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Oktober 2016 | CHF 18.–

NACHHALTIGES INVESTMENT SCHWEIZ 2017


Nest Sammelstiftung Molkenstrasse 21 8004 ZĂźrich T 044 444 57 57 www.nest-info.ch


Editorial

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IM STEIGFLUG «Immer mehr Investoren wird bewusst, dass sich Massnahmen zum Klimaschutz und ein möglicher Preis für CO2-Emissionen zu Risiken für ihre Portfolios entwickeln können.» Die Anlage-Spezialistin Ingeborg Schumacher-Hummel weiss, wovon sie spricht – und sie nennt beispielhafte Zahlen aus dem Mikrofinanzmarkt: Schweizer «Investments for Development» lagen 2015 mit einem Wachstum von über 18 Prozent bei fast zehn Milliarden US-Dollar. Damit wird fast ein Drittel dieses globalen Marktes durch Schweizer Institutionen verwaltet. Nachzulesen im einleitenden Artikel zur Rubrik «Services» in dieser Ausgabe. Nachhaltige Investments boomen. Das ist erfreulich – und Harald Fessler Herausgeber

kein Zufall. Für die breite Öffentlichkeit wird der Klimaschutz immer mehr zu einem wichtigen Anliegen und angesichts dieser positiven Entwicklung wächst auch der Druck auf die Investoren, den eigenen finanziellen Nutzen mit der positiven Wirkung auf die Umwelt zu verknüpfen. Der Höhenflug ist noch nicht erreicht. Aber: Nachhaltige

Martin Hofer Initiant

Investments befinden sich ganz offensichtlich im Steigflug. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis diese Form der Geldanlage die massgebenden Entscheidungsträger endgültig überzeugt und den Finanzmarkt nachhaltig beeinflusst. In diesem Sinn wünschen wir Ihnen eine inspirierende Lektüre!

Peter Büchel Chefredaktor

Nachhaltiges Investment 2017


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Inhalt

INHALTSVERZEICHNIS 6 8 10

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VORWORT

Ueli Maurer, Bundesrat Daniel Küng Vorwort

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Claude Béglé In eine kohärentere Welt investieren

Melchior de Muralt Zehn Jahre aktiver Aktionärsdialog: die nächste Grenze

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Thomas Cottier Nachhaltige Investitionen und internationaler Handel

Jean-Daniel Gerber Nachhaltige Entwicklung – nur mithilfe der Finanzwirtschaft

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Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Stückelberger Banken wozu? Back to Basics im Nachhaltigen Investment

Regula Ochsner Mit Investitionen in Mensch und Umwelt soziale und ökologische Renditen erzielen

IMPRESSUM 2. Jahrgang, 2016 – Preis CHF 18.–, Erscheinung: 1x jährlich www.nachhaltigesinvestment.ch Herausgeber: Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch; Initiant: Martin Hofer, martin.hofer@improov.ch Verlag: UTK Media GmbH, Sonnenstrasse 8, 9434 Au, Tel. +41 71 966 60 80, info@utk.ch; Chefredaktion: Peter Büchel, Tel. +41 71 755 57 75, buechel@bluewin.ch; Anzeigenverkauf: Improov GmbH: Martin Hofer, Tel. +41 71 511 50 53, martin.hofer@improov. ch; UTK Media GmbH, Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch, Tel. +41 79 631 50 21; Grafi k: E,T&H Werbeagentur AG BSW, 9401 Rorschach; Fachbeirat: Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c.; Layout: Jörg Schelling, joerg.schelling@utk.ch; Koordination: international media solutions IMS AG, 9434 Au; Druck: Ostschweiz Druck AG, 9300 Wittenbach; Farben: gedruckt mit Epple Druckfarben, Perfect Finish non Fresh; Papier: Ug 300 gm2 und Inhalt 130 gm2 Plano Art, weiss. Buchbestellung: UTK Media GmbH, Sonnenstrasse 8, 9434 Au, info@utk.ch. Titelbild: wk1003mike/shutterstock; Die Wiedergabe von Artikeln, Bildern und Inseraten, auch auszugsweise oder in Ausschnitten, ist nur mit Genehmigung der Redaktion oder der entsprechend erwähnten Autoren oder Fotografen erlaubt. Dies gilt auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken, Internet und die Vervielfältigungen auf CD-ROM. Für unverlangte Zusen-

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dungen und Manuskripte lehnen Redaktion und Verlag jede Haftung ab. © Nachhaltiges Investment. Das Jahrbuch wird klimaneutral gedruckt.

Britta Rendlen Pensionskassen und Nachhaltige Investments – Neuland für Kassen und Mitglieder

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Bilder: 1) VladFree/shutterstock.com 2) Vtmila/shutterstock.com 3) irin-k/shutterstock.com 4) Rawpixel.com/shutterstock.com

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ACATIS Fair Value Investment AG

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Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG

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Schroder Investment Management (Switzerland) AG

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Swisscanto Invest by Zürcher Kantonalbank

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DE PURY PICTET TURRETTINI & CIE S.A.

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Allianz Global Investors (Schweiz) AG

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Basellandschaftliche Kantonalbank

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Alternative Bank Schweiz AG

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Union Investment Institutional GmbH

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RobecoSAM AG


Inhalt

44 IMPACT INVESTMENTS

Oliver Karius Doppelte Rendite mit Impact Investing

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SIFEM AG c/o Obviam DFI AG

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Symbiotics

50 ANLAGETHEMEN

Dr. Tobias Reichmuth Energiewende-Infrastruktur: Anlagemöglichkeit mit stabilen Ausschüttungen

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62 SERVICES

Dr. Ingeborg Schumacher-Hummel Sustainable Investments: Ein attraktiver Markt für Service-Anbieter

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Global Infrastructure Basel

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Partners for Sustainability AG

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Implenia AG

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Inrate AG

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Woodsource AG

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zRating AG

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FONTAVIS AG

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Repower AG

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Begrüssungswort

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SCHWEIZ MIT GROSSEM POTENZIAL IM BEREICH ÖKOLOGISCH NACHHALTIGER INVESTITIONEN Die ökologische Dimension nachhaltiger Investitionen nimmt weltweit zu und wird für den Finanzplatz Schweiz immer wichtiger. Das Volumen nachhaltiger Fonds und Mandate hat sich im Verlauf von 2015 beinahe verdoppelt. Ende 2015 betrug das Gesamtvolumen nachhaltig verwalteter Vermögen rund 192 Milliarden Franken. Das ist zwar immer noch ein relativ kleiner Betrag im Vergleich zu den Wertschriftenbeständen in Kundendepots der Banken im Umfang von 5518 Milliarden Franken. Aber der Trend ist klar. Der Bundesrat sieht im Bereich «Green Finance» denn auch vor allem Chancen für den Finanzplatz Schweiz. Mit Blick auf die nationalen und internationalen Diskussionen hat der Bundesrat Anfang 2016 Grundsätze für eine konsistente Politik definiert und geklärt, wie die Rolle des Bundes aussehen soll. Geplant ist neben der aktiven Mitwirkung in

den entsprechenden Arbeiten der internationalen Finanzgremien wie beispielsweise der G20 auch die weitere Vertiefung des Dialogs mit der Branche zu diesem Thema. Insbesondere wird geprüft, wie man die Transparenz im Bereich nachhaltiger Anlagen erhöhen kann und welche Massnahmen nötig sind, um das Thema einem grösseren Publikum zugänglich zu machen. Die Schweiz hat dank ihrer Expertise im Umweltbereich und dem über grosses Fachwissen verfügenden Finanzsektor das Potenzial für einen langfristigen Wettbewerbsvorteil im Bereich ökologisch nachhaltiger Investitionen. Hier könnte ein neuer, wichtiger Finanzzweig entstehen. Der Bundesrat hat das Potenzial dieses innovativen Geschäftsfelds erkannt. r Ueli Maurer, Bundesrat

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Begrüssungswort

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NACHHALTIGKEIT ALS WETTBEWERBSVORTEIL Als Exportförderer sind wir jährlich mit über 5000 meist kleinen und mittleren Unternehmen in Kontakt: Für sie sind, insbesondere nach dem neuerlichen Frankenschock im vergangenen Jahr, nachhaltige und ressourcenschonende Technologien der Weg aus der Krise. Im Export punkten sie mit sauberen Qualitätslösungen. Das fördern wir besonders im Rahmen unseres Cleantech-Mandates. Verantwortlich für die nationale Standortpromotion, konnten wir 2015 an die 300 interessierte ausländische Firmen an die Kantone vermitteln. Technologischer Fortschritt und nachhaltige Investitionen sind für sie aus-

schlaggebende Gründe, sich in der Schweiz anzusiedeln. Unsere Erfahrung zeigt: Langfristiges Denken, Umsicht und Klugheit sind traditionell die Grundlagen für den wirtschaftlichen Erfolg der Schweiz. Deshalb bin ich überzeugt, dass nachhaltiges Investment auch in Zukunft einen wichtigen Pfeiler unserer Wettbewerbsfähigkeit bilden wird. r

Daniel Küng, CEO Switzerland Global Enterprise

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«ALLES HÄNGT MEHR UND MEHR VONEINANDER AB.»


Einleitung

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IN EINE KOHÄRENTERE WELT INVESTIEREN

Die Welt wird immer komplexer und alles hängt mehr und mehr voneinander ab. Die Probleme folgen dieser Tendenz. Und die Lösungen müssen es ebenso tun. Dies gilt auch für Investitionen. Diese implizieren zunehmend eine seltsame Mischung aus privater Initiative und kollektiver Reflexion. Die in der UNO-Agenda 2030 definierten strategischen Ziele für nachhaltige Entwicklung sind ein perfektes Beispiel dafür. Nachdem sie von fast allen Ländern der Welt akzeptiert und inzwischen von den Vereinigten Staaten und China ratifiziert wurden, stellen sie eine wesentliche Verpflichtung der internationalen Gemeinschaft dar. Aber das Bemerkenswerteste an ihnen ist die für jedes einzelne Ziel geltende gegenseitige Abhängigkeit. Ihre Stärke rührt daher, dass sie sich gegenseitig ergänzen. Es sind diese unsichtbaren Fäden, die sie untereinander verbinden und die tugendhaften Synergien zur Folge haben, die ihren Wert ausmachen. Zwei neue Realitäten In der Vergangenheit war es möglich, dass jeder seinem Metier nachging und dabei kalkulierte Risiken in den Bereichen einging, in denen er sich am wohlsten fühlte. Das war es, was den Erfolg der Marktwirtschaft, so wie wir sie kennen, ausmachte. Natürlich wird dieses Modell auch weiterhin florieren, daneben bilden sich gerade aber auch zwei neue Realitäten aus. Zum einen gibt es die Welt der Start-ups, die bahnbrechende Technologien fördern und die ihnen vorausgegangenen obsolet machen. Nun aber, in einer Welt, in der alles immer schneller voranschreitet, haben diese neu eintretenden Unternehmen leichtes Spiel. Sicherlich werden viele von ihnen in ein paar Jahren verschwunden sein, da sie weniger wettbewerbsfähig als ihre Mitstreiter sind. Aber durch diesen Wettlauf um Innovation werden neue Lösungen entstehen und somit auch Gelegenheiten, die neue Investoren beim Schopf packen werden. Auf der anderen Seite wird es diesen kooperativen Ansatz geben, der durch die 17 strategischen Ziele der Vereinten Nationen perfekt veranschaulicht wird. Und durch ihre Interaktion. Verschiedene Gesellschaften werden sich, ähnlich wie bei den

Subunternehmen der NASA, gegenseitig unterstützen und sich um die Umsetzung eines gemeinsamen Programms kümmern. Dies ist bei der Verwaltung komplexer Projekte nicht neu; aber wahrscheinlich wird man dabei ein noch höheres Niveau der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen funktionalen Disziplinen, Wirtschaftssektoren und Ländern erreichen. Neue Investitionsmöglichkeiten Es ist ausserdem ziemlich bemerkenswert festzustellen, wie die Vereinten Nationen sich immer weniger auf die öffentliche Entwicklungshilfe stützen und sich immer mehr auf den privaten Sektor verlassen. Die Aktivitäten des Global Compact der Vereinten Nationen, der direkt dem Generalsekretär der UNO berichtet, stehen im Zeichen der öffentlich-privaten Partnerschaften. Daher werden Unternehmen zunehmend gefordert sein, sich an den gemeinsamen Anstrengungen der nachhaltigen Entwicklung zu beteiligen. Und das auf eine profitable Art und Weise. Daher ergeben sich echte neue Investitionsmöglichkeiten. Jedes Unternehmen oder jeder Investor bringt sein spezifisches Know-how in dieses kollektive Konstrukt ein. Und durch das Zusammenspiel aller wird ein Mosaik erschaffen, das in seiner Gesamtheit mehr wert ist als die Summe seiner Teile. Die direkten und indirekten Folgewirkungen können erheblich sein. Daher besteht ein grosses Interesse daran, in diesen wachsenden Sektor der nachhaltigen Entwicklung zu investieren, bei dem es darum geht, die Umwelt zu schützen, die soziale oder gesellschaftliche Entwicklung zu unterstützen oder sogar Frieden zu fördern. Weil alles mit allem verbunden ist. Unsere sich entwickelnde Gesellschaft braucht all dies auf einmal, um einigermassen im Gleichgewicht zu bleiben. So besteht zwischen einem rentablen Unternehmen und dessen sozialer Verantwortung kein so grosses Hindernis, wie es zu sein scheint. r

Claude Béglé, CVP-Nationalrat. Präsident von SymbioSwiss, einem Unternehmen, das in der Steuerung von Umweltprojekten und Unternehmertum aktiv ist. Ehemaliger Präsident von La Poste. Doktor der Wirtschaftswissenschaften.

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«NACHHALTIGE INVESTMENTS SIND FÜR DEN FINANZPLATZ SCHWEIZ EINE CHANCE.»


Einleitung

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NACHHALTIGE ENTWICKLUNG – NUR MITHILFE DER FINANZWIRTSCHAFT Ein Jahr nach der Verabschiedung der Ziele für eine nachhaltige Entwicklung haben verschiedene Länder an einer UNOKonferenz erstmals über ihre Schritte auf dem Weg zur Zielerreichung berichtet – darunter auch die Schweiz. Letztere hat in ihrem Beitrag betont, wie wichtig dabei die Rolle der Finanzwirtschaft ist, müssen doch jährlich fünf bis sieben Billionen US-Dollar in eine nachhaltige Entwicklung investiert werden. Klar ist: Nur wenn auch bei bestehenden Finanzströmen Nachhaltigkeitsaspekte verstärkt berücksichtigt werden, können genügend Mittel mobilisiert werden. Das Thema ist auf dem Radar Schon seit einer Weile ist die nachhaltige Entwicklung auch bei internationalen Finanzorganisationen auf dem Radar. Das Financial Stability Board, innerhalb der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) für Finanzmarktstabilität verantwortlich, hat eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die sich mit der Messbarkeit von Klimarisiken beschäftigt. In der G20 hat China eine Arbeitsgruppe für grüne Finanzen etabliert, die Lösungen für die Finanzierung einer grüneren Wirtschaft präsentiert. Auch die EU und viele ihrer Mitgliedsländer formalisieren den Umgang mit Nachhaltigkeitsthemen im Finanzgeschäft. Die neue Pensionsrichtlinie der EU (IORP II) will Pensionskassen dazu verpflichten, Klimarisiken zu berücksichtigen. In Frankreich müssen institutionelle Anleger per Ende dieses Jahres erstmals darlegen, wie klimaintensiv ihre Portfolios sind. Auch in der Schweiz bewegt sich viel in diesem Thema. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat im Verlauf der letzten zwölf Monate zwei Studien zu nachhaltigen Finanzen publiziert. Die eine beleuchtete die Klimarisiken von Fonds und grossen Pensionskassen in der Schweiz und kam zum Schluss, dass mit den Investments, die von grossen Anlegern gehalten

werden, nochmals fast gleich viele CO2-Emissionen indirekt im Ausland generiert werden wie direkt in der Schweiz. Im Bericht «Proposals for a Roadmap towards a Sustainable Financial System in Switzerland», an dem auch SSF mitgewirkt hat, wurden Stossrichtungen aufgezeigt, wie das Schweizer Finanzsystem so umgebaut werden kann, dass es verstärkt zu einer nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) war Gastgeber für eine Sitzung der G20-Arbeitsgruppe zu Green Finance und hat einen entsprechenden Bericht zuhanden der G20 bereitgestellt. Interessierte Investoren Vonseiten der Investoren hat das Interesse am Thema nachhaltige Finanzen im vergangenen Jahr sprunghaft zugenommen. Grosse bundesnahe Pensionskassen haben sich in einem Verein zusammengeschlossen, um für ihre Anlagen gemeinsam Research bereitzustellen und mit Unternehmen einen Dialog zu kritischen Themen abzuhalten. Unter anderem ausgelöst durch den neuen Stiftungscode interessieren sich immer mehr Stiftungen dafür, wie sie ihre Anlagen mit dem Stiftungszweck in Einklang bringen und gleichzeitig neue Anlagechancen identifizieren können. Viele Banken erhalten auch von privaten Kunden deutlich mehr Anfragen für nachhaltige Anlagevorschläge. Eine Untersuchung von SSF hat ergeben, dass Schweizer Asset Manager rund ein Drittel aller globalen Entwicklungsinvestments verwalten. Dies umfasst Investitionen in Entwicklungsländer mit dem Anspruch, deren Entwicklung zu begünstigen und gleichzeitig eine marktgerechte Rendite zu erzielen. Nicht nur in diesem Segment nachhaltiger Finanzen kann die Schweiz auf starkes Know-how bauen. Für den Finanzplatz ist dies eine Chance, sich zukünftige Wachstumsmärkte zu erschliessen und gleichzeitig einen substantiellen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Packen wir die Gelegenheit. r

Jean-Daniel Gerber war Mitte der 90erJahre Exekutiv-Direktor der Weltbank, bevor er Direktor des Bundesamts für Migration wurde. Von 2004 bis 2011 leitete er das Staatssekretariat für Wirtschaft. Aktuell ist er Präsident von SSF sowie des Swiss Investment Fund for Emerging Markets (SIFEM) und Verwaltungsrat von Lonza.

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«DAS VERTRAUEN IN DAS FINANZSYSTEM IST FRAGILER DENN JE.»


Einleitung

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BANKEN WOZU? BACK TO BASICS IM NACHHALTIGEN INVESTMENT

Der andauernde Zuwachs des Volumens nachhaltigen Investments ist ein erfreulicher Indikator dafür, dass nachhaltiges Investment nicht nur mehrheitsfähig wird, sondern die Einsicht wächst, dass es gar nicht mehr anders gehen kann. Die Bedeutung der Investoren in Klimamassnahmen, nachhaltiger Landwirtschaft oder Energie sind nur Beispiele. Gleichzeitig findet eine tiefgreifende Erschütterung des Wirtschaftssystems statt, die an Zeiten vor Revolutionen erinnert: Während meines Studiums in den 1970er-Jahren, es war noch der Kalte Krieg, stand die Systemfrage im Vordergrund, nämlich die Suche nach einem «Dritten Weg» zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Mit dem Fall der Mauer 1989 verstummte sie, der Kapitalismus hatte «gewonnen» und die Frage einer sozialen und ökologischen Korrektur und Abfederung offener und freier (Finanz-)Märkte durch Corporate Social Responsibility, ethischem und nachhaltigem Investieren und fairem Handel gewann an Bedeutung und Unternehmensethik auf die Firmen bezogen stand für zwei Jahrzehnte im Vordergrund. Fragiles Vertrauen Nach der heftigen Finanzkrise 2007 bis 2009 kam die Systemfrage erneut an die Oberfläche: Linksradikale Kräfte nicht nur in Lateinamerika und Griechenland gewannen an Boden und unzählige Bücher zum Adjektiv-Kapitalimus wie «Natural Capitalism», «Compassionate Capitalism», «Conscious Capitalism», «Saving Capitalism» versuchten, diesen zu verteidigen und den «wilden Kapitalismus» zu bändigen. Doch das Vertrauen in das Wirtschafts- und besonders das Finanzsystem ist fragiler denn je. Immer mehr Menschen legen einen Teil ihres Vermögens lieber in Banknoten in den Safe oder unters Bett, als Negativzinsen zu zahlen, politische Populisten und Demagogen schlagen Kapital aus der Verunsicherung mit einfachen Lösungen, Sharing Economy und Parallelwährungen testen Alternativen zum Mainstream und digital-technische Revolutionen wie Blockchain sagen das Ende des bisherigen Bankensystems voraus.

In diesen Beben ist «Back to the Basics» eine Orientierungsnotwendigkeit und Chance. Die einfache Grundfrage «Banken wofür?», «Was ist eigentlich der Sinn des Wirtschaftens?» führt ins Zentrum von Ethik und Nachhaltigkeit. Die Antwort «Das Ziel einer Unternehmung ist, Profit zu machen» ist Unsinn, weil Profit selbstverständlich notwendig, aber kein Selbstzweck ist. Meine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Wirtschaftens: «Menschengerechtes, nachhaltiges Wirtschaften heisst, Güter und Dienstleistungen zu produzieren, zu handeln, zu konsumieren und zu rezyklieren, um die Grundbedürfnisse der Menschen zu decken und allen Lebewesen – inklusive der nichtmenschlichen Natur – ein Leben in Würde zu ermöglichen.» Um dies nachhaltig zu ermöglichen, ist Gewinn für Innovation und Adaptation (um nicht undifferenziert von Wachstum zu sprechen) notwendig. Komplexe Antworten Nachhaltiges Investieren zeigt seit Langem überzeugend diesen Weg und dieser soll konsequent weitergegangen werden. Dazu gehört aber auch, und dazu lade ich ein, nachhaltiges Investieren noch stärker mit dieser Systemfrage zu verknüpfen. Um im Bild zu sprechen: Es reicht nicht, den Garten auf dem Balkon auf Bio umzustellen, wenn ein Erdbeben oder eine Schlammlawine das Haus einzustürzen droht. Erdbebenresistente Stützmauern, Bachbettkorrekturen und Nachbarschaftshilfe sind dann nötig. Ethische Fragen für 2017 und die kommenden Jahre heissen dann: Was heisst nachhaltiges Investieren in einer Blockchain-Finanzwelt oder in einer Sharing Economy? Und wie kann es in neuen grossen Märkten wie China und Indien stärker zum Tragen kommen? Wie zu den Sustainable Development Goals beitragen? Wie gewappnet sein vor politisch-populistischen Abenteurern? Einfache Fragen führen zu komplexen Antworten. r

Prof. Dr. Dr. h.c. Christoph Stückelberger, Prof. em. für Ethik an der Universität Basel, ist Gründer und Präsident des Globalen Ethiknetzwerks Globethics.net in Genf, Vizepräsident des Ethikkomitees der Prime Values Ethikfonds (Hauck & Aufhäuser Schweiz AG) und Professor für Ethik in Moskau, Peking und Enugu/ Nigeria.

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«DIE ZEIT FÜR EINE NEUE FORM DES AKTIONÄRSENGAGEMENTS IST GEKOMMEN.»


