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Region Zürich-Schaffhausen

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Nein zum 24-StundenArbeitstag

Nr. 4 | 6. September 2013 Erscheint als Beilage zur Zeitung «work» | Redaktion Unia Region Zürich-Schaffhausen | T 044 299 25 25, F 044 299 25 59 | www.unia.ch

Gartenbauer besammeln sich am Bahnhof Thayngen für den Besuch beim Arbeitgeberpräsident Matthias Frei.

Blumen-Aktion vor dem Arbeitgeber-Hauptsitz JardinSuisse in Aarau.

Gartenbauer-Demonstration durch die Schaffhauser Altstadt.

An der Demonstration verteilen die Gartenbauer Blumen mit solidarischen Grüssen.

Schaffhausen: Nach Streik verpflichtet sich die Mehrheit der Gartenbaubetriebe anständige Mindestlöhne zu zahlen

Mehrtägiger Streik erfolgreich beendet Fünf Tage hat der Streik der Schaffhauser Gartenbauer gedauert. Und er war höchst erfolgreich: Dank ihrem Einsatz haben die Gärtner ihre Branche aus der Tieflohnzone verbannt. Ganz ohne Herzklopfen ging das allerdings nicht. Rund 20 Landschaftsgärtner betreten an diesem Montagnachmittag Anfang Juli den Biergarten der Wirtschaft zum Alten Emmersberg ganz in der Nähe des Schaffhauser Munots. In ihren Gesichtern spiegelt sich Unzufriedenheit, aber auch Entschlossenheit. Die Gespräche zur Unterzeichnung einer Betriebsvereinbarung zwischen der Unia und ihrem Arbeitgeber, der Firma Stamm, ziehen sich in die Länge. Nun hat man eine Gesprächspause vereinbart. Nach fünf Tagen Streik wollen die Angestellten des zweitgrössten Gartenbauunternehmens Schaffhausens ihren Arbeitgeber endlich davon überzeugen, eine Betriebsvereinba-

rung zu unterzeichen. Acht andere Unternehmen haben eine solche in den Tagen zuvor mit der Unia bereits unterschrieben und sich so verpflichtet, anständige Mindestlöhne zu zahlen. Auch die Anspannung der vergangenen Streiktage ist so manchem

Gartenbauer anzusehen, denn Streiken heisst nicht einfach herumzusitzen und Karten zu spielen. Es bedeutet vielmehr, sich aktiv für die Anliegen der Arbeitnehmer einzusetzen. Bereits am ersten Streiktag haben Gartenbauer aus zehn Schaffhauser Betrieben gemeinsam

Transparente und Schilder für Demonstrationen gemalt. Zusammen haben sie kreative Ideen für Aktionen entwickelt und waren pausenlos in Schaffhausen unterwegs, um die Bevölkerung auf die prekäre Situation ihrer Branche aufmerksam zu machen. Zahlreiche Passanten

zeigten sich über die schlechten Arbeitsbedingungen und die tiefen Löhne von 3450 Franken brutto bestürzt – und die Solidarität der Bewohner für die Streikenden «ennet em Rhy» war entsprechend Fortsetzung auf Seite 2

Kurzinterview: Unia-Sekretärin Daniela Neves hat zusammen mit den Gartenbauern den Streik umgesetzt

«Ich hatte nie Zweifel» Unia: Daniela, an was hast du gedacht, als am letzten Streiktag die Sektkorken knallten? Daniela Neves: Ich war froh und vor allem in Gedanken bei all den Gartenbauern, die so lange für ihre Branche gekämpft haben.

Hast du immer daran gedacht, dass es gut ausgeht? Ja, ich hatte nie den leisesten Zweifel.

Das glaube ich dir nicht. Ein Streik ist doch keine leichte Sache? Natürlich gibt es im Verlauf des Streiks immer wieder Hochs und Tiefs. Aber ich war mir immer sicher, dass es gut ausgehen wird. Vor allem weil ich wusste, dass die Gartenbauer die Sache ernst nehmen und etwas an der schlechten Situation der Branche ändern wollen.

