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8. April 2018 Fรถhnflug mit DuoDiscus XLT auf 5770 m (Oskar und Urs)

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Jahresr체ckblick 2018 Jahresbericht des Obmanns

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SGN in Zahlen - Statistik und OLC Plus

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Jahresbericht des Cheffluglehrers

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Jahresbericht des Bauleiters

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Jahresbericht SuperDimona

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Jahresbericht Robin Maintenance Team

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Jahresbericht Infrastruktur

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Flugplatz Buochs

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Schulungserfolge

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Erlebnisberichte: -

Segelfluglager San Vittore

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Segelfluglager Aalen

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BFK Streckenflug in Samedan

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Aussenlandung in Altdorf

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Von Buochs nach Samedan

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Herbstflug ins Pr채ttigau

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Nidwaldner Ferienpass

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Absenden & ZLK

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Ein Segelflugpension채r geht auf

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Reisen Aktivit채ten Programm 2019

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Schnupper Ausbildung

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Impressum: PDF Ausgabe: Februar 2019, Segelfluggruppe Nidwalden, Postfach 918, 6371 Stans Email: info@sg-nidwalden.ch, Website: www.sg-nidwalden.ch 3

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Wer in dieser phantastischen Traumlandschaft dem Alltag entfliegen kann, fĂźhlt sich wie Peter Pan auf Neverland... 5

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Wemding im schwäbischen Landkreis in Bayern 66

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Entlang der Schwäbischen Alb 7

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Jahresbericht des Obmanns Urs Grubenmann

Liebe Freunde des Segelfliegens Kürzlich diskutierte ich mit Freunden über unser schönstes Hobby dem Segelfliegen. Bis einer argumentiert: “Segelfliegen ist sicher sehr zeitaufwändig oder… ?“ da konnte ich es nicht verkneifen und musste wirklich schmunzeln … Nun, das ist natürlich Ansichtssache, ich persönlich finde Arbeiten und Geldverdienen sehr viel zeitaufwändiger :-). Eine Lieblingsbeschäftigung die Du mit voller Intensität lebst und Dir ein Maximum an Freude und innerer Zufriedenheit schenkt – da kannst Du wohl nicht von Zeitaufwand sprechen! Das wäre ja, als würden wir die Ferien als Zeitaufwändig taxieren und diese deshalb um die Hälfte kürzen. Wenn ich aktuell unsere Vorbilder beobachte, wie die Bussarde trotz frostiger Kälte konzentriert die ersten feinen Aufwinde magisch suchen und aus kurbeln, dann kann ich es kaum erwarten, wieder im Cockpit zu sitzen, mein Bestes zu geben, oben zu bleiben und die weite Ferne anzupeilen… Rückblickend war 2018 für die Segelfluggruppe Nidwalden ein sehr erfreuliches, sportliches und erlebnisreiches Jahr. Ja es war ein super tolles Segelflug-Jahr! ♦ Wir hatten zum Saisonbeginn das neue Flight Logging System eingeführt und alle Flüge explizit nur noch elektronisch erfasst. Das FLS hat sich sehr bewährt, die Software läuft sehr stabil und hat unsere Administration stark vereinfacht. ♦ Zwei neue frisch polierte Hochleistungsdoppelsitzer beglückten unsere begeisterten Piloten. Alex und Joerg stellten den neuen Duo Discus XLT HB-2513 pünktlich zur Saisoneröffnung bereit. Die Nachfrage zur Umschulung war sehr gross!

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♦ Im Juni folgt Rolf gut gelaunt mit der Übergabe der DG-1001T HB 2656 NF und beschenkt uns gleich noch mit einem komfortablen Pistenfahrzeug! So konnten wir mit sehr gutem Flug Material auf Streckenflug abheben. In den fünf Vorstandssitzungen im 2018 hatten wir einen Blumenstrauss voller unterschiedlicher Themen abgewickelt. ♦ So haben wir uns intensiv mit der Infrastruktur im U16 befasst und diesen neu elektrifiziert. Herzlichen Dank allen fleissigen Helfern die im Hintergrund mit wirkten! ♦ Wir haben eine WC-Lösung gesucht, einfache occasion Containerbauten besichtigt doch leider noch nichts passendes gefunden. ♦ Wir haben uns sehr intensiv mit dem neuen Flugplatz Betriebsreglement auseinandergesetzt und mit den Akteuren offene Gespräche geführt. Die Reglementierung der Wochenendflügen sind für unseren Sport äusserst entscheidend. Aktuell liegt das neue Reglement mit vielen Einsprachen beim BAZL. Wir hoffen sehr auf eine partnerschaftlichen und schnelle Lösung und sind zuversichtlich, dass mit allen Beteiligten ein langfristiger, sportlicher Segelflugbetrieb auf dem Flugplatz Buochs ermöglicht wird.


♦ An der Ausserordentlichen Generalversammlung vom 25. Oktober 2018 haben wir uns entschlossen die DG-1001M als reines Segelflugzeug zu betreiben und die ASW-20, HB-1623 zu verkaufen. Obwohl wir sehr viel geflogen sind, hatten wir glücklicherweise keinen einzigen Personenschaden. Wir waren nicht nur viel, sondern auch weite Distanzen unterwegs und konnten uns auch im Streckenflug als Gruppe insgesamt massiv steigern. Dies zeigt sich besonders erfreulich in der OLC Punktierung. Es ist wahrscheinlich in der Geschichte der SGN ein kleines Novum das 10 Piloten über 3.000 und fünf weitere Piloten über 1’000 Punkte erreichten.

Segelfliegen ist ein leiser Sport und genauso wurden viele persönliche Erfolge wohl eher unauffällig und konspirativ gefeiert. Das Zitat von Laotse: “wer andere besiegt, ist stark. Wer sich selbst besiegt, ist mächtig.“ scheint mir für unseren Sport sehr passend. Ich gratuliere allen Piloten, die sich im 2018 selbst übertroffen haben und persönlich weiter, höher oder länger geflogen sind. Dieser Jahresbericht fasst nur einen kleinen Teil vieler wunderschöner gemeinsamer Erlebnisse zusammen. Ich wünsche Euch viel Spass beim Überfliegen, beim absinken, beim Hochkurbeln und revue passieren lassen… Urs Grubenmann, Obmann

SGN GliderCup und Jahresrückblick in einem Video zusammengestellt. Wer kennt den Waypoint: Schwaderloch? youtu.be/8kT3rylUh6g 9


Die SGN Statistik Im 10-jahres-Durchschnitt sind wir ca. 876 Std/Jahr geflogen. 2018 war mit 968 Segelflugstunden ein sehr gutes Jahr. Vor 10 Jahren hatten wir 8 Segelflugzeuge, im 2018 sind es 10 Flugzeuge. Die Dimona war 298 Std und die Robin 144 Std in der Luft.

Wir starten die neue Saison 2019 mit: 45 aktiven Piloten, 8 Segelfluglehrer, 4 Dimona/Robin Fluglehrer, 4 Flugschßler und 10 Schlepppiloten 9 Segelflugzeugen 1 Touring Motor Glider - SuperDimona 1 Schleppmaschine Robin Mit den 68 Nifli’s (nicht fliegend) sind wir total 113 SGN Mitglieder. Interaktive Statistik auf: www.sg-nidwalden.ch/statistik

968 45 11

Segelflugstunden

aktive Piloten

Flugzeuge

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Jahresbericht des Cheffluglehrers Joerg Spichtig

Schulung Ein Blick in unsere "Kundenkartei" der Flugschüler zum Datum, wo ich diesen Bericht schreibe, löst bei mir etwas Stirnrunzeln aus… ganze 4 Schüler sind bei der SGN eingetragen. So wenige hatten wir seit meiner "Amtstätigkeit" als CFL noch nie! Aber lassen wir mal 2018 Revue passieren.. Die Grundschulung im 2018 lief eigentlich im gewohnten Rahmen und der gewohnten Intensität ab. 3 Schüler durften ihren ersten Alleinflug bestehen, alle am gleichen Tag! Beat Herger, Max Heins und Pierre Hardy. Herzliche Gratulation zu diesem wichtigen Meilenstein in Eurer noch jungen Flieger-Karriere! Fabian Danner und Luca Soldati durften ausserdem erfolgreich ihre BAZL Prüfung zum Segelflug-Piloten absolvieren. Unser "Aushilfs" BAZL-Prüfungsexperte Ruedi Wissmann attestierte beiden Bestes Können und eine solide Ausbildung. Auch Euch an dieser Stelle Gratulation. Der Dank geht aber auch an alle meine Fluglehrer-Kollegen, welche sich Saison um Saison unermüdlich zum Wohle der SGN Flugschule einsetzen, und das ohne auch nur einen Rappen Entgelt oder sonstwelche Privilegien! Leider mussten wir aber auch zwei Austritte, resp. Wechsel zum NiFli-Status von Flugschülern entgegennehmen. Dies ist umso bitterer, da es sich bei Beiden um junge, talentierte Nachwuchshoffnungen handelt. Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, warum unser Schülerbestand aktuell mager ist. Heisst wir müssen in 2019 sicher Anstrengungen unternehmen, dies zu ändern. Einige Ideen dazu sind bereits am Laufen, weitere dazu gefragt!

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Aufgrund der kleinen Schülerzahl und der Erfahrung der vergangen Jahre, hatten wir auch 2018 kein Schulungslager organisiert. Sollte die Nachfrage zu einem solchen Anlass in Zukunft vorhanden sein, werden wir wieder drüber nachdenken, eventuell auch als gemeinsame Veranstaltung SGN-SGOW-SGP. Das Krankheitsbild "mangelnde Schülerzahl" (und auch schrumpfende Pilotenzahlen generell) ist kein ausschliessliches SGN Problem. Unsere Nachbar-Vereine SGOW und SGP kennen dies ebenfalls. Eine Fusion der Flugschulen könnte meiner Meinung nach in Zukunft durchaus Sinn machen, und dies nicht nur wegen der relativ kleinen Schülerzahl. Wie sicher inzwischen alle wissen, schlägt mein Herz vor allem für den Streckenflug. Ich glaube nach wie vor, dass dies DER Motivator ist, um dem Segelflug lange treu zu bleiben und das Feuer für den tollsten und schönsten Sport ein Leben lang aufrecht zu erhalten.


