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Ein Produkt der Gisler 1843 AG

BERUFSLEUTE VON MORGEN

Made

IN URI Mittwoch, 27. September 2017 Beilage im Urner Wochenblatt

Er bildet die Die Berufswahl im Mit harter Arbeit, Fussballstars von Zeitalter der DigiHoffnung, Willen Seite 40 talisierung. Seite 6 und Spiel. Seite 22 morgen aus. Im Gespräch mit Berater Josef Renner

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Die neunjährige Kunstturnerin Laura Horat

Heinz Moser, Trainer der U21-Nati

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MiU Berufsleute von morgen

Josef Renner, Vorsteher des Amts für Beratungsdienste → Seite 6

Es sieht alles so leicht aus. Dank viel Talent und 21 Stunden Training pro Woche. Die neunjährige Altdorferin Laura Horat gehört zu den Nachwuchshoffnungen im Schweizer Kunstturnen. → Seite 22

Heinz Moser, Ex-Fussballprofi und Natitrainer → Seite 40

Ein weicher Schilfhalm von Silas Bucher → Seite 46

Elektro Imholz AG, Schattdorf  4 Schlosserei Trögli AG, Altdorf5

Gipo / Emil Gisler AG, Seedorf Zentralschweizer Baumeisterverbände (ZBV)

BERUFSLEUTE MÜSSEN BEWEGLICH BLEIBEN6

Comed AG, Altdorf, Schwyz und Stans BEFAG, Flüelen Elektro Nauer AG, Schattdorf Kantonsspital Uri Herger Klimaholzbau  Coiffure Widmer, Altdorf RUAG Real Estate AG EWA, Elektrizitätswerk Altdorf AG Ruch Metallbau AG, Altdorf Christen Automobile AG, Schattdorf Schreinerei Beeler AG, Erstfeld AGVS, Auto Gewerbe Verband, Sektion Uri

Gemeindewerke Erstfeld 8 Louis Zurfluh AG, Seedorf 8 Working point, Altdorf 9 Auto AG Uri 10 Theater(uri)10 11 Arnold Reklamen AG, Altdorf Gisler 1843 AG 12 Urner Kantonalbank 13 Dätwyler Schweiz AG, Altdorf und Schattdorf 14 Stiftung Behindertenbetriebe Uri Mengelt & Gisler AG, Flüelen Webtech AG, Altdorf Naturdrogerie Stocker, Altdorf Markus Püntener AG, Attinghausen Alters- und Pflegeheim Rosenberg, Altdorf ZEBI, Zentralschweizer Bildungsmesse Berufs- und Weiterbildungszentrum (BWZ) Uri

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siebzehn13 architekten ag, Altdorf

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DIE HARTE ARBEIT, ES LEICHT AUSSEHEN ZU LASSEN22

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ES BRAUCHT EINEN ENORMEN WILLEN40 Berghoff Mechanical Engineering AG HI Schweiz AG, Altdorf, Luzern und Zürich Verband Technische Berufe

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OHNE VR-BRILLE BEI DER ABSCHLUSSFEIER

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Urner Wochenblatt Garage Carrosserie Welti AG, Schattdorf

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IMPRESSUM «Made in Uri, Berufsleute von morgen» als Beilage zum Urner Wochenblatt | Auflage 21'700 | Herausgeberin: Gisler 1843 AG | Redaktion Gitschenstrasse 9, Altdorf | Telefon 041 874 16 77 , info@urnerwochenblatt.ch, www.urnerwochenblatt.ch | Projektverantwortung Luzia Schuler-Arnold | Layout/Bildbearbeitung Ivo Facchin, Melanie Zgraggen, Nina Zurfluh | Druck Gisler Druck, Altdorf, Telefon 041 874 1843, info@gislerdruck.ch | Anzeigenannahme Gisler Werbung, Altdorf, Telefon 041 874 16 66, info@gislerwerbung.ch | Frontseite Valentin Luthiger | Fotos Valentin Luthiger, Natascha Dittli, Ivo Facchin, ZVG.

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MiU Gastkolumne zu Berufsleute von morgen

Zusammenarbeit bringt Erfolg Die Urner Berufsbildung ist erfolgreich! Auch dieses Jahr haben wieder rund 370 junge Berufsleute mit Lehrbetrieb im Kanton Uri in knapp 100 verschiedenen Berufen das Qualifikationsverfahren durchlaufen. Mehr als 95 Prozent der Angetretenen waren erfolgreich – ein schweizerischer Topwert! Dieser Erfolg basiert auf einer gut funktionierenden Kooperation der Ausbildungspartner. Der Kanton Uri ist überschaubar, die Wege sind kurz. Die Verantwortlichen in den Betrieben, den Verbänden und der Schule kennen sich und arbeiten gut zusammen. Alle arbeiten fürs gleiche Ziel: die Lernenden fit zu machen für die Herausforderungen der Berufswelt von morgen. Die Zusammenarbeit zwischen den Berufsfachschulen, den Ausbildungsbetrieben und den sogenannten überbetrieblichen Kursen (ÜK) ist gesetzlich vorgegeben und funktioniert bestens. Dank dieser Zusammenarbeit werden die verschiedenen Lernbereiche der Ausbildung optimal verknüpft. Die Inhalte des Fachunterrichts sind sowohl thematisch wie zeitlich auf das Lernen im Betrieb und die Themen der überbetrieblichen Kurse abgestimmt. Das grosse Engagement der zahlreichen Lehrbetriebe bei der Rekrutierung und Ausbildung von jungen Berufsleuten ist im Kanton Uri vorbildlich und verdient unsere Anerkennung. Die Urner Wirtschaft ist bemüht, Talente auszubilden und auch jungen Erwachsenen Chancen zu bieten, eine Erstausbildung zu machen. Jeder einzelne Betrieb, die Interessengemeinschaften und Verbände sowie die Berufsfachschulen kennen ihre Aufgabe und nehmen die Verantwortung für den eigenen Nachwuchs wahr. Berufsbilder verändern sich, einzelne fallen weg und neue kommen dazu. Die drei Lernorte Betrieb, Schule und die überbetrieblichen Kurse zeigen sich flexibel. Dies im Wissen, dass sich die Veränderungen am besten gemeinsam anpacken lassen, zusammen mit wichtigen und verlässlichen Partnern. David Schuler, Rektor BWZ Uri

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Militärstrasse 12, 6467 Schattdorf Telefon 041 870 18 18, www.elektro-imholz-ag.ch

Erst noch Lehrling und schon bald Fachmann Wer aktuell bei Elektro Imholz AG, Schattdorf, arbeitet, hat bei Elektro Imholz gelernt. «Unseren Berufsleuten von morgen gehört unsere grosse Aufmerksamkeit», sagt Geschäftsleiter Adrian Wipfli. Die Berufsbildung ermöglicht Jugendlichen den Einstieg in die Arbeitswelt und sorgt für Nachwuchs an qualifizierten Fach- und Führungskräften. Rund zwei Drittel der Jugendlichen in der Schweiz entscheiden sich weiterhin für diesen praxisbezogenen Weg. Und doch: Rund 90’000 KMU in der Schweiz sind akut vom Fachkräftemangel betroffen. Was kann man dagegen unternehmen? Für Adrian Wipfli ist klar: «Wir müssen selber für den Berufsnachwuchs sorgen und für die Weiterbildung besorgt sein. So bieten wir unseren Lernenden, begleitend zur schulischen und praktischen Ausbildung, Lernabende an. Denn ob ein Unternehmen gedeiht, hängt massgeblich von der Qualität der Mitarbeitenden ab. Alle unsere Mitarbeitenden haben einmal bei uns die Grundausbildung gemacht.» Übermorgen bis zur Spezialisierung Die Elektro Imholz AG beschäft igt zurzeit acht Lernende. Sie absolvieren die vierjährige Ausbildung zum Elektroinstallateur. Drei von ihnen sind Nick Müller, Unterschächen, im

4. Lehrjahr sowie Manuel Durrer, Bürglen, und Matteo Arnold, Spiringen, beide im 1. Lehrjahr. Ihr Arbeitsgebiet ist abwechslungsreich. Teamwok ist gefragt. Nick, der die Baustelle bereits selber leitet, verrät den Jüngeren seine Tricks. «Wer morgen Elektroinstallateur ist, hat eine gute berufl iche Grundausbildung und übermorgen verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten», erklärt Adrian Wipfl i. Die Elektro Imholz AG in Schattdorf ist mit der Maréchaux Holding AG in Kriens, die in der Zentralschweiz über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäft igt, eine strategische Zusammenarbeit eingegangen. Durch diese Verbindung erweiterte das Schattdorfer Unternehmen sein Marktangebot im Kanton Uri. Die Elektro Imholz AG hat als unabhängige Urner Unternehmung ihr operatives Betätigungsfeld in den Bereichen Elektroinstallationen, Gebäudeautomation (Smart Home), Telefonie und IT-Systeme ausgebaut. Adrian Wipfli: «Die Berufsleute von morgen sind vor allem auch Spezialisten.»

von links: Matteo Arnold, Manuel Durrer und Nick Müller

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Jonas Planzer, 1. Lehrjahr

Der Firmenstolz wirkt ansteckend Die hohe Flexibilität zeichnet die Schlosserei Trögli AG aus. Was die Mitarbeiter vorleben, gilt auch für die Lernenden. Seit einigen Wochen ist Sven Herger im 2. Lehrjahr als Metallbauer. Der junge Schattdorfer ist nach wie vor überzeugt von seiner Berufswahl. «Mir gefällt das Schweissen, und dafür wird mir in diesem Betrieb auch immer wieder Gelegenheit geboten.» Er schätzt den abwechslungsreichen Arbeitsalltag in der Schlosserei Trögli AG und freut sich ganz besonders über das sehr gute Arbeitsklima. Was der angehende Berufsmann so wertschätzend erwähnt, deckt sich mit den Zielen des Werkstattchefs und Ausbildungsverantwortlichen, Michi Gisler: «Unsere Lernenden sollen von Anfang an ‹Werktage› erleben. Diese sind nicht von einem starren Ausbildungsprogramm geprägt, sondern von den Auft rägen unserer Kunden.» Der gelernte Metallbauer erinnert sich gerne an seine Lehrzeit, die er ebenfalls in der Schlosserei Trögli AG absolvieren durfte. «Der Arbeitsalltag in unserem Betrieb mit 17 Angestellten ist ex trem abwechslungsreich. Daran dürfen die Lernenden teilhaben. Jeder arbeitet in einem Team mit und lernt schnell, auch Verantwortung für das Produkt und sein Handwerk zu übernehmen.

Ob Lernende oder Angestellte, alle ziehen am gleichen Strick.» Fordern und fördern Firmeninhaber Urs Zurfluh ist stolz auf seine qualifi zierten Mitarbeiter, die durch die gelebte Arbeitsform alle als Ausbildner in der Verantwortung stehen. Seit Jahren fi nden sechs Lernende in seinem Betrieb einen Ausbildungsplatz. Wie bereits sein Vater und Firmengründer, Hans Zurfluh, investiert auch er regelmässig in die Infrastruktur. Die Schlosserei ist mit einem modernen Maschinenpark für die Bereiche Stahl-/Metallbau, mechanische Bearbeitung und Biegerei ausgerüstet, darunter eine der schweizweit grössten Maschinen zum Profi lbiegen. Der Kunde erhält alles aus einer Hand. Von der Planung über die Produktion bis zur Endmontage stehen die Wünsche des Kunden an oberster Stelle. Der Umgang mit diesen grossen Maschinen bedeutet für die angehenden Berufsleute eine besondere Herausforderung. Doch der Ausbildungsverantwortliche gibt sich überzeugt:

Firmeninhaber Urs Zurfluh

«Wir fordern, um zu fördern. Wer sein Berufsziel mit Interesse und Einsatz verfolgt und sich mit der Philosophie der Schlosserei Trögli AG identifi zieren kann, darf eine abwechslungsreiche Ausbildung geniessen», fasst Michi Gisler zusammen.

Industriegebiet Reuss, Zone O Industriestrasse 32, 6460 Altdorf Telefon 041 870 59 70, www.troegliag.ch info@troegliag.ch

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MiU Berufsleute von morgen

Berufsleute müssen beweglich bleiben Digitalisierung, Automatisierung, Roboter, die uns die Arbeit abnehmen. Die künftige Berufswelt scheint ungewiss. Wie soll man damit umgehen? Berufsberater Josef Renner empfiehlt: «Nicht auf den Lorbeeren ausruhen!» «Berufsleute von morgen» lautet der Titel dieses Hefts. Aber gibt es morgen überhaupt noch Berufsleute? Nehmen uns Computer und Roboter nicht die Arbeit weg? Die Frage lautet eher, ob es einzelne Berufe noch geben wird. In den nächsten 20 Jahren werden viele Berufe verschwinden und es werden neue kommen, von denen wir noch gar nicht wissen, was die beinhalten werden. Es gibt immer mehr Funktionen in der Wirtschaft, die mit den gängigen Berufsbezeichnungen nicht übereinstimmen. In dieser Beziehung gab es eine enorme Entwicklung. Aber die Frage ist doch, ob es noch genug Stellen für alle gibt. Jugendliche, die heute die Schule abschlies­ sen, haben goldene Zustände. Von den Jugendlichen, die diesen Sommer die Schule abgeschlossen haben, haben fast alle eine direkte Anschlusslösung gefunden. Kurz vor Lehrbeginn waren im Kanton Uri noch 70 Lehrstellen frei. So etwas hat es noch nie gegeben. So einfach war es für Jugendliche noch nie, eine Lehrstelle zu finden. Gibt es Berufe, von denen Sie abraten, weil es sie wohl nicht mehr lange gibt? Abraten können wir nicht. Gerade bei der ersten Berufswahl ist es wichtig, einen Beruf zu finden, der zu einem passt. Auch wenn das ein

Beruf ist, in dem es in der näheren oder ferneren Zukunft schwierig werden könnte. Nehmen wir als Beispiel den Detailhandel, der von verschiedenen Seiten unter Druck geraten ist. Aber es gibt einfach typische Verkäufer. Es wäre schade, wenn so jemand einen Beruf wählen müsste, der weniger gut zu ihm passt. Gute Leute finden den Weg auch in einem Bereich, der schwierig ist. Stellen die Jugendlichen bei der Berufswahl diese Frage überhaupt? Das ist eher ein Thema der Eltern. An Elternabenden wird oft gefragt, welche Berufsfelder denn zukunftsversprechend seien. Ihre Antwort? Zum Beispiel soziale Berufe wie Pflege und Betreuung. Nur schon die demografische Entwicklung wird dort kaum einen Abbau zulassen. Selbst wenn dereinst Pflegeroboter zum Einsatz kommen sollten, wird es in diesem Bereich noch viele Menschen brauchen. Welche Berufe werden neben dem Detailhandel noch unter Druck geraten? Die kaufmännischen Berufe, und das ist eine neue Entwicklung. Eine KV-Lehre machen und dann einfach im Büro arbeiten, ohne sich aktiv weiterzuentwickeln, das dürfte eher schwierig werden. In dem Bereich wird in den

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MiU Berufsleute von morgen

«Man wird nie einen Roboter anrufen, wenn die WC-Spülung nicht mehr funktioniert.»

Josef Renner, 62 Jahre, ist Vorsteher des Amts für Beratungsdienste des Kantons Uri. Jede in Uri wohnhafte Person kann sich dort für eine unentgeltliche Beratung anmelden. Kürzere Auskünfte werden im Berufsinfor­ mationszentrum (BIZ) jeweils am Montag- und Mittwoch­ nachmittag auch ohne Voranmeldung erteilt.

nächsten Jahren massiv abgebaut werden. Wir sehen bereits heute, dass die Jugendlichen in diesem Bereich Mühe haben, nach der Lehre eine Stelle zu finden. Die Weiterbildung wird im kaufmännischen Bereich künftig eine wichtigere Rolle spielen. In vielen technischen Berufen ist es schon lange so. Es gibt doch weiterhin Büroarbeiten zu erledigen. Ja, aber die einfachen Bürotätigkeiten, etwa ab Band Berichte schreiben, werden vermehrt automatisiert oder ausgelagert. Hingegen kann ich mir nicht vorstellen, dass Sie jemals einen Roboter anrufen werden, wenn Ihre WC-Spülung nicht mehr funktioniert. In Uri hat das Handwerk nach wie vor goldenen Boden. Ist das in diesem Zusammenhang ein Vorteil? Lernende in handwerklichen und technischen Berufen finden nach der Ausbildung in der Regel spielend eine Arbeitsstelle. Ähnlich sieht es auf Hochschulstufe aus. Ingenieure mit einem Fachhochschul- oder ETH-Abschluss haben in der Regel keine Mühe, eine Arbeitsstelle zu finden. Man reisst sich gar um diese Leute. Die Problematik liegt darin, dass das Berufswahlverhalten bei den Jugendlichen anders ist. Da spielt auch das Prestige eine Rolle.

