Issuu on Google+

Thema

SommerUni!

20. Mai 2011

A u s g a b e 7

UniK1

Die Studierendenzeitung


IMPRESSUM HERAUSGEBER: AStA der Universität Koblenz - Landau, Campus Koblenz

CHEFREDAKTION: Nadine Kaiser Dennis Ritz REDAKTION: Klaus Bubenheimer Christian Geiling Matthias Langenbahn Fabian Möhn Christoph Primm Arne F. Schmeiser Yvonné Stoßhoff Conrad Szudra Markus Volk Elisabeth von Berg Frank Deutschmann Florian Gallhuber Stefan Hackenbruch Hashim Jafar Johnny Mutante Jan-Holger Nahler Tina Obermann Denis Sauerborn Ahmet Schmengler LAYOUT: Nadine Kaiser LAYOUT DESIGN: Michael Eisenhart

2

BILDER: Sebastian Wieschowski, Tobias Mittmann, Julika Wolf // www.jugendfotos.de, Nadine Kaiser, Matthias Langenbahn, lektora, dtv, wikipedia Cover: SommerUni Logo: Alexander Anthes, Michael Eisenhart, Hashim Jafar DRUCK: Gemeindebriefdruckerei Martin-Luther-Weg 1 29393 Groß Oesingen AUFLAGE: 1000 Stück REDAKTIONSSCHLUSS: Ausgabe 8 / Thema „Light and Dark“ 1. Juni Ausgabe 9 / Thema „Reise Reise“ 1. Juli KONTAKT: unik@uni-koblenz.de ONLINE: unik.uni-koblenz.de facebook.com/Unik.Koblenz twitter.com/unik_koblenz


EDITORIAL Hallo und Herzlich Willkommen zu der Schmetterlingsausgabe!

Wir haben uns gedacht, dass die 7. Ausgabe der UniK aus gegebenen Anlass der 25. SommerUni gewidmet sein sein soll. Dabei ist ein Sammelsurium an Artikeln entstanden, das uns zurück in die vergangenen SommerUni‘s reisen und in die zukünftige silber-blaue SommerUni blicken lässt. Dabei vernachlässigen wir natürlich nicht unsere gewohnten Rubriken auf die ihr alle schon wartet. Wir haben jede Menge Musikkritiken, aber natürlich diesmal zu Bands die auf der SommerUni spielen werden. Wir wünschen nicht nur der SommerUni eine wundervolle regenfreie Zeit, sondern vor allem euch! Ihr seid die, für die die SommerUni gedacht ist. Besucht doch den ein oder anderen Workshop. Bei Fragen zur SU können wir sommeruni.com wärmstens empfehlen. Auch wir werden an der SommerUni aktiv mitwirken und hoffen, den ein oder anderen von euch dort zu sehen. Bis dahin läuft der Eröffnungscountdown! Euer UniK-Team

INHALTSVERZEICHNIS STUDENTENLEBEN

05 SommerUni 2011 06 2 Wochen im April 09 Es war einmal... 11 Finnland im Mai 14 Historische Fechtkunst 16 Ein ethnologischer Versuch 19 SommerUni Kollektion 2011 20 Lepidoptera aestas universitas 22 Stopp! - Selbstverteidigung für Frauen

MUSIK

25 CD-Kritiken 25 - Songs for Japan 25 - Plastic Boy 26 - The Hellacopters 28 SommerUni-Festival-Party 29 - Luis und Laserpower 30 - ColdWaterEffect 30 - Speedbottles / Hellespont Fairfax

LITERATUR

33 imageddum fm 37 Buch- Kritiken 37 - Distanzen 38 - Einschlafbuch für Hochbegabte

HOPO

40 Wahlen: Amt des Universitätsprofessors 41 - Roman Heiligenthal 43 - Frank Siegmund

FUN

51 Autorenlesung: David Werker 53 Lach- und Sachgeschichten 54 BuGa-Start mit dem AHS 55 Escrima / Fußball-Turnier / AHS - Ehrung 58 Ausmal-Bild / Sudoku / Kreuzworträtsel 62 Mensa-Plan

3


Studentenleben

4


SommerUni 2011

Die SommerUni ist eine einzigartige Kultur–, Projekt- und Aktionswoche, in der Diskussionen, Workshops und Vorträge aus den verschiedensten Bereichen stattfinden. Von Bogenschießen und Bewerbertraining über Cocktailmixen bis hin zu Musikproduktion am Computer kann jeder seinen persönlichen Vorlieben und Interessen entsprechend die Angebote der SommerUni nutzen. Kurse im sportlichen Bereich gehören ebenso dazu wie Workshops im (inter-)kulturellen, handwerklichen oder technologischen Umfeld. Neben der Autorenlesung mit David Werker, Comedy mit Roberto Capitoni, dem traditionellen Brunch oder dem Film– und Spieleabend finden jede Menge andere Veranstaltungen einen Platz im Rahmenprogramm, die sicher nicht nur für Studierende interessant sind. Damit der Spaß auch nicht zu kurz kommt, gibt es neben „abgedrehten“

Workshops, verschiedenen Kochkursen und dem traditionellen Kastenlauf auch wieder die obligatorische SommerUni-Party, einen Schankwagen auf dem Campus, verrückte Spiele und selbstverständlich schönes Wetter, kalte Getränke und sehr viel gute Laune! Die SommerUni lebt vom Mitmachen! Den ersten Teil haben unsere tapferen Workshopanbieter schon geleistet. Jetzt seid IHR an der Reihe, das vielfältige Angebot wahrzunehmen. Schüler, Studenten, (Mit-)Arbeiter, Dozenten, Ehemalige, Nachbarn der Uni, Koblenzer, Freunde des Sommers, Touristen, kurz: JEDER ist herzlich eingeladen die SommerUni 2011 zu einem außergewöhnlichen Erlebnis werden zu lassen, denn Mitmachen macht am meisten Spaß! Sommerliche Grüße, Conrad und Christoph

5


Zwei Wochen im April

15. Ich habe meinen Stundenplan für das Sommersemester 2011 zwei Tage vor dem 17. fertig gestellt und mich für alle relevanten Veranstaltungen angemeldet. Es gibt diesmal nur fünf Kollisionen. Den 17. April hatte ich schon frühzeitig als wichtigsten Termin im April markiert. Tut mir leid, Religionslehrer! 16. Am Nachmittag bekomme ich eine Email von einem Dozenten, der eine Veranstaltung absagen muss. Die Veranstaltung wird nicht näher spezifiziert, obwohl der Dozent mehrere Veranstaltungen im Sommersemester anbietet. Da ich nur eine dieser Veranstaltungen belegt habe, kann ich die Veranstaltung dennoch identifizieren. 17. Natürlich prüfe ich heute mehrfach meine Emails und meinen Stundenplan in KLIPS, um nicht wieder durch sehr kurzfristige Absagen in studienverlängernde Schwierigkeiten zu geraten. Die Veranstaltung, die eigentlich ausfallen sollte, wird weiter-

6

hin sowohl in der Semester- als auch in der Wochenansicht angezeigt, Anmeldungen sind noch möglich! 18. Um 18 Uhr versammeln sich diverse Studenten zu einem angekündigten Seminar (kein Ausfalltermin in KLIPS). Teilweise warten die Studenten schon seit mehreren Stunden in der Uni auf die Veranstaltung. Wie immer kommen auch Studenten, die an der verpflichtenden Einführungsveranstaltung nicht teilgenommen haben. Das ist mir auch schon zweimal passiert. Dafür kommt aber der Dozent nicht! Wenigstens spricht sich herum, dass er 42 Stunden vor der vermeintlich ersten Veranstaltung die angekündigte Liste der Referatsthemen und -termine im Internet veröffentlicht hat. 19. Eine Vorlesung beginnt mit der Ansage, dass sich alle Teilnehmer erneut über Metoo für die zugehörige Übung anmelden müssen, da die Gruppen sonst nicht gleichmäßig


verteilt werden können. Die Priorisierung in KLIPS reicht hier wohl nicht aus!? Hier war der betreffende Lehrstuhl erfolgreich um Schadensbegrenzung bemüht, versandte mehrere Erinnerungen und räumte eine Bedenkzeit von 10 Tagen ein. Diesbezügliche Emails wurden innerhalb von 24 Stunden beantwortet. 20. Heute melde ich mich für zwei Vorlesungen bei VCRP5 an, um auf die relevanten Materialien zugreifen zu können. Auch dieses System hat seine Tücken! Wer sich nicht innerhalb der dortigen Anmeldefrist anmeldet, kann die Dateien später nur noch von Kommilitonen erbetteln. Nach sechs Monaten Nichtbenutzung wird der Blackboard-Account unwiderruflich gelöscht. 21. Ein Dozent teilt mit, dass mir seine Veranstaltung wegen (plötzlicher?) Überbelegung verwehrt bleibt. Dafür habe ich aber einen Platz auf der Warteliste bekommen, was bereits am Vortag zu sehen gewesen wäre (Das Kürzel „WL“ befindet sich dann an erster Position in der letzten Zeile einer Veranstaltungsübersicht). Dennoch werden die Studenten erst am Donnerstag per Email informiert. Nachdem ich drei Emails geschrieben habe, darf ich dann doch noch an einem anderen Seminar teilnehmen. Ich lerne: Die Uni setzt voraus, dass ich mich mindestens einmal täglich bei KLIPS

anmelde. 22. Bis Sonntag muss erstmal der Osterhase dran glauben. 25. (Ostermontag) Ich bekomme eine Email, aus der hervorgeht, welche der Veranstaltungen gemäß 16. ausfällt. Sie wurde inzwischen aus dem Veranstaltungsverzeichnis gelöscht. Die übrigen Veranstaltungen des Dozenten finden statt. Außerdem beginnt heute die Nachbelegungsfrist, die ich zur Wahrnehmung der Alternativveranstaltung gemäß 21. nutze. 26. Heute fällt eine Übung zum zweiten Mal aus, ohne dass dies in KLIPS vermerkt wäre. Zwar wurde in der zugehörigen Vorlesung darauf hin gewiesen, dennoch frage ich mich, wozu es in KLIPS überhaupt eine Wochenansicht gibt. Die Erfassung von Ausfallterminen muss unwahrscheinlich aufwändig sein. Die Anfahrtswege eines durchschnittlichen Studenten sind im Vergleich dazu marginal. 27. Eine Vorlesung samt Übung verschwindet aus dem Stundenplan, obwohl die Veranstaltung mit Sicherheit nicht ausfällt. Damit sind auch die Anmeldungen obsolet. Dass dies kein Anwenderfehler war, lasse ich mir von mehreren Kommilitonen bestätigen. Die Veranstaltung lässt sich zwar erneut in den Stundenplan aufnehmen, es ist aber keine Anmeldung mehr

7


möglich. Am Abend kursieren Gerüchte, die Zulassung sei abhängig von der Zahl der Fachsemester. 28. Am Nachmittag erhalte ich eine offizielle Email, die mich über den Grund der gestrigen Löschung der Vorlesung informiert. Danach wurden alle B. Ed. Studenten mit Fachsemester < 5 in dem entsprechenden Fach aus Kapazitätsgründen abgemeldet. Diese Information hatte sich bereits am Vormittag mündlich verbreitet. Umso mehr freute und überraschte mich eine ausführliche Email des Dozenten. Später melde ich mich in Metoo für die erste Klausur an. Für die zugehörige Vorlesung und Übung konnte ich mich zwar noch nicht anmelden, da sich diese mit der weggefallenen

Vorlesung überschnitten hätten und keine Nachbelegung möglich ist, der Dozent sichert uns aber seine Unterstützung zu. Auch die bereits abgeschlossene Bildung der Arbeitsgruppen wird für die Nachzügler (in keinem der genannten Fälle bin ich ein Einzelfall) nochmal geöffnet. Dies erweist sich dann in der nächsten Woche als ziemlich nervenaufreibend... Die Universität nimmt ihren Bildungsauftrag sehr ernst, wir lernen hier wirklich fürs Leben. Wer sich diesem Stress nicht aussetzen will, sollte sich einfach für alle Veranstaltungen anmelden. Zunächst stehen aber ein paar Prüfungen auf dem Programm: Anmeldefrist für die Modulabschlussprüfungen Bildungswissenschaften ist vom 1.-15. Juni! Klaus Bubenheimer

______________________________________________________ ______________________________________________________

SommerUni Fotografiewettbewerb Schnappt euch eure Kamera und macht Fotos von der Sommeruni! Wir brauchen eure besten Fotos - egal ob Portrait, Architektur oder Schnappschuss. Hauptsache ihr dokumentiert damit einen Teil der Sommeruni und zeigt was sie so besonders macht. Die besten Fotos werden in der UniK veröffentlicht sowie auf der Sommeruni Webseite präsentiert. Darüber hinaus erhalten die Gewinner Preise im Gesamtwert von über 100€. Ihr schickt mindestens ein, maximal zwei Fotos bis zum 8. Juni an sommerunifotos@googlemail.com

8


Es war einmal...

Zu einer Zeit, als noch niemand von

uns an der Uni studierte, entschied der AStA eine Herbst-Uni zu veranstalten. Genau genommen: Es begab sich im Jahre des Herren 1987. Motivation und Inhalt liegen für uns im Nebel der Vergangenheit, aber wir haben Zeitzeugen gefunden, die sich noch an SommerUnis aus der Mitte der 90er Jahre erinnern. Damals, auf dem Oberwerth, war alles noch ganz anders. Auf der Wiese zwischen A- und B-Bau stand ein Pavillon, aus dem viele Freiwillige Bier verkauften, an jedem Tag gab es einen Waffelstand von einer Fachschaft, Hauptattraktion der SommerUni waren Workshops und Vorträge, die Studierende und Dozenten anboten. Am Ende der SommerUni gab’s eine riesige Fete, sonntags den Brunch, donnerstags die RiverBoat-Party, die regelmäßig völlig überbucht war, meistens gab es auch noch eine Autorenlesung oder ein Theaterstück.

