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Region Zürich-Schaffhausen

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Ausflugstipp Kantonale Abstimmung Agenda Bilder 1. Mai 2010

Nr. 2 | 4. Juni 2010 Erscheint als Beilage zur Zeitung «work» | Redaktion Unia Region Zürich-Schaffhausen T 044 299 25 25, F 044 299 25 59 | www.unia.ch

Die Revision des Arbeitslosengesetzes in wirtschaftlich schlechten Zeiten muss mit dem Referendum verhindert werden

Schöne Zahlen helfen Arbeitslosen nicht weiter

Mit der 4. Teilrevision des Arbeitslosengesetzes (AVIG) wagen die bürgerlichen ParlamentarierInnen in Bern einen erneuten Versuch zur Demontage der Sozialwerke. Mit der Revision werden für gewisse Bezüger die Arbeitslosentaggelder gesenkt, doch bietet sie in keiner Weise Abhilfe gegen die Erwerbslosigkeit. Im Gegenteil, das Problem wird nur verlagert und sämtliche Arbeitnehmenden müssen mehr einbezahlen. In den Vorstellungen der bürgerlichen PolitikerInnen klingt alles sehr einfach: Ausgaben senken, Einnahmen erhöhen und die Arbeitslosenkasse wäre saniert. Doch gerade die einfachen Rezepte aus der liberalen Küche sind mit Vorsicht zu geniessen – sie haben meistens einen bitteren Beigeschmack. Die aktuelle Revision des AVIG wird von der bürgerlichen Parlamentsmehrheit als Sanierungsmassnahme für die verschuldete Arbeitslosenkasse verkauft, doch löst die geplante Gesetzesrevision die wahren Probleme in keiner Weise. Künftig werden die Aussichten auf eine neue Stelle für Arbeitslose nicht verbessert, im Gegenteil: Alle Arbeitnehmenden müssen höhere Beiträge zahlen, und die kantonalen Kassen werden mit Mehrausgaben konfrontiert.

Diskriminierende Gesetzesrevision Neu sieht das AVIG für gewisse Erwerbslose drastische Kürzungen der Taggelder vor. So sollen SchulabgängerInnen, die keine Arbeit finden, statt wie bisher 200 nur noch 90 Taggelder erhalten. Ist danach keine Stelle in Aussicht, fallen die Jugendlichen aus dem gesellschaftlichen Netz und dürfen beim Kanton für Sozialhilfe anklopfen. Gleiches trifft auch Hausfrauen und -männer, die wieder in das Erwerbsleben einsteigen wollen und keine Stelle finden. Ähnlich hart trifft es Personen, die erst

ein Jahr in die Arbeitslosenkasse einbezahlt haben. Sie würden nur noch 260 statt der bisherigen 400 Taggelder erhalten. Die geplante Revision ist umso stossender, als sie gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten die Situation der Arbeitslosen verschlimmert, während die eigentlichen Verursacher der schlechten Wirtschaftslage nach wie vor ungeschoren davon kommen. Unbeirrbar wird in den Etagen der Unternehmensdirektionen munter weiter gemacht mit den Abzocker- und Casino-Spielchen. Dass dadurch die Volkswirtschaft und der gesellschaftliche Zusammenhalt der Schweiz immer mehr Schaden nimmt, scheint bei der Wirtschaftselite noch immer nicht angekommen zu sein. Stattdessen sollen erwachsene und vor allem jugendliche Arbeitslose die Zeche bezahlen. Mit der Krise hat sich die Stellensuche für Jugendliche enorm erschwert, unabhängig davon, ob es die Lehrstellen oder Anschlusstellen nach absolvierter Ausbildung betrifft. Die geplante AVIG-Revision trifft die jungen

Erwachsenen in einer diskriminierenden Art. Neu soll das Alter einziger Grund dafür sein, dass die Bezugsdauer für unter 25-Jährige von 400 auf 200 Taggelder gekürzt wird. Zudem müssten sie jede Arbeit annehmen, ohne Rücksicht auf ihre Ausbildung und Fähigkeiten. Diese Verschlechterung ist umso stossender, als die Jugendlichen in keiner Weise die Stellenknappheit mitverschuldet haben.

