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M ag a z in f ü r d i e M i ta r b e i t e n d e n d e r u ni v e r s i tät Bas e l 

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Neugründung Avuba

Home Office

Konfuzius-Institut

Der Mittelbau der Universität Basel hat eine Vereinigung.

Kolumnist Michael Beckmann über das Arbeiten zu Hause.

Partnerschaft mit der East China Normal University in Shanghai.

Die Universität Basel und der SNF: Seit über 60 Jahren ein erfolgreiches Duo.


EDITOR IAL

Matthias Geering Universität Basel Leiter Kommunikation & Marketing

SNF – eine 60-jährige Erfolgsgeschichte Es ist eine schöne Geschichte, die unser Mitarbeiter Christoph Dieffenbacher in dieser Ausgabe nacherzählt: Die Geschichte der Entstehung des Schweizerischen Nationalfonds SNF, der erst gegründet werden konnte, nachdem der Widerstand der Kantone – allen voran Basel-Stadt – nachliess. Damals wehrte sich der Basler Erziehungsdirektor Carl Miville vehement gegen eine nationale Forschungsförderung, weil er die Finanzierung der eigenen Universität gefährdet sah. Schon in diesen Zeiten waren die lokalen Chemiefirmen wichtige Geldgeber der Universität, und der Regierungsrat wollte verhindern, dass diese Mittel plötzlich in einem grossen, eidgenössischen Topf landeten. Dass der SNF schliesslich einige Jahre später doch noch gegründet werden konnte, ist ein Glücksfall für die Schweizer Forschungslandschaft. In kluger Voraussicht haben die Gründer den Fokus auf die Grundlagenforschung und die Nachwuchsförderung gelegt. Diese Anliegen haben in den vergangenen sieben Jahrzehnten in keiner Weise an Aktualität eingebüsst. Auch Prof. Martin Vetterli, seit Januar 2013 neuer Präsident des SNF, erläutert im Interview auf Seite 12, warum er der Grundlagenforschung und der Nachwuchsförderung höchste Priorität einräumt. Wir widmen diese Ausgabe dem Schweizerischen Nationalfonds, weil er uns am 8. November mit dem «Tag der Forschung» an der Universität Basel einen Besuch abstattet. Dieser Infotag bietet jungen Forscherinnen und Forschern die einmalige Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Möglichkeiten der Karriereentwicklung und Projektfinanzierung zu informieren. Das reichhaltige Programm ist auf Seite 21 beschrieben. Dazwischen stellen wir Ihnen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor, die sich dank der Unterstützung durch den SNF hier in der Schweiz oder im fernen Ausland auf ihre Forschung konzentrieren können. Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre,

Matthias Geering, matthias.geering@unibas.ch

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Titelbild Prof. Susanne Leeb mit Studierenden im Schaulager: Die Laurenz-

Professorin für zeitgenössische Kunst ist auch am NCCR eikones (Iconic Criticism) als Forscherin beteiligt. Abgebildetes Werk: John Baldessari, Emanuel Hoff mann-Stift ung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel, © John Baldessari; Foto: Christian Flierl

uniintern Magazin für die Mitarbeitenden der Universität Basel

Petersplatz 1, Postfach, 4003 Basel. Tel. 061 267 35 75, Fax 061 267 30 13 E-Mail: uniintern@unibas.ch www.unibas.ch/uniintern Oktober 2013

Herausgeber Kommunikation & Marketing (Leitung: Matthias Geering) Redaktion Matthias Geering (mg), matthias.geering@unibas.ch Gestaltung Continue AG, Basel Text Michael Beckmann, Edwin C. Constable, Christoph Dieffenbacher,

Simon Geiger, Bernd Hägele, Anre Menn, Olivia Poisson, Christian Sengstag, Christine Staehelin, Martin Wallraff Fotografie Christian Flierl, Matthias Geering, Peter Schnetz Korrektorat Birgit Althaler, Basel Druck Effi ngerhof AG, Brugg Auflage 6200 Ex. Inserate Matteo Domeniconi, Schwabe AG, Anzeigenverkauf, Farnsburgerstrasse 8, 4132 Muttenz, Tel. 061 467 86 08, Fax 061 467 85 56, E-Mail: anzeigenverkauf@schwabe.ch Termine Redaktionsschluss und Erscheinungstermine der nächsten Ausgabe: 1/2014: 26. Februar / 2. April 2014


I n h a lt

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Prof. emer. Frank Vischer

Confucius Institute Basel

Prof. Patrick Maletinsky

Eine herausragende Persönlichkeit durfte ihren 90. Geburtstag feiern.

Die neue Plattform öffnet der Universität Basel eine Tür in Richtung Asien.

Der Forscher entwickelt Sensoren, die Magnetfelder präzise messen und abbilden.

U N I VE RS I TÄT

4  E-Mail direkt Wie organisiert man einen nachhaltigen Event?

L EU T E 22 P  rof. Patrick Maletinsky Der Quantenmechaniker

5 Avuba Der Mittelbau der Universität Basel hat neu eine eigene Vereinigung 6 Kolumne 7 90 Jahre Frank Vischer Ein Geburtstagsgruss an eine herausragende Persönlichkeit 9 Konfuzius-Institut Das neue Zentrum für chinesische Sprache und Kultur ist eingeweiht

S ERV I c E 25 Personalia 26 Dienstjubiläen 28 Domino Bei seinem Vortrag an unserer Universität sprach Kardinal Kurt Koch neulich von einem doppelten Heimspiel.

FO K U S

Was meinte er damit genau?

10 Tag der Forschung in Basel Die Bedeutung des SNF für die Universität Basel 12 S  NF-Präsident Martin Vetterli im Interview Stärkung der Grundlagenforschung 14 V  orgeschichte des Nationalfonds Basel-Stadt war heftigster Gegner 16 National Competence Centers in Research Die Forschungsschwerpunkte des SNF 17 Individuelle Förderung von Exzellenz Die Förderinstrumente des SNF – für jeden etwas dabei 18 – 20 Vom SNF gefördert Sieben Beispiele, wie der SNF Forschungskarrieren unterstützt 21 Tag der Forschung in Basel Alles über die grosse Informationsveranstaltung des SNF

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U n i v e r s i tät

E-M a i l Di r ek t Von: uniintern@unibas.ch Gesendet: Montag, 30. September 2013 18:53 An: Arne.Menn@unibas.ch Betreff: Nachhaltige Hochschulevents

Lieber Herr Menn Sie haben mit Ihrer Fachstelle für Nachhaltigkeit einen Leitfaden für nachhaltige Hochschulevents erstellt. Was möchten Sie damit erreichen? Wir freuen uns auf Ihre Antwort! Redaktion uniintern Von: Arne.Menn@unibas.ch Gesendet: Mittwoch, 2. Oktober 2013 10:22 Betreff: Nachhaltige Hochschulevents

Liebe uniintern-Leserinnen und -Leser

Workshops, Veranstaltungen und Konferenzen gehören zum Universitätsalltag. Diese Events verbrauchen Ressourcen, produzieren Abfall und belasten die Umwelt, aber mit einfachen Massnahmen können sie nachhaltig gestaltet werden. Tipps und Beratung dazu finden die Event-Organisatorinnen und -Organisatoren im «Leitfaden für nachhaltige Hochschulevents» der Universität Basel. Der online abrufbare Leitfaden macht deutlich, dass Nachhaltigkeit geplant werden kann: Welches Hotel ist umweltbewusst? Liegt es in der Nähe des Veranstaltungsortes? Welches Catering ist saison­ gerecht? Bei der Planung und Umsetzung unterstützen wir interessierte Personen mit einer persönlichen Beratung. Wie man die Tipps des Leitfadens umsetzt, zeigt das Beispiel der Schweizerischen Gesellschaft für Psychologie. Im Rahmen eines Kongresses kompensierte sie die CO2-Emissionen der Flüge der Referentinnen und Referenten, nutzte das nachhaltige CateringAngebot der SV-Group an der Universität Basel und reduzierte den Einsatz von Papier auf ein Minimum. Seit Lancierung des Leitfadens im Mai 2013 wurden bereits über zehn Veranstaltungen an der Universität Basel nachhaltig geplant und durchgeführt. Die Tipps des Leitfadens zeigen, dass die Möglichkeiten einer nachhaltigen Veranstaltung so vielfältig sind wie die Events selbst. Herzliche Grüsse, Arne Menn PS: Den Leitfaden findet man unter nachhaltigkeit.unibas.ch/eventleitfaden

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Entdeckerkonzert «Skandal!» mit dem Musikwissenschaftlichen Seminar ■  Unter dem Titel «Skandal 1913» stellt das Sinfoniekonzert des Basler Sinfonieorchesters am 30. Oktober 2013 zwei der grössten Musikskandale der Musikgeschichte in den Mittelpunkt: das «Watschenkonzert» im Wiener Musikverein um Arnold Schönberg im März 1913 und die als «Massacre du printemps» in Erinnerung gebliebene Uraufführung von Igor Strawinskys Sacre du printemps im Mai desselben Jahres. Mitgestaltet wird das Entdeckerkonzert vom am Musikwissenschaftlichen Seminar ansässigen SNF-Forschungsprojekt zu Igor Strawinskys Ballettwerk. Unter anderem werden Studierende des Seminars im Rahmen einer von Matthias Schmidt und Leila Zickgraf geleiteten Übung zum Thema «Skandal 1913» eine Teilrekonstruktion der Skandal-Konzerte begleiten, die dann im Rahmen des Entdeckerkonzerts präsentiert wird. Die Entdeckerkonzerte des Sinfonieorchesters Basel richten sich an Neugierige und Musikhungrige jeden Alters, die rund um die Werke des abendlichen Programms noch mehr erfahren möchten. Alles dreht sich um das aktive Erleben von Musik durch kleine Konzerte, Filme, Einführungen, Hörschnipsel oder Ausstellungen. Entdeckerkonzert «Skandal!», Mittwoch, 30.10.2013, 16 Uhr, Stadt-Casino Basel, Eintritt frei Sinfoniekonzert SOB «Skandal 1913», Mittwoch, 30.10.2013, 19.30 Uhr, Stadt-Casino Basel, Musiksaal, Alban Berg Drei Orchesterstücke, op. 6 Gustav Mahler Kindertotenlieder, Igor Strawinsky Le Sacre du printemps

Verhalten der Verwaltung bei Bedrohung durch Postsendungen ■  Im April dieses Jahres musste

das Finanzdepartement des Kantons Basel-Stadt geräumt werden. Grund für diese ungewöhnliche Aktion war ein Drohbrief mit einem verdächtigen weissen Pulver. Zur Analyse der Situation wurden Polizei und Sanität sowie die Berufsfeuerwehr und die Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit aufgeboten. In der Folge hat die Kantonale Krisenorganisation des Kantons Basel-Stadt ein Merkblatt zum «Verhalten der Verwaltung bei Bedrohung durch Postsendungen» erstellt, das wertvolle Tipps gibt. An folgenden Merkmalen können verdächtige Post- und Kuriersendungen erkannt werden: Poststempel ist nicht identisch mit Absenderdomizil; fehlender oder falscher Absender; Vermerk wie «Persönlich»; unförmige Verpackung / fester Umschlag, ungleich verteiltes Gewicht; unleserlich geschriebene Adresse; Adresse oder Name falsch geschrieben; Übermässige Frankierung. Die Kantonale Krisenorganisation rät, bei einem Verdacht die Sendung und den allfällig ausgetretenen Inhalt in angetroffenem Zustand liegen zu lassen, nichts zu berühren und die Polizei (117) zu alarmieren.