Die Stimmung war toll, das Wetter schön, die Plakate bunt … alles irgendwie … anders. Die SommerUni 99 war legendär schön, die Motivation, 2000 eine besonders tolle „hinzulegen“ unglaublich. Irgendwie hatte wohl der Millenniums-Virus ein bisschen zugeschlagen, ein besonders tolles Rahmenprogramm sollte die Veranstaltung unvergesslich machen. Irgendwie wurde da alles anders – das Rahmenprogramm wurde immer wichtiger, die Bereitschaft, Workshops anzubieten sank … und mit dem Umzug nach Metternich änderte sich auch das Ambiente. Wo auf dem Oberwerth 100 Leute das Gefühl vermittelten, dass auf dem Campus High Life herrscht, verlaufen sich die Leute in Metternich, der Schankwagen ist nicht mehr so ganz „bildbeherrschend“ – es soll sogar schon Leute gegeben haben, die ihn schlichtweg übersehen haben. Um die Studierenden weiter für die

9


10

SommerUni zu interessieren wurden die Anstrengungen, ein attraktives Rahmenprogramm zu erstellen, immer größer, aber das gefühlte Interesse von Seiten der Studierenden und Mitarbeitern .. nun ja, früher war alles besser, auch die Zukunft.

werden, wo früher noch Studenten über ihre Hobbys und Dozenten über ihre Weltreise referierten, Fachschaften Aktionen anboten.

Die letzten drei Jahre brachten die einschneidensten Veränderungen, denn langsam hatten sich zu viele Komponenten eingeschlichen, die nicht mehr wirklich das Label „Kultur“ verdienten, die Feten waren nur noch schlecht besucht, der organisatorische und finanzielle Aufwand zu hoch, die Künstler enttäuscht … Die Fete wurde ausgelagert, die River-Boat-Party abgeschafft und es wurde eine Rückbesinnung auf den eigentlichen Sinn der SommerUni versucht. Auffallend ist auch, dass immer mehr Workshops und Vorträge von, nun, nennen wir sie einmal „Werbepartner“, angeboten

Zusammenfassend kann man sagen, dass bei der SommerUni schon viele große Namen aufgetaucht sind, sehr viel Arbeit geleistet wurde, viel Freude und aber auch menschliche Enttäuschung erlebt wurde – und vor allem: Hier haben sehr viele Menschen wertvolle Erfahrungen fürs (Berufs)Leben gesammelt.

Temprae mutetur et nos mutetur in illi.

Trotz allen Veränderungen: fünfundzwanzig Durchgänge – es gibt wenige Dinge, die sich an unserer Uni so lange gehalten haben. 25 – ist ja auch so eine besondere Zahl … angeblich ;-) …


Finnland im Mai

In manchen Jahren hat man bereits

im April genug Sonne und Wärme um sich auf den Wiesen des Rheinufers zu sonnen. Der Mai wird schon fast als sommerlich empfunden und bei einigen scheint die Sonnenbrille schon seit Ende März festgewachsen. Bei einem dreistündigen Flug Richtung Norden hingegen herrscht dann noch der Winter.

Vom Flughafen Hahn gibt es Verbindungen in die finnische Tundra. Während man Tampere bucht, kommt man auf dem nach dieser Stadt benannten Flughafen an, der sich etwas entfernt davon bei Pirkkalla mitten im nirgendwo befindet. Ein stillgelegtes Militärflugfeld aus Zeiten des Kalten Krieges wurde dort mit einem winzigen Passagierterminal erweitert und erinnert eher an einen Freizeitspaß für Segelflieger. Bei der ersten Ankunft dort würde es kaum jemanden überraschen, wenn draußen vor dem Gebäude die Braunbären statt der Shuttlebusse warteten. Der

kleine Ort befindet sich bereits oberhalb des Polarkreises und ist dennoch der günstigste Weg von Koblenz nach Helsinki. Dazu geht es jedoch noch rund zwei Stunden über finnische Autobahnen, ohne Leitplanken, dafür aber mit endlosen Wäldern an beiden Seiten. Das große Zentrum Helsinki wirkt auf den ersten Blick relativ wenig anziehend. Die Vorstadtgebiete sind von einfachen Einheitsmietshäusern in tristem grau geprägt. Sollte man jedoch am dreißigsten April ankommen wirkt es eher als seien überall Seeleute unterwegs. Helsinki liegt am Meer, doch diese Menge an weißen Seemannsmützen scheint zu viel für jede Hafenstadt. Tatsächlich sind es weitgehend Studenten, die in weißem Overall und Seemannsmütze durch die Straßen laufen. Diese Seemannsmütze ist eigentlich deren Abiturmütze und die Overalls symbolisieren die entsprechende Uni. Andere Teenager bis Mittzwanziger haben sich in den letzten Jahren diesem Brauch ange-

11


schlossen. An diesem Tag wird Vappu gefeiert, der Abschied vom Winter. Wer einmal Finnen im Urlaub bei Feiern erlebt hat, kann sich leicht vorstellen, wie viel dabei getrunken wird. Selbst ohne Kenntnisse dieser schweren Sprache fällt dabei auf, dass viele Flaschen kyrillische Schrift tragen. Nun, Helsinki hat einen Fährhafen und der Weg nach Russland oder Estland lohnt sich bei dortigen Alkoholpreisen scheinbar auch für den kleinen Einkauf des Wodka für die nächste Party. Spätestens in der Mitte des Platzes vor der finnischen Börse wird dann jedem Neuankömmling klar, dass es ratsam gewesen wäre, ein paar Flaschen im Reisegepäck mitzubringen. Dabei freuen sich finnische Freunde über günstigen Sherry und Portwein, der dort oben fast nicht zu kaufen ist. Der Abschied vom Winter wird allerdings weitgehend mit Hochprozentigem gefeiert. Bier ist an diesem Wochenende eher etwas für die Frühstücksrunde am nächsten Tag, was nicht bedeuten muss, dass man dazwischen überhaupt schlafen muss. Es empfiehlt sich nicht, mit den Finnen um die Wette zu trinken, das dürfte für die meisten Mitteleuropäer nicht gut enden. Es ist kaum zu glauben, welche Mengen auch die Frauen dort trinken; einige werden dann zu später Stunde getragen oder alle schlafen

12

gleich in einem der Parks der Stadt. Eine Taxifahrt in dieser Nacht ist ein Abenteuer, auf das man gerne verzichten kann. In den Zügen trifft man an einem solchen Abend ohnehin so viele interessante Partyleute, dass die Geschichte für einige Partyrunden zuhause reicht. Von unterkühlten, leicht schüchternen Finnen merkt man an diesem Tag und dem folgenden Wochenende nichts.

Wer in die schicken Bars und Discotheken der Partymeile Helsinkis will, sollte hingegen genügend große Euros dabei haben. Das ist keine Inflation, nein, es ist immer so teuer dort! Damit erklärt sich dann auch dem Mitteleuropäer warum die Finnen überall auf den Straßen trinken. Einige Wochen früher wäre dies noch keine gute Idee gewesen, wovon man sich bei einem Besuch der vorgelagerten Festungsin-


sel überzeugen kann. Wenn einen der Kater am nächsten Tag nicht zu sehr im Griff hat, der kann dort auch im Mai an stets schattigen Ecken noch Schnee entdecken. Gut möglich, dass auch einige Hauptstädter dort sitzen und ihren Wodka im Schnee kühlen, während die Sonne bereits ohne Jacke erträgliche Nachmittagstemperaturen erzeugt. Fehlt jemandem noch das typische Bild von 1000 Seen, endlosen Wäldern und Wildnis? - Kein Problem, weniger als eine Stunde Fahrt aus der Hauptstadt mit Bus oder Zug und man fragt sich schon, ob nicht doch hinter dem nächsten Baum ein Bär wartet. Doch für diese Ausflüge wird es nachts noch etwas zu kalt, auch wenn die Einheimischen dort Kälte ganz anders sehen. Knapp fünfzehn Grad über null und etwas Sonne, schon sitzen alle in Sommerkleidung draußen.

nungsbedürftig. Falls Euch jemand mit einem Grinsen eine Fischspezialität ausgeben will und dazu direkt den Schnaps ordert, überlegt euch das Zeug zu probieren. Vergorener Fisch mag dort ein guter Grund zum Trinken sein, doch ist es für einen nicht-skandinavischen Magen danach auch nötig. Es gibt aber auch wirklich Gutes vom Fisch zu probieren, nur halt besser nicht in der trinkfreudigen Runde, denn finnischer Humor kann durchaus derbe Seiten entwickeln. Wer sich für Motorsport begeistern kann, sollte vielleicht etwas später ins Land kommen. Die Finnland Rallye hieß früher 1000 Seen, was es auch ganz gut beschreibt. Dazu gibt es noch die größte Grillparty des Landes mitten in den Wäldern. Falls jemand zur Abkühlung in kristallklares, sauberes Süßwasser springen will, dabei gibt es einen Haken: Die Seen haben selbst im Juli grade mal rund zehn Grad.

So manch anderes ist auch gewöhMarkus Volk

13


Historische Fechtkunst

Mittelalterlicher

Schwertkampf als Sport in unserer modernen Zeit? Einer Zeit in der sich viele Menschen von Samuraischwertern und asiatischen Kampfsportarten in den Bann schlagen lassen? Warum nicht? Auch die Filmindustrie das mittelalterliche Schwert verewigt, indem Protagonisten und Bösewichte immer wieder diese Waffe zur Hand nahmen. Eine Waffe, die in unserer sich ständig weiter globalisierenden Welt mehr als Symbol denn als Waffe betrachtet werden sollte, deren Handhabungstechniken ebenso alt sind wie sie selbst. Kendo, Jiu-Jutsu, Taekwon-Do und viele andere aus dem asiatischen Raum stammende Techniken haben eines gemein: Sie verbinden einen hoch entwickelten Kampfsport mit Meditation und der Geistesschulung. Es ist eine Entrückung vom stressigen Alltag, eine Erholung in der Konzentration auf eine einzige Sache.

14

Doch wofür Asien bekannt ist, wurde bei uns schon fast vergessen. Dabei steht die europäische Kampfkultur der asiatischen in nichts nach. Auch hier gab es findige Schwertmeister, mehrere hundert Lagen gefalteten Stahl bereits ab dem 5.Jahrhundert und fintenreiche Kämpfer. Und so kennt auch die mittelalterliche Fechtkunst Europas Übungen, die meditativem Tai-chi vergleichbar sind und identische Wirkung haben: Die Entspannung eines Kämpfers vor seinem Training. Alte Schriften zeugen noch heute von hoch entwickelten Kampfkünsten, geben sogar gesundheitsbetonte Ernährungstipps (aus der damaligen Zeit) und bilden zusammen mit modernen sportmotorischen Erkenntnissen die Grundlage für die heutige Rekonstruktion des Schwertkampfes nach historischen Vorbildern. Eine belebende Alternative schaffen zum Cyberleben in Computerwelten und der allgegenwärtigen Ereignisflut


aus den Medien. Ruhezonen finden in einer rastlosen, ungesunden Welt, den Blick schärfen und eigene Werte finden. Die Faszination alteuropäischer Hochkultur entdecken und nicht zuletzt die eigenen Wurzeln spüren. Das und mehr bietet mittelalterlicher Schwertkampf! Wir leben in einer Zeit, in der selbst einfachste Bewegungsabläufe nicht mehr selbstverständlich sind. Die Abhängigkeit von moderner Technik, verschleißende Arbeit, das Gift einer scheinbar bequemen Grundversorgung lassen Instinkte und Koordinationsfähigkeiten verkümmern, der Geist wird taub angesichts einer unendlichen Flut von Themen, die sich nur allzu oft um Arbeitslosigkeit drehen, um Existenzangst, aber auch Wohlstandsgebrechen, den Sonderangeboten in Märkten oder den aktuellsten Meldungen über den Verfall der Werte innerhalb der Gesellschaft, die oftmals mit tragischen Beispielen verbunden sind. Der Kampf mit einem Schwert als sportlicher Ausgleich trainiert dagegen Körper und Geist, führt zu einer Rückbesinnung auf die eigene Leistungsfähigkeit. Hier werden Reaktionsvermögen und Koordination gefördert, innere Ruhe, Selbstvertrauen und Präzision, aber auch Sensibilität für den Partner, welcher als Gleichgesinnter zu betrachten ist. Ein Schwert

zu führen ist mit vielen Alltagssituationen vergleichbar, sind diese Eigenschaften doch auch in privaten wie dienstlichen Gesprächen und allen Entscheidungssituationen von Nutzen. Das alles führt zurück zu einem intensiveren Er-Leben, zur aktiven Gestaltung des Daseins und der Umgebung. Geschichte wird „gelebt“ statt sie bloß zu betrachten und mit dem Gedanken zu argumentieren, dass es so einmal „war“. Denn es „ist“ immer noch! Der Schwertkampf-Sport hat den Blickwinkel hinter sich gelassen, das Schwert als eine reine Waffe und ein Symbol der Gewalt zu sehen. Nicht länger eine Verkörperung der Überlegenheit, vielmehr ist das Schwert für den geschulten Fechter eine Verlängerung seines Arms. Der heutige Schwertkampf ist vor allem zusätzlich eine seit dem 16. Jahrhundert offizielle Sportart. Und wie in allen Dingen lassen sich auch damit Erfahrungen verbinden: die Erfahrungen, Menschen bei den zahlreichen Seminarangeboten und Veranstaltungen kennen zu lernen, gemeinsam mit Partnern einer aktiven Geschichtsforschung nachzugehen, einen körperlich und geistig förderlichen Sport zu betreiben und Spaß daran zu haben! Matthias Langenbahn

15


Ein ethnologischer Versuch

Erster Akt Es war wohl die pure Abenteuerlust gepaart mit jugendlichem Übermut, die mich dazu bewogen, in unserem Uni-Versum ethnologische Feldforschungen zu betreiben. Aber auch die Neugierde trieb mich letzten Endes zu einer Unternehmung, von der ich an dieser Stelle berichten möchte. Und wie immer fing auch diese Geschichte ganz harmlos an. Eines schönen Tages kam mir das Gerücht zu Ohren, dass seit noch nicht all zu langer Zeit ein Volk in unserem Uni-Versum existiert, dass von Göttern erschaffen worden sei und den Anspruch erhebt, als das neue auserwählte Volk zu gelten. Nun hört man von solchen Gerüchten ja immer wieder einmal. Aber meine ethnologische Neugierde war geweckt, und wie unter guten Ethnologen üblich, gab es bald auch für mich kein halten mehr. Dieses Volk musste ich aufsuchen.

