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05 Neue StudienpartiturenReihe – Ab sofort erhältlich 07 David Sawer Der Ort, an dem Schönheit entsteht

11 Friedrich Cerha Schlagkräftiges im Gewandhaus

13 Arvo Pärt 4. Symphonie - Uraufführung in Los Angeles

20 Harrison Birtwistle Glockenschläge aus der Garage

David Sawer Skin Deep in Leeds

newsletter 01/09 • winter 2008/2009


Inhalt

AKTUELLES UE Digitally Remastered — 5 Newsletter Archiv online — 5 KOMPONISTEN Sawer — 7 Haas — 9 Cerha — 11 Staud — 12 Pärt — 13 Schwartz — 14 Borisova - Ollas — 14 Rihm — 15 Luke Bedford — 16 Halffter — 17 Eichberg — 17 Boulez — 19 Birtwistle — 20 Kagel — 21 Liebermann — 21 Berio — 22 Weill / Brecht — 23 Stockhausen — 24 Schnittke — 24 Musikszene Israel — 25 Cello-Solowerke — 26 Martin — 27 Messiaen — 27 Marx — 28 Nick — 28 Martinu — 29 Braunfels — 29 Szymanowski — 30 Schulhoff — 30 Kodály — 31 Bartók — 31 Zemlinsky / Beethoven — 32 Korngold — 32

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= Uraufführung

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inhalt 01/2009


Liebe Leserin, Berg — 33 Webern — 34 Satie — 34 Schönberg — 35 Mahler — 36 Janáček — 37 Haydn — 37 GEDENKTAGE — 38 - 39 URAUFFÜHRUNGEN — 40 - 41 NEUERSCHEINUNGEN — 42 - 43 NEU AUF CD UND DVD — 44 - 45 WERKLISTE Pousseur — 46 IMPRESSUM — 48

lieber Leser! Haben Sie noch Platz im Regal? Ich schon. Ich möchte Werke, die mein musikalisches Verständnis grundlegend geprägt haben, als Mitbewohner bei mir haben, ich möchte sie sehen, mit ihnen kommunizieren, ihnen danken für den Emotions- und Perspektivenschub, den sie mir erlaubt und beschert haben. Sammeln hat zweifelsohne eine therapeutische Dimension, wenn es sich um Dinge handelt, ohne die wir nicht wären, die wir sind. Die neue Studienpartituren-Reihe der UE (siehe Seite 4–5) will diesen wichtigen Puzzle-Stein im musikalischen Lebens-Tableau liefern. Auf die Werke, durch die wir uns definieren, können wir uns verlassen, sie sind bei uns, wir sind bei ihnen. Wie schön ist es doch, Emotionen auch anfassen zu können. Die Redaktion

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UNIVERSAL EDITION

Newsletter

UE Digitally

Archiv online

Remastered Klassische Aufnahmen mit berühmten Interpreten büßen über die Jahre nichts von ihrer Wirkung ein, darum überarbeiten CD-Labels alte Aufnahmen mit heutiger Technologie und bringen sie mit aktuellen Qualitätsstandards neu heraus. Eben dieses Prinzip verfolgt die UE mit der neuen StudienpartiturenReihe. Jedes Werk wurde erneut unter die Lupe genommen, gesäubert, einer Revision unterworfen und in Offset-Qualität neu gedruckt. Großer Wert wurde auch auf Zusatzinformationen (Vorwort, Einführungstext in zwei oder mehreren Sprachen) gelegt.

Ab sofort stehen Ihnen auch digitale Kopien des gedruckten UE Newsletters seit 2004 (dem ersten Erscheinen des jetzigen Formats) zur Verfügung. Sie können den gesamten Inhalt jeder Ausgabe mit Hilfe des komfortablen Online Viewer www.issuu.com ansehen, zoomen oder darin blättern, ohne ein pdf-File herunterladen zu müssen. Alle weiteren NewsletterAusgaben werden hinzugefügt. Für den Gesamtüberblick gehen Sie auf www.tinyurl.com/news-de Die Suchfunktionen finden Sie auf www.issuu.com

Die ersten 20 Studienpartituren sind ab sofort erhältlich und können auch als komplettes Set um € 429,- (D), € 446,20 (A) erworben werden. Eine Liste der ersten Ausgaben finden Sie auf der gegenüberliegenden Seite. Mehr Informationen (Details, Preise) auf www.universaledition.com/ studienpartituren

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aktuelles


SAWER

Skin Deep „Wo sind denn die neuen, aufregenden, britischen Opern?” will Charlotte Higgins in ihrem Kultur-Blog auf der Website des Guardian wissen. Eine gute Frage, die wohl im neuen Jahr beantwortet werden kann. David Sawers Skin Deep – ein Stück, auf das sogar die genannte Kommentatorin „schon sehr gespannt ist“ – steht ab dem 16. Jan. vier Mal auf dem Programm des Grand Theatre der Opera North in Leeds/GB. Danach wird es an den Salford Quays, am Sadler’s Wells, in Newcastle und schließlich in Glasgow gezeigt.

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erzählen in einem Interview in der Januar-Ausgabe von Opera Now ausführlich von Skin Deep. Richard Farnes wird das Orchester und den Chor der Opera North dirigieren, Solisten sind Amy Freston, Janis Kelly, Heather Shipp, Geoffrey Dolton, Andrew Tortise und Mark Stone. Noch 2009 wird die Produktion von den am Auftrag beteiligten, europäischen Partnern übernommen: Bregenzer Festspiele, Det Kongelige Teater in Kopenhagen und Komische Oper Berlin. Für mehr Details besuchen Sie die neue Website von Skin Deep: www.goskindeep.com

Die Geschichte nimmt uns mit auf eine Reise der körperlichen Perfektion, an einen Ort, an dem Schönheit entsteht: die Klinik des Dr. Needlemeier in den Schweizer Alpen – Putting right what nature got wrong (Die Fehler der Natur korrigieren). Wir treffen auf seine Familie, seine Patienten und sogar einen Hollywood Star. Es ist eine Welt der Sehnsüchte, die letztlich die Frage stellt: Welchen wahren Preis hat Perfektion? Der Librettist Armando Iannucci (The Thick of It, Time Trumpet, mehrfacher Gewinner des British Comedy Award) und David Sawer

David Sawer

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Georg Friedrich Haas HAAS

Zeiten in Zerrspiegeln Das neue Werk von Georg Friedrich Haas Les Temps tiraillés (Zeiten in Zerrspiegeln) ist ein Auftragswerk des IRCAM und des Centre Pompidou, das in Zusammenarbeit mit der Choreografin Myriam Gourfink in Paris uraufgeführt wird. Haas zu seiner Komposition: „Der Elektronik werden 3 Instrumente gegenübergestellt: ein Fagott (Pascal Gallois) und 2 Violen (Geneviève Strosser, Garth Knox). Im 1. Teil des Stückes bilden diese Instrumente Inseln im Fluss der Elektronik, der 2. Teil ist extrem leise, an der Grenze der Hörbarkeit, die SpielerInnen bewegen sich im Raum, der 3. Teil multipliziert die Instrumentalpartien zu einem dichten, fast orchestralen Klang.” 21.–24. Jan., Centre Pompidou, Info: www.ircam.fr

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in vain für 24 Instrumente (2000) erfährt am 6. Feb. durch das Argento Ensemble seine US-Première an der Columbia University in New York (Washington, 9. Feb.). Das suggestiv-schwebende Stück mit den sich ineinander verkeilenden Linien, Ruhepunkten und atmosphärischen Mutationen wird an zwei Stellen in völliger Dunkelheit gespielt. Opus 68, Alexander Skrjabins Klaviersonate Nr. 9, die Haas 2003 für großes Orchester instrumentierte, ist vom 19.–21. Dez. in einem LichtKunst-Konzert mit der Jenaer Philharmonie unter Nicholas Milton angesetzt. Die Komposition wird durch eine spektakuläre Licht-RaumInstallation der Stuttgarter Künstlerin rosalie eine völlig neue ästhetische Umsetzung erfahren. Die filigranen Klangstrukturen und verstörenden Bilder von Melancholia, Oper in 3 Teilen nach dem Libretto von Jon Fosse, werden am 12. und 14. Feb. in der gelungenen Inszenierung von Stanislas Nordey in Bergen/N gezeigt.

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Martin Grubinger CERHA

Eruptive Trommelklänge Friedrich Cerha, der einst das Ensemble die reihe mitbegründete und lange Zeit als Dirigent und Programmgestalter seine künstlerischen Geschicke leitete, hat anlässlich des 50. Geburtstages des Ensembles im Auftrag des Festspielhauses St. Pölten das Ensemblewerk Serenade komponiert, das am 12. Feb. vom Ensemble die reihe unter HK Gruber uraufgeführt wird. Im Finale scheinen Allusionen zu einem Werk durch, das Cerha besonders liebt: Schönbergs Serenade op 24.