Schöne Zahlen, aber keine Lösung Mit der 4. AVIG-Revision spart der Bund zwar viele Millionen Franken. Ob aber die erwerbslose Person nach Ablauf der deutlich kürzeren Leistungsdauer einen Job gefunden hat, sei dahin gestellt. Dass das Parlament die Gesetzesrevision in Zeiten einer Wirtschaftskrise durchboxen will, ist schlicht unverständlich. Gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten erwarten nicht nur Arbeitslose, sondern auch die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in fester Anstellung, dass der Bund sichere Sozialwerke zur Verfügung stellt, die ihre Auf-

gabe zweckmässig erfüllen. Lediglich den Rotstift anzusetzen, damit die Arbeitslosenkasse schöne Zahlen vorlegen kann, geht nicht. Mit dem Stellenabbau sind zahlreiche menschliche und familiäre Schicksale verbunden. Gerade jetzt die Leistungen der Arbeitslosenkasse zu kürzen ist verantwortungslos. Neue und sichere Arbeitsplätze sind daher die einzige Lösung gegen die hohe Arbeitslosigkeit. Die 4. AVIG-Revision beinhaltet jedoch in keiner Weise Anreize für die Schaffung neuer Jobs.

Sankt Florians-Politik beim AVIG Durch die Senkung der Taggelder werden die Arbeitslosen nur wie «Problempakete» umhergeschoben. Wer nach Ablauf der verkürzten Arbeitslosentaggelder immer noch keine Stelle gefunden hat, wird als Sozialfall an den Wohnkanton verwiesen. Die Kantone würden daher noch stärker als Auffangbecken dienen, was eine Erhöhung der kantonalen Ausgaben mit sich bringen würde. ✏✏ Per Johansson

Deine Unterschrift ist viel wert! Hilf mit, dass das Referendum zur 4. AVIG-Revision zum Erfolg wird. Wenn jeder von euch nur schon am Arbeitsplatz ein paar Unterschriften sammelt oder die Familie am Abendessen einen Unterschriftenbogen ausfüllt, kommt unser Referendum gut zu Stande! Setzen wir uns gemeinsam gegen die Demontage unserer Sozialwerke ein. Unsere Pensionskasse haben wir Anfang März mit einer überwältigenden Mehrheit gerettet. Machen wir nun dasselbe mit der Arbeitslosenkasse! Heute kann jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer von Arbeitslosigkeit betroffen werden, denn keiner hat seinen Arbeitsplatz auf sicher. Gerade deshalb braucht es in der Schweiz eine zweckmässige Arbeitslosenversicherung.  ✏ pj

Kurzinterview zur 4. AVIG-Revision

«Die AVIG-Revision gefährdet den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft» Jonas Gerber (23) ist Mitglied des Regionalvorstandes der Unia ZürichSchaffhausen. Der gelernte Hochbauzeichner setzt sich insbesondere bei der Unia Jugend für die Interessen junger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein. Unia: Weshalb ist es dir wichtig, dass das Referendum zur 4. Teilrevision des Arbeitslosengesetzes (AVIG) zu Stande kommt? Jonas Gerber: Es ist von grosser Bedeutung, dass wir von der Gewerkschaft die Angriffe auf unsere sozialen Einrichtungen abwehren. Dahinter verbirgt sich nichts anderes, als der Versuch die Folgen der Wirtschaftskrise auf die Arbeitnehmenden abzuwälzen, welche diese

Krise in keiner Weise verschuldet haben.

ist eine sichere Arbeitslosenversicherung besonders wichtig.

Worin siehst du denn die grösste Gefahr dieser Gesetzesrevision?

Die Revision trifft besonders die jungen Erwerbslosen hart. Weshalb glaubst du hat das Parlament gerade bei den Jugendlichen die Sparbremse angezogen?

