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UNISEMINAR


Grundlagen der finanziellen Führung & Integrationsfallstudien Prüfungen inkl. Musterlösungen

St.Gallen, Februar 2013


Prüfungsskript BWL II

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung .......................................................................................................................................................... 4 Lernkarten .................................................................................................................................................... 4

Anweisungen ............................................................................................................................................... 4 Anmerkungen.............................................................................................................................................. 5 Tipps ............................................................................................................................................................... 5

Klausur 2007 ................................................................................................................................................... 6 Aufgaben 2007 ............................................................................................................................................ 6 Lösungen 2007 ......................................................................................................................................... 20 Integrationsfallstudie – Aufgaben 2007 ......................................................................................... 41 Integrationsfallstudie – Lösungen 2007 ......................................................................................... 44

Klausur 2008 ................................................................................................................................................. 53 Aufgaben 2008 .......................................................................................................................................... 53 Lösungen 2008 ......................................................................................................................................... 71 Integrationsfallstudie – Aufgaben 2008 ......................................................................................... 97

Integrationsfallstudie – Lösungen 2008 ...................................................................................... 102

Klausur 2009 .............................................................................................................................................. 112

Aufgaben 2009 ....................................................................................................................................... 112 Lösungen 2009 ...................................................................................................................................... 130 Integrationsfallstudie – Aufgaben 2009 ...................................................................................... 156 Integrationsfallstudie – Lösungen 2009 ...................................................................................... 159

Klausur 2010 .............................................................................................................................................. 166

Aufgaben 2010 ....................................................................................................................................... 166 Lösungen 2010 ...................................................................................................................................... 183 Integrationsfallstudie – Aufgaben 2010 ...................................................................................... 213 Integrationsfallstudie – Lösungen 2010 ...................................................................................... 215

Klausur 2011 .............................................................................................................................................. 225

Aufgaben 2011 ....................................................................................................................................... 225 Lösungen 2011 ...................................................................................................................................... 244 Integrationsfallstudie – Aufgaben 2011 ...................................................................................... 275

Integrationsfallstudie – Lösungen 2011 ...................................................................................... 277 -2-


Prüfungsskript BWL II

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Klausur 2012 .............................................................................................................................................. 285 Aufgaben 2012 ....................................................................................................................................... 285 Lösungen 2012 ...................................................................................................................................... 298 Integrationsfallstudie – Aufgaben 2012 ...................................................................................... 321 Integrationsfallstudie – Lösungen 2012 ...................................................................................... 323

Zusatzklausur ............................................................................................................................................. 331 Aufgaben Zusatzklausur..................................................................................................................... 331 Lösungen Zusatzklausur .................................................................................................................... 346

Zusätzliche Übungsaufgaben ................................................................................................................ 370 Aufgaben Allgemeine Rechnungslegung ..................................................................................... 370 Lösungen Allgemeine Rechnungslegung ..................................................................................... 372 Aufgaben Kennzahlen ......................................................................................................................... 380 Lösungen Kennzahlen ......................................................................................................................... 383 Multiple Choice Aufgaben.................................................................................................................. 392 Multiple Choice Lösungen ................................................................................................................. 401

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Prüfungsskript BWL II

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Einleitung Der finanziellen Führung eines Unternehmens wird in der Betriebswirtschaftslehre ein grosser Stellenwert eingeräumt. Bei der finanziellen Führung geht es um die Planung und Kontrolle der finanziellen Lage eines Unternehmens hinsichtlich der gesetzten fi‐ nanziellen Ziele. Bei dem Kurs „Grundlagen der finanziellen Führung“ handelt es sich, wie der Name verrät, um einen Einstiegskurs, der den Studierenden die Grundlagen für spätere Bachelorkurse wie „Rechnungslegung und Controlling“ vermitteln will. Die Prüfungen des Kurses „Grundlagen der finanziellen Führung“ finden im Verbund mit der Überprüfung der Integrationsfallstudien statt. Das vorliegende Prüfungsskript ent‐ hält alle Klausurteile und Antworten von 2007 bis einschliesslich 2011. Ergänzt werden die Prüfungen von einer Zusatzklausur mit neuen Fragen und einem Katalog an zusätz‐ lichen Übungsaufgaben, die in sehr ähnlicher Form an der bevorstehenden Prüfung er‐ scheinen könnten. Beim Durcharbeiten der Prüfungen wird Dir auffallen, dass sich Themenkomplexe wiederholen. Diese Gebiete solltest Du entsprechend gut beherr‐ schen, da die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass sie wieder abgefragt werden. Wichtig: Wir empfehlen Dir, parallel zu diesem Prüfungsskript mit den Karteikarten von Uniseminar zu lernen, da diese auch Themen umfassen, die in den Vorjahren nicht ge‐ prüft wurden und in Deiner aktuellen Prüfung abgefragt werden könnten!

Lernkarten Die Lernkarten von Uniseminar im Fach „Grundlagen der finanziellen Führung“ decken auf 315 Karten sämtliche Kapitel der Vorlesungsunterlagen ab und umfassen alle prü‐ fungsrelevanten Inhalte der Pflichtliteratur. Anschauliche Grafiken, Definitionen und Vorgehensweisen helfen Dir, den relevanten Stoff zu memorieren. Die Lernkarten wer‐ den jedes Semester komplett überarbeitet und sind somit inhaltlich immer genau auf das aktuelle Semester zugeschnitten.

Anweisungen Zu Beginn solltest Du Dir eine unserer Prüfungen gut anschauen, um den Aufbau zu ver‐ stehen und zu verinnerlichen. Auch Deine Prüfung wird voraussichtlich nach dem glei‐ chen Muster aufgebaut sein, das Dir dann nicht mehr fremd, sondern altbekannt sein wird. Löse zuerst die älteren Prüfungen und die Zusatzklausur, um später noch genü‐ gend aktuellere Klausuren unter realen Prüfungsbedingungen bearbeiten zu können. Weiter solltest Du die speziellen Übungsaufgaben am Ende dieses Skriptes bearbeiten, um auf die unterschiedlichsten Aufgabentypen der anstehenden Prüfung perfekt vorbe‐ reitet zu sein.

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Prüfungsskript BWL II

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Wichtig: Nimm Dir die vorgegebene Zeit, schalte Dein Handy aus, lege die Musterlösun‐ gen in einen anderen Raum und beginne unter realen Bedingungen eine Prüfung zu lö‐ sen. Benutze nur die zugelassenen Hilfsmittel! Nur unter realen Bedingungen lernst Du Deine Schwächen kennen und bekommst ein Gespür für die verfügbare Zeit, was Dir für Dein „Zeitmanagement“ förderlich sein wird. Auch eventuell auftretende Schwierigkei‐ ten an der Klausur wirst Du nur so erkennen und frühzeitig beheben können.

Anmerkungen 

Alle vorliegenden Klausuren in „Grundlagen der finanziellen Führung“ haben eine Maximalpunktzahl von 120 Punkten, bei den Integrationsfallstudien sind maximal 60 Punkte zu erreichen. Dies bedeutet, dass pro Prüfungsminute ein Punkt verteilt werden kann. In den vorliegenden Lösungen wird häufiger in Stichworten bzw. mit Bulletpoints geantwortet, da Du Dir die Antworten so leichter merken kannst. Dazu kannst Du Antworten in Stichpunkten in der Prüfung schneller wiedergeben und diese gegebe‐ nenfalls genauer ausführen. Wir haben bewusst darauf verzichtet, lange Lösungsro‐ mane zu schreiben. Berechnungen, Lösungswege sowie weitere Informationen und Details, die zwar nicht für die Beantwortung einer Frage, aber zum Verständnis des Themas wichtig sind, werden durch einen Pfeil  gekennzeichnet. Bitte beachte, dass es sich im vorliegenden Prüfungsskript um Lösungsvorschläge von Uniseminar handelt und auch andere Lösungen richtig sein können.

 

Tipps 

Beantworte jede Frage – mit allen wichtigen Informationen, aber möglichst knapp! In der Regel steht während den Klausuren nicht ausreichend Zeit für lange Antwor‐ ten zur Verfügung. Schreibe deshalb lieber bei jeder Frage eine kurze und knappe Antwort und lasse keine Frage komplett aus. Versuche auch im Prüfungsstress strukturiert zu antworten. Die Korrektoren schät‐ zen strukturierte Antworten und honorieren dies entsprechend. Überlege Dir also lieber ein paar Sekunden, was Du schreiben möchtest und strukturiere Deine Ge‐ danken, bevor Du mit schreiben loslegst. Jede Aufgabe ist mit ihrer Punktezahl versehen. Bitte überlege Dir genau, welche Aufgaben Du zu Beginn beantworten möchtest, um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen.

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Aufgaben 2007

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Klausur 2007

Aufgaben 2007

Aufgabenübersicht Aufgabe

Thema

1

2

Max. Punktzahl

Kurzfragen Rechnungslegung

28

Fall Officechair

7

3

Fall Pharma AG

10

4

Kennzahlenanalyse

15

5

Multiple Choice Fragen

60

TOTAL

120

1. Kurzfragen Rechnungslegung insgesamt 28 Bearbeiten Sie stichwortartig alle folgenden Kurzfragen. 1.1. Erläutern Sie den Begriff der Ad‐Hoc‐Publizität. 2 1.2. Die Urlaub AG kauft 100% der Hotel AG für 40 Millionen Franken in bar. Die Ho‐ tel AG hat ein bilanzielles Eigenkapital von 15 Millionen Franken. Durch eine Neubewertung der Aktiven der Hotel AG steigt das Eigenkapital auf 20 Millio‐ nen. Berechnen Sie den Goodwill und zeigen Sie Ihre Rechenschritte auf. Nennen Sie zwei Beispiele, weshalb diese Bilanzposition entstehen kann. 3 1.3. Nennen und erläutern Sie kurz drei Anforderungen an eine gute Corporate‐ Governance. 3

