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Dr. Manfred Stuffer ist als Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie in Innsbruck niedergelassen und operiert in der Privatklinik Hochrum bei Innsbruck. Er befasste sich früh mit speziellen Techniken der Ästhetischen Chirurgie und ist Mitglied zahlreicher in- und ausländischer Fachgesellschaften. Er war zehn Jahre lang Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie, die er von 2003 bis 2005 als Präsident leitete.

update TRENDS IN DER B R U S T-Ä S T H E T I K Die Bedeutung der weiblichen Brust für das psychologische Selbstwertgefühl der Frau ist unbestritten und vermutlich seit Jahrhunderten gleich wichtig. Sie ist Sinnbild für Weiblichkeit, Sexualität und Selbstwert. Neben kulturellen Unterschieden, welche Brust als ästhetisch schön angesehen wird, gibt es in der westlichen Welt immer wieder wechselnde „Moden“. Beispielhaft war es in den 1920er-Jahren der androgyne Typ, heute wird doch eher mehr Volumen als ideal angesehen. Neben konstitutionellen Faktoren wie Größe und Körperbau spielen für das Aussehen der Brust viele andere Faktoren wie Gewichtsveränderungen, Schwangerschaften, Stillen und die Veränderungen des Körpers in den Wechseljahren bzw. in der Menopause mit. Die Gründe für den Wunsch nach einer Brustkorrektur sind sehr individuell und unterschiedlich. Wird die eigene Brust individuell als zu klein wahrgenommen, ist nach wie vor eine operative Brustvergrößerung mit Implantaten die anerkannteste und am häufigsten durchgeführte Methode. Weltweit am meisten verwendet werden Silikonimplantate, welche eine ausgezeichnete Bioverträglichkeit aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit einer bindegewebigen Kapselbildung um die Implantate herum („Kapselfibrose“), welche zu einer zunehmenden Verhärtung der Brüste führen kann, hat sich durch die Weiterentwicklung der Implantate deutlich verringert. Durch die verschiedenen Designs der Implantate von anerkannten Herstellern kann heute praktisch für jede Brustform ein maßgeschneidertes Implantat gefunden werden. Die Philosophie dabei sollte lauten „weniger ist mehr“,

da vor allem dann absolut natürliche Resultate erzielt werden können und der „Fake-Look“ vermieden wird. Andere Gründe für den Wunsch nach einer Brustkorrektur stellen hängende Brüste, oft nach Schwangerschaften oder Gewichtsreduktionen, manchmal auch konstitutionell bedingt, dar. Dabei sind in den meisten Fällen keine Implantate notwendig. Allerdings entstehen dabei aber mehr Narben durch die notwendigen Schnitte und diese müssen dem möglichen ästhetischen Gewinn gegenübergestellt werden. Sind die Brüste sehr groß, kann neben optisch ästhetischen Gründen auch gesundheitlich eine Korrektur sinnvoll sein. Bedingt durch das Gewicht der Brüste kommt es zu Beschwerden durch das Einschneiden der BH-Träger, Schäden am Bewegungsapparat wie degenerative Wirbelsäulenveränderungen werden begünstigt, auch Hautentzündungen unter der Brust sind durch das Reiben möglich. Je größer die Brüste sind, desto mehr ist eine sogenannte funktionelle Indikation für eine Operation gegeben, die in manchen Fällen sogar dringlich angeraten werden muss. Mit modernen Operationsmethoden und Nahttechniken bemüht man sich, die Schnitte möglichst klein zu halten und die unvermeidlichen Narben möglichst unscheinbar werden zu lassen. Die Entscheidung für eine Brustkorrektur ist jedenfalls eine sehr persönliche und sollte nur nach umfassender Information erfolgen. Ein ausführliches Gespräch mit einem Facharzt für Plastische Chirurgie ist unbedingt zu empfehlen.

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