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Universalhändler wie Karstadt nicht mehr herum. Der Übergang von offline zu online zu mobil und umgekehrt nimmt weiter zu. »Das Smartphone«, sagt Fasching, »wird künftig für den Kunden das Tor zum Einzelhandel sein.«

sie ignoriert. An der Kasse entscheidet sich Lena, künftig einen Newsletter zu Angeboten und Events zu erhalten. In wenigen Sekunden ist ihr Handy registriert. Was sich nach Big Brother anhört, ist für den Digital Native Lena kein Problem. Solche Situationen gehören zu ihrer Realität. Einer fiktiven Realität allerdings, die es genauso wenig gibt wie Lena. Noch nicht zumindest. Denn das Szenario spielt in der Zukunft – einer Zukunft, die nicht mehr allzu weit weg ist. PROF. DR. KAI FÖRSTL Professor für Supply Chain Management & Logistik an der GGS in Heilbronn

DAS SMARTPHONE ALS EINKAUFSTÜTE ‚Lab in the store‘-Momente, Pilotprojekte also, gibt es immer häufiger. Erst kürzlich hat die Deutsche Bahn mit dem Pitch-Event ‚Next Station‘ eine weitere Startup-Initiative ausgerufen. Gesucht wurden Einzelhandelskonzepte für deutsche Bahnhöfe, um das vorhandene Angebot zu verbessern oder zu erweitern. Pickup-Stationen, kurzzeitige Pop-up-Stores oder Navigation in geschlossenen Räumen dank Beacon-Technologie – alles ist denkbar und möglich.

»Im Handel gilt: Ohne Informationsfluss ist ein effektiver Warenfluss entlang der Lieferkette nicht möglich. Um die entsprechenden Informationssysteme aufzubauen, werden Experten benötigt, welche die Planungssysteme der Unternehmen miteinander verweben. Um die gesamte Komplexität der Lieferketten in sogenannten Data-Warehouses abzubilden und die Logistik effektiv steuern zu können, müssen IT-Experten ein konkretes Verständnis für den Weg der Produkte vom Produzenten über das Logistikzentrum bis hin zum Handelsstandort entwickeln.«

2014 haben laut PayPal 26 Prozent der Deutschen, die online einkaufen, dafür ihr Smartphone verwendet. »Die stationäre Filiale allein kann der Konkurrenz künftig kaum mehr standhalten«, weiß Thorben Fasching vom Bundesverband Digitale Wirtschaft. Um Multichannel-Angebote kommen vor allem

INNOVATIV, ABER NICHT IMMER SINNVOLL Einer im Auftrag von Ebay verfassten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte zufolge, generiert der Onlineverkauf in Deutschland in den Bereichen Mode und Haushaltsgeräte fast eben so viel Umsatz wie das klassische Ladengeschäft. Aber auch in anderen Branchen trägt die Verbindung von Webshop und stationärem Handel auf beiden Seiten zu Umsatzzuwächsen bei. Deutschlands größter Online-Preisvergleichs­ anbieter Idealo fand allerdings heraus, dass ein Drittel der deutschen Webshops kein responsives Angebot für Smartphones besitzt. Ist ein mobiloptimierter Dienst dagegen vor- ▷ U N IG LOBALE

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Uniglobale April/ Mai 2015  

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