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31 Franz Schreker Der Schmied von Gent – Große Zauberoper in Chemnitz

09 Friedrich Cerha Eine Tragikomödie für Orchester

23 Ernst Krenek Schwerpunkt Krenek in Berlin

29 Franz Schmidt Harnoncourt öffnet Das Buch mit sieben Siegeln

37 Gustav Mahler Reduzierte Mahler-Symphonien

Franz Schreker „Ich bin Klangkünstler, Klangphantast, Klangzauberer, Klangästhet ... und Melodiker von reinstem Geblüt ... “ (Franz Schreker)

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Inhalt

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= Uraufführung

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AKTUELLES Gustav Mahler: Weitere Video-Interviews — 4 Neue Studienpartituren — 5

KOMPONISTEN Haas — 7 Pärt — 8 Cerha — 9 Staud — 9 Halffter — 10 Sotelo — 10 Luke Bedford — 11 Sawer — 11 Borisova-Ollas — 12 Kurtág — 12 Schwartz — 12 Rihm — 13 Baltakas — 14 Lentz — 14 Birtwistle — 14 Boulez — 15 Kagel — 16 Stockhausen — 16 Berio — 17 Ligeti — 18 Feldman — 18 Weill — 19 Schnittke — 20 Tansman — 20 Martin — 21 Mossolow — 21 Krenek — 23 Milhaud — 24 Braunfels — 24 Bartók — 25 Kodály — 25 Eisler — 26 Grosz — 26

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Martinů — 26 Schoeck — 27 Marx — 27 Schulhoff — 28 Szymanowski — 28 Schmidt — 29 Foerster — 29 Schreker — 31 Gurlitt — 32 Zemlinsky — 33 d’Albert — 33 Delius — 34 Webern — 34 Berg — 35 Schönberg — 36 Mahler — 37 Janáček — 38

URAUFFÜHRUNGEN — 39 GEDENKTAGE — 40 - 41 NEUERSCHEINUNGEN — 42 - 43 NEU AUF CD — 44 - 45 WERKLISTE Manfred Gurlitt — 46 IMPRESSUM — 48

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Liebe Leserin, lieber Leser! „Das Leben ist nicht gerecht und die Musikgeschichte auch nicht“, so begann der Luzerner Intendant Dominique Mentha im vergangenen September seine Dankesrede nach der heftig beklatschten Première von Manfred Gurlitts Wozzeck an seinem Theater. 1926, also ein Jahr nach Alban Bergs epochaler Oper, wurde der „andere Wozzeck“ ein Opfer seiner übermächtigen Konkurrenz. Erst heute entdeckt man die formale Kühnheit Gurlitts, die näher am Original Büchners ist als Berg (s. S. 31). Das Grundproblem freilich bleibt. Das Opern-Repertoire scheint auf einen Kanon von ca. 50 Werken beschränkt. Verschiebungen in den Schwerpunkten sind eher selten. Es hat Jahrzehnte gedauert, bis Leoš Janáček und Franz Schreker als Musikdramatiker zu ihrem Recht kamen. Vielleicht ist nun die Zeit reif für Manfred Gurlitt und sein „großes Drama des sozialen Elends“ (FAZ). Die Redaktion

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UNIVERSAL EDITION

Gustav Mahler: Weitere VideoInterviews Auf unserem Mahler-Blog geben fünf weitere Dirigenten Auskunft über ihre persönlichen Erfahrungen mit der Musik Gustav Mahlers. Die Videos sind abrufbar unter: www.universaledition.com/mahler

Ingo Metzmacher „Mahler ist der Bezugspunkt meines musikalischen Lebens.“

Esa-Pekka Salonen „Je älter ich werde, je mehr ich Mahler dirigiere, umso einfacher wird es.”

Michael Gielen „Mahlers Inhalt ist die Zerrissenheit des Individuums und der Gesellschaft im 20. Jahrhundert.“

David Zinman „Mahler wollte das gesamte Leben beschreiben, er wollte, dass seine Musik ein Universum in sich selbst ist.”

Zubin Mehta „Bruno Walter sagte zu mir: sei nicht schüchtern, dirigiere Mahler vulgär.”

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UNIVERSAL EDITION

Neue Studienpartituren Wie bereits in unseren Newslettern berichtet, wächst unsere neue Studienpartituren-Serie mit beachtlicher Geschwindigkeit. Die Ausgaben der Reihe sind alle sorgfaltig revidiert und neu gescannt oder neu gesetzt, um die bestmögliche Qualität zu erreichen. Einige Ausgaben enthalten neue Vorworte und analytische Texte. Diesen Herbst erscheinen weitere 10 Ausgaben: Bela Bartók

Luciano Berio Alban Berg Leoš Janáček Gustav Mahler Frank Martin Richard Strauss

Der wunderbare Mandarin UE 34110 Streichquartett Nr. 3 UE 34310 Streichquartett Nr. 4 UE 34311 Eindrücke UE 34124 Kammerkonzert UE 34116 Glagolitische Messe UE 34298 Kindertotenlieder, Original UE 34113 Rückertlieder UE 34122 Petite symphonie concertante UE 34114 Hornkonzert UE 34306

Im Frühjahr 2010 erwarten wir drei weitere Mahler-Ausgaben sowie zwei Janáček-Partituren: Gustav Mahler Leoš Janáček

1. Symphonie, 3. Symphonie, 4. Symphonie Das schlaue Füchslein, Zarlivost (Eifersucht)

Eine Gesamtübersicht über unsere neuen Studienpartituren finden Sie auf www.universaledition.com/studienpartituren

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HAAS

Inspiration Schubert Dass Georg Friedrich Haas sich Franz Schubert stark verbunden fühlt, ist spätestens seit dem Orchesterwerk Torso nach der unvollendeten Klaviersonate D 840 (1825) evident. Nun hat er einen Auftrag für die Schubert-Oktett-Besetzung angenommen. ATTHIS für Sopran und 8 Instrumente basiert auf Haas’ freien Übertragungen von Sappho-Fragmenten. Das Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker hebt das Werk am 15. Jan. in Berlin aus der Taufe. Solistin ist Anette Dasch. Am 24. Jan. ist das Werk in Essen zu hören.

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Eine zweite Uraufführung gibt es am 5. Dez. in Bergen/N, wo Haas einen großen Erfolg mit seiner

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Oper Melancholia gefeiert hat. Das Bit 20 ensemble spielt fuga für zwei Violinen. 7 Klangräume zu den unvollendeten Fragmenten des Requiems von Mozart wurde 2005 in Salzburg uraufgeführt und hat seitdem den Rang einer Alternative zur Süßmayer-Fassung. Wer mit dessen „Vollendung“ nicht das Auslangen findet, kann bei Haas’ fragilen Klängen fündig werden, die den Mozartschen Ansatz weiterdenken und vor allem weiterfühlen. Lothar Zagrosek dirigiert das Mozarteum Orchester (Salzburg, 6. Dez.). Im Rahmen der Konzertreihe „Portrait Georg Friedrich Haas“ kommt es im Genfer Studio-Ernest-Ansermet zu einer Reihe von bemerkenswerten Aufführungen mit dem Ensemble Contrechamps: „ … aus freier Lust verbunden …“, tria ex uno, Sayaka (14. Feb.); Quasi una Tânpûrâ, „ ... Schatten ... durch unausdenkliche Wälder“ und Monodie (16. Feb.). www.bit.ly/haas3

Annette Dasch

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PÄRT

Festival in Rom Mauerfall in Berlin UA

Das Konzert, mit dem am 22. Jan. das Arvo PärtFestival in Rom eingeleitet wird, findet ausschließlich für ein Publikum statt, das am Konzertleben normalerweise nicht teilnimmt. Auch der Ort ist entsprechend: es ist der Schlafsaal der Obdachlosen Roms am Bahnhof Termini. Arianna Savall wird dabei die 2 Wiegenlieder in einer neuen Bearbeitung für 4 Violen und 4 Violoncelli singen sowie die Geschichte des Abbé Agathon (für Sopran und 4 Violen und 4 Violoncelli) erzählen, begleitet vom Ensemble für Neue Musik des Parco della Musica (PMCE). Das Konzert wird am 23. Jan. im Auditorium des Parco della Musica und am 29. Jan. in Bologna wiederholt. Am 27. Jan. folgt ein Portrait-Konzert des Orchesters und Chores der Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Tõnu Kaljuste, in dessen Zentrum die italienische Erstaufführung der 4. Symphonie 'Los Angeles' steht. Außerdem am Programm sind Cantus in Memory of Benjamin Britten, Passacaglia, Wallfahrtslied, Orient & Occident und Da Pacem Domine.