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Aufgaben 2007

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1.4. Was sind Minderheitsanteile? Definieren Sie diesen Begriff. Wo finden Sie diesen Begriff? In einem Einzelabschluss, Konzernabschluss oder in beiden? 3 1.5. Welches sind die wichtigsten Risiken, die bei der Bewertung von Forderungen aus Lieferung und Leistung zu berücksichtigen sind? Zählen Sie diese Risiken auf und erläutern Sie sie kurz. 3 1.6. Das Going‐Concern Prinzip ist eine Basisannahme der Rechnungslegung nach IFRS International Financial Reporting Standards . Was besagt es und was sind die Folgen für die Rechnungslegung, wenn diese Annahme nicht mehr gegeben ist? 3 1.7. Untenstehend finden Sie einen Ausschnitt aus einem Teil des Geschäftsberichtes 2006 der Geberit AG. Um welchen Teil handelt es sich hierbei und was sind sei‐ ne grundsätzlichen Ziele? 3 Ausblick 2007 Mit einer schlagkräftigen und marktorientierten Organisation, erfahrenen und hoch motivierten Führungskräften und Mitarbeitenden sowie vielen neuen Pro‐ duktideen will Geberit mit den Marktpartnern in Handel und Handwerk auch in Zukunft eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten. Insgesamt ist Geberit des‐ halb überzeugt, im laufenden Geschäftsjahr 2007 die Erfolge der Vergangenheit fortsetzen zu können. Das Unternehmen erwartet ein solides Umsatzwachstum im Rahmen der mittelfristigen Zielsetzungen, operative Ergebnisse auf hohem Niveau und eine überproportionale Steigerung des Gewinnes pro Aktie. 1.8. Bevor mit der eigentlichen Kennzahlenanalyse begonnen werden kann, ist die Jahresrechnung in geeigneter Form aufzubereiten. Nennen Sie drei Beispiele für die Bereinigung der Jahresrechnung. 3 1.9. Sie haben in den Übungen den Begriff der "Rückstellungen" kennen gelernt. De‐ finieren Sie diesen Begriff und nennen Sie zudem zwei typische Beispiele für Rückstellungen. 2

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Lösungen 2008

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Lösungen 2008  

1. Kurzfragen Rechnungslegung insgesamt 28 Bearbeiten Sie stichwortartig alle folgenden Kurzfragen. 1.1. Beschreiben Sie die Principal‐Agent‐Problematik und das Ziel der Rechnungsle‐ gung in diesem Zusammenhang. 3 je Punkt 0.5P, max. 3P Beschreibung Principal‐Agency Problematik:    

Das Kernproblem ist eine Informationsasymmetrie zwischen dem Principal / Kapi‐ talgeber und dem Agent / Management. Der Principal beauftragt den Agent, der Agent informiert den Principal. Ein Revisor wird zur Prüfung der Einhaltung des Regelwerks eingeschaltet. Informationsbedarf‐ / Informationsnachfrage statt Beauftragung und Informierung.

Ziel der Rechnungslegung in diesem Zusammenhang:  

Zielsetzung der Rechnungslegung ist es, Informationen über die Vermögens‐, Fi‐ nanz‐ und Ertragslage eines Unternehmens zu geben. Sie soll so dargestellt werden, dass es für einen weiten Adressatenkreis bei dessen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich ist.

oder 

Sie soll Informationen über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens geben.

oder 

Die Rechnungslegung gleicht Informationsasymmetrie aus.

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Lösungen 2008

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1.3. Neben dem Jahresbericht kann ein Geschäftsbericht auch weitere Bestandteile enthalten. Nennen Sie 3 mögliche weitere Bestandteile eines Geschäftsberichts und erläutern Sie stichwortartig, welche Informationen der Aktionär daraus er‐ sehen kann. 3 je Punkt 0.5P, je Erläute‐ rung 0.5P, max. 3P Bestandteile

Informationen für Aktionäre

Corporate Governance Be‐ Umsetzung, Einhaltung und Auswirkungen der Corpo‐ richt rate Governance Vorschriften im Unternehmen

oder Führung, Kontrolle, Transparenz und Vermeidung von Funktionsakkumulation/ Principal‐Agent‐Problematik Lagebericht / finanzieller Verbale Beschreibung der wirtschaftlichen Lage und Lagebericht / Director’s Re‐ Situation des Unternehmens durch das Management port / Jahresbericht Prognosebericht

Einschätzung des Managements zu Strategie und zur zukünftigen Entwicklung des Unternehmens

Wertschöpfungsrechnung

Zeigt Leistung des Unternehmens nach Abzug von Vor‐ leistungen Dritter

Nachhaltigkeitsbericht / Beschreibung zu Umweltbezogenen Themen: Umwelt‐ Umweltbericht / Sustainabi‐ belastung, Engagements zu Umweltschutz lity‐Repor / Ökologischer Bericht Personal‐ und Sozialbericht

Weiterführende Information zu Personalmanagement und sozialen Engagements

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Lösungen 2008

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4. Kennzahlenanalyse 15 Sie werden in Ihrer Funktion als Finanzanalyst gebeten, die Jungfraubahn‐Gruppe an‐ hand nachstehender Kennzahlen für das Jahr 2006 zu analysieren. Geben Sie zu jeder Kennzahl die Formel und eine Beschreibung der Bedeutung der jeweiligen Kennzahl an. Füllen Sie hierzu bitte das vorgegebene Lösungsschema aus.

Bilanz der Jungfraubahn

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Lösungen 2008

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Cash Ratio Flüssige Mittel ∗ 100 kurzfristige Verbindlichkeiten Die "Cash Ratio“ gibt die Beziehung zwischen dem Bestand an Barmitteln sowie den kurzfristig veräusserbaren Wertpapieren mit hoher Liquidität und den kurzfristigen Verbindlichkeiten wieder. Laufende Zahlungsverpflichtungen werden nicht beachtet, da es sich um eine statische Gegenüberstellung von Zahlungspotential und Zahlungsverpflichtung handelt. Berechnung: 18’055/40'365 * 100 44.7% Anlagedeckungsgrad 1 Eigenkapital ∗ 100 Anlagevermögen Der Anlagedeckungsgrad I zeigt, inwieweit das Sachanlagevermögen durch Eigenkapital gedeckt ist. Lange im Unternehmen verbleibende Anlagegüter sollten durch Eigenkapi‐ tal finanziert sein Fristenkongruenz . Andernfalls führen fällige Kredite zum Entzug der betriebsnotwendigen Aktiva. Berechnung: 341’484 / 436'810 * 100 78.2%

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Lösungen 2008

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Verschuldungsgrad Fremdkapital ∗ 100 Eigenkapital Je höher der Fremdkapital‐Anteil im Unternehmen, desto risikoreicher ist ein Invest‐ ment in das untersuchte Unternehmen: Fremdkapital‐Aufwendungen sind Fixkosten und Gläubiger haben in der Insolvenz Vorrang.  Mit mehr Fremdkapital wächst die Abhängigkeit von Gläubigern. Ein zu niedriger Fremdkapital‐Anteil kann aber auch negative Auswirkung auf die Rentabilität haben Leverage! . Berechnung: 126'950 / 341’484 37.2% Eigenkapitalrendite Reingewinn nach Steuern ∗ 100 durchschnittliches EK Die Eigenkapitalrendite gibt die Relation zwischen dem erzielten Nettoergebnis exkl. Minderheitsanteile! und dem Eigenkapital an. So kann beurteilt werden, ob das vom Unternehmen erzielte Ergebnis dem Verzin‐ sungsanspruch der Eigner genügt. Berechnung: 19’120 / 341’484 328’452 /2 * 100 5.7%

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Lösungen 2008

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5.5. Welche der folgenden Kosten darf Unilever für die Lagerbewertung der selbst hergestellten Knorr‐Suppen nach moderner Rechnungslegungsvorschrift be‐ rücksichtigen direkt oder indirekt ? a

Kosten für Etikettierung auf den Suppentüten inkl. Klebstoff .

b

Kosten für den Transport ins Lager bei Coop Coop ist ein grosser Schwei‐ zer Einzelhändler .

c

Kosten für Messebesuch zur Evaluation neuer Produktionsanlagen.

d

Kosten für 8% Mengenrabatt welcher standardmässig an Coop gegeben wird.

5.6. Sulzer hat für 300 Tausend CHF per 15. März 2008 eine neue Tochterfirma im Bereich Schiffsmotoren gekauft. Zum Stichtag der Übernahme wurde ein Zwi‐ schenabschluss erstellt und vom Wirtschaftsprüfer testiert. Der Abschluss weist ein Eigenkapital von 200 aus. Analysen haben ergeben, dass folgende Aktivposi‐ tionen neu bewertet werden müssen:

Bewertung im Zwischenabschluss Anlagen

Neue Bewertung 90

50

5

25

Liegenschaften

20

35

Wertpapiere

13

17

Fahrzeuge

Für die Erstkonsolidierung per 31. März 2008 musste der Goodwill berechnet werden. Wie hoch war der Goodwill? a

101

b

21

c

173

d

127

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Integrationsfallstudie – Aufgaben 2008

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2. Aufgabe 12 Bei der HILTI AG ist die Konzernforschung zentral angesiedelt. Die einzelnen Entwick‐ lungsabteilungen sind hingegen dezentral den jeweiligen Geschäftseinheiten zugeord‐ net. Immer wieder gibt es Stimmen, die dafür plädieren, auch die Konzernforschung zu de‐ zentralisieren. Was spricht für einen solchen Schritt, und was spricht dagegen? Nennen und erläutern Sie je zwei Vor‐ und Nachteile.

3. Aufgabe 6 Das „HILTI Business Model“ siehe Abbildung verdeutlicht die Wirkungsdynamik, wie HILTI Erfolg anstreben will.

Bei diesem Modell steht die Kultur am Anfang der Wirkungsdynamik, noch vor der Grundstrategie und den strategischen Stossrichtungen. Nennen und erläutern Sie drei Argumente, warum HILTI die Unternehmenskultur, was ihre Wirkung auf den Erfolg betrifft, vor der Strategie positioniert.

