Page 1

11. März 2017| BEILAGE

Unternehmertag 5. April 2017 Vaduz

Digitalisierung die unternehmerische Herausforderung Mittwoch, 5. April 2017, 13.30 – 17.20 Uhr, Spoerry-Halle, Vaduz

Seite 7 Thomas Zwiefelhofer «Der Staat muss neue Geschäftsmodelle möglich machen» Seite 9 Mathias Maierhofer «Liechtenstein hat alle Möglichkeiten, vorne dabei zu sein» Seite 21 Oliver Gassmann «Die Bedürfnisse des Kunden müssen im Mittelpunkt stehen»

IN ZUSAMMENARBEIT MIT

Wirtschaftregional


  $  !#&  $ #        & $# '!  ($ $! #   #  #   #  # # !$   !# &  !!  # %  #

'''


Wirtschaftregional | 11. März 2017

|3 Herzlich willkommen zum 12. Unternehmertag

Digitalisierung wird zur unternehmerischen Herausforderung

Die Vertreter des Vereins Unternehmertag Markus Goop, Urs Baldegger und Patrick Stahl sind überzeugt: «Die Digitalisierung hat sich rapide vom Schlagwort zu einem entscheidenden, strategischen Wettbewerbsfaktor entwickelt. Darauf muss jedes Unternehmen reagieren.»

Plattform Der zwölfte Unternehmertag am 5. April 2017 widmet sich dem Thema «Digitalisierung – die unternehmerische Herausforderung». Hochkarätige Referentinnen und Referenten wie Uhrenunternehmer JeanClaude Biver, Professor Oliver Gassmann, Outfittery-Gründerin Anna Alex und GoogleSchweiz-Chef Patrick Warnking zeigen Erfolgsbeispiele aus der Praxis auf.

Wirtschaftregional

Unternehmertag

W

ir freuen uns auf die zwölfte Ausgabe des Unternehmertags am Mittwoch, 5. April 2017, ab 13.30 Uhr in der Spoerry-Halle Vaduz. Das diesjährige Tagungsthema lautet «Digitalisierung – die unternehmerische Herausforderung». Digitalisierung hat sich rapide vom Schlagwort zum strategischen Wettbewerbsfaktor entwickelt. Darauf muss jede Firma reagieren. Die Referentinnen und Referenten zeigen auf, wie Unternehmen die digitale Transformation nachhaltig erfolgreich meistern. Oliver Gassmann, Professor für Technologie- und Innovationsmanagement an der Universität St. Gallen, stellt konkrete Praxisbeispiele aus seinem aktuellen Buch «Digitale Transformation im Unternehmen gestalten» vor. Unternehmer Jean-Claude

Biver erklärt, wie die Schweizer Uhrenbranche mit intelligenten Uhren «made in Switzerland» gegen die Dominanz der US-Technologiekonzerne ankämpft und Start-up-Unternehmerin Anna Alex zeigt, wie ihr Personal-ShoppingService Outfittery die etablierten Modehändler bedrängt. Patrick Warnking, Schweizer Länderchef von Google, diskutiert zusammen mit Vertretern von Hilti und Espros Photonics, wie die regionale Wirtschaft mit der Digitalisierung umgeht. Einen besonderen Abschluss bildet die Live-Robotikshow. Die Robotik-Experten Roland Siegwart und Marco Hutter von der ETH Zürich demonstrieren auf der Bühne, wie Roboter und Drohnen den Firmenalltag verändern werden. Durch den Unternehmertag führt erneut Moderatorin Mona Vetsch.

Netzwerken beim Apéro Der Unternehmertag ist aus den Agenden der Entscheidungsträger nicht mehr wegzudenken. Seit zwölf Jahren vernetzt die Plattform, welche die letzten Jahre stets ausverkauft war, Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft im Vierländereck miteinander. Wir bedanken uns bei der Regierung des Fürstentums Liechtenstein, beim Presenting Partner FL1 und den zahlreichen weiteren Partnern, welche die Plattform jedes Jahr mit grosser Begeisterung mittragen. Wir freuen uns, Sie am zwölften Unternehmertag begrüssen zu dürfen und wünschen Ihnen viel Spass bei der Lektüre dieser Sonderzeitung.

Inhaltsverzeichnis Thomas Zwiefelhofer: . . . . . . 7 Die Digitalisierung mit attraktiven Rahmenbedingungen unterstützen.

IMPRESSUM Herausgeber: Vaduzer Medienhaus AG Geschäftsführer: Daniel Bargetze Leiter Wirtschaft: Stephan Agnolazza Redaktion: Verein Unternehmertag in Zusammenarbeit mit Eventagentur Skunk AG Grafik/Design: Stefan Aebi Fotos: Daniel Ospelt, Daniel Schwendener Druck: Somedia Partner AG, 9469 Haag

Jürgen Brücker: . . . . . . . . . . . . . 13

Adressen: Vaduzer Medienhaus AG, Lova Center, 9490 Vaduz, Tel. +423 236 16 16, Fax +423 236 16 17. www.wirtschaftregional.li

Der Bestsellerautor erklärt, was Unternehmen heute tun müssen.

Der Rektor der Universität Liechtenstein über das Start-up-Lab.

Richard Quaderer: . . . . . . . . . . 15 Der Geschäftsführer von RhySearch über die Chancen fürs Rheintal.

Oliver Gassmann: . . . . . . . . . . . 21 Patrick Warnking:

23

Für den Chef von Google Schweiz fehlt es oft schon an Basiswissen. .........

Mathias Maierhofer: ...9 Der CEO von FL1 über den Sprung in die GigabyteGesellschaft.

Jean-Claude Biver: 17 A nna A lex: . . . . . . . . . . . . . 19 Der Unternehmer ist davon überzeugt, dass Smartwatches erst am A nfang stehen.

Sie zieht Männer an – mit der Kombination zwischen Online- und Offlinehandel.


Eal @ad^] mfk]j]j Ã&#x161;/ <jan]jk g^ ?jgol`Ã&#x2030; _]daf_l A`f]f Z]a\]k Z]kk]j& Kg oY[`k]f Ka] nge @]jYmk^gj\]j]j rme EYjcl^Â&#x2014;`j]j& ]q&[ge'Y[[]d]jYlaf__jgol` :]ll]jIm]klagfk

¡ *()- =Q?E Daeal]\& 9dd Ja_`lk J]k]jn]\& =<(.)/

K[`f]dd]k OY[`klme7 FY[``Ydla_]k OY[`klme7


Wirtschaftregional | 11. März 2017

|5

unter Anmeldungen mertag.li www.unterneh 017

h, 29. März 2 c o tw it M : ss lu Anmeldesch

Programm 2017 Mittwoch, 5. April 2017, 13.30–17.20 Uhr, Spoerry-Halle /Universität Liechtenstein, Vaduz Digitalisierung – die unternehmerische Herausforderung

Mathias Maierhofer

Oliver Gassmann

Jean-Claude Biver

Anna Alex

Patrick Warnking

CEO FL1

Professor Universität St. Gallen

CEO Hublot und TAG Heuer

Mitgründerin Outfittery

Geschäftsführer Google Schweiz

Jan Doongaji

Hans Ebinger

Roland Siegwart

Marco Hutter

Mona Vetsch

Hilti AG

Espros Photonics

Professor ETH Zürich

Professor ETH Zürich

Moderatorin

13.30 Uhr

Begrüssung Thomas Zwiefelhofer, Wirtschaftsminister Liechtenstein Mathias Maierhofer, CEO FL1

13.40 Uhr

Referat Oliver Gassmann, Professor der Universität St. Gallen

14.20 Uhr

Keynote-Talk Jean-Claude Biver, CEO Hublot und TAG Heuer

15.00 Uhr

Erfrischungspause

15.40 Uhr

Referat Anna Alex, Mitgründerin Outfittery

16.05 Uhr

Talk Patrick Warnking, Geschäftsführer Google Schweiz

16.20 Uhr

Panel: Digitale Transformation in der Praxis Patrick Warnking (Google), Jan Doongaji (Hilti), Hans Ebinger (Espros Photonics)

16.50 Uhr

Live-Demonstration aus der Robotik Roland Siegwart und Marco Hutter, Professoren der ETH Zürich

ab 17.20 Uhr

Networking-Apéro Moderation: Mona Vetsch


- 1/<   --]

, <1 ,  1 / ,  *--/°

<ÕÀˆV…] i˜iÀ>>}i˜ÌÕÀ ,œLiÀÌ 7ˆ…i“ˆ ÕÃÌÀ° Ǚ] ÕÀœ«>ÀŽ ™{™ä 6>`Õâ ³{ÓÎ ÓÈx xÓ xÓ Û>`ÕâJâÕÀˆV…°V… âÕÀˆV…°V…ÉÛ>`Õâ


Wirtschaftregional | 11. März 2017

|7 Träger

«Neue Geschäftsmodelle ermöglichen» Digitalisierung Der scheidende Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer sieht den Staat in der Pflicht, attraktive Rahmenbedingungen und Infrastrukturen für die Wirtschaft zu schaffen, um die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern.

In der Standortstrategie haben Sie Chancen für einen Technologiehub in Liechtenstein erkannt, sofern die regulatorischen Spielräume ausgeschöpft werden. Wie weit ist hier die Umsetzung? Grundsätzlich freut es mich, dass von den 22 konkreten Massnahmen aus der Standortstrategie bereits 20 umgesetzt werden konnten. Dabei sind die Anbindung Liechtensteins an die schweizerische Kommission für Technologie und Innovation (KTI) sowie die Verabschiedung des Bericht und Antrags über die Investitionen in die Forschungsinfrastruktur am RhySearch sicherlich die wichtigsten Massnahmen zur Stärkung des Technologiehubs Liechtenstein, da gerade hier viel Entwicklungsarbeit in Richtung Industrie 4.0 betrieben wird.

INTERVIEW: PATRICK STAHL

Herr Zwiefelhofer, der diesjährige Unternehmertag steht unter dem Motto «Digitalisierung – die unternehmerische Herausforderung». Ist der Wirtschaftsstandort Liechtenstein dafür gerüstet? Thomas Zwiefelhofer: Ich möchte die Frage um die «Industrie 4.0», die die vierte industrielle Revolution zum Ausdruck bringen soll, ergänzen. Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, darauf folgten die zweite mit der Massenfertigung mithilfe von Fliessbändern und elektrischer Energie sowie die dritte Revolution mit dem Einsatz von Elektronik und IT zur weiteren Automatisierung der Produktion. Die digitale Revolution ist in vielen Bereichen noch gar nicht angekommen, und nun steht mit Industrie 4.0, also der Vernetzung von Maschinen, bereits die nächste Umwälzung an. Ob der Wirtschaftsstandort Liechtenstein für die Herausforderungen der Digitalisierung oder gar für Industrie 4.0 bereit ist, lässt sich nur von den Betrieben selbst beantworten.

Bildungs- und Forschungseinrichtungen wie die Universität Liechtenstein oder RhySearch sind stark gefordert, die Wirtschaft bei der digitalen Transformation zu unterstützen. Wie hilft die Politik dabei? Hierzu dient unter anderem der erwähnte weitere Aufbau der Forschungsinfrastruktur am RhySearch in Buchs, welches hinsichtlich der Innovationsprozesse eine enge Kooperation mit unserer Universität hat. RhySearch will mit «Werkstatt4» eine einfache Software/ Hardware-Architektur aufbauen, wie sie ein mittelständisches Unternehmen – beispielhaft im Bereich der Präzisionsmechanik – vergleichsweise einfach implementieren und Erfahrung im Betrieb dieses Systems sammeln kann. Die Fachkräfte von «Werkstatt4» zusammen mit den Kooperationspartnern sollen die regionalen Unternehmen in ihren eigenen Digitalisierungsprojekten beraten und unterstützen. In «Werkstatt4» werden neue Werkstück-Kennzeichnungen, neue Hard- und SoftwareSchnittstellen sowie neue Abläufe getestet, bevor sie im Unternehmen im Produktionsalltag zuverlässig funktionieren müssen. Liechtenstein fokussiert sich demzufolge bereits sehr stark auf die neuen Entwicklungen und versucht sogar, darin eine Vorreiterrolle einzunehmen.

An der Digitalisierung werden die Betriebe nicht vorbeikommen. Wie kann die Regierung die Digitalisierung oder Industrie 4.0 fördern? Die Regierung kann Grundlagen dafür schaffen, dass sich diese Entwicklung bei uns überhaupt manifestieren kann. Wir haben in den vergangenen Jahren eine leistungsfähige und sichere ICT-Infrastruktur aufgebaut. Flächendeckend wurden Glasfaserleitungen verlegt, in den Industriegebieten sogar bis ins Haus. Ich bin überzeugt, dass «Innovation follows Infrastructure» der richtige Weg ist. Also, dass der Staat eine Enabler-Funktion einnehmen muss, denn gute Ideen werden da umgesetzt, wo die entsprechende Infrastruktur bereits vorhanden ist. Deshalb planen die Liechtensteinischen Kraftwerke LKW und die Dienstleister auf den Netzen derzeit auch einen deutlich beschleunigten Ausbau des Glasfasernetzes. Experten sind sich uneins darüber, ob die Digitalisierung mehr Arbeitsplätze schafft oder vernichtet. Wie sehen Sie hier die Ausgangslage für Liechtenstein? Die zunehmende Digitalisierung als Grundlage für Industrie 4.0 wird uns vor grosse Herausforderungen stellen. Es ist davon auszugehen, dass die Entwicklungen heute noch wichtige Arbeitsschritte überflüssig machen werden – und das in einer relativ kurzen Zeit. Das heisst auch, dass auf die Arbeitnehmer in Zukunft anders gelagerte Aufgaben zukommen werden, die auch eine andere Ausbildung verlangen. Diese Aufgaben werden sich aufgrund der zunehmenden Beschleunigung der Digitalisierung zeitlich wohl nicht mit der Ausbildung von neuen Fachkräften zu genau diesen Aufgaben terminieren lassen. Es besteht trotz des hohen Potenzials der Produktivitätssteigerung die Gefahr, dass es einerseits sehr schwierig werden wird, die notwendigen Fachkräfte zu finden. Andererseits könnte in Gebieten, in welchen Industrie 4.0 heutige Aufgaben überflüssig machen wird, eine strukturelle oder technologische Arbeitslosigkeit entstehen. Darauf müssen sich sowohl der Staat als auch der Werkplatz mit entsprechenden Ausund Weiterbildungsmöglichkeiten einstellen. Was kann der Staat konkret tun? Ich denke an eine Überarbeitung von Lehrplänen, an den deutlichen Ausbau des Schulfachs Programmieren oder eine Fokussierung bestimmter Bereiche der Universität auf digitale Entwicklun-

«Die Digitalisierung bietet uns mehr Chancen als Gefahren – und die Beschäftigung wird weiter steigen.»

Wie digital sind Sie persönlich im Alltag unterwegs? Neue technische Entwicklungen faszinieren mich, aber gleichzeitig liebe ich die klassischen Errungenschaften der Kultur. So sammle ich Bücher, verwende aber gleichzeitig Tablets und Smartphones und bewege mich in den neuen sozialen Netzwerken. Im Beruf ist die Digitalisierung sowieso unaufhaltsam. Wenn ich aber jemanden sehr persönlich kontaktieren und ansprechen will, dann verschicke ich immer noch gerne handgeschriebene Briefe. Die Post freut’s … (schmunzelt)

Wirtschaftsminister Thomas Zwiefelhofer

gen im Finanzplatz und generell im Unternehmertum. Trotz der anstehenden Veränderungen und grossen Herausforderungen bin ich grundsätzlich der Meinung, dass die Digitalisierung mehr Chancen als Gefahren bietet, und ich gehe davon aus, dass die Beschäftigung weiter steigen wird, die Arbeitsstellen sich aber in vielen Bereichen grundlegend ändern werden. Der Wirtschaftsstandort Liechtenstein ist relativ breit aufgestellt. Welche Branchen könnten am ehesten von der Digitalisierung profitieren und welche sind Gefahren ausgesetzt? Diese Frage lässt sich mit ein paar Sätzen nicht beantworten. Grundsätzlich

gilt für alle Wirtschaftsbereiche, dass sie immer am Puls der Zeit sein müssen. Eine Entwicklung zu verschlafen, kann jedes Unternehmen teuer zu stehen kommen. Prognosen abzugeben bei dieser rasanten Entwicklung ist generell schwer. Beispielsweise meinte Bill Gates 1981, dass 630 Kilobytes für jeden genug seien. Dass diese Aussage leicht überholt ist, muss nicht weiter erörtert werden. Ich denke, dass unser Wirtschaftsraum von seiner Grundeinstellung her immer schon offen für neue Entwicklungen war und sich so einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten konnte. Dies wird hoffentlich auch hier der Fall sein. Der Staat muss am Ende sicherstellen können, dass neue Geschäftsmodelle in

allen Branchen, sei dies nun Fintech oder ein Online-Start-up im Bereich der Sharing Economy, in Liechtenstein einen fruchtbaren Boden finden. Was tut die Politik, um Liechtenstein auf die digitale Transformation vorzubereiten? Wo besteht noch Handlungsbedarf? Wie schon ausgeführt, hat der Staat die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für die neuen Herausforderungen zu schaffen. Sei dies im Aufbau der notwendigen Infrastruktur, sei dies im Bereich einer Gesetzgebung, die neue Geschäftsmodelle zulässt, oder sei dies, dass das Ausund Weiterbildungsangebot entsprechend auf- und ausgebaut wird.