Prestige? Gewisse Berufe gelten zu gewissen Zeiten einfach mehr als andere. Das ist fast wie bei der Mode. Das schafft Probleme. Inwiefern? Wenn jemand die Voraussetzungen für einen Bürojob nicht mitbringt und diesen bloss wegen dem Prestige wählt, ist das keine gute Basis. Leute, die am falschen Ort sind, sind die Ersten, die auf der Strecke bleiben, wenn Personal abgebaut wird. Es gibt keine guten und schlechten Berufe, es gibt nur Berufe, die gut oder schlecht zu einem passen. Was muss man denn machen, um für die Berufswelt attraktiv zu bleiben? Beweglich sein und sich ständig weiterentwickeln, sich weiterbilden. Und man darf sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Ist diese Flexibilisierung aus Ihrer Sicht eine gute oder eine schlechte Entwicklung? Menschen verändern sich im Alter zwischen 15 und 20 Jahren sehr stark. Auch wer seine Berufswahl sehr sorgfältig betreibt, kann mit Anfang 20 feststellen, dass es einfach nicht mehr stimmt. Ich sehe dies deshalb als sehr positive Entwicklung. Mathias Fürst 

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Profis für Energien der Zukunft Von der Planung bis zur Inbetriebnahme einer Anlage, Beratung und Service. Ein starkes Team stellt kompetente Ansprechpartner.

Solar- und Fotovoltaikanlagen sind Technologien der Zukunft. Seit rund zehn Jahren sind die Gemeindewerke Erstfeld in diesem Bereich an vorderster Front dabei. Rund 400 Projekte wurden bereits umgesetzt: von der Industrieanlage bis zur Kleinstanlage. Der Kunde kann sich auf die Profis aus Erstfeld verlassen. Walter Tresch, Leiter Dienstleistungen und Mitglied der Geschäftsleitung kennt den Markt: «Der Kunde ist an alternativen Energiequellen interessiert. Als Dienstleister und Energieprofis sind wir laufend daran, die Qualität unserer Dienstleistungen zu steigern

und die neusten Technologien wirkungsvolll einzusetzen.» Dass sich ein Team auf diesen Teilbereich der Energieversorgung spezialisieren kann, «steigert unsere Kompetenz im Bereich der alternativen Energien laufend». Von dieser hohen Fachkompetenz profitieren auch die Lernenden. Tobias Zgraggen hat im Sommer die Ausbildung als Elektroinstallateur abgeschlossen: «Ich freue mich sehr, dass ich nun als junge Fachkraft im Team der Solarprofis mitarbeiten kann. Die Konzentration auf Zukunftstechnologien motiviert und weckt zusätzliche Interessen.»

Gotthardstrasse 101, CH-6472 Erstfeld Telefon 041 882 00 10, www.gemeindewerke-erstfeld.ch

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METALLBAUER

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POLYMECHANIKER

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Mehr Raum für neue Ideen Die moderne Arbeitswelt bevölkert sich mit Kleinstunternehmern und Freelancern. Sie alle brauchen neue Lösungen bei der Infrastruktur. Working Point in Altdorf hat sie. Das ehemalige Dätwyler-Personalhaus in Altdorf ist ein Symbol für innovatives Unternehmertum made in Uri. Kein Zufall, ist an diesem Ort jetzt auch der allererste Co-Working-Space in Uri eröffnet worden. Working Point heisst diese Premiere. Sie ist ein Gemeinschaftswerk der Dätwyler Stiftung einerseits und des Altdorfer Jungunternehmens Business Help Point andererseits. Kleinstunternehmer, Start‐ups, Studenten, Pendler sowie Freelancer finden bei Working Point zum einen Büroarbeitsplätze und

Versammlungsräume zu günstigen Konditionen. Zum anderen werden sie Teil einer inspirierenden Community. So will Working Point einen wirkungsvollen Beitrag leisten, damit sich das kreative unternehmerische Potenzial in Uri entfalten kann. Namhafte Partner an Bord Die Idee, in Uri einen Co-Working-Space zu eröffnen, stiess in der Wirtschaftswelt auf Anhieb auf viel Gegenliebe. So verlegte Wirtschaft Uri

den Sitz der Geschäftsstelle flugs zu Working Point. In der Innovationsförderung ist Working Point zudem Partner von «Smart-up» der Hochschule Luzern und arbeitet zusammen mit InnovationsTransfer Zentralschweiz, der Mobiliar Versicherung und der Schweizerischen Fachschule Teko. «Zentral gelegen, innovativ ausgelegt und gut geführt», lobt René Röthlisberger, Präsident von Wirtschaft Uri. «Working Point ist ein echter Gewinn für unseren Kanton.» Mehr Informationen auf www.workingpoint.ch.

Das bietet Working Point Co-Working: Egal ob für einen halben Tag oder auf Dauer, bei Working Point finden alle einen kostengünstigen möblierten Büroarbeitsplatz. Sei es im belebten offenen Bereich, im ruhigen Team- oder im Einzelbüro. Internet, Drucker, Räume für Meetings und eine Kaffee-Ecke sind teils bereits in der günstigen Nutzungsgebühr inbegriffen. Sogar der Post­empfang ist möglich. Start-ups, Studierende und Lernende erhalten eine Ermässigung. Conventions: Für Projektarbeiten, Besprechungen und Seminare bietet Working Point für alle Interessierten modern eingerichtete Räume zur stundenweisen Nutzung. Schnell und bequem online buchbar. Eine Begegnungszone und die wunderschöne Terrasse schaffen Raum für Gedankenaustausch und Netzwerkbildung.

Events: Es gibt immer was Neues zu entdecken. Mit Events fördert Working Point den aktiven Austausch von Jungunternehmern, Wissenschaft und Wirtschaft. Services: Braucht wer Unterstützung für die Gründung oder die Führung des eigenen Unternehmens? Working Point hilft mit massgeschneiderten Dienstleistungen in Finanzen, Administration und Kommunikation. Community: Die Dauermieter von Working Point bilden gemeinsam den Kern einer inspirierenden Community. Sie stehen den Nutzerinnen und Nutzern von Working Point mit Rat und Tat zur Seite.

Dätwylerstrasse 27, 6460 Altdorf Telefon + 41 41 872 0 872, info@workingpoint.ch

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Ein Pluspunkt im Lebenslauf Die AUTO AG URI bietet zusammen mit der Kantonalen Verwaltung Uri eine schweizweit einmalige Ausbildung an.

Martina Imbach macht eine ein- AAGU vertieft insbesondere zigartige Ausbildung. Die ange- Bereiche wie Finanzen und hende Kauffrau EFZ ist im ersten Marketing in der Branche öffentAusbildungsjahr bei der Volks- licher Verkehr. «Es ist spannend, wirtschaftsdirektion der Kanto- in zwei Unternehmen Einblick nalen Verwaltung Uri. zu haben. Das erfordert viel FleSchweizweit einmalig, besucht sie xibilität, und ich sammle auf diewährend ihrer Lehrzeit für sechs se Weise viel Erfahrung», sagt Monate keine kantonale Abtei- Martina Imbach. lung, sondern mit der AUTO AG Das laufende Pilotprojekt ist moURI (AAGU) ein privatwirt- mentan auf sechs Einsatzmonate schaftliches Unternehmen. Die begrenzt, wird 2018 jedoch auf Unternehmen, so unterschiedlich ein Jahr ausgedehnt. «Diese ChanAAGU_KV_C4.qxp:Layout 12.2.2009 17:44 Uhr Seite diese auch sind, bilden eine1 perce ist wertvoll und1 ein Pluspunkt fekte Symbiose: Die kaufmänni- im Lebenslauf», ist Katja Deplazes, sche Hauptausbildung vermittelt die Lehrlingsbetreuerin der AAGU, die Kantonale Verwaltung. Die sicher.

Martina Imbach (Lernende) beim Bedienen der Leitstelle.

Ried 1, 6467 Schattdorf, Telefon 041 874 72 72, Fax 041 874 72 74, info@aagu.ch, www.aagu.ch

Multitalent im Kulturhaus Sie bauen Bühnen und technische Anlagen auf, richten sie ein und bedienen sie. Nehemia Bertschi ist der erste Lernende des theater(uri) auf dem Weg zum Veranstaltungsfachmann EFZ.

«Musikhäuser und Theater haben integration, Spezialeffekte, Sichereinen ausgewiesenen Bedarf an heitstechnik, Energieversorgung, gut ausgebildeten und kompe- Produktionsbegleitung, Materialtenten Fachkräften in der Veran- bewirtschaftung, «die Anfordestaltungstechnik», betont Heinz rungen sind hoch, komplex, umKeller, Gesamtleiter des theater fassend und sehr spezialisiert», (uri) in Altdorf, «denn Profis und weiss Heinz Keller. Es seien HerLaien kommen bezüglich Bühnen- ausforderungen an ein Multitechnik und Performance mit talent, das auch noch gut komhochprofessionellen Ansprüchen.» munizieren müsse. «Es treffen sich zwei Welten, die Welt der Neues Berufsbild Kulturschaffenden und die der Beim theater(uri) hat Nehemia technischen Fachkräfte.» NeheBertschi die vierjährige Ausbil- mia Bertschi versteht das. Er dung zum Veranstaltungsfach- macht selber Musik und ist sehr mann EFZ begonnen. Beleuch- an Technik interessiert. Sein tungstechnik, Tontechnik, Video- Lehrmeister im theater(uri) ist technik, Bühnenbauten, Medien- Ronnie Hermann.

Schützengasse 11, 6460 Altdorf, Telefon 041 870 01 01, www.theater-uri.ch

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MiU Berufsleute von morgen

Messebau – ein Spielplatz der Kreativität Messen wie die Uri 18 bieten für die Werbetechniker von Arnold Reklamen vielseitige und spannende Herausforderungen. Zeitlich, handwerklich und kreativ können die Berufsleute dabei von ihrem breiten Know-how und Erfahrungsschatz profitieren. «Werbetechnik ist einem kontinuierlichen technischen Wandel unterworfen. Sämtliche Arbeitsbereiche werden durch neue Möglichkeiten und Technologien immer wieder revolutioniert», erklärt David Arnold, Inhaber und Geschäftsleiter der Arnold Reklamen AG in Altdorf. «Durch ständige Weiterbildung, Orientierung am Markt, aber auch durch interdisziplinäres Querdenken über mehrere Branchenzweige hinweg erlangen unsere Berufsleute ein grosses Know-how.» Bereit für die Uri 18 Im Dienst der Werbung und Kommunikation sind die Werbetechnikerinnen und Werbetechniker herausgefordert. Sie gestalten, produzieren und montieren Beschriftungen, beispielsweise für Fassaden, Schaufenster, Werbe- und Bautafeln, Messestände, Informations- und Orientierungssysteme sowie Fahrzeugbeschriftungen. Ein interessantes Portal für die erfahrenen wie die angehenden Berufsleute ist die Messe, für die Arnold Reklamen AG aktuell die bevorstehende Urner Wirtschafts- und Erlebnismesse, die Uri 18 in Altdorf. Wertvolle Sachkenntnisse hat sie sich zum Beispiel an den

bisherigen Urner Gewerbeausstellungen, an der Luga oder der Uhren- und Schmuckmesse in Basel aneignen können. Von Hand und am Computer Céline Gisler aus Bürglen und Manuel Arnold aus Isenthal sind Berufsleute von morgen. Sie lernen bei der Arnold Reklamen AG den Beruf als Gestalter/-in Werbetechnik. Das ist eine vierjährige Ausbildung. Aufgaben und Arbeiten für Kundinnen und Kunden, die an der Uri 18 ausstellen, werden für sie interessante Herausforderungen sein. Handwerkliches Geschick, Kreativität und gestalterisches Flair sind gefragt, voll und ganz im Dienst der Innen- und Aussenwerbung. Die Konzepte dazu werden entweder nach Vorgaben der Kundschaft erarbeitet oder sie werden von Grafikateliers und Werbeagenturen übernommen. Die Gestaltungsvorgaben werden mit professionellen Grafikprogrammen umgesetzt. Für die technische Ausführung stehen modernste Geräte, Maschinen und Systeme bereit. Trotzdem: Für vieles ist nach wie vor Fingerfertigkeit gefragt – und natürlich viel Kreativität der Berufsleute.

Gotthardstrasse 46, 6460 Altdorf, Telefon 041 872 05 00 mail@arnoldreklamen.ch, www.arnoldreklamen.ch

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Ständiges Lernen ist wichtig Ende Juli hat Melanie Zgraggen ihre Lehre als Polygrafin erfolgreich abgeschlossen. In ihrem Lehrbetrieb, der Gisler 1843 AG, kann sie ihr Wissen nun umsetzen und ihre Kreativität weiterentfalten. Ein persönlicher Rück- und Ausblick.

«Der Beruf der Polygrafin ist sehr vielfältig. Kreatives Arbeiten – das Über-denRand-hinaus-Denken – macht richtig Spass und liegt mir sehr. Am Anfang meiner Lehrzeit bei der Gisler 1843 AG, mit Gisler Druck, Gisler Werbung und Gisler Medien, standen das technische Wissen sowie das Erlernen fester Abläufe im Vordergrund. Als kreativer Mensch fiel es mir ehrlich gesagt nicht immer leicht, so strukturiert, genau nach Ablauf und Vorgaben arbeiten zu müssen. Heute aber weiss ich, dass das technische Wissen, wie es in einem Druckereibetrieb mit Zeitungsproduktion eben auch wichtig ist, eine gute Grundlage bildet, auf der ich aufbauen konnte und weiter aufbauen kann. Auch bei der Abschlussprüfung mit Fachrichtung Medienproduktion war dieses Wissen gefragt. Trotzdem: Ich war froh, im dritten Ausbildungsjahr ins Team der Akzidenz wechseln zu können. Dieser Wechsel hat mich neu motiviert. In den beiden letzten Ausbildungsjahren wurde der Arbeitsalltag vielfältiger und abwechslungsreich. In einem tollen Team und in gutem Arbeitsklima konnte ich meine Kreativität zunehmend entfalten und meine Ideen voll einbringen. Sehr gute Deutschkenntnisse Die Anforderungen in der Schule sind recht hoch. Besonders im Fach Deutsch ist das Niveau recht hoch. In Grammatik, Ausdrucksfähigkeit ebenso wie in Rechtschreibung. Weitere Schwerpunkte bilden Informatik, Systemkenntnisse sowie Konzeption und Gestaltung. Schnelles Denken und den Überblick behalten, auch wenn auf mehreren Ebenen gleichzeitig gearbeitet wird, erachte ich als wichtige Voraussetzungen, um in diesem Beruf erfolgreich tätig sein zu können. Erst seit ein paar Wochen habe ich mein Fähigkeitszeugnis in der Hand. Doch für mich ist klar: Das Lernen geht weiter. Ständige Weiterbildung ist gerade auch in diesem Beruf extrem wichtig. Ich muss die Trends der Zeit kennen! Das Angebot an Weiterbildungen – sei’s im technischen oder im gestalterischen Bereich – ist gross. Und wen wunderts, meine Orientierung geht in Richtung Gestaltung. Konkret: Logo-Gestaltung interessiert mich ganz besonders. Was daraus wird? Noch weiss ich es nicht, aber ich bleibe dran …»

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Gisler 1843 AG, Gitschenstrasse 9 6460 Altdorf, Telefon 041 874 1843 info@gisler1843.ch, www.gisler1843.ch