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ein anderer beherrscht. „Der Solopart hat in jedem der drei Sätze, die ineinander übergehen, ein eigenes Instrumentarium, wobei der Spieler jeweils die Position wechselt, ehe er am Schluss zur ersten zurückkehrt. Der Anfang ist von eruptiven Klangblöcken geprägt, in denen die Trommeln dominieren. Im langsamlyrischen zweiten Satz leuchten aus einem von Instrumenten mit Nachhall gewobenen Klangteppich vereinzelte pianissimo-Ereignisse des Solo-Schlagzeugs hervor. Den in rasendem Tempo dahinfliegenden letzten Satz charakterisieren helle, hohe Klänge, wobei es vorübergehend zu einem Wechselspiel von Solo- und Orchesterschlagzeug kommt, ehe die eruptiven Trommelklänge des Anfangs das Stück beenden.“ (Cerha) Die Uraufführung erfolgt am 27./28. Feb. mit Martin Grubinger und dem Gewandhausorchester unter HK Gruber in Leipzig.

Sein neues Konzert für Schlagzeug und Orchester hat Cerha für den außergewöhnlichen, jungen Schlagzeuger Martin Grubinger geschrieben, der sein Schlagwerk wie kaum

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cerha


STAUD

Punktgenaue Ausbrüche Johannes Maria Stauds „Musik zeichnet sich aus durch Intensität im Großen wie im Kleinen. Seine Wucht ist freilich nie brutal, sondern stets subtil strukturiert, hier spürt man die Hand des Komponisten, der im Gegensatz zur spontanen Explosion des Improvisators seine Ausbrüche kontrolliert ausreizt, die dadurch freilich umso punktgenauer treffen.“ (Gunther Schneider) Sein Segue, Musik für Cello und Orchester entstand als Auftrag der Salzburger Festspiele unter Peter Ruzicka und wurde 2006 von Heinrich Schiff und den Wiener Philharmonikern unter Daniel Barenboim in Salzburg uraufgeführt. „Segue (ital.: es folgt) bezeichnet die Fortsetzung einer Musik auf der nächsten Seite. Der Begriff steht als poetisches Sinnbild für meine Absicht, beim Komponieren nicht ein anachronistisch gewordenes Formelbild vor Augen haben zu müssen. … es ist aber auch ein Hinweis darauf, dass es immer Neues und Ungewohntes in der Kunst … geben wird.“ (Staud) Kürzlich erstellte Staud eine neue Version des Werks, die Lothar Zagrosek und Jean-Guihen Queyras als Solist am 20./21. Feb. mit dem

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Johannes Maria Staud

Konzerthausorchester in Berlin aus der Taufe heben werden. Das Wiener Klaviertrio wird die vier Miniaturen Für Bálint András Varga am 16. Dez. im Wiener Konzerthaus interpretieren, danach nimmt das Trio das Werk mit nach Taunton/GB (9. Jan.) und Wiesbaden/D (13. Jan). Im Münchener Gasteig wird am 10. Dez. die deutsche Erstaufführung von Lagrein für Violine, Klarinette, Violoncello und Klavier von Stefan Schneider, clar, Daniel Giglberger, vln, Rupert Buchner, vlc und Jan Philip Schulze, pno, präsentiert.


PÄRT

Zwei Uraufführungen 2008 klingt für Arvo Pärt mit einer Uraufführung aus, und 2009 wird mit einer Uraufführung eingeleitet. Angeregt durch das Festival Le Voci dell'Anima in Bari/Italien, wo die Gebeine des Heiligen Nikolaus von Myra aufbewahrt sind, entstand Alleluia-Tropus für Chor und 8 Celli, das am 20. Dez. in Bari im Rahmen eines Portrait-Konzertes erstmals zu hören sein wird. Pärt verwendete für Alleluia-Tropus einen Text der christlichen Liturgie, der dem Heiligen Nikolaus gewidmet ist. Es ist dies eine weitere Zusammenarbeit mit dem Chor Vox Clamantis aus Tallinn und dem Cello Octet Conjunto Ibérico, das im vergangenen Okt. in Amsterdam O-Antiphonen

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für 8 Violoncelli aus der Taufe gehoben hat und das O-Antiphonen in Bari zur italienischen EA bringt. Im selben Konzert ist auch L’Abbé Agathon erstmals in Italien zu hören, mit Arianna Savall als Solistin. www.princigalliproduzioni.it Im Auftrag des Los Angeles Philharmonic Orchestra (Ko-Auftraggeber: Canberra International Music Festival) schrieb Pärt jetzt seine 4. Symphonie „Los Angeles“. Dieses groß angelegte Werk ist für großes Streichorchester, Harfe, Pauke und Schlagzeug gesetzt und wird am 10./11. Jan. in der Disney Hall vom Los Angeles Philharmonic Orchestra unter Esa-Pekka Salonen uraufgeführt. www.laphil.com Arvo Pärt und Tõnu Kaljuste wurden vom Arbeitskreis Musik der Jugend eingeladen, vom 23.–25. Jan. am Chorleiter-Forum in Limburg/D teilzunehmen, um Chordirigenten aus ganz Deutschland das Chorwerk Pärts näher zu bringen. www.amj-musik.de

Arvo Pärt und Momo Kodama 2004

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pärt


SCHWARTZ

ensemble[:E:]uropa Nach der letzten UA am 29. Nov. – Music for Voices and Orchestra – von Jay Schwartz sind wir schon gespannt auf sein 2. Werk für das Nyyd Ensemble aus Talinn. Das Auftragswerk des WDR wird am 24. Jan. in der WDR Konzertreihe ensemble[:E:]uropa in Köln uraufgeführt. Über Schwartz’ 1. Stück für Nyyd – Music for Chamber Ensemble (2006) – schrieb MärtMatis Lill: „Das Werk vereinigt in überzeugender Art und Weise einige wichtige Richtungen der europäischen Musik der letzten Jahrzehnte. … [Die] zwei gegensätzliche[n] Pole werden im Werk äußerst interessant behandelt – beide Schichten bleiben zwar klar und erkennbar, wobei es aber nicht um die bloße Konfrontation selbst geht, sondern der Komponist

begibt sich viel tiefer auf die Suche nach einem gemeinsamen Nenner zwischen zwei kontrastierenden Ursubstanzen.“ Mehr Info: www.universaledition.com/schwartz

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BORISOVA-OLLAS

Auszeichnung Mit großer Freude geben wir bekannt, dass Victoria BorisovaOllas’ Werk The Ground Beneath Her Feet den schwedischen Music Publishers’ Award 2008 für klassische Musik in der Kategorie Große Werke/Opern bekommen hat. Der Preis wurde ihr in einer feierlichen Zeremonie am 7. Nov. in Stockholm überreicht. Seit Mai 2008 ist Victoria Borisova-Ollas auch Mitglied der Swedish Royal Academy of Music. Die Akademie zeichnete sie damit als führende junge Komponistin im heutigen Schweden aus.

Jay Schwartz

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schwartz / borisova-ollas


Wolfgang Rihm RIHM

Nächtliches von Rihm Neue Konzepte zur Vermittlung neuer Musik realisiert in dieser Saison die Philharmonie Essen und programmiert dazu insgesamt 17 musikalische und persönliche Begegnungen mit Wolfgang Rihm. Sein 11. Streichquartett hat Rihm als composer-in-residence für das Takács Quartett und die Essener Philharmonie geschrieben, das Takács Quartett bringt es am 18. Jan. in Essen zur Uraufführung. www.philharmonie-essen.de

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„Als mich Daniel Barenboim einlud, ein Stück in eines seiner Mozart-Programme hineinzuerfinden, wollte ich die Erfahrung, Daniel Barenboim als Interpreten zu haben, unbedingt auch auf sein wunderbares Pianissimo-Spiel am Klavier ausweiten. Wie oft hatte ich ihn schon gehört, und immer waren es die unvergleichlich instrumentierten Pianissimi, die mich nicht loslassen wollten. Ich schrieb also ein kleines nächtliches Konzert, in dem ich diese PianoErfahrung mit dem Nachdenken über die mögliche oder unmögliche Erfindung von Kunstschönheit heute auflud.“ So schrieb Rihm über die Entstehung von Sotto voce, Notturno für Klavier und kleines Orchester (1999). Am 15. Dez. ist das Werk in Wien mit dem RSO Wien unter Bertrand de Billy und mit Marino Formenti als Solisten erstmals in Österreich zu hören. www.musikverein.at Séraphin-Sphäre für Ensemble (1993-1996/2006) erfährt zwei Erstaufführungen: das Ensemble Fontana Mix bringt es am 14. Dez. zum ersten Mal nach Italien (Bologna), und das Collegium Novum Zürich stellt es am 23. Jan. erstmals in der Zürcher Tonhalle vor.

