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Gebäudetechnik T E C H N I S C H E R G E S A M T K ATA L O G 2 0 13/ 14 V E R B U N D R O H R I N S TA L L AT I O N P E - X A I N S TA L L AT I O N FL ÄCHENHEIZUNG, FL ÄCHENKÜHLUNG VER SORGUNG | GEOTHERMIE

Auszug

Planungshinweise zur Wandheizung/-kühlung


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Planungshinweise zur Wandheizung/-k端hlung


Heizen und Kühlen mit Uponor Wandinstallation für Neubau und Renovierung > Grundlagen zur Wandheizung/-kühlung

Grundlagen zur Wandheizung/-kühlung Übersicht Allgemein Die Uponor Wandheizung ist ein Niedertemperatur-Wärmeverteilsystem für die Beheizung von Wohn- und Nichtwohngebäuden. Der Einbau erfolgt in der Wandkonstruktion je nach System unterhalb der Beplankung oder direkt in der Putzschicht. Die Wärmeversorgung kann durch jede Warmwasserheizungsanlage erfolgen. Ständerbau Im Nichtwohnungsbau ist der Einsatz von Ständerwänden weit verbreitet. Wird in diesen Gebäuden, aufgrund der gestellten Anforderungen an den Fußboden, der Einsatz einer klassischen Fußbodenheizung nicht gewünscht bzw. möglich, so eignet sich hervorragend das Uponor Ständerwandsystem Siccus SW für die Flächenheizung. Auch als Ergänzung zur Betonkernakti-

Teilbelegung einer Ständerwand

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vierung Uponor Contec ermöglicht das System einen weiteren Einsatz. Bei der Renovierung, wo ganze Wände neu errichtet werden, bietet sich das System gleichfalls an. Das Uponor Siccus SW Ständerwandelement wird in Einfachständerwänden mit CW 75 oder 100 Profilen eingebaut. Bei Doppelständerwänden ist der Einbau auch in CW 50 Profilen möglich. Das Profilabstandsmaß muss immer 625 mm betragen. Die Dämmanforderungen sind zu beachten. Trockenbau Das Uponor Wandheizung Trockenbausystem Siccus wird überall dort eingesetzt, wo ein Trockenausbau mit Wandheizung und kurzen Bauzeiten erwünscht wird. Dies kann im Wohnund Nichtwohnungsbau sein. Auch der typische Dachausbau im Einfami-

Uponor Siccus SW darf in nichttragende, raumabschließende Trennwände, gemäß DIN 4102-4 und DIN 18183 bis Feuerwiderstandsklasse F180, eingebaut werden. lienhaus ist ein interessanter Anwendungsfall. Auf Grund der Trockenbauweise wird keine Baufeuchtigkeit in den Wandaufbau eingebracht. Durch die Holzkonstruktion und Beplankung mit Trockenbauplatten ist auf eine tragfähige und ebene Wand zu achten. Die Verlegeplatte von Uponor Siccus SW hat einen Wärmeleitwiderstand von 0,622 m2K/W. Die Dämmanforderungen sind zu beachten. Bei einer Anwendung auf Außenwänden ist die Notwendigkeit einer Dampfbremsfolie durch eine Taupunktberechnung zu ermitteln.

Uponor Siccus Wandheizung mit Trockenausbauplatten

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Heizen und Kühlen mit Uponor Wandinstallation für Neubau und Renovierung > Grundlagen zur Wandheizung/-kühlung

Für das Wandheizung Trockenbausystem Siccus und das Ständerwandsystem Siccus SW werden zur Beplankung im Standardfall Gipskarton- oder Gipsfaserplatten gem. DIN 18181 verwendet. Welche Plattenart zum Einsatz kommt, hängt vom Trockenbauer ab. Die Trockenbauplatten sind im Normalfall 12,5 mm dick. Eine dickere Beplankung ist möglich, reduziert jedoch die Wärmeabgabe. Uponor Wandheizung als Nassputzsystem

Max. Vorlauftemperatur Gipskartonplatten: ≤ 45 °C Gipsfaserplatten: ≤ 50 °C Plattenfreigabe vom Hersteller einholen.