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MiU Berufsleute von morgen

Menschen im Mittelpunkt Der Wandel prägt die Berufswelt. Anforderungen an Unternehmen und Mitarbeitende steigen. Die Urner Kantonalbank (UKB) macht sich fit für die Zukunft und beschäftigt sich intensiv mit Menschen und Prozessen. Steigende Kundenbedürfnisse, der technologische Wandel und veränderter Wettbewerb verlangen von Unternehmen stetige Anpassungen. Im Zentrum stehen neue Kundenbedürfnisse, neue Kommunikationsmöglichkeiten sowie Veränderungen im Konsumverhalten. Die UKB konzentriert sich darauf, Kundinnen und Kunden exzellente Lösungen anzubieten. Sie richtet sich dazu prozessorientiert aus und passt ihre Organisationsstrukturen an. Ziel des Prozessmanagements ist es, alle Arbeitsabläufe systematisch zu planen, zu steuern und zu überprüfen. Sie werden bezüglich Qualität, Zeit, Kosten, Ressourcen und Kundenzufriedenheit analysiert, gestaltet und gegebenenfalls verbessert. «Die bestehenden Arbeitsabläufe sind bereits zum grossen Teil dokumentiert und werden von den Mitarbeitenden im Prozessmanagement mit entsprechenden Massnahmen kontinuierlich ge-

prüft und verbessert», erklärt Leo Brücker, Leiter Personal der UKB. Eine Herausforderung Neue Arbeitsweisen erfordern unterschiedliche Arbeitsmodelle, Work-Life-Balance oder Homeworking. «Wir befassen uns intensiv mit dem Wandel der Arbeitswelt und der Gesellschaft », so Leo Brücker. «Was will die Kundin, der Kunde? Was unternehmen wir künft ig? Wie bereiten wir unsere Mitarbeitenden auf die Zukunft vor? Welche Kompetenzen werden künftig gefordert? Wer sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von morgen?» «Wir führen künft ig nicht mehr hierarchisch, sondern prozessorientiert. Das ist für alle eine echte Herausforderung, sich daran zu gewöhnen, dass je nach Thema und Sache nicht der Chef nach Organigramm der Chef ist, sondern

Urner Kantonalbank, Bahnhofstrasse 1, 6460 Altdorf Telefon 041 875 60 00, info@ukb.ch, www.ukb.ch

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der Prozessverantwortliche. Gefragt ist die konsequente Orientierung an den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden, mit den Werten unserer Bank im Kanton Uri.» Offenheit, Mut und Vertrauen Die UKB definiert ihre Tätigkeitsbereiche neu nach einer kunden- und prozessorientierten Struktur und gliedert entsprechende Arbeitsbereiche neu. Das eigene Potenzial soll möglichst voll genutzt werden. Und welche Funktion braucht welche fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen? Leo Brücker: «Wir versuchen das gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden zu erarbeiten. Je nachdem stellen sich auch Fragen der Weiterbildung. Die ganz grosse Aufgabe wird aber sein, die hierarchische Führungskultur in eine partizipative Kultur zu führen. Das braucht Offenheit, Mut und Vertrauen.»

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Gezielte Ausbildung schafft Zukunftschancen Die Förderung des Berufsnachwuchses geniesst innerhalb der Dätwyler einen hohen Stellenwert. Die Lernenden erhalten in Altdorf und in Schattdorf Einblick in zwei ganz unterschiedliche Betriebe, Sealing und Cabling. «We are the future». Mit diesem Statement bringt es Dätwyler auf den Punkt. Die Kundschaft ist rund um den Globus verteilt. Weltweit sind die hochwertigen Produkte, Systemlösungen und Services für zukunftssichere ICT-Netzwerke sowie Sicherheitskabelanlagen gefragt. In der Autobranche, der Pharmaindustrie, im Hoch-, Tiefoder Industriebau sowie in der Lebensmittelverpackung kommen spezialisierte Dichtungslösungen der Dätwyler zum Einsatz. Den Lernenden bietet sich an den beiden Firmenstandorten – Cabling Solutions in Altdorf und Sealing Solutions in Schattdorf – ein optimales, vielseitiges Lernumfeld. In beiden Betrieben arbeiten sie mit den neusten Technologien und können ihr Wissen im Unterhalt und bei laufenden Verbesserun-

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gen der firmeneigenen Produktionsanlagen einsetzen. Die Förderung des Berufsnachwuchses ist einer der klar definierten Ziele, die innerhalb des Weltkonzerns gelebt werden. Die typischen Dätwyler-Werte gelten als zentrale Erfolgsfaktoren. «Der respektvolle Umgang widerspiegelt unsere Unternehmenskultur.», gibt sich Roland Spiess, Head of Services, überzeugt. «Menschen mit Ambitionen, die sich mit Engagement und Begeisterung für ihre Aufgaben einsetzen, finden innerhalb der Dätwyler das passende Umfeld, um auch sich weiter entwickeln zu können. Durch gegenseitige Unterstützung und Ansporn streben wir nach Höchstleistungen, immer mit dem Ziel von den Kunden als Nummer eins wahrgenommen zu werden.»

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Polymechaniker/-in mit Fachrichtung Unterhalt Claudio Spitzer ist im 3. Lehrjahr als Polymechaniker. Er blickt auf den Anfang seiner Lehrzeit zurück und erzählt: «Während des 1. Lehrjahres konnte ich in der betriebseigenen Lehrwerkstatt viel Basiswissen erwerben und den Umgang mit den neuen Technologien lernen. Das Arbeiten in diesem familiären Umfeld hat mein Selbstvertrauen gestärkt. Die Ausbildungsverantwortlichen haben es verstanden, uns zu fördern und zu motivieren. Im 2. Ausbildungsjahr ist Claudio Spitze auf Rotation und lernt während je ca. zehn Wochen alle Fachbereiche kennen. Er ist dabei, wenn neue Anlagen in Funktion genommen werden und kann dabei umfassende Anlagenkenntnisse erwerben. Diese wiederum kann er einsetzen, wenn es darum geht, selbstständig Probleme zu analysieren, Reparaturen zu tätigen, selber Ersatzteile zu produzieren oder Verbesserungen vorzuschlagen. Durch diese vielseitigen Einsätze kann Claudio Spitzer bereits im 3. Lehrjahr eine hohe Kompetenz für den Unterhalt des komplexen Maschinenparks innerhalb der Dätwyler vorweisen. Elektroinstallateur/-in Genauso wie Polymechaniker haben auch angehende Elektroinstallateure innerhalb der Dätwyler schon früh die Möglichkeit, bei grösseren EDV-Installationen mit Lichtwellenleiter vom Start bis zum Anschluss einzelner Anlagen mitzuwirken. Sie werden projektbezogen – dem persönlichen Leistungsstand entsprechend – in den Arbeitsalltag integriert und erhalten dadurch die gewünschte Praxisnähe: Das kann bei Gebäudeinstallationen, Büroeinrichtungen, Umbauarbeiten oder der Modernisierung von Anlagen sein. Felix Hug, Lernender im 2. Lehrjahr, schätzt

die Zusammenarbeit mit Erwachsenen und bestätigt: «Der Arbeitsalltag ist wirklich sehr abwechs­ lungsreich.» Es fallen kaum Routinearbeiten an. Durch die Einsätze bei Gebäudeinstallationen, Büroeinrichtungen, Umbauarbeiten oder der Modernisierung von Anlagen geniessen angehende Elektroinstallateure die gewünschte Praxisnähe. Talentförderung und Coaching-Programm Neben der guten Grundausbildung bietet Dätwyler erfolgreichen Lehrabgängern wenn immer möglich einen Arbeitsplatz mit Fortbildungsund Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb der Firma an. «Junge Leute bringen neue Ideen und aktuelles Fachwissen in den Betrieb», betont Lehrlingskoordinatorin Kerstin Wiss und erinnert: «Laufende Weiterentwicklung gehört zur Dätwyler-Unternehmenskultur ebenso wie das besondere Engagement für die Lernenden mit Lehrlingslager, themenbezogenen Workshops, Powertag oder Lehrlingsausflug. Um motivierten Mitarbeitenden frühzeitig berufliche Perspektiven aufzeigen zu können, hat Dätwyler ein spezielles Coaching-Programm entwickelt.

Neu ab Sommer 2018 Neben Elektroinstallateur/-in EFZ (4 Jahre) bietet Dätwyler ab Sommer 2018 auch Lehrstellen für Montageelektriker/-in EFZ (3 Jahre) an. Der Schulunterricht kann für beide Ausbildungsgänge im BWZ Uri besucht werden. Ab sofort besteht die Möglichkeit, sich für eine Schnupperlehre zu melden. – Weitere Informationen zu offenen Lehrstellen finden Interessierte unter www.datwyler.com.

Bild oben links: Lenny Aschwanden, Poly­ mechaniker Fachrichtung Unterhalt, im 4. Lehrjahr. Bild links: Christian Zgraggen, ehemaliger Lernender und heute als Praxisbildner tätig, zusammen mit Felix Hug, Elektroinstallateur, 2. Lehrjahr. Bild rechts: Claudio Spitzer, Polymechaniker Fachrichtung Unterhalt, im 3. Lehrjahr, mit seinem Ausbildner Sepp Walker.

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Erfahrung als Qualifikation Verkürzte Grundbildung – neue Chance für die berufliche Weiterentwicklung Ein Schatz an Erfahrung ist wertvoll – auch und gerade an Lebenserfahrung. Davon ist die Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) überzeugt. Deshalb setzt sie auf die persönliche und berufliche Weiterentwicklung und bietet die verkürzte Grundbildung zur Fachfrau/-mann Betreuung EFZ an. Im Fokus stehen Frauen und Männer, die bereits eine Ausbildung abgeschlossen und mehrere Jahre in ihrem Beruf gearbei-

tet haben. Denn Erfahrung ist eine Qualifikation, die man in sich trägt und die beim Quer- oder Wiedereinstieg in den Beruf zum Tragen kommt. Wer sich vorstellen kann, mit Menschen mit einer Behinderung zu arbeiten, sie in ihrem Alltag und ihren Anliegen zu begleiten und Sozialkompetenz mitbringt – für den bietet sich die verkürzte Grundbildung als Chance für ein neues Berufsleben von morgen.

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Mit Freude und Begeisterung an der Arbeit mit Naturprodukten. Die vier Lernenden, Matteo Gasser, Marco Riedi, Sämi Herger und Armin Zurfluh, kennen den Wert ihrer Arbeit und lernen, auch exklusive Kundenaufträge kreativ umzusetzen: Produkte aus Schreinerhand sind wertbeständig.

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Treffsicher online kommunizieren

Lassen Siens u sich von n berate

Am Vorabend via App den Flug einchecken, online einen passenden Termin finden oder an der Kasse mit dem Smartphone bezahlen. Die Entwicklung wird weitergehen und Ronny Arnold will der Zeit voraus sein. «Die Online-Kommunikation wird weiter an Bedeutung zunehmen», davon ist Ronny Arnold überzeugt. Der junge Altdorfer hat soeben sein Bachelorstudium in Business Communications an der HWZ in Zürich begonnen. Während acht Semestern wird er studieren und daneben weiterhin in Teilzeit bei der Webtech AG in Altdorf tätig sein. «Das Nebeneinander von Studium und Berufstätigkeit erachte ich als ideal», so Ronny Arnold. Denn so könne er das Gelernte in der Praxis unmittelbar anwenden. Online-Kommunikation mit Mehrwert Realität ist, dass heute fast jede und jeder ein Smartphone besitzt. «Auch Unternehmen müssen sich darauf ausrichten, dass die Kommunikation mit Kundinnen und Interessenten über diese Geräte stattfindet», ist der Teilzeitstudent überzeugt. Kommunikation ist umfassender, mehr als Sprechen oder Texte schreiben. Allein eine Homepage zu haben oder einen kaum bewirt-

schafteten Facebook-Account, genügt nicht mehr. Heute besteht die Kunst darin, mit Interessierten über die verschiedenen Onlinekanäle im richtigen Ton zu kommunizieren. Beratung, Konzepte, Werbeplanung Als Mitarbeiter der Webtech AG kann Ronny Arnold sein Wissen und seine Erfahrungen tagtäglich einsetzen. Webtech-Kunden können von seinem Wissen profitieren, auf kompetente Beratung zählen, massgeschneiderte Konzepte erwarten und wertvolle Unterstützung bei deren Umsetzung erfahren. «Online-Kommunikation ist für jedes erfolgreiche Unternehmen, unabhängig der Grösse, ein Muss. Sie soll aber nicht zusätzlich belasten», gibt sich Ronny Arnold überzeugt. «Ziel muss es sein, dass sich eine Firma ihrem Kerngeschäft zuwenden kann und die Profis der Webtech die Kommunikationsmassnahmen begleiten und unterstützen», so bringt der Fachmann seine Motivation auf den Punkt.

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Céline Loretz

Dina Odermatt

Daria Arnold

Regula Stocker

Breites Fachwissen ermöglicht individuelle Beratung Das Interesse an Naturheilmitteln und natürlicher Kosmetik steigt. Zunehmend gefragt sind individuelle Beratung und hohe Fachkompetenz.

Céline Loretz ist von der Wirkung von Naturheilmitteln überzeugt. Sie mischt selber Salben und Tinkturen oder bereitet Teemischungen zu. Damit übernimmt die 2.-Lehrjahr-Stiftin aus Silenen bereits viel Verantwortung: «Am Anfang wurde mir alles genau erklärt, dann durfte ich die Rezepturen, von einer Drogistin

begleitet, umsetzen. Mir wurde schrittweise mehr Verantwortung übertragen, und parallel dazu ist auch mein Selbstvertrauen gewachsen.» Als Geschäftsführerin der Naturdrogerie in Altdorf verlangt Regula Stocker von ihren Mitarbeiterinnen ein breites Fachwissen und hohe Beratungskompetenz. Entsprechend viel investiert sie

in die Aus- und Weiterbildung. Daria Arnold begleitet die Lernenden im Berufsalltag und ist überzeugt: «Das Bedürfnis, die Gesundheit zu pflegen und zu erhalten wird immer grösser. Drogerien werden sich zunehmend auf Naturprodukte, individuell abgestimmte Mischungen und kompetente Beratung spezialisieren.»

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v.l.n.r. Erika Kempf, Roli Briker, Patrik Arnold, Roger Arnold, Karin Walker, Martin Gnos (auf dem Bild fehlt: Patrizia Herger) Sie haben bereits bei der Markus Püntener AG die Ausbildung gemacht und stehen weiterhin hinter dem Qualitätsprodukt – «Püntener-Chuchi».

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Simon Hubli (links) und Antonio Beljan

Instand halten, reparieren und kontrollieren Der Fachmann Betriebsunterhalt ist im Alters- und Pflegeheim Rosenberg ein Teil der Familie. Ein Beruf mit ganz unterschiedlichen Facetten. Die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geniesst im Alters- und Pflegeheim Rosenberg einen hohen Stellenwert. Mit Conny Infanger steht eine ausgewiesene Fachperson als Leiterin Aus- und Weiterbildung im Einsatz. Sie begleitet die Berufsbildungsverantwortlichen, organisiert interne Ausbildungsangebote und sorgt für die individuelle Förderung der rund 17 Lernenden. «Wir sind ein Haus mit offenen Türen und leben den Berufsalltag mit Respekt, Wohlwollen und wertschätzender

Kommunikation», bringt es Geschäftsleiterin Claudia Schilter auf den Punkt. Mit der Ausbildung junger Berufsleute sichert sich der «Rosenberg» den Berufsnachwuchs. Dass durch das neue Lehrstellenangebot «Fachmann Betriebsunterhalt» auch aktuelles Fachwissen und neue Standards in den Betrieb kommen, empfinden die Ausbildungsverantwortlichen als «wertvolle Begleiterscheinung». «Extrem vielseitig – kein Tag ist wie der andere» Simon Hubli blickt auf die drei Ausbildungsjahre zurück und lobt: «Die familiäre Atmos­ phäre im Betrieb, der respektvolle Umgang mit uns Lernenden und die fachliche Begleitung waren einfach einmalig.» Auch Antonio Beljan ist überzeugt, einen abwechslungsreichen und vielseitigen Beruf erlernt zu haben. Ihre Arbeiten erledigten sie teilweise ganz nahe bei den Bewohnerinnen und Bewohnern. Dadurch konnten sie sich neben den fachlichen Kompetenzen und dem technischen Know-how auch sehr viel Sozial- und Metho-

denkompetenz aneignen. «Hier ist man regelmässig konfrontiert mit dem Älterwerden und Abschiednehmen.» Was am Anfang der Ausbildung für die beiden jungen Männer eine spezielle Herausforderung darstellte, schätzen sie rückblickend als das «Wertvollste», das sie erfahren durften. Berufsbildner und Lernende sind sich einig: Fachmann Betriebsunterhalt ist ein extrem interessanter und spannender Beruf. Der bauliche Unterhalt, die Abfallbewirtschaftung und die Wartung und Kontrollen der Apparate, Gerätschaften und Anlagen sowie die Reparaturen, Grünpflege- und Reinigungsarbeiten verlangen ein breites Fachwissen. Der Anspruch an die Selbstständigkeit ist hoch. «Bis zu einem gewissen Grad kann ich die täglichen Arbeiten selber einteilen und planen, muss aber immer flexibel sein für unvorhergesehene Einsätze», weiss Simon Hubli inzwischen aus Erfahrung. Und der Abschluss zum Fachmann Betriebsunterhalt eröffnet viele weitere mögliche Perspektiven.