Ihr seid noch immer in Schaffhausen aktiv. Was machst du und Bashkim denn den ganzen Tag? Wir treffen uns noch immer mit den Gartenbauern und sprechen mit ihnen über die Veränderungen seit dem Streik. Und unser Ziel ist natürlich ein kantonaler Gesamtarbeitsvertrag, der allgemeinverbindlich ist und sämtliche Arbeitsbedingungen regelt. ✏ pj

Zur Person: Daniela Neves (30) ist Unia-Gewerkschaftssekretärin und für den Gartenbau zuständig.


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Zürich-Schaffhausen | Nr. 4 | 6. September 2013 2

Aktuell

Abstimmung: Am 22. September Nein zum 24-Stunden-Arbeitstag stimmen

Nach den Tankstellen die Warenhäuser Die Abstimmung über die Änderung des Arbeitsgesetzes ist ein erster Schritt, um die Nacht- und Sonntagsarbeit zuzulassen. Die geplante Änderung des Arbeitsgesetzes sieht vor, dass Tankstellenshops an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr in der Nacht und am Sonntag Arbeitnehmende beschäftigen können und somit geöffnet haben dürfen. Soweit jedenfalls die Theorie. Die praktische Umsetzung dieser Gummiformulierung entpuppt sich als stark auslegungsbedürftig. So lässt die schwammige Formulierung einige Fragen offen: ab wann liegt starker Reiseverkehr vor, und was genau sind Hauptverkehrswege? Wird das Arbeitsgesetz nach der Abstimmung vom 22. September geändert, dürften sich zahlreiche Tankstellenshops darauf berufen, an Hauptvekehrswegen zu liegen, um neu 24 Stunden geöffnet zu haben. Doch statt sich mit

der jetzigen Situation zufrieden zu geben, riskieren die Tankstellen, dass sie sich mit ihrer Gesetzesänderung selber mehr Konkurrenz schaffen.

Wenn die, dann auch wir Denn inzwischen befinden sich noch weitergehende Liberalisierungsprojekte in der parlamentarischen Pipeline, ganz nach dem Motto: Wenn die Tankstellen offen haben dürfen, dann wollen wir auch. So verlangen die Tessiner Parlamentarier Filippo Lombardi und Fabio Abate mit Motionen generell längere Ladenöffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr werktags und von 6 bis 19 Uhr samstags sowie eine deutliche Ausweitung des Sonntagsverkaufs. Und auch die Grünliberale Partei spielt mit dem Gedanken, eine allgemeine Liberalisierung der Öffnungszeiten für Geschäfte mit einer Verkaufsfläche unter 120 Quadratmeter, auch ohne Benzinverkauf, einzureichen.

Die Abstimmung birgt dadurch das Potenzial, die derzeitige Regelung der Ladenöffnungszeiten völlig auf den Kopf zu stellen. Der zu erwartende 24-Stunden-Arbeitstag bei Annahme der Vorlage wird sich zudem nicht nur auf das Verkaufspersonal beschränken, sondern auch Zulieferer, Transporteure, Reinigungspersonal oder Sicherheitsangestellte betreffen, die für den Betrieb eines Geschäftes notwenig sind.

Volkswille wird wieder umgangen Daher gilt es bereits jetzt Nein zu längeren Ladenöffnungszeiten zu stimmen, um die erwarteten Kettenreaktionen zu verhindern. Des Weiteren hat sich in mehreren kantonalen Abstimmungen ein Grossteil der Bevölkerung bereits in der Vergangenheit gegen längere Ladenöffnungszeiten ausgesprochen, so zum Beispiel in St. Gallen, Luzern und Zürich. ✏✏ Per Johansson

Petition gegen längere Landenöffnungszeiten in Winterthur Nicht nur auf nationaler Ebene wird ständig versucht, die Ladenöffnungszeiten immer weiter auszudehnen, auch lokal gibt es immer wieder Bestrebungen, den 24-Stunden-Arbeitstag einzufüh-

ren. Neustes Beispiel hierfür ist Winterthur, wo Anfang August das neue Einkaufszentrum «Archhöfe» die Türen öffnete und mit seinen langen Ladenöffnungszeiten die Geschäfte ringsum unter Druck

