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Ausgabe Juli 2017

klimafreundlich

SCHWEIZ 201

DAS JAHRBUCH FÜR NACHHALTIGKEIT, ÖKOLOGIE UND LIFESTYLE DIE TOP SCHWEIZER UNTERNEHMEN FÜR DIE NACHHALTIGKEIT


Anders als Andere.

« Beim letzten Ausbau unseres Solaranlagenparks unterstützte uns die ABS mit viel Sachverstand. Mit ihr als Partnerin haben wir eine grossartige Lösung für die Finanzierung gefunden.» artischock.net

Lukas Herzog, Geschäftsführer der Alteno Solar AG, Basel.

Die Alternative Bank Schweiz fördert seit ihrer Gründung vor über 25 Jahren schweizweit Innovationen im Bereich der Neuen Erneuerbaren Energien.

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klimafreundlich Editorial

KLIMAWANDEL IST REAL Der Klimawandel bleibt eine der grössten Herausforderungen für die Menschheit. Über die Frage, ob sich das Klima der Erde wandelt, herrscht grosse Einigkeit. Jedoch, ob der Klimawandel natürlicher Art, oder für die Veränderungen grösstenteils der Mensch verantwortlich ist, wird von vielen noch angezweifelt. Dabei ist sich in dieser Frage die Fachwelt so einig wie selten: Der Klimawandel findet statt und für die Veränderungen ist der Mensch verantwortlich. Die Fachwelt und führende Umweltorganisationen sehen, dass der Klimawandel zu einem sehr grossen Teil negative Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion, die Ernährungssicherheit und wirtschaftliche Entwicklung

haben wird – insbesondere in Entwicklungsländern. Abschottung und wegreden der Auswirkungen des Klimawandels wird uns nicht helfen. Steigende Durchschnittstemperaturen, Ereignisse wie Dürren, Starkregen, Wirbelstürme und Überschwemmungen erleben wir zunehmend mehr, auch bei uns, und werden nicht vor irgendwelchen Landesgrenzen haltmachen. Gehen wir voran, setzen wir uns aktiv für klimafreundliches Denken und Handeln ein. Unternehmen, gemeinnützige Vereine und öffentliche Institutionen zeigen in dieser Publikation mit ihrem Engagement, wie sie aktiv ihre Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft wahrnehmen. Und dafür gebührt ihnen unser Dank und unsere Anerkennung. Harald Fessler Herausgeber

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klimafreundlich Inhaltsverzeichnis

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Wirtschaft & Umwelt

Nachhaltig 2.0 – smart, lokal & innovativ

Martin Stadelmann, Director Public Advisory, South Pole Group 24: Chocolats Halba 26: swisscleantech 29: ClimatePartner Switzerland AG 30: C&A Mode 32: Nest Sammelstiftung 35: Max Havelaar-Stiftung (Schweiz)

INHALT

© leolintang/Shutterstock

  7: Vorwort Alain Berset, Bundesrat   9: Vorwort Marc Chardonnens Direktor des Bundesamtes für Umwelt (BAFU)  10: Klima- und Ressourcenschutz Stefan Müller-Altermatt, Nationalrat  12: Brennpunkt Klima Schweiz Dr. Karin Ammon, Geschäftsleiterin und Hannah Ambühl, Mitarbeiterin, ProClim  14: Nachhaltige Landnutzung Dr. Gudrun Schwilch, Bereichsleiterin und Prof. Dr. Thomas Breu, Direktor, Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE)  16: Verantwortung für den Klimaschutz Dr. Andreas Missbach, Mitglied der Geschäftsleitung, Public Eye und im Initiativkomitee der Konzernverantwortungsinitiative.  18: Fairtrade – Eine Erfolgsgeschichte Andreas Jiménez, Geschäftsleiter, Max-HavelaarStiftung (Schweiz)  20: Digitalisierung – mehr Effizienz beim Bauen Pascal Bärtschi, CEO, Losinger Marazzi  78: Chancen & Initiativen

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© Olivier Le Moal/Shutterstock

36 Energie

Energiestrategie 2.0 – Wie geht es weiter?

Valentin Schmidt Leiter Politik & Kommunikation, Schweizerische Energie-Stiftung SES 38: VUE naturemade


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Inhaltsverzeichnis

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Werbung & Print

Nachhaltigkeit in Marketing und Kommunikation – wie bitte? Nicole Hasselwander, Marketing- und Kommunikationsspezialistin und Geschäftsführerin Hasselwander GmbH 52: KROMER PRINT AG 54: Ostschweiz Druck AG 56: Buchbinderei Burkhardt AG 58: Epple Druckfarben GmbH 60: Heidelberg Schweiz AG

© moomsabuy/shutterstock

40 Entsorgung & Recycling

© Michael Kornmayer, Kornmayerosenbaum

© Jan Martin Will/Shutterstock

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Bauen & Wohnen

Problem erkannt, Problem gebannt?

36° und es wird noch heisser ...

Andreas Tonner, Geschäftsführer Recycling Coach GmbH

Dr. Ralf Bellm, Verwaltungsrat, BETTR AG – activating innovation

42: Stadt Zürich ERZ Entsorgung + Recycling Zürich 44: Stiftung Auto Recycling Schweiz 46: Swiss Recycling 48: InnoRecycling AG

64: Implenia Schweiz AG 67: Steiner AG 68: Elcotherm AG 71: BETTR++ AG 72: Naef GROUP, HAT-Tech AG/Näf Tech AG 74: Möbel Pfister AG 76: Bildungszentrum Baubiologie

IMPRESSUM

Erscheinung: 1x jährlich, Herausgeber: Harald Fessler, harald.fessler@bluewin.ch; Verlag: UTK Media GmbH, Berneckerstrasse 15, 9434 Au, Tel. +41 71 744 94 90, info@utk.ch; Redaktion: Jörg Schelling, joerg.schelling@utk.ch; Anzeigenverkauf: UTK Media GmbH, Harald Fessler, harald.fessler@utk.ch, Tel. +41 79 631 50 21, Pascal Tobler, Tel. +41 71 966 60 03, pascal.tobler@utk.ch; improov gmbh, Martin Hofer, 8370 Sirnach, Tel. +41 71 511 50 53, martin.hofer@improov.ch, Fachbeirat: Remo Galli, a. Nationalrat, Dr. h. c.; Titelbild: William Potter/ shutterstock; Layout: Jörg Schelling; Koordination: international media solutions IMS AG, 9434 Au, www.imsag.ch; Druck: Ostschweiz Druck AG, 9300 Wittenbach/Kromer Print AG, 5600 Lenzburg; Buchbinder: Buchbinderei Burkhardt AG, 8617 Mönchaltdorf; Farben: gedruckt mit Epple Druckfarben, Perfect Finish non Fresh; Papier: Umschlag: Maxi Offset 300 gm2, Inhalt: Offset, matt, hochweiss, holzfrei 120 gm2, weiss. Buchbestellung: www.klimafreundlich-schweiz.ch © Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages. Das Magazin wird klimaneutral gedruckt.

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© Keystone - Gaetan Bally

klimafreundlich

Ohne gesunde Umwelt keine gesunden Menschen Der Klimawandel ist weit mehr als ein Umweltproblem. Dürren, Ernteausfälle oder Überschwemmungen gefährden die Gesundheit, ja die Existenz vieler Menschen ganz direkt. Betroffen sind vor allem die ärmsten Länder und dort wiederum die ärmsten Bevölkerungsgruppen. Doch auch die Schweiz ist vom Klimawandel stark betroffen. Der Alpenraum reagiert empfindlich auf die Erwärmung: Die Gletscher schmelzen, Felsstürze und Überschwemmungen nehmen zu. In den Städten leiden insbesondere Kleinkinder sowie ältere und chronisch kranke Menschen unter der zunehmenden Sommerhitze.

Stelle steht nach wie vor die Reduktion der Treibhausgasemissionen. Dazu haben wir uns im Pariser Klimaschutzabkommen verpflichtet. Das Ja der Bevölkerung zum neuen Energiegesetz ist ein wichtiger Entscheid für den Ausstieg aus der Atomenergie und für weniger fossile Energie. Mit der Revision des CO2-Gesetzes will der Bundesrat diesen Weg fortsetzen. Klimapolitik ist stets auch Gesundheits- und Sozialpolitik – in unserem ureigenen Interesse. Alain Berset Bundesrat, Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern

Die Schweiz verfolgt im In- und Ausland seit Langem eine ambitionierte Klimapolitik. An erster

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Formen wir die Zukunft Gemeinsam Neues entwickeln

Wir sind das führende Schweizer Unternehmen für intelligentes Bauen. Zusammen mit unseren Kunden gestalten wir Lebenswelten, die den Bedürfnissen einer komplexer werdenden, vernetzten und mobilen Gesellschaft entsprechen. Wir wollen Neues bauen sowie Bestehendes aufwerten und umnutzen. Dabei behalten wir stets den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie im Blick. losinger-marazzi.ch


klimafreundlich

Wirksamer Klimaschutz ist nur mit vereinten Kräften möglich. Ein bedeutender Meilenstein ist das Übereinkommen von Paris, das die internationale Staatengemeinschaft Ende 2015 beschlossen hat und alle Länder in die Pflicht nimmt. Um die globale Erwärmung deutlich unter der kritischen Schwelle von 2 Grad Celsius zu halten, dürfen die Emissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts noch netto null betragen. Dies bedingt einen tiefgreifenden Umbau unserer Infrastruktur und braucht technologischen Fortschritt.

Die Schweiz kann den Klimawandel nicht allein aufhalten. Dafür ist ihr Anteil an den weltweiten Treibhausgasemissionen, die für den Anstieg der Temperaturen ursächlich sind, zu gering. Hingegen kann sie ihre weltbekannte Innovationskraft dafür einsetzen, klimafreundliche Produkte und Lösungen zu entwickeln. Damit können Schweizer Firmen ihre Wettbewerbsposition verbessern und zukunftsträchtige Märkte im In- und Ausland erschliessen. Das Jahrbuch «klimafreundlich» gibt innovativen Firmen ein Fenster und leistet damit einen wichtigen Beitrag. Marc Chardonnens Direktor des Bundesamtes für Umwelt (BAFU)

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Bild: Irina Kozorog/Shutterstock.com

KLIMA- UND RESSOURCENSCHUTZ

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Vorwärtsgehen, Chance nutzen Gross war die Begeisterung, als im Dezember 2015 das Klimaabkommen von Paris unter Dach und Fach war. Die Weltgemeinschaft, repräsentiert durch 195 Staaten, hat sich darauf verständigt, das Ruder am Klimadampfer herumzureissen. Ob die Kurskorrektur ausreicht, werden wir erst am Ende eines Jahrzehnte dauernden Prozesses wissen. Auf politischer Ebene gibt es, trotz unumstösslicher wissenschaftlicher Indizien, verschiedenste Ansichtsweisen über den Ozeanriesen «Klima». Da gibt es jene, die aus Opportunismus und politischer Bequemlichkeit schlicht leugnen, dass der Dampfer auf eine Felsklippe zurauscht. Es gibt die Fatalisten, die sich sicher sind, dass sich das Steuer nicht mehr herumreissen lässt. Und es gibt die egoistische Betrachtungsweise, man könne als Kleinstaat ja nichts bewirken an diesem riesigen Steuerruder. Alle diese Betrachtungsweisen haben eine Gemeinsamkeit: Sie verweigern sich dem

Gang auf die Brücke. Sie wollen keine Verantwortung übernehmen. Sie werden deshalb aber auch nicht steuern.

den energie- und ressourceneffizienten Produkten den Vorzug gibt, der hat in der Zukunft einen Wettbewerbsvorteil.

Was für das Klima gilt, gilt auch für die anderen Aspekte der nachhaltigen Wirtschaftsweise. Egal, ob wir über Energieeffizienz sprechen, über begrenzte Ressourcen oder über soziale Verantwortung: Immer gibt es Politiker, welche auf die Bremse treten.

Der Klima- und Ressourcenschutz ist also nicht eine Bürde, sondern eine Chance, insbesondere in der aktuellen politischen Grosswetterlage. Wir sollten diese Chance nutzen. Die in dieser Publikation präsentierten Unternehmen haben dies erkannt. Wer sie unterstützt, unterstützt nicht nur das Klima und die nachhaltige Entwicklung, sondern verschafft sich selber letztlich einen Vorteil für die Zukunft.

Aber es gibt auch immer Unternehmen, welche vorwärtsdenken und lenken. Gerade in den Zeiten, in welchen einige globale Player wie die USA sich rückwärts wenden und der eigenen Öl-, Gas- und Kohleindustrie nach dem Mund reden, bietet sich diesen Unternehmen eine grosse Chance. Die Unternehmen, welche sich auf Effizienz trimmen, welche Energie und Ressourcen sparen, werden sich in Zukunft keine Sorgen machen müssen, wenn diese Güter knapp werden. Und das Gleiche gilt natürlich auch für ihre Produkte und ihre Kunden. Wer

Stefan MüllerAltermatt Nationalrat

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BRENNPUNKT KLIMA SCHWEIZ

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Von Himbeeren und Schneesicherheit 1001 Würmer, Schweizer Apfelsaft, Teilzeitarbeit, Reisestress, Gemüselasagne, Schnee, kompostierbare Bücher, Zug fahren, Balkonhimbeeren, Hochwasser und kaputte Radios. Wussten Sie, dass all diese Wörter eine Gemeinsamkeit haben? Sie sind alle mit ProClim, dem Forum für Klima und globalen Wandel der Akademie der Naturwissenschaften SCNAT, und dem Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz. Grundlagen, Folgen und Perspektiven» verbunden. Ein Blick auf das letzte Jahr 2016 zeigt, dass es global das bisher wärmste Jahr seit Messbeginn um 1800 war. Auch in der Schweiz zählt 2016 zu den zehn wärmsten Jahren. Die gegenwärtige Klimaänderung zeigt sich nicht nur in den Datenreihen, sondern auch in Veränderungen in unseren Ökosystemen und unserer Gesellschaft. Doch was bedeutet der Klimawandel konkret für die Schweiz? ProClim hat zusammen mit der Schweizer Wissenschaftsgemeinschaft mit dem Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz. Grundlagen, Folgen und Perspektiven» eine umfassende Wissensbasis rund um das Thema Klimawandel erarbeitet. Der Bericht geht von den physikalischen Grundlagen des Klimawandels aus und zeigt auf, was auf uns zukommt: zum Beispiel mehr Extremereignisse, trockenere Sommer und

schwindende Gletscher. Der Natur- und Kulturraum Schweiz ist in vielseitiger Weise von den Auswirkungen betroffen, sei es in der Landwirtschaft – durch neue Schädlinge, durch stärkere Extremereignisse oder mittelfristig bessere Bedingungen für Pflanzen wie Mais – oder im Wintertourismus durch verkürzte Schneesaisons. Die beobachteten und erwarteten Auswirkungen lassen keine Zweifel: Wir sind alle betroffen und müssen alle handeln. Der Bericht zeigt schliesslich unterschiedliche Handlungsfelder auf: Auf nationaler Ebene müssen die CO2-Emissionen mittelfristig auf null reduziert werden – zum Beispiel durch politische Vorschriften und/oder Bepreisungen. Parkanlagen, Bäume und offene Wasserflächen im öffentlichen Raum tragen zur Lebensqualität bei und mindern Wärmeinsel-Effekte. Konkret im Alltag bietet ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt vielfältige Chancen: Mehr Velo zu fahren, ist gesund für uns, Ferien in der Schweiz statt Flugreisen mindern Reisestress und Reisezeit, durch weniger Wegwerfen und gemässigten Konsum können wir auf einfache Weise zur CO2-Minderung beitragen und gewinnen erst noch Zeit. Auch ProClim handelt: Seit diesem Jahr werden sämtliche Publikationen im Cradle-to-Cradle-System gedruckt: Das heisst, für den Druck werden ausschliess-

lich Produkte verwendet, die in den biologischen Kreislauf zurückgeführt bzw. kompostiert werden können – vom Papier über die Farbe zum Leim. Oder an den Tagungen gibt es lokales und vegetarisches Essen: saisonale Gemüselasagne für 250 Personen und Schweizer Apfelsaft statt Schnitzel und Orangensaft. Findet eine Jahreskonferenz in Wien statt, reist der Kluge im Zuge. Teilzeiterwerbsarbeit gehört bei uns zur Selbstverständlichkeit: Es bleibt Zeit für eigene Projekte wie die Fütterung der eigenen 1001 Kompostwürmer, die Pflege der Balkonhimbeeren oder um den kaputten Radio zu flicken, statt einen neuen zu bestellen. Wir haben also viele kreative Handlungsmöglichkeiten, um die Zunahme klimabedingter Risiken abzuschwächen, Chancen zu nutzen und für eine klimaverträgliche Gesellschaft zu sorgen. Machen Sie mit!

Hannah Ambühl Mitarbeiterin ProClim

Dr. Karin Ammon Geschäftsleiterin ProClim

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Bild: Gudrun Schwilch

NACHHALTIGE LANDNUTZUNG

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Ökologisch verträgliche, soziokulturell akzeptierte und trotzdem ökonomisch rentable Landwirtschaft fördern. Wenn sich die Forschenden am Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE) der Universität Bern mit nachhaltiger Landnutzung befassen, dann geht es immer auch um den Klimawandel. Jede Landnutzung wird vom Klima beeinflusst und geprägt. Gleichzeitig kommt der Landnutzung eine zentrale Rolle sowohl in der Anpassung wie auch der Bekämpfung des Klimawandels zu. Die nachhaltige Landnutzung ist ein Konzept, welches eine ökologisch verträgliche, soziokulturell akzeptierte und trotzdem ökonomisch rentable Landwirtschaft fördert. Die nachhaltige Landnutzung leistet damit gleichzeitig einen konkreten Beitrag zu den drei UNO-Umweltkonventionen. Sie hilft, die Wüstenbildung zu verhindern (Desertifikationskonvention), erhöht die Biodiversität (Biodiversitätskonvention) und macht, dass die Bevölkerung weniger anfällig für die Kapriolen der Klimaveränderung ist (Klimakonvention). Ausserdem leistet sie z.B. durch verbesserten Bodenhumus und mehr Vegetation einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Durch globalisierte Märkte stehen viele Landwirte unter dem Druck, möglichst viel und günstig zu produzieren. Verschiedenste Degradationsformen gefährden die Ressource Land und vermindern die Produktivität des landwirtschaftlichen Anbaus. Dazu gehören Erosion,

Bodenverdichtung, Verschmutzung und Versalzung, welche direkt oder indirekt zur Zunahme von CO2 in der Atmosphäre beitragen. Der Verlust der Produktivität wird teilweise durch hohen Einsatz von Dünger und Chemie hinausgezögert. Sogenannte Off-Site-Schäden durch Verschmutzung von Gewässern oder Verschlämmung von Strassen oder Gebäuden führen zu Kosten, welche die Allgemeinheit zu tragen hat. Die Bodendegradation ist deshalb nicht nur ein Problem für die Landwirte selbst. Diese Problematik stellt sich so oder in ähnlichem Rahmen in allen Ländern, sowohl im Norden wie im Süden. Bei Landdegradierung in Trockenräumen wird von Desertifikation gesprochen. Es gibt viele Gründe für Desertifikation, einer davon ist der Klimawandel, der weitaus dominierende jedoch die Übernutzung der Böden, Überweidung, Abholzung oder unangemessene Bewässerungssysteme. Diese Degradierungen werden durch den Klimawandel in vielen Regionen noch verschärft, da die Trockenheit zunimmt, Regenfälle unsicherer, aber intensiver werden, Anbauzeiten sich verschieben etc. CDEs Untersuchungen von nachhaltigen Landnutzungspraktiken in Trockenregionen haben ergeben, dass sich diese vor allem durch eine diversifizierte und verbesserte Produktion auszeichnen, während gleichzeitig Wasser und Boden effizienter genutzt werden, z. B. durch Wassersammeltechniken, verbesserte Bodenfeuchte oder reduzierten Oberflächenabfluss. Viele dieser Massnahmen zeigen auch einen direkten Nutzen be-

züglich Prävention und Minderung von durch den Klimawandel geförderten Katastrophen wie Überschwemmungen, Hangrutschungen oder Dürren. Die umfassende und frei zugängliche Dokumentation von nachhaltigen Landnutzungspraktiken aus aller Welt, welche das am CDE beheimatete WOCATNetzwerk seit mehr als 20 Jahren fördert, erlauben ein Beurteilen von Vor- und Nachteilen aus ökologischer, ökonomischer sowie soziokultureller Sicht. Im Rahmen der Desertifikationskonvention und der globalen Nachhaltigkeitsziele (SDG) geht es darum, in der globalen Gesamtsumme keinen zusätzlichen Anstieg der Landdegradierung zu tolerieren («land degradation neutrality»). Rund drei Viertel der von WOCAT dokumentierten Praktiken haben ein kurzfristig positives oder zumindest neutrales Kosten-Nutzen-Verhältnis. Und sogar 97 % zeigen ein langfristig positives Verhältnis auf.

Dr. Gudrun Schwilch Bereichsleiterin Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE)

Prof. Dr. Thomas Breu Direktor Interdisziplinäres Zentrum für Nachhaltige Entwicklung und Umwelt (CDE)

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Bild: ESB Professional/Shutterstock.com

VERANTWORTUNG FÃœR DEN KLIMASCHUTZ

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Konzernverantwortung – auch fürs Klima Als Raúl Estrada Oyuela um Mitternacht des 11. Dezember 1997 die Uhr anhielt, sass ich auch im Konferenzsaal von Kyoto. Nur dank dieses Manövers des Vorsitzenden gelang es in den nächsten vier Stunden, trotzdem immer mehr Delegationen (u.a. Saudi Arabien!) den Raum verliessen, das Kyoto-Protokoll doch noch zu verabschieden. 20 Jahre später hat Donald Trump das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt. Glücklicherweise fand in dieser Zeit eine Revolution statt, obwohl ein verbindlicher internationaler Referenzrahmen fehlte: Ausser den Dinosauriern der Kohle- und Ölindustrie – deren Aussterben ebenso sicher ist wie jenes der Saurier – gibt es heute kaum noch ein Unternehmen, das sich nicht ernsthaft um die Reduktion seines Ausstosses von Treibhausgasen bemüht. Dies ist längst auch in den USA der Fall und selbst die von Trump in die Regierungsverantwortung geholte Erdöl-Lobby wird daran nichts ändern können. Das Trauerspiel der internationalen Klimapolitik ist ein Lehrstück dafür, wie schwierig es ist, epochale Probleme der globalisierten Wirtschaft durch internationale Abkommen effektiv anzugehen – seien es die eklatante Verletzung der Arbeitsrechte in internationalen Zulieferketten oder die Auslagerung von industriellen Prozessen in Länder mit laschen Umweltstandards. Theoretisch wäre eine internationale Regulierung immer das Mittel der Wahl. Doch weil dies in jedem Fall Jahrzehnte dauert und Rückschläge durch Regierungswechsel in Schlüsselländern immer möglich sind, muss man auf politische Regulation im nationalen Rahmen setzen.

