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FrĂźhjahrssemester 2017

Ă–ffentliche Vorlesungen


HSG Kernfächer

Literatur

Gesellschaft

22 Schweiz

42 Geschichte / Cicero bis Trump

8 Betriebswirtschaftslehre

24 Deutsch / Joseph Roth

44 Geschichte / Stiftsbibliothek

9 Politikwissenschaft

25 Deutsch / Luther-Deutsch

46 Geschichte / USA

10 Volkswirtschaftslehre

26 Italienisch

48 Sport

12 Rechtswissenschaft

28 Spanisch

50 Naturwissenschaft

14 Wirtschaftsinformatik

29 Amerikanisch

52 Philosophie

16 Wirtschaftsethik

30 Rätoromanisch

53 Soziologie

17 Agrarpolitik

32 Russisch

6 Integration (Interdisziplinär)

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33 Märchen Stadt und Region St.Gallen

Psychologie | Psychiatrie 54 Phantasie

18 Regionalgeschichte

Kultur | Kunst | Musik

56 Hemmungen

19 Architektur / Öffentlicher Raum

34 Seidenstrasse

57 Entwicklung

20 Architektur / Baustellenbesuche

36 Japan 37 Äthiopien

Theologie

38 Kunst / Normannen

58 Mönche

40 Musik / Französische Revolution

59 Christliche Werte

41 Musik / Bob Dylan

60 Vier Reformationen 62 Antritts-/Abschiedsvorlesungen 64 Dozierende 67 Campusplan


Vorwort / Einführung Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu und wir schauen auf eine Zeit der Umbrüche und Veränderungen zurück; Grossbritannien hat sich gegen die Europäische Union entschieden, die Vereinigten Staaten wählen Donald Trump zu ihrem 45. Präsidenten, und rechtspopulistische, autoritäre und anti-demokratische Strömungen unterspülen weite Teile der Welt. Diese geopolitischen Umwälzungen fanden auch Eingang in unser Öffentliches Programm. Caspar Hirschi versucht die aktuellen weltpolitischen Entwicklungen in seiner Vorlesung zur Geschichte der Patrioten, Nationalisten und Populisten historisch zu verorten. Wird die historische Kontextualisierung die aktuellen Geschehnisse eher relativieren oder uns ihre wahre Tragweite erst vor Augen führen? Claudia Franziska Brühwiler fragt derweil, wie die USA als Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen einen derartigen Gesinnungswandel durchleben konnten. Auch sie ist um Relativierung bemüht: In ihrer Vorlesung über die USA als Immigrationsland deckt sie ein historisch ambivalentes Verhältnis der USA zur Einwanderung auf, welches sich darin manifestiert, dass Zuwandernde trotz der bekanntermassen hohen Offenheit immer auch hohe gesellschaftliche, rechtliche und politische Hindernisse zu überwinden hatten. Auch Umstürze und Revolutionen anderer Art sind Thema des Öffentlichen Programms. Die Digitalisierung und ihre weitreichenden Auswirkungen auf unser gesellschaftliches (Zusammen-)Leben sind Thema zweier Vorlesungen: Mit Matthias Fengler durchleuchten wir die «Digitale Gesellschaft», derweil Walter Brenner mit seiner Vorlesungsreihe eine Grundlage zum «Verstehen des digitalen Zeitalters» schafft. Reformer und Rebellen stehen zudem im Mittelpunkt der Musikvorlesungen. Peter Keller macht sich die Musik im Zeitalter der französischen Revolution zum Thema, während sich Martin Schäfers Vorlesung mit dem Spätwerk des «enfant terrible» der Musikergilde und frischgekürten Literaturnobelpreisträgers, Bob Dylan, auseinandersetzt.

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Schliesslich haben wir mit Ulrich Knellwolf einen Rebellen ganz eigener Art für die Schweizer Literaturvorlesung gewinnen können. Er berichtet uns davon, wie er als Theologe durch die «freibeuterische Expedition» in die Domäne der erzählenden Literatur zum (fröhlichen) «Wilderer in fremdem Revier» wurde. Hochspannung ist bei diesem Namen Programm. Für das Bildprogramm dieses Hefts dokumentiert Hannes Thalmann für einmal die sportliche Seite der Universität. Wer sich nicht mit stehenden Bildern begnügen will, wird in Daniel Studers Sportvorlesung zu Kraft und Krafttraining reichlich Inspiration finden, um sich danach selbst etwas Bewegung zu gönnen. Florian Wettstein, im Dezember 2016

4 Die vorliegende Broschüre orientiert Sie im Detail über 39 öffentliche Vorlesungen der Universität St.Gallen. 30 Vorlesungen finden auf dem Campus der HSG statt, vier im Festsaal zu St.Katharinen, Katharinengasse 11 (Seiten 37, 56, 59, 60) und fünf an weiteren Orten in der Stadt St.Gallen: eine im Textilmuseum St.Gallen (Seite 24), eine im Postgebäude am Bahnhof St.Gallen (Seite 22), eine an der Tellstrasse 2 (Seite 9), eine im Musiksaal im Dekanatsflügel des Konventsgebäudes, Klosterhof 6b (Seite 44) und eine an drei verschiedenen Treffpunkten in der Stadt St.Gallen (Seite 20). Die öffentlichen Antritts- und Abschiedsvorlesungen finden Sie am Ende der Broschüre (Seite 62). Semesterpass für zwanzig Franken

Der Besuch der öffentlichen Vorlesungen kostet zwanzig Franken. Die damit erworbene Hörerkarte berechtigt im Sinne eines Semesterpasses zur Teilnahme an allen öffentlichen Vorlesungen der Universität St.Gallen im entsprechenden Semester. Die erste Veranstaltung einer Reihe kann gratis besucht werden. Die Hörergebühr ist


vor Beginn der zweiten Vorlesung mit dem Einzahlungsschein, der sich im Umschlag dieser Broschüre befindet und zugleich als Hörerkarte dient, zu bezahlen. Hörerkarten bzw. Einzahlungsscheine können auch während des ganzen Semesters an der Kasse (Info-Desk im Hauptgebäude 01) gelöst werden. Bus zur Universität und Parkplatzbenützung

Die Buslinien 5 (HB – Rotmonten) und 9 (HB Nord – Heiligkreuz – Neudorf – Gallusmarkt) verbinden die Uni­versität direkt mit Stadtzentrum und Gallusmarkt. Die Busse der Linie 9 fahren zur Haltestelle Gatterstrasse in nächster Nähe zum Haupt- und zum Bibliotheksgebäude. Auf dem Gelände der Universität gibt es nur beschränkte Parkiermöglichkeiten, weshalb wir Sie bitten, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Für Behinderte stehen jedoch Parkplätze an der Gatterstrasse zur Verfügung; die Parkfelder sind entsprechend markiert.

Das Frühjahrssemester beginnt am Montag, 20. Februar, und endet am Freitag, 26. Mai 2017. Bei allfälligen Verschiebungen, Raumänderungen oder Ausfall einer öffentlichen Vorlesung finden Sie die entsprechenden Vermerke in unserer aktuellen Online-Agenda: www.unisg.ch. Die Veranstaltungen finden Sie unten auf der Frontseite unserer Homepage. Weitere Auskünfte

Kommunikation Universität St.Gallen T 071 224 22 25 kommunikation@unisg.ch

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Interdisziplinäre Vorlesungsreihe Von Migranten zu Mitbürgern: Herausforderung Integration Laut dem UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) sind täglich über 33‘000 Menschen zur Flucht gezwungen, sodass aktuell von weltweit über 65 Millionen Vertriebenen ausgegangen wird. Ein Teil davon wagt den Weg nach Europa, wo zum einen stets über die «richtige» Einwanderungspolitik, über Grenzregimes und Verantwortung debattiert wird, zum anderen aber auch die Frage nach dem «was dann?» zu Kontroversen führt: Was folgt nach der Aufnahme von Flüchtlingen, Migrantinnen und Migranten? Wie ist die vielbeschworene Integration dieser Menschen zu schaffen? Wie kommt man vom Neben- zum Miteinander? Diesen Fragen stellen sich in unserer Vorlesungsreihe Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen und Institutionen.

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Montag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-013 27. Februar

Dr. Eduard Gnesa, Schweizer Sonderbotschafter für Migrationszusammenarbeit

6. März

Prof. Dr. Franz Schultheis, Professor für Soziologie an der Universität St.Gallen

13. März

Prof. Dr. Martino Mona, Assistenzprofessor für Strafrecht, Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Rechtssoziologie an der Universität Bern

20. März

Dr. Petra Bleisch Bouzar, Dozentin für islamisches Recht an der Universität Fribourg sowie für Ethik und Religion an der Pädagogischen Hochschule Fribourg

27. März

Prof. Dr. Martin Baumann, Professor für Religionswissenschaft an der Universität Luzern

3. April

Dr. Claudia Nef, Leiterin des Kompetenzzentrums Integration und Gleichstellung (KIG) des Kantons St.Gallen

Leitung | Dr. rer.publ. Claudia Franziska Brühwiler, Staatswissenschaftlerin und Lehrbeauftragte für Reflexionskompetenz an der Universität St.Gallen


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Betriebswirtschaftslehre Effektive und verantwortungsbewusste Führungsarbeit

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Welchen neuen Herausforderungen sind die heutigen Führungskräfte ausgesetzt? Welchen Stellenwert hat das Führungsverständnis in der effektiven und verantwortungsbewussten Bewältigung zukünftiger Problem­ stellungen? Welche notwendigen Fähigkeiten und Verhaltensstrategien lassen sich daraus ableiten – und wie entwickelt man sie in Unternehmen und Organisationen? Unsere globale Gesellschaft und die in ihr eingebetteten Organisationen befinden sich in einer tiefgreifenden Umbruchszeit. Es werden neue Fragen aufgeworfen, für die herkömmliche Antworten nicht mehr zu passen scheinen. Die neuen Herausforderungen machen eine Weiterentwicklung unseres Führungsverständnisses notwendig. Im Rahmen dieser dreiteiligen Vorlesung behandeln wir die oben genannten Fragen vor dem Hintergrund der Umwälzungen, der Dynamik, Komplexität und Mehrdeutigkeiten, denen das Führungspersonal zunehmend ausgesetzt ist. Wir nutzen zudem die Gelegenheit, um einige Kernannahmen zu hinterfragen, die letztlich das Führungsverhalten beeinflussen. Anhand von ausgesuchten Praxisfällen und Forschungsarbeiten setzen wir uns mit Verhaltensstrategien und Ansätzen zu deren Entwicklung auseinander.

