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BAUEN

Mai 2019  I  CHF 18.–

NACHHALTIGES


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Editorial

EDITORIAL BERECHTIGTE UNGEDULD

Harald Fessler Herausgeber

Peter Büchel Chefredaktor

Martin Hofer dipl. Umweltberater

Der Freitag, 15. März 2019, war ein durchaus denkwürdiger Tag. Schweizweit gingen Zehntausende Schüler auf die Strasse, um für eine wirksame Klimapolitik zu demonstrieren. Der friedliche Aufstand der Jugend fand in den Medien ungeteilte Anerkennung. Auch Umweltministerin Simonetta Sommaruga stellte sich hinter die Klima-Jugend. Natürlich. Sie und jeder vernünftig denkende Mensch weiss, dass der Klimawandel zur mitunter grössten Herausforderung für das Leben auf dem Planeten Erde im 21. Jahrhundert wird. Und die Zeit zum Handeln drängt. Nur: Wo die Hebel ansetzen, um im Kampf gegen den Klimawandel aus Schweizer Sicht einen möglichst effizienten Beitrag zu leisten? Baustellen gibt es viele. Eine der grössten ist der Gebäudepark – je nach Berechnungsmodell für bis zu gut einen Drittel des helvetischen CO2-Gesamtausstosses verantwortlich. Zunehmend in den Fokus rücken dabei ältere Gebäude, die bezüglich Dämmung nicht auf dem neusten Stand sind und ausschliesslich fossil beheizt werden. Vor allem hier gilt es, einen Hebel im Klimawandel-Bremsmanöver noch verstärkt anzusetzen. Zahlreiche Beiträge in der vorliegenden Publikation zeigen die Dringlichkeit dieses Anliegens und konkrete Lösungsvorschläge auf. Für einmal genügt es nicht, der Ungeduld der Jugend mit altersmildem Lächeln zu begegnen. Die Jugend fordert angesichts des fortschreitenden Klimawandels von Politik und Wirtschaft mehr Tempo in der Umsetzung geeigneter Gegenmassnahmen. Und das zu Recht.

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INHALTSVERZEICHNIS

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VORWORT

Stefan Cadosch Präsident SIA

08  Sustainable Finance: Gute Nachrichten für die Bauwirtschaft Martin Landolt ist seit 2009 Mitglied des Nationalrats und seit 2012 Präsident der BDP Schweiz.

& 18 PROJEKTE INNOVATIONEN

34 BAUSTOFFE

20

Steiner AG

36

22

Gasverbund Mittelland AG

38 SWISS KRONO AG

24

Repower AG

40

Rigips AG

26

Implenia AG

42

Xella Porenbeton Schweiz AG

28

Oventrop (Schweiz) GmbH

44

Holcim (Schweiz) AG

30

DM Bau AG

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Renggli AG

KnitCandela – Betonschale mit gestrickter Schalung Prof. Dr. Philippe Block, Professor für Architektur und Tragwerk am Institut für Technologie in der Architektur, ETH Zürich

Es ist höchste Zeit für nachhaltige Baumaterialien Alfred Rüegg, Arch. HTL, Baubiologe Baubioswiss

10 Nachhaltiges Bauen als Beitrag zur Agenda 2030 Daniel Dubas ist Delegierter des Bundesrates für die Agenda 2030. 12 Nachhaltige Infrastrukturen – wo wir heute stehen Martin Stocker ist Leiter armasuisse Immobilien beim Bund und Vizepräsident des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS. 14 Ein wirksamer Beitrag zur Reduktion der Umweltbelastung Olga Darazs ist Präsidentin des Verwaltungsrates der CSD Gruppe. 16 Digitalisierung bringt neuen Schub für Nachhaltigkeit Dominik Courtin, Dipl. Bauing. ETH, ist seit 2004 Vorsitzender der Geschäftsleitung der Basler & Hofmann AG.

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Pfleiderer Suisse AG


Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis

GEBÄUDEHÜLLE & RENOVIEREN & WEITERBILDUNG 40 48 60 RENOVIEREN & GEBÄUDEHÜLLE & INNENAUSBAU SANIEREN 46 SANIEREN 58 INNENAUSBAU 68 WEITERBILDUNG

Die drei Hauptsäulen eines nachhaltigen Gebäudes Mit dem EnWI wird die Manuel Vatter, Teilhaber von Sanierungsökonomie bewältigt Hebeisen + Vatter Architekten AG Ruedi Meier, Dr. oec.publ/Raumplaner ETH, Ehrenpräsident energie-cluster.ch

42 DM Bau AG 48 Naef GROUP 44 Knauf Insulation GmbH 50 Geberit Vertriebs AG 46 Fixit AG 53 Bau- und Umweltchemie AG

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THYMOS AG

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Schweizer Verein Luft- und Wasserhygiene

Nachhaltig sanieren statt ersetzen – am Beispiel voneine Der Gebäudehülle kommt Trinkwasserleitungen enorme Bedeutung zu Werner Näf,Schreyer, VerwaltungsratspräDr. André Geschäftsfühsident der beiden Naef Group rer Gebäudehülle Schweiz Firmen

50 Velux Schweiz AG 60 Dittlimaler AG 52 ewb Energie Wasser Bern 62 EM Elektromaterial AG 54 Stadt Zürich 64 Schwab AG ERZ Entsorgung + Recycling 66 Zürich Holz und Funktion AG 56

Naef GROUP HAT-Tech AG / Näf Tech AG

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BAU und UMWELTCHEMIE AG

Koordinierte Bildungsstandards für eine Energiestrategie 2050: nachhaltige Bauwirtschaft Werden wir nun auch Katharina Teuscher, lic. iur, CAS nachhaltiger bauen? Corporate Social Jürg Bichsel, Prof.Resposibility. Dr. Dipl. El. Ing. Beratung, und am Bau, ETH, LeiterKonzepte Institut Energie Strategieentwicklung FHNW, Präsident EN Bau

Berner Fachhochschule Bildungszentrum Baubiologie Architektur, Holz und Bau Burgdorf und Biel 73 Agenda

62 70

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Bildungszentrum Baubiologie

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Agenda

IMPRESSUM IMPRESSUM 3. Jahrgang, 2018 4. Jahrgang, 2019 Preis: CHF 18.–, Erscheinung: 1x1x jährlich Preis: CHF 18.–, Erscheinung: jährlich Herausgeber: Harald Fessler, Herausgeber: Harald Fessler, harald.fessler@utk.ch harald.fessler@utk.ch Verlag: UTK Media GmbH, Berneckerstrasse 15, Verlag: UTK Media GmbH, Berneckerstrasse 15, 9434 Au,Au, T. +41 7171 744 9494 90,90, info@utk.ch 9434 T. +41 744 info@utk.ch Chefredaktion: Peter Büchel, T. T. +41 7171 755 575775, Chefredaktion: Peter Büchel, +41 755 75, buechel@bluewin.ch buechel@bluewin.ch Anzeigenverkauf: Anzeigenverkauf: UTK Media GmbH UTK Media GmbH Harald Fessler, harald.fessler@utk.ch, Harald Fessler, harald.fessler@utk.ch, T. +41 7979 631 5050 21;21 T. +41 631 Pascal pascal.tobler@utk.ch, Jörg Tobler, Schelling, joerg.schelling@utk.ch, T. +41 7171 966 6050 03;54 T. +41 511

Improov GmbH: Improov GmbH: Martin MartinHofer, Hofer,martin.hofer@improov.ch, martin.hofer@improov.ch, T.T.+41 71 +41 71511 51150 5053; 53 Grafik: E,T&H Werbeagentur AG BSW, Layout: Lea Fessler, lea.fessler@utk.ch Layout: Jörg Schelling, joerg.schelling@utk.ch Druck und Koordination: international media Druck undIMS Koordination: international media solutions AG, 9434 Au, www.imsag.ch solutions IMS AG, 9434 Au, www.imsag.ch Fachbeirat: Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c. Fachbeirat: Remo a. Nationalrat, Dr. h. c. Martin Hofer, dipl. Galli, Umweltberater Buchbestellung: Buchbestellung:UTK UTKMedia MediaGmbH, GmbH, Berneckerstrasse Berneckerstrasse15, 15,9434 9434Au, Au,www.utk.ch www.utk.ch Titelbild: Titelbild:Sopotnicki/shutterstock © panthermedia.net/Mirko Salem Bilder: Kashubin/Shutterstock, Bilder:v.l.n.r. v.l.n.r.Olga © panthermedia.net/spukkato, Darryl Sleath/Shutterstock, Olivier Le Moal/ © panthermedia.net/Arturs Budkevics, Shutterstock, Doggygraph/Shutterstock © panthermedia.net/oscity, © panthermedia.net/

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Nachhaltiges BAUEN BAUEN 2019 2018

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Zwei Etagen mit Umweltbonus. Wir bringen Sie nach Hause! Nachhaltig. Die nahe Bank.

zkb.ch/umweltdarlehen


Vorwort

VORWORT NICHT MEHR KÜHLEN, SONDERN BESSER SCHÜTZEN Trockene Sommer. Mehr Hitzetage. Heftige Niederschläge. Schneearme Winter. Das sind vier absehbare Folgen eines ungebremsten Klimawandels, den «Klimaszenarien CH2018» aufzeigt. Zwei Ansatzpunkte haben wir: Klimaschutz und Klimaanpassung. Stefan Cadosch Präsident SIA

Mit Klimaschutz können wir den Klimawandel bremsen, insbesondere durch die Reduktion des CO2-Ausstosses. Im Gebäudebereich betrifft das die Herstellung von Baumaterialien, deren Transportwege sowie alles vom Bau über den Betrieb bis zum Rückbau. Die Raumplanung bestimmt, wo wir bauen – und damit auch die Verkehrsmenge. Selbst mit bestem Klimaschutz können wir den Klimawandel nur bremsen, jedoch nicht aufhalten. Gebäude und Infrastruktur, die heute gebaut werden, müssen an ein zukünftiges Klima angepasst sein. Statt mit Messwerten aus der Vergangenheit ist das zukünftige Klima bei der Planung zu berücksichtigen. Nicht nur in den Daten, auch in den Konzepten müssen wir neue Wege gehen: Statt mehr kühlen, sollten wir besser vor der Sonne schützen. Mit «Klimaszenarien CH2018» liegen viele Daten vor – nun müssen wir sie einbinden. Es liegt an uns, klimafreundlich und nachhaltig zu planen und zu bauen.

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Bild: © panthermedia.net/spukkato

«NACHHALTIGKEIT HAT EIN REVOLUTIONÄRES POTENZIAL.»


Einleitung

SUSTAINABLE FINANCE: GUTE NACHRICHTEN FÜR DIE BAUWIRTSCHAFT Nachhaltige Geldanlagen sind in der Schweiz seit den 1990er Jahren ein Thema. Dabei ging es primär darum, in Unternehmen oder Staaten zu investieren, die hohe ökologische und soziale Kriterien erfüllen. Der Gedanke, eine positive Rendite mit einem guten Gewissen zu verbinden, hat vor allem private Anleger angesprochen, während institutionelle Vermögensverwalter dies eher als zusätzliche Restriktion betrachteten. Obschon die Schweiz zu den Vorreitern gehörte, schaffte es „Sustainable Finance“ bisher nicht, eine wesentliche Bedeutung bei der strategischen Positionierung des Finanzplatzes zu erreichen. Die Schweiz unter Zugzwang

Dies wird sich in absehbarer Zeit sehr rasch ändern müssen, wenn die Schweiz nicht den Anschluss verlieren will. Die Europäische Union beschäftigt sich nämlich inzwischen sehr intensiv mit „Sustainable Finance“. Basierend auf den Vorarbeiten einer Expertengruppe wurde bereits ein Aktionsplan verabschiedet. Die deutsche Bundesregierung hat kommuniziert, dass sie Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort machen wolle. Und in der Schweiz hat ein neues Rechtsgutachten für Aufsehen gesorgt, indem es Nachhaltigkeit als treuhänderische Sorgfaltspflicht bezeichnet. Mit der Vermögensverwaltung betraute Personen hätten im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht sowohl Anlagechancen wie auch Anlagerisiken zu identifizieren, zu bewerten, zu berücksichtigen und zu diversifizieren. Und unter eben diese Sorgfaltspflicht würden auch Klimarisiken fallen... Dies alles bringt die Schweiz unter Zugzwang, wenn sie international wettbewerbsfähig bleiben und äquivalente Rahmenbedingungen gewährleisten will. Es dürfte ratsam sein, vorausschauend, proaktiv und innovativ zu handeln und sich nicht zähneknirschend auf die Rolle eines „late Followers“ zu beschränken. Nachhaltige Projekte stärken

Nun, was hat das alles mit der Bauwirtschaft und dem Immobilienmarkt zu tun? – Insbesondere Pensionskassen und andere institutionelle Anleger gehören seit eh und je zu den grössten

Investoren im schweizerischen Immobilienmarkt, beispielsweise aufgrund vergleichsweise tiefer Unterhalts- und Betriebskosten sowie eines attraktiven Verhältnisses zwischen Rendite und Risiko. In den letzten, von tiefen, beziehungsweise negativen Zinsen geprägten Jahren hat dies zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Neu könnte aber eine bisher nicht da gewesene Dynamik entstehen. Der Aktionsplan der EU benennt die Wichtigkeit von Infrastruktur und Immobilien. Unter anderem soll eine Plattform „Sustainable Infrastructure Europe“ gebildet werden. Es geht dabei vor allem darum, nachhaltigen Infrastruktur-Projekten bessere Finanzierungsmöglichkeiten zu bieten. Und selbst wenn die regulatorischen Entwicklungen auf europäischer Ebene nicht zu einer direkten Verpflichtung führen, so dürfte die so genannte Macht des Faktischen ihre Wirkung nicht verfehlen. Enorme Investitionsmöglichkeiten

Patrick Odier, der frühere Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung, bezeichnet Nachhaltigkeit ganz euphorisch als „Revolution“ und meint, es handle sich hier um eine der grössten Investitionsmöglichkeiten der Neuzeit. – Die voraussichtliche Tatsache, dass Neubauten nicht mehr um Nachhaltigkeits-Standards herumkommen werden, wird dabei vielleicht noch keine solche Revolution auslösen. Wenn aber Pensionskassen und andere institutionelle Anleger ihre bestehenden Immobilienportfolios auf Nachhaltigkeit ausrichten (sprich: renovieren), dann sind dies zweifellos gute Nachrichten für die Bauwirtschaft und ihre verwandten Sektoren – mit durchaus revolutionärem Potenzial ... E

Martin Landolt ist seit 2009 Mitglied des Nationalrats und seit 2012 Präsident der BDP Schweiz. Er arbeitete für verschiedene Finanzinstitute in Zürich, London und Genf. 2013 gründete er seine eigene Firma und erbringt Beratungsdienstleistungen in Kommunikations- und Strategiefragen.

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Bild: © panthermedia.net/oscity

«DIE SCHWEIZ SOLLTE EINE VORBILDFUNKTION EINNEHMEN.»


Einleitung

NACHHALTIGES BAUEN ALS BEITRAG ZUR AGENDA 2030 Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung wurde 2015 von allen 193 UNO-Mitgliedstaaten verabschiedet. Sie ist ein wichtiges Rahmenwerk, um die grössten Herausforderungen für die Menschheit auf allen Ebenen bis 2030 wirkungsvoll und gemeinsam anzugehen. Das Kernstück der Agenda 2030 sind die 17 Sustainable Development Goals (SDG). Diese geben gemeinsame Ziele vor, beispielsweise zur Linderung der nach wie vor sehr verbreiteten weltweiten Armut, zur Bekämpfung der Zerstörung von natürlichen Lebensgrundlagen, zur Sicherstellung fairer Arbeitsbedingungen oder zur Förderung einer ressourcen- und energieeffizienten industriellen Produktion sowie eines nachhaltigen Konsums. Der Bundesrat nimmt die Agenda 2030 ernst

Der Bundesrat ist sich der Herausforderungen bewusst. Er hat sich dazu verpflichtet, die Agenda 2030 auf Bundesebene und in Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden sowie Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft umzusetzen. Über die Strategie Nachhaltige Entwicklung setzt er Schwerpunkte zur Erreichung der SDG. Zudem erstattet er der UNO regelmässig Bericht über die innen- und aussenpolitischen Bestrebungen der Schweiz und den gegenwärtigen Stand der Zielerreichung. So hat Frau Bundesrätin Doris Leuthard im Juli 2018 in New York den auf der Grundlage einer breiten Bestandesaufnahme erstellten Länderbericht der Schweiz zur Umsetzung der Agenda 2030 vorgestellt. Die Strategie Nachhaltige Entwicklung wird gegenwärtig überarbeitet. Sie wird im Januar 2020 vom Bundesrat mit der Botschaft zur Legislaturplanung verabschiedet. Schliesslich hat der Bundesrat beschlossen, die Anstrengungen des Bundes für eine nachhaltige Entwicklung institutionell zu stärken, indem er ein Steuerungsgremium auf Direktionsebene sowie zwei Delegierte für die Agenda 2030 ernannt hat. Bedeutung des Bausektors für die nachhaltige Entwicklung

Der Bausektor spielt aufgrund seiner Grösse und sehr hoher Investitionen eine äusserst wichtige Rolle. Laut dem Bericht

Umwelt Schweiz 2018 verursacht der Bereich «Wohnen» fast einen Viertel der gesamten Umweltbelastung. «Dabei gilt es, den Hochbau sowie den Tief- und Infrastrukturbau auf die Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung auszurichten und den Boden durch eine qualitätsvolle Innenentwicklung haushälterisch zu nutzen, um der fortschreitenden Zersiedelung entgegenzuwirken.» Verschiedene Ziele der Agenda 2030 betreffen im speziellen den Baubereich, wie beispielsweise das SDG 9 (widerstandsfähige Infrastrukturen), das SDG 11 (nachhaltige Städte und Siedlungen) und das SDG 12 (nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster). Der nachhaltigen Beschaffung kommt diesbezüglich eine besondere Rolle zu. Zur verstärkten Koordination und zum Austausch zwischen öffentlichen und privaten Akteuren im Baubereich hat sich der Bund stark für die Schaffung des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) eingesetzt. Dieses setzt gemeinsame Projekte um, wie beispielsweise den über rein energetische Fragen deutlich hinausgehenden Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) im Hochbau oder laufende Bestrebungen zur Schaffung eines Standards für nachhaltige Infrastrukturen. Beim nachhaltigen Bauen liegen bereits heute zahlreiche innovative Lösungsansätze vor, wie auch das vorliegende Themenheft zeigt. Gerade die Schweiz als hoch entwickeltes und wohlhabendes Land sollte in diesem Bereich eine Vorbildfunktion einnehmen und durch Impulse auch anderen Ländern den Weg in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung zeigen. E

Daniel Dubas ist seit April 2019 Delegierter des Bundesrates für die Agenda 2030. Seit 2013 leitet der ausgebildete Politikwissenschaftler und Stadtentwickler die Sektion Nachhaltige Entwicklung im Bundesamt für Raumentwicklung. www.are.admin.ch

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Bild: © panthermedia.net/artcasta

«BEI DEN INFRASTRUKTUREN LIEGT ZURZEIT NOCH VIEL POTENZIAL BRACH.»


Einleitung

NACHHALTIGE INFRASTRUKTUREN – WO WIR HEUTE STEHEN Im Hochbau ist Nachhaltigkeit heute ein ernst genommenes Thema. Bauherren, Planerinnen und Architekten beschäftigen sich mittlerweile intensiv damit. Investoren, Unternehmer und Hersteller fangen an, sich am Markt darüber zu positionieren. Es stehen praxiserprobte, Konzepte und Arbeitsinstrumente zur Verfügung. Und in Form des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS Hochbau gibt es mittlerweile auch so etwas wie ein schweizweites Verständnis davon, was ein nachhaltiges Gebäude auszeichnet. Der Hochbau ist schon weiter

Ganz so weit sind wir im Infrastrukturbau noch nicht. Klar, auch hier beschäftigt man sich mit dem Einfluss von Bauwerken auf Natur, Gesellschaft und Wirtschaft. Es wird Lärmschutz, Bodenschutz, Gewässerschutz betrieben. Grössere Projekte werden volkswirtschaftlich beurteilt und sind in der Regel Gegenstand eines politischen Dialogs. Es gibt übergeordnete Instrumente wie die Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP). Für einzelne Infrastrukturtypen wurden auch schon Instrumente zu einer umfassenderen Bewertung der Nachhaltigkeit entwickelt – zu nennen wären etwa NIBA für Bahnanlagen oder NISTRA für Strassen. Doch, was fehlt, ist eine konsolidierte Gesamtsicht über alle relevanten Infrastrukturen und über deren ganzen Lebenszyklus hinweg. Das hat Folgen – um nur einige zu nennen: Weil ein übergeordnetes Werkzeug fehlt, können in der Planung leicht einzelne, aber wichtige Aspekte der Nachhaltigkeit «unter die Räder» kommen. Auch lässt sich die Nachhaltigkeit von ähnlichen Projekten so kaum vergleichen. Und weil es an Vergleichbarkeit mangelt, können wir aus früheren Projekten nur bedingt lernen. Weil es keinen umfassenden Kriterienkatalog gibt, werden wichtige Fragen oft nicht zur richtigen Zeit gestellt und dadurch mögliche Synergien nicht erkannt.

Vor diesem Hintergrund hat das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS einen neuen Standard für die Beurteilung von Infrastrukturen entwickelt. Diese Organisation verantwortet ja auch schon den SNBS Hochbau. Neuer Standard in Sicht

Mit dem SNBS Infrastruktur lässt sich die Nachhaltigkeit von nahezu allen möglichen Infrastrukturbauwerken bewerten, egal ob es sich dabei um Netze wie Autobahnen oder Knoten wie Trafostationen handelt. Er soll insbesondere helfen, die richtigen Entscheidungen bereits in frühen Projektphasen zu treffen und die notwendigen Weichen für die Umsetzung zu stellen. In erster Priorität soll er Veränderungen an bestehenden Bauten abdecken, also etwa Umbauten oder Sanierungen. Aber auch Ersatz- oder Neubauprojekte können bewertet werden. Der Standard stützt sich weitgehend auf die SIA 112/2 «Nachhaltiges Bauen Tiefbau und Infrastrukturen». Anwendbar ist er in allen Projektphasen gemäss dieser Norm. Bei der Entwicklung wurde darauf geachtet, dass er kompatibel zu bestehenden Instrumenten für die Nachhaltigkeitsbewertung von Infrastrukturen und zur UVP ist. Zurzeit liegt ein Entwurf des Standards inklusive Bewertungstool vor. Wie es sich für ein neues Werkzeug gehört, wird er nun auf seine Praxistauglichkeit hin geprüft. Die zurzeit laufende Testphase mit realen Projekten soll Mitte des Jahres abgeschlossen sein. Die Erkenntnisse daraus werden insbesondere genutzt, um seine Anwendung so einfach wie möglich zu gestalten. Publiziert wird der Standard voraussichtlich Anfang 2020. E

Martin Stocker ist Leiter armasuisse Immobilien beim Bund und Vizepräsident des Netzwerks Nachhaltiges Bauen Schweiz NNBS. www.nnbs.ch

Bei den Infrastrukturen liegt also zurzeit noch viel Potenzial hinsichtlich Nachhaltigkeit brach. Wie gross das etwa ist, lässt sich am Wiederbeschaffungswert unserer Infrastrukturen erahnen – und der liegt bei geschätzten 2500 Milliarden Franken.

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Bild: ©panthermedia.net/progat

«DER BAUSEKTOR VERFÜGT ÜBER EIN ENORMES REDUKTIONSPOTENZIAL.»