ZUR PERSON Thomas Zwiefelhofer ist seit 2013 Regierungschef-Stellvertreter und Wirtschaftsminister des Fürstentums Liechtenstein. Zwiefelhofer studierte Architektur in Zürich und Recht in St. Gallen und war in leitenden Funktionen beim Allgemeinen Treuunternehmen (ATU) in Vaduz tätig, bevor er in die Regierung gewählt wurde. Er leitet das Ministerium für Inneres, Justiz und Wirtschaft noch bis zur geplanten Einsetzung der neuen Regierung im April.


we develop entrepreneurs www.uni.li / entrepreneurship

  (  (  # ! $  ( %$ +%''$#

          

 $''(  *! !$%( %.(%  $' (   !*'! % "$!'

 !!$  "'% %'(   $.%! %$'(   $"( %' !!

     '$%')'.(   "$,% !$ '$'$  '+(  *! $!(' (  %'%!

+++#$-%$#


Wirtschaftregional | 11. März 2017

|9

Presenting Partner

«Auf dem Sprung in die Gigabit-Gesellschaft» Digitalisierung Technologische Innovationen verlangen nach immer höheren Bandbreiten für die Kommunikation. Die Telecom Liechtenstein unterstützt die Unternehmen in der Region dabei mit modernsten Kommunikationslösungen aus einer Hand.

kunden spezialisiert und können hier auch auf namhafte Referenzkunden aus Liechtenstein und der Schweiz verweisen.

INTERVIEW: PATRICK STAHL

Herr Maierhofer, die Digitalisierung erfasst alle Branchen. Glauben Sie, dass die Verantwortlichen die Bedeutung der digitalen Transformation bereits erkannt haben? Mathias Maierhofer: Die digitale Transformation bedeutet, durch den Einsatz von digitalen Technologien die Unternehmensabläufe zu verbessern, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln. Dies geht bis zur kompletten Veränderung des Geschäftsmodells. Die digitale Transformation sieht daher in jedem Unternehmen etwas anders aus. Ein Standardmuster gibt es nicht. Die Frage stellt sich daher anders: Setzen sich unsere Unternehmen ernsthaft und konsequent genug damit auseinander, was die digitale Transformation für ihr Geschäftsmodell bedeutet? Dafür braucht es profunde Kenntnisse und Verständnis der digitalen Technologien. Diese müssen zum Teil erst geschaffen werden. FL1 stellt die Infrastruktur für moderne Kommunikationslösungen zur Verfügung. Wie wichtig sind schnelle und innovative Kommunikationslösungen für den Wirtschaftsstandort Liechtenstein? Das World Economic Forum stellt jedes Jahr den «Network Readiness Index» mit einem Ranking sämtlicher Staaten auf. Dieser gibt eine Indikation, wie gut Staaten technologisch, rechtlich und gesellschaftlich auf die vierte Industrierevolution vorbereitet sind. Das WEF sieht hier einen «Call for Action» von Politik und Wirtschaft zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit als Basis unseres Wohlstandes. Unlängst habe ich eine Studie gelesen, wonach mehr als 50 Prozent der Forschungsbudgets in die Digitalisierung der Geschäftsmodelle fliessen. Die digitale Infrastruktur ist daher von immanenter Wichtigkeit. Liechtenstein hat alle Möglichkeiten, hier ganz vorne dabei zu sein. Wir sind am Sprung in die Gigabit-Gesellschaft und stärken nachhaltig den Wirtschaftsstandort Liechtenstein. Konkret bereiten wir das Netz auf die Einführung von 5G vor, womit wir in der Lage sein werden, künftige konvergente Services perfekt für den Kunden zu realisieren. Und die Privathaushalte können die nächsten Olympischen Winterspiele und die Fussball-WM im Jahr 2018 in 4K verfolgen. Welche konkreten Vorteile bieten sich durch moderne Kommunikationslösungen für Liechtenstein? Das Auflösen von Festnetz und Mobilfunk. Der Aufenthaltsort spielt eine immer geringere Rolle, da die Infrastruktur in ihrer Leistungsfähigkeit dramatisch zunimmt. Ihre Arbeitsumgebung tragen sie durch Clouddienste und hochverfügbare Netze immer mit sich rum. Dadurch kann man Arbeitsund Privatleben neu organisieren. Insbesondere für Liechtenstein, das auf einen Zuzug von hoch qualifizierten

Mit der digitalen Vernetzung entstehen aber auch neue Bedrohungsrisiken. Wie können sich Unternehmen besser vor Industriespionage und Cyberangriffen schützen? Das Sicherheitsbedürfnis in der Kommunikation steigt – nicht zuletzt aufgrund aktueller Vorfälle wie Cyberangriffe auf Unternehmen in Europa oder sogenannte Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS) in den USA – immer mehr an. Im Juni 2016 haben wir mit FL1 Silent Force ein neues Geschäftsfeld vorgestellt. Cyberangriffe und Industriespionage werden immer mehr zur Bedrohung für Unternehmen, Behörden und Infrastruktureinrichtungen. Digitale Angreifer zu hundert Prozent am Eindringen zu hindern, ist heute kaum noch möglich. Vielmehr müssen Angriffe überhaupt als solche erkannt werden, um auf sie möglichst schnell und wirksam reagieren zu können. Dafür braucht es ein modernes und leistungsstarkes Risikomanagement. Ein solches stellt die Telecom Liechtenstein ihren Kunden mit den Managed Security Services der FL1 Silent Force zur Verfügung. Dabei können Angriffe über die Mobilfunkschnittstelle oder andere Cyberangriffe rasch erkannt und unterbunden werden. Mit einem eigenen Security Operations Center (SOC) in Vaduz bietet die Telecom Liechtenstein hier eine attraktive Dienstleistung für Unternehmen, Organisationen und andere sicherheitsrelevante Einrichtungen im gesamten deutschsprachigen Raum an.

«Wir bereiten das Netz auf die Einführung von 5G vor.» FL1-CEO Mathias Maierhofer Mitarbeitern angewiesen ist, stellt dies eine Chance dar. Um den Standort Liechtenstein auch in Zukunft für Unternehmen so attraktiv zu halten, müssen wir modernste Kommunikationslösungen aus einer Hand anbieten, die globalen Standards und Trends folgen. Wie gross ist die Chance, dass Liechtenstein künftig ein Technologiehub oder IT-Standort wird? Das ist sehr schwierig zu beantworten. Am Reissbrett lassen sich Hubs nicht realisieren. Es sind erfolgreiche Unternehmen, die in ihrem Umfeld einen lokalen Cluster entwickeln, der eine Sogwirkung entwickeln kann. Diesen Unternehmen sollten zumindest keine

FL1 FL1 bedient Privat- und Geschäftskunden in der Region mit modernsten, innovativen Produkten und Dienstleistungen Der Komplettanbieter mit eigenem Mobilfunknetz bietet Bündelprodukte aus Festnetz, Mobiletelefonie, Internet sowie TV. Als erster konvergenter Full-Service-Provider Liechtensteins gehören unter anderem auch Cloud-Lösungen und ITK-Services zum Portfolio. Am Unternehmen sind das Land Liechtenstein (75,1 Prozent) sowie die Telekom Austria Group (24,9 Prozent) beteiligt. Durch diese strategische Partnerschaft hat FL1-Telecom Liechtenstein AG unter anderem eine starke internationale Vernetzung und Zugang zu den neuesten Technologien wie Machine-to-MachineLösungen. Dieses sind Standortvorteile sowohl für Privat- wie Geschäftskunden. Deren Bedürfnisse stehen stets im Mittelpunkt der Tätigkeit. www.fl1.li

Hürden entgegengestellt werden, sondern sie sollten durch beste Rahmenbedingungen unterstützt werden. Wo besteht denn konkret Handlungsbedarf in Sachen Infrastruktur? Um technologische Innovationen für Liechtenstein voranzutreiben und nutzbar zu machen, ist eine immer grössere Bandbreite sowohl über Festnetz als auch über Mobilfunk notwendig. Nach Nielsens Gesetz entwickelt sich der Bandbreitenbedarf mit einem exponentiellen jährlichen Wachstum von 50 Prozent. Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird. Die Auswirkungen werden in jeglichen Branchen spürbar sein. Mit der fünften Mobilfunkgeneration steht uns in zwei bis drei Jahren bereits ein nächster grosser Evolutionsschritt in dreierlei Hinsicht bevor: Erstens durch die massive Erhöhung der Bandbreiten auf über 1 Gigabit pro Sekunde. Zweitens durch die Reduktion der Latenzzeiten für besonders zeitkritische Anwendungen wie für autonomes Fahren oder Fernchirurgie. Und drittens die Schaffung der Basis für Internet of Things durch deutlich verringerten Energieverbrauch bei deren Modems. Grundvoraussetzung dafür ist eine exzellente Glasinfrastruktur für Industrie und Privathaushalte. Bis zum Einsatz der neuen Mobilfunkgeneration sind daher noch einige Schritte in Liechtenstein nötig. Daher treten wir für einen raschen Ausbau der Digitalinfrastruktur auf Glas für 5G ein. Die

Telecom Liechtenstein verkürzt daher den laufenden Investitionszyklus deutlich und hat bereits konsequent mit der Implementierung für die zukünftigen Digitalinfrastruktur begonnen. So können auch mehr und mehr neue Dienste, etwa im Bereich des Internets der Dinge oder für Smart Cities, eingeführt werden. Der 5G-Standard wird für 2019 erwartet. Man rechnet heute damit, dass 2020 die Implementierungen beginnen. Wie wollen Sie die Lücke bis zur letzten Meile, also bis zum Hausanschluss, schliessen? Das ist natürlich mit Kosten und rechtlichen Fragen verbunden. Wir werden evaluieren, wie wir dies den Liechtensteiner Haushalten ermöglichen. Mehr kann ich derzeit nicht dazu sagen. FL1 bietet seine Dienstleistungen auch ausserhalb Liechtensteins an und ist neuer Service Provider auf dem Zürcher Glasfasernetz. Bauen Sie Ihr Angebot in der Schweiz weiter aus? Ehemalige Grenzen lösen sich technologiebedingt sukzessive auf. Wir bieten seit Dezember 2016 unsere Internet-, TV- und Telefoniedienste auf dem ewz.zürinet an. Damit können die mittlerweile rund 190 000 Zürcherinnen und Zürcher, die bis heute über das städtische Glasfasernetz erreichbar sind, neu die Angebote von FL1 nutzen. Wir haben uns im Laufe der vergangenen Jahre auf smarte und kosteneffiziente Telefonie- und IT-Lösungen auf höchstem Sicherheitsniveau für Geschäfts-

Wie setzen Sie die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen um? Zahlreiche interne Prozesse wurden digitalisiert und damit automatisiert, ebenso wie eine elektronische Kundenablage geschaffen. Bereits im Vorjahr abgeschlossen haben wir die Umstellung auf ein ausschliesslich IP-basiertes Netzwerk – die Telecom Liechtenstein war damit einer der ersten Kommunikationsanbieter mit einem All-IP-Netzwerk weltweit. Die Telecom Liechtenstein arbeitet auch weiterhin konsequent am Thema Digitalisierung 4.0, um als führender nationaler Infrastrukturanbieter attraktive Rahmenbedingungen für den Datenstandort Liechtenstein zu bieten. Wie digital sind Sie in ihrem beruflichen und privaten Alltag unterwegs? Ich bin sowohl beruflich als auch privat viel digital unterwegs. Ich lese Magazine und Zeitungen so gut wie nur noch digital am Tablet. Unser neues FL1 TV plus schaue ich viel unterwegs am Smartphone. Beruflich verwende ich zur Kommunikation zunehmend die besonders sichere Chat-App Threema.

ZUR PERSON Mathias Maierhofer ist CEO von FL1. Der gebürtige Linzer leitet seit Juli 2014 die Geschicke der Telecom Liechtenstein. Zuvor war er Chef von Mobilkom Liechtenstein. Seit der Fusion der beiden Unternehmen hat er die Gesamtleitung der Telecom Liechtenstein inne. Maierhofer studierte Wirtschaftswissenschaften in Wien und absolvierte zusätzlich einen MBA in den USA. Nach ersten beruflichen Stationen in München und Wien kam er zur Telekom Austria, wo er 2013 die Geschäftsführung von Mobilkom Liechtenstein übernahm.


www.bevo.li

     

$ %%  %$( + .("

-.

(%(

       

$+. ) / +.

#*) *)&  &&

$,+%($%%  &/ +%

#! ! )// ! &

   


Wirtschaftregional | 11. März 2017

Omnipräsente Digitalisierung

Stefan Fuchs, Ernst & Young, Vaduz

| 11

Hauptsponsoren

Chancen und Risiken abwägen

Iwan Zimmermann, Leiter Wirtschaftsprüfung Ostschweiz/Liechtenstein Ernst & Young

D

igitalisierung ist bei vielen Unternehmerinnen und Unternehmern omnipräsent. Vom mit Schreibmaschine erstellten Beleg über Textverarbeitung, dann in die voll automatisierte Verarbeitung bis hin zur eigenen App sind in den letzten 30 Jahren in jedem unternehmerischen Bereich riesige Veränderungen entstanden. Doch war’s das? Nein, mit der Weiterentwicklung von Schlüsseltechnologien wird unser Leben immer mehr digitalisiert. Roadpricing, automatische Personenerkennung, personalisierte Ansprache aus Big Data, voll automatisierter Zahlungsverkehr, elektronisches Patientendossier und vieles mehr werden unseren Alltag weiter massgeblich verändern. Und es gibt wohl keinen Primarschullehrer mehr, welcher nicht voraussetzt, dass zu Hause ein schneller Internetzugang besteht. Was heisst das für den Unternehmer? Im Konsumgüterbereich finden «Einkaufserlebnisse» nicht mehr in der Einkaufsmeile, sondern teilweise im Internet statt und bei der Beratung in der Weinhandlung geht es nicht mehr ohne die eigene Wein-App. Und erste Restaurants verteilen statt der Speisekarte bereits ein elektronisches Gerät. Grosskunden werden mit Software bestückt, damit der Bestellvorgang aus Sicht des Lieferanten praktisch voll automatisiert werden kann. Die Produktion wird weiter optimiert, Lieferzeiten werden verkürzt, die Lagerhaltung wird mittels Robotern von Software gesteuert und bequem vom Schreibtisch aus überwacht. Die unternehmerische Herausforderung ist aber nicht nur, wie die Zielkunden «digital» am besten erreicht und angesprochen werden können. In Hochpreisländern sind die Art und der Umfang der Wertschöpfung zentral. Und hier kann die Digitalisierung wohl auch helfen, Prozesse zu automatisieren und damit Kosten einzusparen. Gelingt das nicht, so erhöht sich das Risiko, im harten und für viele Produkte länderübergreifenden Wettbewerb unterzugehen. Digitalisierung öffnet aber auch Möglichkeiten für neue Produkte, kreiert neue Bedürfnisse. So werden heute 3D-Simulationen von neuen Wohnungen gezeigt, die noch gar nicht gebaut sind, und individuelle Anpassungen werden sofort digital umgesetzt und können dem Interessenten gezeigt werden. Oder Cloud-Anbieter verwalten Datenmengen für private User. Oder die Druckerei in einem Billiglohnland erstellt das digital selber zusammengestellte Fotoalbum aus den Tausenden von Fotos, die wir jährlich mit dem Handy schiessen. Unternehmerinnen und Unternehmer versuchen also, im digitalen Markt ihr Produkt oder ihre Dienstleistung mit Technologie besser, schneller und günstiger zu machen und gleichzeitig mehr potenzielle Kunden anzusprechen. Aber der Digitalisierung zum Trotz: Haare werden im Moment noch immer mit der Schere geschnitten und für eine Wanderung braucht es immer noch Wanderschuhe. Aber vielleicht kommen diese schon bald aus dem 3D-Drucker?

Robert Wilhelmi, Inhaber Zurich Generalagentur, Vaduz

D

igitalisierung und die damit einhergehende mögliche Disruption – die Verdrängung bestehender Geschäftsmodelle – ist in aller Munde!

Täglich liest man von Fintech, Insurtech, Roboadvice und lauter neuen Ideen, die durch Digitalisierung möglich sein sollen. Da wird massiv Geld über Crowdfunding gesammelt für Start-ups, welche die Welt in irgendeinem Markt revolutionieren wollen. Grosse Marktplayer sehen sich genötigt, das Ganze herunterzuspielen oder steigen selbst ein. Es bleibt eine grosse Frage: Fluch oder Segen – überwiegen Chancen oder Risiken? Muss ich als Unternehmer Angst vor den digitalen Geschäftsmodellen, den neuen Ideen, Angst um mein bisheriges Geschäftsmodell haben? Was will der Markt? Was wollen meine Kunden? Wird sich deren Verhalten verändern? Und als Unternehmer frage ich mich: Was passiert mit meinem Stammgeschäft? Wenn es stimmt, was berichtet wird: Kann es zu Entlassungen führen? Kann man einfach Menschen fast unbegrenzt durch Maschinen ersetzen? Reicht es, Anpassungen zu machen? Müsste man Investitionen tätigen, um die Zukunft zu sichern? Oder gibt es gerade für meine Branche Chancen? Wie soll ich mit dem Thema umgehen? Das anerkannte Format des Unternehmertages wirft immer wieder solche spannenden Fragen auf und wir wünschen allen Teilnehmern eine schöne und wertvolle Veranstaltung 2017. Als Versicherer liegt uns für unsere Kunden vor allem das Risikomanagement am Herzen. Fragen Sie uns zu Lösungen für neu entstandene Risikodimensionen wie zum Beispiel Cybercrime.