Nassbau Gleichermaßen im Neubau wie auch in der Renovierung können die Uponor Nassputzsysteme eingesetzt werden. Hierbei lässt sich mit dem Uponor Nassputzsystem Minitec eine besonders geringe Aufbauhöhe realisieren, was die Baukosten durch die dünnere Putzschicht verringert. Bei den Putzarbeiten sind die Verarbeitungsvorschriften des jeweiligen Herstellers und die anerkannten Regeln der Technik zu beachten. Uponor Nassputzsysteme ermöglichen einen

Wichtige Planungshinweise zur Wandkühlung: Vorlauftemperatur über Taupunkttemperatur regeln Feuchtefühler einplanen

festen, stabilen Verbund von Putz und Wand. Eventuell erforderliche Wärmedämmschichten sind auf der Rückseite der beheizen Wand anzubringen. Flächenkühlung Alle Uponor Wandheizungen können in ihrer Funktion, im Winter zu heizen, auch umgekehrt werden, um im Sommer zu kühlen. Dadurch ergibt sich ein erweiterter Einsatzbereich und die Wandfläche wird doppelt genutzt. Besonders bei großen Glasflächen

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mit direkter Sonneneinstrahlung können im Sommer erhöhte Raumtemperaturen entstehen, die eine zusätzliche Kühlung notwendig machen. Mit einer Kühlleistung von ca. 25 – 50 W/m2 wird die Behaglichkeit im Sommer erheblich verbessert und zusätzliche Klimaanlagen, beispielsweise im Bürobereich, können kleiner dimensioniert werden. Zur Kälteerzeugung können alternative Energieträger, wie z. B. Erdreichwärmetauscher oder umstellbare Wärmepumpen sowie Kälteaggregate, eingesetzt werden.

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Planungshinweise zu Wandaufbauten Allgemein Bei der Planung des Wandaufbaus einer Wandheizungsanlage sind die jeweiligen Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, VOB und Normen zu beachten. Einbaubedingungen Bauzustand Vor dem Einbau der Wandheizung sollen Fenster- und Außentüren eingebaut, Montagen von haustechnischen Installationen sowie der Einbau von Türzargen und der Verputz von Rohrschlitzen abgeschlossen sein. Elektrische Einbau-

Uponor Wandheizung auf Außenwänden Wird eine Heizung für die Außenwand eines neu zu errichtenden Gebäudes geplant, unterliegt dessen baulicher Wärmeschutz den Anforderungen der EnEV 2009. Der zum EnEV-Nachweis heranzuziehende U-Wert der Außenwand bestimmt die Bauteilkonstruktion auch dann, wenn eine Heizung integriert wird. Wird die Außenwand im Sinne der EnEV 2009 verändert und liegen Anforderungen an einen verbesserten baulichen Wärmeschutz vor, ist die Montage einer zusätzlichen Wärmedämmung an der raumzuge-

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ten, wie z. B. Unterputzsteckdosen, sind vor Montage der Wandheizung zu installieren bzw. deren Lage abzustimmen. Der Aufbau der Trockenständerwand muss den jeweiligen Herstellerrichtlinien entsprechen. Tragender Untergrund Grundsätzlich müssen die Wände je nach System folgenden Anforderungen entsprechen: Allgemein Statik und Tragfähigkeit zur Aufnahme der Wandheizung Winkel- und Ebenheitstoleranzen nach DIN 18202

wandten Seite der Außenwand möglich. Hierbei sind die Temperatur- und im Besonderen die Feuchteverläufe (Wasserdampfdiffusionsberechnung) im Bauteil zu kontrollieren. Mindestdämmwerte für Neubau und Renovierung finden Sie im Kapitel „Wärmedämmanforderung für Flächenheizungen“. Uponor Wandheizung auf Innenwänden Flächenheizungen, die weder in der Außenhülle des Gebäudes noch in Bauteilen zwischen Räumen sehr unterschiedlicher Temperaturen integriert sind, unterliegen hinsichtlich der Wärmedämmung nicht der

Bei Bauwerksfugen, die Gebäudeteile voneinander trennen, ist die Wandheizung zu unterbrechen. Schnittstellenabstimmung zum Untergrund/Ständerbau und Elektroleitungen/Steckdosen durchführen Schnittstellenkoordination Auch beim Einsatz einer Wandheizung ist das Gespräch zur Schnittstellenkoordination zwischen Planer/ Architekt/Fachfirmen notwendig. So auch bei der Uponor Wandheizung. Hier erfolgen ein praktischer Informationsaustausch und die entsprechenden Entscheidungen zum Bauablauf etc.