Einleitung

EIN WIRKSAMER BEITRAG ZUR REDUKTION DER UMWELTBELASTUNG Gemäss des Berichts der MeteoSchweiz über den Klimawandel in der Schweiz (Januar 2019) ist die durchschnittliche Jahrestemperatur seit 1864 um rund zwei Grad Celsius gestiegen (Stand 2018), wobei der grösste Teil des Anstiegs in den letzten Jahrzehnten stattfand. Gemäss aktuellen Klimaszenarien wird sich die Erwärmung des Klimas auch in Zukunft fortsetzen. Um den Beitrag der Schweiz zur globalen Erwärmung zu begrenzen, ist eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen notwendig. Wenn wir auf nationaler Ebene eine Erwärmung von maximal 1,5 Grad Celsius und Null-Emissionen bis 2050 anvisieren wollen, bedeutet das, dass wir unsere Emissionen um zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr reduzieren müssen. Wichtige Kommunikation

zierbare inländische Nachhaltigkeitsstandard. Er ermöglicht es dem Bausektor, seinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Nach der erfolgreichen Umsetzung der Bau-Nachhaltigkeitsnorm SNBS auf dem Markt arbeitet das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) an einem neuen Standard für den Infrastrukturbau. Ständige Fortschritte

Der Bausektor verfügt mit fast 60 Milliarden Franken an Investitionen im Hoch- und Tiefbau, davon ein Viertel aus dem öffentlichen Auftragswesen, über ein enormes Potenzial. Es handelt sich gleichzeitig um einen der Sektoren mit dem grössten Treibhausgas-Reduktionspotenzial: Dieses liegt zwischen 50 und 90 Prozent, und zwar für Bestands- als auch für Neubauten. Darüber hinaus sind viele Möglichkeiten zur Reduktion des Energieverbrauchs sofort verfügbar und sehr kosteneffizient. Sowohl institutionelle als auch private Kunden nutzen derzeit den SNBS für ihre Bauprojekte: Es werden ständig Fortschritte gemacht, und wir werden in den kommenden Jahren in der Lage sein, die Ergebnisse zu messen. E

Junge Menschen gehen auf der Strasse, und grüne politische Parteien sind auf dem Vormarsch: Dies spiegelt die wachsende Sorge der Bevölkerung bezüglich dieser wichtigen Herausforderung wider. Leider wird diese Sorge oft nur durch alarmierende Botschaften thematisiert, die zwar das Bewusstsein für das Phänomen und die dringende Notwendigkeit des Handelns schärfen, aber ein Gefühl der Ohnmacht erzeugen, das manchmal zu Reaktionen der Verweigerung oder Ablehnung führt. Die Kommunikation über die verfügbaren Handlungsinstrumente und die erzielten Fortschritte ist sicherlich ebenso wichtig. Im Bausektor, insbesondere im Gebäudebereich, der auf nationaler Ebene etwa 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verursacht, stehen diverse Programme und Instrumente zur Verfügung. Die Emissionen aus diesem Bereich wurden seit 1990 um 23 Prozent reduziert (BAFU-Daten: Emissionen 1990-2016). Etablierter Standard

Olga Darazs ist ist Präsidentin des Verwaltungsrates der CSD Gruppe. CSD ist Mitautor des SNBS-Standards. www.csd.ch

Normen wie der Standard für Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) werden zur Bewertung und Zertifizierung von Bauvorhaben, bestehenden Gebäuden oder Renovierungsprojekten verwendet. Der SNBS-Standard ist der erste zertifi-

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Bild: © panthermedia.net/JJFarquitectos

«DIE DIGITALISIERUNG ERÖFFNET GROSSE CHANCEN FÜR DAS BAUWESEN.»


Einleitung

DIGITALISIERUNG BRINGT NEUEN SCHUB FÜR NACHHALTIGKEIT Die Digitalisierung birgt grosses Potenzial, das Thema Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks neu zu positionieren. Damit dieses realisiert werden kann, braucht es ganzheitliches Denken und den Mut zur konsequenten Umsetzung. Ist man im Bauwesen tätig, vergeht kaum ein Tag, an dem einem nicht mindestens einmal das Wort «BIM» begegnet. Das Zauberwort der Stunde steht für neue Arbeitsprozesse, mit denen Bauten mittels 3D-Modellen und verknüpften Datenbanken vollständig digital geplant, gebaut und betrieben werden können. Die neue Technologie kann über den gesamten Lebenszyklus eine Fülle von Informationen über das Bauwerk bereitstellen und bietet damit grosses Potenzial für mehr Nachhaltigkeit im Bau. Doch derzeit fehlt oft noch der Mut, hier konsequent vorauszugehen. Digitaler Zwilling gibt Aufschluss über Nachhaltigkeit

Werden alle Bauteile mit Attributen, beispielsweise zu ihrer Herkunft, ihrer CO2-Bilanz und ihrer Lebensdauer in den Datenbanken erfasst, kann die Nachhaltigkeitsleistung eines Bauwerks zu jedem Zeitpunkt in dessen Lebenszyklus dargestellt werden. So können Nachhaltigkeitsziele über den gesamten Planungs- und Bauprozess dynamisch verfolgt werden. Damit entfernen wir uns von der formalen Erfüllung von Label-Kennwerten, deren Grundlagen sich nur wenigen erschliessen, und fundieren unsere Nachhaltigkeitsentscheide auf «Echtzeit»-Daten. Basler & Hofmann hat einen solch integralen, digitalen Planungs- und Bauprozess am eigenen Bürohaus eGHA in Esslingen in einem Pilotprojekt umgesetzt und dabei Erstaunliches gelernt. Hätten Sie gedacht, dass die technische Ausrüstung und der Innenausbau mit zwei Dritteln den Grossteil des CO2-Abdrucks eines Bürogebäudes ausmacht und nicht etwa das Betontragwerk und die Gebäudehülle mit nur einem Drittel? Genau dies konnten wir unserem digitalen Gebäudemodell entnehmen. Eine grosse Chance bietet sich auch im Bereich des Strassenbaus. Werden künftig «digitale Zwillinge» von ganzen Strassennetzen erstellt, ergeben sich für die Gemeinden neue Möglichkeiten für die Erhaltungsplanung. Ein Modell könnte in Zukunft

auch einen Überblick über den baulichen Zustand des Netzes integrieren. Zugleich gibt es Auskunft, welche Art von Material in welcher Menge im Strassennetz verbaut wurde. Mit diesen Informationen können Erhaltungsmassnahmen so aufeinander abgestimmt werden, dass beispielsweise Material, das am einen Ort ausgehoben wurde, am anderen direkt wieder verbaut wird. Neue Geschäftsmodelle

Innovationsfreudige Unternehmen nutzen die Digitalisierung für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Ein gutes Beispiel sind Bauteilplattformen. Auf diesen können weiterverwendbare – nicht wieder verwertbare – Bauelemente, die aus dem Rückbau bestehender Bauten hervorgehen, angeboten werden. Diese haben in gewissen europäischen Ländern unter dem Begriff «Circularity» schon ordentlich Fahrt aufgenommen. Eine weitere Chance liegt im Betrieb: So ist es denkbar, dass wir in Zukunft für Licht anstatt für Lampen zahlen werden, also Dienste statt Produkte beziehen: Gebäudenutzer «abonnieren» die für ihre Räume gewünschte Beleuchtung. Da sie für das Licht und nicht für die Lampen zahlen, wird der Fokus des Anbieters auf langlebigen und wartungsarmen Produkten liegen, deren Ausgangsmaterialien bei Ablauf der Lebensdauer weiter genutzt werden können. Gefragt sind ganzheitliches Denken und konsequentes Umsetzen

Die Digitalisierung eröffnet grosse Chancen für das Bauwesen. Hier mussten 3'500 Zeichen ausreichen, um einige Gedanken dazu zu teilen. Wenn wir ganzheitlich denken und die erforderlichen Massnahmen konsequent umsetzen, dann verspricht uns die Digitalisierung den Aufbruch zu neuen Horizonten im nachhaltigen Planen und Bauen. E

Dominik Courtin Dipl. Bauing. ETH, ist seit 2004 Vorsitzender der Geschäftsleitung der Basler & Hofmann AG, einem unabhängigen Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmen mit rund 700 Mitarbeitenden. www.baslerhofmann.ch

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«SO NACHHALTIG KANN EINE RAFFINIERTE INNOVATION SEIN.»


Projekte & Innovationen

KnitCandela – BETONSCHALE MIT GESTRICKTER SCHALUNG Ein Forschungsprojekt der Block Research Group (BRG) der ETH Zürich zeigt, dass sich gestrickte Textilien als Schalung für komplexe Betonstrukturen eignen und dazu noch Material, Kosten und Arbeitszeit reduzieren. KnitCandela ist eine geschwungene Betonschale, die aus einem ultraleichten Stahlseilnetz und einer gestrickten Schalung besteht. Die Stoffbahnen wurden in lediglich zwei Koffern zur Baustelle transportiert. Der Prototyp im Museo Universitario Arte Contemporáneo (MUAC) in Mexiko-Stadt ist eine Homage an den Meister des Betonschalenbaus Félix Candela (1910 - 1997). Um gerade Schalungselemente mehrfach nutzen zu können, verwendete Candela hyperbolische Paraboloid-Oberflächen (Hyparschalen.) Mit dem gleichen Ziel, den Materialverbrauch beim Schalungsbau zu reduzieren, erweitert das Stahlseilnetzund Strickschalungssystem die Palette der antiklastischen – also gegenseitig gekrümmten – Geometrien um eine effiziente und wirtschaftlich zu realisierende Variante. Reduzierter Materialverbrauch

KnitCandelas doppelt gekrümmte Betonschale umfasst eine Oberfläche von fast 50 Quadratmeter und wiegt mehr als fünf Tonnen, obwohl die Strickschalung, die in einen temporären Schalgerüstrahmen gespannt wurde, nur 55 Kilogramm wog. Die leichte, verlorene Schalung besteht aus einem benutzerdefinierten 3D-gestrickten, technischen Textil. Besprüht mit einer speziellen Zementbeschichtung, besitz sie eine ausreichende Steifigkeit für die Betonapplikation. Im Vergleich zu gewebten Stoffen reduziert die Technik des Strickens den Bedarf an Schnittmustern zur Erzeugung komplexer Oberflächen und ermöglicht die Integration zusätzlicher Details wie Kanäle und Öffnungen in einem nahtlosen Prozess. Die Textilschalung besteht aus vier langen Streifen mit einer Länge von 15 bis 26 Meter, die in nur 36 Stunden durch eine industrielle Strickmaschine hergestellt wurden. Jedes der vier Elemente ist ein doppellagiges Textil, das in nur einem Arbeitsschritt erstellt wurde. Seine zwei Schichten erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Die sichtbare, ästhetische Innenschicht zeigt ein farbiges Muster. Die äussere, technische Schicht enthält Öffnungen zum Einfügen, Führen und Positionieren der Stahlseile und weitere Schalungselemente. Als Abstandshalter

und zwischen den Textillagen dienen handelsüblichen Modellier-Luftballons, deren Form sich durch die Verwendung unterschiedlicher Strickdichten in der äusseren Lage steuern lässt. Nach der Fixierung der gestrickten Schalungsoberfläche mit einer schnell aushärtenden, zementösen Beschichtung brachten lokale Handwerker die abschliessende Faserbetonschicht von Hand auf. Die Luftballons wurden zu Hohlräumen in der Betonschale, zwischen denen sich eine aussteifende Rippenstruktur bildete. Montage vor Ort

Das Projekt wurde in nur dreieinhalb Monaten realisiert. Dies war durch einen digitalen Berechnungs-, Konstruktions- und Fertigungsprozess möglich, der das individuelle Strickmuster automatisch generierte. Aufgrund des Zeitdrucks wurde das äussere Baugerüst speziell für die Herstellung des Prototyps entworfen und gefertigt. In Zukunft ist es jedoch denkbar, die Montage vor Ort mit standardisierten Gerüstkomponenten zu realisieren, um die Kosten für das gesamte System weiter zu senken. Mit lediglich 35 Franken pro Quadratmeter Materialkosten für die eigentliche Schalungslage (Textil und Seilnetz) ist das Schalungssystem im Vergleich zu marktüblichen Lösungen bereits jetzt äusserst kostengünstig. BRG führte die computerbasierten Berechnungen, die Tragwerksplanung und die Herstellung der Schale und ihrer Konstruktion durch. Die spezielle Zementbeschichtung wurde am Lehrstuhl für Physikalische Bauchemie (Professur Robert Flatt) der ETH Zürich entwickelt. ZHCODE, die Computational Design Group von Zaha Hadid Architects, gestaltete die architektonische Form und generierte das Farbmuster, Architecture Extrapolated (R-Ex) übernahm das Baustellenmanagement. E Text basiert auf: M. Popescu, M. Rippmann, A. Liew, T. Van Mele, und P. Block, «Betonschale mit gestrickter Schalung», DETAIL structure 1.19, 10-11.

Prof. Dr. Philippe Block ist seit 2009 Professor für Architektur und Tragwerk am Institut für Technologie in der Architektur, ETH Zürich, an der er gemeinsam mit Dr. Tom Van Mele die Block Research Group leitet. Seit 2017 leitet er des schweizerischen Nationalen Forschungsschwerpunkts - Digitale Fabrikation. www.block.arch.ethz.ch

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Projekte & Innovationen

DREI NEUE WAHRZEICHEN FÜR ZÜRICH Die Limmatstadt hat im Westen seit Kurzem einen neuen Blickfang: die drei glänzenden, schwarzen Wohntürme des «Vulcano». Der beeindruckende Gebäudekomplex beim Bahnhof Zürich-Altstetten erfüllt hohe Standards bezüglich Nachhaltigkeit. Wohnen, einkaufen und flanieren – einst produzierte die Vulcan AG hier ihre Automobile und Motorboote, später der Chemiekonzern BASF Betonzusatzmittel, heute wohnen Menschen auf dem ehemaligen Industrieareal an der Vulkanstrasse. Das spektakuläre Hochhausprojekt «Vulcano» haben die Eigentümerin, die Immobilienanlagegruppe CSA Real Estate Switzerland der Credit Suisse Anlagestiftung, und die Immobilienentwicklerin und Totalunternehmerin Steiner AG gemeinsam realisiert. Die 80 Meter hohen Türme umfassen rund

300 hochwertige Wohnungen und Business-Apartments mit Smart-Home-Komfort. Die dreimal 21 Stockwerke erheben sich auf einem durchgängigen fünfstöckigen Sockel. In diesem Sockelriegel sind die meisten öffentlichen Funktionen des Gebäudeensembles untergebracht: ein City-Hotel mit 319 Zimmern samt Gastronomie, Beautysalon und Fitnesscenter sowie verschiedene Geschäfte, Büros und Dienstleistungsangebote. Dabei erfüllt der Hochhauskomplex die strengen Regeln von MINERGIE-P-ECO® und greenproperty Gold.

Auskragende und beinahe schwebende Glasdächer an der Frontseite verleihen dem Vulcano eine gewisse Grandezza.

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Smartes Konzept – höchste Standards

Das Konzept mit den drei schlanken Türmen trägt zur Schaffung von attraktivem Wohnraum in Zürich bei. Auf den Wunsch nach Individualität antwortet die Turmarchitektur mit einer Vielzahl von Wohnungstypen für verschiedene Bedürfnisse, vom 1.5-Zimmer-Apartment bis zur 5.5-Zimmer-Maisonette. Alle Wohnungen sind mit einer Smart-Home-Technologie ausgestattet, die über ausgefeilte Funktionen verfügt. Sämtliche Geräte sind untereinander vernetzt

Wohnen über den Dächern: Die Apartments im Vulcano sind hochwertig ausgestattet, inklusive Smart-Home-Technologie und vielfältiger Services.


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FACTS Grundstücksfläche: 12 119 m2

Bruttogeschossfläche: 58 084 m2 Hauptnutzfläche: 32 986 m2

Gebäudevolumen: 184 811 m3

Fassadenfläche: 24 000 m2

Eigentümerin: Credit Suisse Anlagestif-

tung, Immobilienanlagegruppe CSA Real Estate Switzerland Projektentwicklerin &

Totalunternehmerin: Steiner AG Architekt: Dominique Perrault

Investitionsvolumen: ~ CHF 300 Mio. Webseite: steiner.ch/vulcano

UNTERNEHMEN Direkt beim Bahnhof Zürich-Altstetten: Die drei glänzenden Wohntürme des Vulcano setzen einen markanten Akzent an zentralster Lage.

und speichern Daten, wie etwa die bevorzugten Werte für Wärme, Wassertemperatur oder Einschaltzeiten. Alle Funktionen für den persönlichen Komfort und die Sicherheit in der Wohnung können auch von den Bewohnern selbst – und auch von überall her – per Smartphone bedient werden. Zu jeder Wohnung gehört ein Tablet mit der entsprechenden App, über die auch die Kommunikation zwischen Vermieter, Mieter und technischem Dienst abläuft. Wohnen mit allen Annehmlichkeiten

Die Mietenden wissen nicht nur den hohen Ausbaustandard der Wohnungen und die zentrale Lage mit zahlreichen Geschäften in unmittelbarer Nachbarschaft zu schätzen. Sie profitieren ausserdem von der gesamten Hotelinfrastruktur. Auf der Rückseite des «Vulcano» ist ein Raum der Ruhe entstanden. Hier wurden insgesamt etwa 5000 Quadratmeter bepflanzte Grünflächen angelegt. Sie bilden eine neue grüne Lunge für das Quartier und damit einen Kontrapunkt zur beleb-

ten Promenade an der Vorderseite. Um deren Lärmemissionen von den Wohnbereichen abzuschirmen, wurden grosse und markante Glasdächer über den zwei offenen Höfen installiert. Speziell gegen die Gleisanlage sind sehr hohe gesetzliche Schallschutzanforderungen einzuhalten. Die Loggias der Wohnungen sind daher auch von den Gleisen abgewandt platziert. Innovative Vulcano-App

Die Wohnungen und Retailflächen in den drei Wohntürmen wurden ausschliesslich über eine Native-App vermarktet, die eigens für Vulcano entwickelt wurde. Durch die inzwischen preisgekrönte App konnten die Interessenten beispielsweise das Gebäudekonzept, die visualisierten Wohnungen, die unterschiedlichen Grundrisse und 3D-Panoramabilder betrachten. Bereits vor dem Bezug waren 90 % der Wohnungen sowie alle Retailund Büroflächen vermietet, inzwischen ist Vulcano voll vermietet.

Steiner AG, einer der führenden Projektentwickler sowie Total- und Generalunternehmer (TU/GU) in der Schweiz, bietet umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Neubau, Umbau sowie Immobilienentwicklung an. Das 1915 gegründete Unternehmen hat über 1500 Wohnbauprojekte, 540 Geschäftsliegenschaften, 45 Hotels und 200 Infrastrukturanlagen wie Universitäten, Schulen, Spitäler, Altersheime und Justizvollzugsanstalten errichtet. Die Steiner AG hat ihren Hauptsitz in Zürich und ist mit Niederlassungen in Basel, Bern, Genf, Tolochenaz und Luzern vertreten.

Steiner AG Hagenholzstrasse 56 8050 Zürich Tel. +41 58 445 20 00 info@steiner.ch www.steiner.ch

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ERDGAS-BIOGAS – TREIBSTOFF FÜR DAS GELINGEN DER ENERGIEWENDE Der Druck, konkrete Lösungsbeiträge für den Klimaschutz zu finden, nimmt stetig zu. Regierungen, Politiker und Interessengruppen streben eine kontinuierliche Luftverbesserung an, um die Klimaziele zu erfüllen. Es gilt, neben dem CO2-Ausstoss auch die Feinstaubbelastung sowie Ozonquellen einzuschränken. Erdgas ist ein fossiler Brennstoff. In unserem System in der Schweiz wird das Gas nach heutigem Stand mit unterschiedlichen Anteilen des klimaneutralen Biogases, teilweise auch synthetisch hergestelltem Gas angereichert. Dieser Anteil soll bis 2030 Schritt um Schritt auf mindestens 30 % angehoben werden. Auf Wunsch kann aber auch heute bereits 100 % Biogas zum Heizen, Autofahren etc. bezogen werden. Heizungen mit Erdgas-Biogas sind in Bezug auf Kosten, Komfort, Platzbedarf und Umweltbelastung in Gas erschlossenen Gebieten eine attraktive Alternative zu anderen Heizsystemen. Bei Sanierungen haben erdgasgeführte Wärmepumpen,

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Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen, Brennstoffzellen und Erdgasheizungen kombiniert mit Solar beste Voraussetzungen für effiziente, CO2-arme Lösungen. Wärmelösungen im Gebäude

• Wärme-Kraft-Kopplung (WKK): Erdgas/Biogas ist Brennstoff und Treibstoff zugleich. Biogas ist eine vollständig erneuerbare Energie. Es ist klimaneutral und macht einen steigenden Anteil im Erdgasnetz aus. Im Industriesektor und in Gebäuden kann man durch modulare Wärme-Kraft-Kopplung Strom und gleichzeitig Wärme produzieren. WKK-Module zur kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme gibt es in

jeder Leistungsklasse, sie passen ins Einfamilienhaus ebenso wie ins Grossobjekt. Wärme-Kraft-Kopplung ist vor allem in gasversorgten Gebieten ein cleveres, effizientes und umweltschonendes System, denn das Gasnetz liefert zuverlässig und ohne die Strasseninfrastruktur zu belasten. Mit der im Jahr 2014 in Kraft getretenen Energieverordnung kann der durch WKK- und PV-Anlagen im eigenen Gebäude erzeugte Strom am Ort der Produktion entweder selbst genutzt oder an andere Endverbraucher im gleichen Gebäude verkauft werden. • Stromerzeugende Heizung (SeH): Mit der stromerzeugenden Heizung wird die zugeführte Energie zur Herstellung von Wärme und Strom genutzt. Das Prinzip folgt der Wärme-Kraft-Kopplung und eignet sich besonders für eine dezentrale, energetisch gute Selbstversorgung zu Zeiten des Bedarfs. Erdgas, Biogas oder ein Gemisch der beiden Energieträger werden in einem Verbrennungsmotor mit Luft angereichert und gezündet. Die Bewegungsenergie treibt einen Generator an, der je nach Biogasanteil erneuerbaren Strom produziert. Die Abwärme wird zur Warmwasseraufbereitung und zum Heizen genutzt. • Erdgas-Solar: Mit einer modernen Erdgas-Brennwertheizung werden die eingesetzte Primärenergie Erdgas oder auch einheimisches Biogas nahezu verlustfrei in Wärme umgewandelt. Diese kleinen Geräte (Thermen) sind einfach installierbar, flexibel einsetzbar, wartungsfreundlich, sehr zuverlässig und


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FACTS

energiezukunft

Die Gasverbund

energiemanagement

Mittelland AG (GVM)

ist überregionale Erdgasversorgerin Dieeine Gasverbund

der Schweiz. beschafft und transporMittelland AGSie (GVM) tiert Erdgas im SinneErdgasversorgerin einer Bündelung ist eine überregionale derzu

Schweiz. Sie beschafft und transportiert bestmöglichen Konditionen im Auftrag der Erdgas im Sinne einer Bündelung zu bestihr angeschlossenen 15 Lokalversorger möglichen Konditionen im im Auftrag der ihr sowie und ihrer Direktkunden Mittelland angeschlossenen 15 Lokalversorger und ihrer in der Nordwestschweiz. Dazu betreibt Direktkunden im Mittelland sowie in der Nord-

GVM ein eigenes Hochdrucknetz mit

westschweiz. Dazu betreibt GVM ein eigenes

Übergabestationen.

Hochdrucknetz mit Übergabestationen.

