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energiezukunft

Dezember 2019

Schweiz 2020

Jahrbuch fĂźr unsere Energie von morgen


Anders als Andere.

« Beim letzten Ausbau unseres Solaranlagenparks unterstützte uns die ABS mit viel Sachverstand. Mit ihr als Partnerin haben wir eine grossartige Lösung für die Finanzierung gefunden.» artischock.net

Lukas Herzog, Geschäftsführer der Alteno Solar AG, Basel.

Die Alternative Bank Schweiz fördert seit ihrer Gründung vor 30 Jahren schweizweit Innovationen im Bereich der Neuen Erneuerbaren Energien.

www.abs.ch


energiezukunft editorial

Mutige Entscheide Die Idee ist nicht neu. Die Universität Konstanz nutzt seit 1972 Wasser aus dem Bodensee, um ihr Rechenzentrum zu kühlen. Auch die Wärmenutzung aus dem Seewasser wurde angegangen, 1984 von der Stadt Rorschach. Das Projekt scheiterte an den Kosten. Zudem bestanden Bedenken wegen der damals noch nicht erforschten Auswirkungen auf den See. Inzwischen hat die Klimadebatte das Interesse an der thermischen Nutzung von Gewässern neu entfacht. Immerhin könnte der Bodensee – nur so als Beispiel für eines der vielen Gewässer in der Schweiz – rein rechnerisch 40 Prozent des Wärme- und 120 des Kühlbedarfs unseres Landes abdecken. Thermische Energie aus Gewässern wird inzwischen genutzt. Aber viel zu wenig, da sind sich die Experten einig. Das ist umso erstaunlicher, wenn man um die Tatsache weiss, dass die dafür notwendige Technik vorhanden ist und nur darauf wartet, vermehrt zum Einsatz zu kommen. Die ökologischen Bedenken werden relativiert: So könnte beispielsweise aus dem Bodensee im Winter in der Grössenordnung der Energieproduktion eines Kernkraftwerks Wärme für rund eine Million Menschen entnommen werden, und die Wassertemperatur würde sich weit weniger verändern als mit dem Szenario des Klimawandels zu erwarten sei, betont Alfred Wüest, Professor für Wasserphysik am Eidgenössischen Wasserforschungsinstitut Eawag. Die Nutzung thermischer Energie aus Gewässern ist einer der zahlreichen Ansätze, die es weiter zu verfolgen gilt. In der vorliegenden Ausgabe von EnergieZukunft Schweiz zeigen namhafte Autoren weitere spannende Ideen und Lösungsvorschläge auf. Die eine oder andere Aussage mag kontrovers diskutiert werden. Aber das ist gut so. Es gilt, die Diskussion um die Energiezukunft der Schweiz intensiv und konstruktiv weiterzuführen und für eine nachhaltige Energiezukunft unseres Landes mutige Entscheide zu treffen. Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre.

Harald Fessler Herausgeber

Peter Büchel Chefredaktor

Martin Hofer Beirat

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energiezukunft inhaltsverzeichnis

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industrie

Smarte Infrastrukturen von heute für morgen

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Enrico Baumann, Geschäftsführer und Verwaltungsrat, Elektron AG

energiemanagement

Ambitioniert und zuversichtlich

Anne Wolf, Leiterin Corporate Responsibility, Post CH AG 44: Regio Energie Solothurn 46: Gasverbund Mittelland AG

26: Bucher Municipal AG 28: AXA Schweiz

  7: Vorwort Marianne Zünd, Leiterin Medien und Politik, Bundesamt für Energie   8: Erneuerbare Energiezukunft Christa Markwalder, Nationalrätin, FDP BE  10: Die Energiewelt im Wandel Dr. Frank Kalvelage, Geschäftsleiter energie-cluster.ch

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gebäudetechnik

Der Gebäudesektor ist nicht auf Kurs

 12: Energie, von der auch die Natur profitiert Cornelia Brandes, Geschäftsleiterin, VUE Verein für umweltgerechte Energie

Florian Brunner, Geograph und Leiter Fachbereich Klima bei der Schweizerischen Energie-Stiftung SES

 14: Netto Null: Die Schweiz bewegt sich Kurt Egger, Geschäftsleiter und Mitinhaber, Nova Energie GmbH

34: Stiebel Eltron AG 36: NeoVac ATA AG 38: Eniwa AG 40: ZidaTech AG 41: OptoNet AG

 16: Energiezukunft und Biodiversität zusammen denken Stella Jegher, Leiterin Abteilung Politik und Internationales im Zentralsekretariat, Pro Natura  18: Energiezukunft: eine kritische Betrachtung der heutigen Bemühungen Andreas Pestalozzi, Dipl. Masch.ing. und Dipl. Betriebsing. ETHZ, MSM Stanford University USA  22: Gemeinsam investieren, um Ihren Stromverbrauch zu senken Förderprogramm ProKilowatt

Bilder: zstock/Shutterstock.com; theerapong28/Shutterstock.com; Bildagentur PantherMedia/courtyardpix (YAYMicro); Bildagentur PantherMedia/welcomia (YAYMicro); Bildagentur PantherMedia/oneinchpunch

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energiezukunft inhaltsverzeichnis

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INHALT 48

infrastruktur

Die Verwertung von Biomasse hat Zukunft

Andreas Utiger, Geschäftsführer, Biomasse Suisse 50: Energie Wasser Bern 52: Swisspower AG

mobilität

Mobilität wird elektrisch

Josef Brusa, VR-Präsident, BRUSA Elektronik AG 56: Electrosuisse 58: Repower AG 61: Move Mobility AG

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ausbildung

Klimadiskussion: Ein Hype?

Prof. Christian Wirz-Töndury, Co-Leiter Weiterbildung, Institutsleiter und Dozent, HSR Hochschule für Technik Rapperswil. 64: Fachhochschule Graubünden

IMPRESSUM Erscheinung: 1x jährlich, Herausgeber: Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch; Verlag: UTK Media GmbH, Berneckerstrasse 15, 9434 Au, Tel. +41 71 744 94 90, info@utk.ch, www.utk.ch; Chefredaktion: Peter Büchel, Tel. +41 71 755 57 75, buechel@bluewin.ch; Anzeigenverkauf: UTK Media GmbH, Harald Fessler, harald.fessler@utk.ch, Tel. +41 79 631 50 21, Jörg Schelling, Tel. +41 71 511 50 54, joerg.schelling@utk.ch; Improov GmbH: Martin Hofer, Tel. +41 71 511 50 53, martin.hofer@improov.ch; Fachbeirat: Martin Hofer; Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c. Titelbild: PantherMedia/Kristine Scherr; Layout: Lea Fessler, UTK Media GmbH; Koordination und Druck: international media solutions IMS AG, 9434 Au; Papier: Umschlag: 300 gm2, Inhalt: 130 gm2, PlanoArt, weiss. Buchbestellung: www.energie-zukunft-schweiz.ch © Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages. Das Jahrbuch wird klimaneutral gedruckt.

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#AufDieRichtigeEnergieSetzen Biogas

Rundum nachhaltig

Holzpellets

Nachhaltige Energielösungen für die Welt von morgen. Zukunft Wissen Kinder sind die Zukunft. Doch damit sie überhaupt eine haben, müssen wir ihnen schon heute eine bieten. So liegt die Verantwortung für kommende Generationen ausschliesslich bei den Erwachsenen.

Verantwortung e-mobility Mit ausgezeichneten Energielösungen stellt sich Energie 360° den Herausforderungen und macht eine nachhaltige Energiezukunft rundum möglich. Gemeinsam. Hier und jetzt. www.energie360.ch


energiezukunft vorwort

Zwei Null Zwei Null 2020 kommt mit seinen Ziffern quasi als Gegenentwurf zur Digitalisierung daher, die sich ja bekanntlich auf die öde Abfolge von Nullern und Einsen stützt. Wie auch immer: 2020 hat auf jeden Fall etwas Magisches. Es ist das Portal in ein neues Jahrzehnt mit aufregenden Chancen, Entwicklungen aber auch mit neuen Problemen, die sich ungefragt auftun und zu denen gesellen werden, die sich aus dem Zehnerjahrzehnt herübergerettet haben.

Marianne Zünd Leiterin Medien und Politik Bundesamt für Energie

Grad im Energiebereich sind das so einige, die gerne noch abgearbeitet werden möchten. Doch glaubt man der Behauptung, dass sich die Geschichte wiederholt, dürfen wir zuversichtlich sein: In den roaring 1920ies lief die Menschheit bezüglich technischer Entwicklungen – Radio, Stummfilme, grossflächige Ausbreitung der Elektrifizierung, um nur einige zu nennen – geradezu zur Bestform auf. In politischer und wirtschaftlicher Hinsicht hingegen, und auch da gibt es ein paar Parallelen zu heute, spielten die 1920er Jahre verrückt, was schliesslich in eine Weltwirtschaftskrise und in die Anbahnung des zweiten Weltkriegs führte. 2020: Wir haben es in der Hand, ein sicheres und sauberes Energiejahrzehnt zu gestalten.

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energiezukunft

Erneuerbare Energiezukunft

Bild: Š Bildagentur PantherMedia / moodboard (YAYMicro)

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energiezukunft

Eine intelligente Energiepolitik ist der Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft unseres Landes sowie für den produzierenden Industriestandort Schweiz: Sie soll Stromversorgungssicherheit garantieren und unsere CO2-Emissionen reduzieren, indem wir uns schrittweise aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern lösen, entsprechende Anreize setzen und als Gesetzgeber smart regulieren. Lösbare Aufgabe

Die Energieversorgungssicherheit ist ein zentraler Faktor für die Attraktivität des Unternehmensstandorts Schweiz. Mit dem Klima-Abkommen von Paris haben wir uns verpflichtet, unsere CO2-Emissionen massiv zu reduzieren und unseren wichtigen Beitrag – auch in unserem ureigenen Interesse – zur Dämpfung des globalen Temperaturanstiegs zu leisten. Es ist nicht immens schwierig, unsere fossile und nukleare Abhängigkeit aus dem Ausland zu reduzieren: Öl- und Gas-Heizungen können mit Pellet-Heizungen oder Wärmepumpen ersetzt werden, die Wasserkraftwerke können noch mehr Strom liefern, sofern man ihren Ausbau zulässt, und die Windkraft soll auch hierzulande nicht mehr durch übermässige rechtliche Barrieren behindert werden.

Beste Voraussetzungen

Gerade die Schweiz hat für die erneuerbare Energiezukunft beste Voraussetzungen. Wir haben keine eigenen fossilen Energiequellen, sind stark in der Wasserkraft und demzufolge auch in der Stromspeicherung und sind als innovative Volkswirtschaft mit neuen Methoden unterwegs, wie wir den Energiebedarf individuell sichern können – zum Beispiel mit Solarziegeln auf dem Dach des Hauses oder mit Strom produzierender Photovoltaik-Fassade am Industriegebäude. Nach dem überwältigenden Ja-Stimmenanteil zur Energiestrategie 2050 auf Bundesebene folgte in vielen Kantonen mit der Ablehnung der geänderten kantonalen Energiegesetze die Katerstimmung. Die Umsetzung auf kantonaler Ebene ist oft gerade nicht diesen Prinzipien gefolgt, sondern versuchte, mit Geboten und Verboten und schalen Kompromissen den Bürgerinnen und Bürgern vorzuschreiben, wie sie die Energiewende zu vollziehen haben. Versuchen wir deshalb nochmals, die Umsetzung zu ermöglichen, denn ich bin überzeugt, dass die Energiewende mit folgenden liberalen Ansätzen zu meistern ist:

Grundsätzliche Prinzipien

• Markt vor Staat (CO2-Abgabe als Lenkung anstatt gesetzliche Verbote durch kantonale Gesetze) • Eigenverantwortung vor Vorschrift (Anreize zur erneuerbaren Sanierung von Gebäuden) • Internalisierung externer Kosten für die Mobilität (Mobility-Pricing)

Die Energiewende ist zu schaffen, wenn wir ein paar grundsätzliche Prinzipien ins Zentrum rücken:

Gemeinsame Aufgabe

Dank Smartgrid wird die Stromversorgung dezentraler organisiert, währenddessen Wärmeverbünde ganze Siedlungen mit erneuerbaren Energiequellen heizen können.

• Innovationsschub dank Forschung und Entwicklung (und entsprechende Berücksichtigung im BFI-Budget) • Steuerliche Anreize zur energetischen Sanierung von Liegenschaften mit Bonus-System für Heizungen mit erneuerbaren Energiequellen oder Malus-System für Heizungen mit fossilen Energieträgern • Korrektes CO2-Pricing auf fossilen Energieträgern, die wirksame marktwirtschaftliche Hebel funktionieren lassen •E  rleichterte Bewilligungsverfahren für den Bau erneuerbarer Energieproduktionsanlagen

Nun ist es unsere gemeinsame Aufgabe, für diese ambitionierten Ziele die politisch und wirtschaftlich relevanten Akteure zu gewinnen, und ich bin sehr optimistisch, dass die erneuerbare Energiezukunft der Schweiz dank einer breiten Zusammenarbeit möglich ist.

Christa Markwalder Nationalrätin FDP BE (seit 2003); Nationalratspräsidentin 2015/16; Gründungspräsidentin der parlamentarischen Gruppe für Erneuerbare Energien (seit 2005); Juristin bei Zurich Insurance Group (seit 2008)

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energiezukunft

Die Energiewelt im Wandel

Bild: Š Bildagentur PantherMedia / dimitrova

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energiezukunft

Die Elektrifizierung der Gesellschaft erreicht derzeit eine Dynamik, wie sie nur mit der Elektrifizierung der Gesellschaft Anfang des 20. Jahrhunderts vergleichbar ist. Digitalisierung, Elektromobilität, Erneuerbar heizen, CO2Neutralität, Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, Versorgungssicherheit, Energieautarkie, Kohlestrom, Winterloch, Wasserstoff, Power-to-Gas, Blockchain, Cyber Security, Schwarmspeicher – die Liste der Themen und Schlagwörter ist lang und um ein Vielfaches erweiterbar. Das bietet grosse Chancen für Innovationen, neue Geschäftsmodelle und Lösungen, schürt aber auch Ängste bei den etablierten Firmen und Verbrauchern. Kooperationen als Erfolgsfaktor

Viele Schweizer Firmen, Forscher und Entwickler antworten auf die Veränderung mit ihrer ausgeprägten Innovationskraft. Sie erarbeiten neuartige, clevere Produkte, Lösungen und Geschäftsmodelle, um sich den aktuellen Herausforderungen zu stellen und sich erfolgreich anzupassen. Dies wird von der öffentlichen Hand sowie Verbänden und Vereinen wie dem energie-cluster.ch unterstützt und gefördert. Aus diesem Grund hat beispielsweise der energie-cluster.ch seine Strategie entsprechend erweitert und setzt diese nun gemeinsam mit seinem grossen Netzwerk und Partnern aus verschiedenen Bereichen um. Die Schwerpunkte liegen dabei auf intelligenten Gebäuden, der Versorgung und Netzen, der Mobilität sowie den disruptiven Technologien und auch neuen Ansätzen im Bereich der Kommunikation.

tigt die Datensicherheit und die älteren Generationen haben Angst, durch die neuen Energien kalt duschen zu müssen. Es gilt, die richtigen Innovativen und konsensfähigen Lösungen zu finden und diese über die Schweiz hinweg zu vermarkten. Die Dekarbonisierung der Energie liegt als grosses Thema über allem. Die Nachhaltigkeit der Lösungen wird hier der Schlüssel zum Erfolg sein. «Der Wandel kann nur gemeinsam erreicht werden» Ein starkes Netzwerk schaffen

Der energie-cluster.ch stellt sich mit seinem Netzwerk diesen Herausforderungen. Er befähigt seine Mitglieder, führend an einer CO2-neutralen Welt mitzuwirken, um auch morgen noch eine innovative wettbewerbsfähige Schweiz zu haben. Diese wird getragen durch die KMU und ihren Innovationen, um Lebensqualität, CO2-Neutralität, Arbeitsplätze und eine nachhaltige Gesellschaft zu entwickeln. In kurz eine zukunftsorientierte Schweiz, um die uns die ganze Welt beneidet. Dieser Wandel kann nur gemeinsam erreicht werden. Aus diesem Grund bietet der energie-cluster.ch allen die Hand, um ein starkes Netzwerk zu schaffen und diesen Wandel aktiv voranzutreiben. Viele Partner sind schon Teil dieses Netzwerkes, werden auch Sie Teil davon.

Es wird nicht mehr nur um Vermittlung von Wissen gehen, sondern vielmehr darum, gemeinsames Denken und Zielsetzungen in Kooperationen zu entwickeln. Dazu wird der energie-cluster. ch künftig auch Plattformen entwickeln und bereitstellen. Die Menschen mitnehmen

Die Herausforderung beim derzeitigen Wandel in der Energiewelt besteht neben der Vielfalt an neuen Themen, Technologien und Lösungen darin, die Menschen mitzunehmen. Die Jugend lebt die Digitalisierung, die Personen mittleren Alters beschäf-

Dr. Frank Kalvelage ist Geschäftsleiter von energie-cluster.ch

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energiezukunft

Energie, von der auch die Natur profitiert

Bild: Romande Energie SA

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Der Umbau des Schweizer Energiesystems im Rahmen der Energiestrategie 2050 ist in vollem Gange. Beim Strom ist «erneuerbar» schon fast Normalität: 80 Prozent der Schweizer Energieversorger liefern den Haushalten als Standardprodukt erneuerbaren Strom. Und auch für immer mehr Unternehmen ist es mittlerweile selbstverständlich, auf erneuerbare Energie zu setzen. Vergessen geht dabei oft, dass selbst die Produktion von erneuerbarer Energie teilweise stark in die Natur eingreift. So setzen etwa geringe Restwassermengen und unnatürliche Abflussschwankungen im Einflussbereich von Wasserkraftwerken den Gewässerlebewesen zu. Neben dem Klimaschutz ist aber auch der Rückgang der Artenvielfalt eines der brennenden Themen unserer Zeit. Fast monatlich werden neue Studien mit alarmierenden Zahlen veröffentlicht. Die Energiewende ist daher nur dann wirklich nachhaltig, wenn sie die Nutzung der erneuerbaren Energiequellen mit dem Schutz der Biodiversität verbindet. Eingriffe in Natur und Umwelt reduzieren … Genau dieses Ziel hat sich der VUE Verein für umweltfreundliche Energie auf die Fahnen geschrieben. Er hat Kriterien erarbeitet, wie Produktionsanlagen für erneuerbare Energie gestaltet sein müssen, um neben dem Klima auch Natur und Umwelt möglichst wenig zu beeinträchtigen. Diese Kriterien sind die Grundlage für die Zertifizierung von Kraftwerken und Anlagen mit dem Gütesiegel naturemade star. Wasserkraftwerke, die dieses Gütesiegel tragen, müssen beispielsweise zusätzlich zu den gesetzlichen Anforderungen den «greenhydro Standard» erfüllen. Dieser basiert auf anspruchsvollen, gewässerökologischen Kriterien, die von Wissenschaftern der Eawag, dem Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, mitentwickelt wurden. Biogasanlagen werden unter anderem auf Grund ihrer Ökobilanz zertifiziert, welche die Auswirkungen der Anlage auf die Umwelt beurteilt – von der Anlieferung des Grünguts bis zur Produktion des Biogases. Diese Ökobilanz muss mindestens doppelt so gut sein wie bei Erdgas, das via Pipeline in die Schweiz gelangt.