EnEV 2009. DIN EN 1264 bzw. prEN 15377 enthalten jedoch Angaben zur Wahl der Wärmedämmung von Flächenheizungen, um einen möglichst großen Transmissionswärmestrom zum genutzten Raum erzielen zu können. Beide Normen sind aus Betrachtungen zur klassischen Fußbodenheizung entstanden und enthalten teilweise noch die begrenzte Zuordnung zu einem „Fußboden – Heizungssystem“. Die angegebenen Mindestwärmeleitwiderstände sind jedoch sinngemäß auch auf Wandheizungen anzuwenden. Mindestdämmwerte finden Sie im Kapitel „Wärmedämmanforderung für Flächenheizungen“.

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Wandputz Allgemein Bei Wandheizungen als Nassputzsystem sollte der Putz eine gute Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Leicht- und Wärmedämmputze sind für Wandheizung nicht geeignet. Für Wandheizungen eignen sich Putze mit den Bindemitteln Gips, Gips/ Kalk, Kalk/Zement, Zement, Lehm oder Bindemittel gem. DIN 18550. Darüber hinaus können auch herstellerspezifische Heizputze (Putze, die auf das Wandsystem abgestellte Eigenschaften besitzen) verwendet werden. Die Notwendigkeit einer Putzbewehrung hängt von dem verwendeten Putzsystem ab und ist daher mit dem Putzer abzustimmen. Putzbewehrungen sind Einlagen wie z. B. mineralische Fasern, Kunststofffasern, Glasfasergittergewebe, die zur Minderung einer Rissbildung führen. Putzgrund Vor Beginn der Putzarbeiten ist der Putzgrund vom Auftragnehmer auf seine Eignung zu prüfen. Die Überprüfung erfolgt entsprechend der VOB Teil C, DIN 18350, Abs. 3.1 bzw. VOB Teil B, DIN 1961 § 4, Ziffer 3.

Alle klassisch massiven Wandbaustoffe wie Ziegel, Leichthochlochziegel, Naturstein, Kalksandstein, Lehmziegel, vorhandene mineralisch geputzte Wände, aber auch Leichtbaukonstruktionen aus Holzwolle-, Holzweichfaser- oder Gipsfaserplatten sind als Unterbau/ Untergrund einer Wandheizung geeignet. Der Putzgrund muss ebenflächig, tragfähig und fest, ausreichend formstabil, nicht wasserabweisend, gleichmäßig saugend, homogen, rau, trocken, staubfrei, frei von Verunreinigungen, frei von Ausblühungen, frostfrei bzw. über +5 °C temperiert sein. Putzoberfläche Gipsputze können geglättet oder gefilzt werden. Als Oberputze (zweite Putzlage) eignen sich Silikat- und Kunstharzputze, die nach Herstellerangaben verarbeitet werden müssen.

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Wichtiger Planungshinweis: Bei den erforderlichen Putzarbeiten sind die Verarbeitungsvorschriften des Systemherstellers, die DIN 18550 und die VOB/C DIN 18350 zu beachten.

Vor dem Anbringen der Uponor Wandheizung als Nassputzsystem ist mit dem Auftragnehmer der Putzarbeiten zu klären, ob eine etwaige Putzgrundbehandlung (z. B. Grundierung, Aufbringen eines Haftgrundes oder Spritzbewurfs) erforderlich ist.

Die max. Temperaturbelastung des Putzes ist aufgrund der verschiedenen Möglichkeiten mit dem Putzhersteller abzustimmen. Die Vorlauftemperatur sollte 50 °C nicht überschreiten.