Bei der Übergabe der Petition: Feierabend um 18.30 ist okay, um 20 Uhr zu spät.

setzt, ebenfalls so lange geöffnet zu haben. Die Zeche dafür Zahlen wieder die Verkäu­ferInnen. Dagegen hat sich die Unia gemeinsam mit anderen Gewerkschaften und politischen Parteien zur Wehr gesetzt und das «Komitee Pro Altstadt Winterthur» gegründet. Innert kürzester Zeit kamen über hundert Unterschriften von Verkäu­ferInnen und LadenbesitzerInnen aus Winterthur zusammen, die im Juli an die City-Vereinigung «Junge Altstadt» überreicht werden konnten. Darin forderten die Betroffenen, dass die bisherigen, vernünftigen Öffnungszeiten beibehalten werden sollen. ✏✏ Miriam Berger

Region: Aktionstage der VerkäuferInnen in Winterthur und Zürich

Miese Löhne im Detailhandel Nebst immer längeren Arbeitszeiten für eine harte Arbeit, die viel Feingefühl im Umgang mit den Kunden und viel Fleiss erfordert, ist der Lohn im Detailhandel nach wie vor schlecht. Um dies der Öffentlichkeit zu veranschaulichen, haben einige hundert VerkäuferInnen mit einem farbigen Kleiderständer Ende Juni in den Städten Zürich und Winter-

thur ihren Lohn offengelegt und damit ein Zeichen gegen die Tiefstlöhne ihrer Branche gesetzt. Jeder Kleiderbügel steht für die Lohnangabe zweier Betroffener. Leider überwiegen die Kleider mit roter Farbe, die für Löhne unter 4000 Franken stehen. Das ist zu wenig, denn wer voll arbeitet, muss einen Lohn verdienen, von dem es sich anständig leben lässt. Es braucht

deshalb endlich bessere Löhne. Die Mindestlohn-Initiative schafft hier Abhilfe. Es braucht einen Mindestlohn von 4000 Franken. Im Detailhandel sind die Arbeitsbedingungen nach wie vor nur für wenige Angestellte durch Gesamtarbeitsverträge geregelt und es gibt praktisch keinen Schutz für die Beschäftigten. Und die Arbeitgeber nehmen die Verantwortung für die Angestellten nicht wahr. Für die Unia ist deshalb klar, dass es jetzt Lösungen braucht, um auch im Detailhandel Löhne zu garantieren, die ein anständiges Auskommen ermöglichen. Es muss ein für alle Mal Schluss sein mit diesen Skandallöhnen. Dafür braucht es die Mindestlohn-Initiative der Gewerkschaften. ✏✏ Miriam Berger

Die meisten VerkäuferInnen in Winterthur und Zürich bekommen für ihre harte Arbeit einen Lohn von nicht einmal 4000 Franken im Monat.

Mehr unter www.4000fr.ch

➟ Fortsetzung von Seite 1 gross. Die Petition der Gartenbauer an den Schaffhauser Regierungsrat mit der Forderung, öffentliche Aufträge nur an diejenigen Gartenbaufirmen zu vergeben, die sich verpflichtet haben, anständige Löhne zu zahlen, haben innert drei Tagen rund 6000 Personen unterschrieben.

Zusammen ist man stark An jenem Montagnachmittag zieht sich die Gesprächspause im Restaurant Emmersberg in die Länge. Die Stamm-Gartenbauer reden mit ihren Kollegen aus den anderen Betrieben. Sie zünden sich Zigaretten an, sprechen sich gegenseitig Mut zu und diskutieren über die Streikaktionen der vergangenen vier Tage. Jeden Morgen in der Früh haben sich rund 80 streikende Gartenbauer in der Streikzentrale versammelt. Gemeinsam haben sie abgestimmt, ob der Streik weitergeführt werden soll. Gemeinsam haben sie Flugblätter verteilt und demonstriert. Zusammen ist man nach Thayngen gefahren, um vor der Firma von Matthias Frei, dem Chef des Schaffhauser Arbeitgeberverband JardinSuisse, einen Verhandlungstisch aufzustellen, mit der Aufforderung an Frei, sich wieder an den Tisch zu setzen. Zusammen ist man nach Aarau gefahren, um vor dem Hauptsitz der nationalen JardinSuisse zu demonstrieren.