… und ausgleichen Hinzu kommt bei naturemade ein zweiter Handlungsbereich: Die Kompensation der verbleibenden Beeinträchtigungen. Dies geschieht mit dem so genannten Fondsrappen, einem Beitrag von einem Rappen pro Kilowattstunde, den alle Kunden von naturemade star zertifiziertem Strom aus Wasserkraft leisten und der in ökologische Aufwertungen investiert wird. 110 Millionen Franken sind auf diese Weise in den letzten 20 Jahren zusammengekommen! Damit konnten fast 100 Kilometer Fliessgewässer und Seeufer revitalisiert oder neu geschaffen werden. Aus ehemals schnurgeraden Flüssen wurden dadurch wieder natürliche Flussläufe mit abwechslungsreichen Ufern, Kiesbänken, Seitenarmen – und zahlreichen Tier- und Pflanzenarten. Zusätzlich konnten dank des Fondsrappens fast 300 Hektaren Lebensraum revitalisiert oder neu geschaffen werden – von neuen Teichen für seltene Amphibien bis zu Winterquartieren für Fledermäuse. Klimaschutz und der Schutz der Artenvielfalt gehen bei naturemade also Hand in Hand. Dafür sorgt auch die breite Abstützung des Vereins VUE, in dem Energiewirtschaft, Umweltund Konsumentenorganisationen sowie Grosskunden vertreten sind. 2019 konnte der VUE sein 20-jähriges Jubiläum feiern und hat sich aus diesem Anlass ehrgeizige Ziele für die Zukunft gesetzt. So sollen mit naturemade weitere Bereiche des Energiesystems ökologisiert und der Einsatz der Fondsmittel für ökologische Ausgleichsmassnahmen erweitert werden – damit das Klima und die Natur noch stärker profitieren.

Cornelia Brandes ist Geschäftsleiterin des VUE Verein für umweltgerechte Energie. Der VUE setzt sich für die Förderung der erneuerbaren und ökologischen Energieproduktion ein und ist Träger der Gütesiegel-Familie naturemade für Strom, Wärme, Biogas, Wertstoffe sowie Effizienz-Zertifikate. www.naturemade.ch

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energiezukunft

Netto Null: Die Schweiz bewegt sich

Bild: Š Bildagentur PantherMedia / CreativeNature

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energiezukunft

Netto Null ist das klimapolitische Schlagwort dieses Sommers. Der Bundesrat hat am 28. August 2019 beschlossen, dass die Schweiz bis 2050 nicht mehr Treibhausgase ausstossen soll, als natürliche und technische Speicher aufnehmen können. Dies kommt einer eigentlichen Kehrtwende in der Schweizer Klimapolitik gleich. Im Jahre 2050 gibt es per Saldo keine CO2Emissionen mehr. Das bedeutet eine vollständige Umstellung von Öl und Gas auf Erneuerbare. Das Klimaziel stellt sicher, dass die Schweiz ihren Beitrag zur Begrenzung der weltweiten Klimaerwärmung auf unter 1,5 Grad leistet. Die Schweiz reiht sich damit in eine Vielzahl von Ländern ein, die Netto-Null-Ziele für 2050 anstreben. Die Schweiz ist vom Klimawandel besonders betroffen, da die Temperaturen hierzulande doppelt so stark steigen wie im weltweiten Durchschnitt. Anreize schaffen

Als nächstes sind nun Massnahmen und Umsetzungen gefragt, um dieses Ziel auch wirklich zu erreichen. Es ist klar, dass die Schweizer Klimapolitik wesentliche Schritte vorwärts machen muss. Bei den energiebedingten Emissionen sind die Ziele aus technischer Sicht relativ einfach zu erreichen. Möglichst bald sollen keine fossilbetriebenen Heizungen installiert werden. Und auf jedes geeignete Dach gehört eine Fotovoltaikanlage.

Viele Gemeinden, insbesondere Energiestädte sind in der Energiepolitik dem Bund einen Schritt voraus. Sie haben eigene Förderprogramme, initiieren und planen Wärmeverbünde und sensibilisieren die Bevölkerung. In die Forschung investieren

Die CO2-Emissionen umfassen nebst den energiebedingten auch die Graue Energie von Konsumgütern und Baustoffen sowie deutliche Emissionen aus der Landwirtschaft. In diesen Bereichen muss weiter in die Forschung investiert werden. Die Schweiz als innovatives Land ist dazu bestens prädestiniert und kann sich erst noch international profilieren. Es liegt in unserer Verantwortung, in unserem Interesse und insbesondere auch in unseren Möglichkeiten, dass wir energie- und klimapolitisch international eine Vorreiterrolle übernehmen. Wer, wenn nicht die Schweiz, mit den finanziellen Möglichkeiten, den Bildungsinstitutionen und dem stabilen politischen System, hat in die Chance und die Pflicht, energieund klimapolitisch Zeichen zu setzen und voranzugehen?

Ebenso muss der Fahrzeugpark auf erneuerbare umgestellt werden: mit Elektrizität, Biogas und Wasserstoff. Vereinfacht ausgedrückt soll die Energieversorgung zu 100 Prozent erneuerbar ohne Treibhausgasemissionen sein. Zusätzlich braucht es effizientere Gebäude. Die aktuelle Sanierungsrate von gut einem Prozent, muss mindestens verdreifacht werden. Für Investoren sind Anreize zu schaffen, am ehesten in Form von Finanzhilfen. Die Politik ist gefordert

Für all diese Umstellungen ist die Technik vorhanden und erprobt, die Wirtschaftlichkeit ist gegeben und es entstehen erst noch regionale Arbeitsplätze. Die grösste Hürde für die Umsetzung ist die Politik. Bisher fehlten in den nationalen Räten die Mehrheiten, die einen Wandel als klimapolitisch notwendig und volkswirtschaftlich vorteilhaft erachten.

Kurt Egger ist Geschäftsleiter und Mitinhaber der Firma Nova Energie GmbH in Sirnach TG, einem Beratungsbüro für Umwelt- und Energiefragen. Im Auftrag des Bundesamtes für Energie leitet er das Programm EnergieSchweiz für Gemeinden. Kurt Egger wurde im Herbst 2019 in den Nationalrat gewählt. www.novaenergie.ch

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energiezukunft

Energiezukunft und Biodiversität zusammen denken

Bild: Š Bildagentur PantherMedia / springfield

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energiezukunft

Spätestens nach diesem Jahr wird niemand mehr sagen können, wir hätten um die Konsequenzen unseres heutigen Lebensstils nicht gewusst. Im September 2019 zeichnete der Weltklimarat IPCC mit seinem jüngsten Sonderbericht zum Klimawandel erneut ein alarmierendes Bild davon, was uns in nicht allzu ferner Zukunft erwartet, wenn der Treibhausgas-Ausstoss nicht drastisch verringert wird. Sofort und umfassend handeln

Schon vier Monate davor hatte ein anderes globales Wissenschaftsgremium die Alarmglocken geschlagen: Der Weltbiodiversitätsrat IPBES. Der Zustand der Natur sei weltweit dramatisch schlecht, warnten die 150 Expertinnen und Experten aus 50 Ländern Anfang Mai, und verschlechtere sich in immer rasanterem Tempo. Bis zu einer Million von insgesamt acht Millionen Tier- und Pflanzenarten könnten demnächst definitiv von der Erde verschwunden sein. Mit verheerenden Folgen auch für die Menschheit: Wenn die Natur wichtige Ökosystemleistungen wie etwa die Bestäubung, fruchtbare Böden oder die Speicherung von CO2 nicht mehr erbringen kann, ist unser aller Existenz fundamental bedroht. Die Schlussfolgerungen der beiden Wissenschaftsgremien sind – nicht überraschend – sehr ähnlich: Es gilt sofort und umfassend zu handeln. Vor allem aber: Es braucht einen grundlegenden Wandel unseres Umgangs mit natürlichen Ressourcen, wenn wir unsere Lebensgrundlagen langfristig sichern möchten. Der Weltbiodiversitätsrat sagt es deutlich: Wir brauchen Visionen für ein «gutes Leben» ohne ständig steigenden Mehrverbrauch an Material und Konsumgütern.

– nicht in der Schweiz und noch weniger für die Weltgegenden, auf deren Kosten wir in den industrialisierten Ländern leben. So wenig wie AKWs noch Zukunft haben, so wenig werden wir bei der Umstellung von fossilen auf (neue) erneuerbare Energieträger darum herumkommen, das Gesamtsystem in den Blick zu nehmen; dazu gehören ganz besonders die Auswirkungen auf die Biodiversität hier und in anderen Weltregionen. Auch der Umstieg auf Elektromobilität wird uns nicht retten, solange wir nicht bereit sind, unsere Mobilität insgesamt drastisch zu reduzieren: Zu gewaltig wäre der zusätzliche Strombedarf, wenn der motorisierte Individualverkehr auf heutigem Niveau bleibt oder noch mehr zunimmt, vom steigenden Verbrauch an Boden und vom Rohstoffverschleiss bei der Batterieherstellung ganz zu schweigen. Politischer Wille ist gefragt

Der Weg in eine naturverträgliche (Energie-)Zukunft wird kein Sonntagsspaziergang. Es braucht den politischen Willen, die Weichen in allen Sektoren neu zu stellen und dabei auch Massnahmen zu treffen, welche heute noch unpopulär scheinen mögen. 2020 als Abschlussjahr der Uno-Biodiversitäts-Dekade würde sich jedoch gut eignen, um den Schutz der Ökosysteme und ihrer überlebenswichtigen Dienstleistungen endlich auf höchster Ebene als Querschnittaufgabe anzuerkennen. Eine Aufgabe, an welcher auch und gerade der Energiesektor nicht vorbeikommt.

Das Gesamtsystem in den Blick nehmen

Damit sind wir denn bei der Energie angelangt, deren Verfügbarkeit für unsere heutige Lebensweise eine so zentrale Rolle spielt: Auch und gerade beim Thema Energie gilt es der Illusion entgegenzutreten, wir könnten den drohenden Kollaps verhindern, ohne unser Konsumverhalten zu ändern und unseren Ressourcenverbrauch drastisch zu senken. Nachhaltige Energieproduktion, technologische Innovationen und Effizienzsteigerung sind von grösster Bedeutung, aber sie lösen das Problem nicht

Stella Jegher leitet die Abteilung Politik und Internationales im Zentralsekretariat von Pro Natura. www.pronatura.ch

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energiezukunft

Energiezukunft: eine kritische Betrachtung der heutigen BemĂźhungen

Bild: Š Bildagentur PantherMedia / majaFOTO

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energiezukunft

Energy supply Transport Industry Die Energiezukunft bewegt uns alle, da wir unterdessen begriffen haben, dass die Menschheit wahrscheinlich nicht überleben kann, wenn wir nicht in nützlicher Frist darauf verzichten, das vor Millionen oder Milliarden von Jahren in der Erdkruste gebundene CO2 an den Tag zu fördern, um es anschliessend meist durch einen Verbrennungsprozess in die Atmosphäre entweichen zu lassen. Es erscheint nicht sehr sinnvoll, CO2 aus der Erdkruste herauszuholen und es nachher wieder hineinzupressen. Dies ist ohnehin bis anhin nur in speziellen Situationen möglich und extrem teuer. Es ist viel effizienter, dieses Geld in die erneuerbare Energieproduktion – Photovoltaik, Wind, Wasserkraft, Biomasse – zu investieren und somit CO2 gar nicht erst aus der Erdkruste herauszuholen.

Residential and commercial Agriculture Waste management 11,3 %

29,3 %

Internationel Avation International Navigation

11,5 %

Other 19 %

19,5 %

Kostenvergleich macht keinen Sinn

Quelle: National emissions reported to the UNFCCC and to the EU Green-

Wasserspeicherkraftwerke, chemische Batterien oder synthetische Methan- oder Wasserstofferzeugung unter anderem können den unregelmässigen Anfall dieser Energien auch saisonal ausgleichen. Aber auch die Kernspaltung emittiert kein CO2. Es ist daher nicht sehr sinnvoll, sicher funktionierende Kernkraftwerke stillzulegen, solange noch irgendwo in einem Energieverbund – zum Beispiel dem europäischen – Kohlekraftwerke am Netz sind. Ein unwahrscheinlicher Nuklearunfall in einem solchen Kernkraftwerk wäre zwar lokal eine Katastrophe, zu viel CO2 in der Atmosphäre ist aber eine sichere Katastrophe für die gesamte Menschheit. Da die weitere Zunahme des CO2 in der Atmosphäre für das Überleben der Menschheit wohl keine Option ist, ist ein Kostenvergleich der konkurrierenden Energieerzeugungen sinnlos.

house Gas Monitoring Mechanism provided by Directorate-General for Clima-

Da die Schweiz an das europäische Stromnetz angehängt ist und der Import auch von Kohlestrom zunimmt, muss die Energiezukunft der Schweiz innerhalb dieses Netzes optimiert werden. Die European Environment Agency zeigt folgende Aufteilung der europäischen Treibhausgas (GHG)-Emittenten in CO2-Äquivalenz:

Aber auch die in KVAs in der Schweiz mit Kunststoff als Stützenergie verbrannten organischen Abfälle würden besser in Kompostieranlagen und über das Abwasserleitungssystem in Abwasserreinigungsanlagen zu Biogas verarbeitet, das – im Gegensatz zu fossiler Heizwärme – das ganze Jahr hindurch fossiles CO2 ersetzt.

te Action (DG-CLIMA).

Alternativen zur Kohlekraft

Nicht überraschend kommen 30 Prozent zur der Erzeugung elektrischer Energie und Wärme von fossilen Brennstoffen, mehrheitlich Kohle. Solange Kohlekraftwerke an einem Netz sind, macht es keinen Sinn, Wärme elektrisch mit Wärmepumpen oder über Wiederstände zum Beispiel zum Kochen zu erzeugen. Direkte Heizung mit Erdgas emittiert weniger CO2 und mit Biogas überhaupt keines. Biogas, erzeugt aus organischen Abfällen wie Ernterückständen (besser als aus frisch erzeugten Nahrungsmitteln) oder im Meer gefarmten Algen, ist CO2 neutral.

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energiezukunft

Obschon der Verkehr etwa 20 Prozent der europäischen GHG emittiert, ist es nicht sinnvoll, den Verkehr jetzt zu elektrifizieren, denn je mehr Verbrennungsmotoren durch Elektromotoren ersetzt werden, je länger müssen noch Kohlekraftwerke am Netz bleiben. Eigens zur Speisung von Elektrofahrzeugen erstellte PV-Anlagen ändern an dieser Tatsache nichts, denn der durch sie erzeugte Strom würde besser ins Netz eingespeist, um das nächste Kohlekraftwerk früher vom Netz nehmen zu können. Ein moderner Diesel- oder Skyactive-Benzinmotor emittiert weniger CO2 als ein Kohlekraftwerk für dieselbe mechanische Energiemenge, Verlust für Transport und die notwendige Speicherung im Elektrofahrzeug eingerechnet. Und wer bezahlt die Strassen, da Elektrofahrzeuge keine Mineralölsteuer bezahlen? Das Beispiel Zementindustrie

Von den 19 Prozent GHG die europäische Industrie betreffend kommen etwa zwei Prozent von der Zementindustrie, in der Schweiz allerdings über fünf Prozent. Etwa 40 Prozent davon kommen von der Verbrennung, von denen wiederum etwa die Hälfte schon heute CO2-neutral (Abfälle) sind. So ersetzt zum Beispiel das Zementwerk Siggenthal dank hocheffizienter Abgasfiltern umweltverträglich mehrere 10’000 Tonnen fossile Brennstoffe (meist Kohle) pro Jahr durch Plastikabfall und den mit Abwärme von der Zementherstellung getrockneten Klärschlamm mehrerer Abwasserreinigungsanlagen. «Zu viel CO2 in der Atmosphäre ist eine sichere Katastrophe für die gesamte Menschheit.»

Der von der Heizwärme herrührende CO2-Ausstoss der schweizerischen Zementindustrie beträgt rund eine Million Tonnen pro Jahr, ebenso viel wie der Nettoausstoss der KVAs (das heisst nach Abzug der für Heizwärme und Stromproduktion genützten Wärmeenergie). Obschon die Zementindustrie rund die Hälfte ihres thermischen Ausstosses aus den gleichen Abfällen generiert wie unter anderem die KVAs und für die anderweitig genutzte Abwärme keine Abzüge erhält, muss sie dafür Emissionsrechte auf dem Markt erwerben, wovon die KVAs befreit

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sind. Das führt im umkämpften Markt für Abfälle nicht zur Optimierung der Abfallwirtschaft. Würde der Zementindustrie auch politisch ermöglicht, wenigstens die Hälfte der von den KVAs unverwerteten Abfallenergie zu übernehmen, ohne dabei Schlacke zu produzieren, könnte eine weitere halbe Million Tonnen CO2-Ausstoss vermieden werden – immerhin ein Prozent des gesamtschweizerischen Ausstosses. Ein grösseres Problem für die Zementindustrie sind aber die rund 60 Prozent der GHG, die bei der chemischen Reaktion im Herstellungsprozess entweichen. Diese werden schon heute und werden noch zusätzlich vermehrt in der Zukunft durch Beimischung anderer hydraulisch aktiver Produkte gesenkt. Darüber hinaus hilft nur, wenn die Zementindustrie eine CO2Senke betreibt, sei es durch Aufforsten oder durch Speicherung im Boden. Ein Ersatz für Zement als Bindemittel im Beton gibt es noch nicht. Vielleicht Holz statt Beton? Optimierungspotenzial ist vorhanden

Die 11,5 Prozent GHG-Emission von Haushalt und Geschäften kommt vor allem von Heizung und Kühlung. Bodenheizung arbeitet schon effizient bei tiefen Vorlauftemperaturen, weshalb mit dem Ausbau von Fernwärmenetzen noch viel mehr Abwärme der Kernkraftwerke fossile Heizenergie ersetzen könnte. Neben der wichtigen Isolationsverbesserung und Solarwärme kann erst sinnvoll auf CO2-neutrale Energien umgestellt werden, wenn keine fossilen Brennstoffe mehr Elektrizität erzeugen oder mehr Biogas zur Verfügung steht. Die 11,5 Prozent der GHG-Emissionen von Land- und Forstwirtschaft kommen nicht nur von der Milch und Fleischproduktion. So streitet die Wissenschaft, ob ein ungepflegter Wald (damit übrigens auch der Urwald) ein CO2-Emittent oder Senke ist. Logischerweise ist die Menge lebendes Holz in einem Urwald im Mittel konstant, ein alter toter Baum macht Platz für einen nachwachsenden und verfault. Es ist unklar, ob die dabei entstehende CO2-äquivalente Methangasmenge (mehr als 20 mal stärkeres Treibhausgas als CO2) durch das im Humus eingebundene unvergaste tote Holz kompensiert wird. Nur ein bewirtschafteter Wald, dem Holz für den Bau entnommen wird, ist sicher eine CO2-Senke oder ersetzt CO2-neutral


energiezukunft

fossilen Brennstoff bei der Verbrennung. Da aber nur ein kleiner Teil der von der Landwirtschaft verschuldeten CO2-Emissionen von verbrauchter Energie kommt und dieser eigentlich durch selber produziertes Biogas und Biodiesel ersetzt werden könnte, gehören diese Themen nicht unter den Titel Energiezukunft. Und warum nicht Nuklearfrachtschiffe? Vom internationalen Schiffsverkehr, der zum Teil auch durch die Schweiz verursacht wird, kommen etwa drei Prozent der durch Europa verursachten CO2-Emissionen. Etwas weniger vom internationalen Flugverkehr. Ein pensioniertes Ehepaar tut viel für die Umwelt, wenn es im Winter für ein paar Wochen oder sogar Monate mit dem Flugzeug in die Algarve reist, wo es ohne Heizung auskommt, aber das Haus daheim in dieser Zeit nur vor Frost schützt. «Es zeigt sich, dass kurz- und mittelfristig wesentliche Optimierungen möglich wären.»