Es ist ein Versuch, die Arbeiterbewegung in Arbeitslose und Werktätige zu spalten. Indem die Bürgerlichen von den Erwerbslosen das falsche Bild der Schmarotzer zeichnen, sollen die sozialen Errungenschaften unseres Landes, wozu auch eine sichere Arbeitslosenversicherung zählt, abgebaut werden. Das ist inakzeptabel. Gerade in diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten

Es ist die billigste Lösung. Die ganzen Diskussionen über die angeblich arbeitsfaulen Jugendlichen, die sich abends nur betrinken, haben den Weg dazu geebnet.

Wie sieht denn die Realität unter den Jugendlichen aus? Diejenigen Jugendlichen, die eine Lehrstelle haben, sind motiviert und werden später gut ausgebildete Arbeitskräfte sein. Mit der Gesetzesrevision soll nun der Leistungsdruck weiter erhöht werden.

Zum Glück gibt es einen Teil der Jugend, der sich zu politisieren beginnt und gemeinsam mit den Gewerkschaften den Kampf gegen den Abbau von sozialen Errungenschaften aufnimmt.

Ist die AVIG-Revision ein reines Jugendthema? Nein, denn die Gesetzesänderung trifft nicht nur die Jugendlichen. Auch Hausfrauen und -männer, die wieder in die Arbeitswelt einsteigen wollen, erhalten weniger Taggelder. Die AVIG-Revision ist aus meiner Sicht vor allem ein Angriff auf ein bewährtes Sozialwerk, das von den Generationen vor uns unter grossen Anstrengungen erkämpft wurde. Diese Angriffe gilt es nun gemeinsam abzuwehren.


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Zürich-Schaffhausen | Nr. 2 | 4. Juni 2010

Aktuell

Ausflugstipp: Auf den Spuren der Industrialisierung durch Winterthur

Backsteinmauern, die Geschichten erzählen Heute qualmen die Schornsteine nicht mehr so stark wie anno dazumal, als Winterthur die bekannteste Industriestadt der Schweiz war. Bei einem Spaziergang entlang des Industriekulturwegs wird deutlich, welche Bedeutung die Eisenbahn und die mit ihr verknüpfte Industrialisierung für die Eulachstadt hatte und nach wie vor hat. Die S-Bahn ist schon durchgerast, doch die Eisenbahnschranken nahe der Kehrrichtverbrennungsanlage am östlichen Stadtrand Winterthurs bleiben am Boden. Im ersten Auto vor dem Übergang kurbelt der junge Fahrer das Fenster runter und zündet sich eine Zigarette an. Nachdem auch der zweite Zug vorbeigerast ist, schnippt der Fahrer die brennende Zigarette aus dem Fenster und dreht am Zündschlüssel. Währenddessen blinken die

Warnlichter weiter vor sich hin. Sichtlich genervt macht der Fahrer eine abschätzige Handbewegung Richtung Schranken. Nach einer knappen Minute naht langsam ein dritter Zug, ein Gütertransport mit zwei Lokomotiven. Nach dem zwanzigsten Güterwagon öffnet sich endlich die Barriere und gibt den Weg in die Eulachstadt frei.

In vergangene Zeiten eintauchen Gleisanlagen, kleine Vorortsbahnhöfe, rot-weisse Bahnschranken und Lokomotivfabriken; die Eisenbahn ist in Winterthur überall präsent. Aus allen Himmelsrichtungen strömen die sieben Gleise zusammen und machen aus Winterthur einen wichtigen Bahnknotenpunkt. Daher verwundert es nicht, dass man auf den Strassen immer mal wieder Gleise überoder unterquert. Zusammen mit der Eisenbahn hat sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Industrie

Lokomotiven und Fabrikhallen aus Backstein prägen bis heute Winterthur.

