Geschäftsleiter des Schweizer Heimatschutzes. Zuvor war der Historiker als Werkstudent in verschiedenen Funktionen in der Immobilienwirtschaft tätig.

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«ES GENÜGT NICHT MEHR, DAS BESTE ZU WOLLEN, WIR MÜSSEN DAS RICHTIGE TUN!» Bild: f9photos/Shutterstock

Udo Herrmannstorfer


Einleitung

NACHHALTIGKEIT AUF DEM PRAKTISCHEN PRÜFSTAND

Seit dem Kyoto-Protokoll von 1992 hat sich der Begriff Nachhaltigkeit eingebürgert. Die drei Teilaspekte werden als «Natur, Mensch, Wirtschaft» oder auch als «Ökologie, Soziologie, Ökonomie» bezeichnet.

beiträgen von Öko/Bio-Häusern werden die Baukosten so gesteuert, dass die ökologisch und baubiologisch gebauten Häuser einige Tausend Euro preisgünstiger werden. Bei Neubauten sind es über 90 Prozent und bei Gebäudesanierungen über 80 Prozent, die so realisiert werden. Es dürfte der Weltrekord sein und der Beweis, dass man mit dem richtigen Einsatz von Geld sehr viel bewegen kann. Das Experiment am eigenen Leib

Der Begriff ist heute gefährdet durch Missbrauch, zu dem wir unmissverständlich Nein sagen müssen. Im Zusammenwirken der drei Wirkkreise ist eine klare Abhängigkeit und Priorität feststellbar: Alles baut auf der Natur auf – nie umgekehrt! Menschen sind ein Teil der Natur und die Wirtschaft ist ein geistiges Produkt, von Menschen entworfen, und soll den Menschen dienen! Störfaktor Nummer eins: das Geldsystem

Nun sind immer wieder Störeinflüsse wie zum Beispiel «Geld regiert die Welt!» in diesem sinnvollen Dreieck zu verzeichnen. Dabei wurde Geld als Tauschmittel erfunden, damit wir nicht Ende Monat mit Säcken voll Kartoffeln, Hühnern, Holzbrettern oder Metallprofilen usw. bezahlt werden. Das Öko/Bio-Prinzip: Öko/Bio muss etwas preisgünstiger sein als umweltbelastende Produkte. Das finanzielle Prinzip muss jedoch lauten: «Alles was ökologisch und sozial verträglicher ist, soll etwas preisgünstiger sein als Produkte und Dienstleistungen, die den Planeten und letztlich die Menschen schädigen.» Das wäre der Durchbruch zu ökologischem Verhalten bei der grossen Menschenmasse. Das Beispiel des Recyclings von Papier, Glas, Blech/Metall usw. ist einer der Beweise und die Schweiz ist darin Weltmeister. Wenn diese Ressourcen nicht in den Abfallsack kommen, kann man lediglich einige Dutzend Franken pro Person und Jahr einsparen. Das genügt und schon macht die grosse Masse das Richtige. Das Energieinstitut Vorarlberg (energieinstitut.at) hat schon seit über 20 Jahren grossen Erfolg mit dieser Methode, die ich vor über 20 Jahren im damals jungen Institut vortragen konnte. Wenige Wochen später informierte mich die zuständige Person zu meiner Überraschung über die Umsetzung. Mit den Förder-

Im Eigenversuch, der für mich immer die wichtigste Erfahrungshilfe ist, konnte ich in meiner Familie neue Bestwerte erzielen. Im Haushaltstrom mit einem Schweizer Durchschnitt von 1300 kWh/Person und Jahr erreichten wir 2014 mit 602 kWh/Person und Jahr einen Bestwert. Das führte zu einem Anruf vom Stadtwerk, ob bei uns etwas kaputt sei ... In der Gesamtbilanz sind wir mit etwas über 3500 Watt auch bei fast der Hälfte der Schweizer Menge von 6800 Watt angelangt. Das war möglich in einer MFH-Wohnung aus dem Jahr 1975, etwas bevorteilt mit dem Zwischenstockwerk. Ziel wäre die 2000-Watt-Gesellschaft. Eine hohe Vorgabe bis 2050, wie unser Beispiel zeigt. Auf der anderen Seite ist zu sehen, dass man in der breiten Masse eine Reduktion um 50 Prozent innerhalb weniger Jahre erreichen könnte. E Rat und Tat Seit 2016 gibt es eine Kooperation zwischen der GIBBeco, dem umfangreichen Infoportal gesundes-haus.ch sowie der fast zehnjährigen Medienerfahrung der Klimaschutzorganisation myblueplanet.ch. Bosco Büeler steht der Allgemeinheit zur Verfügung – mit dem Beratertelefon «Bosco gibt Rat» (myblueplanet.ch/ Bosco, Telefon 052 203 02 32, jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr) und mit der TV-Sendung «Bosco packt aa» (jeden ersten Freitag des Monats auf Tele Top).

Bosco Büeler, Architekt/Baubiologe SIB/IBN, seit 1975 Architekturbüro für Öko/Bio-Bauten; Spezialitäten: Ökobilanzberechnungen, Energieoptimierung, Mehrgenerationen-Wohnen; mehrjährige Politikerfahrung; Katastrophenhelfer beim DEZA/SKH; HF-Dozent im In- und Ausland (89 Länder); einige Awards

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Bild: Lee Yiu Tung/Shutterstock

«NACHHALTIGES BAUEN UMFASST EINE BREITE PALETTE AN KRITERIEN.»


Einleitung

NACHHALTIGKEIT IST IN ALLER MUNDE

Seit Jahren spricht die ganze Welt von Nachhaltigkeit. Und die Schweiz ist hier vorne mit dabei. Die Landwirtschaft wird nachhaltig, die Energiewirtschaft wird nachhaltig, die Tourismusindustrie wird nachhaltig, die Konsumgüter werden nachhaltig und selbstverständlich ist auch die Bauwirtschaft bestrebt, in allen Bereichen nachhaltig zu sein. Und um es vorwegzunehmen: Das gelingt der Schweiz sehr gut und sie nimmt dabei in Europa eine Vorreiterrolle ein. Was bedeutet nachhaltiges Bauen?

Wikipedia erklärt «die moderne, umfassende Bedeutung von nachhaltig im Sinne eines ‹Prinzip[s], nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann› (Duden)». Bedeutet das, dass es reicht, die Energieverbräuche auf ein Mass zu reduzieren, welches durch die Nutzung regenerativer Energieträger gedeckt werden könnte? Oder bedeutet es, möglichst umweltgerecht und ressourcenschonend zu bauen und nicht mehr Baustoffe zu verbrauchen, als wieder regenerativ entstehen? Dürften wir dann alle nur noch Holzhäuser bauen – aus Holz das aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt? Oder bedeutet nachhaltiges Bauen auch, möglichst flexibel zu bauen, damit die Nutzung der Immobilie einfacher den Marktbedürfnissen angepasst, Leerstände vermieden werden können und so ein Überangebot von nicht marktgerechten Immobilien vermieden wird, die ansonsten vielleicht abgerissen werden würden und die ursprünglichen Baustoffe damit verloren wären? Breite Palette an Kriterien

Bedeutet nachhaltiges Bauen, den Themen des Cradle2Cradle folgend möglichst nur wiederverwertbare Materialien zu verwenden? Oder bedeutet es, möglichst schön zu bauen, damit die Immobilie von den Menschen geschätzt wird und möglichst lange erhalten bleibt und genutzt wird? Auch so werden Ressourcen geschont.

Ist es schon nachhaltig, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach oder an der Fassade zu montieren und deren Energie zu nutzen und ins Netz einzuspeisen? Oder muss der gesamte CO2-Fussabdruck der Massnahme berücksichtigt werden, um als nachhaltig zu gelten? Ist die ressourcenschonende Erreichbarkeit einer Immobilie ebenfalls ein Merkmal, das sie als nachhaltig auszeichnet, oder eben auch nicht? Sind «Greenbuildings» per se nachhaltig oder müssen es mittlerweile «Bluebuildings» sein? Und was sind «Green-» und «Bluebuildings» eigentlich? Oder bedeutet «Nachhaltiges Bauen» nach unserer aktuellen Lesart nicht vielmehr auch, innovativ zu bauen, um «der Zeit voraus zu sein» und damit in zehn Jahren immer noch eine zeitgemässe Immobilie zu haben. Ist es aus Sicht des Investors nachhaltig, eine Immobilie mit einer Rendite von drei Prozent zu erwerben, wenn die Betriebs-, Unterhalts-, Instandhaltungs- und Verwaltungskosten diesen Wert bereits überschreiten? Aber was ist für den Investor in der aktuellen Marktsituation dann überhaupt eine nachhaltige Anlagealternative? Und ist eine aus Sicht des Investors nachhaltig gebaute Immobilie auch immer für den Anleger eine nachhaltige Immobilie? Der erste Schritt

Egal ob man nur einem dieser Kriterien bei seinem Bestreben nach nachhaltigem Bauen folgt oder gleich die ganze Palette umzusetzen versucht, ein langer Weg beginnt – frei nach Konfuzius – immer mit dem ersten Schritt. E

Dr. Ralf Bellm ist Verwaltungsrat der BETTR AG – activating innovation.

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PROJEKTAUSWERTUNGEN ZEIGEN, DASS BETRIEBSOPTIMIERUNGEN ALS «LOW HANGING FRUITS» BEZEICHNET WERDEN DÜRFEN.


Projekte

ENERGIEEFFIZIENZPOTENZIALE – «LETZTE MEILE» NACHHALTIGER BAUTEN Nachhaltiges Bauen ist Standard. Weit gefehlt, wie eine aktuelle BFE-Studie zeigt, denn die Gebäude brauchen deutlich mehr Energie als geplant. Leider wurde die Betriebsphase vergessen. Im Neubau hat sich die Dekarbonisierung der Heizsysteme mit der Integration nachhaltiger Energiequellen und Energieerzeugungsanlagen gut etabliert. Beispielhaft zeigt das der Siegeszug der Erdwärmesonden (EWS), der in den 1980er-Jahren mit Pilotanlagen initiiert wurde und inzwischen weite Verbreitung findet. Selbst in Wohnbauten schaffen diese EWS mittels «Free Cooling» nicht nur ein mit gutem Gewissen angenehmes sommerliches Raumklima, sondern verbessern aufgrund der aktiven Regenerierung auch die betriebliche Effizienz und langfristige Verfügbarkeit der Wärmequelle erheblich. Eine sonst eher seltene Win-win-Situation. «Störische» Bestandsbauten

Anscheinend sind wir also in Bezug auf nachhaltiges Bauen nicht nur ein gutes Stück vorangekommen, wären da nicht die «störischen» Bestandsbauten, die mit einer Sanierungsquote von knapp einem Prozent den Anspruch an eine zeitnahe energetische Transformation des Gebäudeparks Schweiz trotz grosszügiger Förderprogramme von Bund und Kantonen vor schier unlösbare Probleme stellt. Politisch wurde deshalb im Kanton Zürich eine Standesinitiative eingereicht, die neue fossile Heizsysteme per sofort verbietet und dafür sorgen soll, dass auch bestehende Anlagen nach Ablauf des Lebenszyklus nicht mehr mit solchen ersetzt werden können. Eine gute Idee, die auch von über vierzig Professoren und Forschenden der ETH und weiterer Hochschulen explizit

unterstützt wurde. Das könnte Schule machen – wenn nicht mittels Vorschriften –, dann vielleicht einfach durch Einsicht der Branche zum Beispiel über eine «Charta-Fossilfrei», die aktuell im SIA diskutiert wird. Betriebliche Ineffizienzen

Aber offensichtlich genügt das auch noch nicht, wie eine am 21. März 2016 durch das Bundesamt für Energie (BFE) publizierte Studie zeigt. Darin wurden über 200 Gebäude im Betrieb untersucht und die Planungswerte mit den effektiven Verbrauchswerten verglichen. Leider zeigt sich, dass selbst zertifizierte Neubauten die postulierten Grenzwerte zum Teil weit verfehlen und deutlich mehr Energie verbrauchen. Beispielsweise verbrauchen die untersuchten Mehrfamilienhausneubauten im Durchschnitt rund 40 Prozent (!) mehr als der mit der Minergie-Zertifizierung deklarierte Grenzwert. Hauptverdächtiger ist laut erster Reaktionen das Nutzerverhalten. Aber diese Analyse greift zu kurz, denn in der Studie wurde auch deklariert, dass mindestens ein Drittel der höheren Verbrauchswerte auf betriebliche Ineffizienzen zurückzuführen ist. Was nützt es also, Energienachweise exakt zu berechnen, wenn in der Nutzungsphase die beste Technik nicht optimal betrieben wird? Normative Grundlagen

Verschiedene Projektauswertungen zeigen, dass sogenannte Betriebsoptimierungen als «low hanging fruits» bezeichnet werden dürfen. Denn die betrieblichen Effizienzgewinne sind nicht nur technisch oft einfach zu generieren, sondern mit Amortisationszeiten von weniger als zwei Jahren auch ökonomisch höchst attraktiv. Auch wieder eine Win-win-Situation und der SIA hat dazu mit den Merkblättern «Energetische Betriebsoptimierung» und «Integrale Tests» bereits die normativen Grundlagen geschaffen. E

Adrian Altenburger ist Vizepräsident SIA. Nach dem Ingenieurstudium in Gebäudetechnik (HSLU) und Architektur (ETH) arbeitete er 25 Jahre in der Planung und von 1999–2015 als Partner/VR bei der Amstein+Walthert AG. Seit 2015 ist er Abteilungs- und Studiengangleiter Gebäudetechnik an der Hochschule Luzern.

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Projekte

MEHR ALS WOHNEN: INTELLIGENT BAUEN, NACHHALTIG LEBEN

FACTS Steiner AG Steiner AG, einer der führenden Projektentwickler sowie Total- und Generalunternehmer in der Schweiz, bietet umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Neu-

Auf dem Hunziker Areal in Zürich-Nord findet bereits heute das Leben der Zukunft statt.

bau, Umbau sowie Immobilienentwicklung an. Das 1915 gegründete Unternehmen hat über 1200 Wohnbauprojekte, 540 Geschäftsliegenschaften, 45 Hotels und 150 Infrastrukturanlagen wie Universitäten, Schulen, Spitäler, Gefängnisse und Altersheime errichtet. Die Steiner AG hat ihren Hauptsitz in Zürich und ist mit Niederlassungen in Basel, Bern, Genf, Tolochenaz, Luzern und St. Gallen vertreten.

Die neue Genossenschaftssiedlung «mehr als wohnen» mit 13 individuellen Mehrfamilienhäusern, Gewerbe-, Gastronomie- und Gemeinschaftsräumen bildet einen lebendigen Quartierteil für rund 1300 Menschen aller Generationen. Das Leuchtturmprojekt mit 369 modernen und preiswerten Wohnungen zeigt, dass die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft tatsächlich grossflächig erreicht werden können. Umgesetzt wurde dieses zukunftsweisende Projekt von der Totalunternehmung Steiner AG. Die Idee und der Anstoss zur Bebauung des Hunziker Areals stammen von der Baugenossenschaft «mehr als wohnen», einer Initiative der Zürcher Baugenossenschaften. Unter klar definierten Zielvorgaben, dass das Siedlungsgebiet nachhaltig im Sinne der 2000-Watt-Gesellschaft weiterwachsen soll, trat die Stadt Zürich das Areal an «mehr als wohnen» im Baurecht ab. Die Idee der 2000-Watt-Gesellschaft geht davon aus, dass ungefähr 2000 Watt Primärenergie pro Person weltweit nachhaltig zur Verfügung stehen. Um diesen Wert zu erreichen, müssen Planung, Realisierung, aber auch Sanierungen von Bauwerken konsequent nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit durchgeführt werden.

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Schonender Umgang mit Ressourcen

In energetischer Hinsicht lautete die Vorgabe: Erreichen des Minergie-P-ECOBaustandards. Dies bedeutet, dass die Gebäude nach gesundheitlichen und bauökologischen Vorgaben erstellt werden müssen und einen sehr tiefen Energieverbrauchswert aufzuweisen haben.

Kontakt Claude Sulser Head HR & Corporate Communications T. +41 58 445 20 00 claude.sulser@steiner.ch

So wird bei «mehr als wohnen» zur Wärmeversorgung beispielsweise die Abwärme eines benachbarten Informatik-Rechenzentrums genutzt. Für die Warmwasseraufbereitung wird mittels Wärmepumpen die Temperatur erhöht. Den Strom dafür liefern Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Siedlung. Zu den weiteren Technologien, die zum Einsatz kommen, gehören autonome Wärmespeicher sowie Abluft-Wärmerückgewinnungs- und Regenwassernutzungsanlagen. «mehr als wohnen» ist zudem verkehrsarm, da sich die Mieter verpflichten, auf ein privates Auto zu verzichten. Die Steiner AG hat mit der Überbauung des Hunziker Areals einmal mehr bewiesen, dass sie die Realisierung neuer Siedlungsformen mit herausforderndsten energetischen Rahmenbedingungen erfolgreich meistert. E

Steiner AG Hagenholzstrasse 56 8050 Zürich www.steiner.ch


Projekte

GUTES INNENRAUMKLIMA

FACTS Unternehmen Die BUC Bau- und Umweltchemie wurde 1994 als unabhängiges Institut gegründet. Kernkompetenzen bilden Messungen und Beratungen rund um das Raumklima und

Heute verbringen wir ca. 90 % unserer Zeit in Innenräumen, sei es im Wohn- oder Arbeitsumfeld. Das Raumklima spielt demzufolge eine entscheidende Rolle für Wohlbefinden und Gesundheit.

Schadstoffe. Rund 8000 Projekte, sowohl im Neubau als auch im Sanierungsbereich, wurden während der zwei Jahrzehnte, mit Hilfe der BUC-eigenen Datenbank, analysiert und bewertet. Dienstleistungen • Raumluft-, Emissions-, Klimamessungen, Messungen nach Brandschäden

Den Bauprodukten kommt besondere Bedeutung zu, nehmen Erkrankungen und Beschwerden über schlechte Raumluft oder Gerüche, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Schadstoffe des Wohnund Arbeitsumfelds zurückzuführen sind, ständig zu. Nicht selten ist die Innenraumluft gewerblich genutzter Räume mit einem Vielfachen an Schadstoffen der Aussenluft belastet. Gute Raumluft fängt bei der Bauplanung an

Die Vermeidung von Schadstoffen beginnt bereits in der Planungsphase. Ein sorgfältiges Materialkonzept, insbesondere der raumseitigen Materialien, trägt entscheidend zur Verbesserung der Raumluftqualität bei. Viele Naturbaustoffe sind einem emissionsarmen und guten Raumklima förderlich. Zu den bedeutendsten Verunreinigungen der Raumluft tragen die VOC bei, die in zahlreichen Baustoffen, wie Teppichen, Klebern, Farben, Lacken und Dichtstoffen oder in Reinigungsmitteln enthalten sind. Die mikrobiologische Situation kann Ursache eines suboptimalen Raumklimas sein, aber auch Belastungen durch Radon oder Feinstaub.

Die sorgfältige Prüfung von Baumaterialien sieht eine Einzelstoffbewertung vor, um kanzerogene und toxische Komponenten, selbst in geringsten Konzentrationen, in einem Baustoff sicher auszuschliessen. Materialien müssen auch in ihrer Wechselwirkung, oftmals Ursache für Geruchsbelästigungen, betrachtet werden.

• Hygieneinspektionen • Schadstoffanalysen, Sanierungen Asbest, PCB, PAK, Schimmelpilze, Radon • Bauökologische Begleitung, Materialprüfungen, GI, MINERGIE ECO

BESSER ATMEN, MEHR ERREICHEN Gesunde Innenräume sind eine wichtige Voraussetzung, damit Menschen sich in ihren eigenen 4 Wänden, bei der Arbeit oder in öffentlichen Gebäuden wohlfühlen.

Höchste Ansprüche an ein gesundes Innenraumklima stellt das unabhängige Schweizer Gütesiegel GI (www.gutes-innenraumklima.ch). Das Zertifikat fordert die Einhaltung von Anforderungen an Schadstoffe in der Raumluft und bei Lüftungsanlagen zusätzlich an Keime und Feinstaub. E

Wasserwerkstrasse 129 8037 Zürich T. +41 44 440 72 11 F. +41 44 440 72 13 Gerechtigkeitsgasse 80 3011 Bern T. +41 31 550 49 50 F. +41 31 550 49 51 www.raumlufthygiene.ch www.gutes-innenraumklima.ch

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BETTR++ befasst sich mit der Erforschung, Entwicklung, Planung und Realisation sowie dem Betrieb von Infrastrukturen des Wohnens, Arbeitens und der Mobilität für die digitale Moderne. Derzeit entwickeln wir das erste biomimetische Bürogebäude der Welt. Wenn Sie das spannend finden, melden Sie sich gerne.

info@bettrrealestate.ch + 41 41 566 7007 www. bettrrealestate.ch


Projekte

BETTR AG VORBILD: NATUR.

Der Verwaltungsrat der BETTR++ AG verantwortet den Aufbau der Consulting- und Developmentsparte. Als Architekt, Geologe und Ökonom stützt er seine Tätigkeit auf ein breites Wissen und sieht in mutiger Innovation den Schlüssel zu neuen Marktpotenzialen, ohne dabei den Blick für das Machbare zu verlieren.

«Innovation ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg, gerade auch in der Immobilienbranche.» Dr. Ralf Bellm – Verwaltungsrat

Die BETTR++ AG begleitet ihre Kunden und Partner durch alle Phasen der Projektentwicklung. Sie sucht die richtigen Grundstücke für den jeweiligen Zweck, entwickelt nutzerspezifische Planungen und tritt in der Realisierungsphase als Bauherrenvertreter auf. Sie begleitet Investoren bei der Projekt-Due-Diligence, erarbeitet neue Konzepte für Areal-Überbauungen und macht Vorschläge zur Wertsteigerung von Immobilienportfolios. Dabei liegt der Fokus stets auf der Optimierung des Lebenszykluses der Immobilien, hin zu ei-

nem effizienteren Betrieb, aber vor allem hin zu einer optimalen Raumgestaltung für den bestmöglichen Nutzen der Mitarbeiter des Kunden. Die Mitarbeiter von BETTR++ AG verfügen über ein umfangreiches Fachwissen, lassen sich aber auch gerne von den Lösungen der Natur inspirieren, die diese in ihrer 3,8 Milliarden Jahre dauernden Evolution entwickelt hat.

BETTR++ AG Industriestrasse 21 6055 Alpnach Dorf T. +41 41 566 70 07 info@bettrrealestate.ch www.bettrrealestate.ch

So entstehen Lösungsansätze mit garantiertem Mehrwert!. E

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Projekte

WO BEGINNT DIE NACHHALTIGKEIT? Ist ein Industriebau, der mit viel Aufwand umfunktioniert wurde, nachhaltig? Ist die Verwendung von recycelbaren Materialien beim Bau nachhaltig? Es gibt verschiedene Ansichten, wie Nachhaltigkeit interpretiert werden kann. DM Bau AG hat eine weitere Technik ins nachhaltige Spiel gebracht. Bauklötze als Grundlage?

Die meisten von uns haben in der Kindheit mit Holzklötzen gespielt und damit Häuser oder ganze Städte gebaut. Als wir mit Spielen fertig waren, mussten wir die Klötze wieder demontieren und in einem Schrank versorgen, bis wir anderntags wieder ein neues Gebäude entstehen liessen. Sah dieses genauso aus wie das vorherige? Meist nicht, neue Gedanken Reif für die Insel – das Provisorium wird von Muttenz nach Bern ins Inselspital «gezügelt». Das 3200 m2 grosse, dreistöckige Gebäude verfügte über 69 Einzelzimmer, 36 Nasszellen, 7 Büroräume, 4 grosse Aufenthaltsräume, 19 Lager- und Nutzräume, eine Industrieküche und einen Bettenlift. Es bestand aus 180 in Oberriet (SG) vorgefertigten Raumzellen. Nach dem Rückbau werden die Raumzellen für das Projekt Inselspital erweitert und angepasst. Das vierstöckige Rochadegebäude mit knapp 4000 m2 Nutzfläche wird Ende 2016 in Betrieb genommen.

