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Ausgabe Juni 2016

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SCHWEIZ 201

DAS JAHRBUCH FÜR NACHHALTIGKEIT, ÖKOLOGIE UND LIFESTYLE DIE TOP SCHWEIZER UNTERNEHMEN FÜR DIE NACHHALTIGKEIT


www.volkswagen.ch

Überzeugt auf kurz und auf lang.

Der neue Passat GTE Variant Plug-In-Hybrid. Mit bis zu 1’000 km Reichweite. Jetzt Probe fahren. Der neue Passat GTE Plug-In-Hybrid kombiniert die Leistung eines Verbrennungsmotors mit der Effizienz eines Elektroantriebs. Mit einer Reichweite von 50 km rein elektrisch und einer Gesamtreichweite von bis zu 1’000 km erreichen Sie all Ihre Ziele. Mehr Informationen unter www.volkswagen.ch

Passat GTE Variant, 218 PS (160 kW), Energieverbrauch in l/100 km: 1.7 (kombiniert), Energieverbrauch in kWh: 12.9 (kombiniert), Benzinäquivalent: 3.1 l, CO2-Emissionen: 39 g/km (kombiniert), CO2-Emissionen aus der Stromproduktion 14 g (Durchschnitt aller verkauften Neuwagen 139 g/km), Energieeffizienz-Kategorie: A. LeasingPLUS beinhaltet die Fahrzeugleasingrate wie auch die Dienstleistungen Service und Verschleiss, Reifen und Ersatzwagen sowie Versicherungen. Gültig für die Neuwagenmodelle der Marke Volkswagen bei Finanzierung über AMAG Leasing AG, Baden-Dättwil. Ausgeschlossene Fahrzeuge: direktimportierte Fahrzeuge. Die Kreditvergabe ist verboten, falls sie zur Überschuldung des Konsumenten führt. Änderungen vorbehalten.


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Der neue Passat GTE: Plug-in-Hybrid ohne Kompromisse Volkswagen elektrisiert: Nach dem Golf GTE folgt jetzt das nächste Volumenmodell mit Plug-in-Antrieb. Diesmal setzt der deutsche Automobilhersteller den neuen Passat GTE unter Strom. Mit ihm debütiert ein Geschäfts- und Privatwagen einer neuen Generation – Zero-Emission-Vehicle und Langstreckenreisewagen zugleich.

Stressfrei Die Strecken zwischen den Metropolen Europas verbindet der Passat GTE in vielen Fällen ohne Tankstopp. Denn bei gefülltem 50-Liter-Tank und maximaler elektrischer Ladung ergibt sich eine Reichweite von über 1000 Kilometern – damit schafft der Passat GTE zum Beispiel die Strecke von Amsterdam nach Paris und zurück ohne Nachtanken. Darüber hinaus ist es der aussergewöhnlich hohe Reisekomfort, der den Passat GTE zum stressfreien Langstreckenfahrzeug macht. Hier sind es serienmässige und optionale Systeme wie die Automatische Distanzkontrolle ACC, die perfekte Darstellung der Fahrzeug- und Infotainmentfunktionen im Active Info Display oder die neuste Generation der adaptiven Fahrwerksregelung DCC, mit denen der Passat GTE eine Brücke in die nächst höhere Klasse schlägt.

Emissionsfrei bis zu 50 km im «E-Mode»

GTE: Seit dem vergangenen Jahr steht das markante Kürzel für Modelle mit Plug-in-Hybrid aus dem Hause Volkswagen. Mit der Kombination aus Turbobenzindirekteinspritzer (TSI) und Elektromotor ist der neue Passat nicht nur innovativ, sondern auch effizient und nachhaltig.

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Mit einer souveränen Systemleistung von 218 PS/160 kW, einem sparsamen NEFZ-Verbrauch von 1,7 l/100 km und 12,8 kWh/100 km (Variant: 12,9 kWh) sowie einer rein elektrischen Reichweite von bis zu 50 Kilometern definiert der Passat GTE in seiner Klasse einen neuen Status quo der Effizienz. Der neue Volkswagen beginnt die Fahrt unter normalen Betriebsbedingungen stets rein elektrisch und damit emissionsfrei. Dieser «E-Mode» kann zum Beispiel gegen Ende einer Reise bei der Einfahrt in eine Stadt aktiviert werden. Beim Erreichen eines minimalen Ladezustandes der Batterie oder bei einer sehr hohen Leistungsanforderung wechselt das Antriebssystem automatisch in den Mode «Hybrid». Sprich: Der «E-Mode» wird de-


klimafreundlich Über das Unternehmen:

aktiviert; der Passat GTE verhält sich jetzt wie ein klassischer Vollhybrid, der – ebenso wie im «E-Mode» – beim Verzögern via Rekuperation die Batterie lädt und je nach Antriebssituation automatisch den TSI und/oder die E-Maschine nutzt. In diesem Modus wird der Ladezustand der Batterie auf einem konstanten Wert gehalten. Mittels «E-Mode»-Taste (links vom Schaltknauf ) wechselt der Fahrer bei Bedarf manuell in den «E-Mode».

Spass im «GTE-Mode» Das sportliche Kontrastprogramm zum «E-Mode» bietet der ebenso per Tastendruck abrufbare «GTE»-Modus, in dem der Passat die maximale Systemleistung von 218 PS/ 160 kW zur Verfügung stellt; verschiedenste Parameter wie die Gaspedal- und Lenkungskennlinien sind in diesem Modus zudem dynamischer ausgelegt. Der 1,4 Liter grosse TSI-Motor steuert eine Leistung von 156 PS/115 kW bei, die E-Maschine liefert 115 PS/85 kW. Das maximale Drehmoment des Plug-in-Hybridantriebs beträgt kraftvolle 400 Newtonmeter. All diese Werte ziehen eines nach sich: ein Plus an Dynamik und Fahrspass. So beschleunigt der serienmässig mit einem eigens für den Hybridantrieb entwickelten 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) ausgestattete Passat GTE in 7,4 Sekunden auf 100 km/h (Variant: 7,6 Sekunden). Als Höchstgeschwindigkeit erreichen beide Versionen 225 km/h; im «E-Mode» sind es 130 km/h.

Die AMAG Automobil- und Motoren AG ist ein Schweizer Unternehmen. Über den Geschäftsbereich Import importiert und vertreibt sie Automobile der Marken Volkswagen, Audi, SEAT, ŠKODA und VW Nutzfahrzeuge über das grösste Vertreternetz der Schweiz – rund 1000 Händler und Servicepartner. Dazu zählen auch die über 80 eigenen Filialbetriebe. Die AMAG First AG ist zudem die grösste Porsche Handelsorganisation der Schweiz. Weiter betreibt die AMAG Gruppe in Zug einen Bentley Betrieb und eigene Occasions Center in der Schweiz. Zur AMAG gehören neben den Unternehmungen rund um das Auto auch die AMAG LEASING AG als kompetenter Finanzdienstleister und die AMAG SERVICES AG, die diverse Parkhäuser betreibt und Lizenznehmer der Mietwagenfirma Europcar für die Schweiz ist. Die AMAG Gruppe beschäftigt rund 5400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon über 710 Lernende.

Batterie aufladen im «Battery Charge»-Modus Zusätzlich zu den Modi «E-Mode», «Hybrid» und «GTE» kann über die Menüführung des Infotainmentsystems ein weiterer Modus eingestellt werden: «Battery Charge» (Batterie laden). Hierbei wird die Hochvoltbatterie während der Fahrt geladen. Im Stillstand kann die Batterie des Passat GTE auch extern über die im Kühlergrill integrierte Ladedose aufgeladen werden.

AMAG Automobil- und Motoren AG Aarauerstrasse 20 5116 Schinznach-Bad www.volkswagen.ch


klimafreundlich Editorial

NACHHALTIGER KONSUM Unser Energiehunger schadet dem Klima. Wie viel Nachhaltigkeit ist also in unserem Konsumverhalten? Bio- und Fair-Trade-Produkte, oder Dienstleistungen, wo Wert auf faire Produktionsund Arbeitsbedingungen gelegt wird, haben in der Regel ihren Preis. Sind wir als Konsumenten heute bereit für «nachhaltigen Konsum» und entscheiden uns vermehrt für Produkte von Anbietern, die sich an ethische und ökologische Standards halten? Zwar sind Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit, Regionalität oder faire Handels- und Produktionsbedingungen nur selten das alleinige entscheidende Kaufmotiv. Jedoch sind Konsumenten heute viel kritischer geworden und honorieren

soziales, gesellschaftliches und ökologisches Engagement. Corporate Social Responsibility (CSR), das freiwillige Wahrnehmen sozialer und ökologischer Verantwortung, ist dadurch vermehrt in vielen Unternehmen fester Bestandteil der Unternehmenskultur geworden. Wir, als Kunden, haben es mit unserem Konsumverhalten in der Hand, dass die Zahl der Unternehmen, die ökologische und soziale Aspekte in die Kernkompetenz ihres Geschäfts integrieren, weiter wächst. In dieser Publikation zeigen Unternehmen mit ihrem Engagement, wie sie aktiv ihre Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft wahrnehmen. Und dafür gebührt ihnen unser Dank und unsere Anerkennung. Harald Fessler Herausgeber

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klimafreundlich Inhaltsverzeichnis

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Wirtschaft & Umwelt

Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensverantwortung Jörg Schelling, Chefredaktor, UTK Media GmbH 22: AXA Winterthur 24: Nest Sammelstiftung 26: HTW Chur, Hochschule für Technik und Wirtschaft 28: Lidl Schweiz 32: Chocolats Halba 34: ClimatePartner Switzerland AG 35: Mercedes-Benz Schweiz AG 36: Oberallmeindkorporation Schwyz 37: Soda Fresh Schweiz AG

38: Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) 39: C&A Mode Umschlag: AMAG Automobil- und Motoren AG

INHALT

© p_ponomareva/Shutterstock

  7: Vorwort Didier Burkhalter, Bundesrat   9: Vorwort Christa Markwalder, Nationalratspräsidentin 2015/2016  10: Blubb Blubb Blubb* (*= herzlichen Dank in der Fischsprache) Roberto Zanetti, Ständerat des Kantons Solothurn (SP  12: Green washing – oder ehrliches Engagement? Hans-Niklaus Müller, PD Dr. phil. et Dr. rer. nat. Präsident Stiftung für Umweltinformation  14: Bewältigung des Klimawandels als Teil der Entwicklungspolitik Thomas Breu, Direktor und Markus Giger, Bereichsleiter, Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE)  16: Hirten der Erde Raimund Rodewald, Geschäftsleiter Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL)  18: Junge Generation will nachhaltiges Leben Swiss Youth for Climate  86: Chancen & Initiativen

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© monticello/shutterstock

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Entsorgung & Recycling

Etwas tun, aber nichts verändern Andreas Tonner, Geschäftsführer Recycling Coach GmbH

42: ERZ Entsorgung + Recycling Zürich 44: Stiftung Auto Recycling Schweiz 46: InnoRecycling AG


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Inhaltsverzeichnis

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Bauen & Wohnen

Die ganze Welt von Nachhaltigkeit Dr. Ralf Bellm, Verwaltungsrat, BETTR AG – activating innovation 62: HOPPE AG 64: GRUNDFOS PUMPEN AG 66: BETTR++ AG 69: Steiner AG

© zefart/Shutterstock

48 Werbung & Print

© Franck Boston/Shutterstock

© taraki/Shutterstock

70 Energie

Bessere Positionierung im Wettbewerb

Von Einbahn zu gemeinsam

Othmar Hug, Stv. Geschäftsführer Swiss Climate

Urs Rengel, CEO der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ)

50: Ostschweiz Druck AG 52: KROMER PRINT AG 54: Heidelberg Schweiz AG 56: Buchbinderei Burkhardt AG 58: Epple Druckfarben AG

72: Philips AG 74: eco2friendly – Otto Fischer AG 76: Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) 78: Repower AG 80: Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG 82: Holzenergie Schweiz 85: energie schweiz

IMPRESSUM

Erscheinung: 1x jährlich, Herausgeber: Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch; Verlag: UTK Media GmbH, Sonnenstrasse 8, 9434 Au, Tel. +41 71 966 60 80, info@utk.ch; Redaktion: Jörg Schelling, joerg.schelling@utk.ch; Anzeigenverkauf: UTK Media GmbH, Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch, Tel. +41 79 631 50 21, Pascal Tobler, Tel. +41 71 966 60 03, pascal.tobler@utk.ch; improov gmbh, Martin Hofer, 8370 Sirnach, Tel. +41 71 511 50 53, martin.hofer@improov.ch, Fachbeirat: Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c.; Titelbild: Brian A. Jackson/ shutterstock; Layout: Jörg Schelling; Korrektorat: blitzkorrekturen.ch; Koordination: international media solutions IMS AG, 9434 Au, www.imsag.ch; Druck: Ostschweiz Druck AG, 9300 Wittenbach/Kromer Print AG, 5600 Lenzburg; Buchbinder: Buchbinderei Burkhardt AG, 8617 Mönchaltdorf; Farben: gedruckt mit Epple Druckfarben, Perfect Finish non Fresh; Papier: Papyrus Schweiz, Thalwil, Umschlag: PlanoArt 300 gm2, Inhalt: PlanoArt 115 gm2, weiss. Buchbestellung: www.klimafreundlich-schweiz.ch © Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages. Das Magazin wird klimaneutral gedruckt. OBERALLMEINDKORPORATION SCHWYZ

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Besuchen Sie

die Zukunft. Die Zukunft ist näher als Sie denken. In der Umwelt Arena Spreitenbach entdecken Sie die vielfältigsten Umwelt themen von ihrer spannendsten Seite: interaktiv werden Sie durch die Ausstellung geführt und lernen spielerisch die nachhaltigsten Energien der Zukunft kennen. Themenführungen, Indoor- und Outdoor Parcours für Testfahrten, Räumlichkeiten für Events: 056 418 13 00 www.umweltarena.ch

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Eine Verantwortung für die Welt von morgen Dürren oder Überflutungen treffen die ärmsten Menschen unseres Planeten am stärksten; weltweit wurden seit 2008 über 200 Millionen Menschen von Naturkatastrophen zur Flucht gezwungen. Klimaforscher gehen davon aus, dass solche Fluchtund Migrationsbewegungen in Zukunft durch den Klimawandel verstärkt werden. Unsere Verfassung und unsere Werte gebieten uns, solidarisch und verantwortungsvoll der Not in der Welt entgegenzutreten. Im Katastrophenfall liefern wir humanitäre Hilfe. Wir sind auch vorbeugend aktiv und unterstützen Projekte, um Bevölkerungen besser vor den Folgen des Klimawandels zu

schützen. Doch um mittel- und langfristig Erfolge zu erzielen, ist ein starkes Engagement gegen den Klimawandel unerlässlich – so wie es die Schweiz beispielsweise letzten Dezember an der Klimakonferenz in Paris getan hat. Es geht um Millionen von Menschen. Es geht um die Zukunft unseres Planeten.

Didier Burkhalter Bundesrat

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Kathrin Neuhauser, Leiterin Marketing Logistikfirma

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Der nächsten Generation verpflichtet Grüne Weihnachten, weisse Ostern, tief verschneite Alpen im Mai – sind das nur Wetterkapriolen oder müssen wir uns aufgrund der Klimaveränderung damit auseinandersetzen, dass künftig Schneeflocken nicht mehr durch die Luft wirbeln, wenn Weihnachtskerzen brennen, und dass wir Ostereier unter der Schneedecke suchen müssen? Dass der Klimawandel zur Realität geworden ist, zeigt sich anhand verschiedener Indizien. Die Folgen sind zwar schleichend, regional jedoch häufig und heftig spürbar. Naturkatastrophen in Form von Dürren, Stürmen und Überflutungen haben zugenommen. Da wir wissen, dass der Klimawandel von Menschen (mit)verursacht wird, müssen wir die entsprechende Verantwortung wahrnehmen. Es gilt, auf internationaler Ebene verbindliche Klimaziele zu formulieren und diese auf nationaler und lokaler Ebene mit geeigneten Anreizen und Instrumenten zu verfolgen. Ressourcenschonende Technologien und Innovationen helfen mit, den Klimawandel zu bremsen und

seine negativen Konsequenzen einzudämmen. Doch es entstehen auch neue Opportunitäten, wie die Wachstumschancen der «green economy» uns zeigen. Doch nicht nur politisch sind wir gefordert – jeder und jede Einzelne kann und soll seinen eigenen Beitrag zur Senkung des CO2-Ausstosses und weiterer Klimagase leisten. Es ist zum Beispiel nicht kompliziert, sondern gar gesund, für kurze Strecken das Velo anstatt das Auto zu benutzen. Und es reist sich im Zug oft beschaulicher und angenehmer, als eine kurze Flugreise anzutreten. Trotz tiefem Ölpreis rechnet sich die Umstellung auf z.B. eine Pelletheizung bereits nach wenigen Jahren. Mein Motto für das Präsidialjahr lautet Respekt. Respekt haben auch unsere Umwelt und das Klima verdient. Deshalb übernehmen wir heute die Verantwortung dafür, den künftigen Generationen eine intakte (Um-)Welt zu überlassen. Christa Markwalder Nationalratspräsidentin 2015/2016

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BLUBB BLUBB BLUBB*

Bild: pu_kibun/Shutterstock.com

(*= HERZLICHEN DANK IN DER FISCHSPRACHE)

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Im Rahmen der Energiestrategie 2050 hat das Parlament auch die Förderung der Wasserkraft geregelt. Wenn Atomausstieg und Ersatz fossiler Energie gelingen sollen, muss das Potenzial der Wasserkraft optimal genutzt werden. Aber nicht um jeden Preis! 98 % des Wasserkraftstroms stammen aus 400 Anlagen mit einer Leistung von mehr als 1 MW. Über 900 kleinere Anlagen tragen bloss 2 % zur Produktion

bei. Das zusätzliche Produktionspotenzial liegt bei grossen Anlagen bei rund 2,6 TWh, bei kleineren Anlagen bei lediglich 0,1 TWh. Ein weiterer Ausbau kleiner Anlagen bringt für die Energiebilanz nichts. Aber er verursacht grosse ökologische Schäden. Die wenigen verbliebenen intakten Wasserläufe und damit der Lebensraum unserer bedrohten Fischarten würden zerstört!

Es ist deshalb ein Gebot der ökonomischen Vernunft und des ökologischen Gewissens, die knappen Mittel zur Förderung der Wasserkraft auf die grossen Anlagen zu fokussieren. Der Entscheid des Parlaments, die Förderuntergrenze für Wasserkraftanlagen bei 1 MW festzulegen, ist deshalb vernünftig. Die Fische sind uns dafür dankbar!

Roberto Zanetti Ständerat des Kantons Solothurn (SP), Mitglied der UREK-S, Zentralpräsident des Schweizerischen Fischereiverbandes

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Bild: Milosz Maslanka/Shutterstock.com

GREEN WASHING – ODER EHRLICHES ENGAGEMENT?

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Die Welt verändert sich und mit ihr unser Verhältnis zu unserer Umwelt und Natur. Längst hat sich auch die Einsicht durchgesetzt, dass sie unsere Lebensgrundlagen sind und dass wir sie zwar nutzen sollen, aber nicht übernutzen oder gar zerstören dürfen, wollen wir und unsere Nachkommen überleben können. Dennoch nehmen die Belastungen von Boden, Wasser und Luft durch Fremdund Schadstoffe stetig zu, schwinden die nur endlichen Ressourcen, nimmt die Biodiversität von Fauna und Flora ab, geht die dringend gebotene Energiewende nur schleppend voran und drohen unabsehbare Folgen des Klimawandels. Ebenso wissen wir, dass das Ziel unseres Handelns für eine zukunftsfähige und dauerhaft stabile Entwicklung auf Nachhaltigkeit beruhen muss, auf dem Ausgleich von ökologischer Unabdingbarkeit, ökonomischer Notwendigkeit und sozialen Bedürfnissen. Dabei verhält es sich wie im Wald – soll dieser erhalten bleiben, kann langfristig nur so viel geerntet werden, wie wieder nachwächst – oder im Meer – der Streit um Überfischung und Walfangquoten

darf nicht so lange andauern, bis die Tiere letztlich ausgestorben sind! Konsequenterweise müsste in der Volkswirtschaft der Grundsatz Einzug halten, nicht vom Kapital zu zehren, sondern von den Zinsen zu leben. Daraus ergibt sich ein grosser Handlungsbedarf in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Schöne Worte und glänzende Schriften genügen nicht mehr. Bekenntnisse zu Nachhaltigkeit, Energiewende und Klimaschutz auf den Internetseiten vieler Firmen sind sicher schön und beruhigend, müssen aber konsequent umgesetzt werden, sollen sie glaubwürdig sein. Mit dem Klimaübereinkommen von Paris Ende 2015 soll die Erderwärmung auf max. +2° C begrenzt, möglichst sogar bei +1° C aufgehalten werden: ein sehr anspruchsvolles Ziel, das nur durch entschlossenes und rasches Handeln erreichbar sein wird. Dazu sind wir alle aufgefordert, schon bevor uns gesetzliche Massnahmen zwingen.

Wärme/Kälte in unseren Gebäuden. Immobilienfirmen, Versicherungen und Investoren können in diesem Bereich initiativ voranschreiten und ihren Lippenbekenntnissen Tatbeweise folgen lassen: vom Green Washing zum ehrlichen Engagement! Unsere Stiftung setzt sich seit Jahren zum Ziel, diesbezüglich zu informieren, zu motivieren und zum Handeln zu bewegen. Sie betreibt dazu die Informationsplattform www.umweltnetz-schweiz.ch, unterhält eine Umweltmediathek mit vielfältigen Dokumentationen und Archiven, organisiert Exkursionen und Informationsveranstaltungen ebenso wie sie Auskünfte und Beratung erteilt … – in der Hoffnung, mit uneigennützigem und ehrlichem Engagement einen kleinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft zu leisten. www.umweltnetz-schweiz.ch www.umweltmediathek.ch www.renatour.ch www.umweltinformation.ch

Primär ist sicher der Ersatz unserer fossil befeuerten Mobilität ebenso gefordert wie die dadurch ermöglichte Hans-Niklaus Müller PD Dr. phil. et Dr. rer. nat. Präsident Stiftung für Umweltinformation

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Bild: ah_fotoboxS/Shutterstock.com

BEWÄLTIGUNG DES KLIMAWANDELS ALS TEIL DER ENTWICKLUNGSPOLITIK

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Der Dialog mit den Menschen im globalen Süden ist eine wichtige Grundlage der Forschung am Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern. Viele dieser Menschen betrachten den Klimawandel eher als langfristiges Problem. Unmittelbare Fragen wie der Zugang zu Land und Wasser, Bildung und Einkommen sind für sie jedoch dringlicher. Dennoch ist der Klimawandel vielerorts bereits spürbar geworden, zum Beispiel über vermehrte Hitze- und Trockenperioden, intensivere Starkniederschläge oder über die Verschiebung des Anbaukalenders in der Landwirtschaft. Es ist deshalb wichtig, dass wir den Umgang mit dem Klimawandel als Teil der Agenda 2030 zur nachhaltigen Entwicklung verstehen. Das heisst, die Bewältigung des Klimawandels muss als Teil der Lösung von Entwicklungsproblemen vor

Ort angegangen werden. Eine erfolgreiche Anpassung an den Klimawandel verlangt letztlich vor allem eine Stärkung der Handlungsfähigkeit von Institutionen auf verschiedenen Ebenen. Einige der erforderlichen Anpassungsleistungen müssen sehr weitreichend sein, damit Bedrohungen wie der Überflutung von dicht besiedelten Küstengebieten oder den drohenden grossräumigen Verschiebungen von Anbaugebieten begegnet werden kann. Das sind riesige Herausforderungen, bei denen neue wissenschaftliche Erkenntnisse, aber auch lokales Wissen eine zentrale Rolle spielen. Es muss nicht alles sofort geschehen. Uns ist es wichtig, die langfristigen Anpassungsprozesse zu fördern. Es braucht dazu formelle und informelle Institutionen und Regelungen, die solche Prozesse initiieren und fördern. In vielen Ländern sind solche Strukturen trotz vieler Fortschritte immer noch ungenügend. Der Unterschied

zur vergleichsweise günstigen Situation in der Schweiz ist erhellend: Wir verfügen über sehr gut ausgestattete staatliche und nicht staatliche Strukturen gepaart mit starken Forschungsinstitutionen sowie einer innovativen Wirtschaft, welche Klimaanpassungsmassnahmen effektiv gestalten. Das CDE setzt sich dafür ein, dass durch eine Zusammenarbeit zwischen Partnern im Süden und Norden das notwendige Wissen und die Fähigkeiten im Bereich Klimaanpassung gestärkt werden. Wir sind überzeugt, dass Bildung und Forschung und die Verbesserung von entsprechenden Kompetenzen sowohl im Süden wie auch in den Industrieländern eine Voraussetzung für die Bewältigung des Klimawandels darstellen.