U n i v e r s i tät

Avuba – die neue Vereinigung des Mittelbaus Natürlich gestalten die Assistierenden in den universitären Gremien und Kommissionen die Universität Basel als attraktiven und innovativen Arbeits- und Forschungsplatz seit jeher mit. Die Avuba soll jetzt einfach dieser relativ heterogenen Gruppe ein gemeinsames Gesicht und dadurch mehr Gewicht verleihen. Zu diesem Zweck betreibt die Avuba seit dem 1. Mai eine zentrale Anlauf- und Koordinationsstelle am Petersgraben 45. Die Geschäftsstelle der Avuba wird von Patricia Eiche geführt und befindet sich am gleichen Ort wie die Geschäftsstelle der Skuba. Neue Geschäftsstelle: Patricia Eiche vor ihrem zukünftigen Arbeitsort.

■  Nach 6-jährigem Schlaf des Dachverbands der Universität Basel ist die Vereinigung des Mittelbaus unter neuem Namen auferstanden: Avuba heisst die neu gegründete Assistierendenvereinigung. Die sieben gewählten Regenzvertreter der Fakultäten haben den Stein ins Rollen gebracht, sodass die Avuba ab dem Herbstsemester 2013 die wissenschaftlichen, beruflichen und bildungspolitischen Interessen des akademischen Mittelbaus innerhalb der Universität sowie gegenüber Behörden und Öffentlichkeit vertreten kann.Zum akademischen Mittelbau der Universität Basel (Gruppierung III) gehören aktuell rund 2500 Doktorierende (mit und ohne Anstellung) sowie 600 universitätsfinanzierte Post-Docs.

Auf universitärer Ebene ist u. a. geplant, bestehende mittelbauspezifische Veranstaltungen zu unterstützen und nach dem Vorbild der Mittelbauvereinigung der Universität Bern Workshops zur Karriereplanung von Doktorierenden und Doktorierten aufzubauen. National kann die Avuba als Mitglied von Actionuni – dem Dachverband aller Mittelbauvereinigungen der Schweiz – via Gremien des Schweizerischen Nationalfonds oder der Rektorenkonferenz Schweizer Universitäten die Rahmenbedingungen des Mittelbaus proaktiv mitgestalten. Kontakt Avuba – Assistierendenvereinigung der Universität Basel Petersgraben 45, CH-4051 Basel avuba@unibas.ch | http://avuba.unibas.ch

Die Zahl

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as Publizieren von wissenschaftlichen Arbeiten über Open-Access-Plattformen wird von der Universität Basel gefördert. Als Mitunterzeichnerin unterstützt sie die «Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen». Dank Mitgliedschaften bei OpenAccess-Verlagen ergeben sich Rabatte von bis zu 50 %. Das Rektorat hat eine Open-Access-Policy beschlossen, gemäss der die Forschenden die Volltexte ihrer wissenschaftlichen Publikationen über den Dokumentenserver edoc.unibas.ch frei zugänglich machen sollen. Dabei werden die Arbeiten via Forschungsdatenbank hochgeladen. Zudem werden die Forschenden dazu ermuntert, ihre wissenschaftlichen Ar-

beiten in einer Open-Access-Zeitschrift zu publizieren. Da diese keine Einnahmen mit Abonnementen erwirtschaften, verlangen sie in der Regel eine Publikationsgebühr. Zur Förderung dieser Publikationsform unterhält die Universitätsbibliothek Mitgliedschaften bei Open-Access-Verlagen, die zu einem Rabatt auf die Publikationsgebühren berechtigen. Die Reduktion beträgt bei PLoS und MDPI 10%, bei Biomed Central 15 %, bei PNAS 25 % und bei «Nucleic Acids Research» gar 50 %. Das Angebot wird laufend ausgebaut. Eine spezielle Informationsseite der UB gibt Auskunft über den aktuellen Stand. Übrigens: Seit dem 1. Oktober 2013 können die Publikationsgebühren in Open-AccessZeitschriften dem Projektbudget des Schweizerischen Nationalfonds belastet werden. Bei Fragen gibt die Fachstelle Open Access der UB gerne Auskunft: oai-ub@unibas.ch.

Dr. Simon Geiger, E-Media-Referent, Universitätsbibliothek

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U n i V e r s i tät

kOlu M n E

arbeit im home Office Michael Beckmann, WWZ, Abteilung Personal und Organisation, michael.beckmann@unibas.ch

tig steigt die Arbeitszufriedenheit und die Fluktuationsneigung geht um die Hälfte zurück. Auch andere empirische Arbeiten zeigen, dass beide Arbeitsmarktparteien von Home-OfficeZeiten profitieren. Negative Produktivitätseffekte lassen sich dagegen nur sehr vereinzelt feststellen und dann auch nur für Mitarbeiter, deren Aufgabengebiet einfach und wenig abwechslungsreich ist.

Ob also die Abschaff ung von HomeAls Wissenschaft ler/in, der/die mit Office-Zeiten bei Yahoo von Erfolg Home-Office-Zeiten gut vertraut ist, gekrönt sein wird, darf stark bezwei«Die stärkung der selbstbestimmung mag man sich ob dieses Entscheids felt werden. Unternehmen und anvon Mitarbeitern kann zusätzliches dere Institutionen machen nämlich verwundert die Augen reiben. Ich jemotivationales Potenzial freisetzen.» einen grossen Fehler, wenn Sie eine denfalls kenne niemanden, der Home-Office-Tage nutzt und dabei einen Produktivitäts- einmal gewährte Autonomie der Mitarbeiter wieder benachteil gegenüber einer Aufgabenerfüllung am Arbeits- schränken; zumal, wenn dabei Argumente vorgetragen platz wahrnimmt. Ganz im Gegenteil: Das Home Office ist werden, die lediglich gewagten Vorurteilen entspringen doch zumindest phasenweise derjenige Ort, an dem man bzw. unzutreffende Klischees bedienen. Denn das Signal, auch über einen längeren Zeitraum einmal ungestört einen das den Mitarbeitern damit übermittelt wird, ist eindeutig: Gedanken zu Ende denken kann. Auch sollte man im Zeit- Misstrauen. Die Unternehmensleitung vertritt offenbar die alter der Kommunikation über E-Mails, Videokonferenzen Ansicht, dass die Mitarbeiter ohne eine (Anwesenheits-) und soziale Netzwerke doch imstande sein, eine interper- Kontrolle am Arbeitsplatz zum Faulenzen tendieren. Mit sonelle Zusammenarbeit zu gewährleisten. Dass gerade ein einer Förderung derart pessimistischer Menschenbilder Internetkonzern wie Yahoo hiermit offenbar seine Schwie- leistet man aber keinen Beitrag zur Stärkung des Mitarbeirigkeiten hat, mutet schon sehr erstaunlich an. ter-Commitments. Hierfür ist das Gegenteil erforderlich: die Gewährung von Entscheidungsautonomie ohne gleichTäuscht der positive Eindruck, den Wissenschaft ler/innen zeitigen Anstieg der Kontrollintensität. von der Arbeit im Home Office haben? Vielleicht ist er nicht repräsentativ und andere Berufsgruppen machen ganz an- Die Stärkung der Selbstbestimmung von Mitarbeitenden dere Erfahrungen. An dieser Stelle hilft ein Blick auf die kann zusätzliches motivationales Potenzial freisetzen, weil empirische Evidenz. Es gibt inzwischen eine Reihe empiri- den Mitarbeitern hiermit ein Signal des Zutrauens in die scher Arbeiten zu diesem Thema. Dabei dominieren die po- eigene Kompetenz übermittelt wird. Davon profitiert auch sitiven Produktivitätseffekte eindeutig. Eine hockaktuelle der Arbeitgeber. Insofern geben anderslautende BestrebunInterventionsstudie, die von Ökonomen der Stanford Uni- gen, wie der Abbau von Home-Office-Zeiten bei Yahoo, versity unter Call-Center-Mitarbeitern einer grossen chi- einige Rätsel auf. Die gegenläufigen Motivationseffekte von nesischen Reisevermittlung durchgeführt wurde, belegt Autonomie und Kontrolle am Arbeitsplatz sollten einigereine Produktivitätssteigerung um 13%. Diese vergrössert massen erfahrene Chefs eigentlich kennen. sich sogar deutlich, sobald die Call-Center-Mitarbeiter den Ort der Aufgabenerfüllung frei wählen dürfen. Gleichzei- Prof. Dr. Michael Beckmann ist Ordinarius für Personal und Organisation.

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Illustration: Raphael Gschwind

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or einigen Monaten wurde bekannt, dass die Chefin des Internetkonzerns Yahoo das von vielen Mitarbeitern langjährig praktizierte System der Arbeit von zu Hause aus – oft auch als Home-Office-Arbeit oder Telearbeit bezeichnet – abgeschafft hat. Begründet wurde dieser Entscheid damit, dass Produktivität und Qualität leiden würden. Ausserdem sei eine gute Zusammenarbeit nur bei persönlichem Kontakt erreichbar.


U n i v e r s i tät

a u s de n M ed i e n

■ Dynamischer Arbeitsmarkt Für den Schweizer Arbeitsmarkt gibt es Anzeichen, dass er sich im weiteren Verlauf dieses Jahres dynamischer entwickeln könnte als zuletzt. Der vom Leiter der Forschungsstelle für Arbeitsmarkt- und Industrieökonomik an der Universität Basel, George Sheldon, berechnete saisonbereinigte Frühindikator ist erstmals im laufenden Jahr gesunken.

Foto: Tom Haller

(10.9.2013)

90 Jahre: Am 12. September 2013 durfte Prof. Frank Vischer seinen runden Geburtstag feiern.

Runder Geburtstag einer prägenden Figur ■ Auch wenn die Universität Basel in ihrer 553-jährigen Geschichte viele

herausragende Persönlichkeiten erlebt hat, so gilt es doch einen emeritierten Professor hervorzuheben, der unsere Institution besonders geprägt hat und vor ein paar Wochen einen runden Geburtstag feiern durfte: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Frank Vischer ist nun 90 Jahre alt und immer noch äus­ serst aktiv.

■ Verbesserung in den Rankings «Die Universität Basel verbessert sich in internationalen Rankings», teilte die Universität gestern mit. Grund für die Zufriedenheit ist das soeben publizierte «QS World University Ranking» 2013. Die Universität Basel hat sich gegenüber dem Vorjahr um elf Plätze verbessert. Damit liegt die Uni Basel neu auf Platz 110. Auch in einem weiteren internationalen Ranking macht die Uni Plätze gut. In dem in Fachkreisen renommierten ShanghaiRanking verbessert sich die Uni Basel um zwei Ränge. Mit Platz 83 bleibt sie auch dieses Jahr unter den 100 besten Universitäten weltweit. (11.9.2013)

Eigentlich wollte er Kunstgeschichte in Verbindung mit der Geschichte der Neuzeit studieren, wie er in seinen zum Geburtstag erschienenen Erinnerungen «Frank B. Vischer – Lebensetappen» beschreibt. Doch zum Glück für die Universität und den Wirtschaftsstandort Basel haben ihn die schlechten Berufsaussichten auf diesen Gebieten davon abgehalten – Frank Vischer setzte die Familientradition fort und begann sein Studium an der Juristischen Fakultät, wo er rasch akademische Karriere machte. Von 1963 bis 1993 war er Ordinarius für Privatrecht, Internationales Privatrecht und Arbeitsrecht. Er hat unsere Universität nicht nur als Rektor (1979/80) bestens vertreten, auch der Bundesrat setzte auf den brillanten Basler Juristen, wenn schwierige Verhandlungen anstanden oder neue Gesetze formuliert werden mussten. Obwohl sich Frank Vischer gegen die Kunstgeschichte und für ein JusStudium entschieden hatte, konnte er seine Affinität zur Kunst wirkungsvoll einsetzen: Als Präsident des Kunstmuseums Basel (1964 bis 1994) hat er sich für den Kauf wichtiger Werke zeitgenössischer Künstler wie Joseph Beuys, Barnett Newman, Constantin Brancusi oder Dan Flavin starkgemacht und der öffentlichen Kunstsammlung Basel damit zu einmaligen Schätzen verholfen. Am 12. September 2013 feierte Frank Vischer seinen 90. Geburtstag – die Universität Basel wünscht ihm auf diesem Weg alles Gute.