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Nachhaltiges BAUEN 2016

oder andere Platzverhältnisse forderten neue Ideen. Verhält es sich nicht auch bei unseren Bauprojekten so? Was ursprünglich geplant war, wird über die Jahre neuen Anforderungen und Prozessgedanken unterworfen. Vom Einzelbüro zum Grossraumbüro, vom Schlafsaal zum Mehrbettzimmer, zum Einzel- oder Doppelzimmer in den Spitälern. Vom Gebäude mit protzigem Eingangsbereich zu Zweckgebäuden. Neue Prozesse oder Hygienericht-

linien führen zu stetigen Veränderungen an Gebäuden. Wäre es da nicht ideal, könnten wir die Gebäude wieder demontieren und neu aufbauen, wie früher die Bauklötze? Diesen Weg geht die DM Bau AG schon seit 25 Jahren in der Schweiz. Mit der Massivmodulbautechnik vereint sie die geforderte Flexibilität und die Verwendung von nachhaltigen Produkten. Der Boden besteht aus einer Betonplatte, um mit der Masse einen idealen Trittschall


Projekte

FACTS DM Bau AG Im Produktionsbetrieb Oberriet und im Verkaufsbüro Härkingen beschäftigt die DM Bau AG seit 1991 rund 45 Mitarbeiter. Sie ist eine Tochterfirma der holländischen De Meeuw Gruppe – ein Familienunternehmen, das bereits 1929 gegründet wurde. Die DM Bau AG hat sich in den letzten Jahrzehnten umfangreiches Know-how in der Industrialisierung von Bauprozessen erworben. Ihr Dienstleitungspaket umfasst auch individuelle Finanzierungsmöglichkeiten mit Kauf-, Kauf-Rückkauf- oder Mietlösungen.

und Wärmespeicher zu erhalten. Das Tragwerk ist in einer Stahlkonstruktion erstellt, um die Statik nicht über die Wände abtragen zu müssen. Dies ermöglicht das flexible Einbauen der Holzwände und lässt zu, dass diese jederzeit wieder entfernt werden können. Selbstverständlich erfüllen diese Gebäude sämtliche aktuellen Energienormen.

Nachhaltig durch Weiterverwendung der Raumzellen

Die Massivmodulbautechnik ermöglicht es aber auch, das Gebäude nach dessen Nutzung in die einzelnen Raumzellen zu zerlegen und es an einem anderen Ort und zu einem anderen Zweck wieder aufzubauen. So wurden aus einem Bürogebäude zwei Studentenwohnheime, aus einem Altersheim eine psychiatrische Klinik und aus einem Alters- und Pflegeheim in Muttenz wird noch dieses Jahr ein Spitalgebäude im Inselspital Bern.

Mark Mislin Geschäftsführer

War das Alters- und Pflegeheim in Muttenz als Übergangsbau für 2–3 Jahre gedacht, wird das Gebäude im Inselspital als langfristige Lösung eingesetzt, jedoch mit dem nachhaltigen Gedanken, dass es nach der Nutzung von mindestens 12 Jahren wieder einem neuen Zweck zugeführt werden kann. Ein weiterer Vorteil der Massivmodulbautechnik ist die schnelle Erstellungszeit. So wird ein Gebäude in dieser Dimension innert 3 Monaten neu produziert und erstellt. Durch die Produktion in der Schweiz können zusätzliche nachhaltige Eigenschaften aufgeführt werden. Das verstehen wir unter Nachhaltigkeit. Wann beginnen Sie, wieder mit Bauklötzen zu spielen?» E

DM Bau AG Wiesenstrasse 1 9463 Oberriet T. +41 71 763 70 20 info@dm-bau.ch www.dm-bau.ch Verkaufsbüro: Lischmatt 7, 4624 Härkingen

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Projekte

ZUKUNFTSFÄHIG BAUEN MIT SCHWÖRERHAUS Mit Qualität, Energieeffizienz und zeitgemässer Architektur nimmt SchwörerHaus eine führende Position in der Hausbaubranche ein.

SchwörerHaus in der Schweiz

Qualität & Sicherheit

Bereits seit über 30 Jahren ist SchwörerHaus auch in der gesamten Schweiz aktiv. Mit SchwörerSwiss hat das Unternehmen einen eigenen Firmenbereich, der die Schweizer Kunden bedient. Regionale Schwörer-Bauberater kennen sich aus mit den örtlichen Bauvorschriften und dem Schweizer Energie-Standard. In der Musterhausausstellung Home Expo Suhr ist ein komplett ausgestattetes Beispiel eines Schwörer-Passivhauses mit dem entsprechenden Minergie-P-Zertifikat zu besichtigen. Alle Abbildungen zeigen individuell geplante Schwörer-Kundenhäuser, die in der Schweiz realisiert wurden.

Schwörer-Häuser werden individuell von Architekten vor Ort geplant und geschützt vor Wind und Wetter am Firmenhauptsitz im süddeutschen Hohenstein-Oberstetten unter ständiger Güteüberwachung auf modernsten Fertigungsanlagen hergestellt. Längst laufen auch individuell geplante Architektenhäuser problemlos durch die Produktionsstrassen. Dank eigener Kellerfertigung bilden alle Konzeptionen vom Fundament bis zum Dach eine massgeschneiderte Einheit. Der Rohstoff Holz stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft der Region und wird in einem ökologischen Produktions-

Familienhaus – barrierefrei mit Vorteilen für Gross und Klein Dass sich in einem rollstuhlgängigen Haus Eltern und Kinder gleichermassen wohlfühlen können, zeigt Familie Allegri in ihrem architektonisch ambitionierten Neubau im Minergie-A-Standard. Mit seiner anthrazitfarbenen Holzlamellenfassade, der weissen Teilputzfassade und dem schützenden Vordach über der Eingangstür in Signalrot strahlt das Haus architektonischen Ehrgeiz und Geborgenheit gleichermassen aus. Vom Carport gelangt man trockenen Fusses bis zur elektrisch bedienbaren Haustür – ein praktisches Feature, für Rollstuhlfahrer ebenso wie wenn man die Arme voller Einkaufstüten hat.

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prozess im firmeneigenen Sägewerk zu hochwertigen, wohngesunden Bau- und Werkstoffen verarbeitet. Im eigenen Biomasse-Heizkraftwerk werden mit den Produktionsresten rund 8500 Kilowatt Strom pro Stunde produziert und ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Die Hausmontage samt schlüsselfertigem Ausbau erfolgt unter Schwörer-Regie bis zur Hausabnahme. Von der Qualität der Fertighäuser in Holztafelbauweise können sich Bauinteressenten im firmeneigenen Musterhaus-Park am Firmensitz und auf Vermittlung bei Referenzkunden in der Schweiz überzeugen. Preistransparenz, kundenfreundliche Fi-


Projekte

FACTS

nanzierungskonditionen und eine detaillierte Bau- und Leistungsbeschreibung sorgen für Vertrauen. Die Festpreisgarantie gilt bis 12 Monate nach Angebotserstellung, wobei nur 10 % Anzahlung nach Vertragsabschluss fällig werden, die übrigen 90 % erst nach Hausübergabe. Auch der Keller wird erst nach Fertigstellung und Abnahme bezahlt. Für Schwörer-Kunden bedeutet das absolute Finanzierungssicherheit. Mit 30 Jahren Garantie auf die tragende Konstruktion sowie einem eigenen Kunden- und Modernisierungsdienst zeigt SchwörerHaus seinen Willen zur lebenslangen Partnerschaft mit seinen Kunden.

Designhaus – die Leichtigkeit des Wohnens Inspiriert von einigen Schwörer-Häusern in ihrer direkten Nachbarschaft liessen sich Elena und Alec Bigger ein attraktives Designhaus mit Flachdach in hoher Qualität bauen – von der Struktur her sehr offen und modern gestaltet.

Mehr Nachhaltigkeit durch Neubau Umweltbewusstsein bewog Familie Ritzmann, ihre Eigentumswohnung in einem Terrassenhaus aus den 1960er-Jahren mit hohem Energieverbrauch gegen ein modernes Energiesparhaus auszuwechseln. Gemäss dem Minergie-P-Konzept, wonach eine grössere Fassadenfläche auch mehr Wärme entweichen lässt, ist der Baukörper schlicht gehalten und mit einem architektonisch gut dazu passenden Pultdach versehen. Dezente französische Balkongeländer aus Glas, von der Baufamilie in Eigenleistung beigebracht, verleihen dem Haus seine besondere Note.

Die SchwörerHaus KG ist ein Familienunternehmen, gegründet 1950, mit sieben Standorten in Deutschland und der SchwörerHaus Swiss AG sowie rund 1700 Mitarbeitern. Als einer der grössten, standorttreuen Arbeitgeber auf der Schwäbischen Alb bietet SchwörerHaus 85 Azubis Ausbildungsplätze in fast allen Berufen der Bau- und Holzbranche. Jährlich werden ca. 800 bis 1000 Häuser verkauft und in Deutschland, der Schweiz und den europäischen Nachbarländern schlüsselfertig errichtet – bis dato ca. 38 000 Referenzobjekte. Die Produktpalette reicht von Energiesparhäusern, Passivhäusern und Energieplus-Häusern über BetonFertigkeller, Fertigbadsysteme und Haustechnik bis hin zu schlüsselfertig erstellten Mehrfamilienhäusern und Gewerbebauten. Schwörer-Häuser werden vom Keller bis zum Dach nach den Kriterien der «EMAS» (validiertes Umweltmanagement) produziert. Das Werk selbst ist nach der weltweit gültigen DIN EN 14000 zertifiziert.

SchwörerHaus Home-Expo-Suhr T. +41 62 8 42 85 40 info@schwoerer-bauberatung.ch www.schwoerer.ch

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Projekte

EIN MEHRFAMILIENHAUS GANZ OHNE STROMANSCHLUSS Im zürcherischen Brütten wurde das erste energieautarke Mehrfamilienhaus der Welt gebaut. Seinen Bedarf an Strom und Wärme deckt es rein aus Sonnenenergie. Die Reife einer Technologie erkennt man oft daran, dass sie immer unauffälliger wird. Waren Solarzellen früher störende, spiegelnde Glasflächen, können sie heute als elegante Fassadenelemente verbaut werden. Auch Wandisolierungen sind dünner geworden und Wärmespeicherelemente verschwinden zum Teil ganz in der Erde. Die hohe Kunst der Symbiose aus anspruchsvoller Architektur und maximaler Energieeffizienz wurde nun mit dem weltweit ersten energieautarken Mehrfamilienhaus auf die Spitze getrieben: Nur eine Stunde Sonnenlicht pro Tag genügt, um neun Familien für 24 Das erste energieautarke Mehrfamilienhaus in Brütten wird seinen Bedarf an Strom und Wärme aus Sonnenenergie decken und ohne Anschlüsse für Strom und Gas sowie ohne Erdöl auskommen.

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Stunden mit ausreichend Strom zu versorgen. Was vor wenigen Jahren technisch nicht vorstellbar war, wurde von Walter Schmid, Entwickler des Kompogas-Verfahrens und Initiant der Umwelt Arena, und seinem Sohn, dem Architekten René Schmid, im zürcherischen Brütten realisiert. Das Gebäude deckt seinen Bedarf an Strom und Wärme aus Sonnenenergie und kommt ohne Anschlüsse für Strom und Gas sowie ohne Erdöl aus. Die Umwelt Arena Spreitenbach tritt zusammen mit Ausstellungspartnern den Beweis an,

dass ein energieautarkes Mehrfamilienhaus mit den verfügbaren Technologien bereits heute möglich ist. Architektonische und energietechnologische Ansprüche vereinen

Der Bau ist ein Unterfangen, das Spitzenleistungen verlangt. Das Dach des Hauses ist zum Beispiel mit hocheffizienten monokristallinen Photovoltaikmodulen bestückt. Darüber hinaus ist die Fassade mit Dünnschichtphotovoltaikmodulen verkleidet. Für die Fassade wurden neuartige Module entwickelt, die weder glänzen noch spiegeln. Eine attraktive


Projekte

Aussenhülle war entscheidend für die Akzeptanz des Hauses in der Nachbarschaft. Der Wirkungsgrad von Dünnschichtmodulen ist zwar nur etwa halb so hoch wie jene der monokristallinen Module. Die Grösse der Fassadenfläche macht dies aber wett. Zudem bleibt die Fassade im Winter schneefrei und kann durch ihre vertikale Ausrichtung die tiefstehende Wintersonne optimal nutzen. So kann die gesamte Wärme für Heizung und

te zentrale Faktor zur Minimierung des Energieverbrauchs. Ein Energieinformationssystem informiert in jeder Wohnung laufend über den Stand des Energieverbrauchs. Raffinierte Speichertechnologie hilft durch den Winter

Doch vor allem im Dezember und Januar gibt es Tage, an denen die Sonneneinstrahlung dennoch nicht ausreicht, um

Das Haus funktioniert als Kraftwerk und versorgt sich selbst mit Energie.

Warmwasser aus Sonnenstrom generiert werden. Neben einer hohen Effizienz bei der Produktion von Energie und Wärme setzt das Gebäudekonzept auf einen minimalen Energieverbrauch. So hat das Mehrfamilienhaus neben einer leistungsfähigen Dämmung etwa eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Auch aus dem Duschabwasser wird Wärme und beim Liftbetrieb wird Strom zurückgewonnen. Neben der Haustechnik sind die Bewohner der zwei-

daraus genügend Strom und Wärme zu gewinnen. Dank Fortschritten in der Speichertechnologie ist das jedoch kein Problem. Das Haus hat einen Kurz- und einen Langzeitspeicher. Der Kurzzeitspeicher besteht aus einer Batterie und schliesst Versorgungslücken von ein bis drei Tagen. Der Langzeitspeicher besteht aus einem Elektrolyseur, der überschüssigen Strom in Wasserstoff umwandelt, einem Wasserstofftank und einer Brennstoffzelle. Die Brennstoffzelle wandelt den Wasserstoff bei Bedarf wieder in Strom um. Zwischen 3000 und 4000 Kilowattstunden Strom können so über mehrere Monate gespeichert werden.

FACTS ZKB Umweltdarlehen Die Zürcher Kantonalbank gewährt eine Zinsreduktion auf Hypothekardarlehen von maximal 0,8 % während bis zu 5 Jahren. Die Maximalbeträge liegen bei 300 000 Franken für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sowie bei 5 Mio. Franken für Mehrfamilienhäuser. Davon profitieren Gebäude mit Minergie-Zertifikat oder einem Gebäudeenergieausweis (GEAK) der Klasse A bei Neubauten oder mindestens Klasse C bei bestehenden Gebäuden (mindestens eine Klassenverbesserung ist nötig) sowie Einzelmassnahmen in den Bereichen Dämmen, Heizen und Photovoltaik. www.zkb.ch Anschauungsunterricht Die Ausstellung «Energieautarkes Mehrfamilienhaus» in der Umwelt Arena Spreitenbach zeigt anhand eines grossen 3-D-Modells den technischen Aufbau und die innovativen Lösungen im Haus Brütten. Die Zürcher Kantonalbank als Hauptpartnerin der Umwelt Arena engagiert sich auch in dieser Ausstellung. Themenführungen durch die Ausstellungen mit Fokus auf das Projekt «Energieautarkes Mehrfamilienhaus» sind für Gruppen buchbar über fuehrungen@umweltarena.ch, Telefon 056 418 13 10. www.umweltarena.ch

Höhere Baukosten, aber attraktiver Mietzins

Die Baukosten des Mehrfamilienhauses liegen etwa 10 bis 15 Prozent höher als bei einem konventionellen Bau. Für die Finanzierung gewannen René und Walter Schmid die Zürcher Kantonalbank. Nachhaltigkeit ist ein integriertes Geschäftsprinzip der Bank und das Fördern nachhaltiger Bauprojekte ist Teil ihres Engagements für den Kanton. Die Zürcher Kantonalbank gewährt deshalb bei ökologischen Um- und Neubauten ein Umweltdarlehen mit besonders günstigen Konditionen. Die Miete für eine 4-Zimmer-Wohnung im energieautarken Haus liegt bei rund 2500 Franken pro Monat. Nebenkosten für Strom, Heizung und Warmwasser entfallen. E

Zürcher Kantonalbank Bahnhofstrasse 9 8001 Zürich Telefon 0844 843 823 www.zkb.ch

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Die Baumesse. Wo man schaut, bevor man baut.

Quelle: renggli-haus.ch

8.– 11.9.2016 Messe Zürich Do–So 10–18 bauen-modernisieren.ch

Patronat

Halle 6


Projekte

LEA LANCIERT LABEL FÜR HINDERNISFREIES WOHNEN

FACTS Am 23. Mai 2013 wurde in Zürich der Verein LEA gegründet. Die urheberrechtlich geschützte Marke LEA® steht für «Living Every Age». Zur breit abgestützten Trägerschaft des Vereins gehören namhafte Fachorganisationen, Institutionen,

Der Verein LEA hat das weltweit erste Label zur Bewertung und Zertifizierung von Wohnungen für Menschen mit körperlichen Einschränkungen entwickelt.

Verbände und Unternehmen: Gold-Mitglieder: Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), Credit Suisse Real Estate Asset Management, Stiftung Denk an mich, Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB), IGD Grüter AG, Implenia Schweiz AG, Permed AG,

Die meisten Menschen wollen so lange wie möglich in ihrer Wohnung oder ihrem Haus wohnen bleiben – das belegen verschiedene Umfragen. Damit sie dies können, sind sie auf Wohnraum angewiesen, der frei von Hindernissen ist. Das wiederum bedingt Wohnkonzepte, die bereits bei der Planung unterschiedliche Altersstufen gleichzeitig ansprechen. Wohnungen, die von Beginn an hindernisfrei und generationengerecht geplant sind, eignen sich für vielköpfige Familien ebenso gut wie für pflegebedürftige Senioren oder Menschen mit Behinderungen. Zur altersgerechten Wohnraumgestaltung gehört nicht nur eine schwellenlose Bauweise, sondern eine Vielzahl von Details, die erst dann wirklich zum Tragen kommen, wenn die körperlichen Einschränkungen zunehmen. Die konsequente Berücksichtigung hindernisfreier und altersgerechter Kriterien kommt aber letztlich allen Generationen zugute. Denn wer altersgerecht baut, erhöht den Komfort und die Unfallsicherheit aller Bewohner. Das LEA-Label

Weshalb braucht es überhaupt ein weiteres Gebäudelabel? In der Tat liegt für den Bau von hindernisfreien Bauten eine Reihe von Normen und Planungsrichtlinien vor, doch diese sind vom Gesetzgeber nicht verbindlich vorgeschrieben. Zudem können Mieter oder Käufer in der Regel

kaum überprüfen, ob eine Wohnung tatsächlich hindernisfrei und altersgerecht ist. Erst die Überprüfung sämtlicher Kriterien durch eine unabhängige Stelle garantiert, dass bestehende Vorgaben und Empfehlungen auch tatsächlich umgesetzt worden sind.

Swiss Life REIM [Switzerland] AG, UBS Fund Management (Switzerland) AG, Wincasa AG Silber-Mitglied: Homegate AG Bronze-Mitglieder: Age Stiftung, bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung, ImmoQ GmbH, Losinger Marazzi AG, Pro Infirmis, Procap Schweiz, Rhombus

Das LEA-Label ist das Ergebnis eines transparenten und unabhängigen Entwicklungsverfahrens auf der Grundlage intensiver Zusammenarbeit, Beratung und Kommunikation zwischen den beteiligten Fachorganisationen und Unternehmen.

Partner Immobilien AG, Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen (SFBB) Um einschätzen zu können, ob eine Wohnung wirklich hindernisfrei und altersgerecht ist, ist der Konsument auf glaubwürdige Information angewiesen. Nur eine

Ab 2017 können Wohnungen nach dem neuen Standard zertifiziert werden, der für Neubau- ebenso wie für Bestandswohnungen gilt. Die Überprüfung sämtlicher Anforderungen in Wohnung, Gebäude und Aussenraum erfolgt mit einer eigens entwickelten Software. Ein weiterer Vorteil des neuen Labels ist, dass einzelne Wohnungen zertifiziert werden. Ein Gebäude kann somit Wohnungen unterschiedlicher Zertifizierungsstufen und auch nicht zertifizierte Wohnungen aufweisen. E

zertifizierte Wohnung ist sofort und vor allem mit kontrollierter Glaubwürdigkeit als hindernisfrei erkennbar. Für die Endnutzer reduziert das LEA-Label die Komplexität, für die Investoren schafft es Mehrwert und verbessert die Nachhaltigkeit und für die Vermarkter bringt es Wettbewerbsvorteile.

Verein LEA c/o ImmoQ GmbH Schaffhauserstrasse 560 8052 Zürich T. +41 43 548 00 71 info@lea-label.ch www.lea-label.ch

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ES GILT, DEM PRODUKT SCHWEIZER HOLZ DEN WEG WO IMMER MÖGLICH ZU EBNEN.


Baustoffe

SCHWEIZER HOLZ AN DEN BAU!

Das Bauen mit Holz boomt in unserem Land. Doch Rohstoff aus Schweizer Wäldern kommt dafür laufend weniger zum Zug. Gegensteuern tut not. Der Einsatz von Holz für Gebäude ist gemäss den letzten Erhebungen zum Holzendverbrauch in der Schweiz zwischen 2009 und 2012 um 16 Prozent gewachsen. Bis 2014 stieg der Holzverbrauch für Tragwerke, Fassaden und weitere Bauelemente noch einmal um acht Prozent auf 965 000 Kubikmeter pro Jahr. Speziell hervorzuheben ist der Anstieg des Holzverbrauchs für Mehrfamilienhäuser zwischen 2009 und 2014 um rund 73 Prozent – 2015 entstanden rund 500 neue Mehrfamilienhäuser in Holzbauweise. Unter den neuen, 2015 in Kraft getretenen Brandschutzvorschriften hat sich Holz als Baustoff ohne Sonderregelung normalisiert. Das verleiht dem Holz im Bau und Ausbau noch einmal kräftige Wachstumsimpulse. Schweizer Anbieter leiden unter starkem Franken

Diese Zahlen sind ein Grund zur Freude und eine Bestätigung für die gute Zukunft des nachwachsenden Baumaterials Holz. Doch Fakt ist leider auch: Der Holzbau-Boom geht an unserer Waldwirtschaft und an unseren hiesigen Sägereien bereits seit Jahren zu einem wesentlichen Teil vorbei. Denn unter dem starken Franken kommen Bauprodukte aus Holz zunehmend aus dem europäischen Ausland, zumal die bauseitig immer stärker nachgefragten verleimten Produkte. Diese unbefriedigende Situation hat sich mit dem «Frankenschock» vom Januar 2015 in ungeahntem Masse verschärft.

