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Rektorat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Dezernat Studienangelegenheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . Campus-Service-Center . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fakultät für Maschinenbau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik . . . . . . . . Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik . Fakultät für Informatik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fakultät für Mathematik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fakultät für Naturwissenschaften . . . . . . . . . . . . . . . . . Fakultät  für  Humanwissenschaften  . . . . . . . . . . . . . . . . . Fakultät für Wirtschaftswissenschaft . . . . . . . . . . . . . . IKAM - Institut für Kompetenz in AutoMobilität . . . . . . . IBZ - Internationales Begegnungszentrum . . . . . . . . . . . TTZ - Technologie-Transfer-Zentrum . . . . . . . . . . . . . . . . Forschungsgebäude Systembiologie (im Bau) . . . . . . . . .

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IMPRESSUM Herausgeber:

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Der Rektor

Gesamtherstellung: Fotografie:

ö_konzept, Halle (Saale) Archive der Universität Magdeburg und der jeweiligen Fakultäten; Medienzentrum (AVMZ); Ulrich Arendt, Karin Lange, Viktoria Kühne, Karoline Schröder, Melitta ­Dybiona; Technologie-TransferZentrum der Universität Magdeburg; Graduate School; Medizinische Universität Gdansk (S. 16); Robert Meinel (To beam or not to beam?, S. 19); Stefan Ludes (S. 20); Planungsbüro Rohling AG Architekten und Ingenieure (S. 24); Maria Kondratjuk, Detlef Schröder (fokus: LEHRE); Stefan Berger (FEIT, S. 46); Dirk Mahler (IKAM); Wolfgang Wohlgemuth/SIEMENS AG (VIERforES/Magische Linse); „Neurons“/fotolia (DZNE); Olaf Telle (Gruppenfoto Humanwissenschaften); IPT-Pergande GmbH/COGGY Kommunikation (Wirbelschichttechnologie); Bernd Liebl (CampusDays/Lange Nacht der Wissenschaft); Conrad Engelhardt (Guericke FM); Campus TV (Uni-Hochhauslauf); Kapitel Personalia: Sarah Koßmann/ Uniklinikum, Ulrike Gädke, Tim Wegner, ­Oleksii Sherepenko, Ole Friis, Landeshauptstadt Magdeburg; Andreas Lilienthal („Katja“/ Teddy­klinik); ö_konzept, Halle (Saale)

Auflage:

1.500

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde in einzelnen Textstellen allein die männliche Wortform zur Bezeichnung von Personen verwendet. Es wird ausdrücklich Wert auf die Feststellung gelegt, dass in diesen Fällen auch die zu dieser Personengruppe gehörenden Frauen und Mädchen gemeint sind.

ISBN 978-3-940961-87-7

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I nhalt

Vo rwo rt Rekto r ats ü ber g ab e

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4 T echnologietra nsfer M ed izintechnik  Wirbelschi cht t echnik  KAT-Netzwerk  Zephram Firmenkontak tmesse 10 . EMV-Indust rieseminar

97 99 10 1 10 3 10 5 10 7 10 9

5 der ca mp us wä chst Einleit ung bauen und Sanieren

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6 WISSENSCH AFT SKOM M UNIKAT IO N Wissenschaft am Wochenen d e Kinder-Uni öff ent li che vorlesungen Camp us Days

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7 Ca mp usleben Camp usKinderzimm er Uni-rad io und uni-TV Uni-Hochhauslauf

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1 C HRON I K 20 12 J ahr es ü ber bli ck J anuar  / Febr uar  / M ärz APRIL / MAI / J UNI  J ULI / AUGUST / SEPTEM BER OKTOBER / NOV EMBER / DEZEM BER

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2 STUD I UM / LEHRE / WEIT ERBILDUNG EInlei tu ng  Fo ku s Lehr e Otto -vo n-g u er i cke-lehrpreis Mento r ing  ÜBERSICHT lehr e Med i zinstu d i u m inter nati o nali s i erung Stu d i enangebote Stu d i eng änge mi t Profil Inter d i s zi plinar i tät D uales Stu d i u m Lehr e u nd Pr axi s  D o r othea- Er xleben-Professur

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3 Forschung EINLEITUNG  FORSCHUNGSp r o fi l / Gefördert e Pr o jekte Automoti ve D i g i tal E ng ineer in g Er neu er bar e E nergien Neu r o s ci ences  Dynami s che Systeme Med i zintechni k Wi r bels chi chttechnik  Wi rts chaftswi ss en schaft en Hu manwi ss ens chaft en D o cD ay d er G r aduate S chool D i ss ertati o ns pr ei s

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8 Persona li a  Berufungen 2 0 12  Ernennungen 2 0 12  Ehrungen 2 0 12 

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9 ZAhlen / Fa kten / Anha ng ENTWICKLUNG DER STUD IEREN D EN­ ZAHLEN GESAMT / FRAUENANTEIL /  INTERNATIONALE 2 0 0 0/0 1 –2 0 12 / 13  ANTEIL DER STUD IERENDEN IN FÄCHER­GRUPPEN  HERKUNFT DER STUD IERENDEN  ENTWICKLUNG DER STUD IEREN D EN­ ZAHLEN in d en Fak ultäten 2 0 02 /0 3 –2 0 12 /13  STUD IERENDE in d eR REgelstud ienzeit

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V orwort L iebe L eserinnen , liebe L eser !

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ie Erstellung eines Jahrbuchs ist für alle direkt daran Beteiligten zunächst einmal eine Rückschau. Für das Jahrbuch 2012 richteten sich unsere Blicke aber immer auch schon auf das Jahr 2013, das Jahr, in dem die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ihren 20. Geburtstag begeht. Die Veranstaltungen in diesem Jubiläumsjahr sollen zum Ausdruck bringen, wie sich die Universität selbst sieht: jung, dynamisch, leistungsbereit, wettbewerbsfähig, offen und neugierig – eigentlich durchweg Eigenschaften, die wir uns mit 20 Jahren auch zuschreiben dürfen. Und diesen „Spirit“ kann man sogar hören: Nach dem Campus TV haben wir seit 2012 mit dem Uniradio Guericke FM auch einen professionellen Radiosender, dessen Beiträge vollständig von unseren Studierenden produziert werden. Das Jahr 2012 war für die Universität Magdeburg ein sehr erfolgreiches Jahr. Die Attraktivität der Uni scheint ungebrochen: Die Bewerberzahlen erreichten einen neuen Höchststand und es haben sich im Oktober 2012 nur unwesentlich weniger Studierende immatrikuliert als im Vorjahr. Erfreulich dabei ist vor allem die nochmals deutlich gestiegene Anzahl internationaler Studierender. Sie sind ein guter Mix aus denjenigen, die nur ein oder zwei Semester bei uns verbringen wollen, und den Absolventen kompletter Studienprogramme. Die feste Verankerung von Auslandsaufenthalten in einigen Studiengängen zahlt sich nun aus. An der OVGU ist die Mobilität nach der Einführung von Bachelor und Master gestiegen. Auch in der Forschung konnten die Wissenschaftler der OVGU herausragende ­Erfolge verbuchen. Die wichtigsten Projekte werden wir Ihnen in diesem Jahrbuch näherbringen. Luft nach oben gibt es immer und wenn man 20 Jahre jung ist, gilt dies allemal. Fraglos ist die Universität Magdeburg mit 20 im Kreis der Erwachsenen angekommen, aber noch nicht so verfestigt, um sich nicht offen zu zeigen für Diskussionen und fundierte Empfehlungen hinsichtlich des zukünftigen Weges. Wer nicht unmittelbar in das Wissenschaftssystem involviert ist, unterschätzt vermutlich dessen hohe Dynamik und deren Auswirkung auf die Universitäten. Da wir keine Regionaluniversität sind, sein wollen und sein werden, betreffen uns nationale

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und internationale Entwicklungen unmittelbar. Wir gewinnen unsere besten Forscher teilweise aus dem Ausland, immer aber im Wettbewerb mit anderen Standorten. Erfahrene Ingenieure können wir als Hochschullehrer nur dann aus der Industrie an die Universität holen, wenn wir Forschungslabore bieten, die konkurrenzfähig sind. Der Zutritt zu Verbünden bleibt einer Universität verschlossen, wenn der zu liefernde Forschungsbeitrag den Verbund nicht stärkt. Mit der Inbetriebnahme des Instituts für Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) im März 2012 hat die Universität erneut dokumentiert, dass sie auch regional Forschungs- und Entwicklungsaufgaben übernimmt. Wir sind bereit, für unsere Partner und das Land eine entscheidende Rolle in der ökonomischen und gesamtgesellschaftlichen Entwicklung wahrzunehmen. Ende 2012 wurde die Landeshauptstadt Magdeburg zur dynamischsten Großstadt Deutschlands gekürt. Egal, wie man solche Erhebungen bewertet, ein Fingerzeig ist es allemal, und ganz sicher hat die Universität zu dieser Entwicklung einen wesentlichen Beitrag geleistet. Das Ausscheiden von Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann nach 14 Jahren aus dem Rektoramt und der damit verbundene Rektoratswechsel im Oktober war für die Universität ein wichtiges Ereignis im Jahr 2012. Ich persönlich freue mich, dass ich den Weg der Uni in den kommenden Jahren mitgestalten darf. Verlaufen werden wir uns ganz sicher nicht, denn die erfolgreichen letzten Jahre haben unseren Orientierungssinn geschärft. Genießen Sie die Bilder dieses Jahrbuchs, informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen und erfreuen Sie sich an den kleinen und großen Geschichten, die unsere Universität im vergangenen Jahr geschrieben hat. Viel Spaß bei der Lektüre wünscht Ihr

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan Rektor


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R ektorats ü bergabe

neu in amt und w ü rden : P rof. D r . - I ng . J ens S trackeljan Der Rektoratswechsel an der Universität Magdeburg „Die Otto-von-Guericke-Universität war in den letzten 14 Jahren in sehr guten Händen, und sie wird in den kommenden vier Jahren in sehr guten Händen sein“, so Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff bei der Investitur des designierten Rektors, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. Auf einem Festakt in der Magdeburger Johanniskirche am 26. September 2012 übergab der scheidende Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, nach 14 Jahren die Amtskette an seinen Nachfolger. Seit 1. Oktober 2012 steht der 50-jährige Ingenieur an der Spitze der OVGU und lenkt gemeinsam mit zwei Prorektoren, einer Prorektorin und dem amtierenden Kanzler die Geschicke der Universität Magdeburg. „Von Anfang an habe ich mich vom Vertrauen der Universität getragen gefühlt. Das hat mir die Stärke gegeben, die das Amt von den Befugnissen her gar nicht hat. Das war richtig schön und dafür bin ich sehr, sehr dankbar. Bitte bringt dieses Vertrauen genauso Jens Strackeljan entgegen.“ Anschließend nahm der designierte Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan die Ernennungsurkunde aus den Händen der Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. ­Birgitta Wolff, entgegen. In seiner Antrittsrede sprach Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan die künftigen Herausforderungen an die Universität durch veränderte Vorgaben der Politik an. Die Universität Magdeburg müsse künftig einen guten Mix aus hervorragender Grundlagenforschung und angewandter Forschung, die auch Transferaufgaben erfüllt, gestalten. Gute Forschung heiße auch, für Studierende attraktiv zu sein. „Der Kampf um die besten Köpfe macht um die Universität Magdeburg keinen Bogen. Wir müssen uns der Herausforderung einer immer heterogener werdenden Studierendenschaft stellen und um sie werben. Eine erfolgreiche Ausbildung ist und bleibt die Grundlage für eine ausreichende Nachfrage unserer Studienplätze für die Landeskinder sowie für nationale und internationale Bewerber.“

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560.000 Kilometer fuhr Prof. Dr. Pollmann für Dienstgeschäfte kreuz und quer durchs Land. Das sind pro Jahr rund 40.000 Kilometer. Damit umrundete er während seiner Amtszeit 14 Mal die Erde entlang des Äquators.

2.759 Promotionsverfahren wurden seit Prof. Dr. Pollmanns Amtsantritt im Jahre 1998 an der OVGU abgeschlossen.

29 Reisen führten Prof. Dr. Pollmann zu Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in aller Welt. Die Länder seiner Agenda: Ägypten, China, Kuba, Israel, Italien, Japan, Mosambik, Oman, Polen, Portugal, die Russische Föderation, Saudi-Arabien, Schottland, die Slowakische Republik, Sibirien, Syrien, die Ukraine, Ungarn, die USA und die Türkei sowie Vietnam.

40.071 Studienanfänger begrüßte Prof. Dr. Pollmann im Laufe seiner Amtszeit an der OVGU.

160 Senatssitzungen leitete Prof. Dr. Pollmann in seinem Amt als Rektor – von Oktober 1998 bis September 2012. Während dieser Sitzungen wurden 2.343 Senatsbeschlüsse gefasst.

160 Millionen Euro wurden während der Amtszeit Prof. Dr. Pollmanns für den Neubau und die Sanierung von Gebäuden auf dem Campus der OVGU ausgegeben, weitere 25 Millionen Euro für die Realisierung von kleinen Um- und Ausbauvorhaben. Rund 29 Millionen Euro wurden für die Werterhaltung der Gebäude und baulichen Anlagen aufgewendet.

16.500 Kinderstudenten besuchten seit 2003 die Kinder-Uni Magdeburg. In insgesamt 69 Vorlesungen begeisterten die Dozenten die wissbegierigen Kinder im Alter zwischen 8 bis 12 Jahren mit spannenden Vorträgen und Experimenten aus der Wissenschaft.

T ypisch P ollmann … Prof. Pollmann ist eine charismatische Persönlichkeit, ein Historiker mit analytischen Fähigkeiten, für die Universität wertvoll und profilbildend, immer interessiert und ansprechbar, ein aufmerksamer, einfühlsamer Zuhörer. Er ist zuverlässig und Vertrauen stiftend, sein Handeln wirkt erfahrungsgetragen, er ist immer diplomatisch und zukunftsorientiert. Elke Glistau, Fakultät für Maschinenbau … seine Pünktlichkeit. Jens Kalina, Dezernat Zentrale Dienste (Fahrzeugeinsatz) Ich wünsche mir, dass sich der neue Rektor genauso engagiert einsetzt wie der bisherige und damit die Universität weiter stärkt. Jan Hülsemann, Medizinische Fakultät, Universitätsklinikum … ein Sportlerherz in der Brust eines Historikers … Mario Damerow, Sportzentrum … er kann engagiert, mit Freude und persönlich sprechen … man sieht, dass er fühlt, was er ausdrücken möchte … Eugenia Saorin Gomez, Fakultät für Mathematik Die Präzision des Denkens schlägt sich in der Präzision der Sprache nieder. Winfried Marotzki, Fakultät für Humanwissenschaften Prof. Pollmann war stets ein sehr interessierter Gast in der Universitätsbibliothek, der sich mit viel Engagement für die Lösung sowohl von kleinen als auch größeren Problemen der UB einsetzte. Eckard Blume, Universitätsbibliothek … sein bedachtes Auftreten. Er hat immer ein offenes Ohr und immer Mitarbeiter (auch auf der ­Straße) erkannt und mit Namen persönlich angesprochen … Bernhard Brem, Fakultät für Naturwissenschaften

1.484 Internationale Studierende nahmen zum Wintersemester 2011/12 ein Studium an der OVGU auf.

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CHRONIK 2012

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J ahres ü berblick J anuar /  F ebruar /  M ä rz A P R I L  /  M A I  /  J U N I J U L I  /  A U G U S T  /  S E P T E M B E R O K T O B E R  /  N O V E M B E R  /  D E Z E M B E R


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CHRONIK 2012 J anuar /  F ebruar /  M ä rz Rettungswagen ASTER: Das zweijährige Entwicklungsprojekt wird mit ca. 1,5 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Wachstumskern Potential“ gefördert.

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Die Theatergruppe „Der Schrank“ präsentierte „Die Wanze“.

Die mutigen Blutspender

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„Der Schrank“ ließ die Wanzen krabbeln Die studentische Theatergruppe „Der Schrank“ der Uni Magdeburg brachte die satirische Komödie „Die Wanze“ auf die Bühne des Projekt 7 des Uni-Campus. Das Stück des russischen Futuristen Wladimir Majakowski entführt sein Publikum ins Jahr 1929: Arbeiter Iwan wird durch einen Unfall eingefroren und 50 Jahre später wieder aufgetaut. Mit ihm zusammen wird eine kleine Wanze aus dem Eisblock befreit. Iwan erwacht in einer Welt, die er nicht mehr versteht – und mit ihm erwachen auch überwunden geglaubte Verhaltensmuster, die nun alle anzustecken scheinen. Sie werden symbolisiert durch die kleine Wanze – Majakowskis Form der Kritik an der Entwicklung der sowjetischen Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert. „Der Schrank“ ist spezialisiert auf Komödien und Satiren der russischen Literatur – insofern sorgte auch diese Inszenierung für kräftigen Applaus.

Blut für Bier Auch ohne Doktortitel Leben retten, durch das Spenden von Blut – dazu hatte der Fachschaftsrat der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik am 25. Januar seine Kommilitonen aufgerufen. Viele folgten dem Aufruf. Erstspender erhielten von der Blutbank jeweils eine Vampirtasse und einen Kinogutschein, die alten Hasen unter den Spendern hingegen je 15 Euro. Doch das Beste: Am Abend nach der Blutspende wurde gemeinsam gegrillt – alles mit dem Ziel, Erstspendern die Angst vor der Nadel zu nehmen, sie für das Thema zu sensibilisieren und sie zu ermutigen, den vielerorts so dringend benötigten Lebenssaft zu spenden. Wir sagen: Dank an alle Spender! Und Prost!

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Rettungswagen der Zukunft: ASTER Wenn Menschen plötzlich der Schlag trifft, dann kommt es bei der medizinischen Versorgung auf jede Minute an – denn beim Schlaganfall sterben Hirnzellen kontinuierlich ab. Für die Akutversorgung gilt daher das Motto „Time is brain“. Doch die Behandlung kann nur mit Expertenwissen erfolgen, das es wiederum nur in teils weit entfernten Schlaganfallspezialkliniken gibt. Damit Patienten künftig dennoch am Notfallort vom Fachwissen eines Spezialisten profitieren und keine Minute ungenutzt verstreicht, wird seit Januar an der OVGU ein Rettungswagen mit modernster telemedizinischer Ausrüstung entwickelt: ASTER – Akut-Schlaganfall-Telemedizin im Rettungswagen. Auf diese Weise werden die Einsatzkräfte bei der Entscheidung, wie der Patient optimal behandelt werden soll, künftig per Telemedizin von einer Expertenzentrale unterstützt.

Kluge Köpfe – keine Kinder? Wie lassen sich Studium und Kindererziehung unter einen Hut bekommen? Um Antworten zu finden, lud das Familienbüro der OVGU zu einer Ausstellungseröffnung mit Podiumsdiskussion in die Medizinische Zentralbibliothek ein. Auf dem Podium diskutierten Vertreter der Hochschulleitung, Professoren sowie Familienbeauftragte der OVGU über die Aspekte einer familienfreundlichen Uni und inwiefern die OVGU dahingehend weiter optimiert werden kann. In der Ausstellung selbst präsentierten studierende Eltern, Führungskräfte und Beschäftigte, wie Studium bzw. Beruf und Kinder koordinierbar sind: Fotos und Interviewausschnitte dokumentierten Erfolgsgeschichten, kleinere Krisen und Hindernisse im Hochschul- und Familienalltag. Das Fazit: Familie schließt eine Karriere an der OVGU auf keinen Fall aus.


Nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrages im Rektorat der Medizinischen Universität Gdansk: Prof. Anna Katharina Braun, Prof. Janusz Morys, PD. Dr. Tomasz Gos (v.l.n.r.).

FEBRUAR Die reale Welt reell betrachten Wie lassen sich geometrische und algebraische Probleme in der Modellierung des Realen mittels reeller Zahlen lösen? Antworten liefert die reelle Geometrie und Algebra – eine ziemlich innovative und noch sehr junge Disziplin der Mathematik. Um die neuesten Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet zu diskutieren, veranstaltete die Fakultät für Mathematik vom 20.–24. Februar an der OVGU den internationalen Workshop „Emerging Developments in Real Algebraic Geometry: Positivity, Convexity, NC-Geometry, Optimization“. Vor allem erfolgversprechenden jungen Wissenschaftlern war hiermit eine Plattform zum wissenschaftlichen Austausch geboten. Insgesamt folgten gut 70 Wissenschaftler aus aller Welt der Einladung nach Magdeburg.

Workshop indischer und deutscher Verfahrenstechniker Das Institut für Verfahrenstechnik der Uni Magdeburg und das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg veranstalteten gemeinsam mit dem Indian Institute of Technology Madras aus Chennai den 2. IndoGerman Workshop „Advances in Reaction and Separation Processes“ in Bad Herrenalb. Ziel des Workshops war es, die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse auf den Gebieten der Thermodynamik, Trenntechnik, Reaktionstechnik sowie System- und Regelungstechnik zu diskutieren und Kooperationen zu planen. Die Veranstaltung bot gerade auch jüngeren indischen und deutschen Wissenschaftlern eine spannende Plattform und die Möglichkeit, persönliche Bekanntschaften zu machen.

Kooperationen im Sinne des emotionalen Gehirns Anfang Februar wurde ein Kooperationsvertrag zwischen der Fakultät für Naturwissenschaften der OVGU und der Medizinischen Universität Gdansk, Polen, unterzeichnet. Der Vertrag besiegelt die langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Biologie an der OVGU und dem Forensischen Institut der Medizinischen Universität Gdansk. Die Kooperationsprojekte befassen sich mit Untersuchungen zum Einfluss von frühkindlichen emotionalen Erfahrungen, wie z. B. vor- und nachgeburtlichem Stress oder mütterlicher bzw. väterlicher Fürsorge, auf die Entwicklung von Gehirn und Verhalten. Darüber hinaus werden in Kooperation mit der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der OVGU die neuronalen Veränderungen im Gehirn von Suizid-Opfern erforscht. Durch den Vertrag werden auch in Zukunft die bestehenden Kooperationen intensiviert.

Studierende, werdet Ausstellungsmacher! Bisher kamen durch die Zusammenarbeit des Kulturhistorischen Museums Magdeburg (KHM) mit der OVGU pro Semester bis zu 70 Studierende des Instituts für Geschichte aktiv in Kontakt mit dem KHM und konzipierten dort teilweise auch Ausstellungen. Um diesen Ansatz künftig weiter auszubauen, unterzeichneten das KHM und das OVGU-Institut für Geschichte eine Kooperationsvereinbarung. Schwerpunkt der Zusammenarbeit: Das Konzipieren von Ausstellungen, neuen Lehrveranstaltungsformaten sowie Angeboten der Museumspädagogik – alles für einen intensiveren Praxisbezug Studierender sowie für eine Attraktivierung des Geschichtsstudiums.

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In diesem Jahr soll es vor allem die Landesausstellung „Otto der Große und das Römische Reich“ sein, in die sich Studierende und Wissenschaftler der OVGU einbringen werden.

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CHRONIK 2012 J anuar  /  F ebruar /  M ä rz Forschen für die Zukunft der Automobilindustrie: das IKAM. An der Einweihung des Neubaus nahmen gut 250 Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik teil. Rund 12 Mio. Euro wurden in das Gebäude und seine technische Ausstat-

MÄRZ

tung investiert.

IKAM – neue Wege für den Technologie-Transfer Am 21. März wurde auf dem Campus der OVGU der Neubau des Instituts für Kompetenz in AutoMobilität, kurz IKAM, eingeweiht – ein weiterer Meilenstein im Gesamtaufbau des Instituts. Das IKAM wird seine Arbeit auf die vier Zukunftsfelder Antriebstechnik, Elektromobilität, Leichtbau sowie Mess- und Prüftechnik konzentrieren. Den Grundstein für den Neubau legte einerseits der Forschungsschwerpunkt Automotive, in dem alle vier Ingenieurfakultäten der Universität seit Jahren erfolgreich eng mit der Industrie kooperieren, und andererseits die große Zahl von kleinen und mittleren Unternehmen im Land Sachsen-Anhalt, die als Zulieferer in der Automobilbranche agieren. Die Verzahnung der OVGU mit dem IKAM wird den Wissens- und Technologietransfer von der Wissenschaft in die Automobil- und Zuliefererindustrie weiter befördern – die Chance für eine Innovationsführerschaft der OVGU.