Flüssig-Erdgas-Biogas: Chance im Güterverkehr

Bisher setzte das Transportgewerbe in der LKW-Entwicklung nur verhalten auf erdgasbetriebene Fahrzeuge im Langstreckenverkehr. Grund war die verminderte Leistung und Reichweite gegenüber den Dieselmotoren. Weil Erdgas aber im Vergleich zu Diesel oder Benzin sehr positive Klimaeigenschaften aufweist, haben diverse Hersteller wie Volvo, IVECO, Scania und MAN die Chancen gasbetriebener Fahrzeuge erkannt. Volvo Truck stellte vor kurzem die neuesten LNG-Versionen vor. LNG steht für Liquefied Natural Gas. Die neuen mit schweren Lkw erzielen heute 2020» dieselbe eingebunden, Leistung, Fahreienergiesparend. In Kombination gramms «Horizon genschaften und Kraftstoffverbrauch wie sie dieselbetriebene Varianten bieten. AnstelWärmedämm-Massnahmen oder einer das wegweisend auf dem Pfad der Dekarle eines Ottomotors, der normalerweise bei gasbetriebenen Fahrzeugen genutzt wird, korrekt ausgerichteten Solaranlage kann bonisierung sein dürfte. setzen die Volvo-Modelle auf einen Gasmotor nach dem Dieselprinzip. Der Gasmotor der Energieverbrauch nochmals um weierreicht dabei eine Leistung von 338 kW oder 460 PS. Für eine maximale Reichweite tere 25 Prozent verringert werden. STORE&GO werden die Fahrzeuge mit LNG betankt, das bei einem Druck von 4–10 bar und einer Im Rahmen des Projekts befassen sich Temperatur von -140 bis -125 °C gelagert wird. Die grösste Tankoption enthält LNG 27 Partner in sechs Ländern mit der Beitrag im Umbau unseres für eine Reichweite von bis zu 1000 km. Der Tankvorgang dauert ungefähr ebenso Frage, wie das Power-to-Gas-Verfahren Energiesystems lange wie beim klassischen Diesel. Während der Fahrt wird der Kraftstoff erwärmt, für die grosstechnische Nutzung weiterDie Forschung wie und in Zukunft unter darüber, Druck gesetzt in ein Gas umgewandelt; erst danach erfolgt die Einspritzung entwickelt werden kann. Während sich unser Energiesystem mit 100  % erneuin den Motor. Um das Gas zu zünden, wird bei der Kraftstoffeinspritzung eine winzige innerhalb des Forschungsprojekts vonseierbarer Energie geregelt werden soll, ist Menge Diesel hinzugefügt. Der CO2-Ausstoss liegt um 20 bis 95 Prozent unter dem STORE&GO andere Länder auf chemiin vollem Gange. Unser Gasnetz wird in nes Diesel-Pendants, abgängig ob Erdgas, Biogas oder ein synthetisches Gas eingesetzt wird.zuFür eine wichtigen Senkung der CO2-Emissionen um 100 Prozent wird der erfolgt fossile Dieselsche Verfahren konzentrieren, das naher Zukunft einem Pfeiler kraftstoff durch HVOvon (hydrierte ersetzt und mit Bio-LNG Power-to-Gas-Verfahren in der kombiniert. Schweiz zur effizienten Speicherung Ener- Pflanzenöle) über eine biologische Methanisierung: gie, vor allem für die unregelmässig anHeizen mit Erdgas Die Archaeen – winzige einzellige Organisfallende Sonnenund Windenergie. Heizungen mit Erdgas-Biogas sind in Bezug auf Kosten, dabei Komfort, Platzbedarf und men – verwandeln Wasserstoff, der Möglichkeit, nicht benötigten Strom in Umweltbelastung eine attraktive Alternative zu anderen Heizsystemen. Bei Sanierundurch Elektrolyse entsteht, in Methan. Wasserstoff und über weitere Prozesse gen haben erdgasgeführte Wärmepumpen, Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen, BrennDazu benötigen die Archaeen neben dem in Methan umzuwandeln, eröffnet für die stoffzellen und Erdgasheizungen kombiniert mit Solar beste Voraussetzungen für effiWasserstoff auch Kohlenstoffdioxid. DieSpeicherung interessante Möglichkeiten. ziente, CO2-arme Lösungen. ses wird über eine Leitung aus der Anlage Beispielsweise für die thermische Ener• Erdgas-Solar: Mit einer modernen Erdgas-Brennwertheizung wird die eingesetzte des Zweckverbands Abwasserregion gienutzung inPrimärenergie Gebäuden und in der InErdgas oder auch einheimisches Biogas nahezu verlustfrei inSoloWärme thurn-Emme (ZASE) zugeführt. Dasflexibel so dustrie, in der Mobilität und der Rückumgewandelt. Diese kleinen Geräte (Thermen) sind einfach installierbar, Methan entspricht der chewandlung zu einsetzbar, Strom. wartungsfreundlich, sehrproduzierte zuverlässig und energiesparend. In Kombinamischen Zusammensetzung von Solaranlage Erdgas tion mit Wärmedämm-Massnahmen oder einer korrekt ausgerichteten und kann deshalb unbegrenzt ins werden. SchweiIm Verbund kann mit der demEnergieverbrauch Stromnetz bietet nochmals um weitere 25 Prozent verringert • Stromerzeugende Heizung (SeH):zer SieErdgasnetz nutzt die zugeführte Energie zur Hersteleingespeist werden. Die die Erdgas-Biogas-Infrastruktur noch lung von Wärme und Strom. Prinzip folgt der Wärme-Kraft-Kopplung und deutschen Unternehmen Electroweitere Möglichkeiten, den Umbau der Dasvom eignet sich für eine dezentrale, energetisch gute Selbstversorgung zu Zeiten des chaea entwickelte und patentierte Archa-BeEnergiesysteme zu unterstützen. Mit darfs. Erdgas, Biogas oder ein Gemisch der beiden Energieträger wirderfolgreich in einem Vereen-Technologie wird bereits weiteren 26 Partnern ist auch die Schweiz brennungsmotor mit Luft angereichert und gezündet. Die Bewegungsenergie treibt in diversen Anlagen eingesetzt. E mit einer neuen Forschungsanlage in einen Generator an, der je nach Biogasanteil erneuerbaren Strom produziert. Die Zuchwil in das Projekt STORE&GO des Abwärme wird zur Warmwasseraufbereitung und zum Heizen genutzt. EU-Forschungs- und Innovationspro-

Kurt Schmidlin Leiter Marketing, Vertrieb und Kommunikation

Kurt Schmidlin Leiter Marketing, Vertrieb und Kommunikation

Gasverbund Mittelland AG Gasverbund Mittelland AG Untertalweg 32 Untertalweg 32 4144 Arlesheim Arlesheim 4144 Tel. Tel. +41 +41 61 61706 70633 3333 33 Fax +41 61 706 33 99 Fax +41 61 706 33 99 info@gvm-ag.ch info@gvm-ag.ch www.gvm-ag.ch

www.gvm-ag.ch

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BEI REPOWER HAT INNOVATION TRADITION Repower produzierte bereits nachhaltige Energie, als dieser Begriff noch in keinem Wörterbuch stand. An diesem Innovationsgeist hat sich bis heute nichts geändert. Das zeigt sich an den vielseitigen Dienstleistungen und Produkten, die der Kundschaft helfen, ihren Energieverbrauch zu optimieren. Die Reise ins Puschlav ist selbst mit heutigen Verkehrsmitteln ein Abenteuer. Von Norden her führt der Weg vorbei am Morteratschgletscher über die Höhe des Berninapasses und anschliessend steil und kurvenreich ins Tal hinunter. Dort, im italienischsprachigen Süden Graubündens, wo ein paar urtümliche Bergdörfer die weite Ebene säumen, hat eines der grössten Energieunternehmen der Schweiz seinen Hauptsitz: Repower.

Ein Unternehmen mit Pioniergeist

1904, mit dem Spatenstich zum Bau des Wasserkraftwerks in Campocologno, beginnt die Firmengeschichte des Bündner Stromproduzenten mit Hauptsitz in Poschiavo. Rund drei Jahre später nahm das Kraftwerk, damals das grösste seiner Art in ganz Europa, den Betrieb auf. Dieser Pioniergeist prägt Repower bis heute und nach wie vor spielen die erneuerbaren Energien eine zentrale Rolle. So hat

sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, in Zukunft zu 100 Prozent nachhaltigen Strom zu produzieren. Smarte Lösungen senken Stromkosten

Nebst seinem Kerngeschäft hat Repower ihr Angebot um verschiedene Produkte und Dienstleistungen erweitert. Dazu gehört zum Beispiel die Software-Lösung SMARTPOWER. Damit überwachen

Mit SMARTPOWER haben Konsumenten rund um die Uhr den Überblick über ihren Stromverbrauch und können diesen von überall aus steuern.

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FACTS Über Repower

Repower ist ein Vertriebs- und Dienstleistungsunternehmen im Energiebereich mit über 100-jähriger Erfahrung. Die Schlüsselmärkte sind die Schweiz (inkl. Originations-Geschäft in Deutschland) und Italien. Der Hauptsitz befindet sich in Poschiavo (Graubünden, Schweiz), zudem hat Repower weitere Niederlassungen in der Schweiz und Italien. Die Gruppe ist von der Produktion über den Handel bis zur Verteilung und zum Vertrieb auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette tätig. Darüber hinaus entwickelt sie intelligente Komfort und Multifunktionalität – die E-LOUNGE lädt E-Bikes und mobile Geräte

Systeme im Sinne der Energiewende und Lösungen für ein effizientes Energiemanagement. Die Repower-Gruppe

und steuern Kunden ihren Stromverbrauch indem sie wählen, wann sie welche Geräte einsetzen. So können Kosten gespart und ein wichtiger Beitrag zur Energiestrategie 2050 geleistet werden. Preisgekröntes Schweizer Handwerk

Doch nicht nur mit digitalen Produkten weiss Repower zu überzeugen, sondern auch mit Schweizer Handarbeit, wie die E-LOUNGE beweist. Die 290 Zentimeter lange und 70 Zentimeter breite Sitzbank aus geöltem Lärchenholz und farbigem Eisen wurde kürzlich mit dem German Design Award in Gold ausgezeichnet. An deren Seite sind sechs witterungsgeschützte 230-Volt-Steckdosen angebracht. Daran kann man Smartphones, Tablets und Laptops aufladen. Ausserdem besteht die Möglichkeit, ein schnelles WiFi in der Sitzbank zu installieren. Das macht die E-LOUNGE zum perfekten Möbel für den öffentlichen Raum. Dank der vier im Holz eingefrästen Fahrradständer kann man ausserdem E-Bikes abstellen und die Akkus an den Steckdosen füllen. Intelligente E-Ladestationen

Doch Repower bietet mit PLUG’N ROLL auch massgeschneiderte Lösungen für E-Autofahrer an. So stehen verschiedene Ladestationen zur Verfügung, die unterschiedlichsten Kundenbedürfnissen gerecht werden. Besonders bei

Geschäftsgebäuden und Mehrfamilienhäusern sind die Anforderungen bei der Nutzung komplex. Dank PLUG’N ROLL können mehrere Ladestationen miteinander verknüpft und zentral gesteuert werden. Wenn zum Beispiel mehrere Mieter ihre Autobatterien laden, wird der Stromverbrauch pro Nutzer ausgewertet und verrechnet.

beschäftigt knapp 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu kommen rund 30 Lernende in der Schweiz sowie etwa 600 Vertriebsberater in Italien.

Zusammenarbeit mit Minergie

Wie wichtig digitale Lösungen für das Energiemanagement sind, erkennt man an der Tatsache, dass private Haushalte heute knapp einen Drittel des gesamten Strombedarfs der Schweiz verbrauchen. Das ist unter anderem auf leistungsfähige Elektrogeräte zurückzuführen, die aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Mit der aufstrebenden Elektromobilität kommt in vielen Haushalten ein weiterer wesentlicher Stromverbraucher hinzu. Aus diesem Grund ist Repower seit Januar 2019 Leadingpartner von Minergie und unterstützt den Verein bei unterschiedlichen Energiethemen. Leadingpartner Minergie zeichnen sich unter anderem durch Innovationen aus, die einen Beitrag zur Energieeffizienz leisten, sowie durch den nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Auf ein Unternehmen wie Repower, das seit mehr als einem Jahrhundert Wasserkraftwerke baut, trifft das definitiv zu. E

Unsere Energie für Sie. Repower AG Via da Clalt 307 7742 Poschiavo T. +41 81 839 71 11 www.repower.com

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IMPLENIA WERKHÖFE UNTER DER LUPE Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil von allem, was Implenia tut. Nur wenn wir nachhaltig gegenüber Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft agieren, sind wir auch zukunftsfähig.

Als führendes Bau- und Baudienstleistungsunternehmen nehmen wir unsere Verantwortung wahr. Nachhaltigkeit ist deshalb fest in unseren Grundwerten verankert. Seit 2009 setzen wir viel daran, unsere Leistungen in Einklang mit Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu erbringen. Dabei setzen wir den Schwerpunkt unseres Engagements auf fünf Themenbereiche.

gieverbrauch. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, den Treibhausgasausstoss der gesamten Gruppe laufend zu senken. Nicht nur auf unseren Baustellen, sondern auch in den Werkhöfen wird Energie verbraucht. Implenia betreibt insgesamt rund 30 grössere Werkhöfe, unter anderem für Reparaturen, Fahrzeugwartung, als Materiallager oder als Produktionshalle.

Schonender Umgang mit der Umwelt

Implenia hat sich ehrgeizige Umweltziele gesetzt. Wir sind deshalb bestrebt, die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt zu minimieren. Dies betrifft insbesondere den Ressourcen- und Ener-

Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen

Attraktives Arbeitsumfeld

In einem Energie-Monitoring-Pilotprojekt haben wir am Standort Mannheim den Energieverbrauch unter die Lupe genommen und Energiesparpotenziale aufgedeckt. Der rund sechs Fussballfelder

Schonender Umgang mit der Umwelt

grosse Standort umfasst mehrere Werkhallen, Lagerhallen und Bürogebäude und hat einen dementsprechend hohen Energiebedarf. Erste Massnahmen führten zu einer bedeutenden Reduktion der Energiekosten. Mit kleinen Schritten zum Erfolg

Für die Messung des Energieverbrauchs war unsere Tochterfirma Tetrag Automation zuständig. Das Unternehmen vertreibt die selbst entwickelte Energie-Monitoring-Lösung «e3m», die sich optimal für hochauflösende Analysen und Verbrauchsdaten eignet. Vor rund einem Jahr installierten die Ingenieure von Tetrag neue Stromzäh-

Gesellschaftliches Engagement und Compliance

Finanzielle und operative Exzellenz

Unsere fünf Nachhaltigkeits-Schwerpunkte

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FACTS Über Implenia

Implenia ist das führende Bau- und Baudienstleistungsunternehmen in der Schweiz mit einer starken Stellung im Infrastrukturmarkt in Deutschland, Frankreich, Österreich, Schweden und Norwegen sowie bedeutenden Aktivitäten im deutschsprachigen Hoch- und Ingenieurbau. Entstanden 2006, blickt Implenia auf eine rund 150-jährige Bautradition zurück Die Energie-Monitoring-Lösung von Tetrag erlaubt einfache und schnelle Analysen.

und fasst das Know-how aus hochqualifizierten Baueinheiten unter einem Dach zu einem gesamteuropäisch agierenden

ler und Datenaufzeichnungsgeräte am Standort Mannheim. Schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass es vor allem beim Betrieb ohne Nutzen, also nachts und an den Wochenenden, grosses Optimierungspotenzial gibt. Die Mitarbeiter wurden entsprechend instruiert und dank ihrer Verhaltensänderung spart der Standort Mannheim alleine durch das Ausschalten ungenutzter Geräte jährlich EUR 5000.

schaffen wir die Grundlage für weitere Energieeinsparungen und senken somit unsere Treibhausgasemissionen. E

Unternehmen zusammen. Das breite Angebotsspektrum von Implenia sowie die umfassende Erfahrung seiner Spezialisten erlauben es der Gruppe, ein Bauwerk über seinen gesamten Lebenszyklus zu begleiten – wirtschaftlich, integriert und kundennah. Dabei steht eine nachhaltige Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg sowie sozialer und ökologischer Verantwortung im Fokus. Implenia mit Hauptsitz in Dietlikon beschäftigt mehr als 10 000 Personen und

Gut für die Umwelt und den Geldbeutel

Dank des Monitorings identifizierten die Experten von Tetrag noch eine Reihe weiterer Energiesparmassnahmen, etwa den Einsatz moderner Beleuchtungsund Heiztechnologien. Dank einer neuen Steuerung der Druckluftanlage verbraucht diese ein Viertel weniger Strom, was die Stromkosten um weitere EUR 6000 pro Jahr reduziert. Damit sind die Investitionen in das Energie-Monitoring bereits nach zwei Jahren voll amortisiert. Umsetzung an weiteren Standorten

Das Projekt zeigt, wie beim Thema Nachhaltigkeit dank der Lösung von Tetrag wirtschaftlicher und ökologischer Nutzen hervorragend vereinbar sind. Der Erfolg von Mannheim soll innerhalb der Gruppe ausgeweitet werden. Zwei Standorte in der Schweiz (Rümlang und Satigny) wurden bereits ausgerüstet und die Analysen zeigen ähnlich grosses Potential wie in Mannheim. Bis Ende Jahr sollen deshalb alle grösseren Schweizer Werkhöfe mit einem Energie-Monitoring-System von Tetrag ausgerüstet werden. Damit

Nachhaltigkeitsbericht Implenia – Ausgabe August 2018 Der Nachhaltigkeitsbericht erscheint exklusiv online – optimiert für jegliche Endgeräte wie Laptop, Tablet oder Smartphone und angereichert mit verschiedenen Multimedia-Elementen.

erzielte im Jahr 2018 einen Umsatz von rund CHF 4,4 Mrd. Das Unternehmen ist an der SIX Swiss Exchange kotiert. Weitere Informationen unter www.implenia.com. Über Tetrag:

Tetrag Automation ist eine hundertprozentige Tochter von Implenia. Als Gesamtlösungsanbieter mit der Kernkompetenz in Energiemanagement-Systemen verfügt die Tetrag als Systemintegrator über eine 20-jährige Erfahrung in der Konzeption Rolf Wagenbach Leiter Nachhaltigkeit +41 58 474 07 18 rolf.wagenbach@implenia.com

Stephan Tomek Leiter Tetrag Automation +41 58 474 23 94 stephan.tomek@tetrag.ch

und der technischen Umsetzung von Systemen für den nachhaltigen Betrieb von Gebäuden und Anlagen. Weitere Informationen unter www.tetrag.ch.

Implenia AG Industriestrasse 24 8305 Dietlikon T. +41 58 474 74 74 www.implenia.com sustainability.implenia.com

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ENERGIE-EFFIZIENTE LÖSUNGEN ZUR LEGIONELLEN-PRÄVENTION In den letzten Jahren hat in der Schweiz die Zahl der Wärmepumpen für die Beheizung der Häuser und die Warmwassererzeugung deutlich zugenommen. Gleichzeitig wurde in diesem Zeitraum ein Anstieg von Legionellenerkrankungen festgestellt. Der Verdacht liegt nahe, dass hier ein Zusammenhang besteht. Durch die Umstellung auf eine dezentrale Warmwasserversorgung kann dieser Problematik begegnet werden. Marktübliche Wärmepumpen für Einund Mehrfamilienhäuser stossen bei ca. 60 °C an ihre Grenze, was die Energieeffizienz anbelangt. Liefert die Wärmepumpe 60 °C, kommen im Trinkwasserspeicher schlussendlich nur noch 55 bis 58 °C an, da beim Transport in der Leitung Wärme verloren geht. In einem herkömmlichen Trinkwarmwasserspeicher kann somit die empfohlene Temperatur nicht durch die Wärmepumpe allein erzeugt werden. Die Schweiz verzeichnete in den letzten Jahren einen starken Anstieg an Legionelleninfektionen. Legionellen vermehren sich am schnellsten im Temperaturbereich zwischen 25 und 45 °C. Für eine thermische Desinfektion

muss das Warmwasser über 60 °C erhitzt werden, wofür mit Elektroheiz-Einsätzen temporär die Trinkwarmwassertemperatur im System erhöht wird. Dieser Prozess vernichtet aber nicht nur Legionellen, sondern insbesondere auch Energie. Problematische

Warmwasserspeicherung

Mit der herkömmlichen Technik wird das Trinkwarmwasser in «Boilern» gespeichert und über sternverlegte Leitungen zu den Zapfstellen geführt. Dieses Prinzip führt zu einem erheblichen Aufkommen von stehendem Warmwasser, welches die besten Voraussetzungen für die Bildung eines Biofilms bietet. In dieser

Schicht vermehren sich Legionellen und andere Keime in hoher Geschwindigkeit und können schliesslich in einer gesundheitsschädlichen Konzentration im Trinkwasser vorkommen. Neben dem schonenden Umgang mit Trinkwasser und einer einwandfreien Hygiene sind heute effiziente Systeme gefragt. Idealerweise wird das Wasser zum gewünschten Zeitpunkt auf die benötigte Temperatur erwärmt, ohne dass ein Vorrat angelegt wird. In der dezentralen Bereitung wird durch den Wärmeerzeuger direkt heisses Wasser in einem Speicher erzeugt, welches in einem geschlossenen Kreislauf zu den Wohneinheiten gebracht wird. Die neue Technologie birgt Energiesparpotenzial: Da das Wasser nicht mehr für die Legionellenprävention über 60 °C erwärmt werden muss, reicht eine Zapftemperatur von 45  °C aus. Dazu genügt in effizienten Wohnungsstationen eine Heizwasser-Speichertemperatur zwischen 50 und 55 °C. Die Installation im Gebäude

Nachweis von Legionellen

Der Einsatz einer dezentralen Warmwasserbereitung erfordert einige Anpassungen im Bereich der Hausinstallationen. Anstelle eines Trinkwarmwasserspeichers kommt ein technischer Heizwasserspeicher zum Einsatz. Sowohl die thermische Desinfektion als auch eine Trinkwarmwasser- Rezirkulation und die Warmwasser-Verteilleitungen zu den Wohneinheiten entfallen. Pro Wohneinheit wird in


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FACTS der Wohnung eine Wohnungsstation eingebaut. Diese dient der Warmwasserbereitung und -verteilung sowie der Wohnungsbeheizung. Die Station soll so in der Wohnung positioniert werden, dass möglichst kurze Leitungen zu den Zapfstellen führen und so die geforderten kurzen Ausstosszeiten erreicht werden.

Oventrop ist einer der führenden europäischen Hersteller von Armaturen, Reglern und Systemen für die Haustechnik. Als familiengeführtes Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland produziert Oventrop mit etwa 1.000 Mitarbeitern in Olsberg und Brilon und vertreibt weltweit ein umfangreiches Produktprogramm für die Bereiche

Die Planung einer dezentralen

Heizen, Kühlen und Trinkwasser.

Warmwasserbereitung

Wichtig ist, dass bei der Planung die Grundkonzeption der Haustechnik bereits richtig eingeplant wird. Eine Wohnungsstation benötigt Platz, welcher nicht zwingend direkt an der Steigzone des Gebäudes liegen muss. Getrennte Steigzonen für Kaltwasser und Heizungsvor- und -rücklauf sind deshalb kein Problem für Wohnungsstationen. Wichtig ist es, dass die Wohnungsstation zentral zwischen die Zapfstellen zu liegen kommt, um die Menge an Stagnationswasser in den Leitungen zu reduzieren und kurze Ausstosszeiten zu gewährleisten. Investitionskosten und Nutzen

Da eine dezentrale Wasseraufbereitung eine Vielzahl an Wärmetauschern voraussetzt, muss gegenüber einer herkömmlichen Warmwasserbereitung mit ca. 10 % Mehrkosten für den Einbau gerechnet werden. Bei einem Gebäudeneubau

Oventrop ist kompetenter Partner von Einfaches Beispiel-Schema einer Installation mit Wohnungsstationen.

Großhandel, Handwerkern, Planern und der Industrie. Der partnerschaftliche Umgang miteinander sowie ein verantwortungsvolles und nachhaltiges Handeln

fallen diese Mehraufwendungen jedoch kaum ins Gewicht.

in allen Bereichen sind ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmens. Qualität, Innovation und Design zeichnen die Leis-

Der Nutzen überwiegt: Die Gefahr einer Kontamination des Trinkwassers durch Biofilme in Speicher und Leitungen ist sehr gering. Eine Trinkwarmwasser-Rezirkulation ist nicht notwendig, ebenso entfällt die Notwendigkeit einer thermischen Desinfektion. Die Betriebssicherheit verbessert sich, da an einer Wasserstation Servicearbeiten vorgenommen werden können, ohne die anderen Stationen zu beeinträchtigen. Durch die tieferen Speichertemperaturen können Energiekosten eingespart werden. E

Regudis W-HTE, elektronisch geregelte Wohnungs-station zur Versorgung einzelner Wohnungen mit Wärme sowie mit kaltem und warmem Trinkwasser.

tung von Oventrop aus.

Daniel Rommler Geschäftsführer, Oventrop (Schweiz) GmbH

Oventrop (Schweiz) GmbH Lerzenstrasse 16 8953 Dietikon T. +41 44 215 97 97 mail@oventrop.ch www.oventrop.ch

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MASSIVER MODULBAU IST NACHHALTIGER Bau-Investitionen müssen viele Kriterien erfüllen. Immer bedeutungsvoller wird die Nachhaltigkeit. Verantwortungsvolle Bauherren nehmen dieses Anliegen ernst. Gleich mehrere Trümpfe können diejenigen ausspielen, die mehr Flexibilität, hohe Raumqualität und sparsamen Energieeinsatz erreichen. Die massive Modulbauweise ist ein bewährter Weg zu diesem anspruchsvollen Ziel. Diese Bauweise hat bei der DM Bau AG Tradition. Das Unternehmen bietet die Modulbauweise aus eigener Produktion in Oberriet SG seit 1991 an. Dort beweisen 47 Mitarbeitende tagtäglich Qualität. Hergestellt werden dreidimensionale Massivmodule und Holzelemente. Dabei wird ein hoher Vorfertigungsgrad erreicht, der zu sehr kurzen Bauzeiten führt. 4000 m2 innert fünf bis sech Monaten ist die Norm. Die Raummodule können standardmässig bis zu 3,6 m x 7,2 m, mit Sonderanfertigung auch grösser produziert werden. Das schafft willkommenen architektonischen Spielraum.

Weniger Emissionen und hoher Anteil

Flexibilität schafft wirkliche

Erste Vorteile der Vorfabrikation sind reduzierte Emissionen am Bauplatz und keine Austrocknungszeit. Unterschiedliche Elemente können zudem parallel produziert werden. Die Massivmodulbauweise bietet zudem wiederverwendbare Gebäude mit einem hohen Anteil CO2-neutraler Materialien wie Holz., Beton und Stahl. So können die Bauten auf relativ einfache Weise erweitert, aufgestockt, aber auch rasch wieder abgebaut und an anderer Stelle neu eingesetzt werden.