Montag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-011 (* Raum HSG 09-012) 24. April *

8. Mai

22. Mai

Dozent | Prof. Dr. rer.soc.oec. Omid Aschari, MBA, Titularprofessor für Strategisches Management und Managing Director, SIM-HSG, Universität St.Gallen


Politikwissenschaft Bundesratswahlen 1848 bis 2015 Bundesratswahlen – kein anderes innenpolitisches Ereignis stösst in der Schweiz auf derart grosses öffentliches Interesse. Die Nutzung der Medien erreicht Traumquoten wie sonst nur bei Spielen der Schweizer Fussball­ nationalmannschaft an der WM. Es geht um prominente Köpfe, um den Kampf der Parteien, um Macht und Ausgleich, um Pakte und «Verrat», um «Geheimpläne», «Ansprüche», raffinierte Strategien und überraschende Wahlausgänge. Die Gemüter sind erhitzt und dennoch läuft alles friedlich und ohne Korruption ab. In der Vorlesung werfen wir zunächst einen Blick zurück auf die Geschichte der Bundesratswahlen. Wie entstand das noch immer geltende Wahlsystem und welches sind die wichtigsten «Spielregeln»? Gab es besonders spannende oder kuriose Bundesratswahlen? Wer wurde nicht mehr wiedergewählt und weshalb? Wer brauchte besonders viele Wahlgänge? Wie hat sich die parteipolitische Zusammensetzung des Bundesrats verändert? Das zweite Augenmerk gilt den politischen Prozessen bei einer Bundesratswahl. Wie erfolgt die Nomination der Kandidierenden? Welches Schaulaufen haben diese vor der Wahl durchzustehen? Gibt es sie tatsächlich, die «Nacht der langen Messer» am Vorabend einer Bundesratswahl? Und wie läuft der Wahltag ab? Die neuere Geschichte der Bundesratswahlen wird durch Bild- und Videomaterial illustriert.

Donnerstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 58-022 (* Raum HSG 58-424) (Tellstrasse 2, St.Gallen, Nähe Hauptbahnhof, Lift vorhanden) 20. April *

27. April

4. Mai

11. Mai

Dozent | Prof. em. Dr. oec. Silvano Moeckli, Titularprofessor für Politikwissenschaft mit besonderer Berücksichtigung des Vergleichs politischer Systeme und der empirischen Sozialforschung, Universität St.Gallen

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Volkswirtschaftslehre Digitale Gesellschaft: Wie Datenanalyse und quantitative Methoden unsere Welt verändern

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Die ständige Verfügbarkeit des Internets und innovative Formen der Datenerhebung und der quantitativen Datenanalyse führen zu starken Veränderungen unseres Alltags der Zukunft. Big Data und das Internet der Dinge prägen die Diskussion vielleicht am markantesten. In dieser Vorlesung beleuchten wir ausgewählte Aspekte der anstehenden Umwälzungen in der digitalen Gesellschaft. Erster Schwerpunkt ist die digitale Infrastruktur. Peter Jans skizziert St.Gallens Weg zu einer «Smart City». Er zeigt auf, wo das Internet der Dinge und Dienste sich in der Stadt St.Gallen auszubreiten beginnt. Anschliessend legt Prof. Dr. Matthias Fengler anhand der Analyse von Hochfrequenzdaten dar, wie neu verfügbare Daten den Blick auf traditionelle Fragen der Finanzmarktstatistik schärfen. Ausserdem stellt er eine am Fachbereich für Mathematik und Statistik der HSG entwickelte e-Learning Plattform für Mathematik vor. Im dritten Referat berichtet Dominique Gisin vom Einsatz der digitalen Datenanalyse im Skirennsport. Mobile, leichte und flexible Sensoren ermöglichen den Bewegungs- und Materialwissenschaften Erkenntnisse, die den alpinen Skirennsport revolutionieren. Beispiele sind taillierte Skis oder die ständige Weiterentwicklung von Trainingsmethoden. Zum Abschluss referiert Dr. Ueli Mettler über «smarte» Innovationen, die private Anleger bei Vermögens- und Anlageentscheiden unterstützen. Im Mittelpunkt stehen Finanzapplikationen für die integrierte Abbildung der privaten Vermögensverhältnisse. So können verschiedene strategische Beratungsfelder – seien es Anlage-, Finanzierungs-, Vorsorge- oder Steuerfragen – aus einem konzeptionellen Guss beantwortet werden.


Dienstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-012 25. April

St.Gallen auf dem Weg zur Smart City Peter Jans, Stadtrat, Direktor Technische Betriebe der Stadt St.Gallen

2. Mai

Neue Daten, neues Wissen? Beispiele aus Lehre und Forschung Prof. Dr. Matthias Fengler, Professor für Ökonometrie, Universität St.Gallen

9. Mai

Datenanalyse im alpinen Skirennsport Dominique Gisin, Olympiasiegerin Ski Alpin Abfahrt Damen 2014, Bachelorstudentin Physik, ETH Zürich

16. Mai

Vermögensberatung 2.0: Smarte ALM Ansätze für Privatanleger Dr. Ueli Mettler, Partner der c-alm AG, Zürich

Leitung | Prof. Dr. rer.pol. Matthias Fengler, Professor für Ökonometrie, insbesondere Finanzmarktökonometrie, Fachbereich für Mathematik und Statistik, Universität St.Gallen

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Rechtswissenschaft Jugendkriminalität – Neue Trends und neue Fragen Nach langen Jahren ungebrochener Zunahme zeigen sich bei der Jugendkriminalität seit Kurzem abnehmende Trends. Weshalb? Wie sind solche Trends erklärbar? Wo stehen wir im internationalen Vergleich? Wie wirkt sich die Migration hier aus, wie der ausserordentlich hohe Drogenkonsum in der Schweiz? Wie hängen Cannabis, Rausch und Gewalt zusammen und wie gehen wir mit diesen Herausforderungen um? Wo liegen die Stärken und Schwächen des schweizerischen Jugendstrafrechts und wie wirksam ist Präventionsarbeit wirklich?

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Dienstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-014 28. Februar

7. März

14. März

21. März

Dozent | Prof. Dr. iur. Dr. h.c., lic.phil. Martin Killias, Professor für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie, Universität St.Gallen


Wirtschaftsinformatik Einführung in die Wirtschaftsinformatik – Verstehen des digitalen Zeitalters

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Wirtschaft und Gesellschaft befinden sich im Umbruch. Digitalisierung und Vernetzung haben und werden in Zukunft noch stärker unser Privatleben, sowie geschäftliche Prozesse und Geschäftsmodelle verändern. Vor diesem Hintergrund ist es von zentraler Bedeutung, dass wir Studierende an Universitäten und Fachhochschulen für den professionellen Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnik begeistern können. Aus diesem Grund ist das Lehrbuch «Einführung in die Wirtschaftsinformatik» entstanden. Das Lehrbuch unternimmt den Versuch, diesen Zeitgeist zu erfassen und zu systematisieren. Es richtet sich an Studierende und Praktiker, die sich für diese Themen interessieren. Das Lehrbuch ist in zwei Bände aufgeteilt. Der erste Band erschien 2015 und befasst sich mit der Beschreibung (Verstehen) der digital vernetzten Welt. Der zweite Band befindet sich in der Fertigstellung. Er setzt sich mit dem Gestalten der digital vernetzten Welt auseinander und wird in einer Fortsetzung der Reihe behandelt werden. Literaturempfehlung: Lemke, C., & Brenner, W. (2015). Einführung in die Wirtschaftsinformatik: Band 1: Verstehen des digitalen Zeitalters. Springer-Verlag.


Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-U201 1. März

Einführung in das digitale Zeitalter gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Lemke, HWR Berlin

8. März

Mensch und Gesellschaft im digitalen Zeitalter

15. März

Infrastruktur im digitalen Zeitalter

22. März

Informationssysteme und Daten

29. März

Dr. Mirko Lehmann, CEO Innovative Sensor Technology IST AG, Ebnat-Kappel

5. April

Geschäftsmodelle und Märkte im digitalen Zeitalter gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Lemke, HWR Berlin

Dozent / Leitung | Prof. Dr. oec. Walter Brenner, Professor für Wirtschaftsinformatik, Universität St.Gallen

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Wirtschaftsethik Moral im Spiegel der Korruption

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Was ist Korruption? Und in welchem Verhältnis steht Korruption zur Moral? Der Philosoph Michael Sandel hat Korruption als einen «unmoralischen» Tausch aufgefasst. Werte, die eigentlich unveräusserlich sein sollten, werden demnach gegen ökonomische Preise eingetauscht. Das spiegelt die ambivalente Rolle der Moral für die Aufrechterhaltung korrupter Akteursbeziehungen aber nur teilweise wider. Denn auch Korruption bedarf der Berufung auf Moralität, da korrupte Akteure sich gegenseitig als vertrauenswürdig und «moralisch» zuverlässig anerkennen müssen. Durch die Etablierung einer «Ordnung zweiter Art» bildet sich in Netzwerken der Korruption somit eine eigene Logik heraus, die die öffentliche Ordnung von Recht und moralischen Standards durch Doppelmoral unterläuft. Korruption lediglich durch Massnahmen der rechtlichen und moralischen «Compliance», also durch Absicherung von Regeleinhaltung, zu bekämpfen, erscheint vor diesem Hintergrund als nicht ausreichend. Vielmehr muss die grundlegende Dimension der Ethik, die – über Moral und Compliance weit hinausgehend – eine kritische Reflexionsebene für moralische Normen und Regeln bietet, in Betracht gezogen werden. Der Begriff der Integrität und das Integritätsmanagement von Unternehmen spielen dabei eine wichtige Rolle, der in dieser Vorlesung weiter nachgegangen wird.

Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-011 19. April

26. April

3. Mai

10. Mai

17. Mai

24. Mai

Dozentin | Dr. phil. Verena Rauen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Wirtschaftsethik, Universität St.Gallen


Agrarpolitik 20 Jahre Reform der Agrarpolitik – quo vadis Die Schweiz ist klein, der Siedlungsdruck gross. Die landwirtschaftliche Nutzfläche ist begrenzt und die Kosten für die landwirtschaftliche Produktion sind hoch. Mit der Agrarpolitik schafft der Bund geeignete Rahmenbedingungen, damit die Bauernfamilien ihre Aufgaben für die Gesellschaft gemäss Bundesverfassung erfüllen können. Vor 20 Jahren wurde ein fundamentaler Wechsel in der Agrarpolitik vollzogen. Die produktgebundene Stützung der Landwirtschaft mit Preis- und Absatzgarantien wurde abgelöst durch ergänzende sowie ökologische Direktzahlungen in einem offeneren Markt. Als Basis für eine nachhaltige Landwirtschaft wurde der ökologische Leistungsnachweis eingeführt. Heute stellt sich die Frage, ob der Verfassungsartikel zur Landwirtschaft weiter­ entwickelt werden muss, um die Bedürfnisse der Gesellschaft weiterhin erfüllen zu können. Die vier Volksinitiativen, die 2015 und 2016 eingereicht wurden, zeigen die spezifischen Interessen der Bevölkerung an der Agrarpolitik auf: Initiative für Ernährungssicherheit, Initiative für Ernährungssouveränität, Fair-Food-Initiative und Hornkuh-Initiative. Die Vorlesung gibt einen Überblick über den Reformprozess der Agrarpolitik der vergangenen 20 Jahre. Sie zeigt auf, wie die aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, Umweltziele, knappe Ressourcen oder die weltweite Entwicklung der Freihandelsbeziehungen in die Agrarpolitik einzuordnen sind. Wir beleuchten die Anliegen der erwähnten Initiativen und wie mit den aufgeworfenen Themen umgegangen werden kann. Wir wagen zudem einen Ausblick auf die Agrarpolitik nach 2022. Montag, 20.15 bis 21.45 Uhr, Raum HSG 09-012 1. Mai

8. Mai

15. Mai

22. Mai

Dozent | Christian Hofer, Dipl. Ing.-Agr. ETH, Vize-Direktor, Bundesamt für Landwirtschaft

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Stadt und Region St.Gallen – Regionalgeschichte «Das Landesinteresse geht vor der Humanität» – Zur Aufnahme von Menschen auf der Flucht in Stadt und Kanton St.Gallen im 19. und 20. Jahrhundert

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Die Diskussion um die Aufnahme von geflüchteten Menschen aus den Krisenregionen der Welt beherrscht zurzeit Öffentlichkeit und Politik in der Schweiz. Dies soll Anlass sein, das Verhältnis der St.Gallischen Bevölkerung zu den Menschen auf der Flucht über zwei Jahrhunderte hinweg zu betrachten. Dabei geht es einerseits darum, die verschiedenen Fluchtbewegungen nachzuzeichnen, anderseits wird die Reaktion der kantonalen Bevölkerung im Rahmen der schweizerischen Politik gezeigt. Der erste Teil der Vorlesung befasst sich mit den politischen und militärischen Flüchtlingen im 19. Jahrhundert, so etwa den Verfolgten der europäischen Revolution von 1848 oder den Internierten aus dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71. Der zweite Abschnitt thematisiert die Aufnahme von Geflüchteten in der Zwischenkriegszeit. Dabei geht es besonders auch um die Rolle der politischen Parteien in der Flüchtlingspolitik. Der dritte Teil widmet sich schliesslich den sehr unterschiedlichen Fluchtbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg, so z.B. aus Ungarn, der Tschechoslowakei, Chile, Vietnam, Polen, Jugoslawien oder Afrika.

Dienstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-110 28. Februar

7. März

14. März

Dozent | Prof. Dr. phil. Max Lemmenmeier, Historiker, Lehrbeauftragter für öffentliche Vorlesungen für Geschichte an der Universität St.Gallen


Stadt und Region St.Gallen – Architektur «Freie Sicht aufs Mittelmeer»: Zu Geschichte und Schicksal des Öffentlichen Raumes in St.Gallen «Weg mit den Alpen, freie Sicht aufs Mittelmeer!» Mit diesem provokanten Schlachtruf forderte die Schweizer Punkszene der achtziger Jahre medienwirksam Freiräume für ihre eigenen Zwecke. Der Slogan ist aber generell auch Ausdruck neuer Ansprüche an den öffentlichen Raum in einer Zeit, in der Begriffe wie «innere Verdichtung», «Dichtestress» oder «Zubetonieren der Schweiz» die Runde machen. Die Entstehung der Strassen, Plätze und Pärke ist Teil der Siedlungsgeschichte; Funktion und Bedeutung des öffentlichen Raums ändern sich aber je nach Epoche. Die Vorlesung folgt der Geschichte St.Gallens von der Stadtwerdung nach dem Ungarneinfall 926, über die Folgen des Stadtbrandes von 1418, die Neuschaffung des Klosterplatzes im 18. Jahrhundert, die Aufbruchstimmung in der Stickereizeit bis zu den Kontroversen und Projekten der Gegenwart: Gestaltung Marktplatz, Bahnhof Nord, Bahnhof St.Fiden, Sömmerliwiese etc. Montag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-014 6. März

Haben die Ungarn die Stadt St.Gallen gegründet?

13. März

Der Stadtbrand von 1418 zwingt zum Vorwärtsdenken

20. März

Erster Stadtplan im 16. Jahrhundert, Neuschöpfung Klosterplatz im 18. Jahrhundert

27. März

Um 1900: Öffentliche Räume in der Stickereizeit, ein Hauch von Grossstadt

3. April

Freie Sicht aufs Mittelmeer: Der öffentliche Raum in den Nachkriegsjahren

10. April

Dichtestress, Forderung nach mehr öffentlichem Raum und dem Erhalt freier Flächen. Neue Projekte und Kontroversen

Dozent | Martin Schregenberger, Architekt und Denkmalpfleger, St.Gallen

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Stadt und Region St.Gallen – Architektur Wenn die Stadt baut – vor Ort: Drei Baustellenbesuche in der Stadt St.Gallen

Donnerstag, 18.15 bis 19.45 Uhr 20. April Treffpunkt: Vadianstrasse 49, Haupteingang

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27. April Treffpunkt: Ecke Sömmerli­ waldstrasse/ Schönaustrasse

Die Schule mitten in der Stadt – Umbau Schulhaus St.Leonhard Die Sanierung und Erweiterung des Schulhauses St.Leonhard steht kurz vor der Fertigstellung. Der mächtige Kunkelerbau aus dem Jahre 1890 wird sorgfältig saniert und den Anforderungen eines zeitgenössischen Schulbetriebs angepasst. Im Erweiterungsbau, der mit dem eigentlichen Schulhaus einen stimmigen Hofraum aufspannt, wird künftig Sport unterrichtet und die familienergänzende Betreuung angeboten werden können. Mitten in der Stadt entsteht so eine Schulanlage für ein ganzes Schulquartier, deren Qualität nicht zuletzt in der ortsbaulichen Dichte liegt. Wo die Fernwärme sichtbar wird – Fernwärmezentrale Unsichtbar im Untergrund wächst ein Fernwärmenetz. Nur an wenigen Orten dringt es an die Oberfläche, wird in Form von Fernwärmezentralen manifest. Wie dereinst in der noch jungen Moderne begreift sich die Fernwärmezentrale als Funktionsbau mit ureigenem architektonischen Ausdruck. In der Auseinandersetzung mit Lesbarkeit und Funktion gelingt ein Gebäude von hoher baugestalterischer Qualität.


4. Mai Treffpunkt: RorschacherStrasse 263, Haupteingang

Hinter den Kulissen des Naturmuseums: Erste Erfahrungen – Das Naturmuseum nach der Eröffnung Im kulturpolitischen Bekenntnis der Stadt «3 Museen – 3 Häuser» spielt das jüngst eröffnete Naturmuseum der Stadt St.Gallen eine tragende Rolle und gewährleistet einen zeitgenössischen Museumsbetrieb. Jenseits der Ausstellungseinbauten entfaltet sich eine Welt der Forschung und des Sammelns.

Dozent | Hansueli Rechsteiner, Dipl. Arch. ETH, Dipl. Natw. ETH, Stadtbaumeister St.Gallen

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Schweizer Literatur Ein Wilderer in fremdem Revier

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Berichtet werden soll von der freibeuterischen Expedition eines Theologen in das Revier der erzählenden Literatur. Von dem Abenteuer, das sie war. Von freundlichen und gefährlichen Begegnungen mit Revierpächtern und Gesetzeshütern. Von den Erfahrungen, die er mit seiner Ausrüstung – Bibel und Dogmatik – machte. Von dem, was sich bewährte, und von dem, was weniger oder nicht brauchbar war. Von saftig grünen Landschaften, durch die er wanderte, und von Papierwüsten, durch die er sich mit vertrocknender Kehle schleppte, und dass die einen wie die andern literarisch oder theologisch sein konnten. Von der Kriminalliteratur soll die Rede sein, zu der die Dogmatik ihn zwang, und von dem, was ihn von dem Zwang ebenso wie vom Selbstvorwurf verbotenen Tuns befreite und zum fröhlichen Wilderer machte. Von der kreuzweisen Interpretation der Welt durch die Bibel und der Bibel durch die Welt, zu der er sich ermuntert sah, und von den überraschenden Nah- und Fernblicken, die sich dabei auftaten. Auch von Erscheinungen ideologischer Fata Morgana und ihrem Zerplatzen. Davon, dass ihm schliesslich das exklusiv Erzählende wie das exklusiv Argumentierende überhaupt fade wurde und er seither meint, eins sei mit dem andern zu würzen, damit es schmecke. Und wie er vollends zur Überzeugung gekommen ist, dass Gott, jedenfalls der biblische, nicht ausserhalb weltlicher Geschichten erkannt, gedacht, genannt werden kann.

Dienstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum für Literatur, Postgebäude am Bahnhof St.Gallen (Eingang Südseite, St. Leonhard-Strasse 40, 3. Stock, Lift vorhanden) 7. März

14. März

21. März

Dozent | Dr. theol. Ulrich Knellwolf, Schriftsteller

28. März


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Deutsche Sprache und Literatur «Ich habe nichts erfunden»: Joseph Roths literarisches Werk

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«Ich habe nichts erfunden, nichts komponiert», schreibt Joseph Roth (1894–1939) im Vorwort zu seinem 1927 erschienenen Roman Die Flucht ohne Ende – aber der angeblich autobiographische Bericht ist gleichwohl eine Fiktion, während umgekehrt Fiktionen wie Roths Romane Hiob (1930) oder Radetzkymarsch (1932) mit sanfttrauriger Ironie die bedrängende Wirklichkeit einer vom Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie und dem Aufkommen des Nationalsozialismus gezeichneten Gegenwart zwischen zwei Weltkriegen schildern. Was Roth zu dieser Wirklichkeit erfand und literarisch komponierte, begründete seinen Wahrheitsanspruch aus der poetisch geschliffenen Präzision, mit der er in seinen Figuren ein ganzes Panorama der zeitgenössischen Gesellschaftsgeschichte erschuf und damit heute zu den bedeutendsten deutschsprachigen Autoren der Klassischen Moderne zählt.

Donnerstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Textilmuseum St.Gallen (Vadianstrasse 2, Lounge im Parterre) 23. Februar

2. März

9. März

16. März

23. März

30. März

Dozentin | Prof. Dr. phil. Ulrike Landfester, Professorin für Deutsche Sprache und Literatur, SHSS-HSG


Deutsche Sprache «Dem Volk aufs Maul geschaut», 1517 bis 2017: 500 Jahre «Luther-Deutsch» Das Jahr 1517 gilt mit dem Thesenanschlag Luthers an die Schlosskirche zu Wittenberg als Beginn der Reformation. Im selben Jahr begann Luther mit der Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Übersetzungsarbeit vermittelt zwischen verschiedenen Denk- und Sprachwelten. Neben der linguistischen Distanz gilt es auch eine historische sowie eine soziokulturelle Distanz zu überwinden. Luther nahm mit seiner Übersetzung prägenden Einfluss auf die Entwicklung des Deutschen. Sein «Sendbrief vom Dolmetschen» dient als Ausgangspunkt für einen Einblick in moderne Übersetzungsprinzipien, anhand derer die lange Geschichte unterschiedlicher Lutherbibel-Revisionen und verschiedenster anderer Bibel-Übersetzungen transparent wird. Einen Einblick in die zeitgenössische Übersetzer-Werkstatt gewährt Dr. Peter Schwagmeier, der massgeblich an der Revision der Zürcher Bibel (2007) beteiligt war. Anhand von beispielhaft-vergleichender Lektüre entdecken die Hörerinnen und Hörer selbst, wieso für einen einzigen Text eine solche Vielfalt an Übersetzungen allein ins Deutsche entstanden ist und weiterhin entsteht. Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-307 1. März

Geistesgeschichtliche Einordnung der Reformationszeit

8. März

Übersetzungsarbeit als Vermittlung zwischen Sprach- und Denkwelten

15. März

Blick in eine Übersetzerwerkstatt Dr. theol. Peter Schwagmeier, Universität Zürich

22. März

Sprachwandel anhand der Revisionen der Luther-Bibel

29. März

Welchen Sinn und Zweck es hat, die Bibel immer wieder neu zu übersetzen ?

Dozentin / Leitung | Dr. phil. Elke Breitenfeldt, Lehrbeauftragte für Deutsche Sprache an der Universität St.Gallen

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Italienische Sprache und Literatur «Kennst Du das Land, wo die Zitronen blüh’n». L’Italia di oggi, fra passato e futuro. I. Geografia, cultura, mentalità.

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Da tanti secoli – dall’epoca del pellegrinaggio, poi del Grand Tour, e in seguito del turismo moderno – l’Italia viene visitata da forestieri che ammirano le sue bellezze naturali e artistiche, che la osservano con molta curiosità, che cercano di guardarla più da vicino, che si sforzano anche di capirla nelle sue bellezze e nelle sue contraddizioni. Molti perciò la conoscono, anche al di fuori dei suoi confini. Molti la amano. Tanto che si può ben dire che pochi paesi al mondo sono noti, anche sentimentalmente, come il «Belpaese». Ma siamo certi che tutto questo basta veramente per poter dire: «So oramai tutto dell’Italia»? Questo corso, che continuerà in autunno (II. Demografia, problemi sociali, eccellenze) vuole proprio tornare su alcuni aspetti importanti, e in parte guardati da una prospettiva meno tradizionale e più originale: la geografia, la storia (specie dopo l’Unità), la cultura del cibo, le feste e le tradizioni popolari, il binomio razionalità-magia, la mentalità. Nella seconda parte verranno invece analizzati altri aspetti, come la demografia, i problemi di oggi (criminalità, immigrazione), i simboli identitari (la Ferrari, la pasta Barilla, la Nutella), le eccellenze (il Made in Italy), per poi guardare finalmente verso il futuro dell’Italia. Con questo ultimo tema il professor Renato Martinoni prenderà commiato dalla lezione pubblica dove ha insegnato durante gli ultimi trent’anni.

Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-110 22. Februar

1. März

8. März

15. März

22. März

29. März

Dozent | Prof. Dr. phil. Renato Martinoni, Professor für Italienische Sprache und Literatur, Universität St.Gallen


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Spanische Sprache und Literatur Interferencias entre literatura y arte: Leonora de Elena Poniatowska

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El intercambio entre las artes visuales y el discurso literario, la dialéctica entre palabra e imagen, eran prácticas muy celebradas en las vanguardias europeas y latinoamericanas. Nos servirá de punto de apoyo para nuestras reflexiones intermediales la novela Leonora (2011, Seix Barral) de Elena Poniatowska. Tal como ya hizo en previas biografías noveladas (sobre la fotógrafa Tina Modotti o sobre la pareja Angelina Beloff/Diego Rivera), la autora mexicana consagra su atención a una grandiosa exponente del arte de su país: la pintora surrealista Leonora Carrington. Con su escritura, Poniatowska no sólo logra verbalizar sutilmente la pintura de imágenes oníricas y fantásticas de la Carrington, sino que traza también su desconcertante y cautivadora historia vital. La protagonista pintora y escritora se muestra a caballo entre la liberación rebelde y una entrega amorosa incondicional. Estudiaremos una novela biográfica que une a dos creadoras que han marcado varias décadas del mundo artístico mexicano. Se ruega a los oyentes conseguir un ejemplar de la novela previamente al curso.

Dienstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-U201 11. April

18. April

2. Mai

9. Mai

16. Mai

23. Mai

Dozentin | Prof. Dr. phil. Yvette Sánchez, Professorin für Spanische Sprache und Literatur, Universität St.Gallen


Amerikanische Literatur Marilynne Robinson, Housekeeping and John Williams, Stoner The two novels to be explored this semester are both stories of individual and family lives but are wholly dissimilar in style. Marilynne Robinson’s first novel, Housekeeping (1980), set in a small town in Idaho, depicts the intertwined lives of three generations of women. Robinson’s lyrical prose is concerned with the elemental power of water and fire, with mortality and transience, and with the ability to feel at home in the world, embodied in different attitudes to ‘housekeeping’. In its transformation of the ordinary and its musings on the possibility of spiritual transfiguration, it also anticipates the religious questions of Robinson’s later fiction. John Williams’s Stoner was first published in 1965. Within twelve months it was out of print. Following its republication in 2003, however, it became a bestseller that increasingly enjoys cult status and has been widely acclaimed as a forgotten classic, or as a review in The New Yorker described it: ‘the greatest American novel you’ve never heard of’. Williams’s understated, emotionally restrained narrative recounts the life of a provincial Everyman, whose stoic resignation most readers find deeply moving, and some readers exasperating. Read it and judge for yourselves! Discussions in the lectures will refer to the Faber & Faber paperback edition of Housekeeping (ISBN-10: 0571230083; ISBN-13: 9780571230082) and to the Vintage Classics paperback edition of Stoner (ISBN-10: 0099561549; ISBN-13: 9780099561545). Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 23-001 22. Februar

1. März

8. März

15. März

22. März

29. März

Dozent | Prof. D.Phil. Alan Robinson, Professor für Englische Sprache und Literatur, Universität St.Gallen

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Rätoromanische Sprache und Literatur La melodia prediletta. Ein Einblick in die Geschichte der Musica rumantscha

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Die Vorlesung wirft einen Blick in die Geschichte der Vokalmusik Romanischbündens von den ersten schriftlichen Zeugnissen protestantischer Kirchenmusik bis zur aktuellen Szene der Populärmusik. Anhand von Beispielen aus den verschiedensten Epochen, Gattungen und Genres wird diese beinahe 500 Jahre umfassende Musikgeschichte der Vierten Schweiz aus einer kulturgeschichtlichen Perspektive heraus illustriert und diskutiert. Dabei wird aufzeigt, wie die Vokalmusik stets als kulturelles Identifikationsmoment der Sprachgemeinschaft gedient hat und heute noch als «wichtigste Stütze einer gelebten Kultur» verstanden wird. Die offenkundige Interaktion der Musik mit ihrem soziokulturellen Kontext verlangt aber auch eine Betrachtung der Mechanismen kultureller Selbstfindung durch und in der Musik. Die drei Vorlesungen sind gegliedert nach der Blütezeit der Kirchenmusik, der Chormusik und der Populärmusik und präsentieren daraus jeweils bedeutende musikalische Werke und Schriftstücke. Daneben geht die Vorlesung auch der Erforschung, Definition und Verbreitung des Volksliedes nach und erläutert seine Bedeutung für das kollektive Wir-Bewusstsein. Verschiedene Tonbeispiele stellen innerhalb dieses theoretischen Rahmens den Bezug zur praktischen Musik her und machen die Zuhörenden mit dem Klang der musica rumantscha vertraut.

Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-111 22. Februar

1. März

8. März

Dozentin | Laura Decurtins Rosset, M.A., Lehrbeauftragte für öffentliche Vorlesungen für Rätoromanische Sprache und Literatur an der Universität St.Gallen


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Russische Literatur Russische Lagerliteratur In der russischen Kulturgeschichte gibt es ein einzigartiges Genre, die Lager- und Gefängnisliteratur. Die Vorlesung weist auf die Wurzeln der Lagerliteratur bei Dostojewski und Tschechow hin. Es werden einerseits klassische Erzählungen von Alexander Solschenizyn und Warlam Schalamow diskutiert, andererseits werden auch neue Texte behandelt. So etwa das Gefängnistagebuch des Militärjournalisten Grigori Pasko, der 1997 über die illegale Verklappung von radioaktivem Abfall ins japanische Meer berichtet hatte und darauf zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

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Donnerstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-110 2. März

9. März

16. März

23. März

30. März

6. April

Dozent | Prof. Dr. phil. Ulrich Schmid, Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands, Universität St.Gallen


Erzählforschung / Märchen Mensch und Natur in Märchen und Schwänken Sind die Märchenheldinnen und -helden wirklich so unschuldig, wie uns die Brüder Grimm weismachen wollten? Welche Rolle spielt die Natur in Zaubermärchen und Schwänken? Wer oder was ist aus heutiger Sicht gut, wer oder was böse? Montag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-112 24. April

Der Königssohn und die Heldenjungfrau oder: Vom Donner und vom Wasser des Lebens In vielen Märchen ziehen drei Jünglinge aus, um ein Heilmittel für den alten, kranken oder blinden Vater/König zu finden. Wo quillt das heilende Wasser? Wo sind die Äpfel der Jugend versteckt? Und was haben schöne, schlafende Jungfrauen damit zu tun?

1. Mai

Da schwankt der Baum oder: Von schlauen Frauen, schwangeren Mönchen und dem Schneekind Schwankmärchen über Bäume ausreissende Burschen oder Ehebruch auf dem Birnbaum, alte Beichtschwänke und neue Witze, die Story vom Fünfmonatskind oder von der naschhaften Gretel: Haben diese ungeheuerlichen Geschichten eine Moral?