Die OVGU war bereis das 20. Mal auf der CeBIT in Hannover vertreten – der weltgrößten Messe für Informationstechnologie.

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OVGU goes CeBIT Die Uni Magdeburg präsentierte auf der CeBIT innovative IT-Produkte, wie bspw. eine Produktbeschreibungssprache für eine bisher unerreichte Suchgenauigkeit im Internet oder Software-Lösungen für ein effektives Literaturmanagement. Am Messestand der Siemens Enterprise Communications & Co. KG unterzeichneten der Rektor der OVGU und die Siemens AG außerdem eine Kooperationsvereinbarung. Im Fokus der Vereinbarung: Die Unterstützung leistungsstarker Studierender als auch die Zusammenarbeit in der Lehre. Insofern gestalten beide Partner künftig gemeinsam Angebote für Lehrinhalte, Praktika sowie die Betreuung der Abschlussarbeiten.

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Legende der Psychoanalyse zu Gast an der OVGU „Eifersucht, Neid und Ressentiment – eine unheilige Dreieinigkeit in Familie und Gesellschaft“ – unter diesem Titel hielt der weltweit geschätzte Psychoanalytiker Prof. Dr. Léon Wurmser die Otto-vonGuericke-Vorlesung. Prof. Wurmser war einer der ersten Analytiker in der Geschichte der Psychoanalyse nach Freud, der das Dogma der Nichtbehandelbarkeit schwerster Borderline-Persönlichkeitsstörungen durch die Psychoanalyse nicht mehr akzeptierte und durch zumindest partiell erfolgreiche Behandlungen widerlegen konnte. Die Otto-von-Guericke-Vorlesung ist eine Veranstaltungsreihe, bei der international renommierte Persönlichkeiten ganz unterschiedlicher Disziplinen vielbeachtete Vorträge einer interessierten Öffentlichkeit präsentieren.

ZEIT-Debattierturnier: Der Kick der Konter In Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung DIE ZEIT veranstalten Debattierclubs aus ganz Deutschland regelmäßig an wechselnden Orten Debattierwettkämpfe: die sogenannten ZEIT DEBATTEN – ein Juwel studentischer Streitkultur. Im rhetorischen Ringen um die besten Argumente hatte nun der Debattierclub Magdeburg e. V. die schlagkräftigsten Redner verschiedener Universitäten in die Ottostadt eingeladen. Debattiert wurden aktuelle Themen aus Politik, Gesellschaft und Kultur, über mehrere Runden hinweg – und nach strengen Regeln. Denn das zu debattierende Thema wird stets nur wenige Minuten vor der eigentlichen Austragung bekannt gegeben. Gewonnen hatte, wer in puncto Inhalt, Methode und Auftreten die studentische Fachjury überzeugte.


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CHRONIK 2012 A P R I L  /  M A I  /  J U N I Hat die ersten Testfahrten über 400 km bereits erfolgreich absolviert: EDITHA – der umgerüstete Smart.

A P R il Umgerüsteter Smart: EDITHA In einer sehr kurzen Entwicklungszeit, von Juli 2011 bis April 2012, haben Forscher der Fakultät für Maschinenbau einen konventionellen Smart umgerüstet – durch die Entwicklung eines innovativen Motor- und Batteriekonzepts mit elektrifiziertem Antriebsstrang. EDITHAs Alleinstellungsmerkmal: Ein eigenständiges Antriebssystem. Die Systemkonfiguration der mechanischen und mechatronischen Elemente sowie die grundlegende Systemkonfiguration wurden an der Uni Magdeburg entwickelt, die Umsetzung des Batteriemanagementsystems und die steuerungstechnische Anpassung des Fahrzeuges übernahm ein Kooperationspartner. Besonderen Wert legten die Entwickler auf konsequente Gewichtsminimierung der verbauten Teile und eine energieeffiziente Umrüstkonstruktion. Der Prototyp wird zur Erprobung der Alltagstauglichkeit von Elektromobilität in Magdeburg und Europa unterwegs sein. Die Umsetzung in die Serienfertigung ist in Vorbereitung.

„masterwiki“ ist eine deutschlandweite Datenbank, in der Bachelorabsolventen ihre Erfahrungen bei der Bewerbung für Masterstudienplätze eintragen können. Das soll helfen, Bewerbungsprozesse für Masterstudiengänge transparenter zu gestalten und Schwächen in den Bewerbungsverfahren aufzudecken. Mehr Infos auf:

Dank „masterwiki“ „Ort im Land der Ideen“ Mit ihrem Onlineportal „masterwiki“ gehört die Uni Magdeburg in der Kategorie Bildung zu den Preisträgern des gemeinsam von Wirtschaft und Bundesregierung initiierten Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“, der nachhaltige Projekte zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands auszeichnet. Die Auszeichnung wurde am 12. April durch die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ und durch die Deutsche Bank an die Gründer und Alumni der OVGU vergeben – und somit ihre Innovation, ihr Erfindergeist und Einfallsreichtum gewürdigt.

www.masterwiki.de

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KVINNA ging in die zweite Runde KVINNA ist ein Mentoringprogramm, bei dem jüngere weibliche Nachwuchskräfte gezielt gefördert werden. Über 50 Studentinnen, Absolventinnen und Doktorandinnen hatten sich für den zweiten Durchlauf dieses Mentoringprogramms beworben. 22 von ihnen wurden für das Projekt ausgewählt und hatten von nun an die Möglichkeit, ihre Karriere mithilfe der Programmmodule Mentoring, Training und Networking aktiv zu gestalten. Als Mentoren für das Projekt konnten neben etablierten Wissenschaftlern der OVGU erstmals auch Wirtschaftsvertreter aus Unternehmen mit Sitz in Magdeburg sowie Bildungsträger und Vereine gewonnen werden.

To beam or not to beam? Ingenieurinformatiker Dr. Hubert Zitt, bekennender Star-Trek-Fan und Dozent an der Fachhochschule Zweibrücken in Kaiserslautern, hielt an der OVGUFakultät für Elektrotechnik erneut eine Vorlesung der besonderen Art: In Star-Trek-Uniform referierte er über die Antriebstechnologie des Raumschiffs Enterprise und beantwortete seinen humanoiden Gästen Fragen, wie: Wie viele Daten müssen beim Beamen von einem Menschen erfasst werden? Mit welcher Übertragungsgeschwindigkeit müssen diese Daten zum Zielort übertragen werden? Wie funktionieren die Heisenberg-Kompensatoren, was passiert im Musterpuffer? Und wie weit sind wir heute überhaupt davon entfernt, Menschen zu beamen?


MAI Entwurf für das Forschungs­ verfügungs­g ebäude der Systembiologie

Rektoratswechsel Mit großer Mehrheit im 1. Wahlgang wurde Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Jahrgang 1962, am 16. Mai vom erweiterten Senat der Universität Magdeburg zum neuen Rektor gewählt. Die Amtszeit des neuen Rektors: 1. Oktober 2012 bis 30. September 2016. Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan trat mit der Wahl in die Nachfolge von Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, der die Hochschule 14 Jahre lang geleitet hatte. Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan war in den vergangenen zwei Jahren maßgeblich am Aufbau des Instituts für Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) beteiligt. Seine Forschungsschwerpunkte: Lineare und nichtlineare Rotor- und Schwingungsmechanik, Stabilität schnell drehender Rotorsysteme, Schwingungsdiagnostik und Zustands­überwachung rotierender Maschinenkomponenten. Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan ist verheiratet und hat vier Kinder.

OVGU Spitzenreiter bei den Deutschlandstipendien Mit der Vergabe von weiteren 24 Deutschlandstipendien erhöht sich die Zahl der Stipendiaten an der Universität Magdeburg auf 74! Damit hat die OVGU bereits über die Hälfte der vom Bund und durch private Unternehmen finanzierten 137 Stipendien an besonders begabte und engagierte Studierende vergeben können. Die OVGU ist insofern die Hochschule mit den meisten Deutschlandstipendiaten in Sachsen-Anhalt. Von den Deutschlandstipendien profitieren Studierende und Unternehmen gleichermaßen: Die Studierenden erhalten eine finanzielle Förderung in Höhe von je 300 Euro monatlich, die fördernden Unternehmen hingegen können dadurch frühzeitig Kontakte zu potentiellen Fachkräften knüpfen.

Grundsteinlegung für die Systembiologie Mit der Grundsteinlegung für das Forschungsverfügungsgebäude der Systembiologie wird der Campus der Uni Magdeburg künftig um ein hochmodernes Gebäude erweitert. Bis Ende 2013 soll das vierstöckige Labor- und Bürogebäude des Forschungszentrums „Dynamische Systeme – Biosystemtechnik“ auf dem Gelände am Pfälzer Platz entstehen. Auf einer Nutzfläche von über 2.545 m2 werden 175 Wissenschaftler und Mitarbeiter bestens ausgestattet auf dem Gebiet der Systembiologie und Biosystemtechnik experimentieren und forschen. Die Systembiologie liegt an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin, den System- und den Ingenieurswissenschaften. Die Wissenschaftler versprechen sich von ihrer Arbeit neue Erkenntnisse bei der Aufklärung der Lebensprozesse und Krankheitsmechanismen.

Was gab's Neues im All? Die deutschen Wissenschaftler der deutschchinesischen Raumfahrtmission Shenzhou-8 – der Weltraumbiotechnologe Prof. Oliver Ullrich und die Medizinerin Prof. Daniela Grimm – präsentierten erstmals die Ergebnisse ihrer Mission auf einem Symposium an der OVGU. Das Hauptziel der Magdeburger Experimente während des Shenzhou8-Raumfluges war es zu erforschen, ob und wie menschliche Immunzellen und Schilddrüsenzellen reagieren, wenn sie realer Schwerelosigkeit ausgesetzt sind. Das Besondere: Bei der Mission hatte die chinesische Raumfahrt-Organisation CMSEO erstmals mit einer anderen Nation kooperiert und zum ersten Mal durften ausländische Wissenschaftler das Kosmodrom Jiuquan betreten und dort arbeiten.

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CHRONIK 2012 A P R I L  /  M A I  /  J U N I Weltweit gut im Sattel: Jörg Schindelhauer

JUNI

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Wird aus Lärm zukünftig Sound? Automobilexperten präsentierten auf dem „7. Motorund Aggregate-Akustik-Symposium“ des Instituts für Mobile Systeme der OVGU neueste Forschungsergebnisse zur Akustik und Lärmbekämpfung von Fahrzeugantrieben. Auf der Tagung diskutierten hierüber Wissenschaftler und Ingenieure gemeinsam mit Vertretern führender Unternehmen aus der Automobilindustrie als auch der Zuliefererindustrie. Neben den gesetzlichen Randbedingungen und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von Fahrzeugantrieben war die subjektive Geräuschwahrnehmung ein weiterer Schwerpunkt der Tagung. Geräuschbekämpfungstechnologien wurden ebenso vorgestellt wie erfolgreiche akustische Maßnahmen an Verbrennungsmotoren.

Der Mann, der das Rad neu erfand zu Gast bei „Couch & Guests“ Bei der 11. Ausgabe der universitätseigenen LateNight-Show „Couch & Guests“ des Campus TV war der OVGU-Alumnus und erfolgreiche Firmengründer der Schindelhauer-Bikes zu Gast: Jörg Schindelhauer. Nach seinem Ingenieurstudium an der Uni Magdeburg hatte er eine Fahrradmanufaktur gegründet, die Hightech-Räder herstellt und diese mittlerweile in der ganzen Welt erfolgreich verkauft. Die preisgekrönten Schindelhauer-Bikes arbeiten mit ganz speziellen technischen Lösungen, wie etwa einem Zahnriemenantrieb, und sind sehr puristisch designt. In der Sendung gaben die Moderatoren der Show einen Einblick in die Arbeit der Manufaktur und stellten die Frage nach der Zukunft des Fahrrads.

Klassenzimmer der Zukunft: Kreide war gestern! E-Toys für die Vorschulkinder, E-Books und Augmented Reality oder White Boards für Grundschüler sowie digitale Lernwerkzeuge für die Abiturvorbereitung – für künftige Generationen wird das selbstverständlich sein. Die Fakultät für Informatik der Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg präsentierte im Rahmen der Langen Nacht der Wissenschaft viele innovative Lehr- und Lerntechnologien. In fiktiven Schulstunden konnten interessierte Besucher erfahren, wie diese Neuentwicklungen den Schulalltag und die Rolle des Lehrers in Zukunft beeinflussen werden.

Zweites Campuskinderzimmer an der OVGU! Das Campuskinderzimmer der Uni Magdeburg bietet ein zusätzliches Betreuungsangebot für Kleinkinder! Im Mitarbeiterwohnheim auf dem Medizinercampus Leipziger Straße betreuen seit Anfang Juni ausgebildete Tagesmütter und Erzieherinnen stundenweise den akademischen Nachwuchs, um den Eltern eine möglichst reibungslose Vereinbarung von Studium bzw. Beruf und Familie zu ermöglichen. Die Betreuung von Kindern Studierender ist kostenlos. Beschäftigte zahlen pro Betreuungsstunde 5 Euro. Jedes Kind kann pro Woche maximal sechs Stunden betreut werden.

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CHRONIK 2012 J U L I  /  A U G U S T  /  S E P T E M B E R Stefan Langer, Jöran Beel und Marcel Genzmehr (v.l.n.r.) erzielten im ego.-Bussinesplanwettbewerb den 2. Platz in der Kategorie Wissenschaft für ihr Konzept zur Entwicklung der Literaturverwaltungsoftware „Docear“.

JULI Rekordbeteiligung am 33. Internationalen Uni-Sprachferienkurs Für den Internationalen Hochschulferienkurs an der Uni Magdeburg hatten sich so viele Teilnehmer angemeldet wie nie zuvor: 44 Studierende aus 15 Nationen! Vom 30. Juli an vier Wochen lang waren die jungen Männer und Frauen aus allen Teilen der Welt auf dem Uni-Campus zu Gast, um im Sprachenzentrum der OVGU die deutsche Sprache zu erlernen und um die Universität, die Landeshauptstadt Magdeburg, die Region und Landeskultur kennenzulernen: Neben täglichen Unterrichtsstunden und sprachpraktischen Übungen konnten die Teilnehmer ihre Lernfortschritte bei Exkursionen und Ausflügen testen. So standen ein Besuch des Völkerschlachtdenkmals in Leipzig, eine Exkursion in das Pergamonmuseum Berlin, der Besuch des MDR-Landesfunkhauses oder ein Ausflug in den Harz auf dem Programm.

Das Projekt „Von Generation zu Generation: Den Teufelskreis der Traumatisierung verstehen und durchbrechen“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung über die nächsten drei Jahre mit insgesamt 2,1 Millionen Euro gefördert.

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Forschungsprojekt: Missbrauch von Kindern und Jugendlichen Wissenschaftler der Uni Magdeburg erforschen im Rahmen eines BMBF-Forschungsverbundprojektes neurobiologische Mechanismen der Übertragung von Verhaltensstörungen, die durch Missbrauch, Vernachlässigung und Traumatisierung im frühen Kindesalter entstehen. Mit einer Pressekonferenz an der Berliner Charité startete das gemeinsame Forschungsvorhaben unter dem Titel „Von Generation zu Generation: Den Teufelskreis der Traumatisierung verstehen und durchbrechen“. Neben den Neurobiologen der Uni Magdeburg sind Psychologen und Psychiater der Berliner Charité, des Universitätsklinikums Heidelberg und des Universitätsklinikums Aachen an der groß angelegten Studie beteiligt.

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OVGU-Absolventen Gewinner beim landesweiten Businessplanwettbewerb Gleich zwei Gründerteams aus der OVGU gewannen mit ihren Businessplänen im landesweiten Businessplanwettbewerb ego.-BUSINESS. Im Bereich Soziales konnte sich Josephin Kriemann über den 1. Platz und ein Preisgeld von 5.000 Euro freuen. Kriemann hatte sich als psychologische Sachverständige am Familiengericht freiberuflich selbstständig gemacht. Sie arbeitet in Scheidungs- und Sorgerechtsstreitigkeiten mit den Eltern an einvernehmlichen Lösungen zum Wohle der Kinder. Jöran Beel, Stefan Langer und Marcel Genzmehr hingegen, von der Fakultät für Informatik, erzielten den 2. Platz in der Kategorie Wissenschaft – für ihre innovative Software Docear. Docear richtet sich an Wissenschaftler und unterstützt diese beim Suchen, Verwalten und Erstellen von Literatur. Ein Juror erklärte, das Konzept gehöre mit zu den besten Businessplänen, die er je gelesen habe.

Wörter und Wendungen rund ums liebe Geld: Der Finanzwortschatz und seine Geschichte(n) Warum nennt man Geld auch Moos oder Knete? Woher kommen Münzbezeichnungen wie Heller oder Groschen? Prof. Armin Burkhardt von der Uni Magdeburg ging in einem Vortrag diesen Fragen auf den Grund, zu dem die Gesellschaft für deutsche Sprache und das Institut für Germanistik eingeladen hatten. Der Vortrag beschäftigte sich v. a. mit den im Alltag gebräuchlichen Wörtern und Wendungen, die Geld, Münzen, Währungen sowie Anlage- und Bezahlvorgänge bezeichnen. Im Zentrum der Betrachtung standen dabei Herkunft bzw. Entstehungsgeschichte der betreffenden Sprachzeichen sowie ihre Bedeutungsentwicklung.


Entwurf des neuen Hörsaals vom Planungsbüro Rohling AG Architekten und Ingenieure

AUGUST Neue Wege zum Medizinstudium Erstmals fand in Magdeburg ein naturwissenschaftlicher Auswahltest für Medizinbewerber statt! Eingeladen waren gut 400 vorausgewählte Bewerber mit den besten Abiturnoten, die sich zudem mit erster Präferenz in Magdeburg als Studienort beworben hatten – und 191 Studienplätze galt es zu vergeben. 60 % davon waren bisher – nach Abzug von Vorabquoten, wie Härtefall, Ausländer, etc. – immer nach dem Auswahlkriterium Abiturnote vergeben worden. Da die Abiturnoten in den Gymnasien der einzelnen Bundesländer aber nicht ohne Weiteres vergleichbar sind, hatte sich die Medizinische Fakultät Magdeburg entschieden, erstmals einen schriftlichen Test durchzuführen – den HAM-Nat, einen Multiple-Choice-Test mit Fragen zu medizinisch relevanten Aspekten der Fächer Mathematik, Physik, Chemie und Biologie. Bewerber mit hervorragenden naturwissenschaftlichen Kenntnissen erhöhten dadurch ihre Zulassungschancen.

Die Begrüßung der „Neuen“ im Uniklinikum Im voll besetzten Zentralen Hörsaal der Medizinischen Fakultät der Magdeburger Uni wurden am 16. August 2012 die neuen Schülerinnen und Schüler des Ausbildungszentrums für Gesundheitsfachberufe des Universitätsklinikums durch das Lehrerkollegium herzlich begrüßt. Die Freude über den erhaltenen Ausbildungsplatz stand den 93 jungen Leuten ins Gesicht geschrieben. Sie werden künftig in der Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Krankenpflegehilfe sowie in der Medizinisch-technischen Laboratoriumsassistenz und Medizinisch-technischen Radiologieassistenz tätig sein.

Bauen für bessere Lern- und Lehrbedingungen Pünktlich mit Beginn der Semesterferien starteten auf dem Campus der OVGU umfangreiche Bau- und Sanierungsarbeiten. So wurde mit den Fundament­ arbeiten für den dringend benötigten Hörsaalneubau auf dem Gelände an der Zschokkestraße begonnen. 300 Studierende werden bereits ab dem Wintersemester 2013 in einem mit modernster Medientechnik ausgestatteten Gebäude verbesserte Lehrbedingungen vorfinden. In unmittelbarer Nachbarschaft zum neu entstehenden Hörsaal liefen die Arbeiten zur grundlegenden Sanierung des Fakultätsgebäudes der Humanwissenschaften an – im April 2013 soll das frisch sanierte Gebäude an die Fakultät übergeben werden. Für die ebenfalls auf diesem Areal befindliche Sporthalle 1 wurden auch die aus den 1980er Jahren stammenden sanitären Anlagen grundlegend saniert, sodass dort nun modernste Dusch- und Umkleidemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Auch die in den 1960er Jahren errichteten Gebäude der Ingenieurwissenschaften am Hohenstaufenring gegenüber dem Nordpark erhielten eine neue Dach- und Fassadengestaltung. Auch Baumaßnahmen in der Universitätsbibliothek standen auf der Agenda: Hier wurden die klimatischen und energetischen Bedingungen durch die Revision der Lüftungsklappen sowie den Einsatz moderner Leuchtmittel verbessert. Im Verwaltungs­ gebäude der OVGU hingegen verbesserte der Einbau eines behindertengerechten Fahrstuhls die Zugangsbedingungen zur Universität. Ferner wurde die Netzmodernisierung in den Gebäuden, die Schaffung von baulichen Voraussetzungen für den Beginn neuer Forschungsprojekte sowie der Einbau von modernsten Labor- und Praktikumsräumen in die Wege geleitet und schrittweise umgesetzt.

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„Den Wettbewerb unter den Hochschulen um gute Studierende spüren natürlich auch wir und sicher ist: Er wird immer weiter zunehmen. Wir freuen uns darum umso mehr, mit dem Hörsaalbau die Attraktivität der Studienbedingungen an der OVGU weiter steigern zu können“, so der damalige Prorektor für Studium und Lehre und heutige amtierende Rektor der Universität Magdeburg Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. Bis Ende 2012 investierte die OVGU über 6 Millionen Euro in die Erneuerung und Sanierung der Bausubstanz auf dem Campus.

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CHRONIK 2012 J U L I  /  A U G U S T  /  S E P T E M B E R Die neue Führungsriege der Universität Magdeburg (v.l.n.r.): Prorektor für Planung und Haushalt Prof. Dr. rer. nat. Jürgen Christen, Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Prorektorin für ­Studium und Lehre Prof. Dr. rer. nat. Franziska Scheffler, amtierender Kanzler Volker Zehle und Prorektor für Forschung, Technologie und Chancengleichheit Prof. Dr. rer. nat. Volkmar Leßmann

SEPTEMBER „Die Otto-von-Guericke-Universität war in den letzten 14 Jahren in sehr guten Händen, und sie wird in den kommenden vier Jahren in sehr guten Händen sein“, sagte Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff während der Veranstaltung. Den scheidenden Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann würdigte Haseloff als Wissenschaftler mit strategischer Weitsicht. Sein Name stehe für Kontinuität, Verlässlichkeit und Erfolg. Den neuen Rektor beglückwünschte Haseloff zu seinem „wichtigen,

Erster MRT für die Medizintechnikforschung In der Experimentellen Fabrik auf dem Campus der Uni wurde der Magnetresonanztomograph (MRT) Siemens Magnetom Skyra installiert. Die Magnetresonanztomographie ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe man visuelle Schnittbilder des menschlichen oder tierischen Körpers erzeugen und dadurch Organe bzw. Organveränderungen sichtbar machen und beurteilen kann. Das Großgerät wird an der OVGU allerdings nicht für den Patientenbetrieb genutzt, sondern mehreren Fakultäten für gemeinsame interdisziplinäre, medizintechnische Forschungen dienen. So werden an diesem MRT unter anderem Methoden entwickelt, um minimalinvasive chirurgische Eingriffe zu überwachen oder neue Erkenntnisse über die Funktion des menschlichen Gehirns zu gewinnen.

verantwortungsvollen und schönen Amt“. Strackeljan stehe vor neuen Pflichten, großen ­Herausforderungen und ­Chancen. Er sei dafür ­hervorragend qualifiziert – auch aufgrund seiner internationalen Reputation.