■ Large coverage in US media Scientists at the University of Basel, Switzerland say they have found the first reliable evidence that sleep patterns are influenced by lunar changes. The study, published in Current Biology, shows brain activity related to deep sleep in volunteers dropped by 30 percent around the full moon. The study subjects also took longer to fall asleep and had shorter nights. (26.7.2013)

■ Film für National Geographic Die wunderschönen Farbbilder, die tiefe Einblicke in eine eigentlich unsichtbare Welt ermöglichen, stammen aus dem Biozentrum der Universität Basel und werden für einen Kinofilm der «National Geographic Society» produziert. Das Kernstück der Arbeit bildet ein 1,2 Millionen teures Elektronenmikroskop, das im zweiten Untergeschoss an der Mattenstrasse steht. (23.5.2013)

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Stationen einer Eröffnungsfeier: Freundschaftliches Treffen im Wildt'schen Haus; offizielle Einweihung des neuen Domizils am Steinengraben 22 durch Rektor Antonio Loprieno; Übergabe einer Konfuzius-Statue durch den Vizepräsidenten der East China Normal University; Enthüllung des Gastgeschenkes.

Konfuzius-Institut feierlich eröffnet Text: Matthias Geering, matthias.geering@unibas.ch; Fotos: Peter Schnetz

In Anwesenheit der chinesischen Botschafterin Xu Jinghu und des Basler Regierungspräsidenten Guy Morin konnte am 21. September das «Confucius Institute at the University of Basel» feierlich eröffnet werden.

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ach zweijähriger Planungszeit erhält Basel am Steinengraben 22 ein Zentrum für chinesische Sprache und Kultur, und die Universität Basel hat mit der East China Normal University (ECNU) in Shanghai nun eine Partnerin, die zu den besten Hochschulen Chinas gehört. Die ECNU ist mit ihren knapp 30 000 Studierenden eine für chinesische Verhältnisse kleine, wissenschaftlich gesehen aber eine sehr bedeutende Universität und zählt zu den besten 16 Hochschulen Chinas. «Das Konfuzius-Institut ist eine Möglichkeit, die chinesische Sprache und Kultur in Basel besser zu verbreiten und gleichzeitig die chinesischen Studien akademisch an unsere Universität anzubinden», erklärte Antonio Loprieno. Für diese akademische Anbindung wird die neue Leiterin des Europainstituts, Prof. Madeleine Herren-Oesch, verantwortlich sein. Im November 2012 hatte der Universitätsrat das Projekt zur Gründung eines Konfuzius-Instituts in Basel gutgeheissen

und jährlich 120 000 Franken für den Betrieb desselben gesprochen. Einen Monat später kam auch die Unterstützung durch den Kanton Basel-Stadt, dessen Regierung jährlich 50 000 Franken zusagte, um ein Konfuzius-Institut mit der Partneruniversität in Shanghai einzurichten. Diese Finanzierung ist auf fünf Jahre befristet. Diese Finanzierungs­ zusicherungen waren Grundlage für konkrete Verhandlungen mit den chinesischen Partnern. Die Dachorganisation Hanban erwartet von ihren Partnern im Ausland eine fundierte Finanzierung – erst dann ist auch sie bereit, Mittel im gleichen Ausmass zu sprechen. Das «Confucius Institute Headquarter» Hanban hat in den letzten Jahren weltweit über 400 Konfuzius-Institute gegründet. Immer liegt die Zusammenarbeit einer chinesischen Universität mit einer Hochschule im Gastland zugrunde. Das erste Konfuzius-Institut der Schweiz wurde im November 2011 an der Universität Genf gegründet. In Basel entsteht nun das erste Zentrum für chinesische Sprache und Kultur der Deutschschweiz. Geführt wird das Konfuzius-Institut Basel von der gebürtigen Chinesin Qi Zhu Ammann, die an der Universität Basel Ökonomie studiert hat und seit mehreren Jahren als Chinesisch-Lehrerin und Dolmetscherin gearbeitet hat. uniiintern 02/13

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tag d e r f o r s c h u n g a m 8 . N o v em b e r 2 013

Die Bedeutung des SNF für die Universität Basel

Abgebildetes Werk: Bruce Nauman, Emanuel Hoffmann-Stiftung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel © Pro Litteris, Zürich

Text: Edwin C. Constable, edwin.constable@unibas.ch, Foto: Christian Flierl

Erfolgreiche Zusammenarbeit: Die Kunsthistorikerin Susanne Leeb – hier mit Studierenden im Schaulager – ist seit 2012 Laurenz-Professorin für zeitgenössische Kunst und in dieser Funktion auch in Eikones, dem Nationalen Forschungsschwerpunkt des SNF, als Forscherin engagiert.

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F o k us

Der Schweizerische Nationalfonds ist für die Universität Basel die wichtigste Finanzierungsquelle für die Grundlagenforschung. Er unterstützt alle Gebiete der Forschung im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Medizin und der Naturwissenschaften. Im Jahr 2012 erhielt die Universität Basel vom SNF rund 70 Millionen Franken für ihre Grundlagenforschung. Etwa gleich viele Drittmittel erhielt die Universität aus europäischen Forschungsgeldern und von Stiftungen.

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ei der Akquisition von SNF-Geldern für ihre Projekte sind die Forscher der Universität Basel äusserst erfolgreich: Etwa 60 Prozent der eingegebenen Projekte werden vom SNF positiv beurteilt. Diese Erfolge ermöglichen den Forschenden nicht nur die Weiterführung ihrer eigenen Projekte, sie bringen der Universität als Ganzes auch Overhead-Mittel in der Höhe von derzeit 8,5 Millionen Franken jährlich, welche diese wiederum in ihre Forschungsinfrastruktur investieren kann. Gerade wegen der teuren Infrastruktur werden Projekte im Bereich der Naturwissenschaften und der Medizin mit höheren Beträgen gefördert als jene der Geistes- und Sozialwissenschaften. Die Universität Basel sieht in den Geldern des SNF und der EU-Forschungsprojekte einen quantitativen Massstab für die Exzellenz ihrer Forschung. Ein Erfolg beim Einwerben dieser Drittmittel wir mit sogenannten «Matching Funds» belohnt – diese zusätzlichen Gelder können die Forscher in ein Projekt ihrer Wahl investieren. Neben der Finanzierung von Projekten in der Grundlagenforschung, an denen einzelne oder kleinere Gruppen von Forschenden arbeiten, sind für uns als Universität auch eine Reihe von anderen Forschungsförderungsprogrammen von grosser Bedeutung. Insbesondere zu nennen sind hier die Programme zur Förderung von klinischer und medizinischer Forschung, von Kohortenstudien und zum Aufbau von klinischen Studien. Diese Programme tragen massgeblich zur Steigerung der Qualität unseres Forschungsschwerpunktes an der Schnittstelle von Medizin und Life Sciences bei. Die Bestrebungen des SNF, durch das Programm Sinergia die interdisziplinäre Forschung zu unterstützen, werden in Zukunft dabei helfen, diejenigen Forschungsvorhaben zu fördern, die nicht einer einzelnen Fakultät unserer Universität zuzuordnen sind. Durch Sinergia können wir Doktorierende in thematischen Gruppen zusammenfassen, die zwar an verschiedenen Schweizer Hochschulen, aber an gleichen Themen arbeiten. Forschende nehmen den SNF in erster Linie als Institution wahr, die Grundlagenforschung finanziert. Doch der SNF spielt eine wesentliche Rolle in allen Phasen einer akademischen Karriere; er fördert sowohl die wissenschaftliche Ent-

wicklung von Einzelnen als auch Forschungsthemen mit nationaler Bedeutung. Die Mobilitätsstipendien der Programme Doc.Mobility, EarlyPostdoc.Mobility und Advanced Postdoc. Mobility unterstützen unsere angehenden Forschenden bei ihren ersten Karriereschritten. Das Programm Ambizione und vor allem auch die SNF-Förderungsprofessur ermöglichen unseren herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen bedeutsamen akademischen Karriereschritt, indem sie ihnen erlauben, langfristige Forschungsprojekte aufzubauen und durchzuführen. Die Universität Basel beherbergt eine bedeutende Anzahl solch hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Als Universität begrüssen wir das Engagement des SNF, Frauen in ihrer akademischen Karriere zu fördern. Als Institution arbeiten wir im Sinne der Chancengleichheit daran, die sogenannte «gläserne Decke» zu durchbrechen. Die Universität und der SNF arbeiten auf vielen Ebenen eng zusammen. Unsere Professorinnen und Professoren sind aktive wissenschaftliche Mitglieder des Forschungsrats des SNF sowie der lokalen Forschungskommission. Mit dieser wichtigen Arbeit und ihrem verdankenswerten Engagement leisten sie einen bedeutenden Beitrag für die Wissenschaftliche Gemeinschaft, der leider nicht immer genügend Anerkennung findet. Die Grafik auf Seite 16 zeigt das Total der jährlichen Zusprachen durch den SNF an ausgewählte Schweizer Universitäten von 2005 bis 2012. Positiv zu bewerten ist, dass die Gesamtsumme an erhaltenen Geldern gewachsen ist. Dennoch muss auch bemerkt werden, dass unsere Wachstumsrate im Vergleich zu anderen Universitäten, mit denen wir in Konkurrenz stehen, kleiner ausfällt. Momentan analysieren wir diesen Trend, um eine Strategie zu entwickeln, die unsere Wachstumsrate dem generellen Trend anpassen soll. Ein möglicher Faktor für diese Entwicklung ist die «Sättigung» der vorhandenen Forschungsräume, welche die Planung neuer, grosser Forschungsprojekte beeinflusst. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der SNF eine zentrale Finanzierungsquelle der Grundlagenforschung an der Universität Basel darstellt. Der SNF unterstützt die Forschung auf allen Ebenen und in allen Disziplinen. Es liegt in den Händen unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, sicherzustellen, dass wir weiterhin qualitativ hochstehende Anträge einreichen und unsere Position als anerkannte und international konkurrenzfähige Forschungs­ institution halten. Prof. Dr. Edwin C. Constable ist Vizerektor Forschung der Universität Basel.

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Fokus

S N F - P r ä s i d en t M a r t i n V e t t e r l i i m In t e r v i e w

Stärkung der Grundlagenforschung Interview: Matthias Geering, matthias.geering@unibas.ch, Foto: Christian Flierl

Martin Vetterli, Ihr Vorgänger Dieter Imboden hat sich für die Förderung junger Forscher und die Gleichstellung von Frau und Mann eingesetzt – zwei wichtige Pfeiler des SNF-Leitbilds. Wo möchten Sie Schwerpunkte setzen? Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Schweiz ist ein Dauerthema, ebenso die Gleichstellung. Doch gerade die Gleichstellung ist nicht eine in der Wissenschaft isolierte Problematik, sondern eine Aufgabe, welche die Gesellschaft kollektiv lösen muss. Da sind noch grosse Anstrengungen nötig, und es wird auch einige Zeit dauern, bis wir einen befriedigenden Zustand erreichen. Bei den Bachelor- und Masterabschlüssen an Schweizer Universitäten sind die Frauen inzwischen in der Mehrheit. Kann man davon ausgehen, dass es nun nur noch eine Frage der Zeit ist, bis sich das auch auf den Mittelbau und auf die Professuren durchschlägt? In meinem Fachgebiet, der Informatik und Mathematik, ist diese Problematik noch ausgeprägter anzutreffen als in anZur Person

n Seit Januar 2013 steht Prof. Martin Vetterli als Präsident dem Schweizerischen Forschungsrat vor, dem Führungsgremium des Schweizerischen Nationalfonds. Der Elektroingenieur hat an der ETH Zürich, an der Stanford University in Kalifornien und an der EPF Lausanne studiert und unterrichtete danach an der Columbia University New York und an der University of California in Berkeley. 1995 wurde er an die EPF Lausanne berufen. Er ist ordentlicher Professor für Kommunikationssysteme und war von 2004 bis 2011 Vizepräsident der EPFL.