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Fugentechnik Bauwerksfugen Im Bereich von Bauwerksfugen ist die Wandheizungsfläche zu unterbrechen. Heizungsrohre dürfen die Bauwerksfugen nicht kreuzen. Bauwerksfugen sind bis zur sichtbaren Oberfläche zu übernehmen und durch geeignete Abdeckungen (Profile) zu verschließen. Bewegungsfugen/Randfugen Über die Anordnung dieser Fugen ist ein Fugenplan zu erstellen, aus dem Art und Anordnung der Fugen zu entnehmen sind. Der Fugenplan ist vom Bauwerksplaner zu erstellen und als Bestandteil der Leistungsbeschreibung dem Ausführenden vorzulegen. Bei der Festlegung von Fugenabständen und Feldgrößen sind die Art des Putzes bzw. Trockenbauplatten, der vorgesehene Wandbelag und die Beanspruchung z. B. durch Temperatur zu berücksichtigen. Wandbekleidung/Wandbelag Vorzugsweise sind Wandbekleidungen mit hohem Raumgewicht bzw. hoher Wärmeleitfähigkeit (z. B. Zementfaserplatte) zu verwenden. Wandbekleidungen aus

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Holz, Gipskarton-, Gipsfaserplatten, Kunststoff oder anderen Werkstoffen mit geringerer Wärmeleitfähigkeit sind als Wandbekleidung auf einer Wandheizung möglich, jedoch reduzieren sie die Wärmeabgabe. Die folgenden Wandbeläge können bei Einhaltung eines Wärmeleitwiderstandes von Rλ,W ≤ 0,05 m2K/W und der Freigabe durch den Hersteller auf der Wandheizung verlegt werden: Tapete Anstrich keramische Fliesen Strukturputz Naturwerkstein Ein fester Haftgrund auf der Wandbekleidung ist die Voraussetzung für eine langlebige Funktion der Wandbeläge. Die Fliesenkleber müssen für die Flächenheizung und den gewählten Untergrund geeignet sein. Funktionsheizen

Das Funktionsheizen von Wandheizungen, die mit einem zementgebundenen Putz ausgeführt worden sind, darf frühestens 21 Tage nach dem Aufbringen des Putzes begonnen werden. Bei gipsgebundenem Putz sowie bei Lehmputz ist frühestens nach 7 Tagen bzw. nach den Angaben des Herstellers zu beginnen. Kommen Trockenbauplatten zum Einsatz, so kann das Funktionsheizen frühestens nach 1 Tag bzw. nach den Angaben des Herstellers beginnen. Der Funktionsheizvorgang dient der Funktionsprüfung der Wandheizung gem. VOB und nicht der Austrocknung der Wandbekleidung (z. B. Putz). Bei hohen Temperaturdifferenzen können während des Aufheizvorgangs Dehnungsgeräusche bei Uponor Siccus SW und Uponor Siccus Wandheizung auftreten.

Grundsätzlich ist bei der Wandheizung, analog der Fußbodenheizung, eine Funktionsprüfung durchzuführen. Wie auch bei unbeheizten Wänden, obliegt es der Wandbelagsfirma die Belegreife im Rahmen ihrer Prüfung nach VOB Teil C vor Arbeitsaufnahme zu überprüfen.

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Auslegungshinweise Berechnungsgrundlage Auslegung Die Berechnung der Uponor Wandheizung erfolgt in Anlehnung der DIN EN 1264 Teil 2 und der Heizlastberechnung nach DIN EN 12831.

Für die Auslegung sind die gesetzlichen Dämmvorschriften gem. EnEV, soweit relevant DIN EN 1264 und die Anordnung von Möbelstücken zu beachten. Die Uponor Wandheizung wird bei Wohngebäuden für den

ungünstigsten, jedoch noch zulässigen Wandbelag ausgelegt.

Oberflächentemperaturen Für den Heizfall sind aus Gründen der Behaglichkeit aber auch aus bauphysikalischer Sicht die maximalen Oberflächentemperaturen einer Decken-/Wandheizung wie folgt zu begrenzen:

Betriebstemperaturen Flächenheiz-/-kühlsysteme können mit Temperaturen betrieben werden, die nah an der jeweils gewünschten Raumtemperatur liegen. Dadurch sind diese Systeme optimal mit energieeffizienten Wärmer- und Kälteerzeugern, wie z. B. (reversiblen) Wärmepumpen, einsetzbar. Bei der Auslegung der Anlage sollten sich die die Vorlauftemperaturen in den folgenden Bandbreiten bewegen:

Für die Auslegung empfehlen wir für den Wandbelag einen Wärmeleitwiderstand von Rλ,B = 0,02 m2K/W.