Kreative Aktionen Dass in Schaffhausen nicht ein einzelner Betrieb, sondern gleich eine ganze Branche in den Streik getreten war, machte die Organisation besonders schwierig. In den

Monaten zuvor waren die beiden Unia-Sekretäre Daniela Neves und Bashkim Rexhepi ununterbrochen unterwegs, um mit Gärtnern zu sprechen und gemeinsam mit ihnen kreative Aktionen durchzufühhren, wie etwa die Minigolfbahn auf dem Fronwagplatz. Mehrmals hatte die Unia auch die Arbeitgeber zu Gesprächen eingeladen. Dass Frei nach der dritten Verhandlungsrunde die Gespräche plötzlich abgebrochen hatte, war der Auslöser des Streiks. Um diesen nicht unnötig in die Länge zu ziehen, empfahl die Unia den Gartenbauern, vorerst Betriebsvereinbarungen mit den einzelnen Unternehmen zu erkämpfen, um zunächst anständige Mindestlöhne zu fixieren. Für einen weitergehenden Gesamtarbeitsvertrag hätte man vermutlich noch länger streiken müssen.

Einmaliger Augenblick Nach einer halben Stunde Pause kehren die Stamm-Gärtner in den Sitzungsraum zurück, um nach einer weiteren, langen Stunde wieder in den Garten hinauszutreten. Es ist ein beinahe magischer Moment. Denn wie sehr haben sich ihre Gesichter verändert! «Der Zettel ist unterschrieben», ruft einer aus der Gruppe. Und während schon die ersten Sektkorken knallen, fallen sich die Gartenbauer gegenseitig um den Hals und beglückwünschen sich zu ihrem gros­sen Erfolg. ✏✏ Per Johansson

Film zum Gartenbaustreik auf Youtube unter aktiv@unia


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Aktuell

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Zürich-Schaffhausen | Nr. 4 | 6. September 2013

Abstimmung: 1:12- und Mindestlohn-Initiative sorgen für eine gerechtere Lohnverteilung

Lohnscherenstudie der Unia Die Lohnscherenstudie der Unia zeigt: Oben wird abgezockt, unten bleibt nicht viel übrig. Deshalb setzt sich die Unia für die 1:12-Initiative ein. Die Studie untersuchte die grössten Schweizer Unternehmen und stellt einen Trend hin zur Vergrösserung der Lohnniveaus der unteren und oberen Einkommensschichten fest. Im vergangenen Jahr stieg nämlich die Lohnschere von 1:120 im Jahr 2011 auf 1:135. «Grund ist die enorme Zunahme der höchsten Löhne. Sie stiegen letztes Jahr um 13,5 Prozent. 2011 bekam der durchschnittliche Abzocker noch 6,5 Millionen Franken im Jahr, 2012 bekommt er schon 7,4 Millionen Franken», sagt Unia-Ökonom Beat Baumann. Demgegenüber stiegen die Tieflöhne in den 41 untersuchten Unternehmen um lediglich 0,7 Prozent.

Und das sind noch nicht mal die Extremwerte. Dieses stetige Auseinanderdriften der hohen und der tiefen Löhne kann nicht weiter geduldet werden.