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deren Disziplinen. Vermehrt stelle ich aber fest, dass beispielsweise Frauen aus arabischen Ländern oder aus Osteuropa bewusst diese Fachrichtung einschlagen – ganz einfach, weil sie dieses Studium als attraktiven Weg einschätzen, um aus dem Schatten der Männer zu treten. Aus verschiedenen Gründen ist diese Sichtweise bei uns in der Schweiz noch nicht so verbreitet.

Letztendlich entscheidet die individuelle Exzellenz, ganz unabhängig von der Grösse der Institution. Der Aktionsplan 2013–2016 beschreibt detailliert die vom SNF geplanten Massnahmen der nächsten Jahre. Wie stark trägt dieser Aktionsplan Ihre Handschrift und wo werden Sie zusätzlich eigene Akzente setzen? Ich sage das ganz offen: Dieser Massnahmenplan ist vor meinem Antritt entstanden, und das ist auch gut so. Den SNF gibt es seit 60 Jahren, da ist Kontinuität ein ganz wichtiges Kriterium. Ein Anliegen, das mir aber sehr wichtig ist und für das ich mich engagiere, ist die Grundlagenforschung, die es zu beschützen gilt. Die Förderung der «Bottom-up-Forschung» ohne präzise Vorgabe eines Ziels ist und bleibt unsere Kernaufgabe. «Best possible science by the best possible people.» Der SNF wird immer mehr auch zum internationalen Player – mit Joint Research Projects soll die Zusammenarbeit mit den aufstrebenden Staaten Brasilien, China, Indien, Russland und Südafrika gestärkt werden. Im Juli haben Sie mit Bundesrat Schneider-Ammann Südkorea besucht und dort eine Ver-

einbarung zur Zusammenarbeit unterschrieben. Welche Rolle spielt Asien für den Forschunsplatz Schweiz? Asien ist schon seit vielen Jahren ein wichtiger Partner der Schweiz. Korea ist ein gutes Beispiel, bei dem man sehen kann, wie rasch sich ein Land entwickeln kann: In den 1950er-Jahren war Korea noch eines der ärmsten Länder der Welt, heute ist es eine der wichtigsten Wirtschaftsmächte Asiens. Lange hat Korea nur in angewandte Forschung investiert, doch heute merken die Verantwortlichen, dass ihnen die Basis – die Grundlagenforschung – fehlt. In diesem Bereich möchten die Koreaner nun mit der Schweiz zusammenarbeiten. In dieser Hinsicht ist die Schweiz Vorbild für viele andere Nationen. Denn die Innovationsfähigkeit unseres Landes beweist, dass Investitionen in die Grundlagenforschung entscheidend sind für eine nachhaltige Entwicklung einer Volkswirtschaft. Weltweit wird die Forschung immer kompetitiver und kostenintensiver. Wo sehen Sie in diesem Umfeld die Chancen einer Universität wie jener in Basel? Die Universität Basel kann auf eine lange, erfolgreiche Geschichte zurückblicken und hat viele grosse Wissenschaftler hervorgebracht. Und wie alle Schweizer Universitäten kann sie den Forschenden hervorragende Arbeitsbedingungen bieten. Darum gelingt es auch immer wieder, Top­leute zu berufen. Wenn die richtigen Leute da sind, dann ist auch die Qualität der Forschung auf höchstem Niveau und die Universität kann erfolgreich Drittmittel akquirieren. Letztendlich entscheidet die individuelle Exzellenz der Forschen-


Fokus

Wir dürfen nicht vergessen, dass die ETH und die EPFL technische Hochschulen sind. Wenn ich dort über den Campus gehe, dann treffe ich vielleicht einen anderen Ingenieur oder einen anderen Physiker. Die Stärke der Universität ist ihre fantastische Vielfalt, die es den Studierenden und den Forschenden erlaubt, sich mit einem unglaublich breiten Feld der Wissenschaft auseinanderzusetzen. Statt nun nur auf die Rankings der ETH zu schielen, sollte man vielmehr selbstbewusst diese Qualität der Volluniversität hervorheben.

Mehr Schweizer Forschende: Prof. Martin Vetterli will die akademische Laufbahn attraktiver ausgestalten.

den, ganz unabhängig von der Grösse der Institution. Als weiteren Vorteil für die Universität Basel sehe ich ihre geografische Nähe zu Instituten wie dem FMI und zu den grossen Life-Sciences-Firmen. Grosse Förderinstrumente wie die National Centres of Competence in Research (NCCR) sind, gerade für Universitäten wie jene in Basel, überlebenswichtig. Wird bei der Vergabe rein nach wissenschaftlicher Exzellenz geurteilt oder gibt es politischen Druck, diese Mittel in einer gewissen Breite zu verteilen? Wir vom SNF beurteilen die eingereichten Projekte ausschliesslich aufgrund von wissenschaftlichen Kriterien und liefern dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) eine en-

gere Auswahl ab. Welche dieser evaluierten Projekte schliesslich das Rennen machen, entscheidet die Politik. Die meisten NCCR-Anträge sind jedoch Projekte, an denen mehrere Schweizer Universitäten gemeinsam beteiligt sind. Die Forschenden sind klug genug und wissen, dass die Chancen auf einen Zuschlag höher sind, wenn ihre Bewerbung von einem universitätsübergreifenden Netzwerk getragen wird. Der SNF hat den Anspruch, die Exzellenz des Forschungsplatzes Schweiz zu steigern. Die beiden ETH sind in den internationalen Rankings ausgezeichnet platziert – welche Rolle bleibt den kantonalen Universitäten im internationalen Wettbewerb?

In der Politik wird immer wieder moniert, die Schweiz importiere zu viele ausländische Forschende, statt dem eigenen Nachwuchs eine Chance zu geben. Welche Bedeutung haben die Wissenschaftler/-innen und aus dem Ausland für unsere Forschungslandschaft und was würde passieren, wenn dieser Zufluss aufgrund politischen Drucks eingeschränkt würde? Die Schweiz bietet seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein internationales, offenes System an, das für Forschende aus aller Welt höchst attraktiv ist. Bei der Gründung der ETH im Jahre 1855 waren ein Grossteil der Professoren Deutsche. Es hat nicht zu viele ausländische, sondern zu wenig Schweizer Forschende, weil viele den Weg in die Privatwirtschaft einer akademischen Laufbahn vorziehen. Die akademische Laufbahn muss attraktiver ausgestaltet werden, damit sich wieder mehr Schweizerinnen und Schweizer für diesen Weg entscheiden. Eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen heisst immer auch, ein Risiko einzugehen. Diese Risikobereitschaft ist in der Schweiz leider nicht so ausgeprägt wie in anderen Ländern. Wenn aus politischen Gründen die Mobilität von ausländischen Forschenden eingeschränkt würde, dann wäre dies das Ende des Forschungsplatzes Schweiz. Grosse Firmen wie Novartis oder Google würden sich aus der Schweiz zurückziehen und ihre Forschung nach Boston oder Shanghai verlegen. uniiintern 02/13

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Foto: SNF

Gründungszeremonie am 1. August 1952 im Ständeratssaal in Bern; stehend rechts Nationalfonds-Gründer Alexander von Muralt.

Vo r g e s c h i c h t e d e s N at i o n a l f o n d s

Basel-Stadt war heftigster Gegner Text: Christoph Dieffenbacher, ch.dieffenbacher@unibas.ch

Der Schweizerische Nationalfonds ist heute die wichtigs-

Angst, den Anschluss zu verlieren

te Organisation der Forschungsförderung im Land. Dabei

Gegründet wurde der Schweizerische Nationalfonds nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem aus der Befürchtung heraus, dass Wissenschaft und Technologie in zahlreichen Ländern jener der Schweiz weit überlegen seien. Forscher und Industrielle, die nach dem Krieg ihre Beziehungen zu ausländischen Kollegen wieder aufnahmen, waren konsterniert. Es herrschte so etwas wie Alarmstimmung, und nur eine grosse landesweite Anstrengung war nach ihrer Ansicht geeignet, das Absinken der Schweiz ins Mittelmass zu verhindern.

war die Gründung der Stiftung 1952 im Vorfeld von starker Opposition begleitet. Ein allererstes Vorhaben, das bereits während des Zweiten Weltkriegs lanciert wurde, scheiterte insbesondere am Widerstand der kantonalen Universitäten – allem voran an der Opposition von BaselStadt.

D

er Nationalfeiertag von 1952 war ein grosser Tag für die Schweizer Forschung: In einem festlichen Akt wurde am Vormittag des 1. August im Bundeshaus der «Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung» gegründet, darauf schritt man zum Bankett in den noblen «Schweizerhof». Mit dabei an der dreistündigen Zeremonie waren die Bundesräte Philipp Etter und Markus Feldmann, zudem alle, die in der damaligen schweizerischen Forschungsszene Rang und Namen hatten. Die Kernaufgaben der neu gegründeten Stiftung waren – und sind es zu einem guten Teil noch heute –, Projekte der Grundlagenforschung aller wissenschaftlichen Disziplinen finanziell zu unterstützen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern.

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Die finanziellen Mittel für die Forschung, hiess es in einer Eingabe an den Bundesrat, seien «ungenügend und zu zersplittert, um neben die hervorragenden Einzelleistungen die breite Entwicklung eines selbstständig arbeitenden wissenschaftlichen Nachwuchses und eine tragende Grundschicht von wissenschaftlich erfolgreich arbeitenden Persönlichkeiten zu stellen». Das Papier entstand unter Federführung des eigentlichen Nationalfonds-Gründers und ersten Präsidenten, des Berner Physiologieprofessors Alexander von Muralt (1903–1990).


F o k us

Erster Anlauf: Föderalismus verletzt?