Nicht nur die Ertragsverluste im Export sind kaum mehr zu verkraften. An die Wand drückt die Branche vor allem die Importkonkurrenz aus dem Euro-Raum: Gegen Bauprodukte, die im Vergleich zu 2009 rein währungsbedingt bis zu 40 Prozent billiger geworden sind, haben die Schweizer Anbieter, deren Kosten allesamt in Franken anfallen, je länger je weniger eine reelle Chance. Holz aus einheimischen Wäldern verlangen

In dieser Lage gilt es, dem Produkt Schweizer Holz den Weg wo immer möglich zu ebnen. Insbesondere öffentliche Bauherrschaften von den Gemeinden über die Kantone bis zum Bund sollten sich verstärkt ihrer Vorbildrolle besinnen und sich nicht nur vermehrt für Holz entscheiden, sondern für ihre Projekte auch Rohstoff aus unseren einheimischen Wäldern verlangen – vielleicht sogar das eigene Holz ins Spiel bringen. Das hilft, Arbeitsplätze und Verdienst von vielen Tausend Schweizerinnen und Schweizern zu erhalten. Schweizer Holz zu nutzen, macht aber auch ökologisch Sinn, denn hiesiges Holz wird vorbildlich umweltschonend produziert und nicht weit transportiert. Herkunftszeichen als wertvolles Instrument

Alles Holz, das in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein gewachsen ist und hier verarbeitet wird, darf das «Herkunftszeichen Schweizer Holz» (HSH) tragen. Damit steht ein ausgezeichnetes Instrument bereit, um vom Forstbetrieb bis zum fertigen Bau das Holz zu kennzeichnen, das aus unseren Wäldern kommt. Fragen Sie nach Schweizer Holz und achten Sie auf das «Herkunftszeichen Schweizer Holz»! www.holz-bois-legno.ch. E

Christoph Starck, ETH-Forstingenieur, ist Direktor von Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, der Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft. www.lignum.ch

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Baustoffe

HOLZ IST ZUKUNFT Blumer-Lehmann vereint Hightech und traditionelles Handwerk im Holzbau

FACTS Blumer-Lehmann Seit über 140 Jahren befassen sich die Familienunternehmen rund um die HolzbauUnternehmung Blumer-Lehmann AG mit

Holz ist der natürlichste aller Baustoffe – als einziger nachwachsender Baustoff überzeugt es jedoch nicht nur in ökologischer, sondern auch in architektonischer und wirtschaftlicher Hinsicht. Bauen mit Holz wird in Zukunft eine tragende Rolle in der Erreichung von Klimazielen bzw. der Bindung von CO2 einnehmen. Sowohl bei Neubauten wie auch bei Umbauten oder energetischen Sanierungen von Gebäuden ist Holz der bevorzugte Werkstoff. Holz ist Hightech – natürlich Hightech

Die herausragenden technischen Eigenschaften von Holz in Kombination mit digitalen Planungs- und Fertigungstechnologien ermöglichen den Bau faszinierender Hüll- und Tragstrukturen und architektonisch visionärer Gebäude. So können beispielsweise problemlos Tragwerke für mehrgeschossige Gebäude aus Holz erstellt werden. Kein Wunder, überbietet sich das Who is who der weltweit renommierten Architekturbüros in den letzten Jahren mit Holzbau-Visionen, die gerade im urbanen Raum verstärkt Akzente setzen. In enger Zusammenarbeit mit Architekturgrössen wie Shigeru Ban, Foster + Partners oder Herzog & de Meuron konnte die Blumer-Lehmann AG eindrucksvolle Projekte im In- und Ausland entwickeln und umsetzen. Der Werkstoff Holz kombiniert Technik, Nachhaltigkeit und Sinnlichkeit und schafft so die Grundlage für inspirierende Räume.

Leidenschaft für den Holzbau

dem nachhaltigen Werk- und Baustoff

Die Blumer-Lehmann AG blickt auf 140 Jahre Erfahrung im innovativen Holzbau zurück und hat mit unzähligen realisierten Projekten im Industrie- und Gewerbebau, Wohnobjekten, öffentlichen Bauten, Landwirtschaft, Tourismus und Gastronomie Meilensteine in Holz gesetzt. Mit Kreativität und Leidenschaft für den Werkstoff Holz setzen sich die Mitarbeitenden für die Realisierung innovativer Projekte ein. Blumer-Lehmann bietet umfassende Holzbaukompetenz, von der Beratung über Engineering, Produktion, Montage und Projektleitung: alles aus einer Hand.

Holz. Angefangen hat alles mit einem

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Erlenhof. So wird das Betriebsgelände im St. Gallischen Gossau schon fast liebevoll genannt. Hier wird Holz komplett und nachhaltig verarbeitet und in Kreisläufen gedacht. Holz, das nicht für den Bau oder die Industrie verwendet werden kann, wird zu Pellets und Briketts gepresst. Aus dem Rest wird im eigenen Biomasse-Kraftwerk Wärme und Strom für den energieautarken Betrieb und die Standortgemeinde Gossau produziert.

Modul- und Temporärbau – Raumlösungen aus Holz

Dem Trend zum «Schnellen und Temporären» in der heutigen Zeit wird im Modulbau mit flexiblen Lösungen Rechnung getragen. Auch hier kommt der Holzbau häufig zum Einsatz. Moderne Modulbauten genügen höchsten Standards – ohne Kompromisse in Sachen Komfort und Wirtschaftlichkeit. Der Modulbau kommt in schnellen, flexiblen Lösungen für Gewerbe und Handel, Industrie, Verwaltung, Bildung, Wohnen und zusehends auch in temporären Unterkünften im Asylwesen zum Einsatz. Schweizer Holz – regional und ökologisch überzeugend

Die Familienbetriebe um die BlumerLehmann AG setzen auf einheimisches Holz. Kurze Transportwege und eine vorbildliche, zertifizierte Waldbewirtschaftung garantieren Nachhaltigkeit in der gesamten Wertschöpfungskette. Dazu kommen ökonomische Aspekte wie die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wertschöpfung in der Region. E Holzbau auf der Höhe – Das neue Gipfelgebäude auf dem Chäserrugg von Herzog & de Meuron

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wasserradbetriebenen Sägewerk auf dem

Blumer-Lehmann AG Erlenhof 9200 Gossau T. +41 71 388 58 58 F. +41 71 388 58 59 info@blumer–lehmann.ch www.blumer–lehmann.ch


Baustoffe

DAUERHAFT, STABIL UND NACHHALTIG

FACTS ACCOYA®-Holz Als Ergebnis einer nunmehr seit über acht Jahrzehnten andauernden Forschungs-

Willkommen beim Holz der Zukunft.

tätigkeit kombiniert ACCOYA®-Holz die Resultate vergangener und aktueller wissenschaftlicher Untersuchungen mit einem patentierten Herstellungsverfahren,

Stellen Sie sich ein solides Holz vor, das in schnell wachsenden, vorbildlich bewirtschafteten Wäldern geschlagen wird, keinerlei Giftstoffe enthält und das in Masshaltigkeit und Dauerhaftigkeit die besten tropischen Harthölzer übertrifft. Stellen Sie sich ein Holz vor, das in zunehmendem Masse die knappen tropischen Harthölzer, behandelte Hölzer und weniger nachhaltige Materialien in neuen und bestehenden Aussenanwendungen ersetzen kann. Stellen Sie sich ein Holz vor, das während seines ausgedehnten Lebenszyklus eine bessere Kohlenstoffsenke darstellt und am Ende sicher wiederverwertet werden kann.

Solch ein Holz existiert.

um zuverlässige kommerzielle Produkte

Es ist ACCOYA®.

zu liefern.

Getestet und Bewährt

ACCOYA®-Holz wurde über lange Zeiträume unter allen erdenklichen Wetterbedingungen getestet – mit und ohne Bodenkontakt und sogar im Wasser – und hat bewiesen, dass es den härtesten Aussenbedingungen widerstehen kann. Es kann praktisch überall eingesetzt werden, von Fenstern zu Türen, von Terrassenböden zu Fassaden und sogar für Anwendungen, die früher nur mit nicht nachhaltigen Materialien zu realisieren waren.

Holzpur AG Als Importeur und Spezialist für ACCOYA®-Holz ist Holzpur AG Handelspartner und Berater für Architekten, Landschaftsarchitekten, Gartenbauer und Holzbauunternehmer. Mit seinem breiten Fachwissen garantiert der Holzspezialist

Die HOLZPUR AG bietet dem Baugewerbe mit ACCOYA®-Holz einen Rohstoff an, der ausserordentlich anspruchsvolle Anwendungen ermöglicht. Als Importeur und Spezialist für ACCOYA®-Holz sind wir Handelspartner und Berater für Architekten, Landschaftsarchitekten und Holzbauunternehmer. Wir bieten unseren Kunden die komplette Dienstleistungskette vom Import über die Lagerhaltung und die industrielle Verarbeitung bis hin zur Oberflächenveredelung und -beschichtung an. E

seinen Kunden erstklassige Lösungen. Das inhabergeführte Unternehmen zeichnet sich durch Innovationskraft, Qualität, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Nachhaltigkeit aus. Es wird ausschliesslich nur mit Holzarten aus nachhaltiger Produktion gearbeitet.

Josef Schnyder Geschäftsführer, Holzpur AG

Dauerhaltbarkeit, überlegene Masshaltigkeit (kein Quellen oder Schrumpfen) und ideal für Oberflächenbehandlung – dafür steht ACCOYA®-Holz.

HOLZPUR AG Geisselermoos 18 6206 Neuenkirch T. +41 41 281 10 67 info@holz-pur.ch www.holz-pur.ch

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Flumroc-Dämmplatte FUTURO 1

Die neue Generation! Mit Bindemittel aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen.

Speziell für Anwendungen im Innenbereich mit erhöhten Anforderungen an die Raumluft. www.flumroc.ch

Die Naturkraft aus Schweizer Stein FLUMROC AG, CH-8890 Flums, Tel. 081 734 11 11, www.flumroc.ch


Baustoffe

FLUMROC ENTWICKELT STEINWOLLDÄMMPLATTE MIT NATÜRLICHEM BINDEMITTEL Flumroc bringt eine neuartige Dämmplatte auf den Markt, die Bindemittel aus überwiegend nachwachsenden Rohstoffen enthält. FUTURO erfüllt höchste Gesundheitsstandards und eignet sich damit bestens für Anwendungen im Innenbereich. Jahre haben die Entwickler von Flumroc an einer neuen Zusammensetzung des Bindemittels für ihre Steinwolldämmplatten getüftelt. Nun präsentiert das Flumser Unternehmen seine neueste Generation von Steinwolldämmplatten: FUTURO setzt neue Standards im Bereich natürliche und gesunde Baustoffe. Die Steinwollplatte beinhaltet ein Naturharz-Bindemittel, das zu über 70 Prozent aus nachhaltigen, nachwachsenden Rohstoffen besteht. Sie erfüllt neben ausgezeichneten ökologischen Werten in Grauer Energie, Treibhausgasen oder Umweltbelastungspunkten zusätzlich höchste Ansprüche in Bezug auf die Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen. Weil ihr Bindemittel kein Formaldehyd enthält, eignet sich die FUTURO-Dämmplatte besonders für Anwendungen im Innenbereich bei Gebäuden mit höchsten Auflagen an die Raumluftbelastung. Bestnoten am Bau

Auch bei der Verarbeitung weiss die neuartige Flumroc-Dämmplatte FUTURO zu überzeugen. Nach zahlreichen Einsätzen auf der Baustelle zeigen sich die

beteiligten Unternehmer von der Anwenderfreundlichkeit der neuen Generation von Flumroc-Steinwollprodukten beeindruckt. Schliesslich bietet auch diese Dämmplatte optimalen Brandschutz. Wie alle Flumroc-Produkte ist auch FUTURO nicht brennbar und hat einen Schmelzpunkt von über 1000 Grad Celsius. Im Brandfall stoppen die Dämmplatten die Ausbreitung der Flammen. Die Technische Universität München hat die optimale Brandkennziffer A1 für die neue Flumroc-Dämmplatte sowie den Schmelzpunkt bestätigt. Auch beim Recycling punktet die neue Dämmplatte FUTURO: Sie kann zu 100 Prozent wiederverwertet werden.

Die Vorteile von FUTURO auf einen Blick: • keine Formaldehyd-Emissionen • formstabil • diffusionsoffen • nicht brennbar • Schmelzpunkt über 1000 °C • elastisch • standfest • universeller Einsatz

Neue Bindemittel-Anlage

Flumroc plant die Entwicklung weiterer Produkte mit dem neuen Bindemittel für Dämmlösungen im Innenbereich. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, nimmt das Unternehmen eine neue BindemittelAnlage in Betrieb. Diese soll die Produktion der FUTURO-Dämmplatte in grösseren Mengen ermöglichen und für weitere Produktinnovationen genutzt werden. E

Die Steinwollplatte FUTURO mit Bindemittel aus überwiegend natürlich nachwachsenden Rohstoffen.

Flumroc AG T. +41 81 734 11 11 F. +41 81 734 12 13 info@flumroc.ch www.flumroc.ch

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IM SCHWEIZER BAUBEREICH LIEGT NOCH EIN ENORMES POTENZIAL AN WIRTSCHAFTLICHEN EFFIZIENZGEWINNEN BRACH.


Energie

NACHHALTIG BAUEN: GANZHEITLICH ODER GAR NICHT Mit Energieeffizienz allein wird der Gebäudepark Schweiz nicht fit für die Energiezukunft. Das Rezept heisst ganzheitliches Denken.

Der Gebäudepark Schweiz und vor allem die Bauwirtschaft stehen vor einer anspruchsvollen und spannenden Herausforderunge: In den nächsten Jahrzehnten soll der Verbrauch des schweizerischen Gebäudeparks um die Hälfte reduziert werden. So sieht es die Energiestrategie 2050 vor, die voraussichtlich noch in diesem Jahr vom Parlament verabschiedet wird. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen auch die Planungstätigkeiten neu und ganzheitlich ausgerichtet werden. So sollen künftig nicht nur energetische Kennzahlen isoliert betrachtet werden, sondern auch die Lebenszykluskosten oder die architektonische Qualität beim Erarbeiten der jeweils optimalen Lösung für jedes individuelle Bauprojekt berücksichtigt werden.

in den Vorprojekten entsprechend berücksichtigt werden. Auch das ist nachhaltiges Bauen. Nutzende sind in der Schweiz oft Mieter. Aus verschiedenen Gründen (Energiepreise, Nachfragemarkt, privatrechtliches Mietrecht) ist der Mietzinszuschlag nach einer energetischen Sanierung oft höher als die Einsparungen bei den Energiekosten. Deshalb ist es zentral, bei Sanierungen wirklich spürbare Mehrwerte für die Nutzenden zu realisieren, beispielsweise eine bessere Luftqualität oder die Nutzung von gemeinsamen Flächen oder die Schaffung von Flächen im Freien. Enormes Potenzial

Im Schweizer Baubereich liegt noch ein enormes Potenzial an wirtschaftlichen Effizienzgewinnen brach, insbesondere im Sanierungsbereich. Denn noch wird jedes Bauvorhaben als Einzelfall angegangen. Die Standardisierung von Produkten, Bauelementen oder Verarbeitungsmethoden könnte zu massiv mehr und qualitativ besseren Sanierungen beitragen. Und damit schliesst sich der Kreis der ganzheitlichen Planung, die gleichzeitig kostenoptimierte (LCC!) und auf das Objekt adaptierte Lösungen anstrebt.

Ganzheitlicher Ansatz

Nachhaltiges Bauen ist eine Philosophie, bei der nicht die einseitige Optimierung im Vordergrund steht. Vielmehr sollen die Konsequenzen jedes relevanten Entscheids transparent und zugänglich gemacht werden. Nur so können bewusste, informierte Entscheide getroffen werden. Ziel des ganzheitlichen Ansatzes ist, dass bei Bauabnahmen oder im Betrieb niemand mehr «wenn ich das vorher gewusst hätte» sagen muss. Bereits heute stehen dafür unterschiedliche Instrumente zur Verfügung wie die Verständigungsnorm SIA 112/1 Nachhaltiges Bauen Hochbau, der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS, sméo und Minergie-Eco. Weiter wird zurzeit auf dem SNBS aufbauend ein Label entwickelt, das am 23. August 2016 in Bern lanciert werden soll. Bau- und Betriebsphase geniessen beim ganzheitlichen Ansatz die gleiche Relevanz. Denn Papier ist geduldig und erst wenn die Planungsvorgaben im Betrieb auch tatsächlich eingehalten werden, sind die entsprechenden Ziele erreicht. In dieser Lebensphase – der längsten – eines Gebäudes rückt der Nutzer ins Zentrum. Deshalb müssen die Nutzenden der gemeinsame Nenner in jeder Lebensphase eines Gebäudes sein und schon

Die derzeitigen Entwicklungen auf den Energiemärkten können als Hürde oder auch als Chance wahrgenommen werden. Die Sichtweise ist den einzelnen Akteuren überlassen: Vom professionellen Bauherrn, Planungsexperten bis zum Mieter tragen alle – sozusagen ganzheitlich – ihren Teil der Verantwortung. So kann man sich auch ohne grosses Fachwissen fragen, ob am pragmatischsten mit Holz aus dem heimischen Wald geheizt werden soll oder mit Heizöl, das Tausende von Kilometern transportiert werden muss. E

Olivier Meile ist seit 2008 im Bundesamt für Energie für den Gebäudebereich zuständig. Er begleitet die gesetzlichen Instrumente wie die MuKEn und bearbeitet das Inverkehrbringen von Bauprodukten. Er ist für das Projekt Energie-Vorbild-Bund und die Zusammenarbeit mit Grossinvestoren und General-Unternehmungen zuständig. Für EnergieSchweiz betreut er insbesondere die Entwicklung von Gebäudestandards und Labels.

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Energie

KLIMAFREUNDLICHKEIT DURCH MOBILE PELLETHEIZUNGEN Die Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK trägt mit ihren Förderaktivitäten zu mehr Klimafreundlichkeit im Gebäudebereich bei. Neben zahlreichen anderen Aktivitäten fördert sie den Einsatz von mobilen Pelletheizungen finanziell. Die Bautrocknung auf Baustellen gilt üblicherweise als sehr emissionsintensiv, da die eingesetzten mobilen Heizungen, welche mit sehr viel Energie die nicht isolierten Objekte oder Aussenfassaden wärmen, ihren Brennstoffverbrauch grösstenteils mit fossilen Energieträgern decken. Dabei entsteht sehr viel CO2, das ungenutzt in die Atmosphäre gelangt. Gemäss Schätzungen werden schweizweit aktuell rund 12 000 mobile Heizgeräte eingesetzt, welche jährlich mehr als 300 000 Tonnen CO2 emittieren – Tendenz steigend. Hohes CO2-Einsparpotenzial mit dem Förderprogramm für mobile Pelletheizungen der Stiftung KliK

Aufgrund dieser Fakten identifizierte die Stiftung KliK hier ein enormes Einsparpotenzial an CO2-Emissionen, was sie dazu veranlasst hat, das Programm Mo-

bile Heizungen zu entwickeln. Im Rahmen dieses Programms unterstützt die Stiftung KliK Besitzer von mobilen Pelletheizungen mit einem jährlichen Förderbeitrag von typischerweise mehreren Tausend Schweizerfranken.

«Mit dem Förderbeitrag übernimmt die Stiftung KliK einen Teil der Kosten, wenn Gerätebesitzer in diese zukunftsträchtige Technologie investieren.» Damit soll den mobilen Pelletheizungen, welche erst seit Kurzem auf dem Schweizer Markt erhältlich sind, zum Marktdurchbruch verholfen werden. Diese nehmen neben den konventionellen Heizgeräten gegenwärtig noch einen kleinen Marktanteil ein, doch die zunehmende Nachfrage nach ökologisch sinn-

vollen Lösungen verspricht ein grosses Wachstumspotential. Mit dem Förderbeitrag übernimmt die Stiftung KliK einen Teil der Kosten, wenn Gerätebesitzer in diese zukunftsträchtige Technologie investieren. Mobile Pelletheizungen haben viele Vorteile: Sie sind umweltfreundlich, da CO2-neutral, technisch ausgereift und zuverlässig. Die Anbieter von Pelletheizgeräten offerieren meist einen Allround-Service: Der Bauherr muss sich dabei nicht um die Wartung kümmern und die Bedienung ist sehr einfach. Da keine grossen Öltanklastwagen zum Befüllen der Tanks vorfahren müssen, kann eine mobile Pelletheizung auch logistisch sinnvoll sein. Bei Minergie-Bauten gehören sie bereits zum Standard und auch auf übrigen Baustellen erfreut sich diese klimafreundliche Lösung zunehmender Beliebtheit. Im Gegensatz

Umweltfreundlich und CO2-neutral heizen mit Pellets Mobile Pelletheizung, gefördert von der Stiftung KliK

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Energie

zu fossilen Geräten sind auch keine Sonderbewilligungen, zum Beispiel für den Einsatz in Gewässerschutzzonen, nötig.

FACTS Das seit 2013 gültige CO2-Gesetz ver-

«Die Stiftung KliK rechnet damit, dass durch das Programm bis 2020 über 50 000 Tonnen CO2 eingespart werden.» Das Programm wurde auf die Heizsaison 2015/2016 offiziell lanciert und stösst in der Branche auf reges Interesse. Da die steigende Nachfrage der Endkunden klar spürbar ist, nutzen Bautrocknungsfirmen die Gelegenheit, sich mit der Teilnahme am Programm für die Zukunft zu rüsten und auf mobile Pelletheizgeräte umzusteigen. Bis Anfang 2016 wurden 170 Heizungen ins Förderprogramm aufgenommen und auf die Heizsaison 2016/2017 hin werden zahlreiche weitere Anmeldungen erwartet. Die Stiftung KliK rechnet damit, dass durch das Programm bis 2020 über 50 000 Tonnen CO2 eingespart werden können – das sind 17 Prozent der heute durch mobile Heizungen verursachten Emissionen. KliK unterstützt weitere Förderprogramme im Gebäudebereich

Neben den mobilen Heizungen fördert die Stiftung KliK noch weitere Massnahmen im Bereich der Gebäudetechnik von Zweck- und Wohnbauten: Mit dem Programm Gebäudeautomation wird die Installation eines Gebäudemanagment-Systems unterstützt, womit die Energieef-

langt, dass die Schweiz im Jahr 2020 mindestens 20 Prozent weniger Treibhausgase emittiert als 1990. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht das Gesetz unter Förderprogramme vergünstigen intelligente Thermostate, Heizungsregler oder Heizungssteuerungssysteme.

anderem eine Kompensationspflicht für Mineralölgesellschaften vor: Die Branche ist verpflichtet, ihren CO2-Ausstoss, der beim Verbrennen von Benzin oder Diesel entsteht, durch Kompensation um 6,5 Millionen Tonnen zu vermindern.

fizienz des Gebäudes optimiert werden kann.

Aufgabe der Stiftung KliK Die Stiftung Klimaschutz und CO2-Kom-

Je nach Nutzungsart und Effizienzklasse des Gebäudes können bis zu 8 Franken Unterstützungsbeitrag pro Quadratmeter gewährt werden. Weitere Förderprogramme vergünstigen intelligente Thermostate, Heizungsregler oder Heizungssteuerungssysteme für Radiatoren in Ein- und Mehrfamilienhäusern.

pensation KliK wurde 2013 von der Erdölvereinigung als Kompensationsgemeinschaft gegründet, um Projekte in der Schweiz zu fördern, die den Ausstoss von Treibhausgasen nachweislich reduzieren. Mit den Kompensationsgeldern der Mineralölgesellschaften finanziert die Stiftung KliK vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) genehmigte Klimaschutzmassnah-

Im Programm Warmwassersparen werden Spardüsen gratis zur Verfügung gestellt und effiziente Duschbrausen vergünstigt abgegeben. Des Weiteren konnten zahlreiche Wärmeverbünde durch die Förderung der Stiftung KliK realisiert werden. Hier wird momentan ein Programm ausgearbeitet, das neben der Nutzung von Pellets oder Holzschnitzeln als Brennstoff auch die Nutzung von Abwärme und anderen Quellen wie Umweltwärme etc. abdeckt. E

men und erwirbt dabei die Bescheinigungen für die erzielten Emissionsreduktionen. Durch Abgabe der Bescheinigungen an den Bund erfüllt sie ihre Kompensationspflicht. Förderaktivitäten Die Förderaktivitäten der Stiftung KliK sind sehr breit gestreut und in die vier Plattformen Verkehr, Unternehmen, Gebäude und Landwirtschaft gegliedert. Sie richten sich sowohl an Private als auch an Unternehmen und an die öffentliche Hand. Zur Finanzierung der Klimaschutzmassnahmen steht der Stiftung bis 2020 ein Budget von 1 Milliarde Franken zur Verfügung.