EY Die globale EY-Organisation ist eine Marktführerin in der Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Transaktionsberatung und Managementberatung. Wir fördern mit unserer Erfahrung, unserem Wissen und unseren Dienstleistungen weltweit die Zuversicht und die Vertrauensbildung in die Finanzmärkte und die Volkswirtschaften. Für diese Herausforderung sind wir dank gut ausgebildeter Mitarbeitender, starker Teams sowie ausgezeichneter Services und Kundenbeziehungen bestens gerüstet. «Building a better working world»: Unser globales Versprechen ist es, gewinnbringend den Fortschritt voranzutreiben – für unsere Mitarbeitenden, unsere Kunden und die Gesellschaft. Die globale EY-Organisation besteht aus den Mitgliedsunternehmen von Ernst & Young Global Limited (EYG). Jedes EYG-Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig und haftet nicht für das Handeln und Unterlassen der jeweils anderen Mitgliedsunternehmen. Ernst & Young Global Limited ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung nach englischem Recht und erbringt keine Leistungen für Kunden. Die EY-Organisation ist in der Schweiz durch die Ernst & Young AG, Basel, an zehn Standorten sowie in Liechtenstein durch die Ernst & Young AG, Vaduz, vertreten. Erfahren Sie mehr über uns auf www.ey.com/ch

Zurich Zurich ist ein im Versicherungsgeschäft verankerter globaler Finanzdienstleister. Die im Jahre 1872 gegründete Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Zürich beschäftigt rund 60 000 Mitarbeiter, die Dienstleistungen in mehr als 170 Ländern erbringen. Die Begleitung von Unternehmen in ihrer Risikopolitik und das Erbringen entsprechender Versicherungsdienstleistungen ist das Kerngeschäft. Die wirksame Strategie zum Erfolg zu finden, stellt im heutigen Umfeld für jede Unternehmung und jeden Unternehmer eine echte Herausforderung dar. Wir helfen mit innovativen Produkten, die Risiken in Grenzen zu halten – deshalb sind wir hier am Unternehmertag vor Ort und freuen uns auf interessante Gespräche am Netzwerk-Apéro oder auch in Ihrem Unternehmen! www.zurich.ch/vaduz




 

 



 





&QMWOGPV IGHWPFGP KP  5GM

,HS TMRDQDL 2B@M 2DQUHBD VHQC (GQ FDR@LSDR JSDM@QBGHU @TE CHD &Q¼RRD DHMDR 2ODHBGDQRSHBJR QDCTYHDQS #@R RBG@EES /K@SY Â¥ADQRHBGS TMC L@BGS IDCDR #NJTLDMS HM 2DJTMCDMAQTBGSDHKDM UDQEÃ&#x201A;FA@Q #HRJQDSHNM TMC /NRSFDGDHLMHR RHMC C@ADH RDKARSUDQRS«MCKHBG

YYYRQUVNKFKIKVCNKUKGTGP DEEDJSHUD 9DHS CDQ 2TBG@AEQ@FD @AG«MFHF UNM (GQDQ (3


Wirtschaftregional | 11. März 2017

| 13 Wissenspartner

Start-up Lab: Brutkasten für Unternehmer Wissen Die Universität Liechtenstein fördert das Unternehmertum in der Region – beispielsweise mit dem Studiengang Entrepreneurship und einem Start-up Lab. Von diesem Wissen profitieren nicht nur junge Gründer, sondern auch bestehende Unternehmen. Ein Gewinn für alle.

D

as Institut für Entrepreneurship der Universität Liechtenstein bietet seit über einer Dekade den im deutschsprachigen Bildungsraum einzigartigen und mehrfach ausgezeichneten konsekutiven Masterstudiengang (M.Sc.) im Bereich Entrepreneurship an, zu welchem jährlich maximal 35 Studierende zugelassen werden. Der im internationalen Vergleich auf einer Top-Position gerankte Studiengang mit dem Fokus auf die Ausbildung von Unternehmern ist ein unentbehrliches Glied in der Bildungslandschaft des Fürstentums Liechtenstein. Mit Beginn des Wintersemesters 2015/16 restrukturierte sich der Masterstudiengang Entrepreneurship inhaltlich. Seitdem baut er neben dem etablierten theoretischen Fundament, welches auf Basis von Absolventenfeedback sowie Anregungen aus der Wirtschaft weiterentwickelt wurde, verstärkt auf die praktische Anwendung. Dieser intensive Praxisbezug ist in den Augen von Studienleiter und Assistenzprofessor Matthias Filser essenziell für die erfolgreiche Ausbildung von Unternehmern.

Theorie und Praxis Im Kern geht es beim Masterstudiengang Entrepreneurship darum, innovative Geschäftsideen zu identifizieren, zu evaluieren und schliesslich im Markt umzusetzen. Der Aufbau des Studiengangs orientiert sich am Lebenszyklus eines Unternehmens und bildet die Phasen Gründung, Wachstum und Wandel in drei Semestern ab. Neben der wissenschaftlich fundierten theoretischen Ausbildung bietet das Institut für Entrepreneurship seinen Studierenden die Möglichkeit der praktischen Umsetzung von Geschäftsideen im Rahmen des sogenannten «Start-up Lab». Dabei handelt es sich um eine Art Brutkasten in speziell für diesen Zweck geschaffenen Räumlichkeiten in der Universität, in dem die Studierenden eigens identifizierte und hinsichtlich

STUDENTENZAHLEN

max. 35 Annahmequote ca. 25-30 %

Studierende

EXTERNE DOZENTEN / REFERENTEN

GRÜNDUNGEN IM VERGLEICH ZU DEUTSCHSPRACHIGEN LÄNDERN (GUESSS-Studie 2016)

#

BETREUUNGSVERHÄLTNIS BETREUUNGSVERHÄL Professoren

Studenten UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN

1

EVENTS

INKUBATION INKUBA

1. Semester Evaluation & Planung

2. Semester

Start

Produkt-Markt-Fit / MVP

3. Semester Umsetzung

STUDENTENORGANISATIONEN ORGANISA

Erfahrene Coaches und Mentoren u.a. aus den Bereichen Innovationsmanagement, Technologie, Strategie, Marketing, Produktion, Logistik, Finanzen, und Recht

ihrer Machbarkeit evaluierte Geschäftsideen unter Anleitung von Fachexperten umsetzen können. Die Studierenden profitieren im Start-up Lab einerseits von der weitreichenden Expertise und Kompetenz diverser Coaches und deren Netzwerke. Dabei stehen die Coaches, unter anderem aus den Bereichen Innovationsmanagement, Technologie, Strategie, Marketing, Produktion, Logistik, Finanzen sowie Recht, nicht nur in beratender Funktion, sondern, abhängig vom jeweiligen Fall, Fachgebiet und Interesse, den Studierenden auch operativ in wöchentlichen Coachings zur Seite, um die Umsetzung vielversprechender Ideen zu forcieren. Andererseits wird den Studierenden die Möglichkeit des Zugangs zu technischen Ressourcen wie auch zu potenziellen Investoren geschaffen. Die praktische Komponente in der universitären Ausbildung von

Unternehmern von morgen ist ein wesentlicher Bestandteil und hat einen Anteil von zirka 25 Prozent. Abgerundet wird die Wissensvermittlung und -anwendung durch den direkten Austausch mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Industrie in der Region und darüber hinaus, den das Institut für Entrepreneurship durch seine umfangreichen Netzwerke ermöglicht.

Unternehmensgründungen Früchte trägt die intensive Arbeit bereits heute, denn in den vergangenen Jahren wurden diverse Unternehmen durch Studierende des Masterstudiengangs Entrepreneurship mitgegründet, mitaufgebaut oder übernommen und erfolgreich am Markt etabliert. · Dalou (www.dalou.ch), ein Start-up, das der wichtigsten Mahlzeit am Tag besondere Aufmerksamkeit schenkt und fri-

sches, hochwertiges und individualisiertes Frühstück an Firmenkunden für Kundenmeetings, Firmenanlässe oder «Casual Fridays» verkauft und auf ökologisch freundliche Art liefert. · Stoll Kaffee (www.stoll-kaffee.ch), ein im Jahr 1936 in Zürich gegründetes Unternehmen, welches vom JuniorChef der Amann Kaffee GmbH übernommen und zu neuen Erfolgen in der Kaffeewelt und internationalen Barista-Szene geführt wurde. · Reachbird (www.reachbird.io), eine Influencer-Marketing-Plattform, die Agenturen und Marken hilft, mittels eines Algorithmus Influencer zu finden, diese zu buchen und Kampagnen auszuwerten. Weitere spannende Ideen im digitalen wie auch analogen Bereich sind bereits in der Pipeline und werden den bisherigen Erfolgsbeispielen in Kürze folgen.

Bildungsangebote Die Ausbildung zum Unternehmertum am Institut für Entrepreneurship beschränkt sich aber nicht nur auf das Flaggschiff-Produkt, den konsekutiven Masterstudiengang im Bereich Entrepreneurship. Das Angebot wird zusätzlich abgerundet durch die von den Studierenden im grundständigen Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre meistgewählte Vertiefungsrichtung «International Management und Entrepreneurship» sowie den seit 2016 bestehenden und mit dem MBA-Titel abschliessenden Weiterbildungsstudiengang «Technologie und Innovation» unter der Leitung von Andreas Müller. Letzterer richtet sich vorwiegend an berufstätige Ingenieure und Techniker aus der Region, die betriebswirtschaftliches Zusatz- und Spezial-Know-how erwerben wollen. Mit der Einführung dieses MBA-Programms setzt das Institut für Entrepreneurship die von Professor Sascha Kraus als Institutsleiter im September ausgegebene inhaltliche Neuausrichtung auf die Themenschwerpunkte «Entrepreneurship und Innovation» konsequent und zielstrebig fort. (pd) Moritz Schleich (Student im Masterstudiengang für Entrepreneurship): «Das Start-up Lab ist für uns Studenten eine tolle Chance. Hier wird zusammen gelernt, geforscht, getüftelt und natürlich der Prototyp zur jeweiligen Geschäftsidee entwickelt. Dieser Raum ist wie ein kleines Silicon Valley inmitten der Universität. Hier entwickeln wir Zukunftsvisionen und versuchen, sie in Begleitung von motivierten und engagierten Coaches umzusetzen. Mit modernen und voll ausgestatteten Arbeitsplätzen, einem Konferenzzimmer, einer Bar mit Kühlschrank und einer Couchecke mit Fernseher ist uns Studenten ein Forum geschaffen worden, welches unseren Ideen ein Zuhause gibt und es ermöglicht, intensiv an der Umsetzung unserer Ideen zu arbeiten.»

«Digitale Transformation geht uns alle an» Herr Brücker, der Unternehmertag widmet sich dem Thema «Digitalisierung – die unternehmerische Herausforderung». Wie unterstützt die Universität Liechtenstein die digitale Transformation in den Unternehmen? Jürgen Brücker: Der Fächerkanon der Universität Liechtenstein ist darauf ausgerichtet, durch international vernetzte Forschung und Wissenstransfer Antworten auf Herausforderungen zu geben, denen sich Liechtenstein und die Region stellen müssen. Digitale Transformation geht uns alle an. Die Universität Liechtenstein begleitet die Digitalisierung des Finanzplatzes – Stichwort FinTech –, unterstützt grosse und kleine Unternehmen in Geschäftsprozessen und bei der Nutzung von Daten, in der Architektur konzipiert man künftige Lebens- und Arbeitswelten und in der Lehre entwickeln die Studierenden ihre Kompetenzen, um als hoch qualifizierte Fachkräfte die Arbeitgeber in der Region in der digitalen Transformation zu unterstützen. Studenten des Studiengangs Wirtschaftsinformatik haben kürzlich regio-

nale Unternehmen bei der digitalen Transformation begleitet. Welche Erkenntnisse erhalten Sie aus solchen Projekten? Diese Projekte zeigen sehr deutlich, dass die enge Zusammenarbeit zu einer Gewinnsituation für die regionalen Industriepartner, die Studierenden und für die Universität führt. Digitalisierung bedeutet nicht nur die technische Vernetzung von Daten und Prozessen, sondern vor allem auch die Vernetzung der Mitspieler: Ein sogenanntes «Team-of-Teams», welches vielfältige Kompetenzen, einen internationalen Horizont und ganzheitliches Denken vereint, ist für den Unternehmenserfolg matchentscheidend. Dank der Digitalisierung können Startups heutzutage problemlos global tätig sein und grosse Reichweiten erreichen. Was können etablierte Unternehmen von Jungunternehmern lernen? Dass die bessere Idee gewinnt und nicht automatisch der «Grössere». Wer sich den neuen Möglichkeiten gegenüber nicht verschliesst, sondern sie versteht und für sein eigenes Fortkommen nutzt,

sische Motivation und Emotion entscheidend ist, getrieben von einer grossen Vision.

Jürgen Brücker, Rektor der Universität Liechtenstein

Bild: pd

hat beste Chancen. Die Universität Liechtenstein unterstützt dabei, indem sie Expertenwissen aufbaut und weitergibt sowie Agilität und Flexibilität fördert. Von Jungunternehmern können wir lernen, dass immer auch die intrin-

Die Universität Liechtenstein gilt als Hochschule für Gründer. Worauf führen Sie diesen Ruf zurück? Unsere Studierenden bescheinigen der Universität eine aussergewöhnliche Förderung der Entwicklung von Geschäftsideen und werden zum unternehmerischen Handeln ermutigt. Sie schätzen besonders auch das Lehrangebot zum Thema Entrepreneurship. In der aktuellen, internationalen Guess-Studie zur unternehmerischen Orientierung von Studierenden konnte die Universität Liechtenstein einmal mehr ihre Spitzenposition der vergangenen Jahre behaupten. Sicherlich tragen kurze Wege, enge Kontakte mit der Industrie, der Einbezug erfolgreicher Alumni und insgesamt die überdurchschnittliche Anzahl an Gründern dazu bei. Die Uni hat ein eigenes Start-up Lab gegründet, um Studierenden Platz zum Experimentieren zu geben. Wie stellen

Sie sicher, dass die Studentenprojekte den Weg in den freien Markt finden? Das gelingt vor allem durch das begleitende Coaching durch Experten im Start-up Lab. Deren Erfahrung hilft, Ideen mit Potenzial operativ vorwärts zu bringen und dabei auch realistisch zu bleiben. Ausserdem können die Coaches beim Zugang zu Netzwerken helfen, die bei der erfolgreichen Umsetzung von Geschäftsideen oft mitentscheidend sind. Nicht zu vergessen ausserdem der Zugang zu Investorenkapital. Wie digital ist die Universität selbst? Können Studierende online an Vorlesungen teilnehmen oder ihre Studienunterlagen auf die Cloud laden? Unsere Trümpfe sind und bleiben die persönliche akademische Betreuung der Studierenden und die Innovationskraft in einem inspirierenden Umfeld – da sind wir bewusst ganz analog (lacht). Aber selbstverständlich arbeiten etwa unsere Entrepreneurship-Studierenden und -Professoren mit Slack, einem Messaging- und Dokumentensystem, digital zusammen. (pd)


        

 

   

                                  #     """ ! #                  #    #   

 


Wirtschaftregional | 11. März 2017

| 15 Wissenspartner

«Wir sind Sparringspartner für Industrie 4.0» Kompetenz Digitalisierung und Automatisierung bieten grosses Potenzial für die Hightech-Industrie im Alpenrheintal. RhySearch, das Forschungsund Innovationszentrum Rheintal, will eine Modellfertigung für Industrie 4.0 aufbauen, um die Unternehmen in diesem Prozess zu unterstützen.

Genauso wie das Unternehmen Uber bereits heute einen privaten Pkw über das Smartphone des Fahrers zu einem Taxi umfunktionieren kann, werden an das Internet angebundene Fertigungsmaschinen, Werkstücke und dazugehörige Daten sicher auf vielfältige Arten kommerziell genutzt werden und zu neuen Geschäftsmodellen führen.

INTERVIEW: PATRICK STAHL

Herr Quaderer, die Träger Liechtenstein und St. Gallen wollen 11,09 Millionen Franken in RhySearch investieren. Wofür wollen Sie dieses Geld ausgeben? Richard Quaderer: Wir wollen Investitionen in die technische Infrastruktur tätigen, um die eigene Forschungskompetenz weiter aufzubauen. Es geht darum, durch neue Anwendungsfelder die Hightech-Wertschöpfungskette im Rheintal und darüber hinaus zu stärken. Unser Augenmerk legen wir vorerst auf die definierten Forschungsschwerpunkte Optische Beschichtung und Präzisionsfertigung. Die geplanten Investitionen sollen in diese beiden zukunftsträchtigen Bereiche fliessen, um die Unternehmen in ihrer Innovationsfähigkeit stärker unterstützen zu können.