16

Diesem Gerücht galt es auf die Spur zu kommen, dessen Wahrheitsgehalt galt es zu ergründen. Davon musste ich berichten, wenn möglich noch als erster. Von solchem Ehrgeiz gepackt, begab ich mich also auf die Suche nach diesem auserwählten Volk. Es dauerte gar nicht lange, da fand ich heraus, dass es nicht so einfach sein würde, dieses Volk als ganzes zu beobachten. So weit hatte es sich in unserem UniVersum also schon ausgebreitet. Zwar benennt sich dieses Volk mit einem einheitlichen, auch Gemeinsamkeit stiftenden Namen – es nennt sich Bakkalaureus-Moduli – doch erwies sich seine gesellschaftliche Struktur als ein sehr heterogenes Gefüge. Das Volk ist nämlich unterteilt in viele einzelne Stammesformationen. Man kann an dieser Stelle – zum besseren Verständnis der weiteren Vorgehensweise – bereits festhalten, dass sich die einzelnen Stämme der Bakkalaureus-Moduli in ihrer sozialen Struktur


sehr ähnlich sind, wenn nicht sogar gleichen. Diese Tatsache erleichterte die nachfolgend dargelegte Untersuchung enorm. Es war mir auf diese Weise möglich, meine Beobachtungen und Untersuchungen auf einen einzelnen Stamm zu begrenzen und dennoch mit ethnologischem Scharfblick einen Einblick in die Struktur dieses Volkes in seiner Gesamtheit zu erhalten. Um der Gerechtigkeit genüge zu tun, muss ich fairer weise hinzufügen, dass die Erkenntnis dieses inneren Zusammenhangs auf eine Zufallsbeobachtung beruht. Die am Anfang meiner Beobachtungen willkürlich ausgesuchten Beobachtungsräume, stellten sich als die Versammlungsplätze für die rituellen Handlungen eines ganz bestimmten Stammes – den Kuwi – auf einer ganz bestimmten Initiationsstufe (wovon noch näheres zu berichten sein wird) heraus. Und von den Stammesriten dieser Kuwi soll im folgenden Bericht im wesentlichen die Rede sein. Doch zunächst galt es, den nahezu religiösen Eifer der Stammesmitglieder an ihren Versammlungsstätten zu ergründen. Gespannt etwas über diese neuen Götter und ihr auserwähltes Volk zu erfahren, versuchte ich zunächst den Entstehungsmythos dieser scheinbar so überragenden und einflussreichen neuen Religion zu entschlüsseln. Und

was soll ich sagen? Der Schrecken fuhr mir in alle Glieder, als ich die beiden „Hauptgötter“ dieser neuen Religion identifizierte. Nachdem sich der erste Schreck gelegt hatte, war die Überraschung, ausgerechnet auf diese beiden „Götter“ zu stoßen, nicht mehr sehr groß. Handelte es sich doch bei den beiden, um ein altbekanntes Götzenpaar, das sich, nachdem es doch bereits die Weltherrschaft besitzt, in seiner Gier anscheinend nun auch noch über unser Uni-Versum hergemacht hat. In Kürze lässt sich deren Rolle im Entstehungsmythos des Volks der Bakkalaureus-Moduli wie folgt zusammenfassen: Es war also einmal das in seiner Unersättlichkeit und Dogmatik bekannte Götzenpaar, mit Namen BÜROKRATOS und ÖCONOMICOS. Beide hatten sich zum Ziel gesetzt, nachdem sie nun einmal bereits die Weltherrschaft errungen hatten, auch unser Uni-Versum zu bürokratisieren und zu ökonomisieren; auf dass das freie Studieren durch das bürokratische Verwalten und ökonomische Funktionieren ersetzt werde. Der Glaube an ein offenes, freies, systemkritisches Denken wurde von beiden Götzen zu einer Eigenschaft ernannt, die in Zukunft als Aberglauben auch in unserem Uni-Versum nicht mehr zu dulden sei. Es kam wie es kommen musste. Ebenso wie die Götter einer

17


jeden anderen Religion, fanden auch die beiden Götzen BÜROKRATOS und ÖCONOMICOS viele Anhänger, die wider besseres Wissen deren Lehren aufnahmen und willig verbreiteten. Einige dieser Anhänger stellten sich als ihre Priester und Schamanen in unserem Uni-Versum in ihren Dienst, um hier für die Verbreitung der neuen, reinen Lehre zu sorgen. Sicherlich auch nicht zuletzt deshalb, weil sie für sich und ihr Seelenheil Erleichterung erhofften. Ende des ersten Aktes. Frank Deutschmann

______________________________________________________ ______________________________________________________

MittenImHeft-Sudoku

18


Die neue SommerUni Kollektion 2011 ist da!

...und wer sich gern so richtig in Schale werfen möchte, sollte sich schnell eines der streng limitierten Kleidungsstücke sichern!! Die qualitativ hochwertige Auswahl:

Wer sich jetzt nicht so recht entscheiden kann und sich lieber erst mal ein Bild davon machen will: Haltet während der SommerUni die Augen auf, ihr erblickt bestimmt den ein oder anderen in edler SommerUni-Kluft!

Fürs Weiblein: Poloshirts mit Frontaufdruck: S-XL Neckholder mit Frontaufdruck: S-L T-Shirt mit Frontaufdruck: S-XXL Fürs Männlein: Poloshirts mit Frontaufdruck: S-XL T-Shirts mit Frontaufdruck: S-XXL Für Jedermann/frau: Hoodies mit Fronttasche: S-XXL Getreu der diesjährigen SommUniFarbgebung (blau / weiß) sind die Shirts in blau. Farbfeinde freuen sich über die Variante in schwarz.

19


Lepidoptera aestas universitas

Die Schmetterlinge (Lepidoptera) oder Falter bilden mit mehr als 180.000 be-

schriebenen Arten in 127 Familien und 46 Überfamilien nach den Käfern (Coleoptera) die an Arten zweitreichste Insekten-Ordnung. Jährlich werden etwa 700 Arten neu entdeckt. Schmetterlinge sind auf allen Kontinenten außer der Antarktis verbreitet. (wikipedia, 07.05.2011)

Hier zu Lande geläufige Arten: Tagpfauenauge (ichnais io) Zitronenfalter (gonepertyx rhamni) Kohlweißling (pieris brassicae) Kleiner Fuchs (aglais urticae) SommerUni-Schmetterling (aestas universitas)

20


Der Lepidodtera aestas universitas, der SommerUni-Schmetterling, stellt eine Besonderheit dar. Flugzeit und Lebensraum: Nach sehr langer Entwicklungszeit fliegt er nur eine ganz bestimmte Woche im Jahr, nämlich vom 25.5.01.06.2011. Sein Flug- und Lebensraum beschränkt sich ausschließlich auf den Campus der Universität Koblenz. Deshalb zählt er zu den zu schützenden Arten. Manch wagemutiges Exemplar soll schon bis zur Koblenzer Innenstadt geflogen sein. So berichteten Augenzeugen. Nahrungsaufnahme: Nahrung nimmt der Lepidodtera aestas universitas ausschließlich in flüssiger und gekühlter Form zu sich. Allerdings vermutet man, dass sich diese besonders feinfühlige Art auch von Schwingungen in der Luft ernähren kann. Untersuchungen weisen darauf hin, dass gute Laune die Gesundheit der Schmetterlinge erheblich unterstützt. Böse Zungen hingegen behaupten, er ernähre sich insgeheim auch von Wissen und sauge es aus verschiedenen Menschen buchstäblich heraus. Ein Indiz dafür sei ein erhöhtes Vorkommen des Lepidodtera aestas universitas bei Workshops und Vor-

trägen. Dies sind allerdings, nach Meinung der Autorin, üble Nachreden und wissenschaftlich nicht haltbare Verleumdungen dieses zauberhaften Geschöpfs. Arterhaltung: Begehrte Ruheplätze stellen überdachte Räume dar. Hier ruht sich der Lepidodtera aestas universitas aus und sammelt Kraft für seine täglichen Rundflüge. Solche Ruheplätze sind selten und müssen unbedingt erhalten bleiben, da der Schmetterling sonst nicht überleben kann. Zur Arterhaltung des Lepidodtera aestas universitas wurde an der Koblenzer Uni eine eigens dafür gedachte Woche eingerichtet: Die SommerUni Wer diese wunderbare Sondergattung der Lepidodterae also bewundern möchte, kann dies vom 25.05.-01.06. diesen Jahres ausgiebig tun. In dieser Zeit wird alles dafür getan, dass die Lepidodterae aestas universitas in zahlreicher Form fliegen können. Der Campus wird dementsprechend hergerichtet. Ein Schankwagen auf dem Campus. Ein Zelt, ein Pavillon, Flüssignahrung in großen Mengen, Workshops, Veranstaltungen, Kulturangebote und jede Menge gute Laune! Das Programm der SommerUni: unter www.sommeruni.com

21


Stopp!

Selbstverteidigung für Frauen –

Organisiert vom Frauenbüro der Uni Koblenz in Zusammenarbeit mit dem EWTO-Ausbildungszentrum Koblenz Hallo Mädels! Habt ihr euch mal folgende Frage gestellt? Wenn ich mit einem engen Top und einem hübschen Röckchen bekleidet durch die City laufe und mir dann ein Kerl an den Allerwertesten packt, bin ich dann selbst schuld? Für alle, die am Wochenende nicht bei dem Selbstverteidigungskurs für Frauen dabei waren, hier eine ausführliche Antwort: NEIN! Wieso nicht? Schließlich behaupten das ja immer alle: Wenn die Alte sich auch so anzieht. Nun, stellt euch doch mal Folgendes vor: Wir drehen den Spieß mal um. Da sitzt ein gut aussehender, leicht gebräunter Kerl mit hübschen Muskeln und einem schönen engen Shirt auf dem Campus in der Sonne. Ihr begutachtet ihn aus der Ferne und stellt fest, er hat auch noch sexy Bauchmus-

22

keln unter seinem Shirt. Ihr schleicht um ihn herum, nähert euch von hinten und streicht ihm mit eurer Hand einmal genüsslich quer über den Bauch. Wer war jetzt schuld an dem Bauchstreichler? Doch nur ihr alleine, oder? Ihr selbst habt entschieden den Hübschen mal anzupacken. Ihr hättet auch weiter aus der Ferne zu sehen können. Habt ihr aber nicht. Und das konntet ihr ganz alleine entscheiden. Eure Entscheidung, eure Schuld. Ich denke da sind wir uns einig. Jetzt drehen wir den Spieß wieder zurück. Ihr geht wie oben beschrieben durch die City und ein Kerl packt euch an den Po. Wer ist schuld? … Verstanden? Das konnte der Kerl auch ganz alleine entscheiden. Also liegt die Schuld auch ganz alleine bei ihm. Mein Appell an euch: Lasst euch niemals was anderes einreden! Wer zupackt ist selbst schuld! Und wenn ihr im Bikini unterwegs wärt! Das ist keine Einladung euch anzupacken. Wer


euch anpackt hat Schuld. Mach euch das klar: Nachpfeifen ist ein Kompliment. Nehmt es als solches. Eine Anmache trotz deutlicher (!) Ansage von euch, dass ihr nicht angemacht werden wollt, ist eine Verletzung eurer persönlichen Grenze. Euch anzupacken, obwohl ihr gesagt habt: „Lass mich in Ruhe!“ ist Körperverletzung. Und das hat der Trottel dann ganz für sich selbst zu verantworten. Liebe Leute, oft hört man auch: Beweg dich männlich, dann wirkst du stärker! Hallo: Ihr seid aber keine Männer! Also lasst euch nicht einreden ihr müsstet euch so verhalten, um stark zu sein. Nä! Müsst ihr nicht. Ihr könnt auch als Frau stark sein. Ihr könnt niedlich und taff zugleich, nett und selbstbewusst zugleich sein. Ja, das geht. Ihr könnt als Frau auf eure Körpersprache achten, sie bewusst einsetzen. Ihr müsst nicht die männliche imitieren, um überzeugend zu sein. Das könnt ihr auch als weibliches Wesen. Jetzt wollt ihr wissen wie? … Und ihr wollt wissen, was kann ich denn tun, wenn mich jemand angrabscht? … Was kann ich tun, wenn mich jemand belästigt? … Was, wenn mich jemand sogar festhält? … Darf ich dann Pfefferspray benutzen? … Und wenn er mich schlagen will? … Wendet euch für einen Kurs an das

Frauenbüro der Uni Koblenz oder an das EWTO-Ausbildungszentrum Koblenz (www.wtko.de), alternativ auch zu erreichen über den AHS. Hier bekommt ihr Antworten. Wer nicht mehr warten kann und schon mal ein wenig reinschnuppern möchte: Escrima-Intensivtag während der SommerUni. Bei diesem philippinischen Stockkampf lernt ihr euch mit Hilfsmitteln zur Wehr zu setzen (www.sommeruni.com). Oder auch der humorvoll umschriebene Palmstickkurs (-> „Schlüsselkompetenzen“), der ebenfalls im Rahmen der SommerUni stattfindet. Ihr habt genug von dem ganzen Stress, wollt euch mal entspannen, eurem Körper etwas Gutes tun: Kommt zum ChiKung-Workshop ebenfalls unter www.sommeruni.com Wir freuen uns auf euch! Eure Tina (Fachtrainerin für EWTO-Gewaltprävention und Selbstverteidigung für Frauen, Ausbilderin im Team des EWTO-Ausbildungszentrums Koblenz) PS: Solltest du als MÄNNLICHES Wesen tatsächlich den ganzen Artikel gelesen und bis hier durchgehalten haben: Danke für‘s Zuhören. Sei nett zu uns Mädels und achte uns.