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Arvo Pärt

Paul Hillier und sein Theatre of Voices bringen am 28. Jan. in Bologna und am 29. Jan. in Rom neben dem Stabat Mater auch die Erstaufführung der Missa Syllabica für Vokalensemble und Streichquartett. Den Abschluss des Festivals in Rom bildet ein Chor-Konzert der Tallis Scholar am 2. Feb. www.bit.ly/paert1 Pärt hat der Stadt Berlin zum 20. Jahrestag des Mauerfalls und den 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker eine neues Werk gewidmet: Die Missa Brevis für 12 Violoncelli wird am 17. Feb. im Konzerthaus Berlin uraufgeführt. www.bit.ly/paert2


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CERHA

Zeitlose Farce Friedrich Cerha hat in den letzten Jahren mehrere große Orchesterwerke geschrieben. Wie eine Tragikomödie nimmt darauf Bezug, dass all unsere Konflikte aus größerer Entfernung leicht zur Komödie werden. „Zum Gleichnishaften“, schreibt Cerha, „haben mich Bildtitel eines Freundes, des Malers Max Weiler angeregt, von denen die meisten mit einem Wie beginnen. Es ist ein Hinweis, dass es sich um Symbole handelt, nicht um ein Programm. Im Stück wechseln dramatische Szenen

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Friedrich Cerha

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mit melancholischen Ruhepunkten. Der Schluss mündet ins für uns kleine Menschen Zeitlose, in dem kaum mehr Veränderung geschieht.“ Wie eine Tragikomödie wird am 13. Feb. vom BBC Philharmonic Orchestra in Manchester uraufgeführt. Dirigent: HK Gruber. www.bit.ly/cerha4

STAUD

Bedrohlich skurril Mit seinem Opernerstling Berenice begab sich Johannes Maria Staud auf das Gebiet des bedrohlich Skurillen, dem er mit rasch wechselnden Stimmungen Ausdruck gab. Das Substrat seiner Musik findet sich in den beiden Berenice-Suiten (die erste mit Tonband), die nun Johannes Kalitzke mit dem Ensemble Modern interpretiert (Frankfurt, 1. Dez.). www.bit.ly/ensmod Im Lichte, Musik für zwei Klaviere und Orchester, wurde seit seiner UA 2007 in Salzburg schon mehrfach nachgespielt. Das Pianoduo Schumacher/Grau widmet sich am 24. Jan. in Berlin erstmals der virtuosen Partitur. Sydenham Music kommt am 22. Feb. in München bei der musica viva zur Aufführung. Seine 4 Klaviertrio-Miniaturen Für Bálint András Varga (London, Wigmore Hall, 12. Dez.) hat Staud um 6 Stücke erweitert. Die Uraufführung findet am 26. Feb. in Boston statt.

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cerha / staud


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HALFFTER

Echos und Schatten Cristóbal Halffters De ecos y sombras, am 13. Nov. im Rahmen einer Carta Blanca in Madrid uraufgeführt, behandelt die Themen Vergänglichkeit und Vergehen. Der Komponist dirigiert das Werk in Murcia (13./14. Jan.) und Saragossa (16./17. Jan.). Ebenda kommt auch das zehnminütige Tiento del primer tono y batalla imperial aus 1986 zu seinem Recht. Es spielt jeweils das Joven Orquesta Nacional de España. Dasselbe Werk spielt das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck am 20./21. Dez. Lineas y puntos für 20 Bläser und elektronische Klänge kommt am 14. Dez. in Madrid zur Aufführung. Nacho de Paz dirigiert das Orquesta de la Comunidad de Madrid. Introducción y escena dirigiert Halffter am 6. Feb. in Dresden. Es spielt die Dresdner Philharmonie.

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nun auch in einem Konzert in Madrid (Auditorio Nacional) zeigt. Am 17. Feb. geben sie einen ausschließlich Sotelo gewidmeten Abend, in dessen Zentrum die Uraufführung von Alter Klang für Flamenco-Gitarre, Cantaor und Streichquartett steht. Die Solisten sind Juan Manuel Cañizares und Arcángel. Weiters auf dem Programm: Degli Eroici Furori (2002), Audéeis (2004) und la guitare: la mémoire incendiée (2009).

SOTELO

Enge Verbindung

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Mauricio Sotelo

Mauricio Sotelo und das Diotima Quartett verbindet eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit, wie sich

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halffter / sotelo


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Luke Bedford

BEDFORD

Auftakt in der

Good Dream She Has aufführen, das auf einen adaptieren Text von John Miltons Paradise Lost basiert.

Wigmore Hall SAWER Das erste Jahr als Composer in Residence in der Wigmore Hall neigt sich für Luke Bedford dem Ende zu. Er blickt zurück auf intensive Arbeit mit dem pädagogisch arbeitenden IGNITE Ensemble und direkte Mitsprache bei der Programmgestaltung der Wigmore Hall. Das Konzert, das den Auftakt seines 3-Jahres-Engagements markiert, findet am 24. Jan. durch die Birmingham Contemporary Music Group statt, worauf sich Direktor Gohn Gilhooly bereits freut: „Luke ist ein wichtiger junger Komponist mit unverwechselbarer Handschrift, und wir sind stolz darauf, ihn als ersten Composer in Residence der Wigmore Hall bei uns zu haben". Die Birmingham Contemporary Music Group und drei Sänger-Solisten werden Bedford's

Ein Lied für Jane Zu Ehren des 70. Geburts tages der britischen Sopranistin Jane Manning schrieb David Sawer das Lied Caravan, das am 25. Feb. in einem Festkonzert mit Jane Manning und Jane’s Minstrels im Londoner Purcell Room uraufgeführt wird. Es ist für Stimme und Ensemble (Bassklarinette, Horn und Violoncello) instrumentiert und eine Vertonung des Lautgedichtes Karawane des deutschen Dadaisten Hugo Ball, 1916 von Ball selbst im Cabaret Voltaire in Zürich vorgetragen. Die Vertonung Sawers bietet ein ideales Spielfeld für Mannings einzigartiges, vokales Talent. www.bit.ly/janem

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luke bedford / sawer


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BORISOVA-OLLAS

Imaginäre Oper Victoria Borisova-Ollas’ Psalm 42 für Solisten, Chor und Orchester wurde im September in Stuttgart und Berlin uraufgeführt. Die Berliner Morgenpost schrieb: „Der 42. Psalm verwandelt sich in eine imaginäre Opernszene. Komplexe Rhythmen, archaische Wucht und minimalistische Klangfäden, überfüllte Kinderstube und aggressive Askese wechselten einander ab. Die russische Komponistin suchte in den musikalischen Trümmern der Gegenwart nach Wegen zu Gott. Mit fiebriger Intensität und erregender Schärfe.“

KURTÁG

Goldener Löwe Die Biennale Venedig verlieh im September 2009 György Kurtág den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk, das, wie der Direktor des Festivals Luca Francesconi in der Begründung ausführte, „die Welt in einen einzigen Ton zu fassen im Stande ist“. Seine Musik verlange „Aufmerksamkeit, Stille, Sensibilität: Eigenschaften, die in der heutigen Zeit äußerst rar sind.“ Im Jahr 2007 erhielt UE-Komponist Friedrich Cerha diese große Auszeichnung. www.bit.ly/kurtag4

György Kurtág mit Luca Francesconi

SCHWARTZ

Betörende Momente „Jay Schwartz’ Music for Voices and Orchestra … ist ein klar konzipiertes und wirkungsbewusst komponiertes Stück mit betörenden Momenten vor allem dort, wo sich Vokales kaum merklich in das instrumentale Geschehen hineinschleicht.“ (Stuttgarter Nachrichten) Music for Chamber Ensemble „vereinigt in überzeugender Art und Weise einige wichtige Richtungen der europäischen Musik der letzten Jahrzehnte.” (Märt-Matis Lill). Partituren und Aufnahmen aller Schwartz-Werke sind auf Anfrage erhältlich. www.bit.ly/jayschwartz

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borisova-ollas / kurtág / schwartz


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RIHM

Substanz und Virtuosität Dass man dieses Stück am liebsten gleich noch einmal hören möchte, schrieben zwei namhafte Kritiker in erstaunlicher Übereinstimmung. COLL’ARCO, Wolfgang Rihms 4. Musik für Violine und Orchester, spannt einen weiten musikalischen Bogen und ist prall „von Substanz getragener Virtuosität“ (Peter Hagmann). Carolin Widman, die Solistin der Uraufführung, spielt das Werk mit zwei verschiedenen Dirigenten: Jonathan Nott dirigiert es in Zürich (Tonhalle-Orchester, 4. Dez.), Eivind Gullberg Jensen bringt es in BadenBaden zur Aufführung (SWR-Orchester, 28. Feb.). Zu einer Erfolgsproduktion entwickelt sich Jagden und Formen (Zustand 2008) in der Choreographie von Sasha Waltz. Das Ensemble

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Modern spielt (und agiert) am 13. Jan. in Hamburg. Ernster Gesang, 1997 in Philadelphia unter Wolfgang Sawallisch uraufgeführt, hat nun seinen ersten amerikanischen Dirigenten: Sir André Previn dirigiert das Gewandhausorchester Leipzig (Leipzig, 3./4. Dez.). Tanja Tetzlaff ist am 26. Jan. im Stadttheater Gießen die Solistin im Konzert in einem Satz für Violoncello und Orchester. Schattenstück, ein Tongemälde für Orchester, dirigiert Anton Zapf am 5. Dez. in Stuttgart (SWR RSO Stuttgart). Im Bereich der Kammermusik kommt es am 17. Jan. in Rotterdam zu einer Aufführung von Grave (in memoriam Thomas Kakuska) mit dem Doelen Quartet. In Paris spielt das Morgenstern Trio am 21. Jan. Fremde Szene III. In Amsterdam kommen die Quartettstudie sowie das 12. Streichquartett zur Aufführung (Utrecht String Quartet, 10. Jan.). Nicolas Hodges spielt ebenda am 18. Dez. das Klavierstück Nr. 5 (Tombeau) sowie Zwiesprache.

Wolfgang Rihm

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BALTAKAS

Vilnius in Köln Im November leitete Vykintas Baltakas das kürzlich von ihm gegründete Vilnius Ensemble Network (bit.ly/lith1) bei einem Konzert in Köln. Auf dem Programm standen u. a. Baltakas’ Werke Ri für Sopran und Elektronik sowie Pasaka für Klavier und Elektronik. Partituren und Aufnahmen aller BaltakasWerke, darunter Poussla für Ensemble und Orchester, Ouroboros, (co)ro(na) und Lift to Dubai für Ensemble erhalten Sie auf Anfrage. Eine Konzertversion von Cantio für Sprecher, Solisten, Ensemble, Elektronik ist in Vorbereitung – mehr dazu auf Anfrage.