Wie unterstützt RhySearch die KMU bei dieser digitalen Transformation? Das Potenzial der fertigenden Betriebe im Alpenrheintal soll in einem Projekt ermittelt und sichtbar gemacht werden, welches RhySearch zusammen mit der ETH Zürich und der Liechtensteiner Firma Epiphany AG im ersten Halbjahr 2017 durchführt. Dafür wird bei Industrieunternehmen eine Umfrage lanciert mit dem Ziel, ein aktuelles Datengerüst zu gewinnen, um darauf aufbauend gezielte Strategien zur Unterstützung der ansässigen Unternehmen zu erarbeiten. Für den Fall, dass Unternehmen ihre Digitalisierungsprojekte bereits umsetzen möchten, bringen wir auch eine Lösung: Ab Herbst 2017 können Unternehmen ihr Projekt mit einer Weiterbildung kombinieren. Dann ist der Start eines neuen Zertifikatsstudiengangs «Industrie 4.0» geplant, welchen RhySearch derzeit mit der Universität Liechtenstein ausarbeitet. Die Studierenden lernen darin die Grundlagen von Industrie 4.0 kennen und können ihr individuelles Projekt in Begleitung eines erfahrenen Coaches umsetzen.

Warum ist die Innovationsförderung so wichtig für die Wirtschaft im Alpenrheintal? Das St. Galler Rheintal und das Fürstentum Liechtenstein sind stark exportorientiert. Die Industriefirmen aus der Region exportieren gemeinsam Waren im Wert von rund neun Milliarden Franken und stellen rund 44 Prozent der Arbeitsplätze. Zum Vergleich: In der Gesamtschweiz liegt der Beschäftigungsanteil der Industrie bei 25 Prozent. Beide Werkplätze sind dem Währungsumfeld unmittelbar ausgesetzt und haben diesbezüglich einen Standortnachteil, denn der Franken ist heute überbewertet. Die Firmen sind konstant gefordert, durch Qualität und Einzigartigkeit der Produkte und der Verfahren international wettbewerbsfähig zu bleiben. Hoch innovative Unternehmen sind für Währungsschwankungen weniger anfällig. Seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank im Januar 2015 hat Innovation noch weiter an Bedeutung gewonnen. Was tut RhySearch, damit unsere Unternehmen noch innovativer werden? Durch den geplanten Infrastrukturausbau können die Entwicklungszeiten für neue Produkte deutlich verkürzt und Innovationen begünstigt werden. Die Unternehmen erhalten Zugriff auf ein breites Portfolio an innovativen Methoden und Prozessen, die insbesondere kleine Unternehmen nicht aus eigener Kraft finanzieren können. Das beste Beispiel ist unsere Werkstatt4, um Industrie 4.0 in der Präzisionsfertigung einzuführen. Worum geht es bei diesem Projekt im Bereich Industrie 4.0 genau? Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern wie der Hochschule für Technik Buchs NTB, Universität Liechtenstein und Inspire AG eine Modellfertigung aufbauen. Die Werkstatt4 wird sich technisch auf die Hoch- bis Ultrapräzisionsfertigung konzentrieren. Sie ist ein Modell für eine moderne Fertigungsor-

Können Sie ein Beispiel geben, wie Industrie 4.0 in Unternehmen funktioniert? Ein Unternehmen kann die Leistungsfähigkeit seines Produkts über das Internet überwachen und zum richtigen Zeitpunkt seinem Kunden eine Wartung verkaufen, bevor es zu einem Ausfall des Produkts kommt. Derartige Dienstleistungen werden in Zukunft stark zunehmen. Oder ein weiteres Beispiel: Die Fertigungseinheiten unterschiedlicher Unternehmen werden von einem Koordinationsunternehmen neu kombiniert. Bereits heute sind Lieferketten vieler Produkte weltumspannend aufgebaut. Unter Umständen wird auch das Prozesswissen bei einem solchen Koordinationsunternehmen liegen. Der Technologiekonzern Apple steuert seine Zulieferer auf diese Weise.

«Die Unternehmen erhalten Zugriff auf ein breites Portfolio an innovativen Methoden und Prozessen.» Richard Quaderer, Geschäftsführer von RhySearch

ganisation mit vernetzten Maschinen, digital identifizierten Werkstücken und intelligenter Steuerung. Die Modellfertigung soll den Unternehmen helfen, ihre eigene Fertigung zu optimieren

RhySearch Richard Quaderer ist Geschäftsführer von RhySearch, dem Forschungsund Innovationszentrum im Rheintal. Die gemeinsame Forschungsstätte des Kantons St. Gallen und des Fürstentums Liechtenstein vernetzt Industrie mit Hochschulforschung und betreibt eigene angewandte Forschung und Entwicklung, um die Wettbewerbsfähigkeit von KMU im Alpenrheintal zu stärken. RhySearch ist seit dem Start 2013 in den Räumen der Hochschule für Technik Buchs NTB untergebracht und beschäftigt aktuell acht Mitarbeitende. www.rhysearch.ch

und alternative Geschäftsmodelle für die digitale Zukunft zu erarbeiten. Wie läuft dies konkret ab? Ein über Jahrzehnte gewachsenes Unternehmen kann seine Prozesse nicht über Nacht digitalisieren. Es müssen zunächst die Abläufe und Prozesse schlanker gestaltet werden. Werkstücke und Produkte sollten soweit möglich eindeutig und digital gekennzeichnet sein, um für den Fertigungsplan Informationen zu diesen Teilen abrufen und neue Daten, zum Beispiel das Ergebnis einer Qualitätsprüfung, abspeichern zu können. Die Kennzeichnung erfolgt zum Beispiel durch einen optischen Barcode oder eine RFID. Auch die Bearbeitungsmaschinen des Unternehmens sind nacheinander so zu modifizieren, dass sie ein Fertigungsprogramm empfangen und Fertigungsdaten senden können. Dabei sind viele Schnittstellen zwischen diesen Anla-

gen, dem internen Datennetz und den verschiedenen eingesetzten SoftwareSystemen zu berücksichtigen. Typischerweise wird die Digitalisierung der Fertigungsprozesse einige Jahre in Anspruch nehmen und in mehreren Etappen ablaufen. In der Werkstatt4 können neue Werkstück-Kennzeichnungen, neue Hard- und Software-Schnittstellen sowie neue Abläufe getestet werden, bevor sie im Produktionsalltag der Firma eingesetzt werden. An welche neuen Geschäftsfelder denken Sie bei Industrie 4.0? Basierend auf der fortschreitenden Digitalisierung werden neue Geschäftsmodelle entstehen, die möglicherweise die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens stärker beeinflussen, als es genauere Maschinen oder steuerungslose Fertigungszellen tun, da diese Veränderungen die Struktur der gesamten Industrie betreffen werden.

Welche Rolle wird RhySearch bei der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle spielen? RhySearch will in Zusammenarbeit mit dem Hilti-Lehrstuhl für Business Process Management an der Universität Liechtenstein die denkbaren Geschäftsmodelle für CNC-Fertigungsunternehmen prüfen und innovative Geschäftsmodelle selbst entwickeln und erproben. Durch diese Kooperation wird RhySearch für Unternehmen ein kompetenter Diskussions- und Sparringpartner bei der Implementierung neuer Geschäftsmodelle sein. Ziel ist es, den regionalen Unternehmen frühzeitig die Chancen und Risiken durch die Digitalisierung aufzuzeigen. Wo wird RhySearch Ihrer Ansicht nach in fünf Jahren stehen? Durch die Investitionen in unsere technische Infrastruktur und die dadurch ermöglichten zusätzlichen Projekttätigkeiten wird RhySearch zu einer über das Alpenrheintal hinaus bekannten Forschungsinstitution heranwachsen. In enger Zusammenarbeit mit den regionalen Unternehmen und unseren Kooperationspartnern werden wir Innovationen hervorbringen, die auch weiterhin dem internationalen Vergleich standhalten. Wir freuen uns auf diese Herausforderungen.


├а┼┤├а─ЊкЈ ├икц┼┤ -┬а─ј┼┤╔Ќ├а┼┤─ђ─Икц─ђ├а─И ├а┼┤ ─И├ака├а ка├њ─Њ l├╣

─ИкЈ├њ├а├ђ─Ц├а─И r─Њ├а ├њ├а─И ─И├ака├а─И ─е─е┼┤┬а├њ┬а─ИкЈ┼┤─Њ├а┬х ┼Ека┬акЈкЈ┼┤┼Ѓ├Ї ├њ├а┼┤ ├њ┬а─И─Ц ├њ├а┼┤ ─Њ─И─И┼Ѓ╔Ќ┬акЈ─Њ╔Ќ├а─И ка─екЈ┼┤┬а─њy├а├ђ─ј─И┼Ѓ─е┼Ѓ─ђ─Њ├а ╔ј╔Ц─Њ├а─И╔Ц ка─И├њ r─Њ├ђ─ј├а┼┤─ј├а─ЊкЈ ╔Ќ├а┼┤┬х─Њ─И├њ├акЈ┼а ┼Љ╔Е E┬а─ј┼┤├а ─Ц┼Ѓ┼╝кЈ├а─И─е┼Ѓ┼╝├а┼┤ r├а┼┤╔Ќ─Њ├ђ├а ка─И├њ ┬ака├и ┬Јка─И┼╝├ђ─ј J├а┬а┼╝─Њ─И─ђh─ека┼╝ ─Њ─И─Ц─ека┼╝─Њ╔Ќ├а r├а┼┤╔Ќ─Њ├ђ├а ка─И├њ ┬ј├а┼┤┼╝├ђ─ј─е├а─Њ┼╝┼╝├Ї m├а─Њ├и├а─И├Ї ┼┤┼╝┬акЈ╔Ц─│┼Ѓ┬х─Њ─е─ЊкЈ┬ЦкЈ ка─И├њ ┬ј├а┼┤┼╝─Њ├ђ─ј├а┼┤ка─И─ђ├а─И ┼╝─Њ─И├њ ╔ў├а─ЊкЈ├а┼┤├а ┬ј┼Ѓ┼┤кЈ├а─Њ─е├а┼а Q├а─ј┼┤ 7─И├и┼Ѓ┼╝ ┬х├а─Њ ка─И┼╝┼а

├а┼┤├а─ЊкЈ ├икц┼┤ r─Њ├а ├Г ─Б├акЈ╔ЦкЈ h┼┤┼Ѓ┬х├а ├и┬а─ј┼┤├а─И ка├њ─Њ r╔ў─Њ┼╝┼╝ r├а┼┤╔Ќ─Њ├ђ├а h┬а├ђ─Ц┬а─ђ├а┼Ц├ї ─Ц┼Ѓ┼╝кЈ├а─И─е┼Ѓ┼╝├а┼┤ r├а┼┤╔Ќ─Њ├ђ├а ┼Љ╔Е E┬а─ј┼┤├а ┼Ѓ├њ├а┼┤ ┼Љ╔Е╔Е ╔Е╔Е╔Е ─Ц─│┼а ┼╝ ─ђ─Њ─екЈ ─Б├а╔ў├а─Њ─е┼╝ ├њ┬а┼╝ ╔Цка├а┼┤┼╝кЈ ┼┤┼┤├а─Њ├ђ─јкЈ├а┼а

Q. ┬ј┬а├њка╔Ц ка┼╝кЈ┼┤┬а┼╝┼╝├а кќкЁ├Ї ─й├й─й╔Е ┬ј┬а├њка╔Ц y├а─е┼а ┼Ц├йкЮкќ кЮкќкЁ кЁкЁ ╔Е╔Е├Ї -┬а╔Ю ┼Ц├йкЮкќ кЮкќкЁ кЁкЁ ╔ЕкЁ ╔ў╔ў╔ў┼а╔Ќ┬а├њка╔Ц┼а┬а─│┬а─ђ┼а─е─Њ├Ї ─Њ─И├и┼Ѓ┼а╔Ќ┬а├њка╔Ц┬│┬а─│┬а─ђ┼а─е─Њ

 

   

    



 !

          !     

   

  "

   

 


Wirtschaftregional | 11. März 2017

| 17 Referent

«Smartwatch steht erst am Anfang» Uhren Im Gespräch erklärt Jean-Claude Biver, was in der Uhrenbranche schiefgelaufen ist, weshalb sie den Tiefpunkt überwunden und die Smartwatch ihr Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft hat.

MIT JEAN-CLAUDE BIVER SPRACHEN NICOLE RÜTTI UND ANDREA MARTEL

ZUR PERSON Jean-Claude Biver leitet das Uhrengeschäft des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH und verantwortet damit die Marken TAG Heuer, Hublot und Zenith. Biver kaufte 1983 den angeschlagenen Uhrenhersteller Blancpain und verkaufte das sanierte Unternehmen 1992 an die Swatch Group. Er wurde Chef der Uhrenmarken Blancpain sowie Piguet und war zuständig für das Marketing bei Omega. 2004 stieg er bei Hublot ein und hauchte dem damals kleinen Uhrenhersteller neuen Schwung ein. In der Schweiz nimmt heute die Marke TAG Heuer im Bereich Smartwatch eine Vorreiterrolle ein und kämpft gegen die Dominanz des Technologiekonzerns Apple an.

Herr Biver, hat die Uhrenbranche nach eineinhalb Jahren Verkaufsrückgängen die Krise endlich überwunden? Jean-Claude Biver: Das Schlimmste dürfte überstanden sein. Ich bin zuversichtlich, weil sich die Geschäftslage in China und Amerika verbessert. Auch die Wahlen in den USA sind vorbei, und der Brexit war bisher gar nicht so schlimm. Das ist alles positiv für die Stimmung und dürfte auch den Konsum stimulieren. War der Einbruch bei den Uhrenexporten auf die schlechte Stimmung zurückzuführen oder hat die Branche auch Fehler gemacht? Falls tatsächlich ein Fehler gemacht wurde, dann vielleicht der, dass Ware an Juweliere verkauft wurde ohne Rücksicht auf den Weiterverkauf an den Endkunden. Wenn Uhrenhersteller ihren Händlern Uhren liefern und nicht schauen, ob diese in den Läden auch abgesetzt werden, wenn also der Sell-out nicht mit dem Sell-in übereinstimmt, gibt es einen Rückstau. Die Lager füllen sich und plötzlich bestellt der Händler gar nichts mehr.

con Valley aufbauen. Die Technologie bleibt ja nicht stehen. Wir müssen nahe dran sein und wissen, was läuft.

Ist dies das einzige Branchenproblem? Nein, das zweite Problem ist, dass wir immer teurer geworden sind, vor allem im Ausland wegen der Aufwertung des Franken, aber auch in der Schweiz. Man darf nie vergessen: Es gibt immer eine Preisschwelle, ab der Sie etwas nicht mehr verkaufen können. Gerade im oberen Luxussegment ist diese Schwelle schwer zu messen. Da muss man vorsichtig sein.

Wie viele Leute werden dort beschäftigt sein? Wir planen acht bis zwölf Stellen – alles Ingenieure, die wir von verschiedenen Hochschulen rekrutieren, auch von der ETH und der EPFL. Wir setzen bewusst auf ganz junge Leute, denn nur sie können mit den neuen Medien wirklich gut umgehen. Nur der Chef, Tom Foldesi, ist etwas älter. Er war vorher bei Intel verantwortlich für den Bereich Wearables.

Aber bei den kontinuierlichen Preiserhöhungen der Uhrenbranche handelte es sich doch um eine bewusste Strategie? Ja, es war aber auch Bequemlichkeit. Erfolg macht bequem. Solange sich die Uhren auch teurer gut verkauften, hinterfragte niemand seine Strategie.

Wurde die neue TAG Heuer Connected im Silicon Valley entwickelt? Ja und nein: Die Ästhetik, das Gehäuse, das Uhrmacherische wurde von uns hier in der Schweiz entwickelt, die Mikroprozessoren stammen von Intel.