Informationen zum Industrieweg Wer dem Industrieweg folgen möchte, lässt sich am besten bei Winterthur Tourismus (im Bahnhof) eine Karte geben. Die fünf Routen sind in der Stadt nicht ausgeschildert. Stattdessen informieren Tafeln an den verschiedenen Orten über die jeweiligen industriellen Relikte. Winterthur Tourismus: Tel.: 052 267 67 00 oder www.winterthur-tourismus.ch Detaillierte Informationen zum geschichtlichen Wandel der Winter­ thurer Industrie und zum Industriekulturweg sind in folgendem Buch zu finden: Basis: Produktion – Industriekultur in Winterthur (Hrsg. Stadtbibliothek Winterthur), Chronosverlag, 2002, Zürich. ✏ pj

in Winterthur niedergelassen. Wer die Stadt durchfährt, stösst immer wieder auf meterlange gelbe Backsteinmauern ehemaliger Fabrikbauten, auf Schornsteine oder auf die typischen Reihenhäuschen der Arbeiter. Die Industrieschornsteine rauchen allerdings nicht mehr so stark. Viele davon wurden inzwischen abgerissen, andere, wie der Schornstein im Sidi-Areal, konnten der Nachwelt als Relikt einer vergangenen Zeit erhalten bleiben. Wer in die Zeiten eintauchen möchte, als aus den Kaminen der bekanntesten Schweizer Industriestadt schwarzer Rauch empor stieg und in den Fabrikhallen riesige und laute Maschinen Motoren, Nägel oder Textilien produzierten, dem empfiehlt sich der Industriekulturweg der Stadt Winterthur.

areal aber nach wie vor altes Industrieflair aus. Besonders spürbar wird dies im Parkhaus am Katharina-Sulzer-Platz. In der alten Halle stehen anstelle der Maschinen heute Autos, aber der alte Kran unter der hohen Decke und die alten Eisengeländer entlang der Stützpfeiler lassen die Schwerarbeit und den Lärm von einst erahnen.

Renovierte Schaufabrik Überschaubarer, aber nicht minder bedeutsam für das industrielle Winterthur sind die Gebäude der Schweizer Nagelfabrik in unmit-

telbarer Nähe des Bahnhofs Grüze. Darin produzierten Maschinen im Sekundentakt über 40 000 Nägel pro Tag. Die Fabrik wurde inzwischen zu einem Schaubetrieb renoviert, in der Führungen angeboten werden. Im etwas weiter Richtung Stadtzentrum gelegenen Sidi-Areal woben Maschinen verschiedene Textilien. In der ehemaligen Elastikweberei ist heute das Winterthurer Fotomuseum untergebracht, das zahlreiche TouristInnen aus dem In- und Ausland anzieht. ✏✏ Per Johansson

Alte Mauern erfüllen neuen Zweck Fünf Routen, die man am besten mit dem Fahrrad abfährt, die aber auch gut zu Fuss erkundet werden können, führen an den bedeutendsten Industriebauten vorbei. Insbesondere ein Besuch der ehemaligen Sulzer-Stadt gibt geschichtsinteressierten Personen ein Bild von der ehemaligen Grös­ se und Bedeutung der Winterthurer Industrie. Auf dem früheren Werkgelände der Sulzer sowie der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) entstanden zwischen 1860 und 1950 Fabrikbauten, die heute noch beeindrucken. Sehenswert sind ebenfalls die Arbeiterhäuser an der Jägerstras­se. Die Reihenhäuser wurden um 1870 nach englischem Vorbild errichtet. Seit dem wirtschaftlichen Einbruch wird das Gebiet ab den 1990er Jahren umgenutzt. Aus einigen der damaligen Werkhallen sind inzwischen Wohnungen und Restaurants entstanden. Die Nähe zum Stadtzentrum macht aus dem heutigen Sulzerareal ein attraktives, aber nicht ganz billiges Wohngebiet. Kleinere Geschäfte und Ins­ titute der Hochschule haben sich ebenfalls in den Räumen der alten Fabriken niedergelassen. Trotz der Veränderungen strahlt das Sulzer­

Die Unia braucht dich für das Sektionsfest 2010! Die Unia Zürich macht sich auf die Suche nach den Talenten unter ihren Mitgliedern. Du kannst tanzen (egal ob Breakdance oder Ballet), du kannst singen (egal ob Volkslied oder Popsong), du kannst zaubern, jonglieren, spielst in einer Band oder hast irgendein anderes Talent, das sich für eine Bühneshow eignet? Dann zögere nicht und melde dich bei uns. Wir sind für alles offen und würden dich gerne am nächsten Sektionsfest im Scheinwerferlicht sehen. Wir freuen uns, dich und dein Talent kennenzulernen!