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Global Player investiert in OVGU-Labor Mit dem „Fujitsu Information Systems Lab“, kurz Fujitsu IS Lab, eröffnete einer der weltweit größten ITInfrastruktur-Anbieter, Fujitsu Technology Solutions, an der Uni Magdeburg ein Labor zur Erforschung großer betrieblicher Anwendungssysteme – so genannte „Very Large Business Applications“, kurz VLBA. Diese VLBA dienen dazu, die Geschäftsprozesse großer, weltweit operierender Unternehmen zu unterstützen, zu optimieren und zu organisieren. Zu solchen betrieblichen Abläufen gehören u. a. das Bestellwesen, die Versandabwicklung oder auch das Mahnwesen. Neben den am Fujitsu IS Lab beschäftigten Nachwuchswissenschaftlern werden auch Studierende im Rahmen von Praktika sowie Masterund Bachelorarbeiten in die Forschung eingebunden – für einen verstärkten Praxisbezug im Studium.

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Das neue Rektorat der Uni Magdeburg Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan trat die Amtsnachfolge von Prof. Dr. Klaus Erich Poll­mann an. Auf einem Festakt in der Magdeburger Johanniskirche am 26. September übergab der scheidende Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, nach 14 Jahren Amtszeit die Amtskette an Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan. Seit dem 1. Oktober steht nun der Ingenieur an der Spitze der OVGU und lenkt gemeinsam mit den drei Prorektoren sowie dem Kanzler Volker Zehle die kommenden vier Jahre die Geschicke der Uni.

OVGU erhält Forschungsförderung in Millionenhöhe An der Magdeburger Uni wird ein Forschungscampus für innovative Medizintechnik entstehen. Das Projekt STIMULATE zur Entwicklung innovativer Medizintechnik gehört zu den zehn Gewinnern im Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Bundesweit hatten sich 96 Initiativen aus allen Wirtschaftsbereichen beworben. STIMULATE steht für Solution Centre for Image Guided Local Therapies. Künftig sollen im Rahmen dieses Leuchtturmprojekts Technologien für bildgeführte, minimalinvasive Methoden in der Medizin entwickelt werden, die sowohl Behandlungsmethoden verbessern als auch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen eindämmen. Im Fokus stehen dabei wichtige Volkskrankheiten aus den Bereichen Onkologie, Neurologie sowie kardiovaskuläre Erkrankungen. Die Förderung für den Magdeburger Forschungscampus beläuft sich auf 1,6 Millionen Euro im ersten Jahr und je 2 Millionen Euro in den Folgejahren. Die gesamte Förderdauer beträgt bis zu 15 Jahre.


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CHRONIK 2012 O K T O B E R  /  N O V E M B E R  /  D E Z E M B E R Immatrikulationsfeier für das Wintersemester 2012/13

OKTOBER Die Rolle der Frauen in der Gesellschaft Professor Dr. Angela Kolb, Ministerin für Justiz und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, eröffnete am 25. Oktober die Tagung zur Frauen- und Geschlechterforschung an der Universität Magdeburg. Im Rahmen dieser Tagung und generell anlässlich des landesweiten Tages für Frauen- und Geschlechterforschung fand im Senatssaal der Universität ein interdisziplinärer wissenschaftlicher Diskurs über die wechselnde Rolle der Frauen in der Gesellschaft statt. Historikerinnen, Erziehungswissenschaftlerinnen und Journalistinnen präsentierten hier neueste Forschungsergebnisse auf diesem Gebiet aus der Perspektive ihres jeweiligen Fachs. Die Veranstaltung richtete sich nicht nur an Wissenschaftler und Studierende, sondern auch an die interessierte Öffentlichkeit.

Neuer Masterstudiengang „Gesundheit und Pflege“ im Lehramt an berufsbildenen Schulen Der Studiengang richtet sich an Absolventen von gesundheits- oder pflegewissenschaftlichen Bachelorstudiengängen, die als Lehrer an berufsbildenden Schulen Verantwortung für die professionelle Ausbildung der nächsten Generation von Pflegeund Gesundheitsfachkräften übernehmen wollen. Der Studiengang orientiert sich an einer modernen Lehrerausbildung, deren Stärke in der Integration von theoretischen und praktischen Lern- und Lehrformen besteht und auf die Gestaltung eines praxisnahen Unterrichts vorbereitet.

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Von Amazon bis Volkswagen – und an der OVGU Mehr als 60 namhafte national und international agierende Unternehmen präsentierten sich am 24. Oktober auf der nunmehr 10. Firmenkontaktmesse. Studierende und Absolventen hatten hier die Möglichkeit, mit Unternehmen aus verschiedensten Branchen ins Gespräch zu kommen und Karrierechancen auszuloten. Für die Unternehmen hingegen bot sich die Möglichkeit, in Zeiten steigenden Fachkräftemangels frühzeitig mit hoch qualifiziertem Fachkräftenachwuchs persönliche Kontakte zu knüpfen. Flankiert wurde diese Firmenkontaktmesse von einem umfangreichen Vortragsprogramm und attraktiven Angeboten, wie bspw. dem kostenlosen Check der Bewerbungsunterlagen, kostenfreien professionellen Persönlichkeitsanalysen oder der Anfertigung von High-Quality-Bewerbungsfotos.


Der Gründertag 2012 wurde veranstaltet vom Interaktionszentrum Entrepreneurship.

NOVEMBER Diskussionsabend mit Landesministerin Im Rahmen des KVINNA-Mentoringprogramms der Universität Magdeburg hielt Frau Prof. Dr. Birgitta Wolff, Wissenschafts- und Wirtschaftsministerin des Landes Sachsen-Anhalt, am 5. November ­ einen Vortrag zum Thema „Frauen in der Politik: Mittendrin statt nur dabei?!“. Dabei äußerte sich die Ministerin zu Karrierestrategien und -verläufen von Frauen in Wissenschaft und Politik und beleuchtete die Schnittstelle zwischen Politik und Wissenschaft, indem sie der Frage nachging, inwieweit Wissenschaft politisch ist. In der anschließenden Diskussion konnten offengebliebene Fragen geklärt werden.

Weiterbildungsprojekt für Zentralasien Das Bildungssystem in Zentralasien ist aktuell durch Lehrermangel und niedrige Bildungsqualität geprägt, und universitäre Austauschprogramme scheitern an vielen formalen Hürden. Aus diesem Grund waren Bildungsforscher aus Europa und Zentralasien an der OVGU zu Gast. Wissenschaftler des Instituts für Berufs- und Betriebspädagogik der OVGU halfen hier mit Partnern aus Spanien, England, Wales und Litauen zentralasiatischen Bildungsexperten, die aktuelle Situation in Kasachs­ tan, Kirgisien und Tadschikistan zu analysieren und Optimierungskonzepte zu erarbeiten. Diese sollen im Laufe des dreijährigen EU-Projektes EDUCA implementiert werden. Ziel ist die Anpassung der Studienstrukturen an europäische Standards sowie der Aufbau eines Bildungsmanagements.

Durchstarten mit der eigenen Geschäftsidee Um unternehmerisches Denken und Handeln unter Studierenden, Absolventen und Wissenschaftlern zu stärken, beteiligte sich die OVGU erstmals an der bundesweit stattfindenden Gründerwoche Deutschland. Auf dem „Gründertag 2012“ (14. November) bot die Universität sowohl Gründungsinteressierten als auch Existenzgründern die Möglichkeit, sich kostenlos über die Möglichkeiten der unternehmerischen Selbstständigkeit zu informieren und individuell beraten zu lassen. Zahlreiche Projekte und Institutionen stellten ihre Angebote und Leistungen vor. Interessierte konnten sich u. a. zu Businessplanung, Produktentwicklung, Schutzrechtsanmeldungen sowie Finanzierung- und Förderung informieren.

Forschungstransfer in größter Uni-Absorberhalle Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg spielt eine zentrale Rolle bei der Erforschung der Wirkung elektromagnetischer Felder auf die empfindliche Elektronik vieler Hightech-Produkte; sie besitzt mit der sogenannten Absorberhalle die größte ihrer Art an einer Universität bundesweit. Beim „10. EMVIndustrieseminar“, am 6. November, am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektromagnetische Verträglichkeit, hatten gut 200 Entwickler, Konstrukteure und Vertreter des Managements der Elektroindustrie die Möglichkeit, vor Ort zu erfahren, wie sie das wissenschaftliche Know-how sowie die Technologien der Universität Magdeburg für ihre Unternehmen nutzen können.

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CHRONIK 2012 O K T O B E R  /  N O V E M B E R  /  D E Z E M B E R Das Team des Sonderforschungsbereichs Transregio „Eine Companion-Technologie für kognitive technische Systeme“

DEZEMBER Millionen für die Mensch-Maschine-Forschung Der an der OVGU angesiedelte Sonderforschungsbereich/Transregio (SFB/TRR) 62 „Eine CompanionTechnologie für kognitive technische Systeme“ wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) weiter finanziell unterstützt. Die zum Januar 2013 bewilligte vierjährige zweite Förderperiode des SFB/TRR hat ein Volumen von knapp neun Millionen Euro. Bei erfolgreichem Verlauf ist eine Verlängerung bis Ende 2020 möglich. Im 2009 etablierten SFB/TRR gehen 60 Wissenschaftler der Otto-vonGuericke-Universität Magdeburg, des Leibniz-Instituts für Neurowissenschaften und der Universität Ulm der Frage nach, wie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine, ihre neurobiologischen und psychologischen Grundlagen sowie ihre technischen Ausprägungen weiter entwickelt werden können. Ziel ist es, eine Technologie zu schaffen, die menschlichen Nutzern eine völlig neue Dimension des Umgangs mit technischen Systemen ermöglicht. Das interdisziplinäre Konsortium aus Ingenieuren, Informatikern, Medizinern, Neurobiologen und Psychologen folgt der Vision, dass technische Systeme der Zukunft Companion-Systeme sind – kognitive technische Systeme, die ihre Funktionalität vollkommen individuell auf den jeweiligen Nutzer abstimmen. Sie orientieren sich an seinen Fähigkeiten, Vorlieben, aktuellen Bedürfnissen sowie seiner emotionalen Befindlichkeit. Dabei sind sie stets verfügbar, kooperativ und vertrauenswürdig und treten ihrem Nutzer als kompetente und partnerschaftliche Dienstleister gegenüber.

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16. Ausgabe des Kurzfilmfestivals „Video-Expo“ Am 11. Dezember wurden wieder einmal die goldenen, silbernen und bronzenen Kängurus vergeben – für die besten, selbst produzierten studentischen Kurzfilme. Den kritischen Blicken von Kommilitonen und Professoren mussten insgesamt neun Filme standhalten, die es nach einer Vorauswahl in die Endrunde geschafft hatten. Die Filmemacher der Video-Expo sind jedes Jahr Studierende der Medienbildung, der Bildungswissenschaften sowie der Computervisualistik. Gemeinsam vom Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik und dem Audiovisuellen Medienzentrum der Uni initiiert, sollen sie durch das Festival angeregt werden, sich nicht nur theoretisch mit Medien, wie Film oder Internet auseinanderzusetzen, sondern lernen, sie aktiv zu nutzen.


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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G

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E I nleitung F okus L ehre O tto -von - guericke - lehrpreis M entoring Ü B E R S I C H T lehre M edizinstudium internationalisierung S tudienangebote S tudieng ä nge mit P rofil I nterdisziplinarit ä t D uales S tudium L ehre und P ra x is D orothea - E r x leben - P rofessur


I m F okus : S tudienqualit ä t

S

inkende Abiturientenzahlen und zunehmender Fachkräftemangel in Deutschland stellen nicht nur die Otto-von-Guericke-Universität vor neue Herausforderungen. Bei nahezu gleichbleibender Studierendenzahl brachte das Jahr 2012 der OVGU einen Rückgang der Studienanfänger um ca. 13 %.

Universitätsweit werden viele Anstrengungen unternommen, um nicht nur die Anfängerzahlen auf hohem Niveau zu halten, sondern auch die Quote der Studierenden zu erhöhen, die mit einem erfolgreichen Abschluss als Bachelor, Master oder mit Doktortitel unsere Universität verlassen.

Um den wachsenden Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern in der Industrie und allen gesellschaftlichen Bereichen decken zu können, muss es uns zukünftig gelingen, auch Bewerbern mit anderen als den klassischen Zugangsvoraussetzungen ein Hochschulstudium zu ermöglichen. Zur Vorbereitung auf die sich daraus ergebende wachsende Heterogenität der Studierendenschaft mit unterschiedlichen Bildungsbiographien hatten in diesem Jahr erstmals Lehrende aller Hochschulen Sachsen-Anhalts die Möglichkeit, an einer Vielzahl von Veranstaltungen des 1. Hochschuldidaktischen Monats an der OVGU teilzunehmen. In 19 verschiedenen Kursen war

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Gelegenheit, sich u. a. mit aktivierenden Lehrmethoden, E-Teaching oder dem Umgang mit Heterogenität in der Lehre zu beschäftigen. Eine anschließende Bewertung der genutzten Angebote durch die Teilnehmer zeigte eine überwiegend positive Resonanz. Im Rahmen des landesweiten Verbundprojektes HET-LSA wird es auch zukünftig weitere Angebote zu vielen Themen rund um die Lehre geben. Wie wird nun aus (fast) jedem Studienanfänger an der OVGU auch ein erfolgreicher Absolvent unserer Universität? Zum individuellen Studienerfolg tragen viele ­Faktoren bei: Eine erfolgreiche Studienberatung zeigt sich vor allem auch darin, dass jeder Studienanfänger ein Studium beginnt, das zu ihm passt, bei dem seine Neigungen, Talente und Fähigkeiten bestmöglichst genutzt werden. Unsere Mitarbeiter aus der zentralen Studienberatung und den Fakultäten präsentieren unsere Studiengänge und den Hochschulstandort Magdeburg auf regionalen und deutschlandweiten Bildungsmessen und bei Informationsveranstaltungen in Schulen – immer mit individueller Beratung –, bieten aber auch vielfältige Angebote für studieninteressierte Schüler hier vor Ort an, wie z. B. bei den Campus Days, dem Schnupperstudium, der KinderUni, verschiedenen Praktika für Schülerinnen und Schüler, dem MINT-Praktikum für Abiturientinnen und Abiturienten, der Herbst-Uni oder Angeboten für Projekttage. In einer technisch geprägten Universität wie unserer liegt heute besonderes Augenmerk auf der Gewinnung von jungen Frauen für bislang männlich dominierte Studienrichtungen, wie z. B. ­E-Technik, Maschinenbau oder Verfahrenstechnik. Das gelingt besonders dann, wenn sich Studienanfängerinnen an erfolgreichen Wissenschaftlerinnen aus diesen Bereichen orientieren können. Ein besonderes Rollenvorbild ist die diesjährige Dorothea-Erxleben-Professorin Birgitt Futterer, die für ein Jahr am Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik u. a. an Strömungsphänomenen in der Schwerelosigkeit forscht.

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Zum optimalen Studienverlauf soll auch das Mentoring-Programm „Starte, Steige, Springe!“ beitragen. Während in der Anfangsphase, studentische Mentoren höherer Semester, die in diesem Jahr erstmals auch geschult wurden, den Studienanfängern zur Seite stehen, geben im weiteren Studienverlauf Lehrende Unterstützung bei der individuellen Gestaltung des Studienplans und beraten bei auftretenden Problemen. In der Abschlussphase des Studiums können dann die Betreuer der Qualifizierungsarbeiten, mit ihren vielfältigen Kontakten in die Wissenschaftsgemeinschaft und Industrie, bei der weiteren Karriereplanung hilfreich zur Seite stehen. Welche Bedeutung wir einer guten, hoch motivierten und engagierten Lehre als Faktor für erfolgreiche Studienabschlüsse beimessen, wird auch durch die erstmalige Vergabe des Otto-von-Guericke-Lehrpreises verdeutlicht. Eine in der Mehrzahl studentische Jury wählte aus mehr als 50, von den Fachschaften vorgeschlagenen Lehrprojekten, das innovativste zur Prämierung aus. Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des Akademischen Festaktes anlässlich des Geburtstages des Namenspatrons unserer Universität. Die Resonanz auf die Ausschreibung des Otto-von-Guericke-Lehrpreises ist nur ein guter Grund, diese Prämierung in den kommenden Jahren fortzuführen und zur Tradition werden zu lassen. Das Jahr 2012 hat eine Reihe von Neuerungen im Bereich Studium und Lehre gebracht. Mehr dazu können Sie auch in den folgenden Beiträgen lesen. Diese und zukünftig geplante Maßnahmen stellen sich unserem Anspruch, den Studierenden eine qualitativ hochwertige und aktuelle Lehre und Ausbildung bieten zu können und so in Zeiten gravierender demographischer Veränderungen dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Prof. Dr. rer. nat. Franziska Scheffler Prorektorin für Studium und Lehre


Oben links: Teamfoto fokus: LEHRE, v.l.n.r. Maria Kondratjuk, Annika Rathmann, Claudia Wendt, Heidrun Rudloff Oben rechts: Gewinner des Call for Concepts, pr채miert auf dem Abschlussworkshop Links: Flyer des Hochschuldidaktischen Monats im November 2012

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / F okus L ehre

fokussiert: die H eterogenit ä t der S tudierenden

Neben den klassischen Abiturienten als Studienanfänger werden künftig Berufstätige, Studienanfänger ohne Abitur oder aus nichtakademischen Elternhäusern eine sehr heterogene Studierendengruppe bilden.

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1. Hochschuldidaktischer Monat und Call for Concepts Laut aktuellen demographischen Zahlen werden sich Studierende künftig in ihren sozialen und familiären Kontexten, in Alter, Ethnizität, in ihren Bildungswegen und Kompetenzniveaus stark voneinander unterscheiden. Wie bereiten wir die Lehrenden auf diese neue Vielfalt vor? Seit Sommer 2012 beschreitet die Otto-von-Guericke-Universität mit dem Projekt fokus: LEHRE diesbezüglich neue Wege in der Verbesserung der Qualität der Lehre. Die Aktivitäten des fokus: LEHRE-Teams setzen konkret bei der Tatsache und den Herausforderungen einer wachsenden Heterogenität der Studierendenschaft an: Im November 2012 bspw. legte das Team von fokus: LEHRE mit der Konzeption und Organisation des 1. Hochschuldidaktischen Monats den Grundstein für regelmäßige hochschuldidaktische Angebote. Im Rahmen von zwanzig verschiedenen Workshops wurde ein breites Themenspektrum angeboten: Vom „Umgang mit heterogenen Lernergruppen“ als Schwerpunktthema der Veranstaltungsreihe, über Lehrveranstaltungsplanung, Methoden für Großgruppen und Studierendenmotivation, bis zu Rhetorik und E-Learning reichte das Angebot, das zahlreiche Lehrende sowie studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte nutzten. Aber welchen konkreten Bedarf haben die Lehrenden der OVGU in Bezug auf ihre hochschuldidaktische Weiterbildung? fokus: LEHRE betreibt auch diesbezüglich Hochschulforschung: Ende 2012 wurde die Befragung zum „Weiterbildungsbedarf im Kontext einer heterogener werdenden Studie-

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rendenschaft“ mit großem Rücklauf seitens der Lehrenden der OVGU abgeschlossen. Die Ergebnisse fließen nun in die Planung und Entwicklung neuer hochschuldidaktischer Angebote ein, um diese adressatenspezifisch ausrichten zu können. Zudem förderte die OVGU mit dem „Call for Concepts: Lehre innovativ“ neue und kompetenz­ orientierte Lehrkonzepte: Gesucht wurden Konzepte, welche die studentische Vielfalt in der Lehre in besonderer Weise berücksichtigten. Insgesamt wurden drei Mal 5.000 Euro ausgelobt, die dazu dienen sollen, die Umsetzung dieser Projekte zu unterstützen. Im Rahmen des großen „fokus: LEHRE Workshops – Lehre innovativ: Umgang mit Heterogenität“ am 13. Dezember 2012 wurden die Gewinner des Call for Concepts schließlich prämiert. Im Austausch mit den Gästen aus Politik und anderen Hochschulen wurde dieser Tag auch als eine Zukunftswerkstatt für die Lehre an der OVGU genutzt. fokus: LEHRE ist ein Teilprojekt der OVGU, das im Rahmen des Verbundprojektes „HET LSA – Heterogenität als Qualitätsherausforderung für Studium und Lehre“ angesiedelt ist. Der Verbund aller sachsen-anhaltischen Hochschulen widmet sich dem Ziel, die Hochschulen für neue Zielgruppen zu öffnen. Die OVGU fungiert als koordinierende Hochschule in diesem Verbund. Dafür wird hier eine Professur für „Hochschulforschung und Professionalisierung der akademischen Lehre“ geschaffen, die voraussichtlich im Sommer 2013 besetzt wird. Gefördert wird das Projekt mit einem Umfang von vier Millionen Euro durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Qualitätspaktes Lehre.


Didaktisch-­methodische Vielfalt in der Lehre

fokussiert: die förderung innovativer lehrkonzepte Erstmalige Vergabe des Otto-von-GuerickeLehrpreises 2012 Die Einheit von Forschung und Lehre gilt als wichtigste Säule einer exzellenten Hochschule. Und nur eine hervorragende Lehre gewährleistet ein hohes Niveau in Forschung und Wissenschaftstransfer. Beides, Lehre und Forschung, müssen deshalb – sofern das Humboldtsche Ideal ernst gemeint ist – gleichermaßen gefördert werden. Doch wie sieht es aus mit der Lehre an der OVGU? Um die Lehrqualität sichtbar zu machen, lobte das Rektorat der OVGU gemeinsam mit dem Studierendenrat sowie den Fachschaften 2012 erstmalig den Otto-von-Guericke-Lehrpreis aus: Unter dem Gesichtspunkt der didaktisch-methodischen Vielfalt

wurden Lehrende oder Lehrteams für den Preis nominiert. Grundlage für die Nominierungen waren studentische Beurteilungen sowie erläuterndes Material zu den einzelnen Lehrveranstaltungen. Die Studierenden beurteilten u. a., ob die Lehrenden die Möglichkeit geben, den Lehrstoff auf ganz verschiedene Weise zu verinnerlichen, anzuwenden und weiterzudenken. Beurteilt wurde auch, inwiefern die Lehrenden verschiedene Formen des Lernens berücksichtigen. Und letztlich war auch entscheidend, ob in der Lehre ein sinnvoller Methodenwechsel erkennbar ist. Aus allen Fakultäten lagen Nominierungen für den Lehrpreis vor, insgesamt 50 an der Zahl – alle überaus versiert, kreativ und engagiert.

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / O tto -von - guericke - lehrpreis

Unten rechts: Die Gewinner des erstmalig vergebenen Otto-von-Guericke-Lehrpreises auf dem Akademischen Festakt am 22. November 2012 – PD Dr. med. habil. Dörthe Küster (2.v.r.) und Prof. Dr. med. habil. Christian Vorwerk (3.v.r.) im Beisein von Rektor Prof. Dr.Ing. Jens Strackeljan (rechts) sowie Prorektorin für Studium und Lehre Prof. Dr. Franziska Scheffler (3.v.l) nebst den zwei studentischen Laudatorinnen

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Nach einer Vorauswahl auf Basis eines Punktesystems sowie eines diskursiven Verfahrens bestimmte eine Jury – bestehend aus der Prorektorin für Studium und Lehre, vier Studierenden und zwei Universitätsmitarbeitern – die Preisträger. Verliehen wurde der Lehrpreis auf dem Akademischen Festakt, auf dem stets auch der Forschungspreis vergeben wird – ein klares Zeichen der OVGU für die gleichwertige Behandlung von Forschung und Lehre. Der Lehrpreis ging schließlich an die Mediziner Prof. Dr. med. habil. Christian Vorwerk und PD Dr. med. habil. Dörthe Küster – für ihr innovatives Lehrkonzept in der Medizinerausbildung. Das Ziel der beiden: Theorie und Praxis während des Studiums besser miteinander zu verknüpfen. Ihr Lehrkonzept eint didaktische Set-

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tings, wie Vorträge, OP-Praktika, Patienteninterviews, Fachfahrten und persönliche Patientenbetreuung. Lehrinhalte werden nun teils auch durch verschiedene Oberärzte vermittelt – und durch deren unterschiedliche Sichtweise wurde den Studierenden erstmals die große Bedeutung der Interdisziplinarität in der Medizin bewusst. Das interdisziplinäre, praxisorientierte Lernen fördert das analytische Denken und selbstständige Handeln, es regt die Studierenden – nach eigenen Aussagen – an zum kritischen Hinterfragen vorhandener Lehrkonzepte und Abläufe. Insgesamt verweist dieser neue Ansatz auf die große Rolle der fächerübergreifenden Zusammenarbeit in der medizinischen Ausbildung, ebenso auf Kompetenzen wie Teamgeist, Durchhaltevermögen und Emotionalität.