Sie bekleiden seit Kurzem zusätzlich noch den CEO-Posten des Uhrenherstellers Zenith. Weshalb haben Sie das Ruder übernommen? Das war ein sehr kurzfristiger Entscheid, den ich in den Ferien getroffen habe. Ich habe mir gesagt, so kann das nicht weitergehen. Ich bin für drei Marken verantwortlich: Von denen blickt eine, TAG Heuer, umsatzmässig auf das beste Jahr seit 1860 zurück, die zweite, Hublot, auf ein historisches Rekordjahr. Warum bringt Zenith das nicht fertig? Und was ist Ihre Strategie für Zenith? Wollen Sie die Marke neu positionieren? Nein, die Produkte stimmen und auch der Preis. Es wird vor allem darum gehen, die Marke neu zu kommunizieren, ihr Profil zu schärfen. Manche Leute wissen nicht einmal, dass Zenith eine Uhrenmarke ist. Aber die Marke leidet doch auch wegen China. Genau. Zenith war einer dieser Uhrenhersteller, die 60 oder 70 Prozent des Umsatzes mit Chinesen gemacht haben. Und weil das Geschäft lange Zeit so gut lief, kümmerte man sich nicht darum, weitere Absatzmärkte zu entwickeln. Diese Abhängigkeit vom chinesischen Markt muss verringert werden. Zudem möchte ich vermehrt Synergien zwischen den Marken nutzen. Diese haben wir innerhalb des Konzerns bisher wenig ausgeschöpft, weil bei LVMH die Autonomie der Marken sehr grossgeschrieben wird. Ich weiche dieses Konzept nun ein bisschen auf, um Synergien

«Wir sind noch in der Steinzeit des Produkts.» Jean-Claude Biver, Leiter des Uhrengeschäfts von LVMH

zu heben – ob nun im Bereich der Materialien oder auch im Marketing. Auch im Bereich Smartwatch? Nein, eine Smartwatch werden wir bei Zenith sicher nicht herstellen, denn diese Marke soll für ein Stück Ewigkeit am Handgelenk stehen. Aber für TAG Heuer ist die Smartwatch doch ein Erfolg, oder? Wir sind sehr zufrieden damit. 56 000 Stück haben wir in den vierzehn Monaten seit der Lancierung im November 2015 abgesetzt, viel mehr als die ursprünglich erwarteten 20 000. Die Uhren der ersten Serie sind praktisch alle verkauft, die neue Kollektion kommt im Mai. Dieses Jahr planen wir, 150 000 Stück zu verkaufen. Die letzten Statistiken zum Smartwatch-Absatz waren eher ernüchternd. Was macht Sie so zuversichtlich?

Apple-Chef Tim Cook hat sich vor einer Woche via Reuters ausgesprochen positiv über die Nachfrage nach der Smartwatch im Weihnachtsgeschäft geäussert. Man sei auf gutem Wege zu einem Rekordquartal für die Apple Watch. Zugleich darf man nicht vergessen: Die Smartwatch ist erst am Anfang ihrer Existenz, wir sind gewissermassen noch in der Steinzeit dieses Produkts. Stellen Sie sich vor, wenn die Uhr plötzlich nicht mehr auf das Telefon angewiesen wäre. Wie sieht es mit der Profitabilität der TAG-Heuer-Smartwatch aus? Derzeit ist die Marge natürlich noch geringer als bei den mechanischen Uhren, weil uns die grossen Mengen fehlen. Aber selbst im letzten Jahr haben wir mit der Connected schwarze Zahlen geschrieben. Ab einer Stückzahl von 100 000 werden wir eine relativ komfortable Margensituation haben, ähnlich jener der traditionellen Uhren.

Also bereits 2017? Das hoffen wir. Ausserdem werden wir in La Chaux-de-Fonds ab diesem Frühjahr eine Montagestrasse haben, wo die Mikroprozessoren für die Smartwatch zusammengebaut werden. Am 18. Dezember hat uns Intel die Zertifizierung dafür gegeben. Planen Sie diese Anlage, damit auch Ihre Smartwatch das «Swiss made»Label tragen darf? Wir brauchen das Label ja eigentlich nicht, denn bei einer Smartwatch erwartet niemand «Swiss made». Aber weil wir ein Schweizer Produzent sind, möchten wir das Label über die gesamte Produktelinie hinweg haben. Sie haben aber auch einen Ableger im Silicon Valley gegründet – wozu? Mit unserer neuen Niederlassung auf dem Intel-Campus in Santa Clara wollen wir den Kontakt zu den Leuten vom Sili-

Was wird neu sein an der zweiten Generation der TAG Heuer Connected? Nicht viel – so viel, wie auch bei einer Apple Watch neu ist, denn wir arbeiten ja alle mit den gleichen Technologien. Wirklich neu ist die Bezahlfunktion, aber sonst? Ein besseres GPS, das auf einen Meter genau ist, besserer Empfang, längere Batteriedauer, leistungsfähigere Displays. Das Einzige, was uns von den anderen Smartwatch-Herstellern unterscheidet, ist unser Modularsystem, das uns erlaubt, das Werk auszutauschen. Ausserdem wird es bei der neuen Serie eine kleinere Uhr für Frauen und den asiatischen Markt und eine grössere wie bisher geben. Wir werden auch verschiedene Farben und Materialien anbieten. Hat sich das Smartwatch-Projekt auch positiv auf die Verkäufe der übrigen Uhren ausgewirkt? TAG Heuer hat 2016 rund 14 Prozent mehr Umsatz gemacht. Wenn man auf die letzten zwei Jahre zurückschaut, hat sich der Geschäftsgang genau in die entgegengesetzte Richtung entwickelt wie jener der Uhrenindustrie gesamthaft: Im Dezember 2014 legten die Schweizer Uhrenexporte noch gegen 10 Prozent zu, TAG Heuer lag mit seinen Verkäufen um 10 Prozent unter Vorjahr. Dann ging es mit dem Wachstum der Uhrenexporte stetig abwärts, mittlerweile steht die Branche bei –10 Prozent. TAG Heuer hingegen konnte sich Monat für Monat verbessern. Seit Ende 2015 wächst unser Umsatz wieder, zuletzt um rund 15 Prozent. Dabei haben auch die Smartwatch und die Publizität, die sie uns gebracht hat, eine Rolle gespielt. © NZZ


,YMVSNYLPJOL >LIZLP[LU      

    .&& +&'' ,- !'+     +'+  %-, ,((  11  %-, ,((  "1 ///$!'#+$ !'#+!'#+$

    

ZZZVLWHZDONFRP

      

!&'&'+&'' ,1  1") +$  /0  %" 1(" ---   ///$!'#+$ !'#+!'#+$

       

         

/DQGVWUDVVH   6FKDDQ 1LHGHUODVVXQJ 8QWHUODQG +DOGHQVWUDVVH   %HQGHUQ 

                      


Wirtschaftregional | 11. März 2017

| 19 Referentin

«Wir verbinden offline und online» Onlinehandel Anna Alex hat eine Online-Modeshopping-Plattform für Männer mitgegründet. Das Start-up Outfittery will das Beste aus der Online- und Offline-Welt miteinander verbinden – und hat damit Erfolg.

Das ist nicht ganz richtig. Gibt es so nicht – wir haben lediglich zwei Showrooms in unseren Büros in Berlin und Zürich.

INTERVIEW: PATRICK STAHL

Frau Alex, wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Online-Modeberatung für Männer zu gründen? Anna Alex: Auf die Idee zu Outfittery kamen meine Mitgründerin Julia Bösch und ich in New York. Ein Freund von uns – eigentlich Typ «Shoppingmuffel» – hat sich dort einen Personal Shopper geleistet, für 100 Dollar die Stunde. Das ist dort für erfolgreiche Geschäftsmänner durchaus üblich. Es hat ihn begeistert – Shopping war für ihn noch nie so einfach. Wir überlegten uns, dass Personal Shopping auch für Europäer interessant sein könnte, und wollten es jedermann zugänglich machen – daher verknüpften wir die persönliche Beratung einfach mit dem Online-Shopping.

Was raten Sie anderen Start-ups, die von der digitalen Transformation profitieren wollen? Am besten nicht zu viel Zeit damit verbringen, das Produkt zu Beginn perfekt zu machen. Die Devise: Einfach machen! So schnell wie möglich direkt am Kunden testen und dann anhand des Feedbacks, das man bekommt, optimieren. Die Anforderungen der Konsumenten werden gerade im digitalen Zeitalter auch dauernd anspruchsvoller – man sollte bereit sein, hier schnell reagieren zu können. Was waren Ihre Ziele, wie schnell die Firma wachsen soll, als Sie vor knapp fünf Jahren starteten? Meine Mitgründerin Julia und ich haben früh entschieden, dass wir schnell wachsen wollen. Da galt es zunächst, den richtigen Investor von sich zu überzeugen, mit dessen Hilfe man das dann auch finanziell stemmen kann. Unser Service wurde von den Männern aber von Beginn an extrem gut angenommen und nachgefragt. Wenn Investoren sehen, dass für ein neues Produkt oder einen neuen Service hohe Nachfrage besteht, dann überzeugt das. Mittlerweile haben wir einen tollen Kreis an Investoren an Bord, mit deren Hilfe wir unsere Ziele immer weiter vorantreiben.

Sie verkaufen Männerkleider in passender Zusammenstellung. Warum kauft man bei Ihnen ein? Wir sind davon überzeugt, dass die Zukunft des Modehandels im qualitativ hochwertigen, individualisierten und vor allem für den Kunden relevanten Angebot liegt. Mit Outfittery haben wir den richtigen Weg gefunden, um genau diesen Service- und Qualitätsgedanken zurück in den Handel zu bringen und Männern damit auf unkomplizierte Art und Weise Zugang zum Thema Mode zu geben. Durch die persönliche Beratung und individuelle Auswahl an Mode bieten wir dem Kunden einen echten Mehrwert. Denn im regulären OnlineShopping sieht sich der Kunde immer vor die Entscheidung gestellt, welche der 1000 Jeans, die er in einem Shop findet, wohl die richtige für ihn ist oder ob ihm schwarze Jeans überhaupt stehen. Mit der Auswahl sind viele einfach überfordert – es macht keinen Spass und kostet viel Zeit, sich durch Hunderte Bilder und Seiten mit Jeans zu klicken, ohne zu wissen, welche davon die richtige ist. Genau hier setzen wir an und bieten eine kuratierte Auswahl an dem, was den Männern steht und zu ihnen passt. Was kann Ihr Online-Dienst, was gute Verkäuferinnen in guten Läden nicht können? Mal ehrlich: Wie oft trifft man im Laden noch auf einen kompetenten Verkäufer, der zum einen für die Ware, die man anprobiert, auch zuständig ist, der einen dann auch noch wirklich berät, anstatt einem etwas aufzuschwatzen, und sich Zeit für einen nimmt? Das wird immer seltener. Unsere Stylisten hingegen verstehen sich als Berater, nicht als Verkäufer. Sie wählen gezielt das für den Kunden aus, was ihm steht und zu ihm passt und schaffen damit ein relevantes Einkaufserlebnis für jeden Einzelnen. Im Einzelhandel wird man nach der Kaufentscheidung mit der Ware allein gelassen. Das ist bei uns anders: Die Stylisten sind auch nach dem Einkauf noch für den Kunden da, wenn er zum Beispiel Rückfragen zur Pflege der Kleidung oder zu Kombinationsmöglichkeiten hat. Sie waren anfangs ausschliesslich digital unterwegs. Warum? Wir sind ein digitales Unternehmen mit digitalem Geschäftsmodell. Da liegt es natürlich nahe, viel auf Online-Marketing zu setzen – und das tun wir auch nach wie vor, zum Beispiel über Facebook. Wir haben aber früh angefangen, auch mit anderen Kanälen zu experimentieren es sind mit der Zeit andere, nicht digitale Marketing-Kanäle dazugekommen, wie zum Beispiel TV-Werbung. Wir probieren generell immer mal wieder neue Kanäle oder Formate aus. So haben wir vor zwei Jahren mal einen Pop-Up Store am Hamburger Flughafen gehabt, wo wir Männer direkt am Gate

Welche Schwierigkeiten hatten Sie zu meistern? Zu viele, um sie hier zu nennen – ich glaube, das ist normal, wenn man ein Unternehmen von Null aufbaut. Man muss einfach immer optimistisch bleiben! Wir haben von Beginn an viele Steine aus dem Weg räumen müssen, und haben es trotzdem immer irgendwie geschafft. Ich habe gelernt: Nie alles auf einmal versuchen zu lösen. Die Probleme priorisieren, und dann eines nach dem anderen angehen. Was ist Ihre Vision für Outfittery? Wir möchten Männern den Spass am Einkaufen zurückgeben und den Prozess dabei so einfach und bequem wie möglich für sie gestalten. Und irgendwann möchten wir einmal alle Männer in Europa eingekleidet haben!

«Männer kaufen gerne alles auf einmal und dann ein paar Monate nichts mehr. Das passt zu unserem Konzept.» Anna Alex, Geschäftsführerin von Outfittery

getroffen haben. Das war super. Und serem Konzept. Frauen sind etwas erst im Herbst vergangenen Jahres komplizierter, was Mode angeht. Wie haben wir ein Virtual Reality Video für viele Frauen kennen Sie, die Shopping unsere Kunden produals ein Hobby aufzähziert, was sie mithilfe len? Viele wahreiner Cardboard-Brilscheinlich. Aber wie «Irgendwann möchten le, die wir ihnen in die viele Männer kennen Box gelegt haben, anSie? Eben! Frauen wiswir einmal alle Männer schauen konnten. sen oftmals besser als in Europa eingekleidet jeder andere, was haben» Bisher sprechen Sie ihnen steht. Unsere mit Outfittery nur Kunden aber freuen Männer an. Warum sich über neue Inspilassen Sie sich die Frauen entgehen? ration. Frauen sind auch komplizierter Wir sehen ein sehr grosses Potenzial im bei den Passformen, Männer sind da Menswear-Bereich, haben uns darauf unkomplizierter. spezialisiert und wollen erst mal bei den Männern bleiben. Männer haben Sehen Sie sich als Konkurrenz oder als einfach ein anderes Einkaufsverhalten Ergänzung zu den klassischen Modeläals Frauen. Sie sind «Bulk-Käufer» – das den und Bekleidungsgeschäften? heisst, sie kaufen gern alles auf einmal Da trifft sicher beides zu. Denn wir komund dann ein paar Monate nichts binieren ja mit Outfittery das Beste aus mehr. Dieses Verhalten passt gut zu un- Offline- und Online-Welt: Die persönli-

che Beratung aus dem stationären Einzelhandel mit der Convenience des Online Shoppings. Ein Grossteil der Outfittery-Kunden hat übrigens vorher noch nie online Mode bestellt. Haben Sie das Gefühl, dass die etablierten Modeanbieter den digitalen Wandel verschlafen haben? Ich glaube, dass gerade der stationäre Handel – das ist ja quasi die Domäne der etablierten Modeanbieter – sich zunehmend neu erfinden muss. Vor allem muss er den Kunden wieder in den Fokus rücken und mehr auf seine Bedürfnisse eingehen. Einkaufen muss mehr zu einem Erlebnis werden und nicht wie eine Massenabfertigung daherkommen. Mittlerweile gibt es Outfittery-Läden auch in einigen Städten und Ballungszentren. Warum haben Sie sich für den analogen Auftritt entschieden?

ZUR PERSON Anna Alex ist Mitgründerin und Geschäftsführerin des PersonalShopping-Services Outfittery. Die gebürtige Hamburgerin startete ihre Karriere bei Rocket Internet in Berlin und leitete in Zürich die IT eines Schweizer Online-Unternehmens, bevor sie sich ihren Traum vom eigenen Unternehmen erfüllte und 2012 gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Outfittery gründete. Das junge Unternehmen verschickt Outfits an Männer, die nach dem Geschmack der Nutzer von Stylisten zusammengestellt werden. Outfittery ist bereits in acht europäischen Ländern aktiv und beschäftigt derzeit rund 300 Mitarbeiter.


WMA TOURISTIK IHR BUSREISEPROFI

Wir organisieren fĂźr Sie... anything else? Gruppenreisen Vereinsreisen Ausflugsfahrten Flughafentransfers Tag- und Nachtshuttle Service fĂźr jeden Event

  

  

 # "   " #"'  ' % '#%"% " % " " "% " % % #%! " ( " " %# "%# %# #% ' )" ##" # " "" "%

Busse von 8 - 52 Plätze TOP Ausstattung - WLAN IHR PARTNER FĂ&#x153;R PERSONENTRANSPORTE

"  "% " % ' "'  "# "#"  #%%# "" " 

 &* ** "  % WMA TOURISTIK AG Autoreisen Binzastrasse 68 FL-9493 Mauren



tel: +423 370 15 60 email: wma@touristik.li www.touristik.li

,QWHUDNWLYH /|VXQJHQ IÂ U (YHQWV

PERFORMANCE MARKETING, das Wortart: Substantiv, Neutrum >â&#x20AC;ŤŢ&#x2013;â&#x20AC;ŹSÔĽâ&#x20AC;ŤŢ&#x2013;â&#x20AC;ŹIâ&#x20AC;ŤŢ?ܧâ&#x20AC;ŹPÔĽQVâ&#x20AC;ŤŢ&#x2013;â&#x20AC;ŹPDâ&#x20AC;ŤŕĄŹÜŁŢ?â&#x20AC;Ź NÜźWܟƞ@

(YHQW/|VXQJHQ IÂ U 6PDUWSKRQHV

Strategischer Einsatz und Optimierung von Onlinemarketinginstrumenten um Ihre Zielgruppe(n) direkt und messbar zu erreichen

(YHQW:HEVLWHV (YHQW$SSV (OHFWURQLF9RWLQJ 7HLOQHKPHU0DQDJHPHQW 'LHQVWOHLVWXQJHQ IÂ U *9V /|VXQJHQ IÂ U *URVVJUXSSHQHYHQWV

*URXS&RQVXOWHU $* 5HLQHQVWUDVVH  Âą &+ %HULNRQ LQIR#JURXSFRQVXOWHUFK Âą     

www.co-agency.li

Digital mehr erreichen.


Wirtschaftregional | 11. März 2017

| 21

Referent

«Die Digitalisierung verändert das Geschäftsmodell» Innovation Professor Oliver Gassmann beschäftigt sich mit der digitalen Transformation der Wirtschaft. Er rät etablierten Unternehmen dazu, die Entwicklung aktiv anzugehen und neue Dinge auszuprobieren.

auch das eigene Unternehmen konkurrenzieren – und wenn wir es nicht tun, wird es ein anderer tun.

