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Basteln mit Senioren war eine der ersten „Tatkräftig“-Aktionen

Thema

Ich muss nur noch kurz die Welt retten

Helden des Alltags sind die, die es trotz überquillendem Terminkalender schaffen, ehrenamtlich zu helfen. Die meisten widmen sich einmal oder mehrmals pro Woche ihrem Ehrenamt – man kann aber auch einmalig gemeinsam mit Freunden anpacken. Liske Jaax erklärt, wie jeder Gutes tun kann. „Ehrenamtlich helfen? Gern, aber woher die Zeit nehmen?“ Etwa so hören sich die meisten Bedenken an, wenn es ums Ehrenamt geht. Nicht nur viele Studenten schrecken deshalb davor zurück. Doch geht es nicht auch anders? Einmal mitanpacken, um zu sehen, wie das ist? Nur einen Nachmittag hergeben und trotzdem vielen Menschen helfen? Einmal tatkräftig sein Auch eine Gruppe von Hamburger Studenten dachte sich, dass ehrenamtliche Hilfe kurzfristig möglich sein muss. Sie gründeten „Tatkräftig“, eine Initiative, die Freiwillige für konkrete Projekte an soziale Einrichtungen in Ham24

burg vermittelt. Die Mitglieder von „Tatkräftig“ engagierten sich zuvor in einer Kirchengemeinde. Dort entwickelten sie 2010 die Idee vom Helfen als Gemeinschaftsprojekt. Das achtköpfige „Tatkräftig“-Team leitet Miriam Schwartz. Die 29-Jährige macht ein Fernstudium an der Uni Münster, passenderweise im Fach Nonprofit-Management. Nebenher ist sie mittlerweile bei „Tatkräftig“ angestellt. Von der Projektorganisation bis hin zu Flyer und Website ist alles professionell strukturiert, doch bis dahin war es ein langer Weg. „Die ersten Freiwilligen konnten wir erst nach zehn Monaten losschicken. Vorher brauchten wir

Startkapital“, erinnert sich Miriam. Durch Mundpropaganda wurden nach und nach viele auf die Initiative aufmerksam, Privatleute und sogar eine IT-Firma waren begeistert und spendeten. „Jetzt können wir uns voll auf die Projektvermittlung konzentrieren“, freut sich Miriam. Das Motto der Anpack-Aktionen: Ein Team, ein Tag, ein Ziel. Ein Beispiel: Matthias wollte zu seinem Geburtstag keine sinnlosen Geschenke, sondern etwas Sinnvolles tun. Er entschied sich, seine Party mit „Tatkräftig“ zu einem Hilfsprojekt umzuwandeln. Den Geburtstag verbrachten er und seine zehn Partygäste damit, die Küche einer Tagesstätte für

Foto: Tatkräftig

Ressortleitung: Liske Jaax E-Mail: thema@uniscene.de

Menschen mit Behinderung zu renovieren. „Das Gefühl, zusammen in fünf Stunden eine ganze Küche wieder hinzukriegen, war echt toll“, schwärmt „Party“-Gast Dave Schneider. Der Student fand die Idee zunächst sehr ungewöhnlich. Als dann aber alle mit Pinseln in der maroden Küche standen, dachte er sich: „Eigentlich eine perfekte Gelegenheit, um Leute für eine gute Sache zusammenzutrommeln.“ Die Organisation und Leitung solcher Events übernimmt „Tatkräftig“. „Am Tag der Aktion müssen die Freiwilligen nur noch kommen und anpacken“, sagt Miriam. Auch am Tag der Renovierung standen Spachtel, Pinsel und Farbe schon bereit. Man sollte vor solch einer Aktion nur überlegen: Wann und mit wie vielen Leuten wollen wir anpacken? Und worauf haben wir Lust? Ist das geklärt, telefonieren Miriam und Co. die sozialen Einrichtungen in Hamburg ab, um etwas Passendes zu finden. Gut ist es, wenn man sich schon mit drei Leuten meldet, das erleichtert Tatkräftig die Organisation. Wer keine Mitstreiter findet, kann sich auch einer bestehenden Gruppe anschließen. Das „Tatkräftig“-ProApril 2013 |

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Die UNISCENE ist Deutschlands junges Stadtmagazin. Bildung - Karriere - Lifestyle: Unter diesem Motto informiert die UNISCENE in Deutschland...

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