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Lösungen 2009

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Lösungen 2009    

1. Kurzfragen Rechnungslegung insgesamt 25 Bearbeiten Sie stichwortartig alle folgenden Kurzfragen. 1.1. Was sind die Ziele der modernen Rechnungslegung? 3 pro Aussage 1P, max. 3P Zielsetzung der Rechnungslegung ist es, Informationen über die Vermögens‐, Finanz‐ und Ertragslage eines Unternehmens zu geben. Sie soll so dargestellt werden, dass sie für einen weiten Adressatenkreis bei dessen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich ist. 1.2. In der Bilanz grosser Unternehmen findet sich auf der Aktivseite oder im An‐ hang häufig eine Position ‚Immaterielle Vermögenswerte’. Definieren Sie Im‐ materielle Vermögenswerte und nennen Sie zwei Beispiele. 3 je 1P, max. 3P Immaterielle Vermögenswerte, sind …   

identifizierbar nicht monetärer Art ohne physische Existenz

Beispiele:   

Patente, Schutzrechte, Konzessionen, übernommene Marken Goodwill Entwicklungskosten

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Lösungen 2009

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1.3. Für die Planung 2010 bis 2014 müssen Sie die Abschreibungen für eine neu an‐ zuschaffende Maschine berechnen. Der Anschaffungswert ist 1'000 CHF und die Maschine wird degressiv abgeschrieben jährlich 40% des Buchwertes . Wie hoch fällt der jährliche EBIT aus 5 2010 2011 2012 2013 2014

EBITDA

Abschreibungsbetrag

EBIT

300 300 300 300 300

400 240 144 86 52

‐100 60 156 214 248

1.4. Berechnen Sie die Aufgabe 1.3 mit linearer Abschreibung über 5 Jahre. Nennen Sie einen Vorteil und einen Nachteil der linearen Abschreibung gegenüber der degressiven Abschreibung der Aufgabe 1.3. 3 2010 2011 2012 2013 2014

EBITDA

Abschreibungsbetrag

EBIT

300 300 300 300 300

200 200 200 200 200

100 100 100 100 100

Vorteile  

Glättung des EBIT Man kann einfach auf den effektiven Gewinn schliessen

Nachteile    

Unter Umständen ungenaue Abbildung der wirtschaftlichen Nutzung Zeigt nicht den wirtschaftlichen Wertverzehr / nicht die Realität Am Ende Beträgt der Wert 0, obwohl wahrscheinlich noch ein Restwert vorhanden ist Beeinflussung der Steuerzahlungen: Verschiebung in die fernere Zukunft

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Lösungen 2009

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Nicht branchenspezifisch sind:   

Lagerbewertung FIFO, Durchschnittsverfahren Lagerumschlag und branchenüblicher Lagerumschlag Lagerdauer und branchenübliche Lagerdauer

1.6. Nestlé hat im Sommer und Herbst 2008 verschiedene Meldungen bezüglich des Milchskandals in China veröffentlicht. Erklären Sie wie diese Veröffentlichungen aus dem Blickwinkel der Ziele von Investor Relations zu beurteilen sind. 3 Investor Relations sind „Massnahmen von Aktiengesellschaften AG , um das stetig stei‐ gende Bedürfnis der aktuellen oder potenziellen Aktionäre nach Informationen zu erfül‐ len aber auch auf ihre sonstigen Erwartungen im veränderlichen Kapitalmarktumfeld flexibel zu reagieren oder diese gar antizipieren zu können.“ Investor Relations verfolgen dabei folgende Ziele:

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Lösungen 2009

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1.7. Was zeigen die fünf Pflichtbestandteile der modernen Rechnungslegung und wie hängen diese zusammen? Zeigen Sie die Zusammenhänge grafisch auf. 5 je Bestandteil und Pfeil 0.5P Pflichtbestandteile:     

Erfolgsrechnung Mittelflussrechnung Bilanz Eigenkapitalspiegel Anhang

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Integrationsfallstudie – Lösungen 2009

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Integrationsfallstudie – Lösungen 2009

1. Aufgabe 24 Die Wirtschafts‐ und Finanzkrise macht auch vor HILTI nicht halt. In der Ausgabe vom 13. März 2009 war auf NZZ Online folgender Bericht zu lesen: „Der steile Steigflug von HILTI ist vorbei: Nach dem Gewinneinbruch im 2008 rechnet HILTI jetzt auch mit einem Umsatzrückgang im laufenden Jahr. … 2009 werde ein Jahr ohne Wachstum für HILTI. «Wir planen mit einem Umsatzrück‐ gang im einstelligen Prozentbereich», sagte Konzernchef Bo Risberg am Rande der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Im besten Szenario werde der Umsatz stagnieren, im schlimmsten Szenario rechne man mit einem Umsatzrückgang von 10 Prozent.“ Quelle: http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/HILTI_gewinneinbruch_1.21 91883.html Sie werden nun damit beauftragt, Ansatzpunkte zu identifizieren und kurz‐ bis mittel‐ fristig wirkende Massnahmen zu erarbeiten, um die negativen Auswirkungen der Wirt‐ schafts‐ und Finanzkrise auf die unternehmerischen Ziele Liquidität, Rentabilität und Sicherheit aufzufangen bzw. abzufedern. Als Strukturierungshilfe für Ihre Arbeit erhal‐ ten Sie von der Geschäftsleitung folgende konkrete Aufgaben: 1 Nennen Sie Massnahmen, um die negativen Auswirkungen der Wirtschafts‐ und Finanzkrise auf die unternehmerischen Ziele Liquidität, Rentabilität und Sicher‐ heit aufzufangen bzw. abzufedern. 2 Erläutern Sie stichwortartig, wie sich die von Ihnen identifizierten Massnahmen jeweils auf eine oder gegebenenfalls mehrere der unternehmerischen Ziele Li‐ quidität, Rentabilität und Sicherheit auswirken. 3 Ordnen Sie die von Ihnen identifizierten Massnahmen einem der Subprozesse der drei Prozesskategorien Managementprozesse, Geschäftsprozesse und Un‐ terstützungsprozesse des Neuen St. Galler Management Modells SGMM zu.

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Integrationsfallstudie – Lösungen 2009

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1 Massnahme

2 Wirkung auf eine oder ge‐ gebenenfalls mehrere der drei unternehmerischen Ziele Li‐ quidität, Rentabilität und Si‐ cherheit

EK‐Erhöhung

Grössere Sicherheit wird er‐ möglicht, gleichzeitig aber ne‐ gative Auswirkung auf die Rendite

Produktivitätsver‐ besserung durch Einführung neuer Kennzahlen im Controlling

Tiefere Kosten bei gleichem Leistungserstellungsprozess Umsatz oder höherer Umsatz als Teilbereich der Geschäfts‐ bei gleich bleibenden Kosten prozesse

Aggressive Expan‐ sion und Übernah‐ me von Konkurren‐ ten

Positive Beeinflussung der Rentabilität dank Synergieef‐ fekten, gleichzeitig allerdings Verringerung der Sicherheit bei Erhöhung des Leverages

Desinvestition von nicht betrieblich notwendigem Anla‐ gevermögen

Verbesserung der Liquidität, Diese Massnahmen fallen in weil die Mittel nicht mehr lang‐ die operativen Steuerungspro‐ zesse des Managements und fristig gebunden sind. sind daher Teilbereich der Managementprozesse. Es kön‐ nen aber bspw. auch Unter‐ stützungsprozesse im Bereich der Infrastruktur betroffen sein.

   

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3 Zuordnung zu Subpro‐ zess en der Prozesskatego‐ rien Managementprozesse, Ge‐ schäftsprozesse und Unterstüt‐ zungsprozesse Finanzierungsmanagement als Teilbereich der Unterstüt‐ zungsprozesse

M&A‐Aktivitäten sind Teil der Strategischen Entwicklungs‐ prozesse und daher in die Ma‐ nagementprozesse einzuord‐ nen


Lösungen 2010

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2. Fall CopyIt AG 10 Die CopyIt AG ist ein diversifiziertes Schweizer Unternehmen. Nehmen Sie Stellung zu folgenden Geschäftsfällen:

2.1. Umsatzbuchung 4 Die CopyIt AG verkauft pro Monat 8 Kopiergeräte, im Dezember jeweils 12 Geräte. Der Verkaufspreis pro Gerät beträgt CHF 1‘000, davon entfallen 500 auf das Gerät und 500 auf die Wartung während 5 Jahren 5 Jahre à je CHF 100 . Die Zahlungsfrist der entsprechenden Kunden liegt bei durchschnittlich 30 Tagen. Wie hoch ist der Umsatz und Cash Flow aus dem Kopiergeräteverkauf der Jahre 2004 bis 2009? Zeile Cash Flow und Zeile Umsatz je 2P

2004

2005

2006

2007

2008

2009

Cash Flow

88’

100’

100’

100’

100’

100’

Umsatz Geräte

50’

50’

50’

Umsatz Wartung

5’

10’

10’

10’

10’

5’

5’

10’

10’

10’

10’

5’

10’

10’

10’

5’

10’

10’

5’

10’

5’

Total Umsatz

55’

95’

100’

50’ 50’ 50’

65’

75’

85’

Ebenfalls möglich: Umsatz der Wartung komplett im ersten Jahr verbuchen.

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Lösungen 2010

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2.2. Neue Generation Kopiergeräte 4 Ab Januar 2010 verkauft die CopyIt AG eine neue Generation von Kopiergeräten. Diese sind teurer in der Produktion, aber wesentlich weniger wartungsintensiv. Der Ver‐ kaufspreis für den Kunden bleibt gleich CHF 1‘000 , jedoch entfallen neu CHF 750 auf das Gerät und 5 x CHF 50 auf die Wartung. Vergleichen Sie Auswirkung dieser neuen Kopiergeräte auf die Umsatzentwicklung während 5 Jahren Vergleich der Verkäufe in 2010 nach altem und neuem Vertragsmodell für die Jahre 2010 bis 2014 .   

Umsatzanstieg in 2010 durch das neue Modell. Dies ist aber ein einmaliger Effekt, anschl. geht Umsatz wieder auf 100'000 zurück. Keine Cash Flow Wirkung.