Temperaturen Raumtemperaturen Flächenheizungen/-kühlungen sind so auszulegen, dass die gewünschten Raumtemperaturen unter Auslegungsbedingungen erreicht werden. Übliche Auslegungs-Raumtemperaturen für den Heizfall sind: Wohnräume, Büros 20 °C Badezimmer 24 °C Flure 15 °C Im Kühlfall ist eine maximale Raumtemperatur von 26 °C anzustreben. Um diese maximale Raumtemperatur mit einem Flächenkühlsystem zu erreichen, ist es unter Umständen notwendig, die Kühllasten im Raum durch baukonstruktive Maßnahmen (z. B. Verschattung von großen Glasflächen) zu reduzieren und oder die Raumluft zu entfeuchten.

ϑDecke < 35 °C ϑWand < 40 °C Hierbei sind die Angaben der Putzund ggf. Belaghersteller zu beachten. Die minimale zulässige Oberflächentemperatur im Kühlfall und damit auch die erreichbare Kühlleistung ist abhängig von der Raumluftfeuchte bzw. Taupunkttemperatur der Umgebungsluft.

ϑVorlauf, Decke 16 - 40 °C ϑVorlauf, Wand 16 - 50 °C Die projektierte maximale Auslegungs-Vorlauftemperatur ist auf die maximale Temperaturbelastbarkeit der Putze , Trockenbauplatten und Wandbeläge abzustimmen.

Bei hohen Temperaturschwankungen sind Dehnungsgeräusche bei Uponor Siccus SW und Uponor Siccus Wandheizung nicht auszuschließen.

Auslegungshinweise zur Flächenkühlung Um maximale Kühlleistungen bei möglichst hohen AuslegungsVorlauftemperaturen zu erreichen werden Flächenkühlungen üblicherweise mit sehr kleinen Temperaturspreizungen (≤ 5K) geplant. Das hat jedoch zur Folge, dass relativ hohe Massenströme durch die Rohrleitungen transportiert werden müssen. Deshalb ist eine detaillierte hydraulische Planung und Auslegung der Anlage für den

Kühlfall besonders wichtig. Räume, die nicht in den Kühlfall eingebunden werden, wie z. B. Bad und Küche, sollten, wenn möglich, an separate Verteiler angeschlossen werden, die an einen eigenen Regelkreis (nur Heizung) anzubinden sind. Um mit einer Heiz-/ Kühlfläche auch eine möglichst hohe Kühlleistung zu erreichen, sind weitere folgende Parameter vorteilhaft:

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1. geringe Verlegeabstände der Rohre: ➔ höhere Kühlleistungen bei hoher Vorlauftemperatur 2. kurze Heiz-/Kühlkreislängen: ➔ geringere Druckverluste bei kleiner Spreizung 3. Decken-/Wandputz mit guter Wärmeleitfähigkeit: ➔ bessere Wärmeübertragung 4. geringe Putzüberdeckung: ➔ verbesserte Regelfähigkeit bei drohender Taupunktunterschreitung 501


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Kühlleistungen Die erreichbaren Kühlleistungen sind von mehreren Faktoren abhängig. Neben den konstruktiven Faktoren (wie z. B. Rohrabstand, Rohrüberdeckung, Ober-

belag) wirkt sich auch der Taupunkt der Raumluft auf die Kühlleistung aus. Grundsätzlich sollten Kühlwassertemperaturen von 15 –16 °C nicht unterschritten

werden, um die Möglichkeit der Schwitzwasserbildung (Taupunktunterschreitung) an Anlagenkomponenten zu minimieren.