Bild: Stiftung myclimate

Stiftung Klimaschutz und CO2-Kompensation KliK Freiestrasse 167 8032 Zürich info@klik.ch www.klik.ch Mit dem Programm Warmwassersparen werden Spardüsen gratis zur Verfügung gestellt.

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Energie

EIGENER STROM AUS DEM BALKONGELÄNDER Die Solarenergie ist eine der vielversprechendsten Alternativen zur Kernkraft oder den fossilen Energieträgern. Gleichzeitig benötigt jedes Bauwerk mit Balkonen oder Terrassen ein Geländer. Warum nicht diese zwei Themen beim Bauen verbinden? reinh a r d - Solargeländer

Das gebäudeintegrierte Solargeländer der Reinhard AG Sachseln verwandelt Terrassen- und Balkongeländer in ein leistungsfähiges Solarkraftwerk. Die Solarzellen sind in die Verglasung des Geländers eingearbeitet und produzieren an 200 bis 250 Sonnentagen pro Jahr nachhaltigen Strom. Die Photovoltaikelemente sind Teil des Gebäudes und bilden eine Symbiose mit der architektonischen Gestaltung. Dadurch kann die Absturzsicherung stilvoll und ohne grossen Aufwand zur erneuerbaren Energiegewinnung genutzt werden. Mit zunehmender Gebäudehöhe nimmt der relative Anteil der Geländer-

flächen gegenüber den Dachflächen zu. Mit unserem Solargeländer bieten wir die Möglichkeit, diese Flächen ideal zu nutzen. Viel Gestaltungsspielraum

Das Erscheinungsbild eines Solargeländers wird im Wesentlichen durch die verwendete Technologie der Photovoltaikelemente und die gestalterischen Möglichkeiten der Geländerkonstruktion bestimmt. Die zwei Hauptgruppen «kristalline Zellen» und «Dünnschichtzellen» finden gleichermassen Verwendung und stellen für die Architektur interessante Lösungen dar. Die Solarzellen werden zwischen zwei Gläsern zu einem Verbundsicherheitsglas (VSG) verarbeitet.

Bild oben: Öffentliche Anlage im Skigebiet Sattel-Hochstuckli (SZ) aus Solargeländern mit monokristallinen Zellen. Bild rechts oben: Bürogebäude im Dorfzentrum Sarnen (OW) mit Hochleistungszellen. Bild rechts unten: Wohngebäude im Dorfzentrum Alpnach (OW) mit Dünnschichtzellen.

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Je nach Anordnung der Zellen lassen sich die Durchsicht und die Leistung beliebig definieren. Um von der ursprünglichen Zellfarbe abweichende Farbeffekte zu erreichen, besteht die Möglichkeit, mit einer farbigen Bedruckung, Beschichtung oder mit Folien zu arbeiten. Nach eigenem Geschmack können verschiedenste Geländervarianten umgesetzt werden, sei es als Ganzglasgeländer oder als Pfostensystem. Eigene Stromeinspeisung

Auf den Ertrag eines Solargeländers haben verschiedene Faktoren einen Einfluss wie Solarzellentechnologie, Geländerausrichtung und lokale Einstrahlung. Osten, Süden sowie Westen sind die bevorzug-


Energie

ten Ausrichtungen für Solargeländer. Die nördlich oder schattenseitig ausgerichteten Geländerabschnitte werden mit inaktivem Solarglas realisiert. Die elektrische Sammelleitung ist in der Geländerkonstruktion elegant integriert. Bauseits muss nur eine Zuleitung pro Balkonabschnitt zum Technikraum vorhanden sein. Über diese werden die Solargeländerabschnitte mit entsprechenden Wechselrichtern verbunden. Die produzierte Ener-

gie kann jederzeit am Wechselrichter oder online via PC/Smartphone verfolgt werden.

Über 100jährige Erfahrung

Bei der wirtschaftlichen Betrachtung ist neben dem Erlös aus der Stromproduktion auch der funktionale Mehrnutzen zu berücksichtigen. Denn das Solargeländer ist zugleich auch Absturzsicherung und Sichtschutz, deren Erstellungskosten somit wegfallen.

E-Railing® – Die Nachrüstlösung für bestehende Geländer Mit dem steigenden Umweltbewusstsein, dem Wunsch nach Unabhängigkeit und dem sorgsamen Umgang mit Ressourcen gewinnt die Thematik der Eigenstromproduktion auch bei bestehenden Bauten an Attraktivität. Zudem kennen diverse Kantone bereits Vorgaben, die bei Sanierungen eine Reduktion des Energieverbrauchs oder eine Eigenproduktion der benötigten Energie vorgeben. Hierzu bietet E-Railing eine attraktive Lösung. Mit dem neuen Produkt kann auf einfachste Art an bestehenden Bauten elektrische Energie erzeugt werden. E-Railing ist eine montage- und benutzerfreundliche Solar-Kleinanlage. Auf der Basis von Plug-&-Play wird sie steckfertig geliefert und kann ohne grossen Aufwand und spezielle Fachkenntnisse an bestehende Geländer angebracht wer-

FACTS

den. Dank der Erfüllung jeglicher Sicherheitsanforderungen darf die Anlage direkt in eine 230-V-Steckdose eingesteckt werden. Es bedarf keiner baulichen Veränderung oder fixen Installation. Zudem entfallen komplizierte Verteilschlüssel und teure Messsysteme für die Verteilung der erzeugten Energie auf die einzelnen Strombezüger in Mehrfamilienhäusern.

Die Reinhard AG Sachseln ist ein Traditionsunternehmen mit über 100jähriger Firmengeschichte. Als Wagnerei hat die Reinhard AG im Jahre 1900 begonnen. Aus dem Handwerksbetrieb aus Sachseln, im Herzen der Schweiz, ist ein industriell fertigendes Unternehmen entstanden. Nebst der Holzverarbeitung wurde bereits 1980 die Metallverarbeitung ins Unternehmen integriert. 40 Jahre im Metallbau tätig Seit mehr als 40 Jahren produzieren wir Geländer und bedienen unsere Kunden im Bauzulieferbereich. Alle Fertigungsschritte werden mit einer ausserordentlich hohen Wertschöpfungstiefe in den eigenen Produktionsstätten in Sachseln ausgeführt. Die Kombination von präziser Handarbeit mit

E-Railing vereint Ästhetik, Funktion und Technik. Wir verwenden qualitativ hochwertige und leistungsfähige Module, welche auch bei schwachem Licht nachhaltigen Strom produzieren. Das optisch attraktive Solarglas wird von einer filigranen Aluminiumkonstruktion gehalten, passt sich bestens jeder Gebäudehülle an und leistet nebst Stromerzeugung und Sichtschutz auch einen Beitrag zur Wertsteigerung der Immobilie. E

hochtechnisierten Maschinen garantiert die sprichwörtliche Schweizer Qualität. Nutzen für die Kunden Ein starkes Team von Fachleuten unterstützt Interessenten und Bauherren bei der technischen und fachkundigen Lösungsfindung. Bei uns erhält der Kunde alles aus einer Hand. Klar definierte Prozesse garantieren dem Bauherren Qualitätssicherheit und eine einfache Abwicklung. – Offerte – Beratung – Projektierung – Planung & Konstruktion – Herstellung – Montage – Inbetriebnahme

Bild oben: E-Railing ist an bestehende Stakettengeländer nachrüstbar.

Bild links: Individuelle Anordnung zur Stromproduktion sowie als Sicht-, Wind- und Lärmschutz.

Reinhard AG Sachseln Allmendstrasse 1 6072 Sachseln T. +41 41 666 2 666 info@solargelaender.com www.solargelaender.com www.e-railing.ch

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Energie

ENERGIEEFFIZIENTE BELEUCHTUNG Die Beleuchtung hat grossen Anteil am Stromverbrauch. Daher ist es wichtig, die richtigen Leuchten und Leuchtmittel einzusetzen. Die Integration einer Gebäudeautomatisation sorgt dabei für den Komfort und eine optimale Energieeffizienz. Die SOG-UNILight AG setzt die neusten und energieeffizientesten LED-Techniken ein. Mit über 130 Lumen pro Watt und Klasse A++ werden Werte erreicht, die zum heutigen Zeitpunkt auf dem technisch Machbaren und qualitativ Hochwertigem liegen. «Das erste energieautarke Mehrfami-

Light AG in allen Beleuchtungsfragen beraten und die komplette Umsetzung, einschliesslich der Lieferung der Komponenten, übernehmen. Der Bauherr entschied sich ausschliesslich für modernste LED-Technologie, um den Stromverbrauch möglichst gering zu halten und trotzdem den gewünschten Komfort zu bieten.

In sämtlichen allgemeinen Räumen (Treppenhaus, Tiefgarage etc.) sind entweder Bewegungsmelder oder Taster mit automatischer Ausschaltung eingebaut. Die Ausschaltzeiten wurden möglichst kurz gewählt, um einen unnötigen Betrieb der Leuchten zu verhindern. Die Lichtfarbe wurde auf die entsprechende Raumnutzung abgestimmt

lienhaus der Welt» in Brütten

Beim diesem Projekt der Umwelt Arena Spreitenbach durfte die SOG-UNI-

Technische Daten  Wohnungen Gang und Küche

Megaman LD Spot MT76720 8W 2800°K

Tiefgarage, Keller und Technikräume

Akzentlicht Escaled Spike L02L 30W 4000°K

Treppenhaus

Akzentlicht CLIQ LED 18W 3000°K Akzentlicht BRIQ 01 «Disc» LED 13W 3000°K

Garageneinfahrt Akzentlicht SFERIQ 07 8W 4000°K Das erste Mehrfamilienhaus der Welt, das ohne externen Anschluss für Strom, Öl und Erdgas auskommt. Zusammen mit mehreren Ausstellungspartnern baut die Umwelt Arena Spreitenbach in Brütten ZH ein energieautarkes Neunfamilienhaus, das erhöhten ökologischen und energetischen Standards folgt und keine Energieversorgung von aussen benötigt, weder thermisch noch elektrisch. Die SOG-UNILight AG konnte in allen Beleuchtungsfragen beraten und lieferte die modernste energiesparende LED-Technologie.


Energie

FACTS SOG-UNILight AG Kompetenz in Licht und Gebäudeautomation. Mit SOG-UNILight AG entscheiden Sie sich für einen Partner mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Beleuchtungsbranche. Kunden schätzen die kompetente Beratung und Dienstleistungen rund um Licht und Steuerung. Schon vor der LED hat die SOG-UNILight AG Anlagen auf energiesparende Lösungen umgerüstet. Dabei stehen Energieeffizienz sowie auch Rentabilität und Design

ARENA Cinemas AG Zürich

im Vordergrund. Jeder Fall wird individuell

Im letzten Jahr wurde das Kino im Sihlcity um acht Säle erweitert. Gleichzeitig wurde die Beleuchtung der Eingangshalle und auch der Gänge angepasst. Die Steuerung für die neuen Kinosäle wurde mit KNX realisiert, die Steuerung der Allgemeinbeleuchtung erfolgt nun über die KNX-Software. Die Bedienung der Anlage ist automatisiert. Das heisst, die Lichtstimmungen in den Kinos passen sich den Gegebenheiten an (Einlass, Werbung, Filmvorführung, Putzlicht, Notlicht). Zusätzlich wurde das Einschalten der Werbemonitore durch den Einsatz von Zeitschaltuhren optimiert.

betrachtet und Lösungen werden gemeinsamt mit den Kunden erarbeitet. Dabei steht eine optimale und kostengünstige Umsetzung im Vordergrund. Nicht zuletzt deshalb vertrauen renommierte Kunden wie Liegenschaftsverwaltungen, Hotels, Altersheime, Spitäler, Behörden, Stadtverwaltungen, Kinos, Restaurants, Boutiquen, aber auch KMUs und Privatkunden auf die Lösungen von SOG-UNILight AG. Besuchen Sie unsere Ausstellung in der Umweltarena Spreitenbach 2. Stock.

Die KNX-Komponenten wurden nach technischem Bedarf von verschiedenen Herstellern ausgewählt und integriert. Dasselbe galt bei den Leuchten, wobei auch hier nur energieeffiziente LEDLeuchten und -Leuchtmittel verbaut wurden. Da vonseiten der SOG-UNILight AG ein grosses Wissen über die speziellen Bedürfnisse des Kinobaues vorhanden ist, konnte die Gesamtbauleitung des Projektes direkt gemeinsam mit den Bauherren ausgeführt werden. Die Berechnungen der Beleuchtungen, Lieferung sowie Gesamtprogrammierung der Anlage führten die Techniker der SOG-UNILight AG durch. E

SOG-UNILight AG Licht - Media - Elektrotechnik - Elektro

Das Kino im Sihlcity wurde um acht Säle erweitert. Im gleichen Zug passte man die Beleuchtung der Eingangshalle wie auch der Gänge an.

SOG-UNILight AG Lerzenstrasse 20 8953 Dietikon T. +41 43 317 81 22 F. +41 43 317 81 21 info@sog-unilight.ch www.sog-unilight.ch

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Energie

NACHHALTIG UND UMWELTFREUNDLICH: HEIZUNGSLÖSUNGEN VON ELCO Produkte und Dienstleistungen von ELCO gewährleisten eine dauerhaft hohe Effizienz und einen niedrigen Energieverbrauch, egal welcher Energieträger für die Wärmeerzeugung genutzt wird. Dass Wärme nachhaltig und umweltfreundlich erzeugt wird, damit die Ressourcen geschont und die Lebensgrundlagen erhalten bleiben, gehört zu den vorrangigen Zielsetzungen von ELCO und ihren 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unterstützung in diesen Bestrebungen bietet das Mutterhaus, die Ariston Thermo Group, das jährlich hohe Summen in den Bereich Forschung und Entwicklung investiert. Das Schwergewicht liegt dabei auf Wärmeerzeugern, die erneuerbare Energien nutzen, sowie auf Effizienzverbesserungen ganz allgemein. Die Zielsetzungen von ELCO und der Gruppe sind praktisch deckungsgleich mit dem ersten Massnahmenpaket

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe AEROTOP® G läuft so leise, dass sie problemlos auch in dicht besiedelten Gebieten eingesetzt werden kann.

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der Energiestrategie 2050 des Bundes, gemäss dem die vorhandenen Energieeffizienzpotentiale zu erschliessen und erneuerbare Energie ausgewogen auszuschöpfen sind. Qualitätsdenken

Worin besteht nun der Beitrag von ELCO im Rahmen der Umsetzung der nationalen Strategie? Ein wichtiger Punkt ist die hohe, stabile Qualität. Bei einer ganzheitlichen Beurteilung der Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit einer Heizungslösung gilt es, die verschiedensten Gesichtspunkte zu betrachten. Die Fokussierung auf den Energieträger ist nicht das Ein und Alles. Wichtige Krite-

Hochwertige Materialien und Fertigungsverfahren (im Bild der Öl-Brennwertkessel STRATON® L) gewährleisten eine lange Lebensdauer.

rien sind ein konsequentes Qualitätsdenken bei Erzeugnissen und Dienstleistungen, hohe Wirkungsgrade bzw. ein möglichst geringer Energieverbrauch, ebenso innovative Technologien und eine lange Lebensdauer der Produkte und Systeme, basierend auf dem Einsatz von hochwertigen Werkstoffen und weitgehend automatisierten Fertigungsverfahren sowie dem fachgerechten Unterhalt über den ganzen Lebenszyklus der Anlage hinweg. Die Marktleistungen von ELCO und der Gruppe decken alle diese relevanten Kriterien für eine nachhaltige Heizungslösung vollumfänglich ab. Fasst man die ganze Lebensdauer eines Produktes inklusive Wiederverwertung ins Auge, kann

Rund 75 Prozent Umweltenergie nutzt die Sole-Wasser/ Wasser-Wasser-Wärmepumpe AQUATOP® S, was zu niedrigen Energiekosten führt.


Energie

dadurch eine hohe Ressourceneffizienz erreicht werden, unabhängig davon, welcher Energieträger genutzt wird. Obwohl für die Schweiz nicht bindend, sind die Produkte von ELCO gemäss Ökodesign-/ (ErP)- und Energielabel-Richtlinie der EU gekennzeichnet. Neben Einzelgeräten werden auch Verbundanlagen (Systemkombinationen) mit einer Energieetikette versehen. Produkte und Systeme von ELCO gehören ausnahmslos den obersten Effizienzklassen an. Produktinnovationen

Die Technik ist ein massgeblicher Schrittmacher der Energiewende. Innovationen, sofern sie nachhaltig und wirtschaftlich sind, haben den Vorteil, dass sie politisch selten umstritten sind. Als aktuelles Beispiel für eine wegweisende Technologie seien die Wärmepumpen von ELCO erwähnt, die in der Schweiz im eigenen Werk der Elcotherm AG in Biasca entwickelt und hergestellt werden. In den vergangenen Jahren ist das gesamte Sortiment für den Einsatz in Ein- und kleinen Mehrfamilienhäusern komplett neu konzipiert worden. Es betrifft dies Luft-Wasser-Wärmepumpen für die Innen- und die Aussenaufstellung sowie Sole-Wasser/ Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Allen Geräten gemeinsam ist, dass sie unverwechselbar leise, effizient und umwelt-

Nachhaltigkeit erfordert auch den fachgerechten Unterhalt einer Heizungsanlage über den ganzen Lebenszyklus hinweg.

freundlich sind. Aber auch bei konventionellen Heizsystemen ist in jüngster Vergangenheit eine Produktneuheit der andern gefolgt. So die Produktfamilie STRATON® mit den Modellreihen S, L und XL, die für hohen Wärme- und Warmwasserkomfort sowie für eine optimale Brennwertnutzung mit geringem Energieverbrauch und niedrigen Schadstoffemissionen steht. Beim vollkondensierenden Öl-Brennwertkessel STRATON® XL werden Wirkungsgrade erreicht, die an die Grenze des physikalisch Möglichen gehen. Sodann wurde mit dem VECTRON® B eine neue Brennergeneration in neun Leistungsgrössen bis 800 kW lanciert. Dank Blaubrand-Brennerkopf mit hoher Abgasrückführung werden sehr niedrige NOx-Werte erreicht. Die Einführung neuer oder neu konzipierter Produkte setzt sich auch in diesem Jahr mit hoher Intensität fort. So werden mit dem THISION® S2 und dem THISION® L Evo modernisierte Versionen der bewährten Gas-Brennwertkessel THISION® S und L im Markt lanciert. Dazu gibt es eine XL-Version zu den Gas-Brennwertgeräten TRIGON® S und L sowie als Neuheit eine Split-Wärmepumpe und eine Brauchwasser-Wärmepumpe. E

Die Energieetikette als Nachweis: Produkte und Systeme von ELCO gehören ausschliesslich den obersten Effizienzklassen an.

FACTS 25 000 Stunden ELCO ist ein namhafter und kompetenter Akteur im Cleantech-Bereich. Als führender Komplettanbieter von Heizungslösungen mit Gas, Öl und erneuerbaren Energien verfügt das Unternehmen über den notwendigen Blick fürs Ganze. Das Angebot umfasst Beratung, Produkte und Systeme, Inbetriebnahme sowie Service und Wartung. Dafür sind Fachleute aus den verschiedensten Berufen im Einsatz. Jede Heizung, egal ob erneuerbare oder konventionelle Energien genutzt werden, muss regelmässig gewartet werden, damit sie einwandfrei und effizient arbeitet. ELCO verfügt mit 400 Servicetechnikern über das dichteste Servicenetz in der Schweiz. Dazu gibt es Experten, die auf einzelne Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Solarsysteme spezialisiert sind. Erfahrung und fundierte Kenntnisse sind die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wirken. So investiert ELCO allein in die Aus- und Weiterbildung der Servicetechniker durchschnittlich 25 000 Stunden im Jahr. Soll die strategische Neuausrichtung im Energiebereich in der Schweiz von Erfolg gekrönt sein, ist es von grosser Bedeutung, dass diejenigen, die sich an vorderster Front mit Heizungsanlagen beschäftigen, eine überzeugende Leistung erbringen. Sie sind die berufenen Botschafter für den schonenden Umgang mit Ressourcen, weil sie über einen direkten Draht zum Kunden verfügen und täglich unter Beweis stellen, dass im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit von Heizungslösungen heute vieles möglich ist, was gestern noch utopisch klang.

Elcotherm AG Sarganserstrasse 100 7324 Vilters T. +41 81 725 25 25 F. +41 81 723 13 59 info@ch.elco.net www.elco.ch

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ZWEI STANDARDLÖSUNGEN FÜR (FAST) ALLE FÄLLE 80 % aller Heizungssanierungen haben eine ähnliche Ausgangslage: Im Heizungskeller ist wenig Platz, es wird eine hohe Vorlauftemperatur benötigt, bei gleichzeitig tiefem Leistungsbedarf (zwischen 8 und 10 kW). Mit der Kombination der Inverter-Wärmepumpe WPL 20 AC und dem Integral-Speicher HSBC 200 bietet STIEBEL ELTRON eine Standardlösung, mit der sich die Aufgabe fast von selbst löst. Dank neuester Inverter-Technologie erreicht die Kombination 1 eine

hohe Energieeffizienz, zudem benötigt sie wenig Platz, ist sehr leise im Betrieb und äusserst installationsfreundlich. Die durchdachte Set-Lösung erfüllt die Anforderungen eines typischen Einfamilienhauses, sei es mit Bodenheizung oder Heizkörpern, ideal. Durch ihre kompakte

Bauweise eignet sich die WPL 20 AC besonders gut für Umbauten und Modernisierungen. Beim Integral-Speicher HSBC 200 sind Trinkwarmwasser- und Pufferspeicher übereinander angeordnet, wodurch der

Eine Lösung für die Zukunft

Wärmepumpen für jedes Bedürfnis..

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Investieren und profitieren mit Wärmepumpen | Mit STIEBEL ELTRON haben Sie Zugang zum saubersten, preiswertesten und krisensichersten Energielieferanten der Welt: zur Natur. Profitieren Sie von neusten Technologien aus eigener Entwicklung und Produktion – und entscheiden Sie sich für einen Systemanbieter mit allen wichtigen komponenten aus einer Hand. Ob Neubau oder Modernisierung, eine Wärmepumpe von STIEBEL ELTRON ist in jedem Fall die richtige Lösung für eine gemeinsame, nachhaltige Zukunft.

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Nachhaltiges BAUEN 2016

A3 in Lu

Wärmepumpen vom Spezialisten.