INTERVIEW: PATRICK STAHL

Professor Gassmann, die digitale Transformation ist derzeit in aller Munde. Zu Recht? Oliver Gassmann: Die Digitalisierung ist in den meisten Industrien zum strategischen Wettbewerbsvorteil geworden. «Software eats the world», wie das Wall Street Journal schrieb. Uber ist ein Sinnbild dafür: Das Unternehmen hat die Taxibranche weltweit überrollt, ohne ein einziges Taxi zu besitzen und ohne einen einzigen Taxifahrer angestellt zu haben. Mit einer App und einer digitalen Plattform hat es Uber in kürzester Zeit geschafft, die 50-Milliarden-Dollar-Bewertung zu überschreiten. Sie bezeichnen dies in ihrem aktuellen Buch als Ubernisierung der Wirtschaft. Was meinen Sie damit? Die Ubernisierung setzt sich in allen Branchen Stück für Stück durch: Handel, Telekommunikation, Logistik, Reisen, Automobilindustrie, Banken, Versicherungen und Maschinenbau. Einige Branchen werden langsamer von der Digitalisierung betroffen sein, andere schneller. Doch allen gemeinsam ist: Die Geschwindigkeit der Transformation ist deutlich höher als Experten geschätzt haben. Dies hängt mit der exponentiellen Entwicklung der Leistungsfähigkeit von Prozessoren zusammen. Wie sollten etablierte Unternehmen ihrer Ansicht nach auf diese Entwicklung reagieren? Die Herausforderung ist nur in wenigen Fällen die Art der Technologie. Gute Ingenieure haben wir genügend. Weit wichtiger ist das richtige Geschäftsmodell. Der klassische Wettbewerb zwischen Produkten oder Unternehmen wird zunehmend ersetzt durch einen Wettbewerb zwischen Geschäftsmodellen. Welche Geschäftsmodelle warten darauf entdeckt zu werden? Es geht darum, den Kunden mit seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen. Dabei geht es nicht nur um Produkte oder Technologien, sondern um die Gesamtkonstellation – eben das Geschäftsmodell. Apple wurde zum grössten Musikvertrieb, ohne eine einzige CD zu verkaufen, Airbnb ist das grösste Hotel, ohne eigene Gebäude zu besitzen, Skype wurde zum grössten Kommunikationsanbieter ohne eigene Netzwerkinfrastruktur, Ebay und Amazon revolutionierten den Handel. Allen gemeinsam ist der Fokus auf neue Geschäftsmodelle, getrieben durch die Digitalisierung. Wie können etablierte Unternehmen ein neues Geschäftsmodell entwickeln? Der Trend geht dort klar zum Servicegeschäft. Ein gutes Beispiel ist der Ostschweizer Getreidemühlenhersteller Bühler. Deren Techniker sehen genau, mit welcher Konfiguration das Getreide bei ihren Kunden gemahlen, gequetscht und zerrieben wird und können damit eine kundenoptimierte Einstellung ihrer Anlagen anbieten. Indem ich meine Produkte – egal Getreidemühle, Zementanlage oder Bohrmaschine, mit Technologien wie Sensorik, Konnektivität und Datenanalytik ausstatte, kann sich das Geschäft vom einmaligen Auftrag zur kontinuierlichen Beziehung entwickeln. Aus dem Produkt- wird ein Servicegeschäft. Voraussetzung ist aber, dass man den Kunden das richtige Nutzenversprechen für die Daten bietet. Eine reine Nachrüstung bestehender Anlagen mit

Können Sie ein Beispiel für diese Form von Managementverständnis nennen? Manager müssen die Gefahr von Mitbewerbern von aussen wirklich sehr, sehr ernst nehmen. In der Zusammenarbeit mit Google haben wir vor allem eins festgestellt: Sie selektieren ihre vielen Projekte nicht nach einem Business Case oder Marktanforderungen, sondern probieren einfach aus. Dass Google heute eine Banklizenz hat, dass das Unternehmen autonome Fahrzeuge fahren lässt und massiv in Sensorik für das intelligente Haus investiert, zeigt die Bandbreite seiner Aktivitäten. Und Google ist nicht das einzige Unternehmen. Davon gibt es etliche – wenn auch nicht in dieser Grösse.

«Verantwortliche sind noch völlig in ihrer traditionellen Logik gefangen.» Oliver Gassmann, Professor für Technologie- und Innovationsmanagement an der Universität St. Gallen

Sensorik reicht nicht aus, der Kunden- bauer Trumpf hat sich dieser Herausfornutzen steht im Zentrum. Diese Verän- derung angenommen. Die übergreifende derung wird sich in bestimmten Berei- Vernetzung von Anlagen war bislang aufchen noch beschleunigen, wenn nicht grund unterschiedlicher Standards und nur die Maschinen vernetzt sind, son- Systeme nicht möglich. Trumpfs Lödern auch die Prosungsansatz war, ein dukte und Rohstoffe. standardisiertes BeDiese Informationen triebssystem für intelkönnen Unterneh- «Die Geschwindigkeit der ligente Wertketten men nutzen, um neue Transformation ist deutlich aufzubauen – ähnlich Geschäftsmodelle zu höher als angenommen» wie Android von Gookreieren. gle. Die Softwarelösung der neu gegrünDas klingt, als müsste deten Tochterfirma der grosse Boom morgen losgehen. Wo- Axoom, die einem Betriebssystem für Inrauf warten die Unternehmen noch? dustrie 4.0 ähnelt, ermöglicht eine durchDie Verantwortlichen in den Unterneh- gängige Auftragsbearbeitung im Produkmen sind noch völlig in ihrer traditionel- tionsbetrieb, den Datentransport sowie len Logik gefangen. Die neue Technolo- die Speicherung und Analyse von Daten gie erfordert Kooperation, Transparenz bis in die Tiefen einzelner Anwendungen. und Vertrauen. Man sieht das sehr gut an Gleichzeitig bietet Axoom eine offene der Diskussion um intelligente Strom- Plattform, ähnlich einem App-Store, für zähler und -netze. Es sind viele Partner die Fertigungswelt. Dadurch entstehen nötig, um so ein neues System einzufüh- radikal neue Entwicklungsumgebungen ren. Es braucht die Messgeräte-Herstel- und innovative Prozessabläufe. ler, die Energieversorger, IT-Unternehmen und Telekommunikationsfirmen. Für welche Unternehmen sind solche Zwar ist klar, dass keiner alles allein ma- Lösungen sinnvoll? chen kann und auf die anderen angewie- Industrie 4.0 bedeutet eine Transformasen ist. Aber jeder möchte die Führung tion des Unternehmens. Neue Technoübernehmen. Das sind alles potenzielle logien werden eingeführt, um Prozesse Konkurrenten oder Partner in dieser wertschöpfend durch Daten weiterzuneuen Wertschöpfungskette. Diese Kom- entwickeln. Das hört sich zunächst nach plexität macht es so schwierig, aber auch sehr hohem Aufwand an. Es ermöglicht interessant. Gelingt ein Durchbruch, produzierenden Unternehmen aber die entstehen rasch Standards und oft hohe Entwicklung einer effizienteren, produkBarrieren für den Markteintritt von tiveren und flexibleren Fertigung. Jedes Folgeanbietern. Unternehmen muss für sich selbst entscheiden, welchen Weg zu Industrie 4.0 Das Stichwort Industrie 4.0 weht durch es einschlagen möchte. Dieser Weg die Chefetagen der produzierenden Un- muss natürlich im richtigen Verhältnis ternehmen. Was bedeutet der Begriff in von Aufwand und Nutzen stehen. Wichder Praxis? tig ist ein konkreter Start mit einfachen Industrie 4.0 steht für die intelligente Ver- Lösungen und konkretem Kundennutnetzung von Entwicklung, Produktion, zen – nicht wild alle verfügbaren Daten Logistik und Kunden. Der Maschinen- sammeln.

Wird der Wettbewerbsdruck weiter zunehmen? Die Dynamik hat in praktisch allen Branchen zugenommen. Das haben wir anhand von Produktlebenszyklen in den vergangenen 15 Jahren beobachten können. Ich sehe absolut keinen Grund, warum sich diese Entwicklung nicht fortsetzen sollte. Jedes erfolgreiche Geschäftsmodell kreiert wieder Potenziale für ein Gegenmodell. Der Markt für mobile Werbung wird auf über 100 Milliarden Dollar weltweit geschätzt. Inzwischen gibt es aber Unternehmen wie die israelische Shine, die einen Algorithmus erfunden haben, der in den Datenzentren der Telekomfirmen laufen soll und diesen erlaubt, die Werbung auf den Smartphones der Kunden fast vollständig herauszufiltern. Das Geschäft mit Werbeblockern wächst. Derzeit nutzen bereits 200 Millionen Kunden Werbeblocker.

Welchen Rat geben Sie Managern, um diese Form der Kooperation zu erlernen? Als ich 2007 im kalifornischen Berkeley und 2012 in Stanford tätig war, habe ich Der Unternehmertag steht unter dem dort fast mehr Vorstände aus europäi- Leitthema «Digitalisierung – die unterschen Unternehmen getroffen als hier. nehmerische Herausforderung». Welche Anfangs habe ich deren Wissenschafts- Ratschläge werden Sie den Teilnehmetourismus belächelt. Inzwischen ist mir rinnen und Teilnehmern geben? klar geworden: Die Erkenntnisse, die Die Digitalisierung ist nichts Neues, diese Manager dort gemacht haben, las- sie hat schon einige Jahrzehnte Tradisen sich durch keine tion. Neu ist die DyAnalyse einer Stabsabnamik und die Transteilung ersetzen. Unformationsbreite und «Zu wenig auf Trial and -geschwindigkeit, mit mittelbar zu spüren, wie diese Leute in den der Branchen umError ausgerichtet» Start-ups ticken, ist ungewälzt werden. Der geheuer wertvoll. HiesiUnternehmer muss ge Unternehmen sind in ihrer Kultur heute beidhändig sein: Digital disruptiv einfach viel zu behäbig, zu analytisch in neuen Geschäftsmodellen denken und und zu sequenziell. Sie sind zu wenig auf gleichzeitig das Tagesgeschäft digital weiTrial and Error ausgerichtet. terentwickeln. Und nicht vergessen: Jedes heutige Problem ist eine nicht gegründeAber mit der Leichtigkeit und Geschwin- te Firma. digkeit eines Start-ups kann kein gestandener Konzern mithalten. Deshalb muss sich eine parallele Subkultur mit frischem Denken im UnterZUR PERSON nehmen entwickeln dürfen. Das ist aber Oliver Gassmann ist Professor schwierig, weil ein anderes Managefür Technologie- und Innovationsmentverständnis notwendig wird. Diese management an der Universität Erfahrung haben wir häufig mit St. Gallen und Vorsitzender des Crowdsourcing-Projekten gemacht. Bei Instituts für Technologiemanageder Zusammenarbeit mit wildfremden ment. Gassmann gehört zu den Zuarbeitern über das Internet zeigt sich einflussreichsten Forschern im der Kern des Konflikts besonders deutBereich Innovationsmanagement. lich. Manager wollen führen und konEr ist Mitglied des Verwaltungsrates trollieren. In diesen Projekten können in Industrie- und Beratungssie aber nicht mehr präzise steuern. Sie unternehmen und mehrfacher können nur noch Stimuli setzen. Für Bestsellerautor. In seinem jüngsten diese Art von Management werden MoWerk «Digitale Transformation im deratoren benötigt, Führungskräfte, die Unternehmen gestalten» zeigt offen sind und Leute zusammenbrinGassmann anhand konkreter gen. Für disruptive Innovationen empPraxisbeispiele, wie digitale fehle ich in den meisten Fällen eine eiGeschäftsmodelle erfolgreich gene, separate Struktur aufzubauen. Nur entwickelt werden können. eigene Ventures können im Ernstfall


22|

ÂŤEntscheidend ist Wille zur VeränderungÂť Partner Das Beratungsunternehmen elleta begleitet Unternehmen auf dem Weg in die digitale Zukunft. Der geschäftsfĂźhrende Partner Elmar Hasler sieht grosse Chancen fĂźr den Wirtschaftsstandort Liechtenstein. Oftmals fĂźhren aber unbegrĂźndete Ă&#x201E;ngste zum gefährlichen Stillstand. INTERVIEW: PATRICK STAHL

Herr Hasler, Sie begleiten Unternehmen bei der Transformation traditioneller Geschäftsmodelle in die digitale ITWelt. Wie geht das elleta-Team bei diesem Prozess konkret vor? Elmar Hasler: Zuerst mßssen wir herausfinden, auf welcher Entwicklungsstufe das Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung steht. Hier gibt es grosse Unterschiede. In der Regel haben die verantwortlichen Personen des Unternehmens eine Vorstellung darßber, in welche Richtung sie sich entwickeln mÜchten. Häufig sind diese Vorstellungen zwar vorhanden, aber noch nicht konkret ausformuliert. In diesem Fall fßhren wir in einen IT-Review durch und stellen die Wunsch-Situation der Ist-Situation gegenßber. Daraus leiten wir dann die Massnahmen fßr die weitere Entwicklung ab. Alle reden ßber die digitale Transformation, aber wie weit sind die Unternehmen in diesem Wandel? Manche sind schon sehr weit, haben sich bereits stark mit der digitalen Zukunft beschäftigt und auch schon ihre

Geschäftsmodelle angepasst, andere wiederum bewegen sich noch stark in den traditionellen Strukturen. Wo liegen die grossen Stolpersteine, wenn Unternehmen ihre Geschäftsprozesse digitalisieren wollen? Entscheidend ist der Wille, Veränderungen oder Anpassungen der Geschäftsprozesse durchzufßhren, damit die Prozesse als Ganzes gesehen effizienter und weitestgehend automatisiert ablaufen kÜnnen. Manchmal mßssen in Teilbereichen auch technische Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Grundlagen fßr eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse gegeben sind. Bestehende Unternehmen sind noch sehr auf die analoge Welt ausgerichtet. Wie kÜnnen sie lernen, den digitalen Wandel mehr als Chance denn als Gefahr zu verstehen? Einige Unternehmen sind in Bezug auf die Digitalisierung schon weit fortgeschritten und das sind sie nur, weil sie die Digitalisierung bereits als Chance sehen. Andere haben nicht selten Angst davor, dass ihre Mitarbeitenden den Digitalisierungsprozess nicht mittragen kÜnnten,

oder dass die Investitionen dafĂźr enorm hoch sind. Beide BefĂźrchtungen entsprechen häufig nicht der Realität. Legt eine UnternehmensfĂźhrung transparent dar, worum es geht, sind Mitarbeitende oftmals Ă&#x201E;nderungen gegenĂźber sehr aufgeschlossen und erforderliche Investitionen kĂśnnen auf die MĂśglichkeiten eines Unternehmens angemessen abgestimmt werden. Ist die Digitalisierung so weit entwickelt, dass die eigenen Prozesse auf jene des Kunden abgestimmt werden kĂśnnen, fĂźhrt dies zu einer vertieften Zusammenarbeit mit den Kunden. Dies bildet die Grundlage fĂźr eine langfristige Kundenbeziehung. Grosse Firmen haben oft eigene Abteilungen, welche den digitalen Wandel aus eigener Kraft stemmen kĂśnnen. Was mĂźssen KMU besonders beachten, wenn sie externe Hilfe an Bord holen? Wenn ich in der Situation wäre, jemanden auswählen zu mĂźssen, wĂźrde ich Wert auf praktische Erfahrung, gute Referenzen und mĂśglichst wenig Interessenskonflikte legen. Selbstverständlich ist es auch hier hilfreich, wenn der Anbieter und der Kunde auf der persĂśnlichen Ebene harmonieren.

Welche Chancen bieten sich Ihrer Ansicht nach dem Wirtschaftsstandort Liechtenstein durch die Digitalisierung? Meiner Meinung nach grosse. Wenn der relative WertschÜpfungsanteil manueller Arbeit in einem Gesamtprozess kleiner wird, ist dies fßr ein Hochpreisland wie Liechtenstein ein Vorteil. Zudem kÜnnen Tätigkeiten, die frßher vor Ort erbracht werden mussten, heute geografisch verschoben werden. Warum also nicht auch nach Liechtenstein?