Thomas Breu Direktor Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE)

Markus Giger Bereichsleiter Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE)

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Bild: sutham/Shutterstock.com

HIRTEN DER ERDE

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In dem als «Gaia Best Paper 2015» ausgezeichneten Beitrag «Kein Wandel ohne Macht» (Gaia 24/1, (2015): 48-56) betont Lena Partzsch die Notwendigkeit unterschiedlicher Machtkonzeptionen für eine erfolgreiche Klimapolitik. Diese beinhalten entweder gemeinsames konsensuelles Handeln (power with), Gestaltungswillen aus eigenem Antrieb (power to) oder asymmetrische Machtausübung von oben (power over). Im Nachhaltigkeitsverständnis wird hingegen das einvernehmliche «Win-win»-Ziel idealisiert, womit jedoch in der Realität die Herausforderungen des Klimaschutzes, aber auch anderer Umweltziele, etwa zur Erhaltung der Biodiversität und unserer Kulturlandschaften, kaum je erreicht werden können. Der erwähnte Artikel zeigt auf, dass für eine erfolgreiche Zielerreichung diese drei Machtkonzepte sich ergänzen müssen. So genügt we-

der der Handlungswille des Einzelnen, noch der «gute Gesetzgeber», noch die Konsenssuche der Akteure von Wirtschaft-Staat-Zivilgesellschaft alleine, um dauerhafte Veränderungen zu erreichen. Es braucht vielmehr die Kombination von allen drei Ebenen. Dort bestehen derzeit aber grosse Defizite. Der Widerstand der Zivilgesellschaft und die Aktion der Umweltverbände sind für den notwendigen Wandel ebenso unabdingbar wie der Rechtsstaat, der Fehlentwicklungen der Wirtschaft und ressourcenschädigendes Verhalten verhindern muss. Klimaschutz kann mit blossem «Win-win» nicht erfolgreich sein. Dieses führt nämlich zur ebenso weitverbreiteten wie undurchdachten Kompensationshaltung im Sinne, «ich habe ein Minergiehaus, also darf ich mir Flugreisen leisten». Vielmehr sollten wir, wie es der Soziologe Hartmut Rosa mit

dem Begriff der Entschleunigung ausdrückt, in eine andere Beziehung zu den Dingen treten und uns eine andere Art des In-die-Welt-gestellt-Seins überlegen. Das heisst neben Agieren und Reagieren auch Demut entwickeln. Letztlich sind wir Hirten der Erde. Doch das pastorale Arkadien haben wir weit von uns weggeschoben. Obwohl wir es so dringend benötigen.

Raimund Rodewald Geschäftsleiter Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL)

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Bild: rawpixel.com/Shutterstock.com

JUNGE GENERATION WILL NACHHALTIGES LEBEN

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Der Klimawandel gehört zu den grössten Herausforderungen des Jahrhunderts. Seine Folgen sind heute schon zu spüren, werden aber vor allem die kommenden Generationen beeinflussen. Das im Dezember 2015 in Paris verabschiedete Klimaabkommen will das Ausmass des Klimawandels begrenzen. Um die gesetzten Klimaziele zu erreichen, müssen den Worten aber nun Taten folgen. Dabei ist wichtig, dass jeder von uns handelt. Wir, die junge Generation, wollen ein nachhaltiges Leben führen, ohne dem Planeten mit seinen begrenzten Ressourcen und all seine Bewohner zu schaden.

eine nachhaltige Lebensweise schaffen, um die Auswirkungen des Klimawandels langfristig so gering wie möglich zu halten. Unerlässlich dafür sind die ambitionierte Reduktion von Treibhausgasemissionen durch die Transformation des Energie- und Wirtschaftssystems und der Landwirtschaft sowie der Abzug von Investitionen in fossile Energien. Dabei hat die junge Generation das Recht und die Kompetenz, in diese Entscheidungen einbezogen zu werden, weil vor allem sie unter den Folgen des Klimawandels als auch den Beschlüssen der Klimapolitik leben wird.

Gleichzeitig haben wir auch die Verantwortung, dies umzusetzen. Allerdings muss auch die Politik das stärker werdende Umdenken der jungen Gesellschaft wahrnehmen und die nötigen globalen sowie lokalen Rahmenbedingungen für

Wir, der Verein Swiss Youth for Climate, wollen den Dialog zwischen der Politik und der jungen Gesellschaft herstellen. Wir wollen sensibilisieren und uns engagieren, um das Verständnis der jungen Generation über den Klimawandel zu

stärken, diese für den Klimaschutz zu motivieren, aber vor allem in der Klimapolitik zu integrieren. Das Erreichen der Klimaziele ist eine grosse Herausforderung, gleichzeitig aber auch eine gute Gelegenheit für die Schweiz, sich in einer Vorreiterrolle zu positionieren und mit effektiven politischen Massnahmen und ihrer grossen Innovationsleistung den Klimawandel zu begrenzen. Damit seine Folgen auf die Gesundheit, die Umwelt und den Zugang zu natürlichen Ressourcen limitiert werden, sollte dabei die kreative und motivierte Unterstützung der Jugend nicht fehlen.

Autoren Swiss Youth for Climate ist eine in 2015 gegründete unabhängige Non-Profit-Organisation, die jungen Menschen in der Schweiz in der internationalen und nationalen Klimapolitik eine Stimme geben möchte.

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VORAUS

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

SCHAUEND Nachhaltige Entwicklung und Unternehmensverantwortung Verbrauchen wir unsere Ressourcen weiterhin in diesem Tempo wie heute, dann zerstören wir unsere Lebensgrundlage und die zukünftiger Generationen sowie auch die Basis unserer Wirtschaft. Deshalb gehören nachhaltige Entwicklung und Unternehmensverantwortung nah zusammen.

Bild: p_ponomareva/Shutterstock

Grosse Herausforderungen stehen an. Klimawandel, Ressourcenknappheit, die wachsende Armut und Hunger in der Dritten Welt sowie der demografische Wandel sind Themen, die auch Unternehmensverantwortliche in ihrem Handeln nicht ausblenden dürfen. Wir erleben heute bereits die Auswirkungen, beispielsweise beim Thema Klimawandel mit zunehmend extremeren Wetterlagen

mit Hochwasser, Stürmen oder Trockenheit. Dies führt nicht nur zu Ernte- oder Produktionsausfällen, sondern auch zu immer höher werdenden Schadenersatzzahlungen für Versicherer und schlussendlich wiederum zu höheren Prämien. Nachhaltigkeit und der wirtschaftliche Erfolg schliessen sich nicht aus. Im Gegenteil – Unternehmen, die ökologische und soziale Aspekte beachten, werden als vorausschauend und risikobewusst wahrgenommen, gelten als gut geführt und erzielen Vorteile im Wettbewerb. So sichern nachhaltige Unternehmensstrategien langfristig auch den wirtschaftlichen Erfolg. Zum Wohle des Unternehmens und unserer sowie zukünftiger Generationen.

Jörg Schelling Chefredaktor, UTK Media GmbH

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Die AXA übernimmt Verantwortung für die Energiezukunft Als Versicherungsgesellschaft ist es für die AXA eine Kernaufgabe, Verantwortung zu übernehmen. Die AXA sorgt für die Sicherheit ihrer Kunden in allen Lebenssituationen. Die verantwortungsvolle Art und Weise, wie sie das Geschäft ausübt, ist deshalb Teil des Geschäftsverständnisses der AXA und Voraussetzung für das Vertrauen der Kunden und Mitarbeitenden. Dieses Vertrauen bildet das Fundament für den nachhaltigen Erfolg der AXA.

Energie – Einfluss auf das Versicherungsgeschäft Die Nutzung von Energie hat Einfluss auf unser Kerngeschäft. Denn die Verwendung von fossilen Brennstoffen und der dadurch verursachte Klimawandel werden mutmasslich auch in der Schweiz zu häufigeren und stärkeren Wetterereignissen führen und grössere Schäden verursachen. Als Versicherer und langfristiger Investor liegt es daher in unserer Verantwortung, den Klimawandel in Grenzen zu halten und die Energiewende zu begleiten. Die AXA setzt den Fokus ihrer Unternehmensverantwortung darum auf das Thema Energie. Dies zeigt sich bei diesen ausgewählten Engagements der AXA: Führender Versicherer von Wasser- und Windkraftwerken Als führender Versicherer im Bereich erneuerbarer Energien versichert die AXA mehr als 200 Wasserkraftwerke und rund 20 Windkraftwerke.

Thema Energie: Fokus der Unternehmensverantwortung der AXA

100 Prozent erneuerbare Energie Die AXA bezieht ihren Strom seit 2009 aus 100 Prozent erneuerbarer Energie: 97 Prozent aus Wasserkraft und 3 Prozent aus Windkraft sowie eigenen Photovoltaikanlagen auf den AXA Bürogebäuden in Winterthur und Lausanne.


Bild: Keystone/Jan Ryser

Die AXA ist führender Versicherer im Bereich erneuerbarer Energien und versichert mehr als 200 Wasserkraftwerke.

Förderung der Elektromobilität Die AXA kooperiert mit swisscharge.ch und ermöglicht ihren Kunden den einfachen Zugriff per App auf rund 6000 Ladestationen für Elektroautos in der Schweiz und ganz Europa. Elektro- und CO2-Rabatt Die AXA fördert seit 2008 Autofahren, das die Umwelt weniger belastet. Besitzer von energieeffizienten Autos erhalten einen Rabatt von bis zu 20 Prozent auf ihre Autoversicherung. Die schon innerhalb des Tarifes begünstigten Elektroautos erhalten den CO2-Rabatt zusätzlich. Energieeffizienz- und Klimaschutzprojekte Die AXA ist seit 2008 Partnerin der Klimastiftung Schweiz. Die gemeinnützige Stiftung fördert KMU, die innovative Lösungen für den Klimaschutz entwickeln oder durch gezielte Massnahmen CO2 und Strom sparen.

AXA Winterthur Die zur AXA Gruppe gehörende AXA Winterthur ist der führende Allbranchenversicherer der Schweiz. Sie bietet ihren Kunden finanzielle Sicherheit mit einer breiten Palette von Personen-, Sach- und Haftpflichtversicherungslösungen, massgeschneiderten Lebensversicherungsund Pensionskassenlösungen sowie Bankprodukten mit Bankpartnern. Die AXA Winterthur beschäftigt über 4000 Mitarbeitende. Im Vertriebsnetz mit 277 selbständigen Generalagenturen und Agenturen sind zudem rund 2600 Mitarbeitende exklusiv für die AXA Winterthur tätig. Im Jahr 2015 erzielte die AXA Winterthur ein Geschäftsvolumen von 11,1 Milliarden Franken.

Klimaneutrale Geschäftsreisen AXA Mitarbeitende reisen seit 2014 CO2-neutral. CO2-Emissionen, die durch Geschäftsreisen – vor allem mit dem Flugzeug oder dem Auto – verursacht werden, kompensiert die AXA durch die Klimaschutzorganisation «myclimate». Nachhaltige Investitionen Die AXA beteiligt sich mit rund 78 Millionen Franken am «Impact Fund» und dem «AXA Clean Energy Fund» der AXA Gruppe. Bis 2020 will die AXA Gruppe ihre nachhaltigen Investitionen auf 3 Milliarden Euro verdreifachen.

Partner

Es ist der AXA ein grosses Anliegen, ihre Kunden und die Öffentlichkeit im Umgang mit Energie zu unterstützen und auf die Relevanz des Themas aufmerksam zu machen. Sie engagiert sich deshalb als Partnerin der ENERGY CHALLENGE 2016. Die Roadshow der ENERGY CHALLENGE 2016 gastiert in neun Energiestädten. In jeder Stadt wird ein Aktionsgelände, das sogenannte Energie-Village, errichtet. Es besteht aus einer Wohnbox, einem Fitnesspark, einem Energiespielplatz, einer Bühne sowie einem Gastronomie- und Partnerbereich. Die Bevölkerung kann bei Aktionen mitmachen und Energie erzeugen.

Benjamin Huber Leiter Umweltmanagement der AXA Winterthur Links axa.ch/verantwortung axa.ch/energy-challenge

www.axa.ch

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Nest Sammelstiftung Molkenstrasse 21 8004 ZĂźrich T 044 444 57 57 www.nest-info.ch


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Bauboom: Mehr Boden für nachhaltige Bauprojekte Negativzinsen und fehlende Renditen am Aktienmarkt steigern die Investitionen in Immobilien. Das verschärft den Kampf um Bauland. Vorteile haben für einmal Investoren, die Bauprojekte nach ökologischen und ethischen Kriterien planen und umsetzen. Die S-Bahn, Einkaufsmöglichkeiten und der Waldrand in Gehdistanz, der Arbeitsplatz in der Stadt nur eine Bahnviertelstunde entfernt: Um solche Standorte reissen sich Investoren.

Ökologie als Wettbewerbsvorteil Auch Nest investiert seit 2013 verstärkt in Immobilien. 25 Prozent der Investitionen fliessen aktuell in Immobilien, davon sind mehr als die Hälfte direkte Investitionen. Die Sammelstiftung tritt dabei als Projektentwicklerin auf und übernimmt sämtliche Rollen von der Planung über den Bau bis zur Nutzung. Im vergangenen Jahr gewann Nest mehrere Grundstücke in bester Lage – zum Teil im Wettbewerb gegen mächtigere Interessenten. Den Ausschlag gegeben hat dabei oft auch die Anlagepolitik. Nest-Immobilien müssen langfristig rentabel sein und eine überdurchschnittliche Bewertung nach ökologischen und ethischen Kriterien erreichen.

«Im Kampf um gute Baulagen wird Ökologie zum Wettbewerbsvorteil.»

Über Nest Nest ist die führende ökologischethische Pensionskasse der Schweiz. Die Sammelstiftung mit Sitz in Zürich und Genf legt die Vorsorgegelder von 19 660 Versicherten aus 3050 Betrieben an. 1983 gegründet verfügt Nest über 33 Jahre Erfahrung mit ökologisch-ethischen Kapitalanlagen und mit Inrate über eine spezialisierte Rating-Agentur. Nest verwaltet Vorsorgekapital im Wert von über 2 Milliarden Franken.

Auf lange Frist geplant Mario Schnyder, Leiter Immobilien bei der Pensionskasse Nest, sagt: «Als Projektplanerin können wir schon sehr früh mitbestimmen. Vom Standort über die Umgebungsgestaltung, die Grundrisse, die Materialien bis zur Wahl der Küchen.» Damit trägt Nest zwar die Risiken von Baubewilligung, Planung und Bauausführung, kann dafür aber mit überdurchschnittlichen Renditen rechnen. Mario Schnyder sagt: «Schöne, qualitativ hochstehende und bezahlbare Wohnungen finden auch übermorgen noch Mieter.» Aktuell stehen von den Nest-Wohnungen weniger als 1,5 Prozent leer. Mit ihren Immobilien erzielte die Pensionskasse 2015 eine durchschnittliche Bruttorendite von 4,5 Prozent. Deutlich mehr, als heute am Markt üblich.

Nachhaltigkeit bringt Verlässlichkeit Gegen andere Investoren setzt sich Nest auch durch, weil die langfristige Ausrichtung Verlässlichkeit bringt, sagt Mario Schnyder: «Für Grundstücksbesitzer ist unsere ethisch-ökologische Ausrichtung attraktiv, weil wir keine Spekulation betreiben und sie darum weniger Angst vor Überraschungen haben.»

Dr. Peter Beriger Geschäftsleiter

Mario Schnyder Leiter Immobilien

Mehr direkte Investitionen Von den rund 480 Millionen, die Nest in Immobilien investiert, sollen künftig noch mehr direkt getätigt werden. Die Pensionskasse will also noch öfter selber bauen. Peter Beriger, Geschäftsleiter der Nest, sagt, weshalb: «Direkt gehaltene Immobilien passen sehr gut zu unserer Anlagepolitik. In kaum einer anderen Anlageklasse können wir die Wirkung unserer Finanzmittel so direkt steuern wie bei Immobilien. Der ethische und ökologische Hebel ist hier sehr gross.»

Nest Sammelstiftung Molkenstrasse 21 8004 Zürich T. +41 44 444 57 57 F. +41 44 444 57 99 info@nest-info.ch www.nest-info.ch

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Gerüstet für die Energieherausforderung

Die Zukunft der Energie birgt einige Herausforderungen. Mit dem Master in Energiewirtschaft an der HTW Chur erlernen Sie Führungsqualifikationen für Tätigkeitsfelder, die mittelbar oder unmittelbar mit Energieerzeugung, -beschaffung und -vertrieb zu tun haben. Dabei sollen sowohl technische, wirtschaftliche, gesellschaftliche sowie rechtliche Inhalte berücksichtigt werden. Auf hohem Niveau wird ein Weiterbildungsangebot für Führungskräfte der Energiewirtschaft realisiert, das hilft, die strategischen und operativen Herausforderungen des liberalisierten Energiemarktes zu meistern. Dank der engen Zusammenarbeit mit den Partnern wird stets gewährleistet, dass der Master praxisorientiert ist. Partner sind das Bundesamt für Energie BFE, der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, Swiss-electric, Asut, Economieswiss sowie Erdgas. Das Studium findet in Zürich statt.

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Die Versorgung mit Energie ist eine der grössten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die Komplexität der Märkte nimmt drastisch zu. Parallel dazu entwickeln sich die Erzeugungstechnologien. Vieles ist im Umbruch. Deshalb werden gerade auch die Führungskräfte stark gefordert. Um für diese anstehenden unternehmerischen Herausforderungen im Sinne eines ganzheitlichen und vernetzten Denkens gerüstet zu sein, sind Weiterbildungen gerade für zukünftige Führungskräfte unabdingbar. Der Energiemaster vermittelt hier eine solide und ausgewogene Gesamtwissensbasis über die Energiewirtschaft inklusive Energietechnik und -handel, abgerundet durch das Energierecht. Aufbauend auf dem Basiswissen werden gemäss Karin Eggert, Studienleiterin, die aktuellen Themen und Herausforderungen der Energiewirtschaft mit den Experten fachlich erfasst, diskutiert und bearbeitet. Für Eggert steht fest, dass die Fachleute der Zukunft immer vielschichtiger ausgebildet sein müssen, um die notwendigen und zielführenden Lösungen in der Praxis entwi-


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ckeln zu können. «Somit wird zusätzliche Weiterbildung immer wichtiger in Richtung ‹lebenslanges Lernen›». Mit dem Master in Energiewirtschaft an der HTW Chur bietet die Hochschule seit einigen Jahren erfolgreich ein Weiterbildungsangebot an, welches genau jene Fähigkeiten, die Führungskräfte heute und zukünftig benötigen, vermittelt. «Nach vielen Jahren in der elektrischen Energieversorgung wollte ich meine Berufserfahrung mit zusätzlichem Know-how abrunden. Dank der HTW Chur wurde es viel mehr: Der MAS Energiewirtschaft vermittelt Kenntnisse über regenerative Energien, Energiehandel, Tarifberechnungen, Systemdienstleistungen und noch vieles mehr. Diese Ausbildung ist empfehlenswert für alle, die mit Strom oder Gas als Energieträger regelmässig zu tun haben und ein ganzheitliches Verständnis dieser für unsere Gesellschaft wichtigen Branche haben wollen.» Serge Wisselmann, Absolvent, AS Planning & Procurement Specialist, TSO Markets Planning & Procurement, Swissgrid Ltd

Ein gutes Beispiel dafür ist das Zusammenwachsen der Energiewirtschaft mit der ICT-Landschaft. Die Aufgaben, Herausforderungen und Lösungen der Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die Energiestrategie 2050 und deren Vorgaben, sind nur mit zielführenden ICT-Lösungen machbar. Solchen Lösungsansätzen wird im Energiemaster ein entsprechender Rahmen gegeben. «Manager», betont Eggert, «müssen künftig vielseitiger sein. Sie müssen neben den betriebswirtschaftlichen und technischen Kenntnissen auch zunehmend Sozial- und Managementkompetenzen haben. Sie brauchen den Überblick über die gesamte Branche in Verbindung mit angrenzenden Wissensgebieten und darum benötigen sie sowohl Expertinnen- wie auch Generalistenwissen. Die Komplexität wird weiter zunehmen, noch vernetzteres Denken ist gefordert. Die HTW Chur füllt die Rucksäcke der Managerinnen mit diesem Weiterbildungsmaster gut. In der ersten Stufe vermittelt die HTW Chur Basiswissen zu Management wie Unternehmensführung, Marketing, Entwicklung und Produktion, Personal und Organisation, Finanzen und Controlling, Volkswirtschaftslehre und Recht sowie Management-Methodik. In der zweiten Stufe lernen Sie Grundlagen zur Energiewirtschaft, Erzeugungstechnologien, Energieübertragung und -verteilung, Energiemärkte, Energiehandel, -vertrieb und -beschaffung sowie Energierecht. In denen diskutieren Sie natürlich auch Fragen zum Ausstieg aus der Kernenergie, zu erneuerbaren Energien, Brennstoffzellen, Energiespeicherung, Energieeffizienz und vieles mehr. Weitere Informationen sind ersichtlich auf: htwchur.ch/energiemaster.