Auch wenn die langfristige Ausrichtung der schweizerischen Energiezukunft auf PV, Wind, Wasser und Bio sicher richtig ist, so zeigt es sich doch, dass kurz- und mittelfristig wesentliche Optimierungen möglich wären. Dürfen wir diese vernachlässigen, wenn wir nicht wissen, wann wir die langfristig angepeilten Lösungen erreicht haben werden?

der Schweiz beträgt dieser Verbrauch 136, in Deutschland 164 Gigajoules. Auch wenn Indien gemäss The Guardian in den letzten zwei Jahren mehr Kapazität mit PV und Wind als mit Kohle in Betrieb genommen hat, so hat zum Beispiel das China Electricity council immer noch 290 Gigawatt neue Kohlekapazität geplant, was mehr ist als die gesamte Kapazität der in Betrieb stehenden Kohlekraftwerke der USA. CO2-neutrale Entwicklung unterstützen

China produziert mit 2400 Millionen Tonnen Zement pro Jahr mehr als die Hälfte der Weltproduktion und damit etwa 20 Prozent der chinesischen GHG-Emissionen. Indien produziert erst 290 Millionen Tonnen Zement pro Jahr. Mit der Zeit werden sich auch Indien und China mit 30 Prozent der Weltbevölkerung weiterentwickeln und in die Nähe des Energieverbrauchs pro Kopf der Industrienationen kommen. Ohne dass die industrialisierte Welt alles Menschenmögliche unternimmt, um diesen Ländern auch mit Investitionen zu helfen, ihre wirtschaftliche Entwicklung möglichst CO2-neutral zu realisieren, werden unsere lokalen Bemühungen nie genügen, um die weltweit notwendige Reduktion für die Zwei-Grad-Celsius-Grenze zu erreichen.

Globale Lage präsentiert sich dramatisch

Weltweit ist allerdings das Problem viel dramatischer. So trägt die Land- und Forstwirtschaft weltweit 25 Prozent der GHG bei, dies unter anderem auch, weil das bevölkerungsreiche Asien, aber auch Lateinamerika eben weniger industrialisiert sind. Die nicht genutzten Ernterückstände, die grösstenteils jährlich auf dem Feld verbrannt werden, enthalten Energie, die etwa der Hälfte des weltweiten Erdgasverbrauchs entsprechen sollen. Dagegen entfallen auf den gesamten weltweiten Transport erst 14 Prozent der GHG-Emissionen, dies bei einem jährlichen Energieverbrauch pro Kopf (Primärenergie inklusive Erneuerbare gemäss Statistiken von BP) zum Beispiel in Indien von 25 und in China von 97 Gigajoules. Zum Vergleich: In

Andreas Pestalozzi, Dipl. Masch.ing. und Dipl. Betriebsing. ETHZ, MSM Stanford University USA, ehemals Mitglied der Konzernleitung Holderbank (heute LafargeHolcim).

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energiezukunft

FĂśrderprogramm ProKilowatt:

Gemeinsam investieren, um Ihren Stromverbrauch zu senken

Wollen Sie Ihren Stromverbrauch reduzieren und Stromkosten einsparen? Machen Sie mit und erhalten Sie bis zu 30 % Ihrer Investitionskosten. Reichen Sie Ihren Antrag auf www.prokw.ch ein.

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energiezukunft

unterstützt Projekte und Programme, die den Stromverbrauch in Unternehmen, Industrie, Gemeinden und Haushalten reduzieren.

tenwirksamsten Projekte bzw. Programme, also jene, die pro Förderfranken am meisten Strom einsparen. Auf diese Weise können die Fördermittel sehr effizient eingesetzt werden. Den möglichen Förderbeitrag können Sie auf www.prokw.ch schnell berechnen lassen, um Ihre Erfolgschance einzuschätzen.

Erfolgreiches Förderinstrument

Was ist neu im 2020?

Die Wettbewerblichen Ausschreibungen ProKilowatt haben sich über die letzten 10 Jahre zu einem sehr erfolgreichen Förderinstrument für Stromeffizienz entwickelt. Seit dem Start im Jahre 2010 konnten über 600 Projekte und Programme mit einem Fördervolumen von rund 240 Mio. Franken unterstützt werden. Somit konnten rund 730 GWh Strom pro Jahr eingespart werden, was in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 160 000 Haushalten entspricht.

Falls Sie selbst oder einer Ihrer Kunden an einer Anlage eine Stromeffizienzmassnahme mit Investitionskosten von mehr als 70 000 Franken umsetzen möchten, können Sie einen Projektantrag unter www.prokw.ch einreichen. Auf dieser Seite finden Sie auch die aktuellen Förderbedingungen sowie zahlreiche Hilfsdokumente für eine Eingabe. So unter anderem neu ein Musterantrag für Projekteingaben durch Gemeinden. Im 2020 gibt es zudem erstmals drei mögliche Eingabetermine für Projekte: 7. Februar, 24. April und 4. September 2020. Technisch weniger komplexe Massnahmen mit geringen Investitionskosten werden über Programme unterstützt. Unter www. prokw.ch/programme können Sie nach laufenden ProKilowattProgrammen suchen. Im 2020 werden übrigens wieder Programme zur Förderung von energieeffizienten Haushaltsgeräten unterstützt.

ProKilowatt, ein Förderprogramm des Bundesamts für Energie (BFE),

Was fördert ProKilowatt?

ProKilowatt unterstützt Stromsparmassnahmen, die bisher nicht umgesetzt wurden, weil sie sich finanziell nicht lohnten. Der Förderbeitrag, der bis zu 30 % der Investitionskosten betragen kann, soll Anreize setzen, alte Anlagen zu erneuern und in hocheffiziente Technologien zu investieren. Gefördert werden vor allem unwirtschaftliche Massnahmen in folgenden Technologiebereichen: Elektrische Antriebe (Pumpen oder Motoren), Klima- und Prozesskälte, Lüftungsanlagen, Produktionsanlagen oder Beleuchtungen.

Falls sich bei der Eingabe Ihres Projekt- oder Programmantrags Fragen ergeben, kontaktieren Sie uns:

Wie funktioniert Prokilowatt?

Grundsätzlich funktioniert ProKilowatt wie ein klassisches Förderprogramm, es wird jedoch um eine wettbewerbliche Komponente ergänzt. Sie legen den Förderbeitrag, den Sie für die Umsetzung Ihres Projekts bzw. Programms benötigen, selbst fest. Je geringer der Förderbeitrag und je grösser die Stromeinsparung, desto besser sind die Chancen im Wettbewerb Förderbeiträge zu erhalten. Den Zuschlag erhalten die kos-

Tel.: +41 27 322 17 79 prokilowatt@cimark.ch www.prokw.ch

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energiezukunft industrie

Smarte Infrastrukturen von heute fĂźr morgen

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energiezukunft industrie

Im internationalen Städtevergleich* der lebenswertesten Orte der Welt sind 2019 erneut drei Schweizer Städte in den Top Ten platziert. Das Ergebnis geht mit unserer gut funktionierenden, öffentlichen Verkehrs- und Versorgungs-Infrastruktur einher, die massgeblich zur Lebensqualität beiträgt. Doch reicht der heutige Stand der Technik aus, um den hohen Standard auch für kommende Generationen zu erhalten? An die kommenden Generationen denken

Ich befürchte nicht, denn auch die Schweiz ist immer mehr von globalen Herausforderungen wie Bevölkerungswachstum, Verstädterung, Klimawandel und Ressourcenknappheit betroffen. Es ist zwar zu beobachten, dass sich Städte und Gemeinden zunehmend mit Digitalisierungsthemen befassen, wenn es aber um die Investition in moderne Technologien geht, reagieren sie verhalten. Tatsache ist, wenn wir jetzt nicht anfangen in die Modernisierung der Infrastruktur zu investieren, verpassen wir nicht nur den Anschluss an andere Länder, sondern nehmen in Kauf, dass der Leidensdruck für die nächsten Generationen deutlich zunimmt. Industriestandards sorgen für Investitionsschutz

Als Marktführer in der Strassenbeleuchtung haben wir die Einführung der LED-Technologie von Anfang an vorangetrieben. Die sanierten Beleuchtungsinfrastrukturen waren fortan äusserst energieeffizient, aber nicht zwingend ökologisch nachhaltig. Genau hier setzen wir heute an, um durch den Einsatz von bedarfsgerechter Lichtsteuerung und intelligenter Sensorik die Strassenbeleuchtung umweltschonender zu machen. Unsere Strassen werden nur so stark beleuchtet, wie es das effektive Verkehrsaufkommen erfordert – ohne Einschränkung der Sicherheit. Und damit die Betreiber der Anlage ihre Leuchten jederzeit mit neuer Sensorik und Kommunikationstechnologien erweitern können, hat die Lichtbranche sich auf einen herstellerunabhängigen Industriestandard geeinigt – das sorgt für Investitionsschutz. Politische Agenda ist gefragt

Die heutigen Technologien sind soweit ausgereift, dass mit ihrem Einsatz gezielt die Umwelt entlastet und die Lebensqualität gesteigert werden kann. Was es nun braucht, ist eine politische Agenda, die eine schnelle Umsetzung der Schweizer Energie- und Klima-Ziele fordert. *Mercer-Studie 2019. Quelle: https://www.mercer.ch/newsroom/quality-of-living-2019.html

Enrico Baumann, Geschäftsführer und Verwaltungsrat der Elektron AG, führt als engagierter Visionär seit acht Jahren die Weiterentwicklung des Unternehmens an. Er ist überzeugt, dass nur mit dem gezielten Einsatz von Technologie die Schweiz nachhaltig wachsen kann. Als Mitbegründer und Präsident der SmartCity Alliance verschafft er deshalb Technologiepartnern und Hochschulen eine Stimme und treibt so die Neugestaltung des Digitalisierungsgewerbes kontinuierlich voran. www.elektron.ch www.smartcity-alliance.ch

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energiezukunft industrie

Umweltverträgliche Kehr- und Kanalreinigungsfahrzeuge Bucher Municipal entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen mit langer Lebensdauer und hoher Energieeffizienz und geht dabei mit den natürlichen Ressourcen bewusst rücksichtsvoll um. Kanalreinigung ohne Plastik

In der Schweiz ist es weit verbreitet, Leitungen und Schächte mit aufbereitetem Wasser aus Kanalreinigungsfahrzeugen zu reinigen und zu befüllen. Diese Wasseraufbereitung geschieht üblicherweise durch Beflockung. Vielen Betreibern von solchen Fahrzeugen ist nicht bekannt, dass als Flockungsmittel bevorzugt Polyacrylamide eingesetzt werden, welche biologisch schlecht abbaubar sind. Zudem stehen gemäss diversen Studien, Acrylamide im Verdacht, gesundheitsschädigend zu sein. Es geht auch ohne Plastik

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Bucher Municipal bietet seine Fahrzeuge in drei Baureihen an. Die «CityFlex»-Reihe wurde für Einsätze in enger städtischer Umgebung konzipiert. Die Fahrzeuge der reportage «FlexLine» übernehmen Aufträge in Kommune und Industrie. Die Fahrzeuge der «RECycler»-Baureihe verfügen über ein flexibles Recyclingsystem, welches in fünf Stufen vollautomatisch verunreinigtes Wasser mechanisch filtriert. Dank diesem scheidet das Fahrzeug automatisch und durchgängig Schlamm aus dem Wasser ab. Das gereinigte Wasser wird dann wiederum zum Reinigen der Kanalisation genutzt. Das ist nicht nur umweltfreundlich. Es die kommt auch der Rentabilität des Fahrzeuges zugute, Diese Fahrzeuge steigern Effektivität und schützen gleichzeitig die Umwelt – und es erbringen ist nicht nötig, täglich kostbares Wasser mit nicht abbaubaren Polymeren damit siedass mehr Wert als nur ein weiteres Kanalreinigungsfahrzeug. verschmutzt wird. Kanalreinigungsfahrzeuge von Bucher Municipal AG verfügen über Text und Foto: Bucher Municipal eine verschiebbare Trennwand, die eine flexible Volumeneinteilung zulässt. So kön-

Kanalreinigung ohne Plastik

Der «SuperRECycler 414» von Bucher Municipal.

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Der «SuperRECycler 414» von Bucher Municipal.


20ev.com

energiezukunft industrie

Bucher Municipal Bucher Municipal ist ein weltweit führender Hersteller von Kommunalfahrzeugen. Das Produktangebot umfasst Kompakt- und Grosskehrfahrzeuge, Kanalreinigungsfahrzeuge, Winterdienstausrüstungen und Müllfahrzeuge. Bucher Municipal ist ein Geschäftsbereich der Bucher Industries AG.

nen die Fahrzeuge auch ohne Entleerung des Schlammbehälters auf unterschiedliche Aufgaben angepasst werden. Die gesamte Bauweise wurde auf einen tiefen Fahrzeugschwerpunkt ausgelegt. Die Pumpenantriebe wurden auf einen geringen Kraftstoffverbrauch und einen niedrigen Lärmpegel optimiert. Hochwertige Komponente und Fertigungsprozesse sichern nach Angaben des Herstellers eine hohe Qualität und lange Nutzungsdauer mit tiefen Gesamtbetriebskosten.

CityCat 2020ev Tradition meets innovation

Gepflegte Strassen - emissionsfrei und geräuscharm

Jeden Tag sind die Kehrfahrzeuge von Bucher Municipal auf den Strassen von Paris, Barcelona oder Zürich anzutreffen und sorgen für ein gepflegtes Stadtbild. Die CityCat2020ev als erstes vollelektrisches Kompakt-Kehrfahrzeug der 2m3-Klasse setzt 2020ev ist das weltweit ersteohne vollelektrische Massstäbe in BezugDie auf CityCat Lärmreduktion, Emissionsfreiheit und Effizient, auf Kompromisse bei der Leistung, Qualität und Zuverlässigkeit einzugehen. Sie setzt Massstäbe Kompaktkehrfahrzeug der 2-m³-Klasse. Schon um vier Uhr in morgens ist die CityCat 2020ev in vielen Gemeinden unterwegs und Effizienz, Bezug auf Lärmreduktion, Emissionsfreiheit und streift emissionsfrei und fast geräuschlos durch die Strassen, was für die Anwohohne Kompromisse bei der Performance einzugehen. nerinnen und Anwohner weniger Lärm und CO2-Belastung bedeutet und für die Gemeinden weniger Ausgaben. Ein einziges Kehrfahrzeug kann jährlich etwa 26 Tonnen Dank dem Entfall von fossilen TreibWeder Zuladung, Saug- oder KehrleisCO2-Emissionen einsparen und sein Lärmpegel ist rund 10 dB(A) geringer als der stoffen, den niedrigeren Wartungs-, tung wurden im Rahmen der ElektrifizieMittelwert des Wettbewerbs mit konventionellem Dieselantrieb. ServiceZur Erklärung: Das und Reparaturkosten, fallen die rung eingeschränkt. menschliche Gehör empfindet eine Lärmzunahme von drei dB(A)Betriebskosten als doppelt sorund laut.75% tiefer als bei Besonderes Augenmerk wurde auf die

herkömmlichen Dieselfahrzeugen aus.

Vereinbarkeit von Ökologie und Ökono75 % weniger Betriebskosten

Kehrfahrzeug kann jährDie CityCat 2020evmie ist gelegt. nicht nur deutlich leiser, völlig abgasfrei Ein undeinziges auf lange Sicht lich etwa 26 Tonnen CO2-Emissionen Igor Grgic kostengünstiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dank dem Entfall von fossieinsparen. Somit ist die CityCat 2020ev deutlich Leiter Profit Center Schweiz len Treibstoffen, den niedrigeren Wartungs-, Service- und Reparaturkosten, fallen die leiser, völlig abgasfrei und auf lange Sicht Betriebskosten rund 75 % tiefer als bei herkömmlichen Dieselfahrzeugen aus. Den kostengünstiger als Fahrzeuge mit einem Mehrpreis gegenüberVerbrennungsmotor. dem Dieselmodell kann die Elektromaschine grösstenteils kompensieren durch extrem niedrige Treibstoffkosten, den Wegfall von Motorservicekosten und den Entfall einzelner Bauteile wie beispielsweise der Abgasanlage. Alle Bucher Kehrmaschinen zeichnen sich durch lange Lebensdauer und hoher Energieeffizienz enstrasse 80 · 8166 Niederweningen aus. Am Ende ihrer Einsatzzeit sind die Fahrzeuge nahezu 100 % recyclebar. 44 857 22 49

sweepers · sweepers.ch@buchermunicipal.com

Flottenvernetzung mit «Bucher Connect»

Mit einer neuen digitalen Service-Dienstleistung ermöglicht es «Bucher Connect», die Maschinen einer Flotte miteinander zu vernetzen. Egal, wie viele Fahrzeuge eingebunden sind, Bucher Connect sorgt dafür, dass diese im Optimum betrieben werden, Flottenmanager einen besseren Überblick haben und sich so die Stillstandszeiten und Betriebskosten reduzieren lassen oder auch eine Fernwartung durchgeführt werden kann.

Bucher Municipal AG Murzlenstrasse 80 CH-8166 Niederweningen Tel. +41 (0)44 857 22 11 Fax +41 (0)44 857 22 49 www.buchermunicipal.com

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energiezukunft industrie

Die AXA mit Klimaschutz als Schwerpunkt Als Versicherungsgesellschaft will die AXA über das Kerngeschäft hinaus einen nachhaltigen Beitrag für die Zukunft leisten und sich für eine lebenswerte Umwelt, eine stabile Wirtschaft und eine sichere Gesellschaft einsetzen. Der Schwerpunkt der unternehmerischen Verantwortung liegt auf dem Thema «Klimaschutz und erneuerbare Energien». Klimawandel – Einfluss auf das Versicherungsgeschäft

Die Verwendung von fossilen Brennstoffen und der dadurch verursachte Klimawandel werden auch in der Schweiz zu häufigeren und stärkeren Wetterereignissen führen und grössere Schäden verursachen. Als Versicherer und langfristiger Investor liegt es daher in unserer Verantwortung, die Klimakrise aktiv anzugehen und die Energiestrategie 2050 zu begleiten. Die AXA setzt darum den Fokus ihrer Unternehmensverantwortung auf das Thema «Klimaschutz und erneuerbare Energien». Kompletter Ausstieg aus der Kohle

Im Kampf gegen die Klimaerwärmung ist die AXA bereits 2015 als erster grosser Versicherer teilweise aus der Kohle ausgestiegen. Im November 2018 kündigte die AXA eine neue Phase ihrer Klimastrategie an. So will die AXA bis 2040 weltweit komplett aus der Kohle aussteigen und das «warming potential» ihrer Anlagen bis 2050 – im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens – auf unter 1,5°C begrenzen.

«2000-Watt-Areal in Transformation» der AXA am Hauptsitz in Winterthur

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Klimaschutz und erneuerbare Energien»»: Fokus der Unternehmensverantwortung der AXA.

100 Prozent erneuerbare Energie

AXA Schweiz

Die AXA bezieht ihren Strom seit 2009 aus 100 Prozent erneuerbarer Energie, den Grossteil davon aus Wasserkraft. Sie produziert auch selbst Energie aus Sonnenkraft mit Photovoltaikanlagen auf den AXA Bürogebäuden in Winterthur und Lausanne. Der gewonnene Strom wird u.a. den Mitarbeitenden an E-Ladestationen gratis für Elektrofahrzeuge aller Art zur Verfügung gestellt.

