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13 Harrison Birtwistle. Eine neue Zeremonie

04 Luke Bedford. Neu bei UE

05 Saed Haddad. Neue Farbe auf der UE Palette

32 Gustav Mahler. Die fünf Sätze der 10. Symphonie

Victoria BorisovaOllas vertont Salman Rushdie in Manchester

newsletter 03/07 • sommer 2007


Inhalt

KOMPONISTEN Luke Bedford — 4 Saed Haddad — 5 Borisova-Ollas — 7 Rihm — 9 Staud — 11 Baltakas — 11 Sotelo — 12 Panufnik — 12 Birtwistle — 13 Pärt — 14 Haas — 15 Schnyder — 15 Schwartz — 17 Halffter — 18 Kurtág — 18 Berio — 19 Boulez — 21 Stockhausen — 21 Kagel — 22 Schnittke — 22 Ligeti und Kodály — 23 Bartók — 24 Casella — 24 Weill — 25 Weigl — 25 Braunfels — 27 Schmidt — 28 Schoeck — 28 Martin — 29 Milhaud — 29 Szymanowski — 30 Marx — 30 Schreker — 31 Strauss — 32 Gustav Mahler — 32 Alma Mahler — 32 Janácek — 33

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inhalt 03/2007


Berg — 34 Schönberg — 35 Webern — 36 David Bedford — 37 Patterson — 37 RÜCKBLICK Respighi — 26 Liebermann — 26

GEDENKTAGE — 38 - 39 URAUFFÜHRUNGEN — 40 - 41 NEUERSCHEINUNGEN — 42 - 43 NEU AUF CD + DVD — 44 - 45 WERKLISTE Stockhausen — 46 - 47 IMPRESSUM — 48

Liebe Leserin, lieber Leser Kurz vor Redaktionsschluss dieses Newsletters erreichen uns zwei Meldungen: Nach zweijähriger Planung hat Mitte April in Dortmund der Bau eines Opernhauses für Kinder begonnen. Das Gebäude in der Innenstadt soll 99 Besuchern Platz bieten und in der nächsten Spielzeit eröffnet werden. Zwei Produktionen pro Saison mit 30 Veranstaltungen sind geplant. Kinder sollen auf der Bühne des neuen Hauses die Hauptrolle spielen. Die Kölner Kinderoper feiert dieses Jahr hingegen schon ihr 10-jähriges Bestehen. Zu dieser Erfolgsgeschichte wird es einen schönen Bildband geben. Dem Boom der Kinderoper tragen wir Rechnung. Ab sofort gibt es bei der UE auch Das Kinderfüchslein, eine kindgerechte Fassung von Leos Janáceks Oper Das schlaue Füchslein. Die Uraufführung in Zürich wurde von 1300 begeisterten Kindern gefeiert. Sie sind das Publikum von morgen. Wir wollen uns schon heute um sie bemühen! Die Redaktion

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schluss an der Royal Academy of Music, und setzte seine Studien bei Bainbridge mit dem Mendelssohn Stipendium fort.

LUKE BEDFORD

Neu bei UE Wir freuen uns, auf den jungen britischen Komponisten Luke Bedford (geb. 1978) als neuen Namen im UE-Katalog hinweisen zu können. Im April wurde Bedfords neues Orchesterwerk Outblaze the Sky mit großem Erfolg von Daniel Harding mit dem London SO uraufgeführt, einen Monat später wurde der Liederzyklus Or voit tout en aventure für den angesehenen Royal Philharmonic Society Prize in der Kategorie Große Komposition nominiert. Bedfords Werke sind bereits erfolgreich in Europa, Japan und den USA aufgeführt worden. Er studierte Komposition bei Simon Bainbridge und Edwin Roxburgh mit einem Stipendium am Royal College of Music, machte seinen Studienab-

Er gewann den Royal Philharmonic Society (RPS) Competition Prize der unter 29-jährigen (2000), den 2. Preis des Toru Takemitsu Wettbewerbs in Tokyo (2001) und den BBC Radio 3 Listeners’ Award des British Composer Awards (2004). 2005 gewann er in der Kategorie der unter 30-jährigen beim UNESCO International Rostrum of Composers. Die BBC, der NDR und der RPS (für die London Sinfonietta) erteilten ihm Kompositionsaufträge, und 2004 wurde er ausgewählt, beim erfolgreichen Projekt der London Sinfonietta Blue Touch Paper mitzuwirken. Das Ergebnis war Or voit tout en aventure, das bereits vom Ensemble Modern und BCMG aufgeführt wird (am 15. Juni beim Aldeburgh Festival, mit dem BCMG unter Olivier Knussen). Unter den künftigen Aufträgen ist ein 20-min-Stück für BBC NOW, das im Dezember 2007 zur Uraufführung kommt, ein neues Stück für die BCMG (Uraufführung Frühling 2008) und ein Werk für die SingAkademie zu Berlin anlässlich des 400. Geburtstages von Milton.

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luke bedford


SAED HADDAD

Neue Farbe auf der UE-Palette Das erste, was auf der Website des 1972 in Jordanien geborenen Komponisten Saed Haddad auffällt, ist die stolze, energische und elegant verzierte arabische Kalligraphie seines Namens – und gleich darunter sein Name in einfachen, lateinischen Buchstaben: Saed Haddad. Man braucht über diesen Gegensatz nicht lange nachzudenken. Der Komponist hilft mit einem in Englisch verfassten Statement. Gleich der erste Satz bringt es auf den Punkt: er sei ein Araber christlichen Glaubens und ein Komponist zeitgenössischer Musik okzidentalischer Prägung. Als solcher sei er ‘anders’ in jedem Sinn des Wortes. Das ‘Anderssein’ (‘otherness’) sei ein Schlüsselbegriff für

sein Schaffen. Und doch hat es der in Norddeutschland lebende Haddad geschafft, sich auch im Musikleben Europas heimisch zu machen. Seine Werke werden durch führende Ensembles (Ensemble Modern, Nieuw Ensemble, London Sinfonietta) aufgeführt und von den wichtigsten Festivals – etwa Donaueschingen – in Auftrag gegeben. So hat das Arditti Quartet Joie voilée bei den Musiktagen 2006 aus der Taufe gehoben – diese durch die Kritik und das Fachpublikum enthusiastisch aufgenommene Premiere hat zu einem zweiten Auftrag geführt: Haddad soll ein Werk für Donaueschingen 2008 komponieren, betreut wiederum durch das Ensemble Modern. Saed Haddads Musik ist eine neue Farbe auf der UE-Palette – Verlag und Komponist begeben sich auf ein Abenteuer, dem sie voller Optimismus und Freude entgegensehen. www.saedhaddad.com

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saed haddad


Ebenen der Realität und der Imagination manifestiert.

BORISOVA-OLLAS

Salman Rushdie vertont Kurz nachdem Salman Rushdies Roman Der Boden unter ihren Füßen (The Ground Beneath Her Feet) 1999 erschien, fiel das Buch in die Hände von Victoria BorisovaOllas. Dieses Buch übte einen ganz besonderen Sog auf sie aus. Ein komplexer, vielschichtiger Roman, in dessen Mittelpunkt eine Liebesgeschichte steht, eine moderne Variante des Orpheus und Eurydike Mythos, der gleichzeitig zahllose westliche und östliche Mythen kunstvoll verwebt. Es war gerade diese Vielschichtigkeit und multikulturelle Dimension, die BorisovaOllas faszinierten und sie war sich gewiss, dass dieser Roman den idealen Stoff für ein musikdramatisches Werk abgeben würde, das sich ebenso auf verschiedenen

Das Projekt reifte über mehrere Jahre in ihrem Kopf, bis Alex Poots vom Manchester International Festival davon erfuhr und sie einlud, diese Idee-fixe doch in Manchester zu realisieren. Es entstand ein musikdramatisches Werk für zwei Sänger, einen Erzähler und Orchester. Der Librettist Edward Kemp hat die Handlung auf das Schicksal der beiden Protagonisten Ormus (Bariton) und Vina (Sopran) fokussiert. Um bei der Umsetzung der Komplexi-tät des Romanes möglichst gerecht zu werden, hat der Filmemacher Mike Figgis (Oscar-Nominierung 1996 für seinen Film Leaving Las Vegas) einen Stummfilm gedreht, der die Aufführung begleitet. Die Uraufführung von The Ground Beneath Her Feet findet am 29.6. in Manchester statt, Mark Elder dirigiert das Hallé Orchestra. www.manchesterinternational festival.com

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borisova-ollas


LOVE I S I N T H E A I R 2 8 . J U L I – 11. A U G U S T 2 O O 7 Zerfliessen, schwärmen, nach Atem ringen, anhimmeln, Trost und Ruhe finden – Davos, die Liebe, die Luft, die Musik. Zwei Wochen voll inspirierter Rendez-vous, überraschender Dates, schwindelerregender Têtes-à-têtes und atemberaubender Gedanken zur Musik mit den vielversprechendsten Nachwuchsmusikern aus aller Welt. Erleben Sie die extreme Gefühlswelt klassischer Musik mitten in der Davoser Bergwelt, in Kirchen, auf Wanderwegen, in Museen und unseren Festival Hotels.