Es weiss aber auch jeder Segelflieger, dass der Weg dahin doch recht anspruchsvoll ist und wohl jeder angehende Streckenflieger erlebt dabei Hochs und Tiefs… kurz ein gewisses Mass an "Biss" und" Frust-Toleranz" muss vorhanden sein. Der Lohn dafür sind aber unvergessliche Erlebnisse und Erfahrungen, die sich kein Erdenmensch auch nur annähernd vorstellen kann!

pflegen und natürlich auch die zeitliche Kapazität dazu haben. Und genau da denke ich, kommt der Gedanke der Fusion der Flugschulen wieder ins Spiel. Wir sind in der Innerschweiz 3 kleine Vereine mit 3 Flugschulen und jede ist trotz der recht kleinen Schülerzahl nicht in der Lage, mehr als Grundschulung anzubieten, einfach weil die zeitliche Belastung der Fluglehrer auch so schon recht massiv ist. Wenn wir aber z.B. am Wochende X die

Und genau darum suche ich immer wieder Wege, um unsere jungen Piloten auf diesem Wege zum erfolgreichen Streckenpiloten möglichst optimal zu unterstützen! Deshalb sollten wir es in den kommenden Jahren möglichst hinkriegen, dass neben der Grundschulung auch die Weiterausbildung zum Streckenpiloten in der SGN Flugschule ein Standard-Angebot wird, welches bekannt ist und genutzt wird. Dazu braucht es aber Fluglehrer mit dem entsprechenden Können und welche Willens sind, dieses Angebot zu

Grundschulung in Kägiswil anbieten würden und an diesem dann die Streckenschulung in Buochs und dann das Ganze am nächsten Wochende umkehren, würden wir ein ganz neues Angebot schaffen können. Erfahrungsgemäss war nämlich die Kapazität der Grundschulung in den letzten Jahren selten ausgeschöpft, nur lässt sich die Streckenschulung eben nicht sinnvoll damit kombinieren. Da sollten wir wirklich drüber nachdenken! 13


GliderCup Ein letztes Mal werde ich an dieser Stelle unsern "Glidercup" erwähnen… einfach deshalb weil es diesen nicht mehr geben wird! Dazu haben Urs und ich am Absenden ja schon ausführlich berichtet. Wetterpech und eine gewisse Scheu unseres Zielpublikums, die angehenden jungen Streckenpiloten, daran teilzunehmen, haben zu diesem Entschluss geführt. Diesen Event aber einfach ersatzlos zu streichen wäre eine Kapitulation und würde unserm Bestreben, den Streckenflug zu fördern, diametral entgegen- laufen.. Deshalb heisst der neue Slogan:

PILOTEN-BÖRSE ! Was versteckt sich dahinter? Ganz einfach eine Plattform, die es angehenden Strecken-Piloten ermöglicht, unkompliziert und effizient Hilfestellung fürs Streckenflug-Coaching zu erhalten Als angehender Streckenpilot "postest" Du deine Wünsche fürs Coaching auf der entsprechenden Seite auf der SGN Homepage Als Strecken-Coach (das muss nicht unbedingt ein Fluglehrer sein) machst Du dasselbe, wenn Du Zeit und Lust hast, einer unserer jungen Kollegen zu unterstützen wenn Angebot und Nachfrage passen, können die Piloten dann frühzeitig in Kontakt treten, und das Flugvorhaben organisieren. Wir hoffen damit organisatorische Hürden "einzureissen" und der immer wieder feststellbaren Scheu der jungen Piloten, die "alten Hasen" um Hilfestellung zu bitten, entgegenzuwirken. Nutzt dieses Angebot in der kommenden Saison!

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Lager Manchmal kriegt man fast den Eindruck, die Hauptaktivitäten der SGN fände in den Lagern statt. Diese werden ja seit vielen Jahren sehr gut frequentiert, egal obs die offiziellen SFVS Lager oder die SGN organisierten Lager sind. Dies ist an sich eine erfreuliche Feststellung, sind doch gerade Lager prädestiniert, speziell den jungen Piloten schnelle und motivierende Fortschritte und Erfolgserlebnisse zu ermöglichen. Unsere SGN Lager 2018 in Aalen und St Auban waren beide gut frequentiert und geprägt von guten Segelflugbedingungen, wobei das Aalen Lager wettermässig diesmal die Nase vorn hatte. Eindrücke von beiden Lagern findet ihr als Teil dieses Jahresberichtes. Die Verlegung der "Flachlandlagers" (wenn man es so nennen will) auf die Ostalb nach Aalen-Elchingen mit seinem angenehm kurzen Anreiseweg hat sich voll bewährt. Der Flugplatz EDPA bietet überdies eine freundliche, unkomplizierte und optimale Umgebung und Atmosphäre für unsere Flieger-Ferien. Nach zwei fliegerisch, kulinarisch und kameradschaftlich tollen und entspannten Wochen in Aalen haben wir dann auch gleich die Unterkunft auf dem Flugplatz für das Lager 2019 vorreserviert, dass uns diese ja keiner wegschnappt! Bis dato haben sich bereits wieder 6 SGN Piloten angemeldet, darunter erfreulicherweise zwei "Neue". Ich möchte dieses Lager allen SGN Piloten sehr empfehlen, vorab den angehenden Streckenpiloten. Es ist auch immer genug Streckencoach-Kapazität verfügbar, um Euch in den Doppelsitzern den nötigen Support zu geben. Und wenn's auch bei der SGN nicht so populär ist… das "Flachland" bietet Hammer-Thermik und ist genauso interessant wie die Alpen! Zudem steht einem nicht dauernd ein Berg im Wege…

Roman Benz hat letztes Jahr eindrücklich bewiesen, wie man sich innerhalb von 10 Tagen quasi von Null auf 300(km) steigern kann und dies nicht etwa mit einer absoluten Super-Orchidee sondern mit der bewährten LS-4.

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16. März 2018 GV im Wassersportzentrum Buochs

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Glücklich durch Streckenflug Am Donnerstag den 22. März 2018 habe die drei innerschweizer Segelfluggruppen SGO, SGP und SGN gemeinsam zu einem Streckenflug Informationsabend eingeladen. Mit 26 Teilnehmer waren wir über das Interesse sehr positiv überrascht. Gemeinsam wurden zwei Streckenflüge detailliert vorbereitet: Der erste Streckenflug führt ca. 200 km via Jänzi – Rawilpass – Grimselpass ins Wallis und dauert ca. 4 Stunden. Der zweite Streckenflug führt uns ca. 100 km via Krienseregg – Wildegg (Birrfeld) – Zofingen ins Mittelland. Beide Strecken führen entlang verschiedener Flugplätze und sind deshalb ideal um Erfahrungen zu sammeln.

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Jahresbericht des Bauleiters Jürg Sterchi

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Die ersten drei Monate waren geprägt von der Übernahme der Funktion des Bauleiters von Richard Jahn. Richard zog es wieder in die alte Heimat und speziell zu seiner Frau, welche im April ihre gemeinsame Tochter zur Welt brachte. In mehreren Besprechungen informierte mich Richard über den Zustand der Flotte und die Gegebenheiten in Hangar und Baulokal sowie die organisatorischen Aufgaben.

zugunsten der SGN könnten wir nicht auf fast immer verfügbare Flugzeuge und Anhänger zählen. Als Bauleiter bin ich auf viele helfende Hände angewiesen. Auf diese Unterstützung durfte ich 2018 sehr stark zählen, auch von einigen weiteren aktiven Mitgliedern. Herzlichen Dank dafür. Es macht Spass mit euch zusammenzuarbeiten! Gleich Anfangs Saison durften wir den

Aufgrund verschiedener Umstände standen nicht alle Flugzeuge zu Saisonbeginn zur Verfügung. Erst im Juni konnte ich das erste Mal alle Flugzeuge mit Status grün melden. Das möchte ich in Zukunft besser hinkriegen. In diesem Zusammenhang ein spezieller Dank an unser ‚Pensionierten-Trio‘ Walter Schocher, Res Gfeller und Christian Hählen. Ohne ihren intensiven und unermüdlichen Einsatz

DuoDiscus in Betrieb nehmen. Nachdem wir das Flugzeug noch im 2017 im Werk abholen konnten und im Winter Sauerstoffanlage und ELT einbauten, war es am 10. März anlässlich der Fluglehrer-Checkflüge soweit. Sofort entwickelte sich der DDXLT zu einem Lieblingsflugzeug für viele Piloten. Der ‚Kampf‘ um den Duo anlässlich der Morgenbriefings wurde zum Dauerzustand.


Anfangs Mai konnten wir endlich zu DG fahren und den neuen DG-1001T abholen. Auch dieses Flugzeug benötigte noch ein paar Modifikationen bevor es am 17. Juni in den Flugbetrieb integriert werden konnte. Auch im 2018 beteiligten sich einige Piloten mit SGN-Flugzeugen in den Lagern von San Vittore, Aalen, Münster und St. Auban sowie im Breitenförderungskurs Alpensegelflug. Ich danke allen, die in den Lagern speziell Sorge tragen zu den Flugzeugen, diese gut prüfen und im Anhänger korrekt verstauen, so dass keine Beschädigungen entstehen. Am DDXLT entstand in St. Auban durch Fremdeinwirkung massiver Schaden an Seitenflosse und Seitenruder, zum Glück weiterhin lufttüchtig, so dass die abschliessende Reparatur erst nach der Flugsaison durchgeführt werden musste.

Für die Bausaison 2018/2019 konnte ich drei neue Gruppenleiter gewinnen. Adi Eberle nimmt die ASK-21 unter seine Fittiche, Beni Meienberg wird sich um den Nimbus kümmern und Michael Gloor nimmt sich der LS4-b HB-3117 an. Alle drei werden von Walter Schocher und mir in ihrer Funktion unterstützt, so dass sie mit einem guten Gefühl im Frühjahr die Flugzeuge in den Flugbetrieb übergeben können. Die übrigen Flugzeuge werden von bewährten und langjährigen Gruppenleitern betreut. Besten Dank allen, die sich für diese Funktion zur Verfügung stellen. Ein intensives und interessantes Bauleiter-Jahr liegt hinter mir und setzt sich im 2019 fort. Eine spannende und befriedigende Funktion, die mir viel Spass macht. Herzlichen Dank für die gute Zusammenarbeit und die grosse Unterstützung, die ich erfahren durfte.

Unser ehemaliges Flaggschiff DG-1001M bereitete uns auch im vergangenen Jahr viele Sorgen und Mühen. Vor Saisonbeginn entdeckten wir noch einen Schaden am Propeller, der zuerst repariert werden musste. Als Eigenstarter war das Flugzeug erst ab Anfang Mai verfügbar und das nur bis am 1. Juli. Dann war die 25h-Kontrolle des Motors fällig. Anlässlich dieser Kontrolle entdeckten wir einen weiteren Riss am Motorträger, so dass der Motor mit Träger ausgebaut und nach Bruchsal zur Reparatur gebracht werden musste. Am nächsten Wochenende kam dann der definitive Ausfall. Anlässlich einer Aussenlandung (weil ohne Motor) wurde das Fahrwerk stark beschädigt und der Rumpf zur Reparatur ebenfalls nach Bruchsal transportiert werden. Erst Ende September konnten wir den Rumpf wieder abholen.

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Unser neuer Hochleistungsdoppelsitzer Duo Discus XLT macht nicht nur Urs und Marcel Spass. 256 Stunden wurde er von den aktiven Piloten im 2018 geflogen…

Diese Cockpit Instrumentierung lässt keine Wünsche offen…. 23


Mathias und Andi kurz vor dem Start mit unserem neuen DG-1001T. Dies war die Ersatzbeschaffung für den “geblitzten” DG-1001M. Ungern erinnern wir uns an den 24.05.2016 als in Oehna ein Blitz in die Winglets unsere DG-1001M zischte. Die Abklärungen mit der Versicherung und dem Hersteller brauchten wirklich sehr viel Geduld.

