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Dezember 2016

energiezukunft Schweiz 2017

Jahrbuch fĂźr unsere Energie von morgen


Anders als Andere.

« Beim letzten Ausbau unseres Solaranlagenparks unterstützte uns die ABS mit viel Sachverstand. Mit ihr als Partnerin haben wir eine grossartige Lösung für die Finanzierung gefunden.» artischock.net

Lukas Herzog, Geschäftsführer der Alteno Solar AG, Basel.

Die Alternative Bank Schweiz fördert seit ihrer Gründung vor über 25 Jahren schweizweit Innovationen im Bereich der Neuen Erneuerbaren Energien.

www.abs.ch


energiezukunft editorial

Halbwertszeit Erinnern Sie sich noch an die lachende Anti-Atom-Sonne mit dem Slogan «Atomkraft? Nein Danke!»? Nun, das Symbol aus den 1970erJahren hat an seiner Kraft nichts verloren. Auch, weil die weltweiten Zeichen grad wieder auf Sturm stehen. Kaum zu glauben: Trotz Tschernobyl, trotz Fukushima befindet sich die Atomenergie weiter auf dem Vormarsch. Die internationale Atomenergiebehörde IAEA rechnet in einer aktuellen Studie mit einer Zunahme des aus Atomenergie produzierten Stroms bis 2030 von 1,9 Prozent. In China sollen in den nächsten zehn Jahren mehr als 60 neue AKWs entstehen und im September 2016 gab Grossbritannien grünes Licht für den ersten AKW-Bau in der EU seit Fukushima. Wenn nur die Halbwertszeit des Atommülls so kurz wäre wie das menschliche Erinnerungsvermögen. Immerhin: Im deutschsprachigen Mitteleuropa scheint die Anti-AtomSonne wieder. Deutschland hat den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Die Schweiz auch. Österreich ist – lobenswert – gar nie auf diesen Wahnsinn hereingefallen. Denn es geht auch anders. Und besser. In der vorliegenden Ausgabe von EnergieZukunft Schweiz zeigen Autoren und Unternehmen auf, wie die Zukunft der Energieversorgung in unserem Land mit nachhaltiger Energie funktionieren kann. Ohne Atomkraft. Dafür mit geballter Innovationskraft. Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre. Peter Büchel Chefredaktor

Harald Fessler Herausgeber

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energiezukunft inhaltsverzeichnis

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industrie Recycling erzielt nachhaltige Wirkung Patrik Geisselhardt, Geschäftsführer Swiss Recycling 22: Electrosuisse 24: Schneider Electric (Schweiz) AG 26: eco2friendly

7: Vorwort Marianne Zünd,Leiterin Medien + Politik, Bundesamt für Energie 8: Die neue Stromwelt Jürg Grossen, Nationalrat 10: Am Vorabend einer epochalen Wende Prof. Dr. Anton Gunzinger, Unternehmer 12: Ein historischer Kompromiss Hans Weiss 14: Paris – ein Meilenstein Dr. Eugen David, Alt-Ständerat, Co-Präsident der Solar Agentur Schweiz 16: Wasserkraft und Energiestrategie 2050 Antonia Eisenhut, Geschäftsführerin Aqua Viva und Thomas Weibel, Nationalrat und Präsident Aqua Viva. 18: Tschernobyl – 30 Jahre danach Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c.

energiemanagement Innovatives Energiemanagement Dr. oec. HSG Christian Opitz, Leiter Competence Center Energy Management (ior/cf-HSG) der Universität St.Gallen 44: Siemens Schweiz AG 46: Gasverbund Mittelland AG 48: VUE naturemade 50: Stadt Zürich ERZ Entsorgung + Recycling Zürich 52: Repower AG 54: Energie Wasser Bern

28 gebäudetechnik Wie viel Technik vertragen unsere Häuser (noch)? Prof. Dr. Gerhard Hausladen, Inhaber des Ingenieurbüros Hausladen für Haustechnik, Bauphysik und Energietechnik 30: GRUNDFOS PUMPEN AG 32: Theben HTS AG 35: Alpha-InnoTec 36: VGQ Schw. Verband für geprüfte Qualitätshäuser, CO2-Institut Schweiz 38: Naef GROUP, HAT-Tech AG, Näf Tech AG 41: D4 Business Village Luzern

Bilder: monticello/Shutterstock.com; jiris/Shutterstock.com; Stanisic Vladimir./ Shutterstock.com; Muellek Josef/Shutterstock.com; PostAuto

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energiezukunft inhaltsverzeichnis

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INHALT 58

infrastruktur Herausforderungen der solaren Wärme Josef Jenni, El. Ing. HTL, Gründer und Geschäftsführer der Jenni Energietechnik AG 60: IBAarau AG

mobilität PostAuto blickt in die Zukunft Roman Cueni, Leiter Mobilitätslösungen und Mitglied der Geschäftsleitung PostAuto Schweiz AG 66: Elektro-Material AG 68: Energie 360° AG 70: Verband der Schweizerischen Gasindustrie (VSG)

72 ausbildung Millionen neuer Jobs Peter Lehmann, Gründer und CEO sanu ag 74: NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs, NTB Campus Buchs 76: HTW Chur Hochschule für Technik und Wirtschaft 78: HSR Hochschule für Technik Rapperswil WERZ Institut für Wissen, Energie und Rohstoffe Zug 79: FONTAVIS AG

IMPRESSUM Erscheinung: 1x jährlich, Herausgeber: Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch; Verlag: UTK Media GmbH, Sonnenstrasse 8, 9434 Au, Tel. +41 71 966 60 80, info@utk.ch; Chefredaktion: Peter Büchel, Tel. +41 71 755 57 75, buechel@bluewin.ch; Anzeigenverkauf: UTK Media GmbH, Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch, Tel. +41 79 631 50 21, Severin Schumacher, Tel. +41 71 966 60 80, severin.schumacher@utk.ch; Improov GmbH: Martin Hofer, Tel. +41 71 511 50 53, martin.hofer@improov.ch; Fachbeirat: Martin Hofer; Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c. Titelbild: EFKS/shutterstock.com; Layout: Jörg Schelling, joerg.schelling@utk.ch; Koordination und Druck: international media solutions IMS AG, 9434 Au; Farben: gedruckt mit Epple Druckfarben, Perfect Finish non Fresh; Papier: Papyrus Schweiz, Thalwil, Umschlag: 300 gm2, Inhalt: 130 gm2, PlanoArt, weiss. Buchbestellung: www.energie-zukunft-schweiz.ch © Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages. Das Jahrbuch wird klimaneutral gedruckt.

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naturemade star ist das europaweit strengste Gütesiegel für ökologische Energie.

Bild: Jan Ryser

Entscheiden Sie sich für ökologische Energie wir garantieren den Mehrwert!

Hinter naturemade stehen über 180 Umweltverbände, Konsumentenverbände, Energieproduzenten und -lieferanten. Seit 1999 sorgen sie für Transparenz und Glaubwürdigkeit und setzen sich für die Förderung der Energieproduktion iin Wi d S d Bi k ft k ein i sowie i fü l i h E i d kt Ei d A Wind-, Sonne- und Biomassekraftwerken für ök ökologische Energieprodukte. Ein b besonderes Augenmerkk liegt auf der ökologischen Gestaltung der Wasserkraft. www.naturemade.ch


energiezukunft vorwort

Positivzinsen Über 71 Milliarden Franken pro Jahr bezahlen wir Schweizerinnen und Schweizer für unsere Gesundheit. Das sind rund 8700 Franken pro Kopf und Experten schätzen, dass viele der Behandlungen überflüssig sind. Für Nahrungsmittel gibt ein Haushalt rund 7000 Franken pro Jahr aus. Davon landen Waren im Wert von 2000 Franken ungegessen im Kübel. Für Strom, Treibstoffe, Heizöl und andere Energieträger geben wir jährlich 26 Milliarden Franken aus, das sind pro Kopf etwa 3200 Franken, ein guter Teil davon verpufft durch Stand-byVerluste, falsches Heizen und unnötige Autofahrten.

Marianne Zünd, Leiterin Medien + Politik, Bundesamt für Energie

Wir alle, und da nehme ich mich nicht aus, haben also in vielen Lebensbereichen noch Luft zur Optimierung, ohne dass wir uns dadurch einschneidend einschränken müssten. Darum tun wir es doch einfach, feierliche Neujahrsvorsätze sind dazu gar nicht nötig. Denn unterstützt werden wir dabei von immer smarteren Technologien, Wirtschaftsunternehmen, denen Werte wie Nachhaltigkeit und Standort Schweiz nicht egal sind, und einer motivierenden, jungen Bewegung, die teilt statt besitzt und gemeinsam statt einsam in die Zukunft gehen will. Hei, etwas achtsamer zu sein, braucht zwar ein klein wenig Anstrengung, ist dafür lohnend und holt so die Negativzinsen locker wieder rein.

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energiezukunft

Bild: Costazzurra/Shutterstock

Die neue Stromwelt

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energiezukunft

Sollen unsere Atomkraftwerke mit der Energiestrategie 2050 unbefristet weiterlaufen oder in absehbarer Zeit abgeschaltet werden? Ein rascher Ausstieg ist auf jeden Fall sinnvoll und nötig. Getrieben durch die technologische Entwicklung schreitet der Umbau unserer Strom- und Energieversorgung mit grossen Schritten voran. Politisch hinken wir im Parlament den technischen Entwicklungen leider massiv hinterher. Zentrale Kraftwerke benötigten riesige Leitungen für die Energieverteilung. Die Konsumenten haben den Netzauf- und Ausbau und die Rundsteuerungen in der alten, zentral organisierten Kraftwerkswelt über die Stromkosten bezahlt. Speicherheizungen, Boiler und Wärmepumpen dienten extra dazu, die überschüssige Atom-Bandenergie in der Nacht gezielt zu verbrauchen. Auch mit Pumpspeicherkraftwerken wurde in Schwachlastzeiten gepumpt und in Spitzenverbrauchszeiten turbiniert. Künftig können wir die in der zentralen Kraftwerkswelt gebauten Systeme und Steuerungen in der neuen, digitalen Stromzukunft bestens dafür einsetzen, die volatil anfallenden Erneuerbaren aus Sonne, Wind und Wasser sinnvoll zu nutzen. Dazu braucht es aber dringend neue Netztarifmodelle, welche zeitliche und distanzabhängige Aspekte berücksichtigen. In der neuen Stromwelt wird jedes Gebäude zum Kraftwerk

Die Solarstromproduktion auf dem eigenen Dach ist schon heute günstiger als der Bezug aus dem Stromnetz und die Preise für Photovoltaikanlagen und Batteriespeicher fallen weiter. Mit den sinkenden Vergütungstarifen für die Netzeinspeisung von Solarstrom werden Eigenverbrauch und dezentrale Speicherung indirekt gefördert. In unserem Unternehmen haben wir mit dem SmartEnergyLink eine integrale und modular einsetzbare Steuerung zur Optimierung von Stromproduktion, Verbrauch und lokaler Speicherung entwickelt und im Markt etabliert. Moderne Gebäudetechnik und die integrale Gebäudeautomation sind zentrale Schlüssel für die digitale Verbindung von Gebäude und Stromnetz.

Energiestrategie 2050 – machen wir den Schritt in die neue Stromwelt

Die Schere zwischen Unternehmertum, Technik und Politik geht immer weiter auf. Unternehmen müssen sich auf verlässliche Rahmenbedingungen mit Innovationsmöglichkeiten in Richtung neue Welt verlassen können. Die alte, konservative Welt der Politik bremst dabei leider häufig mit beiden Füssen. Mit der Energiestrategie 2050 bringen wir Politiker nach sieben Jahren Diskussion immerhin eine minimale Richtungsänderung zustande, sofern sie vom Volk angenommen wird. Die Gebäudetechnik wird stärker gefördert und mit der Gesetzesänderung für den Solarstromeigenverbrauch wird die Wirtschaftlichkeit für Photovoltaikanlagen in Mehrfamilienhäusern und Gewerbebauten wesentlich verbessert. Die politischen Schritte sind klein und erfolgen langsam, die Technik entwickelt sich derweil rasant weiter, leider immer öfter ohne Schweizer Beteiligung, Silicon Valley lässt grüssen. Die Schweiz droht wegen des hohen Wohlstandes veränderungsscheu zu werden. Das ist schädlich für unser Land und manchmal unternehmerisch und politisch nur schwer auszuhalten. Gerade deswegen bleibe ich als Unternehmer und als Politiker motiviert, konstruktiv und vor allem vorwärtsorientiert am Ball. Der Schritt aus der alten in die neue Stromwelt muss auch in der Schweiz rasch gelingen.

Jürg Grossen ist Nationalrat des Kantons Bern und seit 2016 Vize-Präsident der Grünliberalen Partei Schweiz. Er ist zudem Präsident der Volkswirtschaft Berner Oberland und der Unternehmerinitiative «Neue Energie Bern» sowie Vorstandsmitglied von Swisscleantech und des Elektromobilitäts-Dachverbands Swiss eMobility.

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Bild: Chesky/Shutterstock

Am Vorabend einer epochalen Wende

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Die Welt ist immer in Bewegung. Manchmal ist die Veränderung so gross, dass nach der Wende die Welt nicht mehr dieselbe ist wie vorher, nie mehr dieselbe sein wird. Wir haben das erlebt bei der Einführung der Dampfmaschine, der Eisenbahn, der Elektrizität, des billigen Öls, des Automobils, des Computers. Mir scheint, dass wir kurz vor einer solchen epochalen Änderung stehen. PV-Panels statt konventionelle Dächer

Die Schlüsselrolle spielen diesmal das Power-Paar Photovoltaik (PV) und die Batterie. Bei der PV hat sich dank der Anbauschlacht in Deutschland der Preis der PV von 60 Rappen pro Kilowattstunde innerhalb von zehn Jahren auf sechs Rappen pro Kilowattstunde gesenkt.

Damit wird es möglich werden, Elektrofahrzeuge mit viel besseren Fahreigenschaften und günstigeren Preisen als Benzinfahrzeuge zu bauen – und nebenbei den CO2-Ausstoss um den Faktor zehn bis zwanzig zu reduzieren. Dies wird die Automobilbranche fundamental verändern. Power-Paar ändert die Strombranche

Wird die Batterie zusammen mit der PV-Anlage im Haus installiert, so ergeben sich bei fünftausend Ladezyklen Speicherpreise von zwei Rappen pro Kilowattstunde. Mit diesem Power-Paar kann sich das Haus nun zum grossen Teil autonom versorgen. Es kann jedes beliebige Last- und Produktionsprofil gegenüber dem Netz fahren – und das trägheitslos. Das wird die Strombranche fundamental verändern.

Bei einem Hausneubau kann ein Dach aus PV-Panels heute zu vergleichbaren Kosten wie ein konventionelles Dach gebaut werden. In diesem Fall müssen nur noch die Grenzkosten betrachtet werden und die liegen bei rund einem Rappen pro Kilowattstunde. Batterien verändern die Automobilbranche

Dieselbe drastische Entwicklung spielt sich im Moment bei den Batterien ab. Während die Batterie beim Tesla Roadster noch tausend Franken pro Kilowattstunde kostet, so ist jetzt der Renault Z0E mit einer Batterie erhältlich, die nur noch zweihundert Franken pro Kilowattstunde kostet. Experten sagen innerhalb von wenigen Jahren Preise von unter hundert Franken pro Kilowattstunde voraus. Prof. Dr. Anton Gunzinger ist Unternehmer und hat einen Lehrauftrag an der ETH Zürich. Sein Unternehmen SCS AG entwickelt mit ihren rund 100 Ingenieuren und Ingenieurinnen im Kundenauftrag innovative IT-Systeme für eine anspruchsvolle Kundschaft in den Bereichen Industrie, Mobilität, Energie, Life-Sciences und Finanzinformation. Er ist Autor des Buches «Kraftwerk Schweiz – Plädoyer für eine Energiewende mit Zukunft». www.scs.ch

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Ein historischer Kompromiss

Bild: Volodymyr Burdiak/Shutterstock

So nehmen sich Windenergiepärke in unverbauter Landschaft aus. Folgerung: Die visuellen Auswirkungen auf die Landschaft sowie andere Immissionen wie Lärm und Störungen von Biotopen, Fauna und Pflanzenwelt müssen aufgrund der gesetzlichen Grundlagen einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden, bevor über Bau oder Verzicht entschieden wird.

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energiezukunft

Am 26. Oktober 2016 hat das Bundesgericht eine Beschwerde von Organisationen des Natur-, Landschafts- und Vogelschutzes gutgeheissen. Diese hatten sich erfolgreich gegen die Errichtung einer Windenergieanlage mit 9 bis zu 140 m hohen Masten und Zufahrtsstrassen in einer noch unberührten Landschaft der Freiburger Voralpen gewehrt. Nach diesem Urteil hörte man sofort Stimmen, die sagten, man könne doch nicht den Atomausstieg beschliessen und gleichzeitig die Nutzung heimischer und erneuerbarer Energien verhindern. Klare gesetzliche Grundlagen

Um das Urteil des Bundesgerichtes einordnen zu können, muss man etwas zurückblicken. Als vor mehr als einem halben Jahrhundert der grosszügige Ausbau der heimischen Wasserkräfte begann, entbrannte die Auseinandersetzung zwischen Naturschutz und Energieversorgung zum ersten Mal so richtig. An den Flüssen wurden Laufkraftwerke und in sehr vielen Alpentälern riesige Staumauern gebaut. Um die Speicherseen zu füllen, wurden Bäche aus anderen Talschaften abgezapft und in unterirdischen Stollen, deren Gesamtlänge viele Hundert Kilometer beträgt, herbeigeleitet. Gleichzeitig ertönten Alarmrufe. Man befürchtete nicht zu Unrecht, dass am Ende auch die letzten frei fliessenden Gewässer in Turbinen enden. Erinnert sei an das Fanal Rheinau 1953 oder an den Spöl mitten im Nationalpark 1959. Beiden Werken gingen Volksabstimmungen über Initiativen voraus, die zwar scheiterten, aber es folgte ihnen ein mit überwältigendem Mehr und von allen Ständen angenommener Verfassungsartikel (1962), eine noch heute gültige Gesetzgebung über den Natur- und Heimatschutz (1967) und ein Raumplanungsgesetz (1980), das an erster Stelle die Behörden verpflichtet, mit Massnahmen der Raumplanung den Schutz der Landschaft zu unterstützen. Die Wasser- und Elektrizitätswirtschaft forderte die Vereinigungen des Natur- und Landschaftsschutzes auf, jene Gebiete zu bezeichnen, die künftig unangetastet bleiben sollten. So entstand das Inventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN). Es versteht sich, dass das Gesetz nicht nur Anlagen zur Energiegewinnung im Fokus hatte, sondern alle Eingriffe, welche die gewachsene Landschaft schmälern oder die Artenvielfalt und das Ökosystem gefährden.

Keine Salamitaktik

Daran zu erinnern ist wichtig. Wie wenn nichts gewesen wäre, hört und liest man immer wieder, angesichts einer ungewissen Energiezukunft und des beschlossenen Atomausstiegs müsse halt auch der Natur- und Landschaftsschutz zu Kompromissen bereit sein. Die Nutzung praktisch aller rentablen Fliessstrecken unseres Gewässernetzes ist aber schon seit Langem erfolgt! Kaum ein anderes Land der Welt hat seine Wasserkraft so weitgehend – man ist geneigt zu sagen: nach Strich und Faden – ausgenützt wie die Schweiz. Unversehrte Landschaft wächst nicht nach wie Rundholz oder Kartoffeln. Man kann auch von einem Salami nicht beliebig viele Scheiben abschneiden, wenn davon noch etwas übrig bleiben soll. Darin besteht der in Verfassung und Gesetz verankerte historische Kompromiss zwischen Energiewirtschaft und dem Natur- und Landschaftsschutz. Wer auf die Unabhängigkeit der Energieversorgung pocht, muss sich sagen lassen, dass dies ohnehin eine Utopie ist. Strom ist nicht an Grenzen gebunden. Wir sind mit dem Ausland schon seit dem Beginn des letzten Jahrhunderts vielfach verbunden und vernetzt. Dabei hat jedes Land seine Stärken. Windenergie gehört in der Schweiz nicht dazu und unsere Wasserkräfte sind zum allergrössten Teil schon ausgenutzt. Unser wichtigster Rohstoff besteht aus den noch unversehrten Landschaften. Selbstverständlich besteht auch für die Versorgung mit elektrischer Energie ein landesweites Interesse. Aber die Landschaft zu zerstören für einen Produktionszuwachs, den man in einer Statistik mit der Lupe suchen müsste, käme dem sprichwörtlichen Linsengericht gleich. Dies gilt umso mehr, als man ein Mehrfaches davon durch eine effizientere und vor allem eine sparsamere Nutzung sofort gewinnen könnte.

Hans Weiss ist heute freiberuflich tätig. Zuvor war er unter anderem Geschäftsleiter der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und anschliessend Geschäftsleiter des Fonds Landschaft Schweiz. Er veröffentlichte zahlreiche Publikationen mit Schwerpunkten Landschaftsund Naturschutz sowie Raumplanung.

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energiezukunft

Bild: Gunnar Pippel/Shutterstock

Paris – ein Meilenstein

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energiezukunft

Bereits ein Jahr nach Abschluss, am 4. November 2016, ist das Pariser Klimaschutzabkommen vom 12. Dezember 2015 in Kraft getreten. 55 Staaten, auf die mindestens 55 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen entfallen, haben bei der UNO das Abkommen ratifiziert. Das war Voraussetzung für das Inkrafttreten. Die Schweiz hat das Abkommen am 2. April 2016 unterzeichnet, aber bis November 2016 noch nicht ratifiziert. Weltklimasystem stabilisieren

Ziel des Abkommens ist es, die vom Menschen verursachten Treibhausgas-Konzentrationen in der Atmosphäre so zu stabilisieren, dass eine Störung des Weltklimasystems vermieden wird. Mit einem Anteil von über 80 Prozent ist CO2 das wichtigste Treibhausgas. Die 195 beteiligten Staaten haben sich verpflichtet, Vorsorgemassnahmen zur Bekämpfung der Ursachen der Klimaänderungen zu treffen. Das Pariser Abkommen ist Nachfolger des Kyoto-Protokolls aus dem Jahre 1997. Damals hatten sich die Industrieländer rechtsverbindlich zur Begrenzung und Reduzierung von Treibhausgasen, insbesondere CO2, verpflichtet. Europa, die USA und China verursachen zusammen über 50 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Die USA liegen mit 22 Tonnen pro Jahr und Einwohner immer noch bei Weitem an der Spitze. Europa bringt es auf acht Tonnen pro Einwohner und Jahr, China auf vier Tonnen. CO2-Ausstoss im Visier

nationally determined contribution, INDC) bereits der UNO übermittelt. Die Industriestaaten haben den Entwicklungsländern finanzielle und technologische Unterstützung beim Klimaschutz zugesagt. Erderwärmung begrenzen

Gemeinsames Ziel ist es, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Die Länder müssen alle fünf Jahre ihre Klimaschutzziele rapportieren. Mit einem Monitoring prüfen die Vertragsstaaten gemeinsam, ob mit der Summe der nationalen Massnahmen das globale Ziel erreicht werden kann. Globales Umdenken

Was die «Globalisierung» auf dem Feld des Klimaschutzes in den letzten 25 Jahren erreicht hat, darf als Erfolg gewertet werden. Niemand hätte 1990 gedacht, dass global ein Umdenken möglich ist und gemeinsam verbindliche Massnahmen getroffen werden können. Nach Misserfolgen (Kopenhagen 2009), Cancun (2010), Doha (2012) ist es im Dezember 2015 in Paris gelungen, mit dem Klimaschutzabkommen nach Kyoto einen neuen Meilenstein zu setzen.