Taupunktermittlung (Beispiel) Raumlufttemperatur 25 °C, rel. Luftfeuchtigkeit 60 %, Taupunkttemperatur 16,8 °C

Hinweis: Die gewünschten Kühlleistungen können nur dann erreicht werden, wenn sowohl die mittlere Oberflächentemperatur als auch die Auslegungsvorlauftemperatur oberhalb der Taupunkttemperatur der Umgebungsluft liegen (h-x-Diagramm).

25

Taupunkttemperatur [°C]

23

27 26 25 24 23 22 21 20

21 19 17 15

Raumlufttemperatur [°C]

13 11

Um Schwitzwasserbildung an Anlagenkomponenten zu vermeiden, ist eine taupunktgeführte Vorlauftemperaturregelung vorzusehen.

9 7 5 40

50

60

70

80

Relative Luftfeuchtigkeit [%]

Auslegungsdiagramme für die detaillierte Berechnung Die Auslegungsdiagramme zu dem jeweiligen Uponor Flächenheiz-/ -kühlsystem, ermöglichen eine ausführliche manuelle Heizflächenplanung mittels Formblättern und geben zudem einen Überblick der folgenden Einflussgrößen und deren Beziehung zueinander:

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1. Wärmestromdichte der Flächenheizung q in [W/m²] 2. Wärmeleitwiderstand des Wandbelages Rλ,B in [m²K/W] 3. Verlegeabstand Vz in [cm] 4. Heizmittelübertemperatur ΔϑH = ϑH – ϑi in [K] 5. Grenzwärmestromdichte – Darstellung der Grenzkurve 6. Fußbodenübertemperatur ΔϑH – ϑi in [K]

Bei Vorgabe von jeweils drei Einflussgrößen können mit nur einem Diagramm alle anderen ermittelt werden.

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Ablesebeispiel: Nassputzsystem Minitec

K

80 1)

Δ

-H

=-

H

i= –-

60

15

80

60

10 K 8K

40

40

6K 2) – -C = Δ-C = -i

20

0

4K

20

Vz 14 Vz 10 Vz 8

0,05

Wärmeleitwiderstand R␭,B in [m2 K/W]

K

Heizen

0,10

Vz cm 8 10 14

qH W/m2 58,6 55,5 49,7

0,15

Kühlen

0

Δ-H,N K 10 10 10

Vz 14 Vz 10 Vz 8 Vz cm 8 10 14

Spezifische Kühlleistung qC [W/m2]

Spezifische Wärmeleistung qH [W/m2]

20

qC W/m2 46,8 44,4 39,8

Δ-C,N K 8 8 8

0

0,05

0,10

0,15 1)

Temperaturdifferenz zwischen Heizmedium und Raum 2) Temperaturdifferenz zwischen Kühlmedium und Raum Bei Kühlung ist die Vorlauftemperatur über der Taupunkttemperatur zu regeln, ein Feuchtefühler ist einzuplanen.

Ablesebeispiel Heizen Ermittlung der Auslegungsvorlauftemperatur ϑV, Ausl. Vorgabe: q = 62 W/m² ϑi = 20 °C Rλ,B = 0,1 m² K/W Gewählt: Verlegeabstand = Vz 10 Auslegungsspreizung: ϑR- ϑV= 5 K

Abgelesen: ΔϑH = 17,7 K Errechnet: ϑV, Ausl. = ϑi + ΔϑH + (ϑv- ϑR)/2 ϑV, Ausl. = 20 + 17,7 + 5/2 ϑV, Ausl. = 40,2 °C

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Ablesebeispiel Kühlen Ermittlung der Auslegungsvorlauftemperatur ϑV, Ausl. Vorgabe: qC = 40 W/m² ϑi = 26 °C Rλ,B = 0,05 m² K/W Gewählt: Verlegeabstand = Vz 10 Auslegungsspreizung: ϑv- ϑR= 2 K

Abgelesen: ΔϑC = 9,2 K Errechnet: ϑV, Ausl. = ϑi + ΔϑC + (ϑv- ϑR)/2 ϑV, Ausl. = 26 - 9,2 - 2/2 ϑV, Ausl. = 15,8 °C