Neben Umweltverträglichkeit steht bei den Auftraggebern die Investitionssicherheit im Zentrum. Gerade im Spitalbau, wo DM Bau über eine reiche Erfahrung verfügt, gilt es angesichts von Kostendruck und Effizienzanforderungen, Farbe zu bekennen. Flexibilität erhält somit unter dem Aspekt des wachsenden Bedürfnisses nach nachhaltigen lmmobilien eine steigende Bedeutung. lnsbesondere im öffentlichen Sektor wandelt sich Nachhaltigkeit von einem „weichen“ zu einem «harten» Kriterium.

CO2-neutraler Materialien

Nachhaltigkeit

In Ebikon bei Luzern steht als Übergangslösung für drei Jahre das grösste, provisorische Alterszentrum der Schweiz in Modulbauweise.

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FACTS DM Bau AG, Oberriet und Härkingen

Die DM Bau AG ist eine Tochterfirma der holländischen De Meeuw Gruppe – ein Familienunternehmen, das bereits 1929 gegründet wurde. Die Vorteile der Massiv-Modulbauten bieten viele Vorteile: Im Werk von DM Bau AG in Oberriet entstehen in Vorfertigung die massiven Modulbauten. Vorteile sind reduzierte Emissionen am Bauplatz und keine Austrocknungszeit. Die Massivmodulbauweise enthält einen hohen Anteil CO2-neutraler Materialien wie Holz.

•K  urze, gut planbare Bauzeit, da Bauprozesse parallel erfolgen • Minimale Emissionen auf der Baustelle durch hohe Vorfertigungsrate • Architektonischer Spielraum durch grosse Maximalabmessungen der Module • Einfache Erweiterungs- und Aufstockungsmöglichkeiten • Belastbarkeit durch hohe Nutzlasten bis 10 KN • Brandschutzklasse EI60nbb für das Tragwerk • Budgetsicherheit mit DM Bau als Total- oder Generalunternehmer • Langer Lebenszeitzyklus dank massiver Bausubstanz, Wiederverwendbarkeit und Mehrfachnutzung

Nach Ablauf der geplanten Nutzungsdauer von ca. 10 Jahren wird das von DM Bau AG realisierte Rochadegebäude Haus 5 beim Inselspital Bern wieder rückgebaut, sodass die Raumzellen nach der Überholung einer neuen Nutzung zugeführt werden.

Die Nachhaltigkeitsstrategie von Bund und Kantonen wird zunehmend in konkrete Anforderungen für öffentliche Beschaffungen übersetzt und die wachsende Anzahl an Nachhaltigkeits-Labels für Gebäude sowie eine Zunahme zertifizierter Gebäude lassen sich auch im privaten Sektor beobachten. Flexible Massivmodulbauten bieten die einmalige Chance, durch schnelle Umsetzbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Wiederverwendbarkeit die Raumnutzung hinsichtlich wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und ökologischer Aspekte zu optimieren. So können die Gebäude den Bedürfnissen von heute gerecht werden, ohne die Möglichkeit zukünftiger Generationen einzuschränken. Hohe Wirtschaftlichkeit und Investitionsschutz

Bauen kann teuer sein. Deshalb ist es besonders wichtig, dass ein hoher Inves-

titionsschutz besteht. Das Risiko, durch sich später als zu gross erweisende Bauten Kapital zu binden und die Rendite zu schmälern, entfällt beim Massivmodulbau weitestgehend. Dazu kommt: Wer in der Schweiz Bau-Investitionen tätigt, sieht sich auch mit hohen Nutzungskosten konfrontiert, 80 % der Totalkosten eines Gebäudes entstehen erst nach dem Bezug der Liegenschaft. Da werden Konzeption, Planung und Ausführung matchentscheidend. Und wer wirtschaftlich und energiesparend sein will, muss sich darauf einstellen, dass sich der Nutzungsbedarf künftig ändern kann. Kann das schöne neu erstellte Gebäude damit Schritt halten? Wo sich Räume flexibel und architektonisch kreativ anpassen lassen, ist die Welt in Ordnung. Wo nicht, resultieren schlechte Auslastung, drückende Fixkosten und sinkende Erträge E

• individuelle Finanzierungsmöglichkeiten mit Kauf,- Kauf-Rückkauf- oder Mietlösungen

Mark Mislin CEO

DM Bau AG Wiesenstrasse 1 9463 Oberriet T. +41 71 763 70 20 info@dm-bau.ch www.dm-bau.ch Verkaufsbüro: Lischmatt 7, 4624 Härkingen

Nachhaltiges BAUEN 2019

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Projekte & Innovationen

GUT FÜR DIE MIETER GUT FÜR DEN INVESTOR GUT FÜR DIE UMWELT

Verdichtetes Bauen ist ein Schlagwort, denn Boden wird knapp und die Veränderungen in der Gesellschaft verlangen innovative Lösungen. Nachhaltig realisierte Mehrgeschoss-Gebäude in Holz kommen da gerade recht. Das lang gezogene Gebäude in Nebikon fällt als Erstes durch sein ansprechendes Erscheinungsbild auf. Klare Linien verbinden sich mit einer modernen, schnörkellosen Architektur. Die in verschiedenen Stufen vorvergraute Holzfassade wirkt spielerisch montiert und sorgt zudem für eine angenehme Tiefenwirkung. Raummodule aus dem Baukasten

Das Konzept der Projektentwicklung «swisswoodhouse» basiert auf einer Zu-

© Renggli AG

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Nachhaltiges BAUEN 2019

sammenarbeit der Bauart Architekten und Planer AG und der Renggli AG. Die Basis bildet dabei ein Katalog aus frei kombinierbaren Raummodulen. Durch diese Vorarbeit soll der Gesamtentwurf des Architekten bei der Anlage der Grundrisse beschleunigt werden. Er schafft aus den existierenden Modulen ein stimmiges Objekt, das den Anforderungen der Bauherrschaft und den Nutzern gerecht wird. Bei der Planung im Haus-Innern wird auf jede Etage ein

Konstruktionsraster gelegt, der die Fläche in Nutzungsfelder à je 18 m2 einteilt. Darauf werden nun die 19 verschiedenen Modultypen, die im Baukastensystem bereitstehen, angewandt und die einzelnen Wohnungen damit geplant. So können sowohl für Investoren als auch für Eigentümer Grundrisse individuell entwickelt werden. Für die Fassadengestaltung stehen unterschiedliche Materialien zur Verfügung: Vorgehängt und hinterlüftet kann die Fassade wahlweise


Projekte & Innovationen

FACTS Über Renggli AG

Wir bauen für eine lebenswerte Zukunft. Die Renggli AG entwickelt und realisiert industriell gefertigte und hochwertige, klimagerechte Gebäude in Element- und Modulbauweise in Schweizer Qualität. Immer mit dem Ziel vor Augen, höchstmöglichen Wohnkomfort mit geringstmöglichem Energieaufwand zu erreichen. In ökologischer Holzbauweise entstehen architektonisch anspruchsvolle Bauvorhaben – vom Einfamilienhaus bis hin zum mehrstöckigen

© Renggli AG

Wohn- oder Geschäftsgebäude – stets qualitätssicher und kosteneffizient.

als Holzschalung (stehend oder liegend), als Eternit-Schindelung oder als Glashaut ausgeführt werden.

bäude doch eine stattliche Grösse hat. Es beinhaltet 18 Wohnungen mit je 2½ bis 5½ Zimmern.

Raumgestaltung ganz individuell

Nachhaltigkeit auf die Fahne

Natürlich gibt es unterschiedlichste Module für Menschen in allen Lebensphasen. Schlafzimmer oder Büroräume können mittels verschiedener Möglichkeiten über den Grundriss ganz unterschiedlich erschlossen werden. Küchen, Esszimmer und Loggia können optional offen geplant werden oder sich auch klar voneinander abgrenzen. Auch ein Loft ist denkbar, in welchem, mit Ausnahme der Nasszelle, komplett offene Module verwendet werden. Und wenn sich die Ansprüche im Verlauf des Lebens ändern sollten: Dadurch dass die Aufteilung der Raummodule von der Tragkonstruktion losgelöst ist, kann der Grundriss auch in späteren Jahren relativ einfach angepasst werden. Produziert und aufgerichtet in sechs Wochen

Die Treppenhäuser und das Untergeschoss bestehen aus Beton, der Rest ist ein Holzsystembau aus vorgefertigten Elementen. Dabei kommt jedes Material dort zum Einsatz, wo seine Eigenschaften die meisten Vorteile bieten. Die Holzelemente wurden während drei Wochen im Renggli Werk im luzernischen Schötz vorproduziert. Dadurch konnte auf dem Bau innert einer kurzen Frist von weiteren drei Wochen aufgerichtet werden. Das ist ziemlich beeindruckend, wenn man sich vor Augen führt, dass das Ge-

geschrieben

Das swisswoodhouse will aber weit mehr sein als bloss ein industriell gefertigtes Mehrfamilienhaus. Es orientiert sich an den Themen unserer Zeit. Eine nachhaltige Bodennutzung ist genauso ein Thema wie die Kriterien der 2000-Watt-Gesellschaft. Die verdichtete Bauweise und die Ausführung im Minergie-P-ECO Standard machen das swisswoodhouse zu einem ressourcenschonenden, nachhaltigen Gebäude und garantieren seinen Bewohnern eine minimierte Schadstoffbelastung. Den Energieverbrauch im Griff, dank Monitoring

Beim Pilotprojekt in Nebikon ging man dann sogar noch einen Schritt weiter und stellte den Bewohnern ein Monitoring-System zur Verfügung. Damit kann jede Mietpartei im swisswoodhouse den eigenen Ressourcenverbrauch an Strom, Wasser und Wärme selber überprüfen und steuern. Ziel dieser Idee ist die Förderung eines ressourcenschonenden und nachhaltigen Benutzerverhaltens. E

Renggli AG www.renggli.swiss mail@renggli.swiss Generalunternehmung St. Georgstrasse 2 6210 Sursee Telefon 041 925 25 25 Holzbaupartner und Produktionswerk Gläng 16 6247 Schötz Telefon 062 748 22 22

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«WIR VERBRAUCHEN WEIT MEHR RESSOURCEN, ALS UNS ZUSTEHEN.»


Baustoffe

ES IST HÖCHSTE ZEIT FÜR NACHHALTIGE BAUMATERIALIEN Es gibt sie schon lange, die nachhaltigen Baumaterialien, die zudem auch noch ein gesundes, angenehmes Wohnklima für die Bewohner erzeugen. Holz, Lehm, Stroh, Kalk gehören zu den meistgenannten Materialien für das nachhaltige Bauen. Warum? Ich greife Stroh heraus, weil es vielleicht, das in der Bauwelt noch am wenigsten bekannte ökologische Baumaterial ist: Bauen mit Stroh

... ist gesund. Verbaut zusammen mit Holz und Lehm entsteht ein behagliches Raumklima: ausgleichende Luftfeuchtigkeit, saubere Atemluft, trockene, warme Wände. ... ist erneuerbar. Nach der Nutzung sind Strohgebäude komplett rückbaubar oder können kompostiert werden. In der Schweiz produzieren wir momentan 30 Tonnen Bauabfall pro Minute, dies entspricht 65 Prozent des gesamten anfallenden Abfalls der Schweiz. ... ist CO2-arm. Die Gewinnung, der Transport und die Verarbeitung von Stroh verbrauchen im Schnitt sechs Mal weniger Energie als herkömmliche Baustoffe. ... ist einfach. Stroh muss zur Abwehr von Schädlingen oder Schimmel oder zur Erhaltung der Formstabilität nicht mit Zusatzstoffen ausgerüstet werden. ... ist günstig. Das Nebenprodukt der Weizenproduktion ist regional in grossen Mengen verfügbar und von lokalen Handwerkern verarbeitbar. So steigern wir die regionale Wertschöpfung. ... ist langlebig. Die ersten Strohhäuser wurden um 1850 in Nebraska USA gebaut und weisen auch heute noch keine unüblichen Schäden auf. ... hält. Mit beidseitigem Verputz erfüllen Stroh-Elementwände die Feuerwiderstandsklasse F90. Strohwände werden von Ungeziefer und Tieren gemieden und schimmeln nicht, wenn sie konstruktiv richtig ausgeführt werden. Für Holz kann ähnlich oder gleich argumentiert werden. Holz wird seit geraumer Zeit wieder häufiger als Konstruktionsmaterial eingesetzt. Auch für grosse Baukomplexe, zum Beispiel das

Mehrgenerationenhaus in Winterthur Hegi, wo für die Gesewo (Genossenschaft für selbstverwaltetes Wohnen) 155 Wohneinheiten entstanden sind. Das Gebäude erhielt 2014 den SIA Nachhaltigkeits-Preis. Gerade Genossenschaften sehen in ökologisch Baustoffen wegen ihrer Nachhaltigkeit einen langfristigen Nutzen. Bestimmend ist die Haltung der Genossenschaftsmitglieder, die auf ihre Gesundheit und diejenige ihrer Kinder besonders achten. Die übrigen Bewohner der Schweiz müssen in Häusern wohnen, die auf dem Markt angeboten werden. Der Markt regelt aber einen nachhaltigen klimaschonenden Einsatz der Baumaterialien nicht. Leider lassen kommerziell orientierte Anleger ihre Gebäude immer noch grossmehrheitlich von Architekten und Bauunternehmern errichten, die sich wenig für graue Energie, nachwachsende Baustoffe oder wiederverwendbare Bauteile interessieren, sondern für kurzfristigen Rendite. Auch die Ausbildung hinkt Jahrzehnte hinterher, statt voraus zu denken. Warum?

Wir haben es fertig gebracht, unbedacht weit mehr Ressourcen zu verbrauchen, als uns zustehen würden. Ja, es wird auch heute noch bestritten, dass sich das Klima menschgemacht negativ verändert. Aber wir sind ja noch nicht am Ende, es geht uns gut. Nur unsere Jugend geht streiken, sie fordern Veränderung, eine neue nachhaltige Wirtschaftsordnung: «Wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut.» Die Bauindustrie produziert munter weiter. Ist es nicht an uns, jetzt etwas zu tun? Fangen wir endlich an, nach echt ökologischen, baubiologischen Kriterien zu planen, zu gestalten und zu bauen. Es gibt Ausbildungen, zum Beispiel baubio.ch/bildung, es gibt Anleitungen, snbs-cert.ch, es gibt Labels, zum Beispiel natureplus.org, die schon längst angewendet werden könnten. Ein Lichtblick ist auch die Bewegung Gemeinwohl-Ökonomie, die das Gemeinwohl vor den finanziellen Gewinn stellt und eine neue Wirtschaftsordnung aufbauen will, gwoe.ch. E

Alfred Rüegg, Arch. HTL, Baubiologe Baubioswiss, seit 40 Jahren praktisch tätig für gesunde, nachhaltige Architektur und in der Ausbildung von Planer/-innen und Handwerker/-innen auf diesem Gebiet. www.arba-bioplan.ch

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Baustoffe

SICHERE LÖSUNGEN FÜR GESÜNDERES BAUEN UND WOHNEN Grundlage für ein gesundes Wohlfühlklima im eigenen Zuhause ist eine langfristig gesündere und sichere Raumluft. Um dies zu erreichen, sollte beim Hausbau von Beginn an auf die gesundheitliche Qualität der eingesetzten Produkte geachtet werden. Speziell dort, wo rohe Holzwerkstoffplatten zum Einsatz kommen, wie beispielsweise im Fertighaus- und Holzrahmenbau, empfiehlt es sich, besonders achtsam bei der Wahl der Produkte zu sein. Die Luftqualität im Innenraum hängt unter anderem von den VOC-Emissionen (VOC = flüchtige organische Verbindungen) der eingesetzten Materialien ab. Flüchtige organische Verbindungen gelangen aus Lösemitteln oder aus festen Materialien wie zum Beispiel Kunststoffen und natürlichen Erzeugnissen in die Raumluft. Auch Holzwerkstoffprodukte wie OSB (Oriented Strand Board), die häufig aus harzreichen Hölzern wie Kiefer bestehen, setzen unter anderem hohe Konzentrationen von Terpenen und

Aldehyden frei, die die Raumluft belasten können. Alternative Holzwerkstoffe, die deutlich geringere Emissionen aufweisen, bieten sich an. So wird Pfleiderer LivingBoard aus frischen Wald- und Sägewerksnebenprodukten gefertigt, die nahezu ausschliesslich aus harzarmer Fichte bestehen. Auch wird auf eventuell bereits schadstoffbelastetes Recyclingholz verzichtet, um einen möglichst naturnahen Baustoff anzubieten. LivingBoard - Nachhaltige Holzwerkstoffplatte Niedrige Formaldehydemissionen sind ein weiterer entscheidender Faktor, um ein qualitativ hochwertiges Raumklima zu erreichen. Formaldehyd ist eine natürliche Substanz, die unter anderem

in Bäumen, Früchten, Gemüsepflanzen und Säugetierzellen vorkommt. Sogar der Mensch selbst produziert es täglich während des Stoffwechsels. Üblicherweise werden auch bei der Herstellung von Holzwerkstoffen formaldehydhaltige Bindemittel eingesetzt. Um zu verhindern, dass nach dem Einbau noch geringe Anteile davon in die Raumluft übergehen, bietet der Holzwerkstoffhersteller Pfleiderer mit LivingBoard eine Platte an, die mit einem 100 % formaldehydfreien Bindemittel auf PU-Basis hergestellt wird. Die Formaldehydemission ist dadurch mit der von natürlichem Holz vergleichbar und so niedrig, dass die Platte mit dem Umweltzeichen «Blauer Engel RAL-UZ 76» ausgezeichnet wurde und das Zertifikat «Premium Qualität» der

Fotos: Pfleiderer Deutschland GmbH Pfleiderer LivingBoard: nachhaltig in Material, Produktion und Anwendung

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Nachhaltiges BAUEN 2019


Baustoffe

FACTS Seit 125 Jahren hochwertige Holzwerkstoffe

Pfleiderer ist der Partner für PremiumHolzwerkstoffe, individuellen Service und zukunftsorientierte Nachhaltigkeit: Mit Rohspan- und Faserplatten, weiterveredelten dekorativen Produkten, Schichtstoffen, HPL-Elementen, Arbeitsplatten sowie Lackoberflächen für die Innen- und Aussenanwendung bietet das UnternehFoto: iStockphoto: Das geprüft emissionsarme, formaldehydfrei verleimte LivingBoard aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz sichert eine gute Qualität der Innenraumluft.

men perfekte Werkstoffe für jedes Projekt – Brandschutz, Schiffsbau, Holzbau oder Öko-Zertifizierung inklusive. Gemeinsam

Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe e.V. erhalten hat. LivingBoard ist folglich besonders gut geeignet, wenn rohe Holzwerkstoffplatten verbaut werden sollen, wie beispielsweise im Fertighausund Holzrahmenbau. Nachhaltiges Bauen beginnt schon bei der Auswahl des Rohstoffs. Holz und Holzwerkstoffe sind ein optimales Material für den Bau von energieeffizienten Häusern, sie sind vielfältig einsetzbar und sorgen für eine wirkungsvolle Dämmung. Anders als bei Stahl oder Beton steckt in Holzprodukten mehr Energie, als zu deren Herstellung benötigt wird. Doch Holz dient auch als CO2 Speicher. Verantwortungsvoll hergestellte Holzwerkstoffe wie das Pfleiderer LivingBoard können hier einen wesentlichen Beitrag leisten. Schon bei der Produktion werden

ausschliesslich Sägewerksnebenprodukte und Durchforstungshölzer aus nachhaltiger, FSC®- oder PEFC™- zertifizierter (FSC-C011773, PEFC/04-32-0828) Forstwirtschaft eingesetzt, um die Ressource Holz vollständig zu nutzen.

mit seinen Kunden entwickelt Pfleiderer

Das von den Bäumen aus der Atmosphäre gebundene Kohlendioxid bleibt auch nach der Verarbeitung gebunden. Holz und Holzprodukte können recycelt und ressourcenschonend mehrmals wiederverwertet werden. Je mehr Holz stofflich genutzt wird und je länger die Nutzungszeit des Holzes durch die Kaskadennutzung, desto mehr CO2 bleibt gespeichert. Ein Effekt, mit dem Holzprodukte zur Reduzierung der Treibhausgase beitragen – und der sie zu echten Klimaschützern macht. E

Die Pfleiderer Gruppe ist ein führender

massgeschneiderte Lösungen. Ein individuelles Service-Angebot stellt sicher, dass alle Partner – Industrie, Handel, Handwerk, Planer und Architekten – von der Verbindung profitieren.

Holzwerkstoffhersteller in Europa, mit rund 3600 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz von ca. 1 Mrd. Euro. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Wrocław (Polen) sowie in Neumarkt i.d.OPf. (Deutschland). Pfleiderer verfügt über neun Produktionsstandorte in Deutschland und Polen sowie Vertriebsniederlassungen in England, Niederlande, Schweiz, Österreich, Rumänien und Frankreich. Die Pfleiderer Gruppe ist als Pfleiderer Group S.A. an der Warschauer Börse notiert.

CO₂ CO₂

Energiegewinnung

Nachhaltige Forstwirtschaft

Sortierung und Aufbereitung von Altholz

www.blauer-engel.de/uz76

Sägewerk

Verwendung von Holzwerkstoffen

Produktion und Veredelung von Holzwerkstoffen

Pfleiderer Suisse AG Neue Jonastr. 60 8640 Rapperswil T. +41 44 307 55 55 F. +41 44 307 55 66 rapperswil@pfleiderer.com www.pfleiderer.com

Kreislaufprodukt Holz: ressourcenschonend, wiederverwertbar, energieeffizient

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Baustoffe

SWISS KRONO AG SETZT AUF ÖKOLOGISCHE PRODUKTE MIT SCHWEIZER WERTSCHÖPFUNG Die Herstellung von Spanplatten, MDF-Platten und spritzwasserresistenten CDF-Platten ist äusserst energieintensiv. Wer es schafft, einen solchen Betrieb energie- und ressourceneffizient zu betreiben, leistet einen grossen Beitrag zur schweizerischen Energiestrategie. Dass dies bei der SWISS KRONO AG im luzernischen Menznau geschieht, ist der umweltbewussten Grundeinstellung der Besitzerfamilie Kaindl zu verdanken. Ökologisches Bewusstsein ist im Unternehmen fest verankert und beeinflusst alle Managemententscheidungen. Infrastrukturprojekte und Logistik plant die SWISS KRONO AG langfristig und zieht dabei Behörden, Umweltverbände und die Nachbarschaft frühzeitig mit ein. Die SWISS KRONO AG setzt auf Ressourcen-Effizienz und nachhaltige Energiebereitstellung, was betriebswirtschaftlich sinnvoll und neben den Investitionen in neueste Verarbeitungstechnologien ein Muss ist, um konkurrenzfähig zu bleiben. Das ausgeklügelte Konzept stimmt die Stoff- und Energieströme aufeinander ab. Das Ergebnis sind redu-

zierte CO2-Emissionen und eine gesteigerte, mit Holz erzielbare Wertschöpfung. Ressourcenverbrauch optimieren

So betreibt SWISS KRONO AG zusammen mit Partnern, Kunden und Lieferanten ein Rückführungskonzept, um den Holzkreislauf optimal zu gestalten. Bei Produktlieferungen an Kunden werden Verschnitte und Gebrauchtmöbel zurückgenommen, um unnötige Transportwege zu vermeiden. Eine seit dem Frühjahr 2010 betriebene Biomassen-Energiezentrale ergänzt die bestehende Infrastruktur zur Erzeugung erneuerbarer, CO2-freier Energie. Zur Deckung des Energiebedarfs werden pro Stunde 12 bis 15 Tonnen Recycling-Holz thermisch verwertet. Holz, das sonst nicht mehr verwendet werden kann.

Mit der Einführung und Zertifizierung des Umweltmanagement-Systems hat die SWISS KRONO AG ein Instrument, um den Ressourcenverbrauch kontinuierlich zu optimieren. Alle Rohstoffe werden möglichst vollständig verwertet. Als holzverarbeitender Betrieb schliesst SWISS KRONO AG mit der Kaskadenstrategie den Holzkreislauf. Die Produkte werden aus Frischholz hergestellt, die dafür benötigte Energie wird aus Recyclingholz gewonnen und ersetzt den Einsatz von Fossilenergie. Beeindruckende Dimensionen

Auf dem Holzanlieferungsplatz der SWISS KRONO AG werden an einem Durchschnittstag 160 LKWs abgefertigt, die das Holz hauptsächlich aus Schweizer Wäldern anliefern. Der Mix besteht aus 60 % Nadelholz und 40 % Laubholz. 80 % ist Schweizer Holz. Damit steht «Swissness» nicht nur drauf, sondern steckt auch drin. Per Bahn erreichen SWISS KRONO AG pro Tag weitere 18 Eisenbahnwagen mit Holz und 12 Wagen mit Harz, Leim und weiteren Produkten, die für die Herstellung der Span- und MDF-Platten und die Laminate benötigt werden. In riesigen Schreddern werden die Stämme zu Holzschnitzeln verarbeitet, die für die Spanplatten verwendet werden. Für die MDF-Plattenproduktion wird aus den Stämmen das benötigte Sägemehl gewonnen. Investitionen mit Weitsicht

Seit Ende 2017 eine der weltweit modernsten Spanplattenlinien in Betrieb.