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

Cash Flow

88’

100’

100’

100’

100’

100’

100’

100’

100’

100’

100’

Umsatz Geräte

50’

Umsatz Wartung

5’

50’ 10’

50’ 10’

50’ 10’

75‘

75‘

Total Um‐ satz

55’

5’ 65’

10’ 5’ 75’

10’ 10’ 5’ 85’

5‘ 10’ 10’ 5’ 5’ 2‘5 112‘5

5‘ 10’ 5’ 5’ 5’ 2‘5 107‘5

50’ 50’ 75‘ 75‘

10’

5’

10’ 10’ 10’ 5’

10’ 10’ 10’ 10’ 5’

5‘ 10’ 10’ 10’ 10’ 2‘5

100’

122‘5

95’

5‘ 10’ 10’ 10’ 5’ 2‘5

117‘5

75‘

5‘ 5’ 5’ 5’ 5’ 2‘5 105‘5

Ebenfalls möglich: Umsatz der Wartung komplett im ersten Jahr verbuchen/ Berech‐ nung ausschliesslich mit neuen Geräten

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Lösungen 2010

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2.3. Aufbau von Lager 2 Aufgrund der erwarteten steigenden Nachfrage werden in 2010 viele neue Kopierer auf Lager produziert. Wie wirkt sich dieser Lageraufbau auf die unterschiedlichen Pflicht‐ bestandteile der Jahresrechnung aus? Erläutern Sie kurz die Unterschiede bei Erfolgs‐ rechnungen nach Umsatz‐ oder Gesamtkostenverfahren? Auswirkungen auf Pflichtbestandteile 

  

Bilanz: o Verlängerung o Erhöhung Umlaufvermögen o Erhöhung Position Vorräte o Eigen‐ bzw. Fremdkapital erhöht sich als Residualgrösse je nach Finanzie‐ rung des Lageraufbaus Anhang: Keine Auswirkungen evtl. zusätzliche Erläuterung zu Lagerbestand Cash Flow Rechnung: Bei gleichbleibendem Gewinn eine Reduktion des Cash Flows Eigenkapitalspiegel: Keine Auswirkungen bzw. Erhöhung des Eigenkapitals als Re‐ sidualgrösse

Erfolgsrechnung: Es gibt verschiedene Auswirkungen, je nachdem ob das Umsatz‐ bzw. das Gesamtkostenverfahren gewählt wurde: In der Erfolgsrechnung nach Gesamtkostenverfahren ist der Lageraufbau direkt sicht‐ bar, da die Lagerveränderung als eigene Position ausgewiesen wird.

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Lösungen 2010

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3. Geldflussrechnung 10 EnergyWood ist eine an der Schweizer Börse kotierte Unternehmung und ist tätig in den Geschäftsbereichen: Nachhaltige Produktion von Teakholz, Holzhandel, und Ener‐ giehandel. Für 2008 publiziert EnergyWood folgende Cash Flow Rechnung: EnergyWood Angepasster EBITDA Veränderung Forderungen aus L L Veränderung Vorräte Veränderung sonstiges Umlaufvermögen Veränderung Kreditoren Veränderung Steuerschuld Bezahlte Ertragssteuern Geldfluss aus Geschäftstätigkeit Erwerb Tochtergesellschaften Erwerb Sachanlagen Zunahme biologische Aktiven Erwerb immaterielle Vermögenswerte Erwerb Minderheitsanteile Finanzinvestitionen Erwerb sonstiges Anlagevermögen Erhaltene Zinsen Geldfluss aus Investitionstätigkeit Zinszahlungen Aufnahme Fremdkapital Rückzahlung Fremdkapital Kapitalerhöhung Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Umrechnungsdifferenzen Flüssige Mittel Jahresbeginn Veränderung Flüssige Mittel Flüssige Mittel Jahresende

‐ 191 ‐

2008 8'536 ‐145 827 ‐74 2'850 ‐33 ‐497 11'464 0 ‐10'900 ‐3'031 ‐4'127 ‐2'790 2'257 589 807 ‐17'195 ‐4'982 16'145 ‐17'603 5'701 ‐739 ‐1'768 11'147 ‐8'238 2'909

2007 17'151 ‐11'564 ‐3'173 ‐596 1'303 1'234 0 4'355 ‐28'933 ‐9'677 ‐2'453 ‐561 0 ‐11'200 ‐1'279 371 ‐53'732 ‐3'195 24'499 ‐3'759 21'617 39'162 ‐1'946 23'308 ‐12'161 11'147


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3.1. Jahresvergleich 6 Wählen Sie für Geldfluss aus Geschäfts‐, Investitions‐ und Finanzierungstätigkeit je 2 Positionen total 6 Positionen . Erklären Sie die Bedeutung der Veränderung zwischen 2008 und 2007 für EnergyWood für jede der von Ihnen gewählten Positionen und nen‐ nen Sie mögliche Gründe für diese Veränderungen.

je Zeile 1P, max. 2P pro Abschnitt

EnergyWood Angepasster EBITDA

Beschreibung Gründe / Beispiele Massiver Gewinnrückgang Schlechte Preise, weniger Kunden, weniger Umsatz Veränderung Forde‐ Kundenzahlungen we‐ Kunden bezahlten offene rungen aus L L sentlich verändert! 2008: Forderungen, wenig neue Forderungen erhöhten Forderungen weniger Ver‐ sich leicht. Massiver kauf , besseres Mahnwesen Rückgang etc. Veränderung Vorräte Abnahme der Vorräte, Erfolgreicher Lagerverkauf Cash wurde mehr Veränderung sonstiges Leichte Veränderung Pensionsrückstellungen, AFA, Umlaufvermögen Gewinn aus VK Veränderung Kredito‐ Laufender Aufbau, Cash Zahlungen nicht rechtzeitig ren hat zugenommen in 08 nachkommen können Veränderung Steuer‐ schuld Bezahlte Ertragssteu‐ ern Geldfluss aus Ge‐ schäftstätigkeit

Erwerb Tochtergesell‐ schaften

Erwerb Sachanlagen

Ausdruck der sinkenden Umsätze Steuerzahlung wurde fäl‐ lig Erfolgreiches Debitoren‐ management, Gegenüber Vorjahr Zunahme posi‐ tiv Keine Gruppenexpansion zusätzl. Geschäftsbe‐ reich mehr in 08, 07 Ex‐ pansion

Reduzierte Schuld, Änderung Steuerkreis Für 07 kein Gewinn

Ähnlich Re Investitionen

Holzverarbeitungsanlagen gekauft

‐ 192 ‐

hohe

Keine weiteren Übernahmen, Strategie und Synergieeffekte


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Zunahme biologische Aktiven

Neubewertung der Bäume / Wälder, für 08 grösser

Bäume wachsen, Holzpreise steigen

Erwerb immaterielle Vermögenswerte

Übernahme von Rechten, Cash wird weniger

Für 08 Abbaurechte, Patente, Lizenzen gekauft

Erwerb Minderheits‐ anteile

Investitionen für zukünf‐ tige Übernahmen, weniger Cash für 08

Sägereiwerk in Anbauland 2008 erworben, Konkur‐ renzvorteile, 07 nichts

Finanzinvestitionen

Desinvestition der Finanzanlagen, mehr Cash

Verkauf von Wertpapieren 08 fremde Aktien

Erwerb sonstiges AV

Cash wird mehr

Verkauf Grund etc.

Erhaltene Zinsen

Mehr Zinsen erhalten, mehr Cash Geringerer Geldabfluss als im Vorjahr durch strenge‐ re Investitionskontrolle

2008: bessere, höhere Zinsen etc.

Zinszahlungen

Cash fliesst ab

Zinsen erhöhen sich, weil FK vom Vorjahr gewachsen sind etc.

Aufnahme Fremdkapi‐ tal

Investitionen mit Fremd‐ kapital finanziert, für 08 weniger Kredite Rückzahlung nur durch Neuaufnahme möglich

08 weniger Aufnahme als 2007, weil weniger investiert wird, so UL Fällige Bankkredite in 08, mehr zurückbezahlt, weniger abhängig von extern

Kapitalerhöhung

Tiefer als 07, da Finanz‐ krise, Senkung

Finanzierung am Aktien‐ markt, Eigenkapital

Geldfluss aus Finanzie‐ rungstätigkeit

Aufgenommenes Geld musste für Refinanzierung ausgegeben werden

Geldfluss aus Investiti‐ onstätigkeit

Rückzahlung kapital

Fremd‐

‐ 193 ‐


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3.2. Beurteilung und Empfehlung 4 Für 2009 müssen Massnahmen zur Verbesserung der Geldsituation umgesetzt werden. Welche vier Massnahmen empfehlen Sie EnergyWood? Erklären Sie diese in Stichwor‐ ten. Da ein Engpass beim Cash vorliegt, geht es um Massnahmen der Geldbeschaffung, nicht um Massnahmen der Wirtschaftlichkeit:           

Geldaufnahme Aktienkapitalerhöhung Working Capital Management Debitoren reduzieren Kreditoren erhöhen Geschäftsaktivitäten ausdehnen auf Aktivitäten mit kurzfristigem Gewinn Preise, Menge, Marketing‐Massnahmen Holz mittels Termingeschäften heute verkaufen Personalabbau etc. Verringerung Investitionen Dividenden stoppen

‐ 194 ‐


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5.10.

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Als Folge der Wirtschaftskrise nimmt der Druck zu, die Kapitalbindung zu ver‐ kleinern und nur noch betriebsnotwendiges Kapital zu bewirtschaften. Ein Schweizer KMU hat folgende 2 Geschäftsbereiche: a Produktion ausschliess‐ lich in der Schweiz und b Vertrieb in der Schweiz und im Ausland . Wie hoch ist das betriebsnotwendige Vermögen anhand untenstehender Vermögenswer‐ te?

Vermögensgegenstand Produktionsanlagen

Wert TCHF 300

Firmenfahrzeuge

50

Kunstgemälde

200

Wertpapiere

10

Ausländische Liegenschaften

400

Lager

70

a

420

b

430

c

820

d

830

 300 50 70 420 5.11.

Sie sind Investor und wollen in die Airline‐Branche investieren. Welche Infor‐ mationsquelle hat für Sie die tiefste Priorität? a

Geschäftsbericht

b

Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

c

Staatsverträge

d

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

‐ 205 ‐


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5.12.

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Wie hoch ist anhand untenstehender Angaben die Veränderung des Eigenkapi‐ tals für das Jahr 2009? Transaktion Gewinn aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit Gewinn aus Desinvestition

Mio. CHF 100 20

Währungsumrechnungsdifferenz per 31.12.2009

‐10

Hauptaktionär erhöht im Herbst 2009 seinen Anteil über die Börse um 5% Neubewertung Finanzinstrumente per 31.12.2009

45

Aktienkapitalerhöhung in 2009

50

25

a

230

b

185

c

160

d

150

 100 20 – 10 25 50 185 Die Transaktion des Hauptaktionärs wird über die Börse abgewickelt und verändert daher nicht das Eigenkapital

‐ 206 ‐


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5.13.