23


Musik 24


CD-Kritiken Various Artists Songs for Japan

Am 25. März ist die Compilation mit

38 Songs namhafter Künstler aller Genres erschienen, deren Verkauf der Unterstützung des japanischen Roten Kreuzes dient. Die Titel sind nur gemeinsam downloadbar und kosten im iTunes Store 9,99 €, wovon 7,04 € gespendet werden. Neben den üblichen Verdächtigen Black Eyed Peas, Katy Perry, Justin Timberlake etc. sind auch bereits ergraute Stars wie John Lennon, Bob Dylan und Bruce Springsteen in der Sammlung vertreten. Die Lieder sind größtenteils nicht neu, sondern bekannte Hits (z.B. Beyoncé: Irreplaceable, Rihanna: Only Girl (In The World)) oder unbekannte Versionen (z.B. Lady Gaga: Born This Way (Starsmith Remix), Bruno Mars: Talking To The Moon (Acoustic Piano Version)),

wobei die Remixe die Qualität der Original-Versionen nicht erreichen. Fast alle Musiker kommen aus den USA oder England, Frankreich ist mit seinem erfolgreichsten DJ David Guetta: When Love Takes Over (feat. Kelly Rowland) vertreten. Musikalische Offenbarungen sucht man auf der Doppel-CD vergebens, dafür bekommt man für einen günstigen Preis einen Überblick über das aktuelle Who Is Who der Musikszene. Wer ohnehin für die Tsunami-Opfer in Japan spenden möchte, kann so das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

M.I.K.E. Presents Plastic Boy Plastic Infusion Hinter

dem Kürzel steht der belgische Produzent Mike Dierickx, der inzwischen in New York lebt. Weitere Pseudonyme sind „Push“ und „Solar Factor“. Bekannt ist der DJ u.a. durch seine Kooperationen mit Armin van Buuren. Die CD enthält seine zwölf größten Hits und drei unveröffentlichte Tracks. Die instrumentalen Trance Songs sind zum Träumen und zum Tanzen gedacht, was sich auch in der jeweiligen Länge von 7-9 Minuten widerspiegelt. Stilistisch ist Plastic Boy dem Dutch Trance treu, d.h. geradlinige Synth-Melodien ohne Expe-

25


The Hellacopters – High Visibility Warum über eine Platte schreiben, die inzwischen elf Jahre alt ist und von einer Band stammt, welche es seit 2008 nicht mehr gibt? – Ganz einfach: weil sie es verdient hat!

rimente mit sphärischen Akkorden und den obligatorischen Bass- und Drum-Spuren. Der Sound ist angenehm wenig kopflastig und hebt sich dadurch positiv von anderen aktuellen Veröffentlichungen im Bereich der elektronischen Musik ab. Von der Zeitlosigkeit der Musik zeugen auch die Titel wie „Pacific Dreams“, „Blue Morning Skies“ und „The Color of Passion“. Dagegen fällt „Chocolate Infusion“ eher aus dem Rahmen. Einen Superhit sucht man auf der CD vergebens, die bestplatzierte Single des DJs „Strange World“ erreichte 2001 Platz 21 der britischen Charts. Die CD bietet also viele Überraschungen bei einem Sound, der absolut vertraut klingt (8,99 €). Klaus Bubenheimer

26

Das im Jahre 2000 erschienene und vierte Studioalbum der ehemaligen schwedischen Rock-Formation The Hellacopters, welche oft in einem Atemzug mit den norwegischen Kollegen von Turbonegro und Gluecifer genannt wird, macht nämlich auch nach einigen Jahren noch ungemein Spaß. Unter hartgesottenen Anhängern ist „High Visibility“ zwar aufgrund der Abkehr vom rotzigeren, punkigen Stil der Anfangstage in Ungnade gefallen, doch hat es dieses musikalische Prachtstück nichtsdestotrotz in sich: Mit einem neuen Gitarristen und dem Produzent Chips Kiesbye, der bereits mit Bands wie


Millencolin gearbeitet hatte, gelang den Skandinaviern nämlich ein Sound, der zwar geordneter und eher massentauglich, aber dennoch extrem rockig daherkommt. Jener sollte den „Copters“ auch auf ihren drei folgenden Platten erhalten bleiben; noch heute bezeichnen Liebhaber ihn oft als „Punk’n’Roll“. Dabei ist besonders auffällig, dass die instrumentalen Tonspuren wesentlich sortierter nebeneinanderliegen, das Klavier an vielen Stellen mehr in den Vordergrund rückt und Sänger Nicke Andersson seine Stimme gezielter einsetzt. So entsteht schließlich ein glasklarer, jedoch trotzdem rotzfrecher Sound, der schon beim Opener oder bei Songs wie „Baby Borderline“ sofort und unausweichlich in die Beine geht. Unbegreiflich eigentlich, dass eine Band mit solchem Potential innerhalb von knapp 15 Jahren und trotz unzähliger Touren durch ganz Europa sowie die USA bis zuletzt nie den ganz großen Durchbruch – auch über die Rock-Szene hinaus – geschafft hat. Denis Sauerborn

Die beste Band ever – Das beste Album

Ihr vermisst hier eure Lieblingsband? Super Platten werden „einfach nicht beachtet“ ? Dann schreibt doch für die nächste Unik (Thema „Light and Dark“, Deadline 01.06.2011) eure eigene CD-Kritik zu der CD, die ihr euren Kommilitonen und Kommilitoninnen unbedingt empfehlen wollt! Der Umfang sollte mindestens 170 Wörter bis maximal 250 Wörter sein. Das ganze schickt ihr dann an unik@ uni-koblenz.de. Und schon könnt ihr in der nächsten Ausgabe an dieser Stelle eure CD-Kritik der Studierendenschaft präsentieren! Ganz einfach, oder? (=

27


SommerUni-Festival-Party

Natürlich darf bei der Sommer-Uni

die SommerUni-Party nicht fehlen. Wir dachten uns aber: „....‘ne Party gibts ja laufend, das kann doch jeder...“. Deswegen haben wir daraus die SommerUni-Festival-Party gemacht und versorgen euch zusätzlich mit fetziger Livemusik in der Mensa! An den Instrumenten: Luis und Laserpower ColdWaterEffect Speedbottles Hellespont Fairfax Wer diese Bands eigentlich sind und was die für Musik machen könnt ihr auf den folgenden Seiten lesen! Danach wird euch ein professioneller DJ mit Musik für jederman zum ausrasten bringen.

28

Getränke gibt es natürlich auch: Bier Radler V+Mischgetränke und diverse alkoholfreie Sachen werden euch dabei helfen bei der Feierei nicht zu verdursten! Wir wünschen euch unglaublich viel Spaß und hoffen auf zahlreiche Gäste! Achja; Die ganze Veranstaltung ist für euch natürlich kostenlos!


Die SommerUni - Bands! Luis und Laserpower

Luis

& Laserpower hab ich 2009 zum ersten Mal auf einem Wald- und Wiesenfestival gesehen und war sofort begeistert: Luis, Judith, Henne und Sebastian sind gleichermaßen professionell, wie ungeschliffen. Zwei EPs („LASERNEONSTROBOBASS“ (2008) und „Superheld“ (2010)) in Eigenregie veröffentlicht, seit 31.01.2011 ist die neue Single „Lass das Licht an“ mit Label raus, das Album ist auf dem Weg. Über 150 Auftritte, von Frankreich bis China trotzdem war vom großen Kommerz zum Glück noch nichts zu spüren. Besondere Qualitäten entwickeln Luis und seine Band als Live-Musiker: Dank Bühnenkämpfer Luis ist das Publikum schnell dabei, der Bandsound aus treibendem Schlagzeug, groovendem Bass, klaren, kräftigen Gitarren und deutschem Sprechgesang mit Spaßfaktor und Gefühl überzeugt einfach. Musikalisch sind die vier so etwas wie Pop-Rap-Rock mit Dancehall- und Metaleinflüsse gewürzt mit

Elektro-Elementen - auf „LASERNEONSTROBOBASS“ war noch so ziemlich alles dabei, „Superheld“ und „Lass das Licht an“ weisen hingegen den Weg deutlicher Richtung Pop- bzw. Indie-Rock. Mit seinen Texten schafft Luis halb gesprochene, halb gesungene Balladen, mitreißende Einheizer, Geschichten von nebenan. Er macht auch mal auf dicke Hose, jedoch nie ohne das entsprechende Augenzwinkern, ein echter Ghetto-Rapper sieht anders aus. Dafür sind Luis und Laserpower auch einfach zu sympathisch. Die 2006 in Mannheim gegründete Band wird auf ihrem ersten Album beweisen müssen, ob auch mit Plattenlabel im Hintergrund die unglaubliche Stilbreite im Sound erhalten bleiben kann. Sollte dies gelingen, sehe ich gute Chancen für die Laserpowerrangerevolution von Deutschland und Welt. www.luisundlaserpower.de Arne Fritjof Schmeiser

29


ColdWaterEffect

Vier

Rheinländer mit einer Vorliebe zur großen Geste. Geradlinig und zielstrebig zieht sich der musikalische Faden von ColdWaterEffect durch den Wellengang einer homogenen, unterkühlten und stylefixierten Masse prätentiöser Indie-Bohème. Mit dem Blick für das Wesentliche und dem Herz am rechten Fleck geht es hier vor allem um Musik und während anderswo schon vom Bühnenoutfit geträumt wird, brennt hier noch Licht im Proberaum. Wie ein Schub kalten, klaren Wassers ins Gesicht holen die Arrangements von ColdWaterEffect den Hörer auf die Füße zurück, nur um ihn nach

30

einem tiefen Atemzug wieder auf Reisen zu schicken. Tragendes Klavierspiel und eingängige Melodien bilden das Fundament für diese melancholische Nachtfahrt. Indie-Pop, der einen nicht mehr loslässt. Seit dem Frühjahr 2010 haben sich Michael Herold, Christian Hürter, Marius Reiß und Sebastian Nouvortne auf den Weg gemacht ihre Vorstellungen ungefilterter Gedankenwelten zu realisieren und seit dem beträchtliche Schritte gemacht. „Maybe I find what I‘m searching for“ - bis dahin ist kein Stillstand in Sicht. www.coldwatereffect.com


Speedbottles

„We are loud, we are mean, we are dirty, we are obscene“ … Mit ihren eigenen Liedern

konnten die 5 Jungs der „SpeedBottles“, innerhalb kurzer Zeit, viele Fans gewinnen . Diese sind vor allem beeinflusst vom Hardrock der 60er und 70er Jahre, Rock n‘ Roll, neueren Rockbands, aber auch vom Punkrock. Die Songs sind immer „loud, mean, fast and dirty“ und bringen das Publikum in Extase. Zum Abschluss kann man sagen, dass die fünfköpfige Rock ‘n’ Roll Band, sich nicht um Trends in der Musikindustrie kümmert, stattdessen ihr eigenes Ding durchzieht und ehrlichen dreckigen Rock fabriziert. www.speedbottles.com

Hellespont Fairfax

Vier Wagemutige aus dem Rhein-Neckar-Kreis machen sich auf, die Bühnen dieser Welt mit hartem Alternative Rock zu bespielen. Die Mittel: Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang. Die Zutaten: gerade und ungerade Takte, kleine und große Gefühle, Zerren und Rappen, Moshen und Schwelgen, Kopf und Herz. Verbunden durch gemeinsame Bandvergangenheiten, zu drei Vierteln studierte Musiker und heiß aufs Arschabrocken schippern Hellespont Fairfax in rock‘n‘roll-getränkten Gewässern geradewegs auf den hoffnungsvollen Horizont des Musikmysteriums zu. www.myspace.com/hellespontfairfax

31


Literatur

32


imageddum fm ... ist ein „Fortsetzungsroman“ von Johnny Mutante (Teil 2 / 2). Teil 1 findet ihr online unter unik.uni-koblenz.de

Zimmys Magenschmerzen steigern sich so langsam ins Unerträgliche. Die Toilette hat keine Abhilfe geschafft. Seine gesamte Wahrnehmung wird nun von seinem Magen dominiert. Ein irritierendes Gefühl beschleicht ihn, denn es wirkt fast, als würde der Ton des Fernsehens immer dumpfer werden. Reine Halluzination wegen seiner Schmerzen? Zimmys Fernseher scheint sich polternd nach vorne zu bewegen- Richtung Tischkante. Es muss Einbildung sein, doch auch sein Radio scheint zu vibrieren. Aus dem Gefühl in seinem Magen ist nun ein unüberhörbarer Basston geworden. Was er aus der Disko kannte, etwa wenn er vor der großen Box stand, erlebt er nun als unerträglichen Krach, welcher jede Faser seines Körpers vibrieren lässt.