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Hydraulische Anbindung an das Leitungsnetz Je nach dem jeweiligen Anlagenund Regelungskonzept gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Uponor Wandheizung in die Anlage zu integrieren. Dabei können die Anschlussleitungen der einzelnen Heiz-/Kühlflächen entweder direkt oder aber über eine Sammelzuleitung an den Uponor Verteiler angeschlossen werden. Eine weitere Variante ist der Anschluss der Heiz-/Kühlkreise an einen Tichelmann-Ring. Verteileranbindung Bei der Verteileranbindung werden die Systemrohre der einzelnen Heiz-/Kühlkreise mittels 3/4" Euro-

konusverschraubung direkt an den Verteiler angeschlossen. Diese Anschlussvariante ist dann sinnvoll, wenn die Raumtemperatur mehrerer kleiner Zonen bzw. Räume dezentral geregelt werden soll, was mit den Thermoantrieben am Verteiler und der Uponor Einzelraumregelung problemlos möglich ist. Anschluss an einen TichelmannRing Das Uponor Nassputzsystem Minitec beinhaltet Fittings und Rohre, mit denen sich mittels Q&E Verbindungstechnik schnell und einfach Tichelmann-Zulei-

Anschluss der Systemrohre PE-Xa 9.9 an einen PE-Xa Tichelmann-Ring mittels Q&E Verbindungstechnik

tungen für die einzelnen Heiz-/ Kühlreise herstellen lassen. Das ist dann sinnvoll, wenn große Zonen bzw. Räume mit annähernd gleichlangen Heiz-/Kühlkreisen ausgestattet sind. Die Raumtemperaturregelung und der hydraulische Abgleich kann dabei über ZonenRegulierventile in den Zuleitungen erfolgen. Werden die einzelnen Tichelmann-Ringe wiederum an den Uponor Verteiler angeschlossen, so kann zur komfortablen Regelung der Zonen- bzw. Raumtemperatur die Uponor Einzelraumregelung eingesetzt werden.

Einzelanschluss der Heiz-/Kühlkreise an den Uponor Verteiler

Verteileranordnung Die Uponor Heiz-/Kühlkreis-Verteiler sollten so platziert werden, dass die Anbindeleitungen der einzelnen Heiz-/Kühlkreise möglichst kurz sind. Fallst die Verteiler in Unterputz-Verteilerschränken montiert werden sollen, ist es sinnvoll, die dafür notwendigen Wand-

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öffnungen bereits in der Rohbauphase zu erstellen. Das Gleiche gilt für den Einsatz der Uponor Tichelmann-Verteiler. Sollen diese z. B. unterhalb der Decke oder oberhalb des Rohfußbodens in der Wand verlegt werden, so

können die dafür benötigten Aussparungen häufig bereits in der Rohbauphase berücksichtigt werden, was den Montageaufwand und die Montagezeit der Uponor Wandheizung erheblich reduzieren kann.

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Heizen und Kühlen mit Uponor Wandinstallation für Neubau und Renovierung > Grundlagen zur Wandheizung/-kühlung

Regelung Heizen/Kühlen Gesetzliche Vorgaben (z. B. EnEV) und der Wunsch nach energie- und kostensparendem Betrieb einer Heiz-/Kühl-Anlage, mit gleichzeitiger maximaler Behaglichkeit für den Nutzer, erfordern eine raumweise Regelung der Raumtemperatur. Außerdem ist die zum Heizen erforderliche Vorlauftemperatur

außentemperaturabhängig zu regeln. Die hierzu erforderlichen Regelkomponenten bietet Uponor, je nach Bedarf als fertig konfektionierte Regelstationen oder als Einzelkomponenten an. Je nach Einsatzbereich und Anforderung kommt die Funk-Einzelraumregelung oder die kabelgebundene

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Einzelraumregelung (24 V oder 220 V) zum Einsatz. Detaillierte Informationen zu den Regelungssystemen von Uponor mit praxisnahen Anwendungsbeispielen finden Sie im Kapitel „Verteiler- und Regeltechnik“.