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LUKE BEDFORD

into ... Europa Diesen Sommer informierten wir Sie über das spannende Musikprojekt into … des Ensemble Modern und des Siemens Arts Programms. Luke Bedford und Vykintas Baltakas wurden beauftragt, ein Werk für das Ensemble Modern zu schreiben, das auf ihren Erfahrungen in Johannesburg und Dubai beruht. Beide haben ‚ihre’ Stadt bereits besucht. Luke Bedford arbeitet schon an einem 20-minütigen Werk, das nächsten März uraufgeführt wird. Befragt nach seiner Inspiration und dem Projekt generell, hofft er, „in seinem Werk die Energie und auch die Extreme von Johannesburg einzufangen. Das Stück umfasst sehr zarte Musik bis hin zum extremen Fortissimo mit 2 lauten Tam Tams!” Zwei niederländische Erstauffüh-

rungen mit Oliver Knussen und dem Asko|Schönberg Ensemble gibt es am 14. Jan. in der Vredenburg in Utrecht. Zu hören sind On Time, dessen Uraufführung im Juli in Berlin begeistert aufgenommen wurde, und Or voit tout en aventure, wofür ihn die Royal Philharmonic Society auszeichnete. Dieses Konzert wird am 15. Jan. im Muziekgebouw aan 't IJ in Amsterdam wiederholt. Am 20. Feb. dirigiert Hugh Wolff das RSO Wien in der österreichischen Erstaufführung des fünf Minuten kurzen Orchesterwerks Outblaze the Sky im Wiener Musikverein mit Martin Grubinger am Schlagzeug. Es wurde kürzlich in Anwesenheit von Pierre Boulez und François Xavier Roth am Pult als Höhepunkt des laufenden London Symphony Orchestra-Projekts Soundscapes eingespielt. Sein Orchesterstück Wreathe ist für einen britischen Komponistenpreis nominiert, wir werden Ihnen im nächsten Newsletter berichten.

Luke Bedford

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luke bedford


Cristóbal Halffter Lázaro Theater Kiel 2008 HALFFTER

Magische Sogwirkung

wurde Halffter am 5. Dez. auf die Philippinen eingeladen, wo er die Erstaufführung mit dem Philippine Philharmonic Orchestra dirigiert. EICHBERG

Cristóbal Halffters abendfüllende Oper Lázaro – im Mai 2008 mit begeistertem Applaus in Kiel uraufgeführt – erfährt am 28. Feb. in Valencia ihre spanische EA mit dem Komponisten selbst am Pult. In diesem Werk stellt Halffter als Humanist mit Herzensweisheit die Menschheitsfrage nach den Grenzen zwischen Glauben und Erkenntnis, gekleidet in eine Musik von eminenter Farbigkeit, die in ihrem Nuancenreichtum eine geradezu magische Sogwirkung entwickelt. Die konzertante griechische EA ist für März 2009 in Athen geplant. Sein 2000 geschaffenes Bühnenwerk Don Quijote leitet Halffter am 14./16. Jan. konzertant in Madrid. Mit Preludio para Madrid ’92 für gemischten Chor und Orchester

Rituelles für die Violine Nach der chinesischen EA im Dez. 2007 folgte im Juni 2008 die südkoreanische EA in Daegu von Søren Nils Eichbergs Violinkonzert Qilaatersorneq (Dennis Kim, Seoul Philharmonic Orchestra). Einem grönländischen Schamanenritual nachempfunden, steigert sich der Solist aus einem anfänglichen Klagelied heraus immer mehr in einen ekstatischen Rausch, der das Orchester letztlich mitreisst und in einer kollektiven Exaltation kulminiert. Nächste Aufführung im Mai 2009 in Dänemark.

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halffter / eichberg


Pierre Boulez BOULEZ

Boulez weltweit Im Januar nimmt die London Sinfonietta Pierre Boulez’ Dérive 1 mit in die USA zum International Chamber Orchestra Festival in Saint Paul/Minnesota. Es dirigiert Diego Masson. Boulez selbst wird mit dem Ensemble Intercontemporain Dérive 2 präsentieren, am 11. Dez. in der Queen Elizabeth Hall in London und zwei Tage später in Grenoble. Daniel Harding und das Mahler Chamber Orchestra reisen im Februar nach Österreich und Spanien (Salzburg, Madrid, Valladolid und Zaragoza), wo sie mit der Flötistin Chiara Tonelli Mémoriale (… explosante-fixe … Originel) für Flöte und 8 Instrumente vorstellen. Zubin Mehta dirigiert drei Konzerte mit Notations I-IV in Israel mit dem Israel Philharmonic Orchestra

(28. Jan. und 7. Feb. in Tel Aviv, 1. Feb. in Haifa). une page d’éphéméride ist Teil eines unvollendeten Zyklus von Klavierstücken, an denen Boulez 1999 zu arbeiten begann. Es wurde in unserem Sammelband Piano Project (UE33662) vorgestellt, die auch Originalkompositionen von Cristóbal Halffter, Arvo Pärt, György Kurtág ua. enthält. Hidéki Nagano interpretiert das Stück zum 1. Mal in Österreich, am 31. Jan. während der Mozartwoche 2009 in Salzburg. Dort sind in einem Boulez-Programm auch Dialogue de l'ombre double für Klarinette und Tonband, Première Sonate für Klavier, Dérive 2 für 11 Instrumente und Anthèmes 2 für Violine und Live Elektronik zu hören. Mitsuko Uchida spielt am 30. Jan. im Zuge der Mozartwoche 12 Notations für Klavier. Die neue Studienpartitur von Le Marteau sans maître ist ab sofort erhältlich (s. Seite 5).

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boulez


BIRTWISTLE

Glockenschläge Harrison Birtwistles Chronometer für 2 Tonbänder entstand 1971/72. Es ist sein einziges großes elektronisches Werk, in dem er Aufnahmen verschiedenster Glockenschläge (Big Ben, Science Museum) verarbeitet. Die Originaltonbänder, die lang als verschollen galten und unlängst in einer Garage wieder auftauchten, wurden in den Abbey Road Studios restauriert und digitalisiert. Das Ergebnis wurde am 19. Nov. in London vom British Music Information Centre auf einer Sammel-DVD, die 40 Jahre „surround electroacoustic music from the UK“ enthält, präsentiert. Im Rahmen des International Chamber Orchestra Festivals in Saint Paul/US kommt Birtwistles Cortege mit der London Sinfonietta zur Aufführung (15./18. Jan.).

Hingabe und Modernität charakterisieren dieses Stück, das einem Tanz gleicht: 14 MusikerInnen wechseln zwischen Soloposition und Begleitstimme. Weiters wird Birtwistles Tombeau in memoriam Igor Stravinsky mit dem Ensemble Resonanz in Quickborn (13. Dez.) und Hamburg (14. Dez.) zu hören sein. Im Wiener Musikverein interpretiert das Ensemble Kontrapunkte am 26. Jan. Songs by Myself. Birtwistles dramatische Pastorale Down by the Greenwood Side, die 1969 beim Brighton Festival uraufgeführt wurde, steht im Februar im Royal Opera House in London auf dem Programm. Birtwistles Werk basiert auf einer volkstümlichen Pantomime, dem „Mummers’ Play“, das früher zu Weihnachten stattfand und heute dazu verwendet wird, um den Beginn des Frühlings einzuleiten. Es dirigiert George Benjamin, Premiere ist am 14. Feb.

Peter Zinovieff (Abbey Road Studios) und Harrison Birtwistle

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Mauricio Kagel Ludwig van KAGEL

Kagel verstorben Im September 2008 verstarb der deutsch-argentinische Komponist Mauricio Kagel in Köln. Über 50 seiner Kompositionen, zu denen bahnbrechende Bühnenwerke wie z. B. Staatstheater oder auch seine außergewöhnliche Hommage an Beethoven Ludwig van zählen, werden von der UE verlegt. Kagel, 1931 in Buenos Aires geboren, zählt heute zu den Ikonen der zeitgenössischen Musik. Sein Name ist vor allem mit dem Musiktheater verbunden, auf das er tiefgreifenden Einfluss hatte. Er schuf nicht nur Bühnen-, Orchester- und Kammermusikwerke, sondern auch Filme, Hörspiele und Essays. Originalität, Phantasie und vor allem Humor sind die Hauptmerkmale seines Oeuvres. Mit großer Erfindungsgabe bediente sich Kagel ganz unterschiedlicher Ausdrucks-

mittel, die oft ironisch und provozierend wirkten. Die Universal Edition trauert um einen der originellsten und produktivsten Komponisten der Gegenwart. LIEBERMANN

Wutausbruch „Rolf Liebermanns Furioso für Orchester macht dem Titel alle Ehre. Wüten, Stapfen und Toben der Pauken als unaufhörlicher Orgelpunkt, kreischend aufwärtsfahrende Streicherfiguren, gellende Akzente der Blechbläser, alles ist dazu angetan, uns Schrecken einzuflössen. … Ein durchaus begreiflicher zeitgemäßer Wutausbruch, eine beschwörende Anklage, die überzeugende, eindrucksvolle musikalische Gestaltung gefunden hat.“ (Karl Heinrich David, 1949). Vassili Sinaiski dirigiert das Werk mit dem Rundfunk-SO Berlin am 13. Dez. in Berlin.