8. Mai

Schwarze Sklavin, Stiefmutter und Blaubart oder: Von bösen Menschen im Märchen Eine «Schwarze» ermordet die noch unerfahrene Zitronenfee, die nackt auf einem Baum an der Wasserquelle sitzt. Schneewittchens Stiefmutter wird zur Giftmischerin, Blaubart zum Frauenmörder. Was macht diese Widersacher der Märchenheldinnen so böse? Wer oder was kann da helfen?

Dozentin | Dr. phil. Barbara Gobrecht, Erzählforscherin, Lehrbeauftragte für öffentliche Vorlesungen an der Universität St.Gallen

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Kulturgeschichte Die Kulturen der östlichen Seidenstrasse in vorislamischer Zeit Die erste von sechs Vorlesungen behandelt den allgemeinen Rahmen der Seidenstrassenkultur, vor allem Geo­ graphie und Klima, sowie die besondere Oasenkultur, die die geistige Gestalt der Region geprägt hat. Es folgt eine Übersicht zum Griechentum im graeco-baktrischen Reich, das in der Nachfolge des Alexanderzuges entstand. Die dritte Vorlesung ist dem Mahayana Buddhismus gewidmet, wir zeichnen seinen Weg von Indien nach China. Viertens wird der Manichäismus besprochen, als die Seidenstrassenreligion par excellence. Es folgt Entstehung und Entwicklung des Nestorianismus sowie seine Ausbreitung bis ins Mongolenreich. Den Abschluss bildet eine Darstellung der altpersischen Religion, wobei auch die Bedeutung des Mithraskultes für das Römische Reich behandelt wird.

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Donnerstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-014 23. Februar

2. März

9. März

16. März

23. März

Dozent | Prof. Dr. phil. Rainer Hoffmann, Professor für Geschichte und Kultur Ostasiens an der Universität Freiburg im Breisgau

30. März


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Kulturgeschichte Japan aus Schweizer Perspektive, die Schweiz aus japanischer Perspektive

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Nachweislich im Verlaufe des 16. Jahrhunderts geraten sich Japan und die Schweiz gegenseitig in den «Gesichtskreis», aber der Wissensstand blieb lange gering. «Die Bevölkerung Japans ist eine von derjenigen Chinas wesentlich verschiedene, sowohl in der Race als im Charakter, man hält sie für arabischen Ursprungs», wusste der Bundesrat 1861, während die Neue Zürcher Zeitung damals fürchtete, «der tägliche Verkehr mit einem fanatischen Volke, dessen Sprache und Sitten man nicht kennt», werde «ohne Streit nicht abgehen». Die erste japanische Mission in der Schweiz (1867) fand, dass es «zu einem alten Brauch» gehöre, «hier Bären zu verehren», es würden «bärenförmige Idole in jedem Haus aufgestellt und angebetet». Die Vorlesung belegt die wachsende Bezugnahme aufeinander in ihrer historischer Entwicklung, von den Berichten der ersten Kaufleute und Diplomaten über die Reisetagebücher des frühen 20. Jahrhunderts bis hin zu den wechselseitigen Untersuchungen der jeweiligen wirtschaftlichen und sozialen Erfolgsfaktoren, die bis heute fortgesetzt werden.

Dienstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-110 25. April

2. Mai

9. Mai

16. Mai

23. Mai

Dozent | Prof. Dr. phil. Patrick Ziltener, Titularprofessor für Soziologie an der Universität Zürich


Kulturgeschichte Äthiopien – im Land des «Priesterkönigs» Yohannes Das Hochland, der Norden von Äthiopien, gilt seit dem Fund von «Lucy» als Wiege der Menschheit. Es ist dort aber auch eine der frühen Hochkulturen zu finden. In Axum zeugen riesige Granitstelen von dem Glanz dieses einstmals grossen Reiches, das bis Südarabien und zum heutigen Sudan reichte. Bereits im 4. Jahrhundert wurde das Christentum durch König Ezana zur Staatsreligion erhoben. Überlieferungen verknüpfen den biblischen König Salomo und die sabäische Königin Makeda mit der äthiopischen Geschichte. Der Stammvater der Könige des Landes, Menelik, entsprang der Verbindung dieser beiden, wie der «Ruhm der Könige», Kebra Nagast, berichtet. Dieser Herrscher soll später die Bundeslade mit den Gesetzestafeln aus Jerusalem geholt haben. Sie wird in Axum aufbewahrt. Das äthiopische Kaiserreich und der bis heute tief verwurzelte christliche Glaube bildeten eine miteinander verschmolzene Einheit. Zahlreiche Kirchen wie Lalibela oder die Klöster des Tana Sees, legen davon Zeugnis ab. Äthiopien war aber auch Heimat von Juden, den Falascha, und hatte schon früh eine enge Beziehung zum Islam. In der modernen Geschichte konnte sich Äthiopien durch den Sieg in der Schlacht bei Adua als einziges Land Afrikas dem Zugriff der Europäer entziehen.

Donnerstag, 9.30 bis 11.00 Uhr, Festsaal St.Katharinen (Katharinengasse 11) 27. April

4. Mai

11. Mai

18. Mai

Dozentin | Dr. phil. Sigrid Hodel-Hoenes, Ägyptologin, Lehrbeauftragte für öffentliche Vorlesungen für Kulturgeschichte an der Universität St.Gallen

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Kunstgeschichte Normannen in Sizilien

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Zwischen 1061 und 1091 brachten die aus Nordeuropa eindringenden Normannen ganz Sizilien unter ihre Herrschaft. Während knapp hundert Jahren regierte eine Anzahl ihrer Herrscher die Insel und führte sie zu einer einzigartigen Blüte. Dabei flossen in bislang kaum vorstellbarer Weise verschiedene kulturelle Einflüsse zusammen: byzantinische, arabische und italienische. Die sich daraus entwickelnde Kultur verdient zurecht das Adjektiv «multikulturell». Ihre grossartigsten Zeugnisse bilden die normannischen Kirchenbauten in und um Palermo (Cappella Palatina, Martorana, Monreale). Mehr aus Quellen als aus dem architektonischen Bestand lässt sich darüber hinaus eine einzigartige Pracht bei der Hofhaltung und in der Anlage der Paläste erkennen. Die Ausstattung lag in den Händen von Künstlern aus den verschiedensten Kulturräumen. Sie schufen Werke von höchster Meisterschaft, seien es die hölzernen Decken islamischer oder die Mosaiken byzantinischer Handwerker. Für Fussböden zeichnete eine (römische) Cosmatenwerkstatt verantwortlich. Diese einzigartige Zeit wird in vier Vorlesungen nähergebracht.

Donnerstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-110 20. April

27. April

4. Mai

11. Mai

Dozent | Prof. Dr. phil. Axel Christoph Gampp, Titularprofessor für Allgemeine Kunstgeschichte an der Universität Basel und Professor für Geschichte und Theorie der Architektur an der Fachhochschule Bern


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Musik / Musikgeschichte Musik im Zeitalter der französischen Revolution

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Die Zeichen standen auf Sturm in Caron de Beaumarchais‘ Theater «La folle journée ou le marriage de Figaro», von Da Ponte pointiert zum Libretto umgearbeitet und von Mozart kongenial als «Le nozze di Figaro» vertont. In diesem Theaterstück beginnt die klassische Einteilung in Ober- und Unterschicht zu wackeln; eine Revolution steht vor der Tür. Kurz nach der Uraufführung des Theaterstücks in Paris im April 1784 wurde es denn auch auf Geheiss der königlichen Zensur verboten. Noch ganz in der alten Ordnung lebten die Concerts de la Loge Olympique in Paris, die bei Joseph Haydn eine Reihe von sechs Sinfonien bestellten und diese 1786 und 1787 aufführten. Weder die Direktion der Loge Olympique noch Haydn sahen die Zeichen an der Wand. Nur zwei Jahre später fegte der Revolutionssturm über Frankreich und rüttelte an den Grundfesten der sozialen Ordnung in halb Europa. Genau zwanzig Jahre nach der Uraufführung von «Le marriage de Figaro» radiert Beethoven im Zorn den Namen des Widmungsträgers auf dem Titelblatt seiner dritten Sinfonie aus: Napoleon Bonaparte. Wie reagierte die Musikwelt in Europa und besonders in Paris auf die Revolution und die Zeit unmittelbar danach? Welchen Niederschlag finden die Revolution und der Aufstieg von Napoleon Bonaparte in den musikalischen Werken der Jahre zwischen 1786 (Mozarts Figaro) und 1804 (Beethovens Eroica)? Die Vorlesung macht sich in fünf Teilen auf Spurensuche.

Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-011 22. Februar

1. März

8. März

Dozent | Dr. phil. Peter Keller, Artistic Consultant, Basel

15. März

22. März


Musik / Musikgeschichte Bob Dylan – der Nobelpreisträger und sein unerwartetes Spätwerk Bob Dylan gehört zu den unbestrittenen Meistern der klassischen Folk- und Rock-Tradition der sechziger und siebziger Jahre. Viel weniger bekannt und anerkannt ist aber, dass der Barde von Minnesota seit seinem Comeback mit «Time Out Of Mind» (1997) nochmals musikalisch wie poetisch zu neuen Formen und Glanzmomenten gefunden hat. Wie und warum ist Thema dieser Vorlesung.

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Montag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-U123 24. April

1. Mai

8. Mai

15. Mai

22. Mai

Dozent | Dr. phil. Martin Schäfer, freier Publizist und Dozent an der Hochschule für Musik Basel (Abteilung Jazz)


Geschichte Patrioten, Nationalisten, Populisten: Eine Geschichte von Cicero bis Donald Trump

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Noch vor wenigen Jahren hiess es in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, die Zeit des Nationalstaats sei abgelaufen. Die Prognose klang vernünftig: Im Zeitalter der Globalisierung müssen alle wichtigen Entscheide auf internationaler Ebene gefällt werden, die Menschen werden mobiler und multikultureller und mit der Zeit schwindet auch die Bindung der Bürger an ihre Nation. Nun scheint das Gegenteil eingetroffen zu sein. Die Schweiz hat die Masseneinwanderungsinitiative angenommen, Grossbritannien will aus der Europäischen Union aussteigen und die Vereinigten Staaten wählen in Donald Trump einen protektionistischen Populisten zum Präsidenten. Wie ist diese aktuelle Entwicklung zu erklären? In der Vorlesung gehen wir zuerst weit in die Geschichte zurück. Wir beginnen bei den Patrioten und Populisten der römischen Antike, betrachten anschliessend die Entstehung eines gelehrten Nationalismus im Zeitalter der Renaissance, beleuchten darauf die Verbindung von Nationalismus und Populismus in der Französischen Revolution und beschäftigen uns zum Schluss mit den Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen dem Zeitalter der Weltkriege und den Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit in Europa und Amerika. Mit diesem Programm möchte die Vorlesung einen Beitrag dazu leisten, dass Bürgerinnen und Bürger auch in heissen Zeiten einen kühlen Kopf bewahren können.

Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-110 19. April

26. April

3. Mai

10. Mai

17. Mai

Dozent | Prof. Dr. phil. Caspar Hirschi, Professor für Allgemeine Geschichte, Universität St.Gallen

24. Mai


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Geschichte Arznei für die Seele – Mit der Stiftsbibliothek St.Gallen durch die Jahrhunderte

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Die Stiftsbibliothek St.Gallen blickt auf vierzehn Jahrhunderte Geschichte zurück. Sie ist eine der ältesten heute noch bestehenden Bibliotheken der Welt. Die Vorlesungsreihe mit Mitarbeitenden der Stiftsbibliothek wirft einen Blick zurück auf die ereignisreiche Entwicklung der Institution von den Anfängen im 7. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Stiftsbibliothekar Cornel Dora skizziert die Zeit des Frühmittelalters. Spätestens mit der Gründung des Klosters St.Gallen um 719 wurde eine institutionelle Bibliothek eingerichtet, aus der ab dem 9. Jahrhundert eine der grössten und besten Bibliotheken Europas wurde. Philipp Lenz behandelt die Zeit des Hoch- und Spätmittelalters und geht der Frage nach, wie die Büchersammlung damals von den Mönchen genutzt wurde. Karl Schmuki befasst sich in den zwei abschliessenden Vorlesungen mit der neuen Blüte im Zeitalter von katholischer Reform und Barock. Dazu gehört der Aufbruch der Wissenschaft seit der Renaissance, die Rettung der Bibliothek bei der Klosteraufhebung und ihre Entwicklung hin zum Herzstück des Weltkulturerbes Abbey of Saint Gall als Brennpunkt geisteswissenschaftlicher Forschung und Anziehungspunkt für Kulturinteressierte aus aller Welt.


Montag, 18.00 bis 19.30 Uhr, Musiksaal im Dekanatsflügel des Konventgebäudes (Klosterhof 6b) 20. März

Anfänge und Hochblüte im Frühmittelalter Dr. Cornel Dora, Stiftsbibliothekar

27. März

Bibliothekspflege und Bibliotheksbenutzung im Hoch- und Spätmittelalter Dr. Philipp Lenz, Bearbeiter der Handschriftenkataloge der Stiftsbibliothek St.Gallen

3. April 10. April

Die Stiftsbibliothek im Zeitalter von Renaissance bis Barock Dr. Karl Schmuki, Stellvertretender Stiftsbibliothekar Von den wechselvollen Schicksalen der Stiftsbibliothek seit der Klosteraufhebung und ihrem Aufstieg zum Weltkulturerbe Dr. Karl Schmuki, Stellvertretender Stiftsbibliothekar

Leitung | Dr. phil. Cornel Dora, Stiftsbibliothekar, St.Gallen

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Politische Geschichte Schmelztiegel der Nationen? Die USA als Einwanderungsland

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«Bad hombres», schlechte Menschen seien es, die über die mexikanische Grenze illegal in das Land gelangen, meinte der 45. Präsident der Vereinigten Staaten, Donald J. Trump, während seines Wahlkampfes. Die Deportation von elf Millionen Menschen, der Bau einer Grenzmauer, vom südlichen Nachbarn zu bezahlen, und eine restriktive Einwanderungspolitik gehören zu den Rezepten, mit denen er den angeblich schweren Folgen der Migration begegnen will – und mit denen er die Wähler überzeugen konnte. Solche Töne klingen im ersten Moment untypisch für eine Nation, die sich als «Melting Pot», als kultureller Schmelztiegel, und als Volk von Einwanderern versteht. Warum dieser Sinneswandel – oder ist dieser Gegensatz gar nicht so neu? Tatsächlich ist die Geschichte der Einwanderung in die USA immer mit Einwanderungsbeschränkungen einhergegangen. Wir beleuchten in dieser Vorlesung daher nicht nur die verschiedenen Einwanderungswellen und die wichtigsten Migrantengruppen, welche die Staaten geprägt haben, sondern auch die Hindernisse, welche auf dem Weg dahin zu bewältigen waren: politischer, gesetzlicher und gesellschaftlicher Natur. Schliesslich wagen wir einen Blick in die Zukunft und diskutieren die Möglichkeiten einer Immigrationsreform.

Montag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-013 (* Raum HSG 23-003) 24. April

1. Mai *

8. Mai

15. Mai

22. Mai

Dozentin | Dr. rer.publ. Claudia Franziska Brühwiler, Staatswissenschaftlerin und Lehrbeauftragte für Reflexionskompetenz an der Universität St.Gallen


Sport Sport – Theorie und Praxis: Kraft und Krafttraining. Verschiedene Perspektiven. In dieser Sport-Vorlesungsreihe gehen wir detailliert auf das Krafttraining ein. Vier Referierende beleuchten das Thema Kraft aus verschiedenen Perspektiven. Welche Nutzen des Krafttrainings sind erwiesen und wie soll das Training dazu gestaltet werden? Sie zeigen auf, wie das Training in verschiedenen Bereichen umgesetzt werden soll: Als Athletic Training zur Leistungssteigerung und Verletzungsprophylaxe im Freizeit- und Spitzensport, beim Figurtraining – dies auch in Zusammenhang mit Gewichtskontrolle – oder Bodybuilding. Ein weiterer Abend ist dem Thema Haltung und Rückengesundheit gewidmet. Braucht es auch hierzu Krafttraining und wie sieht ein solches Training aus? An einem weiteren Abend wird der Stand der Wissenschaft erläutert.

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Dienstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 23-001 7. März

Krafttraining – funktionell im Athletic Training Marc Streitenbürger, B.Sc. in Sport Science Major Universität Bern, MSc Trainingswissenschaften Eidgenössische Hochschule für Sport Magglingen (EHSM), Athletiktrainer und Ausbildner im Functional Training

14. März

Krafttraining – Stand der Wissenschaft Piero Fontana, Dr. sc.nat. ETH, President/CSO Highperformance Group, Dozent

21. März

Kraft für Haltung und Rückengesundheit ? Karin Albrecht, Leiterin der star-school for training and recreation Schweiz, internationale Referentin und Fachbuchautorin

28. März

Krafttraining – von Figurtraining bis zu Bodybuilding Marco Hirsiger, eidg. dipl. Sportlehrer ISSW Universität Basel, M.Sc. EHSM Trainingswissenschaft mit Schwerpunkt Spitzensport, Dipl. Personaltrainer, Dozent und Ausbildungsleiter, aktiver Wettkampfbodybuilder, Schweizermeister 2012

Leitung | Daniel Studer, Stv. Leiter Universitätssport St.Gallen

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Naturwissenschaft / Gesellschaft Flüssig. Vom Lebenselixier bis zum Genussmittel Kein Leben ohne Wasser. Wir haben ein grosses Privileg in der Schweiz: Sauberes Trinkwasser fliesst einfach aus dem Wasserhahn. Dafür betreiben wir einen grossen Aufwand. Wasser ist die Basis für Vieles: Es ist Lebenstreibstoff, Blut besteht aus Wasser und auch die Bierbrauer sind auf die Flüssigkeit angewiesen. Mittwoch, 20.15 bis 21.45 Uhr, Raum HSG 01-011 22. Februar

50 8. März

22. März

Was ist Wasser ? Eine Einführung Wasser ist der Treibstoff unseres Lebens. Doch was steckt eigentlich hinter der chemischen Formel H 2O ? Eine Reise durch die Evolution des Wassers. Prof. Dr. Wolfgang Kinzelbach, Institut für Umweltingenieurwissenschaften ETH, Zürich Trinkwasser – Das Lebenselixier Auch wenn die Schweiz das Wasserschloss Europas ist, ist es keine Selbstverständlichkeit, dass frisches Trinkwasser aus unseren Hähnen fliesst und in unseren Mineralwasserflaschen feilgeboten werden kann. Der Aufwand ist beträchtlich. Dr. Rolf Stettler, Leiter Qualitätssicherung der Sankt Galler Stadtwerke, St.Gallen Bier – Das Genussgebräu Die Herstellung von Bier ist hoch kompliziert: Wasser, Malz, Hopfen, Hefe. Das Handwerk des Brauens ist eine uralte Tradition und hat bis heute etwas Faszinierendes und Geheimnisvolles. Kurt Frischknecht, Mikrobiologe und Hobby-Bierbrauer, Fontnas


5. April

Abwasser – Der flüssige Abfall Haushalte, Industrie und Gewerbe brauchen täglich Wasser zum Abwasch, in der Produktion, im WC. Urin, hormonaktive Stoffe und anderes belasten das Gebrauchtwasser. Damit die Umwelt intakt bleibt, muss das Abwasser gereinigt werden. Aufwendig und mit neuen Methoden. Hansruedi Messmer, Betriebsleiter ARA, Herisau

19. April

Virtuelles Wasser – Die andere Flüssigkeit Die Landwirtschaft benötigt in vielen Ländern extrem viel Wasser, das vielfach nicht im Überfluss vorhanden ist. Die Konsequenz: Die Grundwasserspiegel sinken. Das Konzept des Virtuellen Wassers sieht vor, dort landwirtschaftlich zu produzieren, wo es Wasser gibt. In trockenen Regionen jedoch wasserintensive Produkte zu importieren. Nur Theorie? Valérie Cavin, Senior Advisor WASH (Water, Sanitation and Hygiene) bei Helvetas, Zürich

10. Mai

Blut – Der Lebenssaft Die rote Flüssigkeit, die unseren Körper durchdringt und uns am Leben erhält, besteht zum grössten Teil aus Wasser. Was ist Blut? Was kann Blut? Was lesen die Ärzte aus dem Lebenssaft? Prof. Dr. Wolfgang Korte, Chefarzt, Zentrum für Labormedizin, Leiter Klinische Chemie und Hämatologie, St.Gallen

Leitung | Martin Läubli, dipl.geogr.phil. II, Wissenschaftsjournalist, St.Gallen

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Philosophie Kierkegaard und die Geburt des Existenzialismus

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Der Existenzialismus ist eine philosophische Denktradition, die existenzielle Fragen stellt und zu beantworten versucht: Warum existiere ich, was soll das alles, wie kann ich ein sinnvolles Leben führen? Obwohl man vielleicht vermuten könnte, dass sich diese Fragen für religiöse Denker weniger dringend stellen als für atheistische, gilt ausgerechnet der christliche Philosoph Søren Kierkegaard (1813–1855) als Gründer des Existenzialismus. Diese Vorlesung bestimmt die Tradition des Existenzialismus und erläutert wichtige und spannende «existenzialistische» Aspekte der Philosophie Kierkegaards, eines exzentrischen und ernsten Denkers aus dem Kopenhagen der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie ist wichtigen Werken entlang aufgebaut (Entweder – Oder (1843), Furcht und Zittern (1843), Krankheit zum Tode (1849)) und lässt Raum für die gemeinsame Lektüre und Diskussion zentraler Textstellen.