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SuperDimona HB-2310 Thomas Friedli

Unsere Motorsegler SuperDimona HK 36 TTC feierte im Frühling 2018 das 20 jährige Jubiläum. Ein ganz grosses DANKESCHÖN geht an Thomas Friedli für seine 20-ig-jährige professionelle technische Wartung. Seit 1998 pflegt und sorgt sich Thomas mit viel Herzensblut für unsere SuperDimona!! MIt knapp 300 Flugstunden wurde im 2018 fast auf die Stunde genau gleich viel geflogen wie im Vorjahr. Die Landungen haben leicht zugenommen, offensichtlich wird wieder mehr geschult. Im Herbst/ Winter 2019 steht die 6000h Kontrolle „Plus“ (….) an. Wird so weiter geflogen und wenn der Motor rüstig bleibt erreichen wir 6000h ca. im Oktober .

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Jahresbericht: EXW - Robin Maintenance Team Rolf Odermatt

Nach der 50-Stundenkontrolle und der BAZL-Jahresinspektion startete unsere Robin mit neuem Flugfunk in die Saison. Anfänglich führte uns der Drehzahlmesser mit - wie sich dann herausstellte – abwechselnd zu hohen und zu tiefen Anzeigen an der Nase herum. Erste Messungen im Februar und März zeigten eine um 200 Umdrehungen zu hohe Drehzahl am Instrument. Nach einer Justierung in einer Fachwerkstatt war dann die Anzeige instabil und ein geeichtes Messgerät belegte im Mai jetzt gar eine zu tiefe Anzeige. Erst nach dem Ersatz des Geräts bei Skyparts im Juni war das Thema endlich erledigt. Ebenfalls länger beschäftigte uns ein Problem mit dem Transponder, dessen Signal von den Radaren der Flugverkehrsleitung nicht empfangen wurde. Nach längerer Suche konnte ein loser Stecker hinter dem Instrumentenbrett geortet und damit der Fehler behoben werden.

Von weiteren technischen Problemen wurden wir verschont. Auch im Flugbetrieb gab es keine Überraschungen. Einzig das Schleppseil musste einmal ersetzt werden, weil es wegen einem Knoten nicht mehr eingezogen werden konnte und in der Folge beschädigt wurde. Für eine bessere Sichtbarkeit er- hielt die Robin gegen Ende des Jahres schlussendlich noch eine neue orange Bemalung der Flügelendspitzen. Obwohl in diesem Jahr kein Schulungslager und keine «Pre Entry Flt Tests» für Fluglehrer stattfanden, konnte das Niveau der Flugstunden gehalten werden. Dies ist wohl einerseits auf das lang andauernde schöne Wetter während der Sommermonate, aber auch auf Einweisungen auf die Robin und die Ausbildung eines externen Piloten im Flugzeugschlepp zurückzuführen. Schleppflüge brige Flüge Total EXW

121:39 h 759 Flüge 22:25 h 45 Flüge 144:04 h 804 Flüge

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Jahresbericht Infrastruktur Oskar Unternährer

Schon seit einiger Zeit beschäftigte sich der Vorstand mit der Infrastruktur, wo Vorabklärungen für eine mögliche Sanierung des Baulokales anstanden. Prioritär befasste man sich aber mit dem U16, wo die Umstellung der elektrischen Anlagen von der militärischen Nutzung auf zivile Verhältnisse zwingend (hauptsächlich) vom EW Nidwalden gefordert wurde. Im Weiteren stand die Torwartung an. Gemäss Mietvertrag mit den Genossen Stans sind wir als SGN zugunsten eines günstigeren Mietzinses verantwortlich für den Unterhalt des U16. Dies bedeutet in erster Linie viel Arbeit und in dem beschriebenen Fall grosse Kosten. Tatsache ist, es gab sehr viel Planungsarbeit und unzählige Gespräche im Vorfeld mit unserem Elektriker Othmar Monn, dem Torbauer, der RUAG, dem EW Nidwalden und den Genossen Stans. Im September 2018 war es dann soweit, mit Hilfe von einigen unserer

Mitglieder unter der Führung von Othmar Monn wurden die alten militärischen Einrichtungen demontiert, ein neues Tableau und vieeel besseres Licht installiert. Im selben Zeitraum wurde von Niederberger Tor- und Metallbau AG die Wartung der vier Tore vorgenommen. Dazu gehörte auch die Erneuerung und Aufrüstung der Abdichtungen der Tore und Türen für eine bessere Beheizung im Winter. Vielen herzlichen Dank an alle Helfer der SGN. Ganz besonders möchte ich hier Res Gfeller und Walti Schocher erwähnen, einmal mehr wäre es ohne ihren Effort nicht möglich gewesen, diese Arbeiten auszuführen! Erfreut Euch am neuen Lichtkomfort und tragt Sorge zu den neuen Einrichtungen! Buochs, 23.1. 2019, Oskar Unternährer

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Flugplatz Buochs: Bisherige Nutzer äussern Bedenken Die Frage nach der Zukunft des Flugplatzes Buochs löst Emotionen aus, wie ein Infoanlass in Stans zeigte. Die Verantwortlichen konnten viele Befürchtungen aus dem Weg räumen. Alle Anliegen sind aber nicht umsetzbar. Oliver Mattmann 29.10.2018, 20:00 Uhr Hat die Modellfluggruppe noch Platz auf dem Flugplatz Buochs? Sind Anlässe wie die kantonale Gewerbeausstellung Iheimisch künftig noch möglich? Ist zu befürchten, dass touristische Helikopterflüge ab dem Flugplatz zunehmen werden? Mit solchen und ähnlichen Fragen sahen sich am Freitagabend Vertreter des Bundes, des Kantons und der Airport Buochs AG (Abag) konfrontiert. Sie hatten im Rahmen der öffentlichen Auflage des Umnutzungsgesuchs vom Militärflugplatz in ein ziviles Flugfeld zum Informationsanlass geladen. Schätzungsweise zwischen 200 und 250 Interessierte fanden den Weg in den Pestalozzisaal Stans. Markus Kälin, Verwaltungsratsvizepräsident der Flugplatzbetreiberin Abag, konnte die Fragesteller in den meisten Fällen beruhigen. Zu einem Mitglied der Modellfluggruppe, die seit über 60 Jahren auf dem Flugplatz zu Hause sei, wie er ausführte, sagte Kälin: «Euer Flugbetrieb ist zwar nicht Bestandteil des Betriebsreglements, wir streben aber eine Lösung an, damit ihr bis auf Weiteres auf dem Flugplatz eine Homebase habt.» Martin Bär von der Abteilung Sachplan und Anlagen beim Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) ergänzte: «Es ist die Aufgabe der Flugplatzhalter, alle Freizeitaktivitäten zu koordinieren.» Markus Kälin versicherte weiter, dass Buochs nicht zu einem zweiten Zermatt werde, wo Mountainbiker für 80 Franken mit dem Heli auf den Berg fliegen können, was zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hat. Bereits in der Vereinbarung zwischen Kanton und den Korporationen als Grundstückbesitzer von 2015 sei festgehalten worden, dass eine

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Helikopterbasis für touristische Personentransporte auszuschliessen sei. «Deshalb haben wir solche Flüge auf maximal 250 Bewegungen im Jahr eingeschränkt», hielt Kälin fest, und ergänzte: «Eine kleine Anzahl braucht es, auch zu Schulungszwecken von Piloten. Es besteht eine gewisse Gewerbefreiheit und ich kenne keinen Flugplatz, bei dem dies vollkommen unmöglich ist.» Baudirektor Josef Niederberger bemerkte, dass Helis heute irgendwo landen können, wenn der Eigentümer sein Land dafür zur Verfügung stelle. «Solche Flüge werden auch wahrgenommen, haben aber mit dem Flugplatz nichts zu tun.» Anfrage für Schwingfest abschlägig beantwortet Zur Zukunft von terrestrischen Anlässen auf dem Flugplatz betonte Josef Niederberger, dass man sich vonseiten Regierung dafür einsetzen werde, dass dies auch in Zukunft möglich sei. Nationalrat Peter Keller, ebenfalls im Publikum, hatte zuvor festgehalten, dass eine Standortanfrage fürs Innerschweizer Schwingfest 2021 negativ beantwortet worden sei. «Der Auf- und Abbau einer solchen Grossveranstaltung mit Tribüne dauert vier Wochen und erzeugt einen enormen Lastwagenverkehr. Uns bliebe nichts anderes übrig, als den Flugplatz zu schliessen während dieser Zeit», begründete Markus Kälin. Abgesehen davon, dass die Pilatus-Flugzeugwerke ihre Tests nicht wie gewohnt durchführen könnten, hätte der Betriebsausfall finanzielle Auswirkungen. «Unser aller Ziel ist aber ein Flugplatz, der kostendeckend ist.» Weitere Teilnehmer zeigten sich erstaunt, dass heutzutage nicht alle Unterlagen der drei Dossiers für die öffentliche Mitwirkung zum Flugplatz Buochs digital zugänglich seien. Und


dann tauchte nach Unfällen in der Vergangenheit nicht unerwartet die Frage nach der Sicherheit auf. Laut Roger Bosonnet, Leiter Abteilung Sachplan und Anlagen beim Bazl, kommt eine komplette Umzäunung aufgrund der Funktion als Naherholungsgebiet nicht in Frage. Regierungsrat Josef Niederberger erwähnte, bei der Piste querenden Herdernstrasse würden neue Barrieren angebracht, die einen Durchlass erlauben, sollte sich jemand zum falschen Zeitpunkt auf der Piste befinden und zurück wollen. Zudem ist geplant, den Bereich zwischen den Barrieren mit Sensoren im Boden auszustatten, die in einem solchen Fall Alarm schlagen würden, erwähnte Markus Kälin am Rande der Infoveranstaltung.

Flugplatz Buochs Wie geht es weiter? Armin Willimann Am 26. Oktober 2018 hat die Baudirektion Nidwalden zur Informationsveranstaltung über den Stand des Umnutzung Verfahrens des Flugplatzes Buochs zur zivilen Nutzung eingeladen. Die Bevölkerung wurde informiert, dass seit 24. Oktober 2018 die drei massgebenden Dokumente (SIL-Objektblatt, kantonaler Richtplan und Umnutzungsgesuch) im Amtsblatt publiziert wurden und zur öffentlichen Mitwirkung aufliegen. Die Segelfluggruppe wurde für die Erstellung der Dokumente nicht miteinbezogen. Unsere Anliegen konnten wir somit nicht einbringen. Damit wir in Zukunft direkt vom BAZL informiert werden, hat der Vorstand am 22. November 2018 eine Einsprache beim BAZL eingereicht. Es ist uns wichtig, dass unser Segelflugbetrieb an Wochenenden weiterhin durchgeführt werden kann und nicht durch andere Einsprachen massiv reduziert wird. Dabei haben wir unser grosses Interesse für eine partnerschaftliche Lösung kundgetan. Wir sind zuversichtlich, dass mit allen Beteiligten, insbesondere der ABAG ein langfristiger sportlicher Segelflugbetrieb auf dem Flugplatz Buochs ermöglicht wird. Je nach eingegangenen Einsprachen sollten wir in der zweiten Jahreshälfte 2019 über die weiteren Schritte vom BAZL informiert werden.