In Europa sind die Emissionen gegenüber 1990 um zwölf Prozent zurückgegangen, weltweit sind sie aber seit 1990 um 30 Prozent angestiegen. Grund ist die enorme wirtschaftliche Entwicklung in China und Indien, welche einen massiven Mehrausstoss an Treibhausgasen mit sich brachte. Prognosen sagen voraus, dass die Schwellen- und Entwicklungsländer im Jahr 2030 für rund drei Viertel der Emissionen verantwortlich sein werden. Die Einbindung aller Länder, auch der Schwellen- und Entwicklungsländer, in die Bekämpfung des CO2-Ausstosses war das Hauptziel der Pariser Konferenz. Im neuen Abkommen haben sich alle Staaten völkerrechtlich verpflichtet, zum globalen Klimaschutz beizutragen. Die meisten Staaten – auch die Schweiz – haben ihre geplanten Klimaschutzbeiträge (intended

Dr. Eugen David, Alt-Ständerat, ist Co-Präsident der Solar Agentur Schweiz. www.solaragentur.ch

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energiezukunft

Wasserkraft und Energiestrategie 2050

Greina-Ebene

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energiezukunft

Die Energiestrategie ist ein wichtiger und zukunftsweisender Schritt für eine nachhaltigere und gefahrenfreiere Energieversorgung der Schweiz. Aqua Viva begrüsst insbesondere den Atomausstieg und die Bestrebungen hinsichtlich Verbrauchereffizienz und Optimierung bestehender Anlagen. Ausbau kritisch hinterfragen

Die Schweiz produziert rund 36 Terawattstunden (TWh) Strom aus Wasserkraft – rund 55 Prozent des erzeugten Stroms. Die Energiestrategie 2050 sieht eine weitere Steigerung der Wasserkraft auf 38,6 TWh vor. Dieser Ausbau ist kritisch zu hinterfragen. Der Nutzungsgrad der Wasserkraft ist mit 95 Prozent des erschliessbaren Potenzials heute schon sehr hoch. Die Fliess- und Stillgewässer sind die am meisten bedrohten und beeinträchtigten Lebensräume der Schweiz. So sind beispielsweise alle Langdistanzwanderer unter den Fischen ausgestorben, 70 Prozent der Auen zerstört.

Doch auch hier gilt: Genau hinschauen! Diesen Grosswasserkraftwerksprojekten soll neu ein nationales Interesse wie zum Beispiel dem nationalen Auenschutz zu gesprochen werden. Neue grosse Wasserkraftwerke werden dadurch in nationalen Schutzgebieten allenfalls möglich. Wir sollten die Errungenschaften jahrzehntelanger Umweltschutzarbeit nicht ohne Not leichtfertig und überhastet über Bord werfen. Es gibt Alternativen

Die gute Nachricht ist: Es bestehen durchaus Alternativen. Das Ausbaupotenzial ist bei der Photovoltaik grösser als die in der Energiestrategie angestrebte zusätzliche Stromproduktion. Der Zubau an Photovoltaik kann innerhalb der Siedlungsgebiete erfolgen und betrifft keine derart sensiblen und bedrohten Lebensräume wie unsere Fliessgewässer. Zudem besteht ein grosses Sparpotenzial durch Gebäudesanierungen und Stromeffizienz. Auch hier kann mit Vorteilen für Mensch und Natur mehr herausgeholt werden.

Bei der Erschliessung weiterer Wasserkraftpotenziale muss sorgfältig vorgegangen werden. Sie darf nicht auf Kosten letzter noch natürlicher, für die aquatische Fauna und Auenvegetation wertvoller Gewässerabschnitte geschehen. Der Ausbau der Wasserkraft muss durch die Optimierung bestehender Anlagen erfolgen. Hier findet sich ein Produktionspotenzial von rund 2,6 TWh. Bereits heute stammen 98 Prozent der Produktion aus den 400 grössten Wasserkraftwerken, die rund 900 bestehenden Kleinwasserkraftwerke liefern magere 2 Prozent. Genau hinschauen

Antonia Eisenhut ist dipl. Geographin und Geschäftsführerin von Aqua Viva.

Einen wichtigen Schritt haben die Räte mit der Annahme der Energiestrategie 2050 bereits getan. Kleinwasserkraftwerke mit einer Leistung unter einem Megawatt werden nicht mehr gefördert. Dafür wird Grosswasserkraftwerksprojekten finanziell unter die Arme gegriffen. Thomas Weibel ist dipl. Forstingenieur ETH, Nationalrat und Präsident von Aqua Viva.

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energiezukunft

Tschernobyl – 30 Jahre danach

Autor Remo Galli vor der AKW-Ruine von Tschernobyl

Dieser riesige Schutz-Sarkophag wurde Ende November 2016 Ăźber die Ruine gezogen.

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energiezukunft

Alt-Nationalrat CVP Remo Galli wurde von Green Cross in die Ukraine eingeladen, um am Anlass «30 Jahre nach Tschernobyl» teilzunehmen. Er war 1992 Mitbegründer des Grünen Kreuzes im Nationalratssaal. Später entstand daraus Green Cross international, eine Art Task Force für Umwelt-Katastrophen. Remo Galli fasst die Ereignisse um Tschernobyl zusammen. Atom-Gau mit verheerenden Folgen

Eine der ersten internationalen Tätigkeiten von Green Cross galt dem Umgang mit der Atomkatastrophe in Tschernobyl. Zusammen mit Ärzten und weiteren Fachleuten erarbeitete Green Cross ein Gesundheitsprogramm mit medizinischen sowie Ernährungsprogrammen in verseuchten Gebieten, auch in der Ukraine. Wie man weiss, wurde der Gau von Russland zwei Tage verschwiegen – etliche Desaster und verheerende Folgen für die Menschen hätten bei sofortiger Information vermieden werden können. Zehn Millionen Menschen waren betroffen, gegen 400 000 Menschen erkrankten, unzählige starben, 200 000 Personen wurden evakuiert. Russland schickte gegen 350 000 Soldaten und Polizisten nach Tschernobyl, die in Tageseinsätzen helfen mussten. Welche persönlichen Schäden sie davontrugen, ist nicht erfasst. Man denke sich einen Atom-Gau in der Schweiz: Wo 100 000 Helfer hernehmen? Der Mensch als Hauptursache

Der Kernkraftentwickler von Tschernobyl, Wassilij Nesterenko, war seinerzeit vom Saulus zum Paulus geworden und setzte sich vom Atomstrom ab. Nach dem Gau holte man ihn wieder. Nesterenko und Helfern gelang es dann, den Atommeiler nach zwei Tagen abzuschalten. Nesterenko verwies darauf, dass die Hauptursache von Atomunfällen der Mensch sei, und meinte, dass nur die Planer und Erbauer eines Kernkraftwerkes über dieses komplett im Bilde seien. Die Nachfolger kennen nicht mehr alle Details. So machte eine Person in Tschernobyl einen verheerenden Schaltfehler und niemand wusste mehr, wie der Fehler sofort zu korrigieren sei. Nesterenko nannte wei-

tere Gefahren wie Atomabfall-Beseitigung, Erdbeben, Terroranschläge ... Heute ist der Standort Tschernobyl besuchbar. Täglich wird das Gelände abgespritzt und das kontaminierte Material seit 30 Jahren in den nächsten Fluss und ins Grundwasser gespült. Allerdings sind die umgebenden Dörfer, Städte und Wälder verlassen und dürfen nur für kurze Zeit besucht werden. Die Verseuchungswerte der Zonen 1 und 2 sind noch zu hoch. Die geringere Verseuchungszone 3, in der viele Leute wohnen, soll demnächst aufgehoben werden mit der Folge, dass die dort lebenden Menschen kaum mehr finanzielle Zuschüsse erhalten werden und deren Zukunft ungewiss wird. Diskutiert wird, ob man in die Dörfer gesunde Erde für Schrebergärten und Balkongemüse bringen soll. Enkeltaugliche Energien fördern

Die Ummantelung der noch immer strahlenden Produktionselemente wurde inzwischen brüchig. Dank internationaler Hilfe konnte Ende November 2016 ein riesiger Schutz-Sarkophag von rund 200 x 300 x 150 Meter über die alte Anlage gestülpt werden. Allerdings gehen Ingenieure davon aus, dass man in frühestens 30 Jahren weiss, wie man die gefährliche Schadenstelle beziehungsweise deren Strahlung und deren negative Einflüsse in den Griff bekommen kann. Green Cross Schweiz betreut mit einem grossen Team und Freiwilligen weiterhin Gesundheitsdienste (noch immer gibt es Schilddrüsenkrebs, Leukämie usw.), Ernährungsschulungen in Familienclubs und Therapiecamps. Nach 30 Jahren sind immer noch grosse Gebiete, insbesondere Wälder kontaminiert, Menschen gefährdet. Ähnliche technische oder naturbedingte Atomschäden (Erdbeben und Tsunamis wie in Fukushima) sind nie auszuschliessen. Zum Glück geht die moderne Wissenschaft mit Solar- und Windenergie, Erdwärme usw. neue Wege. Entsprechend gilt es, diese erneuerbaren und enkeltauglichen Energien umzusetzen.

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energiezukunft industrie

Recycling erzielt nachhaltige Wirkung

Bild: monticello/Shutterstock.com

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energiezukunft industrie

Einsparung der Umweltbelastungspunkte (UBP) je Fraktion

Recycling-Systeme bringen eine massgebliche CO2- und Energie-Einsparung

Recycling ist kein Selbstzweck, sondern erzielt nachhaltig Wirkung. Dies stimmt auch in Bezug auf Energie: Die Herstellung von Sekundärmaterial durch Recycling spart sogenannte graue Energie im Vergleich zum Abbau von Primärrohstoffen. Das Einschmelzen von Altglasscherben zum Beispiel benötigt bis zu 25 % weniger Energie als das Schmelzen von Neumaterial. Beim Aluminium werden dank des Recyclings sogar rund 95 % der Energie eingespart! Eine von Swiss Recycling in Auftrag gegebene Ökobilanz zeigt, dass die Schweizer Recyclingsysteme jährlich einen Umweltnutzen bringen, der dem Wohnenergiebedarf von 790 000 Personen in der Schweiz im selben Zeitraum entspricht. Zudem werden durch das Recycling Ressourcen geschont und Sekundärrohstoffe für die Wirtschaft produziert. Weitere Optimierungen durch Kreislaufschliessung

Die Energieeinsparung durch das Recycling ist vor allem dann gross, wenn die Produkte so gestaltet sind, dass sie unter geringem (Energie-)Aufwand in ihre ursprünglichen Materialien zerlegt werden können. Erst wenn Produkte und Verpackungen dem Prinzip «Design for Recycling» folgen, können grösstmögliche Mengen an Materialien im Kreislauf gehalten und somit Energie eingespart werden.

Quelle: Carbotech AG, 2014 Darstellung: Swiss Recycling

Gerade bei Kunststoffprodukten ist das eine grosse Herausforderung. Swiss Recycling möchte die Situation ändern und entwickelt zusammen mit Stakeholdern entlang der Wertschöpfungskette (Produzenten, Inverkehrbringer und Recycler) gemeinsame Empfehlungen wie zum Beispiel eine optimalere Gestaltung von Plastik-Flaschen, um sie damit recyclingfähiger zu machen. Swiss Recycling-Check-up für Firmen

Für Unternehmen, die das Recycling in ihrer Organisation fördern oder verbessern möchten, erarbeitet Swiss Recycling auf der Basis einer pragmatischen Ist-Analyse ökologisch wie auch ökonomisch optimale Lösungen, die sich schnell umsetzen lassen. Damit können Kosten und Energie gespart werden. Patrik Geisselhardt, Betriebsökonom HWV, Umweltingenieur NDSU IEC, ist Geschäftsführer von Swiss Recycling. www.swissrecycling.ch

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energiezukunft industrie

Qualifizierungssysteme geben Auskunft über

die Qualität bei der Photovoltaik Der Solarmarkt boomt. Die Schweiz verfügt über 60 000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 1.4 Gigawatt1). Davon profitieren sowohl die Umwelt als auch Hersteller, Installateure, Planer und Besitzer von Photovoltaik-Anlagen. Doch die Rechnung geht nur auf, wenn die Anlagen sicher sind und dauerhaft Energie liefern können. Nach Experten-Schätzungen sind 3 % – 6 % der installierten Anlagen in ihrer Funktion eingeschränkt. Störungen haben diverse Ursachen und entstehen bei der Herstellung, im Transport oder bei der Montage. Module können aber auch die gesamte Installationskette einwandfrei durchlaufen, schliesslich aber zu wenig Energie liefern. Die Ursachen für die Minderleistungen können in der gesamten Kette liegen. Qualifizierungssysteme für weniger Folgekosten

Zur Verringerung solcher Problemfälle wurden Qualifizierungssysteme entwickelt, welche auch die begleitenden Installationen für Blitzschutz, Potentialausgleich, Erdungssysteme etc. berücksichtigen. Das Ziel ist nicht, die Kosten für PV-Anlagen weiter in die Höhe zu treiben, sondern mögliche Risiken bereits am Entstehungsort klein zu halten und so Folgekosten zu vermeiden. Herkömmliche Installationen und Systeme werden vermehrt (Qualitäts-)Kontrollen unterzogen, unterdessen tauchen neue Fragen zu gebäudeintegrierender Photovoltaik (BiPV), dezentralen Energiespeichern, Software-intensiven Netzsteuerungen oder Neuanwendungen wie PV to Heat auf. Qualitätsprüfungen von Electrosuisse

Nicht nur in den umliegenden Ländern hat man den Bedarf an qualitätssichernden Massnahmen erkannt und mit Q-Programmentwicklungen begonnen; auch in der Schweiz werden Programme durchgeführt. Electrosuisse ist die Problematik bereits vor zwei Jahren angegangen und hat Qualitätsprüfungen unter dem Qualitätslabel «Swiss PV Label®» entwickelt. Sie hat sich dabei auf Erfahrungen ihrer Inspektoren, Kunden, Planer, Versicherungen, Händler und Importeure berufen. Die drei Zertifizierungsverfahren «Swiss PV Tested®», «Swiss PV Checked®» und «Swiss PV Certified®» decken die drei Bereiche Modulherstellung, Transport und Gesamtanlage ab. Swiss PV Tested® für Hersteller von Solartechnik

Das Swiss PV Tested® zeichnet Solarmodule wie Panels, Wechselrichter und Anschlussboxen aus. Das Label garantiert die Einhaltung der Schweizer Normen- und Qualitätsanforderungen und zeichnet den Hersteller als fairen und verantwortungsvollen Mitspieler auf dem internationalen Markt aus. Swiss PV Checked® für Lieferungen und Losabnahmen

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Quelle: Swissolar, März 2016

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Swiss PV Checked® ist das Gütesiegel, welches Importeuren, Planern und Installateuren Gewissheit über die Qualität der vertriebenen Module oder Installationen verschafft. Mit Prüfverfahren werden Stichproben der Lieferungen und Losabnahmen genommen. Diese werden in Zusammenarbeit mit Electrosuisse zugelassenen und Partnern und Testlabors in der Schweiz durchgeführt.


energiezukunft industrie

Electrosuisse – der Fachverband für Elektro-, Energie- und Informationstechnik Als akkreditierte und neutrale Fachstelle bietet Electrosuisse erstklassige Dienstleistungen und Produkte rund um Inspektion, Beratung, Prüfung, Zertifizierung, Normung und Weiterbildung an. Mit der Veranstaltung etablierter Branchen-Events und Fachtagungen setzt

Swiss PV Certified® für PV-Anlagen

sich der Verband für den Wissenstransfer

Das Swiss PV Certified®-Label ist die Grundlage für einen störungsfreien Betrieb. Grundlage für das Gütesiegel sind die europäischen Normen und Richtlinien. Zusätzlich werden für die Zertifizierung landesspezifische Anforderungen wie etwa die Niederspannungsinstallationsnorm oder die Bestimmungen bezüglich Wind- und Schneelast, Hagelschlag und Blitzschutz berücksichtigt. Mit dem Swiss PV Certified®Label haben die Module die Anforderungen an Swiss PV Tested® erfüllt und trotz komplexer Transportwege den Stand Swiss PV Checked® erreicht. Der Kunde kann mit einer langen und leistungsfähigen Lebensdauer rechnen. Er erfährt gleichermassen eine Wertsteigerung aufgrund zertifizierter Qualität.

und fachlichen Austausch ein und stärkt das Technik-Netzwerk. Bei allen Tätigkeiten steht die Förderung der sicheren, wirtschaftlichen und umweltgerechten Erzeugung und Anwendung von Elektrizität im Zentrum. Zudem vertritt Electrosuisse die Schweizer Wirtschaft im Bereich der Elektrotechnik in den internationalen Normungs- und Zertifizierungsgremien

Mehr Informationen zu Swiss PV Label® finden Sie unter www.swisspvlabel.ch

Energieeffizienz-Dienstleistungen der Electrosuisse im Überblick: • für Betriebe Betriebsanalysen; Energiekonzepte; Projektbegleitung; Erarbeiten von Zielvereinbarungen mit Bund (UVZ) und Kantonen (EVA) in Zusammenarbeit mit act Agentur Cleantech Schweiz • für die Hersteller von Elektrogeräten Leistungs- und Effizienzmessungen; Beurteilung nach den Ökodesign-Richtlinen EuP und EcoDesign; Energieetikette

Electrosuisse Luppmenstrasse 1 Postfach 269

• für dezentrale Energieproduzenten Beglaubigung Herkunftsnachweis (HKN) und kostendeckende Einspeisevergütung (KEV); Zertifizierung «naturmade basic» und «naturmade star»; «Swiss-PV-Label®» für Photovoltaikanlagen; «Installationskontrollen»

8320 Fehraltorf Tel. +41 44 956 11 11 info@electrosuisse.ch www.electrosuisse.ch

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energiezukunft industrie

Digitalisierung der Energie Die neue Welt der Energie wird immer digitaler, effizienter, dezentraler und elektrischer.

Derzeit haben wir es mit einem echten Energiedilemma zu tun. Der Energieverbrauch steigt bis 2050 auf das Anderthalbfache. Gleichzeitig müssen wir den CO2-Ausstoss halbieren. Nur so beschränken wir die Erderwärmung auf weniger als 2 Grad. Die Digitalisierung der Energie kann dieses Dilemma lösen. Die Energiebranche wird sich in wenigen Jahren signifikant verändern. Seit ihren Anfängen vor mehr als 100 Jahren hat sie das bemerkenswert wenig getan. Doch in den letzten zehn Jahren haben uns die Digitalisierung und die Dezentralisierung gezeigt, wie wir die Energiezukunft gestalten können. Die neue Welt der Energie wird immer: • elektrischer – Der Stromverbrauch wird bis 2040 doppelt so schnell wachsen wie die Energienachfrage insgesamt. • digitaler – Bis 2020 werden zwanzig Mal mehr Geräte als Menschen vernetzt sein. • effizienter – Das wirtschaftliche Potenzial der Energieeffizienz ist derzeit noch längst nicht ausgenützt: In Gebäuden sind noch 82 % und in der Industrie mehr als 50 % ungenützt. • dezentraler – Die neuen Kapazitäten der Energieproduktion, die bis 2040 hinzukommen, werden zu 70 % auf erneuerbare Energien entfallen.

So zeigt sich das Energiedilemma heute. (Prognose für 2050 im Vergleich zu 2009)

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Mit Innovation auf allen Ebenen machen wir uns die Chancen der Digitalisierung für die Energieversorgung zunutze.

Diese Veränderungen sind dringend nötig. Denn wir haben es derzeit mit einem echten Energiedilemma zu tun. Der Energieverbrauch wird bis 2050 um 50 Prozent zunehmen, also auf das Anderthalbfache steigen. Zugleich müssen wir den Schadstoffausstoss halbieren, um die Erderwärmung auf weniger als 2 Grad zu beschränken. Wir müssen also unsere Kohlenstoffintensität verringern und unsere Effizienz um das Dreifache erhöhen.

Schneider Electric Schneider Electric ist weltweit tätiger Spezialist in Energiemanagement und Automation und hat 2015 einen Umsatz von 27 Mrd. Euro erwirtschaftet. Rund 160 000 Mitarbeitende unterstützen Kunden in über hundert Ländern dabei, ihre Energie und Prozesse sicher,

Wie erreichen wir das?

zuverlässig, effizient und nachhaltig zu nutzen.

Zum einen durch CO2-freie und erneuerbare Energie – dies braucht allerdings Zeit. Der schnellste Weg ist der Stopp von Energieverschwendung: also Energie- und Prozesseffizienz. Dieses Problem lässt sich mit den Technologien von heute lösen. Davon sind wir überzeugt.

Bei Schneider Electric heisst das: Life is on. Schneider Electric zählt mit der Zugehörigkeit zum Dow Jones Sustainability Index World zu den nachhaltigsten Unternehmen der Welt

System-on-Chip-Technologie

und liegt auf Rang 12 der Global Top 100

Derzeit digitalisieren wir fast alle Komponenten, die eine Rolle spielen in der elektrischen Energieverteilung – vom Kraftwerk bis hin zur Steckdose. Diese Komponenten bekommen zusätzlich zu ihrer eigentlichen Funktion Intelligenz integriert: eine sogenannte System-on-Chip-Technologie. So werden sie zu aktiven Teilnehmern und Datenproduzenten in Energienetzen. Diese Intelligenz liefert zwei entscheidende Funktionen: Sie misst ständig elektrische Kenngrössen in ihrer Umgebung und kommuniziert diese in Netzwerke. Damit entsteht die wesentliche Voraussetzung für die Digitalisierung der Energiebranche.