LENTZ

Subtile Klangwelt Georges Lentz’ Monh für Viola und Orchester ist bei den australischen Classical Music Awards 2009 als „Best Composition by an Australian Composer” ausgezeichnet worden. Monh sei „ein Werk mit einer komplexen Orchestrierung, mit Violen, Elektronik und einer extremen Aufteilung der Streicher. [Es] vermittelt die Feinsinnigkeit der sehr persönlichen Klangwelt des Komponisten, was zu einem bewegenden Werk

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führt.“ Monh wurde 2005 von Tabea Zimmermann und dem Orchestre Philharmonique de Luxembourg mit Steven Sloane uraufgeführt. www.bit.ly/lentz2

BIRTWISTLE

Üppige Würdigung Wie Andrew Clements es in der Guardian formuliert, ist Harrison Birtwistles The Mask of Orpheus ein „Meisterwerk und die beste britische Oper des letzten halben Jahrhunderts“, wovon man sich im letzten August bei den Proms überzeugen konnte. Wir stellen Ihnen gerne Ansichtsmaterial des Werks zur Verfügung. Die Britten Sinfonia geht mit ihrem Birtwistle Programm vom 13.–18. Dez. auf eine 5-Tages-Tournee (www.bit.ly/Moreh), und im Eröffnungskonzert spielt die Birmingham Contemporary Music Group sein frühes Kammerwerk The World is Discoverd (1961).

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baltakas / lentz / birtwistle


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Pierre Boulez

BOULEZ

Funkelnde Bausteine „Ich war damals sehr spontan“, äußerte sich jüngst Pierre Boulez zu seinen 12 Notations, die er 1945 innerhalb kürzester Zeit notierte. Es war seine ganz persönliche Antwort auf die Zwölfton-Technik. Erst wesentlich später erkannte Boulez das Potential der Notations als Keimquelle für funkelnde Orchesterminiaturen. Daniel Barenboim, der als Auftraggeber wesentlichen Anteil an der Entstehung hat, dirigiert am 8. Jan. in Wien in einer öffentlichen Probe sowie am 17. Jan.

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in New York die Notations I–IV und VII. Es spielen die Wiener Philharmoniker. In Huddersfield/GB kommt es am 10. Dez. zu einer Aufführung von Dérive 1 mit dem New Music Ensemble. Le Marteau sans maître wird am 19. Feb. in Düsseldorf interpretiert (Eva Nievergelt, Alt). Messagesquisse für Violoncello solo und 6 Violoncelli erfreut am 4. Feb. in Tokyo japanische Ohren (Solist: Kaeko Mukoyama). Rituel in memoriam Bruno Maderna dirigiert am 23. Jan. Pascal Rophé in Paris. Es spielt das Orchester des Pariser Konservatoriums. „Die Essenz des Klangs von Indonesien“, sagte einmal Simon Rattle, „ist tief in dieser Musik verwurzelt.“ Bei sur Incises für 3 Klaviere, 3 Harfen, 3 Schlagzeuger interessierte Boulez u. a., wie eine Note durch einen nachfolgenden Akkord koloriert werden kann: „Es wird nicht die Note alleine wahrgenommen, sondern ein Objekt.“ Ausgehend vom Klaviersolostück Incises entwickelt Boulez ein 40-minütiges, überaus dichtes und virtuoses Ensemblewerk, das übrigens auch bei der Verleihung des Kyoto-Preises an Boulez im November gespielt wurde.

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KAGEL

Karnevalistischer Ernst Im Muziekgebouw aan ’t IJ in Amsterdam hat Tino Haenen an 2 Tagen Werke von Mauricio Kagel und Karlheinz Stockhausen programmiert. Das Ensemble Modern interpretiert am 7. Feb. Kagels Exotica (1971/1972), ein Spiel mit karnevalistischem Ernst, und Morceau de concours (1972) für einen oder zwei Trompeter. In diesem Monolog mit Tönen und Lauten reizt Kagel die musikalischen Klangfarben aus. Das Nieuw Ensemble führt am 6. Feb. Kantrimiusik, Pastorale für Stimmen und Instrumente (1972/ 1975) auf. Es ist von „pseudo-volkstümlichem Charakter … und will gewöhnliche apokryphe Tonkunst weiterverarbeiten. Wieviel Parodie und Karikatur oder verselbständigter Ernst hier vorhanden sind, müsste aus jeder akkuraten musikalischen Interpretation deutlich zu hören sein.“ (Kagel) www.bit.ly/kagel1

STOCKHAUSEN

Neues Zeitgefühl Als John Cage und David Tudor 1954 Karlheinz Stockhausen mit

Karlheinz Stockhausen

der Klaviermusik der „New York School“ bekanntmachten, war er begeistert von der Neuheit der Klänge und der Vielfalt der Anschlagsarten. Diese Begegnung inspirierte Stockhausen und führte zu einer immensen Bereicherung der seriell abgetönten Klangfarbenpalette und zur Umsetzung eines neuen Zeitgefühls in seiner Musik. Zwei Stücke aus dieser Zeit, Klavierstück VII (1954/1955) und IX (1954/1961), sind am 30. Jan. im Théâtre Garonne in Toulouse zu hören; ebenso Telemusik für Elektronik (1966) und die Pariser Version von Stimmung für 6 Vokalisten (1968) – interpretiert von Theatre of Voices unter Paul Hillier. www.theatregaronne.com In Amsterdam spielt das Ensemble musikFabrik unter Emilio Pomàrico Stockhausens Mikrophonie II (1965), Mixtur in der kleinen Besetzung von 1967 und Kreuzspiel (1951).

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kagel / stockhausen


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BERIO

La vera storia Ein Editionsprojekt, das Luciano Berio besonders am Herzen lag, hat er noch zu seinen Lebzeiten in die Wege geleitet: die Überarbeitung und vollständige Neuproduktion des Notenmaterials seiner Oper, bzw. Azione Musicale, La vera storia. Dieses umfangreiche Projekt steht kurz vor seiner Fertigstellung. Wie in vielen musikdramatischen Werken Berios, gibt es auch in La vera storia keine eigentliche Handlung, sondern Aktionen. Wolfgang Schreiber beschreibt in seiner Rezension der Uraufführung an der Mailänder Scala 1982 u. a.: „Berios Thema ist die Spannung, auch der gewaltsame Zusammenstoß von Individuum und Staat oder Gesellschaft, von Volk und Macht, von Freiheit und Autorität.“ Um dies

darzustellen, erfanden Berio und Italo Calvino eine Geschichte, die Handlungsmomente des Troubadour von Verdi entnahm. Wichtiger als diese handlungsartigen Inhaltsmomente ist jedoch die Art und Weise ihrer Darstellung, die sich ebenfalls schon vorhandener Opernmodelle bedient, d. h. der Solo-Arien, Duette, Terzette, Chöre – Archetypen der Gattung Oper. Berio hat das gängige musikalische Vokabular um die beiden „cantastorie“ erweitert, die das Geschehen in sechs volkstümlichen Balladen besingen und kommentieren (unvergessen Milva als Bänkelsängerin). Wie in vielen seiner musiktheatralischen Arbeiten unternimmt Berio auch in La vera storia den Versuch, „unser Bewusstsein dafür zu schärfen, dass wir es immer selbst sind, die eine erzählte Geschichte zu unserer eigenen Wahrheit zusammensetzen.“

Luciano Berio

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LIGETI

Klassiker der Moderne Wenn man bedenkt, dass Franz Schuberts Unvollendete 54 Jahre auf die Uraufführung warten musste, György Ligetis 1961 uraufgeführtes Orchesterwerk Atmosphères aber heute schon als Klassiker der Moderne gilt, so ist das keine schlechte Bilanz. Zahlreiche Aufführungen in den nächsten Monaten belegen dies: Simon Rattle, Berliner Philharmoniker (Berlin, 3./4. Feb.); Valery Gergiev, London SO (London, 13. Feb.); Fabrizio Ventura, Sinfonieorchester Münster (Münster, 6., 8. und 9. Dez.); John Storgårds, Helsinki Philharmonic Orchestra (Helsinki, 3. Dez.).

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vereinigen sich perfekt im musikalischen Kontext. Die Beschäftigung mit dem extrem schwierigen Notentext von Morton Feldman hat den Dirigenten Emilio Pomàrico bewogen, trotz vollkommener Werktreue eine übersichtliche und einfacher lesbare Fassung des Werkes zu schaffen, die zukünftigen Interpreten die Erarbeitung erleichtern wird. Die Anerkennung von Neither als eines der größten Meisterwerke aus der zweiten Hälfte des 20. Jhs. hält bereits seit mehreren Jahren an. Ab 19. Dez. steht Neither im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen/D auf dem Spielplan. Im April folgt eine choreographierte Fassung von Neither in Düsseldorf. www.bit.ly/feldman2

FELDMAN

Vollkommene Werktreue Der Reichtum und die Schönheit der Klangwelt von Neither ist das Resultat des abwechslungsreichen Zusammenwirkens überaus individueller und bewusst extremer Instrumentationstechniken: Dynamik und Register, die bisweilen in starkem Kontrast zueinander stehen,

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György Ligeti

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ligeti / feldman


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Kurt Weill

WEILL

Kurt Weill Ballett-Fresko Kurt Weill verließ 1933 HitlerDeutschland und traf 1935 in den USA ein. Seinem umfangreichen „europäischen“ Schaffen fügte er in den USA noch Musicals, Filmmusik, Songs, etc. im amerikanischen Stil hinzu. Jazz, Cabaret, Foxtrott, Shimmy, Walzer und Tango hatten Weill ohnehin schon immer beeinflusst. Der polnische Choreograf Krzysztof Pastor hatte 2001 eine ungewöhnliche Idee. Er schuf für das Het Nationale Ballet in Amsterdam eine