Dienstag, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 09-114 7. März

14. März

21. März

28. März

Dozent | PD Dr. phil. Dominique Künzle, Philosophisches Seminar, Universität Zürich


Soziologie Kulinarisches Kino: Soziologische Perspektiven auf Essen im Film In den Anfängen der Kino- und Filmgeschichte sucht man meist vergebens nach kulinarischen Szenen im Film. Im Laufe der Zeit findet Essen jedoch einen prominenteren Platz im Film und ab den späten 1970er und frühen 1980er Jahren kommt langsam das Genre «food film» oder «kulinarisches Kino» auf, in dem das Essen und dessen Verzehr im Zentrum stehen. So zum Beispiel in Filmklassikern wie Das grosse Fressen (Ferreri, 1973), Brust oder Keule (Zidi, 1976) oder Babettes Fest (Axel, 1987). Dieses Genre wird in jüngster Zeit unter anderem durch eine Reihe von Dokumentarfilmen ergänzt, die die Komplexität der industrialisierten und globalen Herstellung von Lebensmitteln beleuchten und deren Auswirkungen auf Tier, Natur und Mensch problematisieren. Angeregt durch exemplarische Filmausschnitte beschäftigen wir uns im Rahmen dieser Vorlesung mit folgenden Fragen: Wie werden in unterschiedlichen Filmen Essens- und Ernährungspraktiken thematisiert? Welche symbolische Bedeutung von Essen und essen lässt sich daraus ablesen? Und inwieweit sind diese Filme als Kommentare zu jeweils aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen zu interpretieren?

Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 23-001 19. April

26. April

3. Mai

10. Mai

17. Mai

Dozentin | Tanja Schneider, Ph.D., Ständige Dozentin für Soziologie, Seminar für Soziologie (SfS-HSG), Universität St.Gallen

24. Mai

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Psychologie / Psychotherapie Phantasie – Spiel und schöpferische Kraft in allen Lebensphasen

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Dank der Phantasie können wir Situationen uminterpretieren, Geschichten erfinden, eine Hoffnungsspur anlegen, auch wenn es dunkel ist. Von Einstein stammt der Satz: Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. In der Phantasie und ihren Ausdrucksformen fliessen bewusste und unbewusste Bilder zusammen. Mit deren Mehrdeutigkeit haben sich insbesondere die Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud, Carl Gustav Jung und Anna Freud befasst. Reinhard Fatke eröffnet die Reihe mit Ausführungen darüber, wie das Phantasieren zur Selbstwerdung des Menschen beitragen kann. In seiner zweiten Vorlesung entfaltet er die Phantasiekonzepte der Tiefenpsychologie, vertieft diese und bringt sie in eine fruchtbare Beziehung zueinander, wobei sich auch interessante Differenzierungen und neue theoretische Aspekte ergeben. Manche Kinder erfinden sich Phantasiegefährten als Verbündete, imaginierte Ratgeber und Tröster. Ursula Germann zeigt anhand von Märchen sowie Beobachtungen an Kindern und an alten Menschen auf, wie unsichtbare Freunde, mit denen wir Dialoge führen, das Leben und seine Bewältigung erleichtern. Das Hin- und Herpendeln zwischen Wirklichkeitserfahrung und Phantasie erleben Kinder oft besonders intensiv im Umgang mit Tieren. Die tiergestützte Psychotherapie, wie sie von Elisabeth Frick Tanner und von Robert Tanner entwickelt wurde, gewährt der Phantasie Raum und setzt ihr auch Grenzen. Vom schöpferischen Umgang mit Tönen, Rhythmen und Melodien handelt die Vorlesung von Charles Uzor, der in seine Vorlesung auch philosophische Gedanken einfliessen lässt.


Dienstag, 20.15 bis 21.45 Uhr, Raum HSG 01-011 (* Raum HSG 09-011) 25. April

Die Bedeutung der Phantasie für die Selbstwerdung des Menschen – untersucht an selbst erfundenen Geschichten von Kindern und Jugendlichen Prof. Dr. phil. Reinhard Fatke, Universität Zürich

2. Mai *

Die Phantasiekonzeptionen von Sigmund Freud, Anna Freud und Carl Gustav Jung – eine theoretische Vergewisserung Prof. Dr. phil. Reinhard Fatke, Universität Zürich

9. Mai

Phantasiegefährten – Beobachtungen an Kindern und alten Menschen – Muster aus Märchen Dr. phil. Ursula Germann, Psychotherapeutin Sargans

16. Mai

Tiere – unsere Mitgeschöpfe in unseren Phantasien und der Wirklichkeit Dr. phil. Elisabeth Frick Tanner und Dr. med. Robert Tanner Frick, Psychotherapeutin und Psychiater FMH, St.Gallen

23. Mai

Mimikry als Spiel, als Täuschung, als Überlebensstrategie – ein musikphänomenologischer Zugang zum schöpferischen Umgang mit Tönen, Rhythmen, Melodien Dr. Charles Uzor, Musikwissenschaftler, Philosoph und Komponist, St.Gallen

Leitung | Dr. phil. Ursula Germann, Psychotherapeutin FSP, Sargans, Delegierte der Vereinigung Ostschweizer Psychotherapeuten (VOPT)

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Psychologie / Psychotherapie «Hemmige». Hemmungen und Blockaden, Warten und Handeln «Du hast das nicht vergessen, du hast das verdrängt.» Wir verdrängen Erinnerungen, die uns belasten, beschweren und denen wir uns nicht stellen wollen. Wir vermeiden Konfrontationen, die uns zu grosse Angst machen. Wir sind gehemmt, gelähmt, blockiert, wenn wir uns dem Handeln nicht gewachsen fühlen oder uns das Selbstbewusstsein fehlt. Wir haben Mühe im Kontakt mit anderen, weil wir Ablehnung und Zurückweisung erwarten. All dies sind Massnamen der – unbewussten – Abwehr. Warum ist das so? Wie kommt es dazu? Die Psychoanalyse hat eine Fülle von psychischen Abwehrmassnahmen untersucht. In vier Vorlesungen untersuchen wir, wie Abwehr zustande kommt, wie sie wirkt, wie sie überwunden wird und welche Rolle dabei das Wünschen und Warten spielt.

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Dienstag, 14.30 bis 16.00 Uhr, Festsaal St. Katharinen (Katharinengasse 11) 2. Mai

Hemmung und Abwehr

9. Mai

Fehlleistungen und Blockaden

16. Mai

Warten: Freude und Qual

23. Mai

Wünschen und Handeln

Dozentin | Prof. Dr. phil. Brigitte Boothe, Psychotherapeutische Praxis Bellevue, Zürich


Psychiatrie / Psychotherapie Zwischen Resilienz und Gefährdung – Entwicklungsrisiken und Entwicklungschancen bei Kindern, Jugendlichen und Familien In Fortsetzung und teilweise Vertiefung der früheren Vorlesungen konzentrieren wir uns auf die durch die postmoderne Welt, die Globalisierung und die Hyperindividualisierung hervorgerufenen Veränderungen in der kindlichen Entwicklung und der Bedeutung der Familie. Es geht um Belohnungs- und Motivationsthemen, um die immensen und letztlich unerfüllbaren Ansprüche an das Kind und die Eltern, um die Balance der Entwicklung. Treffen diese allgemeinen gesellschaftlichen Veränderungsprozesse beim einzelnen Kind zudem auf schulische Defizite, Teilleistungsstörungen, Ängstlichkeit und Depressivität und andere seelische Probleme, so entstehen neue komplexe Problemsituationen, die gegebenenfalls neben der familiären auch der professionellen Hilfe bedürfen. Ebenso geht es um die ständig geforderte Aufmerksamkeits- und Emotionssteuerung, um einerseits die für alle Kinder anstehenden Entwicklungsaufgaben zu bewältigen, andererseits Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden und Stück für Stück eine eigene persönliche Identität zu entwickeln. Hierfür sind neben erwachsenen Vorbildern auch familiäre Rituale und Traditionen und interessanterweise auch die Rolle der Grosseltern – gerade in Scheidungs- und Trennungssituationen – von hoher Bedeutung.

Mittwoch, 18.15 bis 19.45 Uhr, Raum HSG 01-014 (* Raum HSG 23-003) 26. April

3. Mai *

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Dozent | Dr. med. Oliver Bilke-Hentsch MBA, Arzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie FMH, Chefarzt und Stv. Geschäftsleiter Modellstation SOMOSA Winterthur

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Theologie «Was soll ich mit meiner Seele tun?» Die Mönche im 4. und 5. Jahrhundert als Lebensdeuter und Gottsucher

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Die Fragen der Mönche vor 1500 Jahren sind erstaunlich zeitlos, wenn wir sie in unsere Worte übersetzen: Wie kann ich mich wieder selber spüren? Wie finde ich eine innere Ruhe? Wie komme ich mir selber nahe? Wie weiss ich, wohin ich gehöre? Was trägt mich? Was kann ich tun, wenn ich mich überfordert fühle? Was ist der Sinn von allem? Wenn man diese Fragen in seinem Leben nicht übergehen möchte, sind die Zeugnisse der frühchristlichen Mönche reich an wertvollen Denkangeboten und lebendigen Beispielen in der konkreten Lebensdeutung. Voller Dynamik ist das Ringen der Mönche auf dem Lebensweg. Sehr nachhaltig und anregend sind die Ermutigungen, die sie in den verschiedenen Begegnungen erfahren. Diese Vorlesung möchte zeigen, dass die damaligen Weisheiten der Mönche auch Offerten und Impulse für ein geglücktes Leben heute bieten können.