Information und Tickets: Tel. +41 (0)81 415 21 21 info@davosfestival.ch www.davosfestival.ch


RIHM

Klassische Inspiration In zweien seiner neuen Werke setzt sich Wolfgang Rihm mit Klassikern der deutschen Literatur auseinander: die Goethe-Lieder werden am Klavier-Festival Ruhr durch die versierten Rihm-Interpreten Christoph Prégardien (T) und Siegfried Mauser (pn) uraufgeführt (Essen, 3.6.). Der Bitte Harry Vogts (WDR), für ein Konzert, das im Umfeld des evangelischen Kirchentages in Köln stattfindet und Werke von Varèse, Scelsi und Ginastera beinhaltet, eine neue Komposition beizutragen, hat Rihm gerne entsprochen. Das neue Stück heißt Diptychon. Die (hohe) Stimme ist erst später dazugekommen wie auch die Idee, Gedichte Hölderlins zu vertonen, so Vogt. Stefan Asbury dirigiert das WDR Sinfonieorchester am 8.6. in Köln – Solistin ist Mojca Erdmann.

im Passionsspielhaus in Erl/Tirol, mit Nicholas Hodges und dem Haydn Orchester Bozen-Trient unter Gustav Kuhn). Der Fagottist Pascal Gallois spielt die Premiere von Psalmus mit dem Bayerischen Staatsorchester unter Kent Nagano am 27.7. in München. Rihm verbringt einen Teil des Monats August in Davos, wo das Festival seinem Schaffen gewidmet ist. Ältere Kammerwerke, etwa das Klaviertrio Fremde Szenen III und neuere, wie das Klarinettenquintett oder das Septett En plein air, stehen auf dem Programm. Information: www.davosfestival.ch

Rihms Oeuvre ist um 2 konzertante Werke reicher geworden: Rihm hat dem für Daniel Barenboim entstandenen Klavierkonzert Sotto voce (1999) ein Schwesterwerk folgen lassen. Sotto voce 2 ist im Auftrag des Busoni Klavierwettbewerbs, des BolzanoFestivalBozen und des Luzerner Sinfonieorchesters entstanden (Uraufführung am 21. Juli

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60TH Aldeburgh Festival

8–24 JUNE 2007

Thomas Adès Artistic Director John Woolrich Associate Artistic Director A selection of concerts from the 60th Aldeburgh Festival FRIDAY 8, MONDAY 11 & TUESDAY 12 JUNE Death in Venice Directed by the great Japanese actor, director and teacher Yoshi Oida, this production promises a fresh look at Britten’s last opera. SATURDAY 9 JUNE Faster Than Sound Classical and Electronica meet Digital Art. For more information, see www.fasterthansound.com FRIDAY 15 JUNE Going a Journey The Birmingham Contemporary Music Group play Knussen, Stravinsky, Bedford, Woolrich and Sydenham Music by Johannes Maria Staud (premiere). SUNDAY 17 JUNE Philharmonia Orchestra · Thomas Adès conductor Liszt, Busoni, Respighi and Thomas Adès Orchestral Suite from Powder Her Face (premiere) WEDNESDAY 20 & THURSDAY 21 JUNE Elephant and Castle Directed and devised by Tim Hopkins with Mira Calix and Tansy Davies (music), this new opera incorporates film, digital sounds, installations and live performance, to project an urban vision into a rural landscape...

For your free copy of the programme please call 01728 687100 or visit www.aldeburgh.co.uk


BALTAKAS

Hörperspektiven Vykintas Baltakas kommentiert Scoria für Orchester (Auftrag der musica viva München) wie folgt: Seit längerem versuche ich, eine nicht-lineare Dramaturgie zu schaffen. Dies ist nicht einfach, da wir Ereignisse immer in der Zeit und im Raum wahrnehmen. Auch versuche ich, einen Klang zu erkunden, einen imaginären Urklang des zu komponierenden Werkes. Er soll reich und lebendig sein,einen Zustand aufweisen,

Vykintas Baltakas

der nie vollständig präsent ist, nur dessen unterschiedliche Aspekte. Ich strebe eine Dramaturgie der Hörperspektiven an. Die Uraufführung findet am 6. Juli 2007 in München statt, Peter Rundel dirigiert das SO des Bayerischen Rundfunks. STAUD

Sydenham Music Im Auftrag des Aldeburgh Festivals sowie des Europäischen Forums Alpbach entsteht Sydenham Music, ein Trio für Flöte, Viola und Harfe, das den Namen des Londoner Stadtteils trägt, in dem Johannes Maria Staud derzeit lebt. Diese Besetzung hat mich immer schon angezogen, sagt der Komponist, der für die drei Instrumente große Bewunderung empfindet (z. B. in Debussys Sonate). Die Besetzung sei eigenartig gedämpft und geradezu für Zartheit prädestiniert; die Sonate sei die Kondensation des musikalischen Impressionismus, ein Abgesang an eine ganze Epoche. Die Uraufführung findet am 15. Juni in Aldeburgh/GB statt, die österreichische Erstaufführung ist für den 16.8. in Alpbach anberaumt. In Hamburg wurde das Konzertprogramm am 1.6. um ein weiteres Staud-Stück ergänzt: das NDR SO interpretiert Violent Incidents für Saxophon solo (Marcus Weiss), Bläser und Schlagzeug.

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baltakas / staud


SOTELO

Nachtstück Ausgangspunkt von Night ist ein Stich von Sean Scully, den Mauricio Sotelo aus dessen New Yorker Studio bekommen hat, nachdem er dem Künstler die Uraufführung von Wall of Light Black gewidmet hatte. Night beginnt mit einer vibrierenden, sehr raschen und rhythmisch schattenhaften Textur. Wie ein Nachtbild nähert und entfernt es sich wieder. Das gesamte Ensemble wird zu einem feinen Schlagzeugapparat, der die spezielle Spieltechnik des Schlagzeugers (Miguel Bernat) übernimmt. Dieser spielt mit

speziell angefertigten Schlegeln. Dazu entwickelt sich in der SolistenStimme allmählich eine Art von immer lauter werdenden KaskadenKlängen: Wie ein Rausch von sehr schnellen rhythmischen Bewegungen, die an die rhythmische Präzision des äußerst schnellen Aufstampfens eines Flamenco-Tänzers erinnert (Mauricio Sotelo). Die Uraufführung findet am 16.6. mit dem Remix-Ensemble in Porto statt (c. Emilio Pomárico). PANUFNIK

Ein neuer Tanz für London Roxanna Panufniks Cavatina and Moravian Dance wurde vom Cavatina Music Trust in Auftrag gegeben, auch um im Musikschulunterricht eingesetzt zu werden. Die Cavatina ist eine Kennmelodie, die sehr leicht von jungen Hörern wieder erkannt wird, dennoch ist sie herausfordernd genug, um von professionellen Gruppen gespielt zu werden. Der Moravian Dance basiert auf einer traditionellen tschechischen Volksweise. Das Wihan Quartet wird das Werk am 26. Juni in der Wigmore Hall in London uraufführen und am 21. Juli in Wallingford präsentieren.

Roxanna Panufnik

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sotelo / panufnik


BIRTWISTLE

Eine neue Zeremonie Der Juni 2007 ist ein wichtiger Monat für das musikalische London, denn die neu renovierte Royal Festival Hall wird dem Publikum wieder zugänglich gemacht. Nachdem dieser Spielort fast zwei Jahre lang wegen einer radikalen, umfassenden Verschönerung geschlossen war, wird er nun mit einer 48 Stunden dauernder Performance wiedereröffnet. Um dieses Ereignis gebührend zu würdigen, hat sich Sir Harrison Birtwistle einverstanden erklärt, sein 1990 entstandenes, bahnbrechendes Werk Ritual Fragment – ursprünglich für die London Sinfonietta komponiert – zu überdenken. Das Ergebnis ist Cortege, eine Zeremonie für 14 Musiker, in memoriam

Michael Vyner, das wieder von der London Sinfonietta aus der Taufe gehoben wird. Die neu komponierten Solostücke folgen demselben Prinzip wie Ritual Fragment, sie werden von einer Soloposition aus gespielt. Die Solisten werden sich teilweise aus ihrer Soloposition wegbewegen und wieder dahin zurückkehren. Ein anderes Werk aus Birtwistles Serie für die London Sinfonietta – Secret Theatre – wird ebenfalls im Juni zu hören sein. Die erste Aufführung findet als Teil des Spitalfields Festival am 15. Juni mit dem Manson Ensemble unter Baldur Bronniman statt. Das 2. Konzert ist am 25. Juni in Madrid angesetzt, mit dem Modus Novus Ensemble unter Santiago Serrate.

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birtwistle


PÄRT

Sonning Music Prize Seit er 1959 ins Leben gerufen wurde, hat sich der Léonie Sonning Music Prize (EUR 80,000) als das wichtigste Musik- und Kulturereignis Dänemarks etabliert. Der Preis wird jährlich an einen international renommierten Komponisten, Musiker, Dirigenten oder Sänger vergeben. Die Jury hat soeben Arvo Pärt als Preisträger 2008 bekannt gegeben. Die Jury bezeichnet in ihrer Begründung Pärts Schaffen als reich an spirituellen Obertönen und als eine der originellsten Stimmen unserer Zeit. Die Überreichung des Preises findet im Mai nächsten Jahres statt. www.sonningmusik.dk

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pärt

Ein Präsent der ganz besonderen Art erhielt Gidon Kremer zu seinem 60. Geburtstag: Arvo Pärt überreichte ihm die Partitur der Passacaglia (ursprünglich für Violine und Klavier) in einer Fassung für 1 oder 2 Violinen, Vibrafon (ad lib.) und Streichorchester. Kremer wird das neue Werk am 30. Juni in Riga zur Uraufführung bringen. ‘Arvo Pärt Triathlon’ (als Teil des Festivals ‘Nordische Musik 2007’) nennt sich ein programmatischer Schwerpunkt der Musikfestspiele Saar/D. An drei Tagen werden vom Estonian Philharmonic Chamber Choir unter Tõnu Kaljuste und Paul Hillier wichtige Chor- und Orchesterwerke aufgeführt, darunter Passio und die deutsche Erstaufführung von In Principio für gemischten Chor und Orchester. Es spielt das Orchester des Pfalztheaters Kaiserslautern. www.musikfestspielesaar.de


HAAS

SCHNYDER

Wahn(!)Sinn(?)