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Der Geschäftsbericht umfasst nebst den Pflichtbestandteilen typischerweise noch weitere Bestandteile. Welche der folgenden Aussagen ist bezüglich dieser weiteren Bestandteile zutreffend? a

Es besteht eine latente Gefahr, dass in den zusätzlichen Bestandteilen die aktuelle Ertrags‐ und Finanzlage beschönigt dargestellt wird.

b

Werden in einem Prospekt z.B. für eine Aktienkapitalerhöhung nur An‐ gaben aus dem Geschäftsbericht verwendet, kann das Testat des Wirt‐ schaftsprüfers als Qualitätssiegel für den Prospekt interpretiert werden.

c

Der Wirtschaftsprüfer haftet zwar für sein Testat bzw. für die zur Vergabe des Testats geleisteten Prüfungsarbeiten , die zukünftige Entwicklung ist aber von der Haftung ausgeschlossen.

d

Aus den Vorschriften für moderne Rechnungslegung ist die Notwendigkeit für einen Lagebericht als Ergänzung ableitbar.

5.14.

Wie hoch ist der direkt ableitbare Gewinn und Geldfluss aus untenstehenden Geschäftsfällen?

Geschäftsfall Eigenkapitalerhöhung gegen Bareinlage Auflösung von Rückstellungen

Wert TCHF 200 50

Kreditorenzahlung

100

Abschreibungen

50

Dividendenzahlung

50

Defekte Anlagen werden während der Garantiezeit ersetzt

50

a

Verlust von 50 und Geldzufluss von 50.

b

Gewinn von 0 und Geldzufluss von 50.

c

Verlust von 100 und Geldzufluss von 150.

d

Verlust von 150 und Geldabfluss von 50.

‐ 207 ‐


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1. Kurzfragen Rechnungslegung insgesamt 25 Bearbeiten Sie stichwortartig alle folgenden Kurzfragen. 1.1. Nennen Sie die Ziele der modernen Rechnungslegung. 3 je Stichwort 0.5P, max. 3P Zielsetzung der Rechnungslegung ist es, Informationen über die Vermögens‐, Finanz‐ und Ertragslage eines Unternehmens zu geben. Sie soll so dargestellt werden, dass sie für einen weiten Adressatenkreis bei dessen wirtschaftlichen Entscheidungen nützlich ist. 1.2. Welche drei Ziele verfolgt Investor Relations und mit welchen Massnahmen las‐ sen sich die Ziele erreichen? 3 je Kasten 0.5P, max. 3P

‐ 242 ‐


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Investor Relations sind „Massnahmen von Aktiengesellschaften AG , um das ste‐ tig steigende Bedürfnis der aktuellen oder potenziellen Aktionäre nach Informa‐ tionen zu erfüllen aber auch auf ihre sonstigen Erwartungen im veränderlichen Kapitalmarktumfeld flexibel zu reagieren oder diese gar antizipieren zu können.“

1.3. Beschreiben Sie die Funktion der untenstehenden Tabelle aus dem Anhang ei‐ nes Geschäftsberichts und interpretieren Sie die Angaben. 3 Je Funktion und Interpretation 0.5P, max. 3P Gefragt sind Funktionen und Interpretationen, eine reine Beschreibung reicht nicht aus! Überfällige und wertberichtigte Forderungen In Mio. CHF Nicht überfällig

2009 10‘554

2008 11‘060

1‐30 Tage überfällig

916

1‘363

31‐60 Tage überfällig

341

370

61‐90 Tage überfällig

130

242

91‐120 Tage überfällig

134

144

Über 120 Tage überfällig

685

707

Delkredere‐Wertberichtigung

451

12‘309

444 13‘442

Funktionen des Anhangs    

Ergänzung Erläuterung Interpretation Entlastung

Interpretation der Angaben Ca. 20% der Forderungen sind überfällig, d.h. sie werden zu spät bezahlt, zusätzliche 5% sind mehr als 4 Monate überfällig, knapp 3.5% werden gar nicht mehr bezahlt Del‐ kredere . Das Delkredere ist im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Deshalb besteht ein höheres Ausfallrisiko.

‐ 243 ‐


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1.4. Wie lauten die Buchungssätze der X AG für folgende Transaktionen? 3 1. Januar 2009: M AG erwirbt 20% von Y AG für CHF 100 ohne Goodwill 2. Dezember 2009: Der Jahresgewinn 2009 der Y AG ist CHF 50 3. Dezember 2010: Der Jahresverlust 2010 der Y AG ist CHF 20

je 1P

1. Januar 2009, Erstkonsolidierung:

Beteiligung / Geld CHF 100

oder

Beteiligung / Kreditoren CHF 100 und

Kreditoren / Geld CHF 100

2. Dezember 200, Gewinnbuchung: 3. Dezember 2010, Verlustbuchung:

Beteiligung / Ertrag aus Beteiligung CHF 10 Verlust aus Beteiligung / Beteiligung CHF ‐4

1.5. Nennen Sie drei der in der Vorlesung kennengelernten Sekundärgrundsätze der Rechnungslegung und erläutern Sie diese mit je einem Negativbeispiel. 3 je Grundsatz und Beispiel 0.5P, max. 3, Positivbei‐ spiele geben Abzug Grundsätze:    

Relevanz Verlässlichkeit Stetigkeit/Vergleichbarkeit Vollständigkeit

Negativbeispiele: Relevanz: Keine Erwähnung der Long Term Strategy AG im Geschäftsbericht der Swiss Life. LTS wurde als Investmentvehikel Beteiligungsgesellschaft gegründet und nahm an relevanten Transaktionen teil.

‐ 244 ‐


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Verlässlichkeit: Nachträgliche Korrektur der Bilanzen aufgrund von Abrechnungsfeh‐ lern bei Goodyear./ Fehler bei Wertermittlung oder doppelter Ausweis des Buchge‐ winns bei Swiss Life. Stetigkeit/ Vergleichbarkeit: Veränderung bei der Bestimmung des Umfangs der Her‐ stellungskosten von nicht abgerechneten Bauarbeiten und unfertigen Leistungen bei Holzmann. Vollständigkeit: Keine Angaben im Geschäftsbericht zu vertraglich vereinbarten, un‐ kündbaren Verpflichtungen im Private‐Equity‐Geschäft bei Swiss Life. 1.6. Erklären Sie anhand eines Beispiels weshalb die Eigenkapitalquote der konsoli‐ dierten Gruppe im Rahmen der Kapitalkonsolidierung d.h. bei einer Vollkonso‐ lidierung unter die Eigenkapitalquote der Muttergesellschaft sinkt verwenden Sie gegebenenfalls ein grafisches Schaubild . 4 Kapitalkonsolidierung: Vergleich der Bilanzen zwischen Mutter und Gruppe Eine Konsolidierung kann folgende Auswirkungen haben und damit die Eigenkapital‐ quote der konsolidierten Gruppe und die Quote der Muttergesellschaft beeinflussen: 

Steigendende Aktienkurse Das Umlaufvermögen und das Anlagevermögen bleiben auf gleichem Niveau oder steigen. Mindestens eines der beiden muss steigen, sonst hat die Tochter kein Ver‐ mögen. Somit ist auch kein Eigenkapital mehr vorhanden und die Tochter muss li‐ quidiert werden . Das Eigenkapital bleibt auf gleichem Niveau, aber das Fremdkapital steigt oder: das Eigenkapital steigt in der Summenbilanz, anschliessend erfolgt eine Reduktion auf die Grösse der Mutter . Das Eigenkapital der Tochter wird in der Summenbilanz mit der Beteiligung bei der Mutter verrechnet d.h. Bilanzkürzung .

Fazit: Das Eigenkapital der Gruppe ist gleich gross wie das Eigenkapital der Mutter, die Aktiven und damit das Fremdkapital sind aber bei der Gruppe grösser als bei der Mutter und entsprechend ist die Eigenkapitalquote der Gruppe tiefer als bei der Mutter Zähler bleibt gleich, Nenner steigt .

‐ 245 ‐


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1.8. Der Rechtsanwalt des Unternehmens beurteilt einen anstehenden Prozess eher negativ, d.h. er befürchtet die Zahlung einer Konventionalstrafe. Entschieden wird vor dem Bilanzstichtag allerdings noch nichts. Nach welchen Kriterien ist vorzugehen, um die Aufnahme des Vorfalls in die Bilanz zu entscheiden? In wel‐ cher Position der Bilanz muss der Sachverhalt offen gelegt werden, falls die Meinung des Rechtsanwalts als der wahrscheinlichste Ausgang angesehen wird? 3 Die Entscheidungskriterien lassen sich in Definitions‐ und Ansatzkriterien unterschei‐ den: Definitionskriterien:   

Past Event Mittelabfluss Bestehen einer gegenwärtigen Verpflichtung

Ansatzkriterien:  

Ist der Mittelabfluss wahrscheinlich Wahrscheinlichkeit 50% Kann der Betrag ausreichend genau ermittelt werden Wahrscheinlichkeit der genauen Ermittlung 50%  Falls kumulativ ja geantwortet werden kann sind Rückstellung auf der Passivsei‐ te der Bilanz Fremdkapital zu bilden und Erläuterungen im Anhang zu geben.  Falls nein geantwortet wird: Offenlegung im Anhang oder kein Ausweis.

Prüfung des Sachverhalts:   

Definitionskriterien erfüllt?  Unterzeichneter Vertrag liegt vor, ja. Mittelabfluss wahrscheinlich Wahrscheinlichkeit 50% ?  Nach Annahme des Anwalts ja, es sind aber andere Einschätzungen möglich. Verlässlich schätzbar?  Es gibt keine Angabe zum Betrag, daher erfolgt ein Ausweis als Eventualverbind‐ lichkeit im Anhang. Bei ausreichender Begründung sind auch Rückstellungen mög‐ lich.