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur ist eine innovative und unternehmerische Hochschule mit rund 1600 Studierenden. Sie bildet verantwortungsvolle Fach- und Führungskräfte aus. Als regional verankerte Fachhochschule überzeugt die HTW Chur mit ihrer persönlichen Atmosphäre über die Kantons- und Landesgrenze hinaus. Mit ihrer angewandten Forschung trägt sie zu Innovationen, Wissen und Lösungen für die Gesellschaft bei. Die HTW Chur bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsstudiengänge in den Disziplinen Informationswissenschaft, Ingenieurbau/Architektur, Management, Multimedia Production, Photonics, Technik sowie Tourismus an. Die HTW Chur betreibt in allen Disziplinen angewandte Forschung und Entwicklung, führt Beratungen durch und bietet Dienstleistungen an. «Recognised for Excellence» mit vier Sternen im EFQM-Modell bestätigen die ganzheitliche Entwicklung der Fachhochschule. Die Fachhochschule ist zudem ISO-9001und ISO-29990-zertifiziert. Als erste öffentliche Schweizer Hochschule ist die HTW Chur 2009 der Initiative der Vereinten Nationen für verantwortungsvolle Ausbildung im Management, den UN Principles for Responsible Management Education, beigetreten. Die Bündner Fachhochschule ist seit dem Jahr 2000 Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz. Bereits 1963 begann aber die Geschichte der HTW Chur mit der Gründung des Abendtechnikums Chur. Prof. Dr. Karin Eggert Studienleiterin MAS in Energiewirtschaft T. +41 81 286 24 32 karin.eggert@htwchur.ch

HTW Chur Hochschule für Technik und Wirtschaft Pulvermühlestrasse 57 7004 Chur T. +41 81 286 24 32 info@htwchur.ch www.htwchur.ch FHO Fachhochschule Ostschweiz

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Lidl – erster CO2-neutraler Detailhändler der Schweiz

= höchste Effizienz & Einfachheit = nachhaltiger Umgang mit Ressourcen

Internes CO2-Pricing-System

Verpflichtende CO2-Kompensation

Smart Discount

Betriebliches CO2-Managementsystem

CO2-Reduktionsziel & Massnahmen

Als Smart Discounter zählen die Effizienz und die einfachen Strukturen zu den Kernkompetenzen von Lidl Schweiz. Nur durch höchste Effizienz kann das herausragende Preis-Leistungs-Verhältnis erreicht werden. Diese maximierte Effizienz kommt gerade auf einer betrieblichen Ebene auch nachhaltig der Umwelt und dem Klima zugute. Die optimierten Prozesse sorgen dafür, dass keinerlei Logistikkilometer, Wertstoffe, Betriebsmittel, Lebensmittel oder Energie leichtfertig verschwendet werden.

Das betriebliche CO2-Management von Lidl Schweiz basiert auf dem auf Effizienz und Einfachheit ausgelegten Smart-Discounter-Geschäftsmodell und umfasst 5 Säulen. Das Energiemanagement nach ISO 50001 spielt dabei eine entscheidende Rolle: • Monitoring durch jährliche Erhebung des umfassenden CO2-Fussabdrucks • ISO-50001-zertifiziertes Energiemanagement • Ambitioniertes CO2-Reduktionsziel und konkreter Massnahmenkatalog • Verpflichtende jährliche CO2-Kompensation • Internes CO2-Pricing-System

Energiemanagement nach ISO 50001

Geschäftsmodell für die Nachhaltigkeit

Energiemanagement integriert in umfassendes CO2-Management

Jährlicher CO2-Fussabdruck

Auf dem Weg nach Morgen.

Höchste Effizienz und Einfachheit gehören mit zu den Kernkompetenzen von Lidl Schweiz. Dies kommt nachhaltig der Umwelt zugute. Mit seinem integrierten CO2Management wählt Lidl Schweiz einen umfassenden Ansatz, um die betrieblichen Umweltauswirkungen noch gezielter anzugehen und zu minimieren. Lidl Schweiz ist damit der erste Grossdetailhändler der Schweiz, welcher betrieblich CO2-neutral arbeitet.

Geschäftsmodell «Smart Discount» = Effizienz und Einfachheit

Umfassendes CO2-Management von Lidl Schweiz

Umfassender zertifizierter CO2-Fussabdruck Lidl Schweiz hat seinen betrieblichen Fussabdruck für die Jahre 2013 und 2014 analysiert. Dabei wurde bewusst auf eine möglichst umfassende Auswertung Wert gelegt. Es wurden nicht nur die üblichen Scope-1- und -2-Werte nach dem Greenhouse Gas

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Papier und Versand

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Strom 32%

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Strom

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Heizung Heizung

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Kühlmittel Kühlmittel Geschäftsfahrten Geschäftsfahrten

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Betriebliche Treibhausgasbilanz 2014

Protocol sowie die Fremdlogistik (Scope 3) berücksichtigt, sondern es wurden auch Papier, Druck und Versand, Betriebsabfälle, Wasser sowie Verbrauchs-/Betriebsmaterialien wie Paletten und Plastikfolien miteinbezogen. Lidl Schweiz arbeitet daher mit einem der umfassendsten, unabhängig geprüften betrieblichen CO2-Fussabdrücke der Branche. Der CO2-Fussabdruck wird jährlich neu berechnet.

CO2-Reduktionsziel und Massnahmen: Hohe Investitionen im Energiebereich Lidl Schweiz will bis 2020 eine weitere Reduktion von 20 % CO2 pro m2 Filialfläche erreichen, verglichen mit dem bereits effizienten Basisjahr 2013. Das Ziel soll durch eine breite Massnahmenvielfalt und hohe Investitionen erreicht werden. Dabei investiert Lidl vor allem in den Energiebereich. So rüstet Lidl Schweiz bspw. alle älteren

Energiemanagement nach ISO 50001 Der Effizienzgedanke wird auch in Energie-fragen gelebt. Lidl Schweiz hat als erster Schweizer Grossdetailhändler sein gesamtes Filialsystem nach der internationalen Energieeffizienznorm ISO 50001 zertifizieren lassen. Kernstück der Norm stellt das systematische Energiemanagement dar. Die Endabnahme durch das Prüfinstitut Dekra haben wir am 19.11.2014 erfolgreich bestanden. Ziel des Energiemanagementsystems ist es, durch ein lückenloses Verbrauchsmonitoring Transparenz im Energieverbrauch zu schaffen, gezielte Massnahmen abzuleiten und dadurch die Energieeffizienz des Unternehmens stetig zu optimieren. Im Zuge der ISO-50001-Zertifizierung wurden alle Filialmitarbeitenden zum Thema Energieeffizienz geschult und ihnen Tipps und Tricks an die Hand gegeben, wie sie in der Filiale oder auch zu Hause Energie sparen können. Um die Mitarbeitenden noch stärker einzubinden, wurde ein Ideenwettbewerb ins Leben gerufen. Jeder Mitarbeitende kann so seine Energiesparideen einbringen, um dem Unternehmen zu helfen, noch effizienter zu werden.

Neues Filialkonzept «Future Store» baut auf Nachhaltigkeit

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Filialen mit LED und Elektrowärmepumpen nach. In neuen Filialen werden nur noch LED-Leuchten, natürliche Kühlmittel, effiziente Elektrowärmepumpen sowie Kühlung mit Wärmerückgewinnung eingesetzt.

Elektro-LKW: E-Force

Um Mitarbeiter noch stärker zu motivieren, wird ein Energiewettbewerb zwischen den Filialen veranstaltet. Beim innovativen «Energie Race» geht es darum, energiebewusstes Verhalten von den Mitarbeitern in den Filialen weiter zu fördern. «Nur durch die innere Überzeugung und das freiwillige Mitwirken unserer Mitarbeitenden können wir ein langfristiges und somit nachhaltiges Energiemanagementsystem in unserem Unternehmen betreiben», meint Marco Landolt, Geschäftsleitungsmitglied von Lidl Schweiz. Lidl Schweiz setzt aber nicht nur auf CO2- und Energieeinsparung, sondern auch auf den Ausbau von alternativen Energien. So unterhält der Detailhändler bspw. eine der grössten Photovoltaikanlage der Schweiz. Die Anlage umfasst über 10 000 Module (ca. 18 500 m2) und liefert Strom für ca. 800 Haushalte (typischer Haushaltsverbrauch nach J. Nikow & S. Gasser 2007).

Förderung der E-Mobilität Als erster Detailhändler der Schweiz stellt Lidl Schweiz seinen Kunden ein Netz aus E-Tankstellen zur Verfügung. Damit können Kunden während des Einkaufs gratis ihre E-Autos und E-Bikes betanken. Der Strom kommt dabei aus der filialeigenen Photovoltaikanlage. Zudem setzt Lidl zwei E-LKW der Marke E-Force ein, welche die

Lidl Schweiz Warenverteilzentrum in Sévaz FR

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«Jährliche Investitionen in die Nachhaltigkeit im Bereich Bestandsimmobilien (exkl. Neubauten): CHF 5 bis 10 Mio.


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Filialen der Stadt Zürich und Umgebung leise und fast CO2-frei beliefern. Auch bei den Mitarbeitenden wird E-Mobilität gefördert. So können diese bei externen Terminen auf E-Autos zurückgreifen. Für die Mitarbeitenden im Warenverteilzentrum Sévaz stehen gratis E-Bikes zur Verfügung.

Video CO2-Neutralität Ein Video erklärt einfach und verständlich die CO2-Neutralität von Lidl Schweiz. Dieses ist auf der Website www.verantwortung-lidl.ch zu finden.

Erster CO2-Neutraler Grossdetailhändler der Schweiz Als erster Grossdetailhändler der Schweiz kompensiert Lidl Schweiz seinen gesamten umfassenden betrieblichen CO2-Fussabdruck. Mit seinen anerkannten Partnern Swiss Climate und South Pole Group wurde ein zum Unternehmen und dem CO2-Fussabdruck passendes Kompensationsportfolio zusammengestellt, bei welchem nur auf die qualitativ höchststehendsten Zertifikate zurückgegriffen wird. Im ersten Jahr wird für eine Summe von CHF 200 000 kompensiert. Es wurde darauf Wert gelegt, dass die unterstützten Projekte nicht nur die CO2-Reduktion beinhalten, sondern auch einen wirtschaftlichen Mehrwert für die jeweilige Community schaffen. Ebenso wurde speziell darauf geachtet, dass ein Teil des CO2 in der Schweiz kompensiert wird – mit über CHF 60 000 ist das Schweizer Kompensationsprojekt preislich gar das grösste. Lidl Schweiz verpflichtet sich, seinen Abdruck auch in den kommenden Jahren zu kompensieren.

Internes CO2-Pricing-System Für Lidl Schweiz ist die logische Folge aus der verpflichtenden jährlichen CO2-Kompensation, ein internes CO2-Pricing-System einzuführen. Dies bedeutet, dass bei Investitionskostenrechnungen zukünftig auch der Preis vom CO2 eingerechnet wird. Hier wird auf einen bedeutend höheren CO2-Preis zurückgegriffen als die reinen Kompensationskosten. Durch das Pricing-System lohnen sich Investitionen in CO2-sparende Massnahmen schneller, da deren Payback-Zeit verkürzt wird. Lidl Schweiz reintegriert damit die Externalität CO2 zurück in die betriebliche Wirtschaftsrechnung.

SwissClimate

Sustainable Business Solutions

www.swissclimate.ch

www.thesouthpolegroup.com

Erste Lidl E-Tankstelle in Dübendorf

Felix Harrer CSR & Nachhaltigkeit Lidl Schweiz

LIDL Schweiz Dunantstrasse 14 8570 Weinfelden www.verantwortung-lidl.ch

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Eine bessere Schokolade für alle Mehrwert für alle

(Auswahl von Kennzahlen 2015)

Kunde 54,6 Mio. verkaufte Einheiten Schokolade mit mindestens einem Nachhaltigkeitslabel*.

Konsument 99 % der verwendeten Kakaobohnen sind Fairtrade-zertifiziert.

Kakaobauer 1,1 Mio. USD Fairtrade-Prämien wurden an Kooperativen ausgezahlt. Chocolats Halba 57,6 % des Jahresumsatzes 2015 wurde mit nachhaltig gelabelten* Produkten gemacht. Klima & Umwelt 100 % klimaneutral produzierte Schokolade seit 2011. *Max Havelaar, Bio Suisse, Bio (USA, Canada, EU), CO2-neutral, UTZ

Petra Heid (Leiterin Nachhaltigkeit) und Daniel Böni (Leiter Beschaffung) besprechen mit dem ghanaischen Bauern die Qualität der Bohnentrocknung.

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Qualität und Nachhaltigkeit. Darauf setzt Chocolats Halba und verfolgt dabei einen umfassenden Nachhaltigkeitsansatz, der beim Kakaobauer beginnt und bei den Konsumenten aufhört. Für ihr Nachhaltigkeitsengagement mehrfach ausgezeichnet, ist die Schokoladenproduzentin davon überzeugt, dass ihr Erfolg im Ursprung liegt.

Zurück zum Ursprung Beim Gedanken an süsse Schokolade geht oft vergessen, dass am Anfang des Produktes der Kakao steht – ein Rohstoff, der zu über 90 Prozent von Kleinbauern aus Westafrika, Lateinamerika und Asien stammt. Dessen Produktion steht vor einer Vielzahl sozialer, ökologischer und ökonomischer Herausforderungen. So leben die Kleinbauern trotz steigender Kakaonachfrage in Armut, da ihre Anbauflächen von durchschnittlich zwei bis drei Hektaren zu klein sind und ein grosser Teil des Marktpreises an die Zwischenhändler geht. Die Folgeprobleme wie der Anbau in Monokulturen, die Überalterung der Plantagen oder die Kinderarbeit sind gravierend. Dass die nachfolgenden Generationen aus dem Kakaobusiness aussteigen und ihr Glück woanders suchen, überrascht deshalb nicht.

Direkt und fair Um diese Herausforderungen anzugehen, setzt Chocolats Halba ganz auf direkte und faire Beschaffung. Aus ihren Kakao-Ursprungsländern Ghana, Ecuador und Peru bezieht sie Kakaobohnen ausschliesslich direkt von Fairtrade-zertifizierten Kooperativen. In Honduras baut sie im Rahmen einer Projektpartnerschaft mit Coop und DEZA Kleinbauernkooperativen auf und stärkt diese durch Know-how-Vermittlung und direkten Zugang zum Markt. Vom direkten Einkauf im fairen Handel profitieren in erster Linie die Kakaobauern. So gehen in Lateinamerika statt wie üblich 50 bis 60 Prozent bis zu 85 Prozent des bezahlten Preises direkt an die Bauern. Zusätzlich zu einem fairen Preis zahlt Halba im Jahr durchschnittlich 1 Million USD Fairtrade-Prämien, über deren Verwendung die Bauern demokratisch entscheiden. In Ghana beispielsweise fliessen diese Gelder in ein Anti-Kinderarbeits-Projekt sowie in ein Programm zur Förderung der Frauen.


Seit 2013 ist die erste Fairtrade Edel-Schokolade mit Kakao aus dem Projekt in Honduras in den Coop-Filialen erhältlich.

Höhere Ernte dank Mischanbau In der falschen Hoffnung auf höhere Kakaobohnen-Erträge bauen Kleinbauern vermehrt in Monokulturen an. Doch bereits nach 15 bis 20 Jahren geht die Ernte zurück. Monokulturen zerstören die Bodenfruchtbarkeit und erhöhen gleichzeitig die Krankheitsanfälligkeit der Kakaobäume. Ein ganzheitlicher Ansatz ist der Kakaoanbau in Agroforstsystemen – eine Kombination von Land- und Waldwirtschaft. Chocolats Halba hat in all ihren Kakao-Ursprungsländern Agroforstprojekte lanciert. Vor Ort arbeitet sie mit den Bauern zusammen und schult sie darin, ihre Pflanzungen als Mischanbau aufzubauen. Einerseits führt diese Anbauweise mittelfristig zu höheren und stabileren Erträgen, andererseits können die Bauern durch den zusätzlichen Verkauf von Edelhölzern und Früchten ihre Einkommen massgeblich verbessern.

Klimaneutral seit 2011 Chocolats Halba arbeitet ständig daran, ihren ökologischen Fussbadruck zu verkleinern, indem sie ihre Treibhausgasemissionen möglichst reduziert. Die Verbleibenden kompensiert sie in ihrem eigenen Aufforstungsprojekt in Honduras. 2017/2018 bezieht Chocolats Halba eine neue Produktionsstätte in Pratteln BL. Dort kann der CO2-Ausstoss alleine durch die Installation einer Holzschnitzelheizung um weitere 80 Prozent gesenkt werden. Zusätzlich sind 8000 m2 Solaranlagen geplant. Ein direkter Bahnanschluss ermöglicht, dass über 50 Prozent der Ware über die Schiene transportiert werden kann.

Chocolats Halba, Division der Coop Chocolats Halba ist die Nachhaltigkeitspionierin im Schweizer Schokoladensektor. An den Standorten in Wallisellen und Hinwil verarbeitet die Schokoladenproduzentin mit 240 Mitarbeitenden Kakao aus Ghana, Honduras, Ecuador und Peru zu Premium-Produkten für Handel und Industrie. Ihre wichtigsten Exportmärkte sind Deutschland, Italien, Frankreich, Australien, China, Kanada und die USA. Hauptkundin ist die Coop Genossenschaft, in die Halba als Division integriert ist. Seit 2008 verfolgt Chocolats Halba eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie mit starkem Fokus auf direkte Beschaffung, Zertifizierung und Aufforstung im Ursprung. Mit dem Grossbauprojekt in Pratteln, was den Umzug von Chocolats Halba nach Pratteln im 2017/2018 bedeutet, bekennt sich Coop klar zum Produktionsstandort Schweiz.

Nachhaltige Schokolade im Trend Dass die Verwendung nachhaltiger Rohstoffe sowie eine nachhaltige Produktion auch für die Schokoladenkonsumenten zunehmend wichtige Aspekte sind, zeigen die Umsatzzahlen von nachhaltig gelabelten Produkten. Seit 2013 ist ihr Umsatzanteil über 75 Prozent gestiegen und macht mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes von Chocolats Halba aus. Der Kakaobauer Cecilio Sosa ist einer der Vorreiter im nachhaltigen Kakaoanbau in Honduras.

Anton von Weissenfluh CEO Chocolats Halba

Chocolats Halba Division der Coop Alte Winterthurerstrasse 1 CH-8304 Wallisellen T. +41 44 877 10 10 info@halba.ch www.halba.ch

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Klimaschutz im Supermarkt

Klimaneutral kann jeder!

Wie gross ist der CO2-Fussabdruck?

Seit über 10 Jahren unterstützt ClimatePartner Unternehmen dabei, Wachstumschancen durch freiwilligen Klimaschutz zu schaffen: indem wir ihnen helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren und auszugleichen. Mit international anerkannten Klimaschutzprojekten, die nach den höchsten Standards zertifiziert sind – wie dem Gold Standard oder dem Verified Carbon Standard. Unser Label für Klimaneutralität ist TÜV-zertifiziert. ClimatePartner unterstützt mehr als 1000 Kunden in über 30 Ländern, und arbeitet eng mit Umweltverbänden zusammen.

Wer Produkte klimaneutral anbieten möchte, braucht zunächst einmal eine genaue CO2-Bilanz zu seinem Produktlebensyklus. Mit dem CO2-Fussabdruck lässt sich feststellen, wo Treibhausgase kontinuierlich reduziert werden können. Zum Beispiel durch optimierte Produktionsprozesse oder innovative Verpackungskonzepte.

Melden Sie sich gerne, wir finden eine passende Klimaschutzstrategie für Sie!

Biologisch, saisonal, fair gehandelt … und klimaneutral! Verbraucher werden auch im Lebensmittelsektor immer anspruchsvoller: Sie achten auf bio, saisonal oder fair gehandelt – und immer mehr auch darauf, ob Produkte klimaneutral ausgezeichnet sind. Sogar Discounter führen inzwischen erste klimaneutrale Lebensmittel im Sortiment.

Kontakt

Das Label «klimaneutrales» Produkt Egal wie klimafreundlich ein Produkt entsteht, am Ende bleiben immer unvermeidbare CO2-Emissionen übrig. Ein Produkt wird erst dann klimaneutral, wenn Sie diese durch Unterstützung eines international anerkannten Klimaschutzprojekts ausgleichen. Zum Beispiel, indem Sie Waldschutz in Brasilien oder saubere Windkraft unterstützen und so für konkrete CO2-Einsparungen sorgen. Glaubwürdig und für die Verbraucher transparent wird es, wenn Berechnung und das Klimaschutzprojekt über QR-Code und eine ID-Nummer nachvollziehbar dokumentiert sind.

Sven Berther Geschäftsführer T. +41 43 556 78 50 s.berther@climatepartner.com

Klimaneutrale Eigenmarke: BIO COMPANY

Klimaneutrales Markenprodukt: DasEis.

ClimatePartner-Label mit QR-Code und ID-Nummer

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ClimatePartner Switzerland AG Technoparkstr. 1 8005 Zürich T. +41 43 556 78 50 F. +41 43 556 78 59 info@climatepartner.ch www.climatepartner.ch


GLC 350 e 4MATIC, 1991 cm3, 211 + 116 PS (155 + 85 kW), 2,7 l/100 km (Benzinäquivalent: 4,4 l/100 km), 64 g CO2/km (Durchschnitt aller verkauften Neuwagen: 139 g CO2/km), Energieeffizienz-Kategorie: D.

Hinterlässt viel Eindruck und wenig Spuren. Erleben Sie Ruhe und Kraft mit dem neuen GLC PLUG-IN HYBRID. Denn die Kombination aus 4-Zylinder-Verbrennungsmotor und 85-kW-Elektromotor vereint sich zu 320 PS emissionsreduziertem Fahrspass. Überzeugen Sie sich selbst bei einer Probefahrt. Ihr Mercedes-Benz Partner freut sich auf Ihren Besuch.


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CO2-Zertifikate aus nachhaltig bewirtschaftetem Wald Der Wald hat beim Klimaschutz in zweierlei Hinsicht eine grosse Bedeutung. Er produziert den einheimischen, nachwachsenden und CO2-neutralen Rohstoff Holz und er speichert grosse Mengen Kohlenstoff. Mit einer gezielten Waldbewirtschaftung fördert die OAK beide Aspekte. Während der 30-jährigen Projektlaufzeit werden die Holzvorräte im Wald moderat angehoben. Damit wird der Luft zusätzlich CO2 entnommen und im Wald eingelagert; der Wald dient als sogenannte CO2-Senke. Gleichzeitig wird das verbleibende Potenzial an Holz geerntet, um möglichst viel Holz zur Substitution von fossilen Rohstoffen einzusetzen. Die Waldbewirtschaftung wird so gestaltet, dass alle Funktionen des Waldes wie Schutz vor Naturgefahren (Lawinen, Steinschlag, Erosion, Hochwasser), Biodiversität, Erholung etc. nachhaltig sichergestellt sind.

Oberallmeindkorporation Schwyz (OAK) Sie ist eine der ältesten und grössten Korporationen der Schweiz. Urkundlich erstmals 1114 erwähnt, bezweckt sie statutengemäss, das Korporationsgut in seiner Substanz zu erhalten, es wirtschaftlich zu nutzen und zu mehren sowie aus den Erträgnissen öffentliche, gemeinnützige oder wohltätige Vorhaben zu unterstützen. Die OAK Schwyz hat über 18 500 Korporationsbürgerinnen und -bürger.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt über den Verkauf von CO2-Zertifikaten an Firmen, Organisationen und Private, die damit freiwillig ihre nicht vermeidbaren Emissionen kompensieren. Obwohl der Bundesrat in der Waldpolitik 2020 die Inwertsetzung der CO2-Senkenleistung explizit erwähnt, sind die Senkenrechte nach wie vor nicht geregelt und eine Doppelzählung durch den Bund nicht ausgeschlossen.