Unsere Partner in Afrika haben vorgemacht, dass dies selbst unter widrigsten Bedingungen möglich ist. Im September 2016 enthüllte Public Eye nach dreijährigen Recherchen, dass Schweizer Rohstoffhandelsfirmen Westafrika mit Treibstoffen fluten, die bis zu 378-mal mehr Schwefel enthalten als in der Schweiz erlaubt ist (www.publiceye.ch/dd/report). Mit gravierenden Folgen nicht nur für die Gesundheit der Menschen in afrikanischen Städten, sondern auch fürs Klima. Schwefel in Diesel verursacht massiv erhöhte Feinstaubemissionen und diese, nicht zufällig «Black Carbon» genannt, verstärken die globale Erwärmung. Unser Bericht «Dirty Diesel» führte nicht nur in Westafrika zu einem Aufschrei. Und gemeinsam mit Organisationen in Ghana, Nigeria, der Elfenbeinküste und Mali erreichte Public Eye tatsächlich einen Politikwechsel: Am 1. Juli 2017 traten in Ghana und Nigeria – bei Weitem die wichtigsten westafrikanischenTreibstoffmärkte – neue Grenzwerte für importierten Diesel in Kraft: Statt 3000 ppm (parts per million, Millionstel) neu 50 ppm. Die Menschen in Metropolen wie Accra oder Lagos können bald aufatmen. Doch auch wir in der Schweiz haben durch die hohe Dichte von multinationalen Konzernen eine besondere Verantwortung. Vitol und Trafigura, die Nummer eins und Nummer zwei im globalen Ölhandel, haben ihren Sitz in Genf. Wie Rob de Jong, der Chef «Transport Unit» beim UNO-Umweltprogramm UNEP bei der Publikation unseres Berichtes sagte: «Viele werden behaupten, dass die Verantwortung bei den Ländern liegt, die noch keine zeitgemässen Treibstoffstandards (…) haben, um die Gesund-

heit ihrer Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Ich bin ganz anderer Ansicht: Die Verantwortung liegt bei beiden, Importeuren und Exporteuren (…) die Zeit des Umweltdumpings ist vorbei.» Die Genfer Saurier blieben davon ebenso unbeeindruckt wie von den 19071 Menschen aus Afrika und der Schweiz, die sie in einer Petition zum Ausstieg aus diesem toxischen Geschäftsmodell aufforderten. Deshalb braucht die Schweiz die Konzernverantwortungsinitiative, die in etwa 2 Jahren zur Abstimmung kommt. Sie setzt die Mindestanforderungen an alle Schweizer Firmen, auch in ihren internationalen Geschäften weltweit die Menschenrechte zu achten, die Umwelt zu schützen und dafür geeignete Massnahmen umzusetzen. Nur die Fehlbaren und Ewiggestrigen müssen für Schäden aufkommen, die ihre Tochtergesellschaften im Ausland Menschen zufügen. Wie beim Klima so hat auch beim Thema Menschenrechte die überwiegende Mehrheit der Schweizer Unternehmen die Zeichen der Zeit längst erkannt. Mit der Konzernverantwortungsinitiative werden auch die schwarzen Schafe, deren Uhr stehen geblieben ist und die sich um ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt foutieren, verbindliche internationale Mindeststandards einhalten müssen.

Dr. Andreas Missbach ist Mitglied der Geschäftsleitung von Public Eye und im Initiativkomitee der Konzernverantwortungsinitiative.

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FAIRTRADE – EINE ERFOLGSGESCHICHTE

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Alle Seiten gewinnen Seit 25 Jahren engagiert sich die Max Havelaar-Stiftung in Entwicklungsländern für nachhaltigen Anbau, fairen Handel und in der Schweiz für Marktzugang von fairen Produkten. Dabei gewinnen alle Seiten! Ihren Anfang nahm die Erfolgsgeschichte 1992, als sechs grosse Schweizer Hilfswerke die Max Havelaar-Stiftung gründeten und darauf die ersten Kaffee-Packungen unter anderem bei Coop und Migros in die Verkaufsregale gelangten. Damals war der Preis für Rohkaffee auf dem Weltmarkt auf einem historischen Tiefpunkt und viele Kaffeebauern litten unter starker Armut. Heute profitiert weltweit fast eine Million Kaffeebauern, zusammengeschlossen in Kooperativen, vom fairen Handel. Der Mindestpreis sorgt für Sicherheit und Stabilität – und die zusätzliche Fairtrade-Prämie kommt den Bauern, ihren Familien und der ganzen Gemeinschaft zugute. Nach einem Viertel-Jahrhundert sind Produkte mit Fairtrade-Label vom Schweizer Markt nicht mehr wegzudenken: Nie zuvor hat die Schweizer Bevölkerung so stark auf Fairtrade-Produkte gesetzt. Für 628 Millionen Franken haben Herr und Frau Schweizer im Jahr 2016 Fairtrade-Produkte gekauft. Das bedeutet ein Wachstum von 21 %

gegenüber dem Vorjahr. Auch der ProKopf-Konsum erreichte mit 75 Franken einen neuen Höchststand. Damit sind die Schweizer Weltmeister! Produkte, die mit dem Fairtrade-Label ausgezeichnet sind, werden nach den internationalen Standards von Fairtrade International angebaut und gehandelt. Die Fairtrade-Standards sind das Regelwerk, das Kleinbauernorganisationen, Plantagen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einhalten müssen. Sie umfassen soziale, ökologische und ökonomische Mindestanforderungen, um eine nachhaltige Entwicklung der Produzentenorganisationen in den sogenannten Entwicklungsund Schwellenländern zu gewährleisten. Im Vergleich zu anderen Labels legen wir auf drei Merkmale besonderen Wert: Mindestpreis und Fairtrade-Prämie: Der Mindestpreis gibt den Kleinbauernfamilien in den Entwicklungsländern mehr finanzielle Stabilität. Zusätzlich erhalten die Produzenten eine FairtradePrämie. Sie entscheiden demokratisch darüber, für welche Projekte sie das Geld verwenden. Dabei profitiert die ganze Gemeinschaft, etwa durch den Bau einer Schule oder eines Gesundheitszentrums. Empowerment: Fairtrade stärkt Kleinbauern, Plantagenarbeiter und ihre Familien, damit sie ihr Leben aus eigener

Kraft nachhaltig verbessern können. Im Zentrum steht ein Entwicklungsprozess. Max Havelaar fördert die selbstbestimmte Entwicklung der Produzentinnen und Produzenten und fördert demokratische Strukturen in den Kooperativen und Arbeiterkomitees. So können die Kleinbauern und Arbeiterinnen mitbestimmen und Verantwortung übernehmen. Handelsstandard: Fairtrade stellt als einziges Label auch umfassende Anforderungen an den Handel. Wir nehmen also auch die Händler in die Pflicht, sich verantwortungsvoll zu verhalten. Dadurch können die Kleinbauern langfristige Handelsbeziehungen aufbauen und erhalten mehr Sicherheit. Wir alle können diese Erfolgsgeschichte weiterschreiben. Denn wir als Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz machen den Unterschied: Indem wir Fairtrade-Produkte kaufen, ermöglichen wir den Kleinbauern und Arbeiterinnen in Entwicklungsländern ein besseres Leben.

Andreas Jiménez ist Geschäftsleiter der Max-HavelaarStiftung (Schweiz)

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Bild: Rawpixel.com/Shutterstock.com

DIGITALISIERUNG – MEHR EFFIZIENZ BEIM BAUEN

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Zukunftsweisendes Bauen in der Schweiz – auch in den kommenden 100 Jahren 2017 ist für Losinger Marazzi ein ganz besonderes Jahr: Wir feiern unser 100-jähriges Bestehen. In diesem Zeitraum hat sich das Unternehmen kontinuierlich verändert und weiterentwickelt; Die Ansprüche an unsere Produkte haben sich vervielfältigt und das gesellschaftliche Umfeld hat sich enorm verändert. Die Schweizer Bevölkerung beispielsweise hat sich in diesem Zeitraum mehr als verdoppelt. Unsere Unternehmensgeschichte wurde und ist auch heute von ständigem Wandel, von Kreativität, Innovation und der laufenden Integration neuer Technologien geprägt. Und das ist gut so, denn die Herausforderungen der Zukunft sind heute grösser denn je: Der Klimawandel wird für breite Bevölkerungsschichten immer spürbarer und die Ressourcenknappheit nimmt zu. Sogar im «Wasserschloss» Schweiz wird Wasser immer kostbarer; Weltweit wird Sand zu einem knappen Gut. Gleichzeitig waren die Anforderungen an unsere Lebens- und Arbeitsräume noch nie so vielfältig; Die Gesellschaft vernetzt sich rasant; Traditionell getrennte Aktivitäten, wie Arbeit und Freizeit, wachsen immer mehr zusammen. Gerade heute sind also Flexibilität, Kreativität, Innovationskraft und Weitsicht entscheidend, damit wir Produkte, welche die Rahmenbedingungen der Zu-

kunft erfüllen, entwickeln und realisieren können. Das ist ein hoher Anspruch. Die Risiken sind zahlreich – aber wir sind davon überzeugt, dass das grösste Risiko darin bestehen würde, die Herausforderungen der Zukunft nicht anzunehmen. Dies aus folgenden Gründen: • 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung lebt heute in Städten und die Urbanisierung setzt sich weiter fort. Um die Lebensqualität und Nachhaltigkeit zu erhöhen, müssen unsere Städte deshalb intelligenter und vernetzter, aber auch sparsamer, wohnlicher und lebenswerter werden. • Die Energiestrategie der Schweiz strebt eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 80 Prozent bis 2050 an. Unsere Verantwortung ist es deshalb schon heute, die veränderten Klimabedingungen der Zukunft in all unseren Immobilienentwicklungen und Bauprojekten zu berücksichtigen. • Die Annahme des neuen Raumplanungsgesetzes führt zu einem tiefgreifenden Wandel im Umgang mit Bauland. Dessen Verknappung setzt städtebauliche Optimierung und Verdichtung voraus – ganz nach dem Konzept «die Stadt auf der Stadt bauen». • Die Bewertung der Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit eines Immobilienprojektes muss über die Realisierung hinaus einem ganzheitlichen Ansatz folgen. Auftraggeber fordern zu Recht immer öfter die Berücksichtigung der

Gesamtkosten eines Projekts. Unseren Kunden wollen wir deshalb ein Angebot für ihre Immobilienprojekte unterbreiten, das den gesamten Lebenszyklus umfasst. • Auch der Bauprozess muss nachhaltiger werden. Seit 2015 bezieht Losinger Marazzi deshalb ausschliesslich zertifizierten Strom, welcher in der Schweiz aus erneuerbaren Quellen gezogen wird. Zudem optimieren wir laufend und systematisch unsere Baustellenlogistik sowie den Ressourcenverbrauch unserer Projekte u.a. mit Hilfe des BIM (Building Information Modeling) – denn ökologisches Bauen heisst auch effizientes Bauen. Aus diesen Gründen ist Losinger Marazzi aktives Vorstandsmitglied von «Bauen digital Schweiz» – einer offenen Plattform, welche Digitalisierungsmöglichkeiten im Bauwesen sowie über die gesamte Wertschöpfungskette und den gesamten Lebenszyklus eines Projektes thematisiert. Der Wandel hat also bereits begonnen: Formen wir gemeinsam die Zukunft!

Pascal Bärtschi CEO Losinger Marazzi

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Bild: leolintang/Shutterstock

ZUKUNFT

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

GESTALTEN Nachhaltig 2.0 – smart, lokal & innovativ Möchten wir Werte für Generationen schaffen, so müssen wir Nachhaltigkeit neu denken: smart, von lokal zu global, und innovativ. Smart bedeutet eine kluge Nutzung der weltweiten Vernetzung durch moderne Kommunikationssysteme. Für eine nachhaltige Energiewende brauchen wir bis 2050 Smart-Grids-Stromnetze, in denen 100 % erneuerbare Energien keine Utopie mehr sind, da Kraftwerke, Stromspeicher und Verbraucher durch intelligente Steuerungssysteme optimal aufeinander abgestimmt sind. Die ersten Pilotprojekte sind am Laufen. Von lokal zu global: Wenn wir weltweit Nachhaltigkeit erreichen wollen, sind gut gemeinte Ziele auf UNO-Ebene nicht genug. Zum Glück gibt es immer mehr Unternehmen, die lokale Lösungen fin-

den, die sich auf positive Art und Weise auf unser weltweites Klima auswirken. Dänemark hat über Jahre eine grüne Windkraft-Industrie aufgebaut, zuerst für den Heimmarkt, heute für den weltweiten Export. Kann die Schweiz das Gleiche mit Gebäudehüllen? Innovativ: Wir in der Schweiz haben schon jetzt die Technologie, um alle Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Innovation hilft uns, sie für alle attraktiv zu machen. Mit Investitionen in neue Technologien und Lösungen können Gewinne erzielt, die Effizienz verbessert und Produktivität gesteigert werden. Immer wieder entstehen nachhaltige Ideen in den Labors der Schweizer Hochschulen. Geben wir der Innovation Raum!

Martin Stadelmann Director Public Advisory, South Pole Group

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Kakaoanbau im Klimawandel Kakao ist Chocolats Halbas wichtigster Rohstoff und als landwirtschaftliches Produkt in besonderem Masse vom Klima und einer intakten Umwelt abhängig. Wissenschaftler prognostizieren, dass sich die möglichen Anbauflächen für den Kakao infolge des Klimawandels in Zukunft verkleinern werden. Um ihren wichtigsten Rohstoff auch in Zukunft in hoher Qualität beschaffen zu können, verfolgt Chocolats Halba mit ihren Partnerkooperativen eine Strategie, um den Kakaoanbau resistenter gegen die Folgen des Klimawandels zu machen.

Komplexe Herausforderungen im Kakaoanbau Wissenschaftler prognostizieren für die nächsten Jahrzehnte grosse klimatische Veränderungen, insbesondere ein häufigeres Auftreten von Extrem-Wetter-Situationen. Diese Veränderungen bedeuten für den Kakaoanbau eine grosse Herausforderung in Hinsicht auf Produktivität und Qualität. Eine Konsequenz daraus ist, dass der Kakaoanbau für die nachfolgenden Bauerngenerationen einerseits zunehmend unattraktiv wird, gleichzeitig aber immer mehr Know-how in der Farmbewirtschaftung erfordert. Zusammen mit der zunehmenden Abholzung sowie der wachsenden Tendenz zu Kakao-Monokulturen erfordern diese Entwicklungen neue Strategien für die nachhaltige Beschaffung von Kakao, insbesondere von Edelkakao.

Mischanbau statt Monokulturen Chocolats Halba setzt gemeinsam mit ihren Partnerkooperativen in Lateinamerika und Westafrika auf die Ausbildung von Kakaobauern und -bäuerinnen in Methoden der Agroforstwirtschaft – einer Mischung aus Land- und Forstwirtschaft. Im Gegensatz zu dem Anbau in Monokulturen, pflanzen die Produzenten dabei den Kakao gemeinsam mit einheimischen Frucht- und Edelholzbäumen an. So imitieren sie gewissermassen das natürliche Primärwaldsystem, aus dem die Kakaopflanze ursprünglich stammt. Grössere Pflanzen spenden dem Kakao Schatten und durch die hohe Diversität erhöht sich die Bodenfruchtbarkeit und typische Kakao-Krankheiten und Schädlinge können sich weniger gut verbreiten. Die Produktivität der Kakaoparzellen steigt und die Bäume sind vor Wetterextremen besser geschützt.

Höhere Ernte und Diversifizierung

Margoth ist eine der Bäuerinnen, die nun als Trainerinnen im Rahmen des FINCA-Projekts andere Produzenten ausbilden.

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Mittelfristig führt der Anbau von Kakao in Agroforstsystemen zu höheren und stabileren Kakaoerträgen. Gleichzeitig profitieren die Bauern und Bäuerinnen vom Verkauf und Konsum der Früchte, des Gemüses und der Edelhölzer, die sie auf den Kakaoparzellen anpflanzen. Das Einkommen der Kakaobauern wird so gleich in zweierlei Hinsicht verbessert – einerseits durch die Stabilisierung der Kakaoerträge, andererseits durch Diversifizierung des Risikos.


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt So sieht eine Pflanzung aus, in der junger Kakao gemeinsam mit anderen Pflanzen angebaut wird.

Leuchtturmprojekt «FINCA» in Ecuador Im 2015 lancierte Chocolats Halba mit ihrer Partnerkooperative UNOCACE in Ecuador ein neues Projekt. Gemeinsam mit ihren Partnern bildet sie seitdem Kakaobauern zu Trainern in den Methoden der dynamischen Agroforstwirtschaft, einer Weiterentwicklung der Agroforstwirtschaft, aus. Nach intensiver Ausbildung beginnen die Trainer und Trainerinnen mit der Ausbildung interessierter Bauern in ihrer Region. Erste Resultate sind sehr erfreulich: So war beispielsweise das Einkommen eines Bauern auf seiner neu angelegten Kakaopflanzung nach dem Prinzip der dynamischen Agroforstwirtschaft nach einem Jahr fast viermal so hoch wie jenes seines Nachbarn, der die gleiche Fläche nach konventioneller Art neu bepflanzt hatte.

Ziele des Ecuador-Projekts bis 2020 Ausbildung

Mind. 600 Produzenten sind in Methoden der ĚLJŶĂŵŝƐĐŚĞŶŐƌŽĨŽƌƐƚǁŝƌƚƐĐŚĂŌĂƵƐŐĞďŝůĚĞƚ͘ ErtragsŝĞEĞƵƉŇĂŶnjƵŶŐĞŶƐŝŶĚǀŽŶĞŐŝŶŶŵŝŶĚ͘ϭϬථй steigerung ƉƌŽĚƵŬƟǀĞƌĂůƐǀĞƌŐůĞŝĐŚďĂƌĞŐůĞŝĐŚĂůƚƌŝŐĞƵŶĚ ŬŽŶǀĞŶƟŽŶĞůůĞEĞƵƉŇĂŶnjƵŶŐĞŶ͘ NachwuchsDŝŶĚ͘ϱϬථйĚĞƌĂƵĞƌŶͲdƌĂŝŶĞƌ;&ĂĐŝůŝƚĂĚŽƌĞƐͿ förderung sind jünger als 35 Jahre &ƌĂƵĞŶĨƂƌĚĞƌƵŶŐ DŝŶĚ͘ϮϱථйĚĞƌĂƵĞƌŶͲdƌĂŝŶĞƌ;&ĂĐŝůŝƚĂĚŽƌĞƐͿ ƐŝŶĚ&ƌĂƵĞŶ &ƂƌĚĞƌƵŶŐĚĞƌ DŝŶĚĞƐƚĞŶƐϱϬĞŝŶŚĞŝŵŝƐĐŚĞ^ĐŚĂƩĞŶďćƵŵĞ ŝŽĚŝǀĞƌƐŝƚćƚ ƉƌŽ,ĞŬƚĂƌŝŶĚĞŶWŇĂŶnjƵŶŐĞŶ Seit März bei Coop im Regal: Die Ecuador Projektschokolade Alle Bauern, von denen Chocolats Halba in Ecuador Kakaobohnen einkauft, bauen die Edelkakaosorte «Cacao Nacional Arriba» an. Daraus stellt Chocolats Halba für ihr Mutterhaus Coop zwei hochwertige und fair gehandelte Bioschokoladen her. Am Ende profitieren alle: Die Kakaoproduzenten erhöhen ihr Einkommen, die Kakaoböden gewinnen an Fruchtbarkeit, Chocolats Halba sichert sich die Lieferung nachhaltigen Edelkakaos und die Konsumenten kommen in den Genuss einer neuen, nachhaltigen Edelschokolade. Seit März 2017 ist die erste Fairtrade-Edelschokolade mit Kakao aus dem Projekt in Ecuador in den Coop-Filialen erhältlich.

Chocolats Halba, Division der Coop Chocolats Halba ist die Nachhaltigkeitspionierin im Schweizer Schokoladensektor. An den Standorten in Wallisellen und Hinwil verarbeitet die Schokoladenproduzentin mit 258 Mitarbeitenden Kakao aus Ghana, Honduras, Ecuador und Peru zu Premium-Produkten für Handel und Industrie. Ihre wichtigsten Exportmärkte sind Deutschland, Italien, Frankreich, Australien, China, Kanada und die USA. Hauptkundin ist die Coop Genossenschaft, in die Halba als Division integriert ist. Seit 2008 verfolgt Chocolats Halba eine konsequente Nachhaltigkeitsstrategie mit starkem Fokus auf direkte Beschaffung, Zertifizierung und Aufforstung im Ursprung. Mit dem Fabrik-Neubau in Pratteln, und dem damit verbundenen Umzug von Chocolats Halba im 2017/2018, bekennt sich Coop klar zum Produktionsstandort Schweiz.

Anton von Weissenfluh CEO Chocolats Halba

Chocolats Halba Division der Coop Alte Winterthurerstrasse 1 CH-8304 Wallisellen T. +41 44 877 10 10 info@halba.ch www.halba.ch

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Klimawandel: Chance und Herausforderung zugleich Auf der Homepage des Wirtschaftsverbands swisscleantech kann man nachlesen, dass einer Ihrer Schwerpunkte der Kampf gegen den Klimawandel ist. Warum engagiert sich ein Wirtschaftsverband für den Kampf gegen den Klimawandel? Herr Dr. Christian Zeyer: Der Klimawandel ist für die Wirtschaft eine grosse Herausforderung, aber auch eine Riesenchance. swisscleantech ist überzeugt, dass die Chancen und Möglichkeiten überwiegen, und engagiert sich deshalb für eine wirkungsvolle Klimapolitik. So werden Fassaden nicht nur zu einem Designstatement, sondern auch zum Kraftwerk. Dank Photovoltaikmodulen schützt die Fassadenverkleidung nicht nur das Gebäude, sondern zeigt eine repräsentative Optik und produziert Strom. Fassaden dieser Art erlauben eine vielfältige Gestaltung und sind kaum noch teurer als normale, hochwertige Fassadenverkleidungen. Quelle: solvatec.ch

Wie ist das zu verstehen? Welche Chancen sehen Sie? Der Kampf gegen den Klimawandel wird neue Businessmodelle, Produkte und Dienstleistungen hervorbringen. Das zeichnet sich bereits heute ab: Investitionen in Grosskraftwerke werden im Zuge der Energiewende immer schwieriger, während sich Projekte im Bereich der Energieeffizienz besser rechnen. Wer hier investiert, gehört zu den Gewinnern von morgen. Warum braucht es dazu politische Arbeit, wie swisscleantech sie macht? Die Vergangenheit hat gezeigt: Wo es um Emissionen geht, braucht es Regeln, welche die Emissionen auf ein vernünftiges Mass reduzieren. Aus Sicht der Wirtschaft muss diese Reduktion aber so vollzogen werden, dass der Werkplatz auch in Zukunft attraktiv bleibt. Die entscheidende Frage ist nicht das «Wieviel», sondern das «Wie». Dazu braucht es den politischen Dialog – und genau hier setzen wir an.