Einleitung

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ZEHN JAHRE AKTIVER AKTIONÄRSDIALOG: DIE NÄCHSTE GRENZE Vor mehr als einem Jahrhundert hat Schumpeter gesagt, dass der Kapitalismus irgendwann verschwinden könnte, weil es keine Aktionäre mehr gäbe! Passive Anlagen, Hochfrequenzhandel und vom Grossteil der Anleger nicht ausgeübte Stimmrechte gefährden die Legitimität des freien Kapitalismus. Die zehnjährige Geschichte von Cadmos ermutigt dagegen dazu, den Aktionären eine Stimme und ein Gesicht zu geben, um so eine nachhaltige Globalisierung zu unterstützen. Das systematische Shareholder-Engagement unserer Portfoliomanager in Hinblick auf unsere Beteiligungsgesellschaften bildet ein einzigartiges Merkmal unserer Buy & Care-Strategie, die 2006 eingeführt wurde und auf alle Cadmos Funds angewandt wird.* In den letzten zehn Jahren haben wir neue Massstäbe für nachhaltige Geldanlagen gesetzt, indem wir uns bemüht haben, konkret Einfluss auf die ESG-Strategien unserer Portfoliounternehmen zu nehmen. Wir haben gezeigt, dass ein aktiver Aktionärsdialog legitim ist, von den Unternehmen begrüsst wird und zu einer verbesserten Nachhaltigkeitsstrategie beitragen kann. Im Wissen, dass nachhaltige Geldanlagen einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess darstellen, eröffnen wir nun neue Dimensionen für diesen Bereich sowie für das Impact Investing, indem wir strategische Partnerschaften zwischen unseren Beteiligungsgesellschaften und sozial ausgerichteten Unternehmern (Social Entrepreneurs) fördern. Mehrwert durch einen direkten und systematischen Aktionärsdialog Die Wirkung unseres Dialogs – ein Parameter, der erfasst, wie strikt die Unternehmen unsere Empfehlungen umsetzen – hat seit 2006 stetig zugenommen. Abgesehen von dem Dank, der uns seitens der jeweiligen Unternehmensleitungen zuteil wurde, sind wir auch auf die greifbaren Ergebnisse stolz, die wir jedes Jahr veröffentlichen und die erkennen lassen, dass die Cadmos Funds Einfluss auf die Corporate-Social-Responsibi* Im Artikel von Dominique Habegger unter der Rubrik «Sustainable Investments» finden Sie weitere Informationen zur Methodologie und den erzielten Ergebnissen.

lity(CSR)-Strategie unserer Portfoliounternehmen ausüben. Ausserdem konnten unsere Portfoliomanager durch unseren systematischen Aktionärsdialog die finanziellen Auswirkungen von ESG-Aspekten (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) in unseren Portfoliounternehmen besser beurteilen und so eine einzigartige integrierte Anlageexpertise entwickeln. Führende Unternehmen zur Schaffung sozialer Verbesserungen in Partnerschaft mit Social Entrepreneurs anhalten Wir glauben, dass die Zeit für eine neue Form des Aktionärsengagements gekommen ist: Unternehmen auf dem Weg zu neuen Möglichkeiten sozialen Engagements zu begleiten. In der Geschichte des Fonds haben wir bereits mehrfach solche Projekte organisiert. So haben wir zum Beispiel gemeinsam mit einem Versicherungsunternehmen Mikroprodukte zur Krankenversicherung entwickelt. Nun wollen wir systematisch Partnerschaften zwischen unseren Beteiligungsgesellschaften und Social Entrepreneurs fördern, um so innovative Lösungen für Herausforderungen der Bereiche Umwelt und Soziales zu finden. Dies wird Social Entrepreneurs, die ihre Aktivitäten skalieren wollen, und multinationalen Konzernen gleichermassen zugute kommen. Letztere können ihre Geschäftsziele stärken, das Potenzial am unteren Pyramidenende besser nutzen und so direkt auf die Sustainable Development Goals (SDG) hinarbeiten. Innovation Um an der Spitze der Innovation zu bleiben, tiefere Einblicke in Unternehmen zu gewinnen und noch mehr greifbare Verbesserungen zu bewirken, haben wir bereits begonnen, in Zusammenarbeit mit Unternehmen gemeinsame Strategien mit nachhaltiger Wirkung umzusetzen. Wir erwarten, unsere diesbezüglichen Fortschritte im kommenden Finanzjahr berichten zu können. r Melchior de Muralt ist ein geschäftsführender Gesellschafter von de Pury Pictet Turrettini & Cie. S.A. (PPT), einer bekannten unabhängigen Vermögensberatungsfirma mit Sitz in Genf. Melchior de Muralt ist Präsident von Cadmos und Mitglied im Internationalen Komitee vom Roten Kreuz. Er besitzt einen Doktortitel in Politikwissenschaft.

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«ERFOLG UND WIRKUNG NACHHALTIGER INVESTITIONEN HÄNGEN AUCH VOM INTERNATIONALEN WIRTSCHAFTSRECHT AB.»


Einleitung

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NACHHALTIGE INVESTITIONEN UND INTERNATIONALER HANDEL

Nachhaltige Investitionen bedürfen der Unterstützung des internationalen Handelsrechts und eines angemessenen Investitionsschutzes. Beides sind zentrale Themen der Forschung und Lehre am World Trade Institute der Universität Bern. Erfolg und Wirkung nachhaltiger Investitionen hängen wesentlich von den Rahmenbedingungen des internationalen Handels und Investitionsschutzes und damit den Grundsätzen und Regeln des internationalen Wirtschaftsrechts ab. Das angestrebte Gleichgewicht von Wirtschaftlichkeit, sozialer Verträglichkeit und ökologischen Anliegen – die zentralen Wesensmerkmale der Nachhaltigkeit – ist nicht nur Sache ansprechender Anlagen, Finanzinstrumente und der Corporate Social Responsibility von Unternehmungen. Vielmehr müssen die Produkte solcher Anlagen – Güter und Dienstleistungen – auf dem Weltmarkt auch gehandelt, geliefert und verkauft werden können. Die Grundprinzipien des Rechts der Welthandelsorganisation WTO und darauf aufbauender Freihandelsabkommen müssen in der Lage sein, Auflagen für die Herstellung nachhaltiger Produkte zu berücksichtigen und ohne Diskriminierung den Märkten zuzuführen. Umgekehrt muss der Handel aus intensiver und schädlicher Produktion eingeschränkt werden können. Im Zentrum steht die Frage, ob und inwieweit Auflagen an die Herstellungsverfahren von Produkten bei der Einfuhr berücksichtigt werden dürfen. Die Frage der sogenannten Production and Process Methods (PPMs) steht im Mittelpunkt des Interesses. Darf ein Staat die Einfuhr von Produkten an bestimmte Herstellungsverfahren anhängig machen? Oder verletzt er dadurch die Regeln der Nichtdiskriminierung, die verlangen, dass alle gleichartigen und im Wettbewerb stehenden Produkte (like products) gleich behandelt werden müssen und so kein Unterschied bezüglich der Herstellung gemacht werden darf? Interdisziplinäre Fragestellungen Diesen und weiteren Fragen widmet sich seit Jahren die Forschung am World Trade Institute der Universität Bern (www. wti.org). In interdisziplinären Fragestellungen aus rechtlicher, ökonomischer und politologischer Sicht werden sie im Rahmen des zwölfjährigen SNF-Forschungsprogramms NCCR International Trade Regulation (www.nccr-trade.org) unter-

sucht. Die Fragestellung der PPMs ist von zentraler Bedeutung in der Entwicklung von Politiken zur Eindämmung der globalen Erwärmung (climate change mitigation und adapation), aber auch etwa für die Behandlung von Nanomaterialien, von ausgebeuteten Rohstoffen oder die Eindämmung von Umweltverschmutzungen. Zentrale Bedeutung kommt hier auch neuen Ansätzen des Technologietransfers im Rahmen des geistigen Eigentums zu, die mit Anreizen im Steuerrecht arbeiten. Das Recht der WTO bewegt sich im Rahmen der Streitbeilegung schrittweise in diese Richtung und erlaubt zusehends die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. Die Millenium Development Goals weisen die Richtung. Am Ziel ist man nicht. Während in Umweltfragen gute Fortschritte zu verzeichnen sind, hinkt die Regelung von Sozialstandards mit Ausnahme des Verbotes von Kindearbeit noch hinterher. Der Einbezug von Arbeitsbedingungen, Umverteilung und die Respektierung menschenrechtlicher Bestimmungen steht in der Rechtsentwicklung noch bevor. Vergleichbare Fragen stellen sich auch im Bereich des Investitionsschutzes. Bestandteil der Schweizer Nachhaltigkeitspolitik Die Studierenden aus aller Welt am World Trade Institute und seinen Lehrgängen auf Masterstufe und Ebene des Doktorates befassen sich eingehend mit diesen Fragen. Eine neue Generation von Völkerrechtsexperten, künftigen Handelsdiplomaten oder Mitarbeitern von NGOs wird so in Bern auf die Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung und Investitionen vorbereitet. Mit neuen Ansätzen kehren sie in ihre Heimatländer zurück oder arbeiten in internationalen Organisationen und dem privaten Sektor und tragen langfristig zur Umsetzung gewonnener Erkenntnisse bei. Auch das ist Bestandteil der Schweizer Nachhaltigkeitspolitik. r

Thomas Cottier gründete und leitete das World Trade Institute und das NCCR International Trade Regulation bis zu seiner Emeritierung als Professor für Europa- und Wirtschaftsvölkerrecht an der Universität Bern (1994–2015). Er arbeitet heute als Senior Research Fellow am WTI und als Adjunct Professor an der Universität Ottawa in Kanada.

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«WENN DIE SONNE FÜR DICH STRAHLT, LASS SIE AUCH FÜR ANDERE SCHEINEN.»


Einleitung

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MIT INVESTITIONEN IN MENSCH UND UMWELT SOZIALE UND ÖKOLOGISCHE RENDITEN ERZIELEN Im aktuellen ökonomischen Umfeld ist es schwierig, Geld ertragreich und sicher anzulegen. Zinsen tendieren gegen null und nach Abzug von Transaktionskosten, Steuern und Teuerung resultiert vielleicht gar ein Verlust. Warum also nicht in ideelle Werte investieren? Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, sich philanthropisch zu engagieren. Am weitesten verbreitet sind Spenden an Organisationen, die soziale oder ökologische Ziele verfolgen. Wie bei der Wahl von Anlagen lohnt es sich auch hier, auf Effizienz und Nachhaltigkeit zu achten. In der Schweiz vergibt Zewo ein Gütesiegel an Non-Profit-Organisationen, die diesen und weiteren strengen Anforderungen genügen. Es empfiehlt sich, einige wenige Organisationen auszuwählen und diese längerfristig zu fördern. Das erhöht ihre Planungssicherheit und die Wirksamkeit ihres Engagements. Unternehmen unterstützen vorzugsweise Vorhaben, die ihrem Selbstverständnis entsprechen und ihre Reputation positiv beeinflussen. Spenden an steuerbefreite Institutionen können von den Steuern abgezogen werden. Mit Spenden oder «sozialen Investitionen» helfen? Projektinhalt und -umfeld sind ausschlaggebend Beim Impact Investing geht es darum, eine positive Wirkung für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt zu erreichen und gleichzeitig eine angemessene finanzielle Rendite zu erzielen. Dank Entwicklungsinvestitionen können soziale Unternehmen in Schwellen- und Entwicklungsländern Innovationen umsetzen und der Bevölkerung Zugang zu Basis-Dienstleistungen und Produkten bieten, vor allem in Bereichen wie Mikrofinanz, Ökoenergie, Bildung, fairer Handel, Gesundheit und Wasserversorgung. Oft ist die Auswahl und Prüfung solcher Projekte

jedoch mit einem relativ hohen Aufwand verbunden. Ausserdem rentieren sie gewöhnlich erst, wenn sie skalierbar sind und ihre Leistungen zu einem Preis anbieten können, der über den Selbstkosten liegt. Dazu braucht es genügend potenzielle Bezieher von Waren oder Dienstleistungen, die über ein Minimum an Kaufkraft oder Zugang zu Krediten verfügen. Im Kontext humanitärer Krisen oder extremer Armut ist dies jedoch kaum der Fall – beispielsweise in Madagaskar, wo 90 Prozent der Menschen weniger als zwei US-Dollar pro Tag zur Verfügung haben. Skaleneffekte und Eigenleistungen der Zielbevölkerung reichen oft nicht aus ADES, Association pour le Développement de l’Energie Solaire Suisse – Madagascar, produziert und verkauft in Madagaskar jährlich über 30֓000 Solar- und Energiesparkocher, sensibilisiert die Bevölkerung für den Klima- und Umweltschutz und motiviert mit ihrem innovativen Umweltbildungsprogramm Schulkinder und Lehrpersonen zu nachhaltigem Verhalten. Das ermöglicht 270 lokalen Mitarbeitenden und ihren Angehörigen eine Perspektive. Bereits 550֓000 Personen profitieren von tieferen Brennstoffkosten und atmen weniger gesundheitsschädlichen Rauch ein. Ausserdem sind schon über 600֓000 Tonnen CO2 eingespart und 600 km2 Wald geschützt worden. Die Kostenbeteiligung der mehrheitlich extrem armen Käuferschaft deckt knapp ein Zehntel der Projektkosten. Je mehr Kocher ADES umsetzt und je mehr weitere Leistungen das Projekt erbringt, desto höher ist der Mittelbedarf. Darum bleibt ADES trotz starken Wachstums auf Spenden angewiesen. r

Regula Ochsner ist Gründerin und Geschäftsleiterin des gemeinnützigen Vereins ADES, der sich seit 2001 in Madagaskar durch die Verbreitung energieeffizienter Kochmethoden für Klima, Umwelt und Gesundheit einsetzt und Wege aus der Armut ermöglicht. Die gelernte Psychologin weiss: «Geben macht reich.»

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IN IHREN INVESTITIONEN TRAGEN PENSIONSKASSEN EINE ENORME VERANTWORTUNG.


Sustainable Investments

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PENSIONSKASSEN UND NACHHALTIGE INVESTMENTS – NEULAND FÜR KASSEN UND MITGLIEDER Sie verwalten das grösste Vermögen der Schweiz, die 2000 Pensionskassen unseres Landes: Rund 760 Milliarden sind unter ihrer Obhut. Und trotzdem wissen die meisten von uns nicht, was genau mit unseren Vorsorgegeldern passiert. Es ist zum Beispiel kaum bekannt, wie weit unsere Pensionskassen Nachhaltigkeitsüberlegungen in ihre Anlageprozesse integrieren. Um Licht in diese Angelegenheit zu bringen, hat der WWF zusammen mit dem spezialisierten Partner Share Action eine Studie1 durchgeführt. Wir fokussierten uns dabei auf die 20 grössten Schweizer Kassen, die zu sechs Themen befragt wurden: • Politik und Ansätze zum verantwortungsvollen/nachhaltigen Investieren • Ernennung von Vermögensverwaltern und Anlageberatern • Ausübung von Stimmrechten und Dialog mit Unternehmen • Anlagenbestand und Transparenz • Umgang mit dem Klimawandel • Dialog mit ihren Mitgliedern Die wichtigsten Resultate der Studie: • Von 20 befragten Pensionskassen haben sich 16 aktiv beteiligt. Diese 16 beschäftigen sich in irgendeiner Form mit dem Thema verantwortungsvolles Investieren. Dreizehn von ihnen verfügen sogar über entsprechende Grundsätze. • Die Gründe für die unterschiedlich ausgeprägten Bestrebungen variieren: Die meisten sehen es als Teil ihrer treuhänderischen Pflicht oder als Möglichkeit, die Firmen zu beeinflussen, in die sie investieren. Nur wenige handeln aus Risiko-Rendite-Überlegungen. • In Bezug auf den Klimawandel haben bereits einige Pensionskassen Massnahmen getroffen: Neun haben für mindestens eine Anlageklasse eine Analyse der Klimaauswirkungen durchgeführt. Allerdings verfügt nur eine der befragten Pensionskassen über eine Strategie zum Umgang mit den Finanzrisiken im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

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«Schweizer Pensionskassen und verantwortungsvolles Investieren», WWF, ShareAction, 2016. Univox/WWF-Studie 2015

Es ist erfreulich, dass viele Kassen das Thema Nachhaltigkeit auf dem Radar haben, sei es aus Rendite-, Risiko-, Umwelt- oder ethischen Überlegungen. Es bleibt jedoch noch viel Raum für bedeutungsvolle Weiterentwicklung. Im Dialog mit den Pensionskassen erfahren wir immer wieder, dass Versicherte ihnen gegenüber kaum Interesse daran zeigen, ob und wie nachhaltig angelegt wird. Dies ist aus Perspektive des WWF natürlich bedauerlich, zumal eine Umfrage ergeben hat, dass sich 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung wünschen, dass Pensionskassen Investitionen in fossile Energien zugunsten erneuerbarer Energien reduzieren2. Dieser Wunsch ist den Pensionskassen wahrscheinlich nicht bekannt, denn momentan werden nur limitiert Kommunikationskanäle angeboten, die es Versicherten ermöglichen, ihre Anliegen direkt einzubringen: Nur eine der befragten Kassen führt zum Beispiel regelmässig Umfragen durch. Mitglieder müssen also mit viel Eigeninitiative ihre Vertreter im Stiftungsrat oder das Kassen-Management direkt angehen, wenn sie auf die Grundsätze Einfluss nehmen möchten, nach denen ihre Vorsorgegelder verwaltet werden. Enorme Verantwortung In ihren generationsübergreifenden Investitionen tragen Pensionskassen eine enorme Verantwortung. Der langfristige Horizont von Nachhaltigkeitsrisiken (zum Beispiel Klimawandel und Kohlenstoffblase) und -opportunitäten (zum Beispiel nachhaltige Infrastrukturinvestitionen) stellt dabei eine Chance dar, die von vielen Kassen noch nicht erkannt wird. Ausserdem wäre nachhaltiges Investieren ein wichtiger Beitrag an die Sicherung einer gesunden Natur und einer intakten Gesellschaft, also einer erstrebenswerten Zukunft für die Mitglieder. Inwieweit dies jedoch nicht nur eine gesellschaftliche, sondern tatsächlich eine treuhänderische Verantwortung ist, wäre zu diskutieren. r

Britta Rendlen leitet seit März 2015 die Abteilung Sustainable Finance beim WWF Schweiz. Zuvor war sie im Asset- und Risiko-Management der Swiss Re, wo sie zuletzt die Abteilung Sustainability and Political Risks leitete. Sie hat einen MBA der Kellogg School of Management und ist zertifizierte Investment-Analystin (AZEK).

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Sustainable Investments

INVESTIEREN FÜR DIE ZUKUNFT NACHFOLGENDER GENERATIONEN Immer mehr Anleger investieren ihr Geld zu Recht unter nachhaltigen und ethischen Gesichtspunkten, denn die Ressourcen unserer Erde sind begrenzt und werden immer schneller verbraucht. Mehr denn je müssen wir daher auf einen sorgfältigen Umgang mit ihnen achten. Klimawandel, Luft- und Wasserverschmutzung sind nur einige Schlagworte dazu. Deshalb gewinnen ethische, soziale und ökologische Handlungen von Unternehmen immer mehr Wert, und unsere Gesellschaft reagiert zunehmend sensibler darauf. Nachhaltige Investments sind nicht nur ein kurzfristiger Trend, sondern haben sich als eigene Assetklasse etabliert. ACATIS hat sich auf das «Value Investing» spezialisiert. 2009 entstand die Idee, diesen Anlagestil mit dem Thema Nachhaltigkeit zu kombinieren und in einigen Fonds umzusetzen. Spezialist für das Themengebiet Nachhaltigkeit bei den ACATIS Fair Value Fonds ist die Schweizer Investmentboutique ACATIS Fair Value Investment AG. Das Zusammenspiel von Nachhaltigkeit und dem Value-Anlagestil ist das Alleinstellungsmerkmal der ACATIS Fair Value Fonds, und in einer eigenen Studie haben wir festgestellt, dass die Kombination von Value und Nachhaltigkeit langfristig überdurchschnittliche Erträge bringt. Für die ACATIS Fair Value Fonds werden Unternehmen ausgesucht, die verantwortungsvoll mit den Ressourcen unserer Welt umgehen, die Risiken für Umwelt und Gesellschaft minimieren und die unsere ethische Auffassung akzeptieren. Die in den Fonds eingesetzten Nachhaltigkeitskriterien hat die ACATIS Fair Value Investment AG zusammen mit

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Investoren erarbeitet. Das speziell erstellte Nachhaltigkeitsresearch bezieht ACATIS exklusiv von der Ratingagentur imug/EIRIS Vigeo. Dadurch ist ein unabhängiges Nachhaltigkeitsscreening für die Fonds gewährleistet. Zudem gibt es bei den Fonds einen unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat, der stellvertretend für die Anleger die Einhaltung der Kriterien und ihre Aktualität überwacht. Ein besonderes Merkmal der ACATIS Fair Value Fonds ist neben den Ausschlusskriterien, die Berücksichtigung von Positiv- und Negativkriterien. Negativkriterium bedeutet, dass Unternehmen aufgrund definierter negativer Eigenschaft nicht berücksichtigt werden. Positivkriterium hingegen heisst, dass Unternehmen in das Anlageuniversum aufgenommen werden, die sich auf einem guten Weg zu einem ethisch, nachhaltigen Unternehmen befinden. In 2016 wurden als neue Ausschlusskriterien «Erdöl aus Teersanden und Ölschiefer» und «Kraftwerkskohle» aufgenommen. Besonders ist das Nachhaltigkeitsrating

von Staaten. Diese Emittenten werden unter anderem nach den Kriterien Menschenrechte und Demokratie, Umwelt, Korruption, Besitz von Atomwaffen, Vollzug der Todesstrafe, Anteil Atomstrom über 15 % oder der Nichtratifizierung der Biodiversitätskonventionen gescreent. Nachhaltigkeit und Value setzen wir für unsere Kunden in den Anlageklassen Aktien (ACATIS Fair Value Aktien Global), Obligationen (ACATIS Fair Value Bonds UI) sowie vermögensverwaltend (ACATIS Fair Value Modulor Vermögensverwaltungsfonds) um. Seit 2016 in der Schweiz zugelassen Der ACATIS Fair Value Modulor Vermögensverwaltungsfonds ist seit dem Frühjahr 2016 in der Schweiz zum Vertrieb zugelassen. Das ursprüngliche Fondskonzept, das auf dem Vorbild amerikanischer Colleges basierte, wurde im Mai 2012 erfolgreich auf einen vermögensverwaltenden Nachhaltigkeitsfonds mit Einzeltiteln umgestellt. Seitdem erzielte

ACATIS Fair Value Aktien Global CHF, Valorennummer: 12346680


Bild: Sonneblick Walzenhausen

ACATIS Fair Value Modulor Vermögensverwaltungsfonds, Valorennummer: 2828164

FACTS ACATIS Fair Value Investment AG ist seit 2009 auf nachhaltige Investments spezialisiert und Nachhaltigkeitsberater für die ACATIS Fair Value Fonds. Die ACATIS Fair Value Fonds haben ein Alleinstellungsmerkmal: die Kombination von Nachhaltigkeit und Value.

der Fonds ein Plus von 36,4 % bei einer Volatilität von 6,2 %. Zudem hat der Fonds seit der Umstellung jedes Jahr 4 % an die Investoren ausgeschüttet, was für Stiftungen und gemeinnützige Organisationen interessant ist. Auf drei Jahre werden, die Tranchen I+S des Fonds von Morningstar mit 5 Sternen, die Tranchen A+B mit 4 Sternen bewertet. Der ACATIS Fair Value Modulor Vermögensverwaltungsfonds investiert in bis zu 30 verschiedene Anlageklassen (Aktien, Obligationen, sonstige Anlageklassen). Durch diese breite Streuung und der Investition in unterbewertete Anlageklassen wird eine stetige Wertentwicklung bei möglichst niedriger Kursschwankung angestrebt. Dass nachhaltiges Investieren Hand in Hand mit einem Renditeplus laufen kann, zeigt der ACATIS Fair Value Modulor Vermögensbildungsfonds. Für Schweizer Kunden Speziell für Schweizer Investoren haben wir den internationalen nachhaltigen Value-Aktienfonds ACATIS Fair Value Aktien Global konzipiert, der in Schweizer Franken notiert. Alle investierten Titel durchlaufen unsere Nachhaltigkeits- und Value-Filter. Wenn ein

Titel unseren Vorgaben entspricht und eine ausreichend hohe Sicherheitsmarge hat, ersetzt er in unserem Portfolio einen Titel mit einer unzureichenden Sicherheitsmarge. Die Zusammensetzung des Fonds wird laufend justiert und in der optimalen Gewichtung gehalten. Jede Währung, deren Anteil am Portfolio grösser als 5 % ist, wird gegen den Schweizer Franken kursgesichert. Somit hat ein Schweizer Anleger fast keine Währungsrisiken, und der Fonds ist für ihn eine ideale Alternative zu den teuren Schweizer Aktien. Auch Schweizer Unternehmesperlen dabei Handverlesen finden aber auch Schweizer Unternehmensperlen wie Belimo, Bossard, Hochdorf oder Kardex den Weg ins Portfolio. Der ACATIS Fair Value Aktien Global CHF erzielte in den vergangenen 5 Jahren ein Plus von 38,4 % und überzeugte durch sein ausgewogenes Portfolio. Alle drei ACATIS Fair Value Fonds wurden in 2016 mit dem erstmals vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) vergebenen FNG-Siegel zertifiziert. Alle zertifizierten Fonds verfolgen einen stringenten und transparenten Nachhaltigkeitsansatz. r

Das Unternehmen ist eine Partnergesellschaft der Aquila & Co. AG, welche seit 2005 als Effektenhändlerin und seit 2012 als Bank von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA) beaufsichtigt wird.