Rund zwei Millionen Kunden vertrauen der AXA in der Schweiz. Sie setzen auf ihre Erfahrung und Beratung in der Personen-, Sach-, Haftpflicht- und Lebensversicherung sowie der Gesundheits- und beruflichen Vorsorge. Der führende Schweizer Versicherer

Partnerin der Klimastiftung Schweiz

ist ein dynamisches Unternehmen mit einer

Die AXA ist seit 2008 Partnerin der Klimastiftung Schweiz. Die Versicherung zahlt jedes Jahr einen Grossteil ihrer zurückerhaltenen CO2-Lenkungsabgaben an die Stiftung, die damit Innovations- und Energieeffizienzprojekte von KMU in der Schweiz und Liechtenstein unterstützt.

ambitionierten Vision: den Kunden Freiräume über die finanzielle Sicherheit hinaus schaffen und so ein unbeschwertes Leben ermöglichen - mit einfachen, digitalen Prozessen und innovativen Produkten und Dienstleistungen

CO2-Kompensation der Geschäftsreisen

rund um wichtige Lebensbereiche wie Mo-

Rund zwei Drittel aller Mitarbeitenden kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit und mehr als 10 % der Angestellten arbeiten bereits regelmässig von zu Hause aus. Alle CO2-Emissionen aus Geschäftsreisen werden seit 2014 durch Beteiligung an Klimaschutzprojekten kompensiert.

bilität, Wohnen oder Unternehmertum. Dafür setzen sich die rund 4400 Mitarbeitenden sowie die 2800 Kolleginnen und Kollegen im schweizweit grössten Vertriebsnetz mit über 300 Geschäftsstellen Tag für Tag ein. Die AXA

Nachhaltige Immobilien-Strategie

Schweiz gehört zur AXA Gruppe und erzielte

Um CO2 und Energie zu reduzieren, werden bis 2030 75 % der Immobilien im Besitz der AXA mit einem Nachhaltigkeitszertifikat ausgezeichnet. Dazu gehört auch der Hauptsitz der AXA in Winterthur (vgl. Bild), der im Mai 2019 mit dem Label «2000-Watt-Areal in Transformation» ausgezeichnet wurde. Zum ersten Mal wurden vier Labels an bestehende Areale vergeben, die sich auf dem Weg zu den Vorgaben einer 2000 Watt-Gesellschaft befinden und dies entsprechend nachweisen können.

2018 ein Geschäftsvolumen von CHF 11 Mia.

Auf einer Fläche von 32‘000 Quadratmetern befinden sich fünf Gebäude (davon ein Personalrestaurant), die zwischen 1931 und 1965 erstellt wurden und teilweise unter Denkmalschutz stehen. Seit 2011, dem Beginn umfangreicher Renovationsarbeiten an den Gebäuden, befindet sich die AXA auf dem Entwicklungspfad zum 2000-Watt-Areal. Die Renovationen wurden in Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz vollzogen, und dabei soweit möglich energieeffiziente Verbesserungen vorgenommen. Der Erhalt der Bausubstanz und der Verzicht auf neue Bauten senken den Anteil an grauer Energie deutlich.

Thomas Hügli Leiter Nachhaltigkeit der AXA Schweiz

Links axa.ch/ueber-axa

www.axa.ch

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Wir sind die Nr. 1 in Gebäudetechnik. Weil wir gemeinsam Ideen leben.


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Anmeldung Ihres Projekts bei EM ecowin

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Ermittlung des Einsparpotenzials beim Stromverbrauch

In 3 Schritten zur Förderung von Stromeffizienz. Sie möchten den Stromverbrauch senken und dafür von Fördergeldern profitieren? Mit 3 einfachen Schritten kommen Sie zum EM ecowin Zuschuss, zu Wettbewerbsvorteilen, neuen Verkaufsargumenten, besserem Image und langfristigen, nachhaltigen Lösungen. Melden Sie Ihr Projekt gleich mit einem einfachen Formular an: e-m.info/060

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Auszahlung der Fördergelder


energiezukunft gebäudetechnik

Der Gebäudesektor ist nicht auf Kurs

Bild: © Bildagentur PantherMedia / courtyardpix (YAYMicro)

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energiezukunft gebäudetechnik

In den Wintermonaten sind die Heizungen wieder hochgeschraubt. Doch noch immer erfolgt der weitaus grösste Teil der Wärmeproduktion für Gebäude per Öl- und Gasheizung. Der Gebäudesektor ist demzufolge nicht auf Klima-Kurs. In diesem Sektor schlummert indes ein riesiges Potenzial für Energieeffizienz und Klimaschutz. Entsprechend prioritär müssen hier energiepolitische Fortschritte erzielt werden. Dem Heizbedarf muss zunehmend durch bessere Gebäudeisolierung und umweltverträglichere Heiztechnologien entgegengewirkt werden. Lösungen sind vorhanden

Ein Eckpfeiler des Pariser Klimaabkommens ist der Ausstieg aus den fossilen Energien. Heizungen die mit fossilen Energieträgern betrieben werden, sind nicht mehr zeitgemäss. Was nicht bedeutet, dass wir in Zukunft während der Heizperiode frieren müssen, denn technisch sind die Ziele im Gebäudebereich schon heute erreichbar. Technologien wie Wärmepumpen, Holzfeuerungen, industrielle Abwärme und Sonnenkollektoren können Heizwärme und Warmwasser klimafreundlich und erneuerbar bereitstellen. Ergänzend lässt sich durch gebäudeintegrierte Photovoltaik (GiPV) auch in der Schweiz mehr Strom erzeugen, als der Gebäudepark benötigt. Und schliesslich kann mit einer intelligenten Steuerung von Energieangebot und -nachfrage die Energieeffizienz des Gebäudeparks wesentlich erhöht beziehungsweise Energie eingespart werden. Es gibt noch viel zu tun

Trotz vorhandener Möglichkeiten hapert es bei der Umsetzung beträchtlich. So liegt die Quote für die energetische Sanierung der bestehenden Bausubstanz lediglich bei rund einem Prozent pro Jahr. Damit lassen sich die Klima- und Energie-Ziele nicht fristgerecht erreichen. Erforderlich wären eine mindestens doppelt so hohe Sanierungsquote und ein konsequenter Einsatz von Heizungen, die mit erneuerbaren Energieträgern betrieben werden. Es gilt nun die Rahmenbedingungen so festzulegen, dass beim Heizungsersatz keine Fehlentscheidungen mehr getroffen werden. Das enorme Potenzial an erneuerbarer Wärmeenergie kann und muss rasch ausgeschöpft werden. Helfen könnten zeitgemässe Gesetze und mehr Wissen bei den Fachleuten.

Florian Brunner ist studierter Geograph und Leiter Fachbereich Klima bei der Schweizerischen Energie-Stiftung SES. Die SES engagiert sich für eine intelligente, umweltund menschengerechte Energiepolitik. www.energiestiftung.ch

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energiezukunft gebäudetechnik

Mehrfamilienhäuser in Möriken – nachhaltig und sparsam Die PlusEnergie-Haus Überbauung Grabenweg in Möriken bietet mehr als modernes Wohnen und umweltfreundliches Bauen: Sie ist ein Leuchtturmprojekt und Musterbeispiel für praktizierte Nachhaltigkeit. Gezielt genutzter Solarstrom ist zudem auch ökonomisch vorteilhaft – was Investoren und Nutzer gleichermassen freut. Überbauung Grabenweg – intelligent vernetzt, wirtschaftlich optimiert

Die Anforderungen an das Bauen von heute sind hoch. Aber auch die technischen Möglichkeiten haben zugenommen. Diese auszuschöpfen und gezielt umzusetzen, ist für Planer und Architekten Herausforderung und Inspiration zugleich. Darüber hinaus stellt sich Investoren stets die Frage nach Kosten und Nutzen. Wie kann ein komplexes Energiesystem wirtschaftlich vorteilhaft umgesetzt werden? Dies zeigt anschaulich die Überbauung Grabenweg in Möriken. Gezielt genutzter Solarstrom 4 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 36 Wohnungen

Vier Mehrfamilienhäuser gehören zur PlusEnergie-Haus Überbauung am Grabenweg, welche zentral und dennoch ländlich gelegen ist. Die an der Gebäudehülle, auf den Dächern sowie den Attikabrüstungen installierten PV-Anlagen erzeugen Solarstrom, welcher in erster Linie auf dem Areal selbst genutzt werden soll: Sämtliche Energieverbraucher wie Heizung, Warmwasser, Lüftung, Haushalts- und Allgemeinstrom sowie auch Elektromobil-Ladestationen werden möglichst mit Eigenstrom betrieben. Das sind hohe Anforderungen an das ganze Energiesystem. Die besondere Herausforderung liegt vor allem im Management des erzeugten Solarstroms für die grössten Energieverbraucher wie Elektromobile und Wärmepumpe. Nutzersensibilisierung dank Bonussystem

Überbauung am Grabenweg in Möriken (Quelle: www.wohnen-solaris.ch)

Diese Funktion übernimmt der sogenannte «Eigenverbrauchsmanager» von Smart Energy Control AG. Er misst und optimiert gezielt den Verbrauch des Solarstroms und erzielt dadurch einen höheren Eigenverbrauchsgrad. «Ohne eine intelligente Software, welche den Ladestrom optimal auf die aktuelle Solarstromproduktion abstimmt, wäre eine umfassende Eigenstromnutzung gar nicht denkbar», erklärt David Zimmerli, Geschäftsleiter bei Setz Architektur AG. Denn je mehr Eigenstrom genutzt wird, umso weniger Strom muss vom Elektrizitätswerk bezogen werden. Die Bewohner der Überbauung haben mittels Ampelsystem in den Wohnungen stets die Übersicht über die lokale Solarproduktion. Stehen 100 % Solarstrom zur Verfügung, wird dies durch ein grünes LED-Signal angezeigt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Strom für die Bewohner sogar günstiger als im Niedertarif. Möchten die Nutzer die wichtigsten Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler und Waschmaschine mit Solarstrom betreiben, kann der Startzeitpunkt vom «Eigenverbrauchsmanager» optimal berechnet werden. In jeder Wohnung ist zudem ein Smartmeter eingebaut, der eine exakte Auswertung des genutzten Solarstroms ermöglicht. Diese Transparenz bringt den Bewohnern Klarheit

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energiezukunft gebäudetechnik

STIEBEL ELTRON AG Seit der Firmengründung in der Schweiz ist das Unternehmen kontinuierlich gewachsen. Mittlerweile beschäftigt STIEBEL ELTRON Schweiz gegen 100 Mitarbeitende im Innenund Aussendienst. Die Firma erzielt einen Jahresumsatz von ca. 50 Mio. Franken. 2006 wurde ein eigener Kundenservice aufgebaut und damit das Dienstleistungskonzept erweitert. 2012 konnte der neue ENERGY CAMPUS an verkehrsgünstiger Lage in Lupfig eröffnet werden. Der neue Firmensitz steht Der Eigenverbrauchsmanager steuert den Verbrauch der erzeugten Energie.

Steigerung des Eigenverbrauchsgrades durch Nutzersensibilisierung

ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit: Als erstes Gebäude im Kanton Aargau erhielt das Kompetenzzentrum das Minergie-P-Label inklusive Lagerhalle.

über ihr Nutzungsverhalten. Und das flexible Abrechnungssystem von Smart Energy Control sorgt zudem für mehr Gerechtigkeit, weil es eine unmittelbare Belohnung des nachhaltigen Umgangs mit Energie ermöglicht und «Energiesünden» einzelner Mieter nicht der Gemeinschaft auferlegt werden. Dass der Eigenverbrauchsmanager automatisch eine periodische Abrechnung pro Wohneinheit erstellt, bedeutet darüber hinaus eine grosse Erleichterung für Immobilienbewirtschafter. Heizen und sparen

Nicht nur der Verbrauch von Elektrogeräten und Elektromobilen wurde auf das Gesamtsystem ausgelegt, auch der Betrieb von Wärmepumpe und Hygienespeicher wird auf die vorhandene Energie abgestimmt. Dies bedeutet beispielsweise, dass die Wärmepumpe nicht zum Nachttarif, sondern während des Tages mit eigenem Solarstrom läuft. «Auch wenn unsere modernen Wärmepumpen bereits sehr energieeffizient sind, gehören sie doch zu den grössten Stromverbrauchern im Gebäude. Da ist es von Bedeutung, wenn mit dem Eigenverbrauchsmanager Optimierungen erreicht werden können», betont Zdravko Djuric, Produktmanager bei Stiebel Eltron AG. Wird die Energie intelligent gemanagt, können die Effizienz erhöht und Ressourcen geschont werden. Objekt: › 4 Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 36 Wohnungen › Baujahr 2017 - 2019 › Minergie-P; Minergie-Eco; PlusEnergie-Haus › Solarstromoptimierte Gebäudetechnik › Hoher Eigenverbrauchsgrad der solaren Energie

Schweizerinnen und Schweizer finden mehrheitlich, dass zuwenig mit erneuerbaren Energien geheizt wird. Das ergab die Umfrage «Energie-Trendmonitor Schweiz 2019», welche im Auftrag von STIEBEL ELTRON durchgeführt wurde.

Paul Stalder Geschäftsführer, STIEBEL ELTRON AG

Ort: CH-5103 Möriken-Wildegg Installierte Geräte: › Erdsonde-Wärmepumpen: 3 WPF 27 und 1 WPF 10 cool mit Möglichkeit zur passiven Kühlung › Pufferspeicher: 3 SBP 1500 und 1 SBP 700 E › Hygienespeicher: 3 HS-BM 2190 und 1 HS-BM 1000 › ISG als Schnittstelle zur Datenübermittlung Realisierung: Setz Architektur AG, 5102 Rupperswil Kocher Heizungen AG, 5201 Brugg Smart Energy Control AG, 5200 Brugg

Stiebel Eltron AG Industrie West | Gass 8 5242 Lupfig Tel. 056 464 05 00 info@stiebel-eltron.ch www.stiebel-eltron.ch

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energiezukunft gebäudetechnik

Das Eigenheim wird zum Selbstversorger –

wie sich Photovoltaik in Gebäuden mehrfach auszahlt Vorteile Bauherren/Besitzer • Günstigere Strompreise für Nutzer • Wertsteigerung der Immobilie • Attraktivitätssteigerung der Wohn- und Gewerbeflächen für potenzielle Mieter und Käufer • Schnellere Amortisation der PV-Anlage durch direkten Stromverkauf an die Nutzer • Ökologische und nachhaltige Stromversorgung vom eigenen Dach Vorteile Nutzer • Unabhängigkeit und Schutz vor steigenden Strompreisen • Weniger Nebenkosten • Zugang zu einer ökologischen Energieversorgung • Überwachung und Optimierung des persönlichen Energieverbrauchs mithilfe der App «NeoVac myEnergy» Vorteile gegenüber der herkömmlichen EVG-Variante vom Elektrizitätswerk • Messtechnik kann gekauft werden und die Mietgebühr für Zähler entfällt • Einsparung von Material- und Anschlusskosten bei Neubauten • Nutzer profitieren von Solarstrom und Netzkosteneinsparungen • Nur ein Abrechnungspartner für die Energieund Wasserkosten

Gebäude sollen künftig effizienter werden und ihren Strombedarf möglichst selbst decken. So können PV-Anlagen für mehrere Stromnutzer erstellt und ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) gebildet werden. NeoVac trägt dazu bei, den Sonnenstrom primär im Gebäude selbst zu verbrauchen und die überschüssige Energie an mehrere ZEV-Teilnehmer zu verteilen, bevor sie ins Netz abgegeben wird. Somit profitieren die Nutzer von einem insgesamt günstigeren Strompreis und die Bauherren von einer schnelleren Amortisation der PV-Anlage durch den direkten Stromverkauf.

Die Motivation, seinen Verbrauch möglichst mit dem eigenen Strom zu decken, liegt darin, dass ein Überschuss lediglich mit ca. 3–8 Rappen pro kWh vergütet wird, der Eigenverbrauch jedoch einen Wert von ca. 18–25 Rappen hat (Netztarif inkl. Gebühren und Abgaben). Die Gestehungskosten in Rp./kWh für Solarstrom liegen heute dazwischen (Investition geteilt durch Gesamtproduktion in kWh während der Lebensdauer). Somit ist die selbst gewonnene elektrische Energie günstiger als der Netztarif und rentabler für den Bauherrn. Bei Mehrfamilienhäusern können des Weiteren die Anlagekosten einschliesslich des Unterhalt über die Nebenkosten auf die ZEV-Nutzer überwälzt werden. Gründung Zusammenschluss zum Eigenverbrauch

Für die Gründung eines ZEV müssen Sie sich beim öffentlichen Verteilnetzbetreiber anmelden. Bei Neubauten kann die Einwilligung der Bewohner mit einem entsprechenden Zusatz direkt im Miet- oder Kaufvertrag eingeholt werden. Bei bestehenden Bauten, die nachgerüstet werden, haben die Bewohner das Recht, dem ZEV nicht beizutreten. Demzufolge werden die entsprechenden Parteien baulich oder rechnerisch einfach aus dem ZEV herausgehalten. Relevant für die Gründung ist auch das gewählte Abrechnungsmodell. Im Modell «Durchschnittstarif» wird für das ganze Gebäude eine Jahresbilanzierung vorgenommen. Der Vorteil besteht darin, dass die Zählerstände lediglich einmal jährlich abgelesen werden und der Erfolg des PV-Eigenverbrauchs anhand des Gesamtstromverbrauchs auf die ZEV-Teilnehmer aufgeteilt wird. Mit innovativer Messtechnik zum permanenten Energie-Monitoring

Dank umfassender Erfahrung, professioneller Beratung und innovativer Messtechnik hat NeoVac schon zahlreiche Bauherrschaften zu einem fairen und rentablen ZEV begleitet. 

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Im Abrechnungsmodell «Zeittarif» wird alle 15 Minuten ein Messpunkt gesetzt und der Eigenverbrauch nach dem effektiven Bezug verteilt. Dies fördert direkt den individuellen Beitrag zum selbstgenutzten PV-Strom, da der Bewohner seine Jahresrechnung durch einen grösseren PV-Anteil aktiv beeinflussen kann. Die Zählerstände werden hierzu von Drehstromzählern mit LoRaWAN-Funkschnittstellen bei jedem Verbraucher (pro Wohnung, Allgemeinstrom, Wärmepumpe, Elektroladestation etc.) erhoben. NeoVac verbindet diese Messstellen über LoRaWAN / IoT (Internet der Dinge) von Swisscom und übermittelt mindestens täglich die Messdaten ins Rechenzentrum am Hauptsitz von NeoVac.


energiezukunft gebäudetechnik

NeoVac – erfahrener Partner für ZEV Die Vorteile eines ZEV liegen somit auf der Die App «NeoVac myEnergy» zeigt transparent den Energieverbrauch einer Nutzeinheit (wenn vorhanden auch Wärme und Wasser) und animiert die Nutzer zur Optimierung der persönlichen Energiebilanz. Die Abrechnungen können direkt heruntergeladen werden. Push-Benachrichtigungen warnen bei starken und/oder unplausiblen Verbräuchen.

Die Anforderungen an moderne, energieeffiziente Gebäude sind über die Jahre gewachsen. Nachhaltige Bauten müssen heute ein Energie-Monitoring aufweisen, mit dem der Wasser- und Stromverbrauch weiter gesenkt werden kann. Über die App «NeoVac myEnergy» können die ZEV-Teilnehmer ihre Verbrauchswerte zu Visualisierungs- und Analysezwecken abrufen. Sie zeigt den genauen Energie- und Wasserverbrauch eines Haushalts an. Dadurch wird es möglich, Sparpotenziale zu entdecken, Vergleiche mit dem Liegenschaftsdurchschnitt oder einer Vorperiode anzustellen und bei übermässigem Verbrauch punktgenau zu reagieren. Diese App hilft dabei, den Energie- und Wasserverbrauch nachhaltig zu reduzieren.