Die gleichen Probleme waren schon lange zuvor erkannt worden. Bereits in den 1930er-Jahren nahm das Vorhaben Form an, die wissenschaftliche Forschung im Land zu unterstützen; im Vordergrund standen damals noch die Förderung der Exportwirtschaft und Massnahmen zur Arbeitsbeschaffung. Diskutiert wurde etwa auch, ob die Bundeskredite an die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) zu erhöhen oder aber die kantonalen Universitäten bei der Unterstützung mit einzubeziehen seien. Mitten im Zweiten Weltkrieg bekam die Initiative für eine zentrale Forschungsförderung erneut Rückenwind: 1942 erhielten die Rektoren der Schweizer Universitäten einen Statutenentwurf für einen Nationalfonds, der von Bundes- und Kantonsbehörden, Hochschulen, Pro Helvetia und Wirtschaft getragen werden sollte. Aber gerade die Universitäten waren äusserst kritisch dazu eingestellt. Ihre Haltung wurde vom Erziehungsdepartement Basel-Stadt unterstützt, das sich nun in die Debatte einschaltete: Der baselstädtische Erziehungsdirektor Carl Miville (SP, später PdA) regte sich in einem Brief an seine Kollegen darüber auf, dass ein zentrales Gremium über die Forschungsförderung des ganzen Landes entscheiden sollte. Dies verstosse gegen den Föderalismus, und da die Universitäten kantonal organisiert waren, sei gar ihre Autonomie in Gefahr. Weniger Unterstützung befürchtet

Die Universitäten, die den kantonalen Gesetzen unterstehen, sollten nicht Entscheidungen von überkantonalen Behörden unterworfen sein, schrieb Miville weiter. Zudem bezweifelte der Basler Erziehungsdirektor, ob der geplante Stiftungsrat überhaupt in der Lage sei, die Beitragsgesuche zu beurteilen – dies müsse Aufgabe der Leitung jener Universität sein, von der das Gesuch komme. Die Kantonsregierungen und Erziehungsdirektoren sollten stattdessen «jährlich eine bestimmte Summe zur Verfügung (stellen), die sie im Sinne (…) des Nationalfonds verwenden», lautete Mivilles Vorschlag zur Finanzierung. Der Hintergrund: Die Universität Basel profitierte damals stark von den Pharmaunternehmen, die in die wissenschaftliche Forschung investierten. Die Gründung eines Nationalfonds, so die Befürchtung, würde wahrscheinlich zu einem Rückgang dieser Unterstützung führen, wenn die Beiträge der Unternehmen auf Kosten der Universität an eine zentrale Einrichtung fliessen würden. Dies vermuteten zumindest zwei der Initianten zur Gründung eines Nationalfonds, Arthur Rohn und Max Iklé.

Vor allem die Universitäten Bern, Basel und Zürich lehnten die ersten Statutenentwürfe für einen Nationalfonds ab. Der Basler Universitätsrektor Peter von der Mühll schlug einen Verteilschlüssel für die Forschungsgelder vor, der abhängig von den Beiträgen der Kantone und der dort ansässigen Unternehmen sein sollte. Doch damit würde ein Ungleichgewicht hergestellt, das die Nationalfonds-Initianten nicht akzeptieren wollten: Da die ETH nicht einem Kanton, sondern dem Bundesrat unterstellt war, würde ihre Führungsposition gefährdet, hielten sie fest. Weiter befürchteten die frühen Gegner eines Nationalfonds an den Universitäten eine Ungleichbehandlung der einzelnen Wissenschaftsbereiche: Da die ersten Statutenentwürfe vor allem Forschungszentren für Industrie und Landwirtschaft fördern wollten, würden diese auf Kosten der Geisteswissenschaften und der Medizin begünstigt. Welcher Historiker konnte schon behaupten, dass seine Arbeit von wirtschaftlichem Interesse sei, hiess es zum Beispiel. So wurde auch ein Verteilschlüssel nach wissenschaftlichen Disziplinen angeregt. Zweiter Versuch erfolgreich

Die frühe Opposition hatte vorerst Erfolg: Der erste Anlauf für einen Schweizerischen Nationalfonds von 1942 scheiterte schliesslich ganz, und zwar in erster Linie als Folge des Widerstands des Basler Erziehungsdirektors Carl Miville. Auch der zweite Versuch zur Gründung eines Nationalfonds zur Förderung der Grundlagenforschung und des wissenschaftlichen Nachwuchses war von etlichen Widerständen begleitet, doch endete er schliesslich erfolgreich. Der Vertreter der Universität Basel findet sich unter den Mitunterzeichnern eines Memorandums an den Bundesrat vom Dezember 1950, das die Errichtung eines Nationalfonds zur Förderung der Grundlagenforschung anregte; wichtiger Punkt dieses Memorandums war, dass der Unterricht an den Universitäten Sache der Kantone bleiben sollte. Von diesem Moment an dauerte es nicht einmal zwei Jahre bis zur feierlichen Gründungssitzung im Bundeshaus am Tag des Schweizer Nationalfeiertags, dem 1. August 1952.

Quellen www.snf.ch

Antoine Fleury und Frédéric Joyce Die Anfänge der Forschungspolitik in der Schweiz.

Gründungsgeschichte des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung, 1934–1952. hier + jetzt, Baden 2002

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Fokus

N at i o n a l c en t r e s o f C o m p e t en c e i n R e s e a r c h

Die Forschungsschwerpunkte des SNF Text: Christian Sengstag, christian.sengstag@unibas.ch

Die Nationalen Forschungsschwerpunkte (NFS), auch bekannt unter dem Namen NCCR (National Centres of Competence in Research), liegen in der Verantwortung der Abteilung IV des SNF-Forschungsrates. Es handelt sich um umfangreiche und entsprechend ressourcenintensive Programme, die zum Ziel haben, die Forschungslandschaft der Schweiz zu strukturieren. Gefördert wer-

4 Mio. CHF pro Jahr unterstützt, wobei der Beitrag mit dem Projektverlauf abnimmt. Die am NFS beteiligten Hochschulen sind gefordert, Beiträge in kind wie auch in cash zu leisten, welche mindestens so hoch sind wie der SNF-Beitrag. Ein NFS strukturiert sich in ein Leading House, das mit anderen Hochschulen als Partner zusammenarbeitet. Möglich ist auch der Status eines Co-Leading House.

den langfristig angelegte Forschungsvorhaben mit strategischer Bedeutung für die Schweiz. Die Ausschrei-

Nachwuchsförderung sowie Wissens- und

bungen sind thematisch offen. Themen werden von den

Technologietransfer

antragstellenden Gruppen selbst definiert. Eine Ausnah-

NFS beschränken sich nicht auf reine Forschungskooperationen. Grosse Bedeutung nimmt auch die Ausbildung von Nachwuchskräften sowie die Förderung von Frauen ein. Zudem ist der Wissens- und Technologietransfer ein wichtiger Bestandteil. Das Bewerbungsverfahren erfolgt zweistufig. Die im ersten Schritt eingereichte Projektskizze wird von einem internationalen Expertengremium wissenschaftlich evaluiert. In die Evaluation fliessen ebenfalls die Absichtserklärungen der involvierten Hochschulen ein. Die Autoren herausragender Anträge werden schliesslich motiviert, einen vollständigen Antrag zu verfassen. Darin müssen die Aktivitäten der ersten Vierjahresperiode konkret beschrieben und eine Forschungsstrategie für die anschliessenden Phasen aufgezeigt werden. Neben dem Nachweis wissenschaftlicher Exzellenz fliessen auch Überlegungen des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) bezüglich der Forschungskoordination im Hochschulbereich und der Abstützung durch die Heiminstitutionen. mit in die Evaluation ein.

me bildete die Ausschreibung im Jahr 2003, die auf geistes- und sozialwissenschaftliche Themen begrenzt war.

N

ationale Forschungsschwerpunkte müssen aus bereits bestehender starker Forschung hervorgehen. Interdisziplinarität ist ein wichtiges Element. Es müssen Synergien zwischen Hochschulen genutzt und innovative Ansätze verfolgt werden. Die vom NFS aufgebauten Strukturen sollen sich durch Nachhaltigkeit auszeichnen. Dies bedingt, dass sie so implementiert werden, dass sie nach Ablauf der Finanzierung durch den SNF weiterbestehen können. Ein NFS wird in der Regel für drei Mal vier Jahre mit Beiträgen von 3 bis

T o ta l a l l e r Z u s p r a c h e n d e s SN F a n au s g e wä h lt e H o c h s c h u l e n d e r S c h w e i z

Quelle: Statistiken 2012 des SNF

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Dieser aufwendige Prozess führt dazu, dass zwischen Ausschreibung eines NFS und Aufnahme der Forschung knapp drei Jahre verstreichen. Mit der Freigabe der Mittel zieht sich der SNF nicht etwa zurück – er begleitet den NFS eng im Rahmen eines Advisory Board mit jährlichen Site Visits. Ausschreibungen für NFS erfolgten in den Jahren 1999, 2003, 2008 und 2011. Als Leading House ist die Universität Basel stolz auf ihre NFS «Nanowissenschaften» und «Bildkritik» sowie auf den NFS «Quantenwissenschaften und -technologie», bei dem die Universität zusammen mit der ETH Co-Leading House ist. In der aktuellsten Ausschreibung ist die Universität mit zwei NFS-Anträgen dabei.


Fokus

In d i v i d u el l e F ö r d e r u n g vo n E x z el l en z

Die Förderinstrumente des SNF – für jeden etwas dabei Text: Bernd Hägele, bernd.haegele@unibas.ch

Als wichtigstes Organ der Forschungsförderung in der Schweiz trägt der Schweizerische Nationalfonds eine

verwaltet werden (beispielsweise SystemsX.ch), die Beurteilung der Gesuche übernommen hat.

besondere Verantwortung für die Unterstützung der Forschenden in ihren jeweiligen Forschungszusammenhängen. Dieser Verantwortung wurde der SNF in der Vergangenheit hauptsächlich durch die breite Förderung der Grundlagenforschung gerecht. Diese Form der Förderung trägt immer auch eine sehr starke Komponente der Nachwuchsförderung in sich, da die Projektarbeiten meist durch Doktorierende durchgeführt werden. Diese haben dann die Chance, sich auf einer bezahlten Forschungsstelle wissenschaftlich zu qualifizieren.

N

icht zuletzt durch den starken Einfluss der aktiven Forschenden, die selbst als Forschungsräte in den verschiedenen Abteilungen und Kommissionen des SNF über die Gesuche entscheiden und die Geschicke des SNF lenken, wurden in letzter Zeit die Instrumente des SNF zur Forschungsförderung aufgrund der Bedürfnisse der Schweizer Forschungslandschaft stark diversifiziert. So kamen zu den «klassischen» Projekt- und Personenförderungen massgeschneiderte Programme in ebendiesen Bereichen hinzu. Weitere Themen wie wissenschaftliche Infrastrukturen, Wissenschaftskommunikation, die Förderung der klinischen Forschung und von Forschungskooperationen wurden auf verschiedene Weise in die Förderungsmöglichkeiten aufgenommen. Die Förderung von Frauen in der Wissenschaft ist einerseits ein Auftrag des Bundesrates an den SNF und andererseits auch ein genuines Anliegen der Forschungscommunity. Dementsprechend hat der SNF spezifische Programme zur Frauenförderung aufgelegt, und er verfolgt bei all seinen Programmen sehr genau den Anteil an Frauen bei den diversen Gesuchen und Zusprachen.

Wissenschaftliche Qualität steht im Zentrum

Da bei der Gesuchsbeurteilung beim SNF in jedem Fall die wissenschaftliche Qualität der Gesuche im Zentrum steht, hat sich der SNF über die Jahre einen hervorragenden Ruf bei der Beurteilung von Forschungsgesuchen erworben. Dies führte unter anderem dazu, dass der SNF im Auftrag des Staatssekretariats sogar bei Programmen, die nicht vom SNF

Eine Förderung durch den SNF lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht: Neben der Unterstützung des Forschungsvorhabens profitieren die erfolgreichen Gesuchstellenden auch vom Qualitätslabel «SNF-gefördert». Der Tag der Forschung am 8. November bietet die Möglichkeit, mehr über SNF-Forschungsförderung und deren Instrumente zu erfahren: Von Ambizione über (Post)Doc-Mobility bis Sinergia – für jedes Fach von der Altertumswissenschaft bis zur Zoologie und für (fast) jede persönliche Forschungssituation ist etwas dabei. Bernd Hägele ist Ko-Leiter Ressort Forschung der Universität Basel.