Elmar Hasler, Geschäftsfßhrender Partner

elleta Das digitale Zeitalter fßhrt zu einem grundlegenden Wandel des bestehenden Verständnisses von Kunden, Geschäftsbeziehungen und Geschäftsmodellen. elleta sieht den Wandel als Chance und spezialisiert sich auf IT-Prozesse, IT-Produkte und IT-Märkte. Die Weiterentwicklung von IT-Organisationen, IT-Unternehmen und die Transformation traditioneller Geschäftsmodelle in die IT-Welt, kurz Transformation-2-IT, sind Kernkompetenzen von elleta. Dabei konzentriert sich das Unternehmen auf die Leistungsschwerpunkte IT-Business Development, ßbernimmt IT-Management- und IT-Consulting-Aufgaben und geht Joint Ventures mit neuen Geschäftsmodellen im Online-Bereich ein. www.elleta.net

,KU 6SH]LDOLVW IÂ U (YHQWV XQG .RPPXQLNDWLRQ 3URMHNWH GHU (YHQWDJHQWXU 6NXQN $* 8QWHUQHKPHUWDJ )LQDQFH )RUXP /LHFKWHQVWHLQ %XVLQHVVWDJ IÂ U )UDXHQ :LUWVFKDIWVWDJXQJ :HUGHQEHUJ (QWUHSUHQHXU 2I 7KH <HDU /,0 (00HLOH 9DGX] XQG &(9 %HDFKWXUQLHU 9DGX]

$OV 9HUDQVWDOWHU ZÂ QVFKW GLH 6NXQN $* DOOHQ 7HLOQHKPHULQQHQ XQG 7HLOQHKPHUQ HLQHQ LQIRUPDWLYHQ XQG XQWHUKDOWVDPHQ 8QWHUQHKPHUWDJ 

ZZZVNXQNOL


Talkgäste

Wirtschaftregional | 11. März 2017

| 23

«Es fehlt oft schon am Basiswissen» INTERVIEW: PATRICK STAHL

Herr Warnking, wie gehen die KMU in der Schweiz/Liechtenstein mit dem Thema Digitalisierung um? Patrick Warnking: Während einheimische Konsumenten europaweit Spitzenreiter sind bei der Nutzung digitaler Technologien wie zum Beispiel die Smartphone-Nutzung und High-SpeedInternet in Privathaushalten, so fehlt es auf Unternehmerseite – besonders bei KMU – umso mehr an grundlegendem digitalen Know-how und dem Einsatz dieser Technologien. Es geht um drei Themen: Erstens um die Optimierung von Prozessen und Software im Unternehmen, zweitens um die Gewinnung von Neukunden sowie drittens um den Dialog mit Bestandskunden. Was sind die Grundvoraussetzungen, um den digitalen Anschluss nicht zu verpassen? Heute benötigt jeder Betrieb – egal wie gross oder klein – digitales Grundlagenwissen, um mit Kunden zu interagieren und potenzielle Kunden erreichen zu können. Rund drei Viertel der Konsumenten recherchieren heute zu einem Grossteil online nach einem Produkt oder einer Dienstleistung vor dem Kauf. Ein guter Online-Auftritt ist daher heute für jedes Unternehmen Pflicht. Jedoch bereiten in vielen einheimischen Betrieben genau diese Basics, wie beispielsweise eine bedienfreundliche Internetpräsenz, ein kostenloser Google Maps Business-Eintrag oder eine benutzer-

freundliche und schnelle mobile Webseite noch Schwierigkeiten. Die mobile Website wird zum Herzstück des Dialogs mit Kunden. Nicht optimierte Webseiten führen oft dazu, dass potenzielle Kunden aus dem In- und Ausland nicht auf das Angebot aufmerksam werden und so Kunden und somit Geschäftsmöglichkeiten verloren gehen. Eine OnlinePräsenz und das Grundverständnis für digitale Tools sind unabdingbar. Das Thema Online-Marketing kommt durch fehlendes Know-how häufig zu kurz. Hier gibt es für jeden Betrieb Möglichkeiten – wie beispielsweise über die kostenlose Plattform education-digital.ch Schulungsangebote im Bereich Digital in der Nähe zu finden (zum Beispiel in der Ostschweiz). So kann das Wissen dazu intern aufgebaut werden oder aber professionelle Hilfe – beispielsweise über eine Agentur – eingeholt werden. Mit diesem Know-how ist dann auch jedes KMU für die Zukunft gerüstet. Können Sie ein Beispiel nennen, wie KMU durch Digitalisierung einen Mehrwert für Kunden schaffen? Nun, es gibt zahlreiche Möglichkeiten, über Digital den Kundenkreis weit über die Landesgrenzen zu erweitern. Beim Thema Export über digitale Kanäle – und damit verbunden beim Online-Marketing – sehe ich im europäischen Vergleich mittelfristig noch den grössten Nachholbedarf in der Schweiz und in Liechtenstein. Denn mit dem nötigen Know-how können Betriebe – wie beispielsweise in der Schweiz produzierende Betriebe wie

das Modelabel Zimmerli of Switzerland oder auch ein Startup wie Glice – ihre Produkte über digitale Kanäle in die ganze Welt exportieren und global erfolgreich sein. Um auch international neue Kundenkreise ansprechen können, ist die Kenntnis über digitale Kanäle wie auch das Verständnis zu Konsumententrends für einen Betrieb zunehmend unabdingbar. So bieten wir zusammen mit Switzerland Global Enterprise die Plattform exportdigital.ch zur Unterstützung der Exportaktivitäten heimischer KMU an, wie auch zahlreichte kostenlose DigitalLernmodule auf der Plattform AtelierDigital.ch. Wenn solche Ressourcen genutzt werden und Wissen aufgebaut wird, so können Schweizer und Liechtensteiner Betriebe auch langfristig international wettbewerbsfähig bleiben. Wie können KMU durch digitale Lösungen die internen Abläufe und Prozesse verbessern ? Die Zukunft liegt hier in der Cloud, denn immer mehr Unternehmen setzen auf Lösungen, die den Zugriff auf Dokumente, Abläufe und Informationen von überall und jederzeit erlauben. Hier gab es in der Tat einen Wandel, denn früher war die IT in den Unternehmen den Konsumenten voraus: Wenn sie in den 1980erJahren die beste Technologie sehen wollten, haben sie bei Firmen geschaut. Das hat sich gewandelt. Heute kommt die coolste Technologie zuerst zum Konsumenten, dann erst zu Unternehmen. Das liegt daran, dass die Unternehmen in den letzten Jahren immer konservativer ge-

«Die Schweiz und Liechtenstein müssen auch in zehn Jahren führende Standorte in der Innovation sein.» Patrick Warnking, Länderchef Schweiz von Google

worden sind. Das ist in der Schweiz aber nicht anders als in anderen Ländern. Können Sie ein Beispiel nennen? Viele Start-ups arbeiten ohnehin schon in der Cloud. Namhafte Schweizer Unternehmen wie Roche oder LafargeHolcim und Medienhäuser wie Ringier oder Tamedia setzen auf Google Cloud-Technologien für die kollaborative Zusammenarbeit und den Wissensaustausch innerhalb des Betriebs. Weltweit sind es bereits über drei Millionen Unternehmen, welche die G-Suite-Lösungen wie Google Drive oder Calendar zur Optimierung der internen Arbeit und zum kollaborativer Zusammenarbeit nutzen. Da immer mehr grosse Unternehmen in der Schweiz – unter anderem auch wie selber bei Google Schweiz – auf Cloud Computing für besseres und effizienteres Arbeiten im Betrieb setzen, hat dies ebenfalls Signalwirkung für die heimischen KMU. Wo sehen Sie Chancen und Gefahren für den Wirtschaftsstandort Schweiz/Liechtenstein durch die Digitalisierung? Die Schweiz und Liechtenstein müssen auch in zehn Jahren führende Standor-

te in der Innovation sein. Das Fundament ist hervorragend. Aber die Unternehmens- und Innovationskultur muss sich mit digitalen Plattformen weiterentwickeln. Der Kundendialog muss ausgebaut werden. Das lebenslange Lernen wird zentraler Erfolgsfaktor und hilft, den Wandel zu begleiten. Wettbewerb wird sportlicher durch neue Wettbewerber, aber es wird auch einfacher, neue Kunden zu erreichen. Dienstleistungen ändern sich durch Transparenz und Interaktion grundlegend. Viele Produkte werden sich durch das Internet der Dinge, d. h. Vernetzung von Produkten, fundamental ändern. Das ist gleichzeitig eine Gefahr und Chance für etablierte Unternehmen. Drei Themen gehören auf die Agenda: 1. Agilität und Change Management, 2. Unternehmenskultur und lebenslanges Lernen, 3. Innovation. Die digitale Transformation sollte daher in jedem Betrieb auf der Agenda der Geschäftsleitung und Unternehmensspitze stehen.

«Digitalisierung ist in allen Bereichen von Bedeutung»

«Ich denke, im Rheintal gibt es zahlreiche Unternehmen, die diese Möglichkeiten nutzen und sich weiterhin behaupten werden.» Jan Doongaji, Mitglied der Konzernleitung, Hilti Aktiengesellschaft

Herr Doongaji, wie geht die Hilti AG mit dem Thema Digitalisierung um? Jan Doongaji: Digitalisierung ist ein wichtiger Trend, der auch vor der Bauindustrie nicht halt macht. Für uns als Systemanbieter ist dies in allen Bereichen von Bedeutung, sowohl in der Forschung und Entwicklung als auch im Direktvertrieb bzw. im direkten Kontakt mit den Kunden. Die Digitalisierung der Baustelle führt dazu, dass Bauprojekte schneller, effizienter und hochwertiger abgewickelt werden können. Das Bauen wird in Zukunft noch vernetzter und automatisierter ablaufen. Es wird permanente Datenabgleiche zwischen Ist- und Sollzustand auf der Baustelle geben und die Interaktion zwischen dem Arbeiter, dem Material und dem Baugerät wird vollautomatisch gesteuert sein. Unser Ziel ist es, den Kunden über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg differenzierte Lösungen anzubieten, die einfach anzuwenden sind und ihre Prozesse verbessern.

Können Sie ein Beispiel nennen, wie Sie durch Digitalisierung einen Mehrwert für Kunden schaffen? Für uns spielt die Vernetzung von Produkten, Software und Services eine zentrale Rolle. Ein Beispiel hierfür ist unsere «ON!Track»-Lösung für die Betriebsmittelverwaltung. Mit dieser Cloud-basierten Software kann der Kunde seine Geräte erfassen und hat online stets im Blick, wo ein Gerät im Einsatz steht und ob es besser ausgelastet werden kann. Zudem können Prüf- und Serviceintervalle hinterlegt werden und sobald diese fällig sind, wird dies im System angezeigt. Wir beraten den Kunden, wie er die Lösung am besten für seine Bedürfnisse nutzen kann. «ON!Track» erhält grossen Zuspruch seit der Markteinführung – nicht zuletzt, weil damit eine Menge Papierkram wegfällt. Ein anderes Beispiel ist unsere E-Business-Website. Über diese kann der Kunde bei Fragestellungen unmittelbar mit unserem

Kundenservice kommunizieren und mit wenig Aufwand seine Bestellungen abwickeln. Dieser Vertriebskanal gewinnt immer mehr an Bedeutung und der Umsatzanteil liegt mittlerweile global bei über 20 Prozent, in einzelnen Regionen sogar bei rund 50 Prozent. Wie verbessern Sie durch digitale Lösungen die internen Abläufe und Prozesse? Unsere digitalen Prozesse basieren auf einem einzigartigen, global standardisierten SAP-System. Für unser Geschäftsmodell mit dem Direktvertrieb ist das besonders wichtig. Unsere Vertriebsmitarbeitenden haben beispielsweise über mobile Geräte jederzeit Zugriff auf alle Kundendaten und können dadurch die Kunden gezielter und besser beraten. Zudem stehen ihnen diverse Apps zur Verfügung, die ihnen den Arbeitsalltag erleichtern. Aber auch in den Bereichen E-Learning, in der Personalrekrutierung oder dem elektroni-

schen Rechnungsversand haben wir die Prozesse effizienter und einfacher gestaltet. Wo sehen Sie Chancen und Gefahren für die Wirtschaftsregion im Rheintal durch die Digitalisierung? Die Digitalisierung bietet aus meiner Sicht zahlreiche Chancen. Mit Internetbasierten Technologien lassen sich neue Lösungsansätze und Geschäftsmodelle entwickeln, die die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken können. Ich denke, im Rheintal gibt es zahlreiche Unternehmen, die diese Möglichkeiten nutzen und sich weiterhin international behaupten werden. Auf der Job-Seite wird es in bestimmten Bereichen allenfalls zu Transformationen kommen, die aber noch nicht konkret abzuschätzen sind. Wichtig wird sein, die Mitarbeitenden dafür fit zu machen, beispielsweise mit gezielten Weiterbildungsprogrammen. (ps)

«Haben ein besonderes Verhältnis zur Digitalisierung» Herr Ebinger, wie geht die Espros Photonics mit dem Thema Digitalisierung um? Hans Ebinger: Unsere Chip-Produkte werden als Augen von Aufzugtüren, Robotern oder selbstfahrenden Autos eingesetzt. Mit ihrer Hilfe können Maschinen in der realen Welt manövrieren und Hindernissen ausweichen, können Menschen allein durch Gesten Maschinen steuern. Als Unternehmen der Halbleiterbranche hat Espros natürlich ein besonderes Verhältnis zur Digitalisierung. Unsere Chip-Produkte werden als digitale Modelle am Computer simuliert und entwickelt. Die Herstellung findet zu 90 Prozent bei Zulieferern statt. Die restlichen 10 Prozent der Fertigung, die für die Funktion wesentlich sind, geschehen bei uns. Dies ist für alle vergleichbaren Unternehmen unserer Branche der Fall. Wir dürfen also nicht für uns in Anspruch nehmen, ein Vorreiter der Digitalisierung innerhalb unserer Branche zu sein. Im Ver-

gleich zu klassischen Produkten, die möglicherweise weder vollständig digital beschrieben noch individuell markiert sind, nehmen wir aber eine Sonderstellung ein. Können Sie ein Beispiel nennen, wie Sie durch Digitalisierung einen Mehrwert für Kunden schaffen? Wir bieten erfahrenen Kunden eine sehr komplizierte, praktisch komplett digitalisierte Dienstleistung an. Diese Kunden erhalten von uns einen digitalen «Baukasten», mit dem sie Chips mit unserer Technologie entwerfen können. Der komplexeste Teil des Chips, das lichtempfindliche Pixel, steuern wir selbst bei. Diese Kunden übermitteln uns digital das von ihnen entworfene Design, das wir dann ebenfalls auf digitalem Wege in Fertigungsanweisungen für unsere Lieferanten umwandeln. Der Kunde bekommt schliesslich einen von ihm selbst entworfenen Chip geliefert.

Wie verbessern Sie durch digitale Lösungen die internen Abläufe und Prozesse? Für uns als kleines Unternehmen ist der schnelle und effiziente Zugang zu Information und die Möglichkeit, über beliebige Distanzen hinweg zusammenzuarbeiten, von grosser Bedeutung. Entsprechend haben wir uns eine IntranetStruktur und Standards im Ablauf geschaffen, mit der dies möglich ist. Dies umfasst zum Beispiel den gemeinsamen Zugang auf E-Mail-Kommunikation sowie Daten zu einem bestimmten Thema. Grundsätzlich sehen wir aber auch bei der Espros noch grosses Potenzial, unsere Abläufe mit Digitalisierung effizienter zu gestalten. Wo sehen Sie Chancen und Gefahren für die Wirtschaftsregion im Rheintal durch die Digitalisierung? Erst die Standardisierung und Digitalisierung der Halbleiterbranche erlaubt unser Geschäftsmodell. Nur durch die

«Erst die Digitalisierung erlaubt unser Geschäftsmodell.» Hans Ebinger, Geschäftsführer Vertrieb beim Chiphersteller Espros Photonics AG in Sargans

etablierten digitalen Standards gelingt es uns, mit einer Fabrik in Europa oder Asien so eng zusammenzuarbeiten und unser individuelles Know-how zu realisieren. Ohne die Digitalisierung hätte ein Unternehmen unserer Grösse nicht den Zugang zur Technologie. Insofern sehen wir in der Digitalisierung primär eine Chance. In unserem Unternehmen gibt es nur wenige Fabrikarbeitsplätze, da

praktisch alle Tätigkeiten maschinell ablaufen. Von unseren 60 Mitarbeitern haben etwa 40 einen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Die deutliche Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet an der Lösung von neuen Problemstellungen. Die Replikation von Produkten gemäss einem ausgereiften Bauplan erledigen wir mit wenig personellen Ressourcen. (ps)


HOOHWD $*

   

$OWH /DQGVWUDVVH 

VXSSRUW#HOOHWDQHW

)/ %DO]HUV

ZZZHOOHWDQHW

(LQ 7HDP YRQ )DFKVSH]LDOLVWHQ DQ GHU 6FKQLWWVWHOOH ]ZLVFKHQ %XVLQHVV XQG ,7

                                 



 





 



              

 


Wirtschaftregional | 11. März 2017

| 25 Referenten

ÂŤRoboter erledigen keine TraumjobsÂť Präsentation Die Robotik-Experten Roland Siegwart und Marco Hutter zeigen am Unternehmertag eine Live-Demonstration mit Laufrobotern und Drohnen. Im Interview spricht Siegwart Ăźber die Frage, was Maschinen den Menschen voraushaben â&#x20AC;&#x201C; und was nicht.

Herr Siegwart: Roboter, die uns Arbeit abnehmen, wecken Ă&#x201E;ngste. Was sagen Sie? Roland Siegwart: Diese Maschinen sind nicht sehr intelligent, sie kĂśnnen einfache, repetitive Arbeiten ausfĂźhren. In der Regel keine Traumjobs fĂźr Menschen. Die Automatisierung erhĂśht also unsere Lebensqualität. Die Tätigkeit in Minen einige Kilometer unter Tag ist keine menschenwĂźrdige Arbeit. Die sollten Roboter Ăźbernehmen.