Hand. Bewohner profitieren von tieferen Stromkosten und insgesamt geringere Nebenkosten. Sie können zudem ihren Stromverbrauch durch Analysetools direkt beeinflussen und zu einer optimalen persönlichen Energiebilanz beitragen. Die Wohnfläche wirkt dadurch insgesamt attraktiver, was dem Eigentümer eine allgemeine Wertsteigerung seiner Immobilie, einen Vorteil im hart umkämpften Mietmarkt und eine Renditeerhöhung dank des Eigenverbrauchs beschert. Der Zusammenschluss zum Eigenverbrauch beginnt sich zu etablieren und wird bereits erfolgreich betrieben. Die NeoVac ATA AG bietet rund um den ZEV ein komplettes Paket an: von der Beratung über die Messtechnik inklusive Umsetzung von Eigenverbrauchs-

Mehr Wirkung durch Eigenverbrauchsoptimierung

steuerungen bis hin zu Abrechnungs-

Betrachtet man den ZEV von der wirtschaftlichen Seite, ist darauf zu achten, dass die PV-Anlage richtig dimensioniert wird. Die Erfahrungen von NeoVac zeigen, dass bei den aktuellen Marktpreisen ein Eigenverbrauch (selbstgenutzter PV-Anteil der PVProduktion) in der Grössenordnung von rund 40 bis 50 % erreicht werden sollte, damit die bestmögliche Anlagenrendite erzielt werden kann. Durch entsprechende Eigenverbrauchsoptimierungen kann zudem die Liegenschaftsproduktivität weiter erhöht werden. Sinnvoll ist die Implementierung einer Überschusssteuerung für gewichtige Verbraucher. Diese finden wir zum Beispiel beim Brauchwarmwasser und Heizwasser, bei Kühlaggregaten, Ladestationen für Elektrofahrzeuge und Poolpumpen/-heizungen. Im Fall eines Mehrfamilienhauses ist eine einfache Ansteuerung der Wärmepumpe und des Boiler-Elektroeinsatzes empfehlenswert. Durch den Hauptstromzähler am Gebäudeeintritt (oder der Gesamtsumme Bezugsmessungen abzüglich PV-Produktionsmessung) lässt sich die aktuelle elektrische Überschussleistung ermitteln. Aufgrund sinnvoller Schwellenwerte lassen sich diese beiden Verbraucher ansteuern, sodass der Eigenverbrauch nennenswert erhöht werden kann. Darüber hinaus kann der Eigenverbrauch durch den Einsatz eines Batteriespeichers weiter optimiert werden. Dabei wird der PV-Überschuss gespeichert, was eine weitere Senkung des Netzbezugs ermöglicht.

dienstleistungen. Der umfassende Service beinhaltet auch verschiedene Musterverträge, Grenzwert- und Anlagekostenberechnungen sowie die Bestimmung des richtigen Abrechnungsmodells. Somit wird aus der Idee und der Bereitschaft der Bauherrschaften, einen ZEV umzusetzen, auch wirklich ein Erfolg. www.neovac.ch/zev Die NeoVac Gruppe Aus der Fusion der grössten Schweizer Wärmemessunternehmen entstand 1999 die NeoVac ATA AG. Heute ist das Unternehmen Marktleader ihrer Branche mit einem schweizweiten Servicenetz. Es erstellt jährlich für über 400’000 Wohnungen die verbrauchsabhängigen Energie- und Wasserkostenabrechnungen. NeoVac ATA bietet ein eigenes Vollsortiment für die Messung der thermischen, elektrischen Energie und des

PV Produktion Lastgang Gebäude

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Wassers. Die NeoVac Gruppe ist auch im

Wärmepumpe

Tank-/Behälterschutz, Anlagenbau und für die

Elektroeinsatz

Wasserversorgungen tätig und beschäftigt ca.

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400 Mitarbeitende. 6

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Die Grafik zeigt das Beispiel einer möglichen Überschusssteuerung und die Auswirkungen auf den Lastgang des Gebäudes. Je nach Temperaturniveau und Gebäudeüberschuss wird eine Brauchwarmwasser-Optimierung in zwei Stufen freigeschaltet. Stufe 1: Temperaturhub auf 50 °C durch Wärmepumpe (orange). Stufe 2: Temperaturhub auf 60 °C durch Boiler-Elektroeinsatz (rot).

NeoVac ATA AG Eichaustrasse 1 9463 Oberriet Tel. +41 58 715 50 50 info@neovac.ch

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energiezukunft gebäudetechnik

ZUKUNFTSAREAL «IM ERLIFELD»

Energiezukunft praktisch umgesetzt In Unterentfelden (AG) entstand die Überbauung «Im Erlifeld». Eniwa hat mit ihrem innovativen Dienstleistungsangebot einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivität des Areals geleistet. Die Überbauung mit 90 Wohnungen versorgt sich zu einem grossen Teil selber mit Energie. Eniwa kümmert sich dabei um Konzeption, Finanzierung, Installation, Betrieb, Abrechnung, Kunden- und Pikettdienst.

Eniwa ist ein regional verankertes EnergieDienstleistungsunternehmen mit Hauptstandort in Buchs AG. Es bietet breite Versorgungsund Installationsdienstleistungen, die der Region mit rund 30 Gemeinden langfristig Versorgungssicherheit und Wertschöpfung

Die Bewohner profitieren in vielerlei Hinsicht: umweltfreundlicher Strom zu attraktiven Preisen, ultraschnelles Surfen, Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge, E-Carsharing sowie eine transparente und einfache Abrechnung. – Und das alles von einem Partner.

bringen. Das Angebot umfasst unter anderem Strom, Erdgas/Biogas, Wärme/Kälte, Wasserstoff, Wasser, Telekommunikation, Energiedienstleistungen und Elektroinstallati-

Günstiger Solarstrom vom eigenen Dach

onen. Ihre Innovationskraft setzt Eniwa für die

Im Contracting kümmert sich Eniwa während 25 Jahren um sämtliche Belange der PV-Anlage. Dank der Eigenverbrauchsgemeinschaft profitieren Eigentümer und Mieter gleichermassen von der Solarenergie. Überschüssige Energie von einem Gebäude wird von den anderen Gebäuden genutzt oder in einer Batterie auf dem Areal zwischengespeichert.

Entwicklung von nachhaltigen Lösungen in den Bereichen Versorgung, Gebäudetechnik und Mobilität ein.

Intelligentes Lastmanagement

Damit die dezentral produzierte Energie auch möglichst vor Ort verbraucht wird, hat Eniwa ein ausgeklügeltes Lastmanagement entwickelt. Dabei werden Wärmepumpen, Batteriespeicher und Ladevorgänge der Elektrofahrzeuge optimal auf die Bedürfnisse des Areals und die Netzsituation im Quartier abgestimmt. Dies optimiert den Eigenverbrauch und reduziert Spitzenlasten. Elektromobilität

Alle 120 Parkplätze können nach und nach mit einer Ladestation ausgerüstet werden. Im Aussenbereich steht ein Schnelllader bereit. Die Elektrofahrzeuge beziehen, wann immer möglich, den Strom direkt aus der Solaranlage. Den Bewohnern und Anwohnern steht zudem ein Fahrzeug von E-Cargovia (E-Carsharing) zur Verfügung. Transparente Abrechnung

Massimo Loreti

Die Abrechnung von Eniwa schlüsselt den Kunden den Stromverbrauch des Haushalts und der Ladevorgänge des Elektroautos transparent nach Verteilnetz-, PV-Anlagenund Batteriespeicheranteil auf. Eniwa kümmert sich um die einfache Abrechnung, das Inkasso und nimmt Kundenanfragen direkt entgegen.

Projektleiter Smart Grid

Ultraschnelles Surfen

Eniwa AG

Eniwa erschliesst das gesamte Areal mit Glasfaser. Dadurch kommen die Bewohner in den Genuss von ultraschnellem Internet und einer breiten Auswahl an digitalen Produkten und Dienstleistungen.

Industriestrasse 25 CH-5033 Buchs AG Tel. +41 62 835 00 10 info@eniwa.ch www.eniwa.ch

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Von den Sitzungstischen bis zum ersten Spatenstich und weiter bis hin zu den fertigen Netzwerken, Von den Sitzungstischen bis zum ersten Spatenstich und weiter bis hin zu den fertigen Netzwerken, welche die Schweiz verbindet. Wir schaffen den Rahmen dafĂźr. welche die Schweiz verbindet. Wir schaffen den Rahmen dafĂźr.

Wir bauen zusammen. Wir bauen zusammen.


energiezukunft gebäudetechnik

INNOXEL System von ZidaTech

«Smart Home? – Ja, aber richtig!»

Alle reden von Smart Home – und alle verstehen etwas anderes darunter. Beim Elektroinstallateur geht es um etwas Handfestes, also um die Installation eines Bussystems. Das kann er seinem Endkunden gegenüber mit gutem Gewissen vertreten. Wenn Licht, Beschattung, Heizung und Lüftung miteinander vernetzt und kombiniert werden, erhöhen sich Komfort, Sicherheit und das Energiesparpotenzial. Da geht es nicht um den Kühlschrank, der selbst Milch bestellt. – Mit INNOXEL haben Sie ein handfestes Gebäudeautomationssystem, das seit 2001 in der Schweiz entwickelt und hergestellt wird.

ZidaTech AG Die ZidaTech AG ist ein Schweizer Familienunternehmen mit Sitz in Hägendorf (SO) und führender Systemanbieter für Wohn- und Arbeitswelten. Seit 1986 bietet der Hersteller Lösungen für eine zukunftssichere, zuverlässige Multimedia-Verkabelung, Hochleistungsnetzwerke sowie eine smarte Gebäudeautomation mit INNOXEL, KNX und Funk. Dabei liegen dem Unternehmen die Wertschöpfung in der Schweiz und die Nachhaltigkeit besonders am Herzen.

Smart Home, intelligentes Wohnen, Raum- oder Gebäudeautomation – es gibt unzählige Bezeichnungen. Und alle sollen das Wohnen sicherer und komfortabler machen und Möglichkeiten zur Energieeinsparung bieten. Viele Apps oder ein System?

Leuchten, RGB-Bänder, Wärmepumpen oder Multimedia-Anwendungen lassen sich heute auch über Apps steuern, wenn man regelmässige Updates, Unzuverlässigkeiten und Sicherheitslücken nicht scheut. Auch wer seine Daten vor fremdem Zugriff schützen will, setzt am besten auf ein drahtgebundenes Bussystem wie INNOXEL. Das funktioniert ohne Updates und Internet, ist zuverlässig und sicher. Weder Funk noch Powerline

INNOXEL ist ein drahtgebundenes Bussystem und arbeitet mit dem CAN-Bus, der international standardisiert ist und auch in der Autoindustrie eingesetzt wird. Da gibt es keine Beeinträchtigung durch dicke Betonmauern oder Fremdsignale.

Stefan Kienert Leiter Marketing, stv. Leiter Entwicklung Mitglied der Geschäftsleitung

Aus der Schweiz – für die Schweiz

Das Komplettsystem wird seit 2001 entwickelt und hergestellt in der Schweiz und ist seit 2018 eine Marke der ZidaTech AG. Im Gegensatz zu anderen Systemen ist INNOXEL einfach zu installieren, das heisst, es braucht keinen zusätzlichen Spezialisten für die Erstinstallation oder bei Konfigurationsänderungen.

SMART. HOME. SCHWEIZ

Echter Mehrwert & Nachhaltigkeit

Wer heute unvernetzt baut, baut einen Altbau. Mit dem Smart Home System INNOXEL von ZidaTech investieren Sie in die Zukunft und schaffen einen echten Mehrwert für Immobilien jeder Art. Einmal installiert haben Sie mit INNOXEL eine nachhaltige Lösung, sowohl im Wohnungsbau als auch in der Arbeitswelt – die vielen realisierten Projekte beweisen die hohe Qualität, Stabilität und Zuverlässigkeit des Systems auch noch nach Jahrzehnten.

Hauptsitz & Showroom: ZidaTech AG, 4614 Hägendorf Tel. 062 209 60 30, e-center@zidatech.ch www.zidatech.ch, www.innoxel.ch

Showroom

Showroom Zweigstelle:

Entdecken Sie die Möglichkeiten und Vorteile, die Sie mit INNOXEL haben, und besuchen Sie die Showrooms in Heimberg (BE) oder Hägendorf (SO).

INNOXEL System, 3627 Heimberg

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www.innoxel.ch


energiezukunft gebäudetechnik

«Smart Energy» als Basis für

«Netz-Transparenz» als Basis für effiziente, stabile und ökologische Energie Was verstehen Sie unter «Netztransparenz»

Vereinfacht gesagt geht es um verschiedene Parameter und Informationen innerhalb und entlang eines Energie Versorgungsnetzes. Dies kann die Netzqualität, die Auslastung, die Energieflussrichtung, die Planung bis hin zur Zusammensetzung von Erzeugern, Bezügern und Prosumern sein. Weshalb kommt ihr eine hohe Bedeutung zu?

«Strom «kommt zwar landläufig einfach aus der Steckdose und dies mit höchster Zuverlässigkeit. Dass die elektrische Energie jedoch ein recht komplexes und heikles Produkt ist, wird oft vergessen und zeigt sich anschaulich bei der Analyse von Blackouts. Dieses Risiko kann durch die Nutzung von Netzdaten stark reduziert werden.

OptoNet AG Die Optonet AG ist ein Anbieter von Kommunikations- und Netzwerklösungen für die Telekommunikation, die Energieversorgung, industrielle Netzwerke und das Transportwesen. Dabei kommen passive Glasfaserkomponenten im Verbund mit aktiven Geräten bis zum OSI Layer 3 zum Einsatz. Für «Smart Energy» Anwendungen plant und realisiert die Optonet AG die gesamte Netzwerkinfrastruktur von der Verkabelung, über Switche, Firewalls bis hin zum Gebäudegateway.

Wo liegt dabei der Umweltaspekt?

Um einerseits die Ziele der Energiestrategie 2050 und andererseits die Klimaziele zu erreichen braucht es neben passiven Massnahmen (z.B. Gebäudesanierungen) und Verhaltensänderungen (z.B. Mobilität) beim Verbrauch eine rasche Verschiebung zu erneuerbarer Energie. Was hat dies wiederum mit der «Netztransparenz» zu tun?

Die Energieerzeugung erfolgt immer mehr dezentral, von diversen, lokalen und volatilen Faktoren beeinflusst. Um die Verfügbarkeit dieses «heiklen» Produkts sicherzustellen, braucht es Daten und Informationen als Steuerungs- und Entscheidungsgrundlagen. Was soll aber nun mit diesen Informationen geschehen?

Sie bilden grundsätzlich die Basis für eine smarte Energieplanung, -steuerung und -versorgung und ermöglichen zudem neue Geschäftsmodelle abzuleiten (siehe Graphik). Über einen hohen Eigenverbrauchsanteil bei PV Anlagen oder Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) und den Einbezug von stationären oder mobilen Speichern (Batterien, e-Mobile) um nur einige zu nennen, braucht es «gemanagede» Strukturen, welche helfen, die Netzstabilität und -qualität sicherzustellen.

Markus Weber CEO & Owner

Welche technischen Voraussetzungen braucht es dazu?

Es braucht entsprechend intelligente Geräte, Sensoren und Schnittstellen, welche über einem Gateway, wie den OptoKEG gesammelt, lokal aufbereitet und allenfalls direkt für Massnahmen verwendet werden. Zudem können daraus Informationen über ein Netzwerk an zentrale Stellen weitergegeben werden.

Das Ökosystem im Überblick

Metering-Service

FTTH-Service

Energieversorger

Monitoring

Serviceprozesse

Alarmierung

Netzoptimierung

OptoNet AG Industriestrasse 25c CH-9524 Zuzwil SG

Security-Management Device-Management

Tel. +41 71 955 04 44 www.optonet.ch

Rundsteuerun g

Energie-Service

Data-Sience

Daten-Management

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energiezukunft energiemanagement

Ambitioniert und zuversichtlich

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energiezukunft energiemanagement

Ob die Post millionenfach Briefe zustellt, Pakete verarbeitet, Dokumente digitalisiert oder Fahrgäste von A nach B bringt: Alles, was dazu gehört, gestaltet das Unternehmen möglichst nachhaltig. Als grösstes Logistikunternehmen der Schweiz mit fast 60 000 Mitarbeitenden ist sich die Post bewusst: Schon kleinste Verbesserungen machen einen grossen Unterschied. Ehrgeizige Ziele

Das Nahziel: die CO2-Effizienz der Post bis 2020 – verglichen zu 2010 – um mindestens 25 Prozent zu steigern. Dabei spielt die Elektromobilität seit Jahren eine grosse Rolle. Knapp die Hälfte aller Fahrzeuge sind mit alternativen Antrieben unterwegs. Die Briefpöstler sind ausschliesslich mit Elektrorollern unterwegs – natürlich mit Schweizer Ökostrom. Auch in der Paketzustellung setzt die Post vermehrt auf Elektrofahrzeuge, und die Immobilien erhalten Elektroladestationen. In Zahlen: Rund 6000 Roller sind mit Ökostrom unterwegs. Die Post ist weltweit sogar das erste Unternehmen, das in grossem Stil dreirädrige Elektroroller für die Briefzustellung einsetzt. Der nächste Schritt: Derzeit sind bei der Post in der Paketzustellung 30 elektrisch betriebene Zustellfahrzeuge im Einsatz. Je nach Lieferfähigkeit der Hersteller werden bis 2020 200 Elektrofahrzeuge beschafft. Bis 2025 will die Post in den urbanen Zentren die Paketzustellung weitgehend mit E-Fahrzeugen erbringen und bis 2030 will die Post nach Möglichkeit ihre gesamte Lieferwagenflotte (bis 3,5 Tonnen) auf elektrische Antriebe umstellen. Dies hat sie mit Beitritt zur internationalen Initiative EV100 Anfang 2019 bekräftigt. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind für die Post auch bei den Immobilien wichtige Anliegen. So deckt die Post ihren Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren «naturemade basic»-zertifizierten Energien aus der Schweiz. Einen Teil dieses Stroms produziert die Post gleich selber: Auf den Dächern der Brief- und Paketzentren werden einige der grössten Fotovoltaikanlagen der Schweiz betrieben. Diese 17 Anlagen produzieren jährlich rund sieben Gigawattstunden Strom. Zudem setzt die Post seit Anfang 2019 bei Neubauten und Modernisierungen auf den ganzheitlichen, nachhaltigen Baustandard «DGNB-System Schweiz». Das nächstes Ziel: Bis 2030 will die Post 90 Prozent aller fossil betriebenen Heizungen ersetzen. Vielseitiges Engagement

Nachhaltigkeit hat viele Facetten – vor allem bei einem Unternehmen wie der Post, das in so unterschiedlichen Märkten tätig ist. Entsprechend vielseitig ist das Engagement der Post für eine lebenswerte Umwelt und Gesellschaft. Die Post macht aber noch mehr: Mitarbeitende werden mit Aktionen zum Beispiel rund um nachhaltige Mobilitätsformen angesprochen. Und bei den Lieferanten setzt sich die Post für faire Arbeitsbedingungen und ökologische Massnahmen ein. Indem die Post auch soziale und kulturelle Projekte fördert, gibt sie den Menschen in unserem Land etwas zurück.

Anne Wolf ist Leiterin Corporate Responsibility der Post CH AG. www.post.ch

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energiezukunft energiemanagement

Solothurner Pionierarbeit

macht erneuerbare Energie speicherbar Die Energiestrategie 2050 – vom Schweizer Stimmvolk im Mai 2017 angenommen – steckt verlässliche Rahmenbedingungen für eine umweltschonende Energieversorgung in der Schweiz ab. Bis 2050 sollen der Anteil an erneuerbaren, einheimisch produzierten Energien deutlich gesteigert und der Energieverbrauch sowie der CO2-Ausstoss durch Effizienzmassnahmen markant reduziert werden. Ein wichtiges Element zur Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050 ist die effiziente Speicherung von in der Schweiz produzierter Energie – vor allem von unregelmässig anfallender Sonnen- und Windenergie. Auf dem Areal Aarmatt in Zuchwil nimmt sich Regio Energie Solothurn mit dem Hybridwerk dieser Herausforderung an. Seit gut zwei Jahren betreibt die Energieversorgerin das Werk an der Schnittstelle des Strom-, Gas- und Fernwärmenetzes. Mittels Elektrolyse wird erneuerbarer Strom in synthetischen Wasserstoff umgewandelt. Dieser wird entweder direkt ins Erdgasnetz gespeist oder in Wasserstoffspeichern zwischengelagert. Auf diese Weise lässt sich die bei einem Überschuss an Netzstrom vorhandene Energie in chemischer Form speichern – und bei Bedarf wieder in Strom und Wärme rückwandeln.