Trumpet Concerto

Jede der 10 Einzelstimmen von … Einklang freier Wesen … für Solistenensemble von Georg Friedrich Haas ist gleichzeitig ein Solostück (jeweils mit dem Titel … aus freier Lust … verbunden … ). Darüber hinaus lassen sich kleinere ‚Unterensembles’ bilden. Johannes Kalitzke und die Sinfonietta Leipzig präsentieren am 5. Juli in Leipzig zwei Versionen des Werks (zwei Schlagzeuger oder Bassklarinette, Bassflöte und zwei Schlagzeuger) in einem Konzertabend unter dem Titel ‘Wahn!Sinn(?)’. … aus freier Lust … verbunden … für Posaune wird am 19. Juni in Rheinfelden von Dirk Amrein uraufgeführt. Bei der Uraufführung von ……. für Viola und sechs Stimmen im Februar 2006 in Stuttgart sprach die Presse von einem lebendig wohltuenden Stück voll hintergründigem Humor und Spielwitz. Die Neuen Vocalsolisten Stuttgart geben am 14. Juni in Berlin zusammen mit Barbara Maurer die mittlerweile dritte Aufführung.

Daniel Schnyders jazzinspiriertes Trumpet Concerto, das das breite Spektrum des Instruments gekonnt ausschöpft, ist soeben bei Marsyas auf der CD ‘Brass’ erschienen: www.marsyas.biz. Kristjan Järvi dirigiert die NDR Radiophilharmonie mit Reinhold Friedrich als Solisten. Aus diesem Anlass bieten wir einmalig bis Ende September 2007 die vollständige Partitur dieses Konzertes zum kostenlosen Download auf unserer Website www.universal edition.com/schnyderscore an. Gleichzeitig ist der Klavierauszug (UE 70029) über den Musikalienhandel oder gleich direkt über unseren Webshop käuflich zu beziehen. www.universaledition-shop.com

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haas / schnyder


www.documenta.de


SCHWARTZ

documenta 12 Die documenta ist eine Ausstellung internationaler moderner Kunst, die seit 1955 in Abständen von 4-5 Jahren in Kassel stattfindet und sich das Ziel setzt, die internationale Gegenwartskunst zu dokumentieren. Die documenta avancierte schon früh zu einer der weltweit bedeutendsten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Im Rahmenprogramm der documenta 12 wurde Jay Schwartz eingeladen, seine beeindruckende Klanginstallation Music for 8 Autosonic Gongs (für 8 elektroakustisch gesteuerte Tamtams / chinesische Gongs) zu realisieren. Die Installation läuft vom 16.6. bis 23.9. in der Kirche St. Martin in Kassel. Schwartz erklärt das Konzept des autosonic Gong wie folgt: Das Instrument wird ohne jegliche Berührung durch ein elektroakustisches Verfahren zum Schwingen

gebracht. Die so entstehenden Klänge sind also ganz organisch, weder elektrisch, noch elektronisch verstärkt. Ein Mikrophon wird sehr nah vor das Tamtam platziert. Auf der anderen Seite des Tamtams hängt ein Lautsprecher. Eine elektroakustische Rückkoppelung wird lediglich durch das Anschalten und die Kontrolle des Lautsprecher-Mikrophon-Kreises verursacht. Das Tamtam fängt die Rückkoppelung ab, beginnt in seinen ureigenen Resonanzen zu schwingen, und macht sich selbständig. Die Rückkoppelung bleibt unhörbar. Das Instrument spricht mit ur-innewohnenden Lauten. Im musikalischen Begleitprogramm der documenta 12 wird weiters die Uraufführung von Music for Flute (Evelyn Degen, fl) präsentiert und in einem Portrait-Konzert sind Music for 12 Cellos, Music for Six Voices und Music for Chamber Ensemble zu hören (Kassel, Kirche St. Martin, alle 24. Juni).

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schwartz


HALFFTER

Lazarus in Kiel Der Auftrag zur Komposition einer Oper ist oft der Höhepunkt im Leben eines Komponisten, bezeugt er doch großes Vertrauen und Wertschätzung. Selten genug jedoch passiert es, dass einem Komponisten innerhalb weniger Jahre gleich zwei Mal ein Auftrag von ein und demselben Opernhaus ereilt. Cristóbal Halffter ist dies ‘passiert’. Die Kieler Oper, die schon die reduzierte Fassung von Don Quijote 2006 zur deutschen Erstaufführung brachte, erteilte – beflügelt vom Erfolg des Don Quijote – den Auftrag zu Halffters nächster Oper Lazarus, die am 4.5.2008 Premiere haben wird. Schon diesen Herbst (Termin folgt) wird Rafael Frühbeck de Burgos die Introduktion und Zweite Szene beim Festival in Burgos uraufführen. Die deutsche Erstauf-

führung wird unter Georg Fritzsch am 16./17.3.2008 in Kiel stattfinden. Fandango erfährt am 2.7. seine US Erstaufführung beim Aspen Festival. KURTÁG

Bedeutende Frühwerke Fast 10 Jahre vergingen nach dem Streichquartett, bis György Kurtág 1968 eines seiner bis heute bedeutendsten Werke, Die Sprüche des Péter Bornemisza, abschloss. Elena Vassilieva und Pierre-Laurent Aimard präsentieren dieses Concerto am 21.8. in Hamburg. 4 Capriccios war das erste Werk Kurtágs für Stimme und Ensemble. 1970/71 komponiert, 1997 revidiert, steht es auf dem Programm von Christine Whittlesey und dem Ensemble Kontrapunkte unter Peter Keuschnig am 18. Juni in Wien.

Cristóbal Halffter Don Quijote Kiel 2006

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halffter / kurtág


BERIO

Synonyme Luciano Berio galt bereits zu seinen Lebzeiten als ein Klassiker der Moderne. Sein Schaffen hat die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt. Zwei Werke werden u. a. als Synonyme für Berio sofort identifiziert: die Sequenzas und Sinfonia. Berios Stücke für Solo-Instinstrument, die Sequenzas, sind für Interpreten geschrieben, deren Virtuosität vor allem eine Virtuosität des Wissens ist. Die Sequenzas versuchen, den Horizont der instrumentalen Möglichkeiten vom Blickpunkt des Instrumentes selbst aus zu vergrößern. Die letzte Sequenza, die Berio hinterließ, Sequenza XIV, widmete er dem Cellisten Rohan de Saram, der Berio mit den traditionellen Instrumenten seiner Heimat Sri Lanka vertraut machte. Einflüsse vor allem perkursiver Natur flossen in diese Sequenza ein, die Rohan de Saram seit der Uraufführung 2003 bereits dutzende Male auf der ganzen Welt zur Aufführung brachte und die in den kommenden Monaten wieder in Toronto (3.6.), York/GB (26.6.) und Lissabon (17.7.) angesetzt hat.

Ruf als Komponisten. Im Herzen der Sinfonia steht die humorvolle Mahler-Adaptation aus dessen 2. Symphonie, der Auferstehungssymphonie. Antonio Pappano dirigiert die Sinfonia in den nächsten Monaten gleich fünfmal: am 14.7. in Siena, am 16.7. in London (Proms) und am 13., 14. und 15.10. in Rom zum Auftakt der Konzertsaison des Orchestra Nazionale di Santa Cecilia.

Sinfonia für 8 Singstimmen und Orchester entstand 1968 für Leonard Bernstein in New York und begründete Berios internationalen

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berio


PROMS 13 JULY – 8 SEPTEMBER 2007 • ROYAL ALBERT HALL

11 WORLD PREMIERES • 25 VISITING ORCHESTRAS 50 FREE EVENTS • 90 CONCERTS • 270,000 TICKETS UNDER £20

BERIO Sinfonia ROSSINI Stabat mater Emma Bell soprano Joyce DiDonato mezzo-soprano Lawrence Brownlee tenor Ildar Abdrazakov bass Swingle Singers Chorus and Orchestra of the Academy of Santa Cecilia, Rome Antonio Pappano conductor

140 CONCERTS AND EVENTS OVER 58 DAYS PLUS: Adams • Bach • Barber • Bartók • Beethoven • Bernstein • Bizet Boulez • Brahms • Bridge • Britten • Bruckner • Copland • Debussy • Delius ˇ • Elgar • Fauré • Gabrieli • Gershwin • Grieg • Handel • Haydn Dvorák ˇ • Kodály • Korngold • Ligeti • MacMillan • Mahler Honegger • Ives • Janácek Mendelssohn • Monteverdi • Mozart • Nielsen • Pärt • Piazzolla • Prokofiev Rakhmaninov • Ravel • Rossini • Saint-Saëns • Schubert • Schumann Shostakovich • Sibelius • Strauss • Stravinsky • Tallis • Tavener • Tchaikovsky Vaughan Williams • Verdi • Wagner • Walton ...AND MANY MORE ADVANCE TICKETS FROM £6 · PROM ON THE NIGHT FOR £5 (NO BOOKING NECESSARY) • 50% DISCOUNT FOR UNDER-16s DISCOUNTS AVAILABLE FOR GROUP BOOKINGS ADVANCE BOOKING OPENS MONDAY 14 MAY By post: use the Advance Booking form in the BBC Proms Guide 2007 (available at all good book shops), or online: bbc.co.uk/proms GENERAL BOOKING OPENS MONDAY 11 JUNE By telephone on 020 7589 8212, in person at the Royal Albert Hall box office, or online at bbc.co.uk/proms

bbc.co.uk/proms


BOULEZ

Europäische Glanzpunkte Drei wichtige Aufführungen von richtungsweisenden Werken von Pierre Boulez werden in den nächsten drei Monaten stattfinden. Am 5. Juni präsentieren Reinbert de Leeuw mit dem ASKO Ensemble und Barbara Hannigan, Sopran, Pli selon pli in Amsterdam. Mémoriale für Flöte und 8 Instrumente steht am 30. Juni auf dem Programm des Festival d'Aix-enProvence. Daniel Harding, der das Werk im April im Londoner Barbican mit dem LSO aufgeführt hat, dirigiert das Mahler Chamber