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Zebi: ein Erlebnis, das Wege weist Vom 9. bis 12. November 2017 heisst es bei der Messe Luzern wieder anpacken, ausprobieren und entdecken. An der Zentralschweizer Bildungsmesse Zebi erhalten Jugendliche wertvolle Unterstützung im Berufswahlprozess und dürfen 140 Berufe gleich selber erleben.

Was will ich werden? Der Berufswahlprozess ist für Jugendliche eine Herausforderung und beschäftigt sie intensiv. Eine Orientierungshilfe bietet dabei die Zebi. An der Zentralschweizer Bildungsmesse haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich einen umfassenden Überblick hinsichtlich der verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten zu verschaffen und über 140 Berufe aktiv kennenzulernen. Sie dürfen also selber Hand anlegen: beim Blutdruckmessen, Nähmaschinenbedienen oder Roboterpro-

grammieren. Dabei stehen ihnen Ausbildner sowie Lernende Red und Antwort und berichten direkt aus der Praxis. «Mit der interaktiven und lustvollen Präsentation der Berufe wollen wir bei den Jugendlichen einerseits die Freude an der Berufswahl wecken und ihnen andererseits den Zugang zur Berufskus welt erleichtern», erklärt Mar­ Hirt, Messeleiter der Zebi. Auch die Eltern sind eingeladen Die Berufswahl beschäftigt aber nicht nur Schülerinnen und Schü-

ler, sondern oft die gesamte Familie. Aus diesem Grund gibt es auch für Eltern viele spannende Programmpunkte an der Zebi. An den «Tischgesprächen für Familien», am Sonntag, 12. November, stehen Fachleute und Berufsbildner für Fragen der Eltern bereit. Ein anderes Angebot, welches Eltern auf Anmeldung offensteht, sind Rundgänge mit Zentralschweizer Führungspersönlichkeiten durch die Zebi. Die Route richtet sich dabei nach dem persönlichen Werdegang der Führungspersönlichkeit

und zeigt den Eltern auf, wie flexibel das Schweizer Bildungssystem ist und welche Möglichkeiten sich ihren Kindern mit einer fundierten Berufsbildung bieten. Das gesamte Programm der Zebi 2017 gibts unter www.zebi.ch.

Lernen ist Chance, ist Möglichkeit, ist Freiheit, ist Leben. Nutzen Sie die Weiterbildungsmöglichkeiten des bwz uri und entdecken Sie, was Ihnen Freude macht, was Sie weiterbringt und Ihnen neue Horizonte eröffnet. Informieren Sie sich unter www.bwzuri.ch/weiterbildung über unsere Angebote oder rufen Sie an 041 875 20 42. Berufs- und Weiterbildungszentrum Uri Attinghauserstrasse 12, 6460 Altdorf Tel. 041 875 20 42, www.bwzuri.ch/weiterbildung

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MiU Berufsleute von morgen

Brücke zur Architektur? Kanaki Kirushnamoorthy, Heimatort Sri Lanka, wohnhaft in Erstfeld, absolviert im Rahmen des schulischen Brückenangebots ein Praktikum als Zeichnerin EFZ, Fachrichtung Architektur. Ein Beitrag zur Integration als eine Aufgabe unserer Gesellschaft. Mit dem neuen Schuljahr 2017/18 bietet die siebzehn13 architekten ag einer jungen Frau die Möglichkeit, Einblick in die Berufswelt zu erhalten, allgemeine Tätigkeiten in einem Architekturbüro auszuführen, zu skizzieren, zu modellieren, zu zeichnen. Ein Engagement für Berufsleute von morgen, «ein Brückenangebot, das zu unserer Überzeugung passt», erklärt Philipp Aregger. «Wir betrachten die Bildung und Ausbildung als eine gesellschaftliche Aufgabe. Mit dem Praktikum können wir als Arbeitgeber migrierten jungen Menschen zur Integration verhelfen und einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag leisten.» Praktikum Architektur, das interessiert sie. Zeichnen, Ästhetik, Bauen. Kanaki Kirushnamoorthy, 19-jährig, hat nun die Chance. Nach einem Jahr im integrativen Brückenangebot, das sich an spät eingereiste Jugendliche sowie junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren richtet, kann Kanaki nun am bwz uri ihren Bildungsweg im schulischen Brückenangebot fortsetzen. Das legt den Fokus auf vier Tage

Unterricht und einen Tag Arbeit in einem Praktikumsbetrieb. Es unterstützt Jugendliche bei der Berufsfindung und der Lehrstellensuche. Verantwortung Das Team der siebzehn13 architekten ag projektiert und realisiert Hochbauten in allen Aspekten der modernen Architektur. Die drei Partner Philipp Aregger, Falk Grimm, Yves Michel und ihr interdisziplinäres Team ergänzen sich in den Sparten Design, Koordination und Ausführung. Falk Grimm: «Bauen basiert auf einer vertrauenswürdigen Zusammenarbeit zwischen Architekten und Kunden. Wir realisieren kleine und grosse Projekte stets mit hohem architektonischen Anspruch, egal ob Wohnungsumbau, Einfamilienhaus, komplexe Wohnüberbauung, Gewerbebauten oder öffentliche Bauten. Wir sind uns der Verantwortung gegenüber unserer Umwelt bewusst, die man als Architekt trägt. Unser Ziel ist es, ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig zu bauen. Architektur ist Gestaltung, das machen wir mit Leidenschaft.»

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MiU Sportler von morgen

Die harte Arbeit, es leicht aussehen zu lassen Laura Horat ist Kunstturnerin im Nachwuchskader B. Im Juni wurde die Neunjährige Schweizermeisterin. Ein Leben zwischen Hoffnung und Willen, harter Arbeit und Spiel.

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Der kleine Körper biegt sich elastisch durch. Gestreckt bis in die Zehenspitzen und Fingernägel steht Laura Horat auf dem Schwebebalken. Standwaage, das Bein steht im Spagat in der Höhe. Pirouette, Strecksprünge. Die Kampfrichter registrieren jeden Wackler, jedes nicht korrekt gestreckte Gelenk. Ein Handstand, die Beine parallel zum Balken im Spagat. Ein Abgang mit einer weiten Grätsche, Laura Horat fliegt hoch durch die Luft. Es schaut leicht aus, das, was Laura Horat da im Video zeigt, beweglich, fliessend. Doch dahinter steckt harte Arbeit. 21 Stunden Training die Woche – Laura Horat aus Altdorf ist mit ihren neun Jahren auf dem Trainingspensum der nächsten Jahre angekommen. Fünfmal die Woche fahren ihre Eltern mit ihr ins Leistungszentrum Rüti, ZH. Fünfmal von 14.00 bis 17.30 Uhr Training, zweimal zudem Morgentraining von 11.00 bis 13.00 Uhr. Dafür darf sie früher aus der Schule. Neun Wettkämpfe in der vergangenen Saison. Alles gefalle ihr am Turnen, sagt Laura Horat. Sie lächelt strahlend. Schon als sie kaum laufen konnte, sei sie auf der Matratze herumgesprungen, sagt ihre Mutter, Andrea Fleiner. Manchmal, da bekomme sie die Neunjährige fast nicht aus der Turnhalle heraus. Ein Paradies für das Mädchen. «Mami, wollen wir nicht hier übernachten?», fragte Laura Horat. Die Fahrten – daran haben sie sich gewöhnt. «Es ist eine Einstellungssache», sagt Andrea Fleiner. Die Strecke an der Axenstrasse und über den Sattel sei sehr schön. Laura liest. Ihre momentanen Lieblingsbücher? «Bibi und Tina», sagt sie. Sie macht ihre Aufgaben, hört Hörspiele und Musik – ganz vorne auf der Playlist ist gerade Ed Sheerans «Galway Girl». Sechs Mädchen sind in ihrer Gruppe. Derzeit wird zum Beispiel der Flick-Flack auf dem Schwebebalken geübt, die Riesenfelge mit halber Drehung am Barren. «Es geht schnell voran», sagt Andrea Fleiner. Mit vier Jahren begann

Laura Horat mit Kunstturnen. Verschiedene Sportarten hätten die Eltern ihr gezeigt: Ballett, Geräteturnen, Tennis. Doch Kunstturnen, das war es. Sie trainierte in Altdorf bei Thekla De Back. Und sie war gut, sehr gut. Um sie optimal zu fördern, turnte sie im Leistungszentrum Rüti vor, wurde sofort genommen. Einmal an einer Schweizermeisterschaft mitturnen können – das war das grosse Ziel der damals Siebenjährigen. Stolz lächelnd steht Laura Horat in ihrem Kinderzimmer. An der Wand eine Leiste mit Nägeln. An ihr hängen Medaillen. Mit dem Finger zählt sie sie durch. 28 Stück sind es. Die wichtigsten in der Mitte, die allerwichtigste, die von der letzten Schweizermeisterschaft: Laura Horat, strahlend, ganz oben auf dem Podest des Jahrgangs 2008. Ein Video gibt es davon. Manchmal, sagt Andrea Fleiner, fragt sie sich, ob es Laura nie reicht mit Turnen. Selbst wenn sie vom Training nach Hause kommt, turnt sie weiter. Auf dem Trampolin im Keller, auf dem Schwebebalken oder am «Affenschwanz» in der Stube, ab und an macht Bruder Nico mit. Auch der Papi, Christoph Horat, muss manchmal mit ihr Krafttraining machen. Ob der Papa so gut turne wie sie? Laura schüttelt den Kopf und grinst: «Die Brücke kann er nicht, den Handstand an der Wand aber schon.» Ihre Mutter kommentiert: «Und dann hat er die nächsten drei Tage Muskelkater.» Ob man dem Kind nicht zu viel zumute? «Der Sport ist eine Lebensschule», ist Andrea Fleiner überzeugt. «Mit dem Kunstturnen hat man eine gute Grundausbildung – auch für andere Sportarten.» Die Kinder lernen Werte wie Durchhaltevermögen, bewegen sich, lernen, mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen. Am Leistungszentrum sei das Training sehr transparent. Erfolge werden gelobt, aber nicht zu hoch. Misserfolge werden nicht geahndet. Auf keinen Fall den Kindern den Spass am Turnen nehmen. Physiotherapeuten, Sport- und Kinderärzte sind vor Ort.

Trotz allen Trainings: Die Eltern wollen Laura Horat auch ein «normales» Leben zeigen. Reitferien, «Versteckis» spielen mit den Kindern aus dem Quartier, basteln. Was in der Schule versäumt wird, wird zu Hause nachgeholt. Ihre nächsten Ziele? «Ins Nachwuchskader nach Magglingen kommen», sagt Laura Horat. 15 Jahre alt muss sie dafür sein. Ihr Vorbild ist die Tessiner Nationalkaderturnerin Ilaria Käslin. Auch Giulia Steingruber hat sie schon getroffen, ein Autogramm prangt auf dem Band einer Medaille. Wenn es nicht klappt mit dem Turnen? «Dann werde ich Physiotherapeutin und Kunstturnlehrerin», sagt Laura Horat. «Sie ist ganz fokussiert und noch unbeschwert, hält dem Druck bei Wettkämpfen stand und zeigt dort oft unglaubliche Leistungen. Sie präsentiert gerne und wollte schon als Vierjährige zu Wettkämpfen», sagt ihre Mutter. Sie zeigt ein weiteres Video: Laura Horat am Stufenbarren, an der Premiere des Kunstturnwettkampfs «Das Duell» Ende Juni in Lugano. Sie kippt sich in den Stütz, der Aufschwung in den Handstand, sie kann ihn nicht halten, steigt unfreiwillig ab. Im nächsten Moment ist sie wieder am Gerät, turnt die Übung sauber fertig. Ein hoher Abschwung zum Schluss. Es wird reichen für Gold. Am Ende wird sie wieder ganz oben auf dem Podest stehen. ELISA HIPP

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MiU Berufsleute von morgen

Aufgestellt für eine langjährige Mitarbeit Rekrutieren, ausbilden, behalten, weiterbilden. «Wir brauchen gute, langjährige Mitarbeitende», erklärt Bruno Arnold, Marketing- und Personalchef der Emil Gisler AG / GIPO AG in Seedorf. Die Emil Gisler AG ist eine expandierende und dynamische Maschinenbauunternehmung. Die in Seedorf hergestellten mobilen Brech- und Siebanlagen werden sehr erfolgreich weltweit verkauft. Bruno Arnold: «Basis für den Erfolg des Unternehmens sind die Mitarbeitenden. Sie garantieren einen hohen Standard unserer Produkte und Dienstleistungen.» Zurzeit zählt das Unternehmen 180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dazu kommen rund 20 temporär Beschäftige. Die Emil Gisler AG bietet zwischen zehn und 16 Lehrstellen in neun verschiedenen Berufen. Es sind das die Berufe: Anlage- und Apparatebauer/-in, Logistiker/-in, Polymech­ aniker/-in, Industrielackierer/-in, Kaufmann/ Kauf­ f rau, Konstrukteur/-in, Metallbauer/-in, Metallbaupraktiker/-in, Baumaschinenmechaniker/-in (neu ab 2018). «Wir sind immer auf der Suche nach motivierten, qualifizierten und inte-

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ressierten Jugendlichen, die von unserem Betrieb und unseren Maschinen begeistert sind», betont Bruno Arnold. Aktuell elf Lernende Es gelingt nicht immer, die gewünschte Anzahl an Lehrstellen besetzen zu können. «Wenn die persönlichen Anforderungen und schulischen Voraussetzungen nicht gegeben sind, ist keinem geholfen, dem Jugendlichen und dem Betrieb nicht.» So sind bei der Emil Gisler AG zurzeit «nur» elf Personen in der Ausbildung. Für Bruno Arnold ist klar: «Gute Berufsleute von morgen müssen heute von uns selber aus- und weitergebildet werden.» Der Fachkräftemangel ist die eine Schwierigkeit, die Standortfrage die andere Herausforderung. Wenige Mitarbeitende kommen von auswärts; der Grossteil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stammt aus Uri.

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MiU Berufsleute von morgen

Option auf Weiterbeschäftigung Wieso investiert die Emil Gisler AG derart viel in die Aus- und Weiterbildung? «Für uns sehr wichtig ist das interne Fachwissen. Vieles kann man lernen, aber wir sind ein Maschinenbauer, der kundenspezifische Aufträge verwirklicht. Jede Maschine ist eine Spezialanfertigung, und jeder Mitarbeiter, der an der Maschine arbeitet und sein Know-how einbringt, stärkt unsere Kompetenz. Wenn einer bei uns die Berufslehre absolviert hat, allenfalls noch eine Zusatzausbildung, dann sind das auch sechs, sieben Jahre Erfahrung, die für uns sehr wertvoll sind. Das interne Fachwissen mit langjährigen Mitarbeitenden ist das A und O», erklärt Bruno Arnold, und das heisst für ihn nichts anderes als: «Unsere Lernenden in gewerblichen Berufen von heute sind tatsächlich die Berufsleute der Emil Gisler AG von morgen.»