Most Sustainable Companies. Zur Schneider

Zwei transformative Entwicklungen werden dafür sorgen: Zum einen ist hier die Konvergenz von Operational Technology und Informationstechnologie zu nennen, die durch das Internet der Dinge beschleunigt wird. Zum anderen wird sich der Einzug der Smart-Grid-Technologie bemerkbar machen. Sie ermöglicht Bedarfsprognosen und Abnahmeempfehlungen durch Big Data, kann Systeme hinsichtlich ihrer Effizienz vergleichen, bewerten und verbessern. Durch diese Art der Digitalisierung können ausserdem hohe Investitionen in den physischen Netzausbau vermieden und durch intelligente Kapazitätssteuerung ersetzt werden.

Electric Gruppe in der Schweiz gehören die Unternehmen Schneider Electric (Schweiz) AG und Feller AG sowie die Technologie-Marken APC und Gutor Electronic. Schneider Electric Schweiz beschäftigt mehr als 1000 Mitarbeitende und wird von Dr. Matthias Bölke geführt.

Simon Ryser Leiter des Geschäftsbereichs Energy von Schneider Electric Schweiz simon.ryser@schneider-electric.com

Lassen Sie uns gemeinsam das Energiedilemma lösen. Die vernetzten Produkte, Technologien und Lösungen liefern die Basis für eine neue Welt der Energie. Sie ist künftig digitaler, effizienter, dezentraler und elektrischer. Schneider Electric (Schweiz) AG Schermenwaldstrasse 11 3063 Ittigen Tel. +41 31 917 33 33 Fax +41 31 317 33 66 www.schneider-electric.ch

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Unser Netzwerk für Ihre Installation Probleme mit dem Strom können einem die Haare zu Berge stehen lassen. Umso besser, gibt es eine einfache Lösung für den guten Draht zum Spezialisten in Ihrer Region.

fachleute-finden.ch


energiezukunft industrie

Fachleute finden, auf die man bauen kann Die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner für Neu- oder Umbauten, aber auch schon für kleinere Reparaturen, kann beschwerlich sein. Die neue Internet-Plattform «fachleute-finden.ch» verschafft einen Überblick, welche Architekten, Planer und Elektriker sich in Ihrer Region befinden. Das macht die Realisierung vieler Projekte einfacher. Nicht nur, aber auch, wenn diese auf energieeffizientes Bauen und Wohnen ausgerichtet sind.

eco2friendly – wo Fortschritt Programm ist Das fortschrittliche Denken im Bereich von neuen Technologien und energieeffizientem Bauen ist der gemeinsame Nenner von «fachleute-finden.ch». Denn sämtliche Unternehmen, welche vertreten sind, gehören

Bauen und modernisieren ist am Ende immer schön. Am Anfang aber kann es ganz schön anstrengend sein. Schliesslich gilt es sorgfältig auszusuchen, mit wem man zusammenarbeiten möchte. Schon dieser erste Schritt ist besonders wichtig, da das Resultat über Jahre Bestand hat. Und somit die Lebensqualität wesentlich beeinflusst. Deshalb ist es für das Resultat bereits von zentraler Bedeutung, dass die Unternehmen, welchen die Arbeiten rund um die Planung und Realisierung anvertraut werden, dieses Vertrauen auch verdienen. Dass es sich dabei um Fachleute handelt, eben.

dem Programm «eco2friendly» an. Es fördert die Kompetenz auf diesem Gebiet mit Weiterbildungen, Erfahrungsaustausch und aktuellen Informationen über die neusten Technologien. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig die Lebensqualität zu erhöhen – indem von den Produzenten über die Architekten und Planer bis zum Elektriker

Guter Rat ist gratis

alle am selben Strang ziehen. Auf der Seite

Umso besser, wenn dabei auf die bereits gemachten Erfahrungen zurückgegriffen werden kann. Das ist aber nicht immer möglich. In diesem Fall hilft eine neue Internetplattform weiter: Auf «fachleute-finden.ch» ist es ganz einfach, kompetente Unternehmen in der Region ausfindig zu machen. Die Plattform ist gratis und denkbar benutzerfreundlich: Wird im dafür vorgesehenen Feld die Ortschaft eingegeben, in welcher das Projekt realisiert werden soll, erscheinen auf einer Karte die Unternehmen in den Bereichen Architektur, Planung und Elektroinstallation, welche sich in der Nähe befinden. Das Netzwerk ist gut ausgebaut und umfasst die gesamte Schweiz. Auch die Adressen der vorgeschlagenen Unternehmen mitsamt der persönlichen Ansprechperson sind problemlos zu finden, da diese unterhalb der Karte angegeben sind. Und dank der Verknüpfung auf die E-Mail-Adresse können diese auch sofort elektronisch angeschrieben werden. Das minimiert den Aufwand, mehrere Offerten für ein Projekt einzuholen.

«eco2friendly.ch» erfahren Sie mehr über dieses Programm.

Effizienz, die sich auszahlt

Dank «fachleute-finden.ch» wird es also deutlich effizienter, sich einen Überblick betreffend des Angebots in der Region zu verschaffen. Die Website ist jedoch noch auf einer anderen Ebene ganz auf Effizienz ausgerichtet: Sämtliche Firmen, welche darauf zu finden sind, wissen, wie energieeffizientes Bauen geht. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern hilft auch, Geld zu sparen und unabhängig zu bleiben. Denn je weniger Energie verbraucht wird, desto weniger Kosten fallen an und desto kleiner ist die Gefahr, von einem Versorgungsengpass betroffen zu sein. Und dank der Tatsache, dass die Entwicklung in diesem Bereich in den letzten Jahren rasante Fortschritte gemacht hat, ist es alles andere als ein Widerspruch, sinnvoll mit den Ressourcen umzugehen und dennoch komfortabel zu leben. Was in diesem Bereich möglich und sinnvoll ist, um ein Projekt individuell bezüglich Energieeffizienz zu optimieren, darüber geben die auf der Plattform vertretenen Fachleute gerne Auskunft.

eco2friendly c/o Otto Fischer AG Aargauerstrasse 2 Postfach 8010 Zürich info@eco2friendly.ch www.eco2friendly.ch

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energiezukunft gebäudetechnik

Wie viel Technik vertragen unsere Häuser (noch)?

Bild: Stanisic Vladimir/shutterstock.com

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energiezukunft gebäudetechnik

Energieeffizientes Bauen wurde in den letzten zwei Jahrzehnten in weiten Teilen basierend auf dem Einsatz technischer Systeme im Gebäude konzipiert. Hightech-Lösungen für Fassaden und die Gebäudetechnik galten als Antwort auf Fragestellungen zur Energieeinsparung. Durch Forschung und Entwicklung von Systemen und neuen, optimierten Baustoffen sind technisch dem Spielraum des Machbaren kaum mehr Grenzen gesetzt. Hochkomplexe Steuerungstechnik, der Einzug von Gebäudeautomation zur Implementierung sogenannter Smart Buildings sowie der Glaube an das intelligente Haus suggerieren eine grosse Freiheit in der Nutzung und Flexibilität bei gleichzeitig effizientem Betrieb. In der Betrachtung dieser Hightech-Strategien liegt die Lösung nahe, dass ein hohes Mass an Gebäudetechnik zu einem intelligenten Gebäude führt und der Schlüssel der Zukunft in der optimalen Abstimmung einer Vielzahl von Steuerungssystemen liegt. Ist die notwendige Diskussion zum aktuellen Geschehen in der Baubranche nicht doch eine völlig andere? Einem «Anything goes» in Geometrie, Technik und Steuerung ist meiner Meinung nach die Frage «Wie viel Technik ertragen unsere Häuser in Zukunft?» entgegenzusetzen. Erweiterte Betrachtung

Grundsätzlich sind gebaute Strukturen und der Einsatz von Technik lediglich Mittel zum Zweck, das Wohlbefinden des Menschen sicherzustellen oder zu steigern. Gebäude werden dann zukunftsfähig sein, wenn diese Anforderung an den Komfort mit geringem Bau- und Energieaufwand sowie ohne Umweltbelastung erreicht wird. Technische Systeme dienen nicht mehr ausschliesslich der Deckung von Gebäudelastkurven, sondern bilden die Schnittstelle zwischen passivem Gebäudeverhalten und Energieversorgung. Fluktuierende Erzeugungskurven regenerativer Energien sind in der erweiterten Betrachtung der Systemgrenzen ebenso entscheidend wie die Wertigkeit der Energie durch unterschiedliche Temperaturniveaus. Diese gebäudeübergreifenden Themen sind bewusst von Beginn im Gebäudekonzept zu beachten. Es bedarf sicher keiner weiteren Technologien – ausschlaggebend werden das notwendige Mass an Gebäudetechnik, die Integration dieser sowie die Haltung aller Planungsbeteiligten zum Bauen und den Anforderungen an unsere Häuser sein. Der interdisziplinäre Austausch in einer frühen Entwurfsphase bis hinein in die Umsetzung führt zu nachhaltigen und intelligenten Gebäuden, die nicht durch ein hohes Mass an Technik sondern durch eine hohe Haltbarkeit zur Schaffung und dem Erhalt einer guten Baukultur beitragen.

Prof. Dr. Gerhard Hausladen beschäftigt sich mit der Thematik des energieeffizienten Bauens in Praxis, Lehre und Forschung. Er steht mit dem von ihm gesetzten Begriff «ClimaDesign» und den Bauten, die er in seinem 1985 gegründeten Büro entwickelt und umsetzt, für den interdisziplinären Planungsprozess. www.ibhausladen.de

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energiezukunft gebäudetechnik

Grundfos-Pumpen

sorgen für massive Energiereduktion Pumpen-Austausch wirtschaftlich machen Seit 2013 dürfen Hersteller nur noch effiziente Umwälzpumpen der neuen Generation in Verkehr bringen. Doch die zahlreichen Umwälzpumpen in bestehenden Anlagen werden nur sehr zögerlich ersetzt. Gründe

In der kalten Jahreszeit sorgt unsere Heizung für angenehme Wärme und gutes Arbeitsklima. Wenn aber im Büro tropische Temperaturen herrschen und andere Räume trotz aufgedrehtem Thermostatventil nicht richtig warm werden, ist das nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer – ganz zu schweigen von der unnötigen Belastung für die Umwelt. Denn die Heizungsanlage soll so eingestellt sein, dass das zirkulierende Heizwasser in allen Räumen genau die benötigte Menge Wärme bereitstellen kann. Fachleute nennen das «hydraulischen Abgleich».

sind die lange Lebensdauer der bestehenden Pumpen und die relativ hohen Investitionskosten, die den Austausch der Pumpen nicht wirtschaftlich erscheinen lassen. Das gilt auch in Nichtwohngebäuden, wo eine Vielzahl von Umwälzpumpen im Einsatz ist: von ein bis zwei Heizungspumpen in einem Schulhaus bis zu über hundert Pumpen bei komplexen Anlagen mit Kühlung, Prozesswärme und Abwärmenutzung. Nichtwohngebäude «verbrauchen» zumeist mehr Energie als Wohngebäude. Da ist zum einen das generell

Bis zu 20 Prozent effizienter

Ohne hydraulischen Abgleich ist der Betrieb der Heizungsanlage störanfällig und es können Geräusche im Rohrsystem entstehen. Wenn die Zirkulation des Heizwassers (Volumenstrom) nicht optimal auf die Heizlast abgestimmt ist, muss der Heizkessel mehr Wärme erzeugen als nötig. Bei Brennwertkesseln kann das sogar zur Folge haben, dass die Anlage gar nicht in dem Temperaturbereich arbeitet, der für die effiziente Nutzung der Kondensationswärme erforderlich ist. Erfahrungswerte zeigen, dass eine hydraulisch abgeglichene Heizungsanlage etwa 10 bis 20 Prozent effizienter arbeitet als eine nicht abgeglichene. Das bedeutet bis zu 20 Prozent höhere Kosten und höheren CO2-Ausstoss.

höhere Raumvolumen solcher Gebäude. Zum anderen sind diese Gebäude in aller Regel

Umwälzpumpe als Sensor

stärker technisiert: Hotels, Büros oder Kran-

Vor diesem Hintergrund ist das neue Alpha3-System von Grundfos interessant. Es basiert auf der Idee, mithilfe der Umwälzpumpe den tatsächlichen Volumenstrom im System zu ermitteln und für den hydraulischen Abgleich zu nutzen. Im normalen Betrieb arbeitet die Alpha3 als moderne, hocheffiziente Umwälzpumpe. Sie erreicht die höchste Effizienz in ihrer Klasse und ist fast 90 Prozent sparsamer als ein altes, ungeregeltes Modell.

kenhäuser werden nicht nur beheizt, sondern auch be-/entlüftet und klimatisiert. Ziel von PUMPIND ist, den vorzeitigen Austausch bestehender Pumpen mit einem Förderbeitrag wirtschaftlich zu machen.

Mit dem Lesegerät Alpha Reader können die Betriebsdaten der Pumpe ausgelesen und auf einem Smartphone weiterverarbeitet werden.

Regiezentrale für den hydraulischen Abgleich ist die Grundfos-App GO Balance.

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energiezukunft gebäudetechnik

Als Besonderheit verfügt die Alpha3 zusätzlich über eine spezielle Betriebsart, in der die Betriebsdaten als optische Signale zum Auslesen zur Verfügung gestellt werden. Der Installateur befestigt dafür ein etwa daumengrosses Lesegerät (Alpha Reader) am Pumpenkopf. Über einen Lichtsensor liest der Reader die Betriebsdaten der Pumpe aus und überträgt sie via Bluetooth-Schnittstelle in Echtzeit auf das Smartphone oder Tablet des Installateurs. Schaltstelle für die Durchführung des hydraulischen Abgleiches ist die Grundfos-App GO Balance. Sie führt den Installateur durch die einzelnen Schritte und nimmt im Hintergrund die erforderlichen Berechnungen vor. Förderprogramm PUMPIND

Die Plattform «Energie Zukunft Schweiz» hat das Programm PUMPIND gestartet: ein Fünf-Millionen-Franken-Förderprogramm für den Ersatz älterer Pumpsysteme in gewerblich genutzten Nichtwohngebäuden wie Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsgebäuden, Schulen, Gemeindebauten, Spitälern, Hotels usw.

Die Hocheffizienz-Pumpe Alpha3 von Grundfos wird wie eine normale Umwälzpumpe eingebaut und betrieben, lässt sich aber zusätzlich als Sensor für den

Förderfähig ist die Installation ab einer gewissen Effizienzklasse. Die Umwälzpumpe Alpha3 ist ebenso wie die Grundfos-Modelle Alpha2, Magna3 und mehrere andere Baureihen beim Einsatz in Nichtwohngebäuden förderfähig. Damit spart der Betreiber bis zu 75 % der bisherigen Energiekosten.

hydraulischen Abgleich nutzen.

Und so funktioniert das Förderprogramm konkret

Auf grundfos.pumpind.ch berechnet der Betreiber unkompliziert die mögliche Förderung für den Pumpenaustausch und reserviert den Förderbeitrag online. Das sollte möglichst rasch erfolgen – die Förderung ist limitiert. Der Förderbeitrag wird für jede Pumpe individuell berechnet, maximal sind bis zu 40 % der Investitionskosten förderfähig. Dann bestätigt der Kunde den Einbau der neuen Pumpe(n). Die zwei notwendigen Dokumente, Rechnungskopie und Förderantrag, können online eingereicht werden. Nach Prüfung der Unterlagen erhält der Kunde den Förderbeitrag ausbezahlt.

Über Grundfos Grundfos Pumpen AG (GPS) wurde 1978 gegründet. Fünf Jahre später konnte das Büro- und Lagergebäude in Fällanden in der unmittelbaren Nähe vom Flughafen und der Stadt Zürich bezogen werden. Heute beschäftigt Grundfos in der Schweiz über 50 Mitarbeitende in den Bereichen Verkauf, Service, Logistik und Finanzen. Neben Verwaltung und Verkauf beherbergt das Gebäude in Fällanden einen Fabrik-Anbau, wo Hightech-Montagesowie Testeinrichtungen und ein grosses Lager untergebracht sind. Die umfassenden und integrierten Fähigkeiten erlauben es Grundfos Schweiz, eine kompetente Rolle als Vertriebscenter für den Wachstumsmarkt Schweiz zu spielen. Seit 2001 verfügt Grundfos zudem über eine Verkaufs- und Service-Zweigstelle in Lausanne, dem Zentrum der Französisch sprechenden Schweiz.

GRUNDFOS PUMPEN AG Bruggacherstrasse 10 8117 Fällanden Tel. +41 44 806 81 11 Weitere Infos zu PUMPIND unter www.pumpind.ch

info_ch@grundfos.com ch.grundfos.com

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energiezukunft gebäudetechnik

Komfort und Energiesparen

Richtig gut gesteuert thePrema Präsenzmelder für eine effiziente Lichtsteuerung

Zeitgemäss saniert mit «thePrema» Präsenzmeldern

Switzerland Global Enterprise (S-GE), früher OSEC, in Zürich ist ein nicht gewinnorientierter Verein, der im Auftrag des Bundes Mandate im Bereich Import, Export sowie Standortpromotion übernimmt. Im Rahmen einer umfangreichen Sanierung hat sich S-GE für eine intelligente Lichtsteuerung mit Präsenzmeldern entschieden, um Energie zu sparen. Renovation Geschäftshaus

Helle Räume für hochstehendes Arbeiten

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Farblich harmonisch abgestimmtes Licht in sachlich weisser Umgebung setzt Akzente und liefert optimale Helligkeit in allen Räumen: Die neu sanierten S-GE-Räume an der Stampfenbachstrasse in Zürich strahlen eine angenehme Atmosphäre aus. Alle Innenbereiche wurden modern ausgebaut und technologisch auf einen neuen Stand gebracht. Für den Zürcher Stammsitz der S-GE entschied man sich Ende 2012 für eine Gesamtsanierung des Geschäftshauses, welches bereits 1948/49 erstellt wurde. Die Sanierung zwischen 2013 und 2014 dauerte exakt 14 Monate und wurde


energiezukunft gebäudetechnik

Energieeffizient verbessern und Komfort erhöhen Theben HTS AG mit Sitz in Effretikon (Schweiz) ist eines der führenden Unternehmen im Bereich der Gebäudeautomation. Unser Leitsatz «Energie zur rechten Zeit, am richtigen Ort und mit der nötigen Intensität» steht für unsere Bemühungen, den Energieverbrauch im Gebäude zu senken und gleichzeitig Komfort und Sicherheit für die Benutzer zu erhöhen. Ständig entwickeln wir uns weiter und zeigen unsere Innovationskraft auch in unseren neuesten Produkten wie der thePrema Präsenzmelder-Familie, oder den neuesten, auf KNX basierten Apps zur Bedienung und Steuerung des ganzen Hauses.

Korridor in den S-GE-Räumlichkeiten

von einem Generalunternehmer geplant und begleitet. Auch die Lichtkonzeption wurde neu entwickelt und den aktuellen Bedürfnissen moderner Büroinfrastruktur angepasst. Ästhetik, Ökologie und Effizienz vereint

Die Wahl bei der Lichtsteuerung fiel auf den neuen Passiv-Infrarot-Präsenzmelder «thePrema» – vor allem aus Gründen der Energieeffizienz und der Ökologie; zudem spielte Design eine wichtige Rolle. Die Räume sollten ein angenehmes Ambiente mit vertraulicher Atmosphäre erhalten. Präsenzmelder im Gesamtkonzept sparen Kosten

Für die Projektleiter von S-GE war es auch wichtig, einen verlässlichen Partner zu haben, der sich um den Unterhalt und um die Behebung möglicher technischer Störungen kümmert: «Uns ist die einwandfreie Funktionalität der Anlage wichtig. Mit Alpiq InTec Ost AG haben wir einen solch guten Partner gefunden.» Für S-GE spielten noch weitere Gründe eine Rolle, sich besonders mit energieeffizienten Steuerungs- und Beleuchtungssystemen auseinanderzusetzen: «Wir sind jetzt MinergieStandard-zertifiziert. Damit tragen wir eine Verantwortung, die sehr gut mit unserer Energieeinsparungs-Philosophie zusammenpasst. Denn wir sind dem Bürger gegenüber verpflichtet, Steuergelder nach ökologischen Aspekten einzusetzen.»

Matthias Russenberger Leiter Verkauf und Marketing

Theben HTS AG Im Langhag 7b

Einfache Programmierung und zufriedene Projektpartner

8307 Effretikon

Für die Elektro-Unternehmung und seine Installateure waren Installation und die verständliche Dokumentation selbsterklärend: «Wir sind dazu von unserem Lieferanten vor, während und nach der Installation sehr gut begleitet worden. Die Unterstützung der Firma Theben HTS AG war für uns sehr wertvoll.»

Tel. +41 52 355 17 00 Fax +41 52 355 17 01 info@theben-hts.ch www.theben-hts.ch

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Messe für Bauen Wohnen und Garten

Quelle: MartyDesignHaus

6. – 9.4.2017 Tägi Wettingen Do Fr 13– 20

Sa So 10– 18

www.bauen-wohnen.ch


Unkomplizierte Installation: Z-Wave Funktechnologie und WLAN machen Kabelschlitze überflüssig.

Höchster Wohnkomfort

mit alpha home Heizkosten sparen bei höchstem Wohnkomfort – alpha home, die neue Einzelraumregelung von alpha innotec, macht's möglich. Einmal programmiert, können Hausbesitzer ihre Wohlfühltemperatur für jeden einzelnen Raum per App einstellen. Einmal eingestellt, senkt das System die Raumtemperaturen selbsttätig und hebt sie zur vorgegebenen Zeit wieder an. Auch das Brauchwarmwasser lässt sich so ganz nach Bedarf temperieren. Das System hält die per App eingestellte Temperatur – für jeden Raum und unter Berücksichtigung externer Faktoren. So reduziert alpha home die Heizleistung automatisch, wenn etwa die Frühlingssonne kräftig wärmt oder das Kaminfeuer zur Dämmerstunde brennt. Treten plötzlich Minusgrade auf, ruft das System mehr Leistung ab. Das garantiert hohen Wohnkomfort und hilft zugleich Energie sparen.

Ihr Zuhause in der Hand: Kinderleicht Energieund Heizkosten sparen

Die alpha innotec Die alpha innotec Wärmepumpen werden in der Schweiz exklusiv durch die ait Schweiz AG über den Heizungsinstallateur vertrieben. Ein erfahrenes Team im Innen- und Aussendienst stellt sein Wissen an Installateuren und HK-Planern, Architekten, aber auch Verwaltungen und Endkunden zur Verfügung. Die Kompetenz von alpha innotec zeigt sich im eindrücklichen gesamtschweizerischen Feldbestand von über 40 000 Wärmepumpen, welche die in der Luft, im Boden und im Wasser gespeicherte Sonnenenergie effizient nutzen, die Heizkosten massiv senken und einen grossen Beitrag zur Schonung der Umwelt leisten.