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Multimedia-Show in Form einer Collage von Tanz-Bildern. Auf Basis der Musik von Kurt Weill kreierte er ein pulsierendes Ballett-Fresko, mit hoch expressiven Tanz-Nummern und einer Vielzahl von musikalischen Formen und Schlagern, mit dem Ziel, die gesellschaftlichen Zustände und Erfahrungen aus der Zeit Weills Revue passieren zu lassen. Er beschreibt choreografisch das wankelmütige Schicksal des Künstlers, die Anzeichen von gesellschaftlicher Intoleranz und die ewige Suche nach Liebe. Die für den Ballett-Abend zum Einsatz kommende Musik (über 25 Werke werden ausschnittsweise gespielt – von der Dreigroschenoper bis zu Street Scene) zeichnet einen Querschnitt durch das Oeuvre von Kurt Weill. Die Choreographie wurde 2001 in Amsterdam groß gefeiert und erhielt den begehrten Benois de la Danse Award. Ab 20. Nov. ist das Ballett nun am Teatr Wielki in Warschau erstmals in Polen zu sehen. www.bit.ly/weill1

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SCHNITTKE

Vorgetäuschte Idylle Mit sanften Mozart-Klängen in den Streichern beginnt Alfred Schnittkes Orchesterstück (K)ein Sommernachtstraum, das 1985 in Salzburg uraufgeführt wurde. Die anfängliche Idylle endet in ironischen Verfremdungen, die ihren Höhepunkt in einem Fortissimo von weitgespannten Zwölftonakkorden finden und danach wieder in den Wohlklang des Anfangs überleiten. Das SO des Bayerischen Rundfunks interpretiert das Werk am 14./15. Jan. in der Philharmonie in München, Mariss Jansons dirigiert. www.bit.ly/schnittke In Budapest gelangt Schnittkes Konzert für Oboe, Harfe und Streichorchester 1971 zur Aufführung. Während die Harfe darin eher zurückhaltend eingesetzt wird, spielt die Oboe einen Solopart von höchster technischer

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Schwierigkeit mit Trillern, Multiphonics und Sprüngen in unwahrscheinlich kurzen Tonwerten. (Budafoki Dohnányi Zenekar Orchestra, c. Marco Zambelli, 31. Jan.) www.bit.ly/schnittke1

TANSMAN

Makabrer Mord „Atmosphäre mysteriösen Beklommenseins“, „Balzac-Episode voll düster-unheimlicher Größe“, „spätromantisch und avantgardistisch zugleich, reich an raffinierten Klangeffekten“ ist in den Kritiken zur Kurzoper Le Serment (1954) von Alexandre Tansman zu lesen. Das 55-minütige Werk mit hochdramatischem, spannungsgeladenem Inhalt ist von großer Leidenschaft geprägt: Der Schwur der untreuen Ehefrau rettet den Geliebten nicht vor dem makabren Mord durch den Ehemann. Das Teatr Wielki in Warschau nimmt die Oper am 2. Dez. wieder auf. www.bit.ly/tansman

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MARTIN

Religiöses Bekenntnis In Frank Martins Musik spiegelt sich sein tiefer christlicher Glaube, zu dem er sich erstmals auch als Künstler mit dem Friedens-Oratorium In terra pax (1944) offen bekannte. Er selbst bewertete dieses Werk als seine persönlichste, unmittelbarste Schöpfung. Es wurde für den Tag des Waffenstillstands nach dem 2. Weltkrieg vom Radio Genf in Auftrag gegeben und am 7. Mai 1945 gesendet. Am 20./21./22. Dez. wird es vom Oldenburgischen Staatsorchester unter Thomas Bönisch aufgeführt. www.bit.ly/martin3 Das Concerto für 7 Blasinstrumente, Pauken, Schlagzeug und Streichorchester (1949) wird von Seiji Ozawa mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München am 18./19. Feb. interpretiert. Martin gab den verschiedenen Solobläsern im symphonischen Orchester die Gelegenheit, ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen.

Frank Martin

ALEXANDER W. MOSSOLOW

Zu derb und materialistisch In den 1920er Jahren war Alexander Wassiljewitsch Mossolow (1900–1973) einer der begabtesten und originellsten jüngeren Komponisten, die gegen die spätromantische Tradition polemisierten und ihr eine sachliche Haltung entgegensetzten. Der Musikkritiker Anton Uglov lästerte 1927 über das Konzert für Klavier und Orchester: „Die Musik ist zu derb und materialistisch, durchsetzt von Marschrhythmen – Mossolow ist ein musikalischer Konstruktivist.“ Das Orchestra ICO Lecce interpretiert das Klavierkonzert am 27./28. Nov. in Lecce/I.

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KRENEK

Unbekannter Bekannter In Sachen Ernst Krenek (1900– 1991) erkennt das Berliner Konzerthaus einen großen Nachholbedarf, und so widmet es im Umfeld der halbszenischen Aufführung von Kreneks Oper Orpheus und Eurydike (Konzerthausorchester Berlin, c. Lothar Zagrosek, 5./6. Feb) dem Komponisten eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die es ermöglichen sollen, sein Leben und Werk eingehender kennenzulernen. Krenek repräsentiert in vielfacher Hinsicht die musikalischen Entwikklungen des 20. Jahrhunderts. Er begann im spätromantischen Stil seines Lehrers Franz Schreker, schrieb dann expressionistische und neoklassizistische Werke, bevor er sich der Wiener Schule zuwandte. Nach dem Krieg komponierte er auch seriell und beschäftigte sich mit elektronischer Musik. Sein Oeuvre, mit weit über 300 Werken überaus umfangreich, ist von einer selbst im 20. Jahrhundert singulären stilistischen Vielfalt. Es sei an dieser Stelle an die 1928 uraufgeführten drei Einakter Der Diktator, Das geheime Königreich sowie Schwergewicht oder Die Ehre der Nation erinnert. Krenek schuf hier geradezu Prototypen der Zeitoper, die das Bedürfnis der 1920er

Jahre nach Gegenwartsstoffen, Tempo und unprätentiöser Sachlichkeit paradigmatisch in Töne fasste, daneben aber auch eindringlich die Frage nach Macht und Gewalt aufwarfen. Zu hören sind in Berlin außerdem Fantasie, Symphonische Musik (10. Feb.), Leb’ wohl mein Schatz und Concertino (18. Feb.). Ein der Orpheus-Oper gewidmetes Symposium rundet den Schwerpunkt ab. www.bit.ly/krenek2

Ernst Krenek

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krenek


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MILHAUD

Komische Mythologie Die griechische Nationaloper zeigt eine Neuinszenierung (Athen, 16./17. Jan.) von Darius Milhauds 1927 entstandenen drei opéras minutes Der befreite Theseus, Die Entführung der Europa und Die verlassene Ariadne. Die jeweils 10 min dauernden Sketches auf die Götter- und Heldenwelt der Antike sind voller Sarkasmus und trivialer Wendungen. „Milhauds bitonal geschärfte Musik ist höchst prägnant und obendrein noch sangbar: Tango-Rhythmen und Zitate von Modetänzen helfen mit, die Mythologie ins Komische zu verfremden.“ (Mannheimer Morgen). www.bit.ly/milhaud Auf Einladung Paul Claudels, der als Gesandter Frankreichs in Rio de Janeiro lebte, verbrachte Darius Milhaud die Jahre 1917–1918 in Brasilien. Inspiriert durch die Eindrücke und Stimmung des brasilianischen Urwaldes entstand Claudels Text L’homme et son désir, den Milhaud als Ballett vertonte. Am 6. Feb. ist das Werk in Amsterdam konzertant zu erleben. Reinbert de Leeuw dirigiert das ASKO/ Schönberg Ensemble.

Walter Braunfels

BRAUNFELS

Unglaubliches Klangvolumen Der endgültige Durchbruch als Komponist gelang Walter Braunfels mit seinem vierteiligen Chorwerk Te Deum, das er unter dem Einfluss der Kriegserlebnisse schrieb. 1922 in Köln uraufgeführt, ist es heute zu Unrecht in Vergessenheit geraten. Das Werk überzeugt durch das unglaubliche Klangvolumen und die Emotionalität, die Braunfels in das Werk gelegt hat. Das Pittsburgh Symphony Orchestra führt den dritten Teil des Werkes unter der Leitung von Manfred Honeck am 4., 5. und 6. Dez. in Pittsburgh auf. www.bit.ly/braunfels

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milhaud / braunfels


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BARTÓK

30 Orchesterproben Béla Bartók arbeitete mit einigen Unterbrechungen von 1914–1917 an seinem Tanzspiel Der holzgeschnitzte Prinz. Der hartnäckige italienische Dirigent Egisto Tango ermöglichte es, das Stück in jener schwierigen Zeit auf die Bühne zu bringen, jedoch mit der Bedingung, 30 Orchesterproben dafür verwenden zu dürfen: „Dass er die Sache nur übernimmt, wenn er sie bis in die kleinsten Einzelheiten ... ausarbeiten kann, ist das Schönste, was man von einem Dirigenten hören kann.“ (Bartók) Andrey Boreyko bringt das Werk in der Fassung der großen Suite mit dem NDR SO nach Hamburg (6. und 12. Dez.). www.bit.ly/bartok1 Nach der erfolgreichen Uraufführung des Prinzen wuchs auch das Interesse für die längst vorliegende einaktige Oper Herzog Blaubarts Burg, Bartóks erstes und einziges

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musikdramatisches Werk. Pierre Boulez dirigiert das Stück konzertant in Chicago (7., 8., 9., und 12. Jan.) www.bit.ly/bartok2

KODÁLY

Märchenfantasie Zoltán Kodály verarbeitete im Singspiel Háry János (1926) die grotesken Erzählungen des ausgedienten Bauern-Soldaten zu einer gelungenen Mischung aus Realismus und Naivität, aus Komödie und Pathos. Kodály bezeichnete Háry als „personifizierte Märchenfantasie des ungarischen Volkes“. In der populären Suite von 1927 haucht die bildhafte Tonsprache Kodálys Háry János’ märchenhaften Wachträumen echtes, pralles Leben ein. Christian Arming leitet drei Aufführungen mit dem Orchestre Philharmonique de Liège (8.–10. Jan.). www.bit.ly/kodaly2

Zoltán Kodály von Imre Varga, Budapest

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batók / kodály


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EISLER

Schönheit als Kampfmittel Hanns Eisler war der erste deutsche Komponist, der über die gesellschaftliche Lage der Musik nachgedacht und daraus praktische und theoretische Konsequenzen gezogen hat. Eisler forderte eine revolutionäre Musik für die Masse der Werktätigen. Eine Musik, die nicht mehr die Unterhaltung und den Genuss zum Selbstzweck hat, sondern ihre Schönheit als Kampfmittel, als Mittel zum Zweck benutzt. Zwischen 1928 und 1930 entstand das Balladenbuch op. 18, aus dem am 27. Jan. in Kings Place, London, von Christian Immler, Bariton und Helmut Deutsch, Klavier, vorgetragen wird.