Die STORE&GO-Anlage produziert seit 2019 in einem schweizweit einmaligen Prozess aus erneuerbarem Strom erneuerbares Gas.

Nun geht die Solothurner Energieversorgerin einen Schritt weiter: Sie produziert aus dem Wasserstoff erneuerbares Gas (Methan). Dafür ergänzt Regio Energie Solothurn das Hybridwerk mit der sogenannten STORE&GO-Anlage, die im Januar 2019 in Betrieb genommen wurde.

STORE&GO ... steht für Innovative large-scale energy STORagE technologies AND Power-to-Gas concepts after Optimisation. Projektpartner der Regio Energie Solothurn: • Electrochaea GmbH • Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) • Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) • Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) • Eidgenössische Materialprüfanstalt (EMPA)

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energiezukunft energiemanagement

Vollumfängliche Einspeisung ins Gasnetz

Regio Energie Solothurn

Mit der STORE&GO-Anlage leistet die lokale Energieversorgerin Pionierarbeit im Rahmen des Methanisierungsprozesses. Die STORE&GO-Anlage erhält die Rohstoffe für die biologische Methanisierung direkt aus der Nähe: den Wasserstoff aus dem angrenzenden Hybridwerk und das CO2 aus dem Zweckverband der Abwasserregion Solothurn – Emme (ZASE) am Emmenspitz. Im biologischen Methanisierungsprozess werden unzählige Archaeen – winzige einzellige Urbakterien – eingesetzt, die Wasserstoff zusammen mit Kohlendioxid in Wasser und Methan umwandeln. Rund 700 Billiarden Archaeen sind dafür im Tank der STORE&GO-Anlage im Einsatz. Das so produzierte Methan verfügt über eine identische chemische Zusammensetzung wie Erdgas und kann deshalb unbegrenzt ins Schweizer Erdgasnetz eingespeist werden – ein bedeutender Vorteil gegenüber Wasserstoff, der in der Schweiz lediglich bis zu 2 % beigemischt werden darf.

Die Solothurner Energiedienstleisterin ist eine Energiepartnerin mit starker regionaler Verwurzelung. Als öffentlich-rechtliches Unternehmen versorgt sie die Stadt und die Regionsgemeinden mit Strom, Erdgas, Trinkwasser und Wärme. Durch qualitätsbewusste, markt- und kundengerechte Leistungen sichert Regio Energie Solothurn ihre finanzielle Eigenständigkeit. Als verantwortungsbewusster Energiepartner unterstützt die Energieversorgerin energieeffiziente Massnahmen und einen sorgsamen Umgang mit unseren Ressourcen.

Testbetrieb bis 2020

Regio Energie Solothurn betreibt die STORE&GO-Forschungsanlage gemeinsam mit ihren Projektpartnern im Rahmen von Horizon 2020, dem Forschungs- und Innovationsprogramm der Europäischen Union. Ziel des internationalen STORE&GOProjektes ist es, die Power-to-Gas-Technologie weiterzuentwickeln und im industriellen Massstab zu erproben. Am Projekt sind europaweit gesamthaft 27 Projektpartner beteiligt. Neben Solothurn sind Troia (Italien) sowie Falkenhagen (Deutschland) weitere Forschungsstandorte. Der Forschungsbetrieb in Solothurn ist für rund ein Jahr vorgesehen.

Andrew Lochbrunner Projektverantwortlicher STORE&GO

Das Leuchtturmprojekt Hybridwerk Aarmatt schafft ein innovatives System, das Strom-, Erdgas- und Fernwärmenetz auf Basis verschiedener Energieumwandlungssysteme miteinander verbindet.

Regio Energie Solothurn Rötistrasse 17 4502 Solothurn Tel. 032 626 94 94 info@regioenergie.ch www.regioenergie.ch

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energiezukunft energiemanagement

Wärme-Kraft-Kopplung

Brückentechnologie für Gebäudewärme und Strom Die dezentrale Stromerzeugung mittels Wärme-Kraft-Kopplung (WKK) hat grosses Zukunftspotenzial. Neben Strom aus Solarenergie und Wasserkraft kann WKK einen verlässlichen und effizienten Beitrag zur Energiewende leisten.

Die Wärme-Kraft-Kopplungsanlage (WKK) ist eine hocheffiziente Heizung, die den Verbraucher gleichzeitig mit Strom und Wärme versorgt. Man spricht auch von Strom erzeugenden Heizungen. Diese können beispielsweise in den Wintermonaten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Stabilität des Stromnetzes leisten. Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme kann zur Bereitstellung von Heizwasser und Warmwasser sowie in der Industrie und im Gewerbe für Dampf verschiedener Temperaturstufen oder Trocknungswärme verwendet werden. Da WKK-Anlagen bei den Verbrauchern installiert sind (also dezentral), sind sie effizienter als thermische (zentrale) Grosskraftwerke, bei denen die Abwärme nur teilweise genutzt werden kann. Ihr Wirkungsgrad beträgt 90 %. Von den 90 % der resultierenden Energie ist ein Drittel Strom. Aufgrund dieses hohen Wirkungsgrades lassen sich durch WKK fossile Brennstoffe einsparen. Gleichzeitig ist damit eine deutliche Verringerung der Schadstoff- und CO2 Emissionen verbunden. Dies gilt insbesondere durch die steigende Anreicherung von Erdgas mit Biogas. Photovoltaik im Sommer – WKK im Winter

Bis 2035 soll der Atomstrom durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Im Winterhalbjahr ist mit Unterdeckung in der Stromversorgung mit in der Schweiz erzeug-

Die Kombination von WKK und EWP ermöglichen eine effiziente Energienutzung

Die Kombination von WKK und EWP ermöglichen eine effiziente Energienutzung

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energiezukunft energiemanagement

Visualisierung zukünftiger Energieverbrauch und Mix Winter 4

Sommer 3

Winter 3

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Sommer 2

7000

Sommer 1

GWh/Mt.

Winter 1

Die Gasverbund Mittelland AG (GVM) ist eine überregionale Erdgasversorgerin der Schweiz. Sie beschafft und transportiert

6000

Erdgas im Sinn einer Bündelung zu best-

5000

möglichen Konditionen im Auftrag der ihr

4000

angeschlossenen 15energiezukunft Lokalversorger und

ihrer Direktkunden imenergiemanagement Mittelland sowie in der

3000 2000 1000

Nordwestschweiz. Dazu betreibt die GVM Zukünftiger Wegfall Bandenergie

WKK: flexibler Winterstrom parallel zum heizen

Zuwachs PV

PtG: Erneuerbares Gas aus Sommerüberschuss

0

einen eigenes Hochdrucknetz mit ÜbergabeDie Gasverbund stationen. Mittelland AG (GVM)

ist eine überregionale Erdgasversorgerin der Strom aus Wasserkraft

CH-Solar-Strom

WKK-Strom

Landesverbrauch

Schweiz. Sie beschafft und transportiert Erdgas im Sinne einer Bündelung zu best-

ter Elektrizität zu rechnen. Die in den letzten Jahren erfolgten Weiterentwicklungen der PV-Technologien lassen den Schluss zu, dass zukünftig Systemwirkungsgrade von 30 % zu erwarten sind. Daher ist anzunehmen, dass PV-Module überschüssigen Strom im Sommer erzeugen. Die dezentrale Stromerzeugung mit Wärme-Kraft-KopplungsChance anlagen wird somit Flüssig-Erdgas-Biogas: zukünftig eine wichtige Rolle spielen.imImGüterverkehr Gegensatz zur PhotovolBisher setzte das Transportgewerbe in der LKW-Entwicklung nur verhalten auf erdtaik und Windkraft können WKK-Anlagen im Winter Strom und Wärme bedarfsgegasbetriebene Fahrzeuge im Langstreckenverkehr. Grund war die verminderte Leisrecht und direkt beim tungVerbraucher und Reichweiteerzeugen. gegenüber den Dieselmotoren. Weil Erdgas aber im Vergleich zu

möglichen Konditionen im Auftrag der ihr angeschlossenen 15 Lokalversorger und ihrer Direktkunden im Mittelland sowie in der Nordwestschweiz. Dazu betreibt GVM ein eigenes Hochdrucknetz mit Übergabestationen.

Diesel oder Benzin sehr positive Klimaeigenschaften aufweist, haben diverse Hersteller Volvo, IVECO, Scania und MAN die PV: Chancen gasbetriebener Fahrzeuge erkannt. Vorteile einer wie Strategie mit WKK und

Truck stellte vor kurzem die neuesten LNG-Versionen vor. LNG steht für Lique• Die Sicherheit derVolvo Wärmeund Stromversorgung wird erhöht. fied Natural Gas. Die neuen schweren Lkw erzielen heute dieselbe Leistung, Fahrei•D  as Gasnetz übernimmt auch Funktion eines was in bieten. Anstelgenschaften unddie Kraftstoffverbrauch wie Stromspeichers, sie dieselbetriebene Varianten Anbetracht der bereits sehr wirtschaftlich ist. genutzt wird, le einesvorhandenen Ottomotors, derInfrastruktur normalerweise bei gasbetriebenen Fahrzeugen setzen die Volvo-Modelle auf einen Gasmotor nach dem Dieselprinzip. • Die  Installation einer PV-Anlage in einem WKK-versorgten Haus ist nichtDer Gasmotor erreicht dabei eine Leistung von 338 kW oder 460 PS. Für eine maximale Reichweite zwingend. Denn die Kombination von PV und WKK ergibt sich in jedem Fall werden die Fahrzeuge mit LNG betankt, das bei einem Druck von 4–10 bar und einer aufgrund der Netzkonvergenz. Temperatur von -140 bis -125 °C gelagert wird. Die grösste Tankoption enthält LNG Reichweite von bis zu 1000 km. Der Tankvorgang dauert ebenso •D  a jedes Gebäudefüreineine anderes Energiebedarfsprofil (Strom/Wärme) hat,ungefähr ist lange wie beim klassischen Diesel. Während der Fahrt wird der Kraftstoff erwärmt, auch in den Wintermonaten eine zuverlässige Abdeckung gewährleistet. unter Druck gesetzt und in ein Gas umgewandelt; erst danach erfolgt die Einspritzung in den Motor. Um das Gas zu zünden, wird bei der Kraftstoffeinspritzung eine winzige Option «Elektrische Welle» Menge Diesel hinzugefügt. Der CO2-Ausstoss liegt um 20 bis 95 Prozent unter dem seines Diesel-Pendants, abgängig ob Erdgas, Biogasergibt oder einsich synthetisches Gas eingesetzt Mit einer mit Erdgas/Biogas versorgten WKK-Anlage eine interessante wird. Für eine Senkung der CO2-Emissionen um 100 Prozent wird der fossile DieselOption: Die als elektrische Welle bezeichnete Ergänzung mit einer Wärmepumpe. kraftstoff durch HVO (hydrierte Pflanzenöle) ersetzt und mit Bio-LNG kombiniert.

Dadurch lassen sich mit einem Einsatz von 100 % Erdgas/Biogas 180 % Wärme erzeugen. Die Wärmeerzeugung Modulen erlaubt die Zuschaltung der Aggregate je Heizenmit mitdrei Erdgas Heizungen mit Erdgas-Biogas sind in Bezug auf zentrale Kosten, Komfort, Platzbedarf und nach Wärmebedarf. Notwendig für diesen Betrieb ist eine Steuerung, die alle Umweltbelastung eine attraktive Alternative zu anderen Heizsystemen. Bei Sanierundrei Module bewirtschaftet. Im Gegensatz zur mechanischen Welle ist die elektrische gen haben erdgasgeführte Wärmepumpen, Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen, Brenn«Brücke» völlig wartungsfrei und bei einem relativ unwahrscheinlichen Ausfall eines stoffzellen und Erdgasheizungen kombiniert mit Solar beste Voraussetzungen für effiAggregates sind die ziente, beiden voll einsatzfähig. COanderen 2-arme Lösungen. • Erdgas-Solar: Mit einer modernen Erdgas-Brennwertheizung wird die eingesetzte Primärenergie Erdgas oder auch einheimisches Biogas nahezu verlustfrei in Wärme WKK ist die einzige Technologie, welche Gas-, Strom- und Wärmeversorgung verbinumgewandelt. Diese kleinen Geräte (Thermen) sind einfach installierbar, flexibel det und sichert. Die einsetzbar, dezentralwartungsfreundlich, eingesetzten WKK-Anlagen produzieren hocheffizient sehr zuverlässig und energiesparend. In Kombination mit Wärmedämm-Massnahmen oder wird einer korrekt ausgerichteten Solaranlage Strom und Wärme. Kommt noch Power-to-Gas hinzu die Verbindung auch zwikann der Energieverbrauch nochmals um weitere 25 Prozent verringert werden. schen der Strom- zur Gasversorgung geschlossen und die Koexistenz der Infrastruktur• Stromerzeugende Heizung (SeH): Sie nutzt die zugeführte Energie zur Herstelanlagen für Gas, Strom und Wärme kann flexibel genutzt werden. lung von Wärme und Strom. Das Prinzip folgt der Wärme-Kraft-Kopplung und eignet sich für eine dezentrale, energetisch gute Selbstversorgung zu Zeiten des Bedarfs.im Erdgas, Biogas oder ein Gemisch der Zubau beiden Energieträger in einem VerDies wird insbesondere Zusammenhang mit dem von Solar-wird und Windbrennungsmotor mit Luft angereichert und gezündet. Die Bewegungsenergie treibt energie erforderlich sein. WKK-Anlagen produzieren bedarfsgerecht Strom, auch einen Generator an, der je nach Biogasanteil erneuerbaren Strom produziert. Die wenn die Sonne nichtAbwärme scheint,wird derzur Wind nicht bläst und im ohnehin Warmwasseraufbereitung undWinter zum Heizen genutzt. zu wenig

Strom produziert wird. WKK-Anlagen können innert Minuten hochgefahren werden und die fehlende Leistung und Energie liefern.

Kurt Schmidlin Leiter Kurt Marketing, SchmidlinVertrieb und Kommunikation Leiter Marketing, Vertrieb und Kommunikation

Gasverbund Mittelland AG

Gasverbund Mittelland AG Untertalweg 32

Untertalweg 4144 Arlesheim32 Tel. +41Arlesheim 61 706 33 33 4144

Fax +41 61 706 33 99

Tel. +41 61 706 33 33 info@gvm-ag.ch

Fax +41 61 706 33 99 www.gvm-ag.ch info@gvm-ag.ch

www.gvm-ag.ch

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energiezukunft infrastruktur

Die Verwertung von Biomasse hat Zukunft

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energiezukunft infrastruktur

Feuchte und trockene Biomasse ist erneuerbar, CO2-neutral und lässt sich in Biogasanlagen in Wärme und Strom umwandeln. Im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energietechnologien werden bei Biomasseanlagen mit jeder ins Netz eingespeisten Kilowattstunde wetterunabhängig, ganzjährig und gleichmässig nicht nur Strom, Wärme oder Biomethan produziert, sondern darüber hinaus zahlreiche weitere Leistungen erbracht: • Bereitstellung von Netzflexibilität auf lokaler und nationaler Ebene • Reservevorhaltung für die Versorgungssicherheit mit Strom • Klimaschutzleistungen • Produktion von hochwertigem Dünger in geschlossenen Nährstoffkreisläufen • Schaffung von regionaler Wertschöpfung Biogasanlagen verfügen über ein beträchtliches Ausbaupotenzial und können einen wesentlichen Beitrag an die Energiestrategie 2050 und zur Erreichung der Klimaziele leisten. Landwirtschaftliche Biogasanlagen

Das Ausbaupotenzial der landwirtschaftlichen Biogasanlagen ist gross, es werden heute in der Schweiz nur knapp fünf Prozent des Hofdüngers energetisch genutzt. Allein mit dem Zubau von Biogasanlagen und der energetischen Nutzung von 40 Prozent des Hofdüngers würde die Klimaschutzleistung in der Grössenordnung dessen liegen, was die Landwirtschaft im Rahmen der CO2-Gesetzgebung ab 2021 erbringen muss. Gewerblich-industrielle Biogasanlagen

In einem durchschnittlichen Kehrichtsack sind rund ein Drittel organische Abfälle, die sich eigentlich für die Vergärung eignen würden. Entsprechend gross ist deshalb das Ausbaupotenzial. Die wichtigsten Vorteile der gewerblich-industriellen Biogasanlagen lassen sich folgendermassen zusammenfassen: • Grüngut, das vergärt und nicht verbrannt wird, wird dem Stoffkreislauf nicht entzogen, sondern als Kompost dem Boden wieder zugeführt. Der Kohlenstoff wird im Humus gebunden, der dadurch aufgebaut und im Boden gespeichert wird. • Küchenabfälle sind sehr nass und haben in der Verbrennung eine schlechte Energiebilanz. In der Vergärung ist ihre Energiebilanz viel besser. • Biogasanlagen können das Methangas ins Gasnetz einspeisen. Über zentrale WärmeKraft-Kopplung kann ein höherer Beitrag zur gezielten Winterstromproduktion geleistet werden. • Die Einspeisung von Biogas entkoppelt den Produktionsstandort vom Verbrauch. Dadurch kann Biogas problemlos als erneuerbarer Treibstoff, Brennstoff oder zum Betrieb von dezentralen Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen eingesetzt werden. • Es wird wertvoller Naturdünger produziert. Fazit: Biogasanlagen sind ein wichtiger Pfeiler in der Umwelt- und Energiepolitik der Schweiz.

Andreas Utiger ist Geschäftsführer von Biomasse Suisse. Er ist Ingenieur Agronom HTL und hat in seiner Laufbahn verschiedene Biogasanlagen geleitet. Biomasse Suisse ist der Verband, der die Interessen aller Akteure der Branche vertritt. Er setzt sich für die Verwertung von Biomasse in Kompostierund Vergärungsanlagen ein. www.biomassesuisse.ch

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energiezukunft infrastruktur

Moderne Energieversorgung für moderne Medizin Gesamtenergielösung von Energie Wasser Bern

Auf dem Campus des Inselspitals wurde 2019 das nationale Kompetenzzentrum für translationale Medizin und Unternehmertum eröffnet. Ziel der sitem-insel AG ist es, Forschungsresultate rascher in die klinische Praxis und die industrielle Produktion zu überführen. Für die hochmoderne Forschungseinrichtung hat Energie Wasser Bern eine mustergültige Gesamtenergielösung realisiert. Wärme

Zum Heizen des Gebäudes nutzt die sitem-insel AG in erster Linie die Abwärme aus Laborprozessen, des Magnetresonanztomografen (MRI) und der Kälteproduktion. Energie Wasser Bern hat die gesamte Wärmeproduktionsanlage erstellt und betreibt sie inklusive Management der Abwärme.

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Fernwärmelieferung (Bild 1)

Zur Abdeckung des restlichen Wärmebedarfs bezieht das Kompetenzzentrum Fernwärme von der nahegelegenen Energiezentrale Forsthaus. Mit dem Produkt ewb.NATUR. Fernwärme hat sich die sitem-insel AG für eine nachhaltige, ökologische Lösung mit mindestens 75 Prozent CO2-neutraler Energie entschieden. Kühlung (Bild 2)

Menschen, Wetter und Geräte sorgen im Inneren für grosse Wärmelasten. Teile der Forschungseinrichtung müssen daher gekühlt werden. Der Betrieb der dafür notwendigen Kältemaschinen, inklusive der Wärmerückgewinnung und der Rückkühler auf dem Dach des Gebäudes, wird durch Energie Wasser Bern sichergestellt.