Rainer Unterstaller Geschäftsführender Gesellschafter

ACATIS Fair Value Investment AG Güetli 166 9428 Walzenhausen T. +41 71 886 45-17 F. +41 71 886 45-19 unterstaller@acatis-fairvalue.ch www.acatis-fairvalue.ch

Disclaimer: Die Angaben auf diesen Seiten gelten nicht als Angebote und dienen lediglich der Information. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts wird keine Haftung übernommen. Die Zahlen basieren auf dem Stand vom 30.8.2016.

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Sustainable Investments

ETHISCH-NACHHALTIGE INVESTMENTS: CHANCEN IDENTIFIZIEREN Immer mehr Anleger möchten durch die Beachtung sozialer Aspekte und von Umweltkriterien ihre Renditeergebnisse verbessern. Gleichzeitig ist ihnen ein positiver Einfluss auf die Gesellschaft und die Umwelt wichtig. Die Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG hat bereits 1995 den ersten Ethikfonds Kontinentaleuropas aufgelegt. Seitdem stellt der H & A PRIME VALUES Income unter Beweis, dass die Beachtung sozialer und ökologischer Kriterien Investmentrisiken reduzieren und Anlagechancen identifizieren kann. Seit seiner Lancierung hat der defensive, weltweit investierende Mischfonds einen Wertzuwachs von jährlich 4,8 Prozent

ments auch nachhaltige Bewertungen mit einfliessen lässt. Ethikanalyse erweitert Finanzanalyse Bevor die potenziellen Beteiligungen ins Portfolio des Fonds aufgenommen werden, durchlaufen sie einen mehrstufigen Investmentprozess, der sowohl auf finanzanalytischen als auch auf ethischen Bewertungen basiert.

«Ethische Anlageprozesse verleihen Vermögensportfolios Stabilität und verbessern das Risiko-Rendite-Profil.»

Weniger Risiken durch Ausschlusskriterien In einem zweiten Schritt analysiert das eigene Ethik-Research-Team detailliert die von den Fondsmanagern als aussichtsreich eingestuften Aktien und Anleihen. Beispielsweise werden Unternehmen und Anleiheemittenten aus dem Anlageuniversum gestrichen, die gegen Menschenrechte verstossen, die den Schutz natürlicher Ressourcen missachten oder die ihr Geld mit der Produktion und dem Handel von Waffen, Alkohol, Tabak oder Pornographie verdienen.

Oliver Fischer, Publikumsfondsgeschäft, Mitglied des Verwaltungsrats

erzielt (Stand: 31. Juli 2016). Verschiedene Rankings und Auszeichnungen belegen regelmässig, dass der H & A PRIME VALUES Income auch im Vergleich mit herkömmlichen Mischfonds in der Spitzengruppe rangiert. Das gelingt dem Fondsmanagement nicht obwohl, sondern gerade weil es bei seinen Invest-

Am Anfang erfolgt eine detaillierte Finanzanalyse. Dabei geht es schwerpunktmässig darum, das Geschäftsmodell eines Unternehmens sowie seine fundamentalen und finanziellen Daten zu bewerten. Liegt ein attraktives Rendite-Risiko-Profil vor, qualifiziert es sich als potenzielles Investment.

Diese erste Stufe des Ethik-Filters verhindert, dass der Fonds unethisches Wirtschaften finanziell unterstützt. Gleichzeitig ermöglichen es diese Ausschlusskriterien, potenzielle Investmentrisiken zu reduzieren oder sogar ganz zu vermeiden. Zu einem grossen Risiko eines unsozialen und unökologischen Wirtschaftens zählt beispielsweise die

1. Finanzanalyse

2. Ethikanalyse

Portfolio

3. Ethik-Komitee-Bewertung

4. Portfolio-Konstruktion

5. Engagement

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Sustainable Investments

Aktien, Unternehmensanleihen, Staatsanleihen Ausschlusskriterien Positivkriterien

Ethisches Anlageuniversum FÜNF ETHISCHE PERSPEKTIVEN

1. 2. 3. 4.

Verantwortungsbewusstsein

5.

Image und Reputation

Produkte und Dienstleistungen

27

FACTS Die Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG gilt als Pionier in der Vermögensverwaltung nach ethischen Grundsätzen. Der seit 1995 erfolgreich implementierte und kontinuierlich weiterentwickelte Investmentprozess gewährleistet Anlegern und Investoren eine risikokontrollierte und umfassende Vermögensbetreuung. Die Zürcher Vermögensverwaltungsgesellschaft ist eine 100-prozentige Tochter von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA. Die Bank konzentriert sich auf die ganzheitliche Beratung und die Verwaltung von Vermögen privater und unternehmerischer Kunden, das Asset Management für institutionelle Investoren sowie die Zusammenarbeit mit unabhängigen Vermögensverwaltern.

Prozesse Schutz natürlicher Ressourcen

Beschädigung der Reputation eines Unternehmens. Mehr Chancen durch Positivkriterien In einem zweiten Schritt werden die potenziellen Investments dahingehend analysiert, ob sie einen positiven Beitrag für die Gesellschaft oder die Umwelt leisten. Die Analyse erfolgt anhand fünf ethischer Perspektiven wie dem Verant-

Kontrolle durch unabhängigen Beirat Schliesslich überprüft ein autarkes Ethik-Komitee regelmässig alle Bewertungen der Ethik-Analysten. Dieser Beirat besteht aus mehreren renommierten Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachrichtungen wie Wirtschaftsethik, Medizin, Ökologie, Finanzwirtschaft und Theologie. Die Mitglieder agieren gewissermassen stellvertretend für

«Ethisch Investieren gestaltet die Zukunft.»

Roman Limacher Geschäftsführer

Oliver Fischer Publikumsfondsgeschäft Mitglied des Verwaltungsrats

Roman Limacher, Geschäftsführer

wortungsbewusstsein oder den angebotenen Produkten und Dienstleistungen des Unternehmens. Ziel ist es, weiche Faktoren, also beispielsweise die Führungsgrundsätze, den Konsumentenschutz oder die Kundenbetreuung, zu bewerten. Die Betrachtung von Nachhaltigkeits-Trends leistet auch einen wichtigen Beitrag dazu, aussichtsreiche Investments zu identifizieren, und stellt damit eine sinnvolle Ergänzung zur reinen Finanzanalyse dar.

den Anleger und stehen für die Einhaltung strenger sozialer und ökologischer Richtlinien mit entsprechender Transparenz. Das Ergebnis dieses mehrstufigen Investmentprozesses ist ein breit diversifiziertes Portfolio aus Anleihen und Aktien, das attraktive Renditen verspricht und das soziale sowie ökologische Wirtschaften von Unternehmen, staatlichen Organisationen und Ländern unterstützt. r

Hauck & Aufhäuser (Schweiz) AG Talstrasse 58 8022 Zürich T. +41 44 220 11 22 office@hauck-aufhaeuser.ch www.hauck-aufhaeuser.ch

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Sustainable Investments

ESG-ENGAGEMENT SENKT RISIKEN UND VERBESSERT DIE PERFORMANCE Als langfristiger VermÜgensverwalter hilft Schroders den Unternehmen, mit einem konstruktiven ESG-Engagement die Risiken zu steuern – und verbessert damit auch die Performance fßr seine Kunden. Anleger werden sich zunehmend des Einflusses bewusst, den ESG-Faktoren auf Unternehmen und deren Performance haben kÜnnen. Sie interessiert nicht nur, ob VermÜgensverwalter ESG-Faktoren berßcksichtigen und sich bei den Unternehmen aktiv in dieser Hinsicht engagieren, sie fragen auch, wie diese Faktoren in die Bewertung und Titelauswahl einbezogen werden, und suchen

nach MÜglichkeiten, die Nachhaltigkeit ihrer Anlagen zu messen. Vorteile fßr alle Schroders verfßgt seit 20 Jahren ßber ein Team, das sich nachhaltigem Investieren widmet. Wir betrachten das Engagement bei Unternehmen und deren Geschäftsfßhrung als grundlegendes Element unserer Verpflichtung als ak-

tiver Anleger. Nach dieser Philosophie konzentrieren wir uns auf die langfristigen Aussichten der Unternehmen, in die wir investieren. Wir sind der Ăœberzeugung, dass gut gefĂźhrte, verantwortungsbewusst handelnde Unternehmen nicht nur fĂźr die Gesellschaft von Vorteil sind, sondern auch fĂźr die Aktionäre. Studien haben gezeigt, dass Unternehmen, die kontinuierlich hohe Standards

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Sustainable Investments

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in den Bereichen Umwelt, Soziales und UnternehmensfĂźhrung (ESG) erfĂźllen, von niedrigeren Kapitalkosten profitieren und im Laufe der Zeit mit hĂśherer Wahrscheinlichkeit Ăźberdurchschnittliche Renditen erwirtschaften1. Aus diesem Grund sind ESG-Aspekte in sämtlichen Anlageklassen ein integraler Bestandteil unseres Anlageprozesses. In der Praxis bedeutet dies, dass ein Team von ESG-Analysten Trends erforscht und bewertet, die oft bei einer konventionellen Finanzanalyse Ăźbersehen werden. Das ESG-Team von Schroders baut einen branchenspezifischen Dialog mit Anlegern Ăźber Regionen und Anlageklassen hinweg auf. Es hat branchenspezifische Leitlinien entwickelt, um zu gewährleisten, dass sich Finanzanalysten auf die wichtigsten ESG-Themen und Leistungskennzahlen konzentrieren. Dies erlaubt es unseren Finanzanalysten, ein umfassendes Verständnis aller Risiken zu entwickeln, denen ein Unternehmen ausgesetzt ist, ob sie nun mit den Finanzen, der Umwelt, sozialen Aspekten oder der UnternehmensfĂźhrung zusammenhängen. Auf diese Weise werden bessere Entscheidungen beim Investieren getroffen. Interaktion als Erfolgsbaustein Ferner steigern wir Renditen, indem wir durch Interaktion sicherstellen, dass Unternehmen, in die wir investiert sind, auf eine langfristig nachhaltige Weise gefĂźhrt werden â&#x20AC;&#x201C; und dies mit Erfolg: 2015 hielten unsere Fondsmanager und Analysten mehr als 16Ö&#x201C;500 Treffen mit

Unternehmen ab. Diese Treffen dienen vor allem auch als Plattform fßr die Diskussion von ESG-Themen. Unser ESGTeam interagierte dabei mit nahezu 500 Unternehmen in 33 verschiedenen Ländern. Eine aktuelle Studie2 konnte zeigen, dass ein solches Engagement im Jahr nach der Interaktion zu einem Anstieg der Rendite von durchschnittlich 2,3b % fßhrt. Fßhrt diese Interaktion zu erfolgreichen Ergebnissen, wird im Jahr nach der erstmaligen Interaktion im Durchschnitt sogar ein Plus von 7,1b% erzielt. Unternehmen operieren nicht im luftleeren Raum; Industriezweige weltweit sehen sich sozialen, umweltpolitischen und branchenspezifischen Veränderungen gegenßber. Die Kluft zwischen den Werten von Unternehmen, die sich auf der richtigen oder der falschen Seite dieser Tendenzen befinden, wächst stetig. Aktive Manager sind gut positioniert, um die Chancen, die diese Tendenzen bieten, zu erkennen und zu nutzen. Schroders investiert seit ßber 210 Jahren auf lange Sicht und seit 20 Jahren werden verstärkt Ressourcen des nachhaltigen Investierens hinzugezogen. Die eingesetzte ESG-Analyse verschafft dabei fßr Anleger einen besseren Einblick in Unternehmen und zeigt, wie Unternehmen Wert schaffen. r 1

Nachhaltiges Investieren: Establishing Long-Term Value and Performance, Fulton, Juni 2012, und â&#x20AC;&#x17E;Can investors do well while also doing good?â&#x20AC;&#x153;, Schroders Investment Horizons, Ausgabe 3, 2015. 2 Active Ownership â&#x20AC;&#x201C; Elroy Dimson, Ouzhan Karaka, Xi Li (August 2015).

Ă&#x153;ber Schroders Schroders verfĂźgt Ăźber mehr als 210 Jahre Anlageerfahrung. Mit Hauptsitz in London und mit einem verwalteten VermĂśgen von rund CHF 450 Milliarden ist Schroders einer der weltweit fĂźhrenden unabhängigen VermĂśgensverwalter. Seit 1959 ist Schroders an der Londoner BĂśrse kotiert; die Kontrollmehrheit des Aktienkapitals wird jedoch immer noch von der Familie Schroders gehalten. Unabhängigkeit ist Schroders sehr wichtig. Dies gilt im Hinblick auf die solide Finanzlage und Stabilität des Unternehmens wie auch in Bezug auf das Geschäft: Schroders konzentriert sich einzig auf die VermĂśgensverwaltung und vermeidet so jede Art von Interessenskonflikten. Schroders beschäftigt weltweit mehr als 3800 Mitarbeitende an 37 Standorten in 27 Ländern. Ă&#x153;ber 700 Anlageexperten widmen sich allen grossen Finanzmärkten und Anlageklassen der Welt. Schroders betreibt damit in der VermĂśgensverwaltungsbranche eines der grĂśssten Research-Netze, das weltweit vor Ort tätig ist. In der Schweiz wird das Unternehmen im institutionellen Bereich durch die Schroder Investment Management (Switzerland) AG mit Sitz in ZĂźrich und Genf vertreten. Mit einer umfassenden Palette von Anlagefonds, spezifischen MandatslĂśsungen und grosser Fachkompetenz begegnet Schroders den hohen Anforderungen der institutionellen Schweizer Kundschaft und bietet AnlagelĂśsungen fĂźr jegliche AnlagebedĂźrfnisse. Schroders, Stand 30. Juni 2016

BĂŠatrice Hirzel Corte Head of Marketing & Communication

Schroder Investment Management (Switzerland) AG Central 2 8001 ZĂźrich T. +41 44 250 11 11 info-sim@schroders.com www.schroders.ch

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Sustainable Investments

BESSERE ANLAGEENTSCHEIDE DANK «ESG-INTEGRATION» Swisscanto Invest by Zürcher Kantonalbank integriert konsequent ESG-Faktoren in den fundamentalen Anlageprozess, um die Chancen und Risiken, die sich daraus ergeben, für bessere Anlageentscheide zu nutzen. Unter ESG-Integration werden alle Ansätze verstanden, die ökologische (E), soziale (S) sowie Governance-Faktoren (G) in die klassische Finanzanalyse einbeziehen. Die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken können quantitativ in Bewertungsmodelle einfliessen oder als qualitativer Input zu besseren Anlageentscheiden beitragen. Eine notwendige Voraussetzung für die ESG-Integration ist die Verfügbarkeit entsprechender Informationen. Risiken schnell im Blick Die Swisscanto Invest integriert systematisch ESG-Faktoren in den Anlagepro-

zess für alle traditionellen aktiven Aktienanlagen. Das Ziel der Anlagephilosophie besteht darin, überdurchschnittliche Renditen zu erreichen durch die Identifikation von Unternehmen, die attraktiv bewertet sind und einen bewährten Management-Track-Record sowie ein qualitativ hochwertiges Geschäftsmodell aufweisen. Die Aktien werden dazu mit einer detaillierten Fundamentalanalyse bewertet und zu Portfolios zusammengestellt. Im Rahmen der Qualitätsprüfung (Schritt 2 in der Grafik 1) werden ESG-Faktoren berücksichtigt, um materielle Risiken zu erkennen, die noch nicht in der Bewertung eingepreist sind.

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Zentral für den praktischen Einsatz bei den mehr als zwanzig Analysten und Portfoliomanagern sind die schnelle Verfügbarkeit sowie die Relevanz und Verständlichkeit der Informationen. Dazu wurde eigens ein Tool entwickelt, das auf Knopfdruck die relevanten Umwelt-, Sozial- und Governance-Daten für ein beliebiges Unternehmen übersichtlich in drei Abschnitten zusammenstellt (Grafik 2): â&#x20AC;¢ Bewertung eines Unternehmens in den Dimensionen Umwelt, Soziales und Governance (grafisch und mit Kennzahlen) mit Warnhinweisen auf kritische Aspekte

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Grafik 2: Auszüge aus dem ESG-Tool des fundamentalen Anlageprozesses am Beispiel der RWE AG (Quelle: Swisscanto Invest, RepRisk, MSCI ESG, TruCost)

Nachhaltiges Investment 2017




Sustainable Investments

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Grafik 1: Anlageprozess fĂźr aktive Aktienanlagen der Swisscanto Invest

â&#x20AC;˘ Relevante Datenpunkte zur Corporate Governance â&#x20AC;˘ Key Performance Indicators und Fragen als Grundlage fĂźr Engagements gegenĂźber dem Management des Unternehmens. Rote Ampel fĂźr Kohlestrom Beim deutschen Energieversorger RWE AG als konkretem Unternehmensbeispiel erkennt man anhand des ESG-Indikators schnell, dass RWE im roten, d.h. problematischen, Bereich der Skala angesiedelt ist (Grafik 2). Der ESG-Indikator bietet eine vereinfachte Analyse, die pro Dimension (Umwelt, Soziales und Governance) auf einem zentralen Kriterium beruht. Der Indikator Umwelt (Environment) zeigt auf, dass die CO2-Emissionszahlen des Unternehmens (in Relation zum Umsatz) hoch sind; bei RWE macht Kohlestrom rund 40 % der Produktionskapazität aus. Zudem werden rote Warnhinweise aufgrund von Umweltkontroversen vergeben, etwa wegen der Umweltbelastungen durch den Kohleabbau und der ungedeckten Kosten fĂźr den RĂźckbau der Kernkraftwerke. Bei der Corporate Governance von RWE sollten etwa FĂźhrung, EntlĂśhnung oder Aktionärsrechte kritisch hinterfragt werden. Insgesamt geben knapp 60 Indikatoren zu Leadership, EntlĂśhnung, Aktionärsrechten sowie Accounting & Reputation detaillierte Informationen zu mĂśglichen Risiken bei der UnternehmensfĂźhrung. So kann der Analyst relevante ESGRisikohinweise schnell erkennen und beurteilen, ob diese in der Unterneh-

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mensbewertung bereits enthalten sind oder ob grundsätzliche Vorbehalte gegenßber dem Geschäftsmodell bestehen. Verständnis fßr Ükonomische Haupttreiber Entscheidend fßr erfolgreiches Investieren ist das Verständnis der Ükonomischen Treiber einer Branche. ESG-Thematiken sind in vielen Branchen von materieller Bedeutung. Die besonders relevanten Treiber werden in einem weiteren Abschnitt fßr die Branche des analysierten Unternehmens zusammengestellt (nicht auf der Grafik). Zudem dienen spezifische Fragestellungen den Analysten und Portfoliomanagern als Grundlage, um fßr das Geschäftsmodell relevante (ESG-)Faktoren direkt mit dem Management zu besprechen. Die systematische Erhebung und Verarbeitung dieser ESG-Informationen verleiht der konventionellen Finanzanalyse eine zusätzliche Dimension und fßhrt zu besseren Anlageentscheiden. Mit der konsequenten Integration der ESG-Analyse in den fundamentalen Anlageprozess unterstreicht das Asset-Management der Swisscanto Invest die wachsende Bedeutung von ESG-Faktoren fßr erfolgreiches Anlegen. r

Die Marke ÂŤSwisscanto Invest by ZĂźrcher KantonalbankÂť ging hervor aus der Fusion zwischen der ZĂźrcher Kantonalbank und der SwisscantoGruppe, die 1993 gemeinsam von den Kantonalbanken gegrĂźndet worden war. Durch die Ă&#x153;bernahme eines der fĂźhrenden Anlagefondsanbieter, VermĂśgensverwalter und Anbieter von LĂśsungen der beruflichen und privaten Vorsorge wurde die ZĂźrcher Kantonalbank zum grĂśssten Schweizer VermĂśgensverwalter fĂźr Schweizer Kunden. Bekannt ist sie fĂźr ihre Vorreiterrolle in nachhaltigen Anlagen. Als Universalbank mit nationaler sowie internationaler Ausrichtung bietet die ZĂźrcher Kantonalbank eine umfassende Dienstleistungspalette an. Sie erbringt als integrierte Finanzdienstleisterin sämtliche Anlagedienstleistungen wie Anlage- und Vorsorgeberatung, Research, Handel und Asset-Management im eigenen Haus. Per 31. Dezember 2015 beschäftigte die ZĂźrcher Kantonalbank 5179 Mitarbeitende. Die verwalteten Assets under Management beliefen sich per 31. Juli 2016 auf CHF 145.9 Milliarden. Bei der Geschäftstätigkeit im In- und Ausland werden die Grundsätze der Nachhaltigkeit beachtet. Dadurch wird erfolgreiches wirtschaftliches Handeln dauerhaft in Einklang gebracht mit der Verantwortung fĂźr Umwelt und Gesellschaft. Dieser Anspruch ist auch Bestandteil des gesetzlichen Leistungsauftrages der Bank und ist in ihrer Nachhaltigkeitspolitik verankert.

www.swisscanto.ch www.zkb.ch/nachhaltigkeit

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Sustainable Investments

CADMOS FUNDS – ENGAGEMENT, DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG Die Anlagestrategie Buy & Care® verbindet herkömmliche Finanzanalyse mit Aktionärsengagement und integriert ökologische, soziale und unternehmerische Kriterien (ESG).