Orchestra mit Chiara Tonelli als Solistin. Das dritte Werk, Dérive 2, bringt die London Sinfonietta unter Susanna Mälkki als Teil der BBC Proms am 31. Juli zur Aufführung. Das 45-minütige Werk für 11 Spieler war in den letzten Monaten mit dem EIC auf Tourneé in Nantes, Angers, Aix-enProvence, Badenweiler, Paris, Mailand, Bern, Nanterrre, Madrid und Essen, und wurde von wichtigen Ensembles, wie z. B. ASKO und musikFabrik, programmiert. STOCKHAUSEN

Abstrakte Schönheit

Pierre Boulez

In dem 1953 uraufgeführten Werk Kontra-Punkte für 10 Instrumente hat Karlheinz Stockhausen die Idee einer punktuellen Musik voll ausgebildet. Sie besteht nicht mehr aus melodische Linien, sondern aus Klangfarben, Rhythmen und Einzeltonhöhen, die als quasi atomistische Einzelereignisse komponiert werden. Musikalische Form löst sich in einen streng durchkonstruierten Klangprozess von abstrakter Schönheit auf. Am 19.6. ist dieses Stück an der Hochschule für Musik in Saarbrücken zu hören.

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boulez / stockhausen


Mauricio Kagel Exotica München 1962 KAGEL

Exotica

Ensemble Modern interpretiert Exotica und Morceau de concours am 7.6. beim Agora Festival in Paris. SCHNITTKE

Für 'außereuropäische Instrumente' besetzt, war Exotica ein Auftragswerk der 20. Olympischen Spiele in München 1972. Die Uraufführung dirigierte Mauricio Kagel selbst, unter den Interpreten waren namhafte Persönlichkeiten der neuen Musik wie Vinko Globokar, Siegfried Palm, Christoph Caskel und Michel Portal. Die 6 Mitwirkenden hatten rund 200, in Europa völlig unbekannte Blas-, Saiten- und Schlaginstrumente zu ‘traktieren’. Der Einführungstext von Werner Klüppelholz macht die Absicht des Komponisten klar: er wollte die Überlegenheit der abendländischen Musik bzw. Kultur in Frage stellen und zu den Ursprüngen des Musizierens zurückkehren, wo das Singen noch eins war mit dem Zum-Klingen-Bringen von alltäglichen Gegenständen. Das

Polystilistik Mit seinem 3. Streichquartett (1983) beschritt Alfred Schnittke neue stilistische Wege. Hatten die musikalischen Zitate in frühren Werken oft irritierende Wirkung und wurden bewusst als kontrastierender Fremdkörper eingesetzt, so wurden die verwendeten Zitate (Beethoven, Orlando di Lasso) hier erstmals integrativ verwendet und im musikalischen Fluss sogar zueinander in Beziehung gebracht. Die jetzt vorliegende Fassung für Streichorchester stammt von Peter Manning. Zahlreiche nationale Erstaufführungen sind bereits programmiert. Ansichtspartituren stehen zur Verfügung.

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kagel / schnittke


LIGETI UND KODÁLY

Ungarns Klassiker Als 1961 György Ligetis Atmosphères bei den Musiktagen in Donaueschingen seine Uraufführung erlebte, war dies eine Sensation. Die irisierende Statik des Werks faszinierte die Zuhörer derart, dass sie eine Wiederholung erzwangen. Ligeti stieß die Tür zu neuen Klangund Gestaltungsbereichen weit auf. Wie revolutionär das Werk war, lässt ein Blick in die Studienpartitur erahnen: sie sieht aus wie ein miniaturisierter Wolkenkratzer: schmal und hoch, bis zu 87 Notensysteme türmen sich übereinander. Jedes System repräsentiert eine Stimme im Orchester. Bis heute haben Ligetis Klangflächen nichts von ihrer überwältigenden Wirkung

verloren. Popularität erlangten sie auch als Filmmusik zu Stanley Kubricks 2001: Odysee im Weltraum. Das Werk wird am 14./15.6. in Spanien (Sevilla, Orquesta Sinfonica de Sevilla, c. Marc Soustrot) und bei zwei der wichtigsten Festivals zu hören sein: in Salzburg (30.8.) und in Luzern (8.9.). Daniel Barenboim wird am 30.8. in Salzburg die Wiener Philharmoniker dirigieren und führt im musikalischen Gepäck auch noch zwei andere Klassiker mit: Béla Bartóks Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta, das wichtigste Werk aus Bartóks mittlerer Schaffensphase (Uraufführung 1936), sowie Zoltán Kodáys Tänze aus Galánta. Als Kodály 1933 das Orchesterstück komponierte, verwendete er Klangeindrücke der Zigeunerkapelle von Galánta, einem ungarischen Dorf, in dem er sieben Jahre seiner Kindheit verbracht hatte.

Zoltán Kodály, Budapest

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ligeti / kodály


Béla Bartok Der wunderbare Mandarin Teatro alla Scala di Milano BARTOK

Die Bühnenwerke

sten Michelle de Young und Albert Dohmen (27.8.). CASELLA

Béla Bartóks einzige Oper, Herzog Blaubarts Burg und seine beiden Ballette, Der wunderbare Mandarin und Der holzgeschnitzte Prinz sind ein fester Bestandteil des Repertoires. Alle Achtung dem Grand Théâtre in Genf, das den Blaubart und den Mandarin gemeinsam angesetzt hat (Premiere: 20.6.) Mit László Polgár steht einer der international besten Blaubart-Interpreten auf der Bühne, der den Herzog als verwundbaren, Mitleid erregenden Menschen darstellt. Judit: Petra Lang,Regie:Denis Marleau,Stéphanie Jasmin, Dirigent: Thomas Rösner. Mandarin-Choreograph ist Kader Belarbi. Szenisch ist die Oper auch in Wales und Birmingham zu erleben; konzertant beim Lucerne Festival mit James Levine am Pult und den Soli-

Italianità Alfredo Casella ist einer der populärsten italienischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. In seinen Kompositionen gelang es ihm, einen typisch italienischen Nationalstil auch in die Neue Musik einfließen zu lassen. In seiner Orchesterrhapsodie Italia (1909) versinnbildlichte Casella das sizilianische und neapolitanische Leben musikalisch. Dem Dortmunder Publikum wurde dieses italienische Lebensgefühl im Februar 07 von Marzio Conti und den Dortmunder Philharmonikern gleich mehrmals erfolgreich vermittelt. „Funiculì, funiculà, ... !“

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bartók / casella


WEILL / BRECHT

Auf nach Spoleto Seit der Gründung des Spoleto Festivals USA im Jahre 1977 durch Gian Carlo Menotti hat es sich zu einem der wichtigsten Schauplätze der Musik- und Opernszene in den USA entwickelt. Mit einer Neuproduktion von Kurt Weill / Bertolt Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny startet das diesjährige Festival. Emmanuel Villaume, der musikalische Leiter für Oper und Orchester, steht am Pult. Die Inszenierung stammt von Moshe Leiser und Patrice Caurier, die mit großem Erfolg bereits Janáceks Jenufa in Spoleto inszeniert hatten. www.spoletousa.org An ungewöhnlichem Ort sind die 3 Weill-Bearbeitungen von Luciano Berio (Le grand Lustucru, Ballade von der sexuellen Hörigkeit, Surabaya Johnny) am 14.7. zu hören. Sie

sind Bestandteil eines Berio-Konzertes im Rahmen des Festival de Saintes in Frankreich, das in der Abbaye aux Dames in Saintes stattfindet. www.abbayeauxdames.org WEIGL

Wiener Tradition Schönberg hielt Karl Weigl (18811949) für einen der besten Komponisten der alten Generation, der die glanzvolle Wiener Tradition weiterführt. Als Komponist setzte er sich nicht mit der Zwölftonmusik auseinander, sondern folgte der spätromantischen Tradition. Seine einsätzige Rhapsodie für Streichorchester bildet eine Synthese zwischen Tradition und fortgeschrittener Harmonik im Stile Gustav Mahlers. Die Musici Medici unter Jürgen Bruns spielen das Werk am 15./16.6. im Konzerthaus Berlin und in Schöneiche/D.