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Nachhaltiges BAUEN 2019

Die SWISS KRONO AG setzte 2016 mit ihrem neuen Bürogebäude ein Zeichen


Baustoffe

FACTS Schweizer Markt-Leader

Die SWISS KRONO AG ist der grösste Schweizer Verarbeiter von Holz und produziert hochwertige Fussböden und dekorative Holzwerkstoffe für Möbel, Küchen und den Innenausbau. Die SWISS KRONO AG hat ihre Marktpräsenz rund um den Globus beständig ausgebaut, derzeit werden die Produkte aus Menznau/LU in über 90 Länder exportiert. SWISS KRONO Produkte finden in verschiedensten Bereichen Anwendung wie im Möbel-, Messe- und Ladenbau, Fronten (Küche, Bad), Innenausbau etc.

Grundstein

Gegründet wurde das Unternehmen 1966

für höchste Energieeffizienz und gleichzeitig spannender Architektur. Photovoltaikzellen an allen vier Seiten der Fassade produzieren Strom, geheizt wird mit Fernwärme und gekühlt mit Grundwasser. Die Gebäudetechnik funktioniert effizient und alle Systeme sind optimal aufeinander abgestimmt. Dank der Investition der Gründerfamilie und dem damit gesetzten Zeichen für den Standort Schweiz kann die SWISS KRONO AG auch künftig mit Weitsicht bauen. So ist seit Ende 2017 eine der weltweit modernsten Spanplattenlinien in Betrieb. Die neue Anlage zeichnet sich durch diverse technische Aspekte

aus, die sich positiv auf die Produktion auswirken. Unter anderem wird explizit die umweltschonende Produktion gefördert. Die neueste Technologie ermöglicht die Herstellung von vielfältigen Produkten mit optimiertem Einsatz von sämtlichen Rohstoffen und einer verbesserten Energieeffizienz. Dies ist ein weiterer Schritt für die Nachhaltigkeit – auch in der Industrie. E

als «AG für Holzindustrie» und war das erste Werk der heutigen SWISS KRONO GROUP. Diese ist als Holding organisiert, liegt im Familienbesitz und ist einer der bedeutendsten Marktplayer im Bereich Herstellung und Veredelung von Holzwerkstoffen. Mitarbeitende

Im idyllischen, naturnahen Luzerner Hinterland werden heute rund 490 Mitarbeitende im Schichtbetrieb beschäftigt, die das Ziel des Unternehmens mittragen: Die Herstellung holzbasierter Qualitätswerkstoffe mit stetem Blick auf den Umweltschutz. Weltweit

SWISS KRONO GROUP wurde 1966 vom österreichischen Unternehmer Ernst Kaindl in Menznau gegründet. Dieses Unternehmen konnte seither ein kontinuierliches Wachstum verzeichnen. Heute zählt die Gruppe rund 5100 Mitarbeitende in 11 Werken weltweit.

Das neue Bürogebäude mit aktiver Gebäudehülle und neuster Solartechnologie ist gelebtes Symbol für das Umweltbewusstsein der SWISS KRONO AG.

SWISS KRONO AG Willisauerstrasse 37 6122 Menznau T. +41 41 494 94 94 F. +41 41 494 94 49 info@swisskrono.ch www.swisskrono.ch

Nachhaltiges BAUEN 2019

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Baustoffe

SO WERDEN AUS GIPSABFÄLLEN NEUE ROHSTOFFE Die Rigips AG hat das Wiederverwertungspotenzial vom Naturmaterial Gips schon früh erkannt und bereits 2011 das erste Gips-Recycling-Werk der Schweiz eröffnet. Der zurückgewonnene Rohstoff wird heute zu 100 % für die Produktion neuer Vollgipsplatten verwendet und kann theoretisch unendlich rezykliert werden. Schon seit Jahrzehnten wird Gips vielseitig eingesetzt. Vor allem im Gebäudebau wird heutzutage die Nutzungsflexibilität und Wirtschaftlichkeit des natürlichen Baustoffes geschätzt, der pH-neutral sowie unbrennbar ist und gar überschüssige Feuchtigkeit sowie Wärme aus der Raumluft aufnehmen kann. Zudem ist Gips eine der wenigen Ressourcen, die auch in der Schweiz vorhanden sind und abgebaut werden können. Ökologischer Gipsabbau

Der Trockenbaupionier Rigips AG baut seit mehr als 70 Jahren in seinen Schweizer Steinbrüchen nach strengen eidgenössischen und kantonalen Vorschriften Gips ab. Dabei wird viel Wert auf eine energieeffiziente Produktion gelegt. Daher liegen die Produktionswerke entweder direkt neben dem Steinbruch oder an einer Bahnlinie. Zudem werden um-

weltfreundliches Erdgas sowie Ökostrom für die Verarbeitung des Rohstoffes verwendet und die Abbaustätten werden anschliessend in Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen, Gemeinde und Kantonen renaturiert, um Raum für Tiere und Pflanzen zu bieten und die Artenvielfalt zu fördern. Unendlicher Gips-Kreislauf

Um unnötige Bauschutt-Abfälle bei der Gips-Produktion und -Verarbeitung zu verhindern, setzt Rigips seit 2011 auf einen geschlossenen Kreislauf in seinem Betrieb und hat das Projekt RiCycling® ins Leben gerufen. Dieses führt von der Herstellung und dem Gebrauch über den Rückbau und das Recycling bis hin zur Produktion von neuen Produkten. Denn die chemischen Eigenschaften des Naturstoffes Gips erlauben eine vielfache – theoretisch sogar unendliche – Aufbereitung und Wiederverwendung.

Im eigens gebauten RiCycling® Werk in Granges (VS) werden Gipsreststoffe fachgerecht in die Hauptkomponenten Gips und Papier getrennt. Anschliessend werden diese Recyclingprodukte ohne negativen Einfluss auf die Qualität in die entsprechenden Produktionsprozesse zurückgeführt. Der gewonnene Gipsrohstoff wird sofort und zu 100 % für die Produktion neuer Alba® Vollgipsplatten verwendet, die direkt am selben Standort hergestellt werden. Gesamtschweizerische Logistikkette für mehr Nachhaltigkeit

Neben der Wiederaufbereitung beruht das RiCycling® Konzept auf einer gesamtschweizerischen Logistikkette mit Spezialfirmen. Auf Bestellung liefern Partnerunternehmen Sammelbehältnisse direkt auf die Baustellen. Die Verarbeiter sammeln darin Abschnitte von Gips-

Auf Bestellung liefern Partnerunternehmen Sammelbehältnisse direkt auf die Baustellen, um darin Abschnitte von

Der zurückgewonnene Gips-Rohstoff wird zu 100 % für die

Gipsbauplatten sowie Gips-Grundputze aller Hersteller zu sammeln.

Produktion neuer Alba® Vollgipsplatten verwendet.

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Baustoffe

FACTS

Im RiCycling-Werk in Granges (VS) werden die Gipsabfälle fachgerecht in die Hauptkomponenten Gips und Papier getrennt.

bauplatten sowie Gips-Grundputze aller Hersteller. Die vollen Behältnisse werden dann beim regionalen RiCycling® Partner abgegeben oder von ihm abgeholt auf seiner normalen Transportroute. Die Gipsreststoffe werden anschliessend vorsortiert und danach im Aufbereitungswerk der Rigips AG zu neuen, hochwer-

tigen Alba® Vollgipsplatten verarbeitet. So können Unternehmen gemeinsam mit der Rigips AG dazu beitragen, die Umweltbelastungen durch das Bauen zu senken und eine wertvolle einheimische Ressource für künftige Generation zu erhalten. E

Rigips Rigips ist Pionier der Trockenbauweise in Europa und Teil der Saint-Gobain Gruppe, einem der traditionsreichsten und innovativsten Industriekonzerne der Welt. In der Schweiz ist die Rigips AG der führende Produzent und Anbieter von GipsTrockenbausystemen und zuverlässiger Unterstützer in der Planung und Ausführung anspruchsvoller InnenausbauLösungen. Ihre Gipsplatten-Systeme werden entwickelt, um die Ziele von Kunden und Partnern erfolgreich und nachhaltig umzusetzen. Im sich ständig entwickelnden Markt steht Rigips für Innovation im Leichtbau für Wände, Decken und Böden. Marken wie Rigips® Duo’Tech, Glasroc, Rigiton® und Habito bieten Trockenbaulösungen für komplexe Herausforderungen beim Schall- und Brandschutz, in Feuchträumen, im Akustik-Bereich und in Sachen Lastenbefestigung und Stosswiderstand. Mit Rigiton®Climafit, Alba®balance und activ’air stehen zudem effiziente Gipsbauprodukte für die Raumklimaregulierung, Wärmespeicherung und eine gesunde Raumluftqualität zur Verfügung. www.rigips.ch

Rigips AG Gewerbepark 5506 Mägenwil T. +41 62 887 44 74 kommunikation@rigips.ch www.rigips.ch

Unendlicher Lebenskreislauf: vom Gips zum Baustoff – vom Baustoff zum Gips

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Baustoffe

YTONG, MULTIPOR UND HEBEL – ÖKOLOGISCH BAUEN MIT NATÜRLICHEN ROHSTOFFEN Die Produkte der Marken Ytong Multipor und Hebel aus dem Hause Xella sind sowohl in der Herstellung als auch in der Anwendung nachhaltig und werden kontinuierlich weiterentwickelt. Mit dem Blick auf morgen gehört dazu nicht nur, dass der Baustoff für das Haus energieeffizient sein muss. Um ökologisch bauen zu können, muss der Baustoff auch frei von Schadstoffen und entsprechend langlebig sein. Intelligent und von Anfang ökologisch durchdacht. Von der Rohstoffgewinnung und Herstellung über die Nutzungsphase bis hin zur Rückbauphase. Als eines der wenigen europäischen Unternehmen der Baustoffindustrie betreibt Xella ein eigenes Technologie¬ und Forschungszentrum. Für ihre umweltschonenden Eigenschaften haben die Baustoffe bereits zahlreiche Auszeichnungen und Zertifikate erhalten und leisten einen

wichtigen Beitrag zum Bau energieeffizienter, qualitativ hochwertiger Gebäude und somit zum Umwelt¬ und Ressourcenschutz. «Wir bringen nur Produkte auf den Markt, die in puncto Produktsicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltverträglichkeit den strengen Kriterien der Xella Technologie- und Forschungsgesellschaft entsprechen», sagt Marco Vincenz, COO der Xella Porenbeton Schweiz und ergänzt: «Doch Nachhaltigkeit bedeutet für uns mehr als der ökonomische Wunsch, energieeffiziente und umweltverträgliche Produkte auf den Markt zu bringen. Sie betrifft auch Produktion und Management, Personal, Compliance und For-

Multipor Innendämmung bei Mehrfamilienhaus in Balzers, Arch. Uli Mayer, Urs Hüssy, Architekten Triesen FL

schung sowie Innovation und Umwelt. Dabei geht es nicht nur um Energieeinsparungen, sondern auch um Themen wie langlebige Produkte, Recycling oder Aspekte der Zertifizierung.» Energiesparende Herstellung

Die Grundstoffe von Ytong, Multipor und Hebel sind Sand, Kalk und Wasser – vollkommen natürliche Rohstoffe. Sie bilden einen Großteil der Erdkruste und sind praktisch unerschöpflich. Sie werden umweltschonend abgebaut, das Gleichgewicht der Natur wird nicht beeinträchtigt. Obwohl so gut wie unerschöpflich, wird darauf geachtet, sparsam mit den Rohstoffen umzugehen. Wie günstig der Verbrauch ist zeigt der Vergleich: Aus 1 m³ Rohstoff entstehen z. B. 5 m³ hochwärmedämmender Ytong Porenbeton. Ytong Porenbeton, Multipor Mineraldämmplatten und Hebel Elemente werden in einem geschlossenen Kreislauf hergestellt, der weniger Energie benötigt als vergleichbare Baustoffe. Die fertigen Produkte werden anschließend im Werk auf Holzpaletten gestapelt und in recyclebar Folie eingeschweißt. Paletten und Materialreste sind vollständig recyclebar. Wenn bei einem späteren Umbau Wände abgebrochen werden, können Ytong Porenbeton, Multipor Mineraldämmplatten und Hebel Elemente als mineralische Baustoffe kostengünstig entsorgt werden. Die Baustoffe sind in allen Phasen umweltverträglich und bieten Schutz vor giftigen Ausdünstungen und Strahlung, sind allergikergeeignet

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Baustoffe

FACTS Die Xella Gruppe entwickelt, produziert und vertreibt Baustoffe und Dämmstoffe. Mit den Marken Ytong, Multipor und Hebel gehört Xella zu den weltweit grössten Herstellern von Porenbeton und Kalksandstein. Produkte von Xella sind sowohl in der Herstellung als auch in der Anwendung nachhaltig und leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zum Bau energieeffizienter, qualitativ hochwertiger Gebäude und somit zum Umwelt- und Ressourcenschutz. Für ihre umweltschonenden Eigenschaften haben unsere Produkte Haus Phoenix aus Ytong Einsteinmauerwerk, Arch. Michael Hemmi, Haldenstein

bereits zahlreiche Auszeichnungen und Zertifikate erhalten. Xella ist da vor Ort, wo perfekte Lösungen von Planern, Architekten und Bauunternehmen gefordert werden. Mit 91 Werken in 20 Ländern und Vertriebsorganisationen in mehr als 30 Ländern sowie 6 100 Mitarbeitern zeigt Xella international Flagge.

Schrägdach mit Hebel Elementen für besten sommerlichen Wärmeschutz

und sorgen für ein gesundes Wohnraumklima. Die Baustoffe sind nicht brennbar und garantieren so höchsten Brandschutz. Schallschutzanforderungen werden ohne Probleme erreicht. Ein hoher Wohnkomfort ist damit garantiert. Zertifiziertes mineralisches Dämmsystem

Die innovative Multipor Mineraldämmplatte gibt es für die Innen- sowie für die Aussen- und Dachdämmung und wurde mit dem Gütesiegel «natureplus» ausgezeichnet. Diese Zertifizierung belegt den ökologischen Anspruch eines streng nach Nachhaltigkeitskriterien geprüften Baustoffe. Rationelle Bauweise mit Porenbeton Seit

über 80 Jahren hat sich Ytong Porenbeton im Einfamilien- und Mehr- geschossbau bewährt. Gebäudelösungen für den Wirtschaftsbau bietet das Hebel Bausystem.

Marco Vincenz Geschäftsführer COO Xella Porenbeton Schweiz AG

Massive Energie- und Kosteneinsparungen durch die herausragenden Wärmedämmeigenschaften, der Wohnflächengewinn und ein optimales Raumklima sind Vorteile, die für sich sprechen. E

Xella Porenbeton Schweiz AG Kernstrasse 37 8004 Zürich Tel. +41 43 388 35 35 Fax. +41 43 388 35 88 info.ch@xella.com

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Baustoffe

KREISLAUFWIRTSCHAFT IN DER ZEMENT- UND BETONPRODUKTION Die Baustoffbranche bewegt sich mit innovativen Produkten und Herstellungsmethoden in Richtung Kreislaufwirtschaft. Mit dem ressourcenschonenden Zement «Susteno» und dem Beton «Evopact» hat Holcim zwei neue Produkte lanciert, die den Baustoffkreislauf vollständig schliessen und CO2 Emissionen deutlich reduzieren. Wer nachhaltig bauen will, wählt Baustoffe, die eine lange Lebensdauer haben, rezyklierbar sind und eine tiefe CO2-Bilanz aufweisen. Das grösste Potenzial liegt im Kreislaufprinzip: Bereits verbautes Material wird nach dem Abbruch eines Gebäudes wiederverwendet statt entsorgt. Die Baustoffbranche hat beim Betonrecycling bereits bedeutende Fortschritte erzielt. Alter Beton wird dabei zu Granulat zerkleinert,

das als Kiesersatz dient. Gemäss dem Verband arv Baustoffrecycling Schweiz wurden in der Schweiz bereits 4500 Bauten mit Recyclingbeton erstellt. Holcim geht jetzt noch einen Schritt weiter und bringt mit dem Zement «Susteno» und den «Evopact»-Betonen neue Produktinnovationen auf den Markt, die sämtliche Aspekte des geschlossenen Baustoffkreislaufs erfüllen.

Zehn Prozent weniger CO2 mit Susteno

«Susteno» ist der erste und einzige Zement in Europa, bei dem als Zumahlstoff hochwertig aufbereitetes Mischgranulat aus rückgebauten Gebäuden eingesetzt wird. Dies schont einerseits die natürlichen Ressourcen Kalkstein und Mergel und verhindert Eingriffe in die Natur. Andererseits spart der Einsatz von «Susteno» im Vergleich zu einem klassischen Massenzement zehn Prozent CO2 ein. In der Zementherstellung verwertet Holcim die feinsten Körnungen von Mischgranulat (weniger als 8 mm) aus rückgebauten Gebäuden. Dieser Anteil kann nicht vollständig in der Betonproduktion verwendet werden und musste bis anhin oftmals deponiert werden. «Susteno» schliesst damit nicht nur den Kreislauf vollständig, sondern schont auch den ohnehin knappen Deponieraum in der Schweiz. Vom Zement Susteno zum Holcim Evopact-Beton

Holcim setzt den ressourcenschonenden Zement in der Betonproduktion ein. Die nachhaltigen Betone laufen unter dem Markennamen «Evopact» (siehe Kasten). Die Betone entsprechen den Vorgaben der Standards Minergie und Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) für ein ökologisches Bauprodukt.

Susteno und Evopact eignen sich für alle Anwendungen im Hochbau (Bild: Baustelle Guggach II in Zürich).

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Die Produktinnovationen bringen nicht nur ökologische Vorteile, sondern werden auch den Ansprüchen der Bauherren hinsichtlich Qualität, Ästhetik und Kosten ge-


Baustoffe

FACTS HOLCIM AG

Die Holcim (Schweiz) AG ist einer der führenden Baustoffhersteller der Schweiz und Tochtergesellschaft der global tätigen LafargeHolcim Ltd. Zum Kerngeschäft gehören die Produktion von Zement, Kies und Beton sowie die dazugehörigen Dienstleistungen. Das Unternehmen beschäftigt rund 1100 Mitarbeitende und verfügt über drei Zementwerke, 15 Kieswerke und 35 Betonwerke. Diese lokale Verankerung ermöglicht es, schnell, flexibel und individuell auf verschiedene Bedürfnisse einzugehen und massgeschneiderte Lösungen für die Bereiche Hochbau, Tiefbau und Infrastruktur zu erarbeiten. Mit dem Zement Susteno und den Evopact-Betonen schliesst Holcim den Baustoffkreislauf vollständig.

recht: Zement wie Beton sind normiert sowie zertifiziert und für alle Anwendungen im Hochbau geeignet – darunter auch als Sicht- oder Pumpbeton. Damit stehen die Produkte «Susteno» und «Evopact» einem herkömmlichen Zement bzw. Konstruktionsbetonen in nichts nach. Dass die ressourcenschonenden Produkte im Markt gut ankommen, zeigen verschiedene Hochbauprojekte in der ganzen Schweiz. Etwa die Wohnüberbauung Guggach II am Fusse des Käferbergs in Zürich (Beteiligte: Eberhard Bau AG, Knapkiewicz & Fickert AG) oder das neue Intercity Hotel am Flughafen Zürich.

Unser Ziel ist es, das Marktvolumen von Susteno und Evopact in der ganzen Schweiz zu erhöhen und andere Stoffe in das Baustoffrecycling mit einzubeziehen. Holcim investiert laufend in Umweltmassnahmen

Holcim Schweiz ist vom ökologischen Potenzial wie auch den Fähigkeiten der neuen Zement- und Betonprodukte überzeugt und tätigt an den Schweizer Produktionsstandorten derzeit entsprechende Investitionen. In zwei von drei Zementwerken wird der ressourcenschonende Zement hergestellt. Zudem

werden immer mehr Betonwerke auf die teilweise oder sogar vollständige Produktion des nachhaltigen Evopact-Betons ausgerichtet. E Ressourcenschonende Baustoffe von Holcim Schweiz Zement Susteno Susteno ist der erste ressourcenschonende Zement in der Schweiz, bei dem als Zumahlstoff hochwertig aufbereitetes Mischgranulat eingesetzt wird. Der Einsatz des Zements ermöglicht ein nachhaltiges Bauen gemäss den Empfehlungen von KBOB (Koordinationskonferenz der Bauund Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren) und eco-bau. Evopact Betone Die Evopact-Betonfamilie besteht aus Evopact und Evopact PLUS. Während sich die “Evopact”-Betone aus Susteno und natürlicher Gesteinskörnung zusammensetzen, werden die sogenannten “EvopactPLUS”-Betone mit Susteno und rezyklierter Gesteinskörnung hergestellt. Die Evopact-Familie entspricht den Vorgaben der Standards Minergie und Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) für ein ökologisches Bauprodukt.

Cathleen Hoffmann Dipl.-Ing. Bau- und Projektingenieurin Holcim (Schweiz) AG Customer Solutions & Technical Center Zementweg 1 5303 Würenlingen cathleen.hoffmann@lafargeholcim.com T. +41 58 850 68 68 www.holcim.ch

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«DER AKTUELLE GEBÄUDEPARK IST NICHT NACHHALTIG.»


Renovieren & Sanieren

MIT DEM EnWI WIRD DIE SANIERUNGSÖKONOMIE BEWÄLTIGT Höchste Zeit zu handeln: Der Gebäudepark Schweiz verbraucht rund 40 Prozent des gesamten inländischen Energieverbrauchs.

gen geräumt werden? 5. Welche Etappierungen sind sinnvoll? 6. Inwiefern kann von Subventionen und Steuerabzügen durch die Mieterschaft sowie die Investoren profitiert werden? 7. Welche Renditen können auf den Investitionen beziehungsweise dem Eigenkapital erwirtschaftet werden?

Der grösste Teil der über 1,7 Millionen Gebäude wird dabei fossil beheizt, was rund 30 Prozent der gesamten CO2-Emissionen in der Schweiz verursacht. Die effizienzbezogene Sanierungsquote pro Jahr liegt bei rund einem Prozent: Damit geht es hundert Jahre, bis alle Gebäude einer Renovation unterzogen werden. Aus ökologischer Sicht ist besonders tragisch, dass die fossilen Heizsysteme mit einer Lebensdauer von nur 20 bis 30 Jahren zu einem Grossteil einfach wieder ersetzt werden. Eine Umstellung auf erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen, Solarenergie, Biomasse, Biogas oder Fernwärme wird dabei nicht wahrgenommen, obwohl mit diesem Schritt entscheidende ökologische, aber auch wirtschaftliche Vorteile erzielt werden könnten. Der bestehende Gebäudepark ist nicht nachhaltig. Ohne klaren Trendbruch – das heisst ohne Neuorientierung der Gebäudepolitik – wird die von der Energie- und vor allem Klimapolitik angestrebte CO2-Freiheit des Schweizer Gebäudeparks bis spätestens 2050 bei weitem verfehlt.