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Lüftung

Temperatur- und Luftqualitätsfühler sorgen im Gebäude für eine optimale Raumlüftung. Energie Wasser Bern ist auch für die Steuerung der entsprechenden Lüftungsanlagen und die anfallenden Servicearbeiten zuständig. 3

Fotovoltaikanlage (Bild 3)

Im Rahmen eines Contractings hat Energie Wasser Bern die Planung, Finanzierung und Betriebsführung der Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Forschungszentrums übernommen. Den damit produzierten Solarstrom verwendet die sitem-insel AG für den Eigenverbrauch. Stromlieferung

Produziert die eigene Fotovoltaikanlage nicht ausreichend Strom, deckt Energie Wasser Bern den Bedarf aus dem Verteilnetz. Hierfür hat der Energieversorger eigens eine Netztrafostation im Gebäude installiert. Dieses Erschliessungskonzept ohne Investitionskosten für die Kundin bietet der sitem-insel AG eine hohe Flexibilität.

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energiezukunft infrastruktur

Energie Wasser Bern Energie Wasser Bern engagiert sich an 365 Tagen während 24 Stunden für modernes Leben und Arbeiten in der Stadt und in der Umgebung von Bern. Das Unternehmen stellt die Versorgung der Stadt und der umliegenden Gemeinden mit Strom, Fernwärme, Erdgas, Biogas und Wasser sicher. Ebenso verwertet Energie Wasser Bern Abfall zu Energie, bietet Dienstleistungen im Bereich der Elektro- sowie Erdgasmobilität an und baut in der Stadt Bern das Glasfasernetz aus. Als 5

erfolgreicher Gesamtenergiespezialist entwirft, plant, realisiert und betreibt Energie Wasser Bern auch massgeschneiderte Produktionsund Kundenanlagen inklusive integrierten Ab-

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rechnungsdienstleistungen. Ganz nach dem Motto: Gemeinsam produzieren – individuell verbrauchen und abrechnen. Für Grossanlagen wie Nahwärmeverbünde, grossflächige PV-Anlagen sowie Gesamtlösungen für Überbauungen oder grosse Wohnblöcke bietet der städtische Energieversorger mit dem Contracting zudem ein nachhaltiges

Notstromanlage

Finanzierungsmodell. Fragen Sie uns, wir

Das Kompetenzzentrum ist auf eine lückenlose Stromversorgung angewiesen. Um bei einem allfälligen Stromausfall den Betrieb sicherzustellen, hat Energie Wasser Bern im Gebäude zusätzlich eine dieselbetriebene Notstromanlage integriert. Dazu gehören unter anderem auch ein monatlicher Testbetrieb sowie regelmässige Wartungs- und Servicearbeiten.

helfen Ihnen gerne!

Ladestationen (Bild 4)

Im öffentlichen Bereich des Parkhauses hat Energie Wasser Bern zusätzlich zwei Ladestationen für Elektroautos projektiert, finanziert und montiert. Dadurch kann die siteminsel AG Lademöglichkeiten anbieten und das öffentliche Ladenetz in Bern wurde um einen attraktiven Standort erweitert. Glasfasernetz

Für den reibungslosen Datenaustausch wurde die Forschungseinrichtung über das Glasfasernetz von Energie Wasser Bern mit dem Inselspital, der Uni Bern und CSL Behring vernetzt. Dadurch profitieren die Partner von einem modernen Netzwerk, das ihrem steigenden Bedarf an Bandbreiten gerecht wird und eine ideale Grundlage für künftige technische Entwicklungen darstellt.

Christoph Deutschle Leiter Gesamtenergie-Dienstleistungen a.i Tel: +41 31 321 34 03 E-Mail: christoph.deutschle@ewb.ch

Gebäudeautomation (Bild 5)

Die technischen Installationen wurden so konzipiert, dass sie über ein Gebäudeleitsystem energieeffizient betrieben und jederzeit justiert werden können. Die Verantwortung für einen optimierten und abgestimmten Betrieb liegt ebenso bei Energie Wasser Bern. Energie Wasser Bern

Hausdienst

Monbijoustrasse 11

Zu guter Letzt braucht ein derartiger Komplex einen internen technischen Dienst, der den reibungslosen Betrieb der ganzen Anlagen sicherstellt. Selbst hier sorgt Energie Wasser Bern für Abhilfe und stellt der sitem-insel AG einen kompetenten Hausmeister zur Seite, der mit den Installationen bestens vertraut ist. (wyr)

3001 Bern Tel. +41 31 321 31 11 info@ewb.ch www.ewb.ch

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energiezukunft infrastruktur

Stadtwerke leben die Energiewende Stadtwerke spielen bei der Energiewende eine Schlüsselrolle. Nicht nur wird ein Grossteil der Energie im urbanen Raum verbraucht, auch der Absatz von erneuerbaren Energien ist nirgends so hoch wie in den Städten. Dank dem Engagement der Stadtwerke wird die Energiewende in den Schweizer Städten Realität – Tag für Tag ein Stück mehr. Masterplan 2050: Stadtwerke wollen 100 Prozent erneuerbare und klimaneutrale Energie liefern

Die Stadtwerke der Swisspower-Allianz verpflichten sich mit ihrem Masterplan 2050, ihre Kundinnen und Kunden bis spätestens 2050 vollständig mit erneuerbarer, klimaneutraler Energie zu versorgen. Dabei setzen sie auf Zusammenspiel aller erneuerbaren Energieträger und das Ineinandergreifen der vorhandenen Energienetze. Die Stadtwerke realisieren erneuerbare Wärme- und Kältenetze mit Seewasser, Holz oder Abwärme. Sie ermöglichen es ihren Kundinnen und Kunden, sich an gemeinschaftlichen Photovoltaikanlagen zu beteiligen und sich so für lokalen erneuerbaren Strom zu engagieren. Sie investieren in Zukunftstechnologien wie die Geothermie, die Speicherung von CO2 oder die Produktion von synthetischem erneuerbarem Gas. Und sie beraten ihre Kundinnen und Kunden und helfen ihnen, Energie zu sparen. Damit wir die ambitionierten Ziele der Energiestrategie und der Klimapolitik in der Schweiz erreichen, sind die Stadtwerke aber auf passende Rahmenbedingungen angewiesen. Drei Bereiche sind für die Stadtwerke zentral: In vier Handlungsfeldern engagieren sich die Swisspower-Stadtwerke für die Umsetzung ihrer Vision einer vollständig erneuerbaren Energieversorgung ohne CO2-Emissionen. Innovationen werden auf diesem Weg eine wichtige Rolle spielen.

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Erstens: Investitionsanreize für die Produktion von Winterstrom

In der Energiestrategie sind Richtwerte zum Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion verankert. Dies allein reicht allerdings nicht. Zum einen werden die Marktpreise,


energiezukunft infrastruktur

Ein Grossteil der Energie wird im urbanen Raum verbraucht – und der Absatz von erneuerbaren Energien ist nirgends so hoch wie in den Städten.

Swisspower AG Swisspower ist die strategische Allianz von 21 Schweizer Stadtwerken und regionalen

die sich wesentlich am europäischen Markt orientieren, auf absehbare Zeit nicht genügend Anreiz für Investitionen bieten. Zum anderen wird die Schweiz künftig im Winter noch stärker von Stromimporten abhängig sein. Denn die Kernkraftwerke gehen dereinst vom Netz, und gleichzeitig steigt die Stromnachfrage durch die zunehmende – und politisch gewünschte – Elektrifizierung von Wärme und Mobilität. Die Empa geht davon aus, dass die Schweiz im Winter rund 22 TWh Strom zu wenig produzieren wird. Heute importieren wir im Winter rund 4-6 TWh Strom. Auf wesentlich mehr Importe sollte sich die Schweiz aus Gründen der Versorgungssicherheit nicht verlassen – dies betont auch die ElCom. Das heisst, dass künftige Förder- oder Lenkungsmassnahmen vor allem darauf abzielen sollten, die inländische erneuerbare Stromproduktion und die Speicherung für den Winter zu erhöhen.

Unternehmen der Versorgungswirtschaft. In der Allianz realisieren die Stadtwerke Kooperationsprojekte und stärken so gemeinsam ihre Wettbewerbsposition. Als Vordenkerin der Energie- und Versorgungswirtschaft unterstützt Swisspower ihre Aktionäre bei der Unternehmens- und Projektentwicklung, der Interessenvertretung und in der Weiterbildung. Zudem ermöglicht Swisspower ihren Aktionären, sich über die Firma Swisspower Renewables AG an Produktionsanlagen für erneuerbare Energien im Ausland zu beteiligen.

Zweitens: Eine umfassende Lenkungsabgabe auf CO2

Die Energiestrategie ist bisher eine reine Stromstrategie. Rund zwei Drittel der Treibhausgasemissionen werden jedoch von den Sektoren Wärme und Mobilität verursacht. Derzeit wird die Dekarbonisierung in diesen Sektoren vor allem durch das CO2Gesetz und durch die kantonalen Mustervorschriften für Gebäude (MuKEn) getrieben. Auf Brennstoffe wird bereits eine CO2-Abgabe erhoben. Zudem möchten Bundesrat und Parlament im CO2-Gesetz einen Grenzwert für die Emissionen von Gebäuden festschreiben. Gleichzeitig wird die Mobilität nach wie vor mit Samthandschuhen angefasst, aus Angst vor dem Widerstand der Bevölkerung, sollten die Benzin- und Dieselpreise zu stark ansteigen. Ohne umfassende Lenkungsabgabe auf CO2, welche sämtliche Sektoren und Energieträger gleichermassen betrifft, bleibt die Energiestrategie jedoch ein Stückwerk.

Ronny Kaufmann CEO

Drittens: Sicht aufs Gesamtsystem

Damit wir die Energiewende schaffen, braucht es alle Technologien, von der Fernwärme über die Wärmepumpe bis zum erneuerbaren Gas, von Elektrofahrzeugen bis zur Wasserstoffmobilität. Wir müssen ideologische Scheuklappen ablegen und aufhören, einzelne Technologien gegeneinander auszuspielen. So gilt etwa das Gasnetz vielerorts bereits als Auslaufmodell. Dabei wird nicht unterschieden zwischen dem Netz als wertvolle Transportinfrastruktur und dem Energieträger, der tatsächlich durch das Netz fliesst. Wir sollten das Gas zunehmend erneuerbar machen – und nicht die Gasnetze vorschnell zurückbauen. Die Sektorkopplung wird eine Schlüsselrolle spielen für die Dekarbonisierung des Gesamtsystems. Es braucht dazu aber entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen. Die Politik muss vermehrt eine Sicht aufs Gesamtsystem entwickeln und den Blick über den Tellerrand einzelner Gesetze ausweiten. Nicht nur die Stadtwerke, sondern die ganze Schweiz braucht einen Masterplan, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten.

Swisspower AG Schweizerhof-Passage 7, 3011 Bern Tel. +41 44 253 82 11 info@swisspower.ch www.swisspower.ch

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energiezukunft mobilität

Mobilität wird elektrisch

© Bildagentur PantherMedia / welcomia (YAYMicro)

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energiezukunft mobilität

Im Jahr 2050 wollen wir eine CO2-freie Wirtschaft haben. Jedoch schon 2030 muss der halbe Weg gemeistert sein. Dabei ist die Mobilität ein Schlüsselfaktor. Die Elektrifizierung der Mobilität ist beschlossene Sache. Gemäss VW-Boss Diess wird auch die sogenannte Technologieoffenheit in wenigen Monaten entschieden sein. Gemeint ist, dass es nicht mehr Verbrenner, Hybrid-, Wasserstoff- und Elektroautos nebeneinander geben wird. Zumindest im PW-Bereich steht ausschliesslich das E-Auto im Fokus. Der Grund ist einfach: Wir müssen uns fokussieren! EMobilität ist am billigsten umsetzbar; und vor allem am schnellsten. Alle Sektoren spielen mit

Bei den Erneuerbaren Energien (EE) muss der Ausbau beschleunigt werden. Das Ziel ist eine hundertprozentige Energieversorgung aus Erneuerbaren, insbesondere der Ersatz von Erdöl und Erdgas. Schon heute sind die Preise vergleichbar. In wenigen Jahren werden die EE die deutlich günstigste Energie bereitstellen. Bis 2050 werden somit Elektroautos und deren Batterien weitgehend CO2-frei produziert und aufgeladen werden können. Elektrifizierung alleine reicht nicht

Politisch werden wir insbesondere in urbanen Zonen über die Mobilität generell nachdenken und Massnahmen treffen. Langsamverkehr und elektrifizierte Kleinstfahrzeuge (EBike, ERoller, Lastenbike, …) sowie Carsharing werden einen signifikanten Teil der Mobilitätsaufgaben abdecken. Zusammen mit autonomen Fahrzeugen reduziert sich der Bedarf nach Autos deutlich. Die Produktivität der Mobilität steigt damit um Faktoren. Um den entsprechenden Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise allerdings nicht zu gefährden, muss der Rebound-Effekt verhindert werden. Günstigere und leichter zugängliche Mobilität führt nämlich zu mehr Mobilität (wenn das gesparte Geld zum Beispiel für eine zusätzliche Flugreise eingesetzt wird), und damit wäre der Vorteil für das Klima dahin. Daher werden wir 2050 deutlich weniger arbeiten und vermehrt das tun, was wir wirklich-wirklich wollen. Das Mühsame machen dann sowieso die mit EE angetriebenen Roboter. Fazit

Technisch ist eine höhere Energie- und Materialeffizienz und politisch eine Reduktion des Verkehrs bei mindestens gleich guter Mobilität erreichbar. Offen bleibt eine Anpassung des Wirtschaftskonzeptes, das bei hoch entwickelten Gesellschaften auch ohne Wachstum auskommen kann.

Josef Brusa gründete 1985, drei Jahre nach seinem Ingenieurstudium, die Firma BRUSA Elektronik AG. Heute ist er VR-Präsident der Firma mit rund 200 Mitarbeitenden. Die Firma entwickelt effiziente Komponenten und Antriebe für elektrische Fahrzeuge von namhaften Autokonzernen und internationalen Partnern. www.brusa.biz

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energiezukunft mobilität

Objektiv informiert und wirksam vernetzt

Effiziente Mobilität e-mobile – eine Fachgesellschaft von Electrosuisse e-mobile ist die technologie- und markenneutrale Stelle für effiziente Fahrzeuge wie Elektro-, Hybrid- und Erdgas/Biogas-Autos in der Schweiz. Sie trägt mit ihrer Drehscheibenfunktion dazu bei, dass Autogewerbe, Infrastrukturanbieter, Energieversorger und Behörden enger zusammenarbeiten. Sie bietet Marken und Produkt unabhängige Information und Beratung, führt Promotionsmassnahmen wie Ausstellungen und Informationsveranstaltungen durch und vermittelt Probefahrten. Weitere Informationen zur Fachgesellschaft e-mobile unter: www.e-mobile.ch

Wie weit komme ich mit einem Elektroauto? Wo werden Autos mit alternativen Antrieben betankt, respektive geladen? Was kosten effiziente Fahrzeuge? Welcher Antrieb passt am besten zu mir? Die Fragen sind vielfältig und das Informationsbedürfnis ist noch immer sehr gross. Mittlerweile gibt es zahlreiche attraktive Elektrofahrzeuge zu kaufen. Am Automobilsalon in Genf ziehen die vollelektrischen Serienfahrzeuge die volle Aufmerksamkeit der Journalisten auf sich. Aber auch das gut informierte Publikum macht sich intensiv Gedanken über die Effizienz des Antriebes und die Emissionen. Mit Reichweiten von 300 – 400 km pro Ladung und Schnellladefähigkeit, ermöglichen moderne Elektroautos problemlos den Umstieg, den Herr und Frau Schweizer sich für ihre nachhaltige individuelle Mobilität wünschen. Wendepunkt erreicht

Die Zulassungszahlen sprechen eine klare Sprache. Erstmals war in einem Monat das meist neuzugelassene Auto in der Schweiz ein Elektroauto. Die Neuzulassungszahlen von Autos mit rein batterie-elektrischem Antrieb haben sich von 2018 auf 2019 mehr als verdoppelt. Elektroautos haben den Vorteil, dass sie mit erneuerbarem, einheimischem «Treibstoff» betrieben werden können. Ein Elektrofahrzeug-Besitzer ist grundsätzlich in der

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energiezukunft mobilität

Über Electrosuisse Electrosuisse – der Fachverband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik. Als anerkannte und unabhängige Fachorganisation bietet Electrosuisse erstklassige Dienstleistungen und Produkte rund um Inspektion, Beratung, Prüfung, Normung und Weiterbildung an. Effiziente Mobilität an der DRIVING EXPERIENCE erleben

Mit der Veranstaltung etablierter BranchenEvents und Fachtagungen setzt sich der

Lage, den Stromverbrauch seines Elektroautos mit einer Solaranlage selbst zu generieren. Die Themen Elektromobilität, Solarstrom und Eigenverbrauchsoptimierung liegen daher sehr nahe beieinander.

Verband für den Wissenstransfer und fachlichen Austausch ein und stärkt das TechnikNetzwerk. Bei allen Tätigkeiten steht die Förderung der sicheren, wirtschaftlichen und

Beliebte DRIVING EXPERIENCE

umweltgerechten Erzeugung und Anwendung

Gemeinsam mit Schweizer Gemeinden, regionalen Anbietern von Elektrofahrzeugen und Photovoltaik-Anlagen sowie weiteren Partnern haben Experten von e-mobile eine Serie von Ausstellungen unter dem Motto «Elektromobilität und Solarstrom» ins Leben gerufen. Diese Roadshows mit vorangehenden Branchentreffs wecken grosses Interesse, sowohl bei Unternehmern wie in der breiten Bevölkerung. Die Roadshows bieten einmalige Gelegenheiten, um sich bei Solarexperten über Photovoltaik zu erkundigen und verschiedene Modelle von energieeffizienten Fahrzeugen zu fahren und unmittelbar miteinander zu vergleichen.

von Elektrizität im Zentrum. Zudem vertritt Electrosuisse die Schweizer Wirtschaft im Bereich der Elektrotechnik in den internationalen Normungsgremien und führt im Auftrag des Bundes das Eidgenössische Starkstrominspektorat (ESTI).

Installation von Ladestationen für Elektroautos

Bei der Planung und Installation von Ladepunkten respektive Ladestationen tauchen oft Fragen aus unterschiedlichen Bereichen auf: Elektrofahrzeuglenker, Immobilienbesitzer, Immobilienverwalter, Architekten, Elektroinstallateure und –Planer, Energieversorgungsunternehmen und das Autogewerbe (Importeure, Händler, Garagisten). Umso unterschiedliche Interessen auf einen Nenner zu bringen, bietet e-mobile unabhängige Beratung, sei es für die Planung eines Neubaus oder einer Renovation/ Sanierung.

Beratung nach Mass e-mobile bietet eine umfassende und auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnittene Beratung über die vielfältigen Themen rund um effiziente Mobilität, zum Beispiel: • Beratung bei der Planung einer privaten, öffentlichen oder halböffentlichen Ladeinfrastruktur in einer Überbauung, Parkgarage, auf öffentlichem Parkanlagen, in Ihrer Firma, ihrem Restaurant, Hotel oder ihrer sonstigen Geschäftsliegenschaft. • Planung von Solaranlagen mit Batteriespeicher. • Auf- oder Umbau einer Firmenflotte mit Elektroautos. • Auf unserer interaktiven Karte unter www.e-mobile.ch finden Sie sämtliche öffentliche Ladestationen für Elektroautos in der Schweiz • Für Gemeinden, Kantone, den Bund, aber auch für Firmenanlässe, Themenveranstaltungen und Dorffeste organisieren wir in Ihrem Auftrag Ausstellungen mit Probefahrten, Fachreferaten und Beratungsgesprächen.