Felix Lüscher Bereichsleiter Wald T. +41 41 818 50 65 felix.luescher@oak-schwyz.ch

Oberallmeindkorporation Schwyz Brüöl 2, Postfach 449 6431 Schwyz T. +41 41 818 50 60 F. +41 41 818 50 61 oak@oak-schwyz.ch www.oak-schwyz.ch

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Mit Soda Fresh Trinkwasser Ükonomisch nutzen Die Betagtenzentren Emmen AG (BZE AG) hat im September 2015 den Neubau Emmenfeld erÜffnet. Auf vier Pflegeabteilungen und einer Wohngruppe bedient die Hotellerie 162 Bewohnerinnen und Bewohner. Um die Getränkedienstleistung zu optimieren, suchten die Verantwortlichen der BZE AG eine optimale LÜsung diesbezßglich. Auf der Suche nach einem bauseits installierten Wassersystem ist die BZE AG in der Firma Soda Fresh von Urs Jäger fßndig geworden. Soda Fresh präsentierte uns die MÜglichkeit sämtliche Trinkwasserbezßge mit und ohne Kohlensäure in den 1DGLD5RKUHU6WY Mitarbeiterräumen, Bßros und Pflegestationen ßber Fes*HVFKlIWVI KUHULQ tinstallationen abzuwickeln. Der zeitintensiven Abwicklung /HLWHULQ%HUHLFK+RWHO OHULH%HWDJWHQ]HQWUHQ von Mineralwasser in Ein- und Mehrweggebinden konn(PPHQ$* te dadurch entgegen gewirkt werden. Des Weiteren hat uns die Swissness von Soda Fresh ßberzeugt. Viele Komponente, wie Filter, Teile der Elektronik und die Software stammen aus der Schweiz. Während der Bauphase hat Urs Jäger von Soda Fresh die Installationen fortlaufend weiterentwickelt und der BZE AG im Herbst 2014 seine Weltneuheit präsentiert. Neben stillem, gekßhltem und kohlensäurehaltigem Wasser ist die Zapfung von Heisswasser bis zu 95° Grad mÜglich. Nach einem Testbetrieb im bestehenden Alp Betagtenzentrum war die BZE AG von der Neuentwicklung und den Dienstleistungen von Soda Fresh ßberzeugt.

Im Neubau Emmenfeld sind 10 Soda Fresh Anlagen in Betrieb. Die Zusammenarbeit mit dem hoch motivierten Team von Soda Fresh zeigte sich während den Monaten sehr angenehm und unkompliziert. Probleme wurden jederzeit kompetent und unkompliziert behoben. Während der Zusammenarbeit haben wir gespßrt, dass es sich bei Soda Fresh um einen KMU-Betrieb mit ßbersichtlichen Strukturen handelt. Entscheidungen werden sofort und kompetent gefällt und umgesetzt. Diese Firma ist wirklich Fresh. Nach rund 10 Monaten Betrieb haben sich die Festinstallationen sehr bewährt. Die Bewohner und Mitarbeitenden geniessen täglich Trinkwasser aus einwandfrei funktionierenden Wasserstationen und die Getränkedienstleistung konnte bestmÜglichst optimiert werden. Seit Betrieb haben wir mit Soda Fresh einen Service-Garantie-Vertrag abgeschlossen. Die hygienisch einwandfreie Wartung ist dadurch während 365 Tagen im Jahr gewährt. Kosten mit Flaschenwasser hochgerechnet ßber 10 Jahre 1'500'000.– Gesamt Kosten hochgerechnet ßber 10 Jahre 160'000.– Ersparnisse in 10 Jahren mit Soda Fresh

Angaben in CHF und hochgerechnet auf 10 Jahre

1'340'000.–

Soda Fresh Schweiz AG Soda Fresh beschäftigt sich seit 1992, also seit 24 Jahren, mit kohlensäurehaltigem Wasser. Wir starteten mit dem Vertrieb von Haushaltssprudlern, die heute fast in jedem Haushalt zu finden sind. Soda Fresh durfte im Jahr 2003 am Weltwassertag, der durch die UNO organisiert wurde, die Wasserbar betreiben. Das war auch der AuslÜser, die Wassergeräte mit Direktwasseranschluss in unser Programm aufzunehmen. Unser zeitloses Soda Fresh @ Office C3 Gerät produzieren wir heute noch wie vor ßber 12 Jahren. Ebenfalls seit bald 10 Jahren befassen wir uns mit Soda-Armaturen. Soda Fresh bietet eine breite Palette von verschiedenen Armaturen an.

Urs Jäger Geschäftsfßhrer Was Soda Fresh jedoch auszeichnet, ist der Service. So haben wir ein Patent auf ein Hygienic System, welches auch unsere Mitbewerber unter ihrem Namen als OEM verkaufen. Das Familienunternehmen ist inhabergefßhrt. Urs Jäger steht mit seinem Namen fßr die Qualität. Sonderanfertigungen und Wßnsche von Kunden umzusetzen, ist, was mir speziell Freude macht, betont Herr Jäger.

Soda Fresh Schweiz AG Industrie Birren 10 5703 Seon T. +41 62 769 66 44 F. +41 62 769 66 55 info@soda-fresh.ch www.soda-fresh.ch

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Mit Fairtrade die Welt verändern Bewusste Kaufentscheide im Alltag leisten einen wichtigen Beitrag zu besseren Lebensbedingungen für Kleinbauern und Arbeiterinnen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ob Kaffee und Bananen in der Kantine, Fussbälle für Schulen oder Textilien für Arbeitsbekleidung – die Möglichkeiten auf Fairtrade zu setzen sind gross, ebenso die Wirkung, die mit diesem Engagement erreicht wird. Denn Fairtrade stärkt Kleinbauernfamilien und Arbeiterinnen in Afrika, Lateinamerika und Asien und ermöglicht ihnen ihr Leben aus eigener Kraft zu verbessern. Dies ist nach wie vor dringend notwendig, denn weltweit gibt es circa 900 Millionen unterernährte Menschen, davon rund die Hälfte Kleinbauern, welche also selber Nahrungsmittel anbauen. Fairtrade verbessert die Einkommenssituation der Produzenten und gibt ihnen mehr finanzielle Stabilität. Darüber hinaus fliesst für jedes Fairtrade-Produkt eine Prämie auf ein separates Konto der jeweiligen Produzentenorganisation. Die Bauern und Arbeiter entscheiden dann selbständig und demokratisch darüber, welche Projekte sie mit der Prämie realisieren. Fairtrade fördert dadurch die Vernetzung der Bauern und schafft bessere Strukturen. «Dies verstärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördert die Eigenverantwortung», bestätigt auch Delphine Zoungrana, die für den Baumwollbauernverband in Burkina Faso arbeitet.

Jeder und jede kann einen aktiven Beitrag leisten Damit alle diese Vorteile des fairen Handels zum Tragen kommen können, müssen die Kleinbauernorganisationen ihre Ernte auch tatsächlich zu den vorteilhaften Fairtrade-Bedingungen verkaufen können. Dazu kann jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag leisten: Wählen Sie als Privatperson beim täglichen Einkauf Produkte mit dem Fairtrade Max Havelaar-Gütesiegel. Als Politiker oder Unternehmer können Sie sich ausserdem aktiv dafür einsetzen, dass in der Beschaffung wo immer möglich Produkte aus fairem Handel berücksichtigt werden.

Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) Limmatstrasse 107 8005 Zürich Tel. +41 44 278 99 00 Fax +41 44 567 89 59 info@maxhavelaar.ch www.maxhavelaar.ch

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Gemeinsam mit Mode einen positiven Einfluss erzielen Seit 175 Jahren ist es unser Ziel, dass SIE, unsere Kundin, gut aussieht und sich gleichzeitig wohlfühlt – mit Mode, die positiv wirkt. Deswegen achten wir darauf, wie wir Geschäfte tätigen und welchen Einfluss das auf die Mitarbeiter, die Gesellschaft und den Planeten hat.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie Unsere globale Nachhaltigkeitsstrategie befasst sich mit den zentralen Themen der globalen Textilindustrie und fusst auf drei Säulen: nachhaltige Produkte, nachhaltige Lieferketten und nachhaltiges Leben. Die Einbindung des Nachhaltigkeitsgedankens in alle unsere Geschäftsprozesse ist notwendig, um unserem Anspruch gerecht zu werden, Mode mit positiven Auswirkungen für Mensch und Umwelt anzubieten. Damit dies gelingt und wir die positive Entwicklung weiter vorantreiben können, haben wir konkrete Nachhaltigkeitsziele festgehalten, die es bis 2020 zu erreichen gilt.

Nachhaltige Produkte Nachhaltige Produkte bedeutet die Anwendung von Herstellungsverfahren, die die Umwelt und die natürlichen Ressourcen schonen, indem mehr nachhaltige Rohstoffe verwendet werden. Bereits heute ist C&A der weltweit grösste Nutzer von Biobaumwolle und bezieht über 40 % der Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 100 % erhöht werden. Auch das Produktdesign und die Verwendung gebrauchter Kleidung als wertvolles Material für neue Produkte tragen zur Nachhaltigkeit bei.

Nachhaltige Lieferketten Die Lieferketten der Bekleidungsindustrie stehen vor komplexen Herausforderungen. Um eine nachhaltige Lieferkette zu erreichen, arbeiten wir an der Erhöhung von Umwelt- und Sozialstandards in den Fabriken, die für uns Produkte herstellen, und fordern transparente Prozesse sowie sichere und faire Arbeitsbedingungen. Auch unsere eigene Geschäftstätigkeit verbessern wir stetig und wollen bis 2020 die CO2-Bilanz in Filialen, Distributionszentern und Büros um 20 % verbessern.

Nachhaltiges Leben Unsere mehr als 60 000 Mitarbeiter spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung unseres Engagements für nachhaltige Mode. Indem wir eine Nachhaltigkeitskultur unter den Mitarbeitern schaffen und sie noch stärker in die Umsetzung unserer globalen Nachhaltigkeitsstrategie miteinbeziehen, werden unsere Angestellten zu Botschaftern für unsere Marke und ermöglichen unseren Kundinnen nachhaltige Kaufentscheidungen. Weitere Informationen zum ersten globalen Nachhaltigkeitsbericht von C&A finden Sie unter: c-a.com/sustainabilityreport2015.

C&A Mode Oberneuhofstrasse 6 6341 Baar T. +41 41 766 57 57 www.c-a.com

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling

Bild: monticello/shutterstock

POTENZIAL

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling

NUTZEN Etwas tun, aber nichts verändern Seit dem 1. Januar 2016 ist die neue «Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen» (VVEA) in Kraft. Sie löst die 25-jährige Technische Verordnung über Abfälle (TVA) ab und soll die Schweizer Abfallwirtschaft in eine Ressourcenwirtschaft überführen, sprich das Recycling fördern. Doch wie halten es Herr und Frau Schweizer überhaupt mit den Themen Recycling und Nachhaltigkeit?

Flaschen, Altkleidern etc. sind tatsächlich vorbildlich, stagnieren aber seit Jahren. Die Kehrseite der Medaille: Ein Blick in den Kehrichtsack zeigt, dass grosses Potenzial ungenutzt bleibt: Papier, Karton, Glas, Kunststoffe und biogene Abfälle machen über 50 % des Abfallvolumens aus. Alles Stoffe, die eigentlich gar nicht in die Kehrichtverbrennung gehören, sondern in die Verwertung und ins Recycling.

Landläufig herrscht die Meinung, die Schweizer seien Recycling-Weltmeister. Die Sammelquoten der Separatsammlungen von Elektronikschrott, PET-

Apropos Weltmeister – die Schweizer sind Weltmeister – nämlich im Abfallproduzieren: 730 Kilo pro Jahr und Einwohner. Das schafft keine andere Nation.

Initiative Unternehmen wollen diesen Missstand beheben und lancieren neue Separatsammlungen. Freiwillige Sammelsysteme für Wertstoffe reduzieren die Kehrichtmenge, erhöhen die Recyclingquote und sind günstig. Doch die Krux ist, Monopole, Besitzstandwahrung und komplizierte Verfahren erschweren oder verunmöglichen vielerorts den Aufbau neuer Systeme. Die Grundlagen für eine Ressourcenwirtschaft sind gegeben. Doch wie steht es um den Willen zur Umsetzung?

Andreas Tonner Geschäftsführer Recycling Coach GmbH

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling

Eine Leitung, die mehr als nur verbindet Seit bald 90 Jahren hält die in Kehrichtheizkraftwerken produzierte Energie Zürich warm – umweltfreundlich und sauber. Umgerechnet 170 000 Wohnungen werden mit Zürich Wärme von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich beheizt, was rund 14 Prozent des Wärmebedarfs der grössten Schweizer Stadt entspricht. Weil die Stadt Zürich für die Wärmeversorgung langfristig den Wechsel zu umwelt- und ressourcenschonenden Energieträgern verfolgt, soll dieser Wert bis 2050 auf 25 Prozent ansteigen.

Ein zukunftsweisendes Projekt

Zürich Wärme liefert Wärme für umgerechnet 170 000 Wohnungen.

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In der städtischen Energieplanung spielt Zürich Wärme eine wichtige Rolle. Sie ist zu zwei Dritteln CO2-neutral und besteht hauptsächlich aus der Abwärme des Kehrichtheizkraftwerks Hagenholz in Zürich-Nord – sowie aus jener des Werks Josefstrasse in Zürich-West, das 2020 stillgelegt werden wird. Für den westlichen Stadtteil ist Zürich Wärme jedoch überaus wichtig – rund 90 Prozent seines Wärmebedarfs werden vom Kehrichtheizkraftwerk Josefstrasse abgedeckt. Zürich-West soll aber auch nach der Stilllegung des Kehrichtheizkraftwerks mit ökologischer Energie versorgt werden.


klimafreundlich Entsorgung & Recycling Bestehende und geplante Versorgungsgebiete von Zürich Wärme

Zürich-Nord

Opfikon (Glattpark) Wallisellen (Industriequartier)

Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz

Heiz- und Holzheizkraftwerk Aubrugg

Heizzentrale Regina-Kägi-Hof

Zürich-West

Wipkingen

Kehrichtheizkraftwerk Josefstrasse

Sihlquai

Wärmepumpe Walche

Aussersihl Hochschulquartier

Bestehende Zürich Wärme-Gebiete Neue Versorgungsgebiete in Prüfung Geplante Verbindungsleitung Nord-West

Aus diesem Grund plant ERZ den Bau einer sechs Kilometer langen Verbindung, die das Wärmenetz von Zürich-West mit jenem von Zürich-Nord verbindet. Dadurch entsteht ein Netz, das die Stadtbevölkerung zuverlässig und umweltfreundlich mit Wärme aus dem Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz und dem Holzheizkraftwerk Aubrugg versorgt. Den letzten Entscheid über den Bau der Verbindungsleitung fällt das Stimmvolk voraussichtlich im ersten Quartal 2018.

Zürich Wärme ist sauberer als andere Heizenergien Die Energie ist zu zwei Dritteln CO2-neutral und mehrheitlich erneuerbar, weil sie auf drei einheimische Energien setzt, die das Klima schützen: Abwärme der Kehrichtheizkraftwerke, Holz und Umgebungswärme aus dem Limmatwasser. Auf Erdgas und Heizöl greift ERZ nur im Winterhalbjahr zur Spitzenabdeckung zurück. Dank Zürich Wärme reduziert sich der jährliche CO2-Ausstoss der Stadt Zürich um rund 200 000 Tonnen. Die eingesparte Menge Heizöl würde einen rund 15 Kilometer langen Zug mit Kesselwagen füllen. Auch sonst schont Zürich Wärme die Umwelt und primäre Ressourcen. Denn anders als bei fossilen Brennstoffen, die in Supertankern oder über Pipelines durch die halbe Welt transportiert werden, wird sie genau dort genutzt, wo sie entsteht – in der Stadt Zürich. Energieträger ist heisses Wasser, das in einem unterirdischen Leitungsnetz zirkuliert und den Wärmebedarf von umgerechnet 170 000 Wohnungen decken kann. Wer seine Liegenschaft umweltbewusst heizen will, trifft mit Zürich Wärme von ERZ eine clevere Wahl. Die Vorteile liegen auf der Hand: • Hohe Versorgungssicherheit • Sicher, weil Wasser statt Brennstoff • Kommt fixfertig ins Haus • Einfach zu bedienen • Tiefe Betriebskosten

Eine saubere Umwelt und bessere Luft für alle Mit dem Bau der Verbindungsleitung kommt die Stadt Zürich dem Erreichen ihrer Energieziele einen grossen Schritt näher. Denn beim Heizen ist das Potenzial besonders gross, den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss merklich zu verringern. Die gesamte Stadtbevölkerung wiederum profitiert durch den Bau von einer saubereren Umwelt und einer besseren Luftqualität, weil zum Beispiel weniger mit fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas geheizt wird. Durch die Verbindung zweier bis jetzt getrennter Wärmenetze zu einem Energieverbund erhöht sich zudem die Versorgungssicherheit in der Stadt Zürich.

Durch thermische Verwertung entsteht Hochwertiges Der Produktionsprozess von Zürich Wärme ist bemerkenswert: Aus entsorgtem Abfall entsteht begehrte und saubere Energie, die fixfertig in die Gebäude geliefert wird. Auch aus finanzieller Sicht lohnt sich die Nutzung von Zürich Wärme: Die Betriebskosten sind sehr niedrig und für die Kundschaft entfallen Investitionen in Heizkessel, Öltank und Kamin.

ERZ Entsorgung + Recycling Zürich Hagenholzstrasse 110 8050 Zürich Tel. +41 44 645 88 88 www.erz.ch/zuerichwaerme

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Automobilrecycling – das Rad bleibt nicht stehen Ein mittlerer Personenwagen ist aus über 10 000 Teilen zusammengesetzt und besteht aus unterschiedlichsten Materialien. In einem modernen Auto findet man heute fast alle Elemente, welche die Natur hervorgibt, entweder als reines Element oder meistens in Form einer chemischen Verbindung. Das bedeutet für die Verwertung eine enorme Herausforderung. Trotzdem werden Altfahrzeuge zu über 90 Prozent stofflich und energetisch verwertet. Für ein so komplexes Konsumgut ist diese Verwertungsquote hervorragend.

Metallverwertung Eisen und Stahl (60–65 % im Auto) sowie Aluminium (5–10 %) lassen sich sehr gut stofflich verwerten. Das wird seit Jahrzehnten praktiziert, denn diese Metalle lassen sich praktisch zu hundert Prozent recyceln. Mit dem Shredderschrott der im vergangenen Jahr verwerteten 71 607 Fahrzeuge konnten in den Stahlwerken 65 000 Tonnen Eisenerz, 30 000 Tonnen Kohle, 45 000 Tonnen CO2, 200 000 MWh Strom eingespart werden. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern reduziert die Umweltbelastung.

JAHRESBERICHT STIFTUNG AUTO RECYCLING SCHWEIZ

2015 Der Jahresbericht der Stiftung AutoRecycling Schweiz zeigt das enorme Sparpotenzial bei der Wiederverwertung von Altautos auf.

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Die beiden Schweizer Stahlwerke, Stahl Gerlafingen AG und Swiss Steel AG, produzieren jährlich etwa 1,2 Millionen Tonnen Stahlprodukte – vom Baustahl bis zu Qualitäts- und Edelstählen. Dafür setzen sie fast eine Million Tonnen Stahl- und Eisenschrott aus der Schweiz ein, also auch Shredderschrott aus Altfahrzeugen. Metalle können fast ohne Verluste im stetigen Stoffkreislauf geführt werden. Wäre Recycling das alleinige Kriterium, müssten die Fahrzeuge nur aus Metallen bestehen. Dem ist bekannterweise nicht so. Damit wären die Fahrzeuge sehr schwer oder im Falle von Leichtmetallen sehr teuer. Im Zuge der strengen CO2-Grenzwerte ist die Reduktion des Fahrzeuggewichtes von grösster Bedeutung. Auf der anderen Seite sind sehr strenge Crash-Anforderungen zu erfüllen und die Kosten müssen konkurrenzfähig sein. Daher verwenden die Automobilhersteller das geeignetste Material am richtigen Ort. Erstaunlicherweise ist der durchschnittliche Metallgehalt eines Fahrzeuges in den letzten Jahrzehnten nur sehr leicht gesunken. Er liegt immer noch bei 70 bis 75 Prozent. Allerdings hat sich innerhalb der Metallgruppen eine Verschiebung ergeben. Eisen und Stahl sind zugunsten von Aluminium zurückgegangen. Bei den Stählen gibt es inzwischen hochfeste und höchstfeste Stahlsorten. Natürlich ist das Leergewicht der Fahrzeuge stetig angestiegen. Das durchschnittliche Leergewicht (ohne Fahrer und Treibstoff ) der verwerteten Fahrzeuge lag im letzten Jahr bei 1150 kg, vor zehn Jahren bei rund 1000 kg. Die Fahrzeuge werden heute mit etwa 16 Jahren ausser Betrieb gesetzt. Auch hier eine stete Zunahme.


klimafreundlich Entsorgung & Recycling 75 000 t Metalle aus Altfahrzeugen Die Metallrückgewinnung aus Altfahrzeugen spart in der Metallproduktion jährlich ca. 100 000 Tonnen CO2.

Kunststoffverwertung

Stiftung Auto Recycling Schweiz

Neben den Metallen sind in Fahrzeugen die Kunststoffe in allen Variationen stark vertreten. Es gestaltet sich sowohl technisch wie finanziell aufwändig, Kunststoffe aus Altfahrzeugen systematisch einem Recycling zuzuführen. Bei einem Autoverwerter sammeln sich diverse Marken und Modelle mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Kunststoffen. Für ein effektives Recycling ist die Sortenreinheit wichtig. Auch dürfen keine Metallclips und andere Fremdstoffe vorhanden sein. Und die Demontage muss manuell erfolgen, was in der Schweiz hohe Kosten verursacht. Kunststoffe, Gummi, Fasermaterialien, Glas, Dreck usw. landen zerhäckselt in der Shredderleicht- und -schwerfraktion (RESH), welche etwa 25 Prozent eines Autos ausmachen. RESH wird in der Schweiz seit dem Jahr 2000 vollständig in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) thermisch verwertet. Aus der Abwärme wird Strom und je nach Anlage Fernwärme gewonnen. Die nicht brennbaren Anteile gelangen in die Schlacke oder Filterasche.

Die Stiftung wurde 1992 von den offiziellen Automobilimporteuren gegründet mit dem Ziel, die umweltgerechte Entsorgung von Motorfahrzeugen zu fördern. Sie leistet finanzielle Beiträge an die thermische Verwertung der Shredderleichtfraktion und engagiert sich bei der Schliessung von Wertstoffkreisläufen dort, wo es ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist.