Es kann nicht sein, dass die eigennützige Bereicherung des oberen Kaders einzig auf die Kosten der hart arbeitenden Mehrheit im Unternehmen geht. Wenn der eigene

Chef innerhalb von 10 Minuten so viel verdient wie der normale Angestellte erst in einem ganzen Monat, dann läuft etwas schief. Möchte sich zum Beispiel ein Angestellter mit Tieflohn einen Kleinwagen kaufen, so muss er dafür 132 Tage arbeiten. Der durchschnittliche Topmanager braucht hingegen nicht mal einen ganzen Arbeitstag aufzuwenden, um sich dasselbe Auto zu leisten. Darum ist es wichtig, dass die Unia für die 1:12- und für die Mindestlohn-Initiative kämpft. Bevor das Volk nächstes Jahr über die Mindestlöhne abstimmt, steht vorerst der 1:12-Abstimmungskampf an. Die 1:12-Initiative hält Lösungen gegen die Lohnexzesse einiger weniger und eine gerechtere Lohnverteilung bereit. Auch die Einführung eines Mindestlohnes von 4000 Franken könnte nämlich in vielen Grossunternehmen ohne Probleme durch die Begrenzung

der Toplöhne finanziert werden. Anstatt übertriebener Manager-Boni braucht es einen Mindestlohn von 4000 Franken. Eine Senkung der Toplöhne auf eine 1:12-Norm kommt so den am schlechtesten bezahlten Mitarbeitenden zugute. Wird zum Beispiel bei Lindt und Sprüngli der Höchstlohn des CEO (6,9 Millionen Franken), also einer einzigen Person, auf das Zwölffache des Tiefstlohns gekürzt, können allen 1200 Mitarbeitenden 440 Franken mehr im Monat ausbezahlt werden! ✏

Miriam Berger

Für den Abstimmungskampf brauchen wir so viele freiwillige Helfer wie möglich. Falls du dich aktiv beteiligen möchtest, melde dich unter der E-Mail aktiv@unia.ch

Unia-Migration: 12. Lauf gegen Rassismus in der Zürcher Bäckeranlage

Viele Runden gegen Rassismus Der von Gewerkschaften, der Sans-Papiers-Anlaufstelle Zürich und dem SAH Zürich jährliche organisierte Sponsorenlauf hat Tradition. Bereits zum 12. Mal setzen die Läuferinnen und Läufer ein Zeichen gegen Rassismus und unterstützten gleichzeitig lokale Migrationsprojekte. Ende September prägen wieder eng sitzende Sporthosen und verschwitzte T-Shirts die Stadtzürcher Bäckeranlage. Dann rennen zahlreiche Läuferinnen und Läufer ihre Runden, um so einen Beitrag für weniger Rassismus in der Gesellschaft zu leisten. Mitmachen darf – von der durchtrainierten

12. Lauf gegen Rassismus Sonntag, 29. September, rund um die Bäckeranlage, Zürich Startzeiten sind um 10, 11, 12 und 13 Uhr. Interessierte Läuferinnen und Läufer oder Sponsoren erhalten weitere Informationen unter www.laufgegenrassimus. ch oder T 044 241 97 92. Die Unia hat am Anlass einen Infostand und sucht nach Mitgliedern, die den Stand mitbetreuen. Interessierte melden sich bei Unia-Gewerkschaftssekretärin Regula Sterchi unter E-Mail aktiv@unia.ch

Langstreckenläuferin bis zum gut genährten Hobby-Jogger – jede und jeder. Und wer seinen Beitrag nicht sportlich leisten will, kann als Sponsor die Läufer unterstützen. Pro gelaufene Runde zahlt der Sponsor einen zuvor abgemachten Betrag. Das gesammelte Geld kommt dieses Jahr drei Projekten zugute. So dem AlphabetisierungsKurs des Schweizerischen Arbeiterhilfswerks (SAH). Dort erhalten Frauen Unterstützung, die das lateinische Alphabet nicht beherrschen oder in ihrer Heimat gar nicht erst schreiben gelernt haben. Ein weiterer Teil der Einnahmen geht an die Autonome Schule Zürich, die kostenlose Deutschkurse für rund 150 Sans-Papiers anbietet. Und als drittes erhält die Sans-Papiers-Anlaufstelle (SPAZ) eine finanzielle Unterstützung. Die SPAZ berät Migrantinnen und Migranten ohne geregelten Aufenthaltsstatus in rechtlichen und sozialen Fragen.