Überschussstrom war gestern. Power-to-X Anlagen produzieren im Verbund mit Photovoltaikanlagen und Windturbinen lagerfähige und klimaneutrale Brenn- und Treibstoffe. Heute ist dieser Prozess noch kostenintensiv. Die Kostensenkungspotentiale sind jedoch gewaltig. Quelle: hk-gebaeudetechnik.ch

Auch moderne Architektur muss nachhaltig sein. Das Gebäude «The Edge» in der Nähe von Amsterdam (NL) sieht nicht nur gut aus, es weist dank optimaler Gebäudetechnik auch einen tiefen Energieverbrauch aus. Das Gebäude nutzt einen Grundwasserspeicher, der 130 Meter unter Grund liegt, als Saisonspeicher. Damit kann es fast ohne fremde Energie im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden. Quelle: schneider-electric.com


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Das sagen andere Wirtschaftsverbände auch. Wo liegt der Unterschied zu Ihnen? Der Unterschied besteht darin, dass wir eine Reduktion der Treibhausgasemissionen anstreben, die mit dem Pariser Klimaabkommen kompatibel ist. Was heisst das konkret? Das Pariser Klimaabkommen will die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C, wenn möglich 1.5°C, begrenzen. Die Wissenschaft ist überzeugt, dass dies nur möglich ist, wenn die Welt nach 2050 weitgehend ohne fossile Energieträger auskommt. Geht das überhaupt? Ja, das geht. Die für diesen Wandel notwendigen Technologien sind vorhanden. Dank kontinuierlich und rasant sinkender Preise ist eine Lösung in Reichweite: Bereits heute sind die Produktionskosten von Strom aus Photovoltaik- und Windkraftwerken teilweise tiefer als von jenem aus Kohle- und Gaskraftwerken. Gib es aus Ihrer Sicht Schlüsseltechnologien zum Erfolg? Neben der Energieeffizienz sehen wir drei Schlüsseltechnologien mit grosser Bedeutung: Solarenergie, Windenergie und Power-to-X. Was bedeutet Power-to-X? Mit dieser Technologie können aus überschüssigem Strom lagerbare Treibstoffe hergestellt werden. Strom, der zu einem gegebenen Zeitpunkt keinen Abnehmer findet, geht somit nicht verloren, sondern kann anderweitig verwendet werden. Wird also der Kampf gegen den Klimawandel bei all diesen Möglichkeiten zum Selbstläufer? Vermutlich nicht. Vergessen wir nicht: Auch in der Schweiz sind wir zu 65 % von fossilen Energieträgern abhängig. Der Ausstieg aus unserer fossil-dominierten Energieversorgung bleibt eine Herkulesaufgabe. Aber der Weg in ein postfossiles Zeitalter ist ohne Alternative. Was sind aus Ihrer Sicht die nächsten Teilschritte? Anfang 2018 wird das Parlament die Revision des CO2 Gesetzes in Angriff nehmen. Wir setzten uns für ein ambitioniertes Reduktionsziel im Inland bis 2030 ein. Eine 40% Reduktion im Inland und 10% Auslandkompensation wären aus unserer Sicht am besten mit dem Pariser Klimaabkommen vereinbar. Und was, wenn ein tieferes Inlandziel festgelegt wird? Das wäre eine verpasste Chance. Damit werden die Aufgaben für die Phase 2030 bis 2040 anstrengender und teurer. Besonders bei Infrastrukturen besteht auch die Gefahr von «Stranded Assets». Alle getätigten Investitionen sollten heute auf ihre Klimaverträglichkeit untersucht werden. Proaktiver Klimaschutz bereits heute wäre demnach günstiger? Ja, davon sind wir überzeugt. Das Interview mit Dr. ETH. Christian Zeyer führte Nadja Hauser.

10 Schritte zu einem erfolgreichen Klimaschutz 1. Gebäude auf Effizienz trimmen 2. Ölheizungen durch CO2-arme Heizungen ersetzen 3. Verkehr flexibilisieren und elektrifizieren 4. Den Strommarkt reorganisieren 5. Nachhaltige Stromproduktion steigern 6. In Stromnetze investieren 7. Produktionsprozesse effizienter und CO2-arm gestalten 8. Power-to-X technisch und wirtschaftlich optimieren 9. Kreislaufwirtschaft fördern 10. Preis auf den Ausstoss von CO2 etablieren

Zum Verband: Der Wirtschaftsverband swisscleantech bringt Firmen zusammen, die für umweltverantwortliches Handeln einstehen. Wir teilen Wissen, fördern Innovation und setzen uns für effiziente politische Regeln ein. Dadurch leisten wir einen Beitrag an eine zukunftsfähige Schweiz und helfen unseren Firmen, Marktchancen zu entwickeln.

Dr. ETH Christian Zeyer ist Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands swisscleantech

swisscleantech Reitergasse 11 8004 Zürich T. +41 58 580 08 09 F. +41 58 580 08 02 sekretariat@swisscleantech.ch www.swisscleantech.ch

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Ihre Bühne für

Führungen, Seminare

und Events

Die nachhaltigste Eventlocation der Welt live erleben! – Spektakuläre Architektur – CO2-neutrale Events

– 6 Seminarräume für 20 bis 80 Personen Halbtages- und Tages-Seminar-Packages

– Zentrale Lage ÖV-Anbindung, Parkhaus mit 500 Parkplätzen inkl. Ladestation

– Nachhaltige Kulinarik

– Arena für bis zu 4000 Personen

– Diverse Führungen z.B. «Das erste energieautarke Mehrfamilienhaus der Welt» oder «Unsere Energiezukunft»

– Konferenzsaal für bis zu 325 Personen

– Interaktives Rahmenprogramm mit In- / Outdoor Parcours für Testfahrten mit E-Mobilen

Auskünfte und Buchung Umwelt Arena AG Türliackerstrasse 4, 8957 Spreitenbach Telefon +41 56 418 13 13, events@umweltarena.ch www.umweltarena.ch, www.facebook.com/umweltarena

Patronat: Kanton Aargau. Mit Unterstützung der W. Schmid Projekte AG. Hauptpartner:


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Klimaschutz im Supermarkt

Klimaneutral kann jeder!

Wie gross ist der CO2-Fussabdruck?

Seit über 10 Jahren unterstützt ClimatePartner Unternehmen dabei, Wachstumschancen durch freiwilligen Klimaschutz zu schaffen: indem wir ihnen helfen, CO2-Emissionen zu reduzieren und auszugleichen. Mit international anerkannten Klimaschutzprojekten, die nach den höchsten Standards zertifiziert sind – wie dem Gold Standard oder dem Verified Carbon Standard. Unser Label für Klimaneutralität ist TÜV-zertifiziert. ClimatePartner unterstützt mehr als 1000 Kunden in über 30 Ländern, und arbeitet eng mit Umweltverbänden zusammen.

Wer Produkte klimaneutral anbieten möchte, braucht zunächst einmal eine genaue CO2-Bilanz zu seinem Produktlebensyklus. Mit dem CO2-Fussabdruck lässt sich feststellen, wo Treibhausgase kontinuierlich reduziert werden können. Zum Beispiel durch optimierte Produktionsprozesse oder innovative Verpackungskonzepte.

Melden Sie sich gerne, wir finden eine passende Klimaschutzstrategie für Sie!

Biologisch, saisonal, fair gehandelt … und klimaneutral! Verbraucher werden auch im Lebensmittelsektor immer anspruchsvoller: Sie achten auf bio, saisonal oder fair gehandelt – und immer mehr auch darauf, ob Produkte klimaneutral ausgezeichnet sind. Sogar Discounter führen inzwischen erste klimaneutrale Lebensmittel im Sortiment.

Kontakt

Das Label «klimaneutrales» Produkt Egal wie klimafreundlich ein Produkt entsteht, am Ende bleiben immer unvermeidbare CO2-Emissionen übrig. Ein Produkt wird erst dann klimaneutral, wenn Sie diese durch Unterstützung eines international anerkannten Klimaschutzprojekts ausgleichen. Zum Beispiel, indem Sie Waldschutz in Brasilien oder saubere Windkraft unterstützen und so für konkrete CO2-Einsparungen sorgen. Glaubwürdig und für die Verbraucher transparent wird es, wenn Berechnung und das Klimaschutzprojekt über QR-Code und eine ID-Nummer nachvollziehbar dokumentiert sind.

Sven Berther Geschäftsführer T. +41 43 556 78 50 s.berther@climatepartner.com

Klimaneutrale Eigenmarke: BIO COMPANY

Klimaneutral verpackt: Bio Eier bei LIDL Schweiz

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ClimatePartner Switzerland AG Technoparkstr. 1 8005 Zürich T. +41 43 556 78 50 F. +41 43 556 78 59 info@climatepartner.ch www.climatepartner.ch

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C&A – nachhaltige Mode zum Status Quo machen Seit 176 Jahren ist es unser Ziel, dass unsere Kundschaft bei uns Mode findet, die nicht nur gut aussieht, sondern auch positiv wirkt. Deswegen achten wir darauf, wie wir Geschäfte tätigen und welchen Einfluss das auf die Mitarbeiter, die Gesellschaft und den Planeten hat – mit dem Ziel, nachhaltig Mode zum Status Quo zu machen.

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie

Bereits heute ist C&A der weltweit grösste Nutzer von Biobaumwolle und bezieht über 50 % der Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen.

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Unsere globale Nachhaltigkeitsstrategie befasst sich mit den zentralen Themen der globalenTextilindustrie und fusst auf drei Säulen: Nachhaltige Produkte, nachhaltige Lieferketten und nachhaltiges Leben. Die Einbindung des Nachhaltigkeitsgedankens in alle unsere Geschäftsprozesse ist notwendig, um unserem Anspruch gerecht zu werden, Mode mit positiven Auswirkungen für Mensch und Umwelt anzubieten. Damit dies gelingt und wir die positive Entwicklung weiter vorantreiben können, haben wir konkrete Nachhaltigkeitsziele festgehalten, die es bis 2020 zu erreichen gilt.


klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt Nachhaltige Produkte Nachhaltige Produkte bedeutet die Anwendung von Herstellungsverfahren, die die Umwelt und natürliche Ressourcen schonen, indem sie mehr nachhaltige Rohstoffe verwenden. Bereits heute ist C&A der weltweit grösste Nutzer von Biobaumwolle und bezieht über 50 % der Baumwolle aus nachhaltigeren Quellen. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 100 % erhöht werden. Auch das Produktdesign und die Verwendung gebrauchter Kleidung als wertvolles Material für neue Produkte tragen zur Nachhaltigkeit bei.

Nachhaltige Lieferketten Die Lieferketten der Bekleidungsindustrie stehen vor komplexen Herausforderungen. Um eine nachhaltige Lieferkette zu erreichen, arbeiten wir kontinuierlich an der Erhöhung von Umwelt- und Sozialstandards in den Fabriken, die für uns Produkte herstellen und fordern transparente Prozesse sowie sichere und faire Arbeitsbedingungen. Auch unsere eigene Geschäftstätigkeit verbessern wir stetig und wollen bis 2020 die CO2-Bilanz in Filialen, Distributionszentern und Büros um 20 % verbessern.

Nachhaltiges Leben Unsere mehr als 60 000 Mitarbeiter spielen eine wichtige Rolle bei der Umsetzung unseres Engagements für nachhaltige Mode. Indem wir eine Nachhaltigkeitskultur unter den Mitarbeitern schaffen und sie noch stärker in die Umsetzung unserer globalen Nachhaltigkeitsstrategie miteinbeziehen, werden unsere Angestellten zu Botschaftern für unsere Marke und ermöglichen unseren Kundinnen nachhaltige Kaufentscheidungen. Weitere Informationen zum aktuellen globalen Nachhaltigkeitsbericht von C&A finden Sie unter: www.c-a.com/sustainability-report

C&A präsentiert das erste Cradle to Cradle CertifiedTM T-Shirt mit Gold-Level Zertifizierung Als erster Fashion Retailer bietet C&A seit diesem Frühjahr eine recyclebare und mit dem Gold-Level ausgezeichnete Cradle to Cradle Certified T-Shirt Kollektion an. Die T-Shirts aus 100 % organischer Baumwolle wurden nicht nur auf sozial- und umweltverträgliche Weise gefertigt, sondern sind biologisch abbaubar und können nach ihrer Nutzung dem natürlichen Kreislauf zugeführt und im hauseigenen Kompost entsorgt werden. Mit der Einführung der Kollektionsteile mit «Cradle to Cradle»-Zertifizierung baut C&A seine Nachhaltigkeitsstrategie weiter engagiert aus. Die Kollektion zeigt, dass es möglich ist, Kleidung nachhaltig zu produzieren und sie dennoch zu einem wettbewerbsfähigen Preis anzubieten. Das unabhängige Zertifizierungs-Institut Cradle to Cradle CertifiedTM Products Innovation hat die Aufgabe, Produkte und Materialien im Hinblick auf ihre Gesundheits- und Umweltsicherheit sowie nachhaltige Produktionsprozesse zu bewerten. Dabei werden Faktoren, wie die Nutzung erneuerbarer Energien, Klimaschutz, nachhaltige Wasserwirtschaft und soziale Fairness berücksichtigt. Je nach Ergebnis erhalten die Produkte ein Zertifikat mit Basic-, Bronze-, Silber-, Gold- oder Platin-Level.

C&A Mode Oberneuhofstrasse 6 6341 Baar T. +41 41 766 57 57 www.c-a.com

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Nest Sammelstiftung Molkenstrasse 21 8004 ZĂźrich T 044 444 57 57 www.nest-info.ch


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Pensionskasse: Mit welcher Rente kann ich rechnen? Die Schlagzeilen sind voller Zahlen zur Altersvorsorge: Rentenalter, Mindestzins oder Umwandlungssatz. Wie üppig die Rente wird, hängt von vielen Faktoren ab. Einige wirken direkt auf den ausbezahlten Betrag, der Umwandlungssatz und die Verzinsung etwa. Andere nur indirekt: die Kapitalrenditen oder politische Entscheide. Auf einige haben die Versicherten Einfluss. Auf andere nicht. Ein Überblick.

Direkte Faktoren – was direkt die Renten beeinflusst Der Umwandlungssatz ist eine dieser viel diskutierten Kennzahlen. Er bestimmt, wie hoch die jährlich ausbezahlte Rente ist. Bei einem Satz von 6,8 Prozent erhält ein Rentner pro 100 000 Franken Vorsorgekapital 6800 Franken. Aufgrund sinkender Kapitalrenditen und der steigenden Lebenserwartung steht dieser Prozentsatz unter Druck. Die Sammelstiftung Nest senkt ihn jährlich um 0,1 Prozent von 6,8 auf 6,0 Prozent, jedoch nur bei neuen Renten. Daneben wird das Altersguthaben jährlich verzinst, abhängig von den Renditen am Kapitalmarkt. Sinken sie, betrifft es auch diese Zinsen. Der Bundesrat legt jährlich einen Mindestzins fest. Nest verzinst meistens höher – zurzeit mit 1,5 Prozent.

Bestimmen das Altersguthaben: Lohn, Einzahldauer, Zins Diese direkt beeinflussbaren Faktoren ergeben die Höhe des Altersguthabens und damit der Rente: Es sind Sparbeiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber und die Zinsen. Zusätzlich können Versicherte freiwillige Beiträge in die Pensionskasse einzahlen. Damit erhöhen sie nicht nur ihr Altersguthaben, der Betrag ist auch steuerlich abzugsfähig – die Versicherten profitieren so zweifach. Als direkte Faktoren bestimmen über die Guthabenhöhe also der Lohn, die Verzinsung und die Einzahldauer – von der ersten BVG-Einzahlung bis zur Pensionierung.

Über Nest Nest ist die führende ökologischethische Pensionskasse der Schweiz. Die Sammelstiftung mit Sitz in Zürich und Genf legt die Vorsorgegelder von 20 583 Versicherten aus 3171 Betrieben nach strengen ökologischen und sozialen Kriterien an. 1983 gegründet, verfügt Nest über 30 Jahre Erfahrung mit ökologisch-ethischen Kapitalanlagen und mit Inrate über eine spezialisierte Rating-Agentur. Nest verwaltet Vorsorgekapital im Wert von über 2,2 Milliarden Franken.

Dr. Peter Beriger Geschäftsleiter Nest Sammelstiftung, Zürich

Indirekte Faktoren – die Wirtschaft und die Politik Die Lebenserwartung steigt. Wenn wir länger leben, muss das Ersparte länger reichen. Bei der Einführung der obligatorischen Pensionskasse 1985 rechnete man mit einer durchschnittlich fünf Jahre kürzeren Lebenserwartung. Für den obligatorisch versicherten Lohnanteil gilt ein einheitlicher Umwandlungssatz – seit 2014 sind es 6,8 Prozent. Mit der BVG-Reform soll er bis 2022 auf 6 Prozent sinken. Die einbezahlten Guthaben legen die Pensionskassen an den Kapitalmärkten an. Nest tut dies nach klaren ökologischen und ethischen Richtlinien. Diese Strategien entsprechen unseren Stiftungszielen und sind gleichzeitig ökonomisch nachhaltig. Auch investiert Nest verstärkt in nachhaltige Immobilienprojekte. Mit unserer Anlagestrategie beeinflussen wir diese indirekten Faktoren bestmöglich. Dies erlaubt Nest gewöhnlich eine überdurchschnittliche Verzinsung.

Nest Sammelstiftung Molkenstrasse 21 8004 Zürich T. +41 44 444 57 57 F. +41 44 444 57 99 info@nest-info.ch www.nest-info.ch

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klimafreundlich Wirtschaft & Umwelt

Mit Max Havelaar die Welt verändern Bewusste Kaufentscheide im Alltag leisten einen wichtigen Beitrag zu besseren Lebensbedingungen für Kleinbauern und Arbeiterinnen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Ob Kaffee und Bananen in der Kantine, Fussbälle für Schulen oder Textilien für Arbeitsbekleidung – die Möglichkeiten auf Fairtrade Max Havelaar zu setzen sind gross, ebenso die Wirkung, die mit diesem Engagement erreicht wird. Denn Fairtrade stärkt Kleinbauernfamilien und Arbeiterinnen in Afrika, Lateinamerika und Asien und ermöglicht ihnen ihr Leben aus eigener Kraft zu verbessern. Dies ist nach wie vor dringend notwendig, denn weltweit gibt es circa 900 Millionen unterernährte Menschen, davon rund die Hälfte Kleinbauern, welche also selber Nahrungsmittel anbauen. Fairtrade Max Havelaar verbessert die Einkommenssituation der Produzenten und gibt ihnen mehr finanzielle Stabilität. Darüber hinaus fliesst für jedes Fairtrade-Produkt eine Prämie auf ein separates Konto der jeweiligen Produzentenorganisation. Die Bauern und Arbeiter entscheiden dann selbständig und demokratisch darüber, welche Projekte sie mit der Prämie realisieren. Fairtrade fördert dadurch die Vernetzung der Bauern und schafft bessere Strukturen. «Dies verstärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und fördert die Eigenverantwortung», bestätigt auch Delphine Zoungrana, die für den Baumwollbauernverband in Burkina Faso arbeitet.

Jeder und jede kann einen aktiven Beitrag leisten Damit alle diese Vorteile des fairen Handels zum Tragen kommen können, müssen die Kleinbauernorganisationen ihre Ernte auch tatsächlich zu den vorteilhaften Fairtrade-Bedingungen verkaufen können. Dazu kann jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag leisten: Wählen Sie als Privatperson beim täglichen Einkauf Produkte mit dem Fairtrade Max Havelaar-Gütesiegel. Als Politiker oder Unternehmer können Sie sich ausserdem aktiv dafür einsetzen, dass in der Beschaffung wo immer möglich Produkte aus fairem Handel berücksichtigt werden.

Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) Limmatstrasse 107 8005 Zürich Tel. +41 44 278 99 00 Fax +41 44 567 89 59 info@maxhavelaar.ch www.maxhavelaar.ch

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klimafreundlich Energie

Bild: Olivier Le Moal/Shutterstock

NEUE

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klimafreundlich Energie

ENERGIEN Energiestrategie 2.0 – Wie geht es weiter? Am 21. Mai hat die Schweizer Stimmbevölkerung einen wichtigen Richtungsentscheid gefällt und die Energiestrategie 2050 des Bundes angenommen. Damit ist klar, worauf die zukünftige Energiepolitik abzielt: Weg von fossilen und nuklearen Energieträgern hin zu einer effizienten und erneuerbaren Versorgung mit einheimischen Energien. Das neue Energiegesetz allein reicht jedoch bei weitem nicht aus, um von schmutzigen und endlichen Energieträgern wegzukommen. Nach dem Richtungsentscheid muss jetzt für die nötige Dynamik gesorgt werden. Eine Energiestrategie 2.0 ist gefordert. In der Schweiz verbrauchen wir jährlich 237 Terawattstunden Energie (Stand 2016). Rund ein Viertel davon ist erneuerbar. Den Rest importieren wir in Form von Erdöl, Gas und Uran (Importe von grauer Energie in Form von Konsumgütern nicht eingerechnet). Diesen Rest eins zu eins mit einheimischen Energien

zu ersetzen, ist nicht problemlos möglich, weil jede Art der Energiegewinnung Nebenwirkungen für Umwelt und Landschaft mit sich bringt. Fossile Energien importieren wird immer schwieriger, sei es aus politischen Gründen – Stichwort Klimawandel –, sei es, weil die Quellen versiegen. Der Peak Oil ist überschritten. Zusätzlich zum Ausbau erneuerbarer Energiequellen müssen wir deshalb unseren Energieverbrauch reduzieren. Der technologische Fortschritt hilft mit: Dank verbesserter Energieeffizienz ist es möglich, Leistungen mit weniger Energieeinsatz zu erbringen. Es braucht aber auch einen intelligenteren und massvolleren Umgang mit Energie. Als Gesellschaft müssen wir uns fragen: Wieviel brauchen wir wirklich?

Valentin Schmidt Leiter Politik & Kommunikation, Schweizerische Energie-Stiftung SES

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klimafreundlich Energie

naturemade ist Klimaschutz plus Naturschutz Das deutliche Ja zur Energiestrategie 2050 in der Abstimmung vom 21. Mai 2017 hat klar gezeigt, dass eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung hinter der Förderung erneuerbarer Energieträger steht. Das sind gute Nachrichten für den Klimaschutz. Aber auch Produktionsanlagen für erneuerbare Energie können bei Bau und Betrieb teilweise stark in die Natur eingreifen. Daher lohnt es sich, beim Bestellen von Strom, Wärme oder Biogas auf die Gütesiegel «naturemade basic» und «naturemade star» zu achten. Denn damit fördern Sie den Ausbau besonders umweltfreundlicher Energieanlagen und unterstützen Projekte für Natur und Umwelt:

Bild: BKW

Am Kallnachkanal bei Aarberg BE konnten mit finanziellen Beiträgen aus dem naturemade star Fonds Buchten und Flachwasserzonen geschaffen werden.