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Heute am 18. Juli 2018 hat Fabian bei besten Segelflug Bedingungen einen perfekten Prüfungsflug absolviert. Fabian ist aktuell unser dritt jüngster Pilot und konnte erst letzten Monat seinen 16. Geburtstag feiern. Heute hat er gezeigt, dass auch sehr junge Piloten verantwortungsbewusst und sicher die Kunst des Segelfliegens erlernen können. Wir wünschen Dir weiterhin viel Spass beim wohl schönsten Hobby in der Luft und natürlich "many happy landings". ...

n e r h a J 6 1 Mit g u l f l e g e S das Brevet...

Für eine erfolgreiche Prüfung, braucht es tolles Wetter, einen Schlepppiloten, einen Flugdienstleiter, einen Prüfungsexperten und vor allem einen motivierten Flugschüler….

Thomas Bosshard Schlepppilot

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Fabian Danner “Prüfling”

Ruedi Wissmann Prüfungsexperte

Walter Schocher Flugdienstleiter


Gratulati on: Urs Frisc hknecht u nd Luca Sold ati haben die praktisch e Prüfung bestande n! Die SGN erfreut sich über zwei weitere Jungpiloten: Urs Frischknecht (26 Jahre) und Luca Soldati (29 Jahre) haben diesen Mittwoch, den 8.8.2018 das Segelflugbrevet bestanden. Jetzt fängt der Spass mit Fliegen erst richtig an, wir wünschen Euch beiden many happy landings...

Wer sich für den Segelflugsport interessiert, einen Schnupperkurs absolvieren oder gerne einfach nur einmal mitfliegen möchte, ist am Flugplatz in Buochs jederzeit willkommen. In dieser Saison wird bei guten Flugbedingungen noch bis etwa Ende Oktober, immer samstags und sonntags, geflogen. Weitere Informationen finden Interessierte unter

www.sg-nidwalden.ch/ausbildung

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v.l.n.r. Herger Beat, Hardy Pierre, Heins Maximilian...

Manchmal geht es schnell, sehr schnell doch mit 14 ½ Jahren, im April dieses Jahres die Ausbildung begonnen und nach nur 32 Startund Landungen ein erster Soloflug mit perfekter erster Sololandung – dies ist schon ein grosse Ausnahme. Herzliche Gratulation an Max – tolle Leistung – weiter so! Manchmal geht es etwas länger und dann braucht es etwas Durchhaltewillen :-) Am 8. September 2018 hat Beat mit 56 Jahren erfolgreich seinen ersten Soloflug absolviert und gezeigt, dass ein Jugendtraum auch leicht verzögert realisiert werden kann. Lieber Beat herzliche Gratulation – tolle Leistung – weiter so! Nachdem Pierre am 25.8.18 ebenfalls seinen ersten Soloflug meisterte, hat er bereits heute glücklich auf die LS 4 umgeschult. Lieber Pierre herzliche Gratulation – tolle Leistung - weiter so!

Ein äuss erst erfolgre icher Schulun gstag

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Rückblick San Vittore 2018 Thomas Gamma

Mit einer ordentlichen Portion Zweckoptimismus sind Felix und ich zum Lagerbeginn am 7. April 2018 ins Tessin gefahren, denn die Meteo-Prognosen liessen für die erste Lagerwoche kaum aviatischen Höhepunkte erwarten.

Und genau so war es. Nach ersten Angewöhnungsflügen beschlossen wir schliesslich am Dienstag den vereinten Rückzug aus dem Tessin. Für Felix war das Abenteuer San Vittore 2018 auch schon beendet. Fehlstart! Neues Team – neues Glück sagten sich Armin, Oskar, Wisi und Rolf und so bezogen wir Stellung Eingang Misox auf dem ausrangierten, ehemaligen Militätflugplatz 36 mit Graspiste.


Mit 5 SGN-Piloten in der zweiten Woche und weit über 100 Flugstunden insgesamt war die zweite Hälfte des Lagers ein ausgesprochener Erfolg. Eindrückliche Flüge in bereits sehr guten und verlässlichen Thermikverhältnissen haben uns eine tolle Zeit erleben lassen. Kulinarisch sind wir mittlerweile so gut im Bilde, dass eine Woche eigentlich zu kurz ist, um abendlich alle guten Grotti und Restaurants abzuklappern.

Für 2019 ist wieder eine Teilnahme geplant und ich kann nur alle motivieren, den kurzen Sprung über den Gotthard zu wagen und sich die beiden Wochen dick im Kalender zu markieren: 30. März – 13. April 2019

Ci vediamo nel Ticino, amici! Saluti, Thomas

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Segelfluglager in Aalen 2018

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Im Segelfluglager Aalen 2018 wurde vor allem Eines: viel geflogen! Der zweiwöchige Aufenthalt Ende Mai im Nordosten der schwäbischen Alb war so eindrücklich, dass einige Teilnehmer sich bereits vor der Abreise zurück in die Schweiz die Unterkunft für das kommende Jahr sicherten. In der ersten Woche waren es fünf, in der zweiten sechs SGN-Mitglieder, welche sich in die Thermik Gebiete rund um Aalen wagten. Mit dabei waren: Jörg, Balz, Bart, Felix, Roman A., Roman B. und Urs.

2. Jahr nach dem Brevet 300 km mit der LS 4 Anfangs waren die Strecken Flugbedingungen eher bescheiden. Es gab häufig Dunst und auch Schauer war oft zu sehen. Erst zu Beginn der zweiten Woche wurden die Bedingungen deutlich besser und somit stiegen auch die Strecken Flugdistanzen. Gegen Ende der zweiten Woche waren dann die

Wetterverhältnisse so gut, dass alle Lager Teilnehmer Flüge mit über 300 km Strecke erreichten. Aus meiner persönlichen Erfahrung war dies der bisher weiteste Flug mit der LS-4. Schon mehrere Monate zuvor entschied ich mich für eine Lager Teilnahme während beider Wochen. Die anfangs mässig und fortlaufend verbessernden Wetterverhältnisse unterstützten den Aufbau von Flugerfahrung insbesondere. Auch Lagerorganisator Jörg verbrachte einige Zeit mit mir im Cockpit des Duo Discus XLT und half mir dabei mich in der unbekannten Umgebung zurecht zu finden. Natürlich wurden auch Themen wie Flugtechnik, Wetterbeobachtung und Streckenflug Strategie vertieft. Zum einen waren es kleine Details, die hier und da korrigiert werden mussten um auch für grössere Flüge vorbereitet zu sein. Zum anderen wurden die Schlechtwetterphasen genutzt für meine Umschulung auf den neuen Doppelsitzer. 39


Während des Streckenflug Workshops im März dieses Jahr wurden die Teilnehmer aufgefordert ihre Ziele im Streckenflug zu notieren. Meine Ziele waren: in unbekannten Regionen zu fliegen, das Thermik Lesen und die Flugtechnik zu verbessern sowie generell Flugerfahrung zu sammeln. Alle diese Ziele konnte ich im Rahmen des Fluglagers erreichen und weiterentwickeln. In den zwei Wochen war ich insgesamt 35 Stunden in der Luft!

Die Erfahrungen sind für Nachwuchspiloten besonders wertvoll! Jedes Fluglager ist einzigartig aufgrund der sich ständig ändernden Wetterbedingungen und nicht zuletzt verleihen auch die Teilnehmenden der Gruppendynamik den unverwechselbaren Charakter. So wurden auch Tage zum Entspannen oder zum Erkunden der Umgebung genutzt. Auch dazu bietet die Region einiges an Abwechslung, wie z.B. der weltweit bekannte Meteoritenkrater Nördlinger Ries. An einem Tag fuhren wir mit dem PKW nach Blaubeuren um den Blautopf zu besichtigen. Das war wirklich eine Reise wert. Auch aus der Luft konnte man die Quelle erkennen. Gerade der Wechsel der Perspektiven, zum einen vor Ort im Detail und zum anderen von oben während des Segelfliegens, faszinierte mich.

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Die immer weiteren Flüge führten auch dazu, dass unterschiedliche Luftmassen durchflogen werden mussten. Nicht immer einfach ist es, von grosszügigen Steigwerten auf Gebiete mit mässigen Bärten umzustellen. Auch die Konfrontation mit einer Aussenlandung blieb nicht aus. Nur durch geduldiges Halten der Höhe knapp oberhalb der Sicherheitsgrenze war es mir möglich auf die nächste sich bildende Wolke zu warten und anschliessend nach Aalen zurückzufliegen. Zu wissen, dass es auch im Falle einer Aussenlandung genügend Rückholer gibt, entschärfte solche Situationen ungemein. Damit möchte ich insbesondere dieNachwuchspiloten ermuntern, welche an einem Segelfluglager teilnehmen wollen. Die Möglichkeit zu nutzen, sich mehrere Tage oder auch Wochen dem Segelflug zu widmen, kann sehr bereichernd sein. Meiner Erfahrung nach sind dazu keine besonderen Voraussetzungen nötig, sodass auch frisch brevetierte Piloten zur Teilnahme eingeladen sind.

Roman Benz Dallenwil, den 30.09.2018


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BFK Streckenflug in Samedan Michael Gloor

Am 16. Juni machte ich mich mit unserer LS-4 HB 3117 auf den Weg ins Engadin. Auf dem Programm standen zwei Wochen Breitenförderungskurs (BFK) im Alpenflug. Die Engadiner Seenlandschaft kannte ich bereits gut von meinem zweiten Hobby, dem Regattasegeln. Den Skigebieten der Region statte ich im Winter auch regelmässig einen Besuch ab und so fehlte eigentlich nur noch die Vogelperspektive auf diese tolle Landschaft in den Schweizer Alpen. Und die konnte ich während zwei Wochen definitiv in vollen Zügen geniessen. Aber zuerst mal von Anfang an: In Samedan wird mit der Winde gestartet und deshalb machte ich mich bereits zwei Tage vor Lagerbeginn auf den Weg um die Windeneinweisung unter der sehr professionellen Leitung von Christine Levy durchzuführen. Auf dem Programm für Samstag und Sonntag standen 16 Starts (und Landungen) aus der Winde. Schon nach einigen Starts gewöhnt man sich langsam an die doch eher spezielle Fluglage während dem Start und die diversen Seilrissübungen aus allen möglichen Positionen gaben einem das nötige Training, um diese nicht ganz ungefährliche Startart zu üben. Nach 11 Starts am Doppelsteuer ging es dann nochmals mit fünf Solostarts auf der ASK-21 in die Luft um die EASA Ausbildungsschritte für den Windenstart abzuschliessen. Am Montag morgen war dann der offizielle Beginn. Domenic Planta, BFK Cheffluglehrer, begrüsste die 22 Teilnehmer und 11 Fluglehrer aus der Schweiz und Deutschland. Der BFK Alpenflug ist so organisiert, dass man im 42


Zweierteam jeweils drei Tage einem Fluglehrer zugeordnet ist und dann werden die Teams rotiert. In der ersten Woche wird ausschliesslich auf den Doppelsitzern geflogen und ab der zweiten Woche konnte man nach Möglichkeit auch noch auf den mitgebrachten Einsitzern fliegen. Zur Verfügung standen für elf DG 1000/1 bzw. Duo Discus, sodass auf bestem Flugmaterial der Alpenflug trainiert werden konnte.

