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Studium

Ressortleitung: Anna Purtseladze E-Mail: studium@uniscene.de

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Knips! „Bitte recht vielfältig“, lautet das Motto eines Fotowettbewerbs der Uni-Hamburg. Reicht Eure kreativen Ideen ein und gewinnt 555 Euro! Einfach hochladen unter W: universitaetskolleg.unihamburg.de. Zukunftspreis Habt Ihr eine Idee, die die Nachhaltigkeit in der Gesellschaft fördert? Dann nehmt an der Ausschreibung der TUHarburg teil. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Bewerbung unter W: zukunftsrat.de. Neuer Studiengang „Design und Innovation Management“ heißt der in diesem Wintersemester erstmalig angebotene Studiengang der AMD Hochschule in der Alten Rabenstraße in Harvestehude. Ein Studium für spätere Managementjobs in der Kreativindustrie. 14

Text: Marcel Mentzel; Foto: Carsten Schulz

Wohnheim Am Bahnhof Altona wird im Oktober ein Wohnprojekt auf sechs Stockwerken nur für Studis eröffnet. Die kleinste Einheit mit 15 Quadratmetern soll 395 Euro kosten. Ein privates Projekt der Immobilienfirma DWI. BWL-Student Sebastian: „Man ist schon stolz, wenn man von seinem ‚Mentie‘ als großer Bruder bezeichnet wird.“

Rock Your Life!

Der Name ist Programm. Die Studenteninitiative „Rock Your Life“ setzt da an, wo Chancenungleichheit im Bildungssystem herrscht. Sebastian Ritt studiert an der HSBA und arbeitet nebenbei bei „Rock Your Life!“ als Coach. „Es geht nicht darum, Hausaufgabenhilfe zu leisten, sondern zwischen zwei komplett unterschiedlichen Menschen eine fruchtbare Verbindung aufzubauen“, erklärt Sebastian gleich am Anfang des Gesprächs. Viele Jugendliche wissen gar nicht, was sie nach der Schule für einen Bildungsweg einschlagen sollen, da es Ihnen an Unterstützung fehlt. „Rock Your Life!“ versucht, hier eine nachhaltige Hilfe zu bieten. Die Initiative qualifiziert deutschlandweit Studierende als Coaches, um ehrenamtlich Schüler aus benachteiligten Verhältnissen auf dem Weg in den Beruf zu begleiten. Ab der achten Klasse stellen „RYL!“-Coaches den Jugendlichen das Konzept direkt in ihren Schulen vor. Die Schüler können sich so ihren „Coach“ quasi selbst aussuchen – und umgekehrt. Bei Mentor und Mentie soll ein wenig der Funke überspringen, im Optimalfall sollten sie sogar Gemeinsamkeiten haben. Das erleichtert das Kennenlernen. Jedem „Coach“ wird immer nur ein Schüler zugeordnet. Damit soll die intensive Auseinandersetzung mit dem Mentie gewährleistet werden. Das Coaching wird zu Beginn auf etwa zwei Jahre festgelegt. „Ich kenne sogar viele Beispiele,

bei denen die Beziehung zwischen Schüler und Student weit über diesen Zeitraum hinaus gegangen ist“, sagt Sebastian. Er kennt seinen eigenen Mentie jetzt seit einem Jahr und die Beziehung zwischen den beiden ist ebenfalls sehr intensiv geworden. Die beiden verbringen regelmäßig Zeit miteinander, um sich auszutauschen. Da geht’s dann durchaus auch um ernste Themen, bei denen

Manchmal gehen wir einfach ins Kino und reden gar nicht über Beruf und Zukunft. Sebastian Ritt, Mentor

der Student als Mentor und Beistand helfen kann. Probleme lösen – ist das nicht eher was für ausgebildete Profis? Natürlich kann sich der Mentor jederzeit an Ansprechpartner bei „RYL!“ wenden. Bei schwierigen Themen können die zumindest Tipps geben oder an „Profis“ verweisen. Das Coaching zwischen Schüler und Student ist aber eigentlich so

geplant, dass sich der Schüler nur seinem Mentie anvertraut. In welche Richtung das dann geht, entscheiden die beiden selbst. „RyL!“-Schüler werden durch die Beratung oft motivierter und zielstrebiger. Es gibt Unternehmen, die es gerne sehen, wenn Bewerber früh bei „RyL“ mitgemacht haben. Die Initiative kann die Schüler durch Kooperationen mit Unternehmen sogar für Praktika und Ausbildungen vermitteln. Darüber hinaus versucht „Rock Your Life“ in den Firmen Infotage zu organisieren, bei denen die Schüler ausgewählte Branchen hautnah erleben können. Da müssen die dann auch aktiv mit Anpacken. „Das ganze Projekt dient auch ein wenig der Selbstfindung der teilnehmenden Schüler“, erklärt Sebastian. „Rock Your Life“ ist immer auf der Suche nach engagierten Studenten fürs Coaching, aber auch für Organisatorische Bereiche, wie Networking, Pressearbeit oder Spendenakquise. Seit kurzem versucht die Initiative mit Hilfe von Crowdfunding-Projekten Geld zu sammeln, um ihre Vorhaben zu finanzieren. Denn die Coachings für die studentischen Mentoren sowie die Organisation von Events für Schüler und Studenten sind teuer. Sebastian hofft, dass sich noch mehr Studenten engagieren. „Jeder Student kann entscheiden, wie viel Zeit er in die Initiative steckt. Man kann ganz direkt anderen Menschen helfen. Am Ende ist ‚RYL!‘ aber eine Win-Win-Situation für beide Seiten, da sich auch die Studenten in ihrer sozialen Kompetenz stark weiterentwickeln.“ Rock Your Life! Weitere Informationen auf W: rockyourlife.de. Oktober 2014 |

UNISCENE Hamburg 10/14  

Die UNISCENE ist Deutschlands junges Stadtmagazin. Bildung - Karriere - Lifestyle: Unter diesem Motto informiert die UNISCENE in Deutschland...

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