Unerträgliche Kopfschmerzen. Während sein Gesicht nach innen gedrückt wird, scheint sein anschwellendes Gehirn seine Augen nach außen zu drücken. Zimmy gibt dem massiven Druck, der auf seinen Körper wirkt, nach und knallt auf seinen Hinterkopf. „Leute, ich krieg hier Meldungen rein, nach denen die Erde nördlich des 23ten Breitengrades gerade gewaltig am scheppern ist…9,1 auf der Richterskala…aus Deutschland und Holland kommen ähnliche Meldungen.“ Adam hat plötzlich das Gefühl, in seinen Sitz gepresst zu werden. „Leute, bringt euch in Sicherh...“. Als er auf einer Landkarte eines seismographischen Instituts im Internet bemerkt, dass das Beben wie ein Ty-

33


phoon immer näher rückt, springt er von seinem Bürostuhl auf. Dann in den Flur. Vorwärts. Auch Adam spürt jetzt den Mörderbass. Er rennt. In fast jedem Raum ein Radio oder Fernseher. Mist. Jedes Mal wirft ihn der trieffrequente Ton auf den Boden. Aufstehen. In den Keller, bevor der ganze Laden einstürzt. Auf der Kellertreppe spaltet ihm eine herunterfallende Kettensäge fast den Schädel. Noch 6 Meter. Das massive Gitter vor seinem Kellerfenster wird durch ein darin einschlagendes Lenkrad wie eine Coladose zerdrückt. Das Zahlenschloss drehen. 42-9-1-11. Die Tür springt auf. Adam hechtet in den Panikraum, den der verrückte Vorbesitzer des Hauses dort hat einbauen lassen. In den 70er Jahren glaubte man noch an die Möglichkeit, das der atomare Erstschlag jederzeit hätte passieren können- ein Segen für Adam, der sich nun in der Sicherheit achtzig Meter dicker Stahlbetonwände geborgen fühlt. Ächzend wirft er sich gegen die Tür, die darauf mit lautem Getöse schließt. Stille. Völlige Stille. Hier drin ist es so stickig. Geil, die Magenschmerzen sind weg. Fenster aufma… Wieso kann ich mich nicht bewegen?

34

Zimmy öffnet langsam seine Augen. Von irgendwoher plätschert Wasser auf sein Knie. Völlige Dunkelheit. Keine Bewegung, kein anderer Mensch. Zimmy stöhnt leise. Auf seinem Brustkorb befindet sich ein Kühlschrank, darauf ein Fernseher. Seine Augen weiten sich und er beginnt zu schwitzen. Er will sich rauswinden, doch jede Bewegung zerschneidet ihm den Rücken. Ein letzter Atemzug und Zimmy schließt die Augen. Adam ist völlig verwirrt. Was war das? Er schaltet ein Netbook an, das er in guten Tagen in weiser Voraussicht in dem Raum deponiert hatte. Internetverbindung steht. „Keine Nachrichten?“, denkt er. „Wer versucht hier was zu verschweigen? Wer bist du?“ In seinem Büro beginnt Alef nun mit dem Umstülpen. Da, eine Mail: „ Adam, it`s John, they finally got us! I`m going to check if…” Mehr ist nicht mehr zu entziffern.


Adam kommt eine zündende Idee: vielleicht gibt es Überlebende, die gerade twittern. Tatsächlich: zahlreiche, aktuelle Meldungen erscheinen auf dem Bildschirmsogar das MET, das englische meteorologische Institut scheint verschont worden zu sein. Das meldet: „Seismische Aktivität entlang des Äquators. Massive, tektonische Verschiebung denkbar.“ Kurz darauf folgt eine weitere Meldung: „Tektonische Erhebungen im zentralen Pazifik. Überschwemmung der amerikanischen Ostküste denkbar.“ Adam zittert vor Angst. Es geht weiter: „Amerikanische Ostküste bis Michigan geflutet. Sturmflut mit Tendenz Richtung Seattle.“ Immer weniger Menschen berichten nun auf Twitter von ihren Erlebnissen im Angesicht der Katastrophe.

Alef räumt seinen Schreibtisch ein. „Unerklärliche Erhebung im Pazifik, Krater scheint sich zu öffnen. Sturmflut nun auch in östlicher Richtung Marokko und Elfenbeinküste.“ Die Familienfotos, Erinnerungen aus langen Tagen, wie ein BüroklammernMobile, wandern in einen Metallcontainer. „Gesamte Amerikanische Landmasse im Norden und Süden überschwemmt. Afrika, das UK und Europa ebenso. Sturmflut Richtung Moskau.“ Adam fragt sich, wie das MET noch weiter berichten kann. Sind die etwa Teil der Verschwörung? „Können noch T-50 Minuten berichten. Wasser dringt vor. Bitte schalten Sie unseren Livestream ein.“ Wasser tröpfelt durch die Türe von Adams Panikraum. Lange wird der Stahlbeton dem enormen Druck nicht mehr standhalten können. Ein nasses Grab. Bald. Adam schaltet das Webradio des MET ein. Alef hingegen freut sich: endlich Licht, frische Luft und keine Wärmeschutzanzüge mehr. Sein Büro wird langsam durch massive Hydraulikpressen Richtung Tageslicht geschoben.

35


Adam clickt auf Play: „..bitten wir Sie zunächst um Besonnenheit. Nach Kontrolle unserer Wetterstationen im Pazifik müssen wir berichten, dass sich zwei tektonische Platten innerhalb des Meeres um neunzig Grad in senkrechter Position bewegt haben. Dadurch wurde vermutlich der Erdkern freigelegt. Unterdessen strömten die Wassermassen des Pazifiks in beide Richtungen ab, was die Überflutung der Kontinente Europa, Nord- und Südamerika, Afrika und bald auch Australien und Asien zur Folge hatte. Es gibt derzeit keine Berichte über Überlebende- und auch wir, das MET, werden bald Teil des letzten Kapitels der menschlichen Geschichte sein. Es scheint, als habe die Natur nun doch unbarmherzig Rache genommen.“ Adam nimmt ein metallisches Knacken war. Die Türe. Es kann nicht mehr lange dauern. Gott, wenn es dich gibt, Sorge dafür dass DAS hiernach noch schön für mich wird. Alef befindet sich fast im Freien. Den Wärmeanzug hat er schon ausgezo-

36

gen. Noch 20 Meter. Am Horizont sieht er schon die lange Gangway des Transporters. Stöhnend gibt die Tür des Panikraumes nach. Wasser flutet in hohem Bogen den Raum und Adam bemüht sich, die Luft anzuhalten. Alefs Büro befindet sich nun am Tageslicht und etwa 100 Kilometer über dem Meeresboden. Aus seiner Position kann er nach unten auf einen gigantischen Kryptonitstahlkomplex blicken, in dem sich während dem Ablauf des Projektes NAM-HU 12 sein Büro befand. Noch 10 Meter. Alef umklammert fest die Stahlbox mit seinen persönlichen Erinnerungen. Endlich geht’s nach Hause. Adam verliert das Bewusstsein und sinkt wie ein nasser Stein auf den Boden seines Panikraums. Johnny Mutante http://imjm.de/


Buch-Kritiken Patrick Salmen: Distanzen

ganz lesenswert sein wird, noch zwei Kinderbücher sowie ein Hörbuch, in dem er die Zuhörer mit seiner einzigartigen Stimme verzaubern wird. In seinem Buch schreibt er nicht über das, was man sonst so liest. Hier spielen nicht die großen Helden der Geschichte eine Rolle, sondern die kleinen Dinge im Leben. Er nimmt uns mit seinen Kurzgeschichten, mit auf eine Reise durch die poetischen Bilderwelten von Flughäfen, vorbei an Gärten, Bushaltestellen, Zeitungsläden und zu den diversen onomatopoetischen Geschöpfen unseres Gehirns.

Was erwartet man von dem Buch eines NRW Vizemeisters und späterem Deutschen Meister im Bereich des Poetry Slam. Nur Gutes und diesen Anforderungen wird das Erststück des jungen Autors Patrick Salmen auch durchaus gerecht. Der aus Wuppertal stammende Autor, studiert Geschichte und Literaturwissenschaft und hat bereits weiter Veröffentlichungen geplant. Geplant sind neben seinem ersten Roman, der mit Sicherheit ebenfalls

Er schafft es, dem Leser das zauberhafte der verschiedenen Orte auf eine Art und Weise darzustellen, wie er sie noch nie zuvor verbildlichen konnte. Das Buch, welches beim Lektora Verlag erschienen ist, ist in einen Prosa und einen Lyrik Teil aufgeteilt und keiner von den Beiden steht dem anderen in irgendeiner Weise nach, weswegen sie es Wert sind regelrecht verschlungen zu werden. Über den Preis von 9,90€ kann man sich ebenfalls nicht beschweren und sollte diese Summe durchaus investieren. Christian Geiling

37


Dietmar Bittrich: Einschlafbuch für Hochbegabte

Dies

Buch ist ein recht überschaubares kleines Taschenbuch für zwischendurch. Mit 112 Seiten, recht großer Schrift und einer knuddeligen Daumenkino–Illustration ist es auch ein Schmankerl für das ästhetische Auge. Nebst diesen Auffälligkeiten birgt dies kleine Büchlein aber dennoch eine Fülle an teils amüsanten, teils interessanten Fakten über die Lösung von Einschlafproblemen anhand prominenter Beispiele. Prominent sollte jetzt aber nicht als „prominent ala Paris Hilton“ interpretiert werden, das suggeriert auch schon der Untertitel: „Von Genies für Genies“. Vielmehr sind hier namenhafte Persönlichkeiten aller erdenklichen Epochen aufgeführt: Jesus von Nazareth (der

38

regelmäßiges Läuten von Glocken beruhigend fand) oder auch Benjamin Franklin (der zwischen 7 Betten in 7 Zimmer je nach Temperatur, Stimmung etc. wechselte) sind ebenso vertreten wie „aktuelle Begabte“. Nebst diesen (recht kurz ausfallenden) Anekdoten zum Schlafverhalten ist der oft sarkastische Ton des Verfassers recht auffallend und erheiternd. So schreibt Bittrich über Michael Jackson folgendes: „M.J. legte sich in ein Sauerstoffzelt, um langsamer oder gar nicht zu altern. Sein früher Tod widerlegt die Wirksamkeit nicht. Posthum stellte sich heraus, […] dass er sich am Ende lieber auf chemische Beruhigungsmittel verlassen hatte… “. Aber auch altbekannte Weisheiten finden sich in dem Buch wieder: Um gut und ausgeruht zu schlafen, sollte auf das Mobiltelefon unter dem Kopfkissen verzichtet werden und auch kurzes checken von Facebook und EMails sollte man vermeiden, da es unnötig vom Wesentlichen (dem Schlaf) ablenkt. Kurzum: Ein bisschen Kurzweil für zwischendurch schadet nie, ebenso wie Anhäufung von unnötigem Wissen! Zudem ist es auch super als Geschenk für schlaflose Freunde, Bekannte und Verwandte geeignet, da der Preis des Buches mit 5.95€ recht studentenfreundlich ist. Nadine Kaiser


H O P O

39


Wahlen: Amt des Universitätsprofessors

Wie in der letzten Unik-Ausgabe er-

klärt, hat die Uni einen Präsidenten als ihren Leiter, der auf 5 Jahre gewählt wird.

Unsere Universität heißt offiziell Universität Koblenz-Landau, Abteilung Koblenz. Das lässt darauf schließen, dass es auch eine Abteilung Landau gibt. Jede Abteilung wird von je einem Vizepräsidenten geleitet (unserer heißt Prof. Dr. Ullrich) und gemeinsam haben beide Abteilungen einen Präsidenten (aktuell Prof. Dr. Heiligenthal). Er residiert zusammen mit seiner Kanzlerin und der Universitätsverwaltung im Präsidialamt in Mainz. Schließlich muss er die Belange der Universität ja auch gegenüber dem Wissenschaftsminister vertreten. Am 24.5. diesen Jahres endet die Amtszeit von Prof. Dr. Roman Heiligenthal, unserem derzeitigen Universitäts-Präsidenten, und der Universitäts-Senat muss entscheiden, wer die nächsten 5 Jahre unsere Uni-

40

versität leiten soll. Neben Professor Heiligenthal, der sich um eine zweite Amtszeit bewirbt, tritt auch Professor Dr. Frank Siegmund von der Universität Basel an. Damit ihr euch ein Bild über beide Kandidaten und ihre Positionen machen könnt, findet ihr im Anschluss die Vorstellungen der beiden Kandidaten für die Entwicklung der Hochschule in den nächsten Jahren. Auch wenn die Koblenzer Studierenden nicht direkt, sondern nur über ihre beiden Vertreter im Senat den neuen Präsidenten mitwählen können, könnt ihr immerhin eure Eindrücke und Empfehlungen für die Wahl an kummerkasten@uni-koblenz.de senden, wir geben sie dann an die Studentischen Senatsmitglieder weiter. Stefan Hackenbruch


Prof. Dr. Roman Heiligenthal : Thesen zur strukturellen Weiterentwicklung besserer Studienbedingungen an der Universität Koblenz-Landau von Labor- und Personalgebäuden, Umbau bzw. Neubau von Hörsälen und Anmietungen ermöglichen bessere Studienbedingungen durch qualitative und quantitative Verbesserung des Raumangebotes.