Urban-Mining Nun bedeutet dies noch nicht das Ende: Bis heute wurde aus den KVA-Schlacken höchstens Eisenschrott ausgeschleust, allenfalls noch Aluminium und Kupfer. Die wertvollen Edelmetalle und Seltenen Erden befinden sich in der Feinfraktion der Schlacken. In diesem Bereich finden gegenwärtig interessante Entwicklungen statt. Man spricht hier von Urban Mining. Die Restgehalte in den Schlacken sind grösstenteils höher als in den Erzgesteinen, die zur Primärgewinnung abgebaut werden. Urban Mining lohnt sich in vielerlei Hinsicht: Natur- und Umweltschäden durch Primärabbau werden vermieden, Transportwege massiv verkürzt und die einheimischen Ablagerungsstätten geschont. Was haben nun die Altfahrzeuge damit zu tun? Der Shredderprozess ist ein grober Prozess. Massive Hammermühlen zerschlagen ein Fahrzeug und andere Altmetalle innert Sekunden in faustgrosse Stücke. Feine Restmetalle, zum Beispiel aus der zunehmenden Autoelektronik, gelangen so in die Leichtfraktion und damit in die KVA. Die schwerflüchtigen Metalle landen schliesslich in der Schlacke, die leichtflüchtigen in der Filterasche. Es liegt im Interesse der Stiftung Auto Recycling Schweiz, diese Wertstoffe zurückzugewinnen. Daher engagieren wir uns bei der Stiftung für nachhaltige Abfall- und Ressourcennutzung (www.zar-ch.ch) und der Interessengemeinschaft Nassaustrag (www.igenass.ch).

Im Stiftungsrat vertreten sind folgende Organisationen: Auto-schweiz, Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure ACS, Automobil Club der Schweiz AGVS, Auto Gewerbe Verband Schweiz Amt für Umwelt, Kanton Aargau ASTAG, Schweizerischer Nutzfahrzeugverband Schweizerischer Shredderverband TCS, Touring Club Schweiz

Daniel Christen Geschäftsführer

Herausforderungen Das Rad bleibt nicht stehen … es gibt auch künftig neue Herausforderungen. In erster Linie beschäftigen uns die Elektromobilität (Elektronik, Batterie) und neue Werkstoffe wie carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) oder ganz allgemein Verbundwerkstoffe. Das Automobilrecycling hat den Vorteil, dass ein paar Jahre vergehen, bis ein grösseres Volumen zur Verwertung ansteht.

Stiftung Auto Recycling Schweiz Wölĭistrasse 5 3000 Bern 22 T. +41 31 302 36 24 info@stiftung-autorecycling.ch www.stiftung-autorecycling.ch

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Der Klimawandel ist die grösste Herausforderung unserer Zeit Kunststoffabfälle aus Haushalten sind wertvolle Ressourcen und sollen für kommende Generationen als Rohstoff nachhaltig genutzt werden.

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling Der Bundesrat hat die VVEA ab 1. Januar 2016 in Kraft gesetzt. Positive Auswirkungen auf die Volkswirtschaft Die Technische Verordnung über Abfälle stammt von 1990, in der Zwischenzeit hat sich viel verändert. In den nächsten Jahren soll sich die Abfallwirtschaft zur Ressourcenwirtschaft entwickeln. Hauptziel der Verordnungsrevision ist die Schonung der Ressourcen. Damit lassen sich positive Effekte auf die Volkswirtschaft erzielen. Geschlossene Rohstoff-Kreisläufe führen mittel- und langfristig zu einer günstigeren Entsorgungsinfrastruktur, da bei den Kehrichtverbrennungsanlagen Kapazitäten eingespart werden können. Dies kommt den Haushalten und Unternehmen zugute (Bafu). Generalsekretariat UVEK Bern, 4.12.2015 Die stoffliche Verwertung von separat gesammelten Kunststoffabfällen ist auch unter Berücksichtigung zusätzlicher Transporte ökologisch sinnvoll. Je nach Wahl der Systemgrenzen und Bewertungsmethodik zeigen Ökobilanzen, dass die Umweltbelastung durch eine Separatsammlung gegenüber der thermischen Verwertung in einer durchschnittlichen Kehrichtverwertungsanlage um 40 bis 80 Prozent reduziert werden kann. Die thermische Verwertung in einer Kehrichtverwertungsanlage mit sehr hoher Energienutzung (z.B. Basel) ist hingegen vergleichbar mit der stofflichen Verwertung. Eine gemischte Kunststoffsammlung (z.B. alle Kunststoffverpackungen) schneidet besser ab als eine Selektivsammlung (z.B. nur Kunststoffflaschen ohne PET-Getränkeflaschen und Getränkekarton), da dadurch deutlich mehr Kunststoffabfälle gesammelt und einer stofflichen Verwertung zugeführt werden können. Amt für Umwelt TG, Konsenspapier Runder Tisch «Kunststoffsammlung Thurgau» vom 10.6.2015

Doris Leuthard schliesst Vereinbarung mit Kehrichtverbrennern ab. Zitat: Die CO2-Bilanz der KVA kann weiter verbessert werden, indem der Anteil an Plastik vermindert wird. Die stoffliche Verwertung von Plastik ist in vielen Fällen ökologisch besser als deren energetische Verwertung. Herausgeber Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Bern, 25.8.2014 Der Bundesrat hat die VVEA ab 1. Januar 2016 in Kraft gesetzt. Allschwiler Kunststoffsammlung für den Faktor 5-Preis nominiert, 6.6.2016 Ck. Die Gemeinde Allschwil ist die erste Gemeinde in der Nordwestschweiz, welche die Getrenntsammlung für Kunststoffabfälle von Privathaushalten eingeführt hat. Diese Pionierleistung im Bereich nachhaltiges Ressourcenmanagement ist seit seiner Lancierung im Februar dieses Jahres nicht nur auf eine rege Nachfrage gestossen, es hat auch für viel Aufsehen gesorgt. Nun wurde das Allschwiler Pilotprojekt zusammen mit fünf anderen Leuchtturmprojekten von der Jury des Vereins «sun21 energy & resources» für den Faktor-5-Preis nominiert. Einwohnergemeinde Allschwil BL 5 % der Schweizer CO2-Emissionen entstehen in Kehrichtverbrennungsanlagen. In dem wir Kunststoffe separat sammeln, können wir ressourcenintensive Wertstoffe recyceln und für neue Produkte verwerten. Neben der seit langem erfolgreichen separaten PETSammlung, erschliesst der Kunststoff-Sammelsack von InnoRecycling darüber hinausgehend weitere, bisher brachliegende ökologische Potenziale. Er ist die bessere Alternative zur Verbrennung von Plastikverpackungen in KVAs. InnoRecycling hilft, CO2-Emissionen zu reduzieren und Stoffkreisläufe zu schliessen. Renat Heuberger, CEO South Pole Group 2016

«Kunststoffe verbrennen statt rezyklieren bedeutet: Wir rauben künftigen Generationen nicht nur deren Ressourcen, sondern bürden ihn zusätzlich noch unsere Umweltlasten auf. Unsere Initiative «Zurück für die Zukunft» zur Wiederverwertung von Kunststoffen aus Haushalten wurde mit dem Schweizer Ethikpreis 2015 und dem Anerkennungspreis des Zurich-Klimapreis 2014 ausgezeichnet.» Markus Tonner Geschäftsführer InnoRecycling AG

InnoRecycling AG Hörnlistrasse 1 8360 Eschlikon T. +41 71 973 70 80 F. +41 71 973 70 81 info@innorecycling.ch www.innorecycling.ch

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Bild: zefart/Shutterstock

GREEN

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PRINTING Bessere Positionierung im Wettbewerb Schweizer Unternehmen befassen sich mit den Chancen und Risiken des Klimawandels. Swiss Climate spürt einen klaren Anstieg an Wirtschaftsakteuren, die handeln. Nach Paris stehen drei Vorteile einer proaktiven CO2-Strategie im Fokus: Erstens sehen Unternehmen in den neuen regulatorischen Rahmenbedingungen nicht nur Risiken, sondern auch Chancen. Zweitens erkennen aufgeschlossene Führungskräfte Potenziale zur Senkung von Energie- und Rohstoffkosten. Und drittens interessieren sich Kunden für ökologische Dienstleistungen. Was sind die Konsequenzen daraus? Firmen messen ihre CO2-Emissionen und setzen sich Reduktionsziele. Sie positionieren sich als fortschrittliche Unter-

nehmen im Markt und sparen Kosten, indem sie Ressourcen effizienter nutzen. Sie setzen dies aber nicht nur im eigenen Unternehmen um, sondern integrieren auch ihre Zulieferer in die CO2-Strategie.

Was ist klimaneutrales Drucken? Dies bedeutet, dass die CO2-Emissionen eines Druckprodukts berechnet, reduziert und über den Kauf von Klimaschutzzertifikaten aus nachhaltigen Projekten kompensiert werden.

Was bedeutet dies für Druckereien? Umweltfreundliche Druckerzeugnisse werden stärker nachgefragt. Umweltkriterien werden Bestandteil der Beschaffungsrichtlinien. Viele Kantone, Banken, Versicherungen, Tourismusund Industriebetriebe bevorzugen ökologische Druckereien. Sie wollen ein Gütesiegel, das ihre Druckaufträge als klimaneutral ausweist.

Sind Sie eine Druckerei? Begeistern Sie Ihre anspruchsvollen Kunden und bieten Sie klimaneutrales Drucken an. Sind Sie ein Unternehmen mit einer fortschrittlichen Umweltstrategie? Dann drucken Sie bei Betrieben, die das Gütesiegel für klimaneutrales Drucken tragen.

Othmar Hug Stv. Geschäftsführer Swiss Climate AG

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Hofstetstrasse 14

9300 Wittenbach

ostschweizdruck.ch

Hervorragendes Betriebsklima.

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Klimaneutral reduziert

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gedruckt

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Das KlimaEngagement Beim Druckprozess sind CO2-Emissionen unvermeidbar. Unser Ziel ist, durch ständige Optimierung bei Betriebsabläufen und beim Einsatz der Maschinen diese CO2-Emissionen zu verringern. Dazu haben wir unter anderem einen Energieeffizienzcheck in Zusammenarbeit mit der Energie-Agentur der Wirtschaft durchgeführt. Als Kunde können Sie sich mit klimaneutralem Drucken ebenfalls für den Klimaschutz engagieren. Für jeden Druckauftrag lässt sich die individuelle CO2-Emission berechnen. Pro Tonne CO2, die freigesetzt wird, investieren Sie einen bestimmten Betrag in ein Projekt für erneuerbare Energien (zum Beispiel Windenergie). Dieser Betrag ist projektabhängig und auf der Rechnung für Ihren Druckauftrag ausgewiesen. Die Anmeldung für das Projekt bei der Swiss Climate AG erledigen wir für Sie.

Das Unternehmen – Ausgerüstet mit topmodernen Bogenoffsetmaschinen, bietet die Ostschweiz Druck AG als Generalunternehmen individuelle Lösungen aus einer Hand, auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Rund um die Uhr wird beste Druckqualität garantiert, und die Buchbinderei sorgt mit effizienten Ausrüst- und Versandmaschinen für das Finish. Von der Bildbearbeitung über die Satzherstellung, von der Produktion bis zum Versand: Die Ostschweiz Druck AG in Wittenbach unterstützt Sie mit ihrem Know-how und mit absoluter Terminzuverlässigkeit.

Das Wald-Engagement Seit 2009 sind wir FSC®-zertifiziert. Der FSC setzt sich für eine sozialverträgliche, umweltgerechte und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung der Wälder ein und wirkt dem Raubbau sowie der Übernutzung entgegen. Damit die FSC-Kette garantiert ist, werden wir jährlich durch FSC auditiert und befolgen strenge interne Vorschriften. Beim letzten Aufrechterhaltungsaudit lobte der FSC-Auditor unsere internen Kontrollmechanismen zur Sicherung der FSC-Kette. Er bescheinigte uns damit den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Die FSC-Zertifizierung des Papiers kontrollieren wir anhand einer Nummer bei Liefereingang. FSC-Papier (2015: 150 Tonnen) wird getrennt von den anderen Papiersorten gelagert. Die FSC-Nummer auf Lieferschein und Rechnung, die Sie von uns erhalten, bestätigt, dass Ihr Produkt über die gesamte Verarbeitungs- und Handelskette nur mit zertifiziertem (kontrolliertem) Holz oder Papier vermischt wurde.

Ralph Obertüfer Kundenberater T +41 (71) 292 29 25 r.obertuefer@ostschweizdruck.ch

Klima-Engagement ohne zusätzlichen administrativen Aufwand. Kontaktieren Sie uns für Infos zum klimaneutralen Drucken oder zu einem FSC-Druckauftrag.

Ostschweiz Druck AG Hofstetstrasse 14 9300 Wittenbach T +41 (0)71 292 29 29 F +41 (0)71 292 29 38 sekretariat@ostschweizdruck.ch www.ostschweizdruck.ch

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Nachhaltig «Druck voraus» – nicht nur auf Papier. Das Thema «Nachhaltigkeit» in all seinen Facetten gehört heute zur Kerndisziplin jedes Betriebs. Der schonende Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen steht im direkten Kontext der «Effizienz». Das Ziel ist es, nebst dem ökologischen ebenso einen ökonomischen Mehrwert zu generieren. Vor diesem Hintergrund haben wir im Laufe der Jahre unsere verschiedenen Fähigkeiten und Standards zum «Wohlfühlpaket» geschnürt, welches sämtliche Aspekte zum Thema «Nachhaltigkeit» beinhaltet und allen Beteiligten – den Kunden und Partnern, der Unternehmung und dem beruflichen Nachwuchs sowie der Umwelt – gleichermassen Vorteile bietet.

Kromer «Wohlfühlpaket»

Die Kromer Print AG setzt auf eine effiziente Unternehmensausrichtung in allen Bereichen. Interne und externe Prozesse werden standardisiert und integriert, die Weiterentwicklung folgt stets den Bedürfnissen der Kunden und Partner. Diese wiederum gewinnen dank nachvollziehbarer Abläufe Sicherheit und Vertrauen. Für diesen konsequenten Weg wurde die Kromer Print AG 2012 mit dem GC Management Award ausgezeichnet.

In der breiten Öffentlichkeit ist seit längerer Zeit das Thema Datensicherheit – ähnlich der Nachhaltigkeit – ein rege diskutiertes Thema. Nach vertiefter Analyse haben wir diesen Trend mit der Zertifizierung nach ISO 27001 proaktiv aufgegriffen und den zusätzlichen «Leistungsausweis» per November 2015 erlangt. Konkret im Umgang mit sensiblen Daten aus dem Finanz- oder Pflege-/Pharma-Bereich wird dieser Nachweis in Zukunft zu einem weiteren «must have»-ISO-Standard reifen. Als Dienstleisterin im Bereich gedruckter und digitaler Kommunikation erweitern wir somit unser «Wohlfühlpaket» um eine nächste Disziplin. Das Thema «Informationssicherheit» (ISO 27001) wird in seiner Ganzheitlichkeit in sämtlichen Prozessen sorgfältig implementiert, um den Kunden und Partnern die grösstmögliche Sicherheit bieten zu können. Die Zertifizierung als solches schafft Sicherheit beim Partner und ist Mittel zur vereinfachten Kommunikation, bildet aber lediglich die «Spitze des Eisberges». «Wir haben unsere verschiedenen Fähigkeiten zum ‹Wohlfühlpaket› geschnürt.»

Transparenz Zusammen mit einem externen, unabhängigen Partner ermitteln und dokumentieren wir in regelmässigen Abständen direkt vor Ort das gesamte Spektrum unseres Energieverbrauchs. Dieses umfasst mitunter sämtliche im Betrieb eingesetzten Energiestoffe und Materialien, die Reisetätigkeiten unserer Mitarbeitenden, die eigene Logistik, die Leistungsaufnahme der Produktionsmaschinen sowie die gesamte Gebäudeinfrastruktur. Dadurch sind wir in der Lage, die richtigen und sinnvollen Massnahmen abzuleiten und laufend Verbesserungspotenzial wahrzunehmen. Dies ist ein weiteres Puzzlestück unserer «Unternehmung zum Anfassen». Wir sind, wer wir sind und geben unseren Kunden und Partnern die Möglichkeit, das gesamte Spektrum der Kromer Print AG persönlich kennenzulernen und dadurch eine echte Identifikation mit unserer Unternehmung zu schaffen. So sind wir nicht nur sehr kritisch mit uns selbst, sondern profitieren von den ebenso gezielten und konstruktiven Inputs von aussen her.

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Kompensation des CO2-Ausstosses Als Schweizer Industrieunternehmen sehen wir uns besonders in der Pflicht, der Erhaltung natürlicher Ressourcen sowie dem Umweltschutz im Inland Rechnung zu tragen. Aus diesem Grund unterstützen wir zur Kompensation unseres CO2-Verbrauchs mit dem Oberallmig Klimaschutzprojekt (Kanton Schwyz) gezielt ein Schweizer Projekt zur Optimierung der Waldbewirtschaftung. Wir tragen damit unseren Teil dazu bei, dass auch künftige Generationen eine gesunde und nachhaltige Umwelt vorfinden. Das wunderschöne Gebiet ist übrigens für jederfrau/jedermann zugänglich. Bei Interesse finden Sie weitere Informationen direkt unter www.oak-schwyz.ch oder im persönlichen Kontakt mit uns.

Gesamtbetrachtung aus Mensch, Arbeit und Umwelt Wir sind der festen Überzeugung, dass «Nachhaltigkeit» stets als «grosses Ganzes» betrachtet werden soll. Die grundlegende Philosophie gehört tief in der Unternehmung verankert und muss von der gesamten Belegschaft vollumfänglich mitgelebt werden. Das passiert nicht von heute auf morgen, sondern ist ein stetiger und dynamischer Prozess, welcher sich im Laufe der Zeit innerhalb der Rahmenbedingungen etabliert. Sobald wir die nachhaltigen Massnahmen aus wirklicher Überzeugung für uns selbst ergreifen und uns damit identifizieren, können wir die Botschaft glaubhaft nach aussen tragen. «Nachhaltigkeit» bedeutet aber nicht nur «Umweltschutz/ -schonung», sondern findet in weiteren Bereichen wie dem täglichen Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie der beruflichen Grundbildung statt. So sind wir der grösste Ausbildungsbetrieb der grafischen Branche im Kanton Aargau. Getreu der weitsichtigen Überlegung, dass, wenn wir unsere jüngsten Fachkräfte von morgen bereits heute für diese Thematik sensiblisieren, wir gezielten – eben nachhaltigen – Einfluss auf die Zukunft nehmen und den nächsten Schritt gehen können.

Das Label «Printed in Switzerland» unterstützt unsere Firmenstrategie optimal und wir setzen dieses Qualitätssiegel mit Freude und Stolz ein, wo immer es das Druckprodukt zulässt. Weitere Informationen zur laufenden Kampagne finden Sie unter www.printed-in-switzerland.com. Unternehmung Die Kromer Print AG als Teil der Kromer Gruppe ist eine national tätige Dienstleisterin in den Bereichen gedruckter und digitaler Kommunikation – inklusive massgeschneiderter Logistiklösungen. Zertifizierungen im Wohlfühlpaket • • • • • • • •

ISO 9001 ISO 14001 ISO 27001 ISO 12647-2 (PSO) PDFX-ready FSC® Klimaneutral (Swiss Climate) Certificate Acertigo «Payment Card Industry Data Security Standard»

Andy Amrein Geschäftsleiter / CEO andy.amrein@kromer.ch

Neuer Produktionsstandort ab 2017 Um sich auch künftig optimal entfalten zu können, wird die Kromer Gruppe im Sommer 2017 einen zusätzlichen Produktionsstandort im Industriegebiet GEXI in Lenzburg beziehen. Das neue «Kromer Haus» wird nach neusten Erkenntnissen in Sachen Produktionstechnik und Nachhaltigkeit/Umweltvorgaben geplant und gebaut. Während die Produktivität weiter gesteigert wird, werden durch bauliche Massnahmen die breite Nachhaltigkeit weiter gestärkt und die dafür nötigen Aufwände reduziert.

Kromer Print AG Unterer Haldenweg 12 5600 Lenzburg

Das «... und sprich darüber.» ist das angenehme «Nebenprodukt» des «Tue Gutes ...». Gelebte Nachhaltigkeit eben – nicht nur auf Papier!

Telefon +41 62 886 33 33 print@kromer.ch kromer.ch/print

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Seit 24 Jahren Vorreiter im aktiven Klimaschutz Die globale Klimaerwärmung ist zumindest teilweise durch uns Menschen beeinflusst. Als Ursache gelten die sogenannten Treibhausgase, namentlich Kohlendioxid (CO2). Kohlendioxid entsteht, wenn wir fossile Energieträger (Erdöl, Erdgas, Kohle) verbrennen. Die Erwärmung soll gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter auf weniger als zwei Grad Celsius begrenzt werden. So haben es 195 Staaten anlässlich der UNOKlimakonferenz 2015 in Paris vereinbart. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, sind alle hart gefordert – Privatpersonen, Behörden, das Gewerbe und die Industrie.

Umweltschutz – ein verbindliches Unternehmensziel Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) hat ihre Verantwortung für die Umwelt früh wahrgenommen. Im Jahr 1992 schrieb der Druckmaschinenbauer den Umweltschutz verbindlich in den Unternehmenszielen fest. Vier Jahre später erlangte Heidelberg das Zertifikat gemäss DIN 14001. Die Norm hält weltweit anerkannte Kriterien fest, die ein Unternehmen im Hinblick auf ein Umweltmanagement erfüllen muss. Re-Audits stellen sicher, dass Heidelberg die Kriterien befolgt und die Massnahmen für einen schonenden Umgang mit den Ressourcen laufend verbessert. Das Werk Wiesloch, wo Heidelberg die Druckmaschinen baut, wird seit 2012 über ein Blockheizkraftwerk mit elektrischer und thermischer Energie versorgt. Das Kraftwerk erzielt einen Wirkungsgrad von 86 Prozent. Gegenüber der früheren Energieversorgung hat Heidelberg die jährlichen CO2-Emissionen um 3700 Tonnen reduziert. Bei Heidelberg setzt sich jede und jeder für den Umweltschutz ein. Schulungen stellen sicher, dass dort gehandelt wird, wo die Wirkung gross ist. Kleine Massnahmen – Türen schliessen, Lichter löschen, Hilfs- und Betriebsstoffe sparsam nutzen – führen zum Ziel. Und weil bei Heidelberg der Abfall konsequent getrennt wird, können 99,2 Prozent der Altstoffe rezykliert werden. Das heisst: Nur 0,8 Prozent des Abfalls müssen als Restmüll entsorgt werden.

Berechnung macht ökologisches Engagement sichtbar

Sie eröffneten am 22. Oktober 2012 ein Blockheizkraftwerk in Wiesloch bei Heidelberg: Von links: Gerold Linzbach (CEO Heidelberger Druckmaschinen AG), Franz Untersteller (Umweltminister Baden-Württemberg), Stephan Plenz (Vorstandsmitglied Heidelberger Druckmaschinen AG).

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Mit der Technischen Universität Darmstadt hat Heidelberg eine Methode entwickelt, um den CO2-Fussabdruck einer Druckmaschine zu ermitteln. Die aufgewendete Energie, die Transporte und der CO2-Anteil der eingesetzten Materialien werden analysiert. Für die Berechnung berücksichtigt Heidelberg ebenso die Zulieferer von Maschinenteilen sowie den Transport der Druckmaschine zum Kunden. Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) bescheinigt Heidelberg «die regelwerkskonforme Berechnung des CO2-Fussabdrucks für die Herstellung von Druckmaschinen».


Indem die Heidelberger Druckmaschinen AG in Togo in die Wiederaufforstung investiert, erhalten die Druckmaschinen das Label «CO2-neutral».

