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m u r o F z z a J J 2. UD

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20. & 21.November 2014 Stadtgarten Kรถln


DIE UNION DEUTSCHER JAZZMUSIKER

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Seit rund 40 Jahren versteht sich die Union Deutscher Jazzmusiker e.V. (UDJ) als Sprachrohr der Jazzmusiker/-innen in Deutschland. Im Jahre 1973 wurde sie von renommierten Persönlichkeiten der Jazzszene ins Leben gerufen. Seitdem tritt sie für die Belange von Jazzmusikern und Jazzmusikerinnen in Deutschland ein und hat sich nicht zuletzt kulturpolitisch als Ansprechpartner etabliert. Nach einer „Initiative für einen starken Jazz in Deutschland“, der sich rund 1.000 Musiker und Musikerinnen anschlossen, erfuhr die UDJ Anfang 2012 eine grundlegende Neustrukturierung und Stärkung. Die Aufgaben und Ziele der UDJ heute sind vielfältig. Es geht darum, „Jazz made in Germany“ den angemessenen gesellschaftlichen Stellenwert in der deutschen und europäischen Kulturvielfalt zu verschaffen. Wir vertreten die Interessen der Jazzmusiker/-innen gegenüber gesetzgeberischen, politischen und kulturfördernden Instanzen auf Bundesebene insbesondere durch die Zusammenarbeit mit Landesarbeitsgemeinschaften, Musikerinitiativen, nationalen und internationalen Jazzorganisationen und jazznahen Institutionen und Verbänden. Dabei setzen wir uns besonders für eine Verbesserung der gesellschaftlichen, politischen und medialen Wahrnehmung und der strukturellen sowie finanziellen Rahmenbedingungen ein. Die UDJ ist in nationalen und internationalen Gremien und Organisationen vertreten. Dazu gehören die Bundeskonferenz Jazz, der Deutsche Musikrat, die kulturpolitische Gesellschaft oder die Künstlersozialkasse. Es gehört zu den Aufgaben der UDJ, Experten in Jurys von Preisen oder Förderprogrammen zu entsenden. Hierzu zählen: Der Spielstättenprogrammpreis Rock, Pop und Jazz, der deutsche Jazzjournalistenpreis, die Showcase-Jury der jazzahead! und der SWR-Jazzpreis. Seit 1994 verleiht die UDJ selbst regelmäßig den von der GEMA-Stiftung mit 15.000 Euro dotierten Albert-Mangelsdorff-Preis. Dieser gilt als die wichtigste Auszeichnung für Jazz aus Deutschland. Für herausragende Nachwuchsmusikerinnen und -musiker wird darüber hinaus im Rahmen der Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ jährlich der Sonderpreis der Union Deutscher Jazzmusiker verliehen. Zu den zentralen Zielen der UDJ gehören eine verbesserte Präsenz und Wahrnehmung des Jazz in Deutschland sowie eine funktionsfähige Infrastruktur, in der Musiker/-innen leben, arbeiten und kreativ sein können.