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kagel / liebermann


BERIO

Transkription eines Genres Concerto für zwei Klaviere und Orchester schrieb Luciano Berio in den Jahren 1972/73. Er entwickelte darin eine Vielzahl von unterschiedlichsten Beziehungen zwischen den Solisten und dem Orchester. Die Rollen der zwei Klaviere verändern sich laufend, bis hin zur einfachen Begleitung anderer Solisten des Orchesters. Für Berio war Concerto – er benutzte den Begriff „Concerto“ nur noch als Metapher für eine Gattung, die er im herkömmlichen Sinn für überholt ansah – eine Art Transkription des Genres „Concerto“ selbst, eine Reise durch eine Vielzahl von Rollen, Beziehungen, Funktionen und Prozessen, in denen sich jedes der Klaviere bereits einmal befand, jedoch stets unter neuem Vorzeichen. Die Schwestern Katia und Marielle Labèque, mit denen Luciano Berio oft zusammen gearbeitet hatte, spielen Concerto im Rahmen einer Tournee des SWR SO BadenBaden/Freiburg unter Michael Gielen ab 24. Jan. in Freiburg, Las Palmas, Santa Cruz de Tenerife, Valencia und San Sebastian. Mode Records Einspielung von Berios „Complete Sequenzas, Alternate Sequenzas and Solo Works“

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berio

Luciano Berio

wurde vom italienischen Musikmagazin Amadeus zur Besten Album für Zeitgenössische Musik 2008 (Premio del Disco Amadeus 2008) gewählt. Dies ist bereits die vierte große Auszeichnung für dieses CD-Album. Mehr Information: www.moderecords.com


WEILL/BRECHT

Der Jasager Die Schuloper Der Jasager geht zurück auf die japanische Fabel Tanikô, ein Spiel des Jahrhunderte alten Nô-Theaters. Eine verkürzte englische Nachdichtung des NôSpiels gelangte über den Umweg von Elisabeth Hauptmanns Übersetzung ins Deutsche zu Bertolt Brecht und Kurt Weill. Weill komponierte den Jasager in der ersten Hälfte des Jahres 1930. Seine Arbeit daran unterbrach er lediglich während der turbulenten Uraufführung von Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny am 9. März 1930. Das Wort „Schuloper“ bot für Weill von Anfang an mehrere Möglichkeiten, den Begriff „Schulung“ mit dem Begriff „Oper“ zu verbinden: Die Oper ist Schulung für den Komponisten oder für eine ganze Komponistengeneration, die Gattung

„Oper“ auf neue Grundlagen zu stellen. Es geht aber auch um die Schulung der Operndarstellung, wenn es gelingt, ein Bühnenwerk so einfach und natürlich zu gestalten, dass Kinder zu den idealen Interpreten dieses Werkes werden. Und letztlich verstand Weill die „Schuloper“ auch als diejenige, die für den Gebrauch in Schulen bestimmt ist. „Es ist daher unbedingt erstrebenswert, dass ein Schulstück den Knaben außer der Freude am Musizieren auch Gelegenheit bietet, etwas zu lernen.“ (Weill) Der Jasager wird in einer speziellen Jugendreihe der Opéra National du Rhin am 24.–25. Jan. in Strasbourg, am 5. Feb. in Colmar und am 20. Feb. in Mulhouse gemeinsam mit dem Mahagonny-Songspiel aufgeführt. Mehr Information: www.operanationaldurhin.fr

Kurt Weill

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Karlheinz Stockhausen STOCKHAUSEN

Neue Weltkarte der Musik Zur Aufführung von Karlheinz Stockhausens Gruppen beim Berliner Musikfest im Berliner Flughafen Tempelhof am 20. Sep. schrieb Volker Hagedorn in der Zeit, dass man nun weiß, „warum nach Gruppen die Weltkarte der Musik neu gezeichnet werden musste. Wir können die Avantgarde jetzt entdecken wie vorher die Barockmusik.“ Auf ähnliche Weise kann das Publikum hoffentlich auch Kontra-Punkte erleben, die das Los Angeles Philharmonic am 9. Dez in LA interpretiert. Dieses Stück steht am 17. Jan. in London auf dem Programm des Guildhall New Music Ensembles. Im selben Konzert bringen die BBC Singers auch Choral und das äußerst selten gesungene Chöre für Doris zu Gehör, das auf Gedichten von

Paul Verlaine beruht. Weiters spielt Nicolas Hodges eine Auswahl der Klavierstücke. In Zürich ist am 25. Feb. Kreuzspiel mit dem Collegium Novum Zürich angesetzt. SCHNITTKE

Raffiniertes Spiel Alfred Schnittkes Orchesterstück (K)ein Sommernachtstraum kommt in Leipzig (15./16. Nov.) mit dem Gewandhausorchester zur Aufführung. Schnittke orientiert sich weder an Felix Mendelssohn noch an einem anderen ShakespeareKomponisten, sondern verarbeitet raffiniert bekannte Kompositionsformen, die er übereinander legt und anschließend neu sortiert. Sein Konzert für Oboe, Harfe und Streicher wird am 15. Dez. in Prag präsentiert. Es besticht vor allem durch die Anwendung neuer Spieltechniken auf der Oboe.

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stockhausen / schnittke


ISRAEL

Musikalisches Israel Wie aktiv das Musikleben Israels ist, mag für viele überraschend sein. Die zahlreichen Klangkörper und Festivals stehen an Engagement und Qualität ihren Kollegen in den Hochburgen der abendländischen Musik um nichts nach: Allen voran das Israel Philharmonic Orchestra unter seinem Chefdirigenten Zubin Mehta. Es feierte 2007 sein 70. Bestehen und ist auch im Repertoire des 20. und 21. Jahrhunderts zu Hause. Pierre Boulez’ Notations I–IV spielt das Orchester unter Mehta am 28. Jan. und 7. Feb. in Tel Aviv, und am 1. Feb. in Haifa. Leoš Janáčeks Taras Bulba steht vom 6.–15. Jan. in Tel Aviv, am 8. Jan. in Jerusalem und am 11./12.Jan. in

Haifa auf dem Programm. Aber auch das Israel Symphony Orchestra (Leoš Janáček Das schlaue Füchslein, Regie: David Pountney, Dirigent: Jonathan Webb, 25. Feb.–6. März als israelische Erstaufführung), die Israel Sinfonietta (Zoltán Kodály Tänze aus Galanta, 21. und 23. Feb.) und das Israel Chamber Orchestra (Richard Strauss Serenade, 16. Jan.) prägen die Musiklandschaft Israels maßgeblich. Mehr Information: www.universaledition.com/ performances

Israel Philharmonic 70th Anniversary Concert 2007

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UNIVERSAL EDITION

Die Magie des Solo-Cellos Das Cello als Solo-Instrument ist zweifelsohne eines der faszinierendsten Instrumente und steht auch bei der Universal Edition immer wieder im Blickpunkt des Interesses. Natürlich haben wir in unserer Urtext-Reihe eine exemplarisch gültige, wissenschaftliche Ausgabe der 6 Suiten für Violoncello von Johann Sebastian Bach integriert (UT50133). Ein anderes Werk, an dem das

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musikalische und spieltechnische Vermögen eines Cellisten gemessen wird, ist Luciano Berios Sequenza XIV. Berio schrieb das Werk 2002 für Rohan de Saram, der die Sequenza seither in zahllosen Konzerten international mit großem Erfolg interpretiert. Sein Freund Béla Bartók schwärmte über Zoltán Kodálys Sonate für Cello op. 8, da sie „keine Nachahmung des polyphonen BachStils“ sei, und daher weder altmodisch noch deutsch, sondern neuzeitlich und ungarisch ist. In sein SOLO – Klagelied eines verwundeten Vogels bezieht Cristóbal Halffter ein spanisches Volkslied ein, das von Pablo Casals oft gespielt und das zu einer Art Hymne des Widerstands gegen Franco wurde. Mit den Variationen über ein Thema von Niccolo Paganini schuf der 1973 geborene Søren Nils Eichberg für den ARD-Wettbewerb 2005 einen weiteren Prüfstein der Cello-Literatur. Luigi Dallapiccola stellte seine Ciaccona, Intermezzo e Adagio 1945 fertig, einen Monat nach der Befreiung von Florenz. Das Werk spiegelt die eigenwillige Dramaturgie des Komponisten wider, die aus Abstraktion und heftigem Zorn besteht. Dieses packende Beispiel motivischer Zwölftonmusik wird am 27. Jan. in der Londoner Wigmore Hall aufgeführt.


Frank Martin Le vin herbé Ruhrtriennale 2007 MARTIN

Französischer Wein Die Musik von Frank Martin ist so vielseitig, dass sie sich kaum kategorisieren lässt. „So als würde man vier Komponisten gleichzeitig dirigieren“, stellte kürzlich ein Dirigent fest. Nach dem umjubelten Erfolg der Amsterdamer Aufführung von Der Sturm mit Thierry Fischer und dem Radio Philharmonisch Orkest wird Le Vin Herbé nun vier Mal in Frankreich gezeigt. Die Inszenierung der RuhrTriennale 2007 von Willy Decker (Die FAZ schrieb: „Dieses Stück gehört auf alle Bühnen”.) reist nach Villeurbanne/F, wo Friedemann Layer das Orchester der Opéra de Lyon dirigiert. Die erste Vorstellung findet am 24. Jan. statt. Die Wiener Symphoniker präsentieren am 11. und 12. Dez. In terra pax unter Fabio Luisi im Wiener

Musikverein. In München dirigiert Thomas Hengelbrock Polyptyque für Violine und zwei kleine Streichorchester mit dem SO des Bayerischen Rundfunks (21.–23. Jan.). MESSIAEN

100. Geburtstag Anlässlich der 100. Wiederkehr seines Geburtstages am 12. Dez. sind Olivier Messiaen derzeit zahlreiche Programmschwerpunkte gewidmet. Eines seiner meistgespielten Stücke ist zweifellos Oiseaux exotiques für Klavier und kleines Orchester (1955/56), das in den nächsten Monaten in Paris, Montréal, New York, Seoul, Barcelona, Karlsruhe und Cardiff zu hören sein wird. Dem Werk liegen Vogelrufe zugrunde, die Messiaen auf Weltreisen aufzeichnete. Er war in der Lage, annährend 700 Vogelstimmen zu unterscheiden.