Basis von alpha home sind die Steuereinheit (Control Box) und die zentrale Funkeinheit (Gateway). Raumsensoren erfassen die Temperaturen in Räumen mit Fussbodenheizung, bei Heizkörpern ist diese Funktion in die Radiatorantriebe integriert. Die Kommunikation läuft kabellos über ein zuverlässig arbeitendes Funksystem mit einer Reichweite von bis zu 30 Metern. Die wichtigsten Pluspunkte:

• Intelligente Kommunikation zwischen alpha innotec Wärmepumpe und Einzelraum-Regelung • Kombination von Radiatoren und Fussbodenheizung möglich • Höchste Sicherheit – kein Eingriff des Hausbesitzers in die Wärmepumpenregelung mehr nötig • Unkomplizierte Installation und Bedienung durch moderne Z-Wave Funktechnologie

alpha innotec c/o ait Schweiz AG

Einmalig – die Kommunikation zwischen Einzelraum-Regelung und Wärmepumpe Das System alpha home von alpha innotec ist einzigartig auf dem Markt. Dank der laufenden Kommunikation zwischen Einzelraum-Regelung und Wärmepumpe bietet das System ungeanhnte Möglichkeiten in Bezug auf individuelles Heizen und Kühlen, Leistungsanforderung an die Wärmepumpe und letztlich Optimierung der Effizienz.

Industriepark 6246 Altishofen Tel. +41 58 252 20 00 Fax +41 58 252 20 01 info@alpha-innotec.ch www.alpha-innotec.ch

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energiezukunft gebäudetechnik

Mit Holz nachhaltig für

die Zukunft bauen Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen ist angesichts des Klimawandels und des Bevölkerungszuwachses ein dringlich notwendiges Anliegen von heute. In der Schweiz fallen rund 50 % des Energieverbrauchs für das Heizen und Betreiben von Gebäuden an. Rund 1,5 Mio. Gebäude müssen gemäss einer Schätzung energetisch modernisiert werden. Dabei fliessen zusätzliche Parameter wie CO2-Ausstoss, der Verbrauch von Grauer Energie, flexible und effiziente Nutzung von Gebäudeflächen sowie Erneuerungs- und Rückbaukosten in die energieeffiziente Planung mit ein. Die Anforderungen an den Bau werden dadurch wesentlich anspruchsvoller. Holz als Hightech-Baustoff für energieeffizientes Bauen

Plusenergiehaus Q-bus plus, Mollis GL Totalunternehmen: arento AG, Hinwil CO2-Reduzierung: 27 Tonnen

Holz als Baustoff hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt – durch neue Materialtechnologien und das Engineering ist Holz zu einem wahren Hightech-Baustoff geworden. In Holzbauweise können heute problemlos Tragwerke für mehrgeschossige Gebäude erstellt werden. Die Systembauweise verkürzt zudem die Bauzeit vor Ort und macht den Holzbau auch ökonomisch wettbewerbsfähig. Gleichermassen hat sich auch das technische Know-how der Holzbaubranche weiter spezifiziert. Das grosse Engagement der Branche in Forschung und Entwicklung, Innovation, Bildung und die kontinuierliche Weiterentwicklung modernster Technologien werden den Holzbau als nachhaltige und leistungsfähige Bauweise erfolgreich in die Zukunft bringen. Bauen mit Holz verringert den CO2-Ausstoss

Wenn es um nachhaltiges Bauen geht, ist Holz das bevorzugte Material. Es ist der bedeutendste nachwachsende Baustoff. Neben den CO2-Reduktionseffekten durch die Kohlenstoffbindung benötigt Holz für die Produktion und Bearbeitung weit weniger Energie als andere Baustoffe. Mit Restholz und Altholz werden zudem fossile Energieträger ersetzt und das schont die Ressourcen. In der Schweiz ist die Verfügbarkeit des Rohstoffes gewährleistet und da auch die Verarbeitung in der Schweiz ausgeführt werden kann, sind nicht zuletzt die kurzen Transportwege und die Verwendung von «Schweizer Holz» die klimafreundliche und energieeffiziente Lösung per se. Im Schweizer Wald wachsen jährlich 9,7 Mio. Kubikmeter Holz, von denen wir nur einen Bruchteil verwenden. Somit steht uns für die Zukunft noch weit mehr des einheimischen Bau- und Rohstoffs zur Verfügung.

Gartenstadt-Siedlung Grünmatt in Zürich Holzbau: ARGE Kost AG Küssnacht a.R. und Blumer-Lehmann AG, Gossau CO2-Reduzierung: 2524 Tonnen

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energiezukunft gebäudetechnik

Bergstation und Gipfelrestaurant Chäserrugg, Alt St. Johann SG Holzbau: Blumer-Lehmann AG, Gossau, CO2-Reduzierung: 698 Tonnen

Holzbau für höchste Anforderungen: Bergstation und Gipfelrestaurant

Über den VGQ

Wie Flügel erstreckt sich das Dach über dem neuen Gipfelrestaurant und der Bergstation auf dem Chäserrugg in 2262 m.ü.M. Die neue Bergstation ist ein reiner Holzbau auf einem Betonsockel. Er wurde von lokalen Handwerkern im Tal vorfabriziert und in einem Sommer auf dem Berg zusammengebaut. Im darauffolgenden Winter wurde der Innenausbau fertiggestellt. «Wir haben uns für Holz entschieden, weil wir die lokale Bautradition aufnehmen wollten. Genauso aber ging es darum, schonend mit Ressourcen umzugehen: Ausser dem Kran, der mit dem Helikopter angeflogen kam, wurden alle Teile dieses Bauwerks mit der Gondelbahn hochgefahren – bei laufendem Bergbahnbetrieb», so das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron.

des Qualitätssicherungssystem aufgebaut

Der VGQ hat ein wegweisendes, umfassenund fördert gleichzeitig innovative ökologische Baustandards und die Verwendung erneuerbarer, natürlicher Baumaterialien. Die EMPA und Berner Fachhochschule, Biel begutachten und überprüfen die bautechnischen Qualitätskriterien, das DienstleistungsAngebot sowie das Qualitätsmanagement der Mitglieder. Ein Engagement auf Dauer, denn der VGQ unterstützt aktiv Forschungsprojekte

Verdichtet gebaut: Gartenstadt-Siedlung Grünmatt in Zürich

und nimmt Einfluss auf die Weiterentwicklung

Am Fusse des Zürcher Uetlibergs, unweit der pulsierenden Grossstadt, stehen die vier langen Häuserzeilen in Holzrahmenbauweise, die insgesamt 155 Wohnungen unterbringen. «Die Wohnsiedlung Grünmatt ist unsere gebaute Interpretation der Thematik Gartenstadt: bodennahes Wohnen in gut besonnten Wohnungen mit privaten Gärten und grosszügigen Loggien bilden hier die Basis für eine nachhaltige und hohe Lebensqualität», so die Architekten Marco Graber und Thomas Pulver. Dank der verdichteten Bauweise haben heute 2,5 Mal mehr Familien und Kinder das Privileg, an diesem schönen Ort zu wohnen.

der Baustandards und der Normierung (SIA).

Plusenergiehaus: Einfamilienhaus Q-bus plus in Mollis GL

VGQ

Das Plusenergiehaus bezieht in der jährlichen Bilanz keine externe Energie wie Elektrizität, Gas oder Öl. Die benötigte Energie für Heizung, Warmwasser und Elektrogeräte wird im bzw. am Haus selbst erzeugt mit Solaranlagen. Nicht berücksichtigt wird dabei die Energie, die zur Erstellung des Hauses benötigt wird. «Ein ideales Heim für Energie- und Umweltbewusste, die trotzdem nicht auf den gewissen Luxus verzichten möchten», so Franz Schnider, arento ag.

Schw. Verband für geprüfte Qualitätshäuser

Die Einbindung der ausgewählten Zulieferer in die Entwicklung und den Bauprozess bürgt von Anfang an für erstklassige Qualität, denn jede Partnerfirma leistet durch ihre Verpflichtung zu bester Qualität einen wertvollen Beitrag zur Optimierung von Bausystemen, Produkten und Dienstleistungen.

Bahnhofplatz 1 2502 Biel/Bienne Tel. +41 32 327 20 00 www.vgq.ch

CO2-Institut Schweiz Das CO2-Institut Schweiz macht anhand der verwendeten Menge Holz in einem Gebäude, den CO2-Reduktionseffekt messbar. Auf Wunsch können Bauherren ein Zertifikat erhalten, welches die CO2-Reduzierung eines erbauten Holz-Objektes ausweist. Während der Fotosynthese entzieht der Baum der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid (CO2), nutzt den Kohlenstoff (C) für den Aufbau des Holzes und gibt den Sauerstoff (O2) wieder an die Atmosphäre ab. Dabei wird Sonnenenergie in chemisch gebundene Energie umgewandelt und im Holz gespeichert. Holz wird so zum Kohlenstoff- und Energiespeicher.

CO2-Institut Schweiz Bahnhofplatz 1 2502 Biel/Bienne Tel. +41 32 327 20 05 www.co2-institut.ch

Verwaltung: VGQ − Schweizerischer Verband für geprüfte Qualitätshäuser.

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energiezukunft gebäudetechnik

Ein familiengeführtes KMU

mit NachhaltigkeitsDNA «Wir schreiten als Innovationsleader mit ökologischem Denken und Handeln in die Zukunft»

Die Naef GROUP bietet seit über 30 Jahren Dienstleistungen an, die im Kern die Ressourcenschonung beinhalten. Firmengründer und Verwaltungsratspräsident Werner Näf hat den Sanitär- und Heizungsmarkt in der Schweiz mit seinen Innovationen revolutioniert und ist mit seinem Denken und Handeln in der Branche bis heute am Zahn der Zeit. Die Sanierung in die Jahre gekommener Gebäude ist eines der Kernthemen der eidgenössischen Energiestrategie. Ökologisch sinnvolle Sanierungen macht die Naef GROUP indes bereits seit über 30 Jahren. Mit der schonenden Erneuerung von Trinkwasserleitungen und Fussbodenheizungen hat sich das Familienunternehmen von Beginn an die Ressourcenschonung auf die Fahne geschrieben. Sanieren statt ersetzen steht im Mittelpunkt jeder der angebotenen Dienstleistungen für Wasser und Wärme im Gebäude. Seit 1985 im Einsatz für Mensch, Wasser und Wärme

ANROSAN: Ausgeklügelte Sanierungstechnologie für Trinkwasserleitungen auf mineralischer Basis

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Bis Mitte der 1980er-Jahre gab es für alternde, wasserführende Leitungen im Gebäude nur eine Erneuerungsmöglichkeit: den Totalersatz. Heute, dank der Erfindung von Werner Näf, steht dem eine schonende und wirkungsvolle Alternative gegenüber. Die Rohrinnensanierung mittels abrasiver Reinigung und Beschichtung ist die nachhaltige Lösung, welche bestehende Ressourcen in den Neuzustand versetzt. Damit dies einwandfrei und mit höchster Präzision gelingt, ist ein laufendes Verbessern der Prozesse und Materialien vonnöten. Mit dem hauseigenen Forschungs- und Entwicklungsteam wird sichergestellt, dass man immer mit der Zeit geht.


energiezukunft gebäudetechnik

Erfinder und Innovationsleader der Rohrinnensanierung

Im Bereich der Fussbodenheizungssanierung ist das HAT-System nicht nur das Original, sondern bis heute auch das einzige System, das Bodenheizungen nachweislich in den Neuzustand versetzt. Dank der Innenbeschichtung, die gemäss DIN 4726 diffusionsdicht ist, entspricht ein so saniertes Bodenheizungsrohr der Qualität eines neuwertigen Mehrschichtverbundrohres. Weltweit einzigartig ist der Einsatz einer Zementbeschichtung für die Sanierung von Trinkwasserleitungen. Mit ANROSAN erfüllt die Näf Tech AG dank dieser anorganischen Materialzusammensetzung die Anforderungen an eine Lebensmittelverpackung nach Lebensmittelgesetz. Verknüpfte Dienstleistungen

Im Hause Naef GROUP wird nicht nur im Bereich der Rohrinnensanierung geforscht und entwickelt. Weitere neue Dienstleistungen haben den Markt bereichert. So ist der PIPEFINDER als Detektionssystem für versteckte Blindleitungen eine weitere Errungenschaft, die im Sanitärbereich zum Einsatz kommt, und mit der Knick Detektion ortet das HAT-System-Team bei Bodenheizungen Fehlinstallationen, damit diese frühzeitig behoben werden können. Zuletzt bietet die Naef GROUP mit dem JKSystem noch ein besonders ausgeklügeltes Einfräsverfahren für Fussbodenheizungen an. Damit werden in bestehende Unterlagsböden Rillen für Bodenheizungsrohre eingebracht. Ineffiziente Radiatorsysteme können auf diese Weise einfach ersetzt werden.

Zwei Generationen arbeiten Hand in Hand. Von links nach rechts: Sarah Näf, Werner Näf, Anneliese Näf, Isabelle Näf, Ramon Näf.

«Wir wollen ein Vorbild für familiengeführte KMUs sein»

ISO 50001 und CO2-Neutralität

Die im Kern bereits nachhaltigen Dienstleistungen der Naef GROUP werden laufend verbessert und mit zusätzlichen Innovationen verknüpft. Damit aber noch nicht genug. Seit 2014 werden im Freienbacher Betrieb nach ISO-50001-Standard sämtliche relevanten Energieprozesse und -daten minutiös erfasst und eine sukzessive Reduktion des eigenen Energieverbrauchs verfolgt. Die unvermeidbaren Restemissionen werden zu 100 % mit Schweizer Ressourcen im Wald der Oberallmeindkorporation Schwyz kompensiert. Damit nimmt die Naef GROUP in der Schweiz eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz ein. Das Gedankengut von Firmengründer Werner Näf und seiner Frau Anneliese tragen in zweiter Generation deren Kinder weiter. Geschäftsführer Ramon Näf, CFO Sarah Näf und die jüngste Tochter Isabelle Näf, welche seit einigen Jahren gemeinsam die Geschicke der Naef GROUP leiten, führen mit 50 Mitarbeitenden fort, was vor über 30 Jahren ins Leben gerufen wurde. Ein Familienunternehmen mit Nachhaltigkeit im Blut.

Energiemanagementsystem nach ISO 50001 und CO2-Neutralität durch Kompensation der Restemissionen mit einem Klimaschutzprojekt im Kanton Schwyz. Die Naef GROUP denkt und handelt für Generationen und nicht für Quartalszahlen.

Werner Näf Erfinder und Verwaltungsratspräsident der beiden Naef GROUP Unternehmen, HAT-Tech AG und Näf Tech AG

Naef GROUP HAT-Tech AG / Näf Tech AG Wolleraustrasse 41 Der HAT-SystemMaschinenpark mit eigens entwickelten Spezialgeräten

8807 Freienbach Tel. +41 44 786 79 00 info@naef-group.com www.naef-group.com

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Messe für Bauen Wohnen und Garten

Parallelmesse

Quelle: MartyDesignHaus

21. – 24.9.2017 BERNEXPO Do–Sa 10 – 18 So 10 – 17

www.bauen-wohnen.ch


energiezukunft gebäudetechnik

«Das D4 Business Village Luzern in Root bietet flexible Büro- und Produktionsflächen, gepaart mit einem breiten Dienstleistungsangebot.»

D4 Business Village Luzern

Raum für Ideen Das D4 ist weit mehr als eine Vermieterin von Büro- und Produktionsflächen. Mit einem gesamtheitlichen Ansatz legt das Business Village in Root den Nährboden für Innovationen.

Über 100 Unternehmen mit rund 2000 Arbeitsplätzen haben etwas gemeinsam: Alle suchen mehr als vier Wände und einen Parkplatz. Gefunden haben sie ihren Standort im D4 Business Village Luzern in Root. «Mit massgeschneiderten Dienstleistungen, Restaurationsbetrieben und einer modernen Infrastruktur bieten wir einen optimalen Nährboden für Innovationen», ist Bruno Kunz, Leiter D4, überzeugt. «Die Unternehmen sollen sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können, wir erledigen den Rest.» Das Angebot im D4 ist umfassend: Von der Autovermietung über den Coiffeur bis hin zu Sportmöglichkeiten oder flexibel buchbaren Sitzungs- oder Kongresszimmern – das D4 lässt keine Wünsche offen. Es ermöglicht einen modernen Work-Life-BalanceArbeitsstil. Ein weiterer Effekt ist das Networking: «Gemeinsame Restaurants, Freizeitmöglichkeiten oder Grünflächen bieten Möglichkeiten zum Austausch unter den Firmen», so Bruno Kunz. Damit nicht genug: «Wir fördern zudem das Networking zu externen Personen und Unternehmen mit eigenen Anlässen.»

Bruno Kunz Leiter D4, Tel. +41 41 455 20 22 bruno.kunz@d4business-village.ch

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Innovatives Energiemanagement

Bild: jiris/Shutterstock.com

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energiezukunft energiemanagement

Customer Insight und Digitalisierung als Basis innovativen Energiemanagements

Megatrends revolutionieren die Energiewirtschaft weltweit. Die Dekarbonisierung der Energieversorgung mit dem Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energiequellen wird in internationalen, nationalen sowie regionalen bzw. lokalen Energiekonzepten mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorangetrieben. Dezentrale Erzeugungskapazitäten gepaart mit modernen, flexiblen Speichertechnologien sowie die rasant fortschreitende Digitalisierung begünstigen diesen Transformationsprozess des Energiesystems und lassen zugleich bisherige Branchengrenzen verschwimmen – konventionelle Geschäftsmodelle sind vor dem Hintergrund der von Bundesrätin Doris Leuthard prophezeiten «Uberisierung der Energiewelt» zu überdenken. Was bedeutet dies für Energieversorgungsunternehmen? Die Fähigkeit, unerfüllte Kundenbedürfnisse zu decodieren und in marktreife Produkt- bzw. Dienstleistungsinnovationen zu verwandeln, wird mit dem fundamentalen Wandel der Energiebranche massgeblich an Bedeutung gewinnen. Dies setzt bei allen Beteiligten einen Perspektivenwechsel voraus: von der reinen Unternehmens- bzw. Produktsicht hin zu einem umfassenden Verständnis der Kunden und deren Kauf- bzw. Nutzungsverhalten; in diesem Zusammenhang wird in der Wissenschaft auch von sog. Customer Insights gesprochen. Aus unternehmerischer Sichtweise wird am Ende entscheidend sein, was unterm Strich messbar besser beim Kunden ankommt. Durch die kontinuierliche iterative Weiterentwicklung von Ideen zusammen mit ausgewählten Nutzern werden dabei Probleme und Verbesserungspotenziale frühzeitig erkannt und sichergestellt, dass finale Lösungen dem (oftmals latenten) Kundenbedürfnis entsprechen. Innovatives Energiemanagement kann dabei mitunter in einer auf Kundenbedürfnissen basierenden intelligenten Verknüpfung von Energiewirtschaft und Informationstechnik beruhen – wie bspw. auf einer smarten Vernetzung und Steuerung bzw. Optimierung dezentraler Eigenproduktion und diverser Speicherkomponenten im Sinne einer energetischen Komplettlösung (Prosumerintegration). Mobile Anwendungen (Apps) als digitale Kundenschnittstelle werden dabei zunehmend als Grundlage für auf Customer Insights und der intelligenten Verknüpfung und Verarbeitung grosser Datenmengen beruhende Geschäftsmodelle für innovative Mehrwert-Dienstleistungen fungieren. Innovative Energieversorgungsunternehmen stehen vor der Herausforderung, die zunehmende Komplexität für ihre Kunden zu reduzieren und gleichzeitig zu lernen, in Märkten mit kleinen Margen durch vielfältige Kooperationen bzw. Wertschöpfungsnetzwerke zu bestehen.

Dr. oec. HSG Christian Opitz ist Leiter des auf strategische und quantitative Fragestellungen im Bereich konventioneller und erneuerbarer Energien spezialisierten Competence Center Energy Management (ior/cf-HSG) der Universität St.Gallen www.energymanagement.unisg.ch

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Stromnetze stabiliseren

Speicherlösungen der Zukunft Die einzelnen Komponenten der Forschungsplattform ESI sind modular in Containern untergebracht. Foto Scanderbeg Sauer Photography

Neue Windkraftwerke und zahlreiche Photovoltaik-Anlagen auf privaten und öffentlichen Hausdächern beanspruchen das Stromnetz immer mehr. So wichtig ihr Beitrag für die Energiewende, so herausfordernd ist der technische und wirtschaftliche Umgang mit ihnen. Weil Strom aus erneuerbaren und dezentralen Energiequellen stark schwankt und sich nur schlecht speichern lässt, sollen Elektrolyseure das Problem lösen. Diese nutzen den überschüssigen Strom, um Wasserstoff herzustellen, der entweder direkt gespeichert oder in Methan umgewandelt wird. Neue Speichermethoden gesucht

Siemens-Ingenieure haben einen Elektrolyseur entwickelt, der mit protonenleitenden Membranen arbeitet. Er reagiert binnen Millisekunden auf den zur Verfügung stehenden Strom.

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Unser Stromnetz kann nur so viel Strom aufnehmen, wie gerade verbraucht wird. Ohne Speicher würde das gesamte System aus dem Gleichgewicht geraten und die Frequenzstabilität kollabieren. Immer häufiger müssen deshalb Energieversorger ihren Strom zu Dumpingpreisen ins Netz einspeisen, weil sonst eine gefährliche Überlast droht. Ein besonderes Ärgernis: Auch wenn die Betreiber den erneuerbaren Strom abregeln, müssen sie ihn bezahlen. Allein im Bundesland Schleswig-Holstein fallen für die Betreiber jährlich rund 25 Millionen Euro Entschädigungskosten an, weil die Windkraftwerke in der Nordsee zeitweise zu viel Strom generieren. Die Energiever-


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Siemens Schweiz AG Seit dem Bau eines ersten Kraftwerkes im Kanton Bern vor 120 Jahren ist der Name Siemens eng mit der Schweiz verbunden. In allen Landesteilen aktiv, bieten die Regionalgesellschaft sowie die verschiedenen Schwester- und Tochtergesellschaften rund 5300 Arbeitsplätze an. Damit gehört Siemens zu den wichtigsten Arbeitgebern der Schweiz. Weil Strom aus erneuerbaren und dezentralen Energiequellen stark schwankt und sich nur schwer speichern lässt, sollen Elektrolyseure das Problem lösen.

Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung sind für Siemens langfristige Wachstumsfelder. Um die Marktpotenziale

sorger haben daher allen Grund, sich mit neuen Speichermethoden zu befassen. Die verfügbaren Technologien sind vielfältig, aber je nach Anwendung mit Nachteilen behaftet: Pumpspeicherkraftwerke sind teuer und benötigen eine riesige Infrastruktur und die Kapazität von Batterien ist limitiert, wobei sie in der Regel nur die tagesaktuelle Stromproduktion ausgleichen.

in diesem Bereich voll ausschöpfen zu können, ist das Geschäft in acht Divisionen und Siemens Healthineers als eigenständig geführtes Geschäft gebündelt.

Speicherung in chemischer Form

Eine mögliche Lösung für die saisonale Speicherung ist das zweistufige Power-to-GasKonzept. Hier wird zuerst der überschüssige Strom genutzt, um mithilfe eines Elektrolyseurs Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten. In einem zweiten Schritt wird der Wasserstoff unter Zugabe von CO2 zu synthetischem Erdgas (Methan) weiterverarbeitet. Die überschüssige elektrische Energie wird so in chemischer Form gespeichert. Diese gasförmigen Energieträger können lange gelagert und weit transportiert werden. Bei Bedarf werden sie wieder in Strom oder Wärme umgewandelt. Der Wasserstoff kann zum Beispiel mit einem Anteil von bis zu 5 % ins Erdgasnetz eingespeist werden und so fossiles Methan ersetzen. Zudem benötigt auch die chemische Industrie Millionen Tonnen Wasserstoff. Neben der Versorgung von Haushalten, Gewerbe und Industrie ist auch eine Nutzung als Treibstoff möglich, zum Beispiel in Erdgasfahrzeugen oder Brennstoffzellenautos. Wasserstoff-Elektrolyseure und Systeme, die den Wasserstoff methanisieren, werden bereits in einigen Pilotprojekten eingesetzt und von Energieversorgern getestet. Noch ist aber nicht klar, welche Speichertechnologie ökonomisch am sinnvollsten ist. Das Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen hat im Rahmen der Energieforschung die Energy System Integration Platform (ESI) lanciert, bei der das Power-to-Gas-Konzept im Mittelpunkt steht. Bei der ESI-Plattform geht es darum, all die bisher isoliert erforschten Bausteine erstmals in ihrem komplexen Zusammenspiel zu untersuchen und die Technologien im Verbund zu betreiben. Im Laufe des Jahres 2016 hat die Forschungsplattform schrittweise ihre Arbeit aufgenommen.

Siegfried Gerlach CEO Siemens Schweiz AG

PEM-Technologie mit zahlreichen Vorteilen

Das PSI setzt dabei auf das Elektrolysesystem Silyzer von Siemens, das auf Basis der PEM-Technologie (Proton Exchange Membrane) entwickelte wurde. Diese eignet sich insbesondere für den dynamischen Betrieb, kommt ohne Chemikalien aus, ist flexibel steuerbar und kann innert kürzester Zeit hochfahren. Der am PSI eingesetzte Silyzer ist in der Lage, seine Normleistung innerhalb von zehn Sekunden vollständig zu erreichen oder die Leistung ebenso schnell wieder zu reduzieren. Ein weiterer Vorteil der PEM-Technologie: Sie produziert bis zu fünfmal mehr Wasserstoff pro Quadratzentimeter als ein alkalischer Elektrolyseur. Der PEM-Elektrolyseur eignet sich auch als dynamische Regellastkomponente zum Ausgleich von Schwankungen in den Stromnetzen – und kann damit zur Schlüsselkomponente für Energieversorger, Netzbetreiber und Anbieter erneuerbarer Energien werden.

Siemens Schweiz AG Freilagerstrasse 40 8047 Zürich www.siemens.ch

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Energiestrategie:

mit Erdgas-Biogas Potenziale nutzen Das Gasverbundnetz der Schweiz steht, und es funktioniert. Primär wird Erdgas darin transportiert, der umweltfreundlichste fossile Energieträger. Der Vorteil: Erdgas verbrennt ohne Russ und Staub, enthält kaum Schwefel und Ozon bildende Substanzen. Der Nachteil: Es ist ein fossiler leitungsgebundener Energieträger, dessen Vorkommen absehbar sind.

Gas aus erneuerbarem Strom

1 Überschuss aus Windstrom und Solarstrom

2 CO2-Abscheidungen aus Biogasaufbereitung und aus der Luft

Das Gasverbundnetz der Schweiz kann weit mehr, als Erdgas in Pipelines geräuschlos von A nach B zu bringen. Ins Netz eingespeist werden auch Biogas, ein Anteil Wasserstoff und synthetisches Erdgas. Aber das Netz bietet noch viel mehr. Die Transport- und Speicher-Infrastruktur kann in Zukunft zu den Problemlösern unseres Energiesystems gehören und dazu beitragen, die Stromnetze im Einklang mit dem angestrebten Ausbau der erneuerbaren Energien zu entlasten. Mit der Umsetzung der Energiestrategie 2050 werden Photovoltaikanlagen und Windkraftwerke einen immer grösser werdenden Stellenwert einnehmen. Sie produzieren Strom, der nicht immer regelmässig anfällt. Je nach Wetter entsteht damit eine Überproduktion, die im Verlauf von anderen Wetterlagen wieder zur Verfügung stehen soll. Dies sollen Power-toGas-Anlagen ermöglichen, die bereits heute überschüssigen Strom aus erneuerbarer Energieproduktion durch Methanisierung in synthetisches Gas umwandeln können. In Deutschland sind bereits etliche Anlagen mit beachtlichen Leistungen in Betrieb. In der Schweiz ist vergangenen Sommer in Solothurn eine Power-to-Gas-Anlage in Betrieb gegangen. Dieses Gas kann zusammen mit Gas aus unterschiedlichsten Quellen im Erdgasnetz den Verbrauchern zugeführt oder wieder zu Strom für den LastAusgleich benutzt werden. Das Netz bietet damit einen Beitrag zu einer gesamtwirtschaftlichen Optimierung des Energiesystems und hilft, die CO2-Ziele zu erreichen.

3 Umwandlung von Strom in Wasserstoff durch Elektrolyse

4 Aufbereitung auf Erdgasqualität (CH4), > 90% Methan

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Wasserstoff direkt ins Gasnetz und andere Anwendungen

Methaneinspeisung ins Gasnetz

Anwendungen: Wärme, Mobilität, dezentrale Stromerzeugung, Industrielle Nutzung


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Fahrzeuge mit Erdgas-Biogas-Antrieb senken die Treibstoffkosten um bis zu 30 %.

Erdgas-Biogas: als Treibstoff im Trend

Die Gasverbund

Der Druck, konkrete Lösungsbeiträge für den Klimaschutz zu finden, ist hoch. Gleichzeitig streben Regierungen, Politiker in Grossstädten und Interessensgruppen eine Luftverbesserung an und wollen Feinstaubbelastung sowie sommerliche Ozoneinträge gerade in den Städten massiv einschränken. Die Fahrzeughersteller stehen wegen strengerer und zeitlich gestaffelter Abgasvorschriften unter Druck.

Mittelland AG (GVM) ist eine überregionale Erdgasversorgerin der Schweiz. Sie beschafft und transportiert Erdgas im Sinne einer Bündelung zu bestmöglichen Konditionen im Auftrag der ihr angeschlossenen 15 Lokalversorger und ihrer

Die Busbetreiber zeigen ein verstärktes Interesse an alternativen Treibstoffarten wie Biogas, Erdgas und einem Erdgas-Biogas-Mix sowie an Hybrid- und vollelektrischen Bussen. Die Entwicklung von neuen Erdgasmotoren ist ein klares Zeichen dafür, dass die Herstellerfirmen das Marktpotenzial und -volumen für Erdgasbusse mit komprimiertem und verflüssigtem Erdgas neu beurteilen und Erdgasantriebe als attraktiven Wachstumsmarkt einschätzen.

Direktkunden im Mittelland sowie in der Nordwestschweiz. Dazu betreibt GVM ein eigenes Hochdrucknetz mit Übergabestationen.

Unternehmen, die auf Erdgas-Biogas als Treibstoff setzen, verbinden Klimaschutz mit Wirtschaftlichkeit. Erdgas-Biogas als Treibstoff ist eine jetzt verfügbare, umweltfreundliche Lösung im Zeitalter der Energiezukunft. In der Schweiz setzt sich Erdgas im Durchschnitt aus 20 % Biogas und 80 % Erdgas zusammen. Damit werden gleich zwei Vorteile miteinander kombiniert: Erstens gehört in der Schweiz aus biogenen Abfall- und Reststoffen hergestelltes Biogas zu den erneuerbaren Treibstoffen mit der besten Ökobilanz überhaupt, und zweitens ist Erdgas mit 25 % weniger CO2, der in der Verbrennung sauberste fossile Treibstoff. Heizen mit Erdgas

Heizungen mit Erdgas-Biogas sind in Bezug auf Kosten, Komfort, Platzbedarf und Umweltbelastung eine attraktive Alternative zu anderen Heizsystemen. Bei Sanierungen haben erdgasgeführte Wärmepumpen, Wärme-Kraft-Kopplungsanlagen, Brennstoffzellen und Erdgasheizungen kombiniert mit Solar beste Voraussetzungen für effiziente, CO2-arme Lösungen. • Erdgas-Solar: Mit einer modernen Erdgas-Brennwertheizung wird die eingesetzte Primärenergie Erdgas oder auch einheimisches Biogas nahezu verlustfrei in Wärme umgewandelt. Diese kleinen Geräte (Thermen) sind einfach installierbar, flexibel einsetzbar, wartungsfreundlich, sehr zuverlässig und energiesparend. In Kombination mit Wärmedämm-Massnahmen oder einer korrekt ausgerichteten Solaranlage kann der Energieverbrauch nochmals um weitere 25 Prozent verringert werden. • Hybrid-Erdgasheizung: Als Sanierungswunder betitelt und speziell für den Sanierungsmarkt entwickelt, kombiniert die Hybrid-Erdgasheizung Luft/WasserWärmepumpen mit konventionellen Gas-Brennwertkesseln zu einem sicheren Ausweg aus der Heizkostenspirale – und zu einer Wärmeerzeugung mit hohem Anteil erneuerbarer Energie. In diesem Fall kommen fünf Energieträger in einer Anlage zum Einsatz: Umweltwärme, Sonne, Erdgas, Erdgas-Biogas und Strom. • Stromerzeugende Heizung (SeH): Mit der stromerzeugenden Heizung wird die zugeführte Energie zur Herstellung von Wärme und Strom genutzt. Das Prinzip folgt der Wärme-Kraft-Kopplung und eignet sich besonders für eine dezentrale, energetisch gute Selbstversorgung zu Zeiten des Bedarfs. Erdgas, Biogas oder ein Gemisch der beiden Energieträger wird in einem Verbrennungsmotor mit Luft angereichert und gezündet. Die Bewegungsenergie treibt einen Generator an, der je nach Biogasanteil erneuerbaren Strom produziert. Die Abwärme wird zur Warmwasseraufbereitung und zum Heizen genutzt.

Kurt Schmidlin Leiter Marketing, Vertrieb und Kommunikation

Gasverbund Mittelland AG Untertalweg 32 4144 Arlesheim Tel. +41 61 706 33 33 Fax +41 61 706 33 99 info@gvm-ag.ch www.gvm-ag.ch

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Mit Ökoenergie

die Artenvielfalt schützen Mit der Zustimmung zum ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 hat das Parlament den Weg hin zu einem höheren Anteil an erneuerbaren Energien gutgeheissen. Der Verein für umweltgerechte Energie VUE setzt sich dafür ein, dass bei diesem Ausbau die Natur nicht auf der Strecke bleibt. Denn auch Produktionsanlagen für erneuerbare Energie greifen bei Bau und Betrieb teilweise stark in die Natur ein und tragen dadurch mit dazu bei, dass beispielsweise Gewässer vom Menschen stark beeinträchtigt wurden und werden. Die im Süsswasser lebenden Tier- und Pflanzenarten sind in den letzten Jahrzehnten dramatisch zurückgegangen, wie der Ende Oktober 2016 vom WWF veröffentlichte Living Planet Report zeigt. Gleichzeitig ist der Mensch aber auf intakte Lebensräume angewiesen, denn sie sorgen beispielsweise für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung.

Wasserkraftwerke sind ein unüberwindbares Hindernis für die Wanderung von Fischen. Mit Fischtreppen, wie sie für die Zertifizierung mit dem Gütesiegel naturemade star gefordert werden, erhalten sie ihren angestammten Lebensraum zurück.

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Zwei Gütesiegel als Orientierung

Der Verein für umweltgerechte Energie VUE setzt sich daher für eine umweltschonende Energieproduktion ein. Das vom VUE vergebene Gütesiegel naturemade in zwei Qualitätsstufen ermöglicht es den Energiebezüger(inne)n, sich bewusst für erneuerbare Energieprodukte zu entscheiden, die naturfreundliche Energieanlagen fördern.


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Egal, ob Sie Strom, Wärme oder Biogas mit dem naturemade Gütesiegel beziehen, Sie fördern damit die erneuerbare und umweltschonende Energieproduktion.

Verein für umweltgerechte Energie VUE als Träger des Gütesiegels naturemade Der Verein für umweltgerechte Energie VUE wurde 1999 gegründet. Er hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Schweiz ab 2050 zu 100 % erneuerbare und ökologische Energie produziert und bezieht. Diese Vision soll mithilfe von Marktinstrumenten, einer hohen Kundenorientierung und der schrittweisen Ökologisierung des Energiesystems realisiert werden. Die Gütesiegel werden durch den Vorstand

Das Gütesiegel naturemade basic steht für Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen. Zertifiziert sind vorwiegend Schweizer Grosswasserkraftwerke, die eine sichere Energieversorgung während des ganzen Jahres garantieren, sowie Kehrichtverbrennungsanlagen, in denen die sinnvolle und energieeffiziente Verwertung im Zentrum steht. Das Plus von naturemade basic: Mit dem Kauf von naturemade basic-zertifizierter Energie wird der Ausbau neuer erneuerbarer Energieträger (Sonne, Wind, Biomasse) sowie von besonders naturfreundlichen Wasserkraftwerken gefördert.

des VUE und die VUE-Arbeitsgruppen weiterentwickelt und die Anforderungen regelmässig dem neuesten Stand des Wissens angepasst. Aktiv an der Weiterentwicklung beteiligt sind Umweltverbände wie WWF und Pro Natura, Konsumentenverbände wie das kf, Grosskunden sowie Energieproduzenten und -lieferanten.

Das Gütesiegel naturemade star geht noch einen Schritt weiter und zeichnet ausschliesslich besonders umweltschonend produzierte Energie aus, sowohl Strom als auch Wärme und Biogas. Diese Ökoenergie stammt vor allem aus Schweizer Wasserkraft sowie Sonne, Wind und Biomasse. Kraftwerke, die dieses Gütesiegel tragen, erfüllen strenge Umweltauflagen, damit Pflanzen und Tiere rund um die Kraftwerke möglichst wenig beeinträchtigt werden. Zusätzlich fliesst für jede verkaufte Kilowattstunde aus naturemade star Wasserkraftwerken ein Rappen in einen Fonds. Mit diesen Geldern werden ökologische Aufwertungen im Umfeld der Kraftwerke finanziert – zum Beispiel werden Uferböschungen renaturiert oder alte Flussläufe wiederbelebt. naturemade star gilt europaweit als das Gütesiegel mit den strengsten ökologischen Kriterien. Die Kriterien für die Vergabe der Gütesiegel wurden von Fachverbänden, Umweltund Konsumentenorganisationen, Energieproduzenten und -lieferanten gemeinsam entwickelt. Die Zertifizierung erfolgt erst nach umfassender Prüfung. Zudem werden die zertifizierten Anlagen jährlich von unabhängigen Auditoren überprüft. Die breite Abstützung sowie die strengen und unabhängigen Kontrollen garantieren den Energiebezüger(inne)n die Vertrauenswürdigkeit und Transparenz der naturemade Gütesiegel.

Cornelia Brandes Geschäftsleiterin VUE

Ökoenergie im Aufwind

Unternehmen können mit dem Bezug von naturemade-zertifizierter Energie glaubwürdig ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit demonstrieren. Zudem wird der Bezug von Ökostrom naturemade star im Monitoring von EnAW und act als Energieeffizienzmassnahme anerkannt. Auch Energiestädte können naturemade star-zertifizierte Energie in ihrem Prozess anrechnen lassen. In der Schweiz bezieht bereits eines von 10 Unternehmen naturemade Strom. Bei den Privathaushalten ist es sogar jeder achte Haushalt, der auf naturemade Strom setzt. Auch Produktion und Verkauf von naturemade star-zertifiziertem Biogas haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Es bleibt zu hoffen, dass diese erfreuliche Entwicklung mit dazu beiträgt, die Verschlechterung der natürlichen Lebensräume und den damit verbundenen Sinkflug der Tier- und Pflanzenbestände zu stoppen.

VUE naturemade Molkenstrasse 21 8004 Zürich Tel. +41 44 213 10 21 Fax +41 44 213 10 25 info@naturemade.ch www.naturemade.ch

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Saubere Energie für Zürich Um Abfall hygienisch zu entsorgen, wird dieser in der Stadt Zürich seit über 100 Jahren verbrannt. Die dabei entstehende Wärme nutzt die Stadt clever zum Heizen von Gebäuden – zum Beispiel des Hauptbahnhofs Zürich, des Universitätsspitals oder des Landesmuseums. Auch mit Blick auf die Zukunft ist Fernwärme, die sogenannte Zürich Wärme, ein entscheidender Faktor in der strategischen Energieplanung der Stadt. Bereits heute liefert Zürich Wärme von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich so viel Energie, wie 170 000 Wohnungen zum Heizen benötigen. Bis 2050 soll ein Viertel des Wärmebedarfs in der Stadt mit Zürich Wärme gedeckt werden.

Zürich Wärme ist Energie aus Abfall.

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Das Verbrennungsfeuer im Kehrichtheizkraftwerk heizt Wasser auf und erzeugt Wasserdampf, der über eine Turbine Strom produziert. Die im Dampf verbleibende Wärme heizt anschliessend das Wasser, welches in einem geschlossenen Kreislauf in Leitungen in die zu heizenden Gebäude geführt wird. Das abgekühlte Wasser fliesst zurück zum Kehrichtheizkraftwerk zur erneuten Aufheizung. In der kühleren Jahreszeit ergänzt Wärme aus dem Holzheizkraftwerk Aubrugg die Energielieferungen aus der Abfallverwertung. Das Holz dafür stammt aus der Region und dem Kanton Zürich und hat nur kurze Transporte hinter sich. Lediglich zu Spitzenzeiten kommen Erdgas oder Öl zum Zug. So stammen insgesamt rund zwei Drittel von Zürich Wärme aus erneuerbaren Energiequellen.


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Sauberer als andere Heizenergien Zürich Wärme ist zu zwei Dritteln CO2-neutral und mehrheitlich erneuerbar, weil sie auf drei einheimische Primärenergien setzt, die das Klima schützen: Abwärme der Kehrichtheizkraftwerke, Verbrennungswärme aus dem Holzheizkraftwerk sowie Umgebungswärme aus dem Limmatwasser. Die eingesparte

In Zukunft soll diese umweltfreundliche Energie noch besser für die Stadt Zürich genutzt werden: mit einer Verbindung vom Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz nach Zürich-West. Das Kehrichtheizkraftwerk Josefstrasse wird Ende 2020 abgeschaltet, weil die Anlagen das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht haben. Die zukünftige Versorgung von Zürich-West mit Zürich Wärme soll durch die Verbindungsleitung zum Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz sichergestellt werden. Am Standort des alten Werkes Josefstrasse wird eine neue Zentrale die Wärmeverteilung gewährleisten. Entlang der geplanten Verbindungsleitung zwischen den beiden Standorten können in den dicht besiedelten Quartieren Wipkingen, Ober- und Unterstrasse weitere Gebäude mit Zürich Wärme bedient werden. Auch ist geplant, dass diese ökologisch wertvolle Energie rund um das Sihlquai und im Quartier Aussersihl weiteren Liegenschaftsbesitzenden angeboten werden soll.

Menge Heizöl würde einen rund 15 Kilometer langen Zug mit Kesselwagen füllen. Auch sonst schont Zürich Wärme die Umwelt und primäre Ressourcen. Denn anders als fossile Brennstoffe, die in Supertankern oder über Pipelines durch die halbe Welt transportiert werden, wird sie genau dort genutzt, wo sie entsteht – in der Stadt Zürich. Energieträger ist heisses Wasser, das in einem unterirdischen Leitungsnetz zirkuliert und den Wärmebedarf von umgerechnet 170 000 Wohnungen decken kann. Wer seine Liegenschaft umweltbewusst heizen will, trifft mit Zürich Wärme

Aus Abfall von Zürich wird Energie für Zürich

Wärme aus der Kehrichtverwertung als Heizenergie ist eine komfortable Energiequelle, weil der Rohstoff nicht von weit her transportiert wird, sondern sozusagen «hausgemacht» ist. Der enge Kreislauf hat mehrere Vorteile: Die Transportwege für den Abfall und die Heizwärme sind kurz. In den Stadtquartieren bieten sich viele Wärmeabnehmer auf dichtem Raum an. Zürich Wärme ist eine erneuerbare Energiequelle, dank der mit Erdöl und Erdgas befeuerte Heizungen in den einzelnen Liegenschaften ersetzt und damit der Ausstoss an CO2 vermieden werden können. Zürich Wärme erspart der Luft in der ganzen Stadt pro Jahr 200 000 Tonnen CO2. Diese Einsparung kommt der ganzen Stadt zugute, nicht nur den Kunden von Zürich Wärme. Ein Bauwerk für zukünftige Generationen

Eine Verbindungsleitung soll das Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz mit dem Versorgungsgebiet Zürich-West verbinden. Dies stellt die Lieferung umweltfreundlicher Energie über 2020 hinaus sicher. Die Stadt baut eine versorgungssichere Infrastruktur für die Liegenschaftsbesitzenden und kann so nachhaltig eine umweltfreundliche Energiequelle anbieten. Damit wird der CO2-Ausstoss nachhaltig reduziert und über mehrere Generationen hinweg ein massgeblicher Beitrag zu den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft geleistet. Über das Projekt wird in der Stadt Zürich Ende 2017 abstimmt.

von ERZ eine schlaue Wahl. Die Vorteile liegen auf der Hand: • Hohe Versorgungssicherheit • Flexible Lieferung möglich • Sicher, weil Wasser statt Brennstoff • Fixfertig ins Haus geliefert • Einfach zu bedienen • Tiefe Betriebskosten • Investitionen in Heizkessel, Öltank und Kamin entfallen Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

Stadt Zürich ERZ Entsorgung + Recycling Zürich Hagenholzstrasse 110, 8050 Zürich Tel. +41 44 645 88 88 www.erz.ch/zuerichwaerme

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Umfassende Dienstleistungen als Geschäftsmodell

Energie-Know-how im Dienst der Kunden Noch vor wenigen Jahren sah die Energiewelt völlig anders aus: Zentralisierte Produktion, planbare Lasten und der monopolisierte Markt machten die Branche berechenbar. Heute herrscht zunehmender Wettbewerb, die Regulierungsdichte erhöht sich, die Preise sind unter Druck, Energieeffizienz und Vernetzung sind gefragt. Dazu kommt die Digitalisierung, welche auch die Energiebranche immer mehr durchdringt. Diese neuen Anforderungen stellen sowohl Energieversorgungsunternehmen (EVU) und Gemeindewerke als auch Grosskunden, die sich auf dem freien Markt orientieren müssen, vor Herausforderungen. Repower hat sich deshalb darauf spezialisiert, ihr in über 100 Jahren erworbenes Know-how auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette anderen EVU, Gemeinden und Geschäftskunden zugänglich zu machen. Von der öffentlichen Beleuchtung bis zum Energiemanagement

Die Services, die Repower anbietet, reichen von der Produktionswirtschaft und der Betriebsunterstützung über die Netzwirtschaft bis zum Energiemanagement. So übernimmt Repower im Auftrag von verschiedenen EVU beispielsweise den Betrieb der Produktions- und Netzanlagen sowie Wartungs-, Montage- oder auch EngineeringAufträge. Weitere Dienstleistungen umfassen das Bilanzgruppenmanagement und den Zugang zu den internationalen Märkten. Von massgeschneiderten Energielieferungen und dem Bezug von Herkunftsnachweisen profitieren nicht nur EVU, sondern auch Grosskunden. Insbesondere an Gemeinden richtet sich das Angebot für das Beleuchtungsmanagement: Repower erarbeitet Konzepte für die öffentliche Beleuchtung und optimiert bestehende Anlagen — unter anderem dank LED-Technologie. Unterstützung bietet Repower Gemeinden auch, wenn diese aktiv zur Energiewende beitragen möchten und das Label «Energiestadt» anstreben. Repower berät sie bei der Umsetzung und bietet Hand bei der Sensibilisierung und Kommunikation.