EnWI-Tool ermöglicht Win-win-win-Situationen

Die sieben Siegel der Sanierungsökonomie

Die Gründe für die tiefen energieorientierten Sanierungsquoten und vor allem die verpasste Umstellung auf erneuerbare Energiesysteme sind vielfältig: Der bestehende Gebäudepark wird in der Schweiz wohl angemessen betrieben und unterhalten. Es fehlt aber an vorausschauender Planung. Jede Liegenschaft müsste über einen Plan verfügen, wie das bestehende Heizsystem mit erneuerbaren Energien ersetzt werden kann und welche weiteren energiebezogenen Sanierungsschritte sinnvoll sind. Bei Fachleuten und Investoren ist das Vertrauen beziehungsweise deren Informationsstand und Knowhow in moderne, umweltfreundliche Heizsysteme und Effizienzmassnahmen deutlich zu verbessern. Nebst dem vielfach immer noch ungenügenden technischen und Anwendungs-Knowhow ist auf die Sanierungsökonomie mit ihren sieben Siegeln zu verweisen: 1. Welche Sanierungsvariante (Teilbau- oder Gesamtsanierung, Label?) ist sinnvoll? 2. Mit welchen Investitionskosten ist zu rechnen? 3. Wie sieht es mit der Überwälzung der Investitionskosten auf die Mietenden beziehungsweise mit der Wettbewerbsfähigkeit der neuen Bruttomieten (höhere Nettomieten, tiefere Nebenkosten) aus? 4. Kann die Sanierung im bewohnten Zustand realisiert werden, oder muss die Liegenschaft bei gleichzeitigem Abschluss von neuen Mietverträ-

Die frohe Botschaft: Mit dem Tool «Energetisch Wirtschaftlich Investieren» (EnWI) können wir die zentralen wirtschaftlichen Fragen – neben den energetischen und CO2-Effekten – bei geklärter Ausgangslage (Nutzflächen, Gebäudehülle etc.) analysieren. Je nach Gebäudegrösse sind zirka zehn Arbeitstage für eine gründliche Analyse von maximal neun Varianten mit unterschiedlicher energetischer Eingriffstiefe nötig. Nachhaltiges Renovieren & Sanieren bekommt erstmals ein Gesicht: Sinnvolle Varianten werden präsentiert, die Auswirkungen auf Mieterschaft und Investoren dargelegt und die Umweltauswirkungen quantifiziert. Das EnWI-Tool kann für politische Fragestellungen wie die Auswirkungen einer CO2-Abgabe oder Kostenschätzungen für eine eingesparte Kilowattstunde beziehungsweise Tonne CO2 genutzt werden. Vor allem aber: Jeder Gebäudebesitzer, Immobilienverwalterin oder Portfolio-Manager kann sich ein Bild über eine nachhaltige Sanierungsstrategie in kurzer Zeit verschaffen. Sie werden staunen, dass sogar Win-win-win-Situationen mit tieferen Bruttomieten, angemessenen Renditen und deutlicher Entlastung der Umwelt erzielt werden können. Eine Chance für alle! E Kontakte: CR Energie GmbH, Ingenieurbüro für erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Christian Renken, Geschäftsleiter, christian.renken@crenergie.ch energie-cluster.ch, Dr. Frank Kalvelage, Geschäftsleiter, frank.kalvelage@energie-cluster.ch

Ruedi Meier, Dr. oec.publ/Raumplaner ETH. Ehrenpräsident energie-cluster.ch, Co-Initiant Minergie, Schweizer Hausbau+Minergie-Messe. Initiant NewRide (eBike-Förderung), Minergie-P, Plusenergie-Gebäude,-Areale, EnWI (Tool Energetisch Wirtschaftlich Investieren). Weit über 100 Publikationen in den Bereichen Wirtschaft, Energie, Verkehr, Nachhaltigkeit. Consultant, Forscher, Unternehmer. ruedimeier@solnet.ch

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EIN FAMILIENGEFÜHRTES KMU MIT NACHHALTIGKEITS-DNA Die Naef GROUP bietet seit 1985 Dienstleistungen an, die im Kern die Ressourcenschonung beinhalten. Firmengründer und Verwaltungsratspräsident Werner Näf hat den Sanitär- und Heizungsmarkt in der Schweiz mit seinen Innovationen rund um die Rohrinnensanierung von wasserführenden Leitungen im Gebäude revolutioniert. Die Sanierung in die Jahre gekommener Gebäude ist eines der Kernthemen der eidgenössischen Energiestrategie. Ökologisch sinnvolle Sanierungen macht die Naef GROUP indes bereits seit 34 Jahren. Mit der schonenden Sanierung von Trinkwasserleitungen und Bodenheizungen hat sich das Familienunternehmen von Beginn an die Ressourcenschonung auf die Fahne geschrieben. Sanieren statt ersetzen steht im Mittelpunkt jeder der angebotenen Dienstleistungen für Wasser und Wärme im Gebäude.

Seit 1985 im Einsatz für unsichtbare Behaglichkeit

Bis Mitte der 1980er Jahre gab es für alternde, wasserführende Leitungen im Gebäude nur eine Erneuerungsmöglichkeit: Den Totalersatz. Heute, dank der Erfindung von Werner Näf, steht dem eine schonende und wirkungsvolle Alternative gegenüber. Die Rohrinnensanierung mittels abrasiver Reinigung und Beschichtung ist die nachhaltige Lösung, welche bestehende Ressourcen nachhaltig schützt. Damit dies einwandfrei und

HAT-System: Das Original zur nachhaltigen Innensanierung von Bodenheizungen.

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mit höchster Präzision gelingt, ist ein laufendes Verbessern der Prozesse und Materialien vonnöten. Mit dem hauseigenen Forschungs- und Entwicklungsteam wird sichergestellt, dass man immer mit der Zeit geht. Innovationsleader der Rohrinnensanierung

Im Bereich der nachhaltigen Sanierung von Bodenheizungen ist das HAT-System nicht nur das Original, sondern bis heute auch das einzige System, das bestehende


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FACTS

Energiemanagement, angelehnt an die ANROSAN: Die einzigartige Rohrinnensanierung für bestehende Trinkwasserleitungen. Ohne Epoxidharz.

ISO-50001-Norm und CO2-Neutralität durch Kompensation der Restemissionen mit einem Klimaschutzprojekt im Kanton Schwyz. Die Naef GROUP denkt und

Kunststoff-Bodenheizungen langfristig schützt. Dank der Innenbeschichtung, die gemäss DIN-4726-Norm diffusionsdicht ist, entspricht ein so saniertes Bodenheizungsrohr damit der Qualität eines Mehrschichtverbundrohres. Weltweit einzigartig ist der Einsatz einer Zementbeschichtung für die Sanierung von Trinkwasserleitungen. Mit ANROSAN erfüllt das Freienbacher KMU dank dieser anorganischen Materialzusammensetzung die Anforderungen an eine Lebensmittelverpackung gemäss Lebensmittelgesetz. Verknüpfte Dienstleistungen

Im Hause Naef wird aber nicht nur im Bereich der Rohrinnensanierung geforscht und entwickelt. Weitere Dienstleistungen rund um Bodenheizungen und Trinkwasser haben den Markt bereichert. So ist der PIPEFINDER als Detektionssystem für versteckte Blindleitungen eine weitere Errungenschaft, die im Sa-

eingebracht. Ineffiziente Radiatorsysteme können auf diese Weise einfach ersetzt werden.

handelt für Generationen und nicht für Quartalszahlen.

Energiemanagement und CO2-Neutralität

Die im Kern bereits nachhaltigen Dienstleistungen der Naef GROUP werden laufend verbessert und mit zusätzlichen Innovationen verknüpft. Damit aber noch nicht genug. Seit 2014 werden im Freienbacher Betrieb, angelehnt an die Norm ISO 50001, sämtliche relevanten Energieprozesse und -daten minutiös erfasst und eine sukzessive Reduktion des eigenen Energieverbrauchs verfolgt. Die unvermeidbaren Restemissionen werden zu 100 % mit Schweizer Ressourcen im Wald der Oberallmeindkorporation Schwyz kompensiert. Damit nimmt die Naef GROUP in der Schweiz eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz ein. Das Gedankengut von Firmengründer

«Wir wollen ein Vorbild für familiengeführte KMUs sein»

Werner Näf Erfinder und Verwaltungsratspräsident

«Wir schreiten als Innovationsleader mit ökologischem Denken und Handeln in die Zukunft» nitärbereich zum Einsatz kommt. Mit der Knick-Detektion ortet das HAT-System-Team bei Bodenheizungen Fehlinstallationen, damit diese frühzeitig behoben werden können. Zuletzt bietet die Naef GROUP mit der Einfrästechnik noch eine besonders ausgeklügelte Dienstleistung für die nachträgliche Installation von Fussbodenheizungen an. Damit werden in bestehende Unterlagsböden Rillen für Bodenheizungsrohre

Werner Näf und seiner Frau Anneliese tragen in zweiter Generation deren Kinder weiter. Geschäftsführer Ramon Näf, CFO Sarah Näf und die jüngste Tochter, Isabelle Näf, welche seit einigen Jahren gemeinsam die Geschicke der Naef GROUP leiten, führen mit 50 Mitarbeitenden fort, was vor 34 Jahren ins Leben gerufen wurde. Ein Familienunternehmen mit Nachhaltigkeit im Blut. E

Naef GROUP Wolleraustrasse 41 8807 Freienbach Tel. +41 44 786 79 00 info@naef-group.ch www.naef-group.ch

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WILLKOMMEN IM NEUEN BADEZIMMER Gross war die Freude, als die Gewinnerfamilie erfuhr, dass sie eine neue Badezimmerausstattung von Geberit gewonnen hatte. Design gepaart mit höchstem Komfort, das wünschte sie sich für ihr Bad schon lange. Gespannt verfolgt die Gewinnerfamilie die Handgriffe der Installateure. Es fehlt nicht mehr viel und ihr neues Bad ist fertig. Damit kommt ein Prozess zum Abschluss, der sich über mehrere Monate erstreckt hat. Doch ganz von vorne. Zuerst die grosse Überraschung: Die Familie erfährt, dass sie einen Wettbewerb von Geberit gewonnen hat! Der Preis umfasst ein Dusch-WC, einen Waschtisch mit Möbel, einen Spiegelschrank sowie einen Duschablauf im Gesamtwert von bis zu 10 000 Franken. Ihr Badezimmer war schon 30 Jahre alt und schon lange hegten die beiden designinteressierten Bewohner den Wunsch, auch ihr Bad punkto Design und Funktionalität auf den neusten Stand zu bringen. Mit Umbauten hatte das Ehepaar schon Erfahrung. Sie hatten das architektonisch spannende Einfamilienhaus 1989 fertig gekauft, später nahmen sie sanfte Renovationen vor. Die Familie wünschte sich eine hellere und modern anmutende Atmosphäre. Das auch gut zu den Designklassikern im Wohnzimmer passt. Die himbeerfarbenen Plättli des Badezimmers mit ihrem typischen 80er-Jahre-Look wollte Das Bad vor dem Umbau

zum Rest des Hauses nun gar nicht mehr richtig passen. So begannen sie, sich mit dem Thema Badgestaltung auseinanderzusetzen. Insofern kam der Gewinn exakt zum richtigen Zeitpunkt. Ziel war ein modernes Bad aus einem Guss

Schnell stand fest, dass sie eine komplette Sanierung des Bads vornehmen wollten, denn zum gepflegten Design der Geberit Produkte mussten eine passende Wandverkleidung sowie ein neuer Boden her. Eine begehbare Dusche war ein besonderer Herzenswunsch, was allerdings bei der eher kleinen Grösse des Badezimmers nicht ganz selbstverständlich war. Bevor das Ehepaar den Geberit-Showroom besuchte, informierte es sich eingehend über die verschiedenen Produkte. Ästhetik spielt für sie eine wichtige Rolle. Doch auch der Komfort sollte stimmen, schliesslich ist das Bad ein Ort, den man mehrmals täglich in Anspruch nimmt und dessen Benutzung im Idealfall auch Auge und Sinne erfreut. Ziel war ein modernes Bad aus einem Guss, welches das Stilbewusstsein ihres Zuhauses widerspiegelt. Die Produkte soll-

ten eine zeitlose Formensprache sprechen sowie innovative Funktionen bieten. Nach reiflicher Überlegung entschieden sie sich für die bodenebene Duschfläche Setaplano, einen Waschtisch mit Unterschrank aus der Geberit Badserie Xeno2 sowie einen Geberit Option Plus Spiegelschrank. Speziell gefreut hat sich die Gewinnerfamilie auf ihr neues Dusch-WC. Sie hat sich für ein AquaClean Mera zusammen mit der Betätigungsplatte Sigma70 entschieden. Die Kombination zwischen elegantem Design, optimalem Komfort und nicht zuletzt einfacher Handhabung zeigt sich gerade beim Dusch-WC AquaClean Mera und bei der Setaplano Duschfläche. Schon nur die Montage funktioniert problemlos und geht erstaunlich schnell vonstatten. Er habe selten ein WC gesehen, das so einfach einzubauen sei, sagt der Installateur bei der Arbeit. Setaplano zeichne sich ebenfalls durch eine unkomplizierte Handhabung aus. Die richtige Wahl

Das Ehepaar ist nach abgeschlossenem Umbau gerade bezüglich Nutzerfreundlichkeit begeistert von den Produkten. Das AquaClean Mera Dusch-WC über-

Nach dem Badumbau – harmonische Farben und Formen


Renovieren & Sanieren

Geberit AquaClean Mera Trotz mehr Komfort weniger Energie- und Wasserverbrauch. Dusch-WC Komplettanlagen von Geberit schneiden bezüglich Ökobilanz positiv ab.

zeugt speziell mit ausgeklügelten Funktionen: Die Komplettanlage der obersten Komfortklasse mit patentierter WhirlSpray-Duschtechnologie ermöglicht eine besonders gründliche und schonende Reinigung mit praktisch halbiertem Wasserverbrauch. Im Standby-Modus verbraucht das AquaClean Mera fast keinen Strom. Eine hybride Warmwassertechnologie mit Durchlauferhitzer und Boiler erwärmen das Duschwasser nur bei Bedarf. Eine integrierte Geruchsabsaugung arbeitet mit einem katalytisch wirkenden Filter mit langer Lebensdauer. Reinigungsfreundliche und langlebige Produkte

Die Geberit Duschfläche Setaplano bedeutete für das Ehepaar Liebe auf den ersten Blick und auf die erste Berührung. Die Duschfläche besteht aus hochwertigem Mineralwerkstoff, und das fühlt man: Die seidenmatte Oberfläche ist haptisch besonders angenehm und warm. Zudem gibt die rutschfeste Oberfläche Sicherheit Duschfläche Geberit Setaplano

und erfüllt die Anforderungen für barrierefreies Bauen, was bei der Auswahl ein wichtiges Kriterium darstellte. Die Oberfläche von Setaplano ist sehr robust, pflegeleicht und hygienisch. Kleine Macken und Kratzer, lassen sich einfach auspolieren. Für Reinigungsfreundlichkeit steht auch der Ablauf mit einem Kammeinsatz, der mit einem Handgriff entnommen und gesäubert werden kann. Das System wird im Werk bereits vollständig abgedichtet und bleibt so viele Jahre lang im Badezimmer dicht. Auch der ausgewählte Waschtisch macht täglich Freude: Das klare Designstatement zur konsequent puristischen Formensprache bietet ausserdem Vorteile bei der Hygiene und Reinigungsfreundlichkeit. Dank der Spezialglasur KeraTect® bleibt der Waschtisch dauerhaft schön und pflegeleicht. Geberit KeraTect® sorgt für einen langjährigen Schutz der Keramikoberfläche und ist nahezu porenfrei und extrem glatt. Dadurch wird sie kratzfest und schmutzabweisend sodass scharfe Putzmittel nicht nötig sind. KeraTect® wird bei den meisten Geberit Keramiken eingesetzt, so auch bei den Geberit Dusch-WCs.

FACTS Innovation beruht auf nachhaltigem Nachdenken Geberit schafft Lebensqualität – mit innovativen Produktlösungen, umfassendem Know-how und konsequenter Nachhaltigkeitsorientierung – über sämtliche Produkte, Bereiche und Prozesse hinweg. Wer verantwortungsvoll baut, baut nachhaltig. Deshalb setzt Geberit seit jeher auf umfassend nachhaltige Produkte, die höchste Standards erfüllen – und stellt damit innovative Systemlösungen für nachhaltiges Bauen bereit. Geberit verfügt über eine umfassende Palette von Produkten, die als nachhaltige Sanitärlösungen gelten und mit niedrigem Energie- und Wasserverbrauch sowie mit ökologisch verträglichen Materialien zu mehr Lebensqualität beitragen. Auch Schallschutz oder die problemlose Entsorgung der Produkte gehören zu einem verantwortungsvollen Produktdesign.

Dass sich das Ehepaar wohlfühlt in seiner neuen Badestube, beweist das dezente und liebevolle Styling, welches genau auf die Farbigkeit des neuen Raumes abgestimmt ist. Das Endresultat lässt schnell den Staub und den Lärm vergessen, den der Umbau zwischenzeitlich verursachte. Das Warten und der Einsatz haben sich gelohnt. Das schlichte Design und die hervorragende Qualität der Produkte versprechen anhaltendes Wohlgefühl. E

Geberit Xeno2 Waschtisch und Unterschrank

Geberit Vertriebs AG Schachenstrasse 77 CH-8645 Jona www.geberit.ch www.geberit-aquaclean.ch

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Die nachhaltigste

Eventlocation der Welt

> F체r 20 bis 4000 Personen > 7 Seminarr채ume > 1 Arena > 500 Parkpl채tze

Patronat: Kanton Aargau. Mit Unterst체tzung der W. Schmid Projekte AG. Hauptpartner:

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FACTS Unternehmen

Die BUC Bau- und Umweltchemie AG wurde 1994 als unabhängiges Institut gegründet. Kernkompetenzen bilden Messungen und Beratungen rund um das Raumklima und Schadstoffe. Rund 13 000 Projekte, sowohl im Neubau als auch im Sanierungsbereich, wurden während der zwei Jahrzehnte, mithilfe der BUC-eigenen GI-zertifizierter Ständeratssaal

Datenbank, analysiert und bewertet.

BESSER ATMEN, MEHR ERREICHEN

Dienstleistungen

Das Gütesiegel GI GUTES INNENRAUMKLIMA zeigt, wo die Luft messbar rein ist. Heutzutage verbringen die meisten Menschen ca. 90 % ihres Lebens in immer dichteren Innenräumen: Wohnung, Schule oder Arbeitsplatz sollen daher ein möglichst angenehmes Raumklima haben, das die physische und mentale Leistungsfähigkeit unterstützt und die Lebensqualität der Nutzer steigert. Eine gesunde Raumluft ist schadstoffund emissionsfrei. Dies erfordert eine gesamtheitliche Betrachtung der physikalischen, chemischen und biologischen Faktoren. Grundsätzlich sollen sich möglichst alle Bewohner einfach wohlfühlen. Wie erreicht man eine gesunde Innenraumluft?

Eine konsequente Begleitung während der Planungs- und Bauphase ist wichtig. Denn nicht jedes innovative und technisch taugliche Material ist auch für den Menschen gesundheitlich unbedenklich. Bauprodukte, auch die für ihren Herstellungsprozess verwendeten Substanzen, müssen auf ihren Schadstoffgehalt geprüft werden. Ebenfalls elementar: Verbaute Materialien können in Kombination ein völlig anderes Verhalten zeigen, als bei isolierter Betrachtung. Hier liefert die BUC Datenbank mit rund 13 000 unter-

suchten Projekten zuverlässige Analysen. Sicherheit gibt das Gütesiegel GI GUTES INNENRAUMKLIMA®, ein international anerkanntes Label, das hohe Anforderungen an die Qualität der Raumluft stellt. GI GUTES INNENRAUMKLIMA setzt eine Bewertung von ca. 100 verschiedenen chemischen Schadstoffen voraus, wie sie üblicherweise in Innenräumen vorkommen. Auf diese Weise kann sich kein schädlicher Einzelstoff hinter einem guten Gesamtergebnis verbergen. Raumluftmessungen dienen der Qualitätskontrolle am Ende einer Baumassnahme. Sie sind die Garantie dafür, dass die Vorgaben für ein unbedenkliches Raumklima eingehalten wurden. Gemessen wird auch in Situationen, in denen die Bewohner über gesundheitliche Beschwerden oder Geruchsbelästigungen klagen. E

• R  aumluft-, Emissions-, Klimamessungen, Messungen nach Brandschäden • H  ygieneinspektionen • S  chadstoffanalysen, Sanierungen Asbest, PCB, PAK, Schimmelpilze, Radon • B  auökologische Begleitung, Materialprüfungen, GI, MINERGIE ECO, SGNI, SNBS

Patrik Neuhäusler Geschäftsführer

Thurgauerstrasse 60 8050 Zürich T.+41 44 440 72 11 F.+41 44 440 72 13 Gerechtigkeitsgasse 80 3011 Bern T. +41 31 550 49 50 F. +41 31 550 49 51 buc@raumlufthygiene.ch www.raumlufthygiene.ch www.gutes-innenraumklima.ch

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Quelle: freshhaus

Messe für Bauen Wohnen und Garten

19. – 22.9.2019 Messe Luzern Do Fr 10 – 18 Sa So 10 – 17

Donnerstag Eintritt gratis


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NATÜRLICHE FARBEN VON THYMOS – ERLEBEN SIE DEN UNTERSCHIED ! FACTS

Qualtät und Kompetenz

Die 1987 gegründete THYMOS AG mit Sitz in Lenzburg verbindet seit mehr als 30 Jahren natürliche und traditionelle Anstrichstoffe mit professionellem Service und kompetenter Fachberatung. Natürliche Farben und Lacke bieten hervorragende Lösungen für die gängigen Oberflächen auf Putz und Holz im Innen- und Aussenbereich. Und dies sowohl in der modernen Architektur wie auch im historischen, Villa mit reiner Silikatfarbe renoviert

Natürliche Anstrichstoffe ermöglichen ansprechende Farbgestaltungen auf hohem Qualitätsniveau, ohne Mensch und Umwelt unnötig mit Problemstoffen zu belasten.

Bata Park in Möhlin mit echter Mineralfarbe

und entwickeln unser Angebot und unsere Produkte laufend im Hinblick auf Qualität und Nachhaltigkeit.

Immer in Ihrer Nähe

Besuchen Sie uns an einem der vier Standorte und profitieren Sie von unserer fachkundigen Beratung und der grossen

Gläserne Transparenz

Der neue Anstrich spielt in der Gestaltung von Wohnräumen und Fassaden eine wichtige Rolle. Anstriche bringen Anmut, Freude und Farbe in den Alltag und schützen die vorhandene Bausubstanz vor Alterungseinflüssen. Damit die Freude ungetrübt bleibt, sollte ein Neu- oder Renovationsanstrich möglichst natürlich sein und keine Schadstoffe freisetzen.

Für all unsere Produkte stehen Volldeklarationen sämtlicher Inhaltsstoffe und technische Unterlagen auf unserer Homepage zur Verfügung. Natürliche Anstrichstoffe garantieren bei richtiger Verarbeitung und sinnvollem Einsatz wohngesunde und dauerhafte Anstricherfolge und begeistern durch Anmut und Schönheit. Hinsichtlich Qualität und Dauerhaftigkeit setzen Oel- und Mineralfarben heute die Standards.

Zukunftsweisende Entwicklung

Ihre Wände werden zu neuem

Kunststoffe als Bestandteile von Anstrichstoffen sollten ursprünglich Probleme lösen, statt welche zu verursachen. Doch unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass es die natürlich nachwachsenden Rohstoffe sind, die dieses Versprechen einlösen. Wir produzieren Farben für Gebäude und für Menschen, die darin leben und arbeiten. Unsere Produkte verbessern das Raumklima und das Wohlbefinden der Nutzer. Sie erhalten und steigern den Wert von Gebäuden. Vom Rohstoff über die Herstellung, Verarbeitung, Nutzung bis zum Unterhalt – wir optimieren

Entdecken Sie die harmonische und sinnliche Farbigkeit natürlicher Pigmente, die samtig weiche Oberläche eines geölten Tisches, die Tiefe und Leuchtkraft einer mineralischen Fassadenfarbe. Gehen Sie auf neuen Wegen mit einem geölten Parkett oder einem mit Steinöl behandelten Unterlagsboden. Erleben Sie das besondere Licht- und Schattenspiel einer mit Kalkputz veredelten Wandfläche. Schaffen Sie ein erfrischendes Raumklima mit atmungsaktiven Mineralfarben. Erleben Sie den Unterschied! E

Die Wahl der richtigen Farbe

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Leben erwachen

Hanspeter Niggli Geschäftsführer

THYMOS AG 5600 Lenzburg, Niederlenzer Kirchweg 2 3014 Bern, Militärstrasse 34, 8409 Winterthur, Rümikerstrasse 44 6010 Kriens, Dattenmattstrasse 14 Tel +41 62 892 44 44 www.thymos.ch Info@thymos.ch

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FRISCHE BRISE FÜR EINE NACHHALTIGE LERNFÄHIGKEIT IN SCHULZIMMERN In Schulhäusern hat die Dichte der Gebäudehülle einen Einfluss auf die Raumluftqualität und damit auf die Lernfähigkeit der Schüler. Diese kann durch eine Umsetzung der richtigen Massnahmen um 7 bis 15 % gesteigert werden. Bei zwei Drittel der Schulzimmer sind Massnahmen nötig.