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MARX

Seiner Zeit weit voraus Das bedeutendste Orchesterwerk von Joseph Marx, seine groß angelegte Herbstsymphonie, erlebt am 7. Dez. in New York ihre amerikanische Erstaufführung. Leon Botstein dirigiert das American Symphony Orchestra. Für Riccardo Chailly war Marx mit diesem Werk „seiner Zeit weit voraus“. Zubin Mehta startet mit den Wiener Philharmonikern im Feb./März 09 eine Konzerttournee nach Wien, New York und Los Angeles mit Orchesterliedern. Die Orchesterlieder und Chorwerke erscheinen außerdem 2009 bei Chandos auf CD. Marx erlebt seine längst überfällige Renaissance.

das Angebot jedoch ab und meinte: „Nick, machen Sie das doch!“ Über 30 Bühnenaufführungen und Radiosendungen waren die Folge. Diesen Sommer dirigierte Ernst Theis das Werk in Dresden zusammen mit Kurt Weills Kleiner Dreigroschenmusik, als Teil eines Aufnahmenprojektes des MDR in Leipzig und der Staatsoperette Dresden. Das Projekt beinhaltet auch Franz Schrekers Kleine Suite und Kurt Weills Berliner Requiem, ebenso Werke von Erwin Schulhoff, Ernst Toch, Pavel Haas u. a. Es wird fortgesetzt. Mehr Information unter: www.tinyurl.com/uenick

NICK

Radiomusik 1929 wurde Erich Kästners und Edmund Nicks Hörspiel Leben in dieser Zeit zum 1. Mal im Radio ausgestrahlt. Die „Lyrische Suite in 3 Sätzen” ist eine Collage aus Texten und Musik, die von modernen Großstädten und Menschenmassen handelt. Ursprünglich hatte Kästner Kurt Weill vorgeschlagen, den Text zu vertonen, dieser lehnte

Leon Botstein

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marx / nick


Walter Braunfels

Francesca, das Mark Elder mit dem London Philharmonic Orchestra am 24. Jan. in der Londoner Royal Festival Hall dirigiert. Ein Hörbeispiel finden Sie auf der Website des LPO: www.tinyurl.com/ue0109bm

MARTINU

BRAUNFELS

Italienische

Phantasmagorisch

Fresken „Die Welt ist ein Mysterium … ein großes Mysterium. … Man kann Gott nicht von den Dämonen unterscheiden. ... Sie sehen sich oft so gleich.“ (Giannakos im Roman Christus wird wieder gekreuzigt von Nikos Kasantsakis). Wie kürzlich berichtet, wird die Zürcher Version von Bohuslav Martinůs Oper Die griechische Passion gerade am Opernhaus Zürich in einer neuen Inszenierung von Nicolas Brieger gezeigt. Die letzte Vorstellung findet am 3. Dez. statt. 1954 bereiste Martinů Italien, wo er in Arezzo zum ersten Mal die acht Fresken des Piero della Francesca bewunderte. Diese Fresken inspirierten ihn zu seinem Orchesterwerk Les Fresques de Piero della

Als Teil der Veranstaltung Great Performers (mit Vorträgen, Diskussionen, Einführungen) spricht Leon Botstein am 7. Dez. im New Yorker Lincoln Center zum Thema Gegen die Avant-Garde: Romantizismus der 1920er Jahre. Im darauffolgenden Konzert dirigiert Botstein Walter Braunfels’ Don Juan – eine klassisch-romantische Phantasmagorie mit dem American Symphony Orchestra und auch Joseph Marx’ Herbstsymphonie (s. Seite 28). Die Werkliste von Walter Braunfels ist abrufbar auf: www.tinyurl.com/uebraunfels

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martinu / braunfels


SZYMANOWSKI

Orchesterhaftes Klavier Karol Szymanowski, der selbst virtuos Klavier spielte, komponierte 1915/16 Masques, 3 Stücke für Klavier, die eine impressionistische Signatur tragen und in denen sich das Klavier orchesterhaft gebärden darf. Das dritte dieser Stücke widmete er Arthur Rubinstein, den er in Warschau kennengelernt hatte. Ihm und weiteren Dirigenten und Interpreten verdankte Szymanowski viel, da damals alle begierig darauf

warteten, was das musikalische Europa an Neuem produzieren würde. Masques und 9 Préludes sind in der Interpretation von Christia Hudziy am 2. Dez. im Musée d’Orsay in Paris zu hören. Am 3. und 5. Dez. dirigiert Philippe Jordan das Tonhalle-Orchester und Viviane Hagner mit dem 1. Violinkonzert in Zürich. Mariss Jansons interpretiert die 3. Symphonie, Das Lied von der Nacht mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks in München (18./19. Dez.) und Köln (20. Dez.). SCHULHOFF

Persönliche Handschrift

Arthur Rubinstein

Das in wenigen Tagen 1925 in Prag komponierte Concertino für Flöte, Viola und Kontrabass von Erwin Schulhoff steht am 15. Jan. in der Tonhalle Zürich auf dem Programm. Uraufgeführt wurde das Werk 1926 in Donaueschingen. Schulhoff setzt sich in vier knapp gefassten Sätzen, die markante Strukturen aufweisen, mit den klangspezifischen Eigenschaften der hier kombinierten Instrumente auseinander. Dabei entsteht aus tschechischer Volksmusik eine eigenständige Nachbildung mit persönlicher Ausdruckskraft.

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szymanowski / schulhoff


KODÁLY

Neue Studienpartitur Die Tänze aus Galanta von Zoltán Kodály sind gemeinsam mit Musik von Cristóbal Halffter und Béla Bartók in einem Konzert des Joven Orquesta Nacional de España unter Miguel Romea zu hören (San Sebastian/Zaragoza, 16./17. Jan.). Unter den vielen Aufführungen des Werks in den kommenden Monaten sei auch das Konzert der Israel Sinfonietta in Beer Sheva/Israel (21./23. Feb.) unter Imre Kollár erwähnt. Eine neue Studienpartitur der Tänze aus Galanta (UE34121) ist ab sofort erhältlich (s. Seite 5).

aber einem Komponisten, außerdem einem lebenden, und überdies einem Neuerer galt, hatte etwas Ergreifendes.“ Eine neue Studienpartitur des Werks ist ab sofort erhältlich (s. Seite 5). Unter Iván Fischer und dem Concertgebouworkest wird es vom 17.–21. Dez. in Amsterdam zu hören sein; vertanzt kann man es in Wiesbaden in der Tanzproduktion Solitaire von Stephan Thoss erleben (14. Feb.). Herzog Blaubarts Burg und Arnold Schönbergs Erwartung sind mit Heiner Müllers Quartett am 24. Jan. im Staatstheater Stuttgart angesetzt. In Luxembourg interpretiert Pierre-Laurent Aimard am 10. Jan. Bartóks Im Freien.

BARTÓK

Unaufhaltsamer Schwung Nach der ersten Aufführung von Béla Bartóks Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta stand 1937 in der Nationalzeitung Basel: „Nach dem turbulenten Allegro, das in unaufhaltsamen Schwung, überraschenden harmonisch-diatonischen Glanz ausströmt, brach ein Beifall los, den man wohl bei Stars gelegentlich erleben kann, dass er

Zoltán Kodály

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kodály / bartók


ZEMLINSKY / BEETHOVEN

Fidelio à la Zemlinsky Alexander Zemlinsky übernahm in den Jahren 1902–04 gerne Aufträge der UE, große klassische Werke der Musik für den „universellen Gebrauch“ für Klavier zu bearbeiten. So entstanden u. a. seine Fassungen von Mozarts Zauberflöte und Beethovens Fidelio für Klavier zu vier Händen. Beide Bearbeitungen sind mittlerweile in Einspielungen durch Dennis Russell Davies und Maki Namekawa bei CAvi-Music erschienen. Das Landestheater Linz ist seit 18. Okt. (bis 17. Dez.) Schauplatz eines choreografierten Fidelio in ebendieser Fassung für Klavier zu vier Händen. Die Choreografie stammt von Jochen Ulrich. Zemlinskys meistgespieltes und einziges programmatisches Orchester-

werk ist die Fantasie für Orchester Die Seejungfrau, am 1. Dez. in Hamburg (James Conlon), am 3./4. Dez. in Basel (Xiang Zhang), am 17./18. Dez. in Aachen (Peter Ruzicka) und am 30. Jan. in Liège (Pascal Rophé). KORNGOLD

Frühe Karriere Mit der Klavierfassung des Balletts Der Schneemann startete der junge Erich Wolfgang Korngold seine Karriere. Von seinem Lehrer Alexander Zemlinsky orchestriert, wurde die Pantomime 1910 uraufgeführt. Der Erfolg des Frühwerkes beruht ganz besonders auf der originellen Melodie und der außergewöhnlichen Thematik. Hermann Bäumer interpretiert das Werk am 21. Dez. mit dem Deutschen SO in Berlin. Ausschnitte davon werden 2 Mal in den USA (18./19. Dez.) und auch in Saarbrücken (21. Dez.) präsentiert.