Lokalprominenz vertreten Bereits zum 12. Mal findet der vom Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ), der SPAZ sowie dem SAH Zürich organisierte Lauf statt. Immer wieder nehmen auch Persönlichkeiten aus der Politik selber als Läuferinnen und Läufer teil. So sind Mitglieder des Stadt-, Kantons- und Nationalrates dabei. Ausserdem wird dieses Jahr auch Djoa Strassburg, Miss Earth Schweiz 2013 mitlaufen. Für die Musik sorgen die Mitglieder der Gruppe «Café au Lait». ✏

Per Johansson

Erwachsene und Kinder rennen gemeinsam am Lauf gegen Rassismus.

Silmara Frischknecht-de Paulo ist Teilnehmerin am Lauf gegen Rassismus

«Ich mache nur einmal im Jahr Sport» Unia: Silmara, seit sechs Jahren nimmst du regelmässig am Lauf gegen Rassismus teil. Weshalb? Silmara Frischknecht-de Paulo: Ich möchte vor allem einen aktiven Beitrag für die Sans-Papiers und gegen Rassismus leisten. Und dies mit einem Sponsorenlauf zu verbinden, ist eine gute Möglichkeit.

Warum ist dir das wichtig? Persönlich widme ich den Lauf den Afrikanern, die jedes Jahr ihr Leben auf ihrer Reise nach Europa im Meer verlieren. Mit dem Lauf möchte ich ein Zeichnen gegen Ungleichheit, Ungerechtigkeit und Ausgrenzung setzen.

Muss man sportlich fit sein, um am Lauf teilnehmen zu können? Nein, überhaupt nicht. Mann muss nicht so sein wie Sprint-Weltmeister Usain Bolt. Selber mache ich nur einmal im Jahr Sport und das ist am Lauf gegen Rassismus. Es gibt gute Springer, die mitmachen, aber auch Mütter, die gemütlich mit ihren Kindern die Runden drehen.

Merkt man am Tag selber, dass der Lauf Migranten zugute kommt?

Zur Person:

Ja, es herrscht eine super Stimmung, und Menschen aus vielen Kulturen sind an dem Tag in der Bäckeranlage anwesend. ✏ pj

Silmara Frischknecht-de Paulo (43) ist gebürtige Brasilianerin. Das Unia-Mitglied lebt in Uster und ist Lagermitarbeiterin.


Region

Sektion

Zürich ZürichSchaffhausen

Samstag, 23. November, Sektionsfest Unia Zürich.

Samstag, 21. September, gesamtschweizerische Demonstration in Bern, 13.30 Uhr. Sonntag, 22. September, Abstimmungswochenende.

Unia Jugend Freitag, 6. September, Neonazis in Ostdeutschland, Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Nico Burmeister, Landessprecher der linksjugend [’solid], Mecklenburg Vorpommern (D) und Mitglied des Landesvorstands des Vereins der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen, 19.30 Uhr, Unia-Sekretariat Winterthur, Lagerhausstrasse 6, Winterthur Monatssitzungen Unia Jugend Winterthur, Unia-Sekretariat Winterthur, Lagerhaustrasse 6, Winterthur, 19.30 Uhr, jeweils dienstags, nächste Sitzung: 10. September.

Unia Migration Sonntag, 29. September, Lauf gegen Rassismus, Bäckeranlage Zürich, Infos unter www.laufgegenrassismus.ch oder T 044 241 97 92.

Gruppensitzungen Anschläger, Unia-Sekretariat Zürich, Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Zürich, 19 Uhr, nächste Sitzungen: 17. September, 17. Oktober. Gruppensitzungen Gewerbe, Unia-Sekretariat Zürich, Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Zürich, 19 Uhr, nächste Sitzung: 6. November. Gruppensitzungen Bau, UniaSekretariat Zürich, Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Zürich, 19 Uhr, nächste Sitzungen: 2. Oktober, 30. Oktober.

Portugiesische Gruppe Gruppensitzungen, Unia-Sekretariat Zürich, Volkshaus, Stauffacherstrasse 60, Zürich, 19 Uhr, nächste Sitzung: 19. September.