M entoring an der O vgu :

Für den optimalen Einstieg, Verlauf und Abschluss des Studiums Mentoring an der OVGU – das bedeutet die individuelle Beratung und Begleitung von Studierenden durch Studierende sowie durch Professoren, die schließlich auch einmal studiert haben und die Sorgen der Studierenden somit gut kennen. Das Ziel des Mentorings: Die Qualität von Studium und Lehre zu verbessern, den Studienerfolg zu sichern und das Identifikationspotential mit der OVGU zu stärken. Kurzum: Mentoring dient der Unterstützung der Studierenden während des Studienstarts, während der Qualifikationsphase sowie der Karriereförderung von Nachwuchskräften. Für all diese Aspekte wurde an der OVGU ein Mentoring-Konzept entwickelt, das sich am studentischen Lebenszyklus orientiert und in eine sogenannte Starte-, Steige- und Springe-Phase gliedert.

Die Starte-Phase konzentriert sich zeitlich auf den Studienanfang und richtet sich an Studienanfänger aller Fachrichtungen. Die Ziele dieser Phase: • Studienanfängern den Einstieg zu ­erleichtern • Studierende beim erfolgreichen Verlauf zu unterstützen • die Studierendenzufriedenheit zu erhöhen Im Rahmen dieser Phase erfolgt ein Peer-Mentoring, das der Autonomie und den Besonderheiten der Fakultäten Rechnung trägt: ­Format, Methoden und Inhalte verantworten dabei – im Sinne eines partizipativen Ansatzes – die Fachschaften. Ein Gremium aus Fachschaftsvertretern, dem UniMentor e. V. sowie der Programmkoordination überwacht dabei die Umsetzung und Qualitätssicherung.

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / M entoring

S tart e !

S t e ig e !

Die Steige-Phase des Mentorings nimmt die Studierenden mit ihren spezifischen Belangen im Verlauf ihres Studiums in den Blick. Professoren oder Dozenten reflektieren in Kenntnis des aktuellen Leistungsstands gemeinsam mit den Studierenden deren persönliche Studiensituation. Erfahrungsgemäß stellt sich in dieser Phase des Studiums heraus, ob ein erfolgreicher Abschluss gelingt. Hier eine persönliche Beratung und Unterstützung zu etablieren, wird zu einer Verringerung der Abbrecherquote führen. Ob sich ein Absolvent auf die eigene Unternehmensgründung vorbereiten will, eine wissenschaftliche Karriere anstrebt oder an der individuellen Vermittlung eines attraktiven Arbeitsplatzes über die Vernetzung der Professoren in die Wirtschaft interessiert ist – die Springe-Phase des Mentoring-Kon-

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S p ri n g e !

zepts greift all diese Aspekte auf. In unterschiedlich ausgerichteten Programmen werden Absolventen diversifiziert und fachspezifisch Karrierechancen eröffnet. Zum Studienstart im Wintersemester 2012/13 begleiteten rund 300 Studierende – Mentorinnen und Mentoren aller Fakultäten – 3.550 Erstsemester! Da gute Begleitung und Beratung gelernt sein will, fand im September 2012 erstmalig eine Schulung der gut 300 Mentoren statt. Diese umfasste Workshops zur Kommunikation, Beratung und gruppendynamischen Prozessen. Außerdem erläuterte der Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan in einer Vorlesung noch einmal detailliert die OVGU – die Universitätsstruktur, Entscheidungsgremien und Prozessabläufe.


Institut für Mechanik (IFME) Institut für Maschinenkons­ truktion (IMK) Institut für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung (IFQ) Institut für Arbeitswissenschaft, Fabrikautomatisierung und Fabrik­betrieb (IAF) Institut für Logistik und Materialflusstechnik (ILM) Institut für Mobile Systeme (IMS) Institut für Werkstoff- und Fügetechnik (IWF)

Institut für Automatisierungstechnik (IFAT)

Institut für Algebra und Geometrie (IAG)

Institut für Elektronik, Signalverarbeitung und Kommunikationstechnik (IESK)

Institut für Analysis und Numerik (IAN)

Institut für Elektrische Energiesysteme (IESY)

Institut für Mathematische Optimierung (IMO) Institut für Mathematische Stochastik (IMST)

Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektromagnetische Verträglichkeit (IGET)

Betriebswirtschaftslehre

Volkswirtschaftslehre

Unternehmensrechnung und Controlling

Finanzwissenschaft

Internationales Management Betriebswirtschaftliche Steuerlehre

Wirtschaftstheorie Wirtschaftspolitik Internationale Wirtschaft Monetäre Ökonomie und öffentlich-rechtliche Finanzwirtschaft

Finanzierung und Banken Unternehmensführung und Organisation

Makroökonomik ­(Juniorprofessur)

Produktion und Logistik Marketing

Institut für Mikro- und Sensorsyteme (IMOS)

Management Science

Recht

Unternehmensrechnung/ Accounting

Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Handels- und Wirtschaftsrecht

E-Business Entrepreneurship Empirische Wirtschafts­ forschung Economics of Business and Law Innovations- und Finanzmanagement

Institut für Verfahrenstechnik (IVT) Institut für Apparate und Umwelttechnik (IAUT) Institut für Strömungstechnik und Thermodynamik (ISUT) Institut für Chemie (ICH)

Institut für Technische und Betriebliche Informationssysteme (ITI) Institut für Verteilte Systeme (IVS) Institut für Simulation und Graphik (ISG) Institut für Wissens- und Sprachverarbeitung (IWS)

Institut für Experimen­telle Physik (IEP) Institut für Theoretische Physik (ITP) Institut für Psychologie II (IFP) Institut für Biologie (IBIO)

International Human Resource Management (Juniorprofessur) International Business (Juniorprofessur) Consumer Behavior (Juniorprofessur) Operations Management (Juniorprofessur)

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / Ü B E R S I C H T lehre

Institut für Berufs- und Betriebspädagogik (IBBP) Institut für Erziehungswissenschaft (IEW) Institut für Sportwissenschaft (ISPW) Institut für Fremdsprachliche Philologien (IFPH) Institut für Germanistik (IGER) Institut für Geschichte (IGES) Institut für Philosophie (IPHI) Institut für Politikwissenschaft (IPW) Institut für Psychologie I (IPSY) Institut für Soziologie (ISOZ)

Institute

Kliniken

Institut für Anatomie

Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie

Institut für Physiologie Institut für Medizinische Psychologie Zentrum für Biochemie und Molekularbiologie Institut für Biochemie und Zellbiologie Institut für Neurobiochemie Institut für Molekularbiologie und Medizinische Chemie Institut für Pharmakologie und Toxikologie Institut für Klinische Pharmakologie Institut für Sozialmedizin und Gesundheitsökonomie Institut für Biometrie und Medizinische Informatik Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie

Universitätsklinik für Stereo­ taktische Neurochirurgie

Universitätsklinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie

Universitätsklinik für Psy­ chiatrie und Psychotherapie

Universitätsklinik für Herzund Thoraxchirurgie

Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Universitätsklinik für Neurochirurgie

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Orthopädische Universitätsklinik

Zentrum für Radiologie

Universitätsaugenklinik Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde Universitätsklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Universitätsfrauenklinik

Institut für Pathologie Institut für Neuropathologie

Zentrum für Innere Medizin

Rechtsmedizin

Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie

Institut für Medizinische Mikrobiologie Institut für Molekulare und Klinische Immunologie Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank Institut für Humangenetik Institut für Allgemeinmedizin Lehrbereich Geschichte, Ethik und Theorie der Medizin Bereich Arbeitsmedizin

Universitätsklinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie und Endokrinologie Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie Institut für Experimentelle Innere Medizin Universitätskinderklinik Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie

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Institut für Kognitive Neurologie und Demenzforschung

Universitätsklinik für Unfallchirurgie

Universitätsklinik für Reproduktionsmedizin und Gynäkologische Endokrinologie

Zentrum für Patholo­gie und Rechtsmedizin

Universitätsklinik für ­Neurologie

Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin Institut für Neuroradiologie Universitätsklinik für Strahlentherapie Universitätsklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie


Oben: Warten auf den Beginn des Tests im Sonnenschein Unten: die Anmeldung zum Test

N eue W ege zum M edizinstudium Abiturnote erstmalig ergänzt durch naturwissen- ­ schaftlichen Test Am 14. August 2012 fand in Magdeburg erstmals ein naturwissenschaftlicher Auswahltest für Medizinbewerber statt. Eingeladen waren vorausgewählte Bewerber mit den besten Abiturnoten, die sich mit erster Präferenz in Magdeburg als Studienort beworben hatten. Circa ein Viertel der Ausgewählten kam aus Sachsen-Anhalt, gefolgt von Nieder-

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / M edizinstudium

Der Auswahltest fand in elf Hörsälen der OVGU und auf dem Campus der Medizinischen Fakultät statt.

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sachsen, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Bayern und Berlin. Rund 400 Bewerber folgten der Einladung. Mit hervorragenden Kenntnissen in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie und Biologie konnten die Teilnehmer an dem schriftlichen Test ihre Chance auf einen Studienplatz zum Wintersemester 2012/13 deutlich verbessern. So erreichten 63 Prozent von ihnen in der aussichtsreichen Spitzengruppe ihren Rangplatz im Zulassungsverfahren erst durch die Verbindung ihrer Abiturnote mit einem guten Testergebnis. Die mittelfristigen Auswirkungen des neuen Auswahlverfahrens auf den Studienerfolg werden noch genauer beobachtet.

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Mehr als 50 Hochschullehrer, Ärzte, Fakultätsmitarbeiter und studentische Hilfskräfte stellten einen reibungslosen Ablauf des Tests in elf verschiedenen Hörsälen auf dem Universitäts-Campus und dem Campus der Medizinischen Fakultät sicher. Vorausgegangen war eine intensive Vorbereitung und Koordination des Auswahlverfahrens durch die Mitarbeiterinnen des Studiendekanats. Unterstützt wurden sie dabei von den Hamburger Kollegen, die den HAM-NAT-Auswahltest schon seit einigen Jahren einsetzen. Die Testfragen wurden durch unsere Fachvertreter der Biologie, Physik und Chemie und durch Hamburger Kollegen erarbeitet.


D oppeldiplom P odw ó jny Doppeldiplom-Programm gemeinsam mit der TU Wrocław – zehn Jahre Erfahrung Die wirtschaftliche Entwicklung spielt eine wichtige Rolle für die gesamte Europäische Union. Daher erfordert die Elektrotechnik als wichtiger Wirtschaftsbereich in einer Zeit der Globalisierung gut ausgebildetes Fachpersonal, welches auf die beruflichen Herausforderungen im zunehmend internationalen Umfeld vorbereitet ist. Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg engagiert sich seit mehreren Jahren in der Ausweitung seiner attraktiven Lehrangebote nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene und unterstützt somit die Ausbildung hoch qualifizierter Ingenieure. Mit der Einführung des Doppeldiplom-Programms gemeinsam mit der Technischen Universität Wrocław (TUW) im Jahr 2002 wurde die OVGU zum Vorreiter im Bereich der Umsetzung des Bologna-Prozesses. Initiatoren des Doppeldiplom-Projektes waren Prof. Janusz Szafran, Prof. Waldemar Rebizant und Dr. Kazimierz Herlender von der TUW auf der polnischen Seite sowie Prof. Zbigniew A. Styczynski und Prof. Klaus-Erich

Pollmann von der OVGU, gemeinsam mit Dr. Bernd Michael Buchholz und Dr. Olaf Ruhle von der Firma Siemens AG auf der deutschen Seite. Im Rahmen dieses Ausbildungsprogramms haben bis Ende 2011 29 Studierende ihre Masterdiplome sowohl von der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg als auch von der Technischen Universität Wroclaw erhalten. Hierfür haben die Studierenden der Elektrotechnik und Informationstechnik die ersten sechs Semester an der TUW in polnischer Sprache und anschließend vier Semester an der OVGU in der deutschen Sprache absolviert und in dieser Zeit ihre Abschlussarbeiten in beiden Sprachen vorbereitet. Aus dieser Gruppe promovierten sieben Doppeldiplomanden und sind in unterschiedlichen Positionen außerhalb Polens tätig (Siemens AG, Fraunhofer Gesellschaft, 50 Hertz Transmission GmbH, Energinet.dk). Ab 2011 wurde diese erfolgreiche Initiative in ein englischsprachiges Master-Doppeldiplom-Programm durch die Partneruniversitäten überführt. Am 3. September 2012 fand an der OVGU die erste Verteidigung der Masterarbeiten im Rahmen des neuen Doppeldiploms mit der Technischen Universität

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / internationalisierung

oppeldiplom jny D egree Die positiven Kooperationserfahrungen im Rahmen des Doppeldiplom-Programms mit der TUW im Bereich der Lehre haben dazu geführt, dass diese erfolgreich getestete Initiative um einen weiteren Doppeldiplom-Kooperationsvertrag mit der Nationalen Research Irkutsk State Technical University (NRISTU) 2012 erweitert wurde. Die NRISTU gehört mit 22.000 Studierenden zu den 29 Forschungsuniversitäten Russlands, die eng mit der Russischen Akademie der Wissenschaften zusammenarbeitet.

Aushändigung der Doppel­ diplome an der TU Wrocław Ende September 2012: (v.l.n.r.) Dekan Prof. Waldemar Rebizant, M.Sc. Mateusz Cygan, M.Sc. Xiubei Ge, Dekan Prof. Andreas Lindemann, Prodekan Dr. Tomasz Sikorski

Wrocław statt. Die Umstellung des DoppeldiplomProgramms ist mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses an beiden Partner-Universitäten verbunden. In diesem Jahr haben drei Masterstudenten – Frau Yang Wang, Frau Xiubei Ge und Herr Mateusz Cygan aus Wrocław – zwei Semester in Magdeburg absolviert und ihre Masterarbeit erfolgreich verfasst und verteidigt. Im Rahmen des neuen Programms wird nur eine Masterarbeit auf Englisch verfasst. Die Verteidigung findet in Magdeburg statt, während die Aushändigung der beiden Diplome an der TU Wrocław im Rahmen der Eröffnung des akademischen Jahres durchgeführt wird.

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Die OVGU kooperiert seit mehr als zehn Jahren mit der NRISTU. Seit 2010 bearbeitet die OVGU zusammen mit der NRISTU das von der Russischen Föderation finanzierte Leuchtturmprojekt „Baikal“, in dessen Rahmen eine Forschergruppe zum aktuellen Thema Intelligente Netze/Smart Grids an der NRISTU etabliert wurde. Aufbauend auf einem im Jahr 2007 geschlossenen Kooperationsvertrag zwischen den Universitäten ist nun eine Vereinbarung unterzeichnet, die die gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen zwischen den beiden Hochschulen regelt. Sie ermöglicht es den Studierenden, bei einem englischsprachigen Studium an beiden Orten die Abschlüsse beider Universitäten zu erhalten.


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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / S tudienangebote

Anglistische Kulturwissenschaft

M.A.

Lehramt an Berufsbildenden Schulen

M.Ed.

Berufsbildung

B.Sc.

Lehramt an Gymnasien

M.Ed.

Betriebliche Berufsbildung und Berufsbildungsmanagement

M.Sc.

Lehramt an Sekundarschulen

M.Ed.

Betriebswirtschaftslehre

B.Sc.

Lehramt an Sekundarschulen und Gymnasien

B.Sc.

Betriebswirtschaftslehre /Business Economics

M.Sc.

Management

M.Sc.

Bildungswissenschaft

B.A./M.A.

Maschinenbau

B.Sc./M.Sc.

Studienrichtungen im Master:

Mathematik

B.Sc./M.Sc.

• Bildungssystemdesign

Mechatronik

B.Sc./M.Sc.

• Cultural Engineering

Medical Systems Engineering

M.Sc.

• Internationale und Interkulturelle Bildungsforschung

Medienbildung – Visuelle Kultur und Kommunikation

B.A./M.A.

• Integrative und Inklusive Bildung

Medizin

Staats­examen

Biosystemtechnik

B.Sc./M.Sc.

Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung

B.Sc./M.Sc.

Chemical and Energy Engineering

M.Sc.

Nachhaltige Energiesysteme

M.Sc.

Computervisualistik

B.Sc./M.Sc.

Performance Analysis of Sport

M.Sc.

Cultural Engineering

M.A.

Philosophie – Neurowissenschaften – Kognition

B.A./M.A.

Data & Knowledge Engineering

M.Sc.

Physik

B.Sc./M.Sc.

Digital Engineering

M.Sc.

Psychologie

B.Sc./M.Sc.

Electrical Engineering and Information Technology

M.Sc.

Quality, Safety and Environment

M.Sc.

Elektrische Engergiesysteme – Regenerative Energien

M.Sc.

Sicherheit und Gefahrenabwehr

B.Sc./M.Sc.

Elektrotechnik und Informationstechnik

B.Sc./M.Sc.

Sozialwissenschaften

B.A./M.A.

Europäische Kulturgeschichte

M.A.

Sport und Technik

B.Sc./M.Sc.

European Studies

B.A./M.A.

Sportwissenschaft

B.A./M.A.

Friedens- und Konfilktforschung

M.A.

Statistik

M.Sc.

Germanistik: Kultur, Transfer und Intermedialität

M.A.

Systemtechnik und Technische Kybernetik

B.Sc./M.Sc.

Informatik

B.Sc./M.Sc.

Umwelt- und Energieprozesstechnik

B.Sc./M.Sc.

Ingenieurinformatik

B.Sc./M.Sc.

Verfahrenstechnik

B.Sc./M.Sc.

Integrated Design Engineering

M.Sc.

Volkswirtschaftslehre

B.Sc.

Integrative Neuroscience

M.Sc.

Volkswirtschaftslehre – Int. Economics and Policy Consulting M.Sc.

International Business and Economics

B.Sc.

Wirtschaftsinformatik

B.Sc./M.Sc.

International Economics and Finance

M.Sc.

Wirtschaftsingenieur Logistik

B.Sc./M.Sc.

Internationales Management

B.Sc.

Wirtschaftsingenieur Maschinenbau

B.Sc./M.Sc.

International Vocational Education

M.Sc.

Wirtschaftsingenieurwesen für

Kulturwissenschaft, Wissensmanagement, Logistik:

Elektrotechnik und Informationstechnik

Cultural Engineering

B.A.

Wirtschaftsingenieurwesen für

Kulturwissenschaften

B.A.

Verfahrens- und Energietechnik

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B.Sc./M.Sc.

B.Sc./M.Sc.


starke forschung macht starke lehre Integrative Neuroscience / M. Sc.

Biosystemtechnik / M. Sc.

Neue neurowissenschaftliche Erkenntnisse und die Entwicklung neuer Forschungsmethoden erlauben eine immer detailliertere Erforschung der Funktionsweise des Gehirns, insbesondere beim Lernen und der Gedächtnisbildung. Nur durch die detaillierte Kenntnis der zugrunde liegenden physiologischen, molekularen und (epi-)genetischen Mechanismen wird es möglich sein, Krankheitsursachen aufzuklären und neue, individuell maßgeschneiderte präventive und therapeutische Therapiekonzepte zu entwickeln. Verbunden mit diesen Fortschritten verschieben sich auch die Anforderungen an die Ausbildung von Neurobiologen bzw. Neurowissenschaftlern. Künftig wird die Integration von Bio-, Ingenieur- und Systemwissenschaften und damit verbunden eine stark interdisziplinäre Arbeitsweise zunehmend gefordert sein. Das Masterstudium ­Integrative Neuroscience führt molekulare und ­systemische Forschungsansätze zusammen und macht die Ergebnisse sowohl für grundlegende als auch für angewandte Forschung nutzbar. Der internationale englischsprachige Studiengang richtet sich an Biologen, Biochemiker, Biosystemtechniker, Chemiker, Physiker, Psychologen, Informatiker, Elektrotechniker sowie Human- und Veterinärmediziner aus Deutschland und dem Ausland.

Biologische Phänomene können heute mittels sehr leistungsfähiger Assays der Molekularbiologie, Genetik und Bioinformatik detailliert untersucht werden. Die Analyse immer umfangreicherer Datenmengen und die Komplexität der betrachteten Systeme erfordern jedoch neue Herangehensweisen: Die Nutzung system- und ingenieurwissenschaftlicher Werkzeuge, insbesondere die mathematische Modellierung, ermöglichen ein besseres Verständnis zellulärer Grundvorgänge, z. B. bei der Regulation von Stoffwechselwegen. Die mit Methoden der Systembiologie gewonnenen Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten in der modernen Medizin sowie der biotechnologischen Produktion. Die rasch ansteigende Zahl von Forschungs- und Entwicklungsprojekten geht einher mit einem steigenden Bedarf an hoch qualifiziertem Personal, das die Kenntnisse der Biologie, der System- und der Ingenieurwissenschaften effektiv verknüpft. Der Studiengang Biosystemtechnik ermöglicht Studierenden, den Anforderungen an die interdisziplinäre Herangehensweise gerecht zu werden. Eine Besonderheit im Vergleich zu anderen systembiologisch ausgerichteten Studiengängen ist der hohe Anteil ingenieurwissenschaftlicher und systemtheoretischer Fächer. Absolventen dieses Studiengangs finden europaweit Positionen in Forschung und Industrie.

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / S tudieng ä nge mit P rofil

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Profilstudium im Bachelorstudiengang Informatik

Medical Systems Engineering / M. Sc.

Studenten im Bachelorstudiengang Informatik haben die Möglichkeit der Spezialisierung, durch die sie auf einen bestimmten Karriereweg vorbereitet werden oder frühzeitig einen Forschungsschwerpunkt der Fakultät kennenlernen können: 1. Web-Gründer: Der Markt für Internet-Dienstleistungen und mobile Apps wächst sehr schnell. Das Studienprofil Web-Gründer bietet gründungsinteressierten Studenten, die diese Gelegenheit wahrnehmen möchten, die passenden Module über Business, Innovation und Wirtschaftsinformatik. 2. Computer Games: Deutschland entwickelt sich gerade zu einem führenden Produktionsstandort für Computerspiele. Dieses Studienprofil richtet sich an Studenten, die sich für eine Karriere in dieser Branche interessieren. 3. ForensikDesign@Informatik: Hier lernen Studierende, wie Informationstechnologie zur Verbrechensbekämpfung eingesetzt wird. Hierzu gehören sowohl die Computersicherheit als auch die Analyse von Fingerabdrücken an einem Tatort. 4. Lernende Systeme/Biocomputing: Dieses inter­ disziplinäre Profil ermöglicht Studierenden, selbstständig lernende Systeme – beispielsweise der Fahrerassistent im Auto – zu entwickeln. Neben der Informatik spielen hier die Neurowissenschaften und die Psychologie eine wichtige Rolle.