Die Universität Koblenz-Landau hat

sich in den vergangenen zehn Jahren erheblich weiterentwickelt und ist nun in der Lage, den Studierenden ein attraktives Studienangebot an lehramts- und nichtlehramtsbezogenen Fächern zu machen. Das Angebot im Lehramtsbereich konnte sukzessive auf alle Schulformen erweitert werden. Hinzu kamen zahlreiche von den Studierenden gut bis sehr gut angenommene weitere Studiengänge: Kulturwissenschaft (KO), Umweltwissenschaften (KO + LD), angewandte Naturwissenschaften (KO) und Sozialwissenschaften (LD). Begleitet wurde dieser Ausbau des Studienangebots durch zahlreiche Maßnahmen im studienbegleitenden und infrastrukturellen Bereich. Neubau

Im studienbegleitenden Bereich macht die Universität zahlreiche innovative Angebote für die Studierenden bis hin zur Qualifikationsphase: Programm Schlüsselqualifikationen, Campusschule, School of Design Thinking, Methodentraining (Methodenzentrum), strukturierte Promotionsprogramme (Interdisziplinäres Promotionszentrum, Graduiertenkollegs) und manches mehr. Sprachangebote, allgemeiner Hochschulsport, Chor und Orchester sowie ein gutes Angebot des Studierendenwerks, einschließlich des Ausbaus der Kitas gemeinsam mit der Universität in Koblenz und Landau, runden das Angebot für die Studierenden ab. Gute Lehre und gute Forschung hängen ursächlich zusammen. Nur dort, wo innovativ geforscht wird, kann qualitativ hochwertige Lehre stattfinden. Durch eine gezielte und strukturierte Forschungsförderung sind die Forschungsleistungen der Universität Koblenz-Landau deutlich gesteigert

41


worden und vielfach national sowie international sichtbar. Diese positive Entwicklung konnte die Universität trotz mangelnder Grundausstattung und deutlich gestiegener Studierendenzahlen auch deshalb nehmen, weil die Zusammenarbeit zwischen Studierendenschaft und Hochschulleitung vertrauensvoll, zielführend und offen war. Das schließt die ein oder andere kontrovers geführte Diskussion nicht aus. Die Hochschulleitung nimmt die verfasste Studierendenschaft mit ihren zahlreichen konstruktiven Anregungen ernst, auch wenn sie deren Wünsche manchmal nicht sofort umsetzen kann. In den kommenden sechs Jahren sollte sich die strategische Entwicklung der Universität Koblenz-Landau u. a. an folgenden Eckpunkten orientieren: - Verbesserung der Betreuungsrelationen von Studierenden zu Lehrenden auch in den großen Fächern der Lehreramtsausbildung durch weitere Optimierung und Verschlankung der Studienpläne - Trotz sich wahrscheinlich verschlechternder politischer Rahmenbedingungen schrittweiser Ausbau des Studienangebots an beiden Campi, insbesondere Überlegungen zur Einführung berufsbegleitender Masterstudiengänge

42

- Ausbau der Studierendenbüros zu Servicezentren für die Studierenden mit einem umfangreichen Beratungsangebot - Aufbau eines Angebots von Brückenkursen für StudienanfängerInnen zur Verbesserung der Studierfähigkeit besonders in den MINTFächern und den Sprachen - Bündelung aller studienbegleitenden Qualifikationsangebote in einem Zentrum - Weitere Steigerung der Forschungskompetenz durch Bildung zusätzlicher Forschungsschwerpunkte und vermehrte Schaffung von Qualifikationsstellen für NachwuchswissenschaftlerInnen - Konsequente Fortführung des Audits „familiengerechte hochschule“ - Stärkung der Internationalisierung der Hochschule durch Erhöhung der Auslandsaufenthalte der Studierenden, Aufbau eines diesbezüglichen Vorbereitungsangebots Ziel all dieser Maßnahmen muss es sein, die Universität Koblenz-Landau als die studierendenfreundliche Universität in Rheinland-Pfalz zu positionieren. Prof. Dr. Roman Heiligenthal


Prof. Dr. Frank Siegmund: Vorstellungen zur strategischen Entwicklung der Hochschule in den nächsten Jahren

Sehr geehrte Studierendenvertretung, herzlichen Dank für ihre Anfrage vom 26. April mit der Bitte, meine „Vorstellungen zur strategischen Entwicklung der Hochschule in den nächsten Jahren skizzieren - mit einem besonderen Augenmerk auf Lehr- und Studiensituation sowie Schwerpunktbildung an den Standorten.” An der Universität Koblenz-Landau habe ich weder studiert noch je gearbeitet, mein näheres Fach ist an beiden Standorten nicht vertreten. Dies ist eine Stärke: sie verschafft mir die Position des zu allen Bereichen, Personen und Netzwerken äquidistant Neutralen. Dies ist eine Schwäche: ich weiß noch zu wenig über Ihre Universität und muss

viel lernen, Ihre tatsächliche „Lehrund Studiensituation” kenne ich nicht hinreichend. Meine Skizze kann daher nicht ein Programm sein im Sinne eines „so werde ich es 2011-2017 machen”. Nehmen Sie es als Analyse der aktuellen Lage durch einen noch nicht hinreichend informierten Außenstehenden samt Ideen, was ich in den „ersten 100 Tagen” weiter recherchieren, abklären und auf dem vorgesehenen Wege der Gremien und Gruppierungsvertretungen gerne intensiv beraten würde, um danach im Team die Umsetzung zu gestalten. Nicht vergessen: der Präsident ist so wichtig nicht, er ist keinesfalls allein entscheidend. Vielmehr wirkt er im Sandwich zwischen den Einrichtungen, die die strategische Ausrichtung der Hochschule bestimmen (Ministerium, Hochschulrat, Hochschulkuratorium) und dem Parlament der Universität (Senat); er setzt die Beschlüsse des Senats um und ist als Manager dem Senat berichtspflichtig. Während der sprichwörtlichen „100 Tage” wäre es mir ein Anliegen, auch persönlich Anschauung und Erfahrungen im Uni-Betrieb zu gewinnen (Bücher in der UB ausleihen, in der Mensa essen, mit dem Auto / dem öffentlichem Nahverkehr in die Uni kommen, usw.); wichtiger ist -da weitaus effizientervon den vorhandenen Erfahrung zu

43


profitieren, also möglichst viel mit möglichst vielen und unterschiedlichen Beteiligten zu sprechen. Daher strebe ich an, die hier mit Ihrer Anfrage eröffnete Kommunikation auch nach meiner Wahl intensiv fortzuführen. Meine Eindrücke vom Ist-Zustand: Die WWW-Seite Uni Koblenz-Landau begrüßt ihre Besucher freundlich, zeigt ein gutes corporate design, enthält ansprechende Flyer und Broschüren, man findet gesuchte Informationen schnell. Die Universität wächst und gedeiht, viele neue Anforderungen von Staat und Gesellschaft sind wahrgenommen und zeitgemäß in Projekte umgesetzt. Beispiele in Stichworten: Fürsorge um den Übergang Schule / Uni mit Kindertagen, Vorkursen usw.; Studieren mit Kind, audit familiengerechte Hochschule, Babysitter online Börse; das IPZ Promotionszentrum und ein DFG-gefördertes Graduiertenkolleg Unterrichtsprozesse; Berücksichtigung der Absolventen und Berufspraxis: Stellenwerk; frische Ideen: Seniorprofessor. Resultat sind u.a. ein beachtliches Wachstum in den vergangenen fünf Jahren (Studierende +13%, Absolventen +20%, Drittmittel +93%, Haushalt +40%) und offenbar mehrheitlich zufriedene Studierende (meinprof.de: 2007 unter allen Unis & FHs Platz 8, 2008 Platz 9 !). Rahmenbedingungen 2011-2017: Obwohl aktuell Raumnot und Überlast drängende Themen sind, ergreift noch in der Amtsperiode des neuen Präsidenten bundesweit der demographische

44

Wandel die Hochschulen. Nach einem Maximum der Studierendenzahlen in 2012 sinkt die Zahl der Studienanfänger bundesweit nachhaltig um jährlich 1,7%. Anteilig wird der Schwund die Universitäten stärker als die Fachhochschulen treffen. Die Universität Koblenz-Landau hat darüber hinaus zwei zusätzliche strukturelle Probleme: (1) 62% ihrer Studierenden sind für Lehramtsfächer eingeschrieben. Im Vergleich zu heute sinken nach den aktuellen Planungen der Bundesländer bei den Schullehrern die Neueinstellungen und erreichen um 2015 ein etwa 50% geringeres Niveau als heute. In der Konsequenz wird es in den Lehramtsfächern künftig eine deutlich stärkere Reduktion der Neuanfänger geben als nach der generellen, demographisch begründeten Prognose von 1,7%. (2) Die aktuelle Hochschulpolitik des Bundes und der Länder hat ihre Schwerpunktsetzung an den Universitäten deutlich in Richtung auf die Forschung verschoben und fordert u.a. höhere Promotionsquoten und Drittmittelumsätze. Wegen ihres Fächerspektrums und Profils ist die Uni Koblenz-Landau hier relativ schwach. - Nicht vergessen: beide Standorte haben schon im nahen Umfeld starke Konkurrenten (FH Koblenz, Uni Mainz; KIT Karlsruhe). Bilanz: Die Uni Koblenz-Landau hatte in den zurückliegenden Jahren eine gute Leitung, aktive und erfolgreiche Mitarbeiter. Der neue Präsident wird


daher eher Evolution denn Revolution anstreben. Dennoch werden die kommenden Jahre ungemütlich und erfordern vorausdenkendes Planen und Handeln. Wie den Herausforderungen begegnen? Den Schwund an Studienanfängern hinnehmen und begrüssen, weil er u.a. die Raumnot löst und die Betreuungsverhältnisse verbessert, ist keine realistische und mittelfristig überlebenstaugliche Lösung. Was ist zu tun? - Das bisher Gute noch besser machen. Ansatzpunkte und Beispiele: Weitere Bemühungen um die hohe Qualität der Lehre (machen & nachvollziehbar kommunizieren); spannende Praktika und Auslandskontakte bieten; „Jobbörse” / „career center” einrichten; Qualitätsmanagement Lehre und Institution; Drittmitteleinwerbung steigern, neue Partnerschaften zwischen Uni und Wirtschaft; Ausbau der Alumni-Aktivitäten. - Als Universitätsleitung besser informiert sein, um besser steuern zu können. Daher: Studierenden-Befragung, Absolventen-Studie, Alumni-Befragung, Arbeitgeber-Studie. - Neue Märkte erschliessen, Stichworte „lebenslanges Lernen”, summer school, (postgraduale) Weiterbildungsangebote, Duale Studiengänge, Universität des Dritten Lebensalters. Für die nähere Planung würde ich Befragungen nutzen (Alumnibefragung,

Arbeitgeberbefragung) und persönlich aktiv Kontakt suchen zur regionalen Wirtschaft (z.B. BASF, Debeka, als Ansatzpunkte), um dortige Weiterbildungsbedürfnisse auszuloten und Kooperationen zu suchen. Nur ein ausgleichendes Wachstum in diesem Segment kann den Schwund des demographischen Wandels mildern und damit auch den „klassischen” Studierenden das jetzt breite Fächerangebot erhalten. - Noch bessere Bedingungen schaffen auch für nicht idealtypische Studierende, d.h. für solche mit starken Kinderund Familienpflichten, hohem Zeitaufwand für’s Jobben, Leistungssportler u.a. (mehr Öffnungszeiten UB; mehr ergänzendes eLearning; Prüfungsorganisation usw.) - und diese guten Bedingungen offensiv kommunizieren! Für die Konkretisierung und Umsetzung ist mir wesentlich, dass Universitäten Unternehmen sind, deren Stärken vor allem in den beteiligten Menschen liegen; hierarchisch liegt die Mehrheit des kostbaren Unternehmenskapitals Wissen „unten”, d.h. bei den Dozenten, Doktoranden und Studierenden. Vergleichbar sind erfolgreiche Sportmannschaften oder viele start-ups im IT-Bereich. Motivation, Pflege von Teamgeist und breiter Einbezug aller Mitwirkenden sind daher für eine erfolgreiche Universität sehr wichtig. Eine Führung, die vor allem mit Anordnungen von oben regiert, wäre kontraproduktiv. Scheinbare „Nebensachen” sind wichtig: eine

45


gute Mensa, gute Arbeitsplätze, Angebote für fitness-Sport, Weiterbildung und Karriereförderung; Kinderfürsorge für Studierende und Mitarbeiter; Feiern, wenn es etwas zu feiern gibt (Examina); ein „faculty club“, ein Willkommens-Büro, ... (Der Vergleich mit erfolgreichen Sportmannschaften ist auch darüber hinaus als Anregung für eine Uni nützlich: Fan-Gruppen, Merchandising, ...).

parenten und allgemein akzeptierten Spielregeln.

Beispiele konkreter Maßnahmen: Erkannte und benannte Probleme möchte ich pragmatisch und sofort angehen. Beispiele: Ausweitung der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek inkl. bessere Wartung der Fotokopierer. Gerne höre ich von weiteren Misslichkeiten des Alltags; für eine entsprechend unkomplizierte Kommunikation benötigt die Uni einen leicht zugänglichen öffentlichen „Kummerkasten” / ein Ideensammelbecken, d.h. einen Blog o.ä. Für die Darstellung der Studiengänge reichen die vorhandenen (guten!) bunten Flyer nicht aus, um externe Interessenten an einem MA-Programm und künftige Arbeitgeber der Absolventen seriös über die Studieninhalte zu informieren; es fehlen Wegleitungen / study guides.