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zwischen einem herkömmlichen Anlagemodell und einem nachhaltigen Investment zu schlagen. Sie ermöglicht unseren Fondsmanagern eine umfassendere Sicht auf die Unternehmen. Damit erhalten sie ein besseres Verständnis zukünftiger Cashflow-Entwicklungen und ermöglich eine Abschätzung der Auswirkungen ihrer Strategie in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung.

unsere Managern von ESG-Fachleuten unterstützt, die die Herausforderungen der Unternehmen im Bereich ESG ganz genau kennen. Unsere Gesprächspartner gehören oft der obersten Führungsebene der Unternehmen an, in jedem Fall sind es die mit den Verantwortlichkeiten eines CFO ausgestatteten Führungskräfte und die für Nachhaltigkeit zuständigen Personen. Auf diese Weise erreichen wir einen echten integrierten Dialog, der es uns ermöglicht, die finanzielle und soziaAktionärsengagement werden 5NR]_c8e^Rc4ei͋5NbSΌFdbNdSVXS

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Ca re Portfolio-Management • Verteilung (ca. 30–40 Unternehmen) • Langfristiges Ziel (Turnover 25 %) • Risikomanagement

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Unternehmensanalyse • Leader und Trendsetter • Wettbewerbsvorteil • Integriertes Bewertungsmodell

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Aktionärsengagement • Abgestimmt durch Portfolio-Manager • UNGC-Engagement • Finanzieller Fokus

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Dank der Strategie Buy & Care® können wir eine bessere Auswahl der Unternehmen treffen, sie genauer bewerten, ihr Haussepotenzial nutzen und Fortschritt stimulieren, der sowohl von den Finanzmärkten als auch von anderen Beteiligten anerkannt und geschätzt wird.

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Nachhaltiges Investment 2017

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Innovation, der erste Schlüssel zum Erfolg Die wesentliche Innovation des Cadmos Funds besteht darin, eine Brücke

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Beim Vor zwanzig Jahren waren Nachhaltigkeit und die Integration der ESG-Kriterien nur eine romantische Idee in der Wirtschaft. Heute sind sie eine wahrscheinlich überlebenswichtige Notwendigkeit. Von G8 und G20 bis hin zu allen grossen supranationalen Organisationen und Finanzaufsichtsbehörden bestätigen alle, dass dieser Übergang nur mit massiven Finanzmitteln und daher nur unter Beteiligung der Finanzwelt möglich ist.

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Unsere wichtigste Motivation besteht darin, für unsere Kunden durch die Optimierung der drei Aspekte Performance, Risiko und Wirkung, Werte zu schaffen. Diese drei Dimensionen sind untrennbar miteinander verbunden. Diese Tatsache zu ignorieren, kommt heute einer finanziellen Fahrlässigkeit und sozialen Verantwortungslosigkeit gleich.

Wir bevorzugen stets den Dialog vor dem Ausschluss, die integrative und qualitative Analyse der ESG-Parameter vor den manchmal willkürlich wirkenden ESG-Ratings und die zukünftigen Entwicklungen der Unternehmen vor ihrer, auch jüngsten, Vergangenheit.

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Gründungsprinzipien der Cadmos Funds «Wir investieren nicht in Aktien, sondern in Unternehmen.» Dieses Gründungsprinzip von de Pury Pictet Turrettini & Cie SA hat seit 2006 zur Entwicklung der Strategie Buy & Care® für die Cadmos Funds geführt. Im Zentrum dieser Strategie steht das Aktionärsengagement, das bedeutet der direkte Kontakt zwischen den Fondsmanager und den Führungsorganen der Unternehmen.


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Das Ziel ist, Stufe 5 zu erreichen.

le Kohärenz der Nachhaltigkeitsstrategie der Unternehmen besser einzuschätzen. Die Strategie Buy & Care® führt auch eine Finanzanalyse durch. Diese distanziert sich aber vom kurzfristigen Denken und Handeln. Wir konzentrieren uns in unserer Analyse auf die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle der Unternehmen und nicht auf die Schätzung der Einnahmen des nächsten Quartals. Wir investieren in eine kleine Zahl von Unternehmen, bei denen wir meistens mindestens fünf Jahre Aktionär bleiben. So schätzt Mercer zum Beispiel, dass in einem klassischen Portfolio, eine Gesellschaft im Durchschnitt nur 18 Monate bleibt. Auch bei nachhaltigen Finanzanlagen gibt es Schwachstellen – Dogmen, Starrheit, eine versteckte politische Agenda, zweifelhafte Performance und Wirkungen usw. –, was zum Teil erklärt, warum sich diese Art von Finanzanlagen noch nicht weiter durchgesetzt hat. Die Transparenz, die wir loben, wenden wir daher auch auf uns selbst an. Cadmos veröffentlicht jedes Jahr einen Leistungsbericht, in dem unsere Transaktionen, unsere Stimmanteile, unsere Besuche und natürlich die finanzielle Performance und die Auswirkungen unseres Aktionärsengagements in voller Transparenz dargelegt werden. Finanzielle Performance und Auswirkungen unseres Aktionärsengagements Manche Unternehmen schätzen es, dass die Manager des Cadmos Funds sich jedes Jahr die Zeit nehmen, um mit der Geschäftsleitung des Unternehmens einen proaktiven Dialog über die finanziellen Herausforderungen und die Herausforderungen im Bereich ESG zu

führen. Darüber hinaus formulieren wir Verbesserungsvorschläge, wie die Unternehmen Fortschritte erzielen können, ihre Transparenz verbessert werden kann und unsere nicht vergüteten Risiken eingeschränkt werden können. Wir stossen sehr oft auf Manager mit Visionen, die auf der Suche nach loyalen Aktionären für die langfristige Begleitung ihrer Branchen- oder Wachstumsstrategie sind.* Mit den von uns bei jedem Besuch formulierten Verbesserungsvorschlägen heben wir uns von dem einfachen Dialog ab, in dem einige Aktionäre mit ihren Unternehmen stehen. Wir messen unter anderem jedes Jahr mithilfe der oben stehenden Skala die Auswirkungen unserer Empfehlungen auf die Nachhaltigkeitsstrategien der Unternehmen. So haben zum Beispiel 63 % der Unternehmen in unserem Leitfonds Cadmos European Engagement Fund Stufe 5 erreicht und bei mindestens einem unserer Vorschläge konkrete Verbesserungen nachgewiesen. Seit zehn Jahren belegt unsere finanzielle Performance den zusätzlichen Wettbewerbsvorteil durch die Strategie Buy & Care®. Mithilfe eines undogmatischen Ansatzes, dem Ausüben unserer Stimmrechte und dem Streben nach Dialog haben wir es geschafft, die Einbindung der Nachhaltigkeit in die Strategien der Unternehmen in unserem Fonds konkret und positiv zu beeinflussen. r

* Der Artikel von Melchior de Muralt im Einleitungsteil dieses Magazins beleuchtet die Entwicklungen, die unser Aktionärsengagement durchgemacht hat, das sich heute auch an der Förderung neuer Chancen durch strategische Partnerschaften mit bestehenden sozialen Unternehmen orientiert.

FACTS Die Gesellschaft bietet Vermögensverwaltungsdienste an und verfügt über herausragende Kompetenzen im Bereich der Vermögensverwaltung sowohl für private als auch für institutionelle Anleger. PPT verwaltet aktuell mehr als CHF 3 Milliarden. PPT hat ausserdem stets eine grosse Innovationsfähigkeit unter Beweis gestellt und ist insbesondere Vorreiterin im Bereich verantwortungsbewusste und nachhaltige Investitionen. Sie ist Inhaberin des Verfahrens Buy and Care® und gewährleistet die Kohärenz, die Transparenz und die Ausschüttung der Cadmos Funds. PPT ist Unterzeichnerin der Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investment der Vereinten Nationen. Cadmos Funds (Stand 31.07.2016): Cadmos European Engagement Fund: überdurchschnittliche Wertentwicklung von 11,1 % seit der Lancierung im Oktober 2006 Cadmos Emerging Markets Engagement Fund: überdurchschnittliche Wertentwicklung von 6,4 % seit der Lancierung im März 2009 Cadmos Swiss Engagement Fund: überdurchschnittliche Wertentwicklung von 23,3 % seit der Lancierung im März 2014

Dominique Habegger Head of Cadmos Funds

DE PURY PICTET TURRETTINI & CIE S.A. 12, rue de la Corraterie 1211 Genève 11 T. +41 22 317 00 30 F. +41 22 317 00 33 contact@ppt.ch www.ppt.ch

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ANLAGECHANCEN AM MARKT FÜR «GREEN BONDS» Zur Finanzierung der Energiewende und zur Eindämmung des Klimawandels werden Investitionen in Billionenhöhe benötigt. Dies bietet interessante Anlagechancen an den Kapitalmärkten. Green Bonds auf Wachstumskurs Verstehen Zur Finanzierung der Energiewende und zur Eindämmung des Klimawandels werden zukünftig Investitionen in Billionenhöhe benötigt. Zwar haben sich die Staaten an der Klimakonferenz in Paris im vergangenen Jahr zur Finanzierung ökologischer Projekte – auch in Entwicklungsländern – geeinigt, aber die Mittel der öffentlichen Hand werden nur ein Teil der zukünftig zur Verfügung gestellten Investitionen sein. Der andere Teil der Finanzierung soll via Kapitalmärkte von Unternehmen der Privatindustrie beigesteuert werden. Zukünftige Umweltprojekte können dadurch sowohl wie bisher über die Aktien- aber auch vermehrt über die Bondmärkte finanziert werden. Besonders rasch vollzieht sich der Fortschritt deshalb seit jüngster Zeit tatsächlich an den globalen Bondmärkten und hier wiederum vor allem im Segment für «Grüne Anleihen» (Green Bonds). Solche Green Bonds unterscheiden sich – und das ist das Interessante – unter Risiko-Ertrags-Gesichtspunkten wie Kreditrating, Couponzahlung und Laufzeit nicht von traditionellen Bonds desselben Emittenten. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass sie ausschliesslich zur Finanzierung von Projekten vorgesehen sind, die zur Umsetzung der Energiewende beitragen sollen. Der Emittent sagt dies zum Zeitpunkt der Kapitalaufnahme zu und informiert die Anleger regelmässig im jährlichen Rechenschaftsbericht.

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Der Green Bond Markt ist im Entstehen und scheint sehr vielversprechend. Von 2007 bis 2013 wurde er vor allem von Entwicklungsbanken wie z.B. der European Investment Bank dominiert und entwickelte sich nur langsam. Ab 2014 bis heute erfreut sich das Segment jedoch eines steil ansteigenden Wachstums mit erweiterter Vielfalt, da zwischenzeitlich sehr viele Emittenten aus dem Unternehmenssektor Green Bonds für die Finanzierung ihrer Umweltprojekte platzieren.

kere Nutzung erneuerbarer Energien oder eine Verbesserung der Energieeffizienz (z.B. von Gebäuden) verringert werden. Andererseits – und dies ist für Industrieunternehmen wohl von grösserer Bedeutung – müssen Prozesse an ein Umfeld angepasst werden, in dem der Verbrauch fossiler Ressourcen reduziert werden soll. Und dies ist nicht nur unter Umweltgesichtspunkten, sondern auch unter wirtschaftlichen Aspekten sinnvoll. Denn Unternehmen, die die Umweltauswirkungen besonders proaktiv verringern, mindern damit auch ihre Anfälligkeit für ein deutlich wichtiger werdendes Risiko: Gegebenenfalls muss für den Ausstoss von CO2-Emissionen zukünftig ein Preis entrichtet werden oder es muss mit einer CO2-Steuer gerechnet werden. Da zudem regelmässig gefordert wird, die Subventionen

Und wir erwarten eine weitere starke Zunahme des Marktvolumens und der Diversifizierung der Projekte in diesem Segment. Möglichkeiten gibt es viele: Einerseits ist der Energieverbrauch ein zentrales Thema – insbesondere sollen Treibhausgasemissionen durch eine stär-

ANZAHL EMISSIONEN UND VOLUMEN IN GREEN BONDS STIEGEN IN DEN LETZTEN BEIDEN JAHREN STETIG in Mrd. EUR 80

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Emissionsvolumen

Quelle: Allianz Global Investors, Bloomberg, The BofA Merrill Lynch Green Bond Index, Daten per 30. August 2016

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FACTS

Bild: Lightspring/ shutterstock.com

Allianz Global Investors ist ein breit aufgestellter aktiver Investmentmanager mit solidem Mutterkonzern und Risikomanagementkultur. Mit 25 Standorten weltweit bieten wir globale Investmentkompetenz und umfassende Research-Expertise. Wir verwalten per 30. Juni 2016 ein Vermögen von über 469 Mrd. EUR AuM für Privatanleger, Family-Offices und institutionelle Anleger und beschäftigen über 540 Anlagespezialisten.

Grüne Anleihen – Investieren gegen den Klimawandel für fossile Energieträger zu reduzieren, sollten Unternehmen, die sich rascher auf das neue Umfeld einstellen, dadurch Wettbewerbsvorteile sichern. Die Entwicklung des Markts für Grüne Anleihen ist ein zentrales Element für die Finanzierung der Energiewende und den Aufbau einer klimafreundlichen Wirtschaft. Dieser Markt allein kann sicherlich nicht alles richten, aber er trägt dazu bei, Finanzmittel in Projekte mit möglichst positiven Auswirkungen für die Umwelt zu lenken. Dies hilft unserem Planeten und vor allem den künftigen Generationen. Handeln Im November 2015 hat Allianz Global Investors eine Green Bond Anlagestrate-

gie aufgelegt, um das unternehmerische Engagement im Bereich Ökologische Finanzierung zu unterstreichen. Über ein erfahrenes Portfolio-Management Team werden unter finanztechnischen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvolle und umweltwirksame Investitionsmöglichkeiten selektioniert. Mit Hilfe dieses Anlageprodukts will das Unternehmen möglichst vielen Anlegern die Gelegenheit geben, sich an Investitionen in Umweltprojekte zu beteiligen. Die Strategie ermöglicht ein Engagement am globalen Markt für Grüne Anleihen, bietet attraktive Renditen im Bereich der Unternehmensanleihen und investiert vor allem in Anleihen, die von Emittenten mit einem Investment Grade-Rating (Unternehmen, Staaten, Agencies oder supranationale Emittenten) begeben wurden. r

Disclaimer: Investieren birgt Risiken. Der Wert einer Anlage und Erträge daraus können sinken oder steigen. Investoren erhalten den investierten Betrag gegebenenfalls nicht in voller Höhe zurück. Die dargestellten Einschätzungen und Meinungen sind die des Herausgebers und/oder verbundener Unternehmen zum Veröffentlichungszeitpunkt und können sich – ohne Mitteilung darüber – ändern. Die verwendeten Daten stammen aus verschiedenen Quellen und wurden als korrekt und verlässlich bewertet, jedoch nicht unabhängig überprüft; ihre Vollständigkeit und Richtigkeit sind nicht garantiert. Es wird keine Haftung für direkte oder indirekte Schäden aus deren Verwendung übernommen, soweit nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich verursacht. Bestehende oder zukünftige Angebots- oder Vertragsbedingungen geniessen Vorrang. Dies ist eine Marketingmitteilung, herausgegeben von Allianz Global Investors (Schweiz) AG, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Allianz Global Investors GmbH, verfügt über Bewilligungen der FINMA (www.finma.ch) als Vertriebsträger sowie der OAKBV (Oberaufsichtskommission berufliche Vorsorge) zur Verwaltung von Vermögen der beruflichen Vorsorge.

Zwei Worte beschreiben unsere Philosophie: Verstehen. Handeln. Zwei Worte, die beschreiben, wie wir die Welt betrachten und wie wir uns verhalten. Wir wollen für unsere Kunden der Anlagepartner sein, dem sie vertrauen. Wir hören genau zu, um die Bedürfnisse unserer Kunden zu verstehen, und handeln entschlossen, um sie beim Erreichen ihrer Anlageziele bestmöglich zu unterstützen. AllianzGI verfügt über ein eigenes, globales ESG-Team, das für Research, Engagement mit Unternehmen, Stimmrechtsvertretung sowie ESG-Beratungsleistungen verantwortlich ist. Diese Dienste bilden nicht nur die Grundlage für unsere nachhaltigen und verantwortungsbewussten Anlageportfolios (Sustainable and Responsible Investments, SRI). Die daraus gewonnenen Erfahrungen fliessen auch in unsere globale Investmentplattform ein.

Marcel B. Salzmann CEO & Country Head Switzerland marcel.salzmann@allianzgi.com

Allianz Global Investors (Schweiz) AG Gottfried-Keller-Strasse 5 8001 Zürich T. +41 44 206 44 77 www.allianzglobalinvestors.ch

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PASSIVE «RESPONSIBLE» ANLAGELÖSUNGEN FÜR INSTITUTIONELLE Institutionelle Anleger sehen sich zunehmend in der Pflicht, ihre Verantwortung auch bei einer passiven Anlagestrategie wahrzunehmen. Die Finanzindustrie ist aufgefordert, entsprechende Lösungen zu entwickeln. Institutionelle investieren zunehmend nachhaltig Unter nachhaltigen Anlegern verstand man in der Vergangenheit tendenziell private, ethisch orientierte Anleger oder gemeinnützige Stiftungen und weniger institutionelle Investoren. In den letzten Jahren hat sich dieses Bild geändert: Gemäss dem Marktbericht «Nachhaltige Geldanlagen 2016» vom Forum für Nachhaltige Geldanlagen und von Swiss Sustainable Finance konnte der Schweizer Markt für nachhaltige Anlagen 2015 auf knapp 192 Mrd. CHF zulegen. Wurde 2011 noch die Hälfte der nachhaltigen Vermögen in der Schweiz von Institutionellen gehalten, sind es heute rund drei Viertel. Während das Thema der Verantwortung auf internationaler Ebene bereits

seit zehn Jahren von den PRI (Principles for Responsible Investment) thematisiert wird, haben sich in der Schweiz in den letzten Jahren ebenfalls entsprechende Interessengemeinschaften gebildet. Ende 2015 haben sich zudem sieben grosse öffentlich-rechtliche Institutionelle (darunter Publica, SUVA und die Pensionskassen der SBB und der Post) zum Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) zusammengeschlossen und ein weiteres Signal für mehr Nachhaltigkeit beim Anlegen gesetzt. Nachhaltigkeit und Passivierung – ein Widerspruch? Themen wie der Klimawandel, die Dekarbonisierung sowie die letztes Jahr verabschiedete Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung werden das An-

Für Institutionelle ist die Herausforderung, nachhaltig und verantwortungsvoll zu investieren, deutlich grösser als für andere Anlegergruppen.

legerverhalten in den nächsten Jahren prägen. Institutionelle Anleger sind zunehmend gefordert, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Während der Privatanleger grösstenteils einen aktiven Anlagestil verfolgt, welcher die nötigen Freiräume für eine nachhaltige Umsetzung bietet, investiert die Mehrheit der Institutionellen aus Kosten- und Risikoüberlegungen passiv. Sie beurteilen den Erfolg und das Risiko (Tracking Error) ihrer Anlage dabei relativ zu einer entsprechenden traditionellen Benchmark. Die Investition in nachhaltige aktive oder indexierte Anlagen, welche sich jeweils an eigenen Socially Responsible Investing (SRI) Benchmarks orientieren, erhöht in jedem Fall den Tracking Error und somit das Risiko. Für Institutionelle ist daher die Herausforderung, nachhaltig und verantwortungsvoll zu investieren, deutlich grösser als für andere Anlegergruppen. Es stellt sich entsprechend die Frage, ob ein nachhaltiger Anlageansatz für Institutionelle zwingend gleich aussehen muss wie für private Investoren oder ob sich den Institutionellen andere Möglichkeiten bieten, ihre Verantwortung z.B. über Engagements und Active Ownership wahrzunehmen. Anlagelösungen für verantwortungsbewusste institutionelle Investoren Während sich Institutionelle ihre eigenen Überlegungen zur Wahrnehmung ihrer Verantwortung machen müssen, ist die Finanzindustrie aufgefordert, verantwortungsvolle Lösungsansätze für


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FACTS

Ein passiver «responsible» Ansatz müsste sich vom bekannten aktiven Nachhaltigkeitsansatz unterscheiden.

institutionelle Anleger zu entwickeln. Das Angebot an entsprechenden Instrumenten am Markt ist nämlich noch verschwindend klein. Nachhaltige passive Anlagelösungen, welche sich an den bekannten traditionellen Benchmark-Indizes orientieren und passiven Anlegern die Möglichkeit geben, ihre Verantwortung mit dem gewohnten Tracking Error umzusetzen, fehlen noch ganz. Ein passiver «responsible» Ansatz müsste sich jedoch vom bekannten aktiven Nachhaltigkeitsansatz unterscheiden. Einerseits müsste das resultierende Portfolio auf einem nachhaltigen Anlageuniversum aufbauen, andererseits müsste es den Tracking Error zu traditionellen

Benchmarks so gut wie möglich minimieren. Dieser Kompromiss wäre möglich, aber nicht ganz einfach zu realisieren. In Ergänzung könnten die Institutionellen ihre Grösse nutzen, um über Engagements und Active Ownership entsprechende Veränderungen in Richtung einer nachhaltigen Geschäftspraxis bei den investierten Unternehmen herbeizuführen. Ein passiver «responsible» Ansatz ist somit kein Widerspruch, sondern ein möglicher neuer Weg, um den nachhaltigen Wandel auch von institutioneller Seite zu prägen und die gesellschaftliche Verantwortung stärker wahrnehmen zu können. r

Als Universalbank in der Nordwestschweiz ist die Basellandschaftliche Kantonalbank Ansprechpartner für Private, Unternehmen, Gemeinden und den Kanton und leistet mit ihrem verantwortungsbewussten Handeln einen Beitrag zur positiven Entwicklung der gesamten Region. Sie ist an 24 Standorten in den Kantonen Baselland, Basel-Stadt und Solothurn vertreten und beschäftigt 760 Mitarbeitende. Das Kundenvermögen belief sich per Ende 2015 auf 19,6 Mrd. CHF. Abgeleitet aus ihren Unternehmenswerten und ihrem Unternehmensleitbild bietet die Basellandschaftliche Kantonalbank in der Vermögensverwaltung nur nachhaltige Produkte an. Ausgenommen sind einzig indexbasierte Lösungen. Bei der Einzeltitelselektion berücksichtigt sie dabei neben finanziellen Aspekten sowohl Ausschlusskriterien wie auch ESG-(Environment-, Social-, Governance-)Faktoren. Auch bei der Fondsselektion kommen Nachhaltigkeitskriterien zum Tragen.