WILHELM GROSZ (1894–1939)

Niveauvolle Kabarettlyrik Wilhelm Grosz gehörte zu den vielseitigsten Musiktalenten der 1920er Jahre. Der Österreicher aus einer wohlhabenden jüdischen Familie war als Komponist, Dirigent, Pianist, Musikwissenschaftler und Schallplattenproduzent erfolgreich

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und ist heute vergessen wie kaum eine zweite Musikerpersönlichkeit seines Rangs. In Bänkel und Balladen, op. 31 (1931), vier grotesk-parodistischen Kabarettstücken zu Texten von Sokol und Ringelnatz, verarbeitet Grosz niveauvolle Kabarettlyrik, in der sich zeitkritische Sartire und heiter-frivoler Nonsens entfalten. Christian Immler und Helmut Deutsch interpretieren das Werk ebenfalls am 27. Jan. (s. oben) in Kings Place, London.

MARTNU

Historisches Symbol Plymouth Rock ist der Ort der Landung von William Bradford und der „Mayflower“ mit all den Pilgern, die 1620 die Kolonie Plymouth gründeten, die als Ursprung der Vereinigten Staaten von Amerika gilt. Bradford’s Schriften über diesen historischen Moment bilden die Grundlage für Bohuslav Martinůs Poème Symphonique The Rock. George Szell leitete das Cleveland Orchestra bei seiner Uraufführung 1958. Im Oktober 2009 wurde dieses selten gehörte Werk vom Orchester der Staatsoper Prag unter Charles Olivieri-Munroe aufgeführt.

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eisler / grosz / martinu


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OTHMAR SCHOECK (1886–1957)

Todesgedanken MARX Das reiche musikalisch-lyrische Lebenswerk Othmar Schoecks findet in Nachhall, seinem 70. und letzten Opus die tiefgreifende, künstlerische Zusammenfassung. In den Texten von Lenau fand der Komponist die Spiegelung seiner melancholischen Welt- und Lebenserfahrung, aber auch die Sprache seiner glühenden Sehnsucht. Nachhall für mittlere Singstimme und Orchester (39’) wird am 20./21. Dez. vom Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck unter Roman BrogliSacher gespielt, der Solist ist Antonio Yang, Bariton. www.bit.ly/schoeck

Othmar Schoeck

Majestätischkraftvolle Hymne Die Originalversion des Neujahrshymnus für vierstimmigen Männerchor und Orgel komponierte Joseph Marx im Jahre 1914. Sie bildet den krönenden Abschluss einer sich von 1910 bis 1914 erstreckenden Schaffensperiode, in der Marx sich fast ausschließlich mit Chormusik befasste. Größere Bekanntheit erlangte das Werk im Jahre 1950, als Marx autorisierte, Teile daraus für das Filmdrama Cordula (mit Paula Wessely und Attila Hörbiger) als Titelmusik für Chor und Orchester zu arrangieren. Diese Filmmusik-Partitur ist jedoch verloren gegangen. Berkant Haydin und Stefan Esser verfolgten die Vision einer vollständigen Instrumentierung der Marxschen Originalpartitur. Diese ergreifende, majestätisch-kraftvolle Hymne an das Leben wird am 16./17. Juli* in Würzburg von der Mainphilharmonie und dem Monteverdi-Chor Würzburg unter Matthias Beckert aufgeführt. Weiters am Programm ist Marx’ Herbstchor an Pan.

* ursprünglich für Februar geplant

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schoeck / marx


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SCHULHOFF

Wie im Traum Bereits während seiner Studienzeit in Köln schrieb Erwin Schulhoff sein erstes Stück für klassische Streichquartettbesetzung. 1924, rund 10 Jahre später, entstand das viel reifere 1. Streichquartett, das sich durch Verschiebung des langsamen Satzes an den Schluss von der üblichen Form abhebt. Es besteht aus 3 Tanzsätzen und einem melancholischen Notturno, das die vorhergehenden Teile wie einen Traum erscheinen lassen. Interpretiert wird das Werk am 5. Dez. mit dem Henschel Quartett in Stockholm. www.bit.ly/schulhoff

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Warschau Stabat Mater für Sopran, Alt, Bariton, gemischten Chor und Orchester komponierte, ging es ihm „um ein inneres Experiment … dem, was im geheimnisvollen Leben der Seele zugleich am realsten und ungreifbarsten ist, moderne, in sich geschlossene Formen zu verleihen“. Szymanowski gelang es in dem Werk – durch Anklänge an die Hymne des lateinischen Stabat Mater und an polnische Lieder der Fastenzeit – den Aspekt des Gefühlsmäßigen, der tiefen Empfindung zu realisieren. Das Trinity College of Music SO & Chorus interpretieren das Werk am 4. Dez. in London. www.bit.ly/szym2

SZYMANOWSKI

Das geheimnisvolle Leben der Seele Noch in seiner 3. Symphonie Lied der Nacht (1914/1916) findet Karol Szymanowski Gefallen an schillernden Farben, Formen und ungewöhnlichen Strukturen. Nach den Wirren des 1. Weltkrieges ist ein tiefgreifender gedanklicher und stilistischer Wandel in seinem Schaffen unübersehbar. Als er 1925/1926 in

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Karol Szymanowski

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Joseph Bohuslav Foerster Eva Wexford Opera 2004 SCHMIDT

Mahnruf voll Schrecken

21. Dez. in Linz (Brucknerhaus). Ebenfalls in Linz ist am 2. Dez. Schmidts Zwischenspiel und Karnevalmusik aus der Oper Notre Dame zu hören (Linzer Konzertverein).

und Hoffnung JOSEF B. FOERSTER (1859–1951) Nach dem Untergang der Welt besteht die Aussicht auf einen neuen Himmel und eine neue Erde. Diese hoffnungsvolle Botschaft übermittelte Franz Schmidt in seinem Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln nach der Offenbarung des Johannes. Diese anspielungsreiche, bildgewaltige und kraftvolle Musik wurde im Juli 1938 in Wien uraufgeführt und stellte, kurz vor Ausbruch des Krieges, einen Mahnruf voll Schrecken und Hoffnung dar. Aus heutiger Sicht spiegelt das zeitlose Meisterwerk die Vielfalt musikalischer Handschriften der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wider. Nikolaus Harnoncourt hat sich des apokalyptischen Werks angenommen und interpretiert es mit den Wiener Philharmonikern und dem Singverein des Wiener Musikvereins am 17., 19. und 20. Dez. in Wien (Musikverein) und am

Mahlers tschechischer Freund Josef Bohuslav Foerster war Gustav Mahler in seiner Hamburger Zeit freundschaftlich verbunden. Ihm verdanken wir wesentliche Zeugnisse über die Entstehung der Auferstehungssymphonie. Völlig zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist Foerster aber als Komponist. Seine Oper Eva zählt zu den originärsten Werken ihrer Zeit. Die Nürnberger Symphoniker spielen nun am 29. Jan. die 1905 in Wien unter dem Einfluss von Bruckner und Mahler entstandene 4. Symphonie. Es dirigiert Leoš Svarovský. Am 30. Dez. 2009 jährt sich Foersters Geburtstag zum 150. Mal. www.bit.ly/foerster

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SCHREKER

Die große Zauberoper Mit seiner letzten Oper, Der Schmied von Gent, unternahm Franz Schreker den Versuch einer Volksoper, was aber mit den hochentwickelten Mitteln der deutschen, nachexpressionistischen Musik nicht leicht zu verwirklichen war. Schreker ist den Weg der Vereinfachung, den er schon im Singenden Teufel beschritten hatte, in Richtung auf sein neues Ziel konsequent weiter gegangen. Seine letzte Oper enthält Lied- und Tanzformen; in Schmiedeliedern, Spott- und Kinderliedern ist volkstümlicher Klang; frommer Legendenton mischt sich mit barock-üppiger Klangpracht. Der Stoff ist einem flämischen Märchen entnommen: die Geschichte vom pfiffigen Schmied, der einen Pakt mit