Im 21. Jahrhundert wandeln sich die in klassische Zweige eingeteilten Wissenschaften immer mehr zu symbiotisch agierenden interdisziplinären Forschungsgebieten. Medizinische Systeme als wichtiger Faktor des Gesundheitsmarktes sind ein Paradebeispiel für diese Entwicklung. Aus dem Zusammenschluss ingenieurwissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Fachrichtungen mit der Medizin entstehen neuartige Diagnose- und Therapielösungen. Die OVGU hat diese Entwicklungen frühzeitig erkannt und den interdisziplinären Studiengang „Medical Systems Engineering“ aufgebaut, welcher im wissenschaftlichen Umfeld des vom BMBF langfristig finanzierten Magdeburger Forschungscampus STIMULATE – einer Partnerschaft zwischen der Universität und SIEMENS Healthcare – agiert. Dieses sichert den Zugriff auf renommierte Wissenschaftler als Lehrer sowie auf bestens ausgestattete Labore mit eigenen CT- und MRT-Geräten. Durch Englisch als Unterrichtssprache sowie ERASMUSKooperationen mit den renommierten Universitäten in Edinburgh/Schottland sowie Krakau/Polen wird den Studierenden darüber hinaus ein Höchstmaß an Internationalität geboten.

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der M asterstudiengang N achhaltige E nergiesysteme Ein sehr zukunftsweisendes Studium Zum Wintersemester 2011/12 haben sich an der Ottovon-Guericke-Universität die ersten 26 Masterstudenten in den Studiengang Nachhaltige Energiesysteme eingeschrieben. Der 3-semestrige, konsekutive Studiengang ist ein Angebot an Bachelorabsolventen von natur- bzw. ingenieurwissenschaftlichen Studienrichtungen, die sich forschungsorientiert mit den verschiedenen Aspekten der nachhaltigen Energiewandlung und -speicherung auf Basis nachwachsender Rohstoffe und unter Nutzung von ressourcen- und umweltschonenden Technologien beschäftigen möchten. Der Studiengang ist interdisziplinär ausgerichtet und wird gemeinsam von der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik und der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Universität Magdeburg getragen. Mehr als die Hälfte der Studierenden kommt mit dem Zeugnis einer anderen Hochschule, um an der OVGU Nachhaltige Energiesysteme zu studieren. Dabei besteht im Rahmen eines sogenannten Brückensemesters die Möglichkeit der Belegung ausgewählter

Anpassungsmodule, sowohl für Absolventen von 6-semestrigen Bachelorstudiengängen als auch für Studierende, denen bestimmte ingenieurtechnische oder naturwissenschaftliche Grundmodule fehlen. Im Pflichtbereich wird ein Überblick über das gesamte Gebiet der nachhaltigen Energiesysteme vermittelt und durch ökonomische, gesellschaftliche und ethische Aspekte der Thematik im Rahmen einer Ringvorlesung ergänzt. Für Spezialisierung und Masterarbeit kann einer von vier Bereichen der Energiewandlung und -speicherung gewählt werden. Mit dem Wintersemester 2012/2013 haben die ersten Studierenden des neuen Studiengangs die Arbeiten an ihrem Masterprojekt begonnen. Dabei reicht die Themenvielfalt von Untersuchungen zum Strömungsverhalten in Windkraftanlagen über eine hocheffiziente Kombination von Solarthermie- und Wärmepumpenanlagen bis zur Entwicklung eines Masterplans für eine Gemeinde in der Umgebung

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / I nterdisziplinarit ä t Magdeburgs. Themen für ihre Masterarbeit finden die Studierenden sowohl in den Forschungsgruppen der Fakultäten als auch bei regionalen und überregionalen Unternehmen sowie Institutionen, die schon jetzt ein großes Interesse an unseren zukünftigen Absolventen zeigen. Arbeitsmöglichkeiten für die Absolventen ergeben sich in allen Branchen der Industrie und in der Forschung. Sie sind u. a. verantwortlich für die intelligente und effiziente Gestaltung und Weiterentwicklung energietechnischer Prozesse oder fungieren als Berater für Energiesysteme und -anlagen. Weitere Aufgabenfelder liegen im Produktmanagement, im Vertrieb von nachhaltigen Energiesystemen oder im selbstständigen Unternehmertum im Bereich der Energietechnik – um nur einige Karrierechancen zu nennen. Damit werden erstmals in Sachsen-Anhalt Spezialisten für alle Bereiche der nachhaltigen Energiebereitstellung ausgebildet.

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Studienziel Der Studiengang vermittelt ein breites, integratives und interdisziplinäres Wissen im Bereich der nachhaltigen Energietechnik aus den Fachgebieten der Verfahrens- und Elektrotechnik, des Maschinenbaus, der Material-, Natur- und Umweltwissenschaften.

Spätere Berufsfelder Forscher, Entwickler, Berater und Unternehmer im Bereich Energietechnik, nachhaltige und regenerative Energietechnologien

Voraussetzungen Grundkenntnisse in Mathematik, Elektrotechnik, Chemie/Werkstofftechnik und Thermodynamik; Spaß an Ingenieur- und Naturwissenschaften, Interesse an energietechnischen Fragestellungen und interdisziplinärem Arbeiten; ein abgeschlossenes Bachelorstudium


Das Studium mit betrieblicher Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker bei der IFA ROTORION war für mich die beste ­Lösung einer beruflichen Qualifizierung. Nach vier Semestern sind die Vorteile, die mir die IFA bietet, gegenüber einem normalen Studium, gravierend. Die Kombination von Theorie und ­Praxis in der Ausbildung garantiert mir ein optimales Verständnis für technische Schwerpunkte während des Studiums. Der Einblick in die verschiedenen Berufsfelder ermöglicht Berufserfahrungen für die Wahl des Masterstudiengangs. AuSSerdem ­bietet mir die IFA eine finanzielle Sicherheit, ohne die für mich ein Studium unmöglich wäre. Philipp Duwanoff, dualer Student Maschinenbau, 5. Semester bei der IFA ROTORION-Holding GmbH

Zum dualen Studium hat mich die Aussicht auf mehr Praxis bewegt. Ich kann neben der akademischen Ausbildung wichtige Arbeitserfahrungen sammeln und zusätzlich meine eigene Stressresistenz und Organisation prüfen. Nils Beck, Mechatronik (3. Semester), Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH Durch eine erfolgreiche Teilnahme am Jugend-forscht-Wettbewerb kam ich zum dualen Studium. Ich wurde vom Unternehmen zu einem Praktikum eingeladen, an dessen Ende die Entscheidung für das duale Studium an der OVGU feststand. Der Unterschied zum Direktstudium ist die Praxisnähe. Ich kann verstehen, wie es in einem echten Unternehmen vor sich geht und wie man dort mit Teamarbeit umgeht, um komplexere Probleme zu lösen. Dies bietet kaum ein anderes Studiensystem ab dem 1. Semester. Sebastian Heerwald, Informatik (1. Semester), Dornheim Medical Images GmbH Die Vorzüge des dualen Studiums liegen klar in den Bereichen Praxisnähe und finanzielle Unabhängigkeit. Des Weiteren ist es ein ausgesprochener Vorteil, während seines Studiums einen IHK-Abschluss abzulegen. Nachteil ist eventuell die längere Studiendauer, die jedoch durch die relative Sicherheit vom Ausbildungsunternehmen übernommen zu werden, kompensiert wird. Paul Müller, Wirtschaftsingenieur Logistik (3. Semester), IFA ROTORION – Holding GmbH Ich habe mich für ein duales Studium entschieden, da es mir mehrere Möglichkeiten bietet. Ich kann an einer der besten Universitäten studieren. Hier wird mir auf sehr hohem Niveau der Lernstoff vermittelt. Andererseits kann ich dieses Wissen sinnvoll in meinem Betrieb anwenden und vertiefen. Natürlich spielt die Vergütung auch eine Rolle. Außerdem besteht eine relativ große Sicherheit, nach dem vollendeten Studium von dem Betrieb übernommen zu werden. Kim Sarah Werner, Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung (1. Semester), Sodawerk ­Staßfurt GmbH & Co. KG

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / D uales S tudium

Duale Studiengänge an der ovgu Maschinenbau (MB) Mechatronik (MB und EIT) Ingenieurinformatik (INF) Informatik (INF) Wirtschaftsinformatik (INF) Computervisualistik (INF) Elektrotechnik und Informationstechnik (EIT) Verfahrenstechnik (VST) Umwelt- und Energieprozesstechnik (VST) Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung (VST) Berufsbildung (HW)

„ I ch mach ' beides . “ Duale Studiengänge an der OVGU Die Universität Magdeburg bietet als einzige Universität im Land Sachsen-Anhalt duale Studiengänge an. Diese haben sich seit 2006 zu einem festen Bestandteil des Studienangebotes etabliert. Das Modell der OVGU vereint ein ingenieurwissenschaftliches Bachelorstudium mit einer technischen Berufsausbildung im Unternehmen. Das theoretisch fundierte und aktuelle Wissen aus der OVGU und die praktischen Kenntnisse aus der Tätigkeit im Unternehmen qualifizieren die Absolventen der dualen Studiengänge auf hervorragende Weise für das Berufsleben. Über 70 Unternehmen und circa 200 junge Menschen haben sich bisher für ein duales Studium an

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der Universität Magdeburg entschieden – und damit die Attraktivität des Modells bestätigt. Das Interesse der Unternehmen und Schüler an einem dualen Studium steigt. Zum Wintersemester 2012/2013 wurden 33 junge Menschen in ein duales Studium immatrikuliert und 14 neue Kooperationen mit Unternehmen geschlossen. Viele der Partnerunternehmen sind regional ansässig. Sie nutzen das Modell zur langfristigen Personalsicherung. Aktuell wird auch in der IT-Branche verstärkt Nachwuchs gesucht, sodass in den letzten zwei Jahren viele Kooperationen mit IT-Unternehmen unterzeichnet wurden. Die OVGU kooperiert bei der Umsetzung der dualen Studiengänge eng mit der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Magdeburg.


die coolsten sequenzen aus der ovgu

film ab ! Das unieigene Kurzfilmfestival „Video-Expo“ – Mediale Artikulationen und Praxisorientierung mit Tradition Auf dem OVGU-Kurzfilmfestival werden alljährlich die besten acht Filme gezeigt, die im Rahmen der Vorlesung „Einführung in die Allgemeine Pädagogik“ von Prof. Dr. Winfried Marotzki entstanden sind. Die Video-Expo wurde im Zuge der Entwicklung des Studiengangs „Computervisualistik“ der Fakultät für Informatik ins Leben gerufen. Es musste ein Angebot entwickelt werden, wie die Studierenden den Pädagogikteil ihres Studiums mit einer anspruchsvollen Art der Leistungserbringung abschließen können. Die Idee, die entwickelt wurde, bestand ­darin, dass Studierende der Computervisualistik später häufig professionell mit Bildern und mit bewegten Bildern arbeiten werden. Das heißt, sie müssen früh lernen, Sachverhalte audiovisuell zu

artikulieren und Sachverhalte in Bild- und Filmsprachen zu übersetzen. So entstand das Konzept, das bis heute trägt: In der Vorlesung „Einführung in die Allgemeine Pädagogik“ werden die Studierenden theoretisch mit dem Themenspektrum des Faches vertraut gemacht. Sie können sich dann ein Gebiet bzw. ein Thema aussuchen und dazu einen circa 10-minütigen Film erstellen. Das Entscheidende: Es soll kein Dokumentarfilm sein, sondern ein Film, der eine Handlung, eine Narration, aufweist. Lerntheoretisch steht die Annahme dahinter, dass die Transformation in Geschichten das Lernen effektiviert. Theoretisch anspruchsvoll formuliert, handelt es sich bei diesem Konzept der Transformation in audiovisuell artikulierte Narrationen um eine Magdeburger Variante dessen, was international als „Performative Social Science“ diskutiert wird.

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / L ehre und P ra x is

fakten zur video -expo Die erste Video-Exp o fan d 1996 mit sechs Filmen und 60 Zuschauern im Leh Tischstraße statt. 2004 bek rgebäude der Steinernen am die Veranstaltungsreih e einen deutlichen Schub diengang Medienbildung dadurch, dass der Studer Fakultät für Humanw issenschaften hinzukam Säule dieser Veranstaltun un d sich bald als tragende g erwies. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums im staltung ins Op ernhaus der Jah re 2006 zog die VeranStadt Magdeburg um. Ein Film wird immer durch eine Grupp e von drei bis vier Studierenden erstel sich heute 18 bis 20 Grupp lt. Im Durchschnitt bilden en, sodass 60 bis 80 Studie rende ein dreiviertel Jah der Filme arb eiten. Nicht r lang an der Erstellung alle Grupp en werden pü nktlich fertig , sodass in eingereicht werden, von der Re gel 12 bis 14 Filme denen die besten acht gez eigt werden. Eine zehnkö lern und Studierenden wä pfi ge Jury aus Wissenschaf hlt diese acht aus und bes ttimmt die drei besten Fil Ab end mit dem goldenen, me . Diese werden an dem silb ernen und bronzenen Känguru ausgezeichnet. mittlerweile zum studen Die Veranstaltung hat sic tischen Event entwickelt, h an dem gut 800 Zuschaue tungsorganisation ging von r teilnehmen. Die Veranstal Jahr zu Jahr immer mehr in die Hand der Studieren Bereich „Projekt- und Wi den und wurde mit dem ssensmanagement“ des Masterstudiengangs Medie auf dieser Eb ene findet nbildung gekopp elt . Auch also eine enge Verzahnu ng von Theorie und Praxis werden, dass die Integrati sta tt. Insgesamt kann gesagt on von Vorlesung, audiov isueller Artikulation und und gleichzeitig ein schöne Eve nt hier funktioniert hat s Beispiel für die effektive Ko operation zweier Fakult äten darstellt.

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D ie V erga N genheit als B lockbuster

„Historische“ Blockbuster im Fernsehen „Der Tunnel“ (2000) „Stauffenberg“ (2003) „Der Untergang“ (2004) „Speer und Er“ (2005) „Dresden“ (2006) „Die Flucht“ (2007) „Die Gustloff“ (2008) „Schicksalsjahre“ (2009) „Eichmanns Ende“ (2010) „Hindenburg“ (2011) „Rommel“ (2012) „Unsere Mütter, unsere Väter“ (2013)

Historisierendes Melodram:

Geschichtsvermittlung in der Mediengesellschaft des 21. Jahrhunderts Im März 2007 präsentierte die ARD den Zweiteiler „Die Flucht“ – zur besten Sendezeit, unmittelbar nach der Tagesschau. Hauptfigur ist eine junge Adlige, dargestellt von der beliebten „Tatort-Kommissarin“ Maria Furtwängler. Im Film mimt sie die Tochter eines Junkers, die couragiert die Verantwortung für das elterliche Gut in Ostpreußen, für „ihre“ Gefolgsleute und für „ihre“ Zwangsarbeiter übernimmt. Auf der Flucht vor den „Russen“ führt die Gräfin den Zug der Ihrigen über das zugefrorene Haff und durch alle Gefahren hindurch, ganz im Sinne ihres adligen Ehrenkodex. Das historisierende Melodram bescherte dem ersten Fernsehprogramm traumhafte Einschaltquoten, an beiden Sendeterminen erreichte es trotz starker Konkurrenz einen Marktanteil von nahezu dreißig Prozent. Mehr noch: „Die Flucht“ wurde mit nicht minder großem Erfolg zu einem TV-Event und zu einem crossmedialen Markenprodukt. Die Flucht der Deutschen aus Ostpreußen 1944/45: Ein echter Blockbuster.

Perspektiven der Zuschauer Moderne historisierende Dokudramen erreichen mit ihren eindringlichen Bildern regelmäßig ein Millionenpublikum. Doch die Kardinalfrage ist bis heute wissenschaftlich unbearbeitet und daher auch unbeantwortet: In welcher Weise eignen sich die Zuschauer solche Filme an? Welche Elemente der Story, welche Bilder bleiben im Gedächtnis? Welche Moral ziehen die Menschen aus solchen Geschichten?

„Die Flucht“

Die Medien der Geschichte sind Lernorte Der Lehrstuhl „Geschichte der Neuzeit“ am Institut für Geschichte der Universität Magdeburg nimmt sich den kulturell und politisch drängenden Fragen einer „Geschichtsvermittlung im 21. Jahrhundert“ im Rahmen eines neu eingeführten Lehr- und Lernkonzeptes an: den Lernorten. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universitäten Wien und Jena, der Programmplanung des Senders 3sat/ZDF sowie der Redaktion Geschichte und Gesellschaft des Mitteldeutschen Rundfunks untersucht das OVGU-Projekt die Mechanismen der Aneignung dieser modernen Geschichtsangebote für das Vergangenheits- und Gegenwartsbewusstsein unserer Gesellschaft.

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / L ehre und P ra x is

Studierende im Lernortprojekt „Geschichtsvermittlung in der Mediengesellschaft des 21. Jahrhunderts“

So ergab eine im „Lernort“-Programm angestellte Untersuchung zum Dokudrama „Die Flucht“: Junge Menschen, also Nachgeborene, kehren die historischen Zuschreibungen „Dies ist ein Opfer“ und „Dies ist ein Täter“ regelrecht um. Sie werten die im Film vorgeführten deutschen Zivilisten als Opfer, Rotarmisten indes als Täter. Das muss unsere Besorgnis erregen – unter historischen, gesellschaftlichen und politischen Aspekten. Perspektiven der Medienmacher Forschung und Lehre lassen sich nicht nur in solchen von Lehrenden und Studierenden gemeinsam durchgeführten Untersuchungen perfekt verknüpfen: Das Pilot-Projekt „Lernorte: Geschichtsvermittlung im Fernsehen“ widmet sich auch der anderen Seite, der Geschichtsvermittlung aus der Perspektive der Medienmacher. Im Fokus steht hier die praktische Erarbeitung solcher medialer „Geschichtsprodukte“ in Zusammenarbeit mit Medienpartnern in Mitteldeutschland.

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Lernorte als verschränkte Lehrformate verbinden theoretische Wissensvermittlung und praktische Kompetenzentwicklung, denn die Förderung und die Entwicklung von Employability-bezogenen Qualifikationen bereits in der akademischen Ausbildung gehört zu den grundlegenden Anforderungen der auf Vergleichbarkeit angelegten Bachelorstudiengänge. In Arenen wie Netzwerken, Kooperationen, Trainings und Begleitforen sammeln die Studierenden frühzeitig berufspraktische Erfahrungen. Ein langfristiges Ziel des Lernort-Projektes ist es, ein innovatives Studienmodell zu konzipieren und auf seine Umsetzungsmöglichkeiten auch in anderen universitären Bereichen zu überprüfen, das die akademische Forschung mit einer durchaus auch praxisbezogenen Lehre organisch verknüpft.


D orothea E r x leben (1 7 1 5 – 1 7 6 2 ) – die erste frau deutschlands , die den medizinischen D oktortitel erwarb

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S T U D I U M  /  L E H R E  /  W E I T E R B I L D U N G  / D orothea - E r x leben - P rofessur

Zum Wintersemester 2012/13 wurde Dr.-Ing. Birgit Futterer zur Dorothea-Erxleben-Professorin an die OVGU berufen. Die 35-jährige Expertin auf dem Gebiet der Strömungsmechanik hatte sich im Herbst gegen 24 Mitbewerberinnen durchgesetzt und forscht und lehrt seitdem an der OVGU-Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik. Die Schwerpunkte ihrer wissenschaftlichen Arbeit: Numerische und experimentelle Methoden zur Untersuchung von Strömungen in Natur und Technik, u. a. unter Bedingungen der Schwerelosigkeit.

D ie ovgu fördert die karriere von wissenschaftlerinnen Die Dorothea-Erxleben-Professur Die Dorothea-Erxleben-Professur ist eine Gastprofessur an der Universität Magdeburg, die für die Dauer von einem Jahr an junge Wissenschaftlerinnen vergeben wird – für ein an der OVGU vertretenes Fach. 1997 wurde diese besondere Form der Professur an der OVGU eingerichtet mit dem Ziel, Wissenschaftsdisziplinen zu fördern, in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Zugleich eröffnet die Dorothea-Erxleben-Professur ihrer Inhaberin die Chance zur weiteren fachlichen und persönlichen Profilierung, die Möglichkeit des selbstständigen Forschens und Lehrens und ebnet den Weg für eine Hochschullehrerinnenlaufbahn.

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Bisher hatten Wissenschaftlerinnen aus den Disziplinen Informatik, Medizin, den Natur- und Wirtschaftswissenschaften für ein oder zwei Semester diese Professur inne. Die Professur ist nach Dorothea Erxleben (1715– 1762) benannt, die als erste deutsche Frau 1754 den medizinischen Doktortitel erwarb. Die Gastprofessur wird jährlich im April bzw. Mai ausgeschrieben für die Zeit von Oktober bis September des darauf folgenden Jahres. Die Professur wird auf Vorschlag der Fakultäten der Universität Magdeburg besetzt und vom Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.


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F orschung

03 63 EINLEITUNG 6 5 F O R S C H U N G S profil /  G eförderte P rojekte 6 7 A utomotive 6 9 D igital E ngineering 7 1 E rneuerbare E nergien 7 3 N eurosciences 7 9 D ynamische S ysteme 8 1 M edizintechnik 8 3 W irbelschichttechnik 8 5 W irtschaftswissenschaften 8 7 H umanwissenschaften 9 1 D oc D ay der G raduate S chool 9 3 D issertationspreis

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wo wissenschaft und technologie sich treffen …

D

ie zwanzig Jahre, die seit der Gründung der Otto-von-Guericke-Universität (OVGU) verstrichen sind, stellen auf der Zeitskala von Universitäten eine fast schon vernachlässigbare Größenordnung dar. Mit ihren knapp 14.000 Studenten gehört die OVGU außerdem auch eher zu den mittelgroßen Universitäten. Wenn man sich unter diesen Voraussetzungen im Kreis der deutschen Universitäten etablieren will, bedarf es einer ausgeprägten Profilbildung der wissenschaftlichen Schwerpunkte. Durch die 1993 erfolgte Fusion von drei Hochschulen zur Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurden die bis heute profilbestimmenden Forschungs-

schwerpunkte der OVGU quasi mit in die Wiege gelegt: Starke Ingenieurwissenschaften stehen in der Tradition der ehemaligen Technischen Universität Magdeburg, die besonders drittmittelstarke Medizinische Fakultät setzt die erfolgreiche Arbeit der 1953 gegründeten Medizinischen Akademie Magdeburg fort und die ehemalige Pädagogische Hochschule prägt die Ausrichtung der größten Fakultät unserer Universität – der Fakultät für Humanwissenschaften (HW). Zu den Highlights der Ingenieurwissenschaften im Jahr 2012 gehörte die Einweihung des Forschungsgebäudes des Instituts für Kompetenz in AutoMo-

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F orschun G  / EINLEITUNG bilität (IKAM) auf dem Gelände der OVGU. Das aus Mitteln des Landes und der EU aufgebaute IKAM unterstützt den OVGU-Forschungsschwerpunkt Automotive. Hier erforscht die OVGU in enger Partnerschaft mit Unternehmen der Automobilzuliefererindustrie des Landes Sachsen-Anhalt und mit Global Playern, wie der Volkswagen AG, intelligente automobile Antriebssysteme der Zukunft. Der Bereich Medizintechnik hat sich in den letzten Jahren zu einem weiteren OVGU-Forschungsschwerpunkt der Ingenieurwissenschaften entwickelt dem in 2012 die Einwerbung des BMBF-Forschungscampus STIMULATE mit einem Förderumfang von insgesamt bis zu 30 Mio. Euro über 15 Jahre gelang. In einem hochkompetitiven Wettbewerb mit 96 bundesweiten Anträgen konnte sich STIMULATE als einer von nur neun geförderten Forschungscampus im ganzen Bundesgebiet durchsetzen. Zusammen mit der Siemens AG entwickeln Ingenieure und Mediziner aus sechs Fakultäten der OVGU Katheter und spezielle medizinische Instrumente für minimalinvasive operative Eingriffe unter Führung durch Röntgen- und Magnetresonanz-Bildgebung. IKAM und STIMULATE sind Chance und Herausforderung zugleich, den Erwartungen an eine Universität als führende Forschungs- aber auch Technologietransfer-Einrichtung gerecht zu werden. Unsere Erfolge in der grundlagen- und anwendungsorientierten Forschung lassen sich nicht zuletzt aus dem aktuellen DFG-Forschungsatlas 2012 ablesen, der unsere Universität unter den – in absoluten Zahlen – 40 drittmittelstärksten Universitäten des Bundes zählt. Das ist gemessen an der eingangs erwähnten Größe unserer Universität eine gute Entwicklung, die es in den nächsten Jahren nicht nur zu halten, sondern weiter auszubauen gilt. Im Bereich der medizinischen Forschung wurde in 2012 der Aufbau von Forschungsnetzwerken zusammen mit unserem außeruniversitären Forschungspartnern ausgebaut. Für den Forschungsschwerpunkt Neurowissenschaften mit seinem Koordinierungszentrum CBBS wurde das durch Mittel des Landes und der EU finanzierte Forschungsgebäude des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE, ein Zentrum

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der Helmholtz-Gemeinschaft) errichtet. Durch fünf gemeinsame Berufungen der OVGU mit dem DZNE konnten namhafte internationale und nationale Professoren für die Erforschung der Ursachen und die frühzeitige Diagnose von Demenzerkrankungen für den Standort Magdeburg gewonnen werden. Außerdem startete der CBBS-getragene SFB 779 „Neurobiologie motivierten Verhaltens“ in 2012 in seine zweite 4-jährige Förderperiode. Der Forschungsschwerpunkt Dynamische Systeme/ Biosystemtechnik mit seinem Koordinierungszentrum CDS konnte im Bereich Immunologie durch sechs Berufungen von Professorinnen und Professoren, die zum Teil gemeinsam mit dem HelmholtzZentrum für Infektionsforschung (HZI, Braunschweig) durchgeführt wurden, weiter gestärkt werden. 2012 erfolgte die Grundsteinlegung für ein Forschungsverfügungsgebäude der OVGU, das in wesentlichen Teilen dem CDS zur Verfügung gestellt wird. Nach seiner Inbetriebnahme wird damit die Voraussetzung geschaffen, die Forschungsleistungen der Dynamischen Systeme weiter voranzubringen. Im Herbst konnten wir schließlich die erfolgreiche Verlängerung des Transregio-SFB 62 (CompanionTechnologie zur Mensch-Maschine Interaktion) um vier weitere Jahre gemeinsam mit dem Partner-Standort Ulm als Erfolg verbuchen. Hier untersuchen Neurowissenschaftler, Mediziner und Ingenieure zusammen, welche Anforderungen Computer-Hardware und -Software für die effiziente Nutzung durch den Menschen erfüllen müssen. Ein gemeinsames Muster all dieser Highlights des Jahres lässt sich erkennen: Die OVGU ist in der Forschung besonders stark in Bereichen, in denen sich Technologie-Entwicklung und Grundlagen-Wissenschaft treffen. „Science meets Technology“ – dieses Motto prägte also auch das Jahr 2012 und lässt uns in eine vielversprechende Zukunft blicken.