Das Gütesiegel naturemade basic steht für Strom und Wärme aus 100 % erneuerbaren Energiequellen. Zertifiziert sind vorwiegend Schweizer Grosswasserkraftwerke, die eine sichere Energieversorgung während des ganzen Jahres garantieren, sowie Kehrichtverbrennungsanlagen, in denen die sinnvolle und energieeffiziente Verwertung im Zentrum steht. Das Plus von naturemade basic: Mit dem Kauf von naturemade-basic-zertifizierter Energie wird der Ausbau neuer erneuerbarer Energieträger (Sonne, Wind, Biomasse) sowie von besonders naturfreundlichen Wasserkraftwerken gefördert.

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klimafreundlich Energie

Bild: Aquarius

Dank des naturemade star Fonds können auch Massnahmen zur Förderung von speziellen Arten umgesetzt werden. Die Wasseramsel ist beispielsweise auf naturnahe Bäche und Nistplätze angewiesen.

Das Gütesiegel naturemade star geht noch einen Schritt weiter und zeichnet ausschliesslich erneuerbare und besonders umweltschonend produzierte Energie aus – sowohl Strom als auch Wärme und Biogas. Diese Öko-Energie stammt vor allem aus Schweizer Wasserkraft sowie Sonne, Wind und Biomasse. Kraftwerke, die dieses Gütesiegel tragen, erfüllen strenge Umweltauflagen, damit Pflanzen und Tiere rund um die Kraftwerke möglichst wenig beeinträchtigt werden. Zusätzlich fliesst für jede verkaufte Kilowattstunde aus naturemade-star-Wasserkraftwerken ein Rappen in einen Fonds. Dieser finanziert ökologische Aufwertungen im Umfeld der Kraftwerke – zum Beispiel werden Uferböschungen renaturiert oder alte Flussläufe wiederbelebt. naturemade star gilt europaweit als das Gütesiegel mit den strengsten ökologischen Kriterien.

Trägerverein Der VUE Verein für umweltgerechte Energie wurde 1999 gegründet und ist Träger der naturemade-Gütesiegel. Er hat sich zum Ziel gesetzt, dass die Schweiz ab 2050 zu 100 % erneuerbare und ökologische Energie produziert und bezieht. Diese Vision soll mithilfe von Marktinstrumenten, einer hohen Kundenorientierung und der schrittweisen Ökologisierung des Energiesystems realisiert werden.

Breit abgestützte Trägerschaft Hinter den beiden Gütesiegeln naturemade basic und naturemade star steht der VUE Verein für umweltgerechte Energie. Zu den 180 Mitgliedern des Vereins gehören Schweizer Verbände für erneuerbare Energien, Grosskonsumenten von Strom sowie Energieversorger, aber auch das Schweizerische Konsumentenforum kf, WWF Schweiz und Pro Natura. Die Kriterien für die Vergabe der Gütesiegel wurden von Fachverbänden, Umweltund Konsumentenorganisationen, Energieproduzenten und -lieferanten gemeinsam entwickelt. Die Zertifizierung erfolgt erst nach umfassender Prüfung. Zudem werden die zertifizierten Anlagen jährlich von unabhängigen Auditoren überprüft. Die breite Abstützung sowie die strengen und unabhängigen Kontrollen garantieren den EnergiebezügerInnen die Vertrauenswürdigkeit und Transparenz der naturemade-Gütesiegel.

Ökoenergie im Aufwind Unternehmen können mit dem Bezug von naturemade-zertifizierter Energie glaubwürdig ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit demonstrieren. Zudem wird der Bezug von Ökostrom naturemade star im Monitoring von EnAW und act als Energieeffizienzmassnahme anerkannt. Auch bei Energiestädten wird naturemadestar-zertifizierte Energie bei der Bewertung positiv angerechnet. In der Schweiz bezieht bereits eines von 10 Unternehmen naturemade-Strom. Bei den Privathaushalten ist es sogar jeder achte Haushalt. Auch Produktion und Verkauf von naturemade-star-zertifiziertem Biogas haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. So tragen bereits 10 % des in der Schweiz verkauften Biogases das Gütesiegel naturemade star. Das stimmt zuversichtlich, dass vom Ausbau der Erneuerbaren in den nächsten Jahren nicht nur das Klima, sondern auch die Natur profitiert.

Cornelia Brandes Geschäftsleiterin VUE

VUE naturemade Molkenstrasse 21 8004 Zürich T. +41 44 213 10 21 info@naturemade.ch www.naturemade.ch

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling

Bild: moomsabuy/shutterstock

EINE FRAGE

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling

DES KLIMAS Problem erkannt, Problem gebannt? Das Treibhausgas CO2 ist ein natürlicher Bestandteil der Luft, wird aber auch durch das Verbrennen fossiler Energieträger verursacht und ist mitverantwortlich für den Treibhauseffekt. Die globale Erderwärmung und der KIimawandel sind in der Schweiz deutlich messbar. Der Temperaturanstieg in den Alpenstaaten ist sogar doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt. Und der Trend zeigt weiterhin nach oben. Die Schweiz hat daher ein vitales Interesse an einer internationalen Klimapolitik und griffigen Massnahmen.

CO2 ist farb- und geruchsneutral und deshalb für uns Menschen nur als sehr abstrakte Gefahr wahrnehmbar. Niemand ist gegen den Klimaschutz. Doch Lenkungsabgaben, Sparen und neue Technologien bringen drastische Veränderungen in unseren Alltag. Es läuft darauf hinaus, dass wir in vielen Bereichen unsere Komfortzone verlassen müssen. Ist der Leidensdruck wirklich gross genug, damit wir dazu bereit sind?

Andreas Tonner Geschäftsführer Recycling Coach GmbH

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling

Saubere Energie für Zürich Um Abfall hygienisch zu entsorgen, wird dieser in der Stadt Zürich seit über 100 Jahren verbrannt. Die dabei entstehende Wärme nutzt die Stadt clever zum Heizen von Gebäuden – zum Beispiel des Hauptbahnhofs Zürich, des Universitätsspitals oder des Landesmuseums. Auch mit Blick auf die Zukunft ist Fernwärme, die sogenannte Zürich Wärme, ein entscheidender Faktor in der strategischen Energieplanung der Stadt. Bereits heute liefert Zürich Wärme von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich so viel Energie, wie 170 000 Haushalte zum Heizen benötigen. Bis 2050 soll ein Viertel des Wärmebedarfs in der Stadt mit Zürich Wärme gedeckt werden.

Zürich Wärme ist Energie aus Abfall.

Das Verbrennungsfeuer im Kehrichtheizkraftwerk heizt Wasser auf und erzeugt Wasserdampf, der über eine Turbine Strom produziert. Die im Dampf verbleibende Wärme heizt anschliessend das Wasser, welches in einem geschlossenen Kreislauf in Leitungen in die zu heizenden Gebäude geführt wird. Das abgekühlte Wasser fliesst zurück zum Kehrichtheizkraftwerk zur erneuten Aufheizung. In der kühleren Jahreszeit ergänzt Wärme aus dem Holzheizkraftwerk Aubrugg die Energielieferungen aus der Abfallverwertung. Das Holz dafür stammt aus der Region und dem Kanton Zürich und hat nur kurze Transporte hinter sich. Lediglich zu Spitzenzeiten kommen Erdgas oder Öl zum Zug. So stammen insgesamt rund zwei Drittel von Zürich Wärme aus erneuerbaren Energiequellen.


klimafreundlich Entsorgung & Recycling

In Zukunft soll diese umweltfreundliche Energie noch besser für die Stadt Zürich genutzt werden: mit einer Verbindung vom Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz nach Zürich-West. Das Kehrichtheizkraftwerk Josefstrasse wird in den nächsten Jahren abgeschaltet, weil die Anlagen das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht haben. Die zukünftige Versorgung von Zürich-West mit Zürich Wärme soll durch die Verbindungsleitung zum Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz sichergestellt werden. Am Standort des alten Werkes Josefstrasse wird eine neue Zentrale die Wärmeverteilung gewährleisten. Entlang der geplanten Verbindungsleitung zwischen den beiden Standorten können in den dicht besiedelten Quartieren Wipkingen, Ober- und Unterstrass weitere Gebäude mit Zürich Wärme bedient werden. Auch ist geplant, dass diese ökologisch wertvolle Energie rund um das Sihlquai und im Quartier Aussersihl weiteren Liegenschaftsbesitzenden angeboten werden soll.

Aus Abfall von Zürich wird Energie für Zürich Wärme aus der Kehrichtverwertung als Heizenergie ist eine saubere und komfortable Energiequelle, weil der Rohstoff nicht von weit her transportiert wird, sondern sozusagen «hausgemacht» ist. Der enge Kreislauf hat mehrere Vorteile: Die Transportwege für den Abfall und für die Heizwärme sind kurz. In den Stadtquartieren bieten sich viele Wärmeabnehmer auf dichtem Raum an. Zürich Wärme ist eine erneuerbare Energiequelle, dank der mit Erdöl und Erdgas befeuerte Heizungen in den einzelnen Liegenschaften ersetzt und damit der Ausstoss an CO2 vermieden werden können. Zürich Wärme erspart der Luft in der ganzen Stadt pro Jahr 200 000 Tonnen CO2. Diese Einsparung kommt der ganzen Stadt zugute, nicht nur den Kunden von Zürich Wärme.

Sauberer als andere Heizenergien Zürich Wärme ist zu zwei Dritteln CO2-neutral und mehrheitlich erneuerbar, weil sie auf einheimische Primärenergien setzt, die das Klima schützen: Abwärme der Kehrichtheizkraftwerke und Verbrennungswärme aus dem Holzheizkraftwerk. Die eingesparte Menge Heizöl würde einen rund 15 Kilometer langen Zug mit Kesselwagen füllen. Auch sonst schont Zürich Wärme die Umwelt und primäre Ressourcen. Denn anders als fossile Brennstoffe, die in Supertankern oder über Pipelines durch die halbe Welt transportiert werden, wird sie genau dort genutzt, wo sie entsteht – in der Stadt Zürich. Energieträger ist heisses Wasser, das in einem unterirdischen Leitungsnetz zirkuliert und den Wärmebedarf von umgerechnet 170 000 Haushalten decken kann. Wer seine Liegenschaft umweltbewusst heizen will, trifft mit Zürich Wärme von ERZ eine schlaue Wahl. Die Vorteile liegen auf der Hand: • Hohe Versorgungssicherheit • Flexible Lieferung möglich • Sicher, weil Wasser statt Brennstoff • Fixfertig ins Haus geliefert • Einfach zu bedienen • Tiefe Betriebskosten • Investitionen in Heizkessel, Öltank und Kamin entfallen Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.

Ein Bauwerk für zukünftige Generationen Eine geplante Verbindungsleitung soll das Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz mit dem Versorgungsgebiet Zürich-West verbinden und die Lieferung umweltfreundlicher Energie sicherstellen. Die Stadt baut eine versorgungssichere Infrastruktur für die Liegenschaftsbesitzenden und kann so nachhaltig eine umweltfreundliche Energiequelle anbieten. Damit wird der CO2-Ausstoss nachhaltig reduziert und über mehrere Generationen hinweg ein massgeblicher Beitrag zu den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft geleistet. Über das Projekt wird schlussendlich das Stimmvolk der Stadt Zürich abstimmen.

Stadt Zürich ERZ Entsorgung + Recycling Zürich Hagenholzstrasse 110 8050 Zürich Tel. +41 44 645 88 88 www.erz.ch/zuerichwaerme

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling

Ressourcenschonung dank Autorecycling Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Produktion und Nutzung eines Automobils die Umwelt negativ beeinflusst. Andererseits könnte man auch über die Vorzüge der individuellen Mobilität berichten, was aber nicht zum Thema dieses Jahrbuches passt. Ein Teil des erwähnten negativen Impacts wird jedoch durch die Autoverwertung kompensiert. Seit einigen Jahren erreichen wir in der Schweiz eine Verwertungsquote von 90 Prozent und mehr. Metalle werden zurückgewonnen und aus den Abfällen Strom und Fernwärme erzeugt.

Metallverwertung

JAHRESBERICHT STIFTUNG AUTO RECYCLING SCHWEIZ

2016 Der Jahresbericht der Stiftung AutoRecycling Schweiz zeigt das enorme Sparpotenzial bei der Wiederverwertung von Altautos auf.

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klimafreundlich schweiz 2017

Am Beispiel des Volkswagen Golf zeigt sich die deutliche Zunahme des Leergewichts vom Golf I mit 800 kg bis zum heutigen Golf VII mit 1250 kg (und mehr, je nach Ausführung). Erstaunlicherweise blieb der Metallanteil auf gleichem Niveau, nämlich rund 75 Prozent. Nur ergab sich innerhalb der verwendeten Metalle eine Verschiebung von Stahl hauptsächlich zu Aluminium und Kupfer. Eisen respektive Stahl sowie Aluminium lassen sich sehr gut stofflich verwerten. Das wird auch seit Jahrzehnten praktiziert. Mit dem Shredderschrott der im vergangenen Jahr verwerteten 76 000 Fahrzeuge konnten in den Stahlwerken 90 000 Tonnen Eisenerz, 20 000 Tonnen Bauxit (für Aluminium), 60 000 Tonnen CO2 und 268 000 MWh Energie eingespart werden. Das spart nicht nur Ressourcen, sondern reduziert die Umweltbelastung, die durch den Abbau der Primärrohstoffe entsteht. Die beiden Schweizer Stahlwerke, Stahl Gerlafingen AG und Swiss Steel AG, produzieren jährlich etwa 1,2 Millionen Tonnen Stahlprodukte – vom Baustahl bis zu Qualitäts- und Edelstählen. Dafür setzen sie fast eine Million Tonnen Stahl- und Eisenschrott aus der Schweiz ein, also auch Shredderschrott aus Altfahrzeugen. Um die zusehends strengeren CO2-Grenzwerte respektive Verbrauchsvorschriften erfüllen zu können, muss das Fahrzeuggewicht gesenkt werden. Auf der anderen Seite bestehen sehr strenge Anforderungen an die aktive und passive Sicherheit, was das Gewicht erhöht. Deshalb setzen die Automobilhersteller das geeignetste Material am richtigen Ort ein. Bei den Stählen gibt es inzwischen hochfeste und höchstfeste Stahlsorten, die bei grösserer Festigkeit leichter sind.

Kunststoffverwertung Der Kunststoffanteil beträgt 16 bis 20 Prozent. Sie sind in allen Variationen stark vertreten. Es gestaltet sich sowohl technisch wie finanziell aufwändig, Kunststoffe aus Altfahrzeugen systematisch zu recyceln. Bei einem Autoverwerter sammeln sich diverse Marken und Modelle mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Kunststoffen. Für ein effektives Recycling ist die Sortenreinheit wichtig. Auch dürfen keine Metall-


klimafreundlich Entsorgung & Recycling Mit dem Shredderschrott der im vergangenen Jahr verwerteten 76 000 Fahrzeuge konnten in den Stahlwerken 90 000 Tonnen Eisenerz, 20 000 Tonnen Bauxit (für Aluminium), 60 000 Tonnen CO2 und 268 000 MWh Energie eingespart werden.

clips und andere Fremdstoffe vorhanden sein. Und die Demontage kann nur manuell erfolgen, was gerade in der Schweiz hohe Kosten verursacht. Kunststoffe, Gummi, Fasermaterialien, Glas, Dreck usw. landen nach dem Shreddern in der Shredderleichtund -schwerfraktion (RESH), welche etwa 25 Prozent eines Autos ausmachen. RESH wird in der Schweiz seit dem Jahr 2000 vollständig in Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) thermisch verwertet. Aus der Abwärme wird Strom und je nach Anlage Fernwärme gewonnen. Die nicht brennbaren Anteile gelangen in die Schlacke oder Filterasche.

Urban Mining Nun bedeutet dies noch nicht das Ende: Bis heute wurden aus den KVA-Verbrennungsrückständen höchstens Eisenschrott ausgeschieden, allenfalls noch Aluminium und Kupfer. Die wertvollen Edelmetalle und Seltenen Erden befinden sich in der Feinfraktion der Schlacken. In diesem Bereich finden gegenwärtig interessante Entwicklungen statt. Man spricht hier von Urban Mining. Die Restgehalte in den Schlacken sind grösstenteils höher als in den Erzgesteinen, die zur Primärgewinnung abgebaut werden. Urban Mining lohnt sich in vielerlei Hinsicht: Natur- und Umweltschäden durch Primärabbau werden vermieden, Transportwege massiv verkürzt und Deponieraum geschont. Wo liegt nun der Bezug zu Altfahrzeugen? Der Shredderprozess ist ein grober Prozess. Massive Hammermühlen zerschlagen ein Fahrzeug und andere Altmetalle innert Sekunden in faustgrosse Stücke. Feine Restmetalle, zum Beispiel aus der zunehmenden Autoelektronik, gelangen so in die Leichtfraktion und damit in die KVA. Die schwerflüchtigen Metalle landen schliesslich in der Schlacke, die leichtflüchtigen in der Filterasche. Es liegt im Interesse der Stiftung Auto Recycling Schweiz, diese Wertstoffe zurückzugewinnen. Daher engagieren wir uns bei der Stiftung für nachhaltige Abfall- und Ressourcennutzung (www.zar-ch.ch) und der Interessengemeinschaft Nassaustrag (www.igenass.ch). Verschiedene Aufbereitungsanlagen stehen seit letztem Jahr erfolgreich im Betrieb.

Stiftung Auto Recycling Schweiz Die Stiftung wurde 1992 von den offiziellen Automobilimporteuren gegründet mit dem Ziel, die umweltgerechte Entsorgung von Motorfahrzeugen zu fördern. Sie leistet finanzielle Beiträge an die thermische Verwertung der Shredderleichtfraktion und engagiert sich bei der Schliessung von Wertstoffkreisläufen dort, wo es ökologisch und ökonomisch sinnvoll ist. Im Stiftungsrat vertreten sind folgende Organisationen: Auto-schweiz, Vereinigung Schweizer Automobil-Importeure ACS, Automobil Club der Schweiz AGVS, Auto Gewerbe Verband Schweiz Amt für Umwelt, Kanton Aargau ASTAG, Schweizerischer Nutzfahrzeugverband Schweizerischer Shredderverband TCS, Touring Club Schweiz

Daniel Christen Geschäftsführer

Herausforderungen Die Autoverwertung sieht sich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Obwohl der Anteil von Hybrid- und Elektrofahrzeugen am gesamten Fahrzeugbestand noch gering ist, braucht es künftig Lösungen für die Verwertung der Elektronik und der Batterien. Auch neue Werkstoffe wie carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) und Verbundwerkstoffe bilden für das Recycling eine Herausforderung. Da Autos im Durchschnitt über 16 Jahre im Betrieb stehen, vergeht noch eine gewisse Zeit, bis grössere Volumina anfallen.

Stiftung Auto Recycling Schweiz :¸OĭLVWUDVVH 3000 Bern 22 T. +41 31 302 36 24 info@stiftung-autorecycling.ch www.stiftung-autorecycling.ch

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Erfolgsfaktoren für eine Kreislaufwirtschaft Das Wort Kreislaufwirtschaft ist gegenwärtig in aller Munde. Eine simple Erhöhung der Sammelquoten führt indes nicht zwangsläufig zu einer zirkularen Wirtschaft. Themen wie Vermeidung von Schadstoffen, der Einsatz permanenter Materialien und vor allem das Produkt-Design sind essenziell. Letztlich geht es auch um die Frage, wie die Nachfrage nach Recycling-Material weiter gesteigert werden kann.

Situation heute

Kreislaufwirtschaft

Sortieren/ aufbereiten

S

ta nd de rT ech nik

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klimafreundlich reundlich schweiz 2017

Info g run rmati e i s i l i on, Sensib

Produkte herstellen

Stofflich verwerten

Quelle Swiss Recycling

Desi gn f or Re cy cli n Inverkehr bringen

Konsumieren/ entsorgen

Sammelstelle betreiben

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Rohstoffe abbauen

In den letzten 25 Jahren konnte der Umgang mit Abfällen in der Schweiz massiv verbessert werden. Sowohl die thermische wie auch die stoffliche Verwertung haben stark zugelegt. Eine aktuelle Öko-Bilanz zeigt, dass die Umweltwirkung des Recyclings

el m am S , tur k u r t Infras


klimafreundlich Entsorgung & Recycling heute gegenüber 1992 um den Faktor 3.3 gestiegen ist. Die Entsorgungs-Sicherheit ist gegeben. Ist also alles im grünen Bereich? Wenn wir vom Umgang mit Abfällen sprechen, ist in der Schweiz vieles optimal organisiert. Die Herausforderung liegt jedoch darin, von einer Abfall- zu einer Ressourcenwirtschaft zu kommen. Hierfür sind neue Konzepte über simple Quoten hinaus gefragt.

Fazit Neben den bisher genannten sind noch weitere Erfolgsfaktoren relevant, zum Beispiel die optimale Lebensdauer des Produkts, die Reparierfähigkeit, die Material-Effizienz oder auch neue Geschäftsmodelle wie «Nutzen statt Besitzen». Eine erfolgreiche Kreislaufwirtschaft hängt von vielen Faktoren ab. Es gibt nicht DEN Weg zur Kreislaufwirtschaft, sondern viele Puzzle-Teile. Das Potenzial der Kreislaufwirtschaft kann erst abgerufen werden, wenn alle Beteiligten, von den Herstellern bis zu den Konsumenten, ihren Anteil beitragen und einfordern. Wesentlich ist die Zusammenarbeit über die ganze Wertschöpfungskette und die Involvierung aller Akteure. Dabei ist die Rückkoppelung vom Recycling in das Produkt-Design ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Hier sind die Akteure gefordert, von Anfang an schon das Ende vor Augen zu haben oder eben in Kreisläufen zu denken.

Permanente Materialien

Welche Materialien sind kreislauffähig? Metalle sind grundsätzlich permanent, was heisst, dass sie unendlich oft rezykliert werden können. Bei Kunststoffen ist dies oft nicht der Fall. Es kommt neben dem Material auch auf die eingesetzten Mengen (Stichwort Dissipation) an.

Design for Recycling

Schon bei der Entwicklung eines Produkts oder Verpackung entscheidet sich, ob und wie gut man nach der Lebensphase wieder Wertstoffe daraus generieren kann. Wir setzen heute immer komplexere Produkte ein, was die Anforderungen an ein gutes Design entsprechend erhöht. Hier sind Produzenten und Inverkehrbringer gefordert.

Information, Sensibilisierung

Das Verhalten der Bevölkerung ist ein kritischer Erfolgsfaktor. Sei es beim nachhaltigen Konsum, der Lebensdauer, dem Einsatz während der Nutzungsphase oder auch im Umgang nach dem Gebrauch.

Infrastruktur, Sammlung

Die Art der Separatsammlung wirkt entscheidend auf die Qualität des Rezyklats: Je gemischter gesammelt wird, desto schwieriger wird es, ein Rezyklat von hoher Qualität herzustellen, da jeder Sortierprozess Verluste an Material und auch an Qualität mit sich bringt.

Standards, Stand der Technik

Nicht nur die Produkte, auch die Recycling-Prozesse entwickeln sich laufend weiter. Dies ermöglicht hochwertiges Recycling. Umso wichtiger ist es, angepasste Standards zu definieren.