Das Parkhaus in der ehemaligen Fabrikhalle am Katharina-Sulzer-Platz wird auch für Konzerte genutzt.

Unia Zürich Volkshaus, Stauffacherstr. 60 8004 Zürich T 044 296 18 18 zuerich-schaffhausen.unia.ch


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Zürich-Schaffhausen | Nr. 2 | 4. Juni 2010

Aktuell

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Kanton Zürich: Für Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Am 13. Juni sagen wir zur GewerkschaftsInitiative Kinderbetreuung 2 x JA Wenn wir einen raschen Ausbau an familienergänzenden Betreuungsmöglichkeiten wollen, die auch bezahlbar sind, braucht es an der Abstimmung Mitte Juni ein doppeltes Ja an der Urne. Heute gibt es im Kanton Zürich nur für jedes zehnte Kind einen Betreuungsplatz. Das führt dazu,

dass einerseits die Vereinbarkeit von Beruf und Familie immer schwieriger wird. Anderseits müssen Mütter bereits am Anfang ihrer Schwangerschaft ihr noch ungeborenes Kind auf die Warteliste für einen Betreuungsplatz setzen lassen. Es fehlen heute im Kanton Zürich bis zu 9000 Betreuungsplätze für Kinder und Jugendliche. Familien­

ergänzende Kinderbetreuung ist notwendiger denn je. Die Initiative sieht vor, dass die Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche rasch ausgebaut werden. Zudem soll das Betreuungsangebot für Eltern bezahlbar werden, indem die Kosten zwischen Eltern, Gemeinden und dem Kanton aufgeteilt werden.

Zeitgemässe Familien­ politik Neben der Initiative stimmen wir auch über einen Gegenvorschlag ab. Er verbessert zwar die bisherige Kinderbetreuung. Im Gegensatz zur Initiative verlangt der Gegenvorschlag aber keine finanzielle Beteiligung des Kantons. Wenn im Kanton Zürich eine zeitgemässe Familienpolitik betrieben,

Familie und Beruf besser vereinbart werden und die Betreuungsangebote für alle bezahlbar sein sollen, ist es notwendig, dass am 13. Juni zweimal «Ja» in die Urne geworfen wird. In der Stichfrage ist die Gewerkschafts-Initiative zu bevorzugen. ✏✏ Andrea Arezina

Testimonials zur Kinderbetreuung

«Die skandinavischen Länder sind vorbildlich. Mütter und Väter haben dort die Möglichkeit, beruflich weiterzukommen. Hier verzichten viele auf Kinder, weil es nicht möglich ist, Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen. Ich finde, es ist eine staatliche Aufgabe, dafür zu sorgen, dass sich Kinderhaben und berufliches Weiterkommen verbinden lassen. Darum sage ich ja zur Kinderbetreuung.» Tina Frick, Zürich, Hortleiterin

«Unsere beiden Kinder werden fremd betreut. Stadt­ bewohnerinnen und -bewohner sind diesbezüglich privi­legiert. Doch machen wir gerade jetzt auch die Er­ fahrung, dass es schwierig ist, für unsere ältere Tochter einen Platz in einem städtischen Hort zu finden. Ohne ­familienergänzende Betreuung ist es unmöglich, dass sich beide Elternteile beruflich weiterentwickeln können. Es ist darum wichtig, dass es ein flächendeckendes ­Betreuungsangebot gibt – das ist konkrete Familien­ förderung.» Björn Callensten, Zürich, Ethnologe und Vater