Prof. Dr. rer. nat. Volkmar Leßmann Prorektor für Forschung, Technologie und Chancengleichheit


NEUROWISSENSCHAFTEN (CENTER OF BAHAVIOURAL BRAIN SCIENCES, CBBS)

LEIBNIZ-INSTITUT (LIN)

LANDES-FORSCHUNGSSCHWERPUNKT

DYNAMISCHE SYSTEME/BIOSYSTEMTECHNIK (CENTER OF DYNAMIC SYSTEMS, CDS)

MAX-PLANCK-INSTITUT (MPI)

LANDES-FORSCHUNGSSCHWERPUNKT

AUTOMOTIVE (IKAM)

LANDES-FORSCHUNGSSCHWERPUNKT

DEUTSCHES ZENTRUM FÜR NEURODEGENERATIVE ERKRANKUNGEN, STANDORT MAGDEBURG

LIN

HELMHOLTZ-ZENTRUM

NEUROBIOLOGIE MOTIVIERTEN VERHALTENS

LIN

SFB 779 (SPRECHER)

MOLEKULARE ORGANISATION DER ZELLULÄREN KOMMUNIKATION IM IMMUNSYSTEM

LIN

SFB 854 (SPRECHER)

HALBLEITER-NANOPHOTONIK: MATERIALIEN, MODELLE, BAUELEMENTE

SFB 787

VOM GEN ZUM PRODUKT

SFB 578

DAS AKTIVE GEHÖR

SFB/TRANSREGIO 31

LIN

EINE COMPANION-TECHNOLOGIE FÜR KOGNITIVE TECHNISCHE SYSTEME

LIN

INTEGRIERTE CHEMISCHE PROZESSE IN FLÜSSIGEN MEHRPHASENSYSTEMEN

MPI

SFB/TRANSREGIO 62

SFB/TRANSREGIO 63

POLARCON: KONTROLLE DER POLARISATIONSFELDER IN GAN-BASIERTEN LICHTEMITTERN

DFG-FO-GRUPPE 957

PARTIKEL IM KONTAKT – MIKROMECHANIK, MIKROPROZESSDYNAMIK UND PARTIKELKOLLEKTIVE (PIKO)

DFG-SPP 1486

LEIBNIZ GRADUATE SCHOOL ON SYNAPTOGENETICS

LIN

MIKRO-MAKRO-WECHSELWIRKUNGEN IN STRUKTU­R IERTEN MEDIEN UND PARTIKELSYSTEMEN

LEIBNIZ-GEMEINSCHAFT

GRADUIERTENKOLLEG 1554 DER DFG

ZELL-ZELL-KOMMUNIKATION IM NERVEN- UND IMMUNSYSTEM

LIN

INTERNATIONAL MAX PLANCK RESEARCH SCHOOL MPI

GRADUIERTENKOLLEG 1167 DER DFG GRADUIERTENKOLLEG MPI MPG LSA

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F orschun G  / F O R S C H U N G S profil /  G eförderte P rojekte OTTO-VON-GUERICKE GRADUATE SCHOOL

ALLE FAKULTÄTEN

BMBF-CENTER FOR ADVANCED IMAGING (CAI)

GRADUIERTENKOLLEG

BMBF-LEITPROJEKT

LIN

VIERFORES/CENTER FOR DIGITAL ENGINEERING

BMBF-LEITPROJEKT FRAUNHOFER-INST. (IFF) BMBF-LEITPROJEKT

MAGDEBURG CENTRE FOR SYSTEMS BIOLOGY (MACS) MPI BERNSTEIN GRUPPE FOR COMPUTATIONAL NEUROSCIENCE (BGCN) MAGDEBURG

LIN

MEDIZINTECHNIK IFF

FÖRDERMASSNAHME DES BMBF TRANSFER-FORSCHUNGSSCHWERPUNKT

ERNEUERBARE ENERGIEN

TRANSFER-FORSCHUNGSSCHWERPUNKT

MIKROSYSTEMTECHNIK

TRANSFER-FORSCHUNGSSCHWERPUNKT

WIRBELSCHICHTTECHNOLOGIE

TRANSFER-FORSCHUNGSSCHWERPUNKT

PARTIKELTECHNOLOGIE – PARTIKELSYSTEME

SCHWERPUNKTTHEMA

FUNKTIONALISIERTE MATERIALIEN

SCHWERPUNKTTHEMA

UMWELTTECHNIK

SCHWERPUNKTTHEMA

SCHWERPUNKTTHEMA

INTELLIGENTE INTERAKTIVE SYSTEME LIN IFF NICHTLINEARE SYSTEME

SCHWERPUNKTTHEMA

ZENTRUM FÜR TRANSFORMATIONSFORSCHUNG (ZFT)

SCHWERPUNKTTHEMA

ZENTRUM FÜR SOZIALWELTFORSCHUNG UND METHODENENTWICKLUNG (ZSM)

SCHWERPUNKTTHEMA

DECISION DESIGN

SCHWERPUNKTTHEMA

Decision Design

SCHWERPUNKTTHEMA

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Links: Verbrennung im Transparent-

der antrieb von morgen schon heute

motor mit Blick durch den Glaskolben

Rechts oben: Aufnahme einer Diesel­

Das Institut für Kompetenz in AutoMobilität – kurz IKAM Die Anforderungen an die Automobilbranche in den kommenden Jahren werden zum einen durch die konsequente Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors hinsichtlich Thermodynamik, Verbesserung der Reibungseigenschaften und Optimierung des vorhandenen Gesamtsystems charakterisiert. Zum anderen spielen die Gewichtsreduktion aller Fahrzeugkomponenten, der sogenannte Leichtbau, der Einsatz alternativer Kraftstoffe und der Ausbau innovativer Antriebskonzepte eine wesentliche Rolle, um eine Reduktion von Emissionen und Kraftstoffverbrauch zu ermöglichen. Um den zukünftigen Herausforderungen gerecht zu werden, erforscht das Institut für Kompetenz in AutoMobilität neue Methoden und Anwendungen, um diese Ziele in Zukunft erfüllen zu können. Dafür stehen am Standort Magdeburg des IKAM verschiedene

Prüfmöglichkeiten zur Verfügung. Neben einem Einzylinderprüfstand, welcher der Untersuchung der Verbrennung und der inneren Reibung dient, und einem universell einsetzbaren Allradantriebsstrangprüfstand stehen Teststände zur Überprüfung und Weiterentwicklung von Leistungselektronik, Bordnetzsystemen und Schalluntersuchungen zur Verfügung. Ergänzt werden die beiden Geschäftsfelder Antriebstechnik und Elektromobilität durch den Standort Barleben des IKAM, welcher sich vor allem mit dem Leichtbau kleiner und präziser Bauteile aus neuen Materialien sowie der Mess- und Prüftechnik zur Qualitätssicherung beschäftigt. Um die genannten Ziele der Reduktion von Emissionen zu erreichen, werden am IKAM zurzeit alternative Kraftstoffe, sogenannte SunFuels und SynFuels, hinsichtlich Spraybildung und Rußleuchten untersucht und die gesammelten Ergebnisse zeitnah veröffentlicht. Die Untersuchung alternativer Antriebs- und Re-

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einspritzung mit 8-Loch-Düse

Rechts unten: Laserinduzierte Fluoreszenz (Quelle: ISUT)

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F orschun G  / A utomotive

Der Allradantriebsstrang­ prüfstand des IKAM

gelkonzepte auf dem Allradantriebsstrangprüfstand sowie CFD-Simulationen bilden einen weiteren Schritt, um zukünftige Antriebe und Antriebskonzepte möglich zu machen. Seit März 2012 werden die Geschäftsfelder Antriebstechnik und Elektromobilität des IKAM Standort Magdeburg zusätzlich durch Prof. Dr.-Ing. Jens Hadler verantwortet. Prof. Hadler besetzt seit 2011 eine Honorarprofessur für Nachhaltige Mobilität am Institut für Mobile Systeme der OVGU. Als national und international geschätzter Fachmann auf dem Gebiet der Verbrennungsmotoren sowie innovativer Antriebstechnologien wird er in den nächsten Jahren dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen der Industrie, dem IKAM und der Universität zu intensivieren und somit den Forschungsschwerpunkt Automotive weiter zu forcieren.

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Prof. Dr.-Ing. Jens Hadler studierte an der Otto-vonGuericke-Universität Magdeburg Allgemeinen Maschinenbau und promovierte auf dem Gebiet der Tribologie. Anschließend war er 17 Jahre lang bei Volkswagen in verschiedenen verantwortungsvollen Positionen tätig, davon die letzten fünf Jahre als Leiter der Aggregateentwicklung. Seit 2012 ist Prof. Hadler Geschäftsführer der APL Group in Landau und der IKAM GmbH sowie Honorarprofessor im Fach Nachhaltige Mobilität an der OVGU.


vierfores I I

mit zuverl ä ssiger technik sicher in die Z U kunft

Magische Linse zur Exploration

Digital Engineering an der OVGU Unter dem Titel „Virtuelle und Erweiterte Realität für höchste Sicherheit und Zuverlässigkeit eingebetteter Systeme“, kurz ViERforES, begann 2009 ein Verbund aus universitärer und anwendungsorientierter Forschung sich den Herausforderungen zu stellen, die der verstärkte Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechnologien in vielen technischen Domänen mit sich bringt. Über 40 Wissenschaftler forschten in den letzten vier Jahren in verschiedenen Domänen – dazu zählten unter anderem Automotive/Mobilität, Medizintechnik und Energiesysteme – an der Fragestellung, wie klassische Ingenieurskunst und moderne IT optimal voneinander profitieren können. In allen Domänen stellt sich durchweg die Erkenntnis ein, dass IT einerseits einer der wichtigsten Innovationstreiber ist, gleichzeitig aber auch neue Probleme entstehen, die nur durch interdisziplinäre Teams von Fachexperten gelöst werden können.

Deshalb wurde bereits sehr früh mit dem Aufbau eines interdisziplinären Hochschulzentrums für Digital Engineering (CDE) begonnen. Unter dem Dach des CDE sollten all jene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gebündelt werden, die genau an der Grenze zwischen Informatik und Ingenieurwissenschaft liegen. Dementsprechend wird das Zentrum auch fakultätsübergreifend von den Professoren Michael Schenk (Maschinenbau) und Gunter Saake (Informatik) geleitet. Inzwischen sind am CDE Arbeitsgruppen aus fünf Fakultäten sowie dem Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und Automatisierung (IFF), dem Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer Systeme und dem Institut für Automation und Kommunikation beteiligt.

virtueller Informationsräume

Aus dieser erfolgreichen dynamischen Kooperation entwickelten sich eine Reihe weiterer disziplinübergreifender Verbundforschungsprojekte und auch ein Graduiertenkolleg im Bereich digitale Tatortanalyse. 2011 wurde zudem ein neuer Masterstudiengang

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F orschun G  / D igital E ngineering

Projektpartner: • Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automati sierung IFF, Magdeburg • Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE, Kaiserslautern • Otto-von-Guericke Universität Magdeburg • Technische Universität

­ igital Engineering eingeführt. Der Studiengang D wird primär von den Fakultäten Informatik und Maschinenbau getragen, ist aber auch für andere Ingenieurwissenschaften geöffnet. Zugangsvoraus­ setzung ist ein Bachelor- oder Masterabschluss in einem ingenieurwissenschaftlichen Bereich oder der Informatik. Alleinstellend ist eine starke Fokussierung auf angewandte, interdisziplinäre Forschung, mit der optimal auf den Berufseinstieg vorbereitet wird.

Kaiserslautern • Dornheim Medical Images GmbH, Magdeburg • Lehnert Regelungstechnik GmbH, Magdeburg • FuelCon AG, Barleben (Foto: Viktoria Kühne/ Fraunhofer IFF)

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Dieses erfolgreiche Modell führte dazu, dass das CDE inzwischen auch in mehreren internationalen Kooperationen erfolgreich ist. So konnten beispielsweise in 2013 ein Kooperationsprojekt mit Thailand erfolgreich eingeworben werden, das als Ziel eine institutionalisierte Zusammenarbeit in Forschung und Lehre auf dem Gebiet Digital Engineering hat.

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Jun.-Prof. Dr. Frank Ortmeier ist seit 2009 Leiter der Arbeitsgruppe Computer Systems in Engineering. Der Forschungsfokus liegt auf professioneller Softwarekonstruktion in technischen Systemen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei sicherheitskritische Anwendungen. Aktuell ist er Leiter mehrerer disziplinübergreifender Forschungsprojekte, Studienfachbetreuer für Digital Engineering und Ingenieurinformatik, Sprecher der GI-Regionalgruppe Sachsen-Anhalt, Leiter von drei internationalen ERASMUSProgrammen sowie Gründer und Geschäftsführer von isoTec.


Radnahe Antriebstechnik für hohe Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität Elektrofahrzeuge sind aktuell stark in den Fokus gerückt, da ihre energieeffizient und nachhaltig gestaltbaren Fahrzeugkonzeptionen Lösungen für die Sicherung von umweltfreundlicher Mobilität sind. „Editha“ von unten: radnaher

Mit diesen Zielstellungen haben Produktionstechniker, Konstrukteure, Mechaniker, Mechatroniker und Psychologen der Fakultät für Maschinenbau einen herkömmlichen Smart zu einem Elektroauto umgerüstet. Im Juni 2012 wurde das Elektrofahrzeug „Editha“ – benannt nach der Frau Otto I. – nach einer nur einjährigen Konzeptions- und Umrüstungszeit straßenzugelassen. Es erreicht Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h bei einer Reichweite von 130–150 km und unter Beibehaltung der vollen Fahrzeugfunktionalität.

Motor, Controller und ­Verkabelung

„Editha“ von hinten: Teil des Batteriepackages

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F orschun G  / E rneuerbare E nergien

das E - auto : vom prototypen zum A lltagsfahrzeug Energieeffizienter Antriebs- und Batteriestrang Schwerpunkt der Forschungsarbeiten war die Entwicklung eines energieeffizienten, gewichtsminimierten Antriebsstranges mit minimalen Reibungsund Umlenkverlusten. Dieser besondere innovative Anspruch ist durch die Umsetzung eines radnahen Einzelradantriebs über zwei achsnah verbaute Motoren (Gesamtleistung beider Motoren: 20,5 kW) an der Hinterachse realisiert. Das Batterie- und Ladesystem zeichnet sich durch Sicherheit, Zuverlässigkeit und einfache Nutzbarkeit aus. „Editha“ erreicht damit einen Gesamtwirkungsgrad vom Ladestecker zum Rad von 70 Prozent. Nachhaltiges Fahrzeugkonzept Bei der Komponentenauswahl legten die Magdeburger Forscher großen Wert auf eine hohe Lebensdauer und Energieeffizienz. Die Smartkarosse selbst ist

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vollständig recyclebar und im zweiten Produkt-Lebenszyklus eingesetzt. Ergänzt wird das Fahrzeugkonzept durch innovative Anzeigeinstrumente für eine intelligente Fahrweise und effiziente Rekuperationsnutzung. Das vorliegende Antriebs- und Batteriekonzept sowie die realisierte Bauraumflexibilität des Elektroautos „Editha“ ermöglichen als eines der wenigen Fahrzeugkonzepte in Deutschland die Kombination verschiedener Energiebereitstellungsmöglichkeiten im Fahrzeug und eine universelle Ankopplung an unterschiedliche externe Energiequellen. Die Forschungen zu alltagstauglicher und nachhaltiger Elektromobilität werden auch 2013 fortgesetzt. Insbesondere wird der Fokus auf der Nutzung regenerativer Energien sowie auf Konzepten zur Reichweitenverlängerung von Elektroautos liegen. Mehr Infos unter: www.editha.eu


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F orschun G  / N eurosciences

D Z N E – deutsches zentrum f ü r neurodegenerative erkrankungen Forschung für die Fitness der grauen Zellen Das DZNE ist ein Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren, das sich mit neurodegenerativen Erkrankungen beschäftigt. Sein Leitbild ist es, Ursachen und Risikofaktoren, die Neurodegeneration vorbestimmen, zu verstehen und neue Therapie- und Pflegestrategien zu entwickeln. Um die erfolgreiche deutsche Forschung auf dem Gebiet der Neurodegeneration zu bündeln, arbeitet das DZNE eng mit seinen Partneruniversitäten zusammen – am Standort Magdeburg mit der Otto-von-Guericke-Universität. Der Schwerpunkt des DZNE-Standorts Magdeburg liegt in der Koordination und Qualitätssicherung der Imaging-Projekte aller Standorte sowie der Generierung und Supervision einheitlicher Standards, ausgestattet mit modernstem Equipment, den aktuellen Anforderungen des derzeitigen Forschungstands entsprechend. Am DZNE-Standort Magdeburg werden Behandlungsmethoden entwickelt, die kompensatorische Mechanismen im Gehirn aktivieren und den kognitiven Verfall verlangsamen. Es gibt viele Hinweise darauf, dass geistige und körperliche Aktivität die

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Leistung des erkrankten Gehirns verbessern können. Beim Lernprozess werden Nervenzellen aktiviert und verknüpft. Durch gezieltes physisches und mentales Training könnten Schäden am Nervensystem teilweise kompensiert werden. Wissenschaftler am DZNE erforschen systematisch, wie man die nützlichen Effekte der physischen Aktivität in neue Therapien überführen kann. Ein Forschungsansatz konzentriert sich auf die Suche nach eindeutigen Biomarkern, die als Indikatoren für eine drohende Demenz dienen könnten, ein weiterer liegt in der Entwicklung von prophylaktischen Therapieansätzen – wie beispielsweise ein kombiniertes Gedächtnis- und Bewegungstraining – sowie in der Erforschung von Aufmerksamkeits- und Arbeitsgedächtnisprozessen beim Gesunden. Ein präklinisches Forschungsteam entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie Magdeburg und der Klinik für Neurologie neue Modelle und Forschungsmethoden mit dem Schwerpunkt auf neuroprotektive und kompensierende Strategien gegen Demenz sowie auf diagnostischen Bildgebungsverfahren unter Verwendung von in vivo- und Gewebekulturansätzen.


D as D Z N E -T eam am S tandort M agdeburg : Prof. Dr. Alexander Dityatev ist seit 2012 Leiter der Arbeitsgruppe Molekulare Neuroplastizität am DZNEStandort Magdeburg. Sie untersucht, in welchem funktionellen Ausmaß die synaptische Plastizität in den Subregionen EC, DG, CA1 und CA3 der hippokampalen Formation in den frühen Stadien der Alzheimer-Krankheit und anderen neurodegenerativen Erkrankungen verändert ist. Des Weiteren wird in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Neurobiologie eine Kombination aus Zwei-Photonen-Mikroskopie, Nanoskopie und intrakortikalen / epikranialen Aufnahmen entwickelt, um den Zusammenhang zwischen funktionellen Änderungen und strukturellen Modifikationen der Präsynapsen, Postsynapsen, (peri-)synaptischen ECM und glialen Endungen in vitro und in vivo zu untersuchen. Ein weiteres Ziel ist es, frühzeitig Veränderungen der synaptischen Plastizität zu Anomalien in neuronalen Oszillationen, Aktivität von Orts- und Rasterzellen sowie der räumlichen Orientierungsfähigkeit bei Demenz in Tiermodellen zuzuordnen. Diese Daten werden – in Zusammenarbeit mit den klinischen Forschungsgruppen des DZNE Magdeburg – auf die menschliche räumliche Orientierungsfähigkeit übertragen. Mit diesem integrativen Ansatz wird die Wirksamkeit von Interventionen auf die Plastizität untersucht, mit Bezug auf ECMs, ECM-Rezeptoren und Ektoproteasen in Demenz-Maus-Modellen.

Prof. Dr. Peter Nestor studierte Medizin an der University of Melbourne, Australien, und erhielt seinen Abschluss 1989. Er absolvierte eine Facharztausbildung in Innerer Medizin am Royal Melbourne Hospital sowie eine Facharztausbildung in Neurologie am Alfred Hospital, ebenfalls in Melbourne, sowie am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London. Als Facharzt für Neurologie wurde er 1998 Fellow am Royal Australasian College of Physicians. Danach wechselte er an die University of Cambridge, UK. Dort promovierte er über die PositronenEmissions-Tomographie bei Demenz und arbeitete anschließend in dieser Universität als wissenschaftlicher Mitarbeiter. 2005 wurde er klinischer Wissenschaftler am Medical Research Council (MRC) und war als Senior-Forscher an der University of Cambridge tätig. Dort wurde er 2009 Dozent für kognitive Neurologie. Seit 2012 forscht Prof. Nestor am DZNE-Standort Magdeburg. Das übergeordnete Thema sind die klinischen, neuropsychologischen sowie Neuroimaging-Merkmale der degenerativen Demenzen. Der Blick liegt auf der Verbesserung der Differential- und Frühdiagnostik, der Entwicklung sensibler, aber stabiler Monitoring-Methoden, um das Fortschreiten der Erkrankung zu untersuchen. Außerdem werden mechanistische Fragen der Erkrankungs-Pathogenese adressiert – indem die topographische und zeitliche Entwicklung der pathologischen und neurodegenerativen Funktionen untersucht wird.