Kurt Weill Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny Spoleto Festival 2007

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weill / weigl


RESPIGHI

Musik als Seismograph Mit ihren sensiblen Antennen reagierten Komponisten in Italien – wie auch in anderen Ländern Europas – auf die herannahende Kriegsgefahr schon vor dem Ausbruch des 1. Weltkriegs. So wurde Ottorino Respighis Sinfonia drammatica (1913 komponiert) bei der Uraufführung 1915 als ein Spiegelbild der Lage in Europa interpretiert. Diese Musik, eine von Respighis ambitioniertesten Kompositionen, ist

ungeheuer spannungsgeladen und hat einen Grundton, der dem Publikum im 2. Jahr des Krieges möglicherweise zu nahe ging. Der Erfolg war dementsprechend gemischt, und bis heute hat es das Werk schwer, den Weg ins Repertoire zu finden. Daran mag auch die Besetzung (u. a. 6 Hörner) und die Dauer (etwa 60’) beitragen. Das Orquesta Sinfonica de Bilbao unter Tuomas Olilla ließ sich jedoch nicht entmutigen (19./20.4. in Bilbao). LIEBERMANN

Eine Synthese der Ungleichen Über 50 Jahre nach seiner Uraufführung in Donaueschingen, hat Rolf Liebermanns 1954, ‘in strengster Zwölftontechnik’ komponiertes Concerto für Jazzband und sinfonisches Orchester nichts an seiner Faszination eingebüßt. Jährlich finden mehrere Aufführungen statt, 2007 ua. am 28.4. in Vilnius (Dirigent ist Juozas Domarkas). Liebermann sah das Stück als einen Versuch, die seinerzeit gebräuchlichen Tänze (Jump, Blues und Boogie-Woogie) in die Kunstmusik einzubeziehen. Am Schluss treffen sich die beiden Orchester in einem Mambo.

Ottorino Respighi

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rückblick respighi/liebermann


Walter Braunfels Die Vögel Teatro Lirico di Cagliari 2007 BRAUNFELS

Comeback eines Opernkomponisten Walter Braunfels zählte in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts neben Franz Schreker und Richard Strauss zu den erfolgreichsten Opernkomponisten im deutschsprachigen Raum. Sein lyrischphantastisches Spiel Die Vögel verschaffte ihm den Durchbruch als Opernkomponist. Die Oper wurde 1920 in München unter Bruno Walter uraufgeführt. Schon die Komödie des Aristophanes, nach der Braunfels sein Libretto verfasst hat, ist ein politisches Stück, ein Antikriegsstück. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Aufführungen aller seiner Werke aufgrund seiner halbjüdischen Abstammung verboten. Erst seit den 90er Jahren sind Die Vögel dabei, die internationalen Opernbühnen

wieder zu erobern. Am 27. April 2007 kam es zur italienischen Erstaufführung im Teatro Lirico von Cagliari auf Sardinien, in einer Neuinszenierung von Giancarlo Cobelli und unter der musikalischen Leitung von Roberto Abbado. www.teatroliricodicagliari.it Mit einer weiteren Braunfels Wiederentdeckung ist im Prinzregententheater in München zu rechnen: Braunfels’ musikalische Komödie Don Gil von den grünen Hosen wird am 6. und 13.6. konzertant unter der Leitung von David Stahl aufgeführt. www.staatstheater-am-gaertnerplatz.de Für Schlagzeilen bereits im Vorfeld sorgt die szenische Uraufführung der Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna im April 2008 an der Deutschen Oper Berlin. Als Regisseur wurde Kultur-Provokateur Christoph Schlingensief engagiert.

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braunfels


SCHMIDT

Zum Siebzigsten Othmar Schoeck SCHOECK

Schweizerische Tonsprache Beim Konzert der Festival Strings beim Lucerne Festival am 19. August steht das Werk Notturno des bedeutenden, aber doch vernachlässigten schweizerischen Komponisten Othmar Schoeck (1886-1957) auf dem Programm. Das 45-minutige, fünfsätzige Werk für tiefe Stimme und Streichorchester aus den Jahren 1931-33 basiert teilweise auf Gedichten von Gottfried Keller, ein Vertrauter des Komponisten, dessen Gedichte er mehrmals vertonte. Der Solist des Abends ist Matthias Goerne – Achim Fiedler dirigiert.

Bis heute wird Franz Schmidts Vertonung der Johannes-Apokalypse Das Buch mit sieben Siegeln als das packendste und großartigste Oratorium moderner Zeit bezeichnet. 70 Jahre nach der Vollendung (zwei Jahre vor seinem Tod – ein echtes Endzeit-Werk) erlebt das Werk seine erste Aufführung in Köln mit dem Kölner Sinfonieorchester und dem Chor des Bach-Vereins Köln unter der Leitung von Thomas Neuhoff (7. Juni). Der Australier Nicholas Milton dirigiert ebenfalls das Buch mit Sieben Siegeln mit der Jenaer Philharmonie in Weimar und Jena (am 25. / 27. Mai und 1. Juni) zusammen mit Solisten des Deutschen National Theaters Weimar. Fabio Luisi dirigiert in Wien im Mai und Juni die 2. Symphonie mit den Wiener Symphoniker. In Karlsruhe kommt die verstörende 4. Symphonie, das ‘Requiem für meine Tochter’, mit der Badischen Staatskapelle unter Uwe Sandner am 3. und 4. Juni zur Aufführung.

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schoeck / schmidt


MARTIN

Pilate Zu Ostern fällt die Wahl der Veranstalter und Dirigenten häufig auf Frank Martins großartiges Oratorium Golgotha, seltener kommt die Kantate Pilate zum Zug. Vom Thema her wäre Pilate genauso relevant, auch wenn die Figur Jesu ausgespart ist. Unter dem Einfluss von Arnoul Gréban (gest. 1471) und seiner Mystère de la Passion konzentrierte sich Martin auf den inneren Konflikt von Pilatus, der trotz seiner Überzeugung, dass Jesus unschuldig ist, diesen zum Tode verurteilen muss. (Warschau, 6. April, Lawrence Foster/Polnisches RSO und Chor). Als Martin im Sommer 1944 von Radio Genf den Auftrag erhielt, ein Vokalwerk zu komponieren, das zu Ende des Krieges ausgestrahlt werden könnte, war er sich darüber im Klaren, dass es einen religiösen Charakter haben soll. Er schrieb In terra pax, das unter Hartmut Haenchen am 3. und 5. Juni in Dresden und Leipzig gespielt wird.

einer Dauer von 3 bis 6 Minuten – Darius Milhaud hat auch in diesem winzigen Rahmen Bleibendes geschaffen. Die Entführung der Europa, eine der drei ‘opéras-minutes’ (1927 zusammen mit Weills Mahagonny Songspiel in Baden-Baden uraufgeführt) wird am 22.6. an der Regensburger Universität präsentiert. Es dirigiert Bernhard Hofmann. Alle fünf Symphonien wurden am 6.5. in Schloss Johannisburg in Aschaffenburg vom Collegium Musicum interpretiert.

MILHAUD

Miniaturen Eine Oper von 10 Minuten, 5 Sinfonien für 7 bis 10 Instrumente und

Darius Milhaud

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martin / milhaud


MDR Sinfonieorchester SZYMANOWSKI

Klare Form Karol Szymanowski, der als Reformator und Erneuerer der polnischen Musik gilt, erschuf mit Stabat mater (1926) ein Werk, das tief in der Tradition verwurzelt ist und eine schlichte Frömmigkeit ausdrückt. Die einfache Struktur, die klare Form, die strenge Harmonie und die sparsame Orchesterbearbeitung zeichnen das Werk als formal-kompositorische Meisterleistung aus, die den Hörer mit ihrer Reinheit und Logik der Form in Bann zieht. Szymanowski verzichtete hier auf die Vielfältigkeit der expressiven Mittel zugunsten einer maximalen Kondensation. Das Werk wird in den kommenden Monaten oft gespielt, unter anderen bei den Dresdner Musikfestspielen in der Kreuzkirche Dresden mit dem MDR-Sinfonieorchester und dem MDR-Chor unter Hartmut

Haenchen (Dresden: 3. Juni, Leipzig: 5. Juni), sowie beim Schleswig-Holstein Festival mit der Cappella Istropolitana unter Rolf Beck (1.–4. August). MARX

Musik zu festlichen Anlässen 1928 schrieb Joseph Marx Eine festliche Fanfarenmusik für 22 Blechbläser, 2 (oder 4) Pauken und kleine Trommel. Das 5-minütige Werk ist durch seinen feierlichen Charakter bestens dazu geeignet, Auftakt eines Konzertes zu sein oder ein wichtiges Ereignis würdevoll einzuleiten. Das ÖGZM-Bläserensemble spielte das Werk am 18.5. unter Werner Hackl anlässlich des 125. Geburtstages von Joseph Marx (*11. Mai 1882) in Wien. Mehr über den Komponisten unter www.joseph-marx.org

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szymanowski / marx


SCHREKER

Suggestive Kraft Wenn für Arnold Schönberg die Musik ‘Gedanke’ war, dann war sie für Franz Schreker in erster Linie ‘Klang’. In seiner Oper Die Gezeichneten steht neben Momenten der Dekadenz vor allem der Gegensatz zwischen Kunst und Leben im Mittelpunkt. Seit der umjubelten Aufführung bei den Salzburger Festspielen im Jahr 2005 unter Kent Nagano findet das Werk immer breitere Resonanz. Nun kommt es in Amsterdam wieder zu seinem Recht (Het Muziektheater Amsterdam, c. Ingo Metzmacher, ab 3.6.; Regie führt Martin Kusej). Schrekers Nachtstück, das Zwischenspiel aus dem 3. Akt der Oper Der ferne Klang, führt Sylvain Cambreling zum 80. Geburtstag von Michael Gielen mit dem SWR SO BadenBaden auf (Berlin: 2.7., Freiburg: 4.7.)