‐ 247 ‐


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2. Firmenübernahmen 10 Die Mother AG hat per 2009 folgende Bilanz in Mio. CHF : AKTVIVEN PASSIVEN Umlaufvermögen 3 kfr. Fremdkapital 1 lfr. Fremdkapital 1 Eigenkapital 1 Anlagevermögen 1 2.1. Prüfung Firmenübernahme 3 Mitte 2010 beabsichtigt die Mother AG, die Brother AG zu übernehmen, ein StartUp das vor 3 Jahren gegründet wurde und seither sehr viele interessante Entwicklungen im Bereich Applikationen für Smartphones und Tablet Computer entwickelt hat. Die Mother AG fragt Sie, bei welchen drei konkreten Bilanzpositionen am ehesten eine Neu‐ bewertung des Brother‐Vermögens geprüft werden sollte. Was empfehlen Sie der Mother AG? Begründen Sie Ihre Empfehlung in Stichworten. Bilanzpositionen mit möglicher Neubewertung:     

Aktivierte Entwicklungskosten: Marktfähigkeit prüfen und ggf. Möglichkeiten der Mother AG nutzen, diese voran zu treiben. Werthaltigkeit der Debitoren prüfen. Nicht verrechnete Arbeiten aktivieren. Laufzeiten und Werthaltigkeit der Kreditoren prüfen. Darlehen eventuell durch Eigenkapital substituieren

2.2. Firmenübernahme 4 Die Mother AG entscheidet, 100% der Brother AG zu übernehmen. Der Kaufpreis be‐ trägt CHF 10 Mio., bei einem Eigenkapital der Brother AG von CHF 0.5 Mio. und not‐ wendigen Neubewertungen von CHF 1.5 Mio. Umlaufvermögen bzw. CHF 0.5 Mio.

‐ 248 ‐


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2.3. Konsolidierung im Folgejahr 3

Zum Jahresabschluss 2010 muss die Mother AG die Brother AG konsolidieren. Welche Konsolidierungsmethode muss die Mother AG für die Brother AG anwenden und welche Voraussetzungen müssen für die Konsolidierung geschaffen werden? Konsolidierungsmethode und 5 Voraussetzungen: je 0.5P Der Beteiligungsgrad bestimmt die Konsolidierungsmethode: Beteiligungsgrad Konsolidierungsmethode 100% verbundenes Unternehmen

Vollkonsolidierung

51% bis 99% verbundenes Unternehmen mit Minderheitsanteilen 50% Gemeinschaftsunternehmen/ Joint Quotenkonsolidierung Venture 20% ‐ 50% Assoziiertes Unternehmen 20% Minderheitsbeteiligung

Equity Konsolidierung Ausweis als Finanzvermögen bzw. Um‐ laufsvermögen

Im vorliegenden Fall ist also eine Vollkonsolidierung durchzuführen: Voraussetzungen:     

Einheitlicher Stichtag Einheitlicher Kontenrahmen Gleichartige Buchungsmethoden Einheitliche Kontierungsrichtlinien Einheitliche Bewertung

‐ 250 ‐


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3. Fall Polyester AG 10 Die Polyester AG produziert in der Schweiz unterschiedliche Produkte aus Plastik für Endkonsumenten, hauptsächlich Badeutensilien aufblasbare Bälle, Schwimmhilfen, Reifen, etc. . 3.1. Erfolgsrechnung 6

Erstellen Sie anhand untenstehender Angaben die Erfolgsrechnung für 2010, nach Ge‐ samtkostenverfahren und nach Umsatzkostenverfahren. Welches Verfahren empfehlen Sie der Polyester AG? Begründen Sie Ihre Empfehlung. Position Mio. CHF Bemerkung Umsatz 1‘600 Materialkosten

‐450

Personalkosten

‐650

40% VV‐Anteil*

Abschreibungen

‐200

20% VV‐Anteil*

sonst. betr. Aufwendungen

‐250

60% VV‐Anteil*

COGS

‐1‘000

Lagerzunahme

100

Zinsaufwand

‐50

Übriger Finanzerfolg

200

Steuern

50% vom Vorsteuergewinn

*VV‐Anteil Anteil für Vertriebs‐ und Verwaltungsbereich z

Umsatz Materialkosten Personalkosten Abschreibungen sonst. betr. Aufwendungen Lagerveränderung Betriebsergebnis E übriger Finanzerfolg E Zinsaufwand E Steuern

1'600 ‐450 ‐650 ‐200 ‐250 100 150 200 350 ‐50 300 ‐150 150

Umsatz COGS VV‐Kosten

1'600 ‐1'000 ‐450

Betriebsergebnis E übriger Finanzerfolg E Zinsaufwand E Steuern

‐ 251 ‐

150 200 350 ‐50 300 ‐150 150


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5.15.

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Bei der Berechnung untenstehender Geldflüsse aus Geschäfts‐, Investitions‐ und Finanzierungstätigkeit vor Jahresend‐Transaktionen wurde eine Reihe von Jah‐ resend‐Transaktionen noch nicht berücksichtigt. Wie hoch ist der Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit nach Berücksichtigung dieser Jahresend‐Transaktionen?

Mio. CHF

Jahresend‐Transaktionen noch NICHT berücksichtigt Verkauf einer alten Produktionsanlage

9

Wertberichtigung Warenlager Wertreduktion

3

zusätzliche Rückstellungen für Gerichtsverfahren

8 20

Rückzahlung einer Wandelanleihe Umrechnungsdifferenzen

4

Abgrenzung der Sondersteuer für bezahlte Boni

2

Kauf von Nestlé‐Aktien zwecks kfr. Geldanlage

4

Rückkauf eigener Aktien

8

Auszahlung der Dividende an Aktionäre

4

Geldfluss vor Jahresend‐Transaktionen Geldfluss aus Geschäftstätigkeit Geldfluss aus Investitionstätigkeit Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit Veränderung liquide Mittel CHF 118 Mio.

b

CHF 126 Mio.

c

CHF 138 Mio.

d

CHF 158 Mio.

200 ‐300 150 50

a

Mio. CHF

 150 Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit ‐ 20 Rückzahlung einer Wandelanleihe ‐ 8 Rückkauf eigener Aktien ‐ 4 Auszahlung einer Dividende 118

‐ 267 ‐


Lösungen 2011

5.16.

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Zahlungswirksame Transaktionen: welche Veränderung des Geldbestandes ergibt sich aus untenstehenden Buchungen?

Soll‐Konto Debitoren Lager Rohstoffe Personalaufwand Abschreibungen Mieterträge Warenaufwand Kreditoren Steueraufwand Beteiligung Wertberichtigungsaufwand Gewinn Bank

Haben‐Konto Betrag Warenertrag 100 Kreditoren 20 Bank 35 Fahrzeuge 10 Transitorische Passiven 5 Lager Rohstoffe 15 Bank 40 Guthaben gegenüber Steuerbehörde 25 Gewinn aus Minderheitsbeteiligung 5 Lager Fertigfabrikate 10 Dividende 40 Debitoren 45

a

‐35

b

‐30

c

‐10

d

5

 ‐ 35 Personalaufwand / Bank ‐ 40 Kreditoren / Bank 45 Bank / Debitoren ‐ 30

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Integrationsfallstudie – Aufgaben 2011

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Integrationsfallstudie – Aufgaben 2011

Bewertung: Aufgabe 1

30 Punkte

Aufgabe 2

30 Punkte

TOTAL

60 Punkte

1. Aufgabe gesamt 30   Das Unternehmen Mobility Carsharing MCS möchte zukünftig weiter wachsen. Aus der Behandlung der Integrationsfallstudie 2011 sind Ihnen dabei Herausforderungen bzw. Spannungsfelder bekannt, die sich bei der Umsetzung einer Differenzierungsstra‐ tegie bzw. einer Kostenführerschaftsstrategie ergeben können. Diesen Gedanken nimmt bereits das folgende Beispiel aus dem Fallstudientext auf: „So handelt es sich bspw. bei der MCS originär um eine kleine, genossenschaftlich struk‐ turierte Pionierunternehmung, die ihren ökologischen und sozialen Werten verpflichtet ist. Andererseits ist zu fragen, inwieweit diese Prinzipien im Rahmen der diskutierten möglichen Wachstumsstrategien durchgehalten werden können bzw. sollten.“ Bieker 2011, S. 26 bzw. FN 13 1.1. Worin bestehen zentrale Herausforderungen bzw. Spannungsfelder, denen sich MCS bei der Umsetzung einer Wachstumsstrategie gegenüber sieht? Identifizie‐ ren Sie zur Beantwortung dieser Frage – systematisch auf Ebene der Visi‐ on/Mission, der Strategie, der Strukturen, der Kultur bzw. Führungskultur so‐ wie der Entwicklungsmodi der Unternehmung – je zwei mögliche Herausforde‐ rungen bzw. Spannungsfelder, die sich jeweils vor dem Hintergrund der Umset‐ zung einer Differenzierungsstrategie einerseits bzw. einer Kostenführerschafts‐ strategie andererseits ergeben können. Illustrieren Sie Ihre Aussagen mit einem kurzen stichwortartigen Beispiel. 20 1.2. Welche zentralen Anpassungsmassnahmen können Sie – aufgrund Ihrer Analy‐ sen zu 1.1 – im Hinblick auf eine Wachstumsstrategie der MCS erkennen? Nen‐ nen und beschreiben Sie stichwortartig fünf Handlungsfelder aus dem Bereich „Organisation und Führung“ . 10

‐ 272 ‐


Integrationsfallstudie – Lösungen 2011

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Integrationsfallstudie – Lösungen 2011  

1. Aufgabe gesamt 30   Das Unternehmen Mobility Carsharing MCS möchte zukünftig weiter wachsen. Aus der Behandlung der Integrationsfallstudie 2011 sind Ihnen dabei Herausforderungen bzw. Spannungsfelder bekannt, die sich bei der Umsetzung einer Differenzierungsstra‐ tegie bzw. einer Kostenführerschaftsstrategie ergeben können. Diesen Gedanken nimmt bereits das folgende Beispiel aus dem Fallstudientext auf: „So handelt es sich bspw. bei der MCS originär um eine kleine, genossenschaftlich struk‐ turierte Pionierunternehmung, die ihren ökologischen und sozialen Werten verpflichtet ist. Andererseits ist zu fragen, inwieweit diese Prinzipien im Rahmen der diskutierten möglichen Wachstumsstrategien durchgehalten werden können bzw. sollten.“ Bieker 2011, S. 26 bzw. FN 13 1.1. Worin bestehen zentrale Herausforderungen bzw. Spannungsfelder, denen sich MCS bei der Umsetzung einer Wachstumsstrategie gegenüber sieht? Identifizie‐ ren Sie zur Beantwortung dieser Frage – systematisch auf Ebene der Visi‐ on/Mission, der Strategie, der Strukturen, der Kultur bzw. Führungskultur so‐ wie der Entwicklungsmodi der Unternehmung – je zwei mögliche Herausforde‐ rungen bzw. Spannungsfelder, die sich jeweils vor dem Hintergrund der Umset‐ zung einer Differenzierungsstrategie einerseits bzw. einer Kostenführerschafts‐ strategie andererseits ergeben können das o. g. Beispiel finden Sie bereits in den Lösungsblättern . Illustrieren Sie Ihre Aussagen mit einem kurzen stich‐ wortartigen Beispiel. 20                  

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Integrationsfallstudie – Lösungen 2011

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Vision / Mission normative Orientierung Differenzierungsstrategie

Kostenführerschaftsstrategie

Nachhaltigkeitsleitbild: Ökologische und soziale Nachhaltigkeit ist zentral. Die Un‐ ternehmung ist nicht der Gewinnmaximie‐ rung verpflichtet.