Lukas Müller, Unterschächen, Anlage- und Ap­paratebauer im 4. Lehrjahr: «Mir gefällt die Atmosphäre hier, die Zusammenarbeit mit weiteren Fachleuten wie Konstrukteuren oder Mechanikern.»

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Bruno Arnold

Manuel Walker, Erstfeld, Konstrukteur im 3. Lehr­­jahr mit Berufsmatura: «Mir gefällt, dass wir kunden­spezifische Konstruktionen entwickeln – im Unterschied zu Kollegen in anderen Unternehmungen.»

Hanspeter Marty, Bürglen, in Ausbildung als Metallbaupraktiker: «Das Werken fasziniert mich seit der Schule. Zu Hause habe ich für den Vater einen Kipper gebaut. Jetzt macht es Spass, an Maschinen zu arbeiten, die Berge versetzen.»

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MAURER UND STRASSENBAUER BAUEN DIE SCHWEIZ und prägen so das Gesicht unseres Landes. Sie sehen am Abend, was sie geleistet haben. Sie profitieren nach der Berufslehre von vielfältigen Weiterbildungsangeboten und Karrieremöglichkeiten: Die Maurer- oder Strassenbauerlehre ist das Fundament für eine gesicherte berufliche Zukunft. Berufsinformationstag Uri, 11. Oktober 2017 und ZEBI 2017 Luzern, 9. – 12. November 2017. 26

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Mit vielversprechenden Technologien der Zukunft Chris Herzog ist Absolvent eines Masterstudiums an der Universität Zürich und arbeitet im Teilzeitpensum bei der COMED AG in Altdorf. Er ist Mitglied eines Teams, das an der Universität die Einsatzmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in der Automobilindustrie erforscht. Am Morgen installiert Chris (im Bild) einen neuen Server bei der Schule Flüelen, am Nachmittag trifft er seine drei Kollegen in Zürich, wo sie gemeinsam an ihrem Projekt arbeiten. Zwei Tage in der Woche besucht er die Lehrveranstaltungen des Studiengangs Wirtschaftsinformatik, die übrige Zeit betreut er seine Kunden bei der COMED AG. Als Projektleiter erwarten ihn täglich vielseitige Aufgaben. Seien es Installationen vor Ort bei Kunden, die Erstellung von Konzepten oder Support-Tätigkeiten, die von seinem Arbeitsplatz aus per Fernwartung möglich sind. Es sei spannend, mit Kunden aus den verschiedensten Geschäftsfeldern zusammenzuarbeiten und deren ICT-Infrastruktur gemeinsam weiterzuentwickeln. Wo bleibt da die Zeit für das Blockchain-Projekt? Aktuell müsse er fast jeden Abend an der Applikation weiterentwickeln. Trotzdem freut

er sich auf den Abend, denn die Erweiterung des Funktionsumfanges der Software motiviert ihn. Begeistert zeigt er uns den aktuellen Stand des Programmes und erklärt, wie die endgültige Lösung aussehen soll. Er hat Freude an der Vielfalt seines Wirkens, aber natürlich sei es auch eine Herausforderung, die Arbeitswelt vom Stu­ dienalltag zu trennen. Das gute Planen und Einteilen im Tages- und Wochenablauf sei deshalb von entscheidender Bedeutung, um die gesetzten Ziele zu erreichen.

nem solchen Block zusammengefasst werden. Die Daten der Blockchain sind öffentlich einsehbar und dezentral gespeichert. Jeder kann nachschlagen, ob eine Transaktion stattgefunden hat. Darin steht zudem, wieviel beispielsweise transferiert wurde und wem die transferierten Werte gehören. Die digitale Währung «Bitcoin» ist das bisher bekannteste Beispiel einer solchen Anwendung. Ohne die Blockchain-Technologie wären Cryptowährungen heute nicht vorstellbar.

Was ist Blockchain-Technologie? Chris erklärt, dass es sich um eine neue Art der Datenspeicherung handle, die sich besonders für Anwendungsfälle eigne, bei denen Sicherheit von entscheidender Bedeutung ist: In der Blockchain werden die Informationen in sogenannten Blocks gespeichert. Es handelt sich um nichts anderes als eine Sammlung von Daten, die in ei-

Einiges haben wir verstanden, anderes bleibt uns rätselhaft. So soll es zu diesem Zeitpunkt sein. Wir sind aber gespannt, was die Technologie der Zukunft noch alles bringt. Wir wünschen Chris weiterhin viel Erfolg bei seiner Projektarbeit und sind sicher, dass sein neu erworbenes Wissen eine Bereicherung für das COMED-Team darstellen wird.

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Eury Corporan, 1. Lehrjahr, und Orlando Bissig, 3. Lehrjahr.

Ivo Herger (links) und Maciej Sroka, 3. Lehrjahr.

Beton ist mehr als grauer Alltag Ob einige Kilo oder mehrere Tonnen, Beton eröffnet ein Berufsfeld für Lösungen aus Leidenschaft und Verantwortung, handfest mit Köpfchen. BEFAG steht für Betonvorfabrikations AG. Das 1971 in Flüelen gegründete Unternehmen stellt in den Sparten Industrie- und Gewerbebau, Fassadenbau, Tiefbau, Hochbauteile, In­ frastrukturbau und Sonderteile vorgefertigte Betonelemente in höchster Qualität her, individuell oder in grösseren Serien. Das Familienunternehmen beschäftigt in Flüelen über 20 und in Dällikon knapp 50 Personen. Geleitet wird das Unternehmen von Stefan Stüssi­ Planzer und seinem Bruder Rudolf Stüssi. «Langjährige Mitarbeitende werden nach und nach in Pension gehen. Das hat uns bewogen, den Nachwuchs selber auszubilden, zuerst in der Produktion, vor zwei Jahren auch im Ingenieurbüro», erklärt Ivo Herger-Gisler, zusammen mit Betriebsleiter Peter Herger einer der beiden Ausbildner. Zurzeit sind es ein Zeichner EFZ Fachrichtung Ingenieurbau und zwei Betonwerker EFZ. Orlando Bissig absolviert die dreijährige Lehre zum Betonwerker EFZ. «Ich komme in der Zimmerei mit Holz für den Schalungsbau in Kontakt, in der Eisenbiegerei mit Armierungsstahl, und in der Produktion giesse ich die Elemente mit dem Naturprodukt Beton. Zudem habe ich die Möglichkeit, die produzierten Elemente auf der Baustelle zu montieren.» Viele der Schalungs- und Armierungspläne, die Orlando Bissig in der Produk-

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tion braucht, wurden von Maciej Sroka gezeichnet, dem angehenden Zeichner EFZ Fachrichtung Ingenieurbau. «BEFAG ist ein moderner Betrieb», betont Ivo Herger-Gisler. «Wir sind mit unserer 3-D-CAD-Software Allplan schweizweit die Ersten, die die Precast-Software der Firma Nemetschek benutzen.» Die Lernenden sind zurzeit an zwei grossen Fassadenbauprojekten beschäftigt, in Andermatt und in Rothenburg. Die BEFAG wirkte beispielsweise beim Bau des Alters- und Pflegeheims in Schattdorf mit oder fertigte die Kabelböcke für den Neat-Basistunnel. Aufträge hatte das Unternehmen unter anderem im Seelisbergtunnel oder bei Galerieund Tunnelbauten entlang der Gotthardautobahn. Auch die Fassade des UKB-Hauptsitzes in Altdorf und der Texaid in Schattdorf waren von der BEFAG produziert worden. Für das Unternehmen sind auch kleinere Aufträge von Privaten, Architekten und Baumeistern wichtig, zum Beispiel Treppen- und Balkonelemente, Gestaltungselemente wie Brunnen oder das Betonauto auf dem Bahnhofplatz in Flüelen. Ganz nach dem Motto «Engineering to success» sagt Ivo Herger-Gisler: «Wir sind stolz auf die Lehrlingsausbildung und die langjährige Belegschaft.»

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breit», anerkennt Personalchef und Beratungsfirma «Je mehr ich mich oskar zimmermann. nicht misin altdorf. im Betrieb engagiere, desto mehr sen möchte tobias rieder die zeit mit 17 Mitarbeitenden lerne ich dazu.» am hauptsitz in Seewen. auch ist der Lernende sehr Enio Baldini, Lernender das eine sehr interessante und gut integriert. «ich darf n 34 «eindrückliche» zeit. «ich habe in einem super team eiter, die atmosphäre eines Grossbearbeiten», sagt enio dung triebs – der aber doch nicht zu Baldini. Betreut werden die zwei Lernenden vom hfrau gross ist – erlebt und wurde dort ganzen team, die leitende Funktion hat die 26-jährige eder auch in den BereichenDerBuchhalanita inGisler. «nur wer motiviert und zuverlässig ist, technologische Wandel der Elektrobranche birgt In den Lehrberufen sind vielseitig aben tung und attraktive einkaufPerspektiven. ausgebildet.» hatsteckt bei viel unsZukunft. eine Sie chance.» ihrund istattraktiv. es wichtig, intensiv Drei Beispiele im Team von Elektro Nauer in Schattdorf. auf die Bedürfnisse und Schwächen der Jugendlichen einzugehen. doch nicht nur die fachliche entwicklung Patrik Stampfli, Schattdorf, Anastasia Odermatt, Sisikon, Cyrill Burri, Bristen, mermann, Personalchef: Elektroinstallateur im 4. Lehrjahr der Lernenden anita Gisler im zentrum: «die Automatikmonteurin im 1. Lehrjahr steht für Montageelektriker im 3. Lehrjahr Mittelstürmer beim FC Schattdorf. RonaldinSie tanzt sehr gerne und spielt Klavier. Alles, ob Er mag Computerspiele und noch lieber TöffFan der Lehrlinge. die jungen Leute diesem Lebensabschnitt ho, ein ehemaliger Fussballkünstler und Welt- klassisch oder persönliche Ragtime. Dazu gilt fürentwicklung Anastasia fahrten. in Eigenes Erlebnis zieht er den Motorrade ideen meister in den Betrieb. als Vorgesetzte mit Brasilien, ist sein Vorbild, nicht Odermatt: It’s ist time viel to learn. Sie hat nach dem rennen mit Tom Lüthi am Fernsehen vor. Infit für wichtiger. So werden die Jugendlichen Ronaldo. Teamwork, das begeistert ihn auch im Schnuppern den Beruf als Automatikmonteurin Fahrt kommt Cyrill Burri auch, wenn er über , dass wir sie nicht unterschätzen. WähBetrieb und auf dem Arbeitsplatz. Statt Passge- gewählt. «Es hat mir auf Anhieb gefallen», sagt spricht: «Die Arbeit fordert mich, den arbeitsmarkt undseinen dieBeruf persönliche zukunft.» nauigkeit ist handwerkliches Geschick gefragt. sie. Automatikmonteure und Automatikmon- körperlich und geistig. Ich kann schon sehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Er muss über feinmotorische Fähigkeiten ver- teurinnen, die neue Berufsbezeichnung für viele Installationen selbstständig ausführen.» den erfahrung aufwarten, können fügen, abstraktlogisch denken können und ein wir Elektropraktiker/-innen, übernehmen unter- Seine Grundausbildung deckt einen Teilbereich gutes technisches Verständnis haben. Patrik schiedliche Aufgaben. Sie arbeiten oft im Team derjenigen des Elektroinstallateurs ab. Sie ist ein BDO AG gen lernen, wie sie mit Veränderungen Stampfli ist überzeugt: «Diese Lehre öffnet und sind vorwiegend handwerklich tätig. Sie guter Einstieg in die Elektrobranche für junge Marktgasse 4 spannende Türen. Sie wird das auch morgen montieren und verdrahten Baugruppen und Menschen, deren Stärken eher im manuellen neuen Medien umgehen. tun, in diesen Zeiten sowieso.» Die Digitalisie- Schaltschränke von elektrischen Geräten, Ma- Bereich liegen. 6460 Das altdorf wichtigste Utensil ist der er Branche eine ausbildung rung verändert ganze Berufsfelder.macht, Für die ist schinen und Anlagen. Sie führen Funktions- Werkzeuggurt. Nach dem Abschluss der Lehre telefon 041 874 70 70 Elektrobranche ist sie ein Motor, der in einer kontrollen durch, lokalisieren Störungen und stehen ihm verschiedene Weiterbildungsmögkt gesucht. So ist es auch unser ziel, die vernetzten Welt neue Aufgaben und Chancen beheben sie. Dazu setzen sie moderne Prüf- und lichkeiten offen, zum Beispiel die Zusatzausbilzs@bdo.ch mit sich bringt.behalten zu können.»Messmittel ein. dung zum Elektroinstallateur. nach der Lehre

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MiU Berufsleute von morgen

Engagement für einen gesünderen Arbeitsplatz im Kantonsspital Nadine Schnüriger hat als junge Berufsfrau im Kantonsspital Uri eine spannende Aufgabe übernommen: bei der Gesundheit der Mitarbeitenden genauer hinzusehen. Das Ergebnis ist ein umfassendes Konzept zur Prävention und Gesundheitsförderung, das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM). «Apfel essen, Wasser trinken, Frühturnen, das ist das gängige Bild zur Gesundheitsförderung, ob zu Hause, in der Schule oder am Arbeitsplatz», sagt Nadine Schnüriger, in Bürglen aufgewachsen. Sie hat an der Universität Bern Psychologie studiert, Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie. Als junge Berufsfrau fasste sie 2016 im Kantonsspital Uri einen spannenden Job, begleitet von einer Steuergruppe, ausgelöst nach einer Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das

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BGM wurde zum Thema, ein umfassendes Konzept mit Massnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung im Kantonsspital Uri, das sowohl die Arbeitsbedingungen als auch das individuelle Gesundheitsverhalten berücksichtigt. Hinter diesem Engagement steht die Überzeugung der Spitalleitung und des Spitalrats, dass die Gesundheit der Mitarbeitenden eine wichtige Grundlage des unternehmerischen Er-

Spitalstrasse 1, CH-6460 Altdorf Telefon 041 875 51 51, info@spital.ksuri.ch, www.spital.ksuri.ch

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folgs ist. Das BGM als Teil einer modernen Unternehmensstrategie beachtet das Wohlbefinden der Mitarbeitenden, bündelt Aktivitäten zum Erhalt und zur Förderung der Arbeitsfähigkeit, beinhaltet aber auch Massnahmen zur Vermeidung der Arbeitsunfähigkeit und zum erleichterten Wiedereinstieg. Die Mitarbeitenden waren mit Workshops in die Entwicklung des Projekts BGM eingebunden worden. Nun liegt das Konzept vor. Massnahmen – auch mit dem Um- und Neubau Turnen, Apfel, Wasser? «Das BGM befasst sich ganzheitlich und auf verschiedenen Ebenen mit der Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Vorgesetzten spielen eine sehr wichtige Rolle», erklärt Nadine Schnüriger. «Unsere Hauptziele sind die Optimierung der Arbeitsgestaltung sowie die Stärkung von individuellen Handlungskompetenzen und Ressourcen.» Im Vordergrund steht das Fortbildungsprogramm mit gesundheitsrelevanten Themen. Die Ernährung wird ein Thema sein, aber auch die Ergonomie, die Anpassung der Arbeitsbedingungen an den Menschen, die Gestaltung der Arbeitsplätze und der Einsatz von Arbeitsmitteln. «Gerade im Zusammenhang mit dem Umund Neubau des Kantonsspitals Uri können die gesundheitsrelevanten Aspekte im Sinne des BGM optimal umgesetzt werden», betont Nadine Schnüriger. Einführung des Absenzenmanagements Wichtig für den Erfolg des BGM ist, dass es als Führungsaufgabe wahrgenommen und in das be-

stehende Managementsystem eingebettet wird. Ein Kernelement ist das Absenzenmanagement. «Die Früherkennung von Belastungen, Gespräche und die richtige Begleitung fördern die Genesung und die Rückkehr in den Betrieb. Wie Studien zeigen, trägt das Absenzenmanagement viel zum guten Arbeitsklima bei. Es hat auch einen direkten Einfluss auf die Reduktion der Ausfalltage und damit auf die Personalkosten des Unternehmens. Geplant sind weitere Massnahmen, zum Beispiel ein virtueller Gesundheitsbriefkasten im Intranet, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kantonsspitals Uri Fragen, Anliegen und Bemerkungen deponieren können. «Partizipation und Kommunikation sind wichtige Faktoren im BGM», sagt sie als Fachverantwortliche. Vorgesehen sind weitere Aktionen, «Bike to Work» beispielsweise. «Wir wollen die Mitarbeitenden motivieren, mit dem Velo zur Arbeit zu fahren, verbunden mit einem Wettbewerb», erklärt Nadine Schnüriger. Gesunde und zufriedene Mitarbeitende sind eine tragende Säule. Das BGM zeichnet Unternehmen als verantwortungsbewusst, attraktiv und innovativ aus. Die Identifikation mit dem Unternehmen steigt und die Arbeitszufriedenheit nimmt zu. Das Kantonsspital Uri setzt auf ein fortschrittliches BGM auf dem Weg zum Qualitätslabel Friendly Work Space® der Gesundheitsförderung Schweiz.