Qualität des Rezyklats

Eine hohe Nachfrage nach rezykliertem Material ist der Erfolgsindikator für eine gelebte Kreislaufwirtschaft. Die hier definierten Erfolgsfaktoren ermöglichen dies. Labels und Anreize unterstützen den breiten Einsatz von Sekundärmaterial.

Swiss Recycling Swiss Recycling steht für hohe Qualität, Transparenz und nachhaltige Entwicklung auf allen Recyclingstufen – von der Separatsammlung über die Logistik hin zur Verwertung und dem Einsatz des Sekundärmaterials. Die Wiederverwertung schont Ressourcen, spart Energie, reduziert Treibhausgasemissionen und schafft Sekundär-Rohstoffe. Grundlage dafür ist die richtige Separatsammlung. Als eigenständige Non-Profit-Organisation ist Swiss Recycling eine neutrale und unabhängige Ansprechpartnerin in allen Fragen zum Thema Recycling. Ihr Beitrag? Check-up Firmen Wir unterstützen Sie gerne, einen konkreten Beitrag zu mehr Kreislaufwirtschaft zu leisten: Anhand Ihrer Ziele werden Prozesse, Art und Menge der Materialien oder Fragestellungen des Unternehmens analysiert. Basierend auf der Analyse erstellen wir einen Bericht, welcher konkrete Handlungsfelder präsentiert. Das Projekt wird von Beginn an den individuellen Bedürfnissen Ihrer Unternehmung angepasst. Mehr Infos unter: info@swissrecycling.ch Tel. 044 342 20 00

Simon Sigg www.swissrecycling.ch/dienstleistungen/

Swiss Recycling Obstgartenstrasse 28 8006 Zürich T. +41 44 342 20 00 info@swissrecycling.ch www.swissrecycling.ch

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klimafreundlich Entsorgung & Recycling

Kunststoffe in Haushalten sammeln und wiederverwerten Grosser Umweltnutzen trotz relativ geringer Ökoeffizienz Analysen von UMTEC deuten darauf hin, dass die Ökoeffizienz von Kunststoffsammlungen im Vergleich zu anderen Sammelfraktionen nicht sehr hoch ist (UMTEC 2016). Mit Ökoeffizienz ist die Reduktion der Umweltbelastung pro eingesetzten Franken gemeint. Weil ein Teil der gemischt gesammelten Kunststoffe nicht rezykliert werden kann, dürfte deren Ökoeffizienz etwas niedriger sein als bei der bereits etablierten separaten PET-Sammlung. Anders sieht es jedoch bei der erwarteten Umweltwirkung (Effektivität) aus. Diese ist trotz geringerer Ökoeffizienz insgesamt grösser als bei den bestehenden separaten Kunststoffsammlungen. Dies, weil mit einer Gemischtsammlung ein Vielfaches an Materialmenge in den Kreislauf zurückgeführt werden kann. Ökobilanzen, welche vom Kanton Thurgau bei der Carbotec AG in

Verwertungswege Haushaltskunststoffe Kehrichtsack vs. Sammelsack

UMDENKEN +DXVKD DOW +DXVKDOW 6DPPHOVDFN 1HXH 3URGXNWH

$E EIDOO

80 % ENERGIEEFFIZIENZ 60 % RESSOURCENERHALT 60 % GRAUE ENERGIE-ERHALT

%HWRQ:¦UPH

.9$ 9$

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=HPHQWZHUN 5HF\FOHU

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40 % ENERGIEEFFIZIENZ 0 % RESSOURCENERHALT 0 % GRAUE ENERGIE-ERHALT

ZZZVDPPHOVDFNFK


klimafreundlich Entsorgung & Recycling Auftrag gegeben wurden, bestätigen diese Aussage (Carbotech 2015). Abhängig vom Referenzsystem und der erwarteten Sammelmenge könnten jährlich zwischen 280 000 und fast 700 000 Tonnen CO2 eingespart werden (Holinger und treeze 2015; VKRS 2014). Das entspricht den lnlandemissionen von 50 000 bis 130 000 Einwohnern. Der Umweltnutzen einer schweizweit flächendeckenden Kunststoffsammlung wäre daher sehr gross. Noch grösser wird der Nutzen, wenn Getränkekartons gleich mitgesammelt und danach stofflich verwertet werden (Carbotech 2013). Pusch Position zur Kunststoffsammlung 2016

Kunststoffindustrie muss Abfälle importieren In der Schweiz werden etwa 11 % aller Kunststoffabfälle stofflich verwertet (BAFU 2010). Dabei handelt es sich hauptsächlich um PET-Flaschen aus der Separatsammlung und sortenreine Industrieabfälle. Jedes Jahr werden mehr als 600 000 Tonnen Kunststoffabfälle zusammen mit etwa 700 Millionen Getränkekartons direkt der Verbrennung zugeführt. Dabei gehen enorme Mengen an Ressourcen unwiederbringlich verloren und die daraus resultierenden CO2-Emissionen belasten das Klima. Gleichzeitig muss die Kunststoffindustrie tausende von Tonnen vorsortierter Kunststoffabfälle aus dem EU-Raum teuer importieren, um neue Produkte aus Recyclingkunststoffen herstellen zu können. Dies ist einer der Gründe, warum private Kunststoffverarbeitungsbetriebe aus eigener Initiative Kunststoffsammlungen in der Schweiz eingeführt haben. Pusch Position zur Kunststoffsammlung 2016

«

Alleine schon mit dem recyclen von Kunststoffen aus dem Haushalt können jährlich bis zu 700 000 Tonnen CO2 eingespart werden.

»

Der grösste Teil der gemischt gesammelten Kunststoffe kann heute rezykliert werden

Markus Tonner Geschäftsführer InnoRecycling AG

Nur sortenreine Kunststoffe können stofflich verwertet und somit für die Herstellung neuer Produkte verwendet werden. Weil es sehr viele verschiedene Kunststoffsorten gibt, welche sich von Auge kaum unterscheiden lassen, ist eine Sortierung durch die Bevölkerung nicht möglich. Pilotversuche im Kanton Fribourg haben dies eindeutig belegt. Gemischt gesammelte Kunststoffe lassen sich heute jedoch maschinell in die einzelnen Sorten fraktionieren. Recyclingunternehmen, die ihre Kunststoffe über die Sortieranlage im grenznahen Lustenau AT sortieren lassen, geben an, dass sie für die maschinell sortierten Kunststofffraktionen gleich gute Preise erzielen wie für sortenrein gesammelte Kunststoffe. Dies ist ein Hinweis dafür, dass die maschinelle Sortierung heute gut funktioniert. Pusch Position zur Kunststoffsammlung 2016

Die ideale Ergänzung zu PET-Recycling PET-Getränkeflaschen gehören nicht in den Sammelsack. Es gibt hier bereits eine gute Lösung: www.petrecycling.ch Der Sammelsack ist eine ideale Ergänzung zur bestehenden PET-Getränkeflaschensammlung. Die Befürchtung, gemischte Sammlungen könnten die bestehende PET-Sammlung gefährden, haben sich nicht bewahrheitet. Laut Empa befinden sich in den Sammelsäcken nur 0,7 % bis 1,6 % PET-Flaschen. Bedenklich: Rekorddurchsatz in Schweizer KVA in 2015 In der Schweiz wurden in 2015 so viele Abfälle verbrannt wie nie zuvor. Wie das Bundesamt für Umwelt (Bafu) mitteilt, belief sich der Durchsatz der 30 Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen (KVA) im Berichtsjahr auf insgesamt rund 3,89 Mio. Tonnen. Das entspricht einem Anstieg von 72 000 Tonnen bzw. 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

InnoRecycling AG Hörnlistrasse 1 8360 Eschlikon T. +41 71 973 70 80 F. +41 71 973 70 81 info@innorecycling.ch www.innorecycling.ch

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klimafreundlich Werbung & Print

Bild: Michael Kornmayer, Kornmayerosenbaum, Singen

WERTE ALS

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klimafreundlich Werbung & Print

RESSOURCE Nachhaltigkeit in Marketing und Kommunikation – wie bitte? Nachhaltigkeit wird üblicherweise mit nicht erneuerbaren Ressourcen, künftigen Generationen und Rücksicht in Verbindung gebracht. Marketing und Kommunikation mit Kundengewinnung, Kundenbeziehung, Kundenentwicklung und Kundenbindung. Mit Nachhaltigkeit möchte die jetzige Generation den künftigen Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen. Mit Marketing und Kommunikation wollen wir im Jetzt anstossen, was wir in Zukunft gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden ernten möchten. Und so wie Überdüngen und Monokultur den Boden und somit auch die Frucht verderben, so führen Übertreibung und Einseitigkeit gerne mal in Sinnlosigkeit und Leere. Womit wir auch beim Thema wären. Die Zeiten, in denen sich Kundinnen und Kunden ein X für ein U vormachen lassen, sind längst vorbei. Die Menschen sind heute fähig, hinter die Kulissen zu blicken. Den kritischen Blick zu wagen und, wo es sein muss, den Anbieter zu

übergehen. Sie sind auch fähig, sich auf langfristige, erfolgreiche Beziehungen und Geschäftspartnerschaften einzulassen, insofern das Miteinander, das gemeinsame Fortkommen und die Ernte stimmen. Marketing und Kommunikation in Zeiten und Zeichen von Nachhaltigkeit kann also bedeuten: • Den Wert von Beziehung zu erkennen und wertzuschätzen • Die Anforderungen und Bedürfnisse des Gegenübers wahrzunehmen und sich darauf einzulassen • Wirklich(!) im Sinne der Kundinnen und Kunden zu denken und zu handeln • Zuzuhören und im Zuge dessen auch den künftigen Bedarf frühzeitig zu erkennen • Chancenintelligent unterwegs zu sein und neue Möglichkeiten im Sinne der Kundinnen und Kunden proaktiv einzubinden • Die Menschen zu lieben und den Austausch mit ihnen zu suchen

Ich bin überzeugt, dass in unseren klassischen Werten Ehrlichkeit, Vertrauen und Hilfsbereitschaft ein unglaublicher Schatz verborgen liegt. Wem es gelingt, diese Werte als Werkzeuge täglich zu leben und sicher anzuwenden, dem gelingt auch Nachhaltigkeit in Beziehung und Entwicklung. Und das spüren nicht nur Mitarbeitende, Partner, Kundinnen und Kunden. Das spüren auch wir selbst. Denn Anerkennung, Sicherheit, Freude und Offenheit finden darin ebenfalls ihren Ursprung. All das tut einfach nur gut. Heute und wohl auch morgen. Was es für all das braucht? Ein bisschen Mut.

Nicole Hasselwander ist Marketing- und Kommunikationsspezialistin und Geschäftsführerin Hasselwander GmbH

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Systematisch und gesamtheitlich nachhaltig «Hohes Engagement für die Umwelt, den Erhalt der Arbeitsplätze und die Kundenzufriedenheit.»

Nachhaltigkeit hat bei der Kromer Print AG System. Sie beginnt mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens auf die Kundenbedürfnisse, setzt sich durch die umfangreich zertifizierten, internen und externen Prozesse fort und gipfelt in der Kompensation des CO2-Verbrauchs mit dem Oberallmig Klimaschutzprojekt, einem Schweizer Projekt zur Optimierung der Waldbewirtschaftung. Schonender Umgang mit den Ressourcen, Respekt vor dem Miteinander, Erhalt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, Schutz der Kundenbedürfnisse und sensibler Daten: Das Thema «Nachhaltigkeit» in all seinen Facetten gehört zur Kerndisziplin der Kromer Print AG in Lenzburg.

Unternehmerische Effizienz Die Kromer Print AG ist der grösste Ausbildungsbetrieb der grafischen Branche im Kanton Aargau und beschäftigt aktuell rund 110 Mitarbeitende. In der vierten Generation führt CEO Andy Amrein das Unternehmen. 2012 wurde die Kromer Print AG mit dem 15. GC Management Award für eine erfolgreiche und effiziente Unternehmensausrichtung ausgezeichnet. Das Unternehmen setzte sich in dem internationalen Branchenwettbewerb gegen Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Der Award wird von der GC Graphic Consult GmbH für herausragende unternehmerische Leistungen verliehen.

Logistische Kompetenz Die Kromer Print AG setzt auf eine effiziente Unternehmensausrichtung in allen Bereichen. Interne und externe Prozesse werden standardisiert und integriert, die Weiterentwicklung folgt stets den Bedürfnissen der Kunden und Partner. Diese wiederum gewinnen dank nachvollziehbarer Abläufe Sicherheit und Vertrauen. Für diesen konsequenten Weg wurde die Kromer Print AG 2012 mit dem GC Management Award ausgezeichnet.

«Nachhaltigkeit ist kein Lippenbekenntnis, sondern eine Philosophie, die tief in der Unternehmung verankert ist und von allen mitgetragen wird.»

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Dank der eingetragenen Marke Printlogistik® wird «Printed in Switzerland» noch sinnvoller und effizienter. Die Kromer Print AG minimiert mit der integrierten Logistiklösung die Wege zwischen Produktion, Lagerung und Distribution der Druckerzeugnisse. Über einen Webshop können Kunden auf die bei der Kromer Print AG verwalteten Lagerbestände an Geschäftsdrucksachen zugreifen und die benötigte Menge bestellen.

Zertifizierte Sicherheit In der breiten Öffentlichkeit ist seit längerer Zeit das Thema Datenschutz ähnlich der Nachhaltigkeit ein rege und zu Recht diskutiertes Thema. Nach eingehender Prüfung hat die Kromer Print AG für ihre Kunden die Zertifizierung nach ISO 27001 im November 2015 erhalten und verfügt somit über den Leistungsausweis für den Schutz sensibler Daten und Informationen. Die internationale Norm ISO/IEC 27001 regelt die Einführung, den Betrieb sowie die laufende Optimierung eines  Informationssicherheits-Managementsystems. 

Ökologische Sparsamkeit Der gesamte Energie- und Materialverbrauch der Kromer Print AG wird laufend erfasst und dokumentiert. Mit regelmässigen Optimierungen der Reisetätigkeiten der


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Mitarbeitenden, der eigenen Logistik, der Leistungen der Produktionsmaschinen sowie mit umfassendem Materialrecycling in der Produktion und dem Einsatz von Recycling-Papieren für die Druckerzeugnisse werden sämtliche Ressourcen so stark wie möglich geschont.

Einheimische CO2-Kompensation Als Schweizer Industrieunternehmen kompensiert die Kromer Print AG ihren CO2Verbrauch im Inland durch die Unterstützung des Oberallmig Klimaschutzprojekts, welches als grösster Waldbesitzer der Schweiz die ökologische Waldbewirtschaftung optimiert. Mehr zum Projekt und dem Projektgebiet im Kanton Schwyz unter www. oak-schwyz.ch.

Umweltfreundlicher Neubau Im Frühsommer 2017 bezog die Kromer Gruppe mit der Kromer Print AG einen zusätzlichen, neu erstellten Produktionsstandort im Industriegebiet GEXI in Lenzburg. Das Kromer-Haus wurde nach neusten Erkenntnissen in Sachen Produktionstechnik und Nachhaltigkeit beziehungsweise Umweltvorgaben geplant und gebaut. Während die Produktivität weiter gesteigert wurde, konnte die Energieeffizienz durch bauliche Massnahmen sowie eine auf Wärmepumpen basierende Heiz- und Klimaanlage nochmals verbessert werden.

Das Label «Printed in Switzerland» unterstützt die Firmenstrategie der Kromer Print AG optimal. Das Qualitätssiegel wird mit Freude und Stolz eingesetzt, wo immer es das Druckprodukt zulässt. Weitere Informationen zur laufenden Kampagne sind zu finden unter www.printed-in-switzerland.com. Unternehmung Die Kromer Print AG ist Teil der Kromer Gruppe und national tätige Dienstleisterin in den Bereichen gedruckter sowie digitaler Kommunikation inklusive massgeschneiderter Logistiklösungen. Liste aller Zertifizierungen • • • • • • • •

ISO 9001 ISO 14001 ISO 27001 ISO 12647-2 (PSO) PDFX-ready FSC® Klimaneutral (Swiss Climate) Certificate Acertigo «Payment Card Industry Data Security Standard»

Gesamtheitliche Nachhaltigkeit Aus unternehmerisches Sicht ist Nachhaltigkeit als grosses Ganzes zu betrachten. Die grundlegende Philosophie der Kromer Print AG ist tief in der Unternehmung verankert und wird von allen vollumfänglich mitgelebt. Prozessoptimierung findet nicht nur aus der Sicht der Wirtschaftlichkeit, sondern immer auch aus Arbeitnehmerschutz statt, schonenderes Arbeiten und gesunde Arbeitsbedingungen sind ebenso wichtige Kriterien wie unternehmerische Effizienz. Die vielseitigen Fähigkeiten, Zertifikate und optimierten Prozesse stehen für die Kunden zur freien Auswahl, sodass alle Bedürfnisse rund um Qualitätsdruck, Drucklogistik, Daten- und Umweltschutz vollumfänglich abgedeckt werden.

Andy Amrein Geschäftsleiter/CEO andy.amrein@kromer.ch

Zukünftige Innovationen «Stillstand ist Rückschritt», sagte einst ein kluger Mensch und formulierte eine Weisheit, die heute noch aktuell ist. Oder angesichts des schnellen Wandels und der Digitalisierung aktueller denn je. Damit eine Unternehmung auch zukünftig effizient und nachhaltig wirtschaften kann, ist kontinuierliches Streben nach neuen Ideen unerlässlich. Materialien und Prozesse von morgen heute schon innovativ anzudenken, ist für die Kromer Print AG so zentral wie ganzheitliche Nachhaltigkeit.

Kromer Print AG Unterer Haldenweg 12 5600 Lenzburg Telefon +41 62 886 33 33 print@kromer.ch kromer.ch/print

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Das KlimaEngagement Beim Druckprozess sind CO2-Emissionen unvermeidbar. Unser Ziel ist, durch ständige Optimierung bei Betriebsabläufen und beim Einsatz der Maschinen diese CO2-Emissionen zu verringern. Dazu haben wir unter anderem einen Energieeffizienzcheck in Zusammenarbeit mit der Energie-Agentur der Wirtschaft durchgeführt. Als Kunde können Sie sich mit klimaneutralem Drucken ebenfalls für den Klimaschutz engagieren. Für jeden Druckauftrag lässt sich die individuelle CO2-Emission berechnen. Pro Tonne CO2, die freigesetzt wird, investieren Sie einen bestimmten Betrag in ein Projekt für erneuerbare Energien (zum Beispiel Windenergie). Dieser Betrag ist projektabhängig und auf der Rechnung für Ihren Druckauftrag ausgewiesen. Die Anmeldung für das Projekt bei der Swiss Climate AG erledigen wir für Sie.

Das Unternehmen – Ausgerüstet mit topmodernen Bogenoffsetmaschinen, bietet die Ostschweiz Druck AG als Generalunternehmen individuelle Lösungen aus einer Hand, auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Rund um die Uhr wird beste Druckqualität garantiert, und die Buchbinderei sorgt mit effizienten Ausrüst- und Versandmaschinen für das Finish. Von der Bildbearbeitung über die Satzherstellung, von der Produktion bis zum Versand: Die Ostschweiz Druck AG in Wittenbach unterstützt Sie mit ihrem Know-how und mit absoluter Terminzuverlässigkeit.

Das Wald-Engagement Seit 2009 sind wir FSC®-zertifiziert. Der FSC setzt sich für eine sozialverträgliche, umweltgerechte und ökonomisch tragfähige Bewirtschaftung der Wälder ein und wirkt dem Raubbau sowie der Übernutzung entgegen. Damit die FSC-Kette garantiert ist, werden wir jährlich durch FSC auditiert und befolgen strenge interne Vorschriften. Beim letzten Aufrechterhaltungsaudit lobte der FSC-Auditor unsere internen Kontrollmechanismen zur Sicherung der FSC-Kette. Er bescheinigte uns damit den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. Die FSC-Zertifizierung des Papiers kontrollieren wir anhand einer Nummer bei Liefereingang. FSC-Papier (2015: 150 Tonnen) wird getrennt von den anderen Papiersorten gelagert. Die FSC-Nummer auf Lieferschein und Rechnung, die Sie von uns erhalten, bestätigt, dass Ihr Produkt über die gesamte Verarbeitungs- und Handelskette nur mit zertifiziertem (kontrolliertem) Holz oder Papier vermischt wurde.

Ralph Obertüfer Kundenberater T +41 (71) 292 29 25 r.obertuefer@ostschweizdruck.ch

Klima-Engagement ohne zusätzlichen administrativen Aufwand. Kontaktieren Sie uns für Infos zum klimaneutralen Drucken oder zu einem FSC-Druckauftrag.

Ostschweiz Druck AG Hofstetstrasse 14 9300 Wittenbach T +41 (0)71 292 29 29 F +41 (0)71 292 29 38 sekretariat@ostschweizdruck.ch www.ostschweizdruck.ch

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Greenbinding bei Bubu Wir sind der Tradition und auch gegenüber der künftigen Generation verpflichtet! Nachhaltigkeit ist für uns mehr als nur ein Imagegewinn. Das Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist fest in unserem Leitbild verankert und wird aktiv gelebt. Immer wieder aufs Neue machen wir es uns zur Aufgabe, unser Unternehmen und unsere Produkte auf die Umweltverträglichkeit zu prüfen und unsere Prozesse zu optimieren. Als erster und bisher einziger Hardcover-Buchbinder der Schweiz bietet Bubu in Zusammenarbeit mit der Stiftung myclimate die klimaneutrale Produktion an. Mit einem aufwändigen Rechnungsverfahren wird der CO2-Ausstoss je Bindeauftrag separat ermittelt und dem Endkunden offeriert. Die klimafreundliche Produktion ist Ausdruck für wertorientiertes Denken und verantwortliches Handeln. Sie ist unsere Aufgabe, damit wir uns nachhaltig am Klimaschutz beteiligen können.

Bubu bindet: Bücher, Menschen, Leidenschaften Wir vereinen industrielle, handwerkliche und digitale Buchproduktion unter einem Dach! Jahrhundertealte Buchbindekunst und moderne digitale Technik kommen so zusammen. Das macht uns in der Schweiz und über die Grenzen hinaus einmalig. Mit rund 110 Mitarbeitenden entwickeln und produzieren wir seit über 75 Jahren kreative, qualitativ hochstehende und umweltfreundliche Produkte. Übrigens: Auf www.bookfactory.ch bieten wir als einziger Schweizer Anbieter klimaneutral produzierbare Fotobücher an.

Greenbinding by bubu – wir freuen uns auf Ihren klimafreundlichen Auftrag!