Ökonomische Ziele bzw. Gewinnsteigerung sind primär wichtig z.B. Kunden erhalten Anreiz zu Mehrfahrten aufgrund des Pri‐ cing‐Systems. Dies ermöglicht eine bessere Fahrzeugauslastung bzw. Effizienzsteige‐ rung .

Genossenschaft zentral für den Erfolg des Evtl. IPO des Unternehmens prüfen z.B. Geschäftsmodells Kundenähe, lokale Ver‐ für Internationalisierung . ankerung . Ökologischer und sozialer Auftrag der Ge‐ Gewinnsteigerung ist primär wichtig nossenschaft. Strategie Differenzierungsstrategie

Kostenführerschaftsstrategie

Wachstum durch Nutzen von Differenzie‐ rungsvorteilen konkret: hohe Kundenori‐ entierung durch ökologieorientierte Fahr‐ zeuge

Wachstum durch Nutzung von Grössen‐ und Kostenvorteilen Standardisierung durch Hosting bzw. Verkauf MobiSys, Ver‐ zicht auf u. U. kostspielige Kooperationen

Aufbau von Unique Selling Propositions Kooperationsstrategie: Wachstum mit Ko‐ durch MCS mit oder ohne Kooperations‐ operationspartnern ermöglicht grds. Ska‐ partner : z.B. Vermarktung von MobiSys leneffekte Gefahr: Verwässerung der bis‐ herigen Differenzierungsstrategie Kundennutzen: Sicherstellen der Verfüg‐ Erhöhung der Fahrzeugauslastung und barkeit der Fahrzeuge damit schlechtere Verfügbarkeit der Fahr‐ zeuge          

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Integrationsfallstudie – Lösungen 2011

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Strukturen Differenzierungsstrategie

Kostenführerschaftsstrategie

Dezentralisierung konkret: lokale Fle‐ xibilität durch Delegierte, Sektio‐ nen/Sektionspräsidenten und ‐leiter, Ortsvertreter, Wagenbetreuer; Kunden sind Mitunternehmer Delegiertenversammlung als oberstes Organ verfolgt nicht primär ökonomi‐ sche, sondern regionale Ziele wie neue Standorte, Fahrzeuge etc. . Starker basisdemokratischer Gedanke: MCS hat circa 600 sog. Aktive davon 150 Delegierte, 2 Sektionspräsidenten, 27 Sektionsleiter, 265 Ortsvertreter, 290 Wagenbetreuer . Lokale Verankerung Kunden sind Mit‐ unternehmer, Service public .

Zentralisierung Effizienzvorteile: Sy‐ nergien bzw. Sparen : Dienstleis‐ tungscenter in Luzern auch für Kun‐ den der Denzel Mobility Carsharing. Dominanz des Verwaltungsrats in stra‐ tegischen Fragen Fokus auf Wachs‐ tum : Strategie/Führung, Marke‐ ting/Qualität, IT, Informatik, Finanzen /Controlling, Sektionen/Vernetzung. IPO Börsengang wird im Rahmen ei‐ ner Internationalisierungsstrategie ge‐ prüft – günstiges Mobilisieren grösserer Kapitalien. Internationalisierungsstrategie Kunden sind nicht Mitunternehmer, Verzicht auf unrentable Standorte .

   

Kultur / Führungskultur Differenzierungsstrategie

Kostenführerschaftsstrategie

Gelebter Wert: Bewahrung der Eigen‐ ständigkeit Eigenkapitalbasis, lokal fo‐ kussiertes Geschäftsmodell in CH, Kun‐ den sind Mitunternehmer Mitunternehmertum, Selbstkontrolle

Anfangs wurden stark ökologieorientier‐ te Mitarbeiter rekrutiert Innovationsorientierung der Mitarbei‐ tenden für den Erfolg zentral

Unternehmenskulturelle Grundannah‐ me: Zukünftige Wachstumsvorhaben können nur mit Kooperationspartnern glücken Bürokratie, Kontrolle „von oben“ bzw. starke Präsenz des Verwaltungsrats bei strategischen Entscheiden Wachstum bzw. Kostensenkung im Vordergrund Früher „ökologieorientierte“, heute „ef‐ fiziente“ Mitarbeiter im Einsatz „Operative Hektik“ bzw. sehr hohe Aus‐ lastung der Mitarbeitenden, dominie‐ render Effizienz‐ bzw. Kostengedanke

 

‐ 276 ‐


Lösungen Zusatzklausur

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Lösungen Zusatzklausur  

1. Kurzfragen Rechnungslegung insgesamt 25 Bearbeiten Sie stichwortartig alle folgenden Kurzfragen. 1.1. Zählen Sie mindestens drei Beispiele für die von den Rechnungslegungsadressa‐ ten zu treffenden Entscheidungen sowie die dafür benötigten Informationen auf. 3 je Entscheidung und Information 1P Zu treffende Entscheidungen:      

Benötigte Informationen:

Kauf / Verkauf von Aktien Finanzierung / Kreditvergabe Investitionen Steuerliche Veranlagung Unternehmensplanung Gestaltung der Tarifverträge

Rendite, Finanzlage Liquidität, Bonität Rendite, Führung, Zukunft Gewinn, Eigenkapital Rendite Finanzlage

1.2. Jahreserfolg entspricht i.d.R. nicht dem Geldfluss eines Unternehmens. Nennen Sie mindestens zwei Gründe mit je einem Beispiel dafür. 4 je Grund und Beispiel 1P Nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge

z.B. Abschreibungen, Aufwertungen, Bildung von Rückstellungen, Erwirtschaftung von Buchgewinnen aus Anlageverkäufen 

Verschiebungen in den Bilanzpositionen

z.B. verspätete Zahlungen: Umsatz auf Rechnung, Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung; verspätete Aufwendungen: Einsatz von Vorräten in der Produktion

‐ 297 ‐


Lösungen Zusatzklausur

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1.3. Aus welchen wesentlichen Blöcken setzt sich das Eigenkapital eines Unterneh‐ mens zusammen? Nennen Sie ausserdem kurz die Bestandteile jedes Blocks. 3 je Punkt und je Beispiel 0.5P Das Eigenkapital eines Unternehmens besteht aus den Blöcken „fix“, „variabel“ und dem „Ergebnis“: Fix Das fixe Eigenkapital besteht aus: 

Gezeichnetes Kapital/Grundkapital capital stock  Kapital mit dem die Kapitalgesellschaft ausgestattet wird Gründung und Kapi‐ talerhöhung

Variabel Das variable Eigenkapital besteht aus 

Kapitalreserven paid‐in surplus  Pflicht zur Dotierung aus Zuzahlungen Agios , z.B. aus der Ausgabe von Aktien Gewinnreserven retained‐earnings  Dotierung aus dem nicht ausgeschüttetem Jahresergebnis  Gesetzliche Reserven  Reserven für eigene Anteile wenn eigene Aktien im Vermögen gehalten werden  Satzungsmässige Reserven Bildung durch Gesellschaftsvertrag vorgeschrieben  Andere freie Gewinnreserven

Ergebnis Das Ergebnis besteht aus 

Gewinn‐ oder Verlustvortrag accumulated profits/losses  Nicht verwendetes Ergebnis der Vorperioden

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1.4. Definieren Sie Aktiven Assets im Sinne der modernen Rechnungslegung! 3

Die moderne Rechnungslegung definiert Aktiven Assets ebenso wie Verbindlichkeiten Liabilities ausgehend von der Erfassung und Beurteilung der Geldflüsse teilweise spricht man auch von Nutzen, Flow of future economic benefits . Sie fragt nach dem Barwert der künftigen Geldzuflüsse bzw. Geldabflüsse. Allerdings erfüllt nicht jeder denkbare künftige Geldfluss die Voraussetzungen für eine Aktivierung Capitalization . Das Verfügungsrecht, die Kontrolle über den Vermögenswert Resource controled by the enterprise ist ein weiteres Kriterium. Und selbstverständlich spielt die bereits er‐ wähnte Wahrscheinlichkeit des Geldflusses eine wichtige Rolle Probability of Future Economic Benefits . Damit sind Aktiven Vermögenswerte oder Ressourcen, über die ein Unternehmen auf‐ grund vergangener Ereignisse verfügen kann, sofern der daraus resultierende Nutzen oder Geldzufluss zu ihren Gunsten wahrscheinlich ist und dessen Wert mit hinreichen‐ der Verlässlichkeit geschätzt werden kann. 1.5. Beschreiben Sie kurz drei Bewertungsgrundsätze der Rechnungslegung. 3 je Prinzip und je Erklärung 0.5P Realisationsprinzip: Gewinne dürfen erst ausgewiesen werden, wenn sie realisiert sind. Dabei genügt eine leichte Realisierbarkeit. Niederstwertprinzip: Von mehreren Werten soll stets der tiefere berücksichtigt werden lower of cost or market . Falls der Marktwert niedriger ausfällt als die historischen Kosten, muss es im Rahmen der Bewertung zu einer Wertreduktion kommen. Imparitätsprinzip: Verluste müssen bereits dann berücksichtigt werden, wenn sie er‐ kennbar sind.