Anhand des Indikators CO2 kann die Raumluftqualität in Schulzimmern gemessen, bewertet und daraus direkte Rückschlüsse abgeleitet werden, was zu tun ist. Mittlerweile liegen zahlreiche Untersuchungen aus verschiedenen Ländern vor, die stets denselben Befund ergaben: Die Raumluftqualität ist in den meisten Schulzimmern ungenügend. Die in den Arbeitsgesetzen, Bau- und Lüftungsnormen festgeschriebenen Werte werden nicht eingehalten. So auch in der Schweiz. Dies hat eine repräsentative Untersuchung des Bundesamtes für Gesundheit BAG zur Lüftung in Schweizer Schulen gezeigt. In zwei Dritteln der Schulzimmer ist die Luftqualität ungenügend. Auch mit einer Fensterlüftung können die an Arbeitsgesetz geforderten Luftqualitätswerte und auch die Komfortwerte meist nicht eingehalten werden. Der Schweizerische Verein für 56

Nachhaltiges BAUEN 2019

Luft- und Wasserhygiene (SVLW) unterstützt mit Partnern aktiv die Kampagne des BAG «Frische Luft für wache Köpfe» und damit ein schrittweises Vorgehen zu «TOP-Luftqualität in Schulzimmern». Es geht um die Zukunft unserer Kinder. Mit der Verbesserung der Luftqualität ist eine Steigerung der Lernfähigkeit und Leistung von 7 bis 15 % möglich. Packen wir es gemeinsam an: Eltern, Lehrer- und Schülerschaft, Schul- und Baubehörden, aber auch Architekten und Planer sind aufgerufen zu: Top Luftqualität in Schulzimmern. Dabei gibt es drei Schwerpunkte: 1. Neubauten

2. Sanierungen

3. Massnahmen im Bestand

Die Anforderungen bezüglich Luftqualität, Licht, Lärm und Lebenszyklus sollten durch die Schul- und Baubehörden klar definiert und eingefordert werden. 1. Bei Neubauten und Sanierungen ist gemäss SIA 180 ein Lüftungskonzept zwin-

gend zu erarbeiten und mit der Baubewilligung einzureichen. Das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich z.B. verlangt dabei eine systematische Variantenanalyse. Die Auswirkungen auf den Betrieb der Schulbehörde sind dabei verständlich aufzuzeigen. Beispielsweise muss eine Fensterlüftung nach einer Sanierung mit dichten Fenstern viel bewusster vom «Luftwart» betätigt werden. Bewusstes, korrektes Lüften ist nur mit CO2-Anzeige möglich. Das BAG-Simulationstool www.simaria.ch bietet eine Abschätzungshilfe. 2. + 3. Die Stadt Chur hat im Musterzimmer Giacometti die Sanierung gesamtheitlich geplant, durchgeführt und ausgewertet: Die Mehrkosten mit einer energieoptimierten bzw. integralen Lösung sind ca. 1/3 höher. Damit wird aber nicht nur eine Energieoptimierung erreicht, sondern, was für ein gutes Schulklima wichtiger ist: die Lernfähigkeit wird mit dem Einbau der Lüftung enorm gesteigert (Pollen, Aussen-


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FACTS

Start

Nein 1. Berechnen mit simaria.ch

BAG Kampagne März 2019

JA

Frische Luft für wache Köpfe

2 von 3 Schulzimmer sind ungenügend 7-15 % Lernsteigerung möglich. Hand-

LCH-Checkliste Situationsanalyse

Raumvolumen und Unterrichtszeiten i.O.

Schulbehörde instruiert Lehrer

lungsbedarf bei 66'000 CH-Schulzimmer. Mehr zum Raumklima

Verantwortlichkeit klären - Anfrage

In 3 Schritten 1'000 TOP Schulzimmer!

gute Werte

2. Messen und Nachweisen

Der Verein eco-bau hat die wesentlichen Faktoren zusammengetragen, die das Innenraumklima beeinflussen. Auf ihrer Website findet man einen Überblick sowie

Sanierung Gesamtkonzept mit Baubehörden

3. Sanierung Kauf - Miete mit Nachweis

Nein CO2-Werte über 1400 ppm

Nein

ein Pdf und eine Liste mit Firmen, die Raumluftmessungen durchführen. www.eco-bau.ch/Themen Das gesunde Innenraumklima wird

Lüftungskonzept mit "Standard"-Lösung während Ferienzeit

weitgehend im Standard Minergie-Eco abgebildet. Konkrete Hinweise befinden sich im Vorgabenkatalog: www.minergie.ch/zertifizieren/eco Mehr zu Luftqualität

Luft ist eine Lebensnotwendigkeit. Wir

lärm, Behaglichkeit). Betrachtet man nur die dadurch erzielten Energieeinsparungen in Bezug auf Strom und Heizkosten, neutralisieren sich diese bei einer Amortisation von 20 Jahren. Von den heutigen 1-2 % Neubauten und Sanierungs-Raten ausgehend, dauert es bis ins Jahr 2050 bis zwei von drei Schulzimmern gut und energieeffizient gelüftet sind. Deshalb lanciert der SVLW mit anderen Vereinen und Firmen den Aktionsplan.

sundheitsbarometer durch. Welche Schlüsse ziehen Sie daraus? • Für die Kosten eines Schulbuches (50 Fr. pro Schüler und Jahr) bietet die Wirtschaft eine kostengünstige dezentrale Lüftung an. Gemäss Studien ist dies eine einfache, kostengünstige Massnahme, um die CO2-Emissionen zu senken. • Handeln Sie rasch. Dank Standards mieten oder kaufen Sie eine kostengünstige Lösung.

Welche 1'000 Schulzimmer bieten

3. Verbessern und produktiver werden

Top-Luftqualität?

1. Messen und bewusster lüften

• Bestellen Sie kostenlos bei «LUNGE ZÜRICH» ein Messgerät für ca. eine Woche und werten Sie es mit den Schülern aus. • Kaufen Sie einen mobilen wisely carbon sense für 194 Fr. inkl. einfacher Datenübertragung (mit Gutscheincode SVLWLUFT bei www.brack.ch). • Verlangen Sie Unterstützung* für Ihre Messkampagne «TOP-Luftqualität» und werten Sie Ihre Klassenräume aus. 2. Checken und handeln

• Gehen Sie die Checkliste LCH-Ge-

haben keine Wahl, welche Luft wir atmen. Der SVLW ist ein Fürsprecher für gesunde Raumluft und unterstützt die Erarbeitung von Gesetzen, Normen und Richtlinien. Er ist der kompetente Ansprechpartner in der Gebäudetechnik zur Raumluft-Qualität und sorgt mit seinem Zertifikat für fachmännisch geplante, gebaute und betriebene Anlagen.

• Für Wohlbefinden und hohe Lernbereitschaft sind gute Verhältnisse wichtig (Licht, Lärm, Luft, Gestaltung und flexible Nutzung). • Viele Schulzimmer sind veraltet und sollten rasch an zukünftige Anforderungen angepasst werden. • Wir unterstützen Sie durch Kontakte an wichtige Berater in Ihrer Nähe. E Schulzimmer mit TOP-Luftqualität - bitte melden - als Beitrag zu «Frische Luft für wache Köpfe». *Weitergehende Informationen siehe svlw.ch/ TOP-Luftqualität oder unter meineRaumluft.ch Für Fragen wenden Sie sich an info@svlw.ch, beratung@lunge-zuerich.ch, info@LCH.ch

Schweizer Verein Luft- und Wasserhygiene Dorfbachstrasse 22 CH-8805 Richterswil www.svlw.ch info@svlw.ch

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«IN DER GEBÄUDEHÜLLE STECKT VIEL NACHHALTIGES POTENZIAL.»


Gebäudehülle & Innenausbau

DER GEBÄUDEHÜLLE KOMMT EINE ENORME BEDEUTUNG ZU Der Gebäudepark mit rund 2,3 Millionen Gebäuden ist in der Schweiz für rund 40 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich und verbraucht rund 50 Prozent der Energie. Dabei entfallen zehn Prozent auf die Baumaterialien und Bauprozesse und 40 Prozent auf den Betrieb. Wenn die Energiestrategie 2050 des Bundes, die durch eine eidgenössische Abstimmung durch das Volk legitimiert wurde, umgesetzt werden soll, geht dies nicht ohne verstärkte Investitionen im Bestandesbau. Um die im Betrieb des Gebäudeparks verbrauchte Energie zu senken und damit die Ziele bis 2050 erreichen zu können, muss die aktuelle Sanierungsrate von 0,7 Prozent auf drei bis vier Prozent angehoben werden. Wichtige Aufgaben

Im Wesentlichen sind drei Massnahmen sinnvoll, um den Energieverbrauch der Gebäude im Betrieb zu senken, nämlich die Verringerung des Energieverlustes, der Ersatz von CO2-produzierenden Heizungen und die Eigenproduktion von Energie. Die Gebäudehülle spielt für zwei dieser drei Massnahmen die wichtigste Rolle. Die sanierten Gebäude sollen nicht nur weniger Energie verbrauchen, sondern im Gegenteil einen Teil der im Gebäude verbrauchten Energie selber wieder produzieren. Beides sind Aufgaben, die in der Gebäudehülle angesiedelt sind. Eine hochwertige Dämmung der Gebäude wird in Zukunft eine weitaus wichtigere Rolle spielen als in der Vergangenheit. Um die geforderte Nachhaltigkeit erzielen zu können, müssen die eingesetzten Materialien nicht nur einen möglichst guten Dämmwert haben (sonst werden Berge von Dämmmaterial verbaut, die später zurückgebaut werden müssen), sondern es müssen weitere Elemente in der Auswahl berücksichtigt werden. Dazu gehört die Graue Energie, die – dank generell sinkendem Energieverbrauch im Betrieb – beim Bau an Bedeutung gewinnt. Sie macht bei Neubauten oft mehr aus als die gesamte Betriebsenergie über die Lebensdauer eines Gebäudes. Umweltfreundliche und lokale Baumaterialien sind der Schlüssel zur Reduktion der grauen Energie. Weiter sind die Stoffkreisläufe zu beachten. Baumaterialien die nach dem Einsatz rezykliert und wieder in den Einsatz gebracht

werden können, sind solchen vorzuziehen, die verbrannt werden müssen. Noch besser ist der Einsatz von Materialien, die ohne grosse Aufbereitung demontiert und wieder verwendet werden können. Somit ist eine mechanisch fixierte Gebäudehülle sämtlichen geklebten Systemen überlegen. Hier sind noch grosse Entwicklungsmöglichkeiten. Im NEST Forschungsgebäude der EMPA werden solche Materialien und Bauprinzipien erforscht und ausgetestet. Ästhetisch und nachhaltig

Neben der Reduktion des Energieverbrauchs von Gebäuden im Betrieb ist die Produktion von ökologischer Energie in Zukunft Pflicht. Dies ist die zweite Aufgabe, in der die Gebäudehülle in Zukunft eine wesentliche Rolle spielen wird. Selbstverständlich gibt es eine Vielzahl von möglichen Energieproduktionen, allerdings ist die Erzeugung von Solarstrom und allenfalls Solarwärme die in den meisten Fällen am einfachsten und effizientesten zu erreichende Lösung. Dank neuer Module eignen sich fast sämtliche Fassaden und Dächer heute für den Einbau von Photovoltaikanlagen. Dabei sind die hässlichen, karierten Elemente heute kein Thema mehr. Eine fast unbegrenzte Anzahl von Farben, Oberflächenstrukturen und Formen stehen dem Gebäudeeigentümer und seinem Architekten zur Verfügung um die Gebäudehülle ästhetisch und nachhaltig zu gestalten. In der Gebäudehülle steckt viel Potenzial, um die Herausforderungen der Zukunft nachhaltig zu lösen, ohne dass der persönliche Komfort und die Ästhetik darunter leiden müssen. Packen wir es an! E

Dr. André Schreyer, Geschäftsführer Gebäudehülle Schweiz, verfügt über ein Chemiestudium mit Doktorat und ein Gymnasiallehrerdiplom Fachrichtung Chemie. Er zeichnet sich durch seine grosse Erfahrung im Bauhaupt- und Baunebengewerbe aus. www.gh-schweiz.ch

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Gebäudehülle & Innenausbau

KLASSISCHE MALERKULTUR WIEDERBELEBT Farben begleiten die Kulturgeschichte des Menschen seit den Höhlenbewohnern und zeugen von der Beständigkeit dieser Naturprodukte – Zeit dafür, dies zu würdigen. Sei es beim Neubau oder einer Renovation, der Anstrich setzt den letzten Akzent auf das entsprechende Bauprojekt, gewissermassen als MakeUp. Es ist meist der ästhetische Aspekt, der in erster Linie bewertet wird; dabei steckt hinter der Äusserlichkeit der Farbgestaltung wesentlich mehr. Vor allem sind es Dinge, die bei der Frage der Behaglichkeit weit über das optische Wohlgefallen hinausgehen und die Befindlichkeit und sogar letztlich die Gesundheit betreffen.

Lösungsansatz angehen. Diesem Ansatz begegnet man, wenn man bei historischen Gebäuden, die lange vor dem Aufkommen der chemischen Industrie errichtet und gestaltet wurden, sich wundert, wie farbgetreu, wenn vielleicht auch etwas gebleicht, diese alten Anstriche wirken, während auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein Bau aus dem Jahr 2010 hässliche Schlieren und vereinzelt schimmlige Flecken sowie fahle Farben aufweist.

Umso zentraler wird die Problematik der Farbgestaltung, weil sich zur Frage der Nachhaltigkeit auch diejenige zur Gesundheit gesellt. Glücklicherweise lassen sich beide Probleme mit dem gleichen

Beide Komponenten einer Farbe, das Bindemittel und die Pigmente, wurden im Laufe der vorindustriellen Entwicklung perfektioniert, wobei man sich nur aus dem natürlichen Angebot bedienen

Klassische Oelfarben, Nachwachsend oder Vorhandener Rohstoff

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Nachhaltiges BAUEN 2019

konnte. Setzt man sich die Nachhaltigkeit zum Ziel, findet man in der historischen Erfahrung die besten Referenzen. Für «dittlimaler ag» sind die natürlichen Rohstoffe in vielerlei Hinsicht konkurrenzlos. Bindemittel müssen den Wettereinflüssen trotzen und einen dauerhaften Schutz für die darin eingebrachten Farbpigmente bieten. Aus Mineralien hergestelltes sogenanntes Wasserglas verflechtet sich mit der steinernen Unterlage, ist anschliessend wasserunlöslich, gewährleistet aber einen guten Austausch von Wasserdampf. Es bringt auch die Farbpigmente zu besonderer Geltung. Auch die mineralischen Farbpigmente sind alternativlos; die Farben der Natur


Gebäudehülle & Innenausbau

FACTS Nach der Übernahme des Geschäfts «dittlimaler» 2016 und dem Eintrag als AG setzt René Frick auf ein ökologisches Leitbild. Bei der Wahl der Produkte pflegt er einen engen Kontakt mit Fachleuten der Baubiologie. Alle betrieblichen Abläufe sind so weit optimiert, dass ihm die Stadt Uster eine Auszeichnung für sein Engagement um die Nachhaltigkeit verlieh. Selbst den Fahrzeugpark hat er dieser Vorgabe unterworfen (u.a. ein Transport-eBike). 10 Mitarbeiter/innen und 3 Lehrlinge unterstützen ihn, diese Handwerkskultur neu zu beleben. Erste Preise bei Innovationswettbewerben Farbigkeit verleiht einem Gebäude seine Identität – Jahrzehnte Farbgarantie nur mit Natursteinpigmenten, das sich seit Jahrtausenden abzeichnet

des Schweizer Maler- und Gipserverbandes motivieren die Firma den eingeschlagenen Weg zu verfolgen. «dittlimaler ag» steht hinter der Überzeu-

sind in einer reichhaltigen Palette eingefangen und können leicht durch Mischungen nuanciert werden. Einmal im Bindemittel eingebracht bewahren sie ihre Farbkraft Jahrzehnte (oder wenn sie an chinesische Porzellanvasen denken: Jahrtausende).

Ein Raum definiert sich nicht nur durch seine Geometrie, sondern durch seine Lebensqualität die wir ihm vermitteln.

Eigenen Versuchen mit diesen Grundstoffen schenkt «dittlimaler ag» viel Aufmerksamkeit, um für verschiedene Kundenbedürfnisse und unterschiedliche Unterlagen optimale Resultate zu erzielen. Darauf aber beschränkt sich der Aufwand nicht: Die Naturfarben werden insofern noch gewürdigt, als sie in klassischer Malertradition mit Pinsel und Bürste eingearbeitet werden. Erst so lässt sich ihr Potential auszuschöpfen. Die Würde, die einem Gebäude (wieder) gegeben werden soll, verlangt deshalb eine hohe Qualität in der Verarbeitung und entsprechende handwerkliche Fähigkeiten.

Im sorgsamen Umgang zeigt sich der Respekt nicht nur gegenüber dem Projekt sondern auch gegenüber der Natur. Dieser umfasst natürlich auch die Frage des Recyclings und der Entsorgung. Da mit mineralischen (und manchmal auch organischen) Naturprodukten nichts Synthetisches in den Kreislauf zurück gegeben wird, ist Nachhaltigkeit nicht nur optimiert sondern perfektioniert. Was für Fassaden gilt, hat noch höheres Gewicht in Innenräumen, in denen wir einen Grossteil unseres Lebens verbringen. Sie haben direkten Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden. So wie wir unsere eigenen Bedürfnisse entwickeln sollten wir bereit sein, der Umwelt die gleichen Ansprüche zuzugestehen und entsprechend zu handeln.

gung, dass die Rückbesinnung auf das klassische Malerhandwerk mit reinen natürlichen Rohstoffen nicht nur eine Vergangenheit sondern auch eine vielversprechende Zukunft hat. Die optischen und funktionalen Vorzüge bringen ein breites Spektrum an Gestaltungsmöglichkeiten, längere Lebensdauer und belasten weder das Raumklima noch bieten sie Probleme bei der Entsorgung.

René Frick, Eidg. dipl.Malermeister

Anstriche sind also nicht nur MakeUp sondern professionelle Kosmetik an der Haut von Gebäuden. E

dittlimaler ag Neuwiesenstrasse 9a 8610 Uster T. +41 44 940 50 70 kontakt@dittlimaler.ch WWW. dittlimaler.ch

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Gebäudehülle & Innenausbau

EM ECOWIN INITIATIVE «SAVE ENERGY – SAVE MONEY» Interview mit Willi Wild, Energieberater EM ecowin Was bringt einen Elektrogrossisten wie Elektro-Material AG dazu, in

Stromeffizienz zu investieren und ein

rein privates Förderprogramm wie EM ecowin zu ermöglichen?

Erstens die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen und energieeffizienten Lösungen aus dem Markt, zweitens die passenden und immer intelligenteren Produkte aus unserem Sortiment, die Stromeffizienz ermöglichen, sowie auch ein gestiegenes firmeninternes Bewusstsein und eine erhöhte Verantwortung gegenüber der Umwelt. Was bremst Stromeffizienz wirklich heute noch?

Ein Teil ist die Bequemlichkeit jedes Einzelnen, an den alten energiefressenden,

aber noch funktionierenden Lösungen festzuhalten. Ein weiterer Punkt ist auch die Unkenntnis gegenüber den neuen technischen Möglichkeiten. Wie gehen die Schweizerinnen und

Schweizer mit dem Thema Stromeffizienz um?

Sanfter Zwang wie mit dem Verbot der Halogen-Leuchtmittel hilft sicher (Willi Wild schmunzelt). Die neuesten Zahlen des Bundesamts für Energie BFE im Monitoring-Bericht vom November 2018 zeigen, dass wir das Zwischenziel eines verminderten Stromverbrauches im Jahre 2020 gemäss der Energiestrategie 2050 erreichen werden. Es besteht aber noch grosser Handlungsbedarf bezüglich Information und Motivation zum

Energiesparen beim Heizen im Vorzeigeprojekt «Live» Heerbrugg

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ersten Punkt der Energiestrategie 2050 – der Energieeffizienz. Wie kann man von Energieeffizienzprojekten profitieren?

Man lernt bei gleichem oder sogar gesteigertem Komfort, die Energierechnung zu halbieren. Ökonomie geht Hand in Hand mit Ökologie. Was sind die Erwartungen an einen Energieberater?

Ein Energieberater verfügt über aktuelle Kenntnisse der verfügbaren energieeffizienten Produkte. Er weiss Bescheid über Fördermöglichkeiten. Dies erreicht er mit einer permanenten Weiterbildung im Bereich Energieeffizienz. Gerade weil das Thema der Energieeffizienz sehr um-


Gebäudehülle & Innenausbau

FACTS Das EM ecowin Prinzip

Der Elektroinstallateur bietet seinen Kunden vor Ort eine stromeffiziente Energieberatung an. Damit erhält er gleichzeitig Zugang zum EM ecowin Fonds und somit zu den Förderbeiträgen. Durch seine Vermittlung profitieren Kunden vom EM ecowin Förderprogramm bei der Umsetzung stromeffizienter Projekte und von Vergünstigungen bei stromsparenden Geräten. Elektroinstallateure können dabei als Unterstützung einen geschulten EM ecowin Energieberater der Elektro-Material AG beiziehen. In 3 Schritten zur Förde-

Energieeffizientes Lichtkonzept in der Sonne Seuzach

fassend ist, kann kaum ein Einzelner alle Aspekte abdecken. Deshalb ist ein Netzwerk mit Fachspezialisten nötig, um auch schwierige Fälle lösen und koordinieren zu können. Welche Energiespar-Potenziale können einfach genutzt werden?

Im Bereich der Beleuchtung können Energiespar-Potenziale sehr schnell und einfach durch den Wechsel auf LED-Leuchten und Leuchtmittel sowie die Verwendung von Sensoren wie Bewegungs- und Präsenzmeldern realisiert werden. Des Weiteren hilft die Berücksichtigung des verfügbaren Tageslichts in Kombination mit Kunstlicht, Kosten zu sparen. Beim Vorzeigeprojekt «Live» in Heerbrugg zeigen eine clevere Gebäudeautomation, bei der die Heizung ab Display einzeln gesteuert wird, oder die Storensteuerung via Wetterapplikation – um nur zwei Möglichkeiten zu nennen –, wie insbesondere bei Neubauten die Energieeffizienz verbessert werden kann.

rung von Stromeffizienz:

denen Käufer unserer Produkte profitieren können. Obwohl wir als Grossist nicht an den Endkunden liefern, sondern an unsere Elektroinstallateure, wird der EM ecowin Beitrag direkt an den Endkunden ausbezahlt. Mit rund 300 bewilligten Anträgen konnten und können wir einen kleinen, aber nicht unwichtigen Beitrag zur Erreichung der Ziele der Energiestrategie beitragen. E

1

Anmeldung Ihres Projekts bei EM ecowin

2

Ermittlung des Einsparpotenzials beim Stromverbrauch

3

Einreichung des EM ecowin Antrags

Melden Sie Ihr Projekt gleich mit einem einfachen Formular an: e-m.info/048

Willi Wild EM ecowin Energieberater

Welche Bedeutung haben Fördermassnahmen wie die EM ecowin

Initiative von Elektro-Material AG?

Wir sehen unsere Initiative als Anstosshilfe und Schwellenabbauer. Ganz konkret arbeiten wir mit handfesten finanziellen Vorteilen in Form von Gutschriften, von

Elektro-Material AG Heinrichstrasse 200 8005 Zürich Tel. +41 44 278 11 11 Fax +41 44 278 11 91 energieberatung@elektro-material.ch www.elektro-material.ch

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Gebäudehülle & Innenausbau

WIR SETZEN IHRE IDEEN UND KONZEPTE MIT LIEBE ZUM DETAIL UM Seit 1917 ist die Schwab AG am Schweizer Innenausbaumarkt aktiv. Das prägt. Sowohl den Markt, welchen wir stets mit viel Innovation mitgestaltet haben, als auch uns selbst. Eine konsequente Kundenorientierung half uns, das Leistungsangebot stetig weiterzuentwickeln. Forschend und erfinderisch, leistungs- und qualitätsorientiert. Letztlich ist es die Qualität, die sich durchsetzt. Eine hundertjährige Firmengeschichte ist Beleg dafür. Was bedeutet nachhaltiges Bauen? Seit Beginn unseres Firmenbestehens war Nachhaltigkeit ein grosses Thema. Das Bauwesen hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Wünsche der Bauherren und der Architekten wurden immer anspruchsvoller und kreativer. Räume müssen sinnvoll eingeteilt und genutzt werden und sollten so einige Bedürfnisse abdecken können. Unsere Produkte zeichnen sich durch Ihre Vielfältigkeit und Anpassungsfähigkeit aus. Wir bieten verschiedene Sys-

teme an. Diese sind so konstruiert, dass wir auf die Kundenwünsche eingehen können. Zum Beispiel mit unserem System Schwab 63 erhalten Sie ein attraktives und durchdachtes Raumtrennsystem SWISS MADE für alle Anwendungen. Schwab 63 reiht sich nahtlos ein in die bewährten Eigenentwicklungen Schwab 20, Schwab 52 und Schwab 98 sowie zahlreichen Spezialanfertigungen. Alle Schwab Systeme sind untereinander kompatibel. Die drei Optionen Basic, Silence und Fire EI30 und EI60 unterscheiden sich in ihren Eigenschaften, nicht aber in ihrer Optik. Die Eigenschaften werden definiert durch das mittig liegende dritte Glas. Dieses zusätzliche Element erzielt entweder einen erhöhten Schalldämmwert oder aber die Brandschutzklasse

EI30 und EI60 in der Konstruktion. Auch bezüglich Montage sind wir anpassungsfähig. Unsere Trennwandsysteme kennen kein Ablaufdatum und sind somit auch noch nach Jahren erhältlich und ergänzbar. So können wir eine Langlebigkeit garantieren. Weder Wiederaufbau noch Ergänzungen bereiten unseren gut geschulten Montageequipen Probleme. Die Zusammenarbeit mit den verschiedensten Lieferanten ist eine der wichtigsten Aufgaben. Wir können auf eine langjährige und gute Kooperation mit unseren Lieferanten zurückgreifen, was für alle Parteien von Vorteil ist. Denn nur so können wir von guter Qualität und von kurzen Wegen sprechen. Eine gute und vorausschauende Planung ist damit möglich. Dies ist in der heutigen Zeit von grosser Bedeutung. So können unnötige


Gebäudehülle & Innenausbau

FACTS Schwab AG Das Familienunternehmen Schwab AG, gegründet im Jahre 1917 beschäftigt heute 52 Mitarbeiter. Die Firma befindet sich immer noch am selben Standort wie bei der Gründung in Bern. Zusätzlich eröffnete das Unternehmen im Jahre 2014 ein Verkaufsbüro in Montreux. Darauf folgten im 2015 die Verkaufsbüros in Egerkingen und Inwil. Diese Aufstellung, ermöglicht es der Firma, die ganze Westschweiz, Zentral- und Ostschweiz abzudecken. Denn so können wir unsere Stärke, das Beraten von Kunden zu 100 Prozent garantieren. Die Schwab AG, hat sich in den letzten Jahren in diesen drei Hauptbereichen weiterentwickelt: Trennwandsysteme Raum-in-Raum-Systeme Innenausbau Gerne beraten wir Sie persönlich.