Montag, 20.15 bis 21.45 Uhr, Raum HSG 01-U121 27. Februar

6. März

13. März

20. März

27. März

Dozent | Diakon lic.theol. Thomas Reschke, Katholischer Seelsorger an der Universität St.Gallen

3. April


Theologie Was sind christliche Werte? Während auf der einen Seite medial der «Verlust von christlichen Werten» in unserer Gesellschaft beklagt wird und der martialisch klingende Topos «christliche Werte verteidigen» breiten Eingang in die Politik gefunden hat, haben andererseits wohl nur noch Minderheiten eine Vorstellung davon, welches die christlichen Werte sind, für die Christinnen und Christen einstehen wollen. Wenn man nachhakt und daran erinnert, dass Vorstellungen wie «Du sollst den Nächsten lieben wie dich selbst», Inklusion statt Exklusion, Geschwisterlichkeit, Vergebung statt Rache, Gewaltverzicht, Feindesliebe, Demut, Hilfsbereitschaft für Schutzbedürftige ganz zentral zum christlichen Wertekanon dazu gehören, dann kommt oft das Feedback: «Ja, ganz so ist die Forderung nach den christlichen Werten nicht gemeint. Das ist dann doch allzu christlich.» Wenn die Rede von den christlichen Werten keine Leerformel sein soll, ist zu fragen, wie diese christlichen Werte heute zu erfahren sind. Die Vorlesung möchte anregen, darüber nachzudenken.

Dienstag, 9.30 bis 11.00 Uhr, Festsaal St.Katharinen (Katharinengasse 11) 2. Mai

Christliche Werte: Religionsfreiheit für alle Menschen

9. Mai

Christliche Werte: Solidarität und Gastfreundschaft

16. Mai

Christliche Werte: Offenheit und Freiheit

23. Mai

Christliche Werte: Feindesliebe und Gewaltverzicht

Dozent | Diakon lic.theol. Thomas Reschke, Katholischer Seelsorger an der Universität St.Gallen

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Theologie Vier Reformationen. Die Reformation in Deutschland, Schweiz, Frankreich und im Katholizismus

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Von «zwei Reformationen» sprach der Kirchenhistoriker Heiko Oberman, um die Unterschiede im Wirken von Calvin und Luther und in ihrer Wirkungsgeschichte hervorzuheben. Im Anschluss daran trägt diese Vorlesung den Titel «Vier Reformationen». Die Reformationen in Deutschland (Luther), in der Schweiz (Zwingli), in der frankophonen Welt (Calvin) und in der katholischen Kirche (Konzil von Trient) waren vielfältig miteinander verbunden. Zugleich haben sie Eigendynamiken entwickelt und ausgeprägte Differenzierungs- und Abgrenzungsprozesse ausgelöst, welche die bis heute bestehende Separierung der christlichen Konfessionen bewirkt haben. Mit der Besprechung der «katholischen Reformation» wird der häufig vergessenen bzw. verdrängten Tatsache Rechnung getragen, dass die römisch-katholische Kirche im Verlaufe des 16. Jahrhunderts tiefgreifende Erneuerungen erfahren hat und so in gewisser Weise auch als Reformationskirche gelten kann. Im Kontext des 2017 beginnenden 500-Jahr-Jubiläums der Reformation vermittelt die Vorlesung einen historischen und theologischen Überblick. Freitag, 9.30 bis 11 Uhr, Festsaal St.Katharinen (Katharinengasse 11) 28. April 5. Mai

Die Anfänge: Die Reformation in Deutschland Zwingli und Vadian: Die Reformation in der Schweiz

12. Mai

Calvin und die Reformation in Frankreich

19. Mai

Gegen-Reformation: Die Reformation in der römisch-katholischen Kirche

Dozent | Pfarrer Markus Anker, Evangelischer Seelsorger an der Universität St.Gallen


Öffentliche Antritts- und Abschiedsvorlesungen

Wer an der HSG zum Privatdozenten / zur Privatdozentin ernannt oder als Professor / Professorin gewählt wird, präsentiert sich mit einer öffentlichen Vorlesung. Ebenso pflegen sich Professoren und Professorinnen, die in Pension gehen, mit einer Vorlesung zu verabschieden. Zu diesen öffentlichen Antritts- und Abschiedsvorlesungen sind nicht nur HSG-Angehörige, sondern auch Sie herzlich eingeladen.

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Antrittsvorlesungen Dienstag, 18.15 Uhr, Raum HSG 09-011

21. März

Prof. Dr. oec. Dennis Gärtner Spieltheorie im Praxiseinsatz

28. März

PD Dr. iur. Lorenz Engi Islamische Religionsgemeinschaften öffentlich-rechtlich anerkennen ?

18. April

PD Dr. oec. Alexander Braun Alternatives Kapital in der Assekuranz: Fluch oder Segen?

Abschiedsvorlesung Dienstag, 18.15 Uhr

28. Februar, Raum HSG 09-010 (Audimax)

Prof. Dr. rer.pol. Günter Müller-Stewens Dem modernen Strategen auf der Spur

9. Mai, Raum HSG 01-012

Prof. Dr. rer.publ., D.Phil. Roland Kley Ich werd mir selbst historisch

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Dozierende Anker Markus | Pfarrer, T 071 744 71 77, markus.anker@unisg.ch | S. 60 Aschari Omid | Prof. Dr., T 071 224 76 03, omid.aschari@unisg.ch | S. 8 Bilke-Hentsch Oliver | Dr., T 052 244 50 00, oliver.bilke-hentsch@somosa.ch | S. 57 Boothe Brigitte | Prof. Dr., T 079 194 29 74, brigitte.boothe@uzh.ch | S. 56 Breitenfeldt Elke | Dr., T 071 224 25 81, elke.breitenfeldt@unisg.ch | S. 25 Brenner Walter | Prof. Dr., T 071 224 24 09, walter.brenner@unisg.ch | S. 14 BrĂźhwiler Claudia Franziska | Dr., T 071 224 25 47, claudia-franziska.bruehwiler@unisg.ch | S. 6, 46

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Decurtins Rosset Laura | T 071 222 31 10, laura.decurtins@gmx.ch | S. 30 Dora Cornel | Dr., T 071 227 34 28, cornel.dora@kk-stibi.sg.ch | S. 44 Fengler, Matthias | Prof. Dr., T 071 224 24 57, matthias.fengler@unisg.ch | S. 10 Gampp Axel Christoph | Prof. Dr., T 061 272 49 52, axel.gampp@unibas.ch | S. 38 Germann Ursula | Dr., T 081 783 18 41, ugermann@bluewin.ch | S. 54 Gobrecht Barbara | Dr., T 056 223 20 62, barbara.gobrecht@sunrise.ch | S. 33 Hirschi Caspar | Prof. Dr., T 071 224 27 30, caspar.hirschi@unisg.ch | S. 42 Hodel-Hoenes Sigrid | Dr., T 081 783 10 15, sigrid.hodel@rsnweb.ch | S. 37 Hofer Christian | T 058 462 21 83, christian.hofer@blw.admin.ch | S. 17 Hoffmann Rainer | Prof. Dr. | S. 34 Keller Peter | Dr., T 061 312 00 61, kellerconsultant@bluewin.ch | S. 40 Killias Martin | Prof. Dr., T 062 891 02 54, martin.killias@unisg.ch | S. 12


Knellwolf Ulrich | Dr., T 044 395 24 25, ueknellwolf@bluewin.ch | S. 22 Künzle Dominique | PD Dr., | S. 52 Landfester Ulrike | Prof. Dr., T 071 224 25 52, ulrike.landfester@unisg.ch | S. 24 Läubli Martin | T 079 773 79 73, mlaeubli@gmail.com | S. 50 Lemmenmeier Max | Prof. Dr., T 071 222 08 40, lemmenmeier@swissonline.ch | S. 18 Martinoni Renato | Prof. Dr., T 071 224 25 57, renato.martinoni@unisg.ch | S. 26 Moeckli Silvano | Prof. Dr., T 071 855 62 46, silvano.moeckli@unisg.ch | S. 9 Rauen Verena | Dr., T 071 224 31 05, verena.rauen@unisg.ch | S. 16 Rechsteiner Hansueli | T 071 224 45 04, hansueli.rechsteiner@stadt.sg.ch | S. 20 Reschke Thomas | Diakon, T 071 222 95 10, thomas.reschke@unisg.ch | S. 58, 59 Robinson Alan | Prof. D.Phil., T 071 224 27 27, alan.robinson@unisg.ch | S. 29 Sánchez Yvette | Prof. Dr., T 071 224 25 66, yvette.sanchez@unisg.ch | S. 28 Schäfer Martin | Dr., T 061 281 46 08, schaefer.meier@bluewin.ch | S. 41 Schmid Ulrich | Prof. Dr., T 071 224 27 28, ulrich.schmid@unisg.ch | S. 32 Schneider Tanja | Dr., T 071 224 29 29, tanja.schneider@unisg.ch | S. 53 Schregenberger Martin | T 071 230 35 53, schregenberger.gmbh@gmail.com | S. 19 Studer Daniel | T 071 224 22 51, daniel.studer@unisg.ch | S. 48 Ziltener Patrick | Prof. Dr., T 079 480 62 68, pziltener@hotmail.com | S. 36

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Erleben Sie die HSG an der OFFA Machen Sie sich ein Bild von uns. Lernen Sie unsere öffentliche Angebote für Gross und Klein kennen und besuchen Sie uns vom 19. bis 23. April 2017 in der OLMA Halle 3.1.

Programmleitung | Prof. Dr. Florian Wettstein Lehrstuhl für Wirtschaftsethik Organisation | Regula Fraefel, T 071 224 25 52 Konzept und Gestaltung | Marcel Bischof, www.2b-gestaltung.ch Fotos | Hannes Thalmann, www.hannes-thalmann.ch Druck | Niedermann Druck AG, St.Gallen Auflage | 10 000 Exemplare


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Guisanstrasse 3 – CSC-HSG

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Aula

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Varnbüelstr. 19 – Skriptenkommission

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Guisanstrasse 36 Werner-Siemens-MLE-Haus

Invaliden-Parkplätze

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Provisorium – Büro

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Gatterstr. 3 – Sprachenzentrum

Buslinie

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Provisorium 3 – Lehre

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Weiterbildungszentrum Holzweid

Bodanstrasse 1-8

Fahrradständer

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Parkplätze Mobility Car Sharing


Programmbezug Universität St. Gallen (HSG) Kommunikation Dufourstrasse 50 | 9000 St. Gallen T 071 224 22 25 | F 071 224 28 15 kommunikation@unisg.ch | www.unisg.ch

Öffentliche Vorlesungen Frühjahr 2017  

Die Vorlesungen für alle mit einer breiten Palette an Themen: von Wirtschaftslehre, Sprache und Literatur über Geschichte, Soziologie und Po...

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