Piz Palü 3900 m gehört zur Berninagruppe zwischen Graubünden und der italienischen Provinz Sondrio.

Am Morgen stand jeweils ein Theorieblock zu diversen Themen und das super Meteo-Briefing von Max Lamm auf dem Programm und ab ca. 13 Uhr ging es dann in die Luft. Normalerweise konnte jeder Teilnehmer 2-3 Stunden am Stück fliegen bevor das zweite Teammitglied an der Reihe war. Für die Fluglehrer gab dies natürlich relativ lange Tage und es gab dann auch die eine oder andere Landung weit nach 20 Uhr. Zu Beginn war ging es hauptsächlich darum, wie man direkt aus der Winde Anschluss in den Hangaufwind fand, entweder etwas südlich am Gravatscha oder dann nördlich Richtung Crasta Mora. Da während den zwei Wochen fast nur Nordwind wehte, war der Klassiker am Muottas Muragl Richtung Pontresina selten die Beste Wahl. Aus der Winde in Samedan schafft man, wenn es gut geht, etwa 400 m über Platz (was bei einer Platzhöhe von 1707 m doch immerhin schon 2100m sind). Nichtsdestotrotz kommt man dann normalerweise auch gleich sehr tief am Hang an und man sollte relativ schnell etwas Aufwind finden, ansonsten ging's direkt wieder in den Downwind. Es war jedenfalls eine super Übung um den Hangflug zu trainieren. Im 8er-Flug ging es dann hoch bis an die Krete. Bei der Anzahl Flieger in der Luft nicht immer ganz einfach und stressfrei aber es ging jeden Tag besser. Immerhin gibt es im Engadin fast keine Kabel am Hang, abgesehen von den Gondelbahnen, welche im Flarm jedoch eingetragen sind. Bei uns in der Zentralschweiz oder auch im Tessin wären solche Hangflug Techniken wohl häufig nicht möglich gewesen oder nur mit ausgezeichneter Ortskenntnis.

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Die Bergwelt war faszinierend und es war schnell klar, dass die Segelflugkarte dem Engadin nicht gerecht wird. Deshalb wurde schnell die Landeskarte Südost-Schweiz angeschafft, um sich mit Piz Mezzaun, Piz d'Esan, Piz Kesch, Piz Languard, Piz Chalchagn, Piz Boval, Piz Morteratsch, Piz Bernina und der restlichen Engadiner Pizzeria anzufreunden. Ausflüge ins Unterengadin oder über die Landesgrenze nach z.B. nach Livigno standen regelmässig auf dem Programm um die diversen Hotspots kennenzulernen und auch die Aussenlandefelder auszukundschaften. Ein Flug durch die Gletscherlandschaft im Berninagebiet war natürlich auch immer faszinierend. Auch wenn sich die Gletscher deutlich sichtbar zurückziehen, boten sie trotzdem eine einmalige Kulisse und der "Gletscherfräs" gehörte schon fast zum Pflichtprogramm ;-) Auch wenn pro Fluglehrer zwei Teilnehmer zugeteilt waren und man so natürlich etwas weniger zum Fliegen kommt, waren die Fortschritte trotzdem beachtlich. Schon bald fühlte man sich am Hang wesentlich sicherer und man konnte sich, immer effizienter hochkurbeln. Eine weitere gute Lernerfahrung für mich waren die Seitenwind-Landungen (25km/h von der Seite waren nicht unüblich bei Nordwind). Dies gibt es in Buochs "leider" eher selten und kann so auch nicht oft trainiert werden. Eine weitere faszinierende Erfahrung war der Wellenflug. Schon früh in der ersten Woche zeigte die Prognose für den Donnerstag/Freitag eine starke Nord/Süd-Druckdifferenz von bis zu 14 hPa an. Und so kam es dann auch. Der Starke Nordwind (in der Höhe über 70 km/h) setzte eine schöne Welle direkt über Samedan. Nachdem es schnell am Gravatscha den Hang hoch ging, fand man Mitte Tal mehr oder weniger turbulent den Einstieg in die Welle. Schnell war man weit über der Wolkengrenze und ZRH Delta war dann auch gut gestimmt (ob sie sich wohl schon auf die Engadiner Nusstorte 44

freuten, welche sie später erreichen wird?). Zuerst gab es mal eine Freigabe bis FL 180 und wir konnten auf ca. 5400m steigen. In der zweiten Schicht am späteren Nachmittag wurde dann das ganze Engadin bis Flight Level 240 freigeben und mehrere Teilnehmer schafften es über 7000m! Solche Höhen waren faszinieren, aber man darf natürlich auch nie die Gefahren ausser Acht lassen. Sauerstoffzufuhr muss einwandfrei klappen ansonsten ist ein rascher Abstieg lebenswichtig (auch das haben wir trainiert). Auch sind die Flarm Kollisionsanzeigen in diesen Bedingungen praktisch wertlos, da sie GPS basiert sind und der Kurs über Grund durch die hohen Windgeschwindigkeiten überhaupt nicht mit dem Heading Angle übereinstimmen müssen. So kann auch mal eine Kollisionswarnung gerade aus angezeigt werden, obwohl der andere Flieger hinter einem fliegt. Eine gute Luftraumüberwachung war also gefragt. Die Luftraumüberwachung, saubere Ausweichmanöver (speziell am Hang) und eine sinnvolle Verwendung der elektronischen Hilfsmittel (FLARM/Butterfly) waren eines der Hauptthemen während dem Lager, um die Sicherheit zu erhöhen. Für jeden mitgebrachten Flieger waren auch die FLARM Auswertungen verfügbar. Es war spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Reichweiten der einzelnen Geräte sind. Eine Analyse unter https://flarm.com/support/tools-software/flar m-range-analyzer/ kann ich nur empfehlen (einfach eines oder mehrere IGC Files hochladen und der Report wird generiert). So kann man evt. Antennenposition optimieren oder auch feststellen wenn ein Gerät nicht mehr ordnungsgemäss funktioniert.


Am Ende der ersten Woche konnte ich dann noch die Windeneinweisung auf die LS-4 erweitern und konnte nun auch auf der mitgebrachten HB-3117 fliegen. Andere LS-4 Piloten schauten neidisch auf unser tolles Cockpit-Layout mit LX9000 etc (und natürlich auch auf das Haifischdesign ☺ ). So konnte ich in der zweiten Woche auch einige Solo Flüge durchführen, das Gelernte umsetzen und die Region auf eigene Faust entdecken. Aber ich nutzte auch weiterhin die Gelegenheit, ab und zu mit den Fluglehrern am Doppelsteuer abzuheben um von ihrem Erfahrungsschatz zu profitieren. Effizientes Fliegen am Gelände erfordert viel Konzentration und man muss seine persönliche Komfortzone bezüglich Hang Abstand kennenlernen. Bei gewissen Piloten liegt diese bei einer Flügellänge und bei anderen Piloten deutlich drüber. Eine Lehre aus den zwei Wochen war sicher, dass man die persönliche Komfort- bzw Sicherheitszone nicht strapazieren sollte. Ein bisschen schwächeres Steigen oder ein Absaufer kratzt höchstens am Ego. Eine Kollision mit dem Hang hat jedoch meistens fatale Folgen. Beispiele dazu gibt es leider genügend. Die Lehren dazu wurden im Rahmen des Lagers auch vermittelt und Andi Duppenthaler berichtete von einigen nachdenklichen Beispielen aus seiner Arbeit für die SUST. Der BFK war für mich und sicher auch alle anderen Lagerteilnehmer ein voller Erfolg. Das Wetter (und Zürich Delta) waren definitiv auf unserer Seite und so konnte jeder Tag mehrere Stunden geflogen werden, auch wenn die Prognosen zwischendurch nicht immer ideal aussahen.

Zuletzt möchte mich auch noch ganz herzlich beim Vorstand und allen anderen freiwilligen SGN Helfern bedanken, dass ich die LS-4 für zwei Wochen "entführen" durfte und insbesondere auch ein grosses "Merci" an Oskar Unternährer, der mich mit der Vorbereitung und allen möglichen Tipps vor dem Lager unterstützte.

n urs alle K n e d ls edenfal j ten n n a k g-) Pilo Ich n u J ( N SG ! anderen pfehlen m e s n e wärmst

Michael Gloor, 15. Juli 2018

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Aussenlandung in Altdorf Felix Buser

Die Flugwetterprognosen für Sonntag den 29. Juli 2018 lassen keine weiten Streckenflüge ab Buochs erwarten. Eher schwache Thermik und tiefe Basis in der Zentralschweiz und im Napfgebiet, sowie generell eher späte Thermikentwicklung sind angesagt. Nur das Bedretto und das Tessin versprechen gute Bedingungen. Ich plane deshalb einen späten Start um ca. 13 Uhr mit einem langen Schlepp ins Urner Reusstal. Entgegen der Prognosen entstehen im Osten und über dem Schlierental schon vor 11 Uhr die ersten vielversprechenden Kumuli. Die ASW 20, HB-1623 ist fertig aufgerüstet, der Schlepppilot bereit und ich entschliesse mich entgegen meinem ursprünglichen Plan für einen baldigen Start, der dann auch um 11:21 erfolgt. Der Schlepp verläuft ruhig und wir haben durchwegs Steigen von 2 bis 2.5 m/s. Auf der Höhe von Silenen stehen die ersten Wolkenfetzen über den Hängen. Den Arnisee überqueren wir auf einer Höhe von ca. 2700 mM. Aufgrund der Erfahrungen vom Flug nach Samaden mit Urs vom letzten Donnerstag (siehe Beitrag im SGN Blog „Nach oben noch Luft-Flug nach Samedan“), schleppe ich noch bis über die nächste Krete und klinke auf ca. 3000 mM unter einer vielversprechenden kleinen Wolken. Das LX zeigt mir 1100 m Ankunftshöhe für Buochs, was mir mehr als genügend für einen sicheren Rückflug erscheint. Anstatt Höhe zu gewinnen, verliere ich in der schwachen und unregelmässigen Thermik Meter um Meter. Die Wolkenfetzen über mir lösen sich langsam auf. Nur über Andermatt steht eine wachsende Wolke. Wenn ich sie aber anfliegen würde und auch dort nichts finde, wäre eine Aussenlandung vorprogrammiert. Ich entschliesse mich deshalb auf dem Rückweg nach Buochs nach Thermik zu suchen. Immer wieder zeigt das Vario kurzfristig Steigen an, doch wenn ich eindrehe, verliere ich mehr als ich gewinne und zwischendurch meldet das Vario deutlich erhöhtes Sinken.