Christian Burkhardt CEO

Thomas Freitag CEO

Bubu AG Isenrietstrasse 21 8617 Mönchaltorf T. +41 44 949 44 44 F. +41 44 949 44 55 service@bubu.ch www.bubu.ch www.bookfactory.ch

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Ökofarben gehen in eine neue Dimension Weltneuheit PURe • Neuste Farbtechnologie für den Offsetdruck • Nachhaltig und nachwachsend • Sehr schnelle Trocknung und Weiterverarbeitung • Ohne toxischen Metalltrocknern wie Kobalt oder andere Metallseifen Das ist die neuste Generation Druckfarben aus dem Hause Epple Druckfarben AG Weitere Informationen: Epple Druckfarben GmbH 8442 Hettlingen T. +41 52 316 17 33 info@epple-druckfarben.ch

Epple Druckfarben hat mit seinen Ökofarben im Allgemeinen und seiner BoFood-Druckfarbe im Verpackungsdruck im Besonderen bei ökologischen Druckfarben Zeichen gesetzt. Die Druckfarben für den Verpackungsdruck werden aus Rohstoffen hergestellt, die auch zur Nahrungsaufnahme herangezogen werden. BoFood ist migrationsunbedenklich. Streng genommen könnte man die Farbe sogar essen. Mehrere renommierte Hersteller haben vor einigen Jahren damit begonnen, verstärkt auf den Nachhaltigkeitsfaktor ihrer Druckfarbe zu setzen. So verwenden die führenden Farbenproduzenten bei Bogenoffsetfarben heute Farbserien auf Basis pflanzlicher, nachwachsender Materialien. Die Rohstoffe dazu stammen aus erneuerbaren Ressourcen wie Nadelholz, Leinsamen, Soja, Raps oder Sonnenblumen. Rohstoffe auf pflanzlicher Basis erlauben oft eine Reduzierung oder gar vollständige Vermeidung von Isopropyl-Alkohol, der in der Offsetdruck-Technologie oft als Bestandteil von Feuchtmittel verwendet wird und als Lösemittel betrachtet werden muss.

Pionier bei Öko-Druckfarben Der Pionier bei ökologischen Offset-Druckfarben ist das in Neusäss bei Augsburg beheimatete Familienunternehmen Epple Druckfarben AG, das seit 1972 in der Schweiz eine eigene Vertriebs- und Produktionsstätte unterhält. Von Hettlingen aus versorgt Epple Druckfarben die gesamte Schweiz mit Offsetdruckfarben und Knowhow. Das etablierte Unternehmen kann für sich in Anspruch nehmen, dass es als erster Druckfarbenhersteller schon vor über 25 Jahren (1994) mineralölfreie Offsetfarben aus nachwachsenden Rohstoffen rezeptiert und im Markt angeboten hat. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, zu dem manch anderer Farbhersteller die Ökologiebewegung mit Argusaugen beobachtet hat. Das Augsburger Unternehmen ist als der ökologische Vorreiter unter den Farbherstellern in der Lage, den Grossteil seiner konventionellen Druckfarbensysteme (über 80 %) auf Basis nachwachsender Rohstoffe anzubieten.

Auch sind die Standard-Pantone-Grundfarben mineralölfrei Auf seinen Lorbeeren hat sich Epple Druckfarben dennoch nicht ausgeruht. Ganz im Gegenteil: Mit seiner BoFood-Serie von migrationsunbedenklichen Druckfarben hat das Unternehmen die Stufe der migrationsarmen Farben übersprungen. Das zum Patent angemeldete BoFood-System ist wegschlagend und muss wie alle Verpackungsfarben lackiert werden. Es erfüllt farbseitig alle Anforderungen an Lebensmittelverpa-


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ckungen. Bereits Ende 2006 hat das deutsche Fraunhofer Institut für Verpackungstechnik und Verpackung die Migrationsprüfungen an Drucken mit BoFood-Farben durchgeführt und deren Konformität mit der Rahmenverordnung EC1935/2004 und der Richtlinie 2002/72 EG offiziell bestätigt. Ebenfalls wurde eine kobaltfreie Serie, die Cobano CF, auf den Markt gebracht. Kobaltseife ist das Herzstück der oxidativen Trocknung im Offsetdruck. Diese werden jedoch toxikologisch zunehmend kritisch betrachtet. Aus diesem Anlass wurde die innovative Farbserie Cobano CF frei von Kobaltseife entwickelt. Die Serie erfüllt alle nötigen Eigenschaften, die im Offsetdruck an eine moderne Farbserie gestellt werden. Als weitere Pionierleistung ist es Epple Druckfarben weltweit erstmalig gelungen, ein offsetgeeignetes Schwarzpigment und somit eine schwarze Offsetfarbe zu 100 % auf Basis nachwachsender Rohstoffe zu entwickeln. Das Bio Black steht drucktechnisch einem konventionellen Schwarz in nichts nach. Es erfüllt alle Anforderungen der ISONorm 2846-1 und ermöglicht dem Drucker so, die ISO 12647-2 von der Farbseite her einzuhalten.

Faszination Farbe Seit 1889 steht das Symbol des Bären der Firma Epple Druckfarben für permanente Weiterentwicklung und höchste Qualitätsansprüche. Als führender Hersteller von Offsetdruckfarben haben wir durch die frühzeitige Entwicklung von mineralölfreien Öko-Serien und speziellen Farbtypen für sehr lange Waschintervalle im Schön- und Widerdruck unsere Innovationskraft demonstriert. Flexibilität ist für ein mittelständisches Unternehmen eine Priorität. Wie kaum ein anderes Unternehmen sind wir in der Lage, Ihnen massgeschneiderte Lösungen für Ihre individuellen Wünsche anzubieten. Fordern Sie uns! Wir freuen uns darauf!

Fotorealistischer Druck + erweiterter Farbraum + mineralölfrei = aniva Mit weltweit einzigartigen Eigenschaften ermöglicht aniva eine Farbwiedergabe, wie sie im Offsetdruck bislang nicht erreichbar war. Die hochpigmentierte Farbe realisiert einen deutlich erweiterten Farbraum. Das Ergebnis sind brillante Drucke mit tiefem Schwarz, hohen Farbdichten (Schwarz 2.5, Cyan 1.9, Magenta 1.8, Yellow 1.7) und intensivsten Farben. aniva erreicht ein überragendes Druckbild, das im konventionellen Offsetdruck bis heute nicht zu produzieren war. Um diesen erhöhten Ansprüche sowie der erhöhten Pigmentierung gerecht zu werden, mussten neue Wege in der Bindemittelformulierung gegangen werden. Die aniva Skala ist eine auf einer neuartigen pflanzlichen Bindemittelkombination entstandene Serie. Sie verfügt über eine ungewöhnlich breite universelle Verwendbarkeit und bietet dem Drucker eine Vielzahl vorteilhafter Eigenschaften. Hervorragende und sich schnell einstellende Farbwasserbalance sowie günstiges Stapelverhalten verbinden sich mit hoher Konstanz der Übergangseigenschaften auch auf Schön- und Widerdruckmaschinen. Dies gilt auch bei höheren Maschinengeschwindigkeiten und längeren Maschinenlaufzeiten. Guter Glanz, augenfälliger Druckkontrast und eine gute Scheuerfestigkeit bieten die Gewähr für ein qualitativ hochwertiges Druckerzeugnis und eine störungsfreie Weiterverarbeitung. Als moderne Farbskala erfüllt die aniva-Skala die Anforderung der ISO 2846-1. Ihre Farbstärke und Punktschärfe erlaubt es dem Drucker, alle Bedingungen der ISO 12647-2 von Farbseite einzuhalten sowie eine neutrale Graubalance zu erzielen.

Bernhard Wicki Geschäftsführer T. +41 52 316 13 10 b.wicki@epple-druckfarben.ch

Epple Druckfarben GmbH Hünikerstrasse 2 8442 Hettlingen T. +41 52 316 17 33 F. +41 52 316 25 61 info@epple-druckfarben.ch www.epple-druckfarben.ch

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Der Druckingenieur und seine emissionsfreie Druckerei Thomas Ilg ist von Berufs wegen Druckingenieur. Doch er hätte sich ebenso gut für die Architektur entscheiden können. Für sein Druckereiunternehmen, die Ilg Druck und Medien in Wimmis, wollte er immer ein Gebäude entwerfen, das genau so gebaut sein würde, wie er es sich wünschte. Nachhaltig ökologisch sollten der Bau und der darin untergebrachte Produktionsbetrieb sein. Das war für Thomas Ilg eine Herzenssache. Und er wollte weitherum die schönsten Arbeitsplätze schaffen.

Eine der fortschrittlichsten Druckereien Seine Idee verwirklichte Thomas Ilg vor fünf Jahren. Im Quartier Herrenmatte, am Dorfrand von Wimmis, entstand eine moderne Druckerei. Der Neubau war im Wesentlichen durch Thomas Ilg entworfen und galt aus energietechnischer Sicht mindestens innerhalb der Druckindustrie als einer der fortschrittlichsten. Thomas Ilg hatte ein klares Ziel: Der Beitrag seiner Druckerei an eine CO2-neutrale Produktion musste so hoch sein, wie es der Stand der Technik erlaubte. Die elektrische Energie sollte zu hundert Prozent aus Wasser- und Sonnenkraft stammen. Regenwasser wollte Thomas Ilg sammeln und damit die Toiletten spülen. Das Gebäude wollte er unabhängig von fossilen Energieträgern und anderen brennbaren Stoffen heizen, «auch eine Holzschnitzelheizung war für mich keine Option.»

Energiequelle ist die technische Infrastruktur Heute nutzt die Ilg Druck und Medien die thermische Energie, die die technische Infrastruktur des Produktionsbetriebs liefert. Die Hauptenergiequelle bildet eine Achtfarbenbogenoffsetmaschine. Bereits ein Teil dieser Energie reicht aus, um in den Wintermonaten die Produktions- und Büroräume zu beheizen. Mit der überschüssigen Energie wird Wasser in einem 20 000-Liter-Tank erwärmt. Die so gespeicherte Wärme dient dazu, das Gebäude dann zu beheizen, wenn nicht produziert wird. Eine Wärmepumpe gleicht allfällige Defizite aus. Das warme Brauchwasser gewinnt seine Energie aus der Wärme, die der Server-Raum abgibt. Die Wärmepumpe stellt auch jenes Kaltwasser bereit, mit dem die Produktionsräume klimatisiert werden. Sind die Aussentemperaturen genügend tief, aktiviert die Steuerung anstelle der Wärmepumpe ein Freecooling-System. In der Folge werden die Räume durch die Aussenluft gekühlt. «Während dieser Zeit ist die Wärmepumpe ausgeschaltet und wir sparen viel elektrische Energie», betont Thomas Ilg. Durch grosse Glasflächen fällt viel Sonnenlicht in die Arbeitsräume. Dreifach verglaste Fenster führen zu einem überdurchschnittlich guten Dämmwert.

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Gebäudehülle doppelt gedämmt Die Qualität einer Fassadendämmung bestimmt, wie effizient sich Energie für das Klimatisieren eines Gebäudes nutzen lässt. Also wählte Thomas Ilg für seine Gebäudehülle samt Dach und Fundament eine doppelt so starke Dämmung, wie Fachper-


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Die wichtigste Energiequelle für das Heizen des Druckereigebäudes bildet eine Achtfarbenbogenoffsetmaschine (links) der Heidelberger Druckmaschinen AG.

sonen sie empfohlen hatten. In die grossen Fensterflächen, durch die viel Tageslicht in die Arbeitsräume tritt, liess Thomas Ilg dreifachverglaste Scheiben einsetzen. «Eine gute Dämmung ist im Sommer mindestens so wichtig wie im Winter», sagt er. Denn die Druckmaschinen strahlen viel Wärme ab. Diese Wärme kann nicht direkt in den thermischen Kreislauf geleitet werden und heizt den Produktionsraum auf. Während die Wärme in der kalten Jahreszeit willkommen ist, müssen die Räume im Sommer gekühlt werden. Thomas Ilg erklärt: «Je besser ein Gebäude gedämmt ist, umso weniger Energie müssen wir für die Kühlung aufwenden.»

Elektrischer Strom in Eigenregie Thomas Ilg hat sein Ziel erreicht. Den grössten Teil zu einem CO2-neutralen Produktionsbetrieb trägt sein Unternehmen durch Eigenleistung bei. Nur Kohlendioxid, das durch Prozesse ausgestossen wird, die Thomas Ilg nicht selber kontrollieren kann, muss die Ilg Druck und Medien kompensieren. Das tut sie, indem sie andernorts Projekte finanziell unterstützt, die helfen, CO2-Emissionen zu mindern. Jetzt plant Thomas Ilg, auch beim elektrischen Strom in die Eigenleistung zu investieren. Auf dem Dach des Gebäudes sollen dereinst Solarzellen montiert werden.Warum erst jetzt? Die Herrenmatte liege zwischen Niesen und Simmenfluh, antwortet er. Vor allem im Winter werfe die Sonne ihre Strahlen nur während wenigen Stunden über die Gipfel herab.

Thomas Ilg pflegt Prinzipien. Als er seine Druckerei durch Produktionstechnik ausrüstete, wollte er alles beim gleichen Hersteller beziehen. Er entschied sich für die Heidelberger Druckmaschinen AG, die in der Schweiz durch die Heidelberg Schweiz AG vertreten ist. Die Platten belichtet die Ilg Druck und Medien auf einem Computer-to-PlateSystem Suprasetter A75. Im Drucksaal wird auf zwei Bogenoffsetmaschinen im Vier- und Zweiseitenformat produziert: eine Achtfarbenmaschine Speedmaster XL 75-8-P+L und eine Vierfarbenmaschine Speedmaster SM 52-4. Die Druckweiterverarbeitung ist durch Stahlfolder-Falztechnik, einen Sammelhefter Stitchmaster und einen Polar-Schnellschneider mit automatischer Stapellogistik ausgestattet. Alle Prozesse werden über die Workflow-Technologie Prinect gesteuert und überwacht. Das Zentrum der integrierten Steuerung bildet der Prinect Business Manager, das Management Informationssystem von Heidelberg. Von da aus werden alle relevanten Informationen an die Produktionstechnik geschickt. Die Technik ihrerseits versorgt den Prinect Business Manager mit den Betriebsdaten. Das ermöglicht eine Nachkalkulation, die auf objektiven, verlässlichen Werten beruht.

Aber die Solartechnik hat Fortschritte gemacht. Verglichen mit der Technik vor einigen Jahren setzen Solarzellen heute Sonnenlicht deutlich effizienter in elektrische Energie um. Zudem lägen ihm interessante Angebote hiesiger Hersteller von Solarzellen vor, sagt Thomas Ilg. Wie der Schutz der Umwelt ist für ihn die Berücksichtigung lokaler Hersteller ebenso eine Herzenssache.

Auf dem Dach des Druckereigebäudes sollen dereinst Solarpanels elektrischen Strom produzieren.

Heidelberg Schweiz AG Brunnmattstrasse 20 3001 Bern T. +41 31 385 01 11 F. +41 31 385 03 33 www.heidelberg.com/ch

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Bild: Jan Martin Will/Shutterstock

RADIKAL

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UMDENKEN 36° und es wird noch heisser ... (Song von 2raumwohnung).

Das Klima ist im Wandel begriffen und wir können diesen Wandel nur stoppen, wenn wir radikal umdenken, sagen die einen. Alles Fake News, sagen die anderen. Das Klima ist einem natürlichen Wandel unterworfen und das war schon immer so. Aber welche von beiden Parteien hat nun recht? Und gibt es das in diesem Kontext überhaupt: recht haben? Fakt ist: Die Erde erwärmt sich kontinuierlich und das bedroht den Lebensraum vieler. Nicht nur den Lebensraum der Eisbären, sondern auch den vieler Inselbewohner oder von Menschen, die direkt an der Küste eines Meeres wohnen. Aber was ist die Konsequenz aus dieser Erkenntnis? Heisst das, wir müssen unseren Energieverbrauch senken, um den

CO2-Ausstoss zu reduzieren? Bedeutet es, asketischer zu leben und nicht mehr aus dem Vollen schöpfen zu wollen? Oder heisst es nicht vielmehr, schneller voranzuschreiten im Einsatz erneuerbarer Energien, denn diese sind im Überfluss vorhanden. Wir müssen nur lernen, sie richtig zu nutzen. Und wir müssen den Mut haben, auf neue Technologien zu setzen, auch wenn wir diese noch nicht seit zehn Jahren benutzen und vielleicht auch noch das eine oder andere Risiko damit verbunden ist. Aber wir haben es selbst in der Hand, etwas zu ändern. Und wenn nicht wir, wer dann?

Dr. Ralf Bellm ist Verwaltungsrat der BETTR AG – activating innovation.

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Implenia: neue Holzbau-Produktionshalle in Rümlang

«Implenia hat sich entschieden, bei Eigenentwicklungen nur noch zertifiziertes Holz zu verwenden, und unterstreicht dadurch noch einmal deutlich ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung in der Bauindustrie.»

Die Nachfrage nach Holz, vor allem für den Bau im städtischen Raum, steigt. Vor diesem Hintergrund weihte Implenia am 31. März und 1. April 2017 ihre neue Holzbau-Produktionsanlage in Rümlang ein. Die moderne Halle mit rund 3300 m2 Fläche bietet technologische Arbeitsplätze und innovative Infrastruktur für 15 bis 25 Mitarbeitende. Planung, Anlieferung, Verarbeitung und Auslieferung von zertifiziertem Holz finden innerhalb der Halle in einem Logistik- und drei Produktionsbereichen statt. «Mit der neuen Anlage steigern wir unsere Kapazität um rund einen Drittel. Sie ermöglicht es uns, noch komplexere Projekte termingerecht und in bester Qualität zu erledigen», sagt Silvio Neumann, Produktionsleiter Elementbau. Dank eines hohen Digitalisierungsgrads ist jedes Holzelement von der 3D-Planung bis hin zur Baustelle digital Silvio Neumann vernetzt, was eine reibungslose Koordination, hohe Effizienz und ein effektives Qualitätsmanagement sicherstellt. Kurz: Die neue Produktionshalle bringt die Vorteile des modernen Holzbaus in Kombination mit der konkreten Umsetzung der Digitalisierungsstrategie von Implenia voll zur Geltung. Neben wirtschaftlichen Zielen trägt die Anlage auch zur internen Nachhaltigkeitsstrategie bei. Einerseits sind die Arbeitsprozesse nachhaltig ausgestaltet: Zur Förderung der Ergonomie ist jeder Arbeitsplatz mit einem Konsol- oder Hallenkran ausgestattet.

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klimafreundlich Bauen & Wohnen Implenia Schweiz AG

Ebenso verfügt jeder Arbeitsplatz über einen Computer und Monitor, was papierarmes Arbeiten ermöglicht. Andererseits wird die Schweissfolie, die der Verpackung der fertigen Holzelemente dient, zurückgebracht, zu Ballen gepresst und der Recyclingstelle übergeben. Eine mit Holzresten gespeiste Zentralheizung versorgt die Halle sowie den nebenan gelegenen Implenia Werkhof überdies mit Wärme.

sue&til: 250 000 Holzelemente auf Kurs Dank grosser Projekte wie schorenstadt in Basel, Neugrüen in Mellingen, dem Kaeng Krachan Elefantenhaus im Zoo Zürich und dem Mehrgenerationenhaus Giesserei in Winterthur zählt Implenia zu den führenden Unternehmen im Segment Holzbau. In Winterthur entsteht derzeit das grösste Holzbau-Wohnprojekt der Schweiz – die Überbauung sue&til mit mehr als 300 Wohnungen – wofür über 250 000 Holzteile in der neuen Holzbauhalle produziert werden. Die Zunahme von Holzbauprojekten ist nicht nur hinsichtlich eines schonenden Umgangs mit Umwelt und Ressourcen nachhaltig, sondern bewirkt auch eine Reduktion des CO2-Fussabdrucks der Implenia Gruppe. Gebäude in Holzbauweise verursachen bei der Erstellung bis zu 30 Prozent weniger Treibhausgasemissionen als konventionelle Massivbauten. Mit dem bisher grössten Holzbau-Wohnprojekt der Schweiz setzen Investorin Allianz Suisse, die Stadt Winterthur und Entwicklerin sowie Totalunternehmerin Implenia gemeinsam ein Zeichen für die Nachhaltigkeit. «Wir arbeiten gemäss SIA-Effizienzpfad Energie», erklärt Bauführer Adrian Ulrich. Das Projekt sue&til ist damit Adrian Ulrich nicht nur bezüglich des Energieverbrauchs im Betrieb mit den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft kompatibel. Auch die Energiebilanz für die Gebäudeerstellung erfüllt dank dem Einsatz von Holz als Hauptbaustoff die strengen SIAVorgaben.

Jedes Teil nummeriert und verortet Insgesamt werden bei sue&til mehr als 250 000 Holzteile verbaut. Für eine reibungslose Koordination von der Planung über die Vorproduktion der Elemente bis hin zur Montage auf der Baustelle sorgt ein durchgängig digitalisierter Prozess. Die Baupläne werden dafür als 3D-Modell umgesetzt, das sämtliche Details für die Fertigung und den Einbau enthält. Jedes Holzteil ist nummeriert und alle seine benötigten Eigenschaften sind digital hinterlegt. So können die für die Produktion erforderlichen Materiallisten generiert, die entsprechenden Teile hergestellt und gemäss Terminprogramm pünktlich auf die Baustelle geliefert werden.

Implenia ist das führende Bau- und Baudienstleistungsunternehmen der Schweiz mit einer starken Stellung im deutschen, österreichischen und skandinavischen Infrastrukturmarkt. Entstanden 2006, blickt Implenia auf eine rund 150-jährige Bautradition zurück und fasst das Know-how aus hoch qualifizierten Sparten- und Flächeneinheiten unter einem Dach zu einem gesamteuropäisch agierenden Unternehmen zusammen. Das integrierte Businessmodell und die in allen Bereichen des Bauens tätigen Spezialisten erlauben es der Gruppe, ein Bauwerk über seinen gesamten Lebenszyklus zu begleiten – wirtschaftlich, integriert und kundennah. Dabei steht eine nachhaltige Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg sowie sozialer und ökologischer Verantwortung im Fokus. Implenia mit Hauptsitz in Dietlikon bei Zürich beschäftigt europaweit rund 8200 Personen und erzielte im Jahr 2016 einen Umsatz von rund 3,3 Milliarden Franken. Das Unternehmen ist an der SIX Swiss Exchange kotiert (IMPN, CH0023868554). Weitere Informationen unter www.implenia.com.

Rolf Wagenbach Leiter Nachhaltigkeit T. +41 58 474 07 18 rolf.wagenbach@implenia.com

Implenia Schweiz AG Industriestrasse 24 8305 Dietlikon T. +41 58 474 74 74 www.implenia.com

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Messe für Bauen Wohnen und Garten

Quelle: MartyDesignHaus

5. – 8.10.2017 Messe Luzern Do – So 10 – 18

www.bauen-wohnen.ch


klimafreundlich Bauen & Wohnen Steiner AG

Grünes Pionierprojekt mit hervorragender Ökobilanz

Steiner AG, einer der führenden Projektentwickler sowie Total- und Generalunternehmer (TU/GU) in der Schweiz, bietet umfassende Dienstleistungen in den Bereichen Neubau, Umbau sowie Immobilienentwicklung an. Das 1915 gegründete Unternehmen hat über 1500 Wohnbauprojekte, 540 Geschäftsliegenschaften, 45 Hotels und 200 Infrastrukturanlagen wie Universitäten, Schulen, Spitäler, Altersheime und Justizvollzugsanstalten errichtet. Die Steiner AG hat ihren Hauptsitz in Zürich und ist mit Niederlassungen in Basel, Bern, Genf, Tolochenaz, Luzern und St. Gallen vertreten.