Ausgewählte Informationen: • Broschüre «Anschluss finden» Elektromobilität und Infrastruktur • Broschüre «Energie - Sonnenklar» Photovoltaik: Technik und Infrastruktur • Marktübersicht 2019: Energieeffiziente Fahrzeuge im Überblick

Electrosuisse Luppmenstrasse 1 Postfach 269 8320 Fehraltorf Tel. +41 44 956 11 11 info@electrosuisse.ch www.electrosuisse.ch

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energiezukunft mobilität

Über 100 Jahre WasserkraftErfahrung für die Energiezukunft Die Wasserkraft deckt fast 60 Prozent des Schweizer Strombedarfs ab. Sie ist mit Abstand die wichtigste erneuerbare Energiequelle in der Schweiz. Im Zuge der Energiestrategie 2050 möchte der Bund mittels Förderbeiträgen die durchschnittliche Jahresproduktion von Elektrizität aus Wasserkraft auf 38,600 GWh steigern. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen nicht nur bestehende Werke erneuert sowie ausgebaut, sondern auch neue Wasserkraftwerke realisiert werden – unter Berücksichtigung der ökologischen Anforderungen. Ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit

Dienstleistungen für Dritte: RepowerMitarbeitende bieten anderen Energieversorgungsunternehmen ihre Unterstützung an.

Zu besagten Wasserkraftwerken gehört zum Beispiel «Robbia». Die Anlage des Energieunternehmens Repower liegt in der südbündnerischen Valposchiavo und wurde vor über 100 Jahren gebaut. Obwohl die eingesetzten Komponenten seither kontinuierlich revidiert und gewartet wurden, sind sie nun am Lebensende angelangt – die Kraftwerksanlage muss umfassend erneuert werden. Diese Arbeiten werden voraussichtlich von Mitte 2020 bis Mitte 2023 dauern. Danach wird die Jahresproduktion 120 GWh betragen und damit rund zehn Prozent höher sein als heute. So kann das Kraftwerk Robbia auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Mit dem Umbau gehen auch diverse umfassende naturnahe und landschaftsschützerische Massnahmen einher.


energiezukunft mobilität

Repower AG Repower ist ein Vertriebs- und Dienstleistungsunternehmen im Energiebereich mit über 100-jähriger Erfahrung. Die Schlüsselmärkte sind die Schweiz (inkl. Originationgeschäft in Deutschland) und Italien. Die Gruppe ist von der Produktion über den Handel bis zur Verteilung und zum Vertrieb auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette tätig. Darüber hinaus entwickelt sie intelligente Systeme im Sinne der Energiewende. Basierend auf ihrem fundierten Energiefachwissen bietet Repower ihre Dienstleistungen auch anderen Kunden an und führt Arbeiten für Dritte aus. Die Repower-Gruppe beschäftigt knapp 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu kommen rund 30 Lernende in der Schweiz sowie fast

Repower hat über 100 Jahre Erfahrung im Betreiben von Wasserkraftwerken.

600 Vertriebsberater in Italien.

Expertenwissen für andere Unternehmen

Das Kraftwerk Robbia ist schon über 100 Jahre im Einsatz und auch andere Anlagen von Repower sind ähnlich alt. Dieser Umstand spricht einerseits für die Qualität der Kraftwerke und zeigt auf der anderen Seite, dass das Unternehmen im Bereich der Wasserkraftgewinnung über eine grosse Erfahrung verfügt. Dank dieser Reputation ist Repower ein gefragter Partner für andere Energieversorgungsunternehmen (EVU) und unterstützt diese, wenn sie nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, um gewisse Aufgaben selber zu erledigen. Diese Dienstleistungen können sowohl einzelne Arbeiten als auch die ganze Prozesskette eines EVU beinhalten – von der Planung über die Ausführung und den Betrieb bis zur Bewirtschaftung. So gehören zum Portfolio unter anderem die Erstellung von Vor-, Auflage- und Bauprojekten für Produktionsanlagen, Unterwerke, Trafostationen, Kabelanlagen und Hausanschlüsse. Auch das Bauen von Neuanlagen sowie Anpassungen und Erweiterungen von Einzelkomponenten oder Gesamtanlagen umfasst das Spektrum an Arbeiten. Auf Wunsch begleitet das Unternehmen die Kunden auch durch Ausschreibungen, Submissionen und Bewilligungsverfahren und kümmert sich um Umweltschutz- und Sicherheitsrichtlinien sowie Zertifizierungen. Auch Pikettdienste übernehmen Repower-Mitarbeitende bei Bedarf und sorgen bei einer Störung dafür, dass die Anlagen schnellstmöglich wieder in Betrieb genommen werden können. In Zukunft nur noch Strom aus Erneuerbaren

Repower strebt längerfristig eine Eigenproduktion aus 100 Prozent erneuerbaren Energiequellen an. Darum investiert sie neben der Wasserkraft auch in Solar- und Windenergie. Gemeinsam mit einem der führenden Europäischen Fonds hat Repower ein Joint Venture mit dem Namen «Repower Renewable» gegründet. Sämtliche Projekte und Anlagen – es handelt sich um Wasser-, Solar- und Windkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt etwa 90 MW – sind im italienischen Markt angesiedelt. Zu den Aufgaben dieser neuen Gesellschaft gehören das Portfoliomanagement und die Entwicklung von innovativen Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien. Das Rüstzeug dafür liefern über 100 Jahre Erfahrung in nachhaltiger Stromgewinnung.

Unsere Energie für Sie.

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energiezukunft mobilität

MOVE Mobility AG – Ladelösungen privat und öffentlich

Jederzeit und überall einfach laden Die Zahl der Elektroauto-Fahrer in der Schweiz steigt beständig. Dass für sie ausreichend Ladestationen an günstig gelegenen Standorten vorhanden sind, ist so einerseits Voraussetzung für das potenzielle Umsteigen auf die Elektromobilität, andererseits eine zwingende Folge der schnell wachsenden Nachfrage. Dieses dichte Netz zu realisieren, ist die Mission von MOVE Mobility. Kunden des Freiburger Start-ups finden in der Schweiz über 1 000 eigene MOVE Lademöglichkeiten und haben Zugang zu weiteren 3 500. In ganz Europa kommen rund 35 000 weitere Ladepunkte dazu. Entlang des Autobahnnetzes in der Schweiz sind bereits 130 hochmoderne und ausbaufähige MOVE Schnellladepunkte in Betrieb. Begreifliche Tarife

Aufgrund ihres eigenen Ladeverhaltens können Kunden von MOVE entscheiden, ob sie ihre Mitgliedschaft lieber kostenlos oder gegen eine kleine Abonnementsgebühr (und privilegierte Konditionen) wünschen. Bei MOVE sind sie überdies beim einzigen Anbieter, bei dem alle Kosten fürs Laden, egal ob im eigenen Netz oder bei einem Roaming-Partner, fix und im Voraus bekannt sind. Auch mit dieser Tarifstruktur stellt MOVE ihre Mission unter Beweis: den Fahrern von Elektroautos ein ebenso einfaches wie transparentes Laden zu ermöglichen. Toplösungen für zu Hause oder den Arbeitsplatz

Auch für den privaten Raum bietet MOVE simple Lösungen für Ladeinfrastrukturen. Mit ihnen schaffen Immobilienbesitzer, Verwaltungen und Firmenkunden mit kleinem Aufwand zusätzlichen Komfort und mehr Attraktivität für ihre Mieter, Stockwerkeigentümer oder Mitarbeitenden. Firmenkunden können dank MOVE eigene Lademöglichkeiten auf dem Firmengelände etablieren und so ihre Elektroauto-Flotte laden und/oder ihren Beschäftigten das Laden ihrer Elektroautos während der Arbeitszeit ermöglichen. In beiden Fällen erhalten die Fahrer von Elektroautos den MOVE Badge oder die MOVE Ladekarte, die ihnen Zugang zum öffentlichen MOVE Ladenetz verschafft, wo natürlich auch für sie die vorteilhaften Standardkonditionen gelten. Diese Firmenangebote für den privaten Raum machen MOVE zum innovativen Lösungsanbieter in der Elektromobilität, der Partner und potenzielle Kunden mit umfassenden Beratungsleistungen bedienen kann.

MOVE Mobility AG Die MOVE Mobility AG ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Energiedienstleister Alpiq, Primeo Energie, ewb und Groupe E. Die Mission des Start-ups mit Sitz in Freiburg ist es, Fahrern von Elektroautos ihr – vorher komplexes – Leben massgeblich zu vereinfachen. Das gelingt insbesondere dank einem einheitlichen Preissystem mit fixen Preisen an den eigenen Ladestationen und denjenigen der Partner. Auch beim Laden gilt «simplify»: Es reicht, den ready-to-use MOVE Badge oder die Karte vor das Lesegerät der Ladestation zu halten, das Einrichten eines Prepaid-Kontos ist nicht nötig. Schon in naher Zukunft sollen sich aber nicht nur die Bedienerfreundlichkeit und das Netz, sondern auch das Betätigungsfeld von MOVE schnell vergrössern: Das nationale, junge und ausserordentlich agile Unternehmen hält sich alle Optionen offen, um Chancen zu erkennen und neue Geschäftsfelder im Umfeld der Elektromobilität zu erschliessen.

Ivo Brügger CEO MOVE Mobility AG

Wie hier bei Kambly in Trubschachen will MOVE Mobility die Schweiz flächendeckend mit hochmodernen Ladestationen versorgen. (Bild: S. Rosset)

MOVE Mobility AG Route du Lavapesson 2 CH-1763 Granges-Paccot Tel. +41 26 322 34 01 info@move.ch www.move.ch

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energiezukunft ausbildung

Klimadiskussion: Ein Hype?

Bild: Š Bildagentur PantherMedia / oneinchpunch

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energiezukunft ausbildung

«Denkst du, der Greta-Effekt ist eine nachhaltige Veränderung in der Gesellschaft oder nur wieder ein Hype?», wurde ich in den vergangenen Monaten immer wieder gefragt. Wahrlich keine einfache Frage. Bevor ich aber darauf antworte, drehe ich das Rad der Zeit zehn Jahre zurück: Damals bin ich aus der Industrie in die Hochschulwelt eingetaucht. Kernereignis Fukushima

Der Erfolg des neu lancierten Studiengangs «Erneuerbare Energien und Umwelttechnik» der Hochschule Rapperswil war im ersten Jahr 2010 ungewiss. Der Bedarf an kompetenten Arbeitskräften schien zwar gegeben, aber das breite Interesse an erneuerbarer Energie und an Nachhaltigkeitsthemen war begrenzt. Der 11. März 2011 änderte diese Situation markant: Die Katastrophe in Fukushima brachte die Energiewende in die breite, öffentliche Diskussion. Der anschliessende Grundsatzentscheid von Bundesrat und Parlament im Jahr 2011 für einen schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie legte die Basis für die Energiestrategie 2050. Die Diskussion über Energieeffizienz und Erneuerbare Energie wurde salonfähig; Die Ausund Weiterbildungen im Energiebereich füllten sich mit Studierenden. Fukushima wurde somit zum Kernereignis für politische Entscheide und für eine nachhaltige, gesellschaftliche Veränderung der Energielandschaft Schweiz. Gefragte Kompetenzen

Eine unterdessen gut bekannte, junge schwedische Klimaaktivistin bringt nun wiederum Wind auf die Turbinen der Windräder. Ein Wind, der nicht nur in der Schweiz weht, sondern weltweit für Bewegung sorgt und Entwicklungen wie jene der United Nation Sustainable Development Goals, der Circular Economy oder der Elektromobilität Auftrieb verleiht. Auch politisch hat dieser Wind zu einigen Turbulenzen geführt: Grüne Themen sind «in», das CO2-Gesetz wird voraussichtlich ehrgeiziger, und neue Initiativen warten. Es kann somit gut sein, dass der Greta-Effekt hilft, wichtige Ziele für den Weg in eine nachhaltige Zukunft in Gesetzen zu verankern. Dies gibt jungen Fachkräften, die sich zu diesen Themen ausbilden und Personen, die sich weiterbilden, eine berufliche Perspektive und Planungssicherheit. Diese Kompetenzen werden auch in einigen Jahren noch relevant und gefragt sein. Der «Greta-Effekt» ist somit aus meiner Sicht kein «Hype». Er wird uns dabei unterstützen, Nachhaltigkeitsthemen einen Platz in der gesellschaftlichen Diskussion zu sichern und neue Stellen zu schaffen. Den Hype der «Flugscham» jedoch werden wir bald wieder abgelegt haben.

Prof. Christian Wirz-Töndury ist Co-Leiter Weiterbildung, Institutsleiter und Dozent an der HSR Hochschule für Technik Rapperswil. 2011 hat er in Zug das Institut für Wissen, Energie und Rohstoffe Zug (WERZ) gegründet, das seine Angebote und Aktivitäten auf die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz in Unternehmen fokussiert. www.werz.hsr.ch

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energiezukunft ausbildung

Sind Sie gerüstet für die Herausforderungen in der Energiewirtschaft? Der MAS in Energiewirtschaft der FH Graubünden in Zürich schliesst eine wichtige Wissenslücke

«Mit den energiespezifischen Modulen wird eine gute Mischung aus vertieftem, fundiertem Wissen und Praxis-Know-how vermittelt. Die Dozierenden bringen vielschichtige nationale und internationale Erfahrungen mit. Der offene Austausch und die kritischen, lehrreichen Diskussionen mit den Dozierenden und Mitstudierenden waren für mich ein grosser Mehrwert. Die Ausbildung ist eine wertvolle und nachhaltige Horizonterweiterung, die ich jedem, der sich im Energieumfeld bewegt, sehr empfehlen kann». Karin Berger, Absolventin MAS in Energiewirtschaft, Prüfungsexpertin, Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK)

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Das Thema «Energie» belegt in Gesellschaft und Wirtschaft eine sehr wichtige Rolle mit vielschichtigen Herausforderungen. Vom volkswirtschaftlichen Anspruch nach Versorgungssicherheit über neue Technologien der Energieerzeugung, Energieverteilung (Netze) bis hin zu innovativen Produkten und Dienstleistungen in Kombination mit der Digitalisierung ist das Themenspektrum sehr breit und tief. Die damit verbundenen Aufgaben und Fragestellungen sind mehr denn je von grosser Bedeutung für die Zukunftssicherung, sowohl volkswirtschaftlich als auch betriebswirtschaftlich. Und dabei ist nicht nur die lokal begrenzte Sichtweise notwendig und hinreichend, sondern zunehmend auch eine Betrachtung auf globaler Ebene und im Kontext und im Zusammenwirken mit anderen Volkswirtschaften. Die Komplexität der Märkte hat stark zugenommen und sie wird es auch weiterhin tun. Aus betriebswirtschaftlicher Perspektive führen die Weiterentwicklungen in allen Stufen der Wertschöpfungskette dazu, dass auch auf diesen Ebenen die Komplexität zunimmt. Vieles ist hier im Umbruch. Neue zukunftsweisende Strukturen und innovative Geschäftsmodelle sind dabei die Folge und auch unumgänglich, um den Veränderungen und Anforderungen entsprechend Rechnung zu tragen. Deshalb werden gerade auch die Führungskräfte im energiewirtschaftlichen Umfeld zukünftig noch stärker gefordert sein. Um für diese anstehenden unternehmerischen Herausforderungen im Sinne eines ganzheitlichen und vernetzten Denkens gerüstet zu sein, sind Weiterbildungen in diesem Kontext unabdingbar. Der Energiemaster vermittelt hier eine solide und ausgewogene Gesamtwissensbasis über das breite Spektrum der Energiewirtschaft. Das Lernprogramm umfasst die Themenblöcke Energiewirtschaft inklusive Energiehandel sowie Energietechnik und Energierecht. Aufbauend auf dem Basiswissen werden gemäss Karin Eggert, Studienleiterin, die aktuellen Themen und Herausforderungen der Energiewirtschaft mit den dozierenden Fach-Experten aus der Branche erfasst, diskutiert und intensiv bearbeitet. Dazu gehören Themen wie Ausstieg aus der Kernenergie, erneuerbare Energien, Brennstoffzellen, Energiespeicherung, Energieeffizienz und nicht zuletzt das komplexe Thema der «Digitalisierung in der Energiewirtschaft» sowie vieles mehr. Ein gutes Beispiel für die Zunahme an Interdisziplinarität ist das Zusammenwachsen der Energiewirtschaft mit der ICT-Landschaft. Die Aufgaben, Herausforderungen und Lösungskonzepte der Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die Energiestrategie 2050 und deren Vorgaben, sind nur mit zielführenden ICT-Lösungen machbar. Solchen Lösungsansätzen wird im Energiemaster ein entsprechender Rahmen gegeben. «Manager», betont Karin Eggert, «müssen künftig vielseitiger sein. Sie müssen neben den betriebswirtschaftlichen und technischen Kenntnissen auch zunehmend Sozialund Managementkompetenzen haben. Sie brauchen den Überblick über die gesamte Branche in Verbindung mit angrenzenden Wissensgebieten und darum benötigen sie


energiezukunft ausbildung

sowohl Experten- wie auch Generalisten-Know-How. Die Komplexität der Aufgaben wird weiter zunehmen, sodass ein noch stärker vernetztes Denken unumgänglich wird. Für Karin Eggert steht fest, dass die Fachleute der Zukunft nicht nur ein fundiertes Fachwissen benötigen, sondern auch vielschichtiger ausgebildet sein müssen. Um die notwendigen und zielführenden Lösungen in der Praxis entwickeln zu können, sind ein vernetztes Denken und Arbeiten über die einzelnen Fachdisziplinen hinweg unumgänglich. Interdisziplinäres Handeln wird die Zukunft auch in der Energiewirtschaft prägen, so die Einschätzung von Karin Eggert. «Somit wird zusätzliche Weiterbildung immer wichtiger in Richtung ‚lebenlanges Lernen‘». Mit dem Master in Energiewirtschaft an der FH Graubünden bietet die Hochschule seit zehn Jahren erfolgreich ein Weiterbildungsangebot an, welches genau jene Fähigkeiten vermittelt, die Führungskräfte heute und zukünftig benötigen. Studieninhalte: Die FH Graubünden füllt die Wissens-Rucksäcke der Managerinnen und Manager mit diesem Weiterbildungsmaster zielorientiert und vielschichtig. Der Energiemaster ist dabei in 2 Stufen konzipiert (siehe Bild) und ermöglicht so einen stufengerechten Studieneinstieg. In Stufe 1 werden die betriebswirtschaftlichen Grundlagen komprimiert im Sinne eines General Managements vermittelt. Die daran anschliessende Stufe 2 beinhaltet dann die energiespezifischen Lerninhalte. Gemäss dem bewährten Stufenkonzept der Fachhochschule Graubünden können Studierende, die bereits betriebswirtschaftliches Vorwissen mitbringen, direkt in die 2. Stufe einsteigen. Darüber entscheidet die Studienleitung im Einzelfall.

Fachhochschule Graubünden Die FH Graubünden ist eine innovative und unternehmerische Fachhochschule mit über 2000 Studierenden. Sie bildet verantwortungsvolle Fach- und Führungskräfte aus. Als regional verankerte Fachhochschule überzeugt sie mit ihrer persönlichen Atmosphäre über die Kantons- und Landesgrenze hinaus. Die FH Graubünden bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangebote in Architektur, Bauingenieurwesen, Digital Science, Management, Mobile Robotics, Multimedia Production, Photonics, Service Design sowie Tourismus an. In diesen Disziplinen betreibt sie auch angewandte Forschung und trägt mit dieser zu Innovationen, Wissen und Lösungen für die Gesellschaft bei. Die FH Graubünden ist seit dem Jahr 2000 Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz. Mit der vom Bundesrat gesprochenen Beitragsberechtigung wird sie per 1. Januar 2020 die achte öffentlich-rechtliche Fachhochschule

Somit lautet die Antwort auf die Frage im Titel:

der Schweiz sein. Bereits 1963 begann ihre

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Energiezukunft 2020  

Das Jahrbuch für die Energie von morgen

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