«Alle Frauen sollen ihren Beruf ausüben können. Genauso wie Männer. Es braucht darum mehr Betreuungsplätze. Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, in die Krippe zu gehen. Wir müssen das Klischee von den Rabenmüttern endlich begraben. Mütter, die ihre Kinder in die Krippe geben, sind keine Rabenmütter. Die Krippe tut allen Kindern gut. Darum sage ich ja zur Kinderbetreuung.» Yvonne Müller, Zürich, Sozialarbeiterin

«Für mich als arbeitstätiges, alleinerziehendes Mami ist es besonders wichtig, dass mein Kind während meiner Arbeitszeit gut betreut ist. Bei uns im Quartier hat sich das glücklicherweise ideal ergeben: wir haben den städtischen Kindergarten und den Hort unter einem Dach. Für die zahlreichen alleinerziehenden Mütter und Väter im Kanton Zürich ist ein «Ja» zur Initiative Kinderbetreuung am 13. Juni ein Muss.» Sandra Nietlispach, Zürich, PR-Fachfrau

«Es ist endlich Zeit, dass es ein flächendeckendes ­Betreuungsangebot im Kanton Zürich gibt. ­Davon profitiert die ganze Gesellschaft. Früher, als ich noch ­berufstätig war, habe ich gesehen, wie schwierig es für geschiedene und alleinerziehende Arbeits­ kolleginnen war, Arbeit und Betreuung zu vereinbaren. Mit dem Stress soll nun Schluss sein. Darum ­sage ich am 13. Juni ja zur Kinderbetreuung.» Esther Brunner, Zürich, pensioniert


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Zürich-Schaffhausen | Nr. 2 | 4. Juni 2010

Agenda

Aktion der Unia Frauen in Zürich «Wenn Frau will, steht alles still». Unter diesem Titel fand am 14. Juni 1991 in der Schweiz der landesweite Frauenstreik statt. Über eine halbe Million Frauen gingen damals auf die Strasse, um gegen die vielfältige Diskriminierung von Mädchen und Frauen zu protestieren. Im nächsten Jahr liegt dieser eindrückliche Streik 20 Jahre zurück. An diesem Jahrestag zum Frauenstreik möchten wir mit eine Reihe Aktivitäten veranstalten und viele Frauen in Zürich fragen: Müssen wir Frauen wieder streiken? Immer noch werden Frauen in vielen Lebensbereichen benachteiligt; immer noch fehlt es am Willen und griffigen Massnahmen, die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann zu verwirklichen. Programm am Montag, 14. Juni 2010 7.30 bis 8.15 Uhr: Verteilaktion vor dem Zürcher Kantonsrat 8.15 bis ca. 10.30 Uhr: Präsenz auf Tribüne des Zürcher Kantonsrat 11 bis 16 Uhr: Standaktionen an verschiedenen Plätzen in der Stadt Zürich mit Abstimmungskarte «Müssen wir Frauen wieder streiken?»

Sektion

Bruno Bollinger im Unia-Sekretariat Schaffhausen mit anschliessendem Mittagessen. Anmeldungen an Basiskurs für VL, Unia, Pfarrweg 1, 8200 Schaffhausen.

Winterthur IG RentnerInnen Donnerstag, 12. August: Grillparty bei Max. Info und Anmeldung: Unia Seniorengruppe, Lagerhausstr. 6, 8400 Winterthur.

IG RentnerInnen Donnerstag, 17. Juni: Schifffahrt nach Eglisau. Donnerstag, 19. August: Grillplausch.

Sektion

Schaffhausen Samstag, 26. Juni, 9–13 Uhr: Unia – eine Mitmachgewerkschaft Basiskurs für Vertrauensleute mit

Informationen und Anmeldung: Unia-Sekretariat, Pfarrweg 1, 8200 Schaffhausen, Tel. 052 630 25 10

Marita De Olazabal, maria.jose.de.olazabal@unia.ch Tel: 044 296 18 18

Sektion

Zürich Samstag, 19. Juni: Sardinhada des Comites Portugues ab 16 Uhr im Gemeinschaftszentrum Grünau, Grünauring 18, 8064 Zürich.