Heidelberg finanziert soziale Projekte in Togo

Heidelberger Druckmaschinen AG

Druckereiunternehmen, die bei Heidelberg eine Druckmaschine kaufen, können diese mit dem Label «CO2-neutral» bestellen. Die Druckereien sind berechtigt, ihr ökologisches Engagement durch die Publikation ihres Firmenprofils auf der Domain heidelberg.com/co2 bekannt zu machen. Gleichzeitig unterstützen sie ein Projekt zur Wiederaufforstung in Togo in Westafrika (project-togo.de).

Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) entwickelt und baut Gesamtsysteme für die Printmedienindustrie. Sie gilt auf ihrem Gebiet als ein international führendes Unternehmen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit hält ein Grossteil der globalen Gesellschaft täglich ein Printerzeugnis in den Händen, das in irgendeiner Region der Welt auf Produktionstechnik von Heidelberg hergestellt worden ist.

In einem Dorf in Togo ermöglicht ein Brunnen der Bevölkerung den Zugang zu Trinkwasser. Der Brunnen wurde durch die Heidelberger Druckmaschinen AG finanziert.

Das Projekt entspricht dem global anerkannten Gold-Standard. Der Standard schreibt vor, dass ein Teil jenes Geldes, das in Klimaschutzprojekte investiert wird, der lokalen Bevölkerung zugute kommt. Vor vier Jahren wurde unter dem Patronat von Heidelberg im Dorf Fokpo in Togo ein Brunnen gebaut, der von Grundwasser gespeist wird. Fortan hatten die Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Sie waren nicht länger darauf angewiesen, verschmutztes Wasser aus einem See, der einen einstündigen Fussmarsch entfernt lag, abzukochen.

Die Kunden in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein werden durch die Heidelberg Schweiz AG betreut. Die Heidelberg-Tochter berät, liefert, installiert und leistet Service rund um Produktions- und digitale Workflow-Systeme für Vorstufe, Druck und Weiterverarbeitung. Die Heidelberg Schweiz AG berät in verfahrenstechnischen Fragen und rüstet Druckereien mit dem passenden Verbrauchsmaterial aus. Der Firmensitz der Heidelberg Schweiz AG ist in Bern.

Heidelberg setzt die Unterstützung der Dorfbevölkerung von Fokpo fort. Auf das Brunnenprojekt folgt im laufenden Jahr der Bau eines Versammlungsraumes. Das Gebäude wird über ein Sonnenkraftwerk und Speicherbatterien mit elektrischer Energie versorgt. Die Schulkinder des Dorfes werden auch nach Einbruch der Dunkelheit an ihren Hausaufgaben arbeiten können.

10 700 Bäume für 2972 Tonnen CO2 Im vergangenen Juni engagierte sich Heidelberg gemeinsam mit Partnern an einem elf Tage dauernden Messeauftritt. Die verursachten CO2-Emissionen erreichten 2972 Tonnen. In der Berechnung berücksichtigt waren der Aufbau der Technik und der Messestände, das während der Messe verbrauchte Papier und Verbrauchsmaterial, die Energie und das Besucher-Catering. In der Folge wurden wiederum in Togo 10 700 Bäume gepflanzt, was dem Äquivalent der errechneten CO2-Emissionen entsprach. Der elftägige Messeauftritt war klimaneutral gestellt.

Heidelberg Schweiz AG Brunnmattstrasse 20 3001 Bern T. +41 31 385 01 11 F. +41 31 385 03 33 www.heidelberg.com/ch

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Online-Service PDF-to-Book Vom PDF zum Buch: Wählen Sie aus vielfältigen Bindearten und Papieren und erstellen Sie online Ihr persönliches Buchprojekt! www.bookfactory.ch/pdf-to-book

Swiss Made

Nachhaltig produziert


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Greenbinding bei Bubu Wir sind der Tradition und auch gegenüber der künftigen Generation verpflichtet! Nachhaltigkeit ist für uns mehr als nur ein Imagegewinn. Das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist fest in unserem Leitbild verankert und wird aktiv gelebt. Immer wieder aufs Neue machen wir es uns zur Aufgabe, unser Unternehmen und unsere Produkte auf die Umweltverträglichkeit zu prüfen und unsere Prozesse zu optimieren. Als erster und bisher einziger Hardcover-Buchbinder der Schweiz bietet Bubu in Zusammenarbeit mit der Stiftung myclimate die klimaneutrale Produktion an. Mit einem aufwändigen Rechnungsverfahren wird der CO2-Ausstoss je Bindeauftrag separat ermittelt und dem Endkunden offeriert. Die klimafreundliche Produktion ist Ausdruck für wertorientiertes Denken und verantwortliches Handeln. Sie ist unsere Aufgabe, damit wir uns nachhaltig am Klimaschutz beteiligen können.

Bubu bindet: Bücher, Menschen, Leidenschaften Wir vereinen industrielle, handwerkliche und digitale Buchproduktion unter einem Dach! Jahrhundertealte Buchbindekunst und moderne digitale Technik kommen so zusammen. Das macht uns in der Schweiz und über die Grenzen hinaus einmalig. Mit rund 110 Mitarbeitenden entwickeln und produzieren wir seit 75 Jahren kreative, qualitativ hochstehende und umweltfreundliche Produkte. Übrigens: Auf www.bookfactory.ch bieten wir als einziger Schweizer Anbieter klimaneutral produzierbare Fotobücher an.

Greenbinding by bubu – wir freuen uns auf Ihren klimafreundlichen Auftrag!

Christian Burkhardt CEO

Thomas Freitag CEO

Bubu AG Isenrietstrasse 21 8617 Mönchaltorf T. +41 44 949 44 44 F. +41 44 949 44 55 service@bubu.ch www.bubu.ch www.bookfactory.ch

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Ökofarben gehen in eine neue Dimension Epple Druckfarben hat mit seinen Ökofarben im Allgemeinen und seiner BoFood-Druckfarbe im Verpackungsdruck im Besonderen bei ökologischen Druckfarben Zeichen gesetzt. Die Druckfarben für den Verpackungsdruck werden aus Rohstoffen hergestellt, die auch zur Nahrungsaufnahme herangezogen werden. BoFood ist migrationsunbedenklich. Streng genommen könnte man die Farbe sogar essen. Mehrere renommierte Hersteller haben vor einigen Jahren damit begonnen, verstärkt auf den Nachhaltigkeitsfaktor ihrer Druckfarbe zu setzen. So verwenden die führenden Farbenproduzenten bei Bogenoffsetfarben heute Farbserien auf Basis pflanzlicher, nachwachsender Materialien. Die Rohstoffe dazu stammen aus erneuerbaren Ressourcen wie Nadelholz, Leinsamen, Soja, Raps oder Sonnenblumen. Rohstoffe auf pflanzlicher Basis erlauben oft eine Reduzierung oder gar vollständige Vermeidung von Isopropyl-Alkohol, der in der Offsetdruck-Technologie oft als Bestandteil von Feuchtmittel verwendet wird und als Lösemittel betrachtet werden muss.

Pionier bei Öko-Druckfarben Der Pionier bei ökologischen Offset-Druckfarben ist das in Neusäss bei Augsburg beheimatete Familienunternehmen Epple Druckfarben AG, das seit 1972 in der Schweiz eine eigene Vertriebs- und Produktionsstätte unterhält. Von Hettlingen aus versorgt Epple Druckfarben die gesamte Schweiz mit Offsetdruckfarben und Knowhow. Das etablierte Unternehmen kann für sich in Anspruch nehmen, dass es als erster Druckfarbenhersteller schon vor über 25 Jahren (1994) mineralölfreie Offsetfarben aus nachwachsenden Rohstoffen rezeptiert und im Markt angeboten hat. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, zu dem manch anderer Farbhersteller die Ökologiebewegung mit Argusaugen beobachtet hat. Das Augsburger Unternehmen ist als der ökologische Vorreiter unter den Farbherstellern in der Lage, den Grossteil seiner konventionellen Druckfarbensysteme (über 80 %) auf Basis nachwachsender Rohstoffe anzubieten.

Auch sind die Standard-Pantone-Grundfarben mineralölfrei Auf seinen Lorbeeren hat sich Epple Druckfarben dennoch nicht ausgeruht. Ganz im Gegenteil: Mit seiner BoFood-Serie von migrationsunbedenklichen Druckfarben hat das Unternehmen die Stufe der migrationsarmen Farben übersprungen. Das zum Patent angemeldete BoFood-System ist wegschlagend und muss wie alle Verpackungsfarben lackiert werden. Es erfüllt farbseitig alle Anforderungen an Lebensmittelverpa-


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ckungen. Bereits Ende 2006 hat das deutsche Fraunhofer Institut für Verpackungstechnik und Verpackung die Migrationsprüfungen an Drucken mit BoFood-Farben durchgeführt und deren Konformität mit der Rahmenverordnung EC1935/2004 und der Richtlinie 2002/72 EG offiziell bestätigt. Ebenfalls wurde eine kobaltfreie Serie, die Cobano CF, auf den Markt gebracht. Kobaltseife ist das Herzstück der oxidativen Trocknung im Offsetdruck. Diese werden jedoch toxikologisch zunehmend kritisch betrachtet. Aus diesem Anlass wurde die innovative Farbserie Cobano CF frei von Kobaltseife entwickelt. Die Serie erfüllt alle nötigen Eigenschaften, die im Offsetdruck an eine moderne Farbserie gestellt werden. Als weitere Pionierleistung ist es Epple Druckfarben weltweit erstmalig gelungen, ein offsetgeeignetes Schwarzpigment und somit eine schwarze Offsetfarbe zu 100 % auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu entwickeln. Das Bio Black steht drucktechnisch einem konventionellen Schwarz in nichts nach. Es erfüllt alle Anforderungen der ISONorm 2846-1 und ermöglicht dem Drucker so, die ISO 12647-2 von der Farbseite her einzuhalten.

Faszination Farbe Seit 1889 steht das Symbol des Bären der Firma Epple Druckfarben für permanente Weiterentwicklung und höchste Qualitätsansprüche. Als führender Hersteller von Offsetdruckfarben haben wir durch die frühzeitige Entwicklung von mineralölfreien Öko-Serien und speziellen Farbtypen für sehr lange Waschintervalle im Schön- und Widerdruck unsere Innovationskraft demonstriert. Flexibilität ist für ein mittelständisches Unternehmen eine Priorität. Wie kaum ein anderes Unternehmen sind wir in der Lage, Ihnen massgeschneiderte Lösungen für Ihre individuellen Wünsche anzubieten. Fordern Sie uns! Wir freuen uns darauf!

Fotorealistischer Druck + erweiterter Farbraum + mineralölfrei = aniva Mit weltweit einzigartigen Eigenschaften ermöglicht aniva eine Farbwiedergabe, wie sie im Offsetdruck bislang nicht erreichbar war. Die hochpigmentierte Farbe realisiert einen deutlich erweiterten Farbraum. Das Ergebnis sind brillante Drucke mit tiefem Schwarz, hohen Farbdichten (Schwarz 2.5, Cyan 1.9, Magenta 1.8, Yellow 1.7) und intensivsten Farben. aniva erreicht ein überragendes Druckbild, das im konventionellen Offsetdruck bis heute nicht zu produzieren war. Um diesen erhöhten Ansprüche sowie der erhöhten Pigmentierung gerecht zu werden, mussten neue Wege in der Bindemittelformulierung gegangen werden. Die aniva Skala ist eine auf einer neuartigen pflanzlichen Bindemittelkombination entstandene Serie. Sie verfügt über eine ungewöhnlich breite universelle Verwendbarkeit und bietet dem Drucker eine Vielzahl vorteilhafter Eigenschaften. Hervorragende und sich schnell einstellende Farbwasserbalance sowie günstiges Stapelverhalten verbinden sich mit hoher Konstanz der Übergangseigenschaften auch auf Schön- und Widerdruckmaschinen. Dies gilt auch bei höheren Maschinengeschwindigkeiten und längeren Maschinenlaufzeiten. Guter Glanz, augenfälliger Druckkontrast und eine gute Scheuerfestigkeit bieten die Gewähr für ein qualitativ hochwertiges Druckerzeugnis und eine störungsfreie Weiterverarbeitung. Als moderne Farbskala erfüllt die aniva-Skala die Anforderung der ISO 2846-1. Ihre Farbstärke und Punktschärfe erlaubt es dem Drucker, alle Bedingungen der ISO 12647-2 von Farbseite einzuhalten sowie eine neutrale Graubalance zu erzielen.

Bernhard Wicki Geschäftsführer T. +41 52 316 13 10 b.wicki@epple-druckfarben.ch

Epple Druckfarben AG Hünikerstrasse 2 8442 Hettlingen T. +41 52 316 17 33 F. +41 52 316 25 61 info@epple-druckfarben.ch www.epple-druckfarben.ch

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GERECHT DIE GANZE WELT VON NACHHALTIGKEIT. Unsere Art zu bauen und zu wohnen beansprucht die Umwelt immer mehr und verbraucht zu viele Ressourcen. Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit ist das Gebot unserer Zeit. Was ist aber unter Nachhaltigkeit beim Bauen zu verstehen?

Bild: Franck Boston/Shutterstock

Bedeutet nachhaltiges Bauen, den Themen des Cradle2Cradle folgend möglichst nur wiederverwertbare Materialien zu verwenden? Oder bedeutet es, möglichst schön zu bauen, damit die Immobilie von den Menschen geschätzt wird und möglichst lange erhalten bleibt und genutzt wird? Auch so werden Ressourcen geschont. Ist es schon nachhaltig, eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach oder an der Fassade zu montieren und deren Energie zu nutzen und ins Netz einzuspeisen? Oder reicht es, die Energieverbräuche auf ein Mass zu reduzieren, welches durch die Nutzung regenerativer Energieträger gedeckt werden könnte?

mal, das sie als nachhaltig auszeichnet oder eben auch nicht? Beim Bestreben nach nachhaltigem Bauen und Wohnen gibt es viele Ansätze zur Umsetzung. So sind «grüne» Gebäude attraktiv und effizient: Sie entsprechen überdurchschnittlich hohen ökologischen Standards, schonen die Umwelt und sparen Energie. Wer gesund wohnen möchte, kauft auch dafür nachhaltige Produkte. Das spart Ressourcen und erzeugt weniger Abfall. Wir alle haben es in der Hand, durch unser Handeln für eine dauerhafte und nachhaltige Entwicklung des Wohnens, Arbeitens und der Mobilität zu sorgen.

Dr. Ralf Bellm ist Verwaltungsrat der BETTR AG – activating innovation.

Ist die ressourcenschonende Erreichbarkeit einer Immobilie ebenfalls ein Merk-

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Mit sinnvollen Beschlag-Lösungen zu mehr Energieeffizienz Nachhaltiges Bauen ist ein wichtiger Bestandteil des Klimaschutzes. Niedrigenergiebzw. Minergie-Häuser erreichen durch eine gut isolierte und dichte Gebäudehülle in Verbindung mit einer automatischen Belüftung eine erheblich höhere Energieeffizienz als konventionelle Bauten. Damit dies funktioniert, müssen alle Bauelemente aufeinander abgestimmt sein – auch die Beschläge an den Aussentüren und die Fenstergriffe. Beschläge von HOPPE bieten verschiedene Lösungen, die in einem Gebäude sowohl die Energieeffizienz wie auch den Komfort steigern können.

Einfache Lösung – grosse Wirkung: Beschlag mit Dichtung

SecuSignal®-Fenstergriffe

Gerade bei Niedrigenergiehäusern spielt die Dichtigkeit der Gebäudehülle eine grosse Rolle. Um diese bestmöglich zu gewährleisten, ist es sinnvoll, Aussentür-Beschläge mit einer speziellen Dichtungseinlage zu verwenden. Bei diesen wird eine mehrlagige Schaumstoff-Dichtung in die Schildgarnitur des Aussentür-Beschlags eingebracht, die zur besseren Wärmedämmung beiträgt. Schöner Nebeneffekt: Die Dichtung schützt nicht nur vor Energieverlust, sondern verhindert auch, dass Schlagregen eintritt. Eben-

HOPPE-Beschläge mit Fingerscanner

so lassen sich damit effektiv Schäden am Türblatt vermeiden, die durch Kondenswasser im Schlossbereich entstehen können. Die traditionsreiche Schreinerei Thalhammer in Thun ist eine der ersten, die ihre Haustüren mit HOPPE-Schutzbeschlägen mit Dichtungseinlage erfolgreich eingesetzt haben.


SecuSignal®-Fenstergriffe: Nur auf und zu war gestern

HOPPE – der gute Griff.

Die Haustechnik-Systeme in einem Niedrigenergie-Haus mit den richtigen Informationen zu versorgen, ist eine wichtige Voraussetzung für die effiziente Steuerung der nötigen Prozesse. Idealerweise messen viele verschiedene Sensoren überall im Haus bestimmte Zustände, wie z. B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc. SecuSignal®-Funk-Fenstergriffe übertragen eine besonders interessante Information, nämlich ob die Stellung des Griffs «geöffnet», «geschlossen» oder «gekippt» ist. Damit lassen sich dann die Heizung, Belüftung oder Beschattung effizient und komfortabel steuern. Besonders praktisch: SecuSignal®-Funk-Fenstergriffe arbeiten mit der klimafreundlichen EnOcean-Technologie und benötigen keine Batterie – die Energie für das Funk-Signal entsteht aus der Bewegung heraus, die beim Drehen des Fenstergriffs entsteht.

Die HOPPE-Gruppe ist europaweit Marktführer in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Beschlagsystemen für Türen und Fenster. Das 1952 gegründete Familien-Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und weltweit über 2600 Mitarbeitern wird von Wolf Hoppe und Christoph Hoppe in der zweiten Generation geführt.

Einfach und sicher: HOPPE-Beschläge mit Fingerscanner Eine dicht schliessende Aussentür ist für Niedrigenergie-Häuser besonders wichtig – erreicht wird dies u. a. durch Mehrfachverriegelungen an der Tür. Wenn diese dann mit einem Motorschloss ausgestattet ist, lässt sie sich sehr viel einfacher verriegeln. Noch komfortabler wird es, wenn ein solches Motorschloss über einen Fingerscanner bedient wird. HOPPE bietet für solche Anwendungen Aussentür-Beschläge mit integriertem Fingerscanner an: Eckige Stangenbügelgriffe und ein Knopfmodell – als Schutzbeschlag oder mit Rosette kombinierbar – sind mit der schlüssellosen Zutrittskontrolle erhältlich. Sie lassen sich besonders einfach bedienen und funktionieren auch unter extremen klimatischen Bedingungen zuverlässig. Die Technik stammt vom Hersteller Idencom, einem führenden Anbieter biometrischer Identifizierungssysteme. Um die Tür aufzuschliessen, wird der Finger über ein in den Griff eingefügtes Scannerfeld gezogen. Der Vorteil: Aufschliessen und Öffnen können so mit einem einzigen Handgriff erfolgen.

Matthias Bächi Verantwortlicher Vermarktung Schweiz

HOPPE AG Via Friedrich Hoppe 7537 Müstair T. +41 81 851 66 00 F. +41 81 851 66 66 info@hoppe.com www.hoppe.com

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Hydraulischer Abgleich schont Umwelt und Geldbeutel Die Hocheffizienz-Pumpe Alpha3 von Grundfos wird wie eine normale Umwälzpumpe eingebaut und betrieben, lässt sich aber zusätzlich als Sensor für den hydraulischen Abgleich nutzen.

In der kalten Jahreszeit sorgt unsere Heizung für wohlige Wärme und Behaglichkeit im Haus. Wenn aber im Wohnzimmer tropische Temperaturen herrschen und andere Räume trotz voll aufgedrehtem Thermostatventil nicht richtig warm werden, ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer – ganz zu schweigen von der unnötigen Belastung für die Umwelt. Denn eigentlich sollte die Heizungsanlage so eingestellt sein, dass das zirkulierende Heizwasser in allen Räumen genau die benötigte Menge Wärme bereitstellen kann. Fachleute nennen das «hydraulischen Abgleich».

Bis zu 20 Prozent effizienter

Mit dem Lesegerät Alpha Reader kann der Installateur die Betriebsdaten der Pumpe auslesen und auf seinem Smartphone weiterverarbeiten .

Regiezentrale für den hydraulischen Abgleich ist die Grundfos-App GO Balance. Sie unterstützt den Installateur bei allen erforderlichen Schritten und gibt am Ende einen Bericht über den hydraulischen Abgleich aus.

Ohne hydraulischen Abgleich ist der Betrieb der Heizungsanlage störanfällig und es können Geräusche im Rohrsystem entstehen. Auffällig ist auch eine schlechte Wärmeverteilung: Trotz Regelung über die Thermostatventile sind einige Räume schnell überhitzt, andere werden überhaupt nicht richtig warm. Ein entscheidender Nachteil ist der ineffiziente Betrieb. Wenn der Volumenstrom im System (also die Zirkulation des Heizwassers) nicht optimal auf die Heizlast abgestimmt ist, muss der Heizkessel mehr Wärme erzeugen als nötig. Bei Brennwertkesseln kann das sogar zur Folge haben, dass die Anlage gar nicht in dem Temperaturbereich arbeitet, der für die effiziente Nutzung der Kondensationswärme erforderlich ist. Erfahrungswerte zeigen, dass eine hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage etwa 10 bis 20 Prozent effizienter arbeitet als eine nicht abgeglichene. Das bedeutet bis zu 20 Prozent höhere Kosten und höherer CO2-Ausstoss. Ein hydraulischer Abgleich ist also in jedem Falle zu empfehlen. Beim Abgleich werden Voreinstellungen an den Ventilen vorgenommen, die dafür sorgen, dass an jedem Heizkörper im System genau der Volumenstrom «ankommt», der für den Wärmebedarf an dieser Stelle benötigt wird. Deswegen braucht der Installateur für die Durchführung des hydraulischen Abgleichs genaue Daten sowohl zur Heizlast wie auch zum Rohrnetz. Genau das ist in der Praxis aber oft ein Problem. Denn in vielen Fällen, insbesondere bei Modernisierungsmassnahmen in Ein- und Zweifamilienhäusern, liegen die erforderlichen Daten zu Heizlast und Rohrnetz nicht vor. Eine Neuberechnung ist sehr aufwändig und steht meist in keinem sinnvollen Verhältnis zur Massnahme. Auch Näherungsverfahren sind keine wirkliche Lösung. Denn überschlägige Heizlastermittlungen oder softwarebasierte Kalkulationen berücksichtigen nicht das vorhandene Rohrnetz und bieten daher keine fachgerechte Basis für einen zuverlässigen hydraulischen Abgleich.