Der nachhaltige Umgang mit wertvollen Ressourcen ist für die Steiner AG eines der wichtigsten Kriterien bei der Entwicklung und Realisierung zukunftsweisender Immobilien. Mit dem Projekt EcoBox in Zollikofen bei Bern hat das Unternehmen ein ressourcenschonendes Dienstleistungszentrum als «Nahezu-Null-Energiegebäude» mit attraktiven Flächen für Büros und Gewerbe entwickelt. Das Gebäude, dessen Fertigstellung für 2019 geplant ist, kombiniert eine Vielzahl innovativer und auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Technologien. Als zukunftsweisendes Pionierprojekt deckt die EcoBox ihren Energiebedarf zu grossen Teilen selbst ab, womit sie über einen hohen Autarkiegrad verfügen wird. Die auf dem Flachdach installierte Photovoltaikanlage erzeugt die elektrische Energie, die für den Eigenbedarf benötigt wird. Überschüssiger Strom wird in einer Batterie gespeichert und kann in der Nacht oder an lichtarmen Tagen bezogen werden. Zudem nimmt eine neuartige Gebäudehülle die solare Energie auf und wandelt diese in Wärme um, die über eine hocheffiziente Komfortlüftung im Haus verteilt wird. Die Wärme, welche die Menschen sowie Serverräume, Einstellhallen und Computer abgeben, wird ebenfalls rückgewonnen und umverteilt. Konzept und Planung für diese innovative Gebäudetechnik stammen von der BKW, die Steiner bei diesem Projekt als kompetente und erfahrene Energie-Partnerin zur Seite steht.

Elegante Architektur mit flexiblen Nutzflächen Die EcoBox fügt sich als moderner Glasbau mit industriellem Touch optimal in ihre Umgebung ein. Die geschickte Verbindung von hoher Praktikabilität und nachhaltiger Gebäudekonstruktion macht diesen Bau einzigartig. So werden die Nutzflächen flexibel unterteilbar sein, um den vielfältigen Nutzerbedürfnissen gerecht zu werden. Diese hohe Anpassungsfähigkeit der EcoBox gewährleistet eine lange Nutzungsdauer und somit einen hohen Nachhaltigkeitsgrad. Als weiteren Pluspunkt hat die innovative Gebäudetechnik für die künftigen Mieter eine erhebliche Senkung der Nebenkosten zur Folge. Die unmittelbare Nähe zum Bahnhof Zollikofen garantiert darüber hinaus eine optimale Anbindung an das ganze öffentliche Verkehrsnetz des Espace Mittelland. Mehr Informationen für Interessierte unter www.ecobox-be.ch

Rudolf Holzer Head Real Estate Development Region Lake T. +41 58 445 26 14 rudolf.holzer@steiner.ch

Steiner AG Hagenholzstrasse 56 8050 Zürich www.steiner.ch

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klimafreundlich Bauen & Wohnen Regelmässige Wartung reduziert den Energieverbrauch Eine Heizung steht im Schweizer Mittelland pro Jahr gut 2500 Stunden in Betrieb. Ein Auto hingegen durchschnittlich nicht einmal 340. Egal, welche Energieträger genutzt werden, Heizsysteme und Fahrzeuge müssen in regelmässigen Abständen gewartet werden, damit sie einwandfrei und effizient funktionieren. Dass Glück und Unglück oft nahe beieinander liegen, erlebten Claudia und Ralf Vogt, die in Allschwil BL ein 6-Zimmer-Einfamilienhaus bewohnen, als kurz vor Weihnachten ihre Heizung ausstieg. «Wir stellten uns schon auf ungemütliche Festtage ein», erinnert sich Ralf Vogt. Dann entdeckte er im Quartier ein Servicefahrzeug von ELCO, rief die Firma an und bat um Hilfe. Kaum eine Stunde später erschien ein Servicetechniker und brachte die Gasheizung wieder zum Laufen, wobei er den Hauseigentümern riet, deren Sanierung ins Auge zu fassen.

Auch eine Vertrauenssache Dass sich Familie Vogt im Jahr darauf mit dem Einbau des Gas-Brennwertkessels THISION® S für ein Produkt von ELCO entschied, ist angesichts der Vorgeschichte keine Überraschung, und dass der gleiche Servicetechniker diese nun wartet, eine willkommene Zugabe. Nach deren Meinung ist es nicht allein die Schlagkraft einer Serviceorganisation, sondern auch die Persönlichkeit des Servicetechnikers, welche die Basis für eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit legt. «Schliesslich haben wir ihm einen Schlüssel anvertraut, so dass er jederzeit Zugang zum Heizungskeller hat, was uns, da wir beide berufstätig sind, Umtriebe erspart.» Die jährlichen Servicearbeiten umfassen im Wesentlichen die Reinigung der Anlage und die Beseitigung der Ablagerungen auf dem Wärmetauscher, wodurch unnötige Energieverluste vermieden werden, die Prüfung der Verschleiss teile, Dichtigkeitsprüfungen aller wasserund gasführenden Teile, Sicherheits- und Funktionskontrollen sowie Abgasmessungen. Auch die Optimierungen des Heizsystems mittels Nachjustierung von Einstellungen oder Anpassungen bei Heizkurve bzw. Heizprogramm sind wichtig.

Die Nummer 1 im Heizungsmarkt ELCO bietet ihren Kunden innovative Heizungslösungen mit umfassender Beratung, bewährten Qualitätsprodukten, integrierten Systemen und bedarfsgerechten Serviceleistungen. Massgeschneiderte Lösungen für Neubau, Renovation oder Sanierung erfüllen Kundenwünsche nach Komfort, Wirtschaftlichkeit und Lebensqualität mit Erneuerbaren Energien, Gas und Öl. Als weltweiter Pionier der Heiztechnologie und Marktführer in der Schweiz weisen die Heizungslösungen von ELCO eine intelligente, energiesparende Technologie auf, um den individuellen Anforderungen eines Projekts gerecht zu werden.

Empfohlene Wartungsintervalle Heizungen sollten möglichst einmal im Jahr gewartet werden, denn es gilt, die Verbrennungswerte zu optimieren, wodurch Energie gespart und Emissionen reduziert werden. Bei Solaranlagen sollte mindestens alle fünf Jahre und bei Wärmepumpen alle zwei Jahre eine Kontrolle und Wartung durchgeführt werden. Die Vorteile der regelmässigen Wartung liegen in den Bereichen Sicherheit, Energieeffizienz, Umweltfreundlichkeit und Werterhaltung. Dem kann Ralf Vogt nur beipflichten. Seine Anlage laufe einwandfrei und die jährlichen Energiekosten hätten sich seit der Sanierung um mehr als 30 Prozent reduziert. «Nur mit der neuen Anlage allein ist dies nicht zu erklären», sagt er, «eine ebenso wichtige Rolle spielt eben auch die Wartung.»

Thomas Felber Leiter Service Schweiz thomas.felber @ch.elco.net

Mehrheit mit Wartungsvertrag Dass die Vogts einen Wartungsvertrag abgeschlossen haben, hatte primär wirtschaftliche Gründe, denn der Aufwand für die alte Heizung sei um einiges höher gewesen als heute, dies ohne Zusatzleistungen wie Garantieverlängerung oder GratisStörungsbehebung. In Allschwil, wo rund 1100 Gasheizungen von ELCO in Betrieb stehen, haben sich ebenfalls über 50 Prozent der Hauseigentümer für ein Serviceabonnement entschieden und können sich so und auch dank der hervorragenden Arbeit des örtlichen Servicetechnikers auf einen störungsfreien und energie- und kosteneffizienten Betrieb ihrer Systeme verlassen.

Elcotherm AG Sarganserstrasse 100, 7324 Vilters Telefon 081 725 25 25 Fax 081 723 13 59 www.elco.ch

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04:37 Ganz ehrlich: Wer ist schon freiwillig um diese Uhrzeit bereits unterwegs zu einem Kunden und auch noch voller Tatendrang? Genau, einer unserer rund 400 engagierten Servicetechniker zum Beispiel. Denn bei gut 365 000 installierten Heizungsanlagen mit Erneuerbaren Energien, Gas oder Öl in der ganzen Schweiz gibt es immer etwas zu tun. Tag und Nacht. Und manchmal auch frühmorgens. www.elco.ch

Ihre Nummer 1 ELCO ist der führende Schweizer Dienstleister im Bereich Wärmeerzeugung und klar die Nummer 1 im Heizungsservice.


Die Baumesse. Wo man schaut, bevor man baut.

Quelle: renggli-haus.ch

7.– 10.9.2017 Messe Zürich Do–So 10–18 bauen-modernisieren.ch

Patronat

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BETTR AG Vorbild: Natur. Der Verwaltungsrat der BETTR++ AG verantwortet den Aufbau der Consulting- und Developmentsparte und ist erster Ansprechpartner für Anfragen von Bauherren, Immobilieneigentümern und Investoren. Die BETTR++ AG begleitet ihre Kunden und Partner durch alle Phasen der Projektentwicklung. Sie sucht die richtigen Grundstücke für den jeweiligen Zweck, entwickelt nutzerspezifische Planungen und tritt in der Realisierungsphase als Bauherrenvertreter auf. Sie begleitet Investoren bei der Projekt-Due-Diligence, erarbeitet neue Konzepte für Areal-Überbauungen und macht Vorschläge zur Wertsteigerung von Immobilienportfolios.

«Innovation ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg, gerade auch in der Immobilienbranche.» Dr. Ralf Bellm – Verwaltungsrat

Dabei liegt der Fokus stets auf der Optimierung des Lebenszykluses der Immobilien, hin zu einem effizienteren Betrieb, aber vor allem hin zu einer optimalen Raumgestaltung für den bestmöglichen Nutzen der Mitarbeiter des Kunden. Die Mitarbeiter von BETTR++ AG verfügen über ein umfangreiches Fachwissen, lassen sich aber auch gerne von den Lösungen der Natur inspirieren, die diese in ihrer 3,8 Mrd. Jahre dauernden Evolution entwickelt hat.

So entstehen Lösungsansätze mit garantiertem Mehrwert!

BETTR++ AG Industriestrasse 21 6055 Alpnach Dorf T. +41 41 566 70 07 info@bettrrealestate.ch www.bettrrealestate.ch

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Ein familiengeführtes KMU mit Nachhaltigkeits-DNA Die Naef GROUP bietet seit über 30 Jahren Dienstleistungen an, die im Kern die Ressourcenschonung beinhalten. Firmengründer und Verwaltungsratspräsident Werner Näf hat den Sanitär- und Heizungsmarkt in der Schweiz mit seinen Innovationen revolutioniert und ist mit seinem Denken und Handeln in der Branche bis heute am Puls der Zeit.

«Wir schreiten als Innovationsleader mit ökologischem Denken und Handeln in die Zukunft»

Die Sanierung in die Jahre gekommener Gebäude ist eines der Kernthemen der eidgenössischen Energiestrategie. Ökologisch sinnvolle Sanierungen macht die Naef GROUP indes bereits seit über 30 Jahren. Mit der schonenden Erneuerung von Trinkwasserleitungen und Fussbodenheizungen hat sich das Familienunternehmen von Beginn an die Ressourcenschonung auf die Fahne geschrieben. Sanieren statt ersetzen steht im Mittelpunkt jeder der angebotenen Dienstleistungen für Wasser und Wärme im Gebäude.

Seit 1985 im Einsatz für Mensch, Wasser und Wärme

ANROSAN: Ausgeklügelte Sanierungstechnologie für Trinkwasserleitungen auf mineralischer Basis

Bis Mitte der 1980er-Jahre gab es für alternde, wasserführende Leitungen im Gebäude nur eine Erneuerungsmöglichkeit: den Totalersatz. Heute, dank der Erfindung von Werner Näf, steht dem eine schonende und wirkungsvolle Alternative gegenüber. Die Rohrinnensanierung mittels abrasiver Reinigung und Beschichtung ist die nachhaltige Lösung, welche bestehende Ressourcen in den Neuzustand versetzt. Damit dies einwandfrei und mit höchster Präzision gelingt, ist ein laufendes Verbessern der Prozesse und Materialien vonnöten. Mit dem hauseigenen Forschungs- und Entwicklungsteam wird sichergestellt, dass man immer mit der Zeit geht.


klimafreundlich Bauen & Wohnen Erfinder und Innovationsleader der Rohrinnensanierung Im Bereich der Fussbodenheizungssanierung ist das HAT-System nicht nur das Original, sondern bis heute auch das einzige System, das Bodenheizungen nachweislich in den Neuzustand versetzt. Dank der Innenbeschichtung, die gemäss DIN 4726 diffusionsdicht ist, entspricht ein so saniertes Bodenheizungsrohr der Qualität eines neuwertigen Mehrschichtverbundrohres. Weltweit einzigartig ist der Einsatz einer Zementbeschichtung für die Sanierung von Trinkwasserleitungen. Mit ANROSAN erfüllt die Näf Tech AG dank dieser anorganischen Materialzusammensetzung die Anforderungen an eine Lebensmittelverpackung nach Lebensmittelgesetz.

Verknüpfte Dienstleistungen Im Hause Naef GROUP wird nicht nur im Bereich der Rohrinnensanierung geforscht und entwickelt. Weitere neue Dienstleistungen haben den Markt bereichert. So ist der PIPEFINDER als Detektionssystem für versteckte Blindleitungen eine weitere Errungenschaft, die im Sanitärbereich zum Einsatz kommt, und mit der Knick Detektion ortet das HAT-System-Team bei Bodenheizungen Fehlinstallationen, damit diese frühzeitig behoben werden können. Zuletzt bietet die Naef GROUP mit dem JKSystem noch ein besonders ausgeklügeltes Einfräsverfahren für Fussbodenheizungen an. Damit werden in bestehende Unterlagsböden Rillen für Bodenheizungsrohre eingebracht. Ineffiziente Radiatorsysteme können auf diese Weise einfach ersetzt werden.

Zwei Generationen arbeiten Hand in Hand. Von links nach rechts: Sarah Näf, Werner Näf, Anneliese Näf, Isabelle Näf, Ramon Näf.

«Wir wollen ein Vorbild für familiengeführte KMUs sein»

ISO 50001 und CO2-Neutralität Die im Kern bereits nachhaltigen Dienstleistungen der Naef GROUP werden laufend verbessert und mit zusätzlichen Innovationen verknüpft. Damit aber noch nicht genug. Seit 2014 werden im Freienbacher Betrieb nach ISO-50001-Standard sämtliche relevanten Energieprozesse und -daten minutiös erfasst und eine sukzessive Reduktion des eigenen Energieverbrauchs verfolgt. Die unvermeidbaren Restemissionen werden zu 100 % mit Schweizer Ressourcen im Wald der Oberallmeindkorporation Schwyz kompensiert. Damit nimmt die Naef GROUP in der Schweiz eine Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz ein. Das Gedankengut von Firmengründer Werner Näf und seiner Frau Anneliese tragen in zweiter Generation deren Kinder weiter. Geschäftsführer Ramon Näf, CFO Sarah Näf und die jüngste Tochter Isabelle Näf, welche seit einigen Jahren gemeinsam die Geschicke der Naef GROUP leiten, führen mit 50 Mitarbeitenden fort, was vor über 30 Jahren ins Leben gerufen wurde. Ein Familienunternehmen mit Nachhaltigkeit im Blut. Der HAT-SystemMaschinenpark mit eigens entwickelten Spezialgeräten

Energiemanagementsystem nach ISO 50001 und CO2-Neutralität durch Kompensation der Restemissionen mit einem Klimaschutzprojekt im Kanton Schwyz. Die Naef GROUP denkt und handelt für Generationen und nicht für Quartalszahlen.

Werner Näf Erfinder und Verwaltungsratspräsident der beiden Naef GROUP Unternehmen, HAT-Tech AG und Näf Tech AG

Naef GROUP HAT-Tech AG / Näf Tech AG Wolleraustrasse 41 8807 Freienbach Tel. +41 44 786 79 00 info@naef-group.com www.naef-group.com

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klimafreundlich Bauen & Wohnen

Weltneuheit – der erste biologisch abbaubare Vorhang Im September dieses Jahres bringt Möbel Pfister eine biologisch abbaubare Vorhangkollektion auf den Markt. Damit präsentiert der führende Schweizer Einrichtungsfachhändler eine Weltneuheit. Dank des biologisch abbaubaren Materials der Vorhänge und dank des garantierten Rücknahmeprozesses durch Pfister entsteht der weltweit erste geschlossene, zertifizierte Kreislauf im Bereich Heimtextilien. Wie eine Welt ohne Abfall aussehen könnte, kann man sich heute fast nicht mehr vorstellen. Laut Statistik des Bundesamts für Umwelt werden in der Schweiz Jahr für Jahr weit mehr als 700 Kilogramm Abfall pro Kopf produziert. Rund 3,9 Millionen Tonnen Müll wurden im Jahr 2015 in den Schweizer Kehrichtverbrennungsanlagen Rund 80 verschiedene Stoffe umfasst die weltweit erste biologisch abbaubare Vorhangkollektion.

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klimafreundlich Bauen & Wohnen Pfister Kurzporträt

verbrannt. Um aus dieser Situation einen Ausweg zu finden, sind neue Produktionsformen und Materialen gefragt, die einen nachhaltigen und umweltbewussten Konsum möglich machen. Ein zukunftsweisender Ansatz bietet das Cradle-to-Cradle®Prinzip, nach dem die neuen Vorhänge von Möbel Pfister entwickelt wurden.

Natur als Vorbild Das Cradle- to-Cradle-Prinzip® nimmt sich die Natur als Vorbild. In der Natur existiert kein Konzept des Abfalls. Alles, was nicht mehr gebraucht wird, dient als Nahrung für einen anderen Organismus und hilft so, wieder neues Leben zu schaffen. Dieser biologische Kreislauf ist auch Basis der neuen Vorhänge von Möbel Pfister. Wird ein solcher Vorhang nicht mehr gebraucht, landet er nicht auf dem Müll, sondern wird von Pfister zurückgekauft und anschliessend fachgerecht in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt. Dies geschieht durch Kompostierung – ohne dabei auch nur den Hauch von Abfall zu produzieren.

Die Möbel Pfister AG ist die grösste Tochtergesellschaft der Pfister Arco Holding AG, die führende Einrichtungsgruppe im Möbelfachhandel der Schweiz. Mit rund 1200 Mitarbeitenden und rund 200 Lernenden ist Pfister die grösste Ausbildnerin im Einrichtungsmarkt und feiert 2017 ihren 135. Geburtstag. Pfister verfolgt eine Cross-Channel-Strategie und ist mit der Online-Plattform pfister.ch und den 20 Filialen in allen Landesteilen präsent und unbestrittene Serviceleaderin. Mit der weltweit ersten biologisch abbaubaren Vorhangkollektion nach dem Cradle-to-Cradle®-Prinzip nimmt Pfister im Bereich Heimtextilien eine Vorreiterrolle in Sachen kreislauffähige Textilproduktion ein.

$XIZHQGLJH=HUWLIL]LHUXQJ Die biologisch abbaubaren Vorhänge von Pfister sind mit dem Cradle-to-Cradle-Certified™-GOLD-Zertifikat versehen. Dafür ist die Einhaltung streng definierter Standards nötig, die einerseits die Auswahl der Rohmaterialien regeln, andererseits aber auch den gesamten Verarbeitungsprozess miteinbeziehen. So gehören zu den Grundprinzipien des Cradle-to-Cradle®-Ansatzes neben der Kreislauffähigkeit der Produkte auch die Verwendung erneuerbarer Energien und die Reduzierung von Produktionsemissionen bei der Herstellung der Ware. Damit alle nötigen Voraussetzungen für die erfolgreiche Zertifizierung erfüllt werden konnten, musste die gesamte Produktionsstätte der Pfister Vorhang Service AG in Thörishaus bei Bern grundlegend umgestellt und an den hohen Cradle-to-Cradle®-Standard angepasst werden.

Pfister weltweit als Branchen-Vorreiter Auch wenn Experten heute davon ausgehen, dass diese Form der Textilproduktion bereits in absehbarer Zeit Standard sein könnte, haben sich noch nicht viele Firmen an den Cradle-to-Cradle®-Ansatz herangewagt. Im Bereich der Heimtextilien nimmt Pfister weltweit eine Vorreiterrolle ein. Von der Idee bis zur Lancierung der umfassenden Kollektion mit rund 80 Stoffen sind bei Pfister rund drei Jahre vergangen. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. «Wir sind stolz, mit den Pfister Cradle-to-Cradle®-Vorhängen ein Produkt entwickelt zu haben, das unseren Kundinnen und Kunden ein Stück Zukunft in ihr Zuhause bringt. Sie entsprechen den höchsten nachhaltigen Ansprüchen, ohne dabei auf die gewohnte Spitzenqualität unserer Textilien verzichten zu müssen. Und dies zu einem günstigeren Preis als vergleichbare Standardprodukte», so Manuel Schweizer, Category Manager bei der Pfister Vorhang Service AG.

Manuel Schweizer Category Manager Pfister Vorhang Service AG

0¸EHO3ĬVWHU$* Bernstrasse Ost 49 5034 Suhr PDQXHOVFKZHL]HU#SĬVWHUFK SĬVWHUFK

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Gesundes und รถkologisches Bauen

Modulare Weiterbildung BaubiologIn mit eidg. Fachausweis www.baubio.ch

Foto: AAB Architekten

fordert umfassende Kompetenz und Knowhow.


klimafreundlich Bauen & Wohnen

Nachhaltig Bauen durch mehr Fachund Selbstkompetenz Mit der «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016-2019» hat der Bundesrat die Ziele für die nächste Legislaturperiode festgelegt. Darin ist auch die Baubranche angesprochen. Sie kann aber die Ziele nur erreichen, wenn sowohl Baufachleute als auch Investoren und Nutzerinnen über die nötigen Kenntnisse und Einstellungen verfügen.

Investoren und Nutzerinnen haben grossen Einfluss Investoren können einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie beim Bau oder Erwerb einer Liegenschaft eine umfassende und längerfristige Sichtweise einnehmen. Qualitativ gute und für das Wohlbefinden der Nutzenden optimale Räumlichkeiten sind langfristig rentabler. Nebenbei leistet die Wahl langlebiger Materialien einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen und zur Reduktion der Abfallmenge, die notabene zu 65 Prozent durch die Bauwirtschaft verursacht wird. Nutzerinnen und Nutzer verbringen 80 bis 90 Prozent ihrer Lebenszeit in Wohnungen, Büros und Werkstätten. Deshalb stellt das Verhalten der Menschen den ausschlaggebenden Faktor für die Energieeffizienz von Gebäuden dar. Die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft können nur durch das optimale Zusammenspiel von Planung und Betrieb, das heisst von Planern und Nutzern erreicht werden. Deshalb ist es zentral, dass beispielsweise die Bewohnerinnen und Bewohner über die bestehenden Energiesparmöglichkeiten aufgeklärt werden. Wenn sie ihren Energieverbrauch selber messen und mit den Nachbarn vergleichen können, ist eine Steigerung der Effizienz einfacher erreichbar. Vielen Menschen ist nicht bewusst, wie sehr sie durch ihr Verhalten den Energieverbrauch einer Liegenschaft beeinflussen.