Steuergruppe von links: Claudia Jauch-Zgraggen, Leiterin HR & Kommunikation, Vertretung der Spitalleitung Rolf Zurfluh, Leiter Technischer Dienst, Sicherheitsbeauftragter Daniel Bläsi, Leiter Ökonomie Nadine Schnüriger, Fachverantwortliche BGM Dr. med. Astrid Hurni, Chefarzt-Stellvertreterin Medizin, Personalärztin Christof Gisler-Tresch, Leiter Physiotherapie auf dem Bild fehlt: Beate Berres, Stv. Leiterin Pflege, Therapien und Patientenprozesse

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56 Lernende und 82 Jahre Erfahrung Der Betrieb ist überschaubar, die Maschinen auf dem neusten Stand. Ein gutes Umfeld für eine fundierte Ausbildung in familiärer Atmosphäre.

Fabio Herger ist der jüngste Lernende bei Herger Klimaholzbau in Spiringen. Vor gut zwei Monaten hat er seine Ausbildung als Zimmermann begonnen. Zusammen mit drei weiteren Lernenden wird der junge Bürgler von Pius Bachmann, dem Ausbildungsverantwortlichen, betreut und begleitet. Im topmodern eingerichteten Familienbetrieb, in grossen Arbeitshallen und in familiärer Atmosphäre darf Fabio Herger das kreative Handwerk eines Zim-

Der Ausbildungsverantwortliche, Pius Bachmann (oben links), zusammen mit Thomas Arnold, 4. Lehrjahr, auf der Baustelle.

mermanns erlernen. «Es ist für uns immer wieder eine Freude, junge, motivierte Lernende zu einem erfolgreichen Lehrabschluss zu führen und ihnen damit das Rüstzeug für einen vielversprechenden Start ins Berufsleben zu ermöglichen», bestätigt Firmeninhaber Hans Herger. Er führt den Familienbetrieb zusammen mit seiner Frau Cornelia in dritter Generation. Mit Stolz schauen sie auf 82 Jahre Familientradition zurück, auf 82 Jahre Erfahrung mit 56 Lernenden.

6464 Spiringen, Telefon 041 879 16 25 www.hergerklimaholzbau.ch

Modisch bis zum Klassiker Haarmode ist im ständigen Wandel. Doch, ob glatt oder lockig, kurz oder lang, es gibt Klassiker. Und Massstäbe, die Fussballer und Prominenz aus Film und Musik setzen. Spannend für die Berufsleute von heute und morgen.

Monatlich setzen sich Coiffeusen und Coiffeure mit Modetrends auseinander, täglich beraten sie die Kundschaft über Haarpflege oder Haarausfall, glätten Locken oder empfehlen eine Entspannungshaarwäsche. «Coiffure ist faszinierend. Die Berufsleute von morgen lernen ein Handwerk, das ständig wechselnden Modeströmungen und gesellschaftlichen Veränderungen ausgesetzt ist. Wir erfahren auch Social Media und Blog unmittelbar», erklärt Ruth Wenger, Inhaberin und Geschäftsführerin von Coiffure Widmer in Altdorf. Anita Walker aus Gurtnellen ist im 3. Lehrjahr. Sie liebt die Herausforderung zwischen der Mode und dem Herkömmlichen.

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«Gliich wiä bim letschtä Mal», hört sie oft. Andere wollen Neues. «Bei den Frauen sind Kurzhaarfrisuren in auffälligen Farben in. Die langen Haare werden in natürlichen Locken getragen oder zu einem Dutt hochgesteckt», sagt sie. «Bei den Männern sind cool gestylte Tollen gefragt, oder sie wollen die Frisur sportlich kurz», erklärt Alyssa Prandi aus Altdorf, Lernende im 3. Jahr. Den Ball flach halten, das wollen sie bei Coiffure Widmer nicht. Berufsleute von morgen? «Es gibt wenig Ausbildungsplätze», sagt Ruth Wenger. Die Lernenden wie Anita Walker und Alyssa Prandi sind stolz und erfreut, ihre Ausbildung bei Coiffure Widmer machen zu dürfen.

6460 Altdorf, Telefon 041 870 26 25 www.coiffurewidmer.ch

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Integrales Facility Management neu definiert Produktionsstandorte gewinnen durch Services vor Ort massiv an Wert. Facility Services Altdorf – ein Geschäftsbereich der RUAG Real Estate AG – bedient angesiedelte Unternehmen im Industriepark Altdorf mit massgeschneiderten Lösungen und ermöglicht damit optimale Produktionsbedingungen. Das 21-köpfige Facility-Services-Team Altdorf ist für die infrastrukturelle und technische Bewirtschaftung des 455‘000 Quadratmeter grossen Areals zuständig. Der Produktions- und Gewerbestandort Altdorf besteht aus dem Industriepark sowie dem öffentlich zugänglichen Bereich «neuland».

Facility Services Altdorf – wir kümmern uns darum. Eine Vielzahl Berufe – ein Team Der Kunde und dessen optimale Produktions- und Arbeitsbedingungen stehen bei Facility Services im Mittelpunkt. Die skalierbaren Service-Dienstleistungen sind auf unterschiedlichen Bereiche abgestimmt:

Kontakt für Informationen zu Facility Services Altdorf: Roman Walker, Standortleiter FS Altdorf Tel. +41 41 875 72 84, roman.walker@ruag.com

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• Leitung / Administration • Sicherheit und Umwelt • Infrastrukturelles- und technisches Gebäudemanagement • Logistik- und weiteren Produktionssupport «Mit diesen Leistungen ermöglicht Facility Services optimale Bedingungen für Unternehmen aller Art», erläutert Roman Walker, Standortleiter Facility Services Altdorf. Die Organisation vor Ort sowie die Teamzusammensetzung sind so gestaltet, dass zahlreiche individuelle Dienstleistungen in Eigenleistung erbracht werden können. Ganz unterschiedliche Berufsgattungen sind im lokalen Team vertreten: Kauffrau, Elektriker, In­standhaltungsfachmann, Mechaniker, Gärtner, Förster, Schreiner, Hauswart, Logistiker, Exportfachmann, Sicherheitsfachmann sowie LKW-­Chauffeur. Die RUAG Real Estate AG setzt auf lokale Arbeitsplätze und fördert die aktive Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden.

Kontakt für Informationen zur RUAG Real Estate AG: Yves Willi, Leiter Marketing und Kommunikation, Tel. +41 78 879 29 22, yves.willi@ruag.com

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Verantwortung für junge Menschen 301 Mitarbeitende, 63 Lernende. 12 verschiedene Berufe. EWA legt grossen Wert auf eine fundierte Aus- und Weiterbildung. Das hat Tradition und das Unternehmen übernimmt damit bildungspolitische Verantwortung für junge Menschen in Uri.

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Anfang August haben 17 Lernende bei EWA und ComDataNet AG ihre Berufsausbildungen begonnen. 20 Lernende von EWA und ComDataNet AG haben 2017 die Lehrabschlussprüfung erfolgreich bestanden – auf einem sehr guten Leistungsniveau. Zwei Lernende erzielten Bestnoten in ihren Lehrberufen.

wie eine fundierte Fachausbildung auf hohem Niveau, die über das rein berufliche Wissen hinausreicht. Teamfähigkeit, soziale Kompetenz und Selbstvertrauen erleichtern es den jungen Berufsleuten, nach Abschluss der Lehre ihren Weg im Arbeitsleben zielstrebig anzugehen und ihre persönliche Entwicklung zu planen.

Berufliches Wissen und mehr EWA vermittelt den Heranwachsenden eine breite und ganzheitliche Grundausbildung so-

Die Ausbildung von Lernenden hat bei EWA eine langjährige Tradition. Die fachliche und berufliche Kompetenz der Mitarbeitenden

Elektrizitätswerk Altdorf AG, Herrengasse 1, 6460 Altdorf, Telefon 041 875 08 75, www.ewa.ch

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ist ein wesentlicher Faktor für den Unternehmenserfolg. Die kontinuierliche Ausbildung von Fachpersonen und Persönlichkeiten ist sehr wichtig. EWA ist auch von der dualen Ausbildung überzeugt. Wissen vermitteln und Ausbilden sind von zentraler volkswirtschaftlicher Bedeutung in Uri. Eine Lehre in einem Beruf bedeutet eine solide Basis für die weitere berufliche Karriere. Das Schweizer Bildungssystem mit seiner Durchlässigkeit ermöglicht Aus- und Weiterbildungen auf allen Stufen, auch auf akademischen. Berufsleute mit praktischer Erfahrung und einem guten schulischen Rucksack sind sehr gefragt auf dem Arbeitsmarkt. Interne Kurse EWA ist die grösste private Ausbildnerin von Lernenden im Kanton Uri und hat ein attraktives Angebot an Ausbildungsplätzen in verschiedenen Berufsbildern. Lernende bei EWA erwarten attraktive Anstellungs- und Ausbildungsbedingungen. Sie werden von langjährigen, ausgewiesenen Fachleuten während der ganzen Ausbildungszeit betreut. Interne Kurse unterstützen die Lernenden und tragen ebenfalls zu einem hohen Qualitätsstandard in der Ausbildung bei. Wichtig ist auch, dass die Lernenden auf der Höhe der Zeit sind: Digitalisierung und mobile Kommunikation sind Themen, ein eigenes Smartphone und Mailkonto gehören dazu. Aus Lernenden werden bei EWA sehr oft langjährige Mitarbeitende. EWA unterstützt ihre berufliche Weiterbildung. Innerhalb der CKWund Axpo-Gruppe, zu der EWA gehört, stehen weitere vielfältige Berufsmöglichkeiten schweizweit offen. Gute Zukunftsaussichten Berufsleute haben gute Zukunftsaussichten, im Elektro- und in anderen Bereichen. Auch künftig braucht es für Grossprojekte in Uri

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Fachleute mit fundierter und solider Ausbildung. Mit dem Ausbau des Gotthard-Strassentunnels, dem Neubau des Kantonsspitals Uri, dem Kantonsbahnhof Altdorf, der West-Ost-Verbindung oder dem weiteren Ausbau des Resorts Andermatt stehen in den nächsten Jahren in Uri zahlreiche Grossprojekte an. Sie bringen Arbeit für Fachleute, in vielen Berufssparten. Frauen sehr willkommen Elektroberufe sind zwar nach wie vor eine Männerdomäne, aber das muss nicht so bleiben. Junge Frauen sind als Lernende in diesen Berufen sehr willkommen. Erfreulicherweise absolvieren bei EWA bereits einige junge Frauen ihre Ausbildungen als Elektro-Installateurinnen oder als Mediamatikerin bei ComDataNet.

Das Ausbildungsangebot von EWA umfasst: – Elektroinstallateur/-in EFZ – Netzelektriker/-in EFZ – Kaufmann/-frau E-Profil / M-Profil – Detailhandelsfachmann/-frau EFZ – Elektroplaner/-in EFZ – Automatikmonteur/-in EFZ – Fachmann/-frau Betriebsunterhalt EFZ – Logistiker/-in EFZ – Montage-Elektriker/-in EFZ Weitere Lehrberufe bei der ComDataNet AG: – Detailhandelsfachmann/-frau EFZ – Informatiker/-in EFZ – Telematiker/-in EFZ – Mediamatiker/-in EFZ

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Neue «Talentschmiede» ermöglicht noch gezieltere Ausbildung Die Ruch AG will die fundierte Ausbildung in allen Sparten des Metallbaus sicherstellen.

Der rasante Fortschritt bezüglich Verarbeitungstechniken, Materialien, Produktionsabläufen und der Digitalisierung verlangt nach Innovation und unternehmerischer Weiterentwicklung. Mit der Gründung ihrer neuen «Talentschmiede» setzt die Ruch Metallbau AG einen wichtigen Akzent. Damit will sich das Unternehmen genü-

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gend qualifizierte Fachkräfte für die Arbeitswelt von morgen sichern. In der organisatorisch abgetrennten Ausbildungsstätte werden angehende Metallbauer EFZ sowie Metallbaupraktiker EBA ausgebildet und gezielt gefördert. Der Ausbildungsverantwortliche, Franz-Xaver Gisler, gibt sich überzeugt: «In der rasanten Entwick-

lung ist es wichtig, die Lernenden in einem professionellen Rahmen eng zu betreuen und schrittweise auf die Berufswelt vorzubereiten.» Durch Partnerschaften mit anderen Ausbildungsbetrieben schafft das Altdorfer Unternehmen zunergien in der Berufsbildem Sy­ dung. Seit 1999 hat Ruch insgesamt 51 Metallbauer und Metall-

baukonstrukteure ausgebildet und zum erfolgreichen Lehrabschluss begleitet.

Ruch Metallbau AG Hellgasse 31 6460 Altdorf Telefon 041 874 80 50 info@ruch.ag

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Robin Baumann, 2. Lehrjahr

Die Stärken des Einzelnen berücksichtigen Den Berufsnachwuchs sichern und die Freude an der Arbeit mit Holz weitergeben. Als Schreiner in einem extrem vielseitigen Betrieb. «Schreiner ist der schönste Beruf», formuliert Klaus Beeler verschmitzt lächelnd, jedoch mit überzeugter Stimme. Und ohne lange nachzudenken, schiebt er auch gleich die Begründung nach. «Es ist die Vielfalt der Arbeiten und natürlich das Material. Holz ist warm und angenehm zum Anfassen, es hat wunderbare Strukturen und ist nicht extrem schwer.» Während früher fast ausschliesslich Massivholz verarbeitet wurde, steht heute eine breite Produktepalette zur Auswahl, die zusammen mit Holz verarbeitet und eingebaut wird. «Die Vielfalt der Produkte – Glas, Metall, Kunststoff, Chromstahl – macht den Berufsalltag des Schreiners noch abwechslungsreicher», stellt Klaus Beeler fest. Investition in die Zukunft Die Ausbildung von Lernenden geniesst in der Schreinerei Beeler einen hohen Stellenwert. Die Nachfrage nach den Lehrstellen hat in den letzten Jahren sogar zugenommen. Derzeit

sind es sechs angehende Schreiner/-innen, die im Erstfelder Familienbetrieb bei Klaus und Walter Beeler ihren Ausbildungsplatz gefunden haben. «Eigene Fachkräfte ausbilden ist für uns eine Investition in die Zukunft», verrät Klaus Beeler, «darum versuchen wir auch, unsere Lehrabgänger/-innen im Betrieb zu behalten.» Aufgrund seiner langjährigen Erfahrung weiss er, welche Fähigkeiten ein angehender Schreiner mitbringen muss. «Wichtig ist ein gutes Vorstellungsvermögen», so Klaus Beeler. Dass er dies höher wertet als das handwerkliche Geschick, hat mit dem veränderten Arbeitsalltag zu tun. Heute wird an computergesteuerten Maschinen (CNC und CAD) gearbeitet. Zeichnungen werden digitalisiert an die Verarbeitungsmaschinen weitergegeben. Die Produktionsabläufe sind automatisiert. Klaus Beeler blickt in die Zukunft: «Auch wenn wir in unserem Betrieb bezüglich Digitalisierung recht weit sind, die Entwicklung wird weitergehen.»