Sonntag, 4. Juli ab 10 Uhr: Unias World Cup: Firmen-Fussballturnier im BC Albisrieden, Zürich. Bilde mit den Arbeitskolleginnen und Kollegen aus deinem Betrieb eine Fussballmannschaft! Anmeldeschluss 25. Juni, Infos und Anmeldekarten bei Unia Sektion Zürich, 044 296 18 18.

Fussball WM 2010 Südafrika – «Miir luaged au!!» «Public Viewing» im Unia Sekretariat Schaffhausen und Doku-Film über die Kampagne der Südafrikanischen Bauarbeiter Bei einem Bier und einigen Snacks wollen wir uns im Unia Sekretariat Schaffhausen folgende Spiele anschauen: ■

 2.06.2010 2 23.06.2010 ■ 24.06.2010 ■ 07.07.2010 ■

um um um um

20.30 20.15 20.15 20.15

Uhr Uhr Uhr Uhr

Sektion

Zürcher Oberland Donnerstag, 1. Juli: Sitzung der Albanischen Gruppe. Freitag, 2. Juli, 19.30 Uhr: Neumitglieder-Apéro im Sekretariat, Bahnstrasse 23, Uster. Samstag, 3. Juli, 9.30–16 Uhr: Schulungskurs für Vertrauensleute. Mittwoch, 14. Juli: Die Frauengruppe informiert sich und diskutiert zum Thema Vereinbarung von Beruf und Familie. Samstag, 17. Juli: Die Portu­ giesische Gruppe trifft sich zum Bowling in Wetzikon.

Ab 18 Uhr: Frauenbar im Restaurant Zeughaushof, Zürich Wenn wir an diesem Tag Stärke zeigen wollen, sind wir auf deine Hilfe angewiesen. Bitte melde uns bis spätestens 10. Juni 2010, ob du uns unterstützen kannst. Deine Kolleginnen sind auch herzlich willkommen.

Griechenland : Argentinien Ghana : Deutschland Kamerun : Niederlande das Halbfinale

In der Pause gibt es einen kurzen Dokumentarfilm über die Kampagne der Südafrikanischen Bauarbeiter, für bessere Arbeits- und Lohn- bedingungen.

Bitte für alle Anlässe persönliche Einladungen beachten!

IG RentnerInnen Dienstag, 15. Juni: Ausflug mit Schifffahrt von Schaffhausen nach Kreuzlingen mit Mittagessen auf dem Schiff. Donnerstag, 8. Juli: Besuch der Rheinsaline Riburg in Riburg/Möhlin. Auskunft und Anmeldung für alle Veranstaltungen: Manfred Glufke, Moosstrasse 53, 8630 Rüti, Tel. 055 240 43 94, maglu@bluewin.ch.

1. Mai in der Unia-Region Zürich-Schaffhausen

In Bülach spricht Cédric Wermuth, Präsident der Juso Schweiz.

1.-Mai-Umzug durch die Altstadt Schaffhausens.

Zürcher 1.-Mai-Demonstration gegen Abzocker.

1.-Mai-Demonstranten geben in Schaffhausen einen Tanz zum Besten.

Herausgeberin Verlagsgesellschaft work AG, Postfach, CH-8026 Zürich | In Zusammenarbeit mit Unia Region Zürich-Schaffhausen, Postfach 1544, CH-8026 Zürich, T 044 299 25 25, F 044 299 25 59, zuerich-schaffhausen @unia.ch | Redaktion Verena Aerne | Gestaltungs­ konzept ivony ltd, CH-8008 Zürich | Layout Bubenberg Druck- und Verlags-AG, CH-3007 Bern | Druck Ringier Print Adligenswil AG, CH-6002 Luzern

Demonstrationszug auf der Winterthurer Technikumstrasse.

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Rwzhsh2010 02  
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