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White Labeling: Angebote von EVU zu EVU

Repower AG

Neben Dienstleistungen in den oben genannten Bereichen bietet Repower anderen Unternehmen auch White Labels an, also Produkte, welche diese unter ihrer eigenen Marke weiterverkaufen können. Dazu gehört das intelligente Ladenetzwerk Plug’n Roll, ein Angebot für Elektromobilität, das Repower entwickelt hat. EVU, die Plug’n Roll als White-Label-Lösung beziehen, können das fertige Elektromobilitätsprodukt in die Angebotspalette für ihre eigenen Kunden aufnehmen. Plug’n Roll umfasst Ladestationen für Elektrofahrzeuge und die dazugehörenden Services wie Inbetriebnahme, Instandhaltung und die Mitgliedschaft im Ladenetzwerk. Die Plug’n Roll-Kunden von Repower sind einerseits Elektrofahrzeugfahrer, die eine eigene Ladestation zu Hause möchten, andererseits Geschäftskunden wie Hotels, Restaurants und Gewerbetreibende, welche diesen Elektromobilitätsservice ihren Gästen zur Verfügung stellen möchten. Dazu kommen Gemeinden, die ein Zeichen für die nachhaltige Mobilität setzen und ihren Einwohnern diesen Service bieten wollen.

Repower ist ein international tätiges Schweizer Energieunternehmen mit Hauptsitz in Poschiavo (Graubünden) und weiteren Standorten in Landquart, Küblis, Ilanz, Bever, Zürich und Mailand. Die Gruppe ist von der Produktion über den Handel bis zum Vertrieb und zur Verteilung auf der ganzen Strom-Wertschöpfungskette tätig. Schlüsselmärkte sind die Schweiz und Italien. Von der Schweiz aus werden auch Grosskunden in Deutschland mit massgeschneiderten Energieprodukten beliefert. Repower beschäftigt rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu kommen rund 30 Lernende in der Schweiz sowie rund 600 Vertriebsberater in Italien. 2016 positionierte sich das Unternehmen neu und richtete sich auf erneuerbare Energien aus. Ausserdem bietet Repower anderen Energieversorgungsunternehmen Dienstleistungen in den Bereichen Produktions-, Netz- und Energiewirtschaft sowie Betriebsunterstützung und White Labeling an.

Die Energiezukunft ist erneuerbar

Nebst der verstärkten Serviceorientierung ist der Fokus auf erneuerbare Energien ein weiterer wichtiger Eckpfeiler in der strategischen Ausrichtung von Repower, und zwar sowohl in der Stromproduktion als auch im Verkauf. Repower wird in Zukunft ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen, wobei der Wasserkraft die Hauptrolle zukommt. Die Palette an Stromprodukten für Endkunden in der Grundversorgung ist bei Repower in der Schweiz vollständig erneuerbar: Aquapower, das zu 100 Prozent aus Schweizer Wasserkraft stammt, ist das Standardprodukt. Wer besonders viel Wert auf nachhaltige und einheimische Erzeugung legt, hat zusätzlich die Wahl zwischen den Produkten Purepower (100 Prozent zertifizierter Ökostrom aus den Schweizer Bergen) oder Solarpower (100 Prozent Sonnenenergie aus Graubünden). Mit der Konzentration auf erneuerbare Energien und ihren Angeboten für EVU, Grosskunden und Gemeinden orientiert sich Repower an der nationalen Energiestrategie und treibt die Energiewende voran. Ziel ist es, die Unternehmen mit konkurrenzfähigen Dienstleistungen und Produkten bei der Erreichung ihrer Nachhaltigkeits- und Effizienzziele zu unterstützen.

Luca Mautone Leiter Marketing und Kommunikation

Unsere Energie für Sie.

Repower AG Via da Clalt 307 7742 Poschiavo Tel. +41 81 839 7111 www.repower.com

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energiezukunft energiemanagement

Energiecontracting für Grossverbraucher

Gesamtlösungen rund um Energie Mit seinem breiten Produkteportfolio versteht sich Energie Wasser Bern als Gesamtenergiespezialist. Als solcher wollen wir unseren Kundinnen und Kunden Möglichkeiten für eine optimierte Energieversorgung aufzeigen. Denn eine nachhaltige Energiezukunft ist nicht ohne die aktive Einbindung der Bevölkerung und deren Bedürfnissen realisierbar. Entsprechend sind integrierte Gesamtlösungen und innovative Geschäftsmodelle gefragt. Wie diese im konkreten Fall aussehen können, zeigt das Beispiel eines Wohnblocks im Berner Stadtteil Bümpliz. Berner Referenzprojekt

Im Rahmen der Komplettsanierung der Liegenschaft an der Stapfenstrasse 45 in Bümpliz hat Energie Wasser Bern ein Referenzprojekt der dezentralen Strom- und Wärmeproduktion realisiert. Seither entspricht die Wärmebilanz des Gebäudes dem Minergie-Standard und der benötigte Strom wird mehrheitlich vor Ort produziert. Hierzu hat Energie Wasser Bern die Fassaden und das Dach des Wohnhauses mit Solarmodulen bestückt. Ein Novum ist die Verknüpfung der Stromerzeugung mit der Wärmeproduktion für Raumheizung und Warmwasseraufbereitung in einer einzigen, integrierten Energiedienstleistung: Eine im Dachgeschoss installierte Mikrogasturbine erzeugt zusätzlichen Strom und die nötige Heizwärme während der Wintermonate. Als Ergänzung dazu wird ein kondensierender, mit Erdgas befeuerter Heizkessel eingesetzt. In Kombination ermöglicht die moderne Anlage eine nachhaltige, teilautonome Energieversorgung des gesamten Gebäudes mit seinen 134 Wohneinheiten; Energieproduktion und -verbrauch des Wohnblocks halten sich in etwa die Waage. Energiecontracting als Sorglospaket

Die Lösung liegt im sogenannten Energiecontracting: Die komplette Anlage wird von Energie Wasser Bern geplant, finanziert, gebaut und während 20 bis 25 Jahren betrieben. Der Liegenschaftsbesitzer muss keine Investitionen tätigen, trägt weder Risiko

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energiezukunft energiemanagement

Energie Wasser Bern Als selbstständiges, öffentlich-rechtliches Unternehmen im Eigentum der Stadt Bern sorgt Energie Wasser Bern in der Stadt und in der Region Bern für modernes Leben und Arbeiten. Wir versorgen 70 000 Haushalte, 8000 kleine und mittlere Unternehmen sowie rund 100 Grosskunden zuverlässig mit Strom und Wärme, sauberem Wasser und Glasfaser-Internet. Zudem bieten wir kluge Lösungen für die individuelle Mobilität oder die dezentrale Energieproduktion und verwerten Kehricht zu wertvoller Energie. Auch als Energieproduzentin nimmt Energie Wasser Bern die Verantwortung für eine nachhaltige Energiezukunft wahr und setzt konsequent auf den Ausbau der Produktion und des Absatzes von erneuerbaren Energien.

Die dezentrale Wärme- und Stromproduktion des Gebäudes an der Stapfenstrasse 45 in Bümpliz ermöglicht eine teilautonome Energieversorgung der 134 Wohnungen.

noch Unterhaltskosten und wird zuverlässig mit günstiger, selbst produzierter Energie versorgt. Produktionsüberschüsse sowie Versorgungsengpässe gleicht Energie Wasser Bern über das eigene Stromnetz aus. Nach Ablauf der Vertragsdauer kümmert sich das Unternehmen um den Rückbau, eine allfällige Erneuerung oder es übergibt die Anlage an den Kunden. Die Verknüpfung von Strom und Wärme in einem einzigen integrierten Energiedienstleistungspaket ist eine Premiere. Mit der kombinierten Contractinglösung bietet Energie Wasser Bern an der Stapfenstrasse 45 aber eine ausgereifte Lösung der dezentralen Energieproduktion, die hoffentlich viele Nachahmer findet.

Fabian Baerlocher Leiter Gesamtenergiedienstleistungen Tel. +41 31 321 30 15 Fabian.baerlocher@ewb.ch

Attraktiv für Grossverbraucher

Ein Energiecontracting mit Energie Wasser Bern eignet sich sowohl für Grossverbraucher wie KMU, Immobiliengesellschaften und Generalunternehmen als auch für Architekten, Elektroinstallateure oder Dachdecker, die ihren Kunden abgerundete Gesamtlösungen präsentieren wollen. Auch Institutionen wie Spitäler, Pflegeheime oder Schulen können von den Energiedienstleistungspaketen profitieren.

Energie Wasser Bern Monbijoustrasse 11 3001 Bern Tel. +41 31 321 31 11

Weitere Informationen zum Energeicontracting von Energie Wasser Bern finden Sie unter ewb.ch.

info@ewb.ch www.ewb.ch

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international

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Unser Engagement: unsere Zukunft.


energiezukunft infrastruktur

Herausforderungen der solaren Wärme

Bild: Muellek Josef/Shutterstock.com

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energiezukunft infrastruktur

Das Potenzial der solaren Wärme für eine funktionierende Energiewende wird in der öffentlichen Wahrnehmung vielfach verkannt. Energiewende wird auf die Erzeugung von Strom reduziert, wobei ganz vergessen geht, dass Schweizer Haushalte über 80 Prozent der Endenergie als Wärme (Heizung und Warmwasser) konsumieren. Die sanfteste erneuerbare Energie

Solare Wärme ist mit Abstand die sanfteste erneuerbare Energie. Ganz offensichtlich ist dies bei guten, optimal nach Süden angeordneten Fenstern. Es gibt keinen besseren Kollektor als ein Fenster. Aber auch Sonnenkollektoren schneiden ganzheitlich betrachtet deutlich besser ab als alle anderen erneuerbaren Energien. Dies ist deshalb der Fall, weil bei der solaren Wärme keine Umwandlung in eine andere Energieform notwendig ist. Wärme wird mit sehr hohem Wirkungsgrad als Wärme erzeugt, als Wärme gespeichert und als Wärme in der Regel am Ort des Erzeugers konsumiert. Zur solaren Wärmenutzung können relativ problemlose Rohstoffe verwendet werden. Die Stoffe sind einfach rezyklierbar. Heizsysteme, bei welchen zuerst Strom gewonnen wird und dieser dann in der Heizung direkt oder mit einer Wärmepumpe und eventuell sogar mit einem Batteriespeicher wieder zu Wärme umgewandelt wird, stehen deutlich weniger gut da. Dieses Transportieren und Transformieren der Energie geschieht unter Inkaufnahme von hohen Verlusten und unter Verwendung von problematischeren Rohstoffen. Ökologische Steuerreform

Damit solarer Wärme breiter angewendet werden kann, müssen wir wegkommen von der derzeitigen marktverzerrenden Subventionspolitik und diese ersetzen durch eine grundlegende ökologische Steuerreform. Die Umwelt und die Rohstoffe gehören der Allgemeinheit, dem Armen und dem Reichen zu genau gleichen Teilen. Wer die Umwelt belastet, wer Rohstoffe braucht, der bezahlt die allgemeinen Kosten wie Altersvorsorge, Krankenvorsorge, Invalidenversicherung, Bildungswesen und sonstige Staatsaufgaben. Energie und Rohstoffe werden dadurch teurer, dafür werden andere Steuern und Abgaben gesenkt bis aufgehoben. Innerhalb des abgesteckten Rahmens führt dies nach den Prinzipien des freien Wettbewerbes automatisch zu sinkendem Verbrauch von Energie und macht erneuerbare Energien ganz grundsätzlich wettbewerbsfähiger.

Josef Jenni, El. Ing. HTL, ist Gründer und Geschäftsführer der Jenni Energietechnik AG sowie Autor diverser Fachbücher. Das von ihm und seiner Firma entwickelte Solarsystem Jenni sowie die in Burgdorf produzierten Swiss Solartanks setzen international Massstäbe für effiziente Sonnenenergie-Anlagen. www.jenni.ch

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energiezukunft infrastruktur

IBAarau zur Energiewende auf Kurs

Innovativ, nachhaltig, ökologisch Das Ziel einer Versorgung der Schweiz mit erneuerbarer Energie, verbunden mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und massiver Reduktion des CO2-Ausstosses, ist langfristig machbar und unter Einsatz marktwirtschaftlicher Instrumente auch finanzierbar. Diese Überzeugung vertreten IBAarau AG und weitere 21 Stadtwerke, die sich zum Stadtwerkeverbund Swisspower zusammengeschlossen haben. IBAarau unterstützt eine nachhaltige Energieversorgung und trägt ihren Anteil zur Energiewende mit zahlreichen Projekten und Massnahmen bei. Schweizweit einzigartiges Fernenergienetz Pilotprojekt: Zu Wasserstoff umgewandelter Wasserstrom aus dem IBAarau Aarekraftwerk wird in Flaschentanks gespeichert und abtransportiert.

Innovativ: Die neue Energiezentrale Torfeld von IBAarau, die nebst Wärme auch Kälte erzeugt

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IBAarau hat mit dem Energieverbund Kasino und mit der im Mai 2016 eingeweihten, neu gebauten Energiezentrale Torfeld zwei innovative Fernenergienetze in Betrieb genommen, die nicht nur Wärme, sondern auch Kälte liefern. Das neuartige System ist besonders energieeffizient und ermöglicht die sommerliche Gebäudekühlung. Die Energiezentrale Torfeld ist mit ihrer Grösse und der zusätzlichen Kälteerzeugung für öffentliche und private Gebäude einzigartig in der Schweiz. Hinter dem neuartigen Fernkälteangebot steht die Überlegung, dass es im Sommer zunehmend schwierig wird, die Hitze aus den gut gedämmten Neubauten abzuführen. Zwar sind die Decken vieler moderner Bürobauten, Supermärkte und Kinos inzwischen mit Kühlelementen bestückt, in denen kaltes Wasser zirkuliert. Diese gebäudeinternen Kaltwasserkreisläufe müssen aber mit teurem Strom gekühlt werden. Die Fernkälte stellt im Vergleich dazu eine sehr attraktive, günstige Alternative dar.


energiezukunft infrastruktur

Doppelte Effizienz: Biogasanlage in Inwil, an der IBAarau beteiligt ist, mit Photovoltaikpanels

Sie eignet sich unter anderem insbesondere für die Kühlung von Büro- und Serverräumen. Durch die zentrale Wärme- und Kälteerzeugung kann zudem die erneuerbare Energie aus dem Grundwasser am effizientesten genutzt werden. Mit dem Ausbau der Fernwärme und Fernkälte wird in gut zehn Jahren ein Viertel der benötigten Heizungswärme in Aarau aus erneuerbarer Energie produziert werden.

IBAarau AG Die IBAarau Gruppe ist ein regional verankertes Energie-Dienstleistungsunternehmen mit Sitz in Aarau. Das Unternehmen bietet breite Versorgungs- und Installationsdienstleistungen, die der Region mit rund 30 Gemein-

Erneuerung Wasserkraftwerk

den langfristig Versorgungssicherheit und

Des Weiteren plant IBAarau die Erneuerung ihres Wasserkraftwerkes an der Aare und den Bau von sechs Kleinwasserkraftwerken an der Suhre. Mit Investitionen in Windparks der Swisspower Renewables AG, an welcher IBAarau beteiligt ist, sowie in grössere Photovoltaikanlagen im Versorgungsgebiet hat IBAarau weitere wichtige Beiträge für den Umbau der Energieproduktion geleistet.

Wertschöpfung bringen. Das Angebot umfasst unter anderem Strom, Erdgas, Wärme/ Kälte, Wasser, Telekommunikation und Energiedienstleistungen. Als starkes Standbein gehört ferner der Geschäftszweig Elektroinstallationen dazu, der über ein

Biogas als Brenn- und Treibstoff

grosses Photovoltaik-Knowhow verfügt.

IBAarau engagiert sich auch im Bereich Erdgas/Biogas. Sie ist beteiligt an zwei Biogasanlagen. Jene in Inwil stellt Biogas her aus Grüngut, die andere in der ARA Reinach aus mikrobiologischen Abbauprozessen. Das gewonnene Rohgas wird anschliessend zu Erdgasqualität aufbereitet und ins Erdgasnetz einspeist. IBAarau Erdgaskunden können frei wählen, welchen Biogasanteil sie dem Erdgas beigemischt haben möchten.

Die IBAarau beschäftigt mehr als 300 Mitarbeitende und bildet über 50 Lernende aus.

Ferner fördert IBAarau das umweltfreundliche Autofahren mit Erdgas/Biogas. Sie betreibt drei eigene Erdgastankstellen, bei welchen dem Erdgas 20 Prozent Biogas beigemischt sind. Hier ist ein Biogasupgrade bis zu 100 Prozent in Form von Zertifikaten möglich. IBAarau als Innovationsmotor für Wasserstoffproduktion

Seit November 2016 produziert H2 Energy AG beim Wasserkraftwerk von IBAarau den umweltfreundlichen Energieträger Wasserstoff. Diesen liefert sie mittels Tankwagen nach Hunzenschwil, wo Coop Mineraloel AG die erste Wasserstofftankstelle der Schweiz betreibt. Coop betankt dort seine Wasserstofffahrzeug-Flotte, die vorerst Wasserstofflastwagen sowie zwölf Wasserstoffautos umfasst. Produktion von Wasserstoff stellt eine interessante Alternative zur bisherigen Verwendung des im IBAarau Wasserkraftwerk erzeugten Stromes dar. Anstatt den produzierten Strom ins Netz einzuspeisen, wo witterungsabhängig zunehmend Strom aus dezentralen Produktionsanlagen eingespeist wird, kann dieser mit dem Elektrolyseverfahren in Wasserstoff umgewandelt werden. Das heisst, dass Wasser mit Energie aus dem Laufwasserkraftwerk in seine Bestandteile Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) aufgespalten wird: Die Elektrolyse am Laufwasserkraftwerk in Aarau findet vor allem dann statt, wenn die Nachfrage nach Strom im Netz gering ist. Bei der Produktion des Wasserstoffs werden weder CO2 noch andere Schadstoffe ausgestossen. Und auch beim Fahren mit Wasserstoff-Fahrzeugen strömt einzig Wasserdampf aus dem Auspuff.