Dr. Fabrizio Pauletti Leiter Institutionelle Kunden/Key Accounts fabrizio.pauletti@blkb.ch

Anlage Anlagestil g stil

Aktiv / SRI Benchmark

Passiv / traditionelle Benchmark

«Responsible» passiv / traditionelle Benchmark

Passiv / SRI Benchmark

Aus A usprä prägun ägung der der Nachh N achha hhalti ltigke gkeit k it Ausprägung Nachhaltigkeit Das Anlagespektrum in Bezug auf Nachhaltigkeit und Anlagestil

Patrick Stoerr, CEFA Kundenberater Institutionelle Kunden/ Key Accounts patrick.stoerr@blkb.ch

Basellandschaftliche Kantonalbank Rheinstrasse 7 4410 Liestal T. +41 61 925 94 94 www.blkb.ch

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ENTSCHEIDEND IST DIE WIRKUNG, NICHT DIE ETIKETTE Egal wie es angelegt wird, Geld hat immer eine Wirkung auf Gesellschaft und Umwelt. Um diese zu beurteilen, sind zwei Fragen zentral: Wie fliesst das Geld? Und wohin fliesst es? Wenn die Alternative Bank Schweiz (ABS) Anlagen auf ihre Wirkung hin prüft, unterscheidet sie deshalb zwischen dem Investment- und dem Unternehmens-Impact.

Kommt das Geld dort an, wo ich will? :LHŶLHVVWPHLQ*HOG"

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Direkter Investment-Impact

Unternehmens-Impact

Darlehen Aktienerwerb direkt vom Unternehmen (nicht an Börse) Aktie

Anlage in Impact-Fonds (z.B. Mikrokredit-Fonds) Impact-Fonds

Indirekter Investment-Impact ABS Depot:

WertschriftenHandel

SRI-Fonds

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Grafik: Hahn + Zimmermann GmbH

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Emission

Best-in-Class

Nicht nachhaltiges Anlageuniversum

Treuhänderisches Darlehen (ABS als Vermittlerin)

Nachhaltiges Anlageuniversum

ABS-Anlageuniversum

ABS Depot:


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FACTS Der Investment-Impact Der Investment-Impact ist die Antwort auf die Frage, wie das Geld zum Unternehmen fliesst, in das angelegt wird. Fliesst es direkt oder indirekt? Hat es folglich einen direkten Einfluss auf die finanzielle Situation eines Unternehmens oder nicht? Ein direkter InvestmentImpact wird zum Beispiel mit einem treuhänderischen Darlehen an einem Carsharing-Betrieb erzielt. Oder dann, wenn man eine Anleihe, beispielsweise eines Solarkraftwerks, direkt beim Betreiber kauft. Das angelegte Geld fliesst in beiden Fällen unmittelbar zu den Empfängerinnen und Empfängern. Indirekt ist der Investment-Impact, wenn Geld via Börse in Wertschriften angelegt wird. Denn dann fliesst das Geld zur Person, von der man die Wertschrift kauft, und nicht direkt zum Unternehmen, das man gerne unterstützen möchte. Dieses hat nur in dem Moment Geld erhalten, als es die Wertschriften bei der Emission mithilfe einer Investmentbank an der Börse platziert hat. Der Unternehmens-Impact Beim Unternehmens-Impact geht es um die Wirkung, die das Unternehmen hat, in das man investiert. Haben dessen Produkte und Dienstleistungen eine positive oder negative Wirkung auf Gesellschaft

und Umwelt? Wie sehen die Arbeitsbedingungen aus? Oder die Beschaffungspolitik? Wählt die ABS Anlagetitel aus, filtert sie zuerst anhand von sozialethischen und ökologischen Ausschlusskriterien die nicht nachhaltigen heraus. Alle aktiv empfohlenen Anlagetitel erhalten im zweiten Schritt von der ABS ein Nachhaltigkeitsrating, das von der internen Fachstelle anhand von über 160 finanziellen, ökologischen und sozialen Indikatoren erstellt wird. Einen Bonus erhalten Unternehmen, die einem der acht Förderbereiche der ABS zuzuordnen sind: erneuerbare Energien, biologische Landwirtschaft, Mobilität und Umwelt, Gesundheit und Prävention, Leben und Wohnen, Bildung und Kultur, ökologische Unternehmen, soziale Unternehmen. Die beste Wirkung Die beste Wirkung ergibt sich nach dem Ansatz der ABS in folgendem Fall: erstens wenn das investierte Geld direkt zum Unternehmen fliesst. Und wenn die Geschäftsidee des Unternehmens zweitens einem Förderbereich der ABS entspricht und es dank seines Geschäftsmodells und dessen konsequenter Umsetzung das höchste Nachhaltigkeitsrating erhalten hat. r

Alternative Bank Schweiz: ökologisch, sozial, transparent seit 25 Jahren Die Alternative Bank Schweiz AG, gegründet 1990, wird von über 6000 Aktionärinnen und Aktionären getragen. Sie weist eine Bilanzsumme von rund 1,6 Milliarden Franken aus und betreut mehr als 30 000 Kundinnen und Kunden. Als sozial und ökologisch orientierte Bank verzichtet sie auf Gewinnmaximierung und stellt ihre ethischen Grundsätze immer in den Vordergrund. Das Geld der Kundinnen und Kunden investiert sie langfristig in soziale und ökologische Projekte und Unternehmen. Um aufzuzeigen, was das Geld bewirkt, werden sämtliche Kredite veröffentlicht. So konsequent ist die ABS auch im Anlagegeschäft und bei den Arbeitsbedingungen. Sie setzt sich für die Gleichstellung der Geschlechter ein und kommt ohne Bonussystem aus. Auf diesem ethischen Fundament bietet die ABS in der ganzen Schweiz die üblichen Dienstleistungen einer Anlage-, Spar- und Kreditbank an.

«Ihr Vermögen in guten Händen. Mit unserem Fachwissen verantwortungsbewusst anlegen.»

Alternative Bank Schweiz AG Amthausquai 21 Postfach 4601 Olten T. +41 62 206 16 16 F. +41 62 206 16 17 contact@abs.ch www.abs.ch

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VERANTWORTUNGSBEWUSST ANLEGEN UND WERTE SCHAFFEN Union Investment ist institutionellen Anlegern seit Jahrzehnten ein professioneller Partner im Asset Management. Dabei ist Risikomanagement ein wesentlicher Bestandteil des Investmentprozesses. Kunden bietet Union Investment seit über 20 Jahren auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Investmentlösungen an. In zahlreichen Publikums-, Spezialfonds und Beratungsmandaten sowie institutionellen Fonds, die alle gemäss Nachhaltigkeitskriterien strukturiert sind, betreut Union Investment derzeit ein Gesamtvolumen von mehr als 21 Milliarden Euro. Als Partner für nachhaltiges Investieren erstellt Union Investment massgeschneiderte nachhaltige Investmentlösungen über alle wesentlichen Asset-Klassen auf Basis ihres eigenen Research und unter Berücksichtigung kundenindividueller Nachhaltigkeitsanforderungen. Dabei wird das Ziel verfolgt, die Nachhaltigkeitsanforderungen und Renditeanforderungen der Kunden unter besonderer Würdigung von Risikoaspekten in Einklang zu bringen. Optimiertes Risikomanagement Die Erkenntnis, dass das, was man tut, nicht nur für den Augenblick gilt, führt zu einer umfassenden Sichtweise. Union Investment betrachtet daher die Säulen Umwelt, Soziales und Aufsichtsstrukturen (ESG) nicht isoliert voneinander, sondern als Einheit. In allen drei Bereichen sollten bestimmte Kriterien für ein Asset Management nach Nachhaltigkeitsgrundsätzen erfüllt werden. Der Einbezug von Nachhaltigkeitskriterien im Risikomanagement stellt eine wichtige Ergänzung der Risikosteuerung von Kapitalanlagen dar. Die eher kurzfristig ausgelegte quantitative Unternehmensanalyse wird um eine längerfristige

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qualitative Komponente ergänzt, indem Reputationsrisiken, drohende Konsumentenboykotte oder auch mögliche strafrechtliche Konsequenzen bei unternehmerischem Fehlverhalten identifiziert und bewertet werden. In der Risikoanalyse verknüpfen nachhaltige Investmentkriterien harte Zahlen mit sogenannten weichen Faktoren zu einer umfassenden Gesamtrisikosicht und werden so Teil eines optimierten Risikomanagements. Systematisch und mehrstufig: unser Investmentprozess Im Investmentprozess werden unterschiedliche Nachhaltigkeitskriterien in-

tegriert. Dabei ist der Spielraum für die Strukturierung eines nachhaltigen Portfolios gross und letztendlich abhängig davon, wie der Kunde soziale, ökonomische und ökologische Aspekte bewertet. Nach diesen individuellen Kriterien stellen wir das Portfolio zusammen. Dabei erfolgt die Zusammenarbeit mit mehreren ausgesuchten Beratern sowie Datenbank-Anbietern, die wiederum eingebunden sind in internationale Netzwerke von Analysten. Diese Daten fliessen in unser hauseigenes Sustainable Investment Research Information System (SIRIS) ein, das Union Investment eine fundierte Titelbewertung ermöglicht und die Grundlage für die Portfolio-

Das hauseigene Sustainable Investment Research Information System (SIRIS)


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FACTS

Die mehrstufige Portfoliomanagementstruktur deckt die komplette Palette der Nachhaltigkeitsstrategien ab.

konstruktion eines nachhaltigen Mandats bildet. Das Portfoliomanagement deckt die komplette Palette der Nachhaltigkeitsstrategien in allen wichtigen Asset-Klassen ab: von der Implementierung von Ausschlusskriterien über den Best-inClass-Ansatz und den nachhaltigen Themenansatz bis hin zum Engagement-Ansatz auf Ebene der gesamten Assets. Für die Bewertung von Staatsanleihen wird ein eigens von Union Investment entwickeltes umfangreiches Nachhaltigkeits-Rating genutzt. In der Asset-Klasse Immobilien wird ebenfalls seit Jahren aktives Nachhaltigkeitsmanagement betrieben. Union Investment: 2°C sind machbar Union Investment sieht sich als genossenschaftliches Unternehmen verpflichtet, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und unterstützt so das Ziel, den weltweiten Temperaturanstieg auf höchstens «2 Grad Celsius» zu begrenzen. Hierfür wurde eine Klimastrategie erarbeitet, die die aktuellen vielfältigen Aktivitäten bündelt und auf der sich weitere Schritte aufbauen lassen. Als Teil der umfassenden CSR-Strategie von Union Investment im Handlungs-

feld Umwelt ist die Klimastrategie «2 °C sind machbar» fest im Unternehmen, in seinen Steuerungsprozessen und Zielsystemen verankert. Darüber hinaus engagiert sich Union Investment als aktiver Asset Manager gezielt in Verbänden, Initiativen, Forschungsvorhaben und Studien, die die Transparenz und die Erkenntnisse zum Thema Klimawandel fördern.

Union Investment – der Investmentexperte für institutionelle Anleger Mit klaren und beständigen Anlagestrategien verfolgen wir konsequent und erfolgreich die Anlageziele institutioneller Anleger. Gelebte Transparenz und das tiefe Verständnis der spezifischen Bedürfnisse unserer Kunden zeichnen uns seit jeher als innovativen, verlässlichen und zukunftsorientierten Investmentexperten aus.

Nachhaltige Kapitalanlagen Verantwortliches Investieren gehört zum Geschäftsmodell von Union Investment. Wir sind überzeugt, dass wir durch unsere Haltung zu sozialen und ökologischen sowie Corporate-Governance-Themen unsere Anleger stärker für übergeordnete gesellschaftliche Ziele sensibilisieren können.

Erfolgsfaktor Nachhaltigkeit Die gemachten Erfahrungen zeigen, dass durch nachhaltige Kapitalanlagen kein Renditenachteil entsteht. Neben dem finanziellen Mehrwert generieren nachhaltige Kapitalanlagen auch einen gesellschaftlichen Mehrwert. Dieser wird quantitativ gemessen und den Kunden entsprechend dargestellt. Kürzlich wurde die Managementleistung von Union Investment von unabhängiger Seite ausgezeichnet. Das renommierte Analysehaus Feri EuroRating Services kürte Union Investment zum dritten Mal in Folge zum Sieger in der Kategorie «Social Responsible Investing». Laut Feri ist Union Investment damit der beste Vermögensverwalter im Bereich nachhaltige Kapitalanlagen im gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich). r

Neben dem finanziellen Mehrwert generieren nachhaltige Kapitalanlagen auch einen gesellschaftlichen Mehrwert.

Union Investment Institutional GmbH Weissfrauenstrasse 7 D-60311 Frankfurt am Main T. +49 69 2567 76 52 F. +49 69 2567 16 16 institutional@union-investment.de www.union-investment.com

Nachhaltiges Investment 2017


international

media solutions

Wo andere aufhören

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«DER MASSSTAB» FÜR NACHHALTIGES INVESTIEREN Als Pionier des Sustainability Investing (SI) setzt RobecoSAM seit über 20 Jahren immer neue Massstäbe in der nachhaltigen Kapitalanlage. RobecoSAM ist überzeugt, dass die Integration von ESG-Faktoren in die traditionelle Finanzanalyse langfristige Wertsteigerungen ermöglicht. Wir identifizieren Chancen und Risiken langfristiger Entwicklungen frühzeitig und schaffen ganzheitliche SI-Lösungen für ein breites Spektrum von Anlageklassen. Neben Themen-, Impact- und Core-Anlagestrategien bieten wir unter anderem Index- und Private-Equity-Lösungen. So nutzen wir die zentrale Rolle der Finanzmärkte, um nachhaltige Geschäftspraktiken zu fördern. Wiederholte Auszeichnungen, beispielsweise zum «SRI Provider of the Year 2016» und «ESG Manager of the Year 2016», unterstreichen unsere Expertise und unseren Beitrag zur Gestaltung und Weiterentwicklung von Sustainability Investing. RobecoSAM hat 1999 gemeinsam mit S&P Dow Jones Indices die Dow Jones Sustainability Indices (DJSI) lanciert, die erste und einflussreichste globale Referenzmarke für nachhaltiges Investieren. Das RobecoSAM Corporate Sustainability Assessment (CSA) bildet die Grundlage für die Zusammensetzung der renommierten DJSI. Durch die jährliche Analyse von 3800 börsennotierten

Unternehmen können wir heute auf eine der weltweit umfassendsten Datenbanken für finanziell relevante Nachhaltigkeitsinformationen zugreifen. Wir entwickeln unsere Methodik zur Übersetzung von Nachhaltigkeitsinformationen in zukunftsweisende Anlagelösungen kontinuierlich weiter. Bewährte Produkte wie unser erfolgreicher Wasser-Fonds, der 2016 sein 15-jähriges Jubiläum feiert und den MSCI World über drei Jahren geschlagen hat1, werden ergänzt durch innovative Produkte und Services wie das Impact Reporting oder neue Indexlösungen wie «Fossil Free»- und «Smart ESG»-Indizes. Mit dem RobecoSAM Impact Report können professionelle Investoren die Umweltauswirkungen ihrer Portfolios, wie Treibhausgasemissionen, Energie- und Wasserverbrauch, aber auch Abfallerzeugung, optimieren. Die auf unserer wegweisenden Smart ESG-Methodik basierende S&P ESG-Indexfamilie ist die erste globale Indexfamilie, die ESG als eigenständigen Performancefaktor betrachtet. r

FACTS RobecoSAM: Vorreiter nachhaltiger Anlagelösungen seit 1995, Entwicklung und Lizenzierung der Dow Jones Sustainability Indizes seit 1999. Die in Zürich ansässige RobecoSAM bietet nachhaltig orientierten Anlegern und Unternehmen Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Asset Management, Indizes, aktiver Unternehmensdialog, Stimmrechtsausübung, Impact Investing, Nachhaltigkeitsbewertungen sowie Benchmarking Services. RobecoSAM gehört zur Robeco Gruppe und beschäftigt rund 130 Mitarbeitende. Das Unternehmen verwaltet über direkte und indirekte Aktien- und Private-Equity*Mandate Vermögenswerte in Höhe von 10,8 Milliarden USD; das RobecoSAM Governance & Active Ownership Team** betreut ein Vermögen von 226 Milliarden USD in Assets under Engagement und 53 Milliarden USD in Assets under Voting (jeweils Stand 30. Juni 2016).

Überschussrendite über 3 Jahre: +14.29ֱ% (per 31.7.2016, B-Share EUR, vor Abzug der Gebühren) 1

Wichtige rechtliche Hinweise Die Angaben auf diesen Seiten gelten nicht als Angebote und dienen lediglich der Information. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts wird keine Haftung übernommen. Die vergangene Performance ist kein Indikator für die laufende oder künftige Wertentwicklung. Sämtliche rechtlichen Fondsdokumente erhalten Sie kostenlos beim örtlichen RobecoSAM Office oder unter www.robecosam.com. Vertreterin in der Schweiz ist die GAM Investment Management (Switzerland) AG, Hardstrasse 201, Postfach, 8037 Zürich. Zahlstelle: Bank Julius Bär & Co. AG, Bahnhofstrasse 36, Postfach, CH-8010 Zürich. Copyright © 2016 RobecoSAM – alle Rechte vorbehalten. *RobecoSAM Private Equity is the marketing name of the combined private equity divisions of Robeco Institutional Asset Management B.V («Robeco») and RobecoSAM. Any funds or services offered by RobecoSAM Private Equity are managed and offered by Robeco, who may have delegated certain investment advisory functions to RobecoSAM. **RobecoSAM’s Governance & Active Ownership team is a brand name of Robeco.

RobecoSAM AG Josefstrasse 218 8005 Zürich T. +41 44 653 10 10 info@robecosam.com www.robecosam.com

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FÃ&#x153;R ANLEGER BIETEN SOZIALUNTERNEHMEN DIE GELEGENHEIT, GUTES ZU TUN UND DABEI GEWINNE ZU ERWIRTSCHAFTEN.


Impact Investments

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DOPPELTE RENDITE MIT IMPACT INVESTING

Vier Milliarden Menschen, knapp die Hälfte der Weltbevölkerung, haben nur wenige US-Dollar am Tag zum Leben – nicht genug, um grundlegende Bedürfnisse zu decken, wie beispielsweise eine gute Schulbildung, sauberen Strom oder hochwertige medizinische Versorgung. Betroffen sind vor allem Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Viele Projekte und Initiativen aus den westlichen Industrienationen lindern akute Not, adressieren aber nicht die Ursachen für die strukturelle Armut in diesen Ländern. Staat und Politik sind häufig überfordert mit der Aufgabe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine Grundversorgung für ihre Bürger sichern. Es sind oftmals Unternehmer, die durch innovative Lösungen ein Angebot von Produkten und Dienstleistungen schaffen, das sich an die Bedürfnisse und die geringe Kaufkraft einkommensschwacher Bevölkerungsschichten anpasst. Die sogenannten «Sozialunternehmen» haben somit das Potenzial, mit wirksamen und skalierbaren Modellen nicht nur die Lebensqualität von benachteiligten Menschen langfristig zu verbessern, sondern auch die regionale und wirtschaftliche Entwicklung ihrer Länder positiv zu beeinflussen. Junge Anlageart Für Anleger bieten Sozialunternehmen die Gelegenheit für Impact Investments, mit dem Ziel, Gutes zu tun und dabei Gewinne zu erwirtschaften. Dahinter verbirgt sich eine junge Anlageart, die sich vor einer Dekade zu entwickeln begonnen hat. Das Impact Investing unterscheidet sich von den anderen Formen der nachhaltigen Anlagen vor allem durch ein Merkmal: Es zielt bewusst darauf ab, sowohl sozialen oder ökologischen Mehrwert zu schaffen als auch Gewinne zu erwirtschaften.

Dass eine doppelte – also eine soziale und finanzielle – Rendite möglich ist, haben nicht nur jene Philanthropen kritisch gesehen, die bis dato nur mit spendenfinanzierten Projekten vertraut waren. Auch traditionelle Anleger und institutionelle Investoren zeigten anfangs verhaltenes Interesse am Impact Investing. Einerseits erschien die Aussicht auf eine doppelte Rendite zu ambitioniert; andererseits vermittelten mangelnde Transparenz oder noch ausstehende Erfolgsnachweise – typische Merkmale eines heranwachsenden Sektors – den Eindruck von schwer einschätzbaren Risiken. Zunehmendes Interesse Es sind vor allem vermögende Privatpersonen und Stiftungen, die in den frühen Phasen das Wachstum des Impact-Investing-Marktes in die Hand genommen und vorangetrieben haben. Neben privaten Anlegern zeigen nun auch institutionelle Investoren stärkeres Interesse am Impact Investing. Laut einer Studie von J.P. Morgan und dem Global Impact Investing Network (GIIN) verwalteten die befragten Impact-Investoren 2013 noch etwa 46 Milliarden US-Dollar; mittlerweile sind es knapp 77 Milliarden US-Dollar – Tendenz stark steigend. Nach einer Dekade auf der Seitenlinie der Investitions-Landkarte kommt Impact Investing langsam im Mainstream an. Als Pioniere haben vor allem private Anleger die Risiken in der Aufbauphase des Sektors auf sich genommen und zur Professionalisierung sowie Transparenz des Impact-Investing-Marktes beigetragen. Institutionelle Investoren haben darin Potenzial für Innovation und Wachstum erkannt, das sie mittels Kooperation umzusetzen suchen. Behalten Impact-Investoren ihre nachhaltige Gesinnung und Intention bei, auch was die Entwicklung ihres eigenen Sektors anbelangt, stehen die Zeichen gut, dass Impact Investing zu einem der zukünftigen Wachstumsmärkte zählen wird. r

Oliver Karius ist Geschäftsführer der LGT Venture Philanthropy Foundation, die in 2007 gegründet wurde. Er verfügt über 18 Jahre Erfahrung in den Bereichen Finanzen, Nachhaltigkeit und Impact Investing. www.lgtiv.com

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Impact Investments

NACHHALTIGE INVESTITIONEN IN ENTWICKLUNSGLÄNDERN Der Swiss Investment Fund for Emerging Markets (SIFEM) investiert in kleine, mittlere und schnell wachsende Unternehmen in Entwicklungsund Transitionsländern und generiert nachhaltige Entwicklungseffekte. SIFEM ist die Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft des Bundes. Der Fonds investiert einerseits in lokale und regionale Risikokapitalfonds. Andererseits stellt SIFEM lokalen Banken, Mikrofinanzgesellschaften und sonstigen Finanzinstitutionen langfristiges Kapital zur Verfügung. Diese Fonds und Finanzinstitutionen stellen ihrerseits kommerziell existenzfähigen kleinen, mittleren und schnell wachsenden Unternehmen in Entwicklungs- und Transitionsländern Wachstumskapital zur Verfügung und erlauben es ihnen damit, sichere und formelle Arbeitsstellen zu schaffen und die Armut zu reduzieren.