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1.6. Bitte zählen Sie die Bestandteile des Geschäftsberichts auf so wie in den meis‐ ten kontinentaleuropäischen Ländern, insbesondere CH, D, A üblich . 3

1.7. Warum findet in der Rechnungslegung das Bruttoprinzip Verwendung? 2 Das Bruttoprinzip oder Verrechnungsverbot Offsetting verbietet die Verrechnung von Aktiven und Passiven sowie von Aufwand und Ertrag. Die Begründung dafür ist, dass beispielsweise Posten wie ein ausserordentlicher Ertrag gezielt herbeigeführt werden können Auflösen von Bewertungsreserven , ein ausser‐ ordentlicher Aufwand dagegen i.d.R. unerwünscht anfällt. Dies soll nicht saldiert aus‐ gewiesen werden dürfen. Dadurch wird sichergestellt, dass die volle Dimension der vor‐ liegenden Sachverhalte erkennbar bleibt.

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1.8. Zeigen Sie die Vor‐ und Nachteile einer Konzernrechnung auf. 4 je Vorteil 0.5P, je Nachteil 1P Vorteile der Konzernrechnung:  Beziehungen und Transaktionen innerhalb des Konzerns werden eliminiert  Der Konzern wird als ein einziges Unternehmen dargestellt  Keine Verzerrungen bezüglich der Finanzierung  Keine falschen Schlüsse bezüglich des Gewinns  In der Konzernrechnung Consolidated Financial Statements oder Group Ac‐ counts werden die internen Beziehungen und Transaktionen eliminiert. Mit der sog. Konsolidierung wird die wirtschaftliche Lage eines Konzerns so dargestellt, als ob es sich um ein einziges Unternehmen handelt und nicht um eine Vielzahl von Gesellschaften mit Sitz in den verschiedensten Ländern . Dadurch werden beispielsweise Verzerrungen hinsichtlich der Finanzierung vermieden, aber auch irreführende Schlüsse bezüglich des Gewinns der Berichtsperiode. Nachteile der Konzernrechnung:  Vernachlässigung von Einzelheiten und keine eine Beurteilung der einzelnen Kon‐ zernteile möglich  Kein Branchenvergleich möglich  Die Konsolidierung hat auch Nachteile. So werden in einem Konzern mit ver‐ schiedenen Tätigkeitsbereichen Sparten, Divisionen durch die konsolidierte, einheitliche Betrachtung natürlich viele Einzelheiten unterdrückt, welche für die Beurteilung der verschiedenen Sparten wichtig wären. Für Aussenstehende ist auch nicht erkennbar, ob einzelne Sparten besonders erfolgreich sind und für andere allenfalls sogar Verluste anfallen. Ein Vergleich mit anderen Unterneh‐ men der betreffenden Branche der wegen der Forderung der Comparability aus der Sicht des Investors wichtig wäre ist nicht möglich. Diese Aspekte werden durch die Segmentsberichterstattung Segment reporting berücksichtigt. So müssen die Konzerne die Umsätze nach Branchen Geschäftsbereiche, Business segments sowie nach geographischen Märkten geographical segments auf‐ gliedern. Gleiches gilt bspw. für die Investitionen, die Betriebsergebnisse oder die Zahl der Mitarbeiter.

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2. Müller AG 10 Die Müller AG, ein führendes regionales Maschinenbauunternehmen, erstellt gerade ihren Jahresabschluss nach internationalen Rechnungslegungsgrundsätzen. Die Bilanz‐ summe beträgt CHF 200 Mio., der Umsatz CHF 500 Mio. und der Gewinn CHF 7 Mio. Im Rahmen dieses Prozesses sind Sie zuständig für den Anhang. Beurteilen Sie, welche der folgenden Vorfälle eine Berichterstattung im Anhang auslö‐ sen. Begründen Sie Ihre Einschätzung stichwortartig! 2.1. Bei der Fertigung einer an die Kesselkunden AG verkauften Maschine sind Risse in einem Behälter aufgetreten, die während der Produktion nicht erkannt wur‐ den. Aufgrund dessen platzte später bei der Kesselkunden AG ein Kessel, der zu einem Maschinenbrand führte. Dabei entstand ein Schaden von CHF 10 Mio. Die Kesselkunden AG hat nun bei einem Gericht eine Produkthaftungsklage einge‐ reicht. 5 je Nennung 1P, max. 5P Folgende Informationen sind für die Erstellung des Anhangs von Relevanz:  Es ist ein Schaden entstanden, die Müller AG ist der Verursacher.  Es ist die Wahrscheinlichkeit einer Inanspruchnahme gegeben. Genauer wird eine Schadenersatzzahlung Mittelabfluss erwartet.  Hierfür ist die Bildung einer Rückstellung und eine Nennung im Anhang erforder‐ lich. Die Aufnahme dieser Punkte in den Anhang beruht auf verschiedenen Grundsätzen:  Erläuterungsfunktion des Anhang  Fair Presentation als Oberziel der Rechnungslegung  Grundsatz der Wesentlichkeit

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2.2. Der Corporate Raider Greedy versucht das Management zu erpressen. Er be‐ hauptet, dass Management habe die Anleger mit falschen Rechnungslegungsan‐ gaben in die Irre geführt. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, or‐ ganisiert er vor einem New Yorker Gericht eine Sammelklage. Beobachter der New Yorker Gerichtswelt geben der Klage von Greedy indes keine Aussicht auf Erfolg. 5 je Nennung 1P, max. 5P In diesem Fall ist keine Nennung im Anhang zu tätigen. Gründe dafür sind:  Es ist kein messbarer Schaden entstanden, die Müller AG ist nicht in eindeutiger Weise als Verursacher erkennbar.  Die Wahrscheinlichkeit eines Geldabflusses ist eher gering.  Es müssen daher keine Rückstellungen und keine Nennung im Anhang getätigt wer‐ den. Dieses Vorgehen ist durch die Fair Presentation als Oberziel der Rechnungslegung be‐ gründet. Weiter ist der Grundsatz der Wesentlichkeit nicht erfüllt.

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3. FC St.Gallen 10 Der Fussballclub FC St.Gallen hat in der Vorsaison die beiden Stars Lionel Messi und David Villa vom FC Barcelona abwerben können. Nach langen Verhandlungen einigten sich die Vereine auf eine Ablösesumme in Höhe von CHF 140 Mio. für Messi, für Villa musste St.Gallen eine Ablöse von CHF 120 Mio. bezahlen. Da der Vereinspräsident vom FC St.Gallen seinen Klub in naher Zukunft an der Börse notiert sehen möchte, bittet er Sie, sich der korrekten Behandlung der Vorfälle aus der Sicht eines Wirtschaftsprüfers anzunehmen. Diskutieren Sie unter Verwendung der Ihnen bekannten Aktivierungskriterien, wie die einzelnen Zahlungen in der Rechnungslegung zu behandeln sind! Tipp: Für die Aufgabenlösung genügt es nicht, Aktivierungskriterien einfach aufzulisten! Überprüfen Sie, ob sie auch erfüllt sind! Weisen Sie dabei auf potentielle Probleme hin! Folgende Bedingungen müssen für eine Aktivierung kumulativ erfüllt sein: 

Handelt es sich um eine in der Verfügungsmacht des Unternehmens stehende Res‐ source hat das Unternehmen die Kontrolle ?

Ein Spieler kann jederzeit gegen eine angemessene Ablösesumme gemäss Reglement bzw. bestehendem Vertrag verkauft werden. 

Beruht das Ereignis auf Ergebnissen der Vergangenheit?

Das Ereignis beruht auf einem Vertragsabschluss sowie ordnungsgemässen Zahlungen an den alten Verein. Ein Vertragsabschluss ist ein Ergebnis der Vergangenheit. 

Ist ein Zufliessen von künftigem wirtschaftlichem Nutzen ohne Gegenleistung ab‐ sehbar?

Erwartete Fernseh‐, Preisgeld‐, Sponsoring‐ und Zuschauereinnahmen sowie sportli‐ cher Erfolg an sich Teil des operativen Geschäfts sind wirtschaftlicher Nutzen. Weiter ist ein Transfer an einen anderen Verein gegen eine angemessene Entschädigung mög‐ lich.

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Lösungen Allgemeine Rechnungslegung

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Lösungen Allgemeine Rechnungslegung 1. Nennen Sie mindesten fünf Gruppen von Adressaten der Rechnungslegung U‐ ser .        

Kapitalgeber z.B. Aktionäre oder Banken Öffentlichkeit z.B. Finanzanalysten oder Medienschaffende Konkurrenten Staat z.B. Steuerbehörde Lieferanten Kunden Management Mitarbeiter 2. Welche Pflichtbestandteile enthält eine Jahresrechnung gemäss Swiss GAAP FER oder IAS und welche sind darüber hinaus mindestens zwei Nennungen heute üblich und zu empfehlen?

Pflichtbestandteile:    

Bilanz Erfolgsrechnung Anhang Geldflussrechnung

Zusätzlich:      

Wertschöpfungsrechnung Umweltbilanzen Sozialbilanzen Shareholder Value Report nicht nur Aktienkursentwicklung Intellectual Capital Report Sustainability Report

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Lösungen Allgemeine Rechnungslegung

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3. Stellen Sie die Bilanz hinsichtlich ihrer wichtigsten Elemente keine Einzelposi‐ tionen und ihrer Strukturgrundsätze schematisch dar!

4. Welche beiden grundsätzlich verschiedenen Grundlagen der Bewertung gibt es?

Bewertung auf Grundlage historischer Kosten Die meisten Regelwerke verlangen eine Bewertung auf der Grundlage historischer Kos‐ ten historical cost convention . Der im Zeitpunkt des Erwerbs bezahlte Betrag An‐ schaffungskosten oder die im Leistungserstellungsprozess angefallenen Beträge Her‐ stellkosten sind mehr oder weniger leicht zu bestimmen. Bewertung auf Markt‐ bzw. Verkehrswert Die Bewertung kann auch auf der Grundlage aktueller Werte erfolgen: Markt‐ bzw. Ver‐ kehrswerte Market cost or value sind ausschlaggebend, falls Wertschriften zum Bör‐ senkurs auch wenn er höher ist als der Kurs im Zeitpunkt des Kaufs, der Anschaffung angesetzt d.h. bewertet werden. Werden nicht für den eigenen Betrieb genutzte, son‐

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Hsg bwl2 prüfungsskript fs2012