Sonderfahrten und zusätzliche Mannsstunden eingespart werden. Zudem können wir eine pünktliche und prompte Lieferung gewährleisten.

haben wir stets den Anspruch, für jeden Raum ein angenehmes Klima zu schaffen und ein hohes Mass an Funktionalität sicherzustellen.

Seit 2012 ist die Schwab AG SWISS-Label zertifiziert. Auf diese Zertifizierung sind wir sehr stolz. Denn sie animiert uns, auf unsere Wertschöpfungskette zu achten. Mit den Naturprodukten Holz und Glas setzen wir mit unseren Trennwänden nicht nur optisch schöne Highlights, sondern auch im akustischen Bereich heben sich unsere Wände hervor. Das Produkt Glas, ein oft eingesetztes und nicht mehr wegzudenkendes Bauprodukt, ermöglicht uns, helle und lichtdurchflutete Räume zu gestalten, die zwar offen wirken, aber trotzdem Rückzugsmöglichkeiten bieten. Holz vermittelt Wärme und Stabilität und zeigt uns immer wieder, wie mächtig und stark die Natur ist. Zugleich ist sie aber auch so zerbrechlich und vergänglich. So

Wir setzen uns dafür ein, nachhaltiges Bauen zu fördern und mitzugestalten. Es liegt damit in unserer Verantwortung, dass unsere nächsten Generationen davon profitieren können. Nur so gehen wir mit der Zeit und sind in der Lage, auch weiterhin in der Schweiz zu produzieren. Über all die Jahre haben wir alles darangesetzt, unsere ganze Innovationskraft in die Eigenentwicklung ausgereifter Trennwandsysteme zu stecken. Mit dieser Motivation gehen wir in unsere Zukunft. E

Rolf Schwab CEO

Schwab AG Untermattweg 13 3027 Bern Tel. 031 990 30 30 www.schwabag.ch

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Gebäudehülle & Innenausbau

ZIELGENAU KONFIGURIERBARES BRETTSPERRHOLZ Im Angebot von tragenden Holzbauelementen geht Lignotrend den Weg, Massivität und Robustheit mit Materialeffizienz und höchster Qualität bei Echtholzoberflächen zu kombinieren. Dabei entsprechen die LIGNO Brettsperrholz-Rippen- und Kastenelemente anspruchsvollen Nachhaltigkeitskriterien wie Ökologie, Baubiologie, Lebenszyklus und Funktion nach den strengen Massstäben von natureplus®. Ab 2019 sind die Elemente auch bezüglich ihrer individuellen Konfigurierbarkeit für alle Gebäudeklassen voll standardisiert. Neben durch zahlreiche Prüfungen belegten Kennwerten bei Brandschutz, Schallschutz und Erdbebensicherheit überzeugen Holzbauten made of Ligno ausserdem mit Ästhetik und guter Raumakustik. So wenig wie möglich, so viel wie nötig

Individuelle Konfigurierbarkeit der Bauteile made of Ligno bedeutet, dass auf bautechnische Vorgaben und Gestaltungsideen der Planer präzise reagiert werden kann. Bauherren können sicher sein, dass nicht jedes mögliche „Talent“ eines Bauteils zwangsweise mitgekauft

werden muss, wenn es die Bauaufgabe gar nicht erfordert. So wird Massivholzbau sinnvoll, materialeffizient und wirtschaftlich. Die Querschnitte der tragenden Lignotrend-Brettsperrholzelemente werden modular zusammengesetzt. Für die in Geschossdecken eingesetzten BSP-Rippenelemente bedeutet dies beispielsweise: In der Basisausführung hat der Grundkörper eine geschlossene Gurtplatte mit 30 min Feuerwiderstand sowie raumseitig eine endfertige Holzoberfläche in Sichtqualität. Für erhöhte Feuerwiderstände bis REI 90 werden bei Bedarf Zusatzlagen zwischen der Gurtplatte und den Stegen eingefügt.

Je nach Anforderung können im Konfigurationsprozess weitere Kompetenzen hinzugefügt werden. Zum Beispiel eine akustisch wirksame Ausführung der Elementunterseite mittels Akustikprofil oder Bereiche für zusätzliche Installation, oberseitig als Rost für die Leitungsführung quer zum Element oder als unter der Brandschutzebene liegende Längskanäle, die z. B. auch Einbauspots aufnehmen können. Brandschotts sind dann nur bei Durchdringungen erforderlich, geprüfte Lösungen wurden mit dem Bautechnologie-Konzern Hilti entwickelt. Um grosse Spannweiten frei zu überbrücken, werden bei der Konfiguration die Stege höher dimensioniert und ein zusätzlicher Obergurt hinzugefügt. Im Dach sind so bis zu 18 m freie Spannweite möglich. Vielseitiges Design

Geschosswohnungsbau-Pilotprojekt made of Ligno: Bei den beiden viergeschossigen Mehrfamilienwohnhäusern im Riedpark in Lauchringen zeigt Lignotrend, was mit konfigurierbarem Brettsperrholz in der modernen Holzbauarchitektur möglich ist. Lignotrend/Foto & Design, Waldshut-Tiengen

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Nachhaltiges BAUEN 2019

Die Lignotrend-Fertigung ist spezialisiert auf die Produktion von Elementen mit hochwertigen Sichtoberflächen in Echtholz. Die wohl bekannteste und beliebteste Holzoberfläche ist die helle, elegante Weisstanne. Die Qualität der astfreien Fläche setzt Massstäbe in der Innenarchitektur. Aber auch weitere Holzarten sind möglich, etwa astfreie Eiche oder Lärche sowie die ästige Arve. Weil es bei fast allen Bauaufgaben sinnvoll ist, werden die Elemente sehr häufig ab Werk mit raumakustisch wirksamer Oberfläche hergestellt, mit integriertem Akustikabsorber aus natürlicher Holzfaser. Die Oberfläche wird dann profiliert, von filigran mit schmalen Leisten bis grob mit breiten Holzstreifen.


Gebäudehülle & Innenausbau

FACTS Lignotrend Je nach Bauwerksanforderung können dem Brettsperrholz-Element im Konfigurationsprozess mehr und mehr zusätzliche Kompetenzen hinzugefügt werden, die es für den individuellen Bedarf optimal ausrüsten.

Das Unternehmen Lignotrend mit Sitz in Weilheim-Bannholz (Südschwarzwald, D) produziert seit 1992 einzigartige Brettsperrholzelemente für den modernen Holzbau. Dies geschieht auch unter Verwendung von Schweizer Holz. Sie werden europaweit im Wohnungsbau und im kommunalen/gewerblichen Objektbau eingesetzt. Lignotrend beschäftigt aktuell 120 Mitarbeiter und hat eine Produktionskapazität von 200 000 m² Elementfläche pro Jahr. Die Produktpalette des Unternehmens erstreckt sich über Lösungen für Konstruktion, Innenausbau und Fassade - von tragenden Wand-, Decken- und Dachelementen über Akustikpaneele bis hin zu Dämmständern und Fassadenplatten. Lignotrend ist für seine Produktinnovation und hohe Qualität bekannt. Sicheres Bauen bei freier Planung ist mit den Produkten des Unternehmens uneingeschränkt möglich. Bei der Produktentwicklung stehen daher architektonische Klasse und beste bauphysikalische Eigenschaften (Raum-

Deckenbauteile made of Ligno können nicht nur die erhöhten Schallschutz-Anforderungen an Wohnungstrenndecken erfüllen, sondern dämpfen effektiv störende Gehgeräusche. Sie überzeugen ausserdem mit Ästhetik, gesundem Raumklima und guter Raumakustik. Bilder: Lignotrend/Foto & Design, Waldshut-Tiengen

akustik, Schallschutz, grosse Spannweiten) klar im Fokus. Gesundheitliche und ökologische Unbedenklichkeit sowie langfristige Funktionalität und Wertbeständigkeit sind

Ganz neu für Weichholzoberflächen verfügbar ist die Profilierung Ligno Akustik 3D, bei der die Leisten nicht nur in der Breite, sondern auch in der Höhe differieren. Es ergibt sich eine dreidimensionale Oberfläche, in der sich die Lebendigkeit des Naturmaterials Holz auf eine ganz neue Art manifestiert. Der Vorteil der Integration von Gestaltung und Raumakustik ins tragende Holzbauteil: Es ist kein weiterer Innenausbau notwendig. Heute schon Herausforderungen von morgen meistern

Mit Bauteilen made of LIGNO können heute schon Baustandards von morgen berücksichtigt werden – zum Beispiel, was die Schalldämmung betrifft.

Hier erfüllen Deckenbauteile nicht nur die erhöhten Anforderungen an Wohnungstrenndecken, sondern minimieren nebenbei auch die noch oft vernachlässigte tieffrequente Trittschallübertragung: Der geprüfte Bauteilaufbau dämpft effektiv störende Gehgeräusche. Moderner Holzbau etabliert sich. Es ist inzwischen selbstverständlich, auch Gebäude mittlerer Höhe mit hohem Sichtholzanteil zu realisieren – dementsprechend anspruchsvoller sind die Aufgaben der Bauteile. Was immer Architekten und Fachplaner in moderner Massivholzbauweise umsetzen wollen: Mit Lignotrend haben sie grösstmögliche Konzeptionsund Gestaltungsfreiheit. E

die zentralen Bestandteile der Produktphilosophie – zertifiziert nach den strengen Regeln des natureplus® e.V.

Kompetenzzentrum Lignotrend Schweiz Holz & Funktion AG Kreuzmatt 2 CH-6242 Wauwil T +41 41 94 13 09 info@lignotrend.ch www.holzfunktion.ch

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«GEMISCHTE TEAMS SCHAFFEN DEN NOTWENDIGEN MEHRWERT.»


Weiterbildung

ENERGIESTRATEGIE 2050: WERDEN WIR NUN AUCH NACHHALTIGER BAUEN? Die Energiestrategie 2050 will den Verbrauch senken, die Effizienz erhöhen, die Abhängigkeit von fossiler Energie reduzieren und erneuerbare Energien stärken – ohne das Wort Nachhaltigkeit zu erwähnen. Und trotzdem steht es im Mittelpunkt. Am 21. Mai 2017 hat das Schweizer Volk mit einer Mehrheit von 58,2 Prozent der Energiestrategie 2050 zugestimmt. Primär geht es dabei um einen grossen Umbau unserer Energieversorgung: weg von fossiler, hin zu erneuerbarer Energie. Nachhaltigkeit kommt als Begriff nicht direkt vor, ist aber indirekt darin eingeschlossen. Der Verbrauch lässt sich durch intelligente Technik wie gute Dämmung, bedarfsgerechte Regelung des Komforts oder durch die Reduktion der eigenen Ansprüche reduzieren. Die Effizienz ist wiederum fast ausschliesslich ein technisches Thema: Durch effiziente Energieumwandlungsformen, wie dies beispielsweise bei Wärmepumpen der Fall ist, kommen wir dem Ziel näher. Lokal gewonnene, erneuerbare Energie in Form von solarer Einstrahlung rundet das Bild ab. Hiermit sind wir mitten im Bauprozess: Photovoltaik auf dem Dach, eine gut gedämmte Hülle und die Energieumwandlung mit einer Wärmepumpe sind alles Technologien, die in ausgereifter Form zur Verfügung stehen. Diese technischen Lösungen allein genügen jedoch nicht, um im Gesamtkontext nachhaltiges Bauen zu erreichen. Der Aspekt «Mensch» darf keinesfalls vergessen werden

Soll das Unterfangen der Energiestrategie 2050 gelingen, braucht es neben der Technik vor allen Dingen Menschen, die Kreisläufe verstehen und die auch bereit sind, diese in der Praxis umzusetzen. Es geht beim nachhaltigen Bauen nicht nur um die Investitionskosten, sondern zusätzlich um die Betriebskosten und die Aufwendungen, die nach der Betriebsphase zur Umnutzung oder dem Wiederverwenden notwendig sind. Hierbei sind nicht Einzelkämpfer gesucht, sondern Menschen, die ge-

meinsam nach der besten Lösung suchen. Jeder versteht seine Fachdisziplin bestens, hat aber allein nicht den Überblick für die Gestaltung eines nachhaltigen, energieeffizienten Bauwerks. EN Bau, eine Kooperation der fünf Fachhochschulen der Deutschschweiz (BFH, FHNW, HSLU, HTW und ZHAW), steht für Energie und Nachhaltigkeit und bildet seit 2007 Baufachleute in eben diesen Bereichen – Energie und nachhaltiges Bauen – weiter. Die Teilnehmenden kommen aus allen Fachrichtungen der Baubranche: Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure, Immobilienfachpersonen, Investoren und die öffentliche Hand. In interdisziplinären Teams werden Lösungen erarbeitet, die neben der architektonischen Qualität des Bauwerks und dessen Einbettung in den Raum, auch das menschliche Zusammenspiel sowie finanzielle und technische Aspekte beleuchten. Dies kann in den EN Bau Weiterbildungen geübt und später in der Praxis umgesetzt werden. Gefragt sind ganzheitlich überzeugende Ergebnisse

Die CAS-Leiterinnen und -Leiter garantieren durch ihre Verankerung in der Praxis und der angewandten Forschung und Entwicklung eine Weiterbildung, die auf dem neusten Stand der Erkenntnisse steht – sei dies in Modulen über die Bauphysik, im Umgang mit heterogenen Teams oder in der Bewirtschaftung von Immobilien. Wir sind überzeugt, dass erst die Zusammenarbeit in gemischten Teams den notwendigen Mehrwert für das nachhaltige Bauen ergeben. Es muss nicht eine Spitzenleistung in einer Disziplin erreicht werden, sondern ein ganzheitlich überzeugendes Ergebnis über das gesamte Bauwerk. E

Jürg Bichsel Prof. Dr. Dipl. El. Ing. ETH, Leiter Institut Energie am Bau, FHNW, Leitung Weiterbildung an der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik, Präsident EN Bau. www.fhnw.ch, www.enbau.ch

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Weiterbildung

NACHHALTIG BAUEN DURCH MEHR FACH- UND SELBSTKOMPETENZ Die Umsetzung der Agenda 2030-Nachhaltigkeitsziele ist in der Schweiz unbestritten. Darin enthalten ist auch die Forderung, das Wohlbefinden respektive die Gesundheit zu fördern.

FACTS Das Bildungszentrum Baubiologie

bietet seit zwei Jahrzehnten Bildungsangebote im Bereich des gesunden und nachhaltigen Bauens (GNB) an. Wichtiges Ziel ist es, das GNB zum integralen Bestandteil von jeglicher Bautätigkeit werden zu lassen. Das Eduqua-zertifizierte Bildungszentrum bietet u.a. einen berufsbegleitenden Lehrgang an, der sich an Planer/-innen und Handwerker/-innen richtet. Während 27 Kurstagen vermitteln Fachleute aus der Praxis Wissen für eine Baukultur im umfassenden Sinn. Der Kurs kann innerhalb

Insbesondere im Bauwesen sind die Voraussetzungen gegeben, dazu einen wesentlichen Beitrag leisten zu können. Um dies zu erreichen ist aber ein erhöhtes Verantwortungsbewusstsein für gesunde und nachhaltige Bauwerke im umfassenden Sinn nötig. Investoren und Nutzerinnen haben grossen Einfluss

Investoren können einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie beim Bau oder Erwerb einer Liegenschaft eine umfassende und längerfristige Sichtweise einnehmen. Qualitativ gute und für das Wohlbefinden der Nutzenden optimale Räumlichkeiten sind langfristig rentabler. Nebenbei leistet die Wahl langlebiger Materialien einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen und zur Reduktion der Abfallmenge, die notabene zu 65 Prozent durch die Bauwirtschaft verursacht wird. Nutzerinnen und Nutzer verbringen 80 bis 90 Prozent ihrer Lebenszeit in Wohnungen, Büros und Werkstätten. Deshalb stellt das Verhalten der Menschen den ausschlaggebenden Faktor für die Energieeffizienz von Gebäuden dar. Die Ziele der Agenda 2030 (SDG Sustainable Development Goals) und der 2000-Watt-Gesellschaft können nur durch das optimale Zusammenspiel von Planung und Betrieb, das heisst von Planenden und und NutzerInnen erreicht werden. Deshalb ist es zentral, dass beispielsweise die Bewohnerinnen und Bewohner über die bestehenden Energiesparmöglichkeiten 70

Nachhaltiges BAUEN 2019

aufgeklärt werden. Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie sehr sie durch ihr Verhalten den Energieverbrauch einer Liegenschaft beeinflussen.

eines Jahres absolviert und mit einem eidgenössischen Fachausweis abgeschlossen werden. Dieser ist einzigartig in der Schweiz. Mit der Einführung des ersten Diplom-

Baufachleute und Laien sensibilisieren

Den Planern und Handwerkern muss bewusst sein, dass sie durch ihre persönliche Haltung Bauwillige für zukunftsfähiges Bauen gewinnen können. Oft fehlt ihnen aber neben dem aktuellen Wissen zur Umsetzbarkeit einer nachhaltigen Baukunst das Bewusstsein, wie sehr die eigenen Werthaltungen die Kundschaft beeinflussen. Bau-Laien können vermehrt für eine nachhaltige Bauweise sensibilisiert werden. Den Fachleuten kommt die Aufgabe zu, die Kunden auf die Umsetzungsmöglichkeiten einer gesunden und nachhaltigen Bauweise aufmerksam zu machen. So können sie beispielsweise die Vorteile erneuerbarer Energien ohne CO2-Ausstoss oder die Wirkung schadstofffreier Anstrichstoffe in Wohnräumen aufzeigen. Die Reflexion der persönlichen Lebensführung in Kombination mit dem Wissen über die Gesamtzusammenhänge sind wichtige Voraussetzungen, auch für gesellschaftliche Veränderungen. Um diese Fähigkeiten zu entwickeln, gibt es diverse berufsbegleitende Weiterbildungsangebote, zum Beispiel beim Bildungszentrum Baubiologie. Fachleute mit fundierten Fachkenntnissen über eine gesunde und nachhaltige Bauweise sowie einer hohen Selbstkompetenz werden in den nächsten Jahren sehr gefragt sein. E

kurses mit eidgenössischem Abschluss zum/-r Experten/-in für gesundes und nachhaltiges Bauen ab 2020 wird das Angebot ausgebaut. Der Kurs wird die Themen des bestehenden Lehrgangs vertiefen und zusätzliche Themen behandeln. Das Angebot ermöglicht Unternehmen zudem Nachhaltigkeit auch in die Unternehmensführung und -kultur zu integrieren. Es ist die Zusammenarbeit mit Hochschulen sowie mit im nachhaltigen Bauen bereits erfolgreichen Unternehmen geplant.

Dr.Thea Rauch-Schwegler ehem. wissenschaftliche Mitarbeiterin des D-ARCH der ETH Zürich, ist Präsidentin des VR und Dozentin beim Bildungszentrum (www.baubio.ch/bildung) sowie Inhaberin von www.rauchconsulting.org.

Bildungszentrum Baubiologie Binzstrasse 23 8045 Zürich Tel. 044 451 01 01 bildungszentrum@baubio.ch www.bildungszentrumbaubio.ch


Gesundes und nachhaltiges Bauen

Modulare Weiterbildung BaubiologIn mit eidg. Fachausweis www.baubio.ch

Foto: AndrĂŠ Huber, Wettingen

fordert umfassende Kompetenzen und Knowhow.


Ausgabe Juli 2018

klimafreundlich

SCHWEIZ 2018

DAS JAHRBUCH FÜR NACHHALTIGKEIT, ÖKOLOGIE UND LIFESTYLE

Mai 2019 I CHF 18.–

DIE TOP SCHWEIZER UNTERNEHMEN FÜR DIE NACHHALTIGKEIT

NACHHALTIGES

BAUEN

Oktober 2018 | CHF 18.–

NACHHALTIGES INVESTMENT SCHWEIZ 2019

Die Jahrbücher für Nachhaltigkeit, Ökologie und Lifestyle UTK MEDIA

energiezukunft

Dezember 2018

Schweiz 2019

Jahrbuch für unsere Energie von morgen

UTK Media GmbH Sonnenstrasse 8 CH-9434 Au T +41 71 966 60 80 info@utk.ch

UTK Media GmbH Berneckerstrasse 15 9434 Au Harald Fessler T +41 71 744 94 90 Geschäftsleitung Tinfo@utk.ch +41 79 631 50 21 harald.fessler@bluewin.ch www.utk.ch www.utk.ch


Agenda

AGENDA

2019

JUNI

OKTOBER

12. Juni

24. Oktober

28. November – 1. Dezember

Energiespeicher: Grundlagen und

Dämmung 4.0

Bauen+Wohnen

Bern Dieser Tageskurs bringt die Teilnehmenden auf den aktuellsten Stand. Telefon 031 381 24 80 www.energie-cluster.ch

Zürich Die Kombination verschiedener Dämmstoffe, um eine optimale Dämmung eines Gebäudes zu erreichen Telefon 031 381 24 80 www.energie-cluster.ch

Bern Profis für Küche, Bad, Haus und Garten zeigen Ideen und neue Produkte für Neubau, Renovation und Wohnen. Telefon 056 204 20 20 www.baumesse-bern.ch

NOVEMBER

2020

Vertiefung

19. Juni

Tageslicht-Symposium 2019

Horw Plattform für den Austausch zwischen Architekten, Planern, Industrie und Forschung Telefon 041 349 33 99 www.hslu.ch/licht

SEPTEMBER

5. November

Kadertag Gebäudetechnik

Baden Save the date: Das Programm wird noch bekannt gegeben. Telefon 031 381 24 80 www.energie-cluster.ch 14. November

5.-8. September

Bauen & Modernisieren

Zürich Seit 50 Jahren ist die Baumesse Inspirationsquelle für Hauseigentümer, Neubauplanende, Architekten und Praktiker am Bau. Telefon 056 204 20 20 www.bauen-modernisieren.ch

Energiespeicher: Grundlagen und Vertiefung

Zürich Dieser Tageskurs bringt die Teilnehmenden auf den aktuellsten Stand. Telefon 031 381 24 80 www.energie-cluster.ch 28. November – 1. Dezember

19.-22. September

Bauen+Wohnen

Luzern Die Messe zeigt die ganze Vielfalt rund ums Bauen, Renovieren und Wohnen. Telefon 056 204 20 20 www.messe-luzern.ch

Bau+Energie Messe

Bern Messe mit Kongress für energieeffizientes Bauen und Sanieren, modernen Holzbau und erneuerbare Energien Telefon 056 204 20 20 www.bau-energie.ch

JANUAR 14.-18. Januar

Swissbau

Basel Leitmesse der Bau- und Immobilienwirtschaft MCH Messe Schweiz (Basel) AG Telefon 058 200 20 20 www.swissbau.ch

MÄRZ 20.-22. März

Immo Messe Schweiz

St. Gallen Immobilienmesse für Eigentum, Umwelt, Energie, Bau und Renovation Telefon 071 242 04 44 www.olma-messen.ch (alle Angaben ohne Gewähr)

Nachhaltiges BAUEN 2019

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international

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Nachhaltiges Bauen 2019  

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