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Sorgfältige Auswahl der Fonds Die Fonds und Finanzinstitutionen, in welche investiert wird, werden sorgfältig ausgewählt. Sie müssen sich verpflichten, international anerkannte Sozial-, Umwelt- und Gouvernanzstandards anzuwenden und auch ihre Portfolio-Firmen anhalten, diese Standards umzusetzen. SIFEM berät und unterstützt die Fondsgesellschaften dabei aktiv bei ihrer Tätigkeit. Die Bereitstellung von Risikokapital an KMU mittels Beteiligungen und Darlehen ist keine passive Anlagestrategie, sondern eine unternehmerische Investi-

tion. SIFEM unterstützt zusammen mit den lokalen Fondsmanagern deshalb die Portfolio-Unternehmen nicht nur mit Wachstumskapital, sondern will die Firmen weiterentwickeln und Mehrwert schaffen. Sie beraten sie bei der Einhaltung von Sozial- und Umweltrichtlinien, der Verbesserung der Unternehmensführung (Corporate Governance), der Einführung neuer Produktionstechnologien, dem Marketing, dem Vertrieb oder dem Kundendienst. Nachweisbare Entwicklungswirkung SIFEM will mit seinen Investitionen nebst einer angemessenen Rendite


Impact Investments

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FACTS

nachhaltige, langfristige Entwicklungseffekte generieren. Diese werden bei einem Investitionsentscheid genauso geprüft wie die finanziellen Aspekte und sodann systematisch erhoben und analysiert. Gemessen werden unter anderem die Anzahl der erhaltenen und neu geschaffenen Stellen, die Höhe der Steuern, welche die Fondsgesellschaften und Portfolio-Unternehmen an den Staat abgeben, das Angebot an Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, welches den Mitarbeitenden zur Verfügung steht, oder die Mobilisierung von Mitteln des Privatsektors für die Fonds.

Die bis dato erzielten Entwicklungseffekte zeigen, dass SIFEM ein wirksames und effizientes Instrument der Entwicklungsförderung ist. Als bewährte und leicht skalierbare Plattform ist sie zudem in besonderem Masse geeignet, zur Umsetzung der UNO-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung beizutragen. r

SIFEM – Privatsektorförderung des Bundes Der Swiss Investment Fund for Emerging Markets (SIFEM) ist die Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft des Bundes. SIFEM fördert ein langfristiges, nachhaltiges und breit abgestütztes Wirtschaftwachstum in Entwicklungs- und Transitionsländern, indem sie kommerziell existenzfähige kleine, mittlere und schnell wachsende Unternehmen bei ihrem Wachstum finanziell unterstützt und dadurch hilft, sichere und formelle Arbeitsplätze zu schaffen und die Armut zu reduzieren. Der Swiss Investment Fund for Emerging Markets besteht seit 2005. In dieser Zeit hat er rund 708 Millionen US-Dollar in Entwicklungs- und Transitionsländern investiert. Zusammen mit Partnern hat SIFEM damit 466 000 Stellen erhalten oder neu geschaffen. Per Ende 2015 investierte der Fonds in 421 Unternehmen in 72 Ländern. SIFEM ist eine privatrechtliche Aktiengesellschaft, deren alleiniger Eigentümer der Bund ist. Der 7-köpfige Verwaltungsrat ist für die Investitionsentscheide zuständig. Die Geschäftsführung und das Portfoliomanagement wurden mit Zustimmung des Bundesrates an Obviam AG, eine spezialisierte Investmentberatungsfirma, ausgelagert. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO steht als Eignerstelle der SIFEM in engem Kontakt mit dem Verwaltungsrat und Obviam.

SIFEM AG c/o Obviam DFI AG Bubenbergplatz 11 3011 Bern T. +41 31 310 09 30 info@sifem.ch www.sifem.ch

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Symbiotics ist eine fĂźhrende Investmentgesellschaft Erfahren Sie mehr Ăźber

spezialisiert auf 0LNURË&#x2030;QDQ]IRQGVLQGHP

Emerging, Sustainable Sie unsere aktuelle

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Impact Investments

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INVESTITIONEN IN MIKROUNTERNEHMEN FÜR NACHHALTIGES WACHSTUM Bei einer durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit werden Sie etwa 4 Sekunden brauchen, um diesen Satz bis zum Ende zu lesen. Im gleichen Zeitraum wird die Weltbevölkerung um 12 Menschen gewachsen sein. Die Welt wächst nämlich gewaltig, und laut aktuellen Schätzungen werden wir bis zum Jahr 2050 die 10-Milliardenmarke erreichen. Noch 3 Milliarden Menschen werden also unseren Planeten mit uns teilen, was einen Zuwachs von etwa 200֓000 Menschen pro Tag, jeden Tag, über die kommenden 30 Jahren entspricht. Diese Bevölkerungsexplosion geschieht zurzeit etwas unbemerkt, da sie nicht bei uns, sondern vor allem in armen Familien in armen Ländern stattfindet. Am meisten wächst die Bevölkerung in Afrika und Asien, sprich in Teilen der Welt, wo bis zur Hälfte der erwachsenen Bevölkerung nie in Kontakt mit einer Bank gekommen ist, wo Finanzdienstleistungen teilweise komplett fehlen und dadurch der für die Entstehung einer entwickelten Wirtschaft so kritische Sektor der Klein- und mittelgrossen Unternehmen (KMU), der in den meisten westlichen Ländern etwa die Hälfte des BNPs ausmacht, stark vernachlässigt ist. 3 Milliarden Menschen, die die gleichen Bedürfnisse, Wünsche und Träume wie wir haben, aber keine Hoffnung, diese realisieren zu können. Parallel hierzu stagniert die westliche Welt unter einem Schuldenberg, der nie abbezahlt werden kann, sowie einer Tief- bis Negativzinspolitik, die laufend neue Verzerrungen mit sich bringt und bereits seit Jahren Sparer zugunsten von risikoreicheren Anlagen bestraft. Die

wirtschaftliche Erholung in der westlichen Welt seit der Finanzkrise in 2008 gehört zu den schwächsten der modernen Geschichte und geht statistisch gesehen bald zu Ende. Kein Wunder also, dass auch die entwickelte Welt zu Emerging Markets schaut und zu dem Wachstumspotenzial, das 3 Milliarden Menschen mit sich bringen. Wie soll aber ein nachhaltiges Wachstum entstehen können, wenn der Zugang zum Finanzsystem Mikrounternehmern und KMUs verwehrt bleibt? Die Unterstützung einer breiteren, globalen finanziellen Integration müsste logischerweise das oberste globale Ziel für die kommenden Jahrzehnte sein. Obwohl nicht explizit genannt, ist dies auch ein relevantes Ziel der meisten von den in 2015 von der UNO verabschiedeten Sustainable Development Goals (SDGs). Nur so können wir hoffen, die gewaltige Herausforderung, die die Integration von 3 Milliarden Menschen darstellt, zu bewältigen und so auch die damit verbundenen enormen Möglichkeiten zu realisieren. Symbiotics unterstützt seit 2004 Mikro- und Kleinunternehmer in Entwicklungsländern mit Krediten, die durch institutionelle Anleger finanziert werden. Hiermit unterstützen wir zusammen mit unseren Investoren die Entstehung von neuen Geschäftsideen und dadurch die kritische Entwicklung von lokaler Wirtschaft und neuen Arbeitsplätzen. Unser Netzwerk umfasst heute etwa 300 Finanzintermediäre in 60 Märkten, die mit Tausenden von Firmenkunden aus verschiedenen Branchen arbeiten. Dass dies funktioniert, zeigt unsere Ausfallquote von weniger als 1֓% aggregiert über 12 Jahre. Wenig Ausfall heisst sowohl we-

nig Risiko wie auch eine starke Dekorrelation zu globalen Märkten. Unsere Investoren freuen sich deshalb seit Jahren über eine stabile, finanzielle Rendite und tragen gleichzeitig entscheidend dazu bei, neue Arbeitsplätze in Schwellenländern zu schaffen. Es bleibt aber weiterhin viel zu tun. Daher ist natürlich das laufend steigende Interesse für unsere Asset-Klasse besonders erfreulich. Wenn man nämlich bei Schweizer Staatsobligationen eine Laufzeit von mehr als 30 Jahren in Kauf nehmen muss, um eine positive Rendite zu bekommen, also bis die Menscheit die 10-Milliarden-Bevölkerungsmarke bereits erreicht haben wird, dann dürfte man sich fragen, ob es nicht sinnvoller ist, sein Geld zu einer attraktiven Kombination aus finanzieller und sozialer Rendite anzulegen, wohl wissend, dass dies auch im Interesse zukünftiger Generationen und der ganzen Welt ist. r

KONTAKT

Christoffer Dahlberg Head of Investor Relations, Office Zürich christoffer.dahlberg@symbioticsgroup.com

Symbiotics Rue de la Synagogue 31 1204 Geneva T. +41 22 338 15 40 www.symbioticsgroup.com

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NACHHALTIGE INFRASTRUKTUR BIETET EIN GEWALTIGES INVESTITIONSPOTENTIAL.


Anlagethemen

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ENERGIEWENDE-INFRASTRUKTUR: ANLAGEMÖGLICHKEIT MIT STABILEN AUSSCHÜTTUNGEN Das anhaltende Niedrigzinsumfeld stellt professionelle Anleger auf der Suche nach stabilen Erträgen zunehmend vor Herausforderungen bei der Erreichung ihrer Renditeziele. Gleichzeitig besteht aufgrund des voranschreitenden Klimawandels schnell wachsender Investitionsbedarf in nachhaltige Energieinfrastruktur. Hier eröffnen sich für Investoren mit langfristigem Anlagehorizont attraktive Investitionsfelder. Die Gesellschaft steht vor der komplexen Aufgabe, bei weltweit steigender Stromnachfrage die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig Massnahmen zur Emissionsreduktion zu ergreifen. Internationale Klimaziele verlangen die Substitution fossiler Kraftwerke durch erneuerbare Energieträger und das seit Fukushima gestiegene Risikobewusstsein führt zu einer zunehmenden Abkehr von immer teureren AKWs. Zur Erreichung der EU-Klimaziele bis 2030 sind in den kommenden 14 Jahren Investitionen von zirka einer Billion Euro in nachhaltige Infrastruktur nötig. Nach der erfolgreichen Einigung am COP21 in Paris dürfte sich dieses Volumen noch vergrössern. Gleichzeitig stehen Investoren vor der Herausforderung, dass sich langfristig «sichere» Investitionen derzeit als ertragsschwach zeigen, während Alternativen wie der Aktienmarkt oder High-Yield-Produkte zu risikobehaftet sind. Nachhaltig relevante Anlagefelder Nachhaltige Energieinfrastruktur bietet, analog zu vielen klassischen Infrastrukturprojekten kalkulierbare, regelmässige Ausschüttungen und vergleichsweise hohe erreichbare Renditen bei geringer Korrelation zu anderen Anlageklassen. Kernelemente der Energiewende und wichtigste Anlagefelder sind Erneuerbare Energie-Infrastruktur, Energieeffizienzmassnahmen, Energiespeicher und Netzinfrastruktur. Im Feld der Erneuerbare Energie-Infrastruktur stellen Onshore Solar- und Windfarmen einen sicheren Wert dar, da diese Technologien etabliert sind und der Stromverkauf durch langfristige Abnahmeverträge regelmässige Rendite zeitigt. Da die Produktion aus diesen Anlagen wetterabhängig ist, empfiehlt sich eine breite Portfoliodiversifikation.

Mittels Energieeffizienzmassnahmen an bestehender Infrastruktur können projektabhängig bei gleichem finanziellen Einsatz sogar noch grössere Emissionseinsparungen generiert werden. So sind in der Praxis durch die Aufrüstung von Beleuchtungssystemen mit LED-Lichtern Energieeinsparungen bis zu 80 % möglich. Für den Investor können ohne staatliche Unterstützung attraktive und gleichmässige Renditen erzielt werden, indem sich dieser an den durch die gesteigerte Effizienz resultierenden Energieeinsparungen finanziell beteiligt. Den Schlüssel zur Umsetzung der Energiewende bieten schliesslich Energiespeicher wie zum Beispiel Lithium-Ionen-Batterien. Da Erneuerbare Energie nicht immer dann produziert wird, wenn die entsprechende Nachfrage besteht, können CO2-intensive Kraftwerke noch nicht in ausreichendem Ausmass vom Netz genommen werden. Speicher schlagen die Brücke zwischen Stromangebot und -nachfrage und ermöglichen damit erst die Netzintegration Erneuerbarer im grossen Stil. Speicher können unabhängig von ihrem Standort mehrere Dienstleistungen erbringen und Investoren dadurch eine ausgewogene Mischung aus fixierten und marktbasierten Erträgen eröffnen. Parallel dazu besteht hoher Investitionsbedarf für die Erneuerung der bestehenden Netzinfrastruktur. Diese ist der flexiblen Architektur dezentraler Stromeinspeisung und intelligenter Nachfragesteuerung in vielerlei Hinsicht nicht mehr gewachsen. Nachhaltig investieren – aber richtig Nachhaltige Infrastruktur bietet ein gewaltiges Investitionspotential und stellt dank geringer Korrelation und überschaubarem Risiko eine gute Alternative zur Erzielung regelmässiger Einkommensströme dar. Auch hier gilt der Grundsatz breiter Portfoliodiversifikation und es gilt neben meteorologischen auch regulatorische Risiken zu berücksichtigen und durch eine breite geographische Streuung zu minimieren. r Dr. Tobias Reichmuth ist Investor und Experte für die Finanzierung der zukünftigen Energieinfrastruktur. Er ist Gründer und CEO der SUSI Partners AG und Herausgeber und Autor mehrerer Publikationen zu nachhaltigen Anlagen für institutionelle Investoren.

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Anlagethemen

INFRASTRUKTUR EFFIZIENT AUF NACHHALTIGKEIT UND RESILIENZ GEPRÜFT Infrastrukturprojekte können nun rasch und umfassend auf ihre Widerstandskraft und die Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Governance beurteilt werden. Im Dezember 2015 lancierte die Basler Stiftung GIB anlässlich der Vertragsparteienkonferenz gegen den Klimawandel in Paris den globalen Nachhaltigkeitsund Resilienzstandard für Infrastruktur SuRe®. Der Standard wurde in enger Zusammenarbeit mit Natixis, der Investmentbank der französischen Sparkassen und Genossenschaftsbanken, entwickelt. Unterstützt wurde GIB dabei zusätzlich von einem multidisziplinären, international zusammengesetzten Expertenteam bestehend aus Vertretern des Finanzsek-

tors, Nichtregierungsorganisationen, der Industrie, Projektentwicklern und Städteverbänden. Mit diesem Schritt wurde das Ziel erreicht, ein gemeinsames Verständnis zu den Nachhaltigkeits- und Resilienzanforderungen von Infrastukturvorhaben (wie Strassen, Abwasserreinigung, Energieanlagen, Häfen) zwischen dem öffentlichen Sektor, den Projektentwicklern und der Finanzbranche bereitzustellen. Durch die Standardisierung und

Abbildung 1: Bewertung eines Infrastrukturprojektes anhand der 14 SuRe-Standardthemen

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Vergleichbarkeit der Infrastrukturansätze kann der Zugang zu zusätzlichen Finanzierungsquellen, welche Wert auf Nachhaltigkeit legen, erleichtert werden. Vor diesem Hintergrund hat GIB gemeinsam mit der chinesischen Ratingagentur Dagong Global Credit Rating im April 2016 in Beijing mit Credit SuRe zusätzlich ein Instrument zur finanziellen Risikobewertung von Infrastrukturprojekten entwickelt. Credit SuRe basiert auf


Anlagethemen

«We see the GIB SmartScan as an excellent way to rapidly assess projects and to inform our investment decisions accordingly.» Palash Srivastava, Director IDFC, India

dem SuRe-Standard und stellt Finanzinvestoren den Mehrwert von nachhaltigen und resilienten Infrastrukturinvestments direkt dar, indem es versucht, die Ausfallwahrscheinlichkeiten von Krediten an kotierte Infrastrukturprojekte aufgrund von Umwelt-, Sozial- und Gouvernanzindikatoren zu bewerten. Mit «SuRe Underwriting» befindet sich zudem ein Underwriting Standard in Entwicklung, welcher Nachhaltigkeits- und Resilienzfaktoren besser in die Risikoprüfung von Versicherungen für Infrastrukturprojekte einfliessen lässt. Der SmartScan für Infrastruktur Mit dem SmartScan steht seit Juli 2016 neu ein Instrument zur raschen Selbstüberprüfung von Infrastrukturprojekten in Bezug auf Nachhaltigkeit und Resilienz zur Verfügung. Basierend auf SuRe® fokussiert sich der SmartScan auf rund 80 verschiedene Nachhaltigkeitskriterien in den Bereichen Umwelt, Gesellschaft und Governance, und ermöglicht eine effiziente und umfassende Evaluierung der Chancen und Risiken des jeweiligen Infrastrukturprojekts. Basierend auf dem aktuellen Projektstand kann der SmartScan vom Projektentwickler, den Finanzpartnern oder der öffentlichen Hand in einem Selbsttest angewendet werden. Je nach Vorbereitungsstand kann eine solche Selbstevaluation bereits innerhalb eines halben Tages durchgeführt werden. Als nächster Schritt kann ein Nachhaltigkeitsexperte von GIB die Resultate prüfen und das mögliche Verbesserungspotenzial in den verschiedenen Bereichen vorschlagen. Durch dieses Feedback und die erzielte Bewertung bei den verschiedenen Kriterien gewinnt der Projekteigentümer wichtige Erkenntnisse über sein Projekt in Bezug auf die Nachhaltigkeits- und

Resilienzanforderungen des SuRe-Standards. Der SmartScan wurde bereits erfolgreich bei Projekten in Europa und Asien eingesetzt. Bei einem Projekt in Indien, welches die Verbesserung des Infrastrukturkorridors zwischen Delhi und Mumbai anstrebt, wurde beispielsweise Verbesserungspotenzial bei folgenden Kriterien festgestellt: Treibhausgasemissionen, Klimaentwicklungsszenarien (z.B. die Berücksichtigung von vermehrten Flutungen, Hitzewellen oder Stürmen), sowie die Berücksichtigung von Stillegungskosten am Ende der Lebensdauer der Infrastruktur. Sehr gut schnitt das Projekt in den Bereichen Umweltschutz, Management und Transparenz und Nachhaltigkeits- und Resilienzmanagement ab. Zum Vergleich fielen bei einem Schweizer Transportprojekt vor allem die Bereiche Innovation, Klima und sozioökonomische Entwicklung mit sehr hoher Performance auf. Zusätzliche Anstrengungen sind empfohlen bei Klimaentwicklungsszenarien und der Berücksichtigung der Stillegungskosten am Ende der Lebensdauer. Die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit und Resilienz für moderne Infrastruktur wird weltweit zunehmend anerkannt. Der SmartScan bietet sich für Städte und Projektentwickler und -finanzierer als praktische Möglichkeit an, um sich rasch in den internationalen Anforderungen zurechtzufinden und Chancen, Risiken und Verbesserungspotenzial effizient zu orten. Der SmartScan ebnet zudem den Weg für eine erfolgreiche Zertifizierung durch den Nachhaltigkeitsstandard SuRe®, welcher den Projekten durch seine internationale Legitimation zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten eröffnet. r

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FACTS Global Infrastructure Basel GIB ist eine Schweizer Stiftung mit Sitz in Basel. Die im Jahre 2008 gegründete Stiftung hat zum Ziel, die Konzeption, den Aufbau und die Finanzierung von nachhaltiger und widerstandsfähiger Infrastruktur auf globaler Ebene zu fördern. Dabei stehen folgende Arbeitsgebiete im Vordergrund: Bereitstellung des GIB/Natixis SuRe® – The Standard for Sustainable and Resilient Infrastructure sowie des Selbsteischätzungsinstruments SmartScan; Weiterentwicklung des GIB Resilience and Sustainability Credit Rating zur Darstellung des Mehrwerts von Nachhaltigkeit im Infrastruktursektor für Finanzinvestoren; Aufbau eines Versicherungsmoduls InfraSuRe. Organisation und Durchführung von GIB-Capacity-Building-Massnahmen; technische Assistenz bei der Umsetzung von einzelnen Infrastrukturprojekten; Politikdialog und Forschung im Bereich nachhaltige Infrastruktur, z.B. Ausgestaltung einer separaten Anlageklasse für nachhaltige Infrastruktur. GIB arbeitet eng mit Investoren, Projektentwicklern, Städteverbänden (C40, ICLEI) sowie verschiedenen internationalen Finanzierungsinstitutionen zusammen. Das Jahresbudget von GIB beträgt ca. 1,5 Mio. CHF und wird finanziell durch das Bundesamt für Umwelt BAFU, die schweizerischen MAVA und Eckenstein-Stiftung, die amerikanischen Ford- und Rockefeller-Stiftungen sowie die UN-Organisation für Industrielle Entwicklung UNIDO unterstützt.

Hans-Peter Egler CEO Global Infrastructure Basel (GIB) hans-peter.egler@gib-foundation.org T. +41 61 205 10 55

Global Infrastructure Basel Elisabethenstr. 22 4051 Basel T. +41 61 205 10 80 info@gib-foundation.org www.gib-foundation.org

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Anlagethemen

IMPLENIA NIMMT IHRE VERANTWORTUNG WAHR Megatrends wie Mobilität, Energiewende, Zersiedelung oder Ressourcenknappheit leiten und prägen das Nachhaltigkeitsengagement von Implenia. Durch ihre Aktivitäten hat Implenia einen enormen Einfluss auf Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Die damit verbundene Verantwortung nimmt die Gruppe voll wahr. Die konkreten Ergebnisse, die das Unternehmen vorweisen kann, stimmen optimistisch. Dennoch hat Implenia in vielen Bereichen ihre Ziele noch nicht erreicht. Deshalb engagiert sich Implenia aus Überzeugung und mit Leidenschaft auch künftig mit voller Kraft beim Thema Nachhaltigkeit. Mit der dritten Ausgabe ihres Nachhaltigkeitsberichts erfüllt Implenia die neusten Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) und hat dabei auch die Sicht externer Anspruchsgruppen in einem sogenannten Stakeholder-Dialog berücksichtigt. Seit 2012 veröffentlicht Implenia alle zwei Jahre einen ausführlichen Nachhaltigkeitsbericht. Darin berichtet das Unternehmen über seine Fortschritte und Zielsetzungen innerhalb von fünf Schwerpunkten: 1. Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen Implenia verfolgt insbesondere bei selber entwickelten Projekten konsequent nachhaltige Ansätze. Zudem verlangt Implenia auch von den Lieferanten nachhaltiges Handeln und hat dabei in den zwei vergangenen Jahren das Lieferantenmanagement professionalisiert, das eigene Nachhaltigkeitsbewertungssystem verbessert, aktiv an einem schweizweiten Nachhaltigkeitsstandard mitgearbeitet und eine Vielzahl nachhaltiger Grossprojekte realisiert. Dies be-

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einflusst auch die Kundenzufriedenheit positiv. 2. Attraktives Arbeitsumfeld Für ihre mehr als 8000 Mitarbeitenden aus über 70 Nationen investiert Implenia stark in die interne Aus- und Weiterbildung sowie die Arbeitssicherheit. Damit konnte die Anzahl Arbeitsunfälle substanziell reduziert werden. Weiter hat sich Implenia verstärkt bei Hochschulen engagiert, ihr eigenes Fachkarriereangebot ausgebaut und die Lernendenquote verbessert. 3. Schonender Umgang mit der Umwelt Implenia hat sich ehrgeizige Umweltziele gesetzt. Das Unternehmen will unter anderem seine Energieeffizienz steigern und dadurch seine CO2-Emissionen verringern sowie den Ressourcenverbrauch reduzieren. In den vergangenen zwei Jahren konnte beispielsweise der CO2-Ausstoss durch diverse Umweltschutz-Massnahmen absolut um mehr als 8ֱ% reduziert werden. Mit einem massgeschneiderten Monitoring

der CO2-Emissionen und einem Umweltkonzept für Baustellen überwacht Implenia ihre Umweltleistung systematisch. 4. Gesellschaftliches Engagement und Compliance Der «Code of Conduct» bildet die verbindliche Richtschnur für alle Handlungen des Unternehmens. Er enthält Grundsätze für den Umgang mit Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitenden sowie für das Engagement für Umwelt und Gesellschaft. Implenia bezieht ihre Stakeholder in den Dialog ein und informiert die Öffentlichkeit transparent über ihre Tätigkeiten. 5. Finanzielle Exzellenz Implenia will nachhaltig Werte schaffen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben und Marktchancen zu nutzen, passt die Gruppe ihre Strukturen und Prozesse laufend den sich ändernden Marktentwicklungen an. Das «One Company»-Modell ist dazu der Schlüssel, um die gruppenweite Zusammenarbeit zu fördern und die Kompetenzen zu bündeln.