D i e F ö r d e r i n s t r u m e n t e d e s SN F

Der Schweizerische Nationalfonds (SNF) bietet eine breite Palette von Förderungsmöglichkeiten an, die eine wissenschaftliche Karriere individuell unterstützen können. Instrumente zur Karriereförderung in allen Disziplinen • Mobilitätsstipenden: Doc.Mobility, Early Postdoc.Mobility und Advanced Postdoc.Mobility • Marie Heim-Vögtlin: Frauenförderung • Ambizione, Ambizione-PROSPER, Ambizione-SCORE • SNF-Förderungsprofessuren Instrumente zur Karriereförderung in den Geistes- und Sozialwissenschaften • Doc.CH (GSW) • Sommerkurse (Weiterbildungskurse) • Graduiertenkurse Instrumente zur Karriereförderung in der Biologie und Medizin • MD-PhD-Programm Internationale Vernetzung • International Short Visits Förderung der Mobilität von Doktorierenden in vom SNF unterstützten Forschungsprojekten • Mobilitätsbeiträge in Projekten

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Fokus

Klinische Förderprofessur: Zwischen Labor und Patienten n  Nach seinem Medizinstudium an der

Universität Basel verbrachte Prof. Martin Stern zwei Jahre in Italien in einem Labor. 2007 kehrte er nach Basel zurück und bekam die Möglichkeit, neben seiner klinischen Arbeit im Spital weiterhin im Labor zu forschen. «Damals hatte ich aber immer nur Mittel für mich selber, konnte keine Mitarbeiter anstellen und musste die Laborarbeit alleine machen.» Mit der vierjährigen Förderprofessur des SNF sind diese Zeiten vorbei: Heute leitet der Hämatologe ein fünfköpfiges Team.

Prof. Martin Stern, SNF-Förderungsprofessur

In den Jahren zuvor hatte sich Stern immer von einem Projekt zum nächsten gehangelt. Die Finanzierung war selten für mehr als sechs Monate gesichert. «Der SNF ermöglicht es mir, viel Zeit in ein Projekt zu investieren, ohne sofort Resultate liefern zu müs-

sen. Ohne die Förderung hätte ich der Forschung wohl früher oder später den Rücken gekehrt.» Im Rahmen der klinischen Förderprofessur arbeitet Stern weiterhin die Hälfte seiner Zeit im Spital. «Damals habe ich mich für diese Aufteilung entschieden, weil mir die Arbeit mit den Patienten am Herzen liegt. Heute würde ich das wohl nicht mehr tun, denn ein Labor zu leiten ist aufwendiger, als man denkt», erklärt Stern. Der SNF hat ihm angeboten, die Professur um zwei Jahre zu verlängern. «So ein Angebot nehme ich natürlich dankend an, dieses Mal aber mit einem reduzierten klinischen Pensum.» Die Vorteile einer SNF-Förderung gehen weit über den rein finanziellen Aspekt hinaus. Deshalb lautet Sterns Ratschlag an die Kolleg(inn)en: «Bevor man irgendwelche Alternativen sucht, sollte man es zuerst über den SNF versuchen.» op

Mit dem Mobilitätsstipendium ins Herz der Finanzwelt n  Im letzten Jahr seiner Dissertation wollte

Peter Weber, angehender Forscher

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sich Wirtschaftswissenschaftler Peter Weber noch einmal ganz auf seine Forschung konzentrieren. Das SNF-Stipendium für angehende Forschende hat es ihm ermöglicht, seine Dissertation ein Jahr in New York voranzutreiben. Die NYU Stern School of Finance ist international renommiert und liegt mitten in einem der wichtigsten Finanzzentren der Welt. Kein Wunder, herrscht um die Aufnahme an der Fakultät ein harter Wettbewerb.

ganz schön viel Arbeit bedeutet, empfinde ich es im Nachhinein als hilfreich, denn es hat mich gezwungen, meine Forschungsfrage gut zu durchdenken», erläutert Weber. Nach ein paar Monaten des Bangens und Hoffens stand dann endlich fest, dass es Mitte 2011 für zwölf Monate in die USA gehen würde. Das Stipendium hat Webers Lebensunterhaltskosten sowie einen Teil seiner Reisekosten finanziert. «New York ist ein teures Pflaster, die Unterstützung war dem aber durchaus angemessen.»

Weber, Doktorand und Assistent am WWZ in Basel, darf sich zu den Glücklichen zählen, die hier einen Platz ergattern konnten. Entscheidend geholfen hat ihm dabei das SNF-Mobilitätsstipendium für angehende Forschende. Zu Beginn galt es ein Research Proposal einzureichen. «Obwohl so was

Ohne den SNF, meint Weber, wäre wohl nichts aus diesem intensiven und fruchtbaren Forschungsjahr geworden. «Zwar gibt es in der Schweiz zahlreiche Stiftungen, bei denen man sich um kleinere Beträge bewerben kann, geht es aber um Unterstützung für ein ganzes Jahr, wird es schwierig.» op


Fokus

Förderprofessur: Exzellente Rahmen­ bedingungen für spannende Forschung n  Seit November 2011 hat Prof. Nadja Ca-

pus ihre Förderungsprofessur an der Juristischen Fakultät der Universität Basel inne. Nach mehrjähriger Tätigkeit an ausländischen Institutionen erlaubt diese Professur der Strafrechtlerin und Kriminologin, sich wieder in eine Universität in der Schweiz einzufügen.

Prof. Nadja Capus, SNF-Förderungsprofessur

Sie leitet das vierjährige Forschungsprojekt «Strafverfahren im Wandel»: Capus und ihr interdisziplinäres Team beschäftigt dabei die auch international wenig erforschte Frage, wie Protokollierungsmethoden und Urteilsfindung in Strafverfahren im Zusammenhang stehen. «Meine strafrechtliche und kriminologische Forschung wäre ohne den SNF nie finanziert worden. Diese Art von Forschung kann man nur mithilfe solcher Finanzierungsquellen machen – ich

sehe das als grosses Geschenk», erklärt sie. Der entscheidende Unterschied zu einer ordentlichen Professur liegt nach Meinung der Forscherin im Lehrpensum. «Normalerweise sind in einer Professur bis zu zwölf Stunden Lehre inbegriffen. Bei der Förderungsprofessur ist der Anteil an Lehre zugunsten der Forschung deutlich reduziert. Man kann sagen, dass die Förderungsprofessur eigentlich eine Forschungsprofessur ist.» Die SNF-Förderungsprofessur ermöglicht einen wichtigen Karriereschritt. Wie für Capus, bedeutet sie in der Regel auch zusätzliche Zeit: «Forschende, die alle Bedingungen für eine Berufung erfüllen, bekommen so noch mal ein paar Jahre Zeit, wissenschaftliche Beiträge zu leisten und sich auf einen Lehrstuhl zu bewerben.» op

Ambizione: Für jede Lebensphase das passende Fördermittel n  Welches ist für mich das richtige Förder-

mittel und für welche Unterstützung bin ich überhaupt qualifiziert? Diese Fragen hat sich die Immunologin Nina Khanna häufig gestellt. Dabei geholfen hat ihr vor allem das persönliche Gespräch mit den Mitarbeitern des SNF.

Nina Khanna, SNF-Ambizione SCORE

Nach dem Medizinstudium hatte Khanna zuerst im Spital gearbeitet und ging dann mit einem SNF-Stipendium für angehende Forschende zwei Jahre nach Deutschland in ein Labor. Zurück am Universitätsspital Basel, suchte sie eine Möglichkeit, die Arbeit im Labor mit ihrer klinischen Tätigkeit zu verbinden. Dabei stiess sie auf das SNF-Fördermittel Ambizione SCORE, welches den wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der klinischen Forschung fördert. «Dieser Anschluss an die praktische Arbeit im Kli-

nikalltag ist ein wichtiger Bestandteil des Fördermittels und ist mir sehr wichtig», erläutert Khanna. Das Programm richtet sich an junge Forschende, die selbstständig ein Projekt planen und leiten möchten. Seit Anfang dieses Jahres führt die Immunologin nun ihr eigenes Team: «Toll ist, dass nicht nur meine Arbeit, sondern auch der Aufbau einer Forschungsgruppe finanziert wird. Durch den Zuspruch bin ich ausserdem zur Gruppenleiterin befördert worden.» Die nächsten drei Jahre kann die Wissenschaftlerin nun fokussiert ein langfristiges Projekt verfolgen. Was hätte sie ohne Förderung gemacht? «Wahrscheinlich wäre ich nicht in der Forschung geblieben und hätte mich wieder auf die klinische Arbeit konzentriert. Als Ärztin habe ich diese Option glücklicherweise.» op uniiintern 02/13

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Fokus

kann so am Ernest Orlando Laurence Berkeley National Lab seine Studien zum Thema Bio-Treibstoff weiterführen.

Silvia Flubacher forscht über die Tierwelt um 1700, Tom Rüegg im Bereich des Bio-Treibstoffs.

Forschen in Berkeley – familiärer Campus in einem kompetitiven Umfeld n  Es ist schon einige Jahre her, seit Tom

Rüegg in Panama seinen Master gemacht hat. Elf Jahre nach diesem Abschluss hat den Schweizerisch-amerikanischen Doppelbürger dann doch die Lust gepackt, noch eine Doktorarbeit zu schreiben. Mit einem

Empfehlungsschreiben seines Doktorvaters Thomas Bollers ging er vor drei Jahren nach Berkeley und bekam prompt ein Engagement im Department of Energy. Dank dem Doc.Mobility-Programm wird Tom Rüegg seit Juni 2013 vom SNF unterstützt und

Silvia Flubacher reiste Anfang Sommer 2013 nach San Francisco und forscht nun bis Anfang 2014 an der UC Berkeley zur frühneuzeitlichen Tierklassifikation. Vom SNF hat sie als angehende Forscherin dafür ein Stipendium erhalten, nun schreibt sie an ihrer Doktorarbeit, besucht Kolloquien und weitere Veranstaltungen. «Es ist extrem anregend, einmal eine ganz andere Uni kennenzulernen, und ich schätze den wissenschaftlichen Austausch hier sehr», sagt Silvia Flubacher, die den Campus als sehr familiär erlebt. Auch Tom Rüegg lobt das interdisziplinäre Arbeitsklima. Man bewege sich hier in einem Umfeld mit enorm hoher Wissensdichte. «Der direkte Kontakt mit Forschenden verschiedenster Richtungen ermöglicht spannende Kooperationen. Wer eine Idee hat, probiert sie aus, und das führt zu Innovation», schwärmt Tom Rüegg. mg

Anregendes Umfeld für eine fortgeschrittene Forscherin n  Der Campus der University of California

San Diego liegt einige Meilen nördlich der Metropole, am Rande des idyllischen Badeorts La Jolla. Surfer lieben diesen Küstenabschnitt wegen der warmen Wassertemperaturen. Doch Isabella Mutschler bleibt nicht allzu viel Zeit, diese Vorzüge zu geniessen. Ein Besuch bei einem renommierten Professor in Phoenix, Arizona vor ein paar Wochen, kürzlich ein Kongress in Kyoto, Japan, wo sie mit einem Vortrag ihre Arbeit vorstellen konnte – und dazwischen viel Lektüre in der Library der UC San Diego. Die Forscherin hat ursprünglich in Tübingen Psychologie studiert und promoviert und ist dann als PostDoc nach Basel gekommen.

Isabella Mutschler forscht an der UC San Diego.

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Heute beschäftigt sie sich mit Autismus und traumatischen Belastungsstörungen und analysiert dabei bereits vorhandene Daten.