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dem Teufel schließt, aber durch die Hilfe des heiligen Josef von der Höllenstrafe bewahrt wird und nach mancherlei Abenteuern am Ende in den Himmel kommt. Ein heiteres Zauberspiel, das von Lebenden und Toten, von Genter Bürgern, Höllengeistern und himmlischen Heerscharen bestimmt wird und von der Erde geradewegs in das offene, strahlende Paradies führt. Die Uraufführung fand 1932 in Berlin statt. Die UE hat für die bevorstehende Neuproduktion am Theater Chemnitz am 30. Jan. eine umfassende Revision des Werkes vorgenommen und das Orchestermaterial völlig neu hergestellt. Inszenierung: Ansgar Weigner, Dirigent: Frank Beermann, Kostüme: Claudia Möbius. Weitere Aufführungen: 14. und 27. Feb., 12. März, 4. und 24. Apr. und 15. Mai. Die Premiere wird live im Rundfunk übertragen und vom Klassiklabel cpo auf CD veröffentlicht. www.bit.ly/schreker3

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MANFRED GURLITT (1890–1972)

Der andere Wozzeck Mehrere unglückliche Umstände führten dazu, dass die WozzeckOper von Manfred Gurlitt in Vergessenheit geriet. Der 1926 in Bremen erfolgten Uraufführung war im Jahr zuvor die Uraufführung von Alban Bergs gleichnamiger Oper vorausgegangen. Für einen inhaltlich anderen Zugang zum Wozzeck-Thema war im Opernbetrieb einfach kein Platz mehr. Erst heute erkennt man die Kühnheit der Anlage Gurlitts. Berg und Gurlitt bedienten sich für die einzelnen Szenen (bei Gurlitt 18 gegenüber 15 bei Berg) klassischer Grundformen. Doch im Unterschied zu Berg verzichtet Gurlitt auf traditionelle Durchführungen und versucht mit seinen oftmals

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nur wenige Minuten langen Sequenzen dem Büchnerschen Text zu entsprechen. In der formalen Anlage ist Gurlitt sicher radikaler als Berg und näher als dieser am Fragment Büchners. Anders als Berg und seinen leuchtenden Orchesterfarben begnügt sich Gurlitt durchwegs mit fast kammermusikalisch pointiert eingesetzten, von Szene zu Szene wechselnden Orchestergruppen und erreicht ein hageres, reduziertes Klangbild, das die Stimmen leicht durchlässt. Dieser Klang ist weder der Wiener Schule, noch den Tendenzen um Korngold oder gar Schreker zuzurechnen. Am ehesten erinnert er an Hindemith oder Weill. Gurlitts Wozzeck ist eine echte Alternative zu Berg, dies zeigte sich erst jüngst in Luzern (bis 5. Nov.), und mit einer Dauer von ca. 80 Minuten auch von überschaubarer Länge. Auch Nana, eine andere GurlittOper nach Émile Zola, wird wieder entdeckt. Die Oper in Erfurt/D plant eine Produktion.

Manfred Gurlitt Wozzeck Luzerner Theater 2009

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überragender Könnerschaft den ihm gebührenden Platz im Musikleben nicht erreicht hatte. Heute ist Die Seejungfrau sein wichtigstes Orchesterwerk, das in allen Konzertsälen dieser Welt zu hören ist: am 10./11. Jan. in Darmstadt mit dem Staatsorchester Darmstadt unter Nicholas Milton und am 20.– 23. Feb. in Rom mit dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter James Conlon.

Alexander Zemlinsky

EUGEN D’ALBERT (1864–1932)

Eine lohnende ZEMLINSKY

Die Seejungfrau Zum ersten Mal erklang Alexander Zemlinskys Die Seejungfrau am 25. Jan. 1905 in demselben Konzert, in dem Schönberg seine Symphonische Dichtung Pelleas und Melisande erstmals vorstellte. Gewiss war es ungeschickt, zwei Werke ähnlichen Umfangs und Zuschnitts im gleichen Konzert zur Aufführung zu bringen. Doch nicht nur als Überreaktion auf das zurückhaltende Echo hat Zemlinsky Die Seejungfrau späterhin nie mehr aufgeführt. Nicht zuletzt hatte das auch mit der überscharfen Selbstkritik eines Mannes zu tun, der trotz

Ausgrabung Die Handlung der Oper Der Golem (1926) von Eugen d’Albert ist der bekannten altjüdischen Sage vom Prager Golem entnommen. Der große Erfolg der Uraufführung 1926 („Das Werk stellt sich in seiner unbedingten Klangsinnlichkeit etwa mit den Opern Schrekers in die gleiche Reihe“) ließ nicht vermuten, dass das Werk nach 1945 in Vergessenheit geraten würde. 1997 hieß es in Bielefeld: „Eine Ausgrabung, die sich lohnte“. Ein solches Echo ist auch der Neuinszenierung von Andrea Schwalbach in Bonn zu wünschen (Première: 24. Jän.). www.bit.ly/dalbert

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FREDERICK DELIUS (1862–1934)

Song of a Great City Um die Jahrhundertwende entstanden Frederick Delius’ erste ausgereifte Meisterwerke, darunter Paris Nocturne. The Song of a Great City für Orchester (23 min), das 1899 in London uraufgeführt wurde. Es brachte Delius den Ruf eines „englischen Debussy“ ein, wohl durch ein dem Impressionismus nahe stehendes sensibles Erfassen feinster emotionaler Nuancen. Mark Elder dirigiert das Werk am 5. Feb. in Utrecht/NL mit dem Radio Filharmonisch Orkest. www.bit.ly/delius

WEBERN

Wunder an Präzision Franz Schuberts sechs Deutsche Tänze für Klavier, D 820, wurden von Anton Webern 1931 für kleines Orchester, Holzbläser und zwei Hörner bearbeitet. Seine Eingriffe beschränken sich auf teilweise Stimmteilungen und solistische Hervorhebungen. Die Instrumentierung wollte die Struktur des Werkes klarer hervortreten lassen

Michael Tilson Thomas

und einen schubertnahen Klang bewahren. Herausgekommen ist fast ein Wunder an Präzision, Klangdifferenzierung und abgedunkelt leuchtenden Farben. Michael Tilson Thomas interpretiert die Tänze mit dem San Francisco Symphony Orchestra vom 9. – 12. Dez. in San Francisco. Mit am Programm ist auch Weberns hochkonzentrierte 10-minütige Symphonie op. 21 für Kammerensemble, „ein eindringliches Beispiel für die Kunst Weberns, in dessen Musik schöpferische Fantasie und streng formulierte Technik zu vollkommener Deckung gelangt sind“. www.bit.ly/webern

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BERG

2010 wird ein Lulu-Jahr. Bei den Salzburger Festspielen kommt die 2-aktige Version von Alban Berg zur Aufführung (Harnoncourt/Flimm). Die Wiener Festwochen zeigen die 3-aktige Fassung von Friedrich Cerha (Gatti/Stein) und für den Herbst ist die Uraufführung einer neuen 3aktigen Version geplant. Mehr davon demnächst. Den Auftakt macht das Aalto-Theater in Essen. Am 23. Jan. geht dort die Lulu-Première über die Bühne. Es dirigiert Stefan Soltesz. Nur wenige Tage später hat dieselbe Oper unter Fabrizio Ventura in Münster Première (31. Jan.). Marc Albrecht hebt am 4. Feb. in Genf ebenfalls Lulu aus der Taufe. Seine Lulu wird Patricia Petibon sein, die sich damit quasi für ihre Salzburger Lulu einsingt. Am 31. Jan. hat sich Daniele Gatti in Zürich mit dem dortigen Opernorchester die Lulu-Suite vorgenommen. Das Theater Altenburg-Gera wird ab 29. Nov. die 2004 von Eberhard Kloke vollendete Kammerfassung des Wozzeck produzieren. Diese mittlerweile oft verwendete Version ermöglicht auch kleiner besetzten Orchestern, Bergs Meisterwerk aufzuführen. Alan Gilbert, der neue Chefdirigent der New Yorker Philharmoniker, hat auf seiner Deutschland-Tournee

die 3 Orchesterstücke mit im Gepäck (Köln, 28. Jan.; Dortmund, 30. Jan.). Am 4. Feb. bringt er das Werk in London zur Aufführung. Die 3 Orchesterstücke stehen aber auch in Chicago auf dem Programm. Michael Tilson Thomas dirigiert sie am 11., 12. und 13. Feb. mit dem Chicago SO. Das Violinkonzert interpretieren u. a. Renaud Capuçon (Rotterdam, 8./10. Jan.), Veronika Eberle (Frankfurt, 11. Dez; Potsdam, 12. Dez.; Köln, 1. Feb.) sowie Isabelle van Keulen (Hamburg, 7./8. Feb.). Friedemann Layer dirigiert am 8./9. Feb. 7 frühe Lieder in Augsburg/D.