NACHHALTIGKEITSBERICHT IMPLENIA Der Nachhaltigkeitsbericht erscheint exklusiv online – optimiert für jegliche Endgeräte wie Laptop, Tablet oder Smartphone und angereichert mit verschiedenen Multimedia-Elementen. sustainability.implenia.com


Anlagethemen

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FACTS Immobilienprojekten. Dazu gehören Bauvorhaben, die Implenia als Projektentwicklerin von Grund auf selber konzipiert, plant und oftmals auch selber umsetzt. Entscheidend ist dabei, dass das Unternehmen bereits in einer frühen Phase wichtige Faktoren wie Standort, Architektur, Bau- und Energiekonzept beeinflussen kann. Diese wirken sich dann in allen nachfolgenden Phasen des Baus positiv auf die Nachhaltigkeit aus. Konsequent nachhaltiges Handeln Realisiert – Implenia realisierte in den vergangenen zehn Jahren insgesamt rund 100 Hochbauprojekte mit einem oder mehreren Nachhaltigkeitslabeln wie Minergie, Minergie-Eco oder nach dem SIA-Effizienzpfad Energie, davon 20 Eigenentwicklungen. Die Gruppe verfügt damit über profunde Kenntnisse in der Umsetzung nachhaltiger Standards in Hochbauprojekten. Standardisiert – Implenia half beim Aufbau verschiedener Nachhaltigkeitsstandards mit. So engagierte sich das Unternehmen bei der Entwicklung des «Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz» (SNBS), der verschiedene bestehende Ansätze, etwa die 2000-Watt-Gesellschaft und Minergie-ECO, integriert. Integriert – Über einen besonderen Spielraum verfügt Implenia bei eigenen

Entwickelt – Als Projektentwicklerin setzt Implenia nicht bloss externe Nachhaltigkeitsstandards um, sondern bringt auch ihr selber entwickeltes Instrument der Bewertung von Bauvorhaben zur Anwendung: Gesamtbewertung Nachhaltiges Bauen, kurz GeNaB®. Damit richtet Implenia ihre eigenen Bauvorhaben von Anfang an nach nachhaltigen Vorgaben aus. Zertifiziert – Implenia betreibt ein nach ISO 14001 zertifiziertes Umweltmanagement. Als Bauunternehmen wird dabei der Fokus auf den Umweltschutz auf Baustellen, die Steigerung der Energieeffizienz und die Optimierung des Ressourcenverbrauchs gelegt. Hinzu kommen die Berücksichtigung materialökologischer Anforderungen und die Förderung des Recyclings auf Baustellen und Werkhöfen. r

Über Implenia Implenia ist das führende Bau- und Baudienstleistungsunternehmen der Schweiz mit einer starken Stellung im deutschen, österreichischen und skandinavischen Infrastrukturmarkt. Entstanden 2006, blickt Implenia auf eine rund 150-jährige Bautradition zurück und fasst das Know-how aus hoch qualifizierten Sparten- und Flächeneinheiten unter einem Dach zu einem gesamteuropäisch agierenden Unternehmen zusammen. Das integrierte Businessmodell und die in allen Bereichen des Bauens tätigen Spezialisten erlauben es der Gruppe, ein Bauwerk über seinen gesamten Lebenszyklus zu begleiten – wirtschaftlich, integriert und kundennah. Dabei steht eine nachhaltige Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg sowie sozialer und ökologischer Verantwortung im Fokus. Implenia mit Hauptsitz in Dietlikon bei Zürich beschäftigt europaweit über 8000 Personen und erzielte im Jahr 2015 einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Franken. Das Unternehmen ist an der SIX Swiss Exchange kotiert (IMPN, CH0023868554).

Rolf Wagenbach Leiter Nachhaltigkeit T. +41 58 474 07 18 rolf.wagenbach@implenia.com

DIE SCHWEIZER BAUBRANCHE HAT EINEN ENORMEN EINFLUSS AUF UMWELT, GESELLSCHAFT UND WIRTSCHAFT

UMWELT

GESELLSCHAFT

30 %

1 700 000

62 Mrd. Franken

der Treibhausgasemmissionen

Gebäude

Bauausgaben pro Jahr, davon ein Drittel durch die öffentliche Hand

4 300 000

40 %

Wohnungen

des nationalen Energieverbrauchs

71 500 km

50% des Abfallaufkommens

Strassen

WIRTSCHAFT

Serge Rotzer Leiter Investor Relations T. +41 58 474 07 34 serge.rotzer@implenia.com

322 000 Vollzeitstellen

5100 km Schienen

53 000 Arbeitsunfälle pro Jahr Quelle: Daten gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) und der Schweizerischen Energiestiftung

Implenia AG Industriestrasse 24 8305 Dietlikon T. +41 58 474 74 74 F. +41 58 474 74 75 www.implenia.com

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Anlagethemen

TROPENHOLZ TROTZT DEN STÜRMEN Solide und nachhaltig wachsen mit Tropenholz: Realismus, Diversifikation und Professionalität im Asset Management als Erfolgsfaktoren für Profi-Anleger. Die Stiftung der Familie Clinton wollte es vor ein paar Jahren genau wissen: Wie gross ist der Appetit professioneller Anleger auf ein Projekt zur Teak-Aufforstung einer Brachfläche von 4000 Hektar, wenn nach 25 Jahren 14ֱ% Gewinn ausgeschüttet wird? Nach einem Bericht des «Forums for the Future», einer Non-Profit-Firma aus Grossbritannien, hatte die Mehrheit der 27 befragten Grossinvestoren Interesse und wollte sich engagieren. Und das, obwohl nur wenige bereits Erfahrungen mit dieser Anlageklasse hatten.

Investitionsmöglichkeiten und Ertragschancen im Zusammenhang mit Wäldern wurden viele Jahre unterbewertet. Die Assets galten als illiquide und schwierig zu managen, vor allem weil Anleger wenig Wissen hatten über Bewirtschaftung und Verwertung dieser langfristigen Sachanlagen. Das galt besonders für spezielle Holzarten wie Mahagoni oder Teakbaum. Stabile Renditen Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Immer mehr institutionelle Investoren erkennen die Vorteile dieser Assetklasse

und engagieren sich. GreenWood Ressources, Tochter einer US-Pensionskasse, zitiert den NCREIF Timberland Index und spricht von Renditen von 13,5 Prozent pro Jahr, gerechnet auf 25 Jahre. Klassische alternative Anlagen (Private Equity 7,0ֱ%, Gewerbeimmobilien 7,7ֱ% und Venture Capital 9,7ֱ%) können da nicht mithalten. Auch Standard-Abweichungen von 11,2ֱ% über die letzten 25 Jahre (S&P 500 Index 17,9ֱ% und Venture Capital 28,4ֱ%) sprechen für das Wald-Engagement. Selbst wenn die Gewinne von 2004–2014 auf ein gesundes Mass von durchschnittlich 8,5֓% gefallen

Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Forstingenieuren und Umweltexperten ist ein Schlüssel für den Erfolg.

Teakholz-Plantage der Woodsource AG in Torti Abajo, Panamá

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Die Grösse des Hartholz-Anteils bestimmt den Wert des Teakbaums.


Anlagethemen

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FACTS

Eine nachhaltige Bewirtschaftung der Plantagen, auch mit Bereichen ursprünglicher Vegetation, ist ein Beitrag zur Biodiversität.

sind (NCREIF Timberland Index), bleiben die Zahlen beachtlich. Geringe Korrelation Die Sachwertanlage Holz, vor allem das weltweit stark nachgefragte Tropenholz Teak, profitiert von einer geringen Volatilität im Vergleich zu klassischen Vermögensanlagen. Der Teakbaum wächst auch, wenn die Wirtschaft schrumpft oder die Nachfrage abnimmt. So geschehen in den USA. Während der Immobilienkrise war die Nachfrage nach Holz dort deutlich zurückgegangen. Wer als Investor jedoch Asien und den indischen Subkontinent im Blick hat und sein Wald-Engagement mit Edelhölzern diversifiziert, profitiert auch weiterhin von geringer Korrelation. Diversifiziertes Portfolio Eine aktive Diversifikation in verschiedene Holzarten wird dabei zu einem Erfolgsfaktor. Ein Portfolio aus natürlichen Wäldern in nördlichen Breiten und schnell wachsenden Plantagen in den Tropen stellt das Engagement auf einen festen Boden. Dies auch deshalb, weil die Verwertung der verschiedenen Hölzer in unterschiedlichen Regionen der Welt erfolgt. Nachfrage-Dynamiken in einzelnen regionalen Märkten lassen sich damit besser nutzen. Aktives Management vor Ort Investoren, die in Plantagen ausserhalb Europas oder Nordamerikas investieren, achten vor allem auf ein erfahrenes und eingespieltes Asset-Management-Team. Das globale Wissen um die Märkte und

das lokale Wissen um ein effizientes Plantagen-Management müssen Hand in Hand gehen. Entscheidend ist die Zusammenarbeit der Führung mit lokalen Forstingenieuren, Umweltexperten und Rechtsanwälten, damit die Plantagen im Rahmen der lokalen Gesetze gemanagt werden. Gute persönliche Kontakte vor Ort bringen so auch gute Gelegenheiten zum Beispiel für günstigen Landkauf oder Plantagenübernahmen. Die Zusammenarbeit mit universitären Forschungseinrichtungen und renommierten Baumschulen mindert zudem die Risiken, dass angepflanzte Bäume später nicht verwertet werden können. Wer mit der lokalen Bevölkerung und NGOs Kontakt hat, steigert zusätzlich die Akzeptanz vor Ort – ganz abgesehen von den Arbeitsplätzen, die neu geschaffen werden. Nachhaltige Bewirtschaftung Neben einem guten Wachstum der Edelhölzer muss der Schutz der Vermögenswerte Priorität haben. Dabei geht es neben Eigentumsfragen vor allem auch um Umweltstandards und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Plantagen. Entscheidend für eine positive Ökobilanz wie auch einen Beitrag zum Klimaschutz kann sein, dass auf den genutzten Flächen vorher keine Bäume gestanden haben, es sich also um Neupflanzungen handelt. Dann ist schliesslich auch der Einfluss des Asset Managements auf ein gesundes Wachstum der Bäume und damit auch auf gute wirtschaftliche Erträge am grössten. r

Woodsource AG Die Woodsource AG mit Sitz in Wallisellen bei Zürich bewirtschaftet TeakholzPlantagen im mittelamerikanischen Panamá. Dafür werden nicht genutzte Grundstücke aber auch bestehende Plantagen gekauft, mit Teakbäumen bepflanzt, parzelliert und an Investoren verkauft. Die Woodsource AG bewirtschaftet die Flächen zusammen mit ihren Partnern vor Ort. Derzeit werden Plantagen mit einer Gesamtfläche von ca. 760 Hektar betreut. Nach 10, 15 und 20 Jahren Wachstumszeit werden die Bäume geerntet und für den Verkauf vorbereitet. Hauptabnehmer sind Produzenten vor allem in Asien (Indien, China). Die Gewinne aus dem Baumverkauf werden an die Investoren ausgeschüttet; erstmals war dies im Frühjahr 2016 der Fall für 10-jährige Teakbäume. Buchhaltung und Bilanzen der Woodsource AG werden jährlich von einer unabhängigen Revisionsstelle geprüft. Woodsource Stiftung Die unabhängige Woodsource Stiftung finanziert die Bewirtschaftung der Bäume. Zusätzlich werden dort finanzielle Rücklagen gebildet, damit Holzerlöse und Ausschüttungen gesichert sind. Auch die Stiftung wird regelmässig von einer unabhängigen Revisionsstelle geprüft.

Transparenz steht an erster Stelle.

Nubu Migmar Gründer und CEO der Woodsource AG

Woodsource AG Hertistrasse 27a 8304 Wallisellen T. +41 44 564 05 05 woodsource@woodsource.eu www.woodsource.eu

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Anlagethemen

NATÜRLICH INVESTIEREN IN DER SCHWEIZ Die FONTAVIS AG ist eine unabhängige Anlageberaterin und Vermögensverwalterin, die auf Kapitalanlagen in Clean Energy und Infrastruktur in der Schweiz spezialisiert ist. FONTAVIS investiert im Auftrag von Pensionskassen, Versicherungen, Fonds und weiteren institutionellen Anlegern in der Schweiz in nicht kotierte Unternehmen und Anlagen, die erneuerbare Energien produzieren, die EnergieEffizienz verbessern oder Energie-Infrastruktur bereitstellen. FONTAVIS ist die Anlageberaterin des ersten Schweizer erneuerbaren Energieund Infrastrukturfonds UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland und damit für die Suche, Prüfung und Bewirtschaftung der Investments zuständig. Win-win-Situation Investitionen in der Energiebranche sind kapitalintensiv und die Beschaffung von finanziellen Mitteln ist anspruchsvoll. Gefragt sind neue, langfristige Finan-

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zierungsquellen. FONTAVIS setzt mit ihrer Anlagestrategie an diesem Punkt an und bietet zugleich Lösungen für langfristig handelnde Anleger und Energieunternehmen in der Schweiz. Damit ergibt sich eine Win-win-Situation für Investoren, Schweizer Energieunternehmen, für die Umwelt und für künftige Generationen. Zusammen mit Schweizer Energieunternehmen und Projektentwicklern hat FONTAVIS für ihre Kunden diverse Investments in Produktionsanlagen und Netze getätigt und sich als zuverlässiger Investitionspartner etabliert. Verschiedene Unternehmen werden mit Kapital unterstützt und mit Fachwissen und Engagement in ihrer unternehmerischen Entwicklung begleitet.

Investitionsfokus FONTAVIS investiert im Auftrag von Kunden in nicht kotierte Schweizer Clean-Energy-Unternehmen und -Anlagen. Diese Unternehmen produzieren Strom, Wärme und Mobilität aus erneuerbaren Quellen, stellen die nötige Infrastruktur bereit oder tragen wesentlich zu einer besseren Energie-Effizienz bei. Zu den weiteren Investitionskriterien zählen eine starke Marktposition, eine klare Unternehmensstrategie, qualifizierte Mitarbeiter und Technologien, die geprüft sind. Wasserkraft: Pumpspeicherkraftwerke, Flusskraftwerke, Kleinwasserkraftwerke Biomasse: Heizkraftwerke, Biogas-Anlagen, Biotreibstoff-Anlagen (2. Generation)


Anlagethemen

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FACTS Für Investments ihrer Schweizer Kunden sucht die FONTAVIS AG Schweizer Unternehmen aus den Sektoren erneuerbare Energie, Energie-Infrastruktur und Energie-Effizienz, die Kapital benötigen und die in unserem Investitionsfokus stehen. Drei Gründe, weshalb FONTAVIS der richtige Partner für Sie ist:

Erneuerbare Energieproduktion: Solarthermische Anlagen, PhotovoltaikAnlagen, Geothermie-Anlagen, Windkraft-Anlagen Energie-Infrastruktur: Wärmeverbund (Nah- und Fernwärme), Stromnetzinfrastruktur, Netzsteuerungs-Anlagen, E-Mobilitäts-Unternehmen Energie-Effizienz: Anlagen zur Abwärme- und Prozessenergie-Nutzung, EnergiemanagementAnlagen und -Systeme Clean Energy Asset Management Das Dienstleistungsangebot von FONTAVIS umfasst Clean Energy Asset Management für die Bedürfnisse qualifizierter Anleger gemäss Art. 10 des Bundesgesetzes für kollektive Kapitalanlagen (KAG) und Energieunternehmen. FONTAVIS bietet Anlegern Anlageberatung, Vermögensverwaltung und Co-Investment-Programme. Dadurch können Anleger interessante Vorteile erreichen: • Kombination von Ertrag mit Kapitalwachstum • Verbesserung der Portfolio-Effizienz • Umsetzen von Nachhaltigkeitskriterien in der Anlagepolitik • Generierung von Wertschöpfung in der Schweiz • Beitrag zu einer nachhaltigen, funktionierenden und ökologisch sinnvollen Infrastruktur für künftige Generationen

Ein Markt mit Zukunft Ressourcenknappheit, politische Weichenstellungen, ein Umdenken in der Bevölkerung und hohe Ansprüche an die Infrastruktur prägen unsere Energiezukunft. Die Sicherung des langfristigen Energieangebots wird zu einer der zentralen Herausforderungen und bietet Anlagechancen für institutionelle Investoren. Hoher Kapitalbedarf: Die Stromnetze sind im Durchschnitt über 40 Jahre alt und haben die Kapazitätsgrenze erreicht. Heimfälle und auslaufende Strombezugsverträge machen Neuverhandlungen und Neukonzessionen nötig. Der Energiebranche stehen dadurch hohe Investitionen bevor. Interessanter Wachstumsmarkt: Der Ausbau von erneuerbaren Energien wie Biomasse, Wasserkraft, Solar, Wind und Umgebungswärme sowie Energie-Effizienz ist ein Wachstumsmarkt. Auch dezentrale Energieproduktion, Smart-Metering, Energie-Contracting und Konvergenz der Netze gewinnen an Bedeutung. Langfristige Anlagen: Investitionen in der Energiebranche sind kapitalintensiv und die Beschaffung von finanziellen Mitteln ist anspruchsvoll. Gefragt sind neue, langfristige Finanzierungsquellen. FONTAVIS setzt mit ihrer Anlagestrategie an diesem Punkt an und bietet zugleich Lösungen für langfristig handelnde Anleger und Energieunternehmen. r

Wir stellen Kapital bereit und stärken Ihre Kapitalstruktur: • Eigenkapital- und Beteiligungsfinanzierung • Mezzanine-Kapital • Langfristige Finanzierungen erlauben Ihnen eine zuverlässige Planung sowie einen leichteren Zugang zu zusätzlichem Fremdkapital. Wir bieten Zugriff auf wertvolles Expertenwissen: • Zugang zu Fachwissen bei Unternehmensfinanzierungen, Projektmanagement und Risiko-Controlling bei Bedarf • Zugang zu Netzwerken bei Planung, Erstellung, Finanzierung, Versicherung, im Betrieb und bei Devestitionen Wir garantieren Unabhängigkeit: FONTAVIS hat kein Primärinteresse an den Energieverwertungsrechten ihres Unternehmens. Dies ermöglicht Ihnen, Ihre unternehmerische Freiheit zu wahren.

FONTAVIS AG Grabenstrasse 27 6340 Baar/ZG T. +41 41 545 41 00 F. +41 41 545 41 11 info@fontavis.ch www.fontavis.ch

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Anlagethemen

MIT PLUG’N ROLL IN EINE NACHHALTIGE ZUKUNFT FAHREN Mit Plug’n Roll, einem Ladenetzwerk für Elektrofahrzeuge, bietet die Energiefirma Repower Immobilienbesitzern, Gemeinden und Unternehmen die Möglichkeit, in nachhaltige Mobilität zu investieren. Wie war das nochmal mit dem Huhn und dem Ei? Was war zuerst da – das Huhn oder das Ei? Eine berechtigte Frage, gibt es doch ohne Huhn kein Ei, ohne Ei aber auch kein Huhn. Und wenn Sie sich jetzt fragen, was das alles mit Elektromobilität zu tun hat, hier die Erklärung: Auch bei der Elektromobilität gibt es zwei Elemente, die einander in der Entwicklung gegenseitig bedingen: einerseits die Elektrofahrzeuge und andererseits die Ladestationen. Sie hängen voneinander ab: Ohne ausgebaute Ladeinfrastruktur wird die Anzahl Elektrofahrzeuge nicht steigen; steigt die Anzahl Elektrofahrzeuge nicht, werden aber auch keine Ladestationen installiert.

Zielgruppen Immobilienbranche, Tourismus, Gewerbe und Gemeinden Was es deshalb braucht, ist Innovationsgeist, Mut zu nachhaltigen Investitionen und das Bekenntnis zu einer umweltbewussten Mobilität, damit sich diese eta-

setzt Repower insbesondere auf Immobilienbesitzer, Hotels, Restaurants, weitere Tourismuspartner sowie Gewerbetreibende und Gemeinden als Betreiber von öffentlichen – oder im Falle der Immobilienbesitzer privaten – Ladestationen.

Investieren Sie in eine nachhaltige Zukunft. blieren kann. Das Energieunternehmen Repower ist vom Potenzial der Elektromobilität überzeugt und verfolgt deshalb das Ziel, mit Plug’n Roll ein dichtes Netzwerk an Ladestationen für Elektrofahrzeuge aufzubauen. Für den Aufbau des Plug’n Roll-Netzes

Mit einer verhältnismässig geringen Investition können diese auf den Zug der Elektromobilität aufspringen und Teil des Netzwerks werden. Beispielsweise Immobilieninvestoren zeigen sich zukunftsgerichtet und innovativ, wenn sie bereits beim Bau von neuen Wohnhäusern eine Ladeinfrastruktur für künftige

Egal, ob auf öffentlichen Parkplätzen, vor Hotels oder im Gewerbegebiet: Die Ladestation PALINA kommt mit zwei «Type 2»-Steckern mit bis zu 22kW Ladeleistung daher, ist kommunikationsfähig via 3GP oder WiFi und Sie entscheiden, welche multimedialen Inhalte auf dem LCD-Farbmonitor gezeigt werden.

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FACTS

Die Wallbox BITTA lässt sich auch problemlos an die Wand montieren – in Tiefgaragen oder an Aussenwänden.