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Auf der Höhe von Erstfeld zeigt das LX noch 700 m (ohne die von mir voreingestellte Sicherheitsreserve von 300 m) über Buochs. Ich gebe die Aufwindsuche auf und fliege mit der optimalen Geschwindigkeit nach Mc Ready Richtung Seelisberg. Bis Altdorf schrumpft meine Ankunftshöhe über Buochs aufgrund des erhöhten Sinkens auf ca. 500 m. Ich bin auf ca. 1900 mM, würde also die ca. 25 km bis Buochs (auf der Höhe muss ich um den Niederbauen rumfliegen) auch mit Gleitzahl 20 noch knapp schaffen. Der weitere Flug würde aber über unlandbares Gebiet führen. Wenn das unerwartet hohe Sinken anhält, könnte ich in ernsthafte Schwierigkeiten kommen. Ich entschliesse mich deshalb zu einer Aussenlandung im Urner-Reusstal. Auf dem XC-Soar, das ich als Backup dabei habe, habe ich die bekannten Aussenlandeplätze eingetragen. Zudem kenne ich vom Aussenlandetraining mit der Dimona zwei Aussenlandeplätze entlang der Autobahn bei Altdorf und Erstfeld. Meine Wahl fällt auf den Notlandeplatz bei Altdorf. Er ist gross, steht genau in Windrichtung, sieht von oben relativ frisch gemäht aus, ich kann keine Zäune ausmachen, welche quer zu meiner Landerichtung verlaufen und der Platz ist mit dem Anhänger gut erreichbar. Da ich noch mehr als genügend Höhe habe, quere ich das Reusstal und versuche, als letzte Chance meinen Flug weiterführen zu können, ob ich an den sonnenbeschienenen Nordhängen des Schächentals Aufwinde finde. Leider ist auch dieser Versuch erfolglos. Somit wird die Aussenlandung nun unausweichlich. Ich informiere Buochs Segelflug über Funk und bereite mich auf meine erste Aussenlandung im Segelflieger vor.

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Der Wind hat sich unterdessen auf einen konstanten Talwind von ca. 15 km/h eingependelt. Infolge der Häuser und des Strassendamms in Windrichtung vor meinem Landefeld, erwarte ich, dass der Gegenwind in Bodennähe sehr gering sein wird. Dadurch wird meine Airspeed kurz vor dem Aufsetzen deutlich abnehmen.

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Als Anfluggeschwindigkeit wähle ich deshalb die volle Windgeschwindigkeit von 15 km/h über Gelb. Das Rad ist draussen und verriegelt, die Wölbklappen auf der ersten Landestellung, das Landefeld ist frei und ich kann kein anderes Flugzeug in der Nähe ausmachen. Immer noch mit mehr als genügend Höhe teile ich die Volte so ein, dass sich ein langer und steiler Endanflug ergibt. Die Routine aus vielen Ziellandungen in Buochs und etlichen anderen Flugplätzen, das Aussenlandetraining mit der Dimona, die Automatisierung der Landechecks sowie die Erfahrungen von unzähligen Aussenlandungen mit dem Delta machen sich nun bezahlt. Mit dem Einflug in die Volte ist jegliche Nervosität verschwunden. Ich weiss, dass ich die ASW 20 präzise landen werde. Kurz hinter dem letzten Zaun flaire ich aus, setze auf, bremse langsam ab und bringe mein Flugzeug in der Mitte der langen Wiese zum Stehen. Pilot und Flugzeug sind wohlauf und die Landung war sanfter als auf der holperigen Graspiste in Aalen. Ich informiere Buochs Segelflug per Telefon, dass ich gut gelandet bin. Kili wird mich mit dem Anhänger holen. Mit einem Foto der Landespur dokumentiere ich, dass das Fahrwerk bei der Landung keiner ausserordentlichen Belastung ausgesetzt worden ist. Dann mache ich mich auf die Suche nach dem Eigentümer der Wiese, um mich für den allfälligen Landschaden zu entschuldigen. Den Rest des Tages ärgere ich mich ein wenig, dass ich für einmal zu früh gestartet bin. Meine Klubkameraden fliegen noch stundenlang unter den schönen Kumuli im Schlierental und auch über der Ibergeregg sieht es am Nachmittag gut aus. Lessons Learned Das Streckenfliegen ist immer mit dem Risiko einer Landung ausserhalb des Flugplatzes Buochs verbunden. Als vorsichtiger Pilot fliege ich auch auf Streckenflügen in der Regel im Trichter eines Flugplatzes. Ob es mir bei den

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vorherrschenden Bedingungen von Altdorf mit 500 m „Reserve“ nach Buochs gereicht hätte, weiss ich nicht. Vermutlich schon, aber was, wenn nicht? Beim Fliegen achte ich darauf, immer einen Plan B zu haben. Dank meiner Vorbereitung auf eine mögliche Aussenlandung stand mir die Option der Aussenlandung in Altdorf als Plan B zur Verfügung. Hätte ich den Weiterflug Richtung Buochs gewagt und weiterhin erhöhtes Sinken angetroffen, hätte es diese Möglichkeit nicht mehr gegeben. Deshalb habe ich das Risiko einer Aussenlandung auf einem bekannten Aussenlandefeld tiefer eingeschätzt als dasjenige des Weiterflugs nach Buochs und habe die Unannehmlichkeiten einer Aussenlandung in Kauf genommen. Das Aussenlandetraining mit der Dimona hat mir bei dieser Landung grosse Sicherheit vermittelt, aber auch die schnelle visuelle Verfügbarkeit der Notlandeplätze auf dem Smartphone war hilfreich. Für mich hat sich bei diesem Flug bestätigt, dass eine gute Vorbereitung Sicherheit schafft. Bekanntlich ist es einfacher eine Situation abzurufen, auf die man sich mental oder praktisch vorbereitet hat, als im Flug unter Zeitdruck eine neue gute Lösung zu entwickeln. Obwohl ich mit 29 Min. Schleppzeit nur knapp über eine Stunde geflogen bin, war es für mich ein erfolgreicher Flugtag.


Unser erster Flug von Buochs nach Samedan Felix Buser: und Urs Grubenmann Ende Juli 2018 scheint sich eine lange Schönwetterperiode ihrem Ende zu nähern. Ich habe mich für Donnerstag, den 26. Juli mit Urs zum Fliegen verabredet. Wie so oft sind sich die verschiedenen Flugwetterprognosen nicht einig. Klar ist nur, dass in Folge der leichten Bise, ist im Mittelland mit eher mit bockigen Verhältnissen, Blauthermik und eher schwachem Steigen zu rechnen ist. Auf der Alb und im Bedretto soll es Hammerwetter geben. Doch wie kommt man mit Blauthermik von Buochs bis in die Alb und wie schafft man am Abend den Rückweg? Um 10:30 ist der Duo Discus bereit, Buochs Tower über den Start informiert sowie das DABS ausgedruckt und verinnerlicht. Res hat zugesagt, uns um 11 Uhr zu schleppen, Wisi ist bereits Richtung Alpen gestartet und auch Balz hat seine ASH 26E startklar gemacht. Über den Ostalpen entstehen die ersten Cumuli, das Mittelland hingegen ist immer noch blau. Urs und ich entscheiden uns deshalb für einen Flug in die Alpen. Balz bleibt bei seinem Plan für einen Flug weit nach Norden.

Nach einem ruhigen Schlepp klinken wir im Reusstal über dem Arnisee, Wisi‘s Geheimtipp für den Einstieg in die Alpen via der Gotthardroute. Das Vario hat im Schlepp mehr als 4 m/s Steigen angezeigt, so dass wir überzeugt waren, bereits im Reusstal den Anschluss an die Basis zu schaffen. Doch der Thermik Gott war uns um diese Zeit noch nicht gewogen. Auch eine Querung ins Schächental hat uns kein auswertbares Steigen gebracht. Bald hatten wir nur noch die Optionen entweder zurück nach Buochs zu fliegen und vom nächsten guten Flugtag zu träumen, oder uns mit Flüssigthermik ein paar zusätzliche Höhenmeter zu verschaffen. Nach langen Minuten mit schwachem Steigen mit dem Flautenschieber, haben wir endlich bei den Eggbergen die sehnlichst erwarteten Aufwinde gefunden und können den Motorlärm durch das anfangs zaghafte, doch immer lebhaftere Pipsen des Varios ersetzen. Mit etwas Geduld erreichen wir die komfortable Ausgangshöhe von 2900 m. 49


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Etwas verhalten machen wir uns auf den Weg nach Süden. Von Schlauch zu Schlauch wird die Basis höher, so dass bei Andermatt die Querung ins Tessin auf direktem Weg erfolgen kann. Nordöstlich von Airolo steht, wie so oft, ein super Schlauch, der uns auf 3500 m trägt. Nach Westen ins Bedretto sehen die Wolken weniger gut aus als nach Süden und Osten. Auf der Alpenfrequenz meldet UU an 7C, welche von Münster gestartet sind, dass die Route über den Lukmanier, den San Bernardino, den Splügen und den Julier sehr gut läuft. Auch Wisi ist bereits am Corvatsch. Somit steht für uns der weitere Flugweg Richtung Engadin fest. Für Urs ist es der erste Flug im Segelflieger quer über die Alpen. Ich kenne die Gegend von meinen Fluglagern in San Vittore und Münster. Nördlich des Matro tanken wir nochmals Höhe und erreichen 3700 m. Dann geht’s, meist entlang von gut tragenden Linien, 52 quer über

das Calanca Tal, die Moesa, den Lago di Lei bis zum Silvaplanersee. Etwas westlich von Samaden ist es 15:00 Uhr und wir haben noch 120 km Rückweg vor uns. Wir beschliessen ungefähr den gleichen Weg zurück zu fliegen. Den Rückweg wählen wir zu Beginn aufgrund der Wolkenbilder etwas weiter südlich, queren vom Maloya Richtung Ciavenna und weiter zum Piz Strega. Der Matro ist wie immer zuverlässig und auch in der Nähe des Ritomsees finden wir nochmals einen starken Aufwind. Von nun an geht’s abwärts. Der Flugrechner weist eine Ankunftshöhe von 1500 m über Buochs aus und wir stellen uns auf ein gemütliches Abgleiten ein. Auf der Höhe von Erstfeld melden wir uns bei Buochs Tower an und queren Richtung Brisen. Die Höhe von 3000 m erlaubt den Weiterflug über das Engelbergertal Richtung Brünig.