Zemlinsky / Beethoven Fidelio Landestheater Linz 2008

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zemlinsky / korngold


Alban Berg Wozzeck Bayerische Staatsoper 2008 BERG

Reduzierte Fassungen Andreas Kriegenburgs Neuinszenierung von Alban Bergs Wozzeck wird seit 10. Nov. an der Bayerischen Staasoper in München gezeigt, drei weitere Aufführungen folgen im Januar mit Michael Volle in der Titelrolle, Michaela Schuster als Marie und unter dem Dirigat von Kent Nagano. Olaf Schmidt inszeniert einen neuen Wozzeck in Regensburg in der reduzierten Fassung von Erwin Stein, es dirigiert Raoul Grüneis. Die Stein-Fassung ist eine von drei reduzierten Wozzeck-Fassungen in unserem Katalog. Die Bearbeitung von Eberhard Kloke (für kleines Orchester) ist kleiner besetzt als die von Stein, John Reas Fassung benötigt überhaupt nur 21 Instrumente (2007 mit dem Ictus Ensemble in

Lille realisiert). Für alle Details: www.tinyurl.com/uewozzeck Eine neue Bearbeitung der Sieben frühen Lieder, von Heinz Stolba für mittlere Stimme gesetzt, ist ab sofort erhältlich. Dieses neue Material macht das Werk auch jenen Sängern zugänglich, die bis jetzt noch keine Möglichkeit hatten, es zu realisieren. Bergs Lyrische Suite, das Violinkonzert und die Fünf Orchesterlieder (Altenberg-Lieder) sind ebenfalls in der neuen Studienpartituren-Reihe erschienen. Mehr Details auf Seite 5. Eine neue Inszenierung der Lulu des katalanischen Regisseurs Calixto Bieito bringt das Theater Basel ab 15. Feb., Gabriel Feltz dirigiert zum ersten Mal in Basel. Basierend auf der 3-aktigen Version von Friedrich Cerha, der das Werk vervollständigt hat, präsentiert Bieito seine persönliche Schlussinterpretation.

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berg


WEBERN

Streng konstruktiv „Ich verstehe unter ‚Kunst’ die Fähigkeit, einen Gedanken in die klarste, einfachste, das heißt ‚fasslichste’ Form zu bringen …“, schrieb Anton Webern 1928. Diese Fähigkeit perfektionierte Webern in seinem Kompositionsstil und entwickelte eine höchst differenzierte (punktuelle), streng konstruktive Form der Zwölftonmusik. Das Ensemble Contrechamps widmete Webern, dessen Geburtstag sich am 3. Dez. zum 125. Mal jährt, kürzlich ein ausführliches Portrait – die Journées Webern – in Genf. Ingo Metzmacher spielt mit dem Deutschen SO Passacaglia op. 1 in Berlin (22. Feb.), wo Donald Runnicles dasselbe Orchester mit Sechs Stücke op. 6 dirigiert (18. Jan.). Das Ensemble Phoenix Basel interpretiert Symphonie op. 21 in Basel und Bern (1./4. Dez.), Britten Sinfonia geben drei Konzerte mit Fünf Sätze op. 5 in Großbritannien (5./9. Feb.), und Solisten des Ensemble Intercontemporain sind mit Sechs Bagatellen op. 9 in Paris zu hören (25. Feb.).

Erik Satie Mercure Le Théâtre Saint Malô 2007 SATIE

Picassos lebende Bilder Die Ballettmusik Mercure, Poses plastiques – eine ironische Darstellung der Abenteuer des Merkur – ist eines der letzten Werke von Erik Satie. Es entstand in Zusammenarbeit mit Pablo Picasso, der für die bejubelte Uraufführung 1924 im Théâtre Cigale auf dem Pariser Montmartre Bühnenbild, Vorhang und Kostüme entwarf. Anna Vita choreographierte das Stück voll Witz, Geist und Charme für die Deutsche Oper am Rhein („Andersens Welt“, 10 Aufführungen im Okt. und Nov. in Duisburg und Düsseldorf. Letzter Termin: 5. Dez.).

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webern / satie


SCHÖNBERG

Alternative Fassungen Arnold Schönbergs Monodram Erwartung gibt es in zwei weiteren Fassungen, die Alternativen zu dem groß besetzen Original (4 4 5 4 – 4 3 4 1) bieten. Die Bearbeitung von Paul Méfano und Michel Découst (2001) verwendet nur die Hälfte der Blechbläser und einzelne Streicher, die Fassung von Faradsch Karaew (2004) ist für 20 Spieler gesetzt. Das Original kann man am 24. Jan. auf der Bühne des Staatstheaters Stuttgart zusammen mit Béla Bartóks Herzog Blaubarts Burg und Heiner Müllers Quartett erleben. Marco Piollet dirigiert die Neuinszenierung von Thomas Bischoff. Robert Lepage zeigt Erwartung und Blaubart im Februar und März in

einer Produktion der Canadian Opera Company. Susan Piersen ist die Solistin in Erwartung, Malgorzata Walewska gibt ihr Debüt als Judith, John Relyea singt den Blaubart. Die reduzierte Fassung von Méfano und Découst wird am 3. und 4. Dez. in Kotka und Kouvola/FIN vom Kymi Sinfonietta unter Yasuo Shinozaki vorgestellt. Das Ballett Schindowski präsentiert im Feb. und März einen Schönberg-Abend im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen. Die Choreografie von Bernd Schindowski schildert menschliche Begegnungen und räumt den emotionalen Spannungen von Verklärte Nacht und Erwartung (Karaew-Fassung) breiten Raum ein. Bernhard Stengel dirigiert, Solistin ist Anke Sieloff (Première: 7. Feb.). Eine neue Studienpartitur von Schönbergs Pelleas und Melisande ist ebenfalls Teil der neuen Studienpartituren-Reihe. Details auf Seite 5.

Arnold Schönberg Erwartung Staatsoper Berlin 2006

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schönberg


Gustav Mahler-Büste Toblach/I MAHLER

4. Mahler jetzt auch für Ensemble Gustav Mahler selbst bezeichnete seine 4. Symphonie als „symphonische Humoreske“, deren heiterer Charakter allerdings ein doppelbödiger ist. „Die Vierte träumt sich in eine Kindheit zurück, der man nachtrauern muss, der aber nicht mehr zu trauen ist." (Jens-Malte Fischer) Im Hinblick auf die MahlerJubiläumsjahre 2010 und 2011 wurde soeben eine reduzierte Fassung der 4. Symphonie fertig gestellt. Im Vergleich zu allen anderen Mahler-Symphonien ist sie die am kleinsten besetzte und daher von ihrer kammermusikalischen Struktur her besonders geeignet, auch in einer reduzierten Fassung aufgeführt zu werden. 1920/21 richtete der Schönberg-Schüler

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mahler

Erwin Stein bereits eine solche Fassung ein, verzichtete wohl aus ökonomischen Gründen aber auf das in dieser Symphonie so enorm wichtige Horn und auch auf das Fagott. Klaus Simon hat die Partitur der 4. Symphonie jetzt völlig neu bearbeitet und eine Fassung erstellt, die einerseits die Musik Mahlers unangetastet lässt und damit den Charakter und die Klangfarben der Sinfonie so getreu wie möglich wiedergibt, anderseits sich aber auch an den Gepflogenheiten der Konzerte des Vereins für musikalische Privataufführungen von Arnold Schönberg orientiert, der musikgeschichtlich bedeutsamsten Schmiede reduzierter Fassungen von Orchesterwerken. Die 4. Symphonie in der neuen reduzierten Fassung ist aufführbar mit 14 Musikern plus Solo-Sopran: Bläserquintett, Schlagzeug (2), Harmonium, Klavier und solistisches Streichquintett.


JANÁČEK

Erfolgs-Opern Leoš Janáčeks Erfolgs-Opern, darunter an vorderster Front die Parabel Das schlaue Füchslein, sind bereits weltweit im Repertoire verankert. Eine Besonderheit ist daher eine Erstaufführung, wie aktuell die israelische in einer Neuinszenierung von David Pountney (Israel Opera, Tel Aviv, 25. Feb.–6. März). In Deutschland bringen das Deutsche Nationaltheater Weimar (Insz. Calixto Bieito, Premiere 15. Nov.) und die Oper Leipzig (Insz. Dietrich Hilsdorf, Premiere 29. Nov.) neue Sichtweisen auf Jenůfa. An der Mailänder Scala singt Angela Denoke ab 16. Jan. acht Mal die Hauptrolle in Die Sache Makropulos. Robert Carsens Inszenierung der Katja Kabanowa kommt für 10 Aufführungen an das Teatro Real in Madrid (ab 2. Dez.). Die Rhapsodie Taras Bulba erfährt im Jänner in Israel acht Aufführungen durch das Israel Philharmonic Orchestra unter Tomáš Netopil.