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Energie

Platzbedarf fast halbiert wird. Das Kombigerät verfügt über perfekt aufeinander abgestimmte Komponenten für die Kombination mit einer Luft | Wasser-Wärmepumpe. Der HSBC 200 ist zudem sehr montagefreundlich: Nach dem Aufstellen sind lediglich die hydraulischen Anschlüsse für Trinkwasser, Wärmepumpe und Heizkreis vorzunehmen. Falls ein Einfamilienhaus mit grösserem Warmwasserverbrauch und Radiatorheizung einen höheren Energiebedarf aufweist oder wenn längere Sperrzeiten überbrückt werden müssen, dann braucht es zusätzlich einen Pufferspeicher. Mit

der Kombination der Inverter-Wärmepumpe WPL 20 AC mit einem separaten Puffer- und Brauchwasserspeicher bietet STIEBEL ELTRON eine zweite Standardlösung. Die Kombination 2 mit einem 400-Liter-Speicher SBP 400 und einem 400Liter-Brauchwasserspeicher SBB 401 WP SOL erreicht dank neuester InverterTechnologie ebenfalls eine hohe Energieeffizienz und ist genauso leise im Betrieb. Das kompakte Hydraulikmodul HM ergänzt das installationsfreundliche System hervorragend. E

FACTS Der ENERGY CAMPUS von STIEBEL ELTRON – ein Bau im Minergie-P-Standard Nachhaltiges Bauen ist nicht nur bei Wohnbauten ein wichtiges Thema. Ebenso gilt es, bei Geschäftsobjekten darauf zu achten, dass diese nach dem neusten Stand der Technik gebaut werden. Ein gutes Beispiel ist der ENERGY CAMPUS – Schweizer Vertriebs- und Verwaltungssitz der Firma STIEBEL ELTRON AG in Lupfig. Der ENERGY CAMPUS wurde das erste Minergie-P-zertifizierte Gebäude inklusive Lager im Aargau. Bei rund 3700 m2 beheizter Fläche fällt der Energieverbrauch äusserst gering aus. Er liegt im Bereich eines kleinen Mehrfamilienhauses, was einen 8–10 Mal geringeren Energieverbrauch bedeutet als bei herkömmlich erbauten Gebäuden in dieser Grössenordnung. Die Dachfläche des ENERGY CAMPUS wird für die Stromerzeugung genutzt. Die hauseigene Photovoltaik-Anlage mit eigenen PV-Modulen – rund 124 Stücke – produziert rund 30 000 kWh, was einem kleineren Mehrfamilienhaus entspricht. Der erzeugte Strom wird mit den firmeneigenen Wärmepumpen kombiniert. Dies garantiert ein maximales Einsparungspotenzial. Die eingesetzten Produkte sind allesamt von STIEBEL ELTRON und dienen zum Heizen, Kühlen, zur Aufbereitung von Warmwasser sowie zum Lüften.

Hydraulikmodul HM Speicher SBP 400 Brauchwasserspeicher SBB 302 WP

Inverter-Wärmepumpe WPL 20 A/A Integral-Speicher HSBC 200

In den internen Schulungsräumen werden die eigenen Servicetechniker wie auch Fachpartner fortlaufend aus- und weitergebildet. Dafür stehen alle nötigen Geräte im vollen Betrieb zur Verfügung.

STIEBEL ELTRON AG Industrie West | Gass 8 5242 Lupfig T. +41 56 464 05 00 F. +41 56 464 05 01 info@stiebel-eltron.ch www.stiebel-eltron.ch

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15. Messe mit Kongress für Fachleute und Bauherren 8. – 11. Dezember 2016 BERNEXPO Bau, Holzbau Energieeffizientes Bauen und Modernisieren Erneuerbare Energien, Speicher Solarthermie, Photovoltaik Gebäudetechnik, Lüftung, Trinkwasser Wärmedämmung Beraterstrasse der Kantone Passivhausstrasse Rund 40 Veranstaltungen

Träger

Partner

Unser Engagement: unsere Zukunft.


Energie

ERNEUERBARE ENERGIEN NACH MASS

FACTS Die alpha innotec Seit ihrer Gründung im Jahre 1994 hat sich die ait Schweiz AG mit ihrer Marke alpha innotec durch konsequente Ausrichtung auf die Wärmepumpentechnik, ständigen Ausbau und das richtige Gespür für den

Durch die Sortimentserweiterung mit Solartechnik ist alpha innotec der kompetente Partner im Bereich erneuerbarer Energien.

Markt schweizweit zu den Marktführern von Wärmepumpen entwickelt. Die Kompetenz von alpha innotec zeigt sich im eindrücklichen gesamtschweizerischen Feldbestand von über 40 000 Wärmepumpen.

Dank der hohen Qualität der Produkte und der jahrelangen Erfahrung bei der Planung erlangten die Wärmepumpen von alpha innotec als erste Marke in der Schweiz das Zertifikat „Wärmepumpen-System-Modul». Erfahrene Mitarbeiter im Innen- und Aussendienst stellen ihre Arbeitskraft konsequent in den Dienst der Kunden, wie Heizungsinstallateure und -planer, Architekten, aber auch Verwaltungen und Endkunden. Nach der Montage und der Inbetriebnahme der Wärmepumpe steht ein eigener kompetenter Kundendienst zur Verfügung. Der Kunde mit seinen Wünschen spiegelt sich auch in der Angebotspalette wider. Das komplette alpha innotec Sortiment bedient folgende Marktsegmente: • Haus-Wärmepumpen für Neubauten und Modernisierungen • «Professionell»-Wärmepumpen speziell für Mehrfamilienhäuser, gewerbliche Immobilien und industrielle Zwecke

• Solarkollektoren in Standard- und Grossflächen-Ausführungen für Auf- und Indach-Montage • Speichertechnologie für eine effiziente Energienutzung • Kundendienst-Produkte für Service und Wartung Die Kompetenz von alpha innotec zeigt sich in einem gesamtschweizerischen Feldbestand von über 40 000 Wärmepumpen, welche die in der Luft, im Boden und im Wasser gespeicherte Sonnenenergie effizient nutzen, die Heizkosten massiv senken und einen grossen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten. Durch die Unabhängigkeit von fossilen und endlichen Energieträgern sowie die hohe Energieeffizienz von Wärmepumpen ist alpha innotec eine Marke, die höchsten Wert auf ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit legt. E

Viktor Röthlin – der perfekte Markenbotschafter für alpha innotec Marathon-Europameister Viktor Röthlin heizt mit einer Wärmepumpe von alpha innotec, weil ihm der Schutz der Umwelt am Herzen liegt. Denn nur saubere Luft garantiert ihm die nötige Energie. Die Zusammenarbeit mit Viktor Röthlin ist für alpha innotec ideal, basiert sie doch auf den gemeinsamen Zielen: Schutz der Umwelt, Erbringen von Höchstleistungen und Leaderschaft.

alpha innotec c/o ait Schweiz AG Industriepark 6246 Altishofen T. +41 58 252 20 00 F. +41 58 252 20 01 info@alpha-innotec.ch www.alpha-innotec.ch

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BEI GEBÄUDEN MUSS DIE PASSIVE HÜLLE ZUR DYNAMISCHEN HAUT WERDEN.


Gebäudehülle & Innenausbau

VON DER HÜLLE ZUR HAUT

An der Hülle eines Gebäudes kommen viele Dinge zusammen, die für die Architektur und das Bauen wichtig sind: Funktion und Ästhetik, Konstruktion und Oberfläche, Nutzbarkeit und Repräsentation. Ihre primäre Funktion manifestiert den raison d’être eines Gebäudes, der darin liegt, Schutz zu bieten vor Umwelteinflüssen wie Kälte oder Feuchtigkeit. Sie ermöglicht einen «Innenraum», der unabhängig vom Aussenraum komfortabel bleibt. Sie prägt aber auch wesentlich den Ausdruck und die Präsenz eines Gebäudes und ist so entscheidend für dessen architektonischen Charakter.

optimal energetisch wirksam ist und zugleich auf die Bedürfnisse der Bewohner reagieren kann, muss sie von der passiven Hülle zur dynamischen Haut werden. Eine Haut, die reagiert und sich anpasst, die Luft, Feuchtigkeit, Licht und Energie abgestimmt auf Angebot und Nachfrage durchlässt oder abhält. Die Haut funktioniert dabei nicht nur von aussen nach innen. Bisher zumeist als Elemente wahrgenommen, die durch ihre statische Präsenz den städtischen Raum definieren, werden Gebäude über ihre Haut zu aktiven Gestaltern des Aussenraumes. Sie kann Aussenluft von Schadstoffen reinigen, «schwitzen», das heisst, Wasser verdunsten, um Plätze und Strassen zu kühlen, oder Sonne in Wärme oder Strom für die Stadt umwandeln. Kurzum, über ihre Haut können Gebäude aktiv zu einer lebenswerten und nachhaltigen Stadt beitragen. Neue Materialien als Chance

Gebäudehülle als Schnittstelle

Seit Anbeginn des Bauens hat sich die Funktion der Gebäudehülle dabei nicht wesentlich weiterentwickelt. Einmal gebaut, ist sie nur noch geringfügig in der Lage, Veränderungen des Innenoder Aussenraumes gerecht zu werden. Das führt zu Widersprüchen: Eine dichte und gut gedämmte Hülle vermag im Winter, die Wärmeverluste zu vermindern, im Sommer verhindert sie, dass durch die Sonne und die Bewohner eingebrachte Wärme entweichen kann. Eine feste Verschattung hilft im Sommer, die Aufheizung des Innenraumes zu vermindern, im Winter verhindert sie allerdings auch, dass die Sonne für Wärmegewinne genutzt werden kann, um nur zwei Beispiele zu nennen. In Zeiten der Energiewende und des Klimaschutzes sind eben diese Eigenschaften der Gebäudehülle zentral, wenn es darum geht, die Energie- und Stoffbilanz eines Gebäudes zu verbessern. Eine Gebäudehülle muss heute als eine Schnittstelle, als ein Interface zwischen zwei wechselnden und unberechenbaren Umwelten verstanden werden: Einerseits existiert der Raum um das Gebäude, der durch sein Mikroklima, und andererseits der Raum im Gebäude, der durch seine Benutzer bestimmt wird. Damit die Gebäudehülle möglichst wenige Ressourcen braucht,

Le Corbusier hat aktive Gebäudehüllen bereits 1916 mit der «mur neutralisant» angedacht, Mike Davies 1981 mit der «polyvalent wall» die Idee konzeptionell weiterentwickelt. Doch erst heutige Technologien und Materialien sind in der Lage, auf engem Raum so viel zu leisten, zum Beispiel über Dünnschicht-Solarzellen, die Strom erzeugen, Membrane, die Wärme und Feuchtigkeit austauschen können, Wachse, die Wärme speichern oder Keramiken, die Wasser verdunsten oder Schadstoffe aufnehmen können. Um effektiv zu sein –, und hier liegt die grösste Herausforderung – müssen neue Lösungen allerdings ebenso skalierbar, langlebig und ökonomisch realistisch sein. In der Zukunft sind es die neuen Materialien, die so mit der Gebäudetechnik, der Konstruktion und architektonischer Gestaltung zusammenspielen, dass ein Wandel von der passiven Hülle zur aktiven Haut möglich ist. E

Arno Schlüter ist seit 2010 Assistenzprofessor und seit 2014 Professor für Architektur und Gebäudesysteme am Institut für Technologie in der Architektur, ETH Zürich. In seiner Forschung konzentriert er sich auf die Entwicklung neuer Methoden für die Integration aktueller und zukünftiger Gebäudetechnologien in Architektur und Städtebau.

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Gebäudehülle & Innenausbau

VERANTWORTUNGSVOLL PRODUZIERTE DÄMMSTOFFE Natürliche Rohstoffe, moderne Verfahren, nachhaltiger Erfolg. Dafür steht die Knauf Insulation GmbH seit vielen Jahren. Mit der ECOSE Technology setzte das Unternehmen ein deutliches Zeichen in Sachen Umweltverträglichkeit. Als eines der führenden Unternehmen im Markt ist sich Knauf Insulation seiner Verantwortung für die Umwelt bewusst: Der Dämmstoffspezialist setzt vor allem Rohstoffe ein, die in der Natur vorhanden sind, schnell nachwachsen oder recycelt worden sind. Als einziger Vollsortimenter der Schweiz bietet Knauf Insulation daher Dämmmaterialien aus Holzwolle, Steinwolle und Glaswolle an. Mit der ECOSE Technology – einem einzigartigen formaldehydfreien Bindemittel –

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setzt Knauf Insulation ein weiteres Zeichen in Sachen Umweltverträglichkeit. Natürliche Rohstoffe für die Produktion

Natürliche Rohstoffe wie Sand, Gestein und Holz sind meist die Basis der Dämmstoffe von Knauf Insulation. Auch für die einzigartigen Glaswolle-Dämmstoffe kommen überwiegend natürliche oder wiederverwertete Rohstoffe zum Einsatz – zum Beispiel Altglas und Sand.

Die Rohstoffe werden in einer streng geheimen Zusammensetzung gemischt und in modernen Schmelzwannen – zum Beispiel im Werk im deutschen Bernburg – geschmolzen. Ähnlich dem Prozess der Zuckerwatteherstellung wird das Volu-

ECOSE Technology basiert auf vorwiegend natürlichen Rohstoffen, reduziert den Energiegehalt bei der Herstellung von Dämmstoffen und verbessert die Energiebilanz des fertigen Produktes.


Gebäudehülle & Innenausbau

FACTS men der Schmelze dann um ein Vielfaches vergrössert. Luft wird von dem nun weichen, bauschigen Dämmstoff eingeschlossen, wodurch die hohe Dämmleistung möglich wird. Damit nun Dämmplatten und Dämmrollen geformt werden können, kommt die ECOSE Technology zum Einsatz. Formaldehydfreies Bindemittel

Das formaldehydfreie und auf Basis vorwiegend natürlicher Rohstoffe hergestellte Bindemittel ECOSE Technology reduziert den Primärenergiegehalt der Dämmstoffe, ersetzt herkömmliche Phenol-Formaldehydharz-Bindemittel und ist verantwortlich für die braune Farbe der Dämmplatten und -rollen, die ohne den Zusatz von Färbemitteln entsteht. Damit ist es eine der wichtigsten Komponenten in der nachhaltigen Dämmstoffproduktion von Knauf Insulation. Durch die bis zu siebenfache Komprimierung der Produkte beim Verpackungsvorgang wird zudem das Transportvolumen der Dämmstoffpakete deutlich verringert. So achtet das Unternehmen auch beim Transport der Produkte auf möglichst hohe Energieeffizienz. Denn es ist ausgemachtes Ziel von Knauf Insulation, die Umweltbelastung in jedem Stadium der Lebenszyklen der Produkte zu verringern. Das belegt der Dämmstoffspezialist auch in zahlreichen Umweltdeklarationen. ECOSE Technology begeistert nachhaltig

Der erste Anblick, der erste Griff, der erste Schnitt – das einzigartige Gefühl hinterlässt einen bleibenden Eindruck und begeistert Handwerker auf der ganzen Welt nachhaltig. Glaswolle-Dämmstoffe von Knauf Insulation mit dem formaldehydfreien Bindemittel ECOSE Technology sind anders. Unvergesslich. Einzigartig. Besonders hervorzuheben ist die angenehme Verarbeitung: Von 788 befragten Verarbeitern gaben 95 Prozent an, dass Mineralwolle-Dämmstoffe mit ECOSE

Technology weniger jucken als herkömmliche Mineralwolle-Dämmstoffe. Das liegt vor allem am Verzicht auf herkömmliche Phenol-Formaldehydharz-Bindemittel. So sind die Dämmmaterialien natürlich leistungsstark und sicher: Zugeschnitten auf unterschiedliche Anwendungsbereiche sorgen die Mineralwolle-Produkte mit ECOSE Technology für Wärme-, Schall- und Brandschutz. Ganz ohne Flammschutzmittel.

Knauf Insulation Schweiz Mit der Verlegung ihres Schweizer Standorts nach Hunzenschwil bei Aarau erreichte die Knauf Insulation GmbH Schweiz einen weiteren Meilenstein für die Marktbearbeitung in der Schweiz. Das Unternehmen verfügt neben dem eigenen Lager seither auch über eigene Büroräumlichkeiten für Geschäftsleitung, Kundendienst sowie technische Kundenberatung. Zur Erhöhung der Kontinuität in der Kundenberatung vor Ort verstärkt

Mehrfach ausgezeichnet

Knauf Insulation zudem sukzessive sein

Mit der Einführung von ECOSE Technology hat Knauf Insulation bereits 2009 für die gesamte Branche ein innovatives Zeichen gesetzt und für eine entscheidende Weichenstellung gesorgt: Die Qualität der Inhaltsstoffe eines Dämmstoffs steht heute mehr denn je im Fokus – nicht nur bei Herstellern, sondern auch bei Planern, Handwerkern und Bauherren. Mit dem bis heute einzigartigen Bindemittel für Mineralwolle-Dämmstoffe konnte Knauf Insulation in den vergangenen Jahren zudem zahlreiche bedeutende Auszeichnungen erlangen. So wurde der ECOSE Technology für Umweltfreundlichkeit und Schadstofffreiheit der Blaue Engel verliehen. Zudem erhielt die Zwischensparrendämmrolle UNIFIT TI 135 mit ECOSE Technology 2009 und 2012 als einziger Mineralwolle-Dämmstoff Bestnoten des ÖKO-TEST Ratgebers Bauen, Wohnen & Renovieren. Eurofins verlieh Knauf Insulation für die ECOSE Technology als weltweit erstem Unternehmen das begehrte Indoor Air Comfort Gold-Zertifikat. Das goldene Gütesiegel unterstreicht, dass die Produkte sämtliche europäischen Kriterien für die Qualität der Innenraumluft erfüllen. E

Aussendienst-Team.

In zahlreichen Umweltdeklarationen belegt Knauf Insulation sein Ziel, die Umweltbelastung in jedem Stadium der Lebenszyklen der Produkte zu verringern.

Die Schweiz gehört wie die Niederlassungen Österreich und Deutschland zu Knauf Insulation Zentraleuropa mit dem Verwaltungssitz in Garching bei München/ Deutschland. Knauf Insulation beschäftigt etwa 5500 Mitarbeiter in über 35 Ländern und ist mit mehr als 40 Produktionsstätten weltweit vertreten.

Knauf Insulation Urs Maron Hauptstrasse 7 5502 Hunzenschwil T. +41 62 889 19 91 F. +41 62 889 19 99 urs.maron@knaufinsulation.com www.knaufinsulation.ch

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Gebäudehülle & Innenausbau

BAUDER DACHSYSTEME – EINE ENTSCHEIDUNG FÜR DIE NACHHALTIGKEIT Familienunternehmen, die wie Bauder seit über 150 Jahren existieren, denken schon immer langfristig und nachhaltig.

Ein Unternehmen nachhaltig zu führen, bedeutet, entsprechend zu wirtschaften. Ökologisches, ökonomisches und sozialbewusstes Handeln ist für das Unternehmen mit langjähriger Tradition ein zentraler Unternehmensgrundsatz. Zur Nachhaltigkeit wird auf zweierlei Weise beigetragen: Der Einsatz hochwertiger Produkte sichert den Erhalt von Gebäuden dauerhaft. Dadurch verlängern sich die Renovierungszyklen und Rohstoffe werden eingespart. Bauder-Produkte sparen Energie, sind energieeffizient und wiederverwertbar. Bauder Dachsysteme zum Dichten, Dämmen und Begrünen sorgen für ein gesundes Klima. Sie erhöhen den Wohn- und Arbeitskomfort. Der zweite Aspekt liegt in der nachhaltigen

Unternehmensführung: Dauerhaftigkeit statt kurzfristige Gewinnmaximierung bestimmt das Handeln. So wirtschaftet Bauder sinnvoll und investiert kontinuierlich in die Produkt- und Produktionsverbesserung, um den Fortbestand des traditionsreichen Unternehmens zu sichern.

Die nachhaltigste und wirtschaftlich

Jährlich werden in Neubau und Renovierung rund 200 Millionen Quadratmeter Flachdächer abgedichtet. Ihre Lebensdauer beträgt durchschnittlich 20 bis 25 Jahre. Durch Abriss entstehen Milliarden Tonnen Abfall. Der Neubau verbraucht weitere wertvolle Ressourcen. Mit einem Anteil von 40 Prozent am Gesamtenergieverbrauch in Europa sind Gebäude vor der Industrie und weiter vor dem StrasBauder Dachbegrünung extensiv

Migros Dachsanierung mit Bauder Ökodach: Ersatzhabitat für bodenbrütende Vögel

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senverkehr die grössten Energiefresser. 30 Prozent der Energie entweichen über die Dächer. Rund 50 Millionen Quadratmeter Landschaft werden durch den Bau neuer Flachdächer versiegelt. – Das geht nachhaltiger!

sinnvollste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen.

Hochwertige Bauder Abdichtungssysteme können mit 40 und mehr Jahren eine doppelt so lange Lebensdauer wie normale Abdichtungen erreichen. Sie verbrauchen damit halb so viele Ressourcen. Abriss und Abfall fallen erst nach doppelt so langer Zeit an. Wärmedämmung mit BauderPIR hat bei geringster Dicke die


Gebäudehülle & Innenausbau

FACTS

Lebensdauer Dachsystem

höchste Effizienz. Sie hilft dem Klima und senkt die Energiekosten sowie den CO2-Ausstoss. Dachflächen lassen sich mit Bauder dauerhaft und kostengünstig begrünen. Das gleicht die Flächenversiegelung aus, verbessert das Klima und schafft neuen Lebensraum für Mensch und Natur. Gründächer speichern auf natürliche Art Wasser, binden Staub und heizen sich auch bei extremen Temperaturen kaum auf. Zudem schützen sie die Dachabdichtung besser vor Umweltbelastungen als eine Kiesschüttung und verlängern deren Lebenserwartung. Photovoltaikanlagen auf gut abgedichteten, gedämmten Dächern produzieren zusätzlich erneuerbare Energie. Kurzum, eine dauerhafte Dachkonstruktion von Bauder

leistet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Ein Bauder Dach funktioniert sicher – und das über mehrere Generationen lang. Fachmännische Beratung lohnt sich

Das Dach ist das wichtigste Bauteil eines Gebäudes. Es ist besonders stark von der Witterung beansprucht und muss Hitze, Kälte, Regen, Schnee, Eis und Windsog aushalten. Gerade dieser obere Gebäudeabschluss muss dauerhaft dicht bleiben. Dies wird nur erreicht, wenn alle am Bau beteiligten Personen zusammenwirken. Architekt, Planer und Bauherr definieren mit ihren Ideen die Vorgaben. Mit Bauder als Partner finden sie die geeignete nachhaltige Lösung für das jeweilige individuelle Projekt. Der Verarbeiter setzt die Planung fachgerecht mit hochwertigen Produkten um. Eine professionelle Beratung durch den Fachmann sowie die Investition in ein hochwertiges System lohnen sich – ökologisch und ökonomisch. Weitere Informationen zu den Bauder Dachsystemen unter bauder.ag. E

Bauder Ökodach: Dachbiotope, Totholz und Kies für eine biologische Vielfalt auf dem Dach

Vorausschauend seit 1857 Die glückliche Verbindung von Tradition und Innovation hat Bauder zu dem gemacht, was es heute ist. Als eigentümergeführtes Unternehmen steht es nicht unter dem Zwang der kurzfristigen Gewinnmaximierung, sondern kann stetig, langfristig und nachhaltig weiterentwickelt werden. Der Anspruch von Bauder ist, in allen Bereichen Spitzenleistungen zu erbringen. Dabei geht das Unternehmen davon aus, dass trotz Internets in der Zukunft die Menschen und ihr Miteinander eine immer grössere Bedeutung bekommen. Umso wichtiger ist es, nachhaltig zu denken und zu handeln mit dem Ziel, zukünftigen Generationen ein möglichst intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches System zu übergeben. Unternehmen Die Paul Bauder AG in Küssnacht ist führender Hersteller von Dachsystemen in Europa und seit über 150 Jahren inhabergeführt. Aus einer Hand bietet Bauder umfassende Beratung sowie alle Materialien zum Dichten, Dämmen, Begrünen und Energie Gewinnen und gibt somit Planern, Bauherren und Verarbeitern die Sicherheit, die beste Entscheidung fürs Dach zu treffen. Über 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sorgen in 14 europäischen Ländern für ständige Kundennähe.