Bewohner mit Elektrofahrzeugen einplanen. Hotels und Restaurants können mit Ladestationen neue Kunden gewinnen und Gemeinden ein klares Zeichen für die Elektromobilität setzen. Ladestation und Kommunikationsinstrument in einem Zu Plug’n Roll gehören die beiden Ladestationen PALINA und BITTA. Beide Produkte wurden von den italienischen Architekten, Designern und Künstlern Italo Rota und Alessandro Pedretti exklusiv für Repower entworfen. Für die technische Umsetzung hat sich Repower an ABB gewandt. Die Ladesäule PALINA ist gleichzeitig ein Kommunikationsinstrument: Der Betreiber kann auf einem LCD-Display Informationen aufschalten oder auch multimediale Inhalte abspielen. Zwei verschiedene Steckertypen gewährleisten das Laden je nach den Bedürfnissen des Elektroautofahrers. BITTA ist sozusagen die kleine Schwester von PALINA: Die sogenannte Wallbox kann an eine Wand montiert werden. Es versteht sich von selbst, dass beide Ladestationen mit Ökostrom betrieben werden: Repower setzt dabei auf ihren «naturmade star»-zertifizierten Grünstrom Purepower. Rundum-Service und App Wer sich für Plug’n Roll entscheidet, hat die Wahl zwischen verschiedenen Abonnementen zum Monatstarif. Darin ist ein Rundum-Service inbegriffen: Installation, Wartung, 24/7-Störungsdienst, Zahlungsmanagement und eine Netzwerkmitgliedschaft. Eine Plug’n Roll-

Über Repower Repower ist ein international tätiges Schweizer Energieunternehmen mit Hauptsitz in Poschiavo (Graubünden) und weiteren Standorten in Landquart, Küblis, Ilanz, Bever, Zürich und Mailand. Die Gruppe ist von der Produktion über den Handel bis zum Vertrieb und zur Verteilung auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette tätig. Schlüsselmärkte sind die Schweiz und Italien. Repower beschäftigt rund 630 Personen. Energieservices gewinnen in der sich wandelnden Strombranche zunehmend an Bedeutung – so auch bei Repower. Einer dieser innovativen Services ist die Elektromobilität, die Repower mit Plug’n Roll vorantreibt. Privatkunden, aber auch Unternehmen wie Hotels, Restaurants oder Gewerbebetriebe sowie Gemeinden haben die Möglichkeit, Teil des Ladenetzwerks von Plug’n Roll zu werden und so in eine nachhaltige Mobilität zu investieren.

App zeigt das ganze Netz an öffentlichen Ladesäulen an. Über die kostenlose Anwendung sehen Elektroautofahrer auf einen Blick die genauen Standorte und erhalten Auskunft darüber, ob die gewünschte Station gerade besetzt oder frei ist. Sie können damit einfach und rasch eine Ladestation reservieren, laden und auch über die App bezahlen. Die Rechnung geht spätestens dann auf, wenn die Kunden an der Station ihr Elektrofahrzeug laden: Der Betreiber erhält nämlich eine Rückzahlung aus den Ladungen und kann so seine Kosten decken. Der eigentliche Wert einer Investition in die Elektromobilität ist aber das klare Bekenntnis zur nachhaltigen Fortbewegung. Ein Immobilieninvestor, ein Unternehmen oder eine Gemeinde, welche die Elektromobilität fördert, positioniert sich als zukunftsgerichtet und umweltbewusst.

Luca Mautone Leiter Marketing & Kommunikation

Unsere Energie für Sie. Repower AG Via da Clalt 307 7742 Poschiavo T. +41 81 839 71 11 www.plugnroll.com

Weitere Informationen unter www.plugnroll.com. r

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SCHWEIZER ANBIETER ERSCHLIESSEN SICH DURCH INNOVATIVE ANGEBOTE NEUE MÃ&#x201E;RKTE.


Services

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SUSTAINABLE INVESTMENTS: EIN ATTRAKTIVER MARKT FÜR SERVICE-ANBIETER Bereits Ende 2012 gab es 220 regelmässig im Schweizer Markt Sustainable Finance tätige Organisationen. Darunter waren 73 Asset Manager, 21 Dienstleister sowie zehn Anbieter im Bereich Finanzanalyse. Angesichts der in den letzten Jahren häufig zweistelligen Wachstumsraten nachhaltiger Anlagen ist anzunehmen, dass sich mittlerweile noch mehr Akteure in diesem Marktsegment bewegen. Neben etablierten Anbietern stechen einige Akteure und Segmente heraus, die durch innovative Angebote neue Märkte erschlossen und nachhaltiges Investment weiterentwickelt haben. Bereits 2002 würdigt Die Zeit: «Mit dem Dow Jones Sustainability Index hat der Begriff der Nachhaltigkeit endgültig den Sprung von internationalen Umweltkonferenzen auf die Kapitalmärkte geschafft.» Ein Drittel der Mikrofinanzinvestments weltweit wird von Schweizer Institutionen verwaltet Der Markt von «Investments for Development» zeigt die überzeugende Positionierung und Potenziale: Schweizer Anbieter haben gemäss einer Studie von Swiss Sustainable Finance 2015 mit einem Wachstum von über 18 Prozent fast 10 Milliarden USD verwaltet. Damit liegt fast ein Drittel dieses globalen Marktes in den Händen Schweizer Institutionen, knapp 80 Prozent in Form von Mikrokrediten. Zielrenditen von 4,5 Prozent sprechen zunehmend auch institutionelle Investoren an. Für sie steht nicht nur die positive Wirkung der Investitionen zur lokalen und wirtschaftlichen Entwicklung im Vordergrund, sondern genauso der eigene finanzielle Nutzen wie eine Diversifikation im Portfolio und relativ stabile Renditen Die spezialisierten Asset Manager sind zudem weltweit gut verankert, etwa über Public-Private Partnerships mit ausländischen Entwicklungsbanken. Schweizer Unternehmen bieten vielfältige Services zum Thema Klima Auch in anderen Bereichen des Klimaschutzes sind Schweizer Unternehmen aktiv: Immer mehr Investoren wird bewusst, dass sich Massnahmen zum Klimaschutz und ein möglicher Preis

für CO2-Emissionen zu Risiken für ihre Portfolios entwickeln können. Mit dem Montréal Carbon Pledge verpflichten sich mittlerweile über 120 Investoren (ebenso aus der Schweiz), den Carbon Footprint ihrer Anlagen jährlich zu messen und zu veröffentlichen. Ihnen werden auch die Schweizer Anbieter Inrate oder South Pole Group empfohlen, die einen Carbon Footprint berechnen und Empfehlungen zur Verringerung der Risiken abgeben können. Transparenz für Portfolios schaffen Das beeindruckende Wachstum von nachhaltigen Anlagen ist darüber hinaus auf ein breiteres Angebot von Produkten zurückzuführen. Dieses schafft bessere Wahlmöglichkeiten, doch wird es zunehmend schwierig, das Angebot zu überblicken und die Qualität der Fonds zu durchschauen. Orientierungshilfen bieten die Nachhaltigkeitsprofile des Forums Nachhaltige Geldanlagen oder umfassende Bewertungsansätze wie das FNG Siegel oder der Fund Finder von Partners for Sustainability. Doch steigt das Interesse von Investoren, inwieweit auch konventionelle Fonds ESG-Kriterien berücksichtigen beziehungsweise wie nachhaltig die investierten Unternehmen einzustufen sind. Daher bieten Researchfirmen wie Morningstar, MSCI oder die Plattform YourSRI Analysen zu einzelnen Fondspositionen an. ifund Services hat dagegen eine qualitative Bewertung der Fondsmanager entwickelt. Somit erhalten Investoren eine Vielzahl von Möglichkeiten, ESG-Risiken in ihren Portfolios zu erkennen beziehungsweise ihre Anlagen veranwortungsbewusster zu gestalten oder Wirkung zu erzielen. r

Dr. Ingeborg Schumacher-Hummel ist Vorstandsmitglied des Forums Nachhaltige Geldanlagen und verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Sustainable und Responsible Investing. Mit ihrer Firma Responsible Impact Investing berät sie Investoren sowie Finanzdienstleister bei der Entwicklung und Implementierung einer nachhaltigen Anlagestrategie. www.responsible-impact.com

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Services

AUF DER SUCHE NACH DEM PASSENDEN NACHHALTIGKEITSFONDS Der zunehmend diversifizierte Markt von Nachhaltigkeitfonds macht die effiziente Selektion mehr und mehr zu einer Herausforderung. Welche Fonds sind tatsächlich nachhaltig? Nachhaltigkeit ist einer der Megatrends des 21. Jahrhunderts, Produkte und Dienstleistungen mit hohen ökologischen und sozialen Standards haben beträchtliche Marktanteile in Sektoren wie Ernährung und Gebäudetechnik erreicht. Ein ähnlicher Trend entwickelt sich langsam auch auf den Finanzmärkten. Das Volumen der Nachhaltigkeitsfonds im deutschsprachigen Europa beispielsweise hat sich alleine 2015 mehr als verdoppelt und seit 2008 sogar mehr als verelffacht. Dieser eigentliche Boom führte auch zu einer Diversifikation der Ansätze des nachhaltigen Investierens, beispielsweise durch viel komplexere Sets von Ausschlusskriterien, breiten Engagement Programmen oder der Integration von ökologischen und sozialen Faktoren in die Bewertungsprozesse. Speziell der Schweizer Markt ist geprägt von einer relativ grossen Zahl von spezialisierten Managern von Nachhaltigkeitsfonds mit qualitativ hochstehenden Produkten. Für verantwortliche Investoren ist diese Entwicklung auf der einen Seite sehr erfreulich. auf der anderen Seite wird die effiziente Selektion von passenden Anlagelösungen sogar für Spezialisten immer komplexer, beispielsweise was die Verwaltung des Investment Universums, die Abwägung der Stärken und Schwächen der einzelnen Produkte oder deren Vergleich anbelangt. Mehrere Programme und Initiativen versuchen sich dieser Herausforderung zu stellen, meistens auf regionaler oder nationaler Ebene, und meistens mit Blick auf professionelle Investoren. Gemeinsam ist aber allen das gleiche Ziel: die Überwin-

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dung der drei grundsätzlichen Probleme, die verantwortliche Investoren davon abhalten, verantwortlich zu investieren.

1. Transparenz Jeder verantwortliche Investor muss auf der Suche nach geeigneten Anlagemöglichkeiten zuerst einen Überblick über die verfügbaren Produkte bekommen. Aber schon dieser erste Schritt ist eine beträchtliche Herausforderung. Es gibt kaum Dienstleister, die einen weltweiten Überblick bieten, und die Informationen zur ökologischen und sozialen Ausrichtung dieser Fonds ist oft lückenhaft. Zusätzlich sind die Transparenzstandards vieler Fonds Manager lückenhaft.

2. Vergleichbarkeit Die Zusammenstellung des Investment Universum ist aber nur der erste Schritt. Finanzielle Investmentkriterien

wie Währung, Vertriebszulassungen, Anlageklasse, Volumen, regionaler Investment Fokus und andere Merkmale müssen berücksichtigt werden, aber verantwortliche Investoren gehen noch weiter: der Vergleich von ökologischen und sozialen Kriterien ist der Schlüssel zur Selektion von passenden Produkten. Diese Informationen sind aber kaum in öffentlichen Datenbanken verfügbar, und sogar ist Funktionalität professioneller Lösungen ist häufig eingeschränkt was die regionale Abdeckung oder die Verfügbarkeit von ökologischen und sozialen Daten anbelangt.

3. Messbarkeit Tausende von Investmentfonds nehmen für sich in Anspruch, Nachhaltigkeitskriterien im Portfolio Management zu berücksichtigen, aber was heisst das und wie gut erfüllen sie diesen Anspruch? Eine unabhängige, objektive, umfassende, transparente und generell akzeptierte Bewertung der Nachhaltigkeit von Fonds ist meistens nur für Spezialisten verfügbar, aber im Interesse eines nachhaltigeren Finanzmarktes sollten auch private Investoren Zugang dazu haben.


Services

SUSTAINABILITY FUND FINDER 1. Fund Selector Partners for Sustainability offeriert mit dem Fund Selector Zugang zu einem globalen Universum von mehr als 1350 Nachhaltigkeitsfonds und die Werkzeuge, um dieses Universum effizient anhand finanzieller, ökologischer und sozialer Kriterien zu filtern. Die Qualität und der Umfang der Daten ist einzigartig.

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FACTS Partners for Sustainability ist eine Schweizer Firma mit Aktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeitsanalyse von Fonds und der Kommunikation über Nachhaltigkeit. Die Firma war an der Lancierung des ersten Schweizer Dachfonds von Nachhaltigkeitsfonds beteiligt und agierte als Berater. Die zugrundeliegende Methodik zur Bewertung der Nachhaltigkeit von Fonds wurde vor mehr als zehn Jahren in Zusammenarbeit mit ETH Professoren, Fonds Managern und Investoren modelliert und seither beständig weiterentwickelt. Partners for Sustainability möchte mit ihrer Plattform zu einer nachhaltigen Entwicklung durch Investments in Nachhaltigkeitsfonds beitragen.

2. Fund Comparator Der Fund Comparator bietet den Nutzern Zugang zu Daten, welche normalerweise im monatlichen Factsheet der Fonds Manager veröffentlicht werden, deckt aber gleichzeitig eine Vielzahl von Fonds ab. Anstatt Fonds-spezifische Daten auf den Seiten vieler verschiedener Anbieter zu suchen, ermöglicht das Werkzeug einen effizienten Vergleich verschiedener Produkte. Die Nachhaltigkeitsmatrix stellt die finanzielle Rendite von ganzen Fondsgruppen in Abhängigkeit ihrer Nachhaltigkeitsbewertung dar.

3. Sustainability Fund Factsheet

Transparency

Portfolio Quality

Research Quality

Engagement

Das Sustainability Fund Factsheet ist ein standardisierter Bericht über die ökologischen und sozialen Standards eines Investment Fonds und enthält das Ergebnis der Analyse, das Nachhaltigkeitsrating. Die Analyse basiert nicht nur auf den Portfolio Titeln, sondern berücksichtig auch den zugrundeliegenden Prozess, die Engagement Aktivitäten, und die Transparenz.

Die Firma stellt ihren Partnern Kommunikationswerkzeuge zur Verfügung, um den Austausch von Informationen zwischen Anbietern und Kunden von Nachhaltigkeits-relevanten Produkten zu vereinfachen. Der Sustainability Fund Finder ist die detaillierteste und umfassendste Datenbank von Nachhaltigkeitsfonds und beinhaltet auch das Ergebnis der Analyse, das Nachhaltigkeits Rating. Die Datenbank ist für die Öffentlichkeit frei zugänglich, und für professionelle Nutzer wie Fonds Manager, Investoren und Stiftungen sind kostenpflichtige Zugänge verfügbar.

Dr. Imad Hatem Präsident

Partners for Sustainability AG Freihofstrasse 22 8700 Küsnacht T. +41-44-913 36 80 info@partnersforsustainability.ch www.partnersforsustainability.ch

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Services

IHR PARTNER FÜR NACHHALTIGE ANLAGELÖSUNGEN Investieren basierend auf profunden Nachhaltigkeitskenntnissen fördert eine zukunftsfähige Wirtschaft. Die Anforderungen der nachhaltigen Entwicklung an Wirtschaft und Investoren sind hoch und sie erfordern vielfältige Expertise aus einem breiten Spektrum von Disziplinen. Von Umweltschutz und Klimawandel über gesellschaftliche Entwicklungen bis zu regulatorischen, technischen und sozioökonomischen Rahmenbedingungen: Entscheidend für eine umfassende Nachhaltigkeitsbeurteilung ist es, zu erfassen, welche Faktoren für ein Unternehmen und seinen Sektor relevant sind und welche Chancen und Risiken damit für langfristig ausgerichtete Investoren einhergehen. Impact der Unternehmen und ihrer Produkte auf Umwelt und Gesellschaft Ob ein Unternehmen nachhaltig ist, zeigt sich nicht allein im Umfang und der Transparenz der Berichterstattung zur Unternehmensführung – dies erfassen klassische «ESG»-Kriterien (Umwelt, Sozial und Governance) zu Richtlinien, Zielen und Management-Systemen. Der

Nachhaltigkeitsrating des Automobil- und Retailsektors

gewichtige Kern der Inrate Nachhaltigkeitsbewertung beinhaltet die Auswirkungen der verkauften Produkte und Dienstleistungen über den gesamten Lebenszyklus auf Umwelt und Gesellschaft. Zusätzlich fliessen Medienberichte zu kontroversem Geschäftsgebaren mit ein. Zum Beispiel weisen die Unternehmen des Automobilsektors sehr hohe ESG-Ratings auf, der Impact der Produkte auf die Umwelt und Gesellschaft ist aber nicht nachhaltig. Absolute Bewertung der Nachhaltigkeit Inrate liefert mit seinem bewährten Bewertungsansatz ein absolutes Nachhaltigkeits-Rating für Unternehmen.

A

Nachhaltig oder fördert den Übergang zur Nachhaltigkeit

B

Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

C

Nicht nachhaltig, jedoch reduzierter negativer Einfluss

D

Nicht nachhaltig

Umwelt-ESG

FACTS Seit 1990 verbindet Inrate, als unabhängige Nachhaltigkeits-Ratingagentur mit Sitz in der Schweiz, profunde Nachhaltigkeitskenntnisse mit innovativen Research-Lösungen für die Finanzmärkte. Kundenspezifische nachhaltige Investment-Lösungen Inrate bietet Standard- wie auch kundenspezifische Lösungen zur Integration von Nachhaltigkeit in die Anlageprozesse: • Ausschlussfilter • Nachhaltigkeitsanalysen • Nachhaltigkeitsratings • Portfolioanalysen • CO2-Fussabdruck • Beratung

Patrick Fankhauser Head of Sales & Business Development

Absolute Nachhaltigkeitsskala von Inrate

Corporate Governance



UmweltΝ Impact Produkte

 

Arbeitsbedingungen

GesellschaftsImpact Produkte Gesellschaft-ESG Automobilsektor

Retailsektor

Skala: 1 = Nicht nachhaltig, 9 = Nachhaltig

Diese Methodik misst die tatsächlichen Umwelt- und Sozialauswirkungen (Impact) von Unternehmen über die gesamte Wertschöpfungskette – vom Rohstoffabbau und den Lieferanten über die eigene Geschäftstätigkeit bis zur Verwendung der Produkte. r

Inrate AG – Sustainable Investment Solutions Binzstrasse 23 8045 Zürich T. +41 58 344 00 00 info@inrate.com www.inrate.com


Services

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CORPORATE GOVERNANCE IN SCHWEIZER PUBLIKUMSGESELLSCHAFTEN Engagiert für die Verbesserung der Corporate Governance in der Schweiz. Wahrnehmung der Stimmrechte Eine gute Corporate Governance ist das Fundament für den nachhaltigen Erfolg von Unternehmen. Die aktive Wahrnehmung der Aktionärsrechte, basierend auf soliden Analysen, ist dabei die Basis zur Sicherstellung und stetigen Verbesserung der Corporate Governance. In den letzten zwei Jahren hat sich die Stimmausübung an Generalversammlungen in der Schweiz um 4֓% auf 69֓% erhöht – auch dank der «Abzocker»Initiative, die institutionelle Investoren zur Ausübung ihrer Stimmrechte verpflichtet. Aktiver Dialog mit Unternehmen zRating engagiert sich aktiv für die Verbesserung der Corporate Governance in der Schweiz, um einen Mehrwert für die Aktionäre zu generieren. Wichtiger Be-

standteil ist der regelmässige Dialog mit den Unternehmen. Kritische Themen sind nach wie vor die Sicherstellung der Rechte von Minderheitsaktionären wie z.B. «one share – one vote». Aber auch in Bezug auf die Zusammensetzung der Verwaltungsräte oder die Ausgestaltung der Vergütungsmodelle bestehen noch Verbesserungsmöglichkeiten. Systematische Bewertung der Corporate Governance Bereits zum achten Mal hat zRating die Qualität der Corporate Governance von kotierten Schweizer Unternehmen in einer umfassenden Studie beurteilt. Anhand von über 60 Kriterien erstellt zRating ein Ranking der Unternehmen. Die höchste Punktzahl haben 2016 Geberit und Ascom gefolgt von PSP Swiss Property erreicht. r

FACTS zRating Inrate bietet unter der Marke «zRating» Aktionärsdienstleistungen an. Seit der Gründung steht zRating für engagierte Aktionäre ein und unterstützt diese in der Ausübung ihrer Rechte und Pflichten. zRating bietet Investoren die folgenden, speziell auf den Schweizer Markt fokussierten Services im Bereich Corporate Governance an: • Stimmempfehlungen • Ausübung der Stimmrechte • Rechenschaftsberichte • Corporate Governance Ratings • Aktives Engagement zRating vertritt konsequent die Interessen der Aktionäre. Die Stimmempfehlungen sowie die Bewertung der Corporate Governance erfolgt anhand transparenter Richtlinien und Kriterienkataloge, die öffentlich publiziert werden.

]5DWLQJ6WXGLH &RUSRUDWH*RYHUQDQFH LQ6FKZHL]HU3XEOLNXPVJHVHOOVFKDIWHQ Dr. Christophe Volonté Head Corporate Governance

Die zRating-Studie 2016 kann unter www.zrating.ch/studie2016/ bezogen werden

zRating – Engagiert für Ihre Anlagen Inrate AG Binzstrasse 23 8045 Zürich T. +41 58 344 00 00 zrating@inrate.com www.zrating.ch

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Das Jahrbuch fĂźr die Energie von morgen ember 2015

Ausgabe Dez

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u energiezuk

Schweiz

2016

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r un Jahrbuch fĂź von morgen

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EIN BAUM MIT SOLIDEN WURZELN BLEIBT AUCH IN WINDIGEN ZEITEN STANDFEST. UNSERE PRIME VALUES ETHIKFONDS. GEMEINSAM ZEICHEN SETZEN: Gute Unternehmensführung lässt sich nicht einseitig auf Gewinnmaximierung reduzieren. Mit den PRIME VALUES haben wir Anlagefonds aufgelegt, die ausschließlich in Unternehmen investieren, deren gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein erkennbar ist. Denn nur eine sozial und ökologisch geprägte Geschäftstätigkeit führt zu wirklichem, nachhaltigem Erfolg. Für die Gesellschaft, die Natur und Ihr Portfolio. www.hauck-aufhaeuser.ch

Sitzstaat des H & A PRIME VALUES Income und des H & A PRIME VALUES Growth Fonds ist Österreich. Die Fondsbestimmungen, der veröffentlichte vollständige Prospekt, die „Wesentlichen Informationen für den Anleger (KIID)“ in der aktuellen Fassung sowie die Jahres- und Halbjahresberichte stehen den Interessenten in den folgenden Geschäftsstellen in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos zur Verfügung: Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA, Kaiserstraße 24, 60311 Frankfurt am Main bzw. Palais am Lenbachplatz, Lenbachplatz 4, 80333 München oder der Hauck & Aufhäuser Investment Gesellschaft S.A., lc, rue Gabriel Lippmann, L-5365 Munsbach, Luxembourg, sowie beim Vertreter in der Schweiz (ACOLIN Fund Services AG, Affolternstrasse 56, CH-8050 Zürich, www.acolin.ch). Zahlstelle in der Schweiz ist die Credit Suisse, Paradeplatz 8, CH-8001 Zürich. Dieses Dokument ist nur für Informationszwecke bestimmt und gilt nicht als Angebot für den Kauf oder Verkauf des Fonds. Der Fonds darf weder direkt noch indirekt in den USA vertrieben noch an US-Personen verkauft werden.

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