1770 unter großem Beifall im ungarischen Schloss Eszterháza uraufgeführt. Das dramma giocoso nach einer Vorlage von Carlo Goldoni geriet aber nach der Zerstörung von Teilen des Autographs bei einem Brand 1779 in Vergessenheit. Erst die Ergänzungen von H. C. Robbins Landon und Karl Heinz Füssl ermöglichten ab 1965 eine Wiederbelebung des Werkes. Zum Haydn-Jahr 2009 präsentiert die Wiener Kammeroper diese Rarität in der rekonstruierten Fassung, Premiere ist am 21. Feb.

HAYDN

Comeback der Fischerinnen Joseph Haydns opera semiseria Le pescatrici – Die Fischerinnen wurde

Joseph Haydn Le pescatrici Wiener Kammeroper 2009

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janáček / haydn


2009 50. 75. 75. 80. 150. 90. 50. 200. 50. 50. 80. 75. 100. 75. 75. 100. 90. 50.

Todestag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Todestag Todestag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Todestag

George Antheil † 12.02.1959 Sir Harrison Birtwistle * 15.07.1934 Frederick Delius † 10.06.1934 Edison W. Denisow * 06.04.1929 Joseph Bohuslav Foerster * 30.12.1859 Roman Haubenstock-Ramati * 27.02.1919 Josef Matthias Hauer † 22.09.1959 Joseph Haydn † 31.05.1809 Bohuslav Martinu † 28.08.1959 Ennio Porrino † 25.09.1959 Henri Pousseur * 23.06.1929 Bernard Rands * 02.03.1934 Karl Scheit * 21.04.1909 Alfred Schnittke * 24.11.1934 Franz Schreker † 21.03.1934 Alfred Uhl * 05.06.1909 Roman Vlad * 29.12.1919 Eric Zeisl † 18.02.1959

Todestag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag

Hugo Alfvén † 08.05.1960 Alban Berg * 24.12.1935 Paul-Heinz Dittrich * 04.12.1930 Cristóbal Halffter * 24.03.1930 Rolf Liebermann * 14.09.1910 Gustav Mahler * 07.07.1860 Arvo Pärt * 11.09.1935 Ennio Porrino * 20.01.1910 Emil Nikolaus von Reznicek * 04.05.1860 Toru Takemitsu * 08.10.1930 Egon Wellesz * 21.10.1885

2010 50. 75. 80. 80. 100. 150. 75. 100. 150. 80. 125.

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gedenktage


2011 75. 75. 100. 75. 80. 75. 200. 100. 75. 75. 50. 50. 125. 50. 25. 75.

Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag

Gilbert Amy * 29.08.1936 Sir Richard Rodney Bennett * 29.03.1936 Paul Burkhard * 21.12.1911 Cornelius Cardew * 07.05.1936 Mauricio Kagel * 24.12.1931 Ladislav Kupkovic * 17.03.1936 Franz Liszt * 22.10.1811 Gustav Mahler † 18.05.1911 Steve Reich * 03.10.1936 Ottorino Respighi † 18.04.1936 David Sawer * 14.09.1961 Daniel Schnyder * 12.03.1961 Othmar Schoeck * 01.09.1886 Mauricio Sotelo * 02.10.1961 Alexandre Tansman † 15.11.1986 Hans Zender * 22.11.1936

Geburtstag Geburtstag Todestag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag

Kurt Atterberg * 12.12.1887 David Bedford * 04.08.1937 Hanns Eisler † 06.09.1962 Morton Feldman † 03.09.1987 Silvia Fómina * 1962 Peter Kolman * 29.05.1937 Richard Meale * 24.08.1932 Caspar Neher † 30.06.1962 Gösta Neuwirth * 06.01.1937 Bo Nilsson * 01.05.1937 Wolfgang Rihm * 13.03.1952 Rodion K. Schtschedrin * 16.12.1932

2012 125. 75. 50. 25. 50. 75. 80. 50. 75. 75. 60. 80.

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gedenktage


FRIEDRICH CERHA Serenade für Ensemble Ensemble die reihe, c. HK Gruber 12. Februar 2009 · Festspielhaus St. Pölten/A Konzert für Schlagzeug und Orchester Gewandhausorchester, c. HK Gruber Martin Grubinger, perc 26. Februar 2009 · Gewandhaus Leipzig/D GEORG FRIEDRICH HAAS ... in progress für Kammerensemble Studierende des Konservatoriums Wien Privatuniversität 19. Dezember 2008 · Konservatorium Wien Privatuniversität/A ARVO PÄRT Alleluia-Tropus für Vokalensemble (oder Kammerchor SATB) und 8 Violoncelli (ad lib.) Cello Octet Conjunto Iberico, Vox Clamantis 20. Dezember 2008 · Bari/I 4. Symphonie „Los Angeles“ für Streichorchester, Harfe, Pauken und Schlagzeug Los Angeles Philharmonic, c. Esa-Pekka Salonen 10. Januar 2009 · Walt Disney Hall Los Angeles/USA WOLFGANG RIHM 11. Streichquartett Takács Quartett 18. Januar 2009 · Philharmonie Essen/D DAVID SAWER Skin Deep Operetta in 3 acts Libretto Armando Iannucci Orchester und Chor der Opera North, c. Richard Farnes Geoffrey Dolton - Doktor Needlemeier, Janis Kelly - Lania, Heather Shipp - Donna, Amy Freston - Elsa, Andrew Tortise - Robert, Mark Stone - Luke Pollock dir. Richard Jones, set. Stewart Laing 16. Januar 2009 · Grand Theatre Leeds/GB www.goskindeep.com

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uraufführungen


GEORG FRIEDRICH HAAS Les Temps tiraillés für 3 Instrumente und Elektronik Pascal Gallois, bsn, Geneviève Strosser, Garth Knox, vla Myriam Gourfink, Choreografie 24. Januar 2009 · Centre Georges Pompidou Paris/F

JAY SCHWARTZ Music for Chamber Ensemble Nyyd Ensemble 24. Januar 2009 · Funkhaus Walraffplatz Köln/D JOHANNES MARIA STAUD Segue Musik für Violoncello und Orchester (Uraufführung der revidierten Neufassung) Konzerthausorchester Berlin, c. Lothar Zagrosek Jean-Guihen Queyras, vlc 20. Februar 2009 · Konzerthaus Berlin/D

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uraufführungen


Classic Solos for Flute 2 für Flöte solo inkl. Referenz-CD hrsg. von Mary Karen Clardy UE 70322 LUKE BEDFORD Catafalque für Klavier UE 21439 LEOŠ JANÁČEK Mährische Volkstänze für Orchester Bearbeitung für Violine und Klavier von Leoš Faltus UE 33728 WOLFGANG AMADEUS MOZART Wiener Sonatinen für Flöte und Klavier bearb. von Peter Ludwig und Ulrich Müller-Doppler UE 33702 CARL REINECKE Undine Sonate für Flöte und Klavier hrsg. von Irmlind Capelle Hinweise zur Interpretation von Susanne Schrage Fingersätze (Klavier) von Peter Roggenkamp UT 50242 GEOFFRY RUSSELL-SMITH Easy Blue Recorder Duets für 2 Sopranblockflöten UE 21452 ROBERT SCHUMANN Werke für Klavier zu vier Händen Band 2 hrsg. von Joachim Draheim Fingersätze und Hinweise zur Interpretation von Ljiljana Borota und Christian Knebel Urtext nach der Neuen Schumann Gesamtausgabe UT 50079 MAURICIO SOTELO Green Aurora dancing over the night side of the earth für Klavier UE 33418

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neuerscheinungen


NICOLAI PODGORNOV

Romantic Piano Album inkl. La Valse d’Amélie & Can You Feel the Love Tonight für Klavier UE 33937

Lassen Sie sich auf das überraschende Abenteuer ein und genießen Sie anregende und ausdrucksvolle Momente beim Klavierspiel.

Podgornovs Tastenzauber geht weiter! Bereits mit seinem ersten Piano Album hat sich Nicolai Podgornov einen Namen als komponierender Pianist in der Tradition eines Schumann, Gurlitt, Burgmüller oder Heller gemacht, dem es gelingt, wunderschöne und unterhaltsame Musik mit dem Erarbeiten grundlegender technischer Fertigkeiten zu verbinden. Und dies alles auf so leichte und ansprechende Weise, dass sowohl Kinder wie erwachsene Einsteiger Spaß am Musizieren haben. Der Facettenreichtum, der sich hinter dem einfachen Titel des nun vorliegenden Romantic Piano Album versteckt, hält manche musikalische Überraschung bereit. Die Bandbreite reicht von träumerisch-melancholischen Melodien über schwungvoll-leidenschaftliche Klänge bis hin zu einem exotischen Ausflug in den Orient.