IG RentnerInnen Zürich Montag, 9. September, InfoVeranstaltung 1:12-Initiaitve mit Tanja Walliser, Unia-Sekretärin und Teamleiterin Detailhandel, 19 Uhr, Unia-Sekretariat Zürich, grosses Sitzungszimmer, 2. OG, Volkshaus, Stauffacherstrasse 60.

Start 1:12-Initiative

Zürich-Schaffhausen | Nr. 4 | 6. September 2013

Dienstag, 17. September, Besuch des Klärwerks Werdhölzli. Dienstag 26. November, Senioren-Kegel-Nachmittag, 14 Uhr, im Restaurant «Eisenbahn»/«Da Mario», Wattstrasse 3, Zürich (beim Bahnhof Oerlikon), Kontakt: Margrit Mielebacher unter T 044 301 07 07 oder margrit. mielebacher@bluewin.ch Seniorenstamm, am ersten Mittwoch des Monats, um 14 Uhr, im Restaurant «Biergarten», an der Hohlstrasse 25, Zürich, Kontakt: Herbert Mielebacher, unter T 044 301 07 07 oder seebi.hebi@bluewin.ch, nächste Daten: 11. September, 9. Oktober, 6. November. Das «Stämmli» findet eine Woche nach dem Seniorenstamm im Restaurant «Biergarten», an der Hohlstrasse 25, Zürich, statt. Freitagswanderungen, jeden Freitag, Treffpunkt bei der grossen Uhr HB. Zürich, 9.15 Uhr, weitere Auskünfte zur Wanderroute gibt Fritz Allenbach, T 044 372 17 36. Neu: Die Wanderungen können auch im Internet nachgeschaut werden unter: http://seniorwanderer.blogspot.com Senioren-Computerabend, jeweils Dienstagabend von 18 bis 20 Uhr. Beachte neuen Ort: Unia-Zentrale Zürich, 6. Stock (Lift), Saal Q, Strassburgstrasse 11, 8004 Zürich, Besammlung ist um 17.45 Uhr beim Eingang, da die Türe ab 16.30 Uhr geschlossen ist. Kontakt Walti Zehnder, T 076 543 29 70.

Sektion

Schaffhausen Dienstag, 10. September, Podiumsdikussion «Nein zum 24-Studen-Arbeitstag», 19.30 Uhr, im Saal des Restaurants Falken, Schaffhausen.

IG RentnerInnen Winterthur Dienstag, 1. Oktober, Diskussionsnachmittag zum Thema «Aktuelle Politik der Gewerkschaft, Abstimmungen und Wahlen», 14 Uhr, Unia-Sekretariat Winterthur, Lagerhaustrasse 6, Winterthur. Donnerstag, 24. Oktober, Schübligbankett im Schützenhaus Winterthur. Dienstag, 5. November, Diskussionsnachmittag zum Thema «Besprechung Programm 2014», 14 Uhr, Unia-Sekretariat Winterthur, Lagerhaustrasse 6, Winterthur. Freitag 15. oder 22. November, Metzgete in Buchberg, das genaue Datum wird noch bekanntgegeben, Anmeldung: Rolf Wirth, T 079 815 98 58.

Zürcher Oberland Freitag, 23. November, Fest Standort Zürcher Oberland, Türöffnung 18.00 Uhr, Beginn 18.30 Uhr.

Freitag, 11.Oktober, Kegelnachmittag im Restaurant Galicia (ehemaliges Rest. Gemsstübli) Gemsgasse 2, 8200 Schaffhausen, jeden 2. und 4. Freitag ab 14 Uhr, bis Ende April 2014. Donnerstag, 14. November, Generalversammlung der UniaRentner Schaffhausen, im Restaurant Park Casino, Steigstrasse 26, 8200 Schaffhausen, 14.30 Uhr, Anmelden mit dem Einladungsformular.