Dr. Hans-Kaspar Scherrer Vorsitzender der Geschäftsleitung IBAarau AG

IBAarau AG Obere Vorstadt 37 Postfach, 5001 Aarau Tel. +41 62 835 00 10 info@ibaarau.ch www.ibaarau.ch Partner von Swisspower

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Messe für Bauen Wohnen und Garten

Quelle: MartyDesignHaus

5. – 8.10.2017 Messe Luzern Do – So 10 – 18

www.bauen-wohnen.ch


Besuchen Sie

die Zukunft. Die Zukunft ist näher als Sie denken. In der Umwelt Arena Spreitenbach entdecken Sie die vielfältigsten Umwelt themen von ihrer spannendsten Seite: interaktiv werden Sie durch die Ausstellung geführt und lernen spielerisch die nachhaltigsten Energien der Zukunft kennen. Themenführungen, Indoor- und Outdoor Parcours für Testfahrten, Räumlichkeiten für Events: 056 418 13 00 www.umweltarena.ch

Patronat: Kanton Aargau. Mit Unterstützung der W. Schmid Projekte AG. Hauptpartner:


energiezukunft mobilität

PostAuto blickt in die Zukunft

Bild: PostAuto

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energiezukunft mobilität

Die Mobilität muss sich verändern und nachhaltiger werden. Denn die Signale sind deutlich: Die fossilen Treibstoffe, die wir heute noch grösstenteils einsetzen, sind endlich und tragen wesentlich zur Klimaerwärmung bei. Zudem stellt sich die Frage, wie man die Mobilität künftig intelligenter steuern kann, gelangen doch Städte und Agglomerationen an Kapazitätsgrenzen. Nicht nur die Züge sind zu Spitzenzeiten stark ausgelastet, auch der Strassenraum kann nicht noch mehr Verkehr schlucken. Nun bietet die Digitalisierung neue Möglichkeiten in Bezug auf die Mobilität. Stichworte sind intelligente Routenplaner, Sharing-Ökonomie und autonome Fahrzeuge. Umfassender Mobilitätsanbieter

PostAuto hat die Trends erkannt und wandelt sich deshalb vom herkömmlichen Transportunternehmen zum umfassenden Mobilitätsanbieter. Damit bleibt PostAuto ein verlässlicher Partner der Kantone, um den regionalen Personenverkehr abzuwickeln, und öffnet sich zugleich für Gemeinden und Unternehmen, die ihre Mobilität neu ausrichten wollen. PostAuto bietet dabei ganze Mobilitätspakete an, die von der Mobilitätsberatung über die Planung bis zum Betrieb reichen. Gerade das immense Interesse am SmartShuttle-Projekt in Sion zeigt, dass sich viele grössere Unternehmen Gedanken machen, wie sie die Mobilität ihrer Angestellten neu organisieren könnten. Die autonomen Fahrzeuge sind eine gute Möglichkeit, um sich auf grossen Firmengeländen bequem fortzubewegen. SmartShuttles sind auch eine interessante Mobilitätsform für Tourismusorte, Freizeitparks oder Flughäfen. Ist ein Interesse vorhanden, so bietet PostAuto als ersten Schritt eine Mobilitätsberatung an, um gemeinsam mit den Kunden die Bedürfnisse abzuklären. Autonome Fahrzeuge werden in einer ersten Phase noch auf vorgängig definierten Routen unterwegs sein. Schon heute bietet PostAuto aber Lösungen an für die alltäglichen Mobilitätsbedürfnisse der Menschen und macht sich dabei die digitalen Möglichkeiten zunutze. Intelligente Routenplaner, sogenannte Mobilitätsplattformen, sorgen dafür, dass die Kunden auswählen können, welches das im Moment geeignete Mittel ist, um von A nach B zu gelangen. Das kann der öffentliche Verkehr, das eigene Auto, ein Velo oder ein Sharing-Angebot sein. Weil immer mehr Menschen auf ein eigenes Auto verzichten, wird sich der Sharing-Gedanke weiter ausbreiten. PostAuto hat mit dem Angebot PubliRide dafür eine digitale Plattform für Mitfahrgelegenheiten entwickelt. Von dieser können nicht nur Regionen profitieren, sondern auch grosse Firmen, die den Arbeitsweg ihrer Angestellten im Auge haben und bei der Anzahl der Parkplätze limitiert sind. Die Mobilität der Zukunft hat begonnen, erste Trends zeichnen sich ab. PostAuto ist von Anfang an dabei, wenn es darum geht, aus Trends umsetzbare Lösungen zu machen.

Roman Cueni ist Leiter Mobilitätslösungen und Mitglied der Geschäftsleitung PostAuto Schweiz AG.

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Heute an morgen denken. Nachhaltige E-Mobilität beginnt bereits beim Bau. Wer die Weichen heute richtig stellt, ist für die Mobilität der nahen Zukunft bereit. Den späteren Einbau von E-Ladestationen schon bei der Bauplanung zu berücksichtigen, bedeutet Weitblick und Kostenersparnis. Lassen Sie sich von einem der rund 200 zertifizierten Elektroinstallateure beraten – sie haben unsere EM e-mobility Schulung zur Förderung der E-Mobilität erfolgreich absolviert und können Ihre Fragen kompetent beantworten. Zudem profitieren Sie von einer kundenorientierten Produktgarantie mit Soforthilfe. Denn die Zukunft beginnt schon heute. Und hier: e-m.info/052


energiezukunft mobilität

Elektro-Material AG

EM e-mobility – Platz für die Zukunft Der Blick in die Zukunft mag vieles verheissen – die eine Entwicklung könnte sich ergeben, die andere hätte man gerne. Wenn es aber um die Elektromobilität geht, dann lautet die Frage nicht, ob, sondern wie schnell sich E-Mobilität etablieren und den altehrwürdigen Verbrennungsmotor teilweise verdrängen wird.

Gratis Strom tanken bei EM – schweizweit

Unternehmensprofil Elektro-Material AG mit Hauptsitz in Zürich

Als führendes Elektrogrosshandelsunternehmen der Schweizer Elektrobranche verfolgt EM die Marktentwicklung und identifiziert frühzeitig, welche Trends sich für die Elektrobranche anbahnen. Mit EM e-mobility wurde ein Programm auf die Beine gestellt, mit dem sich jeder Elektroinstallateur fit für die Anforderungen der Elektromobilität von heute und morgen machen kann.

ist Schweizer Marktführerin im Elektrogrosshandel. Mit neun Niederlassungen in den Regionen Basel, Bern, Genf, Heiden, Lausanne, Lugano, Luzern, Sion sowie Zürich ist EM schweizweit vertreten und beschäftigt rund 700 Mitarbeitende. Sie führt über

Die Zukunft beginnt heute

50 000 Artikel in neun Lagern. Im Jahr 2014

Für einen realistischen Ausblick auf künftige Entwicklungen verlässt man sich bei EM auf den derzeitigen Stand der Technik sowie die anstehenden Innovationen, auf die bereits weit fortgeschrittene Digitalisierung und ganz besonders auf die gesellschaftlichen Trends: ausgeprägtes Umweltbewusstsein, Umgang mit nicht erneuerbaren Ressourcen, Favorisierung von alternativen Energiequellen, Ausschöpfung von Energiesparpotenzialen usw. Der Fingerzeig der Gesellschaft ist unmissverständlich: Elektrik und Elektronik bestimmen die Mobilität der Zukunft und mit der Elektromobilität rückt unweigerlich auch der Elektroinstallateur ins Rampenlicht.

übernahm EM die Firma Elevite, die als EM Elevite Lichtkompetenzzentrum für innovative Beleuchtungslösungen agiert. EM gehört zur Rexel Gruppe, Paris, einem weltweit führenden Grosshandelsunternehmen für Elektroteile und Elektrobedarf mit über 2100 Niederlassungen in 35 Ländern und insgesamt 28 000 Mitarbeitenden sowie einem Umsatz von 13,5 Milliarden Euro im Jahr 2015.

Rund 200 zertifizierte Experten in der Schweiz

Schon viele Elektroinstallateure in der Schweiz sind auf den Kundenwunsch vorbereitet, ein Elektroauto zu Hause oder im Betrieb aufladen zu können. EM führt in der ganzen Schweiz umfassende EM e-mobility-Schulungen durch und zertifiziert Installateure. Die Schulung vermittelt Elektroinstallateuren ein umfassendes, praxisnahes und aktuelles Know-how rund um die Elektromobilität. Diese Elektroinstallateure sind Profis für E-Mobilität: Sie wissen, worauf es ankommt, wenn eine Ladestation für Elektroautos installiert werden soll. Gemeinsam mit EM bieten sie für den privaten, halböffentlichen und öffentlichen Bereich sowohl Ladestationen für Elektrofahrzeuge als auch passendes Zubehör für die Ergänzung einer neuen oder bestehenden Installation. Zudem profitiert man bei EM und den E-Mobilitätsspezialisten von einer kundenorientierten Produktgarantie und Soforthilfe im Falle eines Falles. Hier finden Sie den E-Mobilitätsspezialisten in Ihrer Nähe: e-m.info/052 Elektro-Material AG Heinrichstrasse 200 8005 Zürich Tel. +41 44 278 11 11 Fax +41 44 278 11 91 e-mobility@elektro-material.ch www.elektro-material.ch

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energiezukunft mobilität

Bei Energie und Mobilität

konkret handeln Energie 360° Energie 360° engagiert sich mit rund 220 Mitarbeitenden für den zukunftsorientierten Umgang mit Energie. Mit umweltfreundlichen Energieträgern, massgeschneiderten Energiedienstleistungen

Reden reicht nicht, wenn es um die Energiezukunft geht. Energie 360° ist überzeugt: Bei Energie und Mobilität zählt jetzt konkretes Handeln. Deshalb hat sich Energie 360° zusammen mit den Kundinnen und Kunden längst auf den Weg gemacht. Gemeinsam realisieren sie innovative und gleichzeitig pragmatische Lösungen, um die erneuerbaren Energien voranzubringen und die Energieeffizienz zu steigern. Denn worauf es ankommt, ist die Wirkung.

und smarten Innovationen realisiert das Unternehmen gemeinsam mit seinen Kundinnen und Kunden konkrete Schritte auf dem Weg in eine sinnvolle Energiezukunft.

Die zukunftsfähigen Technologien dafür sind längst vorhanden. Energie 360° ermöglicht Privatkunden, Firmen, Gemeinden und Energieversorgern, sie zu nutzen – immer perfekt auf die individuelle Situation abgestimmt. Damit sich die gewählte Lösung bewährt, muss sie nicht nur ökologisch, sondern auch alltagstauglich und wirtschaftlich sein. Erst dann gelingt es dauerhaft, den Umgang mit Energie zu optimieren und stärker auf erneuerbare Energien zu setzen. Innovative Wärmelösungen

Energie 360° setzt innovative Ideen im Wärmebereich, zum Beispiel im aargauischen Rothrist um. Für die neue Überbauung «Breitenpark», die Wohnungen und Läden umfasst, fanden die Fachleute von Energie 360° mit einer reversiblen Luft-WasserWärmepumpe eine massgeschneiderte Lösung: Im Winter produziert das System Heizwärme und Warmwasser, im Sommer Kälte zum Kühlen der Ladenflächen. Um die Effizienz zusätzlich zu steigern, nutzt die Anlage während der Sommermonate die Abwärme aus der Kälteerzeugung fürs Warmwasser. Im Vergleich mit einer ölbetriebenen Anlage spart die ausgeklügelte Heizzentrale jährlich etwa 160 Tonnen CO2 ein. Aus Strom wird erneuerbares Gas

Je mehr der Anteil der erneuerbaren Energien steigt, desto wichtiger werden Energiespeicher. Denn Sonne, Wind und Kleinwasserkraft liefern ihre Energie stochastisch, also mit Schwankungen. Das Gasnetz dient dabei als Problemlöser. Mithilfe der Power-to-Gas-Technologie lassen sich überschüssiger Strom und CO2 in erneuerbares Gas umwandeln und so ins Gasnetz einspeisen.

Die effiziente Heizzentrale im Breitenpark spart jährlich im Vergleich mit einer ölbetriebenen Anlage rund 160 Tonnen CO2 ein.


energiezukunft mobilität

Auch während des Betriebs der Power-to-Gas-Anlage werden die Wissenschaftler dem Wirbelschichtreaktor Katalysatorteilchen entnehmen können und diese untersuchen.

Energie 360° und das Paul Scherrer Institut wenden das Verfahren in einem gemeinsamen Projekt an. Das benötigte CO2 gewinnen sie aus dem Roh-Biogas der Zürcher Biogas-Aufbereitungsanlage Werdhölzli. Dadurch kombinieren sie zwei Technologien mit grossem Potenzial. Das Ergebnis: Energie aus erneuerbarem Strom lässt sich speichern, CO2 wird in einen zusätzlichen Kreislauf eingebunden und es entsteht in der Schweiz erzeugtes, erneuerbares Gas. Klimafreundlich unterwegs

Erdgas/Biogas lässt sich heute schon unter anderem zum Autofahren verwenden. Energie 360° geht mit gutem Beispiel voran. Die Firmenflotte besteht vorwiegend aus Erdgas/Biogas-Autos, die dank 100 Prozent Biogas als Treibstoff CO2-neutral unterwegs sind. Mit einem frei wählbaren Biogas-Anteil – bequem im Online-Shop zu bestellen – macht es Energie 360° auch den Kundinnen und Kunden leicht, klimafreundlich Auto zu fahren. An bestimmten Erdgas/Biogas-Tankstellen von Energie 360° lässt sich der Biogas-Anteil sogar per Knopfdruck auf 50 oder 100 Prozent erhöhen. Durch Förderbeiträge, Flottenberatungen und Händlerschulungen trägt Energie 360° dazu bei, dass sich immer mehr Autofahrerinnen und -fahrer für ein Erdgas/ Biogas-Auto entscheiden.

Bei der Ladestation am Hauptsitz von Energie 360° in Zürich tankt man ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energien.

Gleichzeitig engagiert sich Energie 360° für die Elektromobilität, weil sie genau wie Erdgas/Biogas als Treibstoff mit vielen Vorteilen punktet. Elektroautos erreichen durch ihre hohe Energieeffizienz eine hervorragende Ökobilanz – sofern sie mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Deshalb sorgt Energie 360° dafür, dass die Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos an immer mehr Orten in der Schweiz zertifizierten Ökostrom tanken können. Auch 2017 wird das Unternehmen weitere öffentliche Ladestationen in Betrieb nehmen. Integriert sind sie ins offene Netzwerk von swisscharge.ch. Das Zugangs- und Abrechnungssystem umfasst praktische Funktionen wie Echtzeitinfos zu den verfügbaren Stationen, Reservierung und Zahlung per App. Auf neue Bedürfnisse eingehen

Weil Elektroautos immer langstreckentauglicher werden und sich vom Zweit- zum Erstauto entwickeln, steigt das Bedürfnis der Fahrerinnen und Fahrer nach Schnellladestationen. Da ist es nur konsequent, dass Energie 360° anfangs 2017 die erste Schnellladestation auf einer Autobahnraststätte baut. Sie gehört zu den vielen Projekten, bei denen Energie 360° gemeinsam mit Ihren Kundinnen und Kunden Lösungen der Zukunft schon heute umsetzt.

Energie 360° AG Aargauerstrasse 182, Postfach 805 8010 Zürich Tel. +41 43 317 22 22 info@energie360.ch www.energie360.ch

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energiezukunft mobilität

Gasbranche setzt auf Biogas

Chance auch für Landwirte In der Schweiz steigt die Nachfrage nach Biogas stark an. In Kombination mit Erdgas wird der erneuerbare Energieträger nicht nur als Treibstoff, sondern immer mehr auch zum Heizen eingesetzt. Davon könnte die Landwirtschaft profitieren. Biogas, eine erneuerbare und CO2-freie Energie aus natürlichen Abfallstoffen, wird in der Schweiz immer beliebter. Biogas besteht wie Erdgas im Wesentlichen aus Methan. 2015 konnten in der Schweiz 262 GWh Biogas ins Netz eingespeist werden; das ist fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Da das Angebot im Inland begrenzt ist, wird es auch aus den Nachbarländern importiert. Immer mehr lokale Gasversorger bieten Erdgas zum Heizen mit unterschiedlichen Biogas-Anteilen an, die dem Kunden zur Auswahl stehen. Es gibt auch Gasversorger, die dem Erdgas einen festen Biogas-Anteil beimischen. Wer Biogas nutzt, leistet auf jeden Fall einen aktiven Beitrag zur Förderung der erneuerbaren Energien und zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Die Schweizer Gasversorger gehören zu den Pionieren der Biogas-Einspeisung und -Vermarktung. Der Anteil des verkauften Biogases wird in den nächsten Jahren noch weiter steigen. Was oft vergessen geht: Durch die Einspeisung von Biogas ins Netz erreicht man einen höheren Gesamtwirkungsgrad als bei der Biogas-Verstromung. Förderfonds unterstützt neue Projeke

An der Biogas-Anlage der Swiss Farmer Power AG in Inwil im Kanton Luzern sind

Foto: Swiss Farmer Power Inwil AG

über 70 Landwirte der Region beteiligt.

Biogas hat als erneuerbare Energie grosses Potenzial; kombiniert mit Erdgas und anderen erneuerbaren Gasen kann es einen wichtigen Beitrag leisten, die Energie- und Klimaziele des Bundes umzusetzen. Bereits 2010 hat die Gaswirtschaft einen Förderfonds ins Leben gerufen, in den die lokalen Versorger jährlich rund 3 Millionen Franken einzahlen. Damit werden Investitionen in neue Produktionsanlagen sowie die Einspeisung und der Transport im Netz unterstützt. Gefördert wird nur Biogas, das die Qualitätsanforderungen des Bundes und des Verbands der Schweizerischen Gasindustrie

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energiezukunft mobilität

VSG erfüllt, also ökologisch und ethisch einwandfreies Biogas aus Abfällen und Reststoffen, nicht aber aus Nahrungsmitteln oder speziell angebauten Energiepflanzen.

Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG Der Verband der Schweizerischen Gasindus-

Zurzeit gibt es in der Schweiz 25 Anlagen, die Biogas produzieren. Ein bedeutender Player im Schweizer Biogasmarkt ist die Swiss Farmer Power Inwil AG im Kanton Luzern, an der neben verschiedenen Versorgungsunternehmen auch über 70 Landwirte beteiligt sind. Jährlich werden hier rund 25 GWh Biogas aus organischen Reststoffen wie Grünabfälle, Speisereste, Gülle und Mist produziert. Neben dem Gas werden auch Flüssigdünger und Bodenverbesserer hergestellt, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau zur Düngung und Humusbildung beitragen.

trie VSG vertritt national und international die branchen- und energiepolitischen Interessen der Schweizer Erdgas-/Biogas-Wirtschaft. Im 1920 gegründeten Verband sind rund 90 Gasversorgungsunternehmen zusammengeschlossen, die sich mehrheitlich in öffentlicher Hand befinden. Der VSG unterstützt seine Mitglieder in den Bereichen Politik, Marketing,

Für die Landwirtschaft interessant

Ausbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Der

Während andernorts in der Schweiz um das knappe Gut Biomasse gerungen wird, hat man im Landwirtschaftskanton Luzern auf Zusammenarbeit gesetzt, um eine kritische Grösse zu erreichen. Dies ist auch einer der Gründe, weshalb die Anlage den Watt-d’Or-Preis erhalten hat, mit dem das Bundesamt für Energie jährlich die besten Energieprojekte auszeichnet. Tatsächlich handelt es sich hier um eine wegweisende Initiative: Die Nachfrage nach einheimischem Biogas ist ungebremst und für die Landwirtschaft ergibt sich eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Ausnutzung des Energie- und Düngerpotenzials der Biomasse.

Verband hat seinen Sitz in Zürich und verfügt über eine Niederlassung in Lausanne.

Klimafreundlich fahren mit Gas Gasfahrzeuge sind in der Schweiz mit einem Biogas-Anteil von mindestens 10 Prozent unterwegs. Mit Erdgas/Biogas betriebene Fahrzeuge stossen nicht nur weniger CO2 aus als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotoren, sondern emittieren auch viel weniger umwelt- und gesundheitsbelastende Schadstoffe wie Feinstaub oder Stickoxide. Diese sind besonders problematisch im Zusammenhang mit der Ozonbildung im Sommer. Die aktuelle Auto-Umweltliste des Verkehr-Clubs der Schweiz (VCS) bestätigt die Klimafreundlichkeit von Gasfahrzeugen. Läuft auch mit Benzin Ein Gasauto fährt mit einem herkömmlichen Ottomotor. Fahrer und Passagiere merken auf der Fahrt keinen Unterschied gegenüber einem mit Benzin angetriebenen Fahrzeug. Der Motor ist bivalent angelegt – das heisst, er kann mit Erdgas/Biogas und mit Benzin betrieben werden. Wenn der Gastank leer gefahren ist, schaltet das System automatisch auf Benzin um; der Fahrer merkt davon nichts. Die Mobilität ist also jederzeit gewährleistet, auch wenn gerade einmal keine Gastankstelle in der Nähe sein sollte. Dank moderner Turbomotoren mit hohem Drehmoment überzeugen Gasautos auch durch ihre Leistung. Ein Auto, das mit Erdgas/Biogas und Benzin angetrieben wird, hat eine Reichweite von 600 bis 1400 Kilometer. Die Betankung mit Gas ist völlig unkompliziert und sicher. Der Anschluss für das Druckventil, wo das Gas eingefüllt wird, befindet sich neben dem Benzin-Einfüllstutzen hinter der Tankklappe.

Foto: Audi

Grosses Sparpotenzial Die Treibstoffkosten für ein Gasauto liegen im Schweizer Durchschnitt rund 25 Prozent tiefer als für ein vergleichbares Benzin- oder Dieselauto. Das liegt unter anderem daran, dass der Bund klimafreundliche Treibstoffe durch finanzielle Anreize fördert. So ist die Mineralölsteuer auf Erdgas-Treibstoff reduziert und Biogas ist ganz von der Mineralölsteuer befreit. Zudem unterstützen viele Erdgasversorgungsunternehmen Käufer von Gasfahrzeugen und in einigen Kantonen ist die Motorfahrzeugsteuer für umweltschonende Fahrzeuge reduziert oder wird gar erlassen. Dies alles ermöglicht ein bedeutendes Sparpotenzial. Läuft klima- und umweltschonend mit Erdgas und Biogas oder bei Bedarf auch mit Benzin: Audi A3 g-tron.

Thomas Hegglin Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG

Verband der Schweizerischen Gasindustrie VSG Grütlistrasse 44, 8027 Zürich Tel. +41 44 288 31 31 Fax +41 44 202 18 34 vsg@erdgas.ch www.erdgas.ch

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energiezukunft ausbildung

Millionen neuer Jobs

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energiezukunft ausbildung

Kompetenzen für Energiewende, nachhaltigen Städtebau, Biodiversitätsmanagement, soziale Kohäsion und Schuldenabbau werden auf dem Arbeitsmarkt gefragt sein wie noch nie. Das entsprechende Stellenangebot ist kräftig am Wachsen. Es bietet Karriere gekoppelt mit Sinnstiftung für die Y-Generation. Wissen und Kompetenz generieren

Wissen und Kompetenz sind wichtiger als Geld, Materie und Energie. Denn Innovationskraft kann Engpässe beim Geld, bei der Materie und der Energie überwinden. Der wirklich bedeutende Engpass der Zukunft ist das Unvermögen, Wissen und Kompetenz zu generieren. Passé die Situation der vergangenen 60 Jahre – als das geopolitische und weltwirtschaftliche Umfeld über Jahrzehnte hinweg stabil war und Berufskarrieren ohne Brüche verliefen. Heute taucht über Nacht ein Unternehmen wie Airbnb oder Uber auf und wälzt ganze Branchen um. Disruptive Entwicklungen überraschen uns: Grösster globaler Ölproduzent ist neu die USA, die mächtigsten Motoren der Weltwirtschaft sind Städte wie Kumasi, Surat und Foshan. Digitalisierung und Sharingeconomy dynamisieren die Arbeitswelt. Berufsleute müssen grosse Veränderungen im Umfeld antizipieren und damit klarkommen. Führungskräfte von morgen denken in Szenarien, entwickeln Nachhaltigkeits-Strategien, überwinden Dilemmata. Gestaltungskompetenz ist das Schlüsselwort. Entwicklungen auf den globalen Cleantech-Märkten sind erstaunlich. Costa Rica setzt bei der Stromversorgung auf 100 Prozent Erneuerbare, Marokko will mit dem grössten Solarkraftwerk der Welt eine Million Menschen versorgen, Skandinavien verabschiedet sich von der Ölheizung. Grosses Arbeitsplatz-Potenzial

Bei uns entstehen neue Berufe wie der nachhaltige Anlageberater, der Solarinstallateur, der Recyclist oder der Mobilitätsmanager. Die UNO schätzt das Potenzial umweltbezogener Arbeitsplätze auf fünf bis zehn Millionen. In der Schweiz sind es 160 000 und der WWF prognostiziert Zigtausend gut honorierte neue Stellen vor allem in der Baubranche und der Energiewirtschaft. Die Zeiten sind vorbei, als es galt, sich zu entscheiden, an der beruflichen Karriere zu arbeiten und Geld zu verdienen oder einer sinnstiftenden Arbeit mit philantropischem Touch nachzugehen. Greenjobs bieten beides. Das Profil gesuchter Talente wandelt sich allerdings radikal, vom einst oftmals ideologisch argumentierenden, dogmatischen und belehrenden Angehörigen der Heilsarmee des Artenschutzes hin zur visionären, innovativen, professionellen und kommunikativen Person mit fundierten Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen im ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Bereich.