Patricia Petibon

Ein Lulu-Jahr

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SCHÖNBERG

Extravagante Besetzung 1902 komponierte Arnold Schönberg auf den Stoff des MaeterlinckDramas Pelleas und Melisande eine symphonische Dichtung, ohne zu wissen, dass zur selben Zeit Claude Debussys Pelléas et Mélisande an der Pariser Opéra-Comique uraufgeführt wurde. Später bereute er es, den ursprünglichen Plan, nämlich aus der Textvorlage eine Oper zu komponieren, nicht verwirklicht zu haben. Doch Schönberg erkannte darin auch Gutes: „Andererseits bedeutete die sinfonische Dichtung für mich eine Förderung, denn sie lehrte mich, Stimmungen und Charaktere in genau geformten, musikalischen Einheiten auszudrücken, ein Verfahren, dem eine Oper vielleicht nicht so gut gedient

Daniel Barenboim

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hätte.“ Daniel Barenboim hat das Werk mit der Staatskapelle in Berlin angesetzt. (24. und 25. Jan.) Das Programm beinhaltet außerdem Verklärte Nacht für Streichorchester und Variationen op. 31. In letzterem überträgt Schönberg zum ersten Mal die Reihentechnik auf den Apparat eines großen Orchesters. Es ist die einzige Komposition in dieser Art im Bereich seiner Orchestermusik. www.bit.ly/schoenberg Ein wegen der überaus extravaganten Instrumentierung eher selten gespieltes Stück Schönbergs wird durch das SWR SO BadenBaden/Freiburg unter Michael Gielen interpretiert: Die Vier Lieder, die auf Texte Rainer Maria Rilkes und Ernest Dowsons Seraphita (deutsche Übertragung durch Stefan George) basieren, bilden eines seiner letzten Werke in freier Atonalität (30./ 31. Jan., 2. Feb., Yvonne Naef, MS). www.bit.ly/swrso


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Gustav Mahler MAHLER

Reduzierte Mahler-Symphonien Im Vergleich zu allen anderen Symphonien Gustav Mahlers ist die 4. Symphonie die am kleinsten besetzte und daher von ihrer kammermusikalischen Struktur her besonders geeignet, auch in einer reduzierten Fassung aufgeführt zu werden. Klaus Simon hat 2007 eine Fassung erstellt, die einerseits die Musik Mahlers unangetastet lässt und damit den Charakter und die Klangfarben der Symphonie so getreu wie möglich wiedergibt, andererseits sich aber auch an den Gepflogenheiten der Konzerte des Vereins für musikalische Privataufführungen von Arnold Schönberg orientiert. Die 4. Symphonie in der reduzierten Simon-Fassung ist auf-

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führbar mit 14 Musikern plus SoloSopran: Bläserquintett, Schlagzeug (2), Harmonium, Klavier und solistisches Streichquintett. Die italienische Erstaufführung geht in Florenz am 25./27. Feb. über die Bühne (Orchestra della Toscana, c. Isaac Karabtchevsky). Nach den positiven Erfahrungen mit der 4. Symphonie hat Simon nun auch Mahlers 1. Symphonie für Kammerorchester bearbeitet. „In meiner Bearbeitung habe ich versucht, möglichst viel der ursprünglichen Klangfarben zu übernehmen, soweit es bei der kleineren Besetzung möglich war. Wie immer bemühte ich mich dabei, fehlende Stimmen durch die Hinzuziehung von Harmonium und Klavier zu ersetzen. Das kolossale Finale der 1. Symphonie erforderte eine größere Klangfülle. Deswegen zog ich im gesamten Arrangement zusätzlich eine 2. Klarinette (auch Bassklarinette), ein zweites Horn und eine Trompete hinzu“, so Simon. Die Uraufführung ist für 25. März in Trento/I geplant (c. Philipp von Steinaecker). Alle weiteren Mahler-Aufführungen finden sie unter www.universaledition/mahler

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JANÁČEK

Blauäugiger Janáček Die Entstehungsgeschichte der Oper Šárka ist aus heutiger Sicht eine groteske: Der 33-jährige, noch unbedeutende Komponist Leoš Janáček stürzte sich 1887 in voller Begeisterung, allerdings blauäugig, auf ein in einer Zeitschrift abgedrucktes Libretto, vertonte es und war wie vom Blitz getroffen, als der damals prominente Autor des Librettos, Julius Zeyer, die Vertonung nicht genehmigte, da dieser einen namhaften Komponisten wie Dvořák oder Smetana dafür zu gewinnen hoffte. 30 Jahre später fiel dem mittlerweile zu beachtlichem Ruhm gekommenen Janáček die verworfene Partitur wieder in die Hände, und natürlich erhielt er problemlos die nachträgliche Erlaubnis für die Vertonung. Er korrigierte, revidierte und ergänzte, was notwendig erschien (mit Hilfe seines Schülers Osvald Chlubna), bis es 1925 endlich zur erfolgreichen Uraufführung der Šárka am Brünner Nationaltheater kam. Vertragliche Hürden verhinderten jedoch die rasche Verbreitung des Werkes, und so blieb es weitestgehend von den Spielplänen ausgeschlossen. Die italienische Erstaufführung von Šárka findet am

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11. Dez. im Teatro La Fenice in Venedig unter der musikalischen Leitung von Bruno Bartoletti statt. Folgeaufführungen sind für 13., 16., 18. und 20. Dez. angesetzt. Das Werk dauert lediglich 60–70 Minuten und eignet sich daher bestens als eine Hälfte eines Opernabends (in Venedig gemeinsam mit Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni). www.bit.ly/janacek


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FRIEDRICH CERHA Wie eine Tragikomödie für großes Orchester BBC Philharmonic Orchestra, c. HK Gruber 13. Februar 2010 · Bridgewater Hall Manchester

GEORG FRIEDRICH HAAS fuga für 2 Violinen Bit 20 ensemble, 05. Dezember 2009 · Bergen/N ATTHIS für Sopran und 8 Instrumente Scharoun Ensemble der Berliner Philharmoniker 15. Januar 2010 · Philharmonie Berlin GUSTAV MAHLER / KLAUS SIMON 1. Symphonie für Kammerorchester Mahler Chamber Orchestra, c. Philipp von Steinaecker 25. März 2010 · Trento/I ARVO PÄRT Missa brevis für zwölf Violoncelli 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker, 17. Feb. 2010 · Berlin JOHANNES MARIA STAUD Für Bálint András Varga 10 Miniaturen für Klaviertrio Wiener Klaviertrio, 26. Februar 2010 · Boston/USA DAVID SAWER Caravan für Sopran, Bassklarinette, Horn und Violoncello Jane Manning, S, Jane’s Minstrels, 25. Feb. 2010 · Purcell Room London MAURICIO SOTELO Alter Klang für Flamenco-Gitarre, Cantaor und Streichquartett Juan Manuel Cañizares, guit, Ancángel, cantaor, Diotima Quartett 17. Februar 2010 · Auditorio Nacional Madrid

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2009 150. Geburtstag 75. Geburtstag 90. Geburtstag

Josef Bohuslav Foerster * 30.12.1859 Alfred Schnittke * 24.11.1934 Roman Vlad * 29.12.1919

2010 50. 75. 85. 85. 80. 80. 100. 150. 75. 100. 100. 150. 200. 80. 125.

Todestag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag

Hugo Alfvén † 08.05.1960 Alban Berg † 24.12.1935 Luciano Berio * 24.10.1925 Pierre Boulez * 26.03.1925 Paul-Heinz Dittrich * 04.12.1930 Cristóbal Halffter * 24.03.1930 Rolf Liebermann * 14.09.1910 Gustav Mahler * 07.07.1860 Arvo Pärt * 11.09.1935 Mario Peragallo * 25.03.1910 Ennio Porrino * 20.01.1910 Emil Nikolaus von Reznicek * 04.05.1860 Robert Schumann * 08.06.1810 Toru Takemitsu * 08.10.1930 Egon Wellesz * 21.10.1885

Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag

Gilbert Amy * 29.08.1936 Sir Richard Rodney Bennett * 29.03.1936 Paul Burkhard * 21.12.1911 Francis Burt * 28.04.1926 Cornelius Cardew * 07.05.1936 Friedrich Cerha * 17.02.1926 Mauricio Kagel * 24.12.1931 Ladislav Kupkovic * 17.03.1936 György Kurtág * 19.02.1926 Franz Liszt * 22.10.1811

2011 75. 75. 100. 85. 75. 85. 80. 75. 85. 200.

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100. 75. 75. 50. 50. 125. 50. 25. 75.

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Todestag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag

Gustav Mahler † 18.05.1911 Steve Reich * 03.10.1936 Ottorino Respighi † 18.04.1936 David Sawer * 14.09.1961 Daniel Schnyder * 12.03.1961 Othmar Schoeck * 01.09.1886 Mauricio Sotelo * 02.10.1961 Alexandre Tansman † 15.11.1986 Hans Zender * 22.11.1936

Geburtstag Geburtstag Todestag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag

Kurt Atterberg * 12.12.1887 David Bedford * 04.08.1937 Hanns Eisler † 06.09.1962 Morton Feldman † 03.09.1987 Silvia Fómina * 1962 Peter Kolman * 29.05.1937 Richard Meale * 24.08.1932 Caspar Neher † 30.06.1962 Gösta Neuwirth * 06.01.1937 Bo Nilsson * 01.05.1937 Wolfgang Rihm * 13.03.1952 Rodion K. Schtschedrin * 16.12.1932

Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag

Georg Friedrich Haas * 16.08.1953 Zygmunt Krauze * 19.09.1938 Marcel Poot † 12.06.1988 Raymond Murray Schafer * 18.07.1933 Tona Scherchen * 12.03.1938

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2012 125. 75. 50. 25. 50. 75. 80. 50. 75. 75. 60. 80.

2013 60. 75. 25. 80. 75.