Klaus und Walter Beeler

Betrieb: Hofstatt 3, 6472 Erstfeld, Ausstellung: Gotthardstrasse 137, 6472 Erstfeld, Telefon 041 880 13 22, www.beeler-schreinerei.ch

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EINE KAMPAGNE DES

your life

EINSTEIGEN UND DURCHSTARTEN! Immer mehr Menschen und Waren sind auf den Strassen unterwegs. Diese Entwicklung geht weiter. Darum steigt die Zahl der Fahrzeuge, die verkauft, repariert und gewartet werden. Und die Kundschaft wird immer anspruchsvoller. Sie will eine gute Beratung und Arbeit. Damit ist klar: Autoberufe haben Zukunft. Um ihre verantwortungsvollen Aufgaben zu erfüllen, braucht die Autobranche junge, motivierte Leute, die im Leben vorwärts kommen wollen.

weiter. Aus dem Verkäufer und Reparateur von einst ist ein Mobilitätsdienstleister geworden. Trends wie Elektromobilität, Car-Sharing oder autonomes Fahren werden die Branche weiter verändern. Du kannst hautnah dabei sein. Weil mechanische Systeme in den Fahrzeugen zunehmend durch elektronische unterstützt und kontrolliert werden, ist vermehrt auch Know-how in Elektronik und IT gefragt. Gearbeitet wird mit modernsten, computergesteuerten Mess- und Diagnosegeräten sowie Computern.

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MiU Traumberuf Fussball

«Es braucht einen enormen Willen.» Tausende von Schweizer Jugendlichen träumen von einer Karriere als Fussballer. Heinz Moser hat diesen Traum gelebt. Der Schattdorfer spielte von 1986 bis 2003 beim FC Luzern (Meister 1989, Cupsieger 1992), den Berner Young Boys, dem FC Sion (Cupsieger 1995 und 1996) und dem FC Thun (Aufstieg 2002). Heute bildet der 49-Jährige als Trainer der U21-Nati und Chef Auswahlen beim Schweizer Fussballverband (SFV) die Stars von morgen aus. Heinz Moser, wie realistisch ist der Traum von einer Profikarriere als Fussballer in der Schweiz? Die Konkurrenz ist riesig. Jeder dritte Zehnjährige ist in einem Fussballverein. Von den 1500 Knaben im Juniorenspitzenfussball auf der Stufe U12 schaffen es schlussendlich vielleicht 15 zum Profi. Ab welchem Alter lässt sich sagen, ob ein Kind das Zeug zum Fussballprofi hat? Ob einer Talent hat, sieht man natürlich schon bei den F-Junioren. Ob er auch das Potenzial zum Profi hat, lässt sich auf dieser Stufe aber unmöglich sagen. Eine reelle Chance auf eine Profikarriere hat, wer im Spitzenfussball auf U16-Stufe noch mit dabei ist. Was alles braucht es zum Fussballprofi? Neben viel Ballgefühl und einem gewissen Spielverständnis braucht es vor allem ausgeprägte koordinative Fähigkeiten. Eine weitere wichtige Grundvoraussetzung ist die Persönlichkeit. Was ist die wichtigste Eigenschaft? Der Wille, es unbedingt schaffen zu wollen. Der Weg zum Fussballprofi ist lang und oft sehr steinig. Früher oder später kommen Rückschläge. Um diese zu überwinden, braucht es einen enormen Willen. Ist es heute einfacher Fussballprofi zu werden als zu Ihrer Zeit? Ich wechselte aus der 3. Liga direkt in die U23 des FC Luzern. Drei Monate später debütierte ich schon in der ersten Mannschaft. Heute ist das undenkbar. Die Konkurrenz ist viel grösser als zu meiner Zeit, da die Breite zugenommen hat. Zudem wird viel intensiver trainiert als früher. Ich spielte bis ins 15. Altersjahr neben Fussball noch Tischtennis im Klub und absolvierte Rennen im Crosslauf. Ein 16-Jähriger trainiert heute zwei- bis dreimal so viel wie ich vor 30 Jahren. Für etwas anderes als Fussball bleibt da keine Zeit.

Wäre Heinz Moser mit dem heutigen System der Talentförderung auch entdeckt worden? Bestimmt! Im Nachhinein gesehen hatte ich sogar Glück, denn ich wurde nicht entdeckt, sondern empfohlen. Damals gab es noch die Innerschweizer Auswahl. Jeder Verein durfte seine grössten Talente zur Sichtung in diese Auswahl schicken. Mein Vater war damals Präsident des FC Schattdorf und meldete mich an. Heute ist das System der Talentförderung viel professioneller. Inwiefern? Der Schweizer Fussballverband betreibt in Zusammenarbeit mit den Regionalverbänden ein feinmaschiges Scouting-Netz. Auf nationaler Stufe beginnt die Sichtung ab 13 Jahren, auf regionaler Stufe bereits ab zehn Jahren. Ist ein Junior übermässig talentiert, wird er zum Stützpunkttraining in seiner Region eingeladen. Für Junioren aus den Kantonen Uri und Schwyz

findet dieses in Ibach statt. Das Stützpunkttraining ist eine Ergänzung zum Vereinstraining. Ein aufgenommener Junior trainiert und spielt weiterhin für seinen Verein. Die grössten Urner Talente wechseln heute schon im Juniorenalter zu Luzern oder Kriens. Braucht es diesen Schritt? Ja. Es mag Ausnahmen geben, doch grundsätzlich gilt: Wer im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren den Sprung in eine Juniorenabteilung im Spitzenfussball nicht schafft, der muss den Traum vom Profifussball vergessen. Nach welchen Kriterien werden Talente beim SFV gesichtet? Wir beurteilen einen Spieler nach vier Kriterien: Technik, Spielintelligenz, Physis und Persönlichkeit. Ein Junior muss in mindestens zwei dieser vier Kategorien überdurchschnittliche Fähigkeiten aufweisen, um eine Stufe weiterzukommen. Je höher die Altersstufe, desto genauer wenden wir diese Beurteilungskriterien an. Auf nationaler Ebene erfolgt die Talentförderung ab 14 Jahren. Ist das nicht zu spät? Nein. Das Stützpunkttraining ist in diesem Alter ausreichend. Wir wollen die Jugendlichen nicht aus ihrem vertrauten Umfeld herausreissen. In welchem Alter empfehlen Sie einem Talent, voll auf die Karte Fussball zu setzen? Wir empfehlen den Spielern grundsätzlich den dualen Weg, sprich parallel zum Fussball eine berufliche Ausbildung zu machen. Nicht jeder Jugendliche entwickelt sich biologisch gleich schnell. Daher kann man bei einem 16-Jährigen oft noch nicht sagen, ob es zum Profi reicht. Granit Xhaka ist so ein Beispiel. Mit 15 hinkte er den anderen körperlich noch hinterher. Sind Ausbildung und Spitzenfussball heute überhaupt noch vereinbar? Ja, aber nur bedingt. Eine Lehre als Koch zum

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MiU Berufsleute von morgen

Foto: Keystone

Beispiel ist nur schon von den Arbeitszeiten her nicht vereinbar. 70 bis 80 Prozent der jugendlichen Spitzenfussballer machen das KV. Das ist eine Ausbildung, die ihnen alle Möglichkeiten offenlässt, falls sie den Sprung ins Profilager nicht schaffen. Spieler mit Maturaabschluss wie der Ex-Luzerner Nicolas Haas von Atalanta Bergamo sind die Ausnahme. Neben den vielen Trainings die Matura zu machen, ist extrem anspruchsvoll. Was sind die grössten Hindernisse auf dem Weg zum Profi? Sicher einmal Verletzungen. Ein weiteres Hindernis ist die Persönlichkeit eines Jugendlichen. Wer nicht «beissen» kann, wird es nicht schaffen. Selbstverständlich braucht es auch etwas

Glück. Man muss zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Welche Rolle fällt den Eltern zu? Bei den Eltern ist wichtig, dass sie ihr Kind unterstützen, es aber nicht überfordern. Sie dürfen durchaus kritisch sein und gewisse Dinge auch einmal hinterfragen. Ein falscher Ehrgeiz hingegen ist kontraproduktiv. Nach Bruno Huwyler in den 1980er-Jahren beim FC St. Gallen und Ihnen hat es kein Urner mehr zum Stammspieler in der höchsten Schweizer Liga geschafft. Woran liegt das? Schwierig zu sagen. Vielleicht hat es mit dem grossen Freizeitangebot zu tun. In Uri sind neben Fussball auch andere Sportarten wie Rad-

fahren oder Ringen stark verankert. Hinzu kommt: Von den 15 000 Zehnjährigen, die in der Schweiz Fussball spielen, kommen nur etwa 150 aus Uri. Die Wahrscheinlichkeit, dass es einer aus Uri schafft, ist also schon rein statistisch gesehen relativ klein. Sie waren 17 Jahre lang Profi. Haben Sie es jemals bereut, Fussballer geworden zu sein? Nein, überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich hatte das grosse Glück, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen konnte. Die Zeit als Profi war genial – auch wenn ich manchmal von den Medien zerrissen wurde (lacht). Als Fussballer musst du jede Minute geniessen, denn die Karriere dauert nicht ewig. SIMON GISLER 

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Ausbildung zum Polymechaniker EFZ bei BERGHOFF

Wir sind die Jüngsten und haben vier interessante und lehrreiche Jahre vor uns. Zurzeit absolvieren wir den ÜK-Kurs. Wir freuen uns, dass wir die Ersten sind, die diese Kurse beim Verband Technische Berufe Uri absolvieren können. – v.l. Jauch Silvan, Gamma Nicola und Zgraggen Toni, alle 1. Lehrjahr.

Das 1. Lehrjahr war schwups, vorbei! Wir können schon recht selbstständig kleine Arbeiten ausführen und bekommen immer wieder neue Aufgaben. Die nächste Herausforderung ist eine gute Note bei der Teilprüfung im nächsten Juni, denn diese zählt bereits zur Lehrabschlussprüfung. – v.l. Bissig Jan und Gisler Jana, beide 2. Lehrjahr.

Im 3. Lehrjahr entscheiden wir selbst, in welcher Abteilung wir unsere Schwerpunktausbildung absolvieren wollen. Dies ist eine einmalige Chance, denn so werden wir gezielt in unserem bevorzugten Gebiet ausgebildet. Diese Arbeiten gefallen uns ganz besonders, und so macht es einfach mega Spass! – v.l. Henny Christoph und Lussmann Nando, beide 3. Lehrjahr.

Das 4. Lehrjahr ist nicht ganz ohne, vor allem wenn ich an die Lehrabschlussprüfung denke. Aber das dauert ja noch einige Monate. Meine ersten drei Lehrjahre sind wie im Flug vergangen, und ich fühle mich sehr wohl in diesem Beruf. Ich finde es auch super, dass der Zusammenhalt unter den Lernenden so gross ist und dass wir uns gegenseitig helfen können. – Risi Luca, 4. Lehrjahr.

Haben wir dein Interesse für den Beruf des Polymechanikers/der Polymechanikerin geweckt? Dann melde dich bei:

Mein Name ist André Infanger. Im Juli 2017 habe ich meine Ausbildung zum Polymechaniker mit Schwerpunkt in der Grossteilfertigung abgeschlossen. Ich war mächtig stolz, dass Berghoff so grosses Vertrauen in mich setzte. So konnte ich im 3. Lehrjahr, nach kurzer Anlernzeit, bereits die teuren Maschinen selbstständig bedienen. Dass die Lernenden nach der Ausbildung bei Berghoff bleiben und Erfahrungen in ihrem erlernten Beruf sammeln können, schätze ich natürlich ebenfalls sehr.

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BERGHOFF Mechanical Engineering AG Personaldienst E. Achermann Industriezone Schächenwald 6460 Altdorf UR / Tel. 041 875 72 18 info.schweiz@berghoff.eu / www.berghoff.eu

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MiU Berufsleute von morgen

Von links: Damian Furrer, Lea Imhof und Tina Bloetjes.

Mit Lernenden einen Schritt voraus Sie sind hip, neugierig, offen. Lernende bereichern eine Firma. Ihre Inputs sind gerade für eine Designagentur wichtig. Bei der HI Schweiz AG gehören sie vom ersten Tag an zum Team. Die HI Schweiz AG macht Werte sichtbar, peilt andere Sphären an und setzt Trends. Unverwechselbar, logisch, authentisch und aussergewöhnlich. Überall. Grenzenlos. Zwölf Mitarbeitende machen exzellente Inszenierungen für Unternehmungen. Analog, digital und im Raum. Drei von ihnen sind in der Ausbildung, Damian Furrer als Grafiker, Tina Bloetjes als Grafikerin, Lea Imhof als Kauffrau. In Uri bietet einzig die HI Schweiz AG die Ausbildung zum Grafiker, zur Grafikerin an.

Lernenden sind voll integriert, und wir schenken ihnen grosses Vertrauen.»

Teil der Mission «Für unsere Designagentur sind angehende Berufsleute vom ersten Arbeitstag an wichtige Mitarbeitende», betont CFO und Berufsbildner Beat Schuler. «Ihre Ideen, Wahrnehmungen und sozialen Kontakte stärken und schärfen unsere Mission, mit unserer Arbeit Menschen zu inspirieren und zu begeistern. Wir hören auf die jungen Leute.» Bei HI erleben sie den täglichen Arbeitsprozess in unmittelbarer Nähe zum Team und zur Kundschaft. «Wir entwickeln und pflegen exzellentes Design durch die Persönlichkeit der Mitarbeitenden», erklärt CEO Mathias Bamert. «Die

Schweizweit tätig HI ist schweizweit tätig als Designagentur mit Büros in Altdorf, Luzern und Zürich. An die Unternehmen gerichtet, lautet ihre Vision: «Wir bewegen Marken, damit Sie Menschen bewegen.» Wie? – Yves Herger, Inhaber und Creative Director: «Mit der Kundschaft im engen Kontakt. Mit Kompetenz im Team. Mit Vertrauen in den Nachwuchs. Mit höchsten Ansprüchen. Indem wir das Designhandwerk täglich zelebrieren, nur die besten visuellen Einflüsse verarbeiten und uns im hochqualitativen, innovativen Segment positionieren».

Die HI Schweiz AG steht voll und ganz hinter dem dualen Bildungssystem. «Man war selbst vorgestern Lernender und gestern die Jugend von heute», sagt Beat Schuler. «Die Nähe zur Ausbildung und die jungen Leute bereichern die Firma. Es ist auch in eigener Sache wichtig, Fachkräfte selber auszubilden. Wenn möglich bieten wir ihnen auch die Chance, bei uns zu bleiben.»

HI Schweiz AG, Höfligasse 3, 6460 Altdorf, Moosstrasse 7, 6003 Luzern, Weinbergstrasse 31, 8006 Zürich, +41 41 500 47 57, info@hi-schweiz.ch

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MiU Berufsleute von morgen

Umfassende Ausbildung im eigenen Kanton Die Ausbildungslandschaft im Kanton Uri hat sich verändert. Betriebe der Metallverarbeitungsbranche führen zusammen ein eigenes Ausbildungszentrum.

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Der Verband Technische Berufe Uri setzt sich für eine zukunftsgerichtete, fachlich hochstehende Ausbildung der Lernenden ein. Veränderungen der Ausbildungsangebote im Kanton Uri haben den Verband veranlasst, aktiv zu werden und sich für ein eigenes Zentrum für überbetriebliche Kurse (üKs) einzusetzen. «Mit den ausserkantonalen Kursen, die die Urner Lernenden der Metallverarbeitungsbranche – mit Ausnahme von Dätwyler mit eigener Lehrwerkstätte – in den letzten drei Jahren belegen mussten, waren die Ausbildner in den Urner Betrieben nicht zufrieden», begründet der Präsident des Verbandes, Felix Muheim. Der direkte Einfluss der Lehrbetriebe auf die Ausbildung, der intensive Kontakt zwischen üK-Zentrum, Lehrbetrieb und Berufsfachschule sowie die massiv geringeren Kosten der Grundausbildung sind

wichtige Faktoren, die für eine eigene, innerkantonale Lösung gesprochen haben. Neben den Kosten haben sich auch der zeitliche Aufwand für die Fahrten zum Kursort, die auswärtige Verpflegung und teilweise sogar auswärtige Übernachtungen reduziert. Vor Allem Lernende aus dem Urserental und dem Urner Oberland profitieren von der neuen Lösung. Der Verbandspräsident freut sich über die Progammvereinbarung mit dem Kanton, die anfangs März dieses Jahres vom Regierungsrat genehmigt wurde und gibt sich überzeugt: «Mit dem Start des neuen üK-Zentrums in Seedorf kann die Ausbildung der angehenden Polymechaniker und Produktionsmechaniker effizienter gestaltet werden. Einfacher werden dürfte auch die Koordination mit der Berufsschule.»