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neuerscheinungen


LUCIANO BERIO Chemins I, Chemins IIb, Concerto, Formazioni Anna Verkholantseva, hrp, GrauSchumacher Piano Duo RSO Wien, c. Martyn Brabbins, Bertrand de Billy, Stefan Asbury col legno CD WWE 20281 MORTON FELDMAN Coptic Light SWR SO Baden-Baden und Freiburg, c. Michael Gielen Hänssler Classic CD 93.061 MORTON FELDMAN triadic memories Steffen Schleiermacher, pno MDG CD 613 1521-2 LEOŠ JANÁČEK Das schlaue Füchslein Orchester der Komischen Oper Berlin, c. Václav Neumann (1956) Walter Felsenstein Edition, Arthaus Musik DVD 101 305 MAURICIO KAGEL Acustica TAM-Theater Krefeld, c. Mauricio Kagel Zig Zag Territoires CD ZZT080403 ALMA MAHLER Lieder Maria R. Wesseling, voc, Nathalie Dang, pno Claves CD 50-2904 GUSTAV MAHLER Symphonien Nr. 2, 3 und 4 Tonhalle Orchester Zürich, c. David Zinman, Juliane Banse, Anna Larsson, Schweizer Kammerchor Sony RCA Red Seal, (je 2 SACDs) GUSTAV MAHLER Das klagende Lied San Francisco Symphony und Chor, c. Michael Tilson Thomas, Marina Shaguch, S, Michelle De Young, MS, Thomas Moser, T, Sergei Leiferkus, Bar SFS CD 821936-0017-2-5 GUSTAV MAHLER Das Lied von der Erde San Francisco Symphony und Chor, c. Michael Tilson Thomas Stuart Skelton, T, Thomas Hampson, Bar SFS CD 821936-0019-2-9 GUSTAV MAHLER Klavierquartett ARNOLD SCHÖNBERG Verklärte Nacht (arr. für Klaviertrio) Wiener Klaviertrio, Johannes Fiedler, vla MDG CD 342 1354-2 JOSEPH MARX Klavierstücke Tonya Lemoh, pno Chandos Records CHAN CD 10479 JOSEPH MARX Eine Frühlingsmusik, Feste im Herbst, Idylle RSO Wien, c. Johannes Wildner cpo CD 777 320-2 ARVO PÄRT Kanon Pokajanen (Ausschnitte) Orthodox Singers, c. Valery Petrov Troubadisc TRO-CD 01432-1 ARVO PÄRT Memento WOLFGANG RIHM Vigilia Singer Pur Oehms Classics CD OC 812 ARVO PÄRT Spiegel im Spiegel Dan Styffe, cb, Gonzalo Moreno, pno Simax Classics PSC CD 1288

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neu auf cd + dvd


HALFFTER Cadencia, Ecos de un antiguo órgano, For mantes, u. a. Alberto Rodaso, Juan Carlos Garvayo, pn Verso CD VRS 2063

MARX Herbstchor an Pan, Ein Neujahrshymnus, Berghymne, u.a. BBC Symphony Orchestra and Chorus, c. Jiri Belohlavek CHAN CD 10505

SOTELO Chalan, Wall of light black, Night J.M. Cañizares, Marcus Weiss, musikFabrik, c. Stefan Asbury, Brad Lubman KAIROS CD 0012832KAI

STAUD Towards a Brighter Hue Karina Buschinger, vln Classic clips CLCL CD 105

FRANZ SCHREKER Intermezzo, Scherzo ERNST KRENEK 1. Symphonie Dietrich Henschel, bar, Luzerner Sinfonieorchester, c. John Axelrod Nimbus Records CD NI 5808 JOSEF SUK Ouvertüre zu Ein Wintermärchen Orchester der Komischen Oper Berlin, c. Kirill Petrenko cpo CD 777 364-2 KURT WEILL Berliner Requiem Jan Remmers, Christian Immler, Berliner Rundfunkchor, Lucerne Symphony Orchestra, c. John Axelrod Nimbus Records CD NI 5807 ALEXANDER ZEMLINSKY / LUDWIG VAN BEETHOVEN Fidelio (für Klavier zu vier Händen) Maki Namekawa, Dennis Russell Davies, Waltraud Meier, Kurt Moll CAvi 2 CDs 8553085

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neu auf cd + dvd


HENRI POUSSEUR (geb. 1929)

Werkliste Apostrophe et six réflexions 1964–1966 für Klavier 18’ Apostrophe • Sur le tempo • Sur le phrasé • Sur le dynamique • Sur le toucher • Sur les sonorités • Sur les octaves Caractères 1961 für Klavier 9’ Écho I de Votre Faust 1965 für Violoncello 3’ 1. Satz aus Échos de Votre Faust Échos de Votre Faust 1969 für Mezzosopran, Flöte, Violoncello und Klavier 26’ Text: Michel Butor, Johann Wolfgang von Goethe, Gérard de Nerval, Luis de Góngora, Christopher Marlowe, Francesco Petrarca La ligne des toits (Violoncello solo) • Couleur de l'air A (Trio, ohne Flöte) • Insinuations (Quartett) • Grande loterie du labyrinthe des fantômes (Quartett) • Les herbes des yeux (Flöte und Klavier) • Couleur de l'air B (Trio, ohne Klavier) • Le tremble et le rossignol (Trio, ohne Stimme) Électre 1960 Action musicale, Tonbandaufzeichnung mit gesprochenem (frz.) Text, instrumentalen und elektronischen Partien 50’ Textbearbeiter: Pierre Rhallys (nach Sophokles); Rollen: Electre, Clytemnestre, Oreste, Egisthe, le Messager, Chor, commentateur (Ballett) Madrigal I 1958 für Klarinette 4’ Madrigal II 1961 für 4 alte Instrumente 3’ Madrigal III 1962 für Klarinette und 5 Instrumente 12’ Miroir de Votre Faust (Caractères II) 1964–1965 für Klavier und Sopran ad. lib. 29’ Le tarot d'Henri (Klavier solo, 15') • La chevauchée fantastique (Text von Goethe, Klavier solo und Sopran ad libitum, 4') • Souvenirs d' une marionette (Klavier solo, 10') Ode 1960–1961 für Streichquartett 17’

werkliste pousseur


Parade de Votre Faust 1975 für Orchester, Bearbeiter: Jean-Louis Robert 20’ Symphonies à quinze solistes 1954 für Kammerorchester 13’ Trait 1962 für 15 Streicher 10’ U oder E-Musik 1990/1991 für Streichquartett 2’ 7 versets des psaumes de la pénitence 1950 für gemischten Chor a cappella (SATB) oder Vokalquartett 3’40’’ 3 visages de Liège 1961 elektronische Musik 20’ L'Air et l'eau • Voix de la ville • Forges Votre Faust 1961/1968 Variables Spiel in Art einer Oper (Neufassung 1981) variabel 150–180’ Librettisten: Henri Pousseur, Michel Butor Rollen: Sänger: Der Bassist / Die Altistin / Die Sopranistin / Der Tenor Schauspieler: Der Theaterdirektor / Henri / Maggy / Die Sängerin / Die Schauspielerin Bearbeitung: Anton Webern (1883–1945) Passacaglia op. 1 (1908) für kleines Ensemble Bearbeiter: Henri Pousseur

1987 11’

Mehr Information auf: www.universaledition.com/pousseur

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henri pousseur


IMPRESSUM Universal Edition Austria: A-1010 Wien, Bösendorferstr. 12, Austria (Musikverein) Tel +43-1-337 23 - 0, Fax +43-1-337 23 - 400 UK: 48 Great Marlborough Street, London W1F 7BB Tel +44-20-7437-6880, Fax +44-20-7292-9173. USA: European American Music Distributors LLC 254 West 31st Street, 15th Floor, New York, NY 10001-2813 Tel +1-212-461-6940, Fax +1-212-870-4565. www.universaledition.com, promotion@universaledition.com Chefredaktion: Angelika Dworak und Eric Marinitsch Beiträge: Eric Marinitsch, Jonathan Irons, Angelika Dworak, Elisabeth Bezdicek, Daniela Burgstaller, Kieran Morris und Marion Dürr Design: Egger & Lerch, Wien Fotonachweis: Eric Marinitsch (6), UE-Archiv (5), Marcello Antico, www.lifepr.de, Marion Kalter, Hagen Rehborn, IMD Darmstadt, Struck-Foto, Holland Festival / Lieven Bertels, Stone / courtesy of the Kurt Weill Foundation for Music New York, Picture-Alliance, Neal Hecker, www.amatis.us, Ruhrtriennale / T. Schwede, Steve Pyke, Arthur Rubinstein International Music Society, Landestheater Linz / Paul Leclaire Köln, Bayerische STOP / Wildfried Hösl, Théâtre St. Malo, Staatsoper Berlin, Internationale Gustav Mahler Gesellschaft Wien, Wiener Kammeroper / Holger Beck, sbcarlile, Patrice Vioisin; CDs: Verso, Chandos, KAIROS, Classic Clips. DVR: 0836702

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UE Newsletter Winter 2009 Deutsch  

Winter 2009. Neueste Nachrichten über Komponisten und Werke der Universal Edition