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ALBAN BERG Kammerkonzert für Klavier und Violine mit 13 Bläsern Herausgeber: Douglas Jarman Studienpartitur UE 34116 MIKE CORNICK Clever Cat goes Solo für Klavier mit CD Einfache Solostücke für den frühen Klavierunterricht UE 21484 MIKE CORNICK Love Songs for Two für Klavier zu 4 Händen mit CD Fünf bezaubernde Evergreens UE 21485 JOSEPH HAYDN Die leichtesten Klaviersonaten Herausgeber: Christa Landon, Revision: Ulrich Leisinger, Fingersätze: Oswald Jonas UT 50273 ARVO PÄRT Scala cromatica Trio piccolo für Violine, Violoncello und Klavier UE 34842 FERESHTEH RAHBARI / MARIA AUGUSTIN Mini Magic Flute – Spielbuch für 2 und mehr Flöten Wir spielen in der Gruppe mit Flauti und Timpo UE 34383 NEUE KARL SCHEIT SERIE Herausgeber: Olaf Van Gonnissen, Thomas Müller-Pering, Johannes Monno MAURO GIULIANI Variationen op. 105 für Gitarre UE 34483 GASPAR SANZ Preludio, Fuga, Jácaras, Pavanas, Canarios für Gitarre UE 34486 KURT WEILL Songs mit CD aus Die Dreigroschenoper, Happy End, Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny für Alt- oder Tenorsaxophon und Klavier oder CD UE 34328

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ROBERT SCHUMANN

Erstausgabe Ahnung Albumblatt für Klavier Herausgeber: Michael Beiche Fingersätze: Jochen Reutter UT 50271

Entdeckung zu Schumanns 200. Geburtstag Vor etwa drei Jahren fand sich in der Leopold-Sophien-Bibliothek in Überlingen am Bodensee ein bislang unbekanntes Manuskript eines Albumblattes für Klavier von Robert Schumann, als Ahnung überschrieben. Eine Abbildung des wiederentdeckten Schumannschen Autographs ist in die Ausgabe integriert. Musikalisch bereichert das Werk das romantische Klavierrepertoire um ein ausdrucksvolles, relativ leicht zu spielendes Stück. Im September 2009 ist dieses kleine Werk als Erstausgabe durch die Stadt Überlingen am Bodensee im Vorfeld des Schumann-Jahres 2010 zum ersten Mal im Druck erschienen. In der Ausgabe enthalten ist auch eine ein ausführlicher Kommentar zu Werk und Fund.

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ALBAN BERG Drei Orchesterstücke, Altenberg Lieder, Sieben frühe Lieder Christiane Iven, S, Orchestre Philharmonique de Strasbourg, c. Marc Albrecht · PentaTone Classics CD PTC 5186 363 ALBAN BERG Drei Sätze aus der Lyrischen Suite ALEXANDER ZEMLINSKY Lyrische Symphonie Houston Symphony Orchestra, c. Hans Graf, Twyla Robinson, S, Roman Trekel, Bar · NAXOS Classics 8572048 LUCIANO BERIO / JOHANNES BRAHMS Opus 120 Nr. 1 Reiner Wehle, clar, Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck, c. Roman Brogli-Sacher · Cantate SACD hybrid M 56912 ALFREDO CASELLA Sinfonia, Italia WDR Sinfonieorchester Köln, c. Alun Francis · cpo CD 7411161 MORTON FELDMAN Spring of Chosroes Carolin Widmann, vln, Simon Lepper, pno · ECM New Series CD 2113 MORTON FELDMAN Principal Sound Bernhard Haas, organ · Edition Zeitklang CD EZ35033 LEOŠ JANÁČEK Das schlaue Füchslein Elena Tsallagova, Jukka Rasilainen, Michele Lagrange, Hannah Esther Minutillo, David Kuebler, L’Orchestre de l’Opéra National de Paris, c. Dennis Russell Davies · Medici Arts DVD 3537225 LEOŠ JANÁČEK Aus einem Totenhaus Václav Bednář, Beno Blachut, Ivo Žídek, Přemysl Kočí, Helena Tattermuschová, Jaroslav Horáček, Orchestra and chorus of the National Theater in Prague, c. Bohumil Gregor Supraphon SU CD 3953-2 LEOŠ JANÁČEK Lachische Tänze, Suite aus der Oper Das schlaue Füchslein, Taras Bulba Brno Philharmonic Orchestra, c. Jakub Hrůša Supraphon SU CD 3923-2 ZOLTÁN KODÁLY Ungarische Volksmusik Gábor Bretz, Szabolcs Brickner, Júlia Hajnóczy, Katalin Halmai, Anna Korondi, Andrea Meláth, Judit Németh, Gyula Orendt; Bernadett Wiedemann, Tamás Vásáry, Emese Virág, pno Hungaroton Records HCD 32557-59 GUSTAV MAHLER Des Knaben Wunderhorn, Rückert-Lieder, Lieder eines fahrenden Gesellen Christoph Prégardien, T, Michael Gees, pno Hänssler Classic CD 098.256.000 DARIUS MILHAUD Konzert für Viola und Orchester Susanne van Els, vla, Schönberg Ensemble, c. Reinbert de Leeuw Etcetera CD 6570083

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PIERRE BOULEZ Éclat, sur Incises Nieuw Ensemble, c. Ed Spanjaard, EIC, c. Pierre Boulez Juxtapositions DVD 9DS15

G. F. HAAS Wer, wenn ich ..., ... und ..., “...aus freier Lust ...” Collegium Novum Zürich NEOS SACD 10919 Ab 20.01.2010 im Handel

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KARLHEINZ STOCKHAUSEN Mixtur SO des Bayerischen Rundfunks, c. Lucas Vis NEOS SACD 10926

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M. SOTELO De oscura llama Ensemble Residencias, Arcángel, Roberto Fabbriciani, Stefano Scodanibbio ANEMOS CD C33002

WOLFGANG RIHM Quid est deus, Ungemaltes Bild, Frau/Stimme SWR Vokalensemble Stuttgart, SO Baden-Baden und Freiburg, c. Sylvain Cambreling, Michael Gielen, Friedrich Goldmann Hänssler Classic CD 093.236.000 FRANZ SCHMIDT 2. Symphonie, Fuga Solemnis Malmö Symphony Orchestra, c. Vassili Sinaisky, Anders Johnsson, organ NAXOS CD 8.570589 OTHMAR SCHOECK Notturno Christian Gerhaher, Bar, Rosamunde Quartett · ECM New Series CD 2061 FRANZ SCHREKER Zwei Lieder, Fünf Gesänge, Zwei Lieder auf den Tod eines Kindes Hermine Haselböck, MS, Wolfgang Holzmair, Bar, Russell Ryan, pno BRIDGE CD 9259 KAROL SZYMANOWSKI 1. Konzert für Violine und Orchester Arabella Steinbacher, vln, Rundfunk Sinfonieorchester Berlin, c. Marek Janowski · PentaTone classics PTC 5186 353

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Manfred Gurlitt (1890–1972) Werkliste (UE) Klavierquintett c-Moll op. 7 UE 31505• Partitur UE 31506• Stimmensatz

31’

Nana Oper in 4 Akten 1933 Textquelle: Nana von Émile Zola; Libretto: Max Brod 150’ Rollen: Nana, Sopran / Graf Muffat de Bensville, Heldenbariton / Leutnant Philippe Hugon, Tenor / Gustave, sein Bruder, Baß / Bordenave, Theaterdirektor, Bariton / Zoe, Kammermädchen, Soubrette / einige kleinere Partien Chor: SATB 3 2 3 3 - 5 6 4 0 - Pk, Schl(3), Hf, Mand, Str, Bühnenmusik Uraufführung: 16.04.1958 Dortmund Aufführungsmaterial leihweise Soldaten Tragische Oper in 3 Akten 1929/1930 Textquelle: Die Soldaten von Reinhold Lenz; Libretto: Manfred Gurlitt 120’ Rollen: Wesener, Bariton / Frau Wesener, Mezzosopran / Marie, Sopran / Charlotte, Sopran / Stolzius, Bariton / Seine Mutter, Mezzosopran / Desportes, Tenor / Haudy, Bariton / Rammler, Bariton / Mary, Bariton / Gräfin de la Roche, Alt / Ihr Sohn, Tenor Chor: SATB 3 3 4 3 - 4 3 3 1 - Pk., Schl.(2) - Hf., Cel., Klav. - Str. Uraufführung: 09.11.1930, Düsseldorf Aufführungsmaterial leihweise Wozzeck Musikalische Tragödie in 18 Szenen und 1 Epilog 1923/1924 Textquelle: Woyzeck von Georg Büchner; Libretto: Manfred Gurlitt 90’ Rollen: Wozzeck, Bassbariton / Marie, Sopran / Hauptmann, Bassbariton / Doktor, Tenor / Andres, Tenor / Tambourmajor, hoher Bariton / Margaret, Mezzosopran / Alte Frau, Alt / Jude, Tenor / Ein Mädchen, Sopran / 2 Sprechrollen Chor: SATB 3 3 3 3 - 4 3 3 1 - Pk., Schl. - Hf., Cel., Klav. - Str. Uraufführung: 22.04.1926, Bremen Aufführungsmaterial leihweise

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IMPRESSUM Universal Edition Austria: A-1010 Wien, Bösendorferstr. 12, Austria (Musikverein) Tel +43-1-337 23 - 0, Fax +43-1-337 23 - 400 UK: 48 Great Marlborough Street, London W1F 7BB Tel +44-20-7292-9171, Fax +44-20-7292-9173 USA: European American Music Distributors LLC 254 West 31st Street, 15th Floor, New York, NY 10001-2813 Tel +1-212-461-6940, Fax +1-212-870-4565 www.universaledition.com, promotion@universaledition.com Chefredaktion: Angelika Dworak und Eric Marinitsch Beiträge: Eric Marinitsch, Wolfgang Schaufler, Jonathan Irons, Angelika Dworak, Daniela Burgstaller, Flora Death, Kieran Morris, Rebecca Dawson, Marion Dürr und Elisabeth Bezdicek Design: Egger & Lerch, Wien Fotonachweis: UE Archiv (13), www.mein.salzburg.com, Eric Marinitsch (6), Wolfgang Schaufler (2) , Biennale di Venezia, Kathinka Pasveer, Wiener Konzerthaus, Courtesy of the Kurt Weill Foundation for Music New York, Eric Schaal, Charlotte Till-Borchardt, Susanne Bruse, Karol Szymanowski Museum, Wexford Opera / Derek Speirs, Luzerner Theater / Tanja Dorendorf, www.bso.org, Virgin Records, Teatro alla Scala, Bridgewater Hall Manchester, Amadeus Gurlitt; CDs: Juxtapositions, NEOS (2), ANEMOS. DVR: 0836702

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UE Newsletter Winter 2009 Deutsch  

Winter 2009. Neueste Nachrichten über Komponisten und Werke der Universal Edition

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