Möglich ist dieser Forschungsaufenthalt dank dem SNF, der sie als «fortgeschrittene Forscherin» unterstützt und Reisen wie jene nach Japan mitfinanziert. «Das Umfeld hier in den USA ist extrem anregend», sagt Isabella Mutschler, doch in Kalifornien hat sie auch die Vorzüge Basels schätzen gelernt. «Die Arbeitsbedingungen für Lehre und Forschung sind in der Schweiz eindeutig besser.» «Wenn alles gut läuft, werde ich noch ein paar Monate in Japan verbringen können», hofft Mutschler. Dort möchte sie die Daten der Erdbebenopfer aus dem Jahr 2011 auswerten, um ihre Forschungarbeit 2014 abschliessen zu können. Und dann? «Eine SNF-Förderprofessur würde mich reizen», sagt Isabella Mutschler. An den Teilnahmebedingungen – mehrjährige Forschungsarbeit und Auslanderfahrung – wird dieses Projekt nicht scheitern. mg


Tag d e r F o r s c h u n g

Der SNF zu Gast an der Universität Basel Am 8. November 2013 besucht der Schweizerische Nationalfonds (SNF) die Universität Basel und bietet insbesondere den Nachwuchsforschenden einen vertieften Blick hinter die Kulissen der Schweizer Forschungsförde-

one. Schliesslich wird in einer Podiumsdiskussion das Thema Gesuchsevaluation erörtert. Zum Abschluss des Tags der Forschung wird das Thema Gesuchseingabe für Karrieren und Projekte vertieft.

rung. Als wichtigster Drittmittelgeber ist der SNF dafür bekannt, mit schlanken Strukturen für eine unkomplizierte und gerechte Verteilung der zur Verfügung stehenden, nicht unbeträchtlichen Mittel zu sorgen.

N

eben den Stipendien und der Förderung der freien Grundlagenforschung umfasst die reichhaltige Palette des SNF viele weitere Förderschienen. Auch diese werden am Tag der Forschung im Kollegienhaus der Universität Basel ausführlich erläutert. Der «Tag der Forschung» bietet eine breite Palette an Informationen rund um die Forschungsförderung. Am Infomarkt (mit Steh-Lunch) beantworten die Fachleute des SNF, der Universität Basel sowie von EuResearch und der KTI die Fragen der Interessierten. In verschiedenen Präsentationen werden die Möglichkeiten der Karriereförderung aufgezeigt, von individuellen Stipendien bis zum Programm Ambizi-

Viele grosse Karrieren haben mit einer Unterstützung durch den Schweizerischen Nationalfonds begonnen. Heute etablierte Forschende schwärmen von den Perspektiven, die ihnen zu Beginn ihrer Karriere als frische Postdocs durch den SNF aufgezeigt wurden: Stipendium für den Aufenthalt im Labor der Wunsch-Universität in den USA oder Gelder für die Forschungsgruppe, mit denen Projekte der freien Grundlagenforschung umgesetzt werden konnten. Die mit dem Entscheid jeweils mitgelieferten, anonymisierten Referee-Reports seien wichtige Indikatoren für die eigenen Arbeit gewesen: Die Gutachterinnen und Gutachter des SNF hätten sich intensiv mit den Ideen auseinandergesetzt und verstanden, was und wie die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu forschen beabsichtigten. Die angebrachten Kritikpunkte seien fast immer berechtigt gewesen und hätten geholfen, Teile der Forschungsstrategie nochmals zu überdenken.

P r o g ramm , 8 . N o v ember 2 0 1 3

n  11:15–12:45 Uhr, Aula

So kann der SNF Ihre Karriere

n  15:00–16:00 Uhr

Info-Markt zu den Förderungs­

unterstützen!

Gesuchseingabe: der Weg zu

möglichkeiten (mit Steh-Lunch)

Präsentation der verschiedenen

einem erfolgreichen Gesuch

Fachleute des SNF, der Universität

Förderungsinstrumente durch Angelika

Basel sowie von EuResearch,

Kalt, Stv. Direktorin des SNF

Workshops Karrieren: – Mobilitätsstipendien, Hörsaal 001

Unitectra und der KTI beantworten an

– SNF-Förderungsprofessuren / 

Info­ständen Ihre Fragen. Forschende

n  13:30–14:30 Uhr, Aula

berichten über ihre Erfahrungen

Gesuchsevaluation: Blick hinter

Ambizione / Marie Heim-Vögtlin,

mit SNF-Förderungsinstrumenten.

die Kulissen

Hörsaal 120

Podiumsdiskussion mit Fragen aus n  12:45–13:30 Uhr, Aula

dem Publikum

Projekte: – Geistes- und Sozialwissenschaften,

Die Universität Basel und der SNF Begrüssung durch Antonio Loprieno,

n  14:30–15:00 Uhr

Rektor der Universität Basel,

Kaffeepause Vor der Aula oder

und Martin Vetterli, Präsident des

Workshop Sinergia / Interdisziplinäre

Nationalen Forschungsrats des SNF

Projekte, Seminarraum 212

Hörsaal 115 – Mathematik, Natur- und Ingenieur­ wissenschaften, Hörsaal 116 – Biologie und Medizin, Hörsaal 117

Der Tag der Forschung richtet sich an sämtliche Forschende, vom Doktoranden bis zur Professorin. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Mehr Informationen: www.snf.ch

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Leute

P r o f. Pat r i c k M a l e t i n s k y

Der Quantenmechaniker Text: Olivia Poisson, olivia.poisson@unibas.ch; Foto: Christian Flierl

In einem Labor voller futuristisch aussehender Geräte beschäftigt sich Prof. Patrick Maletinsky mit der Aufgabe, die Quantenmechanik aus theoretischen Konzepten heraus- und zur technischen Anwendung hinzuführen.

M

aletinsky führt das «QuantumSensing Lab» am Departement für Physik in Basel als einer von über 30 Professoren des Nationalen Forschungsschwerpunkts QSIT. Seine Gruppe arbeitet erfolgreich an der Entwicklung von Sensoren, die Magnetfelder mit hoher Präzision und Auflösung messen und abbilden können. Dass Maletinsky in Basel als Physikprofessor arbeitet, verdanken wir paradoxerweise einem guten Chemielehrer. «Unser Chemielehrer in der Kantonsschule hat uns viel Quantenmechanik beigebracht. Am Ende war es dann dieser Aspekt, der mich am meisten faszinierte.» Mit 34 Jahren gehört Maletinsky zu den jüngsten Professoren in Basel und kann bereits auf eine beachtliche Laufbahn zurückblicken. Nach Studium

und Doktorat an der ETH Zürich ging er als Postdoc nach Harvard in die USA, wo er sich bereits mit der Entwicklung hochsensitiver Methoden zur Magnetfeldmessung auf kleinsten Längenskalen beschäftigte. Seit Februar 2012 ist er Inhaber der Georg-H.Endress-Professur für Experimental Physik an der Universität Basel. Dass er heute in Basel als Gruppenleiter arbeitet, bezeichnet Maletinksy als glücklichen Zufall. «Meine Forschung passt perfekt hierher: Einerseits bringt sie etwas völlig Neues an das Departement und anderseits gibt es viele konstruktive Überschneidungen zu den anderen Forschungsgruppen», erklärt er. Verrückte Regeln

Quantenphysik ist, etwas plakativ ausgedrückt, die Physik der kleinsten Dinge. Quantenphysiker wie Maletinsky verbringen ihren Tag mit der Erforschung von Elementarteilchen: mit Atomen oder einzelnen Elektronen und mit magnetischen Momen-

QSIT – Quantum Science and Technology ■ Als National Center of Competence in

Quantum Science and Technology verbindet

Research (NCCR) besteht QSIT nun seit

in einem multidisziplinären Ansatz Konzepte

drei Jahren und bewegt sich in einem Feld,

aus der Physik und der Chemie sowie aus

das zentrale Theorien des 20. Jahrhunderts

den Ingenieur- und Computerwissenschaf-

zusammenbringt: Quantenphysik und Infor-

ten. Forschende aus mehreren Schweizer

mationstheorie. Es wird erwartet, dass die

Hochschulen arbeiten dabei zusammen. Ihr

Forschung auf diesem Gebiet die Wissen-

gemeinsames Ziel ist die Entwicklung von

schaft und Technologie der Zukunft stark

Anwendungen im Bereich der Quantenin-

beeinflussen wird. Anwendungsmöglichkei-

formatik, aber auch die Untersuchung neuer

ten ergeben sich vor allem im Bereich der

Paradigmen in der physikalischen Grundla-

Informatik und der Sensoren.

genforschung.

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«Mich und mein Team treibt die Frage an, welche nutzbringenden technischen Anwendungen sich bereits mit der heutigen Quanten­mechanik realisieren lassen.»

der Quantenmechanik

M u lt i d i s z i p l i n ä r e F o r s c h u n g

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ten namens Spins. So einen Spin, erläutert der Physiker, kann man sich am besten als Kompassnadel vorstellen, die einem einzelnen Elektron anhängt. Im Gegensatz zu einer normalen Kompassnadel, die eine beliebige Position innerhalb der 360 Grad einnehmen kann, kann der Spin nur zwei Richtungen anzeigen: nach oben oder nach unten.

So weit, so gut. Das richtig Verrückte an der Welt der Quantenmechanik ist, dass Spins gleichzeitig sowohl nach oben als auch nach unten zeigen können. Eine Tatsache, die allen Regeln der klassischen Physik widerspricht. Dieses Phänomen nennt sich Überlagerung und liegt der sogenannten Quanteninformationstechnologie zugrunde, die sich auch mit dem ominösen Quantencomputer beschäftigt, der unser digitales Leben in neue Sphären katapultieren würde, wenn es ihn denn einmal gäbe. Das sei aber noch Zukunftsmusik, meint Maletinsky. «Mich und mein Team treibt vielmehr die Frage an, welche nutzbringenden technischen Anwendungen sich bereits mit der heutigen Quantenmechanik realisieren lassen.» Diese Anwendungen sieht er vor allem im Bereich der Sensoren, genauer gesagt: auf Quantenspins basierenden Magnetometern.


Im Inneren der Diamanten

Einzelne Spins lassen sich also als effiziente Sensoren benutzen, mit denen man winzige Magnetfelder messen und abbilden kann. Die dazu notwendigen Quantensysteme findet die Forschungsgruppe rund um Patrick Maletinsky im Innern von Diamanten. Dazu kaufen die Physiker aber nicht beim lokalen Juwelier ein, sondern bestellen die künstlich hergestellten Kristalle ganz einfach online. Stolz präsentiert Maletinsky die kleinen, flachen, viereckigen Glasplättchen – für den Laien nicht gerade spektakulär. Der Forscher schwärmt trotzdem in höchsten Tönen von den Eigenheiten der atomaren Gitterstruktur, die sich, wie er erklärt, ideal für sein Magnetometer eigenen. Dieselbe Begeisterung versprüht Maletinsky auch, wenn er in seinem Labor steht und die verschiedenen Versuchsanordnungen detailliert erklärt. Zwischen den ganzen Lasern, Spiegeln und Sensoren fühlt er sich sichtlich wohl. «Obwohl ich ein Forschungsteam von sechs Leuten leite, halte ich mich so oft wie möglich im Labor auf. Die Nähe zum Labor und den Experimenten ist mir sehr wichtig. Ich will möglichst nahe an der Wissenschaft bleiben», so der junge Physiker. Und was passiert als Nächstes? Die Technik ist momentan noch im Aufbau, aber Maletinsky geht davon aus, dass das Magnetometer Ende dieses Jahres zuverlässig funktionieren wird. «Unser Ansatz ist etwas völlig Neues. Die etablierten Methoden gibt es schon länger, und ihre Entwicklung beginnt langsam zu stagnieren. Unsere Sensoren haben es geschafft, in vier Jahren die besten bereits vorhandenen Technologien einzuholen – denn die Methode hat riesiges Potenzial.» Wir sind gespannt.

Physik der kleinsten Dinge. Patrick Maletinsky wurde von seinem Chemielehrer für die Quantenmechanik begeistert. Heute widmet er sich der Weiterentwicklung des Magnetometers.