Das Kammerstück Der Wind, nach einer Dichtung von Grete Wiesenthal, ist am 15.7. in Finnland zu hören (Kontio School, Kuhmo, 15.7.). STRAUSS

Wanderers Sturmlied, op. 14 Richard Strauss war 20 Jahre alt, als er, in Meiningen tätig, Goethes Gedicht für 6-stimmigen gemischten Chor und Orchester vertonte. Rückblickend schrieb er darüber in seinen Erinnerungen: Die Ergebnisse meiner damaligen Brahmsschwärmerei (unter Bülows suggestivem Einfluss) sind ‚Wanderers Sturmlied’ und die ‚Burleske’. Das bewundernswert frühreife Werk, das Heroisch-Erhabenes wie Meditatives aufweist, ist am 1.7. unter Bruno de Greeve an der Hamburger Universität zu hören.

Franz Schreker Die Gezeichneten Salzburg 2005

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schreker / strauss


GUSTAV MAHLER

Die Symphonie ist die Welt Gustav Mahlers Symphonien prägen weiterhin das internationale Orchesterrepertoire. Auch in den kommenden Monaten finden einige wichtige Aufführungen statt. Als erstes ist am 18. und 19. Juni die 8. Symphonie zu hören, mit den Wiener Philharmonikern unter Fabio Luisi. Am 1. Juli erklingt in Berlin die rekonstruierte 10. Symphonie in der Fassung von Rudolf Barshai unter Gabriele Ferro mit dem Orchestra Giovanile Italiana. Franz Welser-Möst dirigiert die Wiener Philharmoniker mit der 1. Symphonie am 27. und 28. Juli bei den Salzburger Festspielen, Simon Rattle interpretiert mit den Wiener Philharmonikern die 9. Symphonie beim Lucerne Festival (27. u. 31. 8.).

Claudia Abbado bringt die 3. Symphonie mit dem Lucerne Festival Orchestra am 19. August nach Luzern und am 22. August zu den BBC Proms nach London. ALMA MAHLER

Lieder in Weimar Alma Mahler war die Muse vieler Künstler – um nur Kokoschka, Zemlinsky und Mahler selbst zu nennen – aber ihre eigenen Kompositionen sind selten zu hören. Die Situation hat sich jedoch gebessert, da ihre Lieder seit der einfühlsamen Orchestrierung durch die britischen Komponisten Colin und David Matthews zum Bestandteil des Repertoires geworden sind. Ihre 7 Lieder werden am 10. und 11. Juni von der Staatskapelle Weimar unter Jac van Steen präsentiert, Solistin ist die Mezzosopranistin Iris Vermillion.

Franz Welser-Möst

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alma + gustav mahler


Leos Janácek Aus einem Totenhaus Wiener Festwochen 2007 JANÁCEK

Wahrheit und Schönheit Wahrheit schließt Schönheit nicht aus. Im Gegenteil: von beidem immer mehr. So formulierte einst Leos Janácek sein ästhetisches Credo, dem er bis zum Schluss treu geblieben ist. Dies gilt auch für seine letzte, leider viel zu selten angesetzte Oper Aus einem Totenhaus (nach Aufzeichnungen von Fjodor Dostojewskij, 1862). Bis heute erschreckend ist die Aktualität des Stoffes und die Kühnheit der musikalischen Umsetzung. Pierre Boulez (Dirigent) und Patrice Chéreau (Regie) haben die Oper für die Wiener Festwochen realisiert. Die Produktion ist nun beim Holland-Festival (29., 31.5. und 2.6.) und beim Festival in Aix-enProvence (16.7. bis 22.7.) zu sehen.

Weitere Aufführungen von JanácekOpern sind: Die Ausflüge des Herrn Broucek (Theater Lübeck, 17.6.); die Brünner Fassung der Jenufa (London, Opera Holland Park, 6.6.); die die Prager Fassung der Jenufa (Staatsoper Hamburg, 13.6.); Katja Kabanowa (Theater Düsseldorf, 3.6., Theatre Royal, Nottingham, 7.6., Theatre Royal, Newcastle, 14.6., The Lowry, Salford, 21.6.); Die Sache Makropulos (Pfalztheater, Kaiserslautern, 6.6.). Auch für Kinder gibt es nun Janácek: Das Kinderfüchslein nach Janáceks Oper Das schlaue Füchslein von Alexander Krampe (Arrangement) und Ronnie Dietrich (Text) für zwölf Instrumentalisten und Sänger. Gerade dieses Werk scheint ideal, Kindern einen Einstieg in die Opernwelt zu ermöglichen: ein märchenhaftes Sujet, eine originell belebte Tierwelt, verbunden mit eingängigen Motiven und Melodien.

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janácek


BERG

Das achte Lied 1928 veröffentlichte Alban Berg seine Sieben frühen Lieder, sowohl für Gesang und Klavier als auch für volles Orchester. Diese Lieder sind (fast) die einzigen veröffentlichten von über 80, die er vor und während seines Studiums mit Schönberg komponierte. Ein achtes Lied, An Leukon, wurde erst 1937 veröffentlicht. Jetzt ist mit der Bearbeitung für Gesang und Streichorchester von Chris Gordon auch eine Orchesterversion dazugekommen. Die Uraufführung dieser neuen Version – zusammen mit den Sieben frühen Liedern – findet am 6. August bei den BBC Proms mit dem BBC Philharmonic Orchestra statt, unter der Leitung von Gianandrea Noseda. Die Solistin ist Renée Fleming. Chris Gordon hat einen faszinierenden Text zum Werk geschrieben, der Bergs versteckte Verflechtung von Zahlen (das Werk hat 23 Takte: Bergs Schicksalszahl) und Buchstaben erforscht. Den vollen Text finden Sie unter w w w. u n i ve r s a l e d i t i o n . c o m / promotion/anleukon.pdf. Anlass für Bergs Violinkonzert war der frühe Tod von Manon Gropius, der Tochter von Alma Mahler und Walter Gropius, weshalb das Werk

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berg

den Titel Dem Andenken eines Engels trägt. Zubin Mehta dirigiert Gil Shaham und das Israel Philharmonic Orchestra bei den Salzburger Festspielen am 22. August. Die 3 Orchesterstücke op. 6 – Bergs musikalische Vision der Schrecken des Ersten Weltkriegs – werden in Dresden von der Staatskappelle Dresden unter der Leitung Daniele Gattis aufgeführt (1.–3. Juli). Pierre Boulez dirigiert die Berliner Philharmoniker mit demselben Werk vom 7.–9. Juni in Berlin.


SCHÖNBERG

Eine kammermusikalische Uraufführung Arnold Schönbergs 6 Orchesterlieder op. 6 von 1904 wurden für großes Orchester komponiert, was dem Gesangssolisten natürlich eine stimmliche Herausforderung bietet. Es sind seine ersten Orchesterlieder, noch vor den Gurre-Liedern und den Orchesterliedern op. 22. Im Laufe der Jahre sind aus praktischen Gründen – auch durch Schönberg selbst – Bearbeitungen in der Besetzung des Vereins für

Musikalische Privataufführungen erstellt worden. Andere Bearbeiter waren auch Hanns Eisler und Erwin Stein. Das dritte Lied der Sammlung – Sehnsucht – wurde jetzt von Klaus Simon (musikalischer Leiter der Holst Sinfonietta) eingerichtet. In der kleinen Fassung ist die Balance für Sängerin und Orchester weniger problematisch und erlaubt die Aufführung durch einen lyrischen Sopran. Die Uraufführung aller sechs Lieder zusammen in der kammermusikalischen Besetzung fand am 13. Mai im Wasserschloss Nordkirchen (Westfalen) statt. Klaus Simon dirigierte Britta Stallmeister und die Holst Sinfonietta. Zusammen mit Werken Luciano Berios wird am 1. Juli Schönbergs Pierrot Lunaire unter der Leitung von Simone Young (auch selbst am Klavier) in der Hamburger Laieszhalle gespielt. Verklärte Nacht kommt in Paris und Genf sowie bei den Salzburger Festspielen (Metzmacher, 16.8.) und dem Lucerne Festival (Zubin Mehta, 29.8.) zur Aufführung. Ebenfalls in Luzern (13.8.) und Salzburg (21.8.) führt das WestEastern Divan Orchestra unter Daniel Barenboim die Variationen für Orchester op. 31 auf.

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schönberg


Anton Webern und Ludwig Zenk WEBERN

Sinnliche Erfahrung Sich dem Hören hingeben, das verlangt die Musik Anton Weberns. Klänge zu erkennen, sinnlich zu erfahren, das sind die Hauptanliegen des Komponisten. Seine Werke zählen zu den bedeutendsten Kompositionen des 20. Jhs. und stellen die radikalste und konsequenteste Weiterführung der von Arnold Schönberg entwickelten Zwölftontechnik dar. Er könne mit einem Seufzer einen ganzen Roman ausdrücken, meinte Schönberg über dessen komprimierten Werkstil. Sein erstes Meisterwerk, die Passacaglia für Orchester op. 1 (Uraufführung 1908) ist ein bemerkenswertes Zeugnis für Weberns Umgang mit dem spätromantischen Orchesterapparat sowie für die klare, formale Disposition des 269

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webern

Takte umfassenden Stückes. Marek Jankowski interpretiert es mit dem RSO Berlin am 2. und 3.6. im Berliner Konzerthaus. Bis 1914 entstanden Klangstenogramme von nie dagewesener Kürze, die in ihrer fragilen Gebärde ungewöhnlich radikal waren. Auf das Molekül orientierte Arbeitsprozesse traten bei Webern an die Stelle des gebräuchlichen expansiven Schaffensrausches. Das Artis Quartett bringt 5 Sätze op. 5 und 6 Bagatellen op. 9 für Streichquartett am 23. August bei den Salzburger Festspielen. Die 6 Stücke für Orchester op. 6 markierten Weberns Übergang in die freie Tonalität und verliehen psychischen Zuständen Ausdruck, die ihn unmittelbar vor und nach dem Tod seiner Mutter beherrschten. Bei der Uraufführung 1913 in Wien löste es einen unglaublichen Tumult aus. Pierre Boulez dirigiert das Werk mit den Berliner Philharmonikern in Berlin (7.–9.6.) und in Aix-en-Provence (7.7.).