Paul Bauder AG Alte Zugerstrasse 16 6403 Küssnacht a. Rigi T. +41 41 854 15 60 info@bauder.ag www.bauder.ag

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Gebäudehülle & Innenausbau

JELD-WEN TÜREN: WOHNGESUND, NACHHALTIG, AUS DER SCHWEIZ Mit gutem Gewissen bauen und wohnen: Der JELD-WEN Konzern geht bei Wohngesundheit und nachhaltigem Wirtschaften keine Kompromisse ein.

Holz – der (Werk-)Stoff, aus dem Wohnträume sind

Natürlich, nachwachsend, ökologisch: Kaum ein anderer Werkstoff vermittelt so sehr das Gefühl heimeliger Geborgenheit wie Holz. Umso wichtiger ist der verantwortungsbewusste Umgang mit dem wertvollen Rohstoff. Für den JELDWEN Konzern nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern eine Herzenssache: Der Türenhersteller folgt freiwillig strengeren Richtlinien, als in der Schweiz eigentlich vorgeschrieben sind. «Wir halten uns an die EU-Holzverordnung European Timber Regulation (EUTR Nr. 995/2010)», bekräftigt CEO Jürgen GroKostbarer Rohstoff: Nachhaltiges, umweltbewusstes Wirtschaften – keine Kompromisse bei Qualität und Wohngesundheit!

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bauer. «Wir gehen auch in puncto Umweltverantwortung keine Kompromisse ein.» Nachhaltigkeit: mehr als nur ein Schlagwort

Mit den selbst auferlegten Richtlinien hat sich JELD-WEN auch einem einzigartigen Öko-Nachhaltigkeits-Konzept verpflichtet. Holzwerkstoffe werden ausschliesslich aus nachhaltiger, sozialer Waldbewirtschaftung eingekauft: Das Holz stammt aus Waldgebieten, in denen nicht mehr Bäume geschlagen werden, als nachwachsen können. Bei der Verarbeitung werden emissionsgeprüfte Produkte verwendet und auch bei Produktion und Logistik achtet man penibel auf beste Umweltfreundlichkeit. «Mit ganz-

heitlich nachhaltigem Wirtschaften kann man der systematischen Zerstörung unserer Lebensgrundlagen entgegenwirken», ist Thomas Staub, Marketing, überzeugt. «Mit unseren Türen haben unsere Kunden die Möglichkeit, auch selbst einen Beitrag dazu zu leisten. Ganz abgesehen davon, dass man sich mit JELD-WEN Türen auch für wohngesunde Türen und für ein Leben im Einklang mit der Natur entscheidet.» Es gibt nichts Wertvolleres

Unsere Gesundheit, die Gesundheit der Kinder: unser höchstes Gut. Daher sollte man gerade dort, wo man sich am sichersten fühlt, auch sicher sein – im eigenen Zuhause! Rund zwei Drittel unserer Zeit verbringen wir in geschlossenen Räumen


Gebäudehülle & Innenausbau

FACTS JELD-WEN Schweiz Werte leben. Werte schaffen. Was vor mehr als 100 Jahren mit bodenständiger, solider Handwerkskunst in einer Holzwarenfabrik in Klingnau und Echte Schweizer Wertarbeit: Das JELDWEN Türenprogramm lässt keine Wünsche offen!

einer Schreinerei in Bremgarten begann, hat sich mit den Jahren und nach der Zusammenführung der beiden Unternehmen zu einer führenden Schweizer Marke etabliert. 2005 brachte die Integration in den internationalen JELD-WEN Konzern die Bündelung aller Türenaktivitäten in der

vorgeschriebenen Grenzwerten», erläutert Jürgen Grobauer.

Schweiz und einen profitablen Know-howTransfer innerhalb der Gruppe. Ein weiteres Plus ist die Sortimentsergänzung mit

Türen von JELD-WEN erfüllen die EU-Holzverordnung und sind PEFC- und FSCzertifiziert.

– das ist unfassbar viel Zeit. Umso wichtiger ist die Wohnqualität – allzu oft atmen wir eine durch Schadstoffe belastete Raumluft ein. Besonders tückisch: flüchtige organische Verbindungen wie Lösemittel und Formaldehyd, die in Farben, Lacken oder Klebern enthalten sind und oft unbemerkt in unsere Wohnräume und somit in unsere Lungen geraten. Speziell Kinder reagieren aufgrund ihres noch in der Entwicklung befindlichen Immunsystems empfindlich auf etwaige, die Raumluft belastende Schadstoffe.

«JELD-WEN geht bei Qualität und Wohngesundheit keine Kompromisse ein.» JELD-WEN ist europaweit der einzige Türenhersteller, der sich nach den strengen Qualitätskriterien des Sentinel-Haus Institutes (SHI) überprüfen liess. Was bedeutet das konkret? «Unsere Produkte sind emissionsgeprüft und liegen bei allen Schadstoffen, die die Raumluft belasten könnten, weit unter den gesetzlich

Türen für

attraktiven Produkten, die in der Schweiz

höchste (Umwelt-)Ansprüche

nicht produziert werden. Die massge-

Der hohe Umweltverträglichkeitsanspruch wird bei JELD-WEN im gesamten Sortiment nachvollziehbar umgesetzt. In allen Preisunterlagen finden sich Informationen über die jeweiligen Zertifizierungen des Produktes, die für den Schreiner-Partner und für den Endkunden gleichermassen wichtig sind.

schneiderte Sortiments-Ausrichtung auf

Auf. Zu. Mehr.

Das Unternehmen versteht sich als

Der zukunftsweisende Slogan der bei JELD-WEN wiedererstarkten Traditionsmarke KELLPAX, die mit einem innovativen Aussentürenprogramm neue Massstäbe setzt, gilt auch für die Einstellung zu Mensch & Umwelt vor Ort: Das Unternehmen hat sich zur freiwilligen Teilnahme am Programm der EnAW (Energie-Agentur der Wirtschaft) entschieden und setzt gezielte Massnahmen zur aktiven Reduktion der CO2-Emissionen und zur Optimierung der Energie-Effizienz um – JELD-WEN leistet somit einen wichtigen Beitrag zur gesamtschweizerischen Optimierung von Klimaschutz und Energie-Effizienz.

der verlässliche Türenpartner für den

Wenn Sie bei Wohngesundheit keine Kompromisse eingehen möchten, im Einklang mit der Natur wohnen und bei Ihren Türen auf echte Handwerkstradition und Schweizer Wertarbeit setzen wollen, sind Sie bei JELD-WEN an der richtigen Adresse. E

die individuellen Schweizer Marktbedürfnisse funktioniert mit dem starken Background des Mutterkonzerns perfekt. Nach der Maxime «Alles aus einer Hand» bietet JELD-WEN als Komplettanbieter auch Ergänzungsprodukte wie Stahlzargen und Drücker.

Schreiner- und Türenfachhandel, der die Auswahl so gross und die Abwicklung so einfach wie möglich gestaltet. Als sichtbares Bekenntnis zu den Schweizer Wurzeln wird am Standort Bremgarten derzeit kräftig ausgebaut. Verwaltungsgebäude, Lager- und Logistikhallen, Produktion: Es herrscht Aufbruchstimmung bei JELD-WEN Schweiz!

JELD-WEN Schweiz AG Luzernerstrasse 48 5620 Bremgarten tueren@jeld-wen.biz www.jeld-wen.ch Permanente JELD-WEN Türenaustellungen: in der Bauarena Volketswil und im stilhaus Rothrist

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Gebäudehülle & Innenausbau

GESUNDES HAUS GESUNDE BEWOHNER Über 90 Prozent unserer Zeit verbringen wir in praktisch luftdichten Innenräumen. Bewohner, Möbel, Bauteile und eventuell feuchte, schimmelpilzbefallene Stellen sondern gesundheitsschädigende Bestandteile in die Raumluft ab. In geheizten Räumen atmen wir oft zu warme und zu trockene Luft. Ein Teil der Heizenergie verpufft durch schlecht isolierte Gebäudehüllen. Von Lukas Huggenberg, d-tales.xyz

Um unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erhalten, müssen wir für gesunde Luft sorgen! Ein gesundes Haus ist aus Materialien gebaut, die eine gut isolierte Gebäudehülle ergeben, die keine giftigen Gase ausdünstet und deren Herstellung und Entsorgung möglichst wenig Energie verbraucht. Energieeffiziente, intelligente Systeme heizen und belüften das Haus bedarfsgerecht. Die Systeme werden regelmässig gewartet und ihre Lebensdauer und die Erneuerbarkeit sind ökonomisch sinnvoll planbar. In einem solchen Haus fühlen sich Bewohner und Berufstätige sicher und wohl.

Heizen

Gebäudetechnik

Wahrnehmen und entscheiden

Bei uns Menschen sorgen Organe wie Nase, Lunge, Herz, Augen und Gehirn dafür, dass der Organismus funktioniert und sich ein Wohlbefinden im Körper einstellt. Damit wir in einem Haus komfortabel leben können, benötigt dieses vergleichbare «Organe». Es sind dies Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen mit der dazugehörigen Steuerung, zusammengefasst unter dem Begriff Gebäudetechnik. Die Steuerung dieser Anlagen wird als Gebäudeautomation bezeichnet, wenn eine Automationsstation über ein Netzwerk mit Sensoren, Antrieben und mit Anzeige- und Auswertungsgeräten verbunden ist. Je komfortabler wir es haben wollen, desto ausgeklügelter muss die Gebäudetechnik sein. Desto grösser ist aber auch ihr Beitrag zur Energieeffizienz.

Pullover ausziehen? Windjacke überstreifen? Ins kühle Nass springen? Oder auf dem Balkon frische Luft tanken? Bei solchen Entscheidungen sind unsere Sinnesorgane Haut, Augen, Nase und Ohren behilflich: Sensoren, die via Nervensystem dem Gehirn die Informationen über den Zustand des Körpers liefern. Das Gehirn vergleicht diese Daten mit unseren Bedürfnissen und steuert die Aktionen des Körpers.

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Unser Verdauungssystem wandelt die zugeführte Nahrung grösstenteils in Energie um, viel davon über innere Organe und Bewegung in Wärme, damit wir unsere 36 °C Betriebstemperatur halten können. Um im Haus Wärme zu erzeugen, setzen wir ein Heizsystem ein: Von aussen zugeführte Energieträger (z. B. Erdwärme, Heizöl, Erdgas) werden im Wärmeerzeuger in Wärme umgewandelt. Das so aufgeheizte Wasser zirkuliert in Rohrleitungen durch die Räume. Ventile und Antriebe steuern den Durchfluss und somit die Temperatur.

Steuern und automatisieren

Je nach gewünschtem Komfort können in einem Gebäude ebenfalls Sensoren eingebaut werden, die CO2 (Luftqualität), Temperatur, Feuchte, Helligkeit und unsere Anwesenheit in einem Raum messen. Mit Raumreglern können Hausbewohner Temperatur und Luftmenge nach den ei-

genen Bedürfnissen einstellen. Analog dem menschlichen Gehirn ist eine Automationsstation mit Reglern und Sensoren in einem Netzwerk verbunden und vergleicht die Informationen von Ist- und Soll-Zustand des Klimas in den verschiedenen Räumen. Sie gibt den Antrieben den Befehl, Klappen und Ventile zu öffnen, zu schliessen oder in eine Zwischenstellung zu bringen, und garantiert so das gewünschte Raumklima. Sparen

Beim menschlichen Organismus sind alle Funktionen optimal aufeinander abgestimmt. Im Ruhezustand und beim Schlafen reguliert unser Nervensystem die lebenswichtigen Funktionen und reduziert den Energieverbrauch. Somit nutzt unser Körper die ihm zugeführte Energie effizient. Im Wachzustand bestimmen wir selbst die Effektivität und Effizienz unseres Körpers. Je nach Leistung und äusseren Bedingungen verbrauchen wir mehr oder weniger Energie. Die Energiezufuhr können wir wiederum bewusst steuern durch die Art unserer Ernährung. Mittels intelligenter Gebäudeautomation können wir mindestens 20 Prozent Energie einsparen und damit sogar die Sparziele 2020 der EU erreichen. Indem wir messen und regeln, vergrössern wir nicht nur unser Wissen, sondern auch unser Wohlbefinden. E


Gebäudehülle & Innenausbau

Sonnenenergie

LEBENSZYKLUSKOSTEN VON GEBÄUDEN SIND ENTSCHEIDEND

Frischluft

Fachtagung «Investoren – Chancen

Abluft

nutzen!» am 1. September 2016 in der

Steuerung

Lüftung

Umweltarena Spreitenbach Wer gut plant und richtig baut und betreibt, gewinnt mehrfach. Bauherren, Genossenschaften und Investoren erhalten den Wert Ihrer Immobilie, wenn Know-how systematisch genutzt und kompetent umgesetzt wird.

Radon Wärmepumpe mit Erdsonde

Präsenz-/CO²-Sensor; sorgt dafür, dass nur so viel wie nötig gelüftet wird

Zuluft und Abluft mit Volumenstromregler für energieeffiziente Luftversorgung

Temperatursensor zur Einhaltung der gewünschten Raumtemperatur

Ventil mit Antrieb zur Steuerung der Raumtemperatur

Storen zur Regulierung der Raumerwärmung durch das Sonnenlicht

Luftklappe mit Antrieb; im geschlossenen Zustand ist das Haus dicht

Illustration: Arnold.KircherBurkhardt/Madalina Brebeanu

Die systematische Lebenszyklusbetrachtung richtet den Blick auf • die Betriebskosten • die Energie und Ökologie • das Ertragspotenzial und zufriedene Kunden. Jährliche Tagungen zeigen Lösungsmöglichkeiten auf und unterstützen Entscheider beim optimierten Mitteleinsatz. Die Teilnehmer schaffen einen Mehrwert in ihren Immobilien – durch den massgeschneiderten Einsatz von moderner Gebäudetechnik. Die Tagung 2016 in der Umweltarena Spreitenbach steht unter dem Motto «Investoren – Chancen nutzen!». Die Referenten sind Spezialisten aus Forschung, Finanzwesen, Immobilienwirt-

Controller zur Einstellung des gewünschten Raumkomforts und Überprüfung des Ist-Soll-Zustands

schaft und Politik. Erfahren Sie von ihnen • wie sich eine Energieschleuder in einen Plusenergiebau verwandelte • wieso in die Lebenszyklusbetrachtung auch die Graue Energie und die Mobilitätsenergie einbezogen werden sollten • womit die Erfüllung der energetischen Anforderungen künftig auch im Betrieb nachgewiesen werden soll • wie die Stadt Zürich mit sogenannten Erneuerungsclustern Ansätze zur Auflösung des Sanierungsstaus entwickelt. Programm und Anmeldeformular finden Sie unter www.lifecycle-gebaeude.ch. Kontakt: info@lifecycle-gebaeude.ch, Tel. 052 632 63 30

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Gebäudehülle & Innenausbau

DREAM-TEAM FÜR DEN ÖKOLOGISCHEN HAUSBAU Wind- und wasserdichtes StyleBoard ergänzt den Klassiker LivingBoard

Künftigen Generationen eine lebenswerte und intakte Umwelt zu hinterlassen – das liegt auch immer mehr Bauherren am Herzen. Sie legen Wert auf Nachhaltigkeit, eine ökologische Bauweise und wohngesunde, emissionsarme Produkte. Für sie baut der Holzwerkstoffhersteller Pfleiderer sein Sortiment stetig aus. Zuletzt mit StyleBoard MDF.RWH, einer mitteldichten Faserplatte, die dank eines eigens entwickelten Nut- und Federprofils jeder Witterung trotzt.

den Holzbau nun die optimale Kombination aus zwei Holzwerkstoffen, die beide besonders ökologisch und emissionsarm sind», erklärt Claus Seemann, der bei Pfleiderer für das Produktmanagement der Trägerwerkstoffe zuständig ist: «Sie müssen beim Hausbau nicht länger auf eine weniger nachhaltige Lösung ausweichen, wenn sie einen diffusionsoffenen Werkstoff benötigen – beispielsweise als zweite wasserführende Ebene für das Dach.»

«In Verbindung mit LivingBoard, unserem formaldehydfrei verleimten Klassiker für tragende Anwendungen im Feuchtbereich, bieten wir unseren Kunden für

Formaldehydfrei verleimt

StyleBoard MDF.RWH, die mitteldichte Faserplatte, die dank eines eigens entwickelten Nut- und Federprofils jeder Witterung trotzt.

und seit Jahrzehnten bewährt

Während sich StyleBoard MDF.RWH gerade unter umweltbewussten Verar-

beitern herumspricht, setzt LivingBoard schon seit Jahrzehnten Massstäbe im ökologischen Hausbau: «Viele sehen in LivingBoard die bessere Alternative zu OSB», erklärt Seemann. Schliesslich könne man diesen Werkstoff – dank seiner formaldehydfreien Verleimung und des speziellen Holzmixes – auch dort einsetzen, wo erhöhte Ansprüche an die Raumluftqualität und damit niedrige VOC-Werte gefordert sind. Doch das sei längst nicht der einzige Vorteil von LivingBoard, so Seemann. Mit ihren isotropen Festigkeitseigenschaften in alle Richtungen ist diese homogene Holzwerkstoffplatte ausserdem


Gebäudehülle & Innenausbau

absolut anwendungssicher und optimal im Verschnitt. Ausserdem weist sie eine geringere Dickenquellung auf. Und das wiederum verleiht LivingBoard – in Verbindung mit der optimierten Span-Geometrie und einer höheren und gleichmässigen Rohdichte – eine deutlich bessere Luftschalldämmung und eine niedrigere Abbrand-Rate als Standard-OSB. «Blauer Engel» und «GreenBuilding» bestätigen Nachhaltigkeit

Vor diesem Hintergrund ist LivingBoard auch mit dem «Blauen Engel» ausgezeichnet worden. Dieses begehrte Umweltsiegel steht seit 38 Jahren für qualitativ hochwertige Produkte, die besonders emissionsarm und umweltfreundlich sind. Aus harzarmen Hölzern und ohne Recyclingmaterial hergestellt ist LivingBoard zudem als GreenBuilding-Produkt anerkannt und erfüllt als einzige Holzwerkstoffplatte im Standardprogramm auch beschichtet als DecoBoard Living die Anforderungen an die LEED-Zertifizierung. Schliesslich verlangt die LEED-Zertifizierung für GreenBuilding-Projekte, dass dekorative Holzwerkstoffe ohne Harnstoff-Formaldehydharz verleimt sein müssen. Damit kann der PMDI-verleimte Klassiker des ökologischen Bauens auch höchsten Ansprüchen an die Qualität des Raumkli-

mas im Innenausbau gerecht werden. Auf Wunsch gibt es LivingBoard auch in unterschiedlicher Qualität und mit PEFC™- oder FSC®-Label (license code: FSC-C011773). Holz ausschliesslich aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Für die genannten Zertifikate ist auch entscheidend, dass das verwendete Holz

aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt – «für Pfleiderer eine Selbstverständlichkeit», erklärt Seemann. «Schliesslich sind alle unsere Standorte zur Holzwerkstoffproduktion entsprechend zertifiziert. Die deutschen Werke tragen das PEFC™und/oder das FSC® license code: FSCCO011773-Label.» Darüber hinaus sind die meisten Pfleiderer-Standorte mit der internationalen Umweltmanagement-Norm ISO 14001 ausgezeichnet, welche weltweit anerkannte Anforderungen an ein Umweltmanagement-System festlegt. Zudem verfügt der Holzwerkstoffhersteller über ein besonders effizientes Energiemanagementsystem: Das entsprechende Zertifizierungsverfahren nach DIN EN ISO 50001 haben bereits alle Werke in Deutschland erfolgreich durchlaufen.

FACTS Pfleiderer Holzwerkstoffe GmbH Pfleiderer ist der Partner für PremiumHolzwerkstoffe. Das breite Sortiment umfasst Rohspan- und Faserplatten in unterschiedlichen Qualitäten und Ausführungen, Schichtstoffe, HPLElemente, Arbeitsplatten, Dekorplatten samt hochwertiger Veredelung, auch für spezielle Anwendungen wie Brandschutz oder Schiffsbau, sowie Produkte für den konstruktiven Holzbau. Gemeinsam mit seinen Kunden entwickelt Pfleiderer massgeschneiderte Lösungen für jedes Projekt. Ein individuelles Service-Angebot stellt sicher, dass alle Partner – Industrie, Handel, Handwerk, Planer und Architekten – von der Verbindung profitieren.

Holzprodukte tragen effektiv zum Klimaschutz bei

«Doch abgesehen davon, wie ressourcenschonend und nachhaltig sie produziert werden», merkt Seemann an: «Holzwerkstoffe werden häufig unterschätzt, was ihren Beitrag zum Klimaschutz betrifft.» Schliesslich bleibt das von den Bäumen aus der Atmosphäre gespeicherte Kohlendioxid auch nach der Verarbeitung im Holz gebunden und bereits verarbeitetes Holz kann recycelt werden. Das ergibt einen geschlossenen CO2-Kreislauf, der Klima und Umwelt schützt. «Holzwerkstoffe verhindern nämlich, dass das gespeicherte CO2 freigesetzt wird – und das über ihre gesamte Nutzungsdauer hinweg», bestätigt Seemann und fügt hinzu: «Der Kunde muss sich deswegen absolut keine Sorgen machen. Ganz im Gegenteil: Er darf sich sogar sicher fühlen, dass er mit seinen Holzwerkstoffen einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz leistet.» E

Nähere Infos dazu, wie Holzprodukte konkret dazu beitragen, den Ausstoss von Kohlendioxid zu vermeiden, liefert HolzProKlima, eine Initiative des Verbands der Deutschen Holzwerkstoffindustrie: www.holzproklima.de

Pfleiderer Suisse AG Neue Jonastrasse 60 8640 Rapperswil T. +41 44 307 55 55 F. +41 44 307 55 66 rapperswil@pfleiderer.com www.pfleiderer.com

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Gebäudehülle & Innenausbau

NACHHALTIGE PRODUKTE FÜR NACHHALTIGES BAUEN Geberit steht seit Langem für ein hohes Umweltbewusstsein und hat sich zu einer umweltfreundlichen und ressourceneffizienten Produktion sowie der Entwicklung von wassersparenden und nachhaltigen Produkten verpflichtet. Umweltkriterien sind bei Geberit in allen Entscheidungsprozessen berücksichtigt. Zudem werden die Prozesse laufend insofern optimiert, dass ein nachweislich hoher Standard erreicht wird, der häufig weit über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Geberit setzt konsequent auf Ecodesign

Geberit betrachtet Ecodesign als Schlüssel zu umweltfreundlichen Produkten. Umweltfreundliche Materialien und Funktionsprinzipien, minimierte Risiken, eine hohe Ressourceneffizienz im Produktionsprozess sowie für das Produkt selbst stehen dabei im Zentrum der Anstrengungen. Mitarbeitende aus verschiedenen Disziplinen nehmen an Ecodesign-Workshops teil, um jedes neue Produkt in Bezug auf die Umweltaspekte besser zu machen als das Vorgängerprodukt. Wer verantwortungsvoll baut, baut nachhaltig

Weltweit bestimmen immer mehr Normen, Standards und Labels den Baube-

Geberit AquaClean Mera Trotz mehr Komfort weniger Energie- und Wasserverbrauch. Dusch-WCKomplettanlagen von Geberit schneiden bezüglich Ökobilanz positiv ab.