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Auf dem Rückweg steht ein schöner Schlauch über dem Stanserhorn, den wir natürlich nicht auslassen können. Immer noch auf 2300 m queren wir zur Rigi und weiter zum Wildspitz. Auch über Emmen geht’s unter einer kleinen Wolke nochmals 400 m hoch, was uns veranlasst einen Umweg ins Schlierental anzuhängen. Auf dem Rückweg geht’s beim Stanserhorn immer noch aufwärts. Das LX zeigt uns an, dass wir schon 7 ½ Std. in der Luft sind. Wir sind uns sofort einig, dass wir beide noch nie 8 Stunden geflogen sind und uns noch eine halbe Stunden mit Hangsegeln geben wollen. Nach 8:08 Stunden und 352 km landen wir sanft auf Piste 24 in Buochs. Balz ist schon am Boden. Er hat den Weg übers Mittelland gefunden und einen Flug von 487 km bis Blaubeuren geschafft. Wisi landet nach 10:15 Std. und 918 km ein paar Minuten nach uns. Bei der anschliessenden Pizza in Stans darf das Fliegerlatein natürlich nicht fehlen. Urs und ich fühlen uns immer noch als Einsteiger ins Streckenfliegen und so sind wir stolz auf unseren Flug, auch wenn, wie uns unsere Klubkameraden gezeigt haben, noch viel 54 Luft nach oben vorhanden ist. Für uns zählen

jedoch nicht nur die geflogenen Kilometer. Das gemeinsame Erlebnis im Doppelsitzer, die einmalige Schönheit der Schweiz, das Hochgefühl, wenn das Vario bei 5 m/s ansteht, aber auch das gemütliche abgleiten und das ruhige Kreisen in der Abendthermik werden uns noch lange in Erinnerung bleiben. Von Buochs aus sind schöne Streckenflüge ins Mittelland und in die Berge möglich. Man muss jedoch meist etwas weiter als bis zum Gupf oder ins Engelbergertal schleppen und bereit sein den Trichter von Buochs zu verlassen. Unser Klub stellt uns für Streckenflüge geeignete Flugzeuge zur Verfügung und am Glidercup und in Fluglagern besteht die Möglichkeit mit Fluglehrern oder erfahrenen Piloten Streckenflugerfahrung zu sammeln. Doch um es mit Wisi’s Worten zu sagen: „Fliegen lernt man nur mit Fliegen“. Wir haben diesen Flug für uns gemacht. Doch wenn wir mit diesem Bericht oder den Fotos von unterwegs, den Einen oder Anderen dazu animieren konnten, auch wieder mal auf Strecke zu gehen, die Flugerfahrung zu erhöhen und unglaubliche Erlebnisse mit nach Hause zu bringen, dann freut uns das sehr.


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Lessons Learned Als persönliches Debriefing, habe ich die Startphase nach dem Klinken von Wisis-Elfen-Flug (rot) mit unserem (grün) verglichen. Wisi ist um 11:00 LT schon viel früher unterwegs, das ist klar. Interessant ist, dass wir offensichtlich zu nahe beim Arnisee und dazu noch zu tief klinkten und so den ersten Schlauch nicht packen konnten. Es lohnt sich nach dem Arnisee südwestlich weiter auf eine Höhe von 2700 m zu schleppen, dann sollte der Einstieg funktionieren.

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Wohl der letzte Herbstflug zum Prättigau Joerg Spichtig und Urs Grubenmann

Es ist schon herbstlich, der Wetterbericht nicht wirklich top, doch Joerg und ich wollen noch einmal motiviert auf Strecke gehen. Dies gibt mir die entspannte Gelegenheit vom hinteren Sitz dem Profi über die Schultern zu blicken … Es ist schon herbstlich, der Wetterbericht nicht wirklich top, doch Joerg und ich wollen noch einmal motiviert auf Strecke gehen. Dies gibt mir die entspannte Gelegenheit vom hinteren Sitz dem Profi über die Schultern zu blicken … Montag, 10.09.2018, Jürg schleppt uns mit der Robin in 15 Minuten in Richtung Hoch Ybrig. Schnell führt Joerg den Duo Discus XLT leicht nördlich vom Spirstock in den ersten leichten Thermikschlauch. Wir steigen bis leicht unter die Basis auf 2300 m und gleiten in Richtung Wägitalersee. Kurz vor dem See leicht westlich gibt’s den ersten Hotspot, wir packen die 400 m

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und steigen wieder zur Basis auf 2200 m. Joerg fliegt weiter nordöstlich und wagt noch nicht den Sprung über die Ebene bei Ziegelbrücke in Richtung Churfirsten. Jetzt wird es spannend, dachte ich mir … Die Aufwinde waren immer

noch sehr schwach. Weit entfernt beim Mattstock hat es zumindest wieder Cumulus die uns den Weg weisen würden. Jetzt hätte ich wohl meinen ersten Fauxpass gemacht und


wäre mutig über Ziegelbrücke geflogen, dann wohl beim Mattstock zu tief angekommen und hätte in Schänis den Turbo gestartet. Ich gebe im LX den Mattstock 1936 m als Waypoint ein, Distanz 12 km. D. h. wir brauchen mindestens 330 m zum Gleiten und eine geschätzte Abflughöhe von 2300 m. Joerg entschied sich die 12 km zurück zum letzten Hotspot beim Wägitalersee zu fliegen und dort auf 2260 m zu kurbeln. Im zweiten Versuch, immer entlang dem Relief, überqueren wir die Ebene mit 2240 m und finden beim Mattstock auf 2040 m den nächsten Aufwind. Lessons Learned: Die Regel “Probieren geht besser als studieren“ – stimmt nicht immer :-) Ich werde zukünftig die Lindth-Ebene zwischen Näfels, Weesen und Ziegelbrücke mit 2300 m überqueren. Auch die nächsten Aufwinde sind immer noch herbstlich subtil, wir halten die Höhe und fliegen weiter in Richtung Säntis. Bei Alt St. Johann in der Talmitte packen wir mit 1.3 m/s die nächsten 450 m. Wir beobachten das Wetter. Die vorhergesagte Cirrenabdeckung von Westen kommt viel schneller als erwartet.

Die nächste Entscheidung drängt sich auf. Zweidrei schöne grosse satte Wolken markieren nordwestlich beim Säntis in Richtung Toggenburg den Weg oder entscheiden wir uns in Richtung Vaduz. Nun ich bin offen, hier wäre ich zum zweiten Mal in ein Fettnäpfchen getreten. Die markierende Wolken beim Säntis liegen direkt vor uns, Vaduz jedoch 20 km

entfernt. Aufgrund der schnell kommenden Cirren-Abdeckung wäre ich wohl nicht noch östlicher geflogen. Lessons Learned: Das Gummiband ist immer noch in meinem Mindest verankert. Lieber nicht zu weit Weg und dafür sicher nach Hause, als endlich so weit wegfliegen wie möglich und dann schauen wie es weiter geht :-) Ich arbeite daran …

Joerg fliegt und er entscheidet sich für den östlichen Weiterflug. Von Alt St. Johann geht es zum Chäserrugg und mit 2400 m fliegen wir entlang dem Relief und dann direkt über das Rheintal nach Vaduz zum Alpspitz (1942 m). Lessons Learned: Die Überquerung vom Rheintal zum Alpspitz benötigt ca. 330 – 350 m (Distanz 10 km). D. h. mit 2400 m sollte es klappen. Wir kommen beim Alpspitz wie geplant an doch die Suche nach dem nächsten Aufwind wird schwierig. Während der Suche sinken wir kontinuierlich … Ich wähle im LX schonmal Bad Ragaz als nächsten Flugplatz. Dann passiert es. Das LX verabschiedet sich und meldet einen Memory Fehler mit Bluescreen. Spätestens jetzt ist mein Puls leicht erhöht. Und was macht Joerg? Joerg ist erstaunlich ruhig und konzentriert sich nur auf den leichten flauen Aufwind, der extrem langsam den Höhenmesser-Zeiger nach oben schiebt. Lessons Learned: Was immer passiert, Ruhe bewahre, aviate, navigate, communicate. 57


In entspannter Höhe, wechseln wir den Batterieschalter auf II, dann auf Motor und wieder auf I. Der zweite LX Restart war erfolgreich, es scheint alles wieder zu funktionieren. Weiter geht es flott nach Osten, denn von Westen holt uns die Cirrenbedeckung ein. Joerg scheint in seiner zweiten Heimat zu sein und führt mich entspannt dem Schesaplana-Massiv entlang bis uns der Cirrendeckel definitiv eingeholt hat und den Thermikschalter auf OFF stellte.

Lessons Learned: Manchmal (wohl eher meistens) lohnt es sich, solange zu kreisen wie es geht. Geduld ist der Schlüssel zur Freude. Die Cirrenfront hat sich inzwischen in einzelne Streifen geteilt und uns überholt. Die Sonnenstrahlen heizen wieder ein und flicken die Bärte wieder zusammen … Langsam bewegt sich der Variozeiger wieder nach oben … Es braucht noch viel Geduld und noch mehr Kreise bis wir wieder von der Wolkenbasis weiter entlang der schweizer-österreichischen

Nun – jetzt staunte ich wirklich, wie ruhig und konzentriert Joerg den 550 kg schweren Duo-Discus XLT präzise im letzten Aufwind kreiste. 15 Minuten (eine gefühlte Ewigkeit) kreisten wir mit 0.0 m/s an Ort und Stelle, ich habs im IGC-File heraus gemessen :-) Ich mache mir so meine Gedanken: Wir sind save – es reicht locker nach Bad Ragaz. Rundherum schirmt der Cirren-Deckel zu, ist es wirklich sinnvoll im Endlos-Loop zu kreisen, wäre es nicht besser den Rückflug anzutreten? Im Cockpit ist es extrem ruhig, der Vario-Piepton kaum hörbar. Joerg fliegt äusserst konzentriert, flach mit akribischen Steuerbewegungen.

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Grenzen nach Osten fliegen. Bei Madrisa blicken wir von 2600 m in Richtung Klosters und den dahinterliegenden Davosersee.

Ein wunderschöner und lehrreicher Herbstflug geht zu ende (Strecke 280 km, Dauer 5:17h) Herzlichen Dank Joerg, dem versierten und geduldigen Piloten.

Beim Roggenhorn auf 3300 m gönnen wir uns den Ausblick auf den 3312 m hohen Piz Buin (gleich hinter dem Gletscher).

Flug im OLC

Kurz vor 16:00 Uhr machten wir uns auf den Rückflug. Der Sprung nach Davos ins Graubünden war leider nicht möglich, deshalb hat sich Joerg für einen entspannten Rückflug entschieden. Wir gleiten dem Rätikon Relief und dann den Churfirsten entlang.

Nachfliegen mit Ayvri

In Schänis starten wir den Turbo, 16:45 auf 1232 m bis 17:00 auf 1532 m. D.h. ein Steigen von 0.333 m/s mit ca. 95 km/h, dies ist nicht berauschend jedoch zweckführend.

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Am Donnerstag, den 16. August 2018 war es wieder so weit. Die flugbegeisterten Kinder aus der Region freuten sich über die Teilnahme am Ferienpass. Die Kinder und Begleitpersonen genossen den kurzen Rundflug um den Bürgenstock, besichtigten den Tower und lernten unser Schulungsflugzeug die ASK-21 kennen. Herzlichen Dank an Jürg, Walter, Adrian, Markus, Kurt und Skyguide welche den Kindern das Interesse am Fliegen weckten. www.ferienpass-nidwalden.ch

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Ziellandekonkurrenz ZLK und Absenden 2018 Fabian Danner, Ronny Schneider, Andreas Danner

Die Ziellandekonkurrenz wurde an 2 Wochenenden am 13. & 14.10.2018 sowie am 20. & 21.10.2018 organisiert. Das Reserve Wochenende musste aufgrund der guten Wettersituation nicht benutzt werden. Nachdem viele mails, Erinnerungen und Durchsagen über die bevorstehende ZLK versendet wurden, haben doch einige Piloten die Flüge absolviert. Von rund 45 aktiven Piloten und 69 NiFli haben 22 aktive und 4 NiFli teilgenommen. Gemessen am Aufwand für die Vorbereitung, Organisation und Zeitaufwendungen ist die Teilnehmerzahl mit knapp 50% ernüchternd. Beim Absenden konnten wir im Schützenhaus Schwybogen in Stans mit einer illustren Schar einen schönen Abend verbringen. Mit einem wunderbaren, rhetorisch sehr unterhaltsamen Rückblick von Urs Grubenmann, der Bekanntmachung verschiedener fliegerischen Leistungen im Segelflug unserer Mitglieder sowie der ZLK-Rangverkündigung, wurde die Segelflugsaison 2018 offiziell beendet.