BEDFORD

70. Geburtstag Wir möchten David Bedford, der am 4. August 2007 seinen 70. Geburtstag feiert, unsere herzlichsten Glückwünsche aussprechen! Er studierte bei Lennox Berkeley in London und später bei Luigi Nono in Venedig. Seit über 40 Jahren werden ihm Kompositionsaufträge von wichtigen britischen Orchestern, Festivals und Künstlern erteilt, ebenso hat er zahlreiche Werke für Film und TV geschrieben oder orchestriert. Bedford komponiert auch für pädagogische Zwekke und wird häufig für kreative Workshops in Großbritannien und Übersee angefragt.

Als Teil der Feiern hat das Hampstead und Highgate Festival das New London Orchestra und die Highgate Choral Society eingeladen, um am 12. Mai 2007 unter Ronald Corp sein Stabat Mater aufzuführen.

PATTERSON

Geburtstagsfeiern Paul Patterson feiert dieses Jahr seinen 60. Geburtstag. Lange Zeit stand er an vorderster Stelle in Bezug auf Neue Musik. Von Penderecki und Lutoslawski beeinflusst, nahm er Unterricht bei Richard Rodney Bennett an der Royal Academy of Music, wo er inzwischen selbst unterrichtet. Sein Werk umfasst alle Stile zwischen Aleatorik und einfacher geistlicher Musik.

David Bedford

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bedford / patterson


2007 75. 70. 125. 60. 20. 80. 125. 125. 125. 70. 60. 50. 50. 125. 70. 50.

Todestag Geburtstag Geburtstag Todestag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag Todestag Geburtstag

Eugen d'Albert † 03.03.1932 David Bedford * 04.08.1937 Walter Braunfels * 19.12.1882 Alfredo Casella † 05.03.1947 Morton Feldman † 03.09.1987 Michael Gielen * 20.07.1927 Zoltán Kodály * 16.12.1882 Gian Francesco Malipiero * 18.03.1882 Joseph Marx * 11.05.1882 Gösta Neuwirth * 06.01.1937 Paul Patterson * 15.06.1947 Thomas Daniel Schlee * 26.10.1957 Othmar Schoeck † 08.03.1957 Karol Szymanowski * 06.10.1882 Karol Szymanowski † 29.03.1937 Julian Yu * 02.09.1957

2008 25. 125. 90. 70. 80. 100. 60. 60. 75. 70. 75. 80. 100. 125.

Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag

Cathy Berberian † 06.03.1983 Alfredo Casella * 25.07.1883 Gottfried von Einem * 24.01.1918 Zygmunt Krauze * 19.09.1938 Gerhard Lampersberg * 05.07.1928 Olivier Messiaen * 10.12.1908 Nigel Osborne * 23.06.1948 Peter Ruzicka * 03.07.1948 R. Murray Schafer * 31.10.1933 Tona Scherchen * 12.03.1938 Max von Schillings † 24.07.1933 Karlheinz Stockhausen * 22.08.1928 Eugen Suchon * 25.09.1908 Anton Webern * 03.12.1883

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gedenktage


2009 50. 75. 75. 80. 150. 90. 50. 200. 50. 80. 75. 100. 75. 75. 100. 90. 50.

Todestag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Todestag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Todestag Geburtstag Geburtstag Todestag

George Antheil † 12.02.1959 Harrison Birtwistle * 15.07.1934 Frederick Delius † 10.06.1934 Edison W. Denisow * 06.04.1929 Joseph Bohuslav Foerster * 30.12.1859 Roman Haubenstock-Ramati * 27.02.1919 Josef Matthias Hauer † 22.09.1959 Joseph Haydn † 31.05.1809 Bohuslav Martinu † 28.08.1959 Henri Pousseur * 23.06.1929 Bernard Rands * 02.03.1934 Karl Scheit * 21.04.1909 Alfred Schnittke * 24.11.1934 Franz Schreker † 21.03.1934 Alfred Uhl * 05.06.1909 Roman Vlad * 29.12.1919 Eric Zeisl † 18.02.1959

Todestag Todestag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag Geburtstag

Hugo Alfvén † 08.05.1960 Alban Berg * 24.12.1935 Paul-Heinz Dittrich * 04.12.1930 Cristóbal Halffter * 24.03.1930 Rolf Liebermann * 14.09.1910 Gustav Mahler * 07.07.1860 Arvo Pärt * 11.09.1935 Toru Takemitsu * 08.10.1930 Egon Wellesz * 21.10.1885

2010 50. 75. 80. 80. 100. 150. 75. 80. 125.

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gedenktage


VYKINTAS BALTAKAS Scoria für Orchester musica viva, SO des Bayerischen Rundfunks, c. Peter Rundel 06. 07. 2007 · Herkulessaal München/D HARRISON BIRTWISTLE Cortege eine Zeremonie für 14 Musiker, in memoriam Michael Vyner London Sinfonietta 11. 06. 2007 · Royal Festival Hall London/GB VICTORIA BORISOVA-OLLAS The Ground Beneath Her Feet a staged performance für 2 Sänger, Sprecher und Orchester Manchester International Festival, Hallé Orchestra, c. Mark Elder 29. 06. 2007 · Bridgewater Hall Manchester/GB GEORG FRIEDRICH HAAS "... aus freier Lust ... verbunden ..." für Posaune Dirk Amrein, trb 19. 06. 2007 · Landesgartenschau Rheinfelden/D ROXANNA PANUFNIK Cavatina and Moravian Dance für Streichquartett Wihan Quartet 26. 06. 2007 · Wigmore Hall London/GB ARVO PÄRT Passacaglia für 1 oder 2 Violinen, Vibrafon (ad lib.) + Streichorchester Kremerata Baltica, c. Gidon Kremer, vln 30. 06. 2007 · Riga/LV WOLFGANG RIHM Diptychon nach Dichtungen Hölderlins für hohen Sopran + Orchester WDR SO Köln, c. Stefan Asbury, Mojca Erdmann, S 08. 06. 2007 · Köln/D Goethe-Lieder für Tenor und Klavier Klavierfestival Ruhr, Christoph Prégardien,T; Siegfried Mauser, pno 03. 06. 2007 · Folkwang Hochschule Essen/D

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uraufführungen


WOLFGANG RIHM Sotto voce 2 Capriccio für Klavier und kleines Orchester Festspiele Erl, Haydn Orchester BozenTrient, c. Gustav Kuhn, Nicholas Hodges, pn 21. 07. 2007 · Passionsspielhaus Erl/A

JAY SCHWARTZ Music for 8 Autosonic Gongs für 8 elektroakustisch gesteuerte Tamtams / chinesische Gongs Klanginstallation der documenta 12 16. 06.–23. 09. 2007 · Kirche St. Martin Kassel/D Music for flute Evelyn Degen, fl 24. 06. 2007 · documenta 12, Kirche St. Martin Kassel/D MAURICIO SOTELO Night für Perkussion und Ensemble Ensemble Remix, c. Emilio Pomàrico, Miguel Bernat, perc. 16. 06. 2007 · Casa de música Porto/P JOHANNES MARIA STAUD Sydenham Music für Flöte, Viola und Harfe Aldeburgh Festival, Birmingham Contemporary Music Group 15. 06. 2007 · Snape Maltings Concert Hall Aldeburgh/GB

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uraufführungen


PIERRE BOULEZ 2 extraits de “Le Marteau sans Maître” für Altflöte UE 33404 JOHANNES BRAHMS Paganini-Variationen für Klavier Urtextausgabe hrsg. von Johannes Behr UT 50172 DAVID BROOKER String Play Around the World für flexibles Streicher-Ensemble (Klavier ad lib.) UE 21313 MIKE CORNICK Blue Baroque Flute für Flöte und Klavier UE 21380 WALTER ERNST HABERL Latin for Alex für Violoncello und Klavier UE 33349 GYÖRGY KURTÁG Az hit... für Violoncello Solo UE 33372 ARVO PÄRT 4 leichte Tanzstücke Musik für Kindertheater für Klavier UE 33374 Da Pacem Domine für Streichquartett Partitur und Stimmen UE 33340 JAMES RAE Play it Cool – Viola für Viola und Klavier mit CD (PLAY ALONG und Vollversion) UE 21369 Jazzy Recorder Duets für 2 Altblockflöten UE 21395 KURT WEILL Die Legende vom toten Soldaten für gemischten Chor a capella Chorpartitur UE 33673

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neuerscheinungen


JOHANNES BRAHMS

PaganiniVariationen Urtextausgabe herausgegeben von Johannes Behr; Fingersätze und Hinweise zur Interpretation von Peter Roggenkamp für Klavier UT 50172 St. Petersburger Quellen erstmals ausgewertet In Johannes Brahms’ Klavierwerk haben die Paganini-Variationen eine Sonderstellung inne. Dem Haupttitel gemäß ein Studienwerk, eignen sie sich jedoch zugleich zum Konzertvortrag. Dies spielte schon für Brahms selbst eine Rolle. Als er die Variationen konzipierte, handelte es sich noch um eine Sammlung einzelner Studien, die der Pianist Brahms als Fingerübungen nutzte. Erst 1865 arbeitete er die Studiensammlung zum ‘Werk’ aus und veröffentlichte es 1866. Für den heutigen Pianisten sind die Paganini-Variationen in ihrer Doppelfunktion interessant, da man nicht nur seine Klaviertechnik bedeutend weiterentwickeln, sondern

sich zugleich ein äußerst wirkungsvolles Vortragsstück erarbeiten kann. Für diese Neuausgabe konnten erstmals alle bekannten Quellen herangezogen werden, darunter auch zwei frühe Handschriften, die nach 1945 als verschollen galten und erst vor wenigen Jahren in St. Petersburg wieder aufgetaucht sind. Brahms