Samstag, 21. September

Gesamtschweizerische Demonstration in Bern Anfahrt aus der Region ZürichSchaffhausen mit Extrazügen Besammlungszeiten: ■

Bülach Bahnhof, 10.45 Uhr

Pfäffikon (ZH) Bahnhof, 10.20 Uhr

Rüti Bahnhof, 10.20 Uhr

Schaffhausen Bahnhof, 10.15 Uhr

Uster Bahnhof, 10.30 Uhr

Wetzikon Bahnhof, 10.30 Uhr

Winterthur Bahnhof, 10.30 Uhr

Zürich Bahnhofshalle, 11.15 Uhr

IG RentnerInnen Dienstag, 17. September, CarReise in den Jura mit Wanderung, auch für Nichtwanderer geeignet, Auskunft: Manfred Glufke, T 055 240 43 94. Donnerstag, 24. Oktober, CarReise in die Emmentaler Schaukäserei in Affoltern i.E., Führung und Mittagessen (Raclette), anschliessend Weiterfahrt ins Kemmeriboden Bad (Merängge).

Direkte Demokratie stärken SCHWEIZER QUALITÄT BESTIMMT ES

B

Donnerstag, 3. Oktober, Jassnachmittag im Restaurant Tobler, Industriestrasse 10, 8212 Neuhausen, jeden 1. und 3. Donnerstag ab 14 Uhr, bis Ende Mai 2014.

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Migration: Ja für mehr Demokratie

ZUM TIM MUN

IG RentnerInnen Schaffhausen Donnerstag, 19. September, Kutschenfahrt ab Siblinger Höhe nach Hallau, mit Imbiss in Hallau, Kosten ca 40 Franken, Treffpunkt 13.15 Uhr, Bushof Schaffhausen, Billett selber lösen Schaffhausen– Siblinger Höhe und Hallau–Schaffhausen, Anmeldungen an: Fedor Schlatter, T 052 681 37 58.

1:12-Fahnen schmücken überall in der Schweiz die Gärten und Balkons. Die Fahnen können bestellt werden unter: aktiv@unia.ch

Winterthur

MIT

Unia-Regioleiter Roman Burger (mitte) mit einem 12x zu grossen Gipfeli an der 1:12-Pressekonferenz auf dem Zürcher Paradeplatz.

Dienstag, 15. Oktober, Infoveranstaltung zum Thema «Verteilungsgerechtigkeit und die 1:12-Initiative», Referent Sascha Müller, Unia-Sekretär, 19 Uhr, im Unia-Sekretariat Schaffhausen, Pfarrweg 1.

Sektion

RECHT

Agenda

GS

UniaRegio

am 22. September

JA für mehr Demokratie

www.mehr-demokratie.ch

Mehr Infos unter: http://mehr-demokratie.ch

Am 22. September stimmen wir über mehr Demokratie ab. Wer hier lebt und von staatlichen Entscheidungen betroffen ist, soll auch mitbestimmen dürfen; und zwar unabhängig davon, welchen Pass er oder sie besitzt. Das stärkt die direkte Demokratie, die auf die breite aktive Mitwirkung aller Bevölkerungsschichten angewiesen ist. Mit der Initiative werden unsere direktdemokratischen Instrumente weiterentwickelt und der Vielfältigkeit der Schweiz Rechnung getragen, in der das Engagement aller gefragt ist und geschätzt wird. Es gibt keine Rechtfertigung, 25% der Bevölkerung dauerhaft vom Mitspracherecht auszuschliessen.

Herausgeberin Verlagsgesellschaft work AG, Postfach, CH-8026 Zürich | In Zusammenarbeit mit Unia Region Zürich-Schaffhausen, Postfach 1544, CH-8026 Zürich, T 044 299 25 25, F 044 299 25 59, zuerich-schaffhausen @unia.ch | Redaktion Per Johansson | Gestaltungskonzept ivony ltd, CH-8008 Zürich | Layout Bubenberg Druck- und Verlags-AG, CH-3007 Bern | Druck Ringier Print Adligenswil AG, CH-6002 Luzern

www.unia.ch

Lucia Tozzi, Vorstand Second@s Plus Zürich

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