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Heizen und Kühlen mit Uponor Deckeninstallation für Neubau und Renovierung > Wärmedämmung von Deckenheizungen

Wärmedämmung von Deckenheizungen EnEV 2009 – Wärmedämmung oberster Geschoßdecken Wird eine Heizung für die oberste Geschoßdecke gegen einen Dachraum oder gegen Außenluft angrenzend eines neu zu errichtenden Gebäudes geplant, unterliegt dessen baulicher Wärmeschutz den Anforderungen der EnEV 2009. Der zum EnEV-Nachweis heranzuziehende U-Wert der Decke

bestimmt die Bauteilkonstruktion auch dann, wenn eine Heizung integriert wird. Wird die Decke im Sinne der EnEV 2009 verändert und liegen Anforderungen an einen verbesserten baulichen Wärmeschutz vor, ist die Montage einer zusätzlichen

Wärmedämmung an der raumzugewandten Seite der Decke möglich. Hierbei sind die Temperatur- und im Besonderen die Feuchteverteilung (anhand des Glaser-Verfahrens oder mit zeitgemäßer Software wie z. B. Fraunhofer WUFI) im Bauteil zu kontrollieren.

DIN EN 1264/DIN EN 15377 – Wärmedämmanforderungen für Flächenheizungen in Gebäudetrenndecken Flächenheizungen, die weder in der Außenhülle des Gebäudes noch in Bauteilen zwischen Räumen sehr unterschiedlicher Temperaturen integriert sind, unterliegen hinsichtlich der Wärmedämmung nicht der EnEV 2009.

DIN EN 1264 bzw. DIN EN 15377 enthalten jedoch Angaben zur Wahl der Wärmedämmung von Flächenheizungen, um einen möglichst großen Transmissionswärmestrom zum genutzten Raum erzielen zu können. Beide Normen sind aus Betrachtungen zur klassischen Fuß-

bodenheizung entstanden und enthalten teilweise noch die begrenzte Zuordnung zu einem „Fußboden-Heizungssystem“. Die angegebenen Mindestwärmeleitwiderstände sind jedoch sinngemäß auch auf Deckenheizungen anzuwenden.

Weitere Informationen zu den unterschiedlichen Dämmanforderungen finden Sie im Kapitel „Wärmedämmanforderungen für Flächenheizungen“.

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Notizen


Uponor bietet seinen Kunden Qualität, aktuellstes Know-how, Service und eine langfristig angelegte Partnerschaft. Als eines der führenden Unternehmen im Bereich der Hausund Versorgungstechnik sind wir für Lösungen bekannt, die Lebenswelten zum Wohlfühlen schaffen. Unsere Philosophie des „Simply More“ umfasst die Begleitung in allen Projektphasen – vom ersten Entwurf bis zur Gebäudenutzung. Konzeption und Beratung

Planung

Ausführung

Gebäude­ nutzung

simply more

Technische Hotline 0800 7780030* * kostenlos aus dem deutschen Festnetz

Uponor GmbH Zentrale Industriestraße 56 97437 Haßfurt T +49 (0)9521 690-0 F +49 (0)9521 690-710

Auszug aus GTK – 09/2013 ME – Änderungen vorbehalten

Projektservice Tangstedter Landstraße 111 22415 Hamburg T +49 (0)40 30 986-0 F +49 (0)40 30 986-433 Versorgung/Geothermie Prof.-Katerkamp-Straße 5 48607 Ochtrup T +49 (0)2553 725-0 F +49 (0)2553 725-78

www.uponor.de info.de@uponor.com

Vertrieb Österreich Uponor Vertriebs GmbH IZ, NÖ Süd, Straße 7, Objekt 58D 2355 Wr. Neudorf Austria T +43 (0)2236 23003-0 F +43 (0)2236 25637 W www.uponor.at E info.at@uponor.com

Vertrieb Schweiz Uponor AG Riedäckerstrasse 7 8422 Pfungen Switzerland T +41 (0)52 355 08 08 F +41 (0)52 355 08 00 Chemin de la Gottrause 10 1023 Crissier Switzerland T +41 (0)21 633 14 00 F +41 (0)21 633 14 01 W www.uponor.ch E info.ch@uponor.com

Ti uponor planungshinweise wandheizung 0 09 2013  

http://www.uponor.at/~/media/countryspecific/central-europe/downloadcenter-ce/ti_technical-information/de-at-ch/ti_uponor-planungshinweise-w...

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