Peter Lehmann ist Gründer und CEO sanu ag | kompetenz nachhaltige entwicklung. sanu ag bietet Bildung und Beratung im Nachhaltigkeitsbereich an. Der Bildungsführer Umwelt und Nachhaltige Entwicklung gibt einen Überblick über 300 Aus- und Weiterbildungen in der Schweiz und im angrenzenden Ausland. www.sanu.ch/de/Shop

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energiezukunft ausbildung

Vorbereitet auf

Energiewandel – dank Ausbildung «Energie ist ein Thema, welches die Menschheit in Zukunft noch viel mehr beschäftigen wird. Die begrenzte Vorkommen fossiler Energieträger und die zunehmende Umweltbelastung erfordern es, Energie nur noch sparsam zu nutzen. Gefragt sind dafür intelligente Konzepte mit einem ganzheitlichen Ansatz.» Zitat Dr. Daniel Gstöhl, Studiengangleiter MAS (Master of Advanced Studies) Energiesysteme an der NTB Buchs.

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Mit dem Wandel der Energieversorgung, wie einer Veränderung von zentral zu dezentral und einer Veränderung des Energiemixes, verändern sich auch die Aufgaben und benötigten Kompetenzen im Energiebereich. Es entstehen neue Aufgaben, u.a. geprägt durch Informatik (Internet of Thinigs IoT und Industrie 4.0). Die klassische Energietechnik wird erweitert durch eine «System»-Sicht. Es entstehen neue Berufsbilder und neue Unternehmen. Die Weiterbildung soll auf diese Veränderungen vorbreiten. Mit der Aktualisierung des seit 2007 erfolgreichen Master-Programms «MAS-Energiesysteme» bietet die NTB Interstaatliche Hochschule für Technik in Buchs eine zukunftsorientierte Ausbildung, basierend auf der langjährigen Tradition einer fundierten Ingenieurausbildung. Mit einem starken Praxisteil wird die Lücke zwischen Energieforschung und dem umsetzenden Handwerk geschlossen. Der Master-Studiengang ist aus mehreren CAS Kursen aufgebaut. Abschluss CAS

Interessierten stehen vier Zertifikatskurse CAS (Certificate of Advanced Studies) – Kurse zur Verfügung, die unabhängig voneinander besucht werden können. Nach erfolgreichem Abschluss eines Kurses erhalten die Studierenden das «Certificate of Advanced Studies FHO» (CAS), das 12 ECTS Punkte umfasst.


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Der CAS Erneuerbare Energien, bietet einen Überblick über erneuerbare Energieproduktion und deren effiziente Nutzung. Der im Frühjahr 2017 startende CAS Speicher/Netze/PV geht auf den Umbruch zu dezentraler Elektrizitätsversorgung durch die vermehrte Integration erneuerbarer Energiequellen ein und vermittelt die aktuelle Herausforderung wie Eigenverbrauchs-Optimierung von Photovoltaikanlagen in der Praxis. Der Studiengang MAS Energiesysteme wurde neu um den CAS Energie und Wirtschaft erweitert. In diesem Kurs werden Instrumente aus der Management Lehre für den aktiven Ingenieur vermittelt. Dies ermöglicht den Teilnehmern eine erfolgreiche Beratung und Umsetzung von Energieprojekten.

NTB Buchs Die INTERSTAATLICHE HOCHSCHULE FÜR TECHNIK BUCHS NTB bildet seit 40 Jahren Technik-Ingenieure aus. Sie ist dynamisch und marktorientiert. Mehr als 3200 Absol-

Der CAS Wärmepumpen/Kältetechnik gehört zum festen Bestandteil des MAS Energiesysteme, da diese Technologie auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zum effizienten Umgang mit darstellen wird. Angewandte Forschung diesem Bereich ist die Kernkompetenz des Instituts für Energiesysteme und zudem ist in der NTB ist der Sitz des führenden Prüfzentrums für Wärmepumpen WPZ.

ventinnen und Absolventen sind als auf dem Arbeitsmarkt begehrte NTB-Ingenieure tätig. Studierende können an der NTB folgende Abschlüsse erwerben • Bachelor of Science FHO in Systemtechnik • Master of Science FHO in Engineering

Abschluss Master of Advanced Studies FHO in Energiesysteme

• Master of Advanced Studies FHO

Werden vier CAS-Kurse erfolgreich abgeschlossen, ist der Absolvent zu einer MasterThesis berechtigt, welche in der Regel in Kooperation mit einem Unternehmen erarbeitet wird. Mit erfolgreichem Abschluss der Master-Thesis erhält der Absolvent das Zertifikat «Master of Advanced Studies FHO» (MAS). Das Masterstudium MAS Energiesysteme umfasst 60 ECTS-Punkte. Studierende dieses Weiterbildungsangebots besitzen typischerweise eine mehrjährige Berufserfahrung und sind in führenden Positionen tätig. Ihre Motivation ist einerseits eine berufliche Neuorientierung Richtung Energie oder andererseits eine fachliche Weiterbildung auf dem Gebiet Energie. Aus der Praxis – für die Praxis.

Die Schnittstellen der Weiterbildung an der NTB in die Praxis sind vielfältig: Das Institut für Energiesysteme IES pflegt die Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen, aber auch Bildungsinstitutionen, wie z.B. der ETH Zürich und Lausanne, der Empa, der Universität Liechtenstein oder auch der Purdue University (USA). Hier wird in direkter Kooperation mit Industriepartnern an neuen Produkten geforscht und es entwickeln sich auch attraktive internationale Forschungszusammenarbeiten. Der Förderverein Institut für Energiesysteme (FV-IES) begleitet und unterstützt die Aktivitäten des IES Instituts für Energiesysteme, bei Forschungstätigkeit, Öffentlichkeitsarbeit und bietet ein Netzwerk in Industrie und Politik. Im Förderverein sind zahlreiche namhafte Firmen aus der Region vertreten, die eine praxisgerechte Ausbildung gewährleisten. Im Bereich Wärmepumpen/Kältetechnik gehört die NTB sogar zu den Pionieren der ersten Stunde. Sie hat die entsprechende Professur bereits im Herbst 1972 installiert. Die NTB beherbergt auch das angesehene Wärmepumpen-Testzentrum (WPZ), dessen Leistungen von Kunden im In- und Ausland in Anspruch genommen werden. Das WPZ bietet umfassende Prüfleistungen auf dem Gebiet der Wärmepumpentechnik für Produktions- und Handelsunternehmen dieser Branche an. Mit der Wärmepumpen-Prüfung kann am WPZ das internationale Gütesiegel erlangt werden. Das Wärmepumpen-Testzentrum WPZ ist die einzige akkreditierte Wärmepumpen-Prüfstelle der Schweiz.

Dr. Daniel Gstöhl daniel.gstoehl@ntb.ch Studiengangsleiter MAS Energiesysteme

NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs FHO Fachhochschule Ostschweiz

NTB Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs NTB Campus Buchs Werdenbergstrasse 4 9471 Buchs Tel. +41 81 755 33 11 office@ntb.ch www.ntb.ch

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Wie können wir die zukünftigen Herausforderungen

in der Energiewirtschaft bewältigen? Der MAS in Energiewirtschaft der HTW Chur in Zürich schliesst eine wichtige Wissenslücke

«Der Energiemaster ist eine umfassende Weiterbildung in der schweizerischen Energiewirtschaft. Es ist sowohl für Ingenieurinnen und Ingenieure als auch für Betriebswirtschafterlinnen und Betriebswirtschaftler das Vertiefungsstudium in der Energiewirtschaft. Das MAS ist sehr vielseitig aufgebaut. So weist dieses Studium ein ausgewogenes Verhältnis von Theorie und Praxis auf, mit interessanten Exkursionen. Die interdisziplinäre Behandlung der energiewirtschaftlichen Themen hat mir beste Grundlagen zur Lösung der kommenden Herausforderungen in der Energiewende gebracht.» Franz Zeder Leiter Information Management Produktion & Netze, Axpo Services AG

Die Versorgung mit Energie ist nach wie vor eine der grössten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Die damit verbundenen Aufgaben und Fragestellungen rund um das Thema «Energie» sind dadurch mehr denn je von grosser Bedeutung für die Zukunftssicherung unserer Volkswirtschaft. Und dabei ist nicht nur die lokal begrenzte Sichtweise notwendig und hinreichend, sondern zunehmend auch eine Betrachtung auf globaler Ebene und im Kontext und Zusammenwirken mit anderen Volkswirtschaften. Die Komplexität der Märkte hat nicht zuletzt dadurch stark zugenommen und sie wird es auch weiterhin tun. Parallel dazu entwickeln sich die Technologien weiter. Sowohl im Bereich der Erzeugungstechnologien, aber auch ICT-Lösungen und damit verbundene neue Produkte und Dienstleistungen machen deutlich, wie vielschichtig die Weiterentwicklungen, die Innovationen und somit die Veränderungen in der Energiewirtschaft sind. Vieles ist dabei im Umbruch. Und die Zukunft fordert neue Geschäftsmodelle mit tragfähigen Konzepten, die den Veränderungen und Anforderungen entsprechend Rechnung tragen. Deshalb werden gerade auch die Führungskräfte im energiewirtschaftlichen Umfeld zukünftig noch stärker gefordert sein. Um für diese anstehenden unternehmerischen Herausforderungen im Sinne eines ganzheitlichen und vernetzten Denkens gerüstet zu sein, sind Weiterbildungen in diesem Kontext unabdingbar. Der Energiemaster vermittelt hier eine solide und ausgewogene Gesamtwissensbasis über das breite Spektrum der Energiewirtschaft. Das Lernprogramm umfasst die Themenblöcke Energiewirtschaft inklusive Energiehandel sowie Energietechnik und Energierecht. Aufbauend auf dem Basiswissen werden gemäss Karin Eggert, Studiengangsleiterin, die aktuellen Themen und Herausforderungen der Energiewirtschaft mit den dozierenden Fachexperten aus der Branche erfasst, diskutiert und intensiv bearbeitet. Dazu gehören unter anderem Fragen zum Ausstieg aus der Kernenergie, zu erneuerbaren Energien, Brennstoffzellen, Energiespeicherung, Energieeffizienz und vieles mehr. Ein gutes Beispiel für die Zunahme an Interdisziplinarität ist das Zusammenwachsen der Energiewirtschaft mit der ICT-Landschaft. Die Aufgaben, Herausforderungen und Lösungskonzepte der Zukunft, insbesondere in Hinblick auf die Energiestrategie 2050 und deren Vorgaben, sind nur mit zielführenden ICT-Lösungen machbar. Solchen Lösungsansätzen wird im Energiemaster ein entsprechender Rahmen gegeben. «Manager», betont Eggert, «müssen künftig vielseitiger sein. Sie müssen neben den betriebswirtschaftlichen und technischen Kenntnissen auch zunehmend Sozial- und

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energiezukunft ausbildung

Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur mit ihren rund 1600 Studierenden ist eine regional verankerte Hochschule mit nationaler und internationaler Ausstrahlung. Sie bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsstudiengänge in den Disziplinen «Ingenieurbau/Architektur», «Informationswissenschaft», «Management», «Multimedia Production», «Technik» sowie «Tourismus» an. Die HTW Chur betreibt in allen Disziplinen angewandte

Managementkompetenzen haben. Sie brauchen den Überblick über die gesamte Branche in Verbindung mit angrenzenden Wissensgebieten und darum benötigen sie sowohl Experten- wie auch Generalisten-Know-How. Die Komplexität der Aufgaben wird weiter zunehmen, sodass ein noch stärker vernetztes Denken unumgänglich wird. Für Karin Eggert steht fest, dass die Fachleute der Zukunft nicht nur ein fundiertes Fachwissen benötigen, sondern auch vielschichtiger ausgebildet sein müssen. Um die notwendigen und zielführenden Lösungen in der Praxis entwickeln zu können, ist ein vernetztes Denken und Arbeiten über die einzelnen Fachdisziplinen hinweg unumgänglich. Interdisziplinäres Handeln wird die Zukunft auch in der Energiewirtschaft prägen, so die Einschätzungen von Karin Eggert. «Somit wird zusätzliche Weiterbildung immer wichtiger in Richtung ‹lebenslanges Lernen›». Mit dem Master in Energiewirtschaft an der HTW Chur bietet die Hochschule seit sieben Jahren erfolgreich ein Weiterbildungsangebot an, welches genau jene Fähigkeiten, die Führungskräfte heute und zukünftig benötigen, vermittelt.

Forschung und Entwicklung, führt Beratungen durch und bietet Dienstleistungen an. Die gesamte Hochschule ist ISO-9001:2008-zertifiziert. Die HTW Chur ist seit dem Jahr 2000 Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz. Als erste öffentliche Schweizer Hochschule ist die HTW Chur 2009 der Initiative der Vereinten Nationen für verantwortungsvolle Ausbildung im Management, den UN Principles for Responsible Management Education, beigetreten.

Die HTW Chur füllt die Wissensrucksäcke der Managerinnen und Manager mit diesem Weiterbildungsmaster sehr gut.

Der Energiemaster ist dabei in 2 Stufen konzipiert (siehe Bild) und ermöglicht so einen stufengerechten Studieneinstieg. In Stufe 1 werden die betriebswirtschaftlichen Grundlagen komprimiert im Sinne eines General Managements vermittelt. Die daran anschliessende Stufe 2 beinhaltet dann die energiespezifischen Lerninhalte. Gemäss dem bewährten Stufenkonzept der HTW Chur können Studierende, die bereits betriebswirtschaftliches Vorwissen mitbringen, direkt in die 2. Stufe einsteigen. Darüber entscheidet die Studienleitung im Einzelfall. Somit lautet die Antwort auf die Frage im Titel: Lebenslanges Lernen, vernetztes Denken in globalen Zusammenhängen und die Kombination von aktuellem Fachwissen und Managementfähigkeiten sind die Basis zur Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen in der Energiewirtschaft.

Prof. Dr. Karin Eggert Studienleiterin MAS in Energiewirtschaft Tel. +41 81 286 24 32 karin.eggert@htwchur.ch

Infoabende finden regelmässig im KLZ in Zürich statt. Die aktuellen Daten dazu sowie weitere Detailinformationen sind zu finden unter: htwchur.ch/energiemaster. Der Weg zum Master in Energiewirtschaft HTW Chur Hochschule für Technik und Wirtschaft Pulvermühlestrasse 57 7004 Chur

Stufe 2

Energietechnik

Energiewirtschaft

Energierecht

Tel. +41 81 286 24 32 energiemaster@htwchur.ch www.htwchur.ch/energiemaster FHO Fachhochschule Ostschweiz

Stufe 1

General Management

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Die Welt ist im Wandel. Wir sind dabei. Das Ziel von Unternehmen ist die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit und des Produktionsstandorts Schweiz im kompetitiven und internationalen Marktumfeld. Dieses Ziel wird mit der Steigerung der Wertschöpfung, also mit Ressourceneffizienz, erreicht. Mit der Fokussierung auf Ressourceneffizienz werden im Unternehmen Energie- und Materialkosten gesenkt und gleichzeitig Produktionsprozesse optimiert und Durchlaufzeiten verkürzt. Weiterbilden – fit für künftige Herausforderungen

Mit den praxisnahen Weiterbildungen von WERZ eignen sich Fachpersonal und Führungskräfte aus Industrie, Gewerbe und Dienstleistung Kompetenzen an, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu steigern. WERZ – Institut für Wissen,

WERZ Angebote richten sich an

Energie und Rohstoffe Zug

• Führungs- und Fachpersonal unterschiedlicher Disziplinen • Mitarbeitende in der Planung, Beratung, Verwaltung, Energieversorgung und Abfallwirtschaft • Neu- und Quereinsteiger

Das Institut wurde als Kooperationsmodell zwischen dem Kanton Zug und der HSR Hochschule für Technik Rapperswil 2011 gegründet und fokussiert seine Aktivitäten auf Energie und Materialeffizienz in Industrie-,

Die Weiterbildungen fokussieren auf technisches und methodisches Wissen in den Kernthemen und integrieren Inhalte zu Ökonomie, Ökologie und Management. Damit implementieren Fachkräfte das Know-how erfolgreich und langfristig in Unternehmen.

Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben. Das

WERZ Kernthemen

WERZ richtet sich an Berufserfahrene.

• • • •

WERZ bildet weiter.

Energie und Ressourceneffizienz Nutzung erneuerbarer Energien Abfallwirtschaft und Recycling Umwelttechnik

WERZ bietet am Standort Zug ein Netzwerk, welches in Bildung, Wirtschaft und Politik breit verankert ist.

Modularer Aufbau der Weiterbildungen

Das Weiterbildungsangebot reicht von Tagesveranstaltungen bis zum umfassenden Weiterbildungslehrgang mit zertifiziertem Abschluss (MAS). Das modulare Angebot ermöglicht, kleinere Einheiten, CAS-Lehrgänge oder mehrtägige Module, einzeln zu belegen. WERZ – das Kompetenzzentrum für Energie und Ressourceneffizienz in Unternehmen

WERZ entwickelt und veranstaltet öffentliche wie auch branchen- und firmenspezifische Weiterbildungen und unterstützt Unternehmen beim Aufbau und der Umsetzung eigener Konzepte. Das Institut agiert als Bindeglied zwischen der angewandten Forschung & Entwicklung der HSR Hochschule für Technik Rapperswil und der Wirtschaft und fördert den Wissenstransfer.

HSR Hochschule für Technik Rapperswil WERZ Institut für Wissen, Energie und Rohstoffe Zug Grafenauweg 4 6300 Zug Tel. +41 55 222 41 71 werz@hsr.ch

Kontaktieren Sie uns – wir freuen uns auf Sie.

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www.werz.hsr.ch


Natürlich investieren in der Schweiz Die FONTAVIS AG ist eine unabhängige Anlageberaterin und Vermögensverwalterin, die auf Kapitalanlagen in Clean Energy und Infrastruktur in der Schweiz spezialisiert ist. Sie investiert im Auftrag von Pensionskassen, Versicherungen, Fonds und weiteren institutionellen Anlegern. Gleichzeitig ist sie die Anlageberaterin des ersten Schweizer erneuerbaren Energie- und Infrastrukturfonds UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland und damit für die Suche, Prüfung und Bewirtschaftung der Investments zuständig. Win-win-Situation

Investitionen in der Energiebranche sind kapitalintensiv und die Beschaffung von finanziellen Mitteln ist anspruchsvoll. Gefragt sind neue, langfristige Finanzierungsquellen. FONTAVIS setzt mit ihrer Anlagestrategie an diesem Punkt an und bietet zugleich Lösungen für langfristig handelnde Anleger und Energieunternehmen. Eine Win-win-Situation für Investoren, Schweizer Energieunternehmen, für die Umwelt und für künftige Generationen.

Für Investments ihrer Schweizer Kunden sucht

Investitionsfokus

FONTAVIS stellt Kapital bereit und stärkt die

FONTAVIS investiert im Auftrag von Kunden in nicht kotierte Schweizer Clean-Energy-Unternehmen und -Anlagen. Diese Unternehmen produzieren Strom, Wärme und Mobilität aus erneuerbaren Quellen und stellen die nötige Infrastruktur bereit. Weitere Investitionskriterien sind Marktposition, Unternehmensstrategie, Qualifikation der Mitarbeiter und Technologien.

Kapitalstruktur der Unternehmen. Sie bietet

die FONTAVIS Schweizer Unternehmen aus den Sektoren erneuerbare Energien, EnergieInfrastruktur und Energie-Effizienz, die Kapital benötigen und die in ihrem Investitionsfokus stehen.

Zugriff auf wertvolles Expertenwissen: • Zugang zu Fachwissen bei Unternehmensfinanzierungen, Projektmanagement und Risiko-Controlling bei Bedarf • Zugang zu Netzwerken bei Planung,

Ein Markt mit Zukunft

Erstellung, Finanzierung, Versicherung, im

Ressourcenknappheit, politische Weichenstellungen, ein Umdenken in der Bevölkerung und hohe Ansprüche an die Infrastruktur prägen unsere Energiezukunft. Die Sicherung des langfristigen Energieangebots wird zu einer der zentralen Herausforderungen und bietet Anlagechancen für institutionelle Investoren.

Betrieb und bei Devestitionen Garantierte Unabhängigkeit FONTAVIS hat kein Primärinteresse an den Energieverwertungsrechten. Dies ermöglicht

Die Stromnetze sind im Durchschnitt über 40 Jahre alt und haben die Kapazitätsgrenze erreicht. Heimfälle und auslaufende Strombezugsverträge machen Neuverhandlungen und Neukonzessionen nötig. Der Energiebranche stehen dadurch hohe Investitionen bevor. Der Ausbau von erneuerbaren Energien wie Biomasse, Wasserkraft, Solar, Wind und Umgebungswärme sowie Energie-Effizienz ist ein Wachstumsmarkt. Auch dezentrale Energieproduktion, Smart-Metering, Energie-Contracting und Konvergenz der Netze gewinnen an Bedeutung.

den Unternehmen, ihre unternehmerische Freiheit zu wahren.

FONTAVIS AG Grabenstrasse 27

Langfristige Anlagen

6340 Baar/ZG

Investitionen in der Energiebranche sind kapitalintensiv und die Beschaffung von finanziellen Mitteln ist anspruchsvoll. Gefragt sind neue, langfristige Finanzierungsquellen. FONTAVIS setzt mit ihrer Anlagestrategie an diesem Punkt an und bietet zugleich Lösungen für langfristig handelnde Anleger und Energieunternehmen.

Tel. +41 41 545 41 00 Fax +41 41 545 41 11 info@fontavis.ch www.fontavis.ch


Energieeffizienz hat einen neuen Namen Energie ist im Wandel; Anforderungen an Gebäude ändern sich – und mit ihnen verändern auch wir uns: Willkommen in der energieeffizienten Welt von ENGIE!

Energy Services Facility Management

engie.ch

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