VORWORT ///////// Am Anfang stand unser Wunsch, eine Tradition wieder aufleben zu lassen, die ebenso alt wie die UDJ selbst ist, ein zeitloses Konzept wieder aufzulegen und mit neuem Inhalt zu füllen. Das Ergebnis unserer Bemühungen wurde ein buntes, zweitägiges Event im Stadtgarten Köln mit etwa 100 Musikern, Veranstaltern, Journalisten und neugierigen Jazzfans. Auf dem Programm standen Konzerte, Workshops, Diskussionen und natürlich eine Jamsession, dazu die jährliche Mitgliederversammlung der UDJ sowie ein Treffen der Landesjazzorganisationen. 1973 fand das erste JazzForum anlässlich der Gründung der UDJ in Marburg statt. Zahlreiche namhafte Persönlichkeiten der Jazzszene waren bei dieser Geburtsstunde anwesend. Einige von ihnen sind auf dem umseitigen Foto zu sehen – und zum Teil heute kaum mehr wiederzuerkennen (merke: die wilden 70er!). Bis 1998 fand fast jährlich an unterschiedlichen Orten in der Republik ein UDJ JazzForum statt. 2014 stand das Forum unter dem Thema: „Audience Development“. Auf einem hochkarätig besetzten Podium wurde über den Status Quo Zukunftsaussichten der Szene diskutiert. Anschließend konnten sich Besucher in vier verschiedenen Workshops zu den Themen Recht, Musikergesundheit, Label/Vertrieb und Förderung informieren. In den zwei Abendkonzerten trafen aufstrebende Nachwuchskünstler wie Philipp/Helm/Sauerborn oder der UDJ-Sonderpreisträger Bertram Burkert auf etablierte Größen der Szene wie Underkarl. Sogar eine Weltpremiere war zu hören, Sternal/Manderscheid/Mahnig/Valk waren bisher in dieser Besetzung noch nie aufgetreten. Vor der Premiere waren wir durchaus nervös, da wir nicht wissen konnten, wie das Format angenommen werden würde. Dass das JazzForum schließlich ein großer Erfolg wurde, verdanken wir vor allem den zahlreich erschienenen Jazzmusikern und -interessenten sowie unseren Unterstützern und Partnern. Mit ihrer aktiven Mitwirkung haben sie die Idee des Forums erst aufgehen lassen! Natürlich hat uns die ausgesprochen positive Reaktion, belegt durch viele begeisterte Rückmeldungen, stolz gemacht – Fortsetzung folgt! Diese kleine Broschüre soll als Dokumentation und Inspiration dienen! bWeitere Informationen finden sich auf www.u-d-j.de/jazzforum2014. Viel Spaß beim Lesen wünschen Benjamin Schaefer & Jonas Pirzer Union Deutscher Jazzmusiker


DAS FORUM ///////////

Teilnehmer/-innen des ersten (1973) und des zweiundzwanzigsten JazzForums (2014).


Gebhard Ullmann, Vorsitzender der Union Deutscher Jazzmusiker, während der ErÜffnungsveranstaltung des 22. UDJ JazzForums.


IMPRESSIONEN ////////////// „Es gibt ein Publikum und es gibt auch eine ganz junge Strömung in der Musik. Man muss nur die Türen aufmachen.“ - Sebastian Studnitzky

„Unsere Zielgruppe sind die, die denken, dass sie Jazz nicht hören wollen.“ - Tina Heine, Elbjazz

„Wir haben keine Krise des Jazzpublikums. Ich glaube, es fehlt in der jüngeren Generation die Erfahrung, die selbsttätige Erfahrung mit Musik.“ - Thomas Baerens

PODIUMSDISKUSSION


WORKSHOPS


„Das was Macher und Macherinnen, auf der einen Seite und Konsumenten und Konsumentinnen, auf der anderen Seite, verbinden kann, ist das Erlebnis Musik.“ - Dieter Manderscheid

KONZERTE

JAMSESS


„Erst wenn Kinder die Möglichkeit haben kreativen Prozesse in irgendeiner Form nachzuvollziehen, dann werden wir sie auch irgendwann mal bei Jazzkonzerten wiedersehen. Ich glaube es ist sehr wichtig, dass wir da ganz früh anfangen.“ - Thomas Baerens

SION

NETZWERKEN


MITWIRKENDE //////////// FILIPPA GOJO Gesang Schon als kleines Mädchen bekam Filippa Gojo den Spitznamen „Opernsängerin“ angedichtet. Seitdem hat sich ihr Fokus mehr auf das weite Feld des Jazz gerichtet. Durch Förderung der heimatlichen Musikschule in Bregenz konnte man sie bereits mit 15 Jahren auf profesionellen Jazzbühnen der Bodenseeregion hören. Nach dem Diplomstudium in Jazzgesang an der Hochschule für Musik und Tanz Köln mit Auslandssemester in Amsterdam finalisiert die 25-jährige derzeit ihren Master in Köln und ist in Projekten u.a. mit der WDR Big Band und ihrem Filippa Gojo Quartett zu hören. Neben CD Produktionen wie z.B. mit dem Thoneline Orchestra erschien im April 2013 ihr erstes eigenes Album Nahaufnahme (AJazz), sowie im März 2015 ihre erste Solo Produktion vertraum (AJazz).

KIRSTEN KÖNIG Workshop: Rechtliche Grundlagen für freiberufliche Musiker/-innen Dr. Kirsten König ist seit über 10 Jahren als Rechtsanwältin in der Musik- und Medienbranche tätig. 2011 gründete sie ihre eigene Kanzlei, in der sie als „Anwältin für Kreative“ überwiegend Musiker, Comedians und Produzenten vertritt. Als Rechtsanwältin und Kulturmanagerin auf der einen und aktive Musikerin auf der anderen Seite kennt sie die Branche aus unterschiedlichen Perspektiven. Ihre Mandanten finden daher bei ihr nicht nur fundierte Rechtsberantung und –verteidigung sondern auch eine karrierebegleitende Vertrauensperson, die sich als Link und Puffer zwischen den Künstlern und der Geschäftswelt sieht.