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F orschun G  / N eurosciences

Prof. Dr. Frank Angenstein ist seit Januar 2012 Leiter der DZNE-Arbeitsgruppe Funktionelles Neuroimaging in Magdeburg. Ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist die Verbindung dieser beschreibenden strukturellen metabolischen Messungen mit der funktionellen MRT (fMRI) – für eine möglichst umfangreiche Charakterisierung von verschiedenen Tiermodellen der Demenz. Die Kombination von fMRI mit struktureller MRT ermöglicht Aussagen, inwieweit funktionelle Störungen in einer Struktur aufgrund beobachteter morphologischer Änderungen anzunehmen sind. Folgende Fragestellungen werden bearbeitet: 1. Welche Änderungen der neuronalen Aktivität beeinflusst die fMRT-Antwort im Gyrus dentatus? und 2. Wie werden eingehende Signale im Hippokampus verarbeitet und in andere Regionen weitergeleitet? Es zeigte sich, dass bestimmte Stimulationsmuster nicht nur die hippokampale Formation aktivieren, sondern auch verschieden kortikale und subkortikale Strukturen. Untersucht werden der Verlauf des normalen Alterns sowie verschiedene Formen von Demenzen.

Prof. Dr. Thomas Wolbers absolvierte 1999 in Psychologie an der Universität Hamburg und promovierte dort am Institut für Systemische Neurowissenschaften. Im Rahmen eines Marie-Curie-Stipendiums erforschte er an der University of California, Santa Barbara, die neuronalen Grundlagen räumlicher Orientierungsprozesse beim Menschen. Für diese Arbeit erhielt er den prestigeträchtigen Harvey L. Karp Discovery Award. 2009 wechselte er als Senior Lecturer an das renommierte Centre for Cognitive and Neural Systems an der University of Edinburgh. Gleichzeitig war er Mitglied des Centre for Cognitive Ageing and Cognitive Epidemiology, in dessen Rahmen er begann, altersbedingte Veränderungen räumlicher Fähigkeiten zu erforschen. Seit Juni 2012 ist er Professor für Altern und Kognition am DZNE Magdeburg. Sein Forschungsprogramm zielt darauf ab, altersbedingte normale sowie pathologische Veränderungen in den Gehirnstrukturen besser zu verstehen, die für die räumliche Orientierung besonders wichtig sind. Darüber hinaus führt er Interventionsstudien durch, um die Plastizität dieser Strukturen im Alter zu charakterisieren und die Wirksamkeit neuer Therapieverfahren zu testen.

Prof. Dr. Notger Müller leitet seit 2009 die Arbeitsgruppe Neuroprotektion am DZNE Magdeburg. ­ Prof. Müller erforscht derzeit vorrangig die Frühdiagnostik und Prävention von Demenzen. Dabei kommen alle modernen bildgebenden Verfahren zum Einsatz, wobei der Schwerpunkt weiterhin auf der funktionellen MR-Tomografie liegt – mit dem Ziel, experimentelle Paradigmen zu entwickeln, die eine pathologische Entwicklung des Gehirns im Rahmen einer Demenz frühzeitig anzeigen. Des Weiteren setzt Prof. Müller seine frühere Forschung zur Frage, wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis unsere Wahrnehmung beeinflussen, fort. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeitsgruppe liegt in der Entwicklung von prophylaktischen Therapieansätzen, wie dies bspw. im kombinierten Gedächtnis- und Bewegungstraining Ausdruck findet. Solch ein Training kann die Anzeichen einer Demenz zumindest verzögern.

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SFB 779 LERNEN AKTUALISIERUNG VON

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REPRÄSENTATION VON REIZEN UND HANDLUNGEN

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EVALUATION VON REIZ­BEDEUTUNGEN UND HANDLUNGSALTERNATIVEN

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HANDLUNGSAUSWAHL AUF BASIS ­ DER EVALUATION

ERGEBNISBEWERTUNG AUF BASIS ­ DER EVALUATION

S F B 7 7 9 – N eurobiologie motivierten verhaltens Die Arbeit des Sonderforschungsbereichs 779 Motivation ist ein zentraler Auslösungs- und Steuerungsfaktor für das Verhalten bei höheren Tieren und Menschen und daher nicht nur von fundamentaler Bedeutung für die Lebenswissenschaften, sondern auch von hoher allgemeiner gesellschaftlicher Relevanz. Während psychologische Theorien zum Thema Motivation eine jahrhundertelange Geschichte haben, ist die Erforschung der Hirnmechanismen, denen das Prinzip Motivation zu Grunde liegt, noch relativ jung. Der SFB 779 „Neurobiologie motivierten Verhaltens“ der Universität Magdeburg erforscht die neuronalen Grundlagen motivationsabhängiger und motivationssteuernder Prozesse mit einem interdiszip-

linären Ansatz, der die komplementären Vorteile tier- und humanverhaltensphysiologischer Forschungsansätze nutzt. Hierbei zielt der SFB auf ein klassische Forschungsdisziplinen übergreifendes Verständnis der Neurobiologie motivierten Verhaltens, das die molekularen, zellulären, systemphysiologischen und verhaltensphysiologischen Ebenen genauso umfasst wie die klinischen Aspekte der Motivationssteuerung. Im Rahmen des SFB 779 wurden neue experimentelle Paradigmen entwickelt, die zu einem vertieften Verständnis der relevanten Elementarprozesse komplexer motivierter Verhaltenssteuerung geführt haben (siehe Abbildung). Die hierdurch ermöglichten systemphysiologischen Untersuchungen leisten wesentliche Beiträge zur Rolle verschiedener

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F orschung /  N eurosciences

Abb. links: Schematische Darstellung einiger wesent­ licher Elementarprozesse, die motivationsgesteuerten Handlungen zugrunde liegen.

Abb. rechts: Netzwerk ausgewählter relevanter Hirnstrukturen, in denen diese Prozesse als neuronale Verarbeitungsmechanismen implementiert sind. Das Netzwerk bildet einen „semantischen Prozessor“, dessen Funktionsprinzipien eine Vielzahl neuronaler Daten und korrespondierender Verhaltensdaten verständlich machen.

Mehr Infos unter: www.sfb779.de

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Hirnstrukturen und deren Interaktion während der Entstehung und Durchführung motivierter Handlungen. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Prozesse der Bewertung von Sinnesinformationen und der Bewertung von Handlungskonsequenzen. Auf der zell- und molekularphysiologischen Ebene werden zudem für motiviertes Verhalten wichtige intrazelluläre Signalwege in Nervenzellen aufgeklärt. Die für diese Breite notwendige Interdisziplinarität hat der SFB durch Rekrutierung von Arbeitsgruppen aus der Fakultät für Naturwissenschaften und der Fakultät für Medizin der Universität sowie aus dem LeibnizInstitut für Neurobiologie (Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung) geleistet. Nach exzellenter Begutachtung befindet sich der SFB 779 seit Beginn 2012 in seiner zweiten Förderperiode.

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Prof. Dr. Frank W. Ohl ist der Sprecher des SFB 779. Er promovierte im Fach Zoologie an der Technischen Hochschule Darmstadt und arbeitete als Postdoc an der University of California, Berkeley, USA. Zurzeit leitet er die Abteilung „Neurobiologie/ Neuroprothetik“ am Institut für Biologie der Otto-von-Guericke-Universität und ist zudem Direktor der Abteilung „Systemphysiologie des Lernens“ am Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg.


I mmunologie Neu berufene Professoren

CDS

Forschungszentrum Dynamische Systeme: Biosystemtechnik Das Forschungszentrum ,,Dynamische Systeme – Biosystemtechnik” vereinigt Forschergruppen mit ingenieurwissenschaftlichem, systemtheoretischem, mathematischem, medizinischem und biologischem Hintergrund. Wissenschaftler aus fünf Fakultäten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und aus dem Max-PlanckInstitut arbeiten eng und fachübergreifend zusammen, um die gemeinsam gesetzten Ziele zu erreichen:

Ziel des CDS ist die Analyse und die gezielte Beeinflussung sowie die Synthese biologischer Systeme von der molekularen Ebene, über Einzelzellen bis hin zur systemischen Ebene. Um dieses Ziel zu erreichen, entwickeln die beteiligten Forschergruppen mathematische Modelle und Methoden, mit denen das Zusammenwirken der relevanten biologischen Teilprozesse im Computer simuliert und analysiert werden kann. Mihilfe dieser Simulationsmodelle und Analysenmethoden kann zum Beispiel untersucht werden, wie sich Zellen mithilfe externer Stimulationssignale gezielt beeinflussen lassen. Mit Blick auf biomedizinische Probleme können im Krankheitsfall konkurrierende

Hypothesen für zelluläres Fehlverhalten per Simulation durchgespielt, Strategien für die frühzeitige Diagnose entwickelt sowie geeignete Interventions- und Therapieansätze identifiziert werden. Das CDS konnte mit Frau Prof. Lavrik eine herausragende Forscherpersönlichkeit gewinnen, die neben weiteren neuberufenen Professoren und Professorinnen 2012 ihre Forschungstätigkeit in der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aufgenommen hat. Die Forschung im CDS sowie deren nationale und internationale Sichtbarkeit werden durch die neuberufenen Professoren und Professorinnen maßgeblich gestärkt.

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F orschun G  / D ynamische S ysteme Prof. Dr. Inna Lavrik – Professur für Translationale Entzündungsforschung Prof. Lavrik hat in den letzten Jahren wichtige Forschungsergebnisse zum Verständnis der Regulation des „Todesrezeptors“ CD95 (Fas/APO-1) im Immunsystem erzielt und verstärkt maßgeblich die biomedizinische Forschung im CDS. Ihre Arbeiten sind insbesondere in der Krebs­forschung in hohem Masse innovativ, da sie die molekulare Untersuchung krankheitsrelevanter Prozesse mittels mathematischer Modellierung (Systembiologie) erlauben.

Prof. Dr. Berend Isermann – Professur für Klinische Chemie und Pathobiochemie Die Funktion der Gerinnungsproteasen für die Regulation der Hämostase und der vaskulären Integrität ist etabliert. Neue Erkenntnisse zeigen, dass Gerinnungsproteasen durch Rezeptor-vermittelte Mechanismen aber auch die Funktion von Mitochondrien und des endoplasmatischen Retikulums und damit die zelluläre Homeostase regulieren. Das Gerinnungssystem ist somit nicht nur Garant der vaskulären Integrität, sondern eine wichtige Schnittstelle zwischen extra- und intrazellulärem Milieu.

Prof. Dr. Dunja Bruder – Professur für Infektionsimmunologie Prof. Bruder und ihr Team untersuchen die molekularen und zellulären Mechanismen, die T-Zell-vermittelten entzündlichen Erkrankungen der Lunge, des Darms und der Bauchspeicheldrüse zugrunde liegen. In aktuellen Projekten untersucht sie zudem, wie eine infektionsbedingte Modulation der Immunantwort des Wirtes gegen bakterielle und virale Erreger den Verlauf von Autoimmunität, Pathogen-Persistenz und Suszeptibilität gegenüber Sekundärinfektionen beeinflusst.

Prof. Dr. Ingo Schmitz – Systemorientierte Immunologie und Entzündungsforschung Prof. Schmitz leitet eine Kooperationseinheit zwischen der OVGU und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Seine Forschung befasst sich mit Signalmechanismen, die zwischen Leben und Tod einer Zelle entscheiden. So untersucht er die Apoptose, eine Form des programmierten Zelltodes, und die Autophagie, also das „Selbstverdauen“ einer Zelle. Beide Prozesse sind für die immunologische Toleranz sehr wichtig. Neuerdings befasst er sich außerdem mit regulatorischen T-Zellen, die ebenfalls Toleranz vermitteln.

Prof. Dr. Ulrike Seifert – Professur für Immunmodulation Das Ubiquitin-Proteasom-System ist zur Erhaltung des zellulären Protein-Gleichgewichtes entscheidend und generiert antigene Peptide, die von spezifischen T-Lymphozyten erkannt werden. Unsere kürzlich publizierten Daten zeigen, dass eine Sonderform des Proteasoms, das ­sogenannte Immunoproteasom, geschädigte Proteine schnell abbauen und damit zeitnah auf eine Infektion reagieren kann, indem es sowohl das zelluläre Protein-Gleichgewicht aufrechterhält als auch mit der schnellen Bildung von antigenen Peptiden reagiert.

Prof. Dr. Thomas Schüler – Professur für Molekulare Immunologie Homöostatische Mechanismen bilden eine wichtige Grundlage für die Aufrechterhaltung von Immunität und immunologischer Toleranz. Hier spielen lösliche Immunbotenstoffe eine wichtige Rolle, mit deren Hilfe Immunzellen kommunizieren. Wie diese Immunbotenstoffe die Bildung des immunologischen Gedächtnisses beeinflussen und wie deren Manipulation zur Verbesserung der Immuntherapie bei Krebs genutzt werden kann, wird in der Arbeitsgruppe von Prof. Schüler studiert.

Prof. Dr. Steffen Borrmann – Professur für Molekulare Mikrobiologie Die an klinischen Fragestellungen orientierte Arbeitsgruppe von Prof. Borrmann beschäftigt sich mit der Behandlung der Malaria und den durch weitverbreitete Resistenzen entstehenden Problemen. Um dieser Herausforderung langfristig entgegenzuwirken, arbeitet die Gruppe auch an neuen Ansätzen, um der Malaria effektiver vorbeugen zu können. Malaria als globales Gesundheitsproblem erfordert einen internationalen und interdisziplinären Forschungsansatz, beides steht in der neuen Arbeitsgruppe im Vordergrund.

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1

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D er M agdeburger F orschungscampus S t imulat e Bildgeführte minimal-invasive Verfahren zur Diagnose und Behandlung altersbedingter Erkrankungen Der Forschungscampus STIMULATE (Solution Centre for Image Guided Local Therapies) gehört zu den zehn Gewinnern von bundesweit 96 Einreichungen innerhalb der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und strebt an, gemeinsam mit der Siemens AG sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen, ­­ wie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und regionalen KMU, auf dem Unicampus das „Deutsche Zentrum für bildgestützte Medizin“ als internationalen Leuchtturm zu etablieren. Das Gesundheitswesen ist einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Zukunft. Auf diesem Markt kommt der Medizintechnik eine Schlüsselrolle zu, die durch die enge Zusammenarbeit von Ingenieurund Naturwissenschaften sowie insbesondere der Medizin neue, innovative Diagnose- und Therapieansätze erschließt:

Im Forschungscampus STIMULATE werden Technologien für bildgeführte minimal-invasive Methoden in der Medizin entwickelt, die sowohl medizinische Behandlungsmethoden verbessern als auch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen eindämmen sollen. Im Fokus stehen die häufigsten Volkskrankheiten aus den Bereichen Onkologie, Neurologie sowie kardiovaskuläre Erkrankungen. Im Rahmen des Forschungscampus STIMULATE sollen nun bildgeführte minimal-invasive Diagnoseund Behandlungsmethoden eben solcher Erkrankungen, die erwartungsgemäß mit der fortschreitenden Überalterung der Bevölkerung zunehmen, verbessert bzw. erweitert werden. Die bildgeführten minimal-invasiven Methoden ermöglichen es, gerade bei älteren oder geschwächten Patienten mit Vor- bzw. Mehrfacherkrankungen, auf schwere Operationen, die sie zusätzlich belasten würden, zu verzichten. Stattdessen werden für die Behandlung miniaturisierte Instrumente wie Nadeln, Katheter oder Elektroden eingesetzt und diese mittels bildgebender Verfahren, d. h. Röntgen, Computer-

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F orschun G  / M edizintechnik

1

2

Angiographielabor

Phantom-Katheter

Tesla Magnetresonanz­

Röntgen- und Computerto-

In der Abbildung ist das

tomograph (MRT)

mographiebilder kann eine

Einführen des Katheters in ein

Die Abbildung zeigt den im

moderne 3D-Röntgenangio-

Gefäßmodell, ein sogenanntes

Herbst 2012 aufgestellten Mag-

graphieanlage schnell, mit

Phantom, zu sehen. Derartige

netresonanztomograph (MRT)

höchster Präzision und aus

Modelle erlauben einerseits

der Firma Siemens im Medizin-

jeder nur erdenklichen Posi-

die Evaluation von neuen Ka-

technik-Forschungslabor in

tion erstellen. Auf der Basis

thetern und andererseits auch

der Experimentellen Fabrik.

dieser Bilder kann der Arzt

das Training von Katheterein-

Das Gerät befindet sich in di-

die Instrumente im Körper des

griffen für junge Ärzte.

rekter Nachbarschaft zur einer

3

Patienten exakt navigieren und

Angiographieanlage, wie oben

die Therapie steuern und kon-

dargestellt. Beides soll genutzt

trollieren. Auf der Abbildung

werden, um Technologien für

ist das Team von Prof. Dr. med.

bildgeführte minimal-invasive

Martin Skalej während der ka-

Eingriffe zu entwickeln.

theterbasierenden Behandlung

4

eines Gehirnaneurysmas unter

Experimentelle Fabrik

der Kontrolle einer solchen

Das „Dach“ des Forschungs­

Röntgenanlage zu sehen.

campus STIMULATE

tomographie (CT) oder Ultraschall, aber auch unter Magnetresonanztomographie (MRT), zum Ort der Erkrankung navigiert. Im Gegensatz zu der minimalinvasiven Chirurgie – auch Knopfloch-Operationen genannt –, bei denen der Chirurg Instrumente mit integrierter Kamera nutzt, wird bei der bildnavigierten minimal-invasiven Methode das Bild von außen erzeugt, eben durch CT, MRT oder Röntgen. Für die Herstellung miniaturisierter Instrumente unterstützen als Partner kleine und mittlere Unternehmen aus der Region den Forschungscampus. Da die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich äußerst komplex sowie zeit- und kostenintensiv ist, haben kleine Arbeitsgruppen bzw. Firmen nur selten das Potential und die Mittel, Innovationen erfolgreich bis zur Marktreife zu entwickeln. Der durch das BMBF-Förderprogramm „Forschungscampus“ verfolgte Ansatz ist daher gerade im Hinblick auf die Kompetenzen am Standort Magdeburg besonders vielversprechend. Im Forschungscampus schließen sich Hochschule, Forschungsinstitute und Wirtschaftsunternehmen zusammen, um gemeinsam

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Erster MRT für die Medizintechnikforschung auf dem Unicampus installiert Die Magnetresonanztomographie, kurz MRT, ist ein Verfahren, mit dessen Hilfe man visuelle Schnittbilder des menschlichen oder tierischen Körpers erzeugen und dadurch Organe bzw. Organveränderungen sichtbar machen und beurteilen kann. Das Großgerät wird an der OVGU allerdings nicht für den Patientenbetrieb genutzt, sondern mehreren Fakultäten für gemeinsame interdisziplinäre, medizintechnische Forschungen dienen. So werden an diesem MRT unter anderem Methoden entwickelt, um minimalinvasive chirurgische Eingriffe zu überwachen oder neue Erkenntnisse über die Funktion des menschlichen Gehirns zu gewinnen.

und langfristig an einem Ort das Forschungsthema zu bearbeiten. Der Ort der gemeinsamen Forschung in Magdeburg werden Labore und Räume in der Experimentellen Fabrik sein, in denen bereits hochwertige Röntgen- und MagnetresonanztomographieTechnik installiert ist. Durch den Forschungscampus werden aber auch weitere wichtige Impulse und Ausstrahlungen auf Lehre, Forschung und Kooperationen für den Forschungsschwerpunkt Medizintechnik gesetzt. So erhofft man sich von der Leuchtturmwirkung von ­STIMULATE nicht nur viele interessierte und erfolgreiche Studierende, sondern auch die Zuwanderung von Wissenschaftlern, die sich an der Entwicklung der Methoden beteiligen, sowie auch von Ärzten, die diese Verfahren erlernen bzw. einsetzen möchten. Zudem wird die kontinuierliche Erweiterung der Forschungsaktivitäten durch begleitende Projekte erwartet. Bei avisierter voller Förderdauer von 15 Jahren können so bis zu 150 Mitarbeiter im Projekt tätig sein – darunter neben Medizinern und Medizintechnikern, Ingenieurund Naturwissenschaftler sowie Informatiker.


APPARAT

PROZESSMODELL

MATERIAL

online

STRUKTUR MONITORING

BETRIEBSBEDINGUNGEN

PARTIKEL­­EIGENSCHAFTEN

online

GEWÜNSCHTE PRODUKTEIGENSCHAFTEN

Konzeptschema der Wirbelschichtforschung in Magdeburg

kleine partikel gross im E insatz Wirbelschichtforschung an der OVGU Partikelbildende Wirbelschichtprozesse sind in der Chemie, Lebensmittelindustrie und Pharmazie von großer Bedeutung. Forschung in der Wirbelschichttechnik ist deswegen hochaktuell, weil die deutsche und europäische Industrie ihre Wettbewerbsfähigkeit nur durch maßgeschneiderte Apparate und Prozesse zur wirtschaftlich effizienten und umweltschonenden Herstellung von hochwertigen partikulären Produkten mit gezielt einstellbaren Eigenschaften wahren und ausbauen kann. Ein grundsätzliches wissenschaftliches Verständnis darüber, wie die Gestaltung des Wirbelschichtapparates, Materialeigenschaften und Betriebsbedingungen die Struktur und die Eigenschaften der partikulären Produkte beeinflussen, steht daher im Zentrum der Forschungsaktivitäten in Magdeburg. Wesentliche Aspekte dabei sind: • Die erstmalig in Magdeburg implementierte Kopplung mit der Trocknung. Es ist dadurch möglich, einerseits den Einfluss thermischer Betriebsparameter auf die Kinetik der Partikelbildung zu erfassen sowie, andererseits, Bildung und Struktur der festen Phase auf mikroskopischer Ebene zu studieren.

• Die für Sprühwirbelschichten ebenso erstmalig in Magdeburg entwickelte Nutzung von diskreten Modellen, sogenannten Monte-Carlo-Simulationen. Monte-Carlo-Simulationen verfolgen alle zur Partikelbildung führenden Mikroprozesse an einer relativ kleinen Anzahl von Teilchen, die somit das Verhalten eines großen Partikelsystems realitätsnahe abbildet. • Die Untersuchung der Partikelbewegung und der Zonenbildung (Sprühzone, Trocknungszone) in Sprühwirbelschichten, sowohl mit experimentellen Methoden wie auch durch Strömungssimulation. • Die Anwendung und Entwicklung moderner Messtechniken zur Überwachung der dynamischen Veränderung von Partikeleigenschaften in Wirbelschichten, wie auch zur eingehenden Charakterisierung des Produktes nach seiner Herstellung (z. B. die in Magdeburg erstmalig durchgeführte mikrotomographische Bestimmung sogenannter morphologischer Deskriptoren für Agglomerate). • Die Entwicklung modellbasierter Prozessführungsstrategien für die Erzeugung strukturierter partikulärer Produkte mit definierten Eigenschaften.

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F orschun G  / W irbelschichttechnik Was genau ist eine wirbelschicht? Wird eine Partikelschicht mithilfe eines Gases in Schwebe gehalten, so spricht man von einer Wirbelschicht. Wirbelschichten können als Trockner oder Reaktoren zur energetischen Verwertung von biogenen Brennstoffen verwendet werden, man kann aber auch eine Lösung oder Suspension auf die verwirbelten Partikel sprühen, um sie zu Produkten mit hochwertigen Gebrauchseigenschaften umzuwandeln: So können nach Verdampfung des Lösungsmittels und Bildung einer festen Phase die Partikel wachsen (Granulation), mit dünnen Funktions- oder Schutzschichten überzogen werden (Coating) oder über Feststoffbrücken größere Aggregate bilden (Agglomeration).