Umwälzpumpe als Sensor Das Cockpit der Grundfos-App zeigt dem Installateur an, ob der Volumenstrom am Heizkörper stimmt. Wenn nicht, justiert er die Voreinstellung am Ventil nach und kann die Veränderung direkt auf dem Smartphone kontrollieren. Bilder: Grundfos

Vor diesem Hintergrund ist das neue Alpha3-System von Grundfos interessant. Es basiert auf der Idee, mithilfe der Umwälzpumpe den tatsächlichen Volumenstrom


klimafreundlich Bauen & Wohnen im System zu ermitteln und für den hydraulischen Abgleich zu nutzen. Das Verfahren eignet sich für Zwei-Rohr-Systeme mit Radiatoren und kommt ohne aufwändige Berechnungen aus, ist unkompliziert durchzuführen und liefert zuverlässige Ergebnisse. Voraussetzung ist die spezielle Umwälzpumpe Alpha3. Sie stammt aus der millionenfach verkauften Alpha-Baureihe, die für typische Anforderungen von Heizungsanlagen in Ein- und Zweifamilienhäusern konzipiert ist. Im normalen Betrieb arbeitet die Alpha3 als moderne, hocheffiziente Umwälzpumpe. Sie ist wie das Schwestermodell Alpha2 mit einem hocheffizienten Permanentmagnet-Motor, AutoAdapt-Technologie mit selbstadaptierender Kennlinie und einer bis ins Detail optimierten Hydraulik ausgestattet. Mit einem Energie-Effizienz-Index (EEI) kleiner gleich 0,15 (Modell Alpha3 25–40 180) erreicht sie die höchste Effizienz in ihrer Klasse und ist fast 90 Prozent sparsamer als ein altes, ungeregeltes Modell. Als Besonderheit verfügt die Alpha3 zusätzlich über eine spezielle Betriebsart, in der die Betriebsdaten als optische Signale zum Auslesen zur Verfügung gestellt werden. Der Installateur befestigt dafür ein etwa daumengrosses Lesegerät (Alpha Reader) am Pumpenkopf. Über einen Lichtsensor liest der Reader die Betriebsdaten der Pumpe aus und überträgt sie via Bluetooth-Schnittstelle in Echtzeit auf das Smartphone oder Tablet des Installateurs. Schaltstelle für die Durchführung des hydraulischen Abgleiches ist die Grundfos-App GO Balance. Sie führt den Installateur durch die einzelnen Schritte und nimmt im Hintergrund die erforderlichen Berechnungen vor.

Schritt für Schritt zum Abgleich Zunächst werden alle Heizkörperventile geschlossen und die App ermittelt den verbleibenden Volumenstrom als Referenzwert für spätere Berechnungen. Dann macht der Installateur die erforderlichen Angaben zu Räumen, Heizlast und vorhandenen Radiatoren. Dabei genügen die Informationen, die er vor Ort vorfindet, der Bauherr muss keine Unterlagen oder spezielle Angaben bereithalten. Der eigentliche Abgleich erfolgt dann Raum für Raum. Dazu werden die Thermostatköpfe abgenommen und bei jedem einzelnen Ventil die Voreinstellung überprüft. Die App hat für jeden Radiator einen Soll-Wert errechnet, der jetzt mit dem Ist-Wert verglichen wird. Das Ergebnis sieht der Installateur auf einer übersichtlichen Cockpit-Anzeige auf seinem Smartphone. Sobald die Einstellung richtig ist, speichert er den Wert und setzt den Thermostatkopf wieder auf. Am Ende fasst die App die relevanten Daten in einem Bericht zusammen, der zur Dokumentation als PDF-Datei ausgegeben werden kann.

Förderung für Nichtwohngebäude Die Umwälzpumpe Alpha3 ist ebenso wie die Grundfos-Modelle Alpha2, Magna3 und mehrere andere Baureihen beim Einsatz in Nichtwohngebäuden förderfähig. Im Rahmen des Programms PUMPIND, das von Grundfos unterstützt wird, fördert die Initiative «Energie Zukunft Schweiz» den Ersatz älterer Nass- und Trockenläuferpumpen in gewerblich genutzten Nichtwohngebäuden (Industrie-, Gewerbeund Dienstleistungsgebäude, Schulen, Gemeindebauten, Spitäler, Hotels etc.). Auf www.grundfos.pumpind.ch können Betreiber die mögliche Förderung für den Pumpenaustausch einfach ausrechnen und den Förderbeitrag online reservieren. Die Förderung ist limitiert, es empfiehlt sich also, möglichst bald einen Förderbeitrag zu reservieren. Grundfos in der Schweiz Grundfos Pumpen AG (GPS) wurde 1978 gegründet. Fünf Jahre später konnte das Büro- und Lagergebäude in Fällanden in der unmittelbaren Nähe vom Flughafen und der Stadt Zürich bezogen werden. Heute beschäftigt Grundfos in der Schweiz über 50 Mitarbeitende in den Bereichen Verkauf, Service, Logistik und Finanzen. Neben Verwaltung und Verkauf beherbergt das Gebäude in Fällanden einen Fabrik-Anbau, wo HightechMontage- sowie Testeinrichtungen und ein grosses Lager untergebracht sind. Die umfassenden und integrierten Fähigkeiten erlauben es Grundfos Schweiz, eine kompetente Rolle als Vertriebscenter für den Wachstumsmarkt Schweiz zu spielen. Seit 2001 verfügt Grundfos zudem über eine Verkaufs- und Service-Zweigstelle in Lausanne, dem Zentrum der Französisch sprechenden Schweiz.

Doppelt profitieren Die Vorteile liegen auf der Hand. Mit dem neuen Alpha3-System können auch Bestandsanlagen ohne grossen Aufwand hydraulisch abgeglichen werden. Der Anlagenbetreiber profitiert dabei doppelt: Durch den Einbau der hocheffizienten Alpha3 reduziert er den Stromverbrauch für das Umwälzen des Heizwassers auf ein absolutes Minimum. Zusätzlich kann er mit geringem Aufwand einen hydraulischen Abgleich durchführen lassen, der den Heizbetrieb komfortabler, sicherer und bis zu 20 Prozent effizienter macht.

GRUNDFOS PUMPEN AG Bruggacherstr. 10 8117 Fällanden T. +41 44 806 81 11 info_ch@grundfos.com ch.grundfos.com

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BETTR++ befasst sich mit der Erforschung, Entwicklung, Planung und Realisation sowie dem Betrieb von Infrastrukturen des Wohnens, Arbeitens und der Mobilität für die digitale Moderne. Derzeit entwickeln wir das erste biomimetische Bürogebäude der Welt. Wenn Sie das spannend finden, melden Sie sich gerne.

Nest Sammelstiftung Molkenstrasse 21 8004 Zürich info@bettrrealestate.ch T 044 444 57 57 www.nest-info.ch + 41 41 566 7007 www. bettrrealestate.ch


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BETTR AG Vorbild: Natur. Der Verwaltungsrat der BETTR++ AG verantwortet den Aufbau der Consulting- und Developmentsparte. Als Architekt, Geologe und Ökonom stützt er seine Tätigkeit auf ein breites Wissen und sieht in mutiger Innovation den Schlüssel zu neuen Marktpotenzialen, ohne dabei den Blick für das Machbare zu verlieren. Die BETTR++ AG begleitet ihre Kunden und Partner durch alle Phasen der Projektentwicklung. Sie sucht die richtigen Grundstücke für den jeweiligen Zweck, entwickelt nutzerspezifische Planungen und tritt in der Realisierungsphase als Bauherrenvertreter auf. Sie begleitet Investoren bei der Projekt-Due-Diligence, erarbeitet neue Konzepte für Areal-Überbauungen und macht Vorschläge zur Wertsteigerung von Immobilienportfolios. Dabei liegt der Fokus stets auf der Optimierung des Lebenszykluses der Immobilien, hin zu einem effizienteren Betrieb, aber vor allem hin zu einer optimalen Raumgestaltung für den bestmöglichen Nutzen der Mitarbeiter des Kunden.

«Innovation ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg, gerade auch in der Immobilienbranche.» Dr. Ralf Bellm – Verwaltungsrat

Die Mitarbeiter von BETTR++ AG verfügen über ein umfangreiches Fachwissen, lassen sich aber auch gerne von den Lösungen der Natur inspirieren, die diese in ihrer 3,8 Milliarden Jahre dauernden Evolution entwickelt hat.

So entstehen Lösungsansätze mit garantiertem Mehrwert!

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15. Messe mit Kongress für Fachleute und Bauherren 8. – 11. Dezember 2016 BERNEXPO Bau, Holzbau Energieeffizientes Bauen und Modernisieren Erneuerbare Energien, Speicher Solarthermie, Photovoltaik Gebäudetechnik, Lüftung, Trinkwasser Wärmedämmung Beraterstrasse der Kantone Passivhausstrasse Rund 40 Veranstaltungen

Träger

Partner

Unser Engagement: unsere Zukunft.


Mehr als nachhaltiges Bauen … Auf dem Hunziker Areal in Zürich-Nord findet bereits heute das Leben der Zukunft statt. Die neue Genossenschaftssiedlung «mehr als wohnen» mit 13 individuellen Mehrfamilienhäusern, Gewerbe-, Gastronomie- und Gemeinschaftsräumen bildet einen lebendigen Quartierteil für rund 1300 Menschen aller Generationen. Das Leuchtturmprojekt mit 369 modernen und preiswerten Wohnungen zeigt, dass die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft tatsächlich grossflächig erreicht werden können. Umgesetzt wurde dieses zukunftsweisende Projekt von der Totalunternehmung Steiner AG. Die Idee und der Anstoss zur Bebauung des Hunziker Areals stammt von der Baugenossenschaft «mehr als wohnen», einer Initiative der Zürcher Baugenossenschaften. Unter klar definierten Zielvorgaben, dass das Siedlungsgebiet nachhaltig im Sinne der 2000-Watt-Gesellschaft weiterwachsen soll, trat die Stadt Zürich das Areal an «mehr als wohnen» im Baurecht ab. Die Idee der 2000-Watt-Gesellschaft geht davon aus, dass ungefähr 2000 Watt Primärenergie pro Person weltweit nachhaltig zur Verfügung stehen. Um diesen Wert zu erreichen, müssen Planung, Realisierung, aber auch Sanierungen von Bauwerken konsequent nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit durchgeführt werden.

Steiner AG Steiner AG, einer der führenden Projektentwickler sowie Total- und Generalunternehmer in der Schweiz, bietet umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Neubau, Umbau sowie Immobilienentwicklung an. Das 1915 gegründete Unternehmen hat über 1200 Wohnbauprojekte, 540 Geschäftsliegenschaften, 45 Hotels und 150 Infrastrukturanlagen wie Universitäten, Schulen, Spitäler, Gefängnisse und Altersheime errichtet. Die Steiner AG hat ihren Hauptsitz in Zürich und ist mit Niederlassungen in Basel, Bern, Genf, Tolochenaz, Luzern und St.Gallen vertreten.

Schonender Umgang mit Ressourcen In energetischer Hinsicht lautete die Vorgabe: Erreichen des Minergie-P-ECO-Baustandards. Dies bedeutet, dass die Gebäude nach gesundheitlichen und bauökologischen Vorgaben erstellt werden müssen und einen sehr tiefen Energieverbrauchswert aufzuweisen haben. So wird bei «mehr als wohnen» zur Wärmeversorgung beispielsweise die Abwärme eines benachbarten Informatik-Rechenzentrums genutzt. Für die Warmwasseraufbereitung wird mittels Wärmepumpen die Temperatur erhöht. Den Strom dafür liefern Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Siedlung. Zu den weiteren Technologien, die zum Einsatz kommen, gehören autonome Wärmespeicher sowie Abluft-Wärmerückgewinnungs- und Regenwassernutzungsanlagen. «mehr als wohnen» ist zudem verkehrsarm, da sich die Mieter verpflichten, auf ein privates Auto zu verzichten. Die Steiner AG hat mit der Überbauung des Hunziker Areals einmal mehr bewiesen, dass sie die Realisierung neuer Siedlungsformen mit sehr anspruchsvollen energetischen Rahmenbedingungen erfolgreich meistert.

Claude Sulser Head HR & Corporate Communications T. +41 58 445 20 00 claude.sulser@steiner.ch

Steiner AG Hagenholzstrasse 56 8050 Zürich www.steiner.ch

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klimafreundlich Energie

WANDEL VON EINBAHN ZU GEMEINSAM Die Schweizer Energiewirtschaft wandelt sich derzeit so stark wie kaum je zuvor in ihrer Geschichte. Wie künftig Produktion und Verbrauch von Strom in Einklang gebracht werden, ohne die traditionell hohe Versorgungssicherheit zu gefährden, ist eine der grössten Herausforderungen für die Branche – und für unsere ganze Gesellschaft.

Bild: taraki/Shutterstock

Der Weg führt dabei heraus aus der Einbahnstrasse hin zu einem verstärkten Miteinander von Produzenten, Verteilern und Verbrauchern von Strom. Der geläufig gewordene Begriff «Prosumer» illustriert diesen Wandel der Rollen in der Energiewelt. Getrieben wird dieser Wandel nicht zuletzt von der Solarenergie. Stromverbraucher haben das Bedürfnis, diese erneuerbare Energie zu nutzen, und fordern entsprechende Lösungen.

Energieversorger wie die EKZ nehmen dieses Bedürfnis ernst und antworten darauf mit entsprechenden Angeboten. Für unsere Kunden machen wir die Nutzung erneuerbarer Energien so einfach wie möglich. Und im Hintergrund rüsten wir die Netzinfrastruktur mit modernster Technologie auf, damit sie den neuen Realitäten heute und künftig gewachsen ist. Parallel dazu unterstützen wir Private und Unternehmen beim Energiesparen. Der effiziente Umgang mit Energie ist sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll. Das zeigen wir unseren Kunden immer wieder auf – mit beachtlichen Erfolgen.

Urs Rengel CEO der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ)

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Philips verbessert das Leben mit Licht Licht prägt all unser Handeln, ob bei der Arbeit oder in der Freizeit, im Wohnraum zu Hause genauso wie unterwegs auf der Strasse - es beeinflusst unser Leben. Philips Lighting trägt diesem Grundbedürfnis nach Licht durch bedeutende Innovationen Rechnung. Wir werden dabei von folgenden drei globalen Trends geleitet: • Die Welt braucht mehr Licht! Die Weltbevölkerung wird bis ins Jahr 2025 um rund 1 Milliarde Menschen anwachsen, wobei auch immer mehr Leute Zugang und Bedarf nach Licht und der richtigen Beleuchtung haben werden. • Die Welt braucht energiesparenderes Licht! Beleuchtungssysteme machen heute rund 20 % des weltweiten Stromverbrauchs aus, wobei die meisten Lichtquellen veraltete, ineffiziente Lösungen darstellen. Der Wechsel zu energiesparendem Licht wie LED wird von den meisten Regierungen und Behörden gefordert und gefördert, damit der weltweite Energieverbrauch deutlich gesenkt werden kann. • Die Welt braucht digitales Licht! Die Gesellschaft ist in vielen Lebensbereichen immer digitaler unterwegs. In wenigen Jahren werden über drei Viertel aller Lichtpunkte auf LED umgestellt sein und damit eine Vernetzung ermöglichen, wie wir sie uns heute noch kaum vorstellen können. Lichtpunkte sind miteinander verknüpft und intelligente Beleuchtung kann je nach Bedürfnis gesteuert werden.

Über das Unternehmen Philips Lighting ist der weltweit führende Anbieter von Beleuchtungsprodukten, -systemen sowie -services. Wir kombinieren unser Verständnis um die positive Wirkung von Licht auf Menschen mit unserem umfassenden technologischen Know-how, um einzigartige, digitale Beleuchtungssysteme zu schaffen. Sowohl für Geschäftskunden als auch für Konsumenten verkaufen wir mehr energieeffiziente LED-Beleuchtung als jedes andere Unternehmen. Wir nutzen das Internet der Dinge für ConnectedLighting-Systeme, um Licht auch jenseits reiner Beleuchtung in eine vollständig vernetzte Welt zu transformieren – zu Hause, in Gebäuden sowie in urbanen Räumen. 2015 haben wir weltweit mit 33 000 Mitarbeitern einen Umsatz von 7,4 Milliarden Euro erzielt.

Philips Lighting bietet eine Reihe von attraktiven Produkten für all diese Themen an, gerade auch zu Hause im Wohn- oder Gartenbereich. Die LED-Technologie ist mit ihrer hervorragenden Lichtqualität, der langen Lebensdauer und der grossen Energieeffizienz bereits in praktisch allen Lampen und Leuchten enthalten. Für den Aussenbereich bietet Philips Lighting eine Serie von LED-Gartenleuchten mit raffinierter Solartechnologie und einem wunderbaren Design. Durch die integrierte Solarzelle sind keine Kabel für den Betrieb notwendig, wodurch die Leuchten nach Belieben platziert werden können. Für das passende Ambiente zu Hause hat die digitale Smart-Home-Lichtsteuerung Hue die richtigen Produkte. Ob angenehmer Sonnenaufgang, visuelle Terminerinnerung, konzentriertes Arbeitslicht oder gemütliches Wohnzimmer, mittels intelligenter App können Sie die Beleuchtung in Ihrem Zuhause jederzeit auf Ihre Bedürfnisse abstimmen. Weitere Lichtlösungen für professionelle und konsumentenorientierte Beleuchtung finden Sie unter www.philips.ch/consumerlighting.

Urs Maurer Country CEO

Philips Lighting Switzerland AG Allmendstrasse 140 8027 Zürich T. +41 44 488 22 00 lighting.ch@philips.com www.philips.ch

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Unser Netzwerk für Ihre Installation Probleme mit dem Strom können einem die Haare zu Berge stehen lassen. Umso besser, gibt es eine einfache Lösung für den guten Draht zum Spezialisten in Ihrer Region – unter fachleute-finden.ch


klimafreundlich Energie

Fachleute finden, auf die man bauen kann Die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner für Neu- oder Umbauten, aber auch schon für kleinere Reparaturen, kann zuweilen beschwerlich sein. Die neue Internet-Plattform «fachleute-finden.ch» verschafft einen Überblick, welche Architekten, Planer und Elektriker sich in Ihrer Region befinden. Das macht die Realisierung vieler Projekte einfacher. Nicht nur, aber auch, wenn diese auf energieeffizientes Bauen und Wohnen ausgerichtet sind. Bauen und modernisieren ist am Ende immer schön. Am Anfang aber kann es ganz schön anstrengend sein. Schliesslich gilt es sorgfältig auszusuchen, mit wem man zusammenarbeiten möchte. Schon dieser erste Schritt ist besonders wichtig, da das Resultat über Jahre Bestand hat. Und somit die Lebensqualität wesentlich beeinflusst. Deshalb ist es für das Resultat bereits von zentraler Bedeutung, dass die Unternehmen, welchen die Arbeiten rund um die Planung und Realisierung anvertraut werden, dieses Vertrauen auch verdienen. Dass es sich dabei um Fachleute handelt, eben.

Guter Rat ist gratis Umso besser, wenn dabei auf die bereits gemachten Erfahrungen zurückgegriffen werden kann. Das ist aber nicht immer möglich. In diesem Fall hilft eine neue Internetplattform weiter: Auf «fachleute-finden.ch» ist es ganz einfach, kompetente Unternehmen in der Region ausfindig zu machen. Die Plattform ist gratis und denkbar benutzerfreundlich: Wird im dafür vorgesehenen Feld die Ortschaft eingegeben, in welcher das Projekt realisiert werden soll, erscheinen auf einer Karte die Unternehmen in den Bereichen Architektur, Planung und Elektroinstallation, welche sich in der Nähe befinden. Das Netzwerk ist gut ausgebaut und umfasst die gesamte Schweiz. Auch die Adressen der vorgeschlagenen Unternehmen mitsamt der persönlichen Ansprechperson sind problemlos zu finden, da diese unterhalb der Karte angegeben sind. Und dank der Verknüpfung auf die E-Mail-Adresse können diese auch sofort elektronisch angeschrieben werden. Das minimiert den Aufwand, mehrere Offerten für ein Projekt einzuholen.

eco2friendly – Wo Fortschritt Programm ist Das fortschrittliche Denken im Bereich von neuen Technologien und energieeffizientem Bauen ist der gemeinsame Nenner von «fachleute-finden.ch». Denn sämtliche Unternehmen, welche vertreten sind, gehören dem Programm «eco2friendly» an. Es fördert die Kompetenz auf diesem Gebiet mit Weiterbildungen, Erfahrungsaustausch und aktuellen Informationen über die neusten Technologien. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhöhen – indem von den Produzenten über die Architekten und Planer bis zum Elektriker alle am selben Strang ziehen. Auf der Seite «eco2friendly.ch» erfahren Sie mehr über dieses Programm.

Effizienz, die sich auszahlt Dank «fachleute-finden.ch» wird es also deutlich effizienter, sich einen Überblick betreffend des Angebots in der Region zu verschaffen. Die Website ist jedoch noch auf einer anderen Ebene ganz auf Effizienz ausgerichtet: Sämtliche Firmen, welche darauf zu finden sind, wissen, wie energieeffizientes Bauen geht. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern hilft auch, Geld zu sparen und unabhängig zu bleiben. Denn je weniger Energie verbraucht wird, desto weniger Kosten fallen an und desto kleiner ist die Gefahr, von einem Versorgungsengpass betroffen zu sein. Und dank der Tatsache, dass die Entwicklung in diesem Bereich in den letzten Jahren rasante Fortschritte gemacht hat, ist es alles andere als ein Widerspruch, sinnvoll mit den Ressourcen umzugehen und dennoch komfortabel zu leben. Was in diesem Bereich möglich und sinnvoll ist, um ein Projekt individuell bezüglich Energieeffizienz zu optimieren, darüber geben die auf der Plattform vertretenen Fachleute gerne Auskunft.

eco2friendly c/o Otto Fischer AG Aargauerstrasse 2 Postfach 8010 Zürich info@eco2friendly.ch www.eco2friendly.ch

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www.energie-experten.ch Zapfen Sie unser Wissen an, bevor Sie Ihre Steckdose anzapfen.

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Einfach Energie sparen Die Webseite www.energie-experten.ch für spannende Informationen rund ums Thema Energieeffizienz.

Energiewissen kompakt verständlich gemacht In den Expertenblogs bietet die Plattform Wissen und Energieeffizienz-Tipps für Mieter, Hauseigentümer und KMUs im deutschsprachigen Raum. Themen der letzten Beiträge: • Die intelligente Heizungsregelung denkt voraus und spart Energie • Eigenen Strom auf dem Hausdach produzieren • Energiesparen im Ferienhaus • Sinkt die Temperatur unter 7° C wird es Zeit für die Winterreifen! • Urbane Mobilität neu gestalten – die Smart City fährt BICAR • Volltanken für zwei Franken • Eiskalt sparen mit stromsparenden Gastrokühlgeräten • Optimierung bestehender Beleuchtung im Gewerbe • Kabellos laden durch Induktion • Klimaschutz geht durch den Magen

Energieförderung zugänglich gemacht Bund, Kantone, Gemeinden und Elektrizitätswerke stellen den Schweizerinnen und Schweizern laufend neue Förderprogramme zur Verfügung. Damit man sich im Förderdschungel zurechtfindet, haben die Energie-Experten das etablierte Suchportal www.energiefranken.ch neu lanciert. Mit wenigen Klicks gelangen nebst Privatpersonen nun auch Unternehmen schnell zu den aktuellen Förderprogrammen. Dazu wird ganz einfach die Postleitzahl des Wohn- oder Standortes eingegeben.

Wer sind Ihre Energie-Experten?

Gian Cavigelli Projektleiter Energie-Experten

Zu den ausgewiesenen Energie-Experten gehören: energieschweiz, Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), EMPA, iHomeLab, Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur (HTW), Schweizerische Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.), Wirtschaftsverband swisscleantech, Stromspar-Website www.topten.ch, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und Öbu. Energie-Experten c/o Elektrizitätswerke des Kantons Zürich Energieberatung Postfach 8022 Zürich T. 058 359 51 11 info@energie-experten.ch www.energie-experten.ch

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klimafreundlich Energie

Plug’n Roll: das intelligente Netzwerk für Elektromobilität Machen Sie sich bereit für die Zukunft.