THOMAS LANGE Workshop: Wie kommt die Emotion in die Schallwelle? Jahrgang 1960, geboren in Köln. Violinstudium in Berlin und Paris. Langjährige Orchestererfahrung (u.a. Deutsches Symphonie-Orchester Berlin und Berliner Philharmoniker) und Erfahrung im Bereich Jazz bzw. freie improvisierte Musik. Von 1985-90 Entwicklung der Resonanzlehre, ausgelöst durch eine Erkrankung an einer Sehnenscheidenentzündung. Seit 1990 Unterricht der Resonanzlehre mit Musikerinnen und Musikern aller Instrumentengruppen, Gesang und Dirigieren. Zahlreiche Kurse, Seminare und Fortbildungsveranstaltungen an Musikhochschulen und Musikschulen. Von 1997 – 2002 Dozent der Resonanzlehre an der HMTM Hannover.

JANINE WÜLKER Workshop: DIY – Label, Vertrieb, Digital, Physisch: Ein kleiner Rundgang Studium der International Business Studies und Kultur- und Medienmanagement. Wülker ist beim Hamburger Digitalvertrieb finetunes für Strategisches Marketing, Kooperationen und Projekte zuständig, baut derzeit ein eigenes Startup namens MATE auf und ist für das Labelmanagement von nWog Records, dem Label von Nils Wogram, zuständig.

MELANIE ROSSMANN Workshop: Förderdschungel – Tipps und Tricks Bereits seit 2009 widmet sich Melanie Rossman (Jg. 1983, Dipl. Kulturmanagerin) mit ihrer Agentur „aufklang“ der Beratung von Musikern und Veranstaltern bei der Suche nach finanzieller Unterstützung für verschiedenste musikalische Projekte und Ideen.


BANDS ////// Bertram Burkerts Trio Kaktusfeld Bertram Burkert | git Christian Dähne | b Julian Wundrak | dr

Auf einem Kaktusfeld wachsen erstaunliche, mitunter bizarre Geschöpfe: Rote Riesen, wechselwarme Gewächse mit kleinen Beulen, Wesen mit nahezu pathologischem Medienkonsumverhalten. Am letzten warmen Sommerabend 2012 haben sich Bertram Burkert, Julian Wundrak und Christian Dähne dort verabredet, um ihnen musikalische Denkmäler zu setzen. Die Idee dazu war während einiger gemeinsamer Probephasen in der Landesjugendbigband Thüringen entstanden. Ein Jahr nach seiner Gründung wurde das Trio Kaktusfeld bei der 11. Bundesbegegnung „Jugend jazzt mit dem Škoda-Jazzpreis 2013“ ausgezeichnet. Es folgte ein Konzert mit dem Trompeter Rüdiger Baldauf im Rahmen der Bremer jazzahead! auf der Newcomer Stage des Deutschen Musikrats. Bei allen Auftritten des Trios stehen Eigenkompositionen im Mittelpunkt des Programms, für die Bertram Burkert 2013 den Sonderpreis der Union Deutscher Jazzmusiker erhielt. Seit Oktober 2013 haben sich die drei jungen Musiker dazu entschieden, die Musik zu ihrem Beruf zu machen und sammeln seitdem ständig neue Erfahrungen in verschiedensten Bands wie dem Bundesjazzorchester (BuJazzo), dem JM Jazz World Orchestra sowie kleineren Besetzungen, beispielsweise dem Alaa Zouiten Ensemble oder Karl die Große.