ZU DEN PERSONEN Roland Siegwart und Marco Hutter sind Professoren an der ETH Zßrich und leiten Forschungsgruppen im Bereich Robotik. Siegwart ist Spezialist fßr maschinelles Sehen sowie autonomes Fahren und Fliegen. Zudem ist er im Verwaltungsrat der NZZ-Mediengruppe und der Evatec AG in Trßbbach. Hutters Forschung fokussiert sich auf Laufroboter, mobile Manipulation sowie digitale Fabrikation. Die beiden Professoren präsentieren am Unternehmertag 2017 die neuesten Erkenntnisse aus der Roboterforschung anhand einer Live-Demonstration mit einem Flug- und Laufroboter.

Was werden Roboter die nächsten 100 Jahre nicht besser kĂśnnen als wir? Computer kĂśnnen Daten sammeln und analysieren. Daraus etwas Kreatives zu machen, bleibt die â&#x20AC;&#x201C; schĂśne â&#x20AC;&#x201C; Aufgabe des Menschen. Wie ist der Stand der Forschung? Wir versuchen, Robotern mehr Autonomie zu geben, um sich im täglichen Umfeld zurechtzufinden, etwa in autonomen Fahrzeugen. Die Sicherheit im Strassenverkehr wird damit eindeutig erhĂśht, weil der Computer immer volle Aufmerksamkeit hat. Dann ist die Lernfähigkeit ein grosses Thema der Forschung: Ein Computer in einem autonomen Fahrzeug soll auf einem Bild einen Menschen von einem Tier oder von einem Pfosten unterscheiden kĂśnnen.

Werden am Unternehmertag ihr KÜnnen bei einer Live-Demonstration präsentieren: Roboter der ETH Zßrich. Bild: pd

Sie kennen den ABB-Roboter YuMi aus Ihrem Labor: Was ist er fßr ein Typ? YuMi steht fßr die nächste Generation von Robotern, die aus den geschßtzten Produktionshallen in unser tägliches Umfeld hinauskommen kÜnnen, um mit Menschen zusammenzuarbeiten. Bei der Montage von Smartphones oder Uhren kann der Roboter zum

Beispiel gewisse Teile anbringen. Ist dann Fingerspitzengefßhl gefragt, ßbernimmt der Mensch. Gibt es einen Roboter, den Sie gern erfinden wßrden? Die Frage ist einerseits: Was ist mßhsam fßr uns? Eine Automatisierung, die uns die Wäsche macht oder den Tisch

abräumt, wäre doch angenehm. Die andere Frage ist: Was brauchen wir wirklich? Zum Beispiel mehr Nahrungsmittel fßr eine stetig wachsende WeltbevÜlkerung. Roboter bestellen Felder besser: Drohnen fliegen ßber den Acker, analysieren ihn und kÜnnen dann mit hÜchster Präzision aussäen, bewässern, dßngen und ernten. (pd)

Roland Siegwart (li.) und Marco Hutter





    

                           


Die einzige Wirtschaftszeitung für die Region

«Wirtschaft regional», die einzige Wirtschaftszeitung für die Region mit breitem Netzwerk und attraktiver Leserschaft, welche sich zusammensetzt aus Entscheidungsträgern aller Stufen in Unternehmen, Dienstleistungsbetrieben,

öffentlichen Organisationen sowie Selbstständigerwerbenden. Mit Stellenanzeiger und Spezialbeilagen: Top-Arbeitgeber, Golf, Logistik, Immobilien, Finanzplatz, Agenturen, Steuern; Business-Agenda, Bildergalerien bedeutender Events uvm.

«Wirtschaft regional» erreicht mit ca. 16 000 Exemplaren Auflage Führungskräfte und Wirtschaftsinteressierte in allen wichtigen Branchen und liefert relevante Informationen für Entscheider und Investoren.

Wochenzeitung, jeden Samstag in Liechtenstein, Sarganserland und Werdenberg

Lova Center, Postfach 884, FL-9490 Vaduz, +423 236 16 16, wirtschaftregional.li, wirtschaftregional.ch, marketing@wirtschaftregional.li, @wirtschaftregio

Mehr Wissen über Ihre Kunden und Geschäftspartner Suchen

Finden

Prüfen

Überwachen

Mehr Wissen. Weniger Geschäftsrisiko. Mehr Erfolg.


Wirtschaftregional | 11. März 2017

| 27

Die Sponsoren

AMAG Automobilund Motoren AG

BEVO Vorsorgestiftung in Liechtenstein

Die AMAG ist eine umfassende und landesweit bestens positionierte Mobilitätsanbieterin. Wir verkaufen hochwertige Automobile, stellen ihren Betrieb in allen Situationen sicher und ermöglichen den Menschen mit unserem eigenen Leasingunternehmen und weiteren Dienstleistungen, ihre Mobilitätsträume zu erfüllen. Unser Fokus ist der Kunde, immer und überall. Autofahrerinnen, Autofahrer und Firmenkunden schenken der AMAG Vertrauen, weil wir sie über Qualität und Fachkompetenz hinaus mit einem exzellenten Service immer wieder positiv überraschen. Die AMAG ist in der Region mit Standorten in Buchs und Vaduz vertreten. www.amag.ch

Die BEVO ist die Pensionskasse mit Weitsicht. Zudem darf sie dieses Jahr auf 20 Jahre erfolgreiche Vorsorge zurückblicken. Ungeschlagen bei der Verzinsung und den Leistungen für die Versicherten ist sie Ihr Partner im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge in Liechtenstein. Sie sind als Unternehmer erfolgreich – wir als Pensionskasse. Zusammen ein starkes und fittes Team, das für die Zukunft gerüstet ist. Stellen Sie uns auf die Probe, nehmen Sie mit uns Kontakt auf oder verlangen Sie eine unverbindliche Offerte für Ihren Betrieb. www.bevo.li

b_smart hotel Gamprin-Bendern Sie reisen gemütlich mit Ihrem Auto an, fahren direkt in die kostenlose Parkgarage und checken am Terminal ein. Mit dem Lift geht es in eines der 57 topmodernen Zimmer, welches für Sie zum Entspannen oder Arbeiten bereit ist. Genug vom Alltag joggen Sie eine Runde auf dem Laufband im exklusiven b_smart fit & well-Bereich im 5. Stock und gönnen sich beim Saunagang einen Ruhemoment. Bei so viel Erholung kommt ein kleiner Hunger auf. Dies bringt sie an die b_smart bar, wo Sie den feinen Tagesteller mit einem Glas Rotwein geniessen. Sie sind überzeugt: Dieses andere Verständnis von Service, das einladende Design und die optimierten Prozesse passen genau zu Ihnen. Das finden wir auch. www.b-smarts.net

Pure Erholung im Mineralheilbad St. Margrethen

Vogt HR Consulting AG Personalmanagement

Das im Oktober 2016 neu eröffnete Mineralheilbad St. Margrethen verspricht seinen Gästen pure Erholung in der modernen Bade- und Saunawelt. Zur Verfügung stehen Becken im Innen- und Aussenbereich mit Massagedüsen, Sprudelliegen, Fliessbad und Schwallbrausen. Das 36° Celsius warme Wasser verursacht dabei höchstes Wohlbefinden. Wer es heisser mag, wird sich an den Dampfbädern, Biosaunen und Finnischen Saunen erfreuen. Für die notwendige Abkühlung sorgen dann wieder Erlebnisduschen, Fussbäder, Tauchbecken und ein Eisraum. Für das leibliche Wohl sorgt das Team im integrierten Bistro Ad Rhenum. www.mineralheilbad.ch

Die Vogt HR Consulting AG (ehemals Schädler & Partner Consulting AG) ist die Schwesterfirma von Vogt Tempo Job. Beide Unternehmen können auf eine über 30-jährige Erfahrung in ihrem Fachbereich zurückgreifen. Durch den Zusammenschluss sind wir in der Lage, sämtliche Dienstleistungen in der Personalvermittlung sowie im -verleih aus einer Hand anzubieten – von der temporären Hilfskraft bis hin zum qualifizierten Fachspezialisten. Auch bieten wir Unternehmen diverse Outsource-Möglichkeiten wie Payroll und administrative Abwicklungen in der Personaladministration an. Wir sind Ihr kompetenter Ansprechpartner, wenn es um qualifiziertes Personal sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich geht. www.jobs.li

Die Eventpartner Druck+Verlag AG Schaan Niederlassung Bendern ARGUS Sicherheitsdienst AG

BVD Druck + Verlag AG

GroupConsulter AG

ARGUS ist darauf spezialisiert, sich sensibel und zuverlässig um anvertraute Werte von Unternehmen, Organisationen und Institutionen genauso zu kümmern wie um Privatpersonen und -haushalte, materielle Schätze und geschätzte Menschen. Als umfassender Dienstleister stimmt ARGUS Schutz, Sicherheit und Service exakt auf besondere Anforderungen, Kundenbedürfnisse und Aufgabenprofile ab. www.argus.li

Die BVD Druck + Verlag AG ist eine Druckerei mit drei Geschäftsfeldern. Neben dem klassischen Offsetdruck ist die BVD sehr stark im Bereich Digitaldruck. Das dritte Geschäftsfeld ist die Werbetechnik. Damit meinen wir das grossformatige Drucken und Schneiden von POS-Materialien. Mit unserer neuen Maschine können wir bis zu einer Breite von 250 Zentimeter und einer Stärke bis 6 Zentimeter drucken, unabhängig vom Material. Unterstützt werden die drei Geschäftsfelder von einer starken Druckvorstufe und Endfertigung. wwww.bvd.li

Die GroupConsulter AG ist ihr verlässlicher Partner – von der Beratung bis zur Umsetzung –, wenn Sie die Teilnehmer mehr in Ihren Event involvieren möchten. Unser oberstes Ziel ist, dass Sie an Ihren Anlässen durch die Integration der EventTeilnehmer mehr Nutzen und Wirkung generieren können. Ob unsere Lösungen für eine klassische Abstimmung, eine Meinungsumfrage, ein Brainstorming, ein Quiz oder für die Bereitstellung von Informationen in mehreren Sprachen eingesetzt werden – der Mehrwert für Ihren Anlass ist garantiert und die Möglichkeiten sind zahlreich. Über 1000 Anlässe mit bis zu 3000 Teilnehmern und eine 20-jährige Erfahrung machen uns zu Experten und zu einem zuverlässigen Partner für interaktive Events. www.groupconsulter.ch

Leone Ming, Intensive Brand Fokussiert. Auf Brands. Wir unternehmen alles, um uns dem Kern einer Marke zu nähern und seine Stärken wirkungsvoll zur Geltung zu bringen. Für ein nachhaltig ausdrucksstarkes Sein statt nur schönem Schein. Kombiniert mit Überraschungsmarketing gestalten, pflegen und begleiten wir Marken seit 15 Jahren – in allen Marketing- und Kommunikationsfragen. www.leoneming.com

Liechtensteinische Post AG

Ospelt Catering AG

Sitewalk Est.

Die Liechtensteinische Post AG bietet ihren Kunden neben den klassischen postalischen Leistungen auch massgeschneiderte Logistiklösungen. Mit Dienstleistungen im Bereich der Digitalisierung schlägt die Liechtensteinische Post AG zudem die Brücke zwischen der physischen und digitalen Welt im Bereich der Kommunikation und der Archivierung. Dazu gehört unter anderem das Dienstleistungsangebot Scanning und Archivierung. Im eigenen Scan-Center digitalisiert die Post Akten, Dokumentationen, Konstruktions- und Baupläne unterschiedlicher Grösse, Belege und Unterlagen, die bisher in Ordnern, Heftern oder Archivschachteln abgelegt wurden. Die Digitalisierung schafft Platz, vereinfacht das Suchen und spart Zeit und Geld. Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.post.li/digitalisieren

Das Leben mit Genuss ist ein Leben mit Freude. Catering, passend arrangiert für Ihren Business-Event, Tagungen, Jubiläen, Events, Apéros und Geschäftsessen. Ospelt Catering auch für den privaten Bereich – Ihre Hochzeit, Geburtstagsfeste und Jubeltage, ThemenEvents und vieles mehr. Ausarbeitung von Ideen und Eventkonzeptionen bis hin zur professionellen Durchführung. www.ospelt-ag.li

Nutzen Sie bereits alle Möglichkeiten im Internet? Sitewalk hilft Ihnen, Ihren Kunden und Besuchern zu erklären was Sie tun, neue Kunden zu gewinnen, sich mit bestehenden Kunden auf den sozialen Medien zu verbinden, Zusatzgeschäfte zu generieren und modern aufzutreten. Websites von Sitewalk wachsen mit Ihrem Unternehmen mit und passen sich Ihren Bedürfnissen an. www.sitewalk.com

Die Kooperationspartner

Arbeitgeberverband SarganserlandWerdenberg (AGV) Der AGV vertritt die Interessen der Arbeitgeber im Verbandsgebiet. Er setzt sich ein für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und den Erhalt respektive die Schaffung bestmöglicher Rahmenbedingungen. Derzeit sind dem Verband über 225 Unternehmen und Organisationen mit mehr als 11 000 Mitarbeitern angeschlossen. Mitglied des AGV können natürliche und juristische Personen sowie öffentliche Körperschaften werden, die sich als Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber im Verbandsgebiet betätigen. www.agv-sw.ch

Liechtensteinische Industrieund Handelskammer (LIHK)

Verband Rheintaler Interim Manager VRIM

Die LIHK vertritt als Wirtschaftsverband die Interessen ihrer rund 40 liechtensteinischen Mitgliedsunternehmen. Der Kreis der Mitglieder umfasst insbesondere die grösseren und mittleren Industriebetriebe, die drei grossen Banken und einige Dienstleistungsunternehmen. Die LIHK-Mitgliedsunternehmen beschäftigen rund 11 700 Mitarbeiter in Liechtenstein. In den Auslandsniederlassungen der Industriemitglieder in zirka 70 Ländern der Welt arbeiten weitere rund 47 000 Mitarbeitende. Die LIHK leistet einen aktiven Beitrag zur Entwicklung und Erhaltung von attraktiven Rahmenbedingungen und zur nachhaltigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Liechtenstein. www.lihk.li

In der Schifffahrt übernimmt ein Lotse das Steuer, wenn es die Situation erfordert – insbesondere auf Strecken mit besonderen Herausforderungen. Sobald das Schiff die schwierige Passage hinter sich hat, übernimmt wieder der Kapitän. Der Interim Manager kann Unternehmen entscheidend unterstützen, wenn Spezialwissen für eine begrenzte Zeit gefragt ist. Der Interim Manager übernimmt dabei eine aktive Rolle. Er berät nicht nur, sondern er gestaltet und setzt um. Er ist der Macher, der die Brücke wieder verlässt, wenn seine Aufgabe erfüllt ist. Interim Management, eine aufstrebende Branche nicht nur für Grossunternehmen, sondern auch für KMU. www.rheintal-interim.org

START

Wirtschaftskammer Liechtenstein

Initiiert von Studenten der Uni.li, entwickelt START eine Plattform, um den unternehmerischen Aufbruch an Europäischen Universitäten und Hochschulen voranzubringen. Der Grundgedanke unseres Netzwerkes basiert auf qualitativen Partnern und fördert den Erfahrungsaustausch im Hinblick auf alle Bereiche des Unternehmertums. Unsere Vision bringt Theorie und Praxis effektiv zusammen. Der Austausch von Wissen und Erfahrungswerten trägt wesentlich dazu bei, alltägliche unternehmerische Grenzen zu überwinden und somit einen Mehrwert für alle zu schaffen. Mit der Philosophie, die Kunst des Entre- sowie Intrapreneurships zu erleben und weiterzugeben, ist unser wichtigster Auftrag beschrieben. www.facebook.com/START.li

Die Wirtschaftskammer Liechtenstein ist die grösste Arbeitgeberorganisation in Liechtenstein und vertritt 30 Branchenverbände mit rund 1000 Mitgliedern. Im Fokus unseres privatrechtlichen Vereins stehen die Optimierung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Gewerbetreibenden in Liechtenstein, die Interessensvertretung der Mitglieder sowie die Gewährleistung verschiedener Dienstleistungen. Wir setzen uns ein für günstige Standortbestimmungen, moderne Infrastruktur sowie verträgliche gesetzliche Rahmenbedingungen. Als Wirtschaftskammer sind wir Teil der Wirtschaft und keine staatliche Behörde. Wir vertreten das Gesamtinteresse unserer Mitgliedsunternehmen in Politik und Gesellschaft sowie bei der Wahrnehmung gesetzlich übertragener Aufgaben. www.wirtschaftskammer.li


Digitalisierung – die unternehmerische Herausforderung Mittwoch, 5. April 2017, 13.30 – 17.15 Uhr Spoerry Halle, Vaduz Informationen:

www.unternehmertag.li

Träger

Presenting Partner

Hauptsponsoren

Wissenspartner

Sponsoren

Eventpartner

Druck+Verlag AG Schaan Niederlassung Bendern

Kooperationspartner

Gastgeber

Organisation

Wirtschaftregional Medienpartner

Beilage zum Unternehmertag 2017  

Der zwölfte Unternehmertag am 5. April 2017 widmet sich dem Thema «Digitalisierung – die unternehmerische Herausforderung». Hochkarätige Ref...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you