Als Motivation der Studierenden für Ihre engagierte Mitwirkung an den wiederkehrenden, meist als lästig empfunden Evaluationen könnte man etwa eine Verlosung einrichten: den Evaluierern winkt ein Kindle, iPAD o.ä. Das heutzutage vielerorts übliche Ergebnis von aufwendigen Lehrevaluationen im Sinne „beste/r - beliebteste/r HochschuldozentIn des Jahres” halte ich für unbefriedigend. Vielmehr sollten - auf allen Ebenen - besonders erfolgreiche MitarbeiterInnen kalkulierbare berufsbezogene „Belohnungen” erhalten, wie etwa Teilfreistellungen zwecks persönlicher Weiterbildung, Abschluss eines Forschungsprojektes, Verfassen eines Drittmittelantrages u.ä. Die dann ausgleichend zu vergebenden Lehraufträge sind eine gute Chance für den eigenen Nachwuchs, ihrem CV neue, karrierefördernde Aspekte hinzuzufügen. Die unbefriedigende Qualifikationsund Karriereperspektive der jungen, durch den Hochschulpakt II finanzierten Lehrenden mit einer Lehrbelastung von 16 SWS und befristeten Verträgen möchte ich kostenneutral

Mitarbeitermotivation ist eng verbunden mit einer Kultur fairer und planbarer Vorteile für erhöhtes und erfolgreiches Engagement. Voraussetzung dafür ist eine systematische Identifizierung von Engagement und Erfolg nach trans-

46

Ein notwendiges Element ist -auch wenn das unbeliebt sein mag- eine Ausweitung der Evaluation der Lehre, denn nur wenn man „immer & alles” evaluiert entstehen belastbare und faire Ergebnisse. Daran denken: gerade junge Dozenten benötigen solche Evaluationsergebnisse auch für ihre weitere Karriere.


durch ein klügeres Personalmanagement verbessern. Das interne Fortbildungsangebot (Mitarbeiter, Dozierende) ist zu stärken. Ein besonders defizitäres Feld ist m.E. die Weiterbildung im Bereich classroomtools & eLearning, wozu in KoblenzLandau viel Know-How vorhanden ist, aber nicht genug genutzt wird. Die Motivation, Forschungsanträge zu stellen, und die Unterstützung der AntragstellerInnen seitens der Universität sind derzeit zu gering. Gesteigerte Aktivitäten auf diesem Feld liegen auch im Interesse der Studierenden, da solche Projekte über mehr Prestige, Doktorandenstellen, Stellen für Hilfskräfte etc. wieder direkt auf die Studierenden zurückwirken. Mit Hilfe von Overheadmitteln, geschickter Bewirtschaftung von Vakanzmitteln, Senior-Professuren etc. strebe ich an, einsemestrige Teilfreistellungen zu ermöglichen, damit mehr Anträge geschrieben werden können. Neue Forschungsfelder, zu denen vor Ort noch kein hinreichendes know-how vorhanden ist, könnten über Post-Docs gestartet werden. Lehre: In der Lehre stellt die staatliche Politik an alle Universitäten die Forderung „mehr Studierende in der vorgesehenen Zeit zum Abschluss bringen”. Für jede Universität ist es klug, diese Forderung nicht zu missachten. Ein struktureller Schritt in diese Richtung ist die Einführung von Teilzeitstudiengängen, um

für Diejenigen, die aus verständlichen persönlichen Gründen (Finanzen, Familienpflichten) kein Vollzeitstudium absolvieren können, ein angemessenes längerwährendes Studienangebot zu schaffen. Darüber hinaus würde ich gerne zusammen mit der Studierendenvertretung darüber nachdenken, wie unter Respektierung der Vertraulichkeit und des Persönlichkeitsschutzes ein systematisches Beobachten des Studienfortschritts möglich sein könnte, so dass die Universität bei sich andeutenden Problemfällen ggf. gezielt Beratung offerieren könnte, bevor „das Kind den Brunnen gefallen ist”. Zudem würde ich ausloten, ob sich das bestehende Angebot zur Kinderbetreuung ausreicht und ggf. weiter verbessern lässt. Ich möchte die Fakultäten ermuntern, neue attraktive MA-Programme zu entwickeln. Mir fehlt eine bequem zu erreichende Praktikumsbörse, in der Studierende Praktikumsbedarf anmelden und Dritte Praktika offerieren können. Zusammen mit den regionalen Arbeitgebern möchte ich hierzu ein geeignetes Projekt entwickeln. Das Thema Praxisbezug ist mir wichtig. Ich habe wahrgenommen, dass die derzeiti gen Ordnungen für das Lehrerstudium erfreulicherweise mehr Praktika vorsehen, als dies mancherorts üblich ist. Ich möchte diesen Praxisbezug weiter fördern (und auf der Home-Page auffälliger kommunizieren).

47


Dazu könnte man beispielsweise versuchen in Seminare, die die Praktika vorbereiten, bereits Lehrer als zweiten Dozenten einzubinden. Um die Interaktion mit Schulen technisch zu vereinfachen und Alternativen zu den üblichen Block-Praktika zu schaffen, könnte man erwägen, im universitären Stundenplan eine feste Lückenvorgabe zu machen, so dass etwa jeden Donnerstag Vormittag o.ä. die Möglichkeit bestünde, in den Schulunterricht zu gehen. Ein wachsender und zunehmend wichtiger Markt für die Hochschulen sind verschiedene (bezahlte) Weiterbildungsangebote für Berufstätige. Das bestehende Weiterbildungsangebot der Uni Koblenz-Landau für Dritte ist inhaltlich wie formal zu verändern. Als erster Schritt erfolgt eine Marktanalyse, die bestehende und neue Bedürfnisse aufspürt. Ein Engagement in diesem Bereich verknüpft die Uni stärker mit potentiellen Arbeitgebern. Gerade zwischen Kursen in MA-Programmen und Weiterbildungskursen bestehen beträchtliche inhaltliche Überlappungen, so dass eine Stärkung der Weiterbildung zugleich Kapazitäten im MA-Bereich sichern hilft. Weiterbildungsangebote werfen zudem einen wertvollen Sekundärnutzen ab, indem sie die Hochschuldozenten mit Menschen, die im Berufsleben stehen, zusammenbringen. Die Liste mag Ihnen kurz erschienen, weshalb ich daran erinnere, dass die Lehre im Kern Sache der Fachbereiche (und des Vizerektorates Lehre) ist.

48

Alumni: Die Absolventen einer Hochschule sind ein vielfältiger Schatz. Sie sind erfahren, wertvolle Marktscouts, Multiplikatoren, potentielle Praktikumsplätze und Sponsoren, Kunden für Weiterbildungsangebote. Die Organisation und Betreuung der Alumni wird gestärkt und ausgebaut. Es wird in Kürze überzeugende Antworten geben auf die Frage: was macht es heute attraktiv, ein/e Alumnus/a an der Uni Koblenz-Landau zu sein? Schwerpunktbildung und Profilbildung: Ihr Anschreiben fragt nach einer „Schwerpunktbildung an den Standorten.” Ich halte eine über das Erreichte hinausgehende Differenzierung zwischen Koblenz und Landau für falsch. Es kann nicht darum gehen, einen Koblenz-Landau-internen Wettbewerb zu fördern; eine weitergehende Betonung der Differenz erschwert ein gemeinsames Marketing und betont letztlich die ungewöhnliche Struktur der Uni. Richtiger ist es, trotz der logistischen Schwierigkeiten das Gemeinsame beider Standorte zu sehen, ihre möglichen Synergien weiter zu entwickeln. Nach außen muss das Doppelpack Koblenz & Landau als Attraktor erscheinen. Die Doppelstandorte sollten als ein Mehrwert erscheinen im Sinne: man studiert an 1 Standort und hat


zusätzlich im Hintergrund noch den Nutzen des 2. Standorts. Bestimmte Formen und Themen der Lehre eignen sich zum Transport hin & her (via Videokonferenz, via classroom-tool), bei bestimmten Aufgaben ist ein gelegentliches Pendeln der Studierenden nützlich, beispielsweise Blockkurse oder Doktorandentreffen Koblenz & Landau. Gerade in der Verknüpfung von Informatik - Computervisualistik - Informationsmanagement (Koblenz) und Psychologie (Landau) liegen beispielsweise spannende moderne Forschungs- und Dienstleitungsbereiche (z.B. usability von WWWSeiten und deren Optimierung). Die Tatsache, dass Koblenz-Landau einen Schwerpunkt im Lehramtsstudium hat (in der ganzen Bandbreite der Schulformen), sollte nicht kaschiert, sondern offensiv gehandhabt und positiv besetzt werden. Das gemeinsame Paket Koblenz-Landau mit einem bestehenden Profil in den Themenfeldern Erziehungs- /Bildungswissenschaften & Psychologie & Informatik bedeutet für mich: wir wissen, wie man lernt, wie man lehrt, und wir erforschen die Optimierung des Lernens & Lehrens, wir entwickeln moderne Werkzeuge zur Unterstützung von Lehre und Lernen. Im IWM ist sehr viel know-how zu eLearning und classroom-tools vorhanden, aber es wird nicht / zu wenig genutzt. In diesem Bereich liegen weitere zu-

kunftsträchtige Themen (auch für die Forschung), z.B. Lernen im Alter. In diesem Profilbereich identifiziere ich spezifische Potentiale für attraktive postgraduale Weiterbildungsangebote, mit einem profilbildenden Kern in der Lehrerfortbildung als einem wichtigen Markt (z.B. Blockkurse in den Schulferien für typische Lehrerbedürfnisse: EDV, Schuladministration, Web 2.0, cyber-mobbing, classroom-tools, OpenSorcesoftware, Einsatz von eBooks im Unterricht, ...). Ein energisches Setzen auf OpenSource auch im Alltag der Uni und in der Ausbildung der Studierenden halte ich für überfällig, denn im späteren Berufsleben -Schulen wie KMU- spielt die Frage der Lizenzkosten für Bezahl-Software eine große Rolle.

Mit freundlichen Grüßen, Frank Siegmund

49


Fun

50


Autorenlesung: David Werker

Wat, wer bist du denn? Diese Frage

hat der Student David Werker vor dem Jahr 2007 wohl öfters gehört, wenn er Leuten von seiner Idee berichtete, einen studentischen Ratgeber zu schreiben. Seitdem er jedoch den ersten Platz beim Quatsch Comedy Club belegte und somit dessen Talentschmiede gewonnen hatte, tourt er mit kurzen Stand Up Auftritten durch die Republik.

Seit 2009 ist er mit seinem ersten eigenem Programm unterwegs und einen Teil davon wird er auch bei uns auf dem Campus zum Besten geben und zwar genau an einem Tag in der Woche, in der die 25. SommerUni stattfindet. Zur Person kann man eigentlich nicht viel sagen, oder wartet mal, die Biographie ist eigentlich schon interessant. David Werker wird 1985 in Duisburg von seiner Mutter ans Tageslicht befördert, ob das mit der klassischen Kohlelore von Untertage, oder doch auf dem üblichen Weg geschehen ist, bleibt der Nachwelt wohl auf ewig

unbekannt. Nachdem seine Mutter ihn gestillt hatte und er somit all das Weltwissen in sich aufgesogen hatte, war es für die Uni jedoch noch ein bisschen zu früh, also steckten seine Eltern ihn gegen seinen Willen in die Schule, wo er sich fortan langweilte und sich bereits als Klassenclown unter Beweis stellte. Was lag also näher als der Beruf des Komikers? Auch nicht das Wahre, also nach dem Abi noch schnell ein Praktikum als Werbefutzi in Hamburg gemacht und dann auf direktem Wege, weil Arbeit auch nicht so wundervoll ist, an die Uni in die Weltstadt Siegen. Hier lebt er nun bis an das Ende seines Studiums im Institut für Germanistik und wenn er nicht den Weg in die Bib gefunden hat, findet er ihn auf jeden Fall zu seiner eigenen Autorenlesung an unserem Campus und wird uns aus seinem Buch „Morgens 15.30 Uhr in Deutschland“ vortragen. P.S. Unsere Bibliothek befindet sich im C-Gebäude!!! Christian Geiling

51


Lach- und Sachgeschichten aus dem Studentenleben

Heute: Alena und die Sprechanlage

Es begab sich zu der Zeit, als der Boden noch feucht vom letzten Regen war und drei Studierende der Universität Koblenz in einer Freistunde aufbrachen, zu bestaunen die neue, lichtdurchflutete Behausung Alenas im Stadtteil Horchheim. Die Anfahrt gestaltete sich schwierig, riet die Stimme der elektronischen Streckenführung Alena nämlich mehrfach, - natürlich ohne Hintergedanken - genau dort abzubiegen, wo es garantiert keinen Sinn ergäbe. Die Fahrerin, die, wie viele andere in diesen Jahren, kein Kind von Verkehrsschild und Straßenkarte ist, ließ sich nur all zu gern von der sanft und gutmütig klingenden Stimmfarbe des Teufels … ähm, will sagen, der Technik einlullen - und so geschah es, dass unsere drei wackeren Helden mehr das Panorama genießen durften, als ihnen zu diesem Zeitpunkt lieb war. Endlich aus den