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Ausblick: Ist die ZLK noch der richtige Wettbewerb für unsere Gruppe? Haben wir einen anderen Zeitgeist? Lohnt sich der Aufwand und die Investition vieler Tage Arbeit und Präsenzzeit, damit knapp die Hälfte der aktiven Piloten teilnimmt? Ist die ZLK nur ein Vorwand, einen Absende-Organisator zu bestimmen? Wir lassen diese Frage offen und lassen hier Freiraum für Alternativen.


Ein Segelflug-Pensionär geht auf Reisen Christian Hählen

Eines meiner Ziele war schon länger, das Segelflugmuseum auf der Wasserkuppe/Rhön zu besuchen. Da meine Margrit auch gerne unterwegs ist, planten wir, nicht nur Museen, sondern auch deutsche Städte zu besuchen. So führte uns die wöchige Tour zum einen auf die Wasserkuppe und ins Technikmuseum Sinsheim, andererseits waren auch Würzburg und Heidelberg die Reise wert. Eine gute Verkehrslage ohne wesentliche Staus und Tempolimiten brachten uns flott nach Poppenhausen an der Rhön. Am nächsten Tag ging es hinauf zur Wasserkuppe, bekanntlich zur Wiege des Segelflugs, dies bereits unter schönen Cumuli. Wie der Name besagt ist es eine Kuppe, nicht etwa wegen des Radoms, sondern des Geländes wegen. Die Asphaltpiste nach Osten neigt sich mit ca. 5 % bergab. Westseits für die Windenstarts ist es wesentlich unregelmässiger. Wer nach einem Seilriss nicht opposite oder mit einer Volte landen kann geht unweigerlich ins Tal auf den Werkflugplatz von Schleicher Flz. Bau. Bei unserem Besuch trainierten gerade eine Gruppe deutscher Luftwaffenpiloten Windenstarts – fliegen lernen in Reinkultur!

Im kurzen Flugzeugschlepp mit Klinkhöhe direkt über der Kuppe war an diesem Tag sicheres wegkommen auch für Schüler wie garantiert. Nach interessanten Gesprächen und einer Rast beim Denkmal besuchten wir anschliessend das Museum. Bald liessen einige Exponate viele Erinnerungen an meine segelfliegerischen Anfänge wach werden wie z.B. Rhönlerche: 1. Alleinflug an der Winde, Schleppschulung hinter dem 90er Piper. Grunau-Baby: Bedingungsflüge auf dem Sperrholz-Sitzbrettli! Schleicher Ka 8: Bisenflüge am Hang, Querwind-Landungen. Schleicher Ka-6b: Segelflüge im erweiterten Platzbereich. LS-1c: mein erstes umgeschultes GFK Flugzeug. (mit noch viel Balsaholz als Stützstoff) Diverse damals als Superorchideen bekannte Flugzeuge sind dort unter anderem zu bewundern wie die D-36, BS-1 und ASW-12. Bemerkenswert an der ASW-12: aus aerodynamischen Gründen besass das Flugzeug keine Bremsklappen, dafür 2 Bremsschirme am Heck - fragwürdig für ein Flugzeug mit einem Gleitwinkel grösser 1:40! Eine EASA Zertifizierung? Heutzutage wohl eher nein! Die gesamthaft hergestellte Stückzahl ist mit 15

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Ein Segelflug-Pensionär geht auf Reisen Christian Hählen

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Exemplaren ja auch nicht gerade berauschend. Nebst einer Fülle bekannter Typen wie Bergfalke, Lo-100, Minimoa, Rhönadler etc. fielen auch einige Exoten auf, darunter ein Motorsegler-Prototyp eines gewissen Werner Kuffner, seinerzeit Mitkonstrukteur des B-4 bei Pilatus. Dass ein weiterer Prototyp auf den Übernamen «SCHÄDELSPALTER» hörte, erübrigt jeglichen weiteren Kommentar. Die Restaurationswerkstatt blieb leider an diesem Tag geschlossen; ich denke es lag wohl am Wetter! Via Würzburg/Altstadt mit kleiner Visite im Röntgenlabor der ersten Stunde (Bild 14) erreichten wir das Technikmuseum in Sinsheim in der Nähe von Heilbronn. Hier sind die ausgestellten Flugzeuge in ihrer Aktivzeit wesentlich schneller als das viele Holz auf der Wasserkuppe. Hintereinander auf dem Hallendach die beiden Mach-2 Passagierflugzeuge: Die europäische Concorde und die russische Tupolev TU-144. Beide begehbar, eindrücklich wie eng die Kabinen innen sind. Mit einer Flugdauer von weniger als 4 Stunden über den Atlantik war das ja sicher auszuhalten.

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Die 3-Mann Besatzung bediente im Cockpit die mit unzähligen Schaltern und Rundinstrumenten vollgestopften Panels. Oski zuliebe verwende ich hierfür keinen andern Ausdruck! In der Halle dann: Blanik L-13: Passagierbrevet. Sehr beliebter Ganzmetall-Doppelsitzer vor der Kunststoff-Aera und nochmals Rhönlerche. Wird auch in Deutschland «Rhönstein» genannt! Weiter aufzählen würde den Rahmen dieses Berichtes völlig sprengen, ich kann nur soviel empfehlen: Geht mal dorthin (von DG, Bruchsal ist es nicht sehr weit entfernt; dort fahren/fuhren doch schon einige SGN-ler hin und wieder zurück.) Auch Speyer in 30km Entfernung hat ein ähnliches Museum, dies in Partnerschaft mit Sinsheim. Ausgestellt sind dort u.a. Jumbo-Jet und Sovjet-Raumfähre Buran. Nächstes mal dann! Zum Schluss besichtigten wir noch Heidelberg. Diese sehr schöne Stadt am Neckar leidet leider auch an Touristenströmen, natürlich inkl. uns. Über Stuttgart/Schaffhausen erreichten wir mit vielen aufgefrischten und neuen Erinnerungen wohlbehalten wieder unser Zuhause.

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Aktivitäten Programm Das aktuelle Programm befindet sich auf: www.sg-nidwalden.ch/aktivitäten Mi 30.01.19 19.30 - 22:00 Di 26.02.19 19.30 - 22:00 Mi 27.03.19 19.30 - 22:00 Flight Safety Seminar 2018 in Kägiswil 09. /10.03.19 Checkflüge für die Fluglehrer 15.03.19 17:30 Nachtessen 15.03.19 19:30 GV SGN Restaurant Seerausch Beckenried 16.03.19 Saisonbeginn und Checkflüge für die Piloten, Flugplatz Buochs 21.04.19 10:00 Osterbrunch Anmeldung bis 28.03.18 30.03 – 13.04.19 Segelfluglager San Vittore Organisiert durch Thomas Gamma

Viele gemeinsame Streckenflüge Melde Dich bei der Piloten-Börse

2019 18.05 – 02.06.2019 Segelfluglager Aalen Organisiert durch Joerg Spichtig Im Juli 2019 Schulungslager in Buochs Organisiert durch Roli Schürmann Segelfluglager Münster Organisiert durch Thomas Gamma 31.08.19 HSCL Segelflug Erlebnistag PDF Organisiert durch Joerg und Urs

Ferienpass-Nidwalden für Kinder Organisiert durch Jürg Sterchi Oktober 2019 Fluglehrer Aufnahmeprüfung Im November ZLK Ziellandekonkurrenz Absenden (Saisonende) Baubeginn 2019 16.11.2019 Segelflugkonferenz 2019 Mehrzweckhalle "Serafin", Baslerstrasse 5, 4242 Laufen (BL)

Weiter wichtige Termine siehe: www.segelflug.ch/agenda

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Schnupper - Ausbildung Wir bieten Ihnen die Möglichkeit ohne

Die Ausbildungsdauer

Formalitäten selbst am Steuer eines

beträgt mindestens eine Flugsaison. Nebst der

Segelflugzeugs das Segelfliegen

praktischen Ausbildung an Wochenenden ist

kennenzulernen. (Mindestalter 15 Jahre)

der theoretische Stoff (Meteo, Gesetzgebung, Navigation, Flugzeugkunde, etc.) zu

Grundschulung

verarbeiten. Unsere Gruppe organisiert bei

Unsere Segelflugschule ist vom Aero-Club der

Bedarf entsprechende Theoriekurse welche von

Schweiz und vom Bundesamt für Zivilluftfahrt

Fluglehrern durchgeführt werden. Die amtliche

anerkannt und zugelassen. Wir verfügen über

Prüfung wird von einem Luftamtexperten, i.d.R.

eine 50 jährige Erfahrung in der Ausbildung von

auf unseren Flugzeugen und auf unserem

Segelflugpiloten. Für viele unserer ehemaligen

Flugplatz abgenommen.

Flugschülern war die SGN Sprungbrett zum Militär-, Linien- oder Berufspiloten Ausweis. Um

Kosten

die Eignung als Segelflieger abzuklären, besteht

Depotzahlung Fr. 500.- vor Beginn

die Möglichkeit von Schnupperflügen. Der

Infrastrukturbeitrag Fr. 20.- pro Start

Beginn der Segelflugausbildung erfolgt ohne

(Fr. 10 für Lehrlinge/Studenten)

amtliche Formalitäten. Vor dem ersten

Landegebühr Fr. 16.- pro Landung

Alleinflug muss eine fliegerärztliche Untersuchung absolviert werden und für die

Anmeldung für neue Vereinsmitglieder oder für

praktische Flugprüfung ist zudem ein

die Segelflug Schnupperausbildung siehe

Strafregisterauszug vorzulegen.

http://www.sg-nidwalden.ch/ausbildung

Die Ausbildung erfolgt auf unseren

Die Gesamtkosten für die Ausbildung betragen

Schulflugzeugen nach den Richtlinien und

ca. Fr. 4’500.- bis Fr. 6’000.-

gesetzlichen Vorschriften des BAZL (Bundesamt für Zivilluftfahrt) durch unsere Fluglehrer. Das

Weitere Auskunft erhältst Du direkt über

praktische Ausbildungsprogramm umfasst die

info@sg-nidwalden.ch

Ausbildung am Doppelsteuer im Flugzeugschlepp, Bedingungsflüge (Segel flüge von verschiedener Dauer) auf dem Einsitzer, sowie das Üben des Prüfungsprogramms.

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Profile for Urs Grubenmann

SGN Jahresbericht 2018  

SGN Jahresbericht 2018  

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