Paganini Variations UT 50 172

Brahms Paganini-Variationen Behr / Roggenkamp

Wiener Urtext Edition Schott / Universal Edition

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neuerscheinungen


LUCIANO BERIO Solo Oslo Philharmonic Orchestra, c. Peter Rundel, Christian Lindberg, trb BIS SACD 1638 LUCIANO BERIO Sonata, Six Encores, Rounds, Sequenza IV Andrea Lucchesini, pn Avie Records AV CD 2104 PIERRE BOULEZ Messagesquisse Mitglieder des Chicago Symphony Orchestra, c. Daniel Barenboim Archiv des CSO CD07-2 PIERRE BOULEZ Douze Notations David Fray, pn Edition Klavierfestival Ruhr, Vol. 15 CA vi-music 6 CD Box 42 6008553053 3 JOSEF MATTHIAS HAUER Romantische Phantasie, 7. Suite für Orchester, Konzert für Violine und Orchester, Zwölftonspiel für Orchester RSO Wien, c. Gottfried Rabl, Thomas Christian, vln CPO / JPC CD 777 154-2 LEOS JANÁCEK Taras Bulba, Suite "Aus einem Totenhaus" Janácek Philharmonic Orchestra, c. Christian Arming Arte Nova Classics 74321 67524 2 GEORGES LENTZ Caeli enarrant ... I OS de Radio-Télé-Luxembourg, c. Marcel Wengler Editions LGNM CD GUSTAV MAHLER 2. Symphonie Diana Damrau, Petra Lang, Staatskapelle Berlin, Chor der Deutschen Staatsoper Berlin, c. Pierre Boulez arte Euroarts Naxos DVD 2054418 FRANK MARTIN 5 Songs of Ariel RIAS Kammerchor, Scharoun Ensemble, c. Daniel Reuss Harmonia Mundi HMC 901834 OTTORINO RESPIGHI Quartetto Dorico New Hellenic Quartet BIS/Classic CD 1454 WOLFGANG RIHM Musik für Oboe und Orchester, Styx und Lethe, Dritte Musik, Erster Doppelgesang SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, Hans Zender, Michael Gielen, Jan Latham-König SWR music / hänssler classic / Naxos CD 93.185 DANIEL SCHNYDER Trumpet Concerto Phil. Orchester des NDR, c. Kristjan Järvi, Reinhold Friedrich, trp Marsyas MAR CD 1802 2

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LUCIANO BERIO Folk Songs, Sequenza VI, Chemins II, u.a. Orquesta de Cámara del Auditorio de Zaragoza c.Juan José Olives Columna Música 1CM0143

J. M. HAUER Violinkonzert, 7. Suite, Rom. Phantasie, u.a. RSO Wien, c. Gottfried Rabl, Thomas Christian, vln CPO / JPC CD 777 154-2

FRANK MARTIN Le vin herbé RIAS Kammerchor, Scharoun Ensemble, c. Daniel Reuss Harmonia Mundi HMC 901935.36

DARIUS MILHAUD Ballade, Cinq Etudes SWR RO Kaiser lautern, c. Alun Francis, Michael Korstick, pn CPO / JPC CS 777 162-2

OTHMAR SCHOECK Für ein Gesangsfest im Frühling MDR Rundfunkchor- und Sinfonieorchester, c. Mario Venzago Claves Records CD 50-2701 ROBERT SCHUMANN Symphonien Nr. 2 + 4 (orch. von Gustav Mahler) Gewandhausorchester Leipzig, c. Riccardo Chailly Decca CD 475 8352 KAROL SZYMANOWSKI Notturno und Tarantella The Kielce Philharmonic Orchestra, c. Jacek Rogala The Polish Album, GM Records über PWM Edition 2006 PANCHO VLADIGUEROV Vardar Bulgarische Rhapsodie, TraumspielSuite, 7 symphonische bulgarische Tänze Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, c. Horia Andreescu CPO/JPC CD 777 125-2 HERMANN CONEN (HG.) ARVO PÄRT Die Musik des Tintinnabuli-Stils Buch, Dohr Verlag, Köln 2006

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Werkliste KARLHEINZ STOCKHAUSEN (Übersicht)

Adieu Nr. 21 für Bläserquintett 16’ 1966 Aus den sieben Tagen Nr. 26 für variable Besetzung unbegrenzt 1968 15 Textkompositionen für Intuitive Musik Carré Nr. 10 für 4 Orchester und 4 Chöre (4 Dirigenten) 36’ 1959-1960 Choral Nr. 1/9 für gemischten Chor (SATB) a cappella 4’ 1950 Chöre für Doris Nr. 1/11 für gemischten Chor (SATB) a cappella 10’ 1950 Dr. K-Sextett Nr. 28 für Flöte, Bassklarinette, Schlagzeug 3’ 1969 (Röhrenglocken und Vibraphon), Klavier, Viola und Violoncello Formel Nr. 1/6 für Orchester 12’57’’ 1951 Fresco Nr. 29 für 4 Orchestergruppen ca. 5 Stunden 1969 Wandklänge zur Meditation Frühe Noten Sammelband 1950 - 1951 (Choral · Chöre für Doris · 3 Lieder · Sonatine) Gruppen Nr. 6 für 3 Orchester 24’25’’ 1955 - 1957 Klavierstücke 1–4 Nr. 2 für Klavier 8’ 1952-1953 Klavierstück 5 Nr. 4 für Klavier 6’ 1954 Klavierstück 6 Nr. 4 für Klavier 26’ 1954/1955 Klavierstück 7 Nr. 4 für Klavier 7’ 1954/1955 Klavierstück 8 Nr. 4 für Klavier 2’ 1954 Klavierstück 9 Nr. 4 für Klavier 10’ 1954/1961 Klavierstück 10 Nr. 4 für Klavier 23’ 1954/1961 Klavierstück 11 Nr. 7 für Klavier 15’ 1956 Kontra-Punkte Nr. 1 für 10 Instrumente 14’13’’ 1952-1953 Kreuzspiel Nr. 1/7 für Oboe, Bassklarinette, Klavier und 11’30’’ 1951 3 Schlagzeuger Kurzwellen Nr. 25 für 6 Spieler 50-65’ 1968 3 Lieder Nr. 1/10 für Alt und Kammerorchester 19’26’’ 1950 Mikrophonie I Nr. 15 Mindestdauer 22’ 1964 für Tam-Tam, 2 Mikrophone, 2 Filter und Regler (6 Spieler) Mikrophonie II Nr. 17 für Chor (6S, 6B), 15’ 1965 Hammondorgel oder Synthesizer, 4 Ringmodulatoren und Tonband Mixtur Nr. 16 für Orchester, Sinusgeneratoren und 2 x 27’ 1964 Ringmodulatoren Mixtur Nr. 16 1/2 für für Orchester, Sinusgeneratoren und 2 x 27’ 1967 Ringmodulatoren (kleine Besetzung) Oben und unten für Instrumentalisten ad lib. Mindestdauer 40’ 1968 Theaterstück aus Nr. 26 “Aus den 7 Tagen”

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Originale Nr. 12 2/3 Musikalisches Theater mit “Kontakte” 94’ 1961 Plus minus Nr. 14 für variable Besetzung Mindestdauer 35’ 1963 Prozession Nr. 23 für 6 Spieler (Tam-Tam, Viola, Mindestdauer 32’ 1967 Elektronium od. Synthesizer, Klavier, Mikrophonist, Filterer + Regler) Punkte Nr. 1/2 für Orchester 27’ 1952/1962/1993 Refrain Nr. 11 für 3 Spieler (Klav u. 3 Wbl, Cel (od. Synth) 12’ 1959 u. 3 Cymbales antiques, Vib u. 3 Almglocken, 3 Glockenspielplatten) Schlagtrio Nr. 1/3 für Klavier und 2 x 3 Pauken 12’ - 24’ 1952/1974 Solo Nr. 19 für Melodieinstrument mit Rückkoppelung 10 - 19’ 1965/1966 (1 Spieler und 4 Assistenten) Sonatine Nr. 1/8 für Violine und Klavier 10’ 1951 Spiel Nr. 1/4 für Orchester 16’1’’ 1952 Spiral Nr. 27 für einen Solisten mit KurzMindestdauer 90’ 1968 wellenempfänger Stimmung Nr. 24 für 6 Vokalisten (2 S, A, 2 T, B) ca. 75’ 1967 Stimmung Nr. 24 1/2 “Pariser Version” ca. 75’ 1967 für 6 Vokalisten (2 S, A, 2 T, B) Stop Nr. 18 für Orchester 20’ 1965 Stop Nr. 18 1/2 “Pariser Version” für 18 Spieler in 6 Gruppen 20’36’’ 1969 Telemusik Nr. 20 für Elektronik 18’ 1966 Zeitmaße Nr. 5 für 5 Holzbläser 15’ 1955-1956 Zyklus Nr. 9 für einen Schlagzeuger 12 - 16’ 1959

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