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Gebäudehülle & Innenausbau

reich beim Thema Nachhaltigkeit. Die stark wachsende Anzahl von Green-Building-Referenzprojekten mit Geberit Produkten bezeugen die hohe Bedeutung des Themas. Projektentwickler, Eigentümer und Mieter wünschen sich Systemanbieter mit ganzheitlichem Knowhow zu nachhaltigem Bauen, das gezielt zur Erfüllung der jeweilig angestrebten Standards beitragen kann. Sanitärlösungen mit niedrigem Energie- und Wasserverbrauch

Geberit verfügt über eine umfassende Palette von Produkten, sowohl vor als auch hinter der Wand, die als nachhaltige Sanitärlösungen gelten und mit niedrigem Energie- und Wasserverbrauch sowie mit ökologisch verträglichen Materialien zu mehr Lebensqualität beitragen. Beispielsweise das neue Urinalsystem von Geberit: Es verfügt über ein wassersparendes Gesamtkonzept. Der Sprühkopf ist exakt auf die ausgeklügelte Innengeometrie der Keramik abgestimmt. So wird bereits mit weniger als 0,5 Litern Wasser eine optimale Ausspülung erzielt. Bei der Variante mit der autarken Stromversorgung wird der benötigte Strom von einem

Generator durch das fliessende Wasser der Spülung selbst erzeugt. Das Geberit Urinalsystem trägt das WassereffizienzLabel «WELL». Dieses Label tragen neun Geberit Produktgruppen – insgesamt über 500 Verkaufsartikel.

FACTS Die weltweit tätige Geberit Gruppe ist europäischer Marktführer für Sanitärprodukte. Als integrierter Konzern verfügt Geberit in den meisten Ländern Europas

Auch das erstmals an der ISH 2015 in Frankfurt vorgestellte Dusch-WC Geberit AquaClean Mera überzeugt: Die Komplettanlage der obersten Komfortklasse mit patentierter WhirlSprayDuschtechnologie ermöglicht eine besonders gründliche und schonende Reinigung mit praktisch halbiertem Wasserverbrauch. Im Stand-by-Modus verbraucht das Geberit AquaClean Mera fast keinen Strom. Eine hybride Warmwassertechnologie mit Durchlauferhitzer und Boiler erwärmt das Duschwasser nur bei Bedarf. Die Geruchsabsaugung arbeitet neu mit einem katalytisch wirkenden Filter mit langer Lebensdauer, sodass dieser weniger oft ausgewechselt werden muss. Die Entwicklung dieses Dusch-WCs steht beispielhaft dafür, wie dank intensiver Forschungsarbeit ein Produkt in langlebiger, ökologischer und holistischer Hinsicht noch besser wurde.

über eine sehr starke lokale Präsenz und kann dadurch sowohl auf dem Gebiet der Sanitärtechnik als auch im Bereich der Badezimmerkeramiken einzigartige Mehrwerte bieten. Die Fertigungskapazitäten umfassen 35 Produktionswerke, davon 6 in Übersee. Der Konzernhauptsitz befindet sich in Rapperswil-Jona in der Schweiz. Mit mehr als 12 000 Mitarbeitenden in über 40 Ländern erzielte Geberit 2015 einen Nettoumsatz von CHF 2,6 Milliarden. Die Geberit Aktien sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Seit 2012 sind die Geberit Titel Bestandteil des SMI (Swiss Market Index).

Teilnahme an wichtigen Forschungsprojekten

Geberit ist Industriepartner der Forschungsplattform NEST. In diesem Innovationsgebäude der Empa und Eawag werden neue Technologien, Materialien und Systeme unter realen Bedingungen erforscht, getestet und weiterentwickelt. Die enge Kooperation mit Partnern aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand führt dazu, dass innovative Bauund Energietechnologien schneller auf den Markt kommen.

Wassersparendes Gesamtkonzept Der Sprühkopf ist exakt auf die Innengeometrie der Keramik abgestimmt. Das ausgeklügelte System ermöglicht maximale Effizienz bei minimalem Ressourceneinsatz. Und dies ohne Kompromisse bei der Hygiene.

Ebenfalls vertreten ist Geberit im weltweit ersten energieautarken Mehrfamilienhaus, das ohne externen Anschluss für Strom, Öl und Erdgas auskommt. Dieses Leuchtturmprojekt, das die Umwelt Arena Spreitenbach zusammen mit mehreren Ausstellungspartnern realisiert hat, zeigt, dass die Umsetzung der Energiestrategie 2050 bereits heute möglich ist. E

«Nachhaltigkeit wird bei Geberit seit über 20 Jahren messbar gelebt. Ich setze mich mit ganzer Kraft dafür ein, dass wir unsere Vorreiterrolle weiter ausbauen.» Christian Buhl, CEO, Geberit

Geberit Vertriebs AG Schachenstrasse 77 8645 Jona www.geberit.ch/nachhaltigkeit

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Gebäudehülle & Innenausbau

AUSBLICK MIT ENERGIEEFFIZIENZ swisswindows setzt bei seinen Fenstern auf individuelle Beratung, Schweizer Topqualität und konkurrenzfähige Preise – im Einklang mit der Natur. Der Schweizer Fensterhersteller swisswindows produzierte bereits Minergie-Fenster, als noch kaum jemand von diesen Standards sprach. Heute bietet swisswindows ausnahmslos Fenster mit Minergie- oder sogar Minergie-P-Standard. Zudem entsprechen die Fenster in der Standardausführung der Energieeffizienzklasse A, was die Energieetikette für Fenster belegt. Weshalb nachhaltiges Bauen zukunftsweisend ist, erklärt Adrian Schlumpf, Leiter Technik und Mitglied der Geschäftsleitung von swisswindows: Wie setzt sich swisswindows für nachhaltiges Bauen ein?

Schlumpf: «Unsere Fenster entsprechen energetisch bereits heute den Zielen der Energiestrategie des Bundes von 2050. Doch nicht nur bei den Produkten wird

auf Nachhaltigkeit geachtet: An den Produktionsstandorten werden die Büround Werksgebäude durch die Abwärme der Produktionsanlagen sowie die anfallenden Holzspäne geheizt.»

Partnern gereinigt und aufbereitet. Bei den Kunststoff-Fenstern beinhalten die Fensterprofile bis zu 90 Prozent Recycling-Material. Das Ausdämmen zwischen Fenstern und Wand wird mittels Stopfwolle von Schafen vorgenommen.»

Inwiefern entspricht das Baumaterial dem nachhaltigen Aspekt?

Bei welchen Objekten

«Die Hauptfenstermaterialien werden gemäss der swisswindows Nachhaltigkeitskommission entwickelt, beschafft und in der Schweiz verarbeitet. So besteht das FSC-zertifizierte Fensterholz zu 100 Prozent aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern. Die Farbbehandlung der Holzprofile erfolgt auf Grundlage von umweltfreundlichem Wasserlack auf Acrylbasis. In der Lackierstrasse wird der überschüssige Lack aufgefangen, gesondert gelagert und von spezialisierten

steht Nachhaltigkeit im Fokus?

«Das ist sowohl bei Neubauten als auch bei Sanierungen der Fall. Beispielsweise beim Neubau des ersten energieautarken Mehrfamilienhauses in Brütten kam das reine Holzfenster madera zum Einsatz. Dabei handelt es sich um das unschlagbare ökologische Produkt schlechthin. Das Rahmenmaterial besteht aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Geometrie und die Konstruktion wurden von den swisswindows-F+E-Ingenieuren so gewählt,

Das historische Gebäude Zähringerhof in Rheinfelden weist nach der Renovation eine verbesserte Energiebilanz auf.

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Gebäudehülle & Innenausbau

FACTS dass bereits die Standardausführung den Minergieanforderungen entspricht. Bei einer Sanierung, wie beispielsweise beim Zähringerhof in Rheinfelden mit Baujahr 1900, spielt die Energieeffizienz ebenfalls eine tragende Rolle. Das historische Gebäude weist nach der Renovation eine verbesserte Energiebilanz auf und ist damit nicht nur für die nächsten Jahre gerüstet, sondern hat auch eine Wertsteigerung erfahren.» swisswindows entwickelt und produziert sämtliche Fenster, Schiebetüren und Haustüren in

«Die Schweizer Standorte von swisswindows machen ökonomisch und ökologisch Sinn.» Adrian Schlumpf, Leiter Technik und Mitglied der Geschäftsleitung von swisswindows

der Schweiz. Weshalb?

«Es macht ökologisch Sinn, weil die Produkte nicht durch halb Europa transportiert werden müssen, um zum Kunden zu gelangen. Durch regionale Partner, welche die Materialien an die Standorte in Mörschwil SG und Müllheim TG liefern, ist der Energieaufwand durch Transporte minimiert. Zudem sind die Baustellen teilweise nur wenige Kilometer von den Produktionswerken entfernt. Das verhindert, dass die Fenster 2000 km von Osteuropa in die Schweiz gefahren werden und ihre Energiebilanz somit wieder geschmälert wird. Die Präsenz vor Ort ermöglicht uns ausserdem, schnell und professionell zu reagieren und somit optimal auf den Bauablauf eingehen zu

In Brütten steht das erste energieautarke Mehrfamilienhaus der Welt. Das verwendete Holzfenster madera von swisswindows weist einen tiefen Dämmwert von 0.6 W/m2K und einen hohen g-Wert bzw. Gesamtenergiedurchlassgrad von 62 Prozent auf.

können. Unumgänglich ist dabei auch die Kenntnis über regionale Besonderheiten und Gesetzgebungen. Wir verstehen unsere Kunden und ihre Bedürfnisse, da wir die Nähe zu ihnen täglich leben und individuell auf ihre Bedürfnisse eingehen können. Zudem macht es ökonomisch Sinn, weil der Grossteil des erzielten Umsatzes wieder zurück in den einheimischen Markt fliesst. Als Schweizer Unternehmen tragen wir zum Erhalt einer gesunden Schweizer Wirtschaft bei. Es braucht ein aktives Fenstergewerbe in der Schweiz und es muss im Interesse aller sein, dass der Produktionsstandort Schweiz interessante handwerkliche Tätigkeiten anbietet.» E

Zeitgenössische Fenster bringen nicht nur mehr Licht in den Wohnraum, sondern führen langfristig auch zu einem niedrigeren Energieverbrauch.

swisswindows ist ein erfahrener Schweizer Entwickler und Hersteller von hochwertigen Fenster- und Türsystemen für Renovation und Neubau. Durch die Grösse des Unternehmens und die Schweizer Standorte steht jederzeit ein Ansprechpartner zur Verfügung, der bei den Aufträgen individuell berät und begleitet. In engem Kontakt mit den Kunden erarbeitet das Unternehmen innovative Lösungen, die auf modernsten Anlagen produziert werden. Durch die drei Schweizer Produktionswerke sind flexible Terminierungen und auch Projekte mit grossen Kapazitätsansprüchen möglich. Die Nähe zum Bauherrn wird noch gesteigert, indem die Qualitätsprodukte durch regionale Fachpartner vertrieben werden. Denn diese kennen sich mit der jeweiligen Region und den lokalen Gegebenheiten bestens aus. Fenster, Schiebetüren und Haustüren swisswindows bietet perfekte, ausgereifte Schweizer Qualitätsprodukte in den Werkstoffen Holz oder Kunststoff. Bei beiden Werkstoffen bietet sich gegen die Wetterseite die Option einer Kombination mit Aluminium, was eine freie Farbwahl ermöglicht und beim Holzfenster die Witterungsbeständigkeit zusätzlich optimiert. Zur Auswahl stehen zertifizierte und massgeschneiderte Systeme, die seit über 30 Jahren im eigenen Labor geprüft werden. Von den kompetenten Fachkräften der eigenen Bauphysik-Abteilung werden die langlebigen Produkte an jede Herausforderung angepasst.

swisswindows AG Haltelhusstrasse 14 9402 Mörschwil T. +41 71 868 68 68 F. +41 71 868 68 70 info@swisswindows.ch www.swisswindows.ch

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Gebäudehülle & Innenausbau

INNOVATIONSPREIS «ENERGIE GENIE» FÜR HF 410 Neue Holz/Alu-Technologie überzeugt

Für das neue Holz/Aluminium-Fenster HF 410 wurde Internorm, Europas führende Fenstermarke, vergangenen Freitag auf der Energiesparmesse Wels mit dem Innovationspreis «EnergieGenie 2016» ausgezeichnet. Innen Holz, aussen Aluminium und dazwischen die neue, einzigartige «I-tec Core»-Technologie: Diese clevere Kombination ermöglicht grössere Dimensionierungen, konstant hohe Wärmedämmung unabhängig von der Holzart und ein unschlagbares PreisLeistungs-Verhältnis. Innovationspreis

«Es freut uns sehr, dass unser neues, sensationelles Holz/Aluminium-Fenster diese besondere Auszeichnung erhalten

hat», so Internorm-Miteigentümer Christian Klinger. Bereits 2012 konnte sich Europas führende Fenstermarke über den begehrten «EnergieGenie»-Award für die «I-tec»-Technologie freuen. Vier Jahre später bekommt nun eine weitere Innovation von Internorm diesen prestigeträchtigen Preis. Vizekanzler und Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Reinhold Mitterlehner und Bundesminister Andrä Rupprechter überreichten auf der Energiesparmesse Wels diesen Award persönlich. «Es ist selbstverständlich etwas ganz Spezielles, diese Auszeichnung für unser brandneues Holz/Alu-Fenster zu erhalten», sagt Internorm-Österreich- Geschäftsführer Johann Brandstetter über diese beson-

dere Ehre. HBM Andrä Rupprechter überzeugte sich später noch persönlich vom neuen Holz/Alu-Gewinnerfenster am Internorm-Messestand. Minister Rupprechter hat das Amt des Bundesministers für Land-, Forst-, Umwelt und Wasserwirtschaft inne. Neues Holz/Alu-Fenster HF 410

Mit dem neuen Holz/Aluminium-Fenster HF 410 kommt ein Stück Natur ins Zuhause. Seine warme Holzoberfläche aus hochwertiger Eiche, Esche oder Lärche sorgt für ein angenehmes Wohnklima. Das Besondere dabei: Das Holz ist in vielen Variationen und Farben wählbar. Das neue Fenster ist aber nicht nur besonders schön, sondern auch besonders sta-


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FACTS Europas Fenstermarke Nr. 1 Internorm ist die grösste international tätige Fenstermarke Europas und Arbeitgeber für 1800 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalent). Mehr als 22,5 Millionen Fenstereinheiten und Türen – zu 100 Prozent «Made in Innen edles Holz in vielen Variationen und Farben, aussen eine hochwetterfeste Aluminium-Schale für höchste Beständigkeit und dazwischen ein stabiler Holzkern in «I-tec Core»-Technologie: Das HF 410 von Internorm ist der Star unter den Holz/ Aluminium-Fenstern

Austria» – haben die drei Produktionswerke Traun, Sarleinsbach und Lannach bisher verlassen. Von der Geburtsstunde des Kunststoff-Fensters bis zu den heutigen Holz/Aluminium-, High-Tech- und High-Design-Innovationen: Internorm setzt europaweit Massstäbe. Gemeinsam mit

bil und beständig. Dafür sorgt die neue «I-tec Core»-Technologie: ein Kern aus verleimten, dünnen Holzschichten. Das so verarbeitete Holz erreicht eine höhere Tragfähigkeit, ist feuchtigkeitsresistenter und bleibt formstabil. Aluminiumschale aussen: hoch wetterfester Schutz in allen Farben und Designstilen

Die Natürlichkeit des Werkstoffes Holz im Innenraum wird beim HF 410 ergänzt durch die Beständigkeit und Wartungsfreiheit von Aluminium im Aussenbereich. Die Aluminium-Schale des neuen Fenstersystems ist in allen Farben und sämtlichen Internorm-Designstilen erhältlich und bietet damit neben hoch

Internorm wurde für das neue Holz/Alu-Fenster HF 410 mit dem «EnergieGenie Innovationspreis» des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft ausgezeichnet. v.l.n.r.: Stephan Kubinger (Internorm-Miteigentümer), Johann Brandstetter (Geschäftsführer Internorm Österreich), Christian Neuherz (Verkaufsleitung)

wetterfestem Schutz auch vielfältige Optionen bei der Fassadengestaltung.

rund 1300 Vertriebspartnern in 22 Ländern baut das Unternehmen seine führende Marktposition in Europa weiter aus. Zur

EnergieGenie

Produktpalette gehören neben den

Der «EnergieGenie Innovationspreis» des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und des Landes Oberösterreich zeichnet neue Produkte nach den Kriterien Innovation, Energieeinsparung und Neuheitsgrad aus. Die Preisverleihung für den «EnergieGenie 2016» fand im Rahmen der offiziellen Eröffnung der Energiesparmesse Wels am 26. Februar 2016 statt. E

Fenster- und Türsystemen auch Sonnen-

I-tec Core: Im Kern des neuen Holz/AluminiumFensters HF 410 sorgen dünn verleimte Holzschichten für unerreicht hohe Festigkeit. Bilder: Internorm

und Insektenschutzsysteme.

Internorm-Fenster AG Gewerbestrasse 5 6330 Cham T. 0848 00 33 33 Info-swiss@internorm.com www.internorm.ch

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Messe für Bauen Renovieren und Wohnen

Parallelmesse

Quelle: MartyDesignHaus

8. – 11.12.2016 BERNEXPO Do–Sa 10 – 18 So 10 – 17

www.bauen-wohnen.ch


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WELTNEUHEIT OPTITIME: WASCHEN WIE IMMER, NUR SPARSAMER Seit der ersten Stunde sind die Adora Waschmaschinen Inbegriff hoher Funktionalität, Qualität und Nachhaltigkeit.

FACTS Nachhaltig haushalten: Der Umwelt und sich selbst Gutes tun In jedem zweiten Schweizer Haushalt

Von Generation zu Generation ist es den Entwicklern und Ingenieuren von V-ZUG gelungen, die Geräte mit ihrem Gespür für Trends zu perfektionieren sowie den modernen Bedürfnissen anzupassen. Die aktuellste Innovation heisst OptiTime – eine intelligente Startaufschubfunktion, die dabei hilft, noch sparsamer zu waschen. Das gewohnte Programm wird ausgewählt und mit OptiTime die gewünschte Programmendzeit eingestellt. Eine normale Startaufschubfunktion startet das Programm erst wenn nötig, damit

die Wäsche zur gewünschten Zeit fertig wird. OptiTime hingegen startet das Programm schon früher und nutzt automatisch die zur Verfügung stehende Zeit, um möglichst viel Energie und Wasser zu sparen – mit demselben Waschergebnis wie beim normalen Programm. Die intelligente Funktion ist übrigens Teil des EcoManagements von V-ZUG, einer ganzen Reihe von Funktionen, die einen dabei unterstützen, die Geräte noch ökologischer zu nutzen und sich im Haushalt verantwortungsvoll zu verhalten. E

ist mindestens ein Gerät von V-ZUG im Einsatz. Der Schweizer Marktleader trägt deshalb in Sachen Ökologie eine grosse Verantwortung – denn Elektrogeräte machen einen grossen Teil des Energieverbrauchs im Haushalt aus. Eine Verantwortung, die V-ZUG nicht nur ernst, sondern auch wahrnimmt. Nachhaltiges Denken beginnt bei V-ZUG bereits bei der Produktion auf dem Zuger Werkplatz und reicht bis in die einzelnen Haushalte, wo das EcoManagement die Nutzerinnen und Nutzer der Geräte sensibilisieren und motivieren soll, sich im Haushalt ökologisch zu verhalten. Nachhaltigkeit ist bei V-ZUG

Die intelligente Startaufschubfunktion OptiTime gibt der Waschmaschine Zeit, so ökologisch wie möglich zu waschen – eine Weltneuheit von V-ZUG

eine Haltung und seit über 100 Jahren fest im Unternehmen verankert. Verantwortung übernimmt V-ZUG dabei nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Wirtschaft und für die Gesellschaft – und zwar über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus. Als einer der grössten Arbeitgeber der Region Zug und als Schweizer Marktleader der Haushaltgerätebranche erfüllt V-ZUG die verantwortungsvolle Aufgabe, heute und in Zukunft einiges zu bewirken.

V-ZUG AG Industriestrasse 66 6301 Zug T. +41 58 767 67 67 F. +41 58 767 61 67 info@vzug.com www.vzug.com

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VERNETZTES WISSEN WIRD DIE EIGENTLICHE METAKOMPETENZ DER ZUKUNFT SEIN.


Weiterbildung

NACHHALTIGE VERDICHTUNGSPROZESSE ERFORDERN FUNDIERTES FACHWISSEN Die Schweiz steht derzeit vor der grossen Herausforderung, den existierenden Immobilienbestand in eine nachhaltige Zukunft zu transformieren. Aufgrund der beschränkten Baulandressourcen in Kombination mit einem fortwährenden Bevölkerungswachstum kommt der nachhaltigen Verdichtung des Schweizerischen Immobilienbestands eine zentrale Bedeutung zu. Räumliche wie funktionale Verdichtungsprozesse nachhaltig erfolgreich konzipieren, realisieren und moderieren zu können, ist in der Praxis eine komplexe Aufgabe, für die es fundiertes Fachwissen und das Zusammenspiel vieler Fachbereiche benötigt. Es ist somit ein Gebot der Stunde, das dazu notwendige Basiswissen zum nachhaltigen Planen, Bauen, Nutzen und Betreiben von Immobilien bis zur nachhaltigen Raumentwicklung in allen relevanten Ausbildungsgängen der schweizerischen Bildungslandschaft weiter zu verankern. Da die Zeit drängt, kommt insbesondere der Weiterbildung eine wachsende Bedeutung zu. Dort können Entscheider, Fachexperten und handelnde Akteure aller Couleur direkt auf die wichtigen Themenbereiche angesprochen, sensibilisiert und zu aktivem Handeln befähigt und motiviert werden. Bewusstsein stärken

In der Schweiz existiert bereits ein gut strukturiertes und gut ausgebautes Bildungs-, Forschungs- und Innovationssystem auf Hochschul- wie Universitäts-Ebene. Für die nahe Zukunft gilt es nun, in all diesen Bereichen das Bewusstsein für die Bedeutung der immobilienbezogenen Nachhaltigkeit weiter zu stärken.

dazu bei, den Wissenschaftsstandort Schweiz weiter zu stärken. Stand bei der Fördermittelverteilung in den letzten Jahren und Jahrzehnten vor allem die Energieeffizienz neu erstellter Gebäude im Fokus, so werden heute vermehrt auch Ausbildungsund Forschungs-Projekte mit einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz sowie der nachhaltige Betrieb und die nachhaltige Modernisierung bestehender Gebäude, Areale und Quartiere unterstützt. Dies ist auch wichtig, denn nur in einem Wirkungsgefüge von Grundlagenforschung, Anwendungserfahrung und Wissensvermittlung kann sich ein Kreislauf bilden, über den auch Innovationen mit weltweiter Impulswirkung entstehen können. Vernetzung der Themen

Neben einer Vielzahl von Weiterbildungsangeboten von verschiedenen Vereinen und Organisationen wie sanu, SIA, ecobau, KBOB etc. besteht auf Weiterbildungsebene über das EN Bau Programm auch eine thematische Kooperation von fünf Hochschulen. Das entsprechende Angebot bildet ein breites Kompetenzenspektrum, welches von Energie & Technik über Architektur bis Prozess & Management reicht. Diese Bandbreite ist auch im europäischen Vergleich einzigartig. Was nebst der Vielfalt für die Zukunft eine ebenso grosse Bedeutung spielen wird, ist die Vernetzung der Themen. Vernetztes Wissen räumlich von Areal, Gebäude bis zu den Bauprodukten wie auch zeitlich über den gesamten Life Cycle der Immobilien, als auch soziokulturell, technisch, funktional und virtuell, wird denn auch die eigentliche Metakompetenz der Zukunft sein. Diese bildet die Basis für nachhaltige Innovation und langfristige wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit. Die Schweiz hat auch in dieser Beziehung beste Voraussetzungen und die Chance, neue Massstäbe zu setzen. E

So orientiert sich auch die Förderpolitik des Bundes an den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung und trägt damit

Heinz J. Bernegger ist Geschäftsführer der Schweizer Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft – SGNI und Dozent für Life Cycle Management am Institut für Facility Management der ZHAW.