Laien und Baufachleute sensibilisieren Baulaien sind vermehrt für eine nachhaltige Bauweise zu sensibilisieren. Sie sollen in der Lage sein, Fragen zu optimalen Raumqualitäten zu stellen und damit beispielsweise schadstofffreie Anstrichstoffe in Wohnräumen zu verlangen. Das Gefühl des Wohlbefindens ist zwar individuell. Es hängt aber auch stark vom Verhalten des sozialen Umfelds und von den gesellschaftlichen Normen ab. Unbewusst vergleicht jeder Mensch den eigenen Lebensstil und die Besitzverhältnisse mit denjenigen von Freunden, Nachbarn oder Arbeitskollegen. Die bewusste Reflexion der persönlichen Lebensführung in Kombination mit dem Wissen über die Gesamtzusammenhänge sind wichtige Voraussetzungen für Veränderungen. Auch Planern und Handwerkern muss bewusst sein, dass sie durch ihre persönliche Haltung Bauwillige für zukunftsfähiges Bauen gewinnen können. Oft fehlt ihnen aber neben dem aktuellen Wissen zur Umsetzbarkeit einer nachhaltigen Baukunst auch dieses Bewusstsein. Diverse berufsbegleitende Weiterbildungsangebote, zum Beispiel beim Bildungszentrum Baubiologie, können diesen Mangel beheben. Mit mehr Fach- und mehr Selbstkompetenz wird nachhaltiges Bauen in den nächsten Jahren zu einer Selbstverständlichkeit.

Das Bildungszentrum Baubiologie bietet seit zwei Jahrzehnten Bildungsangebote im Bereich des gesunden und nachhaltigen Bauens an. Wichtiges Ziel ist es, die Baubiologie zum integralen Bestandteil von jeglicher Bautätigkeit werden zu lassen. Diverse Themen werden in einzelnen Kursen angeboten: Gesundheit im Innenraum, Energieeffizienz, umwelt- und ressourcenschonend Bauen, Materialwahl, Gestaltung und weitere. Einzigartig in der Schweiz, bietet das Eduqua-zertifizierte Bildungszentrum Baubiologie zudem einen berufsbegleitenden Fachkurs an, der sich an Planer/-innen und Handwerker/-innen richtet. Während 21 Kurstagen vermitteln Fachleute aus der Praxis Wissen für eine Baukultur im umfassenden Sinn. Der Kurs kann innerhalb eines Jahres absolviert und mit dem eidgenössischen Fachausweis «Baubiologe/-in» abgeschlossen werden. Der Verein Baubioswiss ist Prüfungsträger der eidg. Berufsprüfung zum/zur Baubiologen/-in mit eidg. Fachausweis. Baubioswiss verbindet Baufachleute und andere am gesunden und nachhaltigen Bauen und Wohnen Interessierte. Der Verein ist gesamtschweizerisch tätig und in allen Sprachregionen mit Regionalgruppen vertreten. Der Beratungsdienst von Baubioswiss bietet zudem kompetente Antworten zu allen Fragen bzgl. Themen der Baubiologie. Er richtet sich an Fachpersonen, Bauherrschaften, Bewohner und Mieter.

Dr. Thea Rauch-Schwegler Präsidentin des VR und Dozentin beim Bildungszentrum Baubiologie

Bildungszentrum Baubiologie Binzstrasse 23 / A1, 8045 Zürich Tel.: +41 44 451 01 01 bildungszentrum@baubio.ch www.baubio.ch

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klimafreundlich Chancen & Initiativen

Globale Gerechtigkeit beginnt bei uns Viele Menschen in ärmeren Ländern sind täglich Menschenrechtsverletzungen, ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, Armut, Hunger und Umweltzerstörung ausgesetzt. Ihre Situation kann uns nicht egal sein, liegen die Ursachen ihrer Misere doch oftmals auch in der Schweiz.

Unser Land ist Sitz vieler multinationaler Konzerne, die in sensiblen Wirtschaftsbereichen tätig sind. Public Eye schaut dort genau hin, wo Unternehmen gerne im Verborgenen agieren und die Politik dies zulässt. Wirtschaftlicher Erfolg darf nicht auf Kosten von benachteiligten Menschen in andern Ländern gehen. Seit bald 50 Jahren setzt sich Public Eye deshalb dafür ein, dass Schweizer Unternehmen und die Politik ihre Verantwortung zur weltweiten Achtung der Menschenrechte wahrnehmen. Mit Recherchen, Lobbyarbeit, Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit, politischen Vorstössen und der Unterstützung unserer 25 000 Mitglieder engagieren wir uns in der Schweiz für faire Wirtschaftsbeziehungen. Dabei arbeiten wir eng mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen zusammen.

ProClim – Forum für Klima und globalen Wandel Mit dem Bericht «Brennpunkt Klima Schweiz» zeigt die Schweizer Wissenschaftsgemeinschaft zusammen mit ProClim, dass der Klimawandel hierzulande eine zentrale Herausforderung dieses Jahrhunderts ist. Dieses Wissen allein führt aber noch nicht zum Handeln. An dieser Stelle setzt ProClim, das Forum für Klima und globalen Wandel, an. ProClim ist

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Brückenbauerin zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit. Wie aber fördert ProClim den Dialog zwischen diesen Gruppen? Sie organisiert Treffen mit den Parlamentsmitgliedern, wo Klimathemen wie das Übereinkommen von Paris diskutiert werden. Oder gestaltet den SRF-Themenabend zum Klimawandel mit, vernetzt Medienleute mit Forschenden, organisiert die erste

Unsere Vision: • Eine Schweiz, deren Politik globale Gerechtigkeit und Menschenrechte höher gewichtet als den Profit der Schweizer Wirtschaft auf Kosten anderer. • Schweizer Konzerne, die ihre Unternehmensverantwortung wahrnehmen und weltweit die Menschenrechte einhalten. • Rechtlich bindende Regulierungen auf nationaler und internationaler Ebene, die für mehr globale Gerechtigkeit sorgen. • Eine informierte und sensibilisierte Schweizer Zivilgesellschaft, die verantwortungsbewusst entscheidet und handelt. Public Eye Dienerstrasse 12 Postfach, 8021 Zürich www.publiceye.ch

internationale Veranstaltung zu Klimakommunikation mit oder erarbeitet ein Faktenblatt zu «Brennpunkt Klima Schweiz». ProClim ist auch in internationalen Programmen aktiv und deckt die Anliegen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) und Future Earth ab. Dabei zielt ProClim darauf, die Risiken der Klimaänderung zu erkennen und durch aktives Handeln den Klimawandel zu bremsen. ProClim wurde 1988 gegründet und ist Teil der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT).

www.proclim.ch


Messe mit Kongress für Fachleute und Private 21. – 24. September 2017 BERNEXPO, Bern Energieeffizientes Bauen und Modernisieren Erneuerbare Energien, Holzbau Solarthermie, Photovoltaik, Wärmepumpen, Speicher Gebäudetechnik, Lüftung, Wärmedämmung Digitales Planen und Bauen Think Earth! – Bauen mit Lehm Beraterstrasse der Kantone Passivhausstrasse Rund 30 Veranstaltungen

Träger

Partner

Unser Engagement: unsere Zukunft.

Parallelmesse


klimafreundlich Chancen & Initiativen Demeter-Lebensmittel einkauft, weiss, dass dahinter eine konsequent naturnahe und nachhaltige Landwirtschaft und Verarbeitungsweise steht.

Demeter – Bio und mehr Demeter ist das Qualitätslabel der biodynamisch angebauten Lebensmittel. Es ist das älteste Bio-Label und verfügt über die strengsten Richtlinien. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft stärkt den Boden, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen.

Strengste Vorschriften für schonendste Verarbeitung Durch die strengen Verarbeitungsrichtlinien sollen Demeter-Produkte ihre Qualität behalten und in ihrem Charakter gefördert werden. Das Label garantiert die hohe Lebensqualität aller Beteiligten in der Wertschöpfungskette. Wer

Anliegen der Demeter-Qualität sind: • Förderung der Bodenfruchtbarkeit dank hofeigener Kompost-Kultur und biodynamischen Präparaten • Lokal angepasste Pflanzenzüchtung für mehr Vitalität und Sortenvielfalt • Hohes Tierwohl dank wesensgemässer Haltung; Kühe behalten ihre Hörner • Schonendste Verarbeitung für Lebensmittel in bester Qualität; keine Homogenisierung der Milch, kein Nitritpökelsalz, wenige und nur absolut notwendige Zusatzstoffe

Geschäftsstelle Demeter Schweiz Burgstrasse 6, 4410 Liestal Tel. +41 61 706 96 43 (Mo–Fr 7:30–12:00 h) info@demeter.ch, www.demeter.ch

Kennzeichnungen, Umweltund Soziallabels AgriNatura

AgriNatura steht für artgerechte Tierhaltung mit Auslauf, eine natürliche Fütterung ohne gentechnisch veränderte Futtermittel sowie schonende und kurze Transportwege. Umwelt- und tiergerechte Produktion stehen im Zentrum. Die Tiere werden in der Schweiz geboren und aufgezogen. Es gelten die Richtlinien von IP-SUISSE. www.agrinatura.info

BIO-Hotels

Die BIO-Hotels garantieren ihren Gästen die Verwendung von biologischen Produkten. Vorher genehmigte Ausnahmen werden für die Gäste klar ersichtlich deklariert und müssen Mindestanforderungen entsprechen. www.biohotels.info

BioNaturPlus

BioNaturPlus-Produkte müssen die BioSuisse-Standards erfüllen Schonende Verarbeitung, z.B. keine UHT-Milchprodukte und Exklusivität sowie keine Flugtransporte sind Anforderungen. www.manor.ch

Bio-Knospe

Schutzmarke für Lebensmittel (pflanzliche und tierische Produkte),

unverarbeitete landwirtschaftliche Nichtlebensmittel (z.B. Pflanzgut, Samen, Schnittblumen und Zierpflanzen) und verarbeitete Produkte mit mehr als 10 % importierten Rohstoffen aus kontrolliertem biologischen Anbau. www.bio-suisse.ch

Claro

Marke der Handelsorganisation claro fairtrade AG, die gelabelte Produkte aus dem fairen Handel vertreibt. Die Handelsbeziehungen basieren auf einer sozial und ökologisch nachhaltigen Produktion und auf existenzsichernden Preisen für ökologisch produzierte Waren, welche die Grundbedürfnisse der ProduzentInnen decken und Spielraum für Investitionen lassen. www.claro.ch

ClimatePartner

Markenzeichen für intelligenten und akzeptierten Klimaschutz mit hoher Vielfalt, Transparenz und Nachvollziehbarkeit. Hilft Unternehmen bei der Umsetzung von Massnahmen zur Energieeffizienz und zum Klimaschutz. ClimatePartner unterstützt weltweit verschiedene Klimaschutzprojekte. www.climatepartner.ch

Climatop

«approved by climatop» zeichnet klimafreundliche Produkte aus. climatop-Produkte haben eine um mindestens 20 % bessere CO2-Bilanz als der Durchschnitt von vergleichbaren Produkten. Ein zertifiziertes Produkt kann das Label zwei Jahre benutzen. www.climatop.ch

Cosmébio

Ob Bio- oder Eco-Label, mindestens 95% der Inhaltsstoffe für mit diesen Labels ausgezeichnete Kosmetika müssen von natürlichem Ursprung oder aus biologischem Anbau sein. Sie dürfen keine Syntheseprodukte und Konservierungsmittel enthalten und diese Produkte nehmen Rücksicht auf die ökologischen Gleichgewichte und die Tiere. Das verwendete Verpackungsmaterial der Erzeugnisse ist biologisch abbaubar und recycelbar. Für das Bio-Label müssen mindestens 95% der pflanzlichen Zutaten aus biologischem Anbau stammen und davon mindestens 10 % der Zutaten Bio-zertifiziert sein. Für das EcoLabel müssen mindestens 50 % der pflanzlichen Zutaten aus

biologischem Anbau stammen und mindestens 5% der Zutaten Bio-zertifiziert sein. www.cosmebio.org

Cradle to Cradle®

Cradle to Cradle® Produkte sind Nährstoffe für biologische oder technische Kreisläufe von Materialien über mehrere Lebenszyklen hinweg. Sie stellen sicher, dass unsere Welt gesund bleibt und weiter gedeiht. Cradle to Cradle® Zertifizierung definiert die positive Nutzung von Rohstoffen und Inhaltstoffen. Eine neue Dimension der Produktqualität. www.epeaswitzerland.com

digitalSTROM®

digitalSTROM macht Ihre Wohnung intelligent. Elektrische Geräte vernetzen sich untereinander über die existierende Stromleitung. Dadurch arbeiten sie nicht mehr für sich, sondern automatisch zusammen. Sie erhalten so ohne wesentliche Mehrkosten: mehr Komfort bei der Bedienung, Kontrolle des Energieverbrauchs, mehr Sicherheit. www.digitalstrom.org


Messe für Bauen Wohnen und Garten

Parallelmesse

Quelle: MartyDesignHaus

21. – 24.9.2017 BERNEXPO Do–Sa 10 – 18 So 10 – 17

www.bauen-wohnen.ch


klimafreundlich

Kennzeichnungen, Umweltund Soziallabels EMAS

Von der EU entwickeltes, freiwilliges Umweltmanagementsystem, das Unternehmen dabei hilft, ihren betrieblichen Umweltschutz eigenverantwortlich und kontinuierlich zu verbessern. www.emas.de

energieEttikette

Mit einem europäisch genormten Messverfahren werden die Geräte bezüglich ihrer Energieeffizienz in Klassen von A bis G eingeteilt, wobei A (grün) die beste und G (rot) die schlechteste Klasse ist. In der Schweiz müssen folgende Geräte mit der energieEtikette versehen werden: Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Geschirrspüler, Backöfen, Raumklimageräte und Lampen. Zudem werden Kaffeemaschinen und Heizungspumpen freiwillig mit einer energieEtikette versehen. Ausserdem ist die energieEtikette Pflicht bei Personenwagen und gibt Aufschluss über den Treibstoffverbrauch, den CO2-Ausstoss und über die Energieeffizienz von Neufahrzeugen. www.energieetikette.ch

EnergieSchweiz-Partner

Nicht-gewinnorientierte Organisationen sowie Beauftragte gemäss Energiegesetz mit diesem Signet sind offizielle Partner von EnergieSchweiz. Sie unterstützen die Anliegen und setzen sich aktiv für die Erreichung der Ziele von EnergieSchweiz ein. Die Auszeichnung der Partner unterliegt strengen Qualitätskriterien. www.bfe.admin.ch

Energiestadt

Das Label «Energiestadt» erhalten Gemeinden, die die Nutzung erneuerbarer Energien, eine umweltverträgliche Mobilität förden und ein nachhaltiges Ressourcenmanagement betreiben. Das Label «Energiestadt» ist das wichtigste Produkt des nationalen Programms EnergieSchweiz für Gemeinden. www.energiestadt.ch

Energy

Energy ist das europäische Energie-label der «Group for Energy Efficient Appliances GEEA». In der Schweiz werden warmwassersparende Produkte wie Duschbrausen, Wasserarmaturen oder Durchflussbegrenzer mit diesem Label ausgezeichnet. www.energielabel.ch

ENERGY STAR

Das 1992 in den USA lancierte Label zeichnet energieeffiziente Geräte der Informations- und Kommuni-

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kationstechnik, Büroelektronik und Unterhaltungsindustrie aus. Energy Star wird seit dem 1.1.2009 offiziell auch in der Schweiz eingesetzt. www.energystar.ch

FSC (Forest Stewardship Council)

Forstwirtschaftliche Produkte wie Holz, Papier und Produkte wie Wildfleisch, Waldhonig, Pilze usw. mit dem FSC-Label fördern die sozial- und umweltgerechte Waldwirtschaft. In FSC-Wäldern wird Holz professionell genutzt, die Vielfalt an Pflanzen und Tieren geschützt und die Rechte der Bevölkerung und der MitarbeiterIn respektiert. www.fsc-schweiz.ch

Gebana

Gebana importiert und vermarktet biologisch produzierte Lebensmittel aus fairem Handel. Die Lebensmittel werden nach den Anbaukriterien der BioSuisse produziert. Gleichzeitig werden die Richtlinien des Schweizerischen Forums für Fairen Handel (SFFH) und der Internationalen Federation of Alternative Trade (IFAT) erfüllt. www.gebana.ch

Global Organic Textile Standard (GOTS) Die mit dem GOTS-Label ausgezeichneten Kleidungsstücke sind aus mindestens 70 % Naturfasern hergestellt und bei der Herstellung werden keine umwelt- und gesundheitsbedenkliche Stoffe eingesetzt. Ausserdem müssen strenge Sozialkriterien eingehalten werden, um faire Arbeitsbedingungen sicherzustellen. www.global-standard.org

IP-SUISSE

Nahrungsmittel wie Kartoffeln, Apfelsaft, Brot, Eier, Geflügel, Rapsöl, Mehl, Fleisch usw., die mit dem IP-SUISSE-Käfer ausgezeichnet sind, garantieren eine umweltschonende, nachhaltige, natürliche und einheimische Produktion, welche die Artenvielfalt, den Schutz der Ressourcen sowie Grundsätze zum Schutz der Tiere respektiert. www.ipsuisse.ch

FAIRTRADE MAX HAVELAAR

Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) ist eine Non-Profit-Organisation, die in der Schweiz das Fairtrade-Label für nachhaltig angebaute und fair gehandelte Produkte vergibt. Fairtrade stärkt Kleinbauern und Plantagenarbeiter in Entwicklungsund Schwellenländern, damit diese ihre Lebensbedingungen aus eigener Kraft nachhaltig verbessern können.

klimafreundlich schweiz 2017

Zentrale Instrumente dazu sind faire Handelsbedingungen, starke Produzentenorganisationen, Preisstabilität, Prämien, nachhaltiger Anbau und Unterstützung vor Ort. www.maxhavelaar.ch

Migros Bio

Die Migros vertreibt ihre Bioprodukte unter dem firmeneigenen Bio-Label, hat aber seit 1.1.2006 keine eigenen Biorichtlinien mehr. Die Inland-Bio-Produkte stammen alle von Knospe-Betrieben und sind Bio-Suisse-zertifiziert. Im Jahr 2007 wurde auch ein Kapitel «soziale Anforderungen» in die Knospe-Richtlinien aufgenommen. www.migros.ch

MINERGIE

MINERGIE bezeichnet und qualifiziert Güter und Dienstleistungen, die den rationellen Energieeinsatz und die breite Nutzung erneuerbarer Energien bei gleichzeitiger Verbesserung der Lebensqualität, Sicherung der Konkurrenzfähigkeit und Senkung der Umweltbelastung ermöglichen. www.minergie.ch

myclimate

myclimate fördert den Aufbau von Wissen zur CO2-Reduktion, sensibilisiert und motiviert zum langfristigen Klimaschutz. Weiters engagiert sich die Stiftung mit verschiedenen Management-Tools wie CO2-Bilanzierung, CO2-Reporting oder einem Performance-Management-Tool für optimale Entscheidungsgrundlagen in Firmen. www.myclimate.org

naturemade basic & star

Deklaration für Strom aus erneuerbaren Energieträgern, die CO2-neutral sind, wie z.B. Schweizerische Wasserkraft. Deklaration für ökologisch produzierten Strom aus Photovoltaik, Wind, Biomasse und Wasserkraft. www.naturemade.ch

Respect-Code

Durch die Eingabe des DNA-Codes auf der Website www.respect-code. org erhalten die VerbraucherInnen Informationen über die Rückverfolgbarkeit der Produktionskette in Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftsbereichen. Respect-Code richtet sich an Marken, die sich für Transparenz statt Geheimhaltung entschieden haben. Alle Informationen werden durch unabhängige Audits überprüft. www.respect-inside.org

Steinbock-Label

Das Steinbock-Label zeichnet alle Arten von Beherbergungsbetrieben, vom Fünf-Sterne-Hotel über die Jugendherberge bis zum Ökopionier, für ihre Nachhaltigkeit, je nach Leistung, mit einem bis fünf Steinböcken aus und steht für: Qualität der Unternehmensführung; Qualität der Betriebswirtschaft; Qualität des Umweltmanagements; Qualität für Mitarbeitende; regionale Wertschöpfung und Kultur. www.steinbock-label.ch

Swiss Climate

Vorreiter im Klimabereich werden mit dem Swiss-Climate CO2e-Label ausgezeichnet. Das SQS-geprüfte Gütezeichen steht für Glaubwürdigkeit und Transparenz. www.swissclimate.ch

Textiles Vertrauen nach Oeko-Tex® Standard 100plus

Im Oeko-Tex® Standard 100plus sind die Anforderungen des Oeko-Tex® Standard 100 und des Oeko-Tex® Standard 1000 vereint. Unternehmen, die ihre Produkte nach dem Oeko-Tex® Standard 100plus zertifizieren lassen, können den VerbraucherInnen verdeutlichen, dass es sich dabei um ein humanökologisch einwandfreies Textil handelt, welches ausschliesslich in umweltbewusst und sozial arbeitenden Betrieben hergestellt wurde. www.oeko-tex1000.com

Q Swiss Quality

Damit werden Holzprodukte ausgezeichnet, welche die Grundsätze nachhaltiger Ressourcenbewirtschaftung und umweltverträglicher Ernte einhalten. Das damit gekennzeichnete Holz stammt aus der Schweiz und wird in Betrieben verarbeitet, die ihre Umweltleistungen dauernd verbessern. www.wvs.ch

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und zeigt hier nur einige wichtige Umwelt- und Sozial-labels auf. Weitere Informationen zu den Labels erhalten Sie direkt bei den verschiedenen Organisationen. Quelle: www.labelinfo.ch


international

media solutions

Wo andere aufhören

>%(*,11(1:,5@ Ihr Ansprechpartner für ganzheitliche und qualitativ hochwertige Medien – und Printlösungen

www.imsag.ch


Der Plug-in-Hybrid E 350 e. Eines unserer vielen Modelle mit  #switchtoEQ

E 350 e Limousine, 1991 cm3, 211 + 88 PS (155 + 65 kW), 2,5–2,1 l/100 km (Benzinäquivalent: 4,2–3,5 l/100 km), 57–49 g CO2/km (Durchschnitt aller verkauften Neuwagen: 134 g CO2/km), CO2-Emissionen aus Treibstoff- und/oder Strombereitstellung: 24–20 g/km, EnergieeffizienzKategorie: D–A.

klimafreundlich jahrbuch 2017  

Das Jahrbuch für Nachhaltigkeit, Ökologie und Lifestyle

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