Pollon (in Kooperation mit der HfMT Köln) Theresia Philipp | sax David Helm | b Thomas Sauerborn | dr

Ihren Studienabschluss an der HfMT Köln Ende 2013 nahm die Saxofonistin Theresia Philipp zum Anlass, ein neues Trio mit zwei hoch geschätzten Studienkollegen zu gründen – dem Bassisten David Helm und dem Schlagzeuger Thomas Sauerborn. „Eine Studentenband also“, denkt sich der kundige Konzertbesucher an dieser Stelle... bevor ihm beim Blick in die Lebensläufe der drei die Kinnlade entgleitet: zahlreiche 1. Preise bei „Jugend jazzt“, Stipendien, Mitgliedschaften in Landes- und Bundesjazzorchester, weltweite Konzerttourneen, Zusammenarbeit mit Jazzgrößen wie John Taylor, Jiggs Whigham, Kurt Elling oder Barre Phillips, sogar eigene Dozententätigkeiten – und das mit twenty-something! Von wegen Studentenband. Hier sind drei junge Vollprofis am Werk, die gemeinsam in intensiver und stets transparenter Kommunikation die Möglichkeiten ihrer an großen Vorbildern so reichen Triobesetzung ausloten. Sie haben keine Scheu vor Genregrenzen, mischen ganz selbstverständlich Eigenkompositionen mit ihren liebsten Standards und liefern eindrucksvoll den Beweis, dass es dem Jazz in Deutschland – zumindest in musikalischer Hinsicht – blendend geht.


Underkarl Lömsch Lehmann | sax Rudi Mahall | bcl Frank Wingold | git Sebastian Gramss | b Dirk-Peter Kölsch | dr „Selten seit Zappa waren Anarchie und Disziplin, Jazz und Rock so stimmig vereint“, schreibt „Rolling Stone“ über das Quintett des Bassisten Sebastian Gramss. Der sorgt für einen Count-Basie-haften Beat, während Frank Wingold neben seiner Gitarre auch einen Plattenspieler als Instrument nutzt. Eine Ausnahme-Band. Seit 1993 haben die 5 Musiker 7 Alben veröffentlicht. Das aktuelle Album: HOMO LUDENS (ECHO JAZZ 2013) erschien 2013 bei rent a dog. Mastermind Sebastian Gramss wagt nach dem „Goldberg-Bachprogramm“, das die Band auf Einladung des Goethe-Instituts im Frühjahr 2012 auch in Mittelamerika live präsentiert hat, wieder die Abkehr vom Cover-Jazz der letzten Jahre und die Rückbesinnung auf die Kraft der Eigenkomposition. Seit 1993 existiert die Gruppe bereits und zählt zu den wenigen wirklich konstanten Formationen der deutschen Jazzszene. Mit „Homo Ludens“ befindet sich Underkarl weiterhin in der unendlichen Zeitschleife der Musikgeschichte. Unabhängig davon in welcher aktuellen post-modernen oder post-post-modernen Etikettendiskussion sich gerade der Jazz befindet, bei dem Kölner Quintett geht wie immer die Post ab.


Sternal / Manderscheid / Mahnig / Valk Claudius Valk | sax Sebastian Sternal | p Dieter Manderscheid | b Dominik Mahnig | dr Achtung, Weltpremiere! Vier preisgekrönte Jazzmusiker aus unterschiedlichen Generationen, allesamt international gefragte Aktivposten ihrer Szene, treffen zum ersten Mal in dieser Konstellation aufeinander. Innerhalb der Gruppe bestehen bereits starke Bezüge: so unterhält Pianist Sebastian Sternal (u.a. ausgezeichnet mit ECHO Jazz und WDR Jazzpreis) sowohl mit dem Bassisten Dieter Manderscheid (Professor an der HfMT Köln, auf über 50 Alben zu hören und seit mehr als drei Jahrzehnten einer der renommiertesten Vertreter seiner Zunft) als auch mit dem Saxofonisten Claudius Valk ein Duo. Letzteres gewann in diesem Jahr den Neuen Deutschen Jazzpreis als beste Band, Valk erhielt zudem noch den Solistenpreis. Schlagzeuger Dominik Mahnig (u.a. Wilhelm-Fabry-Förderpreis), mit gerade einmal 25 Jahren jüngstes Mitglied im Bunde, hat sich in Windeseile einen Ruf als player to watch erspielt. So trifft in diesem Quartett „eingespielt“ auf „neu formiert“ und „jung“ auf „jung geblieben“. Freuen wir uns also auf einen Abend mit wunderbar frischer Musik!


DANKE! /////// EIN HERZLICHER DANK GILT REINER MICHALKE UND DEM GESAMTEN STADTGARTEN TEAM SOWIE UNSEREN KOOPERATIONSPARTNERN


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20. & 21.November 2014 Stadtgarten Kรถln


22. UDJ Jazzforum