Elektromobilität ist nicht mehr nur ein Trend, sondern ist schon bald Standard. Allein zwischen 2014 und 2015 hat die Zahl der Elektrofahrzeuge in der Schweiz um etwa 70 Prozent zugenommen. Im vergangenen Jahr waren insgesamt über 7500 Fahrzeuge registriert. Damit die Reise in Richtung nachhaltige Mobilität zügig weitergeht, ist ein dichtes Netz an Ladestationen unerlässlich. Dieses braucht es, damit sich Elektroautofahrer gelassen und ohne grössere vorgängige Planung auf Reisen begeben können. Genau hier hapert es in der Schweiz aber noch: Das Angebot an Ladestationen ist zu klein. Repower verfolgt deshalb das Ziel, ein dichtes, intelligentes Netzwerk an Stationen aufzubauen, denn das Energieunternehmen ist vom Potenzial der Elektromobilität überzeugt.

Ladestation und Kommunikationsinstrument in einem Unter dem Namen Plug’n Roll hat das Unternehmen innovative Services rund um die Elektromobilität entwickelt. Dazu gehören die Ladestationen PALINA und BITTA. Beide Produkte wurden von den italienischen Architekten, Designern und Künstlern Italo Rota und Alessandro Pedretti exklusiv für Repower entworfen. Für die technische Umsetzung hat sich Repower an ABB gewandt. Die Ladesäule PALINA ist gleichzeitig ein Kommunikationsinstrument: Der Betreiber – sei dies eine Gemeinde, ein Hotel oder ein Gewerbebetrieb – kann auf einem LCD-Display Informationen aufschalten oder auch multimediale Inhalte abspielen. BITTA ist sozusagen die kleine Schwester von PALINA: Die so genannte Wallbox kann problemlos an eine Wand montiert werden. Wie PALINA eignet sie sich sowohl für den öffentlichen als auch für den privaten

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klimafreundlich Energie Über Repower Repower ist ein international tätiges Schweizer Energieunternehmen mit Hauptsitz in Poschiavo (Graubünden). Die Gruppe ist von der Produktion über den Handel bis zum Vertrieb und zur Verteilung auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette tätig. Schlüsselmärkte sind die Schweiz und Italien. Repower beschäftigt rund 630 Personen. Energieservices gewinnen in der sich wandelnden Strombranche zunehmend an Bedeutung – so auch bei Repower. Einer dieser innovativen Services ist die Elektromobilität, die Repower mit Plug’n Roll vorantreibt.

Gebrauch. Es versteht sich von selbst, dass beide Ladestationen mit Ökostrom betrieben werden: Repower setzt dabei auf ihren naturmade star-zertifizierten Ökostrom Purepower.

Rundum-Service und App Repower richtet ihre Angebote nebst Privatkunden insbesondere auf Unternehmen, Hotels und weitere Tourismuspartner aus, die auf den Zug der Elektromobilität aufspringen und ihren Besuchern und Gästen diesen innovativen Service bieten wollen. Sie können könne dazu ein Abonnement lösen, in dem ein Rundum-Service inbegriffen inbegr ist: Installation, Wartung, 24/7-Störungsdienst, Zahlungsmanagement lung und eine Netzwerkmitgliedschaft. Pro Kunde, der an der Station sein Auto lädt, erhält der Betreiber zudem eine Rückzahlung Rüc von rund 30 Rappen pro Kilowattstunde. Das N Netzwerk wäre jedoch kein Netzwerk, wären die Ladestationen nicht ni miteinander verbunden. Dies wird über die Plug’n Rollgew App gewährleistet, welche das ganze Netz an öffentlichen Ladesäulen anzeigt. Über die kostenlose Anwendung sehen Elektroautofahrer auf Bli die genauen Standorte und erhalten Auskunft darüber, ob einen Blick gewün die gewünschte Station gerade besetzt oder frei ist. Sie können damit einfach und rasch den Ladevorgang auslösen und über die App bezahlen. Zudem werden Informationen zum Betreiber der Ladestation angezeigt – eine gute Werbeplattform. Als Kunde respektive Betreiber einer Ladestation werden Sie somit Teil dieses intelligenten Netzwerks.

Ladestation wird zum Standard Bis in der Schweiz für eine sorgenfreie, nachhaltige Mobilität genügend Ladestationen installiert sind, wird wohl noch einige Zeit vergehen. Repower ist aber überzeugt, dass vor allem tourismusnahe Betriebe ein Interesse daran haben werden, ihren Gästen Services im Bereich der Elektromobilität, wie zum Beispiel eine hoteleigene Ladestation, anzubieten. Vor einigen Jahren war es auch noch nicht selbstverständlich, in jedem Hotel gratis WLAN vorzufinden – heute kommen Gastgeber nicht mehr darum herum. Eine ähnliche Entwicklung ist auch bei der Elektromobilität absehbar. Eines ist sicher: Die Reise in die Zukunft führt an der Elektromobilität nicht vorbei.

Jürg Geiser Vertrieb Repower AG T. +41 81 423 7727 M. +41 79 542 8515 juerg.geiser@repower.com

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klimafreundlich Energie

Mit Erdgas und Biogas klimafreundlich unterwegs Autofahren mit Erdgas und Biogas ist nicht nur umweltschonend, sondern auch sparsam. Und dank moderner Turbomotoren mit hohem Drehmoment überzeugen gasbetriebene Fahrzeuge auch durch ihre Leistung. Power-to-Gas eröffnet neue Perspektiven, was den nachhaltigen Einsatz von Gastreibstoffen betrifft. Erdgasfahrzeuge sind in der Schweiz mit einem Biogas-Anteil von mindestens 10 Prozent unterwegs. Mit Erdgas/Biogas betriebene Fahrzeuge – gebräuchlich für den Treibstoff ist das Kürzel CNG (Compressed Natural Gas) – stossen nicht nur weniger CO2 aus als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren, sondern emittieren auch viel weniger umwelt- und gesundheitsbelastende Schadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide. Diese sind besonders problematisch im Zusammenhang mit der Ozonbildung im Sommer. Die Auto-Umweltliste des Verkehr-Clubs der Schweiz (VCS) bestätigt auch in diesem Jahr die Klimafreundlichkeit von Gasfahrzeugen.

Erfüllt hohe Sicherheitsstandards: Tankmodul eines mit Erdgas/Biogas betriebenen Fahrzeuges. Darstellung: Audi

Bei einem Gasauto ist ein herkömmlicher Ottomotor für Erdgas/Biogas optimiert. Fahrer und Passagiere merken auf der Fahrt keinen Unterschied gegenüber einem mit Benzin angetriebenen Fahrzeug. Der Motor ist bivalent angelegt – das heisst, er kann mit Erdgas/Biogas und mit Benzin betrieben werden. Wenn der Gastank leer gefahren ist, schaltet das System automatisch auf Benzin um; der Fahrer merkt davon nichts. Die Mobilität ist also jederzeit gewährleistet, auch wenn gerade einmal keine Gastankstelle in der Nähe sein sollte. Die beiden separaten Treibstoffanzeigen im Fahrercockpit geben darüber Auskunft, mit welchem Treibstoff – Gas oder Benzin – man unterwegs ist. Dank moderner Turbomotoren mit hohem Drehmoment überzeugen Gasautos auch durch ihre Leistung.

Tanken: einfach und sicher Ein Auto, das mit Erdgas/Biogas und Benzin angetrieben wird, hat eine Reichweite von 600 bis 1400 Kilometern. Die Betankung mit Gas ist völlig unkompliziert und sicher. Der Anschluss für das Druckventil, wo das Gas eingefüllt wird, befindet sich neben dem Benzin-Einfüllstutzen hinter der Tankklappe. Inzwischen stehen in der Schweiz bereits über 140 Gastankstellen zur Verfügung. Mit Erdgas/Biogas betriebene Fahrzeuge sind so sicher wie Benzin- und Dieselautos. Verschiedene unabhängige Tests haben bewiesen, dass die Brand- und Explosionsgefahr bei Gastanks sogar deutlich niedriger ist. Für Gasanlagen gelten generell sehr hohe technische Standards. Die Tanks gehören zu den sichersten Komponenten am Fahrzeug und unterliegen strengen Tests.

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Bild: HSR

Die Hochschule für Technik Rapperswil betreibt eine Powerto-Gas-Anlage, um klimaneutrales Methan fürs Autofahren herzustellen.

Dank moderner Turbomotoren mit hohem Drehmoment überzeugen Gasautos auch durch ihre Leistung. Zudem wird die Modellpalette von Gasautos immer grösser: Ob Kleinwagen, Familien-Van, Lifestyle-Kombi oder Limousine – inzwischen sind alle Fahrzeugkonzepte auch mit Erdgas/Biogas-Antrieb erhältlich.

Grosses Sparpotenzial Die Treibstoffkosten für ein Erdgas/Biogas-Auto liegen im Durchschnitt rund 25 Prozent tiefer als für ein vergleichbares Benzin- oder Dieselauto. Das liegt unter anderem daran, dass der Bund klimafreundliche Treibstoffe durch finanzielle Anreize fördert. So ist die Mineralölsteuer auf Erdgas-Treibstoff reduziert und Biogas ist ganz von der Mineralölsteuer befreit. Viele Erdgasversorgungsunternehmen unterstützen Käufer von Gasfahrzeugen. Zudem ist in einigen Kantonen die Motorfahrzeugsteuer für umweltschonende Fahrzeuge reduziert oder wird gar erlassen. Und schliesslich gewähren mehrere Versicherungsgesellschaften Rabatte. Dies alles ermöglicht ein bedeutendes Sparpotenzial.

Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG Der Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG vertritt national und international die branchen- und energiepolitischen Interessen der Schweizer Erdgas-/Biogas-Wirtschaft. Im 1920 gegründeten Verband sind rund 90 Gasversorgungsunternehmen zusammengeschlossen, die sich mehrheitlich in öffentlicher Hand befinden. Der VSG unterstützt seine Mitglieder in den Bereichen Politik, Marketing, Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Der Verband hat seinen Sitz in Zürich und verfügt über eine Niederlassung in Lausanne.

Trend in Richtung erneuerbare Gase Biogas ist ein erneuerbarer und CO2-neutraler Energieträger. Es entsteht durch die Vergärung von organischen Abfallstoffen wie Grüngut oder Klärschlamm. Wesentlicher Bestandteil des Biogases bildet Methan, das auch Hauptbestandteil von Erdgas ist. Eine weitere Möglichkeit, erneuerbare Gase zu produzieren, ist das Power-to-Gas-Verfahren. Damit kann überschüssig anfallender Strom aus Solar-, Wind- oder Wasserkraftwerken in Wasserstoff umgewandelt und anschliessend zu synthetischem Erdgas (Methan) verarbeitet werden. Das so erzeugte Methan wird direkt zum Betanken von Gasfahrzeugen verwendet. Power-to-Gas ist eine vielversprechende Technologie für eine nachhaltige Energieversorgung. Mit Unterstützung der Schweizer Gaswirtschaft betreibt das Institut für Energietechnik an der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) eine Power-to-Gas-Anlage. Ziel ist, Know-how aufzubauen, wie man aus den frei verfügbaren Ressourcen Sonnenenergie, Wasser und CO2-Emissionen klimaneutrales Methan fürs Autofahren herstellt.

Thomas Hegglin Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG

Auch an der Empa in Dübendorf ZH, dem interdisziplinären Forschungsinstitut des ETH-Bereichs für Materialwissenschaften und Technologieentwicklung, werden in einer Pilotanlage Wasserstoff und wasserstoffangereichertes Erdgas/Biogas hergestellt, um eine Testflotte zu betreiben. Der Praxistest soll aufzeigen, wie sich die Effizienz heutiger Fahrzeuge steigern lässt und wie Schadstoffe und CO2 weiter reduziert werden können.

Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG Grütlistrasse 44, 8027 Zürich T. +41 44 288 31 31 F. +41 44 202 18 34 vsg@erdgas.ch www.erdgas.ch

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klimafreundlich Energie

Energy. Made in Switzerland Holz – eine unentbehrliche Ressource «Ötzi, der Mann aus dem Eis, konnte bei seiner Gletscherbesteigung ebenso wenig darauf verzichten wie die Baumeister mittelalterlicher Kathedralen oder die Energieunternehmen unserer Tage», schreibt Joachim Radkau in seinem Buch «Holz – Wie ein Naturstoff Geschichte schreibt». Sie beginnt mit der Beherrschung des Feuers, zweifelsohne eine der wichtigsten Zivilisationsmotoren überhaupt, führt über facettenreiche Verwendungszwecke und mündet in die Wiederentdeckung seiner klimafreundlichen Eigenschaften zu Zeiten umweltpolitischer Herausforderungen.

Krisen als Chancen Waldholz, das bis zur industriellen Revolution die schweizerische Primärenergiebilanz noch dominierte, deckte 1910 mit rund 15 % nur noch einen Sechstel des Energiebedarfs. Zwar blieb Kohle dem Wachstum energieintensiver Industriezweige vorbehalten und vermochte das Brennholz zunächst nicht aus seinen angestammten Anwendungsbereichen, dem Gewerbe und der Heizung in Privathäusern, zu verdrängen. Aber


klimafreundlich Energie

spätestens mit dem Siegeszug des Erdöls ab den 1950er-Jahren verlor die Energiebereitstellung aus Brennholz kontinuierlich an Bedeutung. Um 1970 betrug der Anteil am Gesamtenergieverbrauch noch gerade mal 1 % und lediglich 20 % des im Wald geschlagenen Holzes wurden direkt für die Energiegewinnung verwendet. Erst mit der Ölkrise 1973 und dem damit verbundenen Anstieg des Erdölpreises erwachte das Interesse an der Holzenergie von Neuem.

Innovationen in der Holzfeuerungstechnik Fortschritte bei den Heizsystemen sowie neue Brennstoffsortimente wie Holzhackschnitzel ermöglichten den Bau grosser Anlagen. In der Schweiz kamen ab den frühen 1970er-Jahren die ersten automatischen Holzfeuerungen in Betrieb, deren Wirkungsgrade fortlaufend verbessert, Wärmeverluste reduziert und Emissionen massgeblich gesenkt werden konnten. In den letzten zwei Jahrzehnten gewannen auch Holzpellets als neustes Brennholzsortiment stark an Bedeutung. Einerseits waren dadurch automatische Holzheizungen auch für kleinere Leistungsbereiche ohne zusätzlichen Arbeitsaufwand möglich. Andererseits konnten die in der Holzindustrie anfallenden Sägenebenprodukte auch zur Brennstoffproduktion genutzt werden. Neuere Techniken wie z.B. das ORC-Verfahren erlauben mittlerweile die gleichzeitige Bereitstellung von Wärme und Strom aus Holz.

Über den Verein Holzenergie Schweiz Seit über 35 Jahren fördert Holzenergie Schweiz eine sinnvolle, umweltgerechte, moderne und effiziente energetische Verwendung von Holz, dem zweitwichtigsten erneuerbaren und einheimischen Energieträger der Schweiz. Mit einer Vielzahl von attraktiven und modernen Dienstleistungen sind wir für Fachleute, Bauherren, Politiker, Firmen und interessierte Privatpersonen ein wichtiger und kompetenter Ansprechpartner im Bereich Holzenergie.

Holzenergie heute und morgen Seit den 1990er-Jahren hat die Holzenergienutzung infolge des technologischen Fortschritts, aber auch durch gezielte Massnahmen der Schweizerischen Energiepolitik und einer wachsenden Sensibilität der Bevölkerung für Umweltfragen wieder zugenommen. Holzenergie trägt aktuell mit 4,2 % am Gesamtenergie- bzw. über 10 % am Wärmebedarf wieder zu einem veritablen Anteil am Schweizer Energiemix bei. Allerdings kann und soll dieser Beitrag in Zukunft noch gesteigert werden, und zwar auf folgenden Gründen: • • • • •

Holz ist ein CO2-neutraler, einheimischer und nachwachsender Rohstoff. Eine stärkere Nutzung erhöht die Versorgungssicherheit und schafft Arbeitsplätze. Durch eine aktive Forstwirtschaft werden unsere Wälder fit und gesund gehalten. Moderne Holzheizungen sind Hightech-Produkte, die strengste Auflagen erfüllen. Angesichts knapper werdender Ressourcen und zunehmender Umweltverschmutzung ist ein schneller Umstieg weg von fossilen Energieträgern dringend notwendig.

Michael Tibisch Projektleiter Kommunikation Holzenergie Schweiz

Holzenergie Schweiz Neugasse 6 8005 Zürich T. +41 44 250 88 11 F. +41 44 250 88 22 info@holzenergie.ch www.holzenergie.ch

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Messe für Bauen Renovieren und Wohnen

Quelle: MartyDesignHaus

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klimafreundlich Chancen & Initiativen tige Aspekte. Die Storyfabrics Produkte wurden vom Global Organic Textiles Standard (GOTS) zertifiziert. GOTS ist als weltweit führender Standard für die Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern anerkannt. Auf hohem Niveau definiert er umwelttechnische Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette und fordert gleichzeitig die Einhaltung von Sozialkriterien. Die Produkte sind im Onlineshop oder über faircustomer.ch erhältlich.

Neues Schweizer Textillabel Storyfabrics setzt konsequent auf Nachhaltigkeit in der Textilproduktion. Für ihre edle Bettwäsche wird ausschliesslich biologische und Fairtrade-zertifizierte Baumwolle verwendet. Das Design wird in der Schweiz entwickelt und in Kalkutta, Indien genäht. «Wir von Storyfabrics sind überzeugt, dass Design, hochwer-

tige Qualität und ein nachhaltiger Lebensstil kein Widerspruch sind. Durch angemessene Preise helfen wir unseren Produktionspartnern ihre Mitarbeiter gerecht zu bezahlen und die Schulbildung ihrer Kinder zu sichern», sind für Martina Unternaehrer, Gründerin und Inhaberin von Storyfabrics GmbH wich-

Storyfabrics GmbH Logengasse 36A 2502 Biel/Bienne welcome@storyfabrics.com www.storyfabrics.com

volle Umsetzung des Pariser Abkommens zum Klimaschutz • Sensibilisierung junger Menschen für die Klimafragen und die Wichtigkeit von lokalen und globalen Aktionen • Teilnahme an den Klimakonferenzen der Vereinten Nationen (COP) als Vertretung der Schweizer Zivilgesellschaft • Zusammenarbeit mit Jugendorganisationen in anderen Ländern als Grundlage für eine neue internationale Zusammenarbeit

Junge Menschen engagieren sich für ein nachhaltiges Leben Swiss Youth for Climate ist ein 2015 gegründeter politisch unabhängiger Verein, der sich für den Einbezug junger Leute in die nationale und internationale Klimapolitik einsetzt. Bereits im ersten Jahr ihres Bestehens engagierte sich eine Delegation des Vereins in Paris bei den Klimaverhandlungen der UNO und

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nutzte verschiedene Informationskanäle, um die Bevölkerung für die Verhandlungen zu sensibilisieren. Swiss Youth for Climate engagiert sich insbesondere für die folgenden Anliegen: • Eine zielführende nationale wie globale Klimapolitik, insbesondere für eine ambitionierte und verantwortungs-

Swiss Youth for Climate Seebahnstrasse 227 8004 Zürich info@syfc.ch www.syfc.ch


Die Baumesse. Wo man schaut, bevor man baut.

Quelle: betonsuisse

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klimafreundlich Chancen & Initiativen Für eine faire Produktion, verwendet Fairphone als erstes Unternehmen Zinn, Coltan und Wolfram aus konfliktfreien Gebieten der DR Kongo und zertifiziertes Fairtrade Gold aus Peru. Fairphone arbeitet mit Herstellern zusammen, die ihren Mitarbeitenden ein sicheres Arbeitsumfeld, einen fairen Lohn und das Recht auf eine Arbeitnehmervertretung garantieren. Das Fairphone 2 ist über Faircustomer.ch bei der sinndrin genossenschaft erhältlich.

Das erste modulare und faire Smartphone Über 100 000 Menschen nutzen weltweit bereits ein «Fairphone». Fairphone ist ein Unternehmen, das eine Bewegung für ressourcenschonende und faire Elektronik vorantreiben will. Dazu hat Fairphone ein Smartphone entwickelt, das mit minimalen Auswirkungen für den Planeten und Menschen entworfen,

produziert, genutzt und später entsorgt wird. Als erstes Smartphone ist das Fairphone modular aufgebaut. Wenn Einzelteile kaputt gehen, kann jede und jeder auf einfache Weise sein Handy selber reparieren.

Faircustomer AG Heinrichstrasse 241, 8005 Zürich Tel.: 043 268 56 82 info@faircustomer.ch www.faircustomer.ch

Kennzeichnungen, Umwelt- und Soziallabels Lebensmittel & Einkaufen

Hotel & Gastronomie

AgriNatura: www.agrinatura.info Bio-Knospe: www.bio-suisse.ch By-air: www.coop.ch Claro: www.claro.ch Coop Naturaplan: www.coop.ch/naturaplan Demeter: www.demeter.ch FAIRTRADE MAX HAVELAAR: www.maxhavelaar.ch Gebana: www.gebana.ch Migros Bio: www.migros.ch MSC (Marine Stewardship Council): www.msc.org

BIO-Hotels: www.biohotels.info Steinbock-Label: www.steinbock-label.ch

Energie digitalSTROM®: www.digitalstrom.org energieEttikette: www.energieetikette.ch EnergieSchweiz-Partner: www.bfe.admin.ch Energiestadt: www.energiestadt.ch Energy: www.energielabel.ch ENERGY STAR: www.energystar.ch naturemade basic & star: www.naturemade.ch

Holzverarbeitung FSC (Forest Stewardship Council): www.fsc-schweiz.ch Q Swiss Quality: www.wvs.ch Rainforest Alliance: www.rainforest-alliance.org

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Textilwirtschaft CoopNaturaline: www.coop.ch/naturaline Global Organic Textile Standard (GOTS): www.global-standard. org Textiles Vertrauen nach Oeko-Tex® Standard 100plus: www.oeko-tex1000.com

Wirtschaft & Umwelt Climatop: www.climatop.ch ClimatePartner: www.climatepartner.ch Cradle to Cradle®: www.epeaswitzerland.com Ecocert: www.ecocert.com MINERGIE: www.minergie.ch myclimate: www.myclimate.org Swiss Climate: www.swissclimate.ch Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und zeigt hier nur einige wichtige Umwelt- und Sozial-labels auf. Weitere Informationen zu den Labels erhalten Sie direkt bei den verschiedenen Organisationen. Quelle: www.labelinfo.ch


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Messe für Bauen Renovieren und Wohnen

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Quelle: MartyDesignHaus

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«Die ABS war unsere Partnerin der ersten Stunde. Sie hat auf Anhieb verstanden, worum es bei unserem Projekt wirklich ging: um nachhaltig und wirtschaftlich produzierte Energie und um die Zukunft unserer Gemeinde.» Emil Müller, Verwaltungsratspräsident der Ouvra Electrica Susasca Susch und Gemeindepräsident Zernez

Die Alternative Bank Schweiz fördert seit ihrer Gründung vor über 20 Jahren schweizweit Innovationen im Bereich der Neuen Erneuerbaren Energien.

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