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Präsident Felix Muheim: «Ich bin stolz auf das neue Ausbildungszentrum in Seedorf und die vielversprechende Zusammenarbeit innerhalb der Metallverarbeitungsbranche. Das neue Zentrum ist eine Bereicherung der Urner Berufsbildungslandschaft.»

Zentrumsleiter Jürg Ehliger: «Unsere Branche ermöglicht Jugendlichen und auch Lernschwächeren eine zukunftsweisende Ausbildung. Mit dem neuen Ausbildungszentrum ist dies im Speziellen für die Berufe Produktionsmechaniker EFZ und Polymechaniker EFZ möglich.»

Idealer Standort in Seedorf Seit Mitte August steht im landwirtschaftlichen Bildungszentrum in Seedorf eine neu eingerichtete Werkstätte für acht Lernende zur Verfügung. Hier können die Lernenden unter Anleitung des Ausbildungsverantwortlichen, Fritz Imholz, das praktische Basiswissen erwerben und den Umgang mit den neusten Technologien vertieft üben. Neben den üKs kann das neue Ausbildungszentrum für die Organisation, Vorbereitung und Durchführung der Teilprüfungen sowie zur Unterstützung bei den Abschlussprüfungen genutzt werden. Weitere Visionen sind vorhanden. «Auch für die Erwachsenenbildung könnte das Zentrum genutzt werden», so Felix Muheim, der neben dem Verbandspräsidium auch die neue, vierköpfige üK-Aufsichtskommission präsidiert. Geprüft wird in Zukunft auch der Aufbau der üKs für Konstrukteure und Automatiker. Polymechniker produzieren Hightech-Werkstücke Die Anforderungen an einen Polymechniker sind hoch, entsprechend gross muss bei Lernenden das Interesse an technischen Zusammenhängen und der Mechanik sein. Es sind Polymechaniker, die Hightech-Werkstücke produzieren, Neuentwicklungen umsetzen und programmieren. Sie arbeiten an modernen, computergesteuerten Maschinen ebenso wie an konventionellen Fräs- und Drehmaschinen. Die Ausbildung beginnt mit dem überbetrieblichen Kurs in Seedorf und wird von den Lehrbetrieben der Maschinenindus-

Ausbildungsverantwortlicher Fritz Imhof: «Die Nähe der Lehrbetriebe zum Ausbildungszentrum erleichtert die Zusammenarbeit von Schule (bwz), Ausbildungsbetrieben und Verband. Vor allem für die Betriebe erhöht sich die Möglichkeit, Einfluss auf die Ausbildung zu nehmen.»

trie während drei (Produktionsmechaniker) bis vier Jahren (Polymechaniker) weitergeführt. Während der gesamten Ausbildungszeit finden regelmässig überbetriebliche Kurse statt. Nach zwei Ausbildungsjahren erfolgt die Teilprüfung, deren Noten teilweise bereits für die Lehrabschlussprüfung zählen. Die Prüfungen zum Lehrabschluss (heute Qualifikationsverfahren) werden im Lehrbetrieb und in der Berufsfachschule abgenommen. Im Anschluss an die Lehre hat der Produktionsmechaniker die Möglichkeit, seine Ausbildung mit einer zweijährigen Zusatzlehre als Polymechaniker zu ergänzen. Nach Abschluss der Erstausbildung in der Metallverarbeitungsbranche stehen den jungen Berufsleuten eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten in den verschiedensten Fachrichtungen offen. Die Ausbildung wird durch verschiedene Kurse ergänzt wie z.B. die CNC-Ausbildung, Montage und Elektrotechnik sowie durch freiwillige Kurse z.B. Verbindungs- und Fügetechnik.

Tag der offenen Türe Samstag, 30. September 2017 9.00 bis 16.00 Uhr • Betriebsbesichtigung und Präsentationen • Informationen über die Berufe und die Lehrbetriebe • Wettbewerb und Verpflegung

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Ohne VR-Brille bei der Abschlussfeier Ein weicher Schilfhalm von Silas Bucher

Ganz nebenbei hätte ich noch erwähnen können, dass gestern ein ziemlich erfolgreicher Tag für mich gewesen ist. Nach zwei intensiven Semestern durfte ich endlich mein Diplom als Internetkommentierer entgegennehmen. Gut, dieser Lehrgang ist noch wenig bekannt, das ist richtig, da haben Sie gleich den, nun nennen wir es mal wunden Punkt angesprochen. (Und wunde Punkte suchen wir ja alle, eigentlich, in unserer Funktion als Kommentierer, von daher war das gar nicht schlecht.) Aber (und das hätte man jetzt laut Lektion 12b auch ganz gross schreiben können, wenn das hier ein richtiger Kommentar und nicht nur ein wässriger Kolumnentext wäre, noch dazu fast ohne Rechtschreibfehler), das hat man auch bei Unfallgaffern, Sittenstrolchen, Hasspredigern und Winkeladvokaten gesagt, und das sind heute ja in weiten Teilen anerkannte Tätigkeiten, zumindest bekommt man den Eindruck, wenn man sich so umschaut und umhört. Und als unterbeschäftigter Autor sitze ich sowieso fast den ganzen Tag in Unterwäsche (oder «in Tracht», wie wir Kommentierer das nennen) vor dem PC, da kann ich die Zeit auch sinnvoll nutzen, habe ich mir gedacht. Aber ich wollte ja von meiner Abschlussfeier erzählen. Das war ein erhebender Moment, ein würdiger und rundum gelungener Anlass. Der ganze Abschlussjahrgang hatte sich zusammengefunden, jeder vor seinem Rechner, und es gab eine Konferenzschaltung. Die Übertragung war sogar in 360 Grad. Hätte ich mich nicht einen Tag vorher versehentlich auf meine VR-Brille gesetzt, dann wäre es mir mögl ich gewesen, zu sehen, wer virtuell neben mir gesessen ist. Aber so fehlte mir halt etwas der Durchblick, und ich musste mit einer Person im Blickfeld vorliebnehmen: unserem Dozenten GiGantOpinionXXL53Nf. Es gibt kein Thema, das er nicht schon mit seiner Meinung geadelt, kaum einen Post, den er nicht mit einem Emoji verfeinert hat, und in all den Jahren, in denen er mit seiner Präsenz das Internet bereichert, hat er nicht einen Kommentar auf einen seiner Kommentare unbeantwortet gelassen. «Fürst der Foren», «Chaplin der Chatrooms», «Sultan der Kommentarspalten», so wurde er bereits betitelt – und das von ihm selber, genial, oder? Er ist nicht auf andere Meinungen angewiesen, er «bemeinigt» sich selber, er hat sozusagen die letzte Ausbaustufe erreicht, das Kommentierernirvana. Davon bin ich noch weit entfernt. Ich habe mit dem Abschluss der Ausbildung ja auch erst die ganz niederen Weihen empfangen. Ganz ehrlich

(aber teilen Sie das nicht weiter): Ich habe mir noch nicht einmal eine Meinung zu allem gebildet. Manchmal ertappe ich mich noch dabei, wie ich abwägende Gedanken in meine Texte einbaue, auch die Gegenseite beleuchte, Verständnis für andere Standpunkte äussere, vergesse, die Andersdenkenden zu beschimpfen oder (ganz schlimm) Ironie als solche erkenne. GiGantOpinionXXL53Nf, übrigens nicht zu verwechseln mit GiGantOpinionXL53Nf, einer der weichsten Schilfhalme am Teich, beziehungsweise GiGantOpinionXXXL53Nf, der auch Lehrgänge anbietet, aber die Diplome noch mit der Post verschickt, unterlaufen solche Fehler nicht, er zückt immer den digitalen Zweihänder, auch wenn es um die Saugfähigkeit von Babywindeln geht. «Es geht niemals nur um die Saugfähigkeit von Babywindeln, es geht immer um mehr», schrieb er in einer seiner Vorschreibungen. «Es geht immer um alles. Wer den Untergang der Zivilisation nicht auch im geringsten Ereignis sieht, hat auf der Kommentiererbühne nichts verloren!»

Diesen Satz habe ich mir ausgedruckt und an meine Pinwand geheftet, neben der Menükarte des Pizzalieferanten und dem süssen Bild von dem Kätzchen, das in einer Teetasse sitzt. Das Internet ist eine der grossartigsten Errungenschaften der Menschheit. Es überwindet alle Erdteile und Grenzen und bringt uns einander näher. Wir haben es gefüllt mit Pornografie und Meinungen, die eigentlich keiner lesen will. Ich bin stolz, nun meinen Teil dazu beitragen zu können – zu den Meinungen, versteht sich. Und als das PDF mit meinem Diplom per Mail dann endlich bei mir eingetroffen war und ich das Schriftstück aus dem Drucker ziehen konnte, da durchfuhr ein erhabenes, warmes Gefühl nicht nur meine Fingerspitzen (ich habe einen Laserdrucker), sondern auch mein Herz. Das habe ich sonst nur, wenn ich das Bild mit dem Kätzchen in der Teetasse anschaue …

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MiU Berufsleute von morgen

Elisa Hipp ist seit Februar 2016 Redaktorin des «Urner Wochenblatts». Sie ist 26 Jahre alt und stammt aus Pfronten im Allgäu. Die UW-Redaktion besteht aus neun Personen: Chefredaktor Markus Arnold, sein Stellvertreter Stefan Arnold, die Redaktorinnen und Redaktoren Martina Tresch-Regli, Doris Marty, Franka Kruse, Elisa Hipp, Matthias Fürst und Simon Gisler sowie Praktikant Armin Stalder.

Im gallischen Dorf der Medienlandschaft Die Zeitung ist doch tot. Warum lernst du ausgerechnet das? Die Antwort auf diese Frage ist für mich eine einfache: Weil ich es mag. Ich kann den ganzen Tag mit Schreiben, Recherchieren, Reden verbringen. Ich bin neugierig auf die Geschichten meiner Mitmenschen und erzähle diese Geschichten gerne. Auch wenn ein Thema zu Beginn so spannend erscheint wie ein Kanten trockenes Brot – es passiert nur selten, dass ich dieses Urteil am Ende der Recherche auch noch bestätige. Aber ja. Die oben gestellte Frage ist immer präsent, mal lauter, mal leiser. Sie hat mich um Antworten suchen lassen und oft bin ich am Ende bei weiteren Fragen gelandet: Warum habe ich nicht, wie mein Bruder, Zimmermann gelernt und dann Bauingenieurwesen studiert? Warum habe ich nicht eine Lehre als Werkzeugmechanikerin gemacht, wie meine beste Freundin? Das sind sogenannte sichere Jobs. Oder zumindest Arbeitskräfte, die gerade gesucht werden.   Stattdessen also Journalismus. Der ja – bekanntlich – tot ist. Keiner zahlt mehr für das Überangebot an Informationen im Internet. Das Lokale interessiert in einer Welt, in der Menschen flexibel von A nach B zügeln müssen, fast niemanden mehr. Die Abozahlen gehen nur in eine Richtung: hinunter. Und – klar – die Medien sind ja oft eh nur noch «die Lügenpresse». Verlage kürzen die

Redaktionen, bieten jungen Berufsleuten nur noch unsichere Berufsverhältnisse. Ich war schon immer dagegen, alles nur schlecht zu sehen. Wahrscheinlich, weil ich eben einfach mag, was ich tue. Und weil ich Hoffnung habe. Hoffnung, dass guter Journalismus den Menschen auch in Zukunft ein paar Franken, Euro, Pfund oder Dollar wert ist – egal ob in Print, online oder in einer uns noch unbekannten Form. Weil sie die Geschichten ihrer Mitmenschen und die Gegend, in der sie leben, erfahren wollen. Das mag alles altmodisch tönen, sentimental, gutgläubig. Und ja, einmal bin ich mit dieser positiven Einstellung auch schon auf die Nase gefallen: Ich wurde nach meiner Ausbildung nicht übernommen. Da hatten die «Unker» noch recht. Sie ahnten allerdings nicht, dass ich beim «Urner Wochenblatt» lande. In einem «gallischen Dorf» der Medienlandschaft. Einer eigenständigen, unabhängigen, von den Leserinnen und Lesern geschätzten Lokalzeitung. Einer, in der man so nah an den Leserinnen und Lesern ist, dass man sie nicht nur am Redak­ tionstelefon oder beim Termin trifft, sondern auch im eigenen Freundeskreis und auf dem Berggipfel. Einer Zeitung, die Redaktoren ein- statt ausstellt.   Ich glaube an den Journalismus. Die Zeitung stirbt doch nicht – sie lebt!

Gitschenstrasse 9, 6460 Altdorf, Telefon 041 874 16 77 info@urnerwochenblatt.ch, www.urnerwochenblatt.ch

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FÜR SIE, FÜR IHR AUTO UND FÜR DIE UMWELT Seit fast 50 Jahren ist die Garage Carrosserie Welti AG im Automobilgewerbe tätig. Zuverlässig und flexibel, ausgerichtet auf Wünsche und Ansprüche von morgen. Innerhalb von knapp 50 Jahren mehr als 70 Lernende ausgebildet und rund 5000 Neuwagen oder Occasionsfahrzeuge verkauft. Ein Leistungsausweis und eine Bilanz, worauf die Garage Carrosserie Welti AG in den nächsten Jahren aufbauen will. Angefangen hat die Erfolgsgeschichte am 6. November 1968 mit der Eröffnung eines Pneuhauses und einer Waschanlage an der Militärstrasse 12 in Schattdorf. Vier Jahre später kam eine Garage mit der Markenvertretung für Renault dazu. Neben den beiden Markenvertretungen für Renault und Dacia gehören heute auch eine Werkstatt, ein Carrosseriebetrieb und eine ganzjährig geöffnete Selbstwaschanlage zum leistungsfähigen Betrieb. Eine besondere Stärke der Garage Welti liegt im Nutzfahrzeugbereich: Vom Kleintransporter über den Kastenwagen bis hin zum Kipper ist alles im Sortiment. Eine Übersicht des vielseitigen Dienstleistungsangebots: – Verkauf von Neu- und Occasionswagen, Vermittlung und Beratung – Nutzfahrzeug-Partner für Verkauf, Beratung, Wartung und Reparatur – Carrosseriewerkstatt – Unfallreparaturen auch an Nutzfahrzeugen und Wohnmobilen – Optisches Tuning – Expertisen von mechanischen und Carrosserieschäden – MFK-Bereitstellung und Vorführen auf dem Strassenverkehrsamt – Auspuffcenter – Dachboxenvermietung – Klimaservice – Offen das ganze Jahr, auch Samstagmorgen (keine Betriebsferien) – Abgaswartung für Benzin- und Dieselmotoren – Gasleck-Dichtigkeitsprüfung für Wohnwagen und Wohnmobile

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Reparaturen aller Automarken Multimarken-Tester Selbstwaschanlage «Offen alle Tage» 4-Rad-Vermessung Fahrzeugaufbereitung und Veredelung Reifeneinlagerung Scheiben tönen Ersatzauto AHK Fahrradträger-Vermietung Frontscheiben-Schnellservice Verkauf von Zubehör aller Art Einbau von Multimediageräten Gasflaschen-Depot

Garage Carrosserie Welti AG, 6467 Schattdorf, Telefon 041 871 06 50 , garage@weltiag.ch, www.garage-welti-ag.ch

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Made in Uri – Berufsleute von morgen