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Winterwürze Ein bekannter Eishersteller warb einst mit dem Slogan 'So schmeckt der Sommer' – ein Blick auf seine klassischen Aromen zeigt aber schnell, dass eigentlich der Winter die geschmacksintensivste Zeit des Jahres ist. Spätestens, wenn es draußen kühl und ungemütlich wird, werden kräftige Gewürze zu beliebten Gaumenschmeichlern und verwöhnen mit ihrem typischen Duft. Schöner Begleiteffekt: Sie geben winterlichen Gerichten oder Backwaren nicht nur den gewissen Pfiff, sondern wirken sich auch positiv auf das körperliche Wohl aus.

Anis Der süßliche Geschmack von Sternanis, der an Lakritz erinnert, ist ein fester Bestandteil in der Weihnachtsbäckerei, gibt aber auch herzhaften Gerichten eine winterliche Note. Die enthaltenen ätherischen Öle wirken entkrampfend und schleimlösend, machen Anis somit zu einem echten Allrounder gegen allerlei Wehwehchen wie Erkältungen oder Magenprobleme.

Kardamom Vor allem aus der exotischen und orientalischen Küche ist Kardamom dank seines zitrusartigen Aromas nicht wegzudenken, aber auch hierzulande ist er ein beliebtes Gewürz für Punsch und Gebäck. Sein Effekt auf die Gesundheit? Er regt die Verdauung und den Kreislauf an und sorgt zugleich für frischen Atem.

Kurkuma Kurkuma, auch Gelbwurz oder indischer Safran genannt, kennen die meisten bisher nur als farbgebenden Inhalt von Currypulver. Allerdings darf man das Pulver mit dem erdigen, leicht bitteren Geschmack nicht unterschätzen – die in ihm enthaltenen Öle wirken nämlich stark Entzündungen und Bauchschmerzen entgegen.

Nelken Die kleinen nagelförmigen Gewürznelken, deren herber und leicht scharfer Geschmack oft die Winterküche veredelt, sind reich an Eugenol, einem ätherischen Öl. Dieses wirkt nicht nur beruhigend, sondern auch entzündungshemmend, schmerzlindernd und desinfizierend – außerdem sind sie ein echter Geheimtipp bei Kopfschmerzen.

Zimt

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Die klassisch-braune Stange mit dem süßlich-scharfen Geschmack ist ein echter Tausendsassa fürs Wohlbefinden. Neben der Blutzucker-senkenden Wirkung kommt Zimt auch als Krampflöser und Entzündungshemmer zum Einsatz. Und entgegen aller Vorurteile verleiht er auch herzhaften Fleisch- und Fischgerichten feinen Pfiff.

Sie sehen, das winterliche Gewürzregal hält einige gesundheitsfördernde Überraschungen bereit. Also, fangen Sie ruhig an, auch mit den verschiedenen Geschmäckern von Koriander, Safran, Ingwer und all ihren facettenreichen 'Kollegen' zu experimentieren. Als kreativen Einstieg verrät Holger Böker ein 'würziges' Rezept.

ESSEN & TRINKEN REZEPT

Winterliche KarottenKartoffelrösti mit gebratenem Sternanis-Apfel Zutaten für die Rösti: 200 g Kartoffeln 150 g Karotten 1/2 TL Zimt 2 Nelken 1 Wacholderbeere 3 EL Mehl etwas Zitronensaft Salz, Prise Muskatnuss Margarine

für den Apfel:

1 säuerlicher Apfel 40 g brauner Zucker Sternanis nach Geschmack 2 EL Ahornsirup

Zubereitung:

Für die Rösti Kartoffeln und Karotten schälen und grob reiben. Dann mit Zimt, Mehl, Zitronensaft, Salz, Nelken, Wacholder und einer kleinen Prise Muskatnuss verrühren. 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen. Nelken und Wacholder entfernen. Margarine in einer Pfanne erhitzen, darin 8 gleich große Rösti formen und auf beiden Seiten goldbraun braten. Für die Apfelscheiben das Kerngehäuse des Apfels entfernen und die Frucht in circa 8 Millimeter dicke Scheiben schneiden. Diese dann in Zucker, etwas Zitronensaft und Sternanis für 5 Minuten marinieren. Anschließend in einer Grillpfanne auf beiden Seiten so lange grillen, bis der Zucker leicht karamellisiert ist. Der Apfel sollte aber noch knackig sein. Abwechselnd Rösti und Apfelscheiben aufschichten und alles mit Ahornsirup beträufeln. Tipp: Die perfekte winterliche Note erhält man, wenn man zusätzlich noch Wildpreiselbeeren serviert. Viel Spaß beim Nachkochen wünscht Holger Böker Holger Böker im Richard Wagner Richard-Wagner-Straße 54 | MG www.holger-boeker.de

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Urbano November 2017  
Urbano November 2017  
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