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Weiterbildung

HEBELWIRKUNG FÜR NACHHALTIGES BAUEN Einzigartig sind die vereinten Kompetenzen der Berner Fachhochschule, Architektur, Holz und Bau. Damit bildet sie Kaderleute aus, die nachhaltig bauen. Studieren – Forschen – Anwenden

Mit angewandter Forschung und Entwicklung in den Bereichen Architektur, Holz- und Bauingenieurwesen entstehen an der BFH aus neusten Erkenntnissen umsetzbare Produkte, Dienstleistungen, Technologien und Prozesse für Unternehmen, Bauherren und Gemeinden. Dieses Wissen fliesst in die Ausbildungsstudiengänge und Weiterbildungsangebote der Fachhochschule ein. Über die an der BFH ausgebildeten zukünftigen Kaderpersonen gelangt das Wissen in die Unternehmen der Planungs-, Holz- und Baubranche der Schweiz. Die Erkenntnisse zum Nachhaltigen Bauen werden somit direkt umgesetzt. Folgende Schwerpunkte setzt die BFH: Raumnutzung und städtebauliche Lebensqualität,

Gesundheit und Wohlbefinden, Schutz und Erhalt von natürlichen Lebensgrundlagen, effizienter Ressourceneinsatz und die natürliche Ressource Holz. Raumnutzung und städtebauliche Lebensqualität

Eine grosse Herausforderung in Bezug auf die Raumnutzung und die Städtebauliche Qualität ist die hohe Bewohnungsdichte in der Schweiz. Im Kompetenzbereich Dencity – Urbane Entwicklung und Mobilität werden ganzheitliche und nachhaltige Konzepte und Strategien sowie einfach einsetzbare Methodologien und Werkzeuge für attraktive Siedlungsentwicklung mit Fokus auf die innere Verdichtung von Stadt- und Agglomerationsräumen entwickelt, um Aspekte der

Sozialverträglichkeit, der Wirtschaftlichkeit und der Raumnutzung zu optimieren. Dabei stehen nicht nur neue Bauten im Fokus, sondern auch historisch wertvolle Bauwerke: Der Kompetenzbereich Bauen im Bestand vereint im Spannungsfeld der Sanierung und Nachverdichtung Tradition und Innovation für denkmalpflegerische Fragestellungen. Lösungen für Zustandserfassung, -beurteilung und die Ertüchtigung im Kontext werden mit statisch-konstruktivem, bauphysikalischem und kulturhistorischem Know-how entwickelt. Gesundheit und Wohlbefinden

Gesundheit und Wohlbefinden gewinnen in der Gesellschaft an Bedeutung. Dies hat auch Einfluss auf das Bauwesen. Im

Bild: Corinne Cuendet, Clarens/LIGNUM

Nutzung regionaler Ressourcen


Weiterbildung

Digital gesteuerte Fertigungsprozesse

FACTS Das Departement Architektur, Holz und Bau der BFH zählt im Bau- und Holzbereich zu den schweizweit führenden Hochschulen mit globaler Perspektive. Unser Bildungsangebot umfasst Bachelorund Masterstudiengänge in den Bereichen Architektur, Holz- und Bauingenieurwesen sowie verschiedene Ausbildungen an der Höheren Fachschule Holz Biel.

Bild: BFH

Wir bieten zahlreiche berufsspezifische Weiterbildungsstudiengänge und sichern mit praxisorientierten Weiterbildungsveranstaltungen den Wissens- und Techno-

Kompetenzbereich Materialemissionen und Extraktstoffe werden Materialien und Einrichtungsgegenstände charakterisiert sowie emissionsarme und geruchsneutrale Anwendungen entwickelt, um die resultierende Raumluftqualität in und nach Bauprozessen zu verbessern. Auch werden Massnahmen zur Entfernung gesundheits- und objektschädigender Biozide aus Kulturgütern entwickelt. Zudem werden Extraktstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen für deren stofflichen Anwendung isoliert und charakterisiert. Schutz und Erhalt von

Geotechnik und Naturereignisse werden in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft Verfahren und Massnahmen für deren langfristige Erhaltung entwickelt. Sei es für geotechnische Bauten oder Bauteile wie Stützbauwerke, vorgespannte und ungespannte Verankerungen oder Pfahl- und Flachfundationen, Bodenschutzlösungen, bevorzugt werden naturnahe Methoden. Auch werden Grundlagen zur Bemessung von Schutzmassnahmen und zur Abschätzung von Gefahrenpotenzialen gegen Naturereignisse erarbeitet, um die gebaute Umwelt und natürliche Ressourcen vor schädlichen Naturereignissen zu bewahren.

logietransfer in die Wirtschaft. Mit unserer anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung und unserem breiten Dienstleistungsangebot unterstützen wir Unternehmen bei der Entwicklung nachhaltiger Produkte für die Praxis.

natürlichen Lebensgrundlagen

Boden und Wasser bilden natürliche Lebensgrundlagen. Im Kompetenzbereich

Effizienter Ressourceneinsatz und natürliche Ressource Holz

Bild: U. Twellman

Die integrierte Sicht auf die Prozesskette Holz ist kennzeichnend für die BFH. Im BFH-Zentrum Holz – Ressource und Werkstoff werden interdisziplinäres Wissen und Kompetenzen über die gesamte Wertschöpfungskette Holz vereint. Aus dem nachwachsenden Rohstoff entstehen Produkte und Verfahren mit wirtschaftlichem, sozialem und ökologischem Nutzen. Digital gesteuerte Prozesse für eine wirtschaftliche und ressourceneffiziente Planung und Produktion von Bauteilen und Gesamtbauten werden entwickelt und die Standards für prozessoptimierte Planung und Produktion von morgen gesetzt. E

Berner Fachhochschule Architektur, Holz und Bau Burgdorf und Biel T. +41 34 426 41 41 office.ahb@bfh.ch www.ahb.bfh.ch

Natürliche Kreisläufe

Nachhaltiges BAUEN 2016

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Weiterbildung

NACHHALTIGES BETREIBEN: DIE HERAUSFORDERUNG FÜR DIE ZUKUNFT In der Schweiz existieren bei Planung und Bau hohe Qualitäts-Standards. Ob ein Gebäude wirklich nachhaltig ist, zeigt sich im Betrieb. Das Facility Management stellt sich dieser komplexen Herausforderung mit gut ausgebildeten Führungskräften. Um den Schweizer Gebäudebestand erfolgreich in eine nachhaltige Zukunft führen zu können, ist es notwendig, das entsprechende Fachund Führungswissen gezielt zusammenzubringen.

An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW arbeiten Forschende aus über 30 Instituten Hand in Hand an vernetzten und anwendungsorientierten Lösungen für eine nachhaltige Zukunft, sei dies bei nachhaltig und smart betriebenen Gebäuden, intelligenten Netzen und Speichern oder erneuerbaren Energien und nachhaltigen Energieversorgungssystemen. Dieses Wissen fliesst an der ZHAW auch direkt in Lehre und Dienstleistung. Nachhaltiges Betreiben umfasst eine Vielzahl von Stellschrauben zur Performance-Optimierung.

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Nachhaltiges BAUEN 2016

So werden am Institut für Facility Management IFM alle notwendigen Kompetenzen vermittelt, um auf Führungs- wie Expertenebene Verantwortung für das nachhaltige Management von Immobilien über deren gesamten Lebenszyklus übernehmen zu können.

Eine überlegte Materialwahl in der Planung verhindert nicht nur Schadstoffe für Mensch und Umwelt, sondern beeinflusst über die Instandhaltungskosten auch massgeblich die Lebenszykluskosten. In den smarten Gebäuden der Zukunft sitzt der Facility Manager in der

Planungs- und baubegleitendes

Schaltzentrale der Nachhaltigkeit.

Facility Management als Erfolgsfaktor

Bei Gebäuden im Betrieb stellt sich die komplexe Hausforderung, die Gebäudeperformance auf Basis einer Vielzahl von Einflussfaktoren von Energie, Sicherheit bis Mobilität ganzheitlich und nachhaltig zu optimieren. Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung der entsprechenden Kennwerte mit kurz-, mittel- und langfristiger Perspektive.

Über BIM-basierte Planungsmethoden lassen sich nicht nur frühzeitig Energieverbräuche berechnen, sondern in Verbindung mit Virtual- und Augmented-Reality-Technologien, auch komplexe Nutzungsprozesse realitätsnah simulieren und für den langfristig nachhaltigen Betrieb bereits in der Planung optimieren.


Weiterbildung

Master of Science in Facility Management – international ausgerichtetes Programm für herausfordernde Management-Positionen

In den letzten Jahren sind die Anforderungen an leitende Personen im Facility Management durch die komplexen und integralen Managementaufgaben stark gestiegen. Immer komplexere Zusammenhänge und Aufgabenstellungen, auch im Zusammenhang mit einem integralen Nachhaltigkeitsmanagement, ein immer stärker werdender Kostendruck, schnelle Veränderungen und sich überschneidende Kompetenzbereiche verlangen vom Facility Management, anwendungsorientiert und innovativ zu handeln sowie neben den eigenen Verantwortungsbereichen auch weitere Bereiche zu verstehen und mitzugestalten.

bei Dienstleistungsaufträgen. Indem das Neueste aus Forschung und Anwendung in die Weiterbildung einfliesst, können die Teilnehmer ihr Kompetenzprofil praxisnah und direkt am Puls der Innovation erweitern. Dabei reichen die Themen von Building Information Modeling und Management (BIM), Gebäude-, Energieund Nutzungs-Simulationen, Smart-Building-Technologien bis zu integralen LifeCycle-Management Strategien. Fünf der angebotenen CAS-Module sind denn auch Bestandteil des hochschulübergreifenden EN Bau Programms zum nachhaltigen Planen, Bauen, Nutzen und Betreiben. In diesen Modulen spielt das nachhaltige Betreiben eine zentrale Rolle. IFM Weiterbildungsmodule:

Anwendungsorientiert und innovativ – die führende Adresse in der Schweiz auf dem Gebiet des Facility Managements Das Facility Management von morgen unterstützt nicht nur die Kernprozesse eines Unternehmens, es trägt auch massgebend dazu bei, dass strategische Unternehmensziele erfolgsorientiert, nachhaltig und zufriedenstellend erreicht werden können. Das Facility Management leistet damit einen massgeblichen Beitrag zur Wertschöpfung und Wertsteigerung im Unternehmen. Im Masterprogramm werden die Grundlagen vermittelt, um sich diesen Herausforderungen heute und zukünftig erfolgreich stellen zu können.

• • • • • • • •

CAS Energiemanagement* CAS Gebäudemanagement* CAS Immobilienökonomie CAS Leadership* CAS Ökonomie und Prozesse* CAS Service Management CAS Workplace Management CAS Life Cycle Management Immobilien* • CAS Strategisches Facility Management * EN Bau Module E

FACTS Das Institut für Facility Management (IFM) der ZHAW ist in der Schweiz der einzige Anbieter des Studienganges Bachelor of Science in Facility Management und des Studienganges Master of Science in Facility Management. Es nimmt eine landesweite Zentrumsfunktion wahr, sei dies in der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung sowie in der Weiterbildung. Tätigkeitsschwerpunkte: • Life Cycle Management • Energie-Management • FM digital • Real Estate Operations • Workplace Management • FM in Healthcare • Consumer FM/AAL • Knowledge and Behaviour • Strategy, Models, Concepts

Irene Arnold Moos Studiengangsleiterin Master of Science in Facility Management am Standort Wädenswil T. +41 58 934 56 24 irene.arnold@zhaw.ch

Weiterbildungsangebote, die nachhaltig in die Zukunft wirken – praxisnah und marktorientiert

Das Institut für Facility Management (IFM) der ZHAW bietet ein breites Spektrum an Weiterbildungsmöglichkeiten. Im Mittelpunkt des Angebots stehen die ganzheitliche und interdisziplinäre Betrachtung aller Bereiche des Facility Managements. Das IFM pflegt eine intensive Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und öffentlichen Institutionen, sei dies bei der angewandten Forschung oder

IFM-Institutsgebäude nahe des Bahnhofs in Wädenswil Weiterbildung Technopark Zürich

Doris C. Oehninger Studiengangsleiterin MAS, DAS und CAS am Standort Zürich T. +41 58 934 51 03 doris.oehninger@zhaw.ch

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Weiterbildung

BAUEN IM ALPINEN RAUM Nachhaltigkeit für den Lebensraum in den Alpen

Das Institut für Bauen im alpinen Raum (IBAR) mit seinen Bachelor-Studiengängen für Bauingenieure und Architektinnen ist Teil der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur. Das IBAR beschäftigt sich mit Forschungs- und Entwicklungsfragen und auch Dienstleistungen rund um die Bauaufgaben im alpinen Raum. Dieser Lebensraum der aufgrund seiner topografischen, geologischen und klimatische Situation besonders sensibel auf die baulichen Eingriffe der Menschen reagiert und ist daher als Forschungsort zur Nachhaltigkeit besonders geeignet. Auch aus touristischer Sicht ist dieser Lebensraum besonders wertvoll und erhaltenswert. So beschäftigen sich die Mitarbeitenden des IBAR auch mit diversen alpinen Projekten, von der Siedlungs- und Ortsbildentwicklung bis zu Hangsicherungsprojekten. Das IBAR ist daher auch Partner im MAS-AusbilDer Erosionsschutz mit Holzwolle ist ein wichtiger Beitrag zur Nachhaltigkeit sowohl bezüglich des eingesetzten Materials als auch der Begrünungsart.

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dungsprogramm ENBau (Energie und Nachhaltigkeit) und Mitglied des Vereins ecobau. Forschungsschwerpunkt des Instituts für Bauen im alpinen Raum (IBAR) ist die Infrastrukturentwicklung und darin werden die zwei folgenden Forschungsfelder verfolgt: • Zum Forschungsfeld Siedlungsplanung und Ortsbildentwicklung gehören die Bereiche Ortsbildentwicklung, Siedlungsentwicklung, touristische Infrastrukturen und nachhaltige Optimierung von Immobilien. • Zum Forschungsfeld Bauen im alpinen Raum gehören z. B. die Themen architektonische Baukultur im alpinen Raum, Bauen mit nachhaltigen Materialien wie z. B. Holz. • Forschungsfeld Siedlungsplanung und Ortsbildentwicklung

Zum Forschungsfeld der Siedlungsplanung und Ortsbildentwicklung gehört auch der zentrale Teil der touristischen Infrastrukturen. Diese stellen die Beherbergungsmöglichkeiten dar, welche in der Schweiz vor allem im Bereich der Hotellerie durch Erneuerungsbedarf, Investitionsrückstau und Überschuldung gekennzeichnet sind. Die Zweitwohnungsinitiative wird in bestimmten Regionen zu einer Verknappung des Gutes Ferienwohnung und als Folge zu einer Reaktivierung älterer Wohnungen führen. Aus dieser Situation leitet sich der Forschungsbedarf zur Klärung ab, welche Beherbergungen es im Bereich Hotellerie und Ferienwohnungen in der Zukunft braucht. Touristische Infrastrukturen haben bezüglich nachhaltiger Entwicklung ein grosses Potenzial. Die Anreise, die Beherbergung und die Aktivitäten der Touristen sind energieintensiv und stellen häufig einen


Weiterbildung

markanten Eingriff in die gewachsene Umwelt und in gegebene Strukturen dar. Darüber hinaus interessiert, wie Hotels, Resorts und Ferienwohnungen bautechnisch so erneuert werden können, dass sie modernen Standards wie Energieeffizienz und nachhaltiger Bewirtschaftung genügen. Vor dem Hintergrund der Zweitwohnungsinitiative, des revidierten Raumplanungsgesetzes, der grundsätzlichen Zunahme der Siedlungs- und Bebauungsdichte in der Schweiz und des globalen Einerleis im architektonischen Ausdruck beschäftigen sich immer mehr Gemeinden intensiv mit der Frage einer nachhaltigen und identitätsstarken Zukunftsentwicklung ihrer Dörfer. Bau- und Planungsaktivitäten, die durch den gesetzlichen Auftrag zur inneren Verdichtung wesentlich stärker als bis anhin auch den Bereich der historischen Dorfkerne und innerdörflicher Freiräume tangieren, führen in vielen Gemeinden zu drastischen Veränderungen des vertrauten Dorfbildes. Im Gegenzug verschärfen sie das Bedürfnis, durch die Wahrung und das Wiederfinden von vertrauten Bildern, Formen, Farben, Silhouetten, Materialien und Konstruktionen sich trotzdem noch «zu Hause» zu wähnen – oder anders formuliert, dem Verlust des Charakters und der Identität der Dörfer infolge zu «globalisierten» Bauens entgegenzuwirken. Forschungsfeld Bauen im alpinen Raum

Im Lebensraum Alpen sind Bauten extremeren Belastungen aufgrund von klimatischen Bedingungen und Naturgefahren ausgesetzt, vor Ort finden sich spezifische Baumaterialen wie Holz, Stein u.a. Hier geht das IBAR der Frage nach, welche Baulösungen und -systeme nachhaltig sind und sich in den Alpen bewähren. Dem im Alpenraum wichtigsten Baumaterial Holz wird dabei besondere Aufmerksamkeit geschenkt. So konnten zusammen mit dem Davoser Unternehmen Künzli Holzbau erste Forschungsfragen zum Thema Holz im Hotelbau entwickelt werden, mit dem Unternehmen Untersander Holzbau aus Bad Ragaz die Prob-

lematik der Stallumnutzung unter Einsatz von Holzmodulen entwickelt werden.

FACTS

«Nachhaltigkeit» im umfassenden Verständnis bezieht das IBAR hierbei nicht nur auf die Bauten, sondern auch auf den Bauprozess und das wichtige zukünftige Benutzerverhalten. Wie können Bauprozesse ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig gestaltet werden? Wie können Bauwerke gestaltet werden, damit deren Benutzung Energie und Ressourcen spart?

Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur mit ihren rund 1600 Studierenden ist eine regional verankerte Hochschule mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Sie bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsstudiengänge in den Disziplinen «Ingenieurbau/Architektur», «Informationswissenschaft», «Management», «Multimedia Production»,

Ein weiterer wichtiger Aspekt bezüglich der nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum ist die Zersiedelung. Leerstehende Ställe und Altbauten im Dorfkern, dafür Neubauten am ausgefransten Dorfrand führen zu einer zunehmenden Zersiedelung unserer Alpenregion. Der Umgang mit der bestehenden Bausubstanz und verdichtetes Bauen sind mögliche Lösungsvarianten. Das IBAR kann die Gemeinden und den Kanton Graubünden im Bemühen gegen die Zersiedelung mit konkreten Projekten unterstützen und dabei sogar mithilfe von studentischen Arbeiten Entscheidungsgrundlagen liefern. Im Bereich der Weiterbildung konnte das CAS Weiterbauen am Bestand als Teil des MAS ENBau etabliert werden. Erosionsschutz mit Holzwolle ist eine bekannte Anwendung, die heute vor allem in den USA stark verbreitet ist. In Europa dagegen wurde Holzwolle vor Jahrzehnten durch Kunststoffe und Naturfasern abgelöst. Ziel des KTI-Pilotprojektes des IBAR ist es, diese alte und bewährte Anwendung neu einzuführen und mit solidem Fachwissen abzustützen. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Lindner Suisse aus Wattwil kann das IBAR das notwendige Grundlagenwissen für den Erosionsschutz mit Holzwolle in der Schweiz und Europa wiederherstellen und so in diesem Gebiet einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit sowohl bezüglich des eingesetzten Materials als auch der Begrünungsart leisten. E Autoren: Christian Auer und Imad Lifa

«Photonics», «Technik» sowie «Tourismus» an. Die HTW Chur betreibt in allen Disziplinen angewandte Forschung und Entwicklung, führt Beratungen durch und bietet Dienstleistungen an. Die gesamte Hochschule ist ISO-9001:2008-zertifiziert. Die HTW Chur ist seit dem Jahr 2000 Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz. Als erste öffentliche Schweizer Hochschule ist die HTW Chur 2009 der Initiative der Vereinten Nationen für verantwortungsvolle Ausbildung im Management, den UN Principles for Responsible Management Education, beigetreten.

HTW Chur Hochschule für Technik und Wirtschaft Pulvermühlestrasse 57 7004 Chur T. +41 81 286 24 32 info@htwchur.ch www.htwchur.ch FHO Fachhochschule Ostschweiz

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Agenda

AGENDA

2016

NOVEMBER

2017

SEPTEMBER

10./11. November

MÄRZ

ESDN-Konferenz 2016 1. September

Bauen | Sanieren | Energie | Wirtschaftlichkeit

Spreitenbach Tageskurs: Lernen Sie in Workshops, wie man mit Modernisierungen von Liegenschaften Betriebskosten spart. energie-cluster.ch Telefon 031 381 24 80 www.energie-cluster.ch 8.-11. September

Bauen & Modernisieren

Zürich Seit 1969 ist die Baumesse  Inspirationsquelle für Hauseigentümer, Neubauplanende, Architekten und Praktiker am Bau. ZT Fachmessen Telefon 056 204 20 20 www.bauen-modernisieren.ch

Bern Thema der Konferenz des Europäischen Nachhaltigkeitsnetzwerks (ESDN) ist die vertikale Integration der Umsetzung der Agenda 2030. www.sd-network.eu 16. November

Habitat-Jardin

Lausanne Westschweizer Leitmesse für Wohnen und Aussenraumgestaltung MCH Messe Schweiz (Basel) AG Telefon 058 200 20 20 www.habitat-jardin.ch

Tageskurs Plusenergie-Gebäude

Bern Das PEG-Konzept und Präsentation von Beispielen. Weitere Tageskurse: 17.11. in Luzern, 7.12. in Basel, 24.1.2017 in Zürich, 2.2.2017 in Frauenfeld energie-cluster.ch Telefon 031 381 24 80 www.energie-cluster.ch

24.–26. März

Immo Messe Schweiz

St.Gallen 19. Immobilienmesse für Eigentum, Umwelt, Energie, Bau und Renovation Telefon 071 242 04 44 www.olma-messen.ch 30./31. März

DEZEMBER 8.–11. Dezember

29. September – 2. Oktober

Bau+Energie Messe

18. Bauen+Wohnen

Bern Messe mit Kongress für energieeffizientes Bauen und Sanieren, modernen Holzbau und erneuerbare Energien ZT Fachmessen Telefon 031 318 61 10 www.bau-energie.ch

Luzern Die Messe zeigt die ganze Vielfalt rund ums Bauen, Renovieren und Wohnen. ZT Fachmessen Telefon 056 204 20 20 www.messe-luzern.ch

4.–12. März

Innovationsforum Energie

Zürich Das unabhängige Schweizer Forum für Marktakteure und Entscheidungsträger aus dem Energiesektor Telefon 071 677 87 08 www.innovationsforum-energie.ch

APRIL 6.-9. April

12. Bauen+Wohnen Aargau 8.–11. Dezember

Bauen+Wohnen

Bern Profis für Küche, Bad, Haus und Garten zeigen Ideen und neue Produkte für Neubau, Renovation und Wohnen ZT Fachmessen Telefon 056 204 20 20 www.baumesse-bern.ch

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Nachhaltiges BAUEN 2016

Wettingen Frühlingsmesse für Bauen, Wohnen + Garten ZT Fachmessen AG Telefon 056 204 20 20 www.messe-aargau.ch

(alle Angaben ohne Gewähr)


GESUNDES HAUS FÜR GENIESSER – DER OEKORATGEBER «ÖKOLOGISCH UND GESUND BAUEN, WOHNEN, LEBEN – UND GENIESSEN»

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Wo andere aufhören

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