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Wa h l en

Prof. Dr. Laurent Goetschel, Professor an der PhilosophischHistorischen Fakultät, per 1. Februar 2013 PD Dr. Gunnar Hindrichs, Associate Professor für Geschichte der Philosophie, per 1. Februar 2014 PD Stefan Gerhard Holland-Kunz, Klinische Professur für Kinderchirurgie, per 1. September 2013 Prof. Dr. Ansgar Kahmen, Associate Professor für Nachhaltige Landnutzung, per 1. September 2013 Prof. Dr. Frank Krysiak, Professor für Umweltökonomie, per 1. August 2013 Prof. Dr. Diego Kyburz, Klinische Professur für Rheumatologie, per 1. November 2013 Prof. Dr. Jörg Leuppi, Klinischen Professor für Innere Medizin, per 1. März 2013. Prof. Dr. Daniel Pinschewer, Professor für Virologie, per 1. September 2013. Prof. Dr. Philipp Schweighauser, Associate Professor an der Philosoph.-Historischen Fakultät Prof. Dr. Corinne Widmer, Professorin für Privatrecht, Rechtsvergleichung und internationales Privatrecht, per 1. Februar 2013 Prof. Dr. Markus Wild, Associate Professor für Theoretische Philosophie, per 1. September 2013 Prof. Dr. Conny Wunsch, Professorin für Arbeitsmarktökonomie, per 1. September 2013. Prof. Dr. Alfred Zippelius, Klinische Professur für Translationale Onkologie, per 1. April 2013. A s s i s t en z p r o f e s s u r en

Prof. Dr. Marek Basler, Assistenzprofessor für Infection Biology (mit Tenure Track) Prof. Dr. Stephan Haerle, Assistenzprofessor für Onkologische Oto-Rhino-Laryngologie (mit Tenure Track) Prof. Dr. Sonja Hofer, Assistenzprofessorin für Neurobiologie (mit Tenure Track) Prof. Dr. Markus Klammer, Assistenzprofessor mit Tenure-Track für Kunsttheorie (Schaulager-Professur) Prof. Dr. Jens Köhrsen, Assistenzprofessor für Religion und Wirtschaft Prof. Dr. Philippe Tobias Latzin, Assistenzprofessor im für Pädiatrische Pneumologie (mit Tenure Track) Prof. Dr. Ulrich Orth, Assistenzprofessor im Fachbereich Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie

PD Dr. med. Ludwig Theodor Heuss für Gastroenterologie Prof. Dr. med. Reto Krapf für Innere Medizin PD Dr. med. Matthias E. Liechti für Innere Medizin, speziell Klinische Pharmakologie PD Dr. med. Christoph Renner Medizinische Onkologie (gleichzeitige Umhabilitation) PD Dr. med. Norbert Suhm für Traumatologie und Chirurgie PD Dr. med. Stephen Wyler für Urologie ■  Philosophisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

PD Dr. Cornelia Gabriela Palivan für Physikalische Chemie

VENIA DOCENDI

■  Medizinische Fakultät

Dr. med. Werner Christian Albrich für Innere Medizin, speziell Infektiologie Dr. Andrea Banfi für Experimentelle Medizin Jean-Louis Boulay, PhD, für Experimentelle Medizin, speziell Molekulare Onkologie Dr. med. Tobias Breidthardt für Innere Medizin Dr. Eva Lucia Cignacco, PhD, für Pflegewissenschaft Dr. med. Jens Eckstein für Innere Medizin, speziell Kardiologie Dr. Markus Gerber für Sportwissenschaft Dr. med. Dipl.-Phys. Joachim Hohmann für Radiologie und Nuklearmedizin Dr. med. et phil. Petr Hruz für Innere Medizin, speziell Gastroenterologie und Hepatologie PD Dr. med. Christian Georg Huber für Psychiatrie und Psychotherapie (Umhabilitation) Dr. med. Thomas Hügle für Rheumatologie Dr. med. Nadine Kawel-Böhm für Radiologie Dr. med. Andrea Rita Kopp Lugli für Anästhesie Dr. med. Tobias Manigold für Experimentelle Medizin Catia Marzolini, PhD, für Experimentelle Medizin Dr. med. Geert Pagenstert für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates Dr. phil. Christian Ruiz für Experimentelle Medizin Dr. med. Erich Rutz für Orthopädie und Traumatologie des Bewegungsapparates PD Dr. med. Sebastian Schindera für Radiologie (Umhabilitierung) Dr. med., PhD. Gabor Szinnai für Pädiatrie, speziell Pädiatrische Endokrinologie / Diabetologie Dr. med. Daniel Tobler für Kardiologie Dr. med. Heiko Uthoff für Innere Medizin, speziell Angiologie Dr. med. Urs Werner von Holzen für Chirurgie ■  Philosophisch-Historische Fakultät

T I TUL A RPR O F E SSUR E N

■  Juristische Fakultät

Dr. iur. Anne Peters für Öffentliches Recht, Völkerrecht, Europarecht, Rechtsvergleichung ■  Medizinische Fakultät

PD Dr. med. Katharina Glatz für Pathologie PD Dr. med. Thomas Gross für Chirurgie und Traumatologie

Prof. Dr. Anna Maria De Cesare Greenwald für Allgemeine und Italienische Sprachwissenschaft Dr. phil. Lorenz Hofer für Deutsche Sprachwissenschaft Dr. phil. Sebastian Hüsch für Philosophie Dr. phil. Julia Richers für Neuere Allgemeine und Osteuropäische Geschichte Dr. phil. Philipp Wolfgang Stockhammer für Ur- und Frühgeschichte Dr. phil. Peter Streckeisen für Soziologie

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Service

■  Philosophisch-Naturwissenschaftliche Fakultät

Dr. rer. nat. Michael Richard Adams für Pharmazeutische Biologie Dr. phil. Matthias Liebendörfer für Physik PD Dr. rer. nat. habil. Stephan Martin Alexander Lütz für Biochemie Dr. phil. Philippe A. Rentzel für Prähistorische und Naturwissenschaft liche Archäologie ■  Theologische Fakultät

Dr. theol. Gabriella Gelardini für Neues Testament Dr. theol. Matthias Dominique Wüthrich für Systematische Theologie

Eva Delz Green, Wiss. Mitarbeiterin, Universitätsbibliothek Bruno Erny-Rodmann, Leiter Botanischer Garten, Departement Umweltwissenschaften Yudon Tsering Merk, Sekretärin WWZ, Peronal und Organisation Prof. Dr. Ueli Mäder, Departement Gesellschaftswissenschaften / Soziologie Elisabeth Maeder, Wissenschaft liche Mitarbeiterin, Departement Sprach- und Literaturwissenschaften / Slavistik Daniel Michel, Floormanager Pharmazentrum Rosanna Notaro, Sekretärin, Dekanat der Medizinischen Fakultät Prof. Dr. Zimmermann Heinz, WWZ ■  30 Jahre

Marianne Hess, Leiterin Geschäftsstelle Dekanat der Philosophisch-Naturwissenschaft lichen Fakultät Evelyne Rudin, Sekretärin, Departement Pharmazeutische Wissenschaften Dr. Angela Schlumbaum, Wissenschaft liche Mitarbeiterin

Leena Baumann, Karthographin, Departement Umweltwissenschaften Margreth Bucher, Administration, Departement Kunstwissenschaften / Musikwissenschaften Giacomo Busco, Leiter mechanische / elektrotechnische Werkstatt Botanisches Institut Barbara Gruberski, Laborantin, Departement Biomedizin, Medizinische Fakultät Dr. Michael Kessler, Leiter Pharmazie-Historisches Museum Fredy Schmidli, Laborleiter, Instruktor und Betreuer, Universitätskliniken für Zahnmedizin

■  25 Jahre

■  35 Jahre

Prof. Dr. Bruno Baur, Associate Professor für Natur-, Landschafts- und Umweltschutz, Dep. Umweltwissenschaften Jean-Paul Böglin, Laborant, Departement Biomeidzin, Medizinische Fakultät

Monika Butz, Wissenschaft liche Mitarbeiterin, Universitätsbibliothek Ruth Pfalzberger, Grafi kerin, Departement Chemie Egon Turnherr, Universitätsbibliothek

DI E N s t J u B I l Ä E N ( J u l I B I s DE z E M B E r 2 013)

■  15 Jahre

Elke Müller, Administration Juristische Fakultät ■  20 Jahre

CArtO ON MIt NIC Ol As MAhlEr

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Prof. Dr. Stefan Felder Professor für Health Economics

Stefan Felder fragt:

«Bei seinem Vortrag an unserer Universität sprach Kardinal Kurt Koch neulich von einem doppelten Heimspiel. Was meinte er damit genau?» Martin Wallraff antwortet:

Als ich Kurt Kardinal Koch vor nunmehr fast zwei Jahren zum Vortrag nach Basel einlud, reagierte er sofort positiv – eben weil es für ihn ein «Heimkommen» in mehrfacher Hinsicht war. Bevor er zum Kardinal und Präsidenten der Ökumene-Behörde des Vatikans ernannt wurde, war Koch viele Jahre Bischof von Basel. Auch wenn der Bischof schon seit dem 15. Jahrhundert nicht mehr in der Stadt Basel residiert (heute: Solothurn), ist Koch unserer Stadt und Universität vielfach verbunden. Er kommt gerne hierher, auch im Geiste ökumenischer Verbundenheit zwischen den Konfessionen. In einem zweiten Sinn fühlt er sich an der Universität als Institution zu Hause, denn er hat einen grossen Teil seiner beruflichen Karriere vor der Wahl zum Bischof als Dozent im Fach Theologie verbracht, nämlich am damaligen Katechetischen Institut in Luzern (heute: Theologische Fakultät der Universität Luzern). Er hat dort Dogmatik und Moraltheologie gelehrt und fühlt sich der Universität bis heute verbunden. In diesem Sinne ist es für ihn durchaus vertraut, eine Vorlesung an einer Universität zu halten. (Vermutlich war aber in seiner Luzerner Zeit der Saal nicht immer so gut gefüllt wie die Aula der Basler Universität am 4. Januar.)

Martin Wallraff Ordinarius für Kirchen- und Theologiegeschichte

In gewissem Sinne war es sogar ein dreifaches Heimspiel, denn der Basler öffentliche Vortrag bildete zugleich den Abschluss einer Tagung zum Thema «Geschichte als Argument?» Es ging um den Zusammenhang von Historiografie und Apologetik in der Spätantike. Dieses Thema liegt Kurt Koch, denn er hat 1987 über die Geschichtstheologie von Wolfart Pannenberg promoviert – übrigens ein bedeutender evangelischer Theologe, bei dem Koch selbst in München studiert hatte. Sowohl das Ökumene- als auch das Geschichtsthema hat ihn von Anfang an sehr geprägt, wobei sein Ansatz mehr systematisch-dogmatisch ist, während die Tagung eher historisch auf das Problem zuging. Der Vortrag von Kardinal Koch hat relativ breites Echo gefunden, denn er hat ihn zum Anlass genommen, um – von dem genannten Thema ausgehend – eine Art Tour d’Horizon der ökumenischen Beziehungen der römisch-katholischen Kirche zu geben. Es ist zu hoffen, dass der beschriebene status quo (der teilweise seit Jahren unverändert ist) Ausgangspunkt für neue Aufbrüche und Entwicklungen wird. Koch sprach wenige Wochen vor dem (auch für ihn) überraschenden Rücktritt von Benedikt XVI. Vielleicht schafft das neue Pontifikat die Bedingungen für die erwünschten Neuansätze!

Martin Wallraff fragt:

«Wie entsteht die vielfältige Verfärbung der Blätter im Herbst?»

uniintern 02/2013  

Magazin für Mitarbeitende der Universität Basel