52

schmalen, von Smog grau gefärbten Gassen der Innenstadt entflohen und auf die Hauptstraße gerettet, formte sich am Horizont ein gar mächtiges Gebäude geraumer Vorzeit. „Was‘n das?“, fragte die junge Beifahrerin und vollführte dabei eine wissbegierige Kopfbewegung in Richtung des alten Herrschaftshauses. „Das Schloss!“, brummte der hinten sitzende, von Küchentüchern und Besen, die in Alenas neuer Bude in Zukunft für Glanz sorgen sollen, in Schach gehaltene Dritte im Bunde. Nach einer kurzen Weiterfahrt, während der sich die Lenkende weiter vom weichen Klang der Streckenansage bezirzen ließ und ihre Reaktionen darauf mit leisem Frohmut von der Rückbank begleitet wurden, erreichte man müde, genervt aber auch bestens amüsiert endlich Alenas neues Domizil. Die drei räumten aus dem Auto in


die Wohnung, was für eben diese mit gekarrt wurde. Die Zimmer der Wohnung standen in Trostlosigkeit und wirkten wie leer gefegt - klar eigentlich, wenn man bedenkt, dass ein Vormieter natürlich auch erst mit Sack und Pack das Weite suchen muss, bevor ein Nachmieter sich häuslich einrichten kann. Demnach, lieber Leser, streiche bitte den letzten Satz aus deinem Gedächtnis und tu einfach so, als knüpfe der nun folgende nahtlos an jenen an, der vom Umräumen erzählte. Während er versuchte, über Handy seine Krankenkasse zu erreichen, um für ihn, allerdings nicht für diese Geschichte wichtige Unterlagen anzufordern, entdeckte Ramona auf einmal den vergilbten Hörer einer Sprechanlage. „Krass, war der mal weiß?“, kicherte sie entzückt. Die Mieterin linste aus dem Badezimmer um die Ecke und murmelte ein zustimmendes „Sieht so aus“, hob dann den Hörer ab und führte ihn an ihr Ohr. „Wartet, hört ma‘!“, quiekte sie vergnügt, gab den Handapparat an Ramona weiter, welche ihn sogleich an Florian überreichte und dabei verdattert drein blickte, nicht wissend, was daran nun so unsagbar außergewöhnlich sei. Vogelgezwitscher. Amsel und Kohlmeise im Duett. Ab und an plapperte der Wind dazwischen aber doch, ja,

eindeutig ein Duett zweier Singvögel. Extrem! Die Beiden blickten fragend in die vor Begeisterung funkelden Augen Alenas, erhofften erleuchtet zu werden. Und da, tatsächlich! Nach gefühlten 3,6 Sekunden des Schweigens, glitt eine schüchterne, mystisch klingende Frage über Alenas Lippen, wobei ihr Zeigefinger mit eindeutiger Tendenz zum Hörer in Florians Hand in die Luft meißelte: „Draußen?“ Das Bild einer vergnügten, auf Shakiras „Loca“ tanzenden und gegen den Takt stampfenden Alena manifestierte sich auf der Rückfahrt in einem Anflug abschweifender Gedanken ins Reich der Fantasie vorübergehend vor Florians geistigem Auge (wobei man zum besseren Verständnis den Ausruf „Loca!“ durch „Draußen!“ ersetze, ins Englische transferiere, gänzlich in den Refrain einarbeite (= „i‘m crazy, but you like it, outside, outside, outside“) und sich das Ganze dann zusammen bildlich vorstelle), ehe es jäh wie eine Fensterscheibe durch einen Ball, nur hier durch Ramonas „Cool, was is‘ das da für ein großes Gebäude?“, zerschossen wurde und ihn zu einer erklärenden Antwort zwang, die ihm, beruhigt, wieder in der Realität zu sein, anmutig leicht mit „Immer noch das Schloss!“ von der Seele huschte. Florian Gallhuber

53


BuGa-Start mit dem AHS

Fast

direkt zu Beginn der Bundesgartenschau in Koblenz konnte sich der Koblenzer Allgemeine Hochschulsport AHS bereits in der ersten BuGa-Woche auf der Festung Ehrenbreitstein - genauer gesagt: auf der Rheinland-Pfalz-Bühne - präsentieren. Da eine besonders intensive Kooperation zwischen Universität und Fachhochschule in Koblenz gerade im Bereich des Hochschulsports besteht, bot die Fachhochschule dem AHS im Rahmen des ihr auf der Bundesgartenschau 2011 zur Verfügung gestellten Programms die Möglichkeit der Mitwirkung. Bei erfreulich sonnigem Wetter begeisterten die Sportlerinnen und Sportler der aus Brasilien stammenden Sportart Capoeira, einer Mischung aus Tanz und Kampfsport, mit ihrer spektakulären Show, die auch traditionelle, brasilianische Musik und Tanzeinlagen beinhaltete.

54

Gegen Ende ihrer Darbietung wurde sogar das Publikum einbezogen. Durch einen unterhaltsamen Mix aus Vortrag, Demonstration und Schauspiel bot außerdem unser AStA-Sportreferent Jan-Holger Nahler mit seinem Team des EWTO-Ausbildungszentrums Koblenz (Tina Obermann, Wolf Ulrich Zanon und Bernhard Szudra) den Zuschauern einen Einblick in die Grundlagen pragmatischer Gewaltprävent. Der AHS gratuliert seinen Kursleitern und TeilnehmerInnen zu diesen rundum gelungen Vorstellungen auf der Bundesgartenschau 2011 und weist darauf hin, dass auch in den kommenden Monaten weitere sehenswürdige sportliche Darbietungen aus den Bereichen TaeBo, Tae-Kwon-Do, sowie eine Podiumsdiskussion zum Thema Gewalt / Gewaltprävention geplant sind.


www.ewto-schulen-nahler.de

Intensivtag

am

in Koblenz

im Rahmen des Koblenzer Allgemeinen Hochschulsports (AHS) und der

SommerUni 2011

mit Gastdozent

Sifu Frank Durst (EWTO-Schule Gießen)

organisiert durch das EWTO-Ausbildungszentrum Koblenz | www.wtko.de

Sonntag, 29.05.2011 | 13:30 Uhr - 16:30 Uhr

im Sportgebäude der Universität Koblenz auf dem Campus Metternich

Kosten: € 20.- für Schüler & Studenten | € 25.- für WTKO-Mitglieder | € 30.- sonst

Anmeldung online auf der SommerUni-Seite bis spätestens 27.05.2011! Dieser Escrima-Lehrgang ist für alle Interessierten geeignet. Es werden keine Vorkenntnisse vorausgesetzt. Übungsmaterial wird kostenfrei gestellt und kann auch auf dem Seminar erworben werden. Weitere Infos unter:

www.escrima-intensiv.de

55


56


Meisterehrung 2011 der Allgemeine Hochschulsport (AHS) der Koblenzer Hochschulen kann auch in diesem Jahr auf zahlreiche sportliche Erfolge zurückblicken. Diese herausragenden Leistungen werden feierlich gewürdigt. Die Festveranstaltung findet am Mittwoch, 01.06.2011 um 12.00 Uhr im Raum N 105 (Oberlichtsaal) an der Fachhochschule in Koblenz statt.

57


SommerUni - ArtAttack Ein klein bisschen Ausmal-SpaĂ&#x;, ganz im Stile der SommerUni

58


Sudoku

59


Kreuzworträtsel Getreide- WeltPortier blütenmacht stand

Schalter- europ. stellung Hauptstadt

Metallstift

Hautpartikel ital. Ferieninsel

balt. Volk

Spielmünze

2 Greifvogel

6

ungut, schlimm

10

german. Völkergruppe Leitspruch

Planetenname Sportpreis

Nachlassempfängerin früher als, eher

Einfassung

Deckschicht

heikle Situation

Geld (ugs.) Suizid

ein Gewässer

ital. Tonsilbe

von eigenartigem Reiz

mit Vorliebe Haltevorrichtung

Kochstelle

ital.: ja

Teil des Kopfes

ein Kontinent

Teil des Fingers

Diebesgut Mitgift

13

Tabelle

Gegenteil von Frieden

Ohreulenart englisch: Edelstein

Nagetiere

Blütenstengel

kleiner heimischer Vogel

Auseinandersetzung

Ältestenrat

gesetzmäßig röm. Gott des Meeres

Gesuch

1 17

Kampfsportart

frecher Junge

gegerbte Tierhaut

Bucht

russ. Laute

5

Ausdruck d. Überraschung

Heeresteil

9

die Heilige Schrift

Fruchtform Nadelbaum

Sittenlehre

15

Unternehmen Erdumlaufbahn

zurückgeblieben

7

Nachdruck in Reden Initialen von Kästner

Amtstracht

Geschäftsraum

Kloster

8

Tierwelt österr. Bundesland

amerik. Kreuzes- kleinste Novellist inschrift Teilchen † 1849

3

Firlefanz

die zehn Gebote

gehacktes Fleisch

ländl. Abgeschiedenheit

Noahs Schiff

11

mittelamerik. Säugetier Rauchkraut

gefeit

griech. Vorsilbe: klein

Geldwert einer Ware

Tintenfisch

Herrschersitz

chemisches Element

Endausscheidung

Goldamsel

Sittlichkeit

Kratersee

angebl. Urkontinent

orientalischer Markt am Ende

Mittelmeerinsulaner

Trockenheit

Morast Unentschieden beim Schach

röm. Grenzwall

Baumfrucht

Baustoff

12

Spielleitung

Aussatz Kellertier

Posten

16

Gottessohn

14 Ungläu- Turnbiger übung

4

menschlich

amtl. Unterlagen

urasiat. Stamm

Wachol- Papier- Satzderzählmaß zeichen schnaps

dt. zierlich Vorsilbe

franz.: er

Dreifingerfaultier

englisch: eins

musik.: gemäßigt

Ansteckung (med.)

1

60

dt. Schauspieler † (Erik)

Klemme, Notlage

krümmen

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

16

17


Bezahlung nach Stück

das junge Getreide

Autor v. ,Krieg und Frieden’ Klostervorsteherin

gewin- russ. Männernen name

Heilplanze Stromleitung

Senkblei

Hauptschlagader

Wappenvogel Vorname österr. BlutBundesgefäße der Berger land

russ. Steppenpferdeherde

Multiplikations- gegen zeichen

ägypt. Gottheit

starker Wind

Teile des Knoblauchs

Klostervorsteher

Frau zu Pferd einige

eingebildet

Maß der Stromstärke

babyl. Gottheit

arg, gemein Wurzelmännchen

Entenart Briefumschlag

Denklehre

Edelgas Halbaffenart

hinterhältig

Erreger (Mz.)

durchsichtiger Farbüberzug

Elan Flächenmaß

Ausruf

Stadt in SüdPakistan

örtlich

Unentschieden beim Schach

flaches Gefäß

eher

Seerose

scheues Waldtier innerer Körperteil

asiat. Inselstaat

Wehgeschrei

Rauchabzug

flüssige Vorspeise

Kampfsportart

Auszeichnung

Senke im Gelände

Stofffärbetechnik

Spielmünze Fruchtform

unbest. Teil des Artikel Armes

Ariensänger

mager

Durcheinander

Fluss in Marokko

Grazie

Fremdwortteil: richtig

europ. Hochgebirge

Unsitte

Steigerung Laubbaum

Ornament

USHafenstadt

Gottes Gunst

Gewittererscheinung

Pariser U-Bahn

japan. Hohlmaß

lat.: drei

fest

sehr betagt (ugs.)

Sammelbücher Fortbestehen

Komponente, Teil

abbaubare Kohlenschicht

japan. Kaisertitel

Mischfarbe

Feigling

Himmelskörper

straff gefüllt

exakt

Verstorbener

Anteilsschein

Anfang

Kleidungsstück

Spender Eifersucht

Teil des Kopfes

Rohstoffförderung

Dramengestalt Goethes

chem. Zeichen f. Strontium

Grundstück

Abwesenheitsbeweis

Teil des Tages

Stahlschrank

englisch: Einheit

ungut, schlimm

Fete, Fest

eine der Erinnyen

Irrtümer Satz(lat.) zeichen

altfranz. Tanz

Schwellung österr. Neurologe † 1939

Holzblasinstrument

sibir. Fluss zum Obbusen

Musikstück für drei

Apostel

Eierpflanze bestechlich

Schmierstoff

www.apotheken-raetsel.de

61


Mensa-Essen

62


sucht Mitarbeiter! Wir bieten euch eine anspruchsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit in einem motivierten Team. Ihr könnt euch vielfältig einbringen, z.B. als Redakteur/In, Layouter/In, Comiczeichner/In oder Photograph/In. Voraussetzungen sind Kreativität, Flexibilität, Teamgeist und Engagement.

Redakteur/In: Ihr benötigt gutes Ausdrucksvermögen und müsst Sachverhalte kurz und spitz auf den Punkt bringen. Ihr recherchiert und verfasst eure Beiträge selbstständig.

Photograph/In: In enger Zusammenarbeit mit den Redakteuren und Layoutern seid ihr für die Bebilderung der Artikel sowie das Cover verantwortlich.

Comiczeichner/In: Wir brauchen Comiczeichner/innen für die graphische Darstellung des universitären und allgemein studentischen Lebens. Ihr müsst ein gutes Gespür und Kreativität mitbringen, ein sauberer Zeichenstil wird vorausgesetzt.

Layouter/In: Ihr kümmert euch um das Layout der Zeitung. Entwerft oder verbessert es laufend und sorgt für ein gutes Aussehen der Zeitung. Wir stellen euch dafür einen Computer und die Adobe Creative Suite 5 zur Verfügung. Sicherer Umgang mit InDesign und Photoshop ist daher Pflicht.

Haben wir Euer Interesse geweckt? Dann sendet eure Bewerbung an nachfolgende E-Mail: unik@uni-koblenz.de

UniK

Die Studierendenzeitung

63


1 1 e S o S b r e w e Schreibwettb UniK präsentiert

zum Thema Urlaub und Reise

- alles von Road-Trip bis Pulp Fiction ist erwünscht!

650 - 800 Wörter Einsendeschluss: 15. Juni 2011

In Zusammenarbeit mit

UniK

Die Studierendenzeitung

64

mehr Infos unter http://unik.uni-koblenz.de oder unik@uni-koblenz.de


Unik 7