Einige der in Magdeburg mit der Wirbelschicht- und Trocknungstechnik befassten Forscher

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Vernetzte Forschung Partikelbildende Wirbelschichtprozesse werden an der Universität Magdeburg vorwiegend am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik durch Prof. Dr.-Ing. Evangelos Tsotsas und Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow untersucht. Dies geschieht im Rahmen von Leuchtturmprojekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, wie der Nachwuchsforschungsgruppe NaWiTec, den Wachstumskern WIGRATEC und deren Nachfolgevorhaben, wird aber auch von einer Reihe weiterer Projekte ergänzt und flankiert – u. a. vom Graduiertenkolleg „MikroMakro-Wechselwirkungen“ sowie von Einzelprojekten der Deutschen Forschungsgemeinschaft, von der Industriellen Gemeinschaftsforschung, der Personenförderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst und die Alexander-von-HumboldtStiftung. Es besteht eine enge Verbindung zur

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Arbeitsgruppe „Trocknungstechnik und Porennetzwerkmodelle“ des Lehrstuhls sowie zu Prof. Dr.-Ing. Lothar Mörl, der seit etwa 1970 die Wirbelschichttechnik in Magdeburg etablierte. Wesentliche regionale Industriepartner sind die Pergande Gruppe in Weißandt-Gölzau, die Glatt Ingenieurtechnik GmbH in Weimar sowie die Anhaltinische Verfahrensund Anlagentechnik GmbH in Magdeburg. Darüber hinaus bestehen Kooperationen und Kontakte mit vielen weiteren Unternehmen, von der kleinen spezialisierten Firma bis zum weltweit agierenden Konzern. Die mit der Wirbelschichttechnik befassten Forscher veröffentlichen circa 25 Kongress- und Journalpublikationen im Jahr, letztere in den international führenden einschlägigen Zeitschriften, wie z. B. American Institute of Chemical Engineering Journal, Chemical Engineering Science, Powder Technology.


ma x lab – das ökonomische labor Experimentelle Wirtschaftsforschung an der OVGU Wenn man wissenschaftliche Aussagen darüber machen will, wie eine Ökonomie funktioniert, dann braucht man zuallererst eine Vorstellung davon, wie sich die Akteure in einer solchen Ökonomie verhalten. Die Wirtschaftswissenschaften benutzen deshalb ein ausdifferenziertes Verhaltensmodell, das auf der Annahme fußt, dass Menschen sich überwiegend im Eigeninteresse verhalten und dass sie dabei keine Fehler begehen, d. h. rational vorgehen. Dieses Modell ist sehr erfolgreich, aber es hat Grenzen, denn in der realen Welt sind Menschen nicht vollständig rational unterwegs und sie haben auch nicht immer nur die eigenen Interessen im Kopf. Wenn man versucht, diesen Dingen Rechnung zu tragen, dann stößt man auf ein Problem: Das menschliche Verhalten ist so komplex, dass es noch nicht gelungen ist, ein allgemeines Modell zu konzipieren,

das in der Lage wäre, das tatsächlich beobachtbare Verhalten hinreichend genau zu beschreiben. Das hat in den Wirtschaftswissenschaften zur Entwicklung eines neuen Forschungszweiges geführt, zur „Verhaltensökonomie“, in der ökonomische Erkenntnisse interdisziplinär mit soziologischen und psychologischen Erkenntnissen zusammengeführt werden, um menschliche Entscheidungen und wirtschaftliche Interaktionen so gut wie möglich zu verstehen. Verhaltensökonomische Forschung heißt vor allem, dass man Laborexperimente benutzt, um Verhalten unter kontrollierten Bedingungen zu studieren. Das MaXLab – gegründet 1998 – gehört in Deutschland zu den größten und am besten ausgelasteten Experimentallaboren und es kann auf eine inzwischen lange Liste von Erfolgen verweisen. Der LeibnizPreis gehört dazu, ebenso der Forschungspreis der OVGU, aber auch mehrere Sauermann-Preise, die

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F orschun G  / W irtschaftswissenschaften

für die besten deutschsprachigen Dissertationen in der experimentellen Wirtschaftsforschung vergeben werden. Im MaXLab arbeiten ein gutes Dutzend Forscher, die international publizieren und damit erheblich zum Renommee der Magdeburger Wirtschaftsfakultät beitragen. Das Labor verfügt über mehr als 30 Computerplätze und 9 schalldichte Kabinen, die für Videokonferenzen ausgerüstet sind. Die Fragestellungen, die in dieser Umgebung vor allem mit Studierenden als Versuchspersonen bearbeitet werden, sind vielfältig. Kürzlich konnte das MaXLab ein neues Highlight vermelden. Im Rahmen eines DFG-Projekts waren bis zu 100 Personen gleichzeitig im Labor und insgesamt wurden fast 4.000 Versuchspersonen eingesetzt – Weltrekord! Übrigens: Als Versuchsperson im MaXLab zu sein, lohnt sich, denn in ökonomischen Experimenten geht es immer um echtes Geld.

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Prof. Dr. Joachim Weimann hat das MaXLab 1998 gegründet und ist bis heute Mitglied seines wissenschaftlichen Direktoriums. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft für experimentelle Wirtschaftsforschung, der weltweit ältesten wissenschaftlichen Gesellschaft dieser Art. Studium in Bielefeld, Promotion und Habilitation an der TU Dortmund. Forschungsschwerpunkte: Verhaltensökonomische Finanzwissenschaft, Umweltökonomik, Glücksforschung. Mitglied des Senats- und des Bewilligungsausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft für Graduiertenkollegs.


der M ensch in gesellschaft, kultur und bildung Das Forschungsprofil der Fakultät für Humanwissenschaften ist vielgestaltig und thematisch reichhaltig. In den Blick genommen und erkundet werden höchst unterschiedliche Aspekte und Fragestellungen aus Gesellschaft, Kultur und Bildung. Der Blick reicht von regionalen Perspektiven, etwa auf das mittelalterliche Magdeburg oder die aktuelle Gesundheit der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt, über bundesweite und international vergleichende Ansätze – hier beispielsweise die Analyse von Haushalten in Zentralasien. Zwei Forschungszentren bündeln jene Aktivitäten, die über die Grenzen des eigenen Faches hinausgehend, ihre Erkenntnisinteressen aus verschiedenen disziplinären Richtungen gemeinsam verfolgen – das Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM) und das Zentrum für Transformationsforschung (ZTF). Die im Folgenden präsentierten Projekte geben einen kleinen Einblick in die derzeit realisierten Vorhaben an der Fakultät:

Otto der Große und das Römische Reich – Das Institut für Geschichte forscht und berät Weit über hunderttausend Gäste besuchten die Magdeburger Ausstellung „Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter“ und die sieben Korrespondenzortausstellungen an Kaiserorten in Sachsen-Anhalt. Prof. Dr. Martin Dreher (Alte Geschichte) und Prof. Dr. Stephan Freund (Mittelalterliche Geschichte) waren an der Konzeption der großen Schau des Kulturhistorischen Museums Magdeburg als Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats forschend und beratend beteiligt, haben bei der Objektauswahl und -beschaffung geholfen und wichtige Beiträge in den Begleitpublikationen verfasst. Prof. Dr. Freund hat überdies gemeinsam mit Studierenden des Instituts für Geschichte in Wallhausen, einem der Kaiserorte, eine Ausstellung kuratiert, die am 19. April 2012 im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff sowie des Abtes von Kloster Einsiedeln eröffnet wurde. Am wahrscheinlichen Geburtsort Ottos des Großen, der während seiner Regierungszeit zu seinen bevorzugten Aufenthaltsorten zählte und bis

ans Ende des 12. Jahrhunderts von beinahe allen deutschen Königen aufgesucht wurde, wird in rund fünfzig Tafeln die Geschichte der Pfalz Wallhausen und des ottonischen Königtums geschildert. Neben zahlreichen Karten, archäologischen Funden und Abbildungen in Wallhausen ausgestellter Herrscherurkunden wurden insbesondere zwei für Einsiedeln bestimmte Originalurkunden Ottos I. erstmals außerhalb des Klosters präsentiert, darunter die Gründungsurkunde der Abtei. Damit wurde zugleich wissenschaftlich neues Licht auf die bislang unterschätzte Bedeutung Wallhausens geworfen. Im Rahmen des seit März 2012 bestehenden Pfalzenarbeitskreises Sachsen-Anhalt findet unter der Leitung von Prof. Dr. Freund nun die weitere wissenschaftliche Erforschung der in ottonischer Zeit wichtigsten Pfalzlandschaft des mittelalterlichen Reiches statt. Erste neue Ergebnisse erbrachte ein zweitägiger Workshop am 12./13. Oktober 2012 in Wallhausen „Mittelalterliche Königspfalzen auf dem Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalt. Geschichte – Topographie – Forschungsstand“, dessen Beiträge im Jahr 2013 publiziert werden.

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F orschun G  / H umanwissenschaften

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, Prof. Dr. Stephan Freund und die an der Ausstellung beteiligten Studierenden des Instituts für Geschichte anlässlich der Ausstellungs­ eröffnung in Wallhausen am 19. April 2012.

Wallhausen – „Geburtsort“ Ottos des Großen […] donec Walehusen parabatur […] nupciale convivium. Ibi tandem licito perfruuntur amore eandemque civitatem et cuncta ad hanc pertinentia in dotem illi tradidit. […] bis endlich in Wallhausen […] ein Hochzeitsmahl bereitet wurde. Dort erfreuten sie sich schließlich der erlaubten Liebe und er [d.h. Heinrich] übertrug ihr [d.h. Mathilde] diese ‚Stadt‘ mit allem zugehörigen Besitz als Morgengabe.

Nachricht der sogenannten älteren, um 973/974 entstandenen Mathildenvita (Vita Mathildis antiquior c. 2, S. 116, ed. Bernd Schütte, Die Lebensbeschreibungen der Königin Mathilde [Mo­ numenta Germaniae Historica, Scriptores rerum germanicarum in usum scholarum separatim editi LXVI.], Hannover 1994) zur im Jahre 909 stattfindenden Hochzeit der Eltern Ottos, Heinrich und Mathilde.

Historiengemälde von 1896. Maler war Konrad Astfalck. Das Gemälde ist ausgestellt im Gebäude der VHS Herford, Kreis Herford, Nordrhein-Westfalen.

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Der von Studierenden ­entworfene Umschlag des Kataloges

Forschung und Lehre – eine Kooperation des Instituts für Germanistik und des Kulturhistorischen Museums Magdeburg Die graphische Sammlung des Kulturhistorischen Museums besitzt ein Konvolut von mehr als 50 illustrierten Flugblättern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dieser bislang unbekannte Bestand umfasst einen repräsentativen Querschnitt eines in seiner Zeit weitverbreiteten und nahezu konkurrenzlosen bildpublizistischen Mediums. Die Magdeburger Sammlung ist umso bedeutender, als sie etliche Drucke von größter Seltenheit enthält: Sechs Exemplare sind Unikate, von neun weiteren hat sich weltweit nur noch ein einziges zweites Exemplar nachweisen lassen. Am Institut für Germanistik entstand der Plan, diese kulturhistorisch wichtige Sammlung wissenschaftlich zu erschließen und einer größeren Öffentlichkeit in einer Ausstellung bekannt zu machen. Unter Leitung von Michael Schilling (Lehrstuhl für Ältere deutsche Literatur) erarbeiteten Studierende der Germanistik zu jedem Flugblatt einen Kommentar, der die Struktur und Argumentationslinien von Bild und Text nachzeichnet sowie den historischen und funktionsgeschichtlichen Kontext beschreibt. In dem Bestandskatalog, der rechtzeitig zur Ausstellung im Frühjahr 2012 vorlag (Illustrierte Flugblätter der Frühen Neuzeit. Hg. v. M. Schilling., Magdeburg 2012, vgl. Abb. 1), sind alle Blätter in großen Reproduktionen ediert und durch wissenschaftliche Kommentare erschlossen. Das von der Stiftung

Kloster Unser Lieben Frauen geförderte Projekt belegt beispielhaft die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Universität und anderen kulturellen Institutionen der Region und zeigt exemplarisch, wie durch die Verbindung von Lehre und Forschung die Studierenden in die Praxis wissenschaftlicher Arbeit und des Wissenschaftstransfers eingeführt werden. Flugblatt über einen in der Steiermark beobachteten Kometen

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F orschun G  / H umanwissenschaften

Abb. 1: AR-geleitetes und echtzeitbasiertes visuelles Feedback zur Korrektur der Becken- und Thoraxkinematik in der Frontalebene

Abb. 2: Darstellung der Range of Motion (ROM) des Beckens in der Frontalebene im Vergleich der IG (Gangschulung mit AR-System), KG (Gangschulung mit therapeutischer Instruktion) und RG (Frauen ohne Gangauffälligkeiten)

Technologien im Sport – Das Institut für Sportwissenschaft Das Institut für Sportwissenschaft konzentriert seine interdisziplinären Forschungsschwerpunkte auf die Anwendung von Technologien im Sport, die Geräteentwicklung, die Evaluation von Bewegungsund Gesundheitskonzepten, Methoden und Strategien im Sinne einer nachhaltigen Interventionsforschung von körperlicher Aktivität und Gesundheit in unterschiedlichen Settings und Zielgruppen sowie auf die komplexe Leistungsdiagnostik zur Kennzeichnung der Belastungs-BeanspruchungsSituation bei Breiten-, Freizeit-, Gesundheits-, Rehabilitations-, bis hin zu Leistungssportlern. Eine aktuelle Studie beschäftigt sich mit dem Einsatz von Augmented Reality (AR) vs. therapeutischer Instruktion in der Gangschulung bei Patientinnen nach Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP). Insgesamt wurden 21 Patientinnen (w, 58 ± 4,3 Jahre) mit HüftTEP, randomisiert einer Interventions- (IG, n=11) bzw. einer Kontrollgruppe (KG, n=10) zugeordnet. In Erweiterung der dreiwöchigen Anschlussheilbehandlung absolvierten alle Patientinnen eine standardisierte Gangschulung (20 min/Tag). Dabei erfolgte die Korrektur kinematischer Merkmalsausprägungen durch therapeutische Instruktion (KG) bzw. mithilfe einer AR-geleiteten, echtzeitbasierten Visualisierung von Soll-Ist-Wert-Vergleichen (IG, Abb. 1). Um Unterschiede im Rehabilitationsverlauf in Abhängigkeit der Interventionsstrategie kenn-

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zeichnen zu können, wurden jeweils ein Eingangstest, eine Verlaufskontrolle sowie ein Ausgangstest durchgeführt. Die Bewertung kinematischer (Moven, Fa. XSens) sowie neuro-physiologischer (Oberflächenelektromyografie, OEMG, 16-Kanal-Noraxon) Parameter basiert auf einer klinischen Ganganalyse. Im Rahmen einer Voruntersuchung (VU) wurden als Basis für die Visualisierung (IG) und zum Vergleich zu den Patientinnen kinematische Referenzwerte (Moven) anhand von 26 Probandinnen (w, 59 ± 11 Jahre, RG) ohne motorisch-funktionelle Beeinträchtigungen erhoben. Erste Ergebnisse zeigen, dass keine Unterschiede der OEMG-Kennwerte über den Verlauf der Gangzyklen im Vergleich IG vs. KG vorliegen. Im Gegensatz zur IG vs. RG sind beim Vergleich der KG vs. RG im Ausgangstest Unterschiede bei den Gangparametern Gehgeschwindigkeit (p=.000) und Doppelschrittlänge (p=.019) nachweisbar. Im Ausgangstest zeigt die KG vs. RG signifikante Unterschiede bei den Kennwerten Achsabweichung (p=.001) bzw. Range of Motion (RoM, p=.004) des Beckens in der Frontalebene (Abb. 2). Beim Einsatz von AR-basierter Intervention sind zum Teil gleichwertige Ergebnisse erreichbar. Bei weiterer Reduktion des technischen und zeitlichen Aufwandes dieses Technologieansatzes, könnte dieses Vorgehen eine wirksame Ergänzung im Rehabilitationsprozess nach Hüft-TEP sein.


Z wei J ahre Otto -von - G uericke G raduate S chool Die Graduate School für Promovierende Die Otto-von-Guericke Graduate School hat sich in den zwei Jahren ihres Bestehens als zentrale Servicestelle für die Promovierenden der OVGU etabliert. Mit einer umfangreichen Webpräsenz und dem monatlichen Newsletter werden Informationen gebündelt verfügbar gemacht. Die Koordinatorin, Dr. Barbara Witter, bietet Beratungen vor, während und am Ende der Promotionsphase an, die nach individueller Absprache von Promovierenden und denen, die es werden wollen, gern genutzt werden. Im Rahmen der Graduate School werden regelmäßig Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben, zum Präsentieren und zur Karriereplanung angeboten. In enger Abstimmung mit dem Mentoring-Programm

zur Förderung weiblicher Nachwuchswissenschaftler werden auch Themen abgedeckt, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, insbesondere auch den Aspekt von „Dual Career Couples“ betreffen. Neben dem Service für die Promovierenden bietet die Graduate School auch einen Mehrwert für die Hochschule an, die über die Geschäftsstelle aufbereitete Informationen zu den Promovierenden erhält. Sehr wertvoll ist in diesem Zusammenhang die Teilnahme der OVGU an der bundesweiten Längsschnitt-Studie ProFile, welche vom Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung iFQ in Berlin durchgeführt wird. Promovierende zahlreicher Universitäten und Förderwerke werden hier über mehrere Jahre regelmäßig einmal pro Jahr

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F orschun G  / D oc D ay der G raduate S chool Fotos v.l.n.r.: Prof. Kai Sundmacher, Vortrag beim DocDay: Publizieren für Einsteiger

Den Einstieg finden: Promovierende beim DocDay – Impulsvortrag von Prof. Sadrieh und Prof. Sundmacher

Netzwerken beim DocDay: Nebenberuflich promovieren – ein Hobby?

durch das iFQ befragt, sodass sehr differenzierte Aussagen über Promotionsverläufe und Karrieren möglich werden und ein wichtiger Beitrag geleistet wird, das Promotionswesen in Deutschland insgesamt genauer zu untersuchen. So wird auch ein Erkennen von Schwachstellen und Entwicklungsmöglichkeiten sowie eine Einordnung des Status quo am Standort Magdeburg im Bundesvergleich möglich.

Der DocDay der Graduate School – unterstützt Doktoranden und Studierende beim Netzwerken Nicht zuletzt wurde die Graduate School gegründet, um die Vernetzung der Promovierenden untereinander zu befördern. Wie auch schon im Jahr zuvor wurde eine Netzwerkveranstaltung für die Promovierenden der gesamten Universität organisiert, von Promovierenden, gemeinsam mit der Geschäftsstelle. Am Nachmittag des 24. September 2012 fand ein vielfältiger „DocDay“ statt. Ein wichtiges Ziel dieser Veranstaltung war die Wahl von Vertretern der Promovierenden für den Rat der Graduate School, in dem einmal pro Semester Vertreter aller Fakultäten gemeinsam mit dem Direktor der Graduate School und den Promovierendenvertretern über aktuelle Fragen rund um die Graduate School beraten und die weitere Entwicklung vorbereiten. Es wurden vier Vertreter und drei Stellvertreter gewählt, sodass die Promovierenden der OVGU nun erstmals eine Stimme in einem Universitätsgremium haben.

Anschließend gaben Prof. Sundmacher (VST) und Prof. Sadrieh (WW) Impulsvorträge unter dem Stichwort „Publizieren für Einsteiger“. Beide sind nicht nur erfahrene Wissenschaftler und haben lange Publikationslisten vorzuweisen, sondern sie sind auch als Herausgeber wissenschaftlicher Journale tätig. Sie gaben den überaus interessierten Doktoranden viele Insider-Tipps, wie die Spielregeln beim Publizieren sind und welche Fettnäpfchen man beim Spiel um „publish or perish“ als junger Wissenschaftler vermeiden sollte. Der Nachmittag ging weiter mit einem vielfältigen Markt der Möglichkeiten, mit Gesprächsrunden und Infotischen, zu Themen wie Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten oder Promovieren mit Kind, um nur zwei Beispiele zu nennen. Bei kleinen Snacks und kalten Getränken gab es zum Abschluss noch viel Gelegenheit zum informellen Austausch untereinander. Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich die Graduate School einen festen Platz an der Universität erarbeitet und einiges für die Promovierenden auf den Weg bringen können. Der weitere Ausbau des Kursprogramms, die Fortsetzung der Kooperation mit dem universitätsweiten Mentoring-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen, die systematische Erfassung aller Promovierenden und die noch bessere Vernetzung der Promovierenden quer über alle Fächergrenzen hinweg bleiben Aufgaben für die kommenden Jahre. www.grs.ovgu.de

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Dr. rer. nat. Dr. med. Christian Michael Stoppel studierte 2000–2007 an der OVGU Medizin und Neurowissenschaften, promovierte 2008 zum Dr. med. und 2012 zum Dr. rer. nat. Seit Januar 2008 ist er Assistenzarzt für Neurologie am Universitätsklinikum Magdeburg.

2012

Dr.-Ing. Manja Krüger studierte an der OVGU Maschinenbau und promovierte über Molybdänbasislegierungen. Seit 2012 beschäftigt sie sich mit metallischen Werkstoffen – als Juniorprofessorin der Uni Magdeburg.

sp

re

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2010 2009 e r tat i o d i ss n

Dr. rer. nat. Julia Unterhinninghofen studierte Physik an der TU Berlin und promovierte zunächst in Bremen und dann an der Uni Magdeburg in theoretischer Physik. Heute arbeitet sie als Optikdesignerin bei der OEC AG in München, einem Dienstleister für Optikentwicklungen.

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Dr.-Ing. Sebastian Stober arbeitet seit 2006 – nach seinem OVGU-Informatikstudium mit Nebenfach Mathematik – in der Data & Knowledge Engineering Group der OVGU, im interdisziplinären Bereich des Musik Information Retrieval.

is

2 1 0 2 er g ä r t Jahr für

Jahr

vergibt

die OVGU den Dis-

sertationspreis – an ihre Summa-cum-laude-Absol-

venten, den besten Doktoran-

den oder die beste Doktorandin aus dem Bereich der Naturwissenschaften.

An wen der Preis geht, entscheidet die

Forschungskommission des Senats – auf Basis der vorgelegten Fakultätspreise

Dr. rer. nat. Fabian Reiher war nach seiner Zeit als Physikstudent und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni Magdeburg ab 2008 bei Azzurro Semiconductors beschäftigt. 2010 wechselte er zu Infineon Technology Austria. 2012 folgte die Gründung von Heron Semiconductors.

für die besten Doktorandinnen und Doktoranden und in der Regel bis Ende Oktober des laufenden Jahres. Wesentliche Auswahlkriterien in der Entscheidung, an wen der Preis geht, sind zum einen die Liste der Veröffentlichungen – wobei die Publikationskultur des

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jeweiligen Fachs berücksichtigt wird –

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Dr.-Ing. Ulrike Hempel studierte Elektrotechnik an der Universität Magdeburg und leitet ebenfalls dort seit 2009 die Fachgruppe Mess- und Analysensysteme am Institut für Automation und Kommunikation (ifak) e.V.

sowie zum

Dr. med. Martin Walter ist heute ausgebildeter Facharzt für Psychiatrie, Leiter einer Forschungsgruppe am Leibniz-Institut für Neurobiologie und einer Depressions-Spezialambulanz an der Universitätsklinik – den Start hierfür gab sein Medizinstudium an der OVGU.

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F orschun G  / D issertationspreis

200 2005

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geringe

01

Qualifikationsdau-

Dr.-Ing. Mirko Peglow studierte Wirtschaftsingenieurwesen für Verfahrens- und Energietechnik an der Universität Magdeburg. Heute arbeitet er als Technischer Geschäftsführer der Pergande Unternehmensgruppe.

2

05

die

5

20

anderen

Dr. med. Sven Günther Meuth studierte an der OVGU Humanmedizin und Neurobiologie, seine Facharztausbildung Neurologie absolvierte er an der Uni Würzburg. 2010 Ruf auf eine W3-Professur für Neurologie/Neuropathophysiologie an die Westfälische Wilhelmsuniversität Münster.

er des Abschlusses. Dies betrifft also die Frage der Regelstudienzeit sowie die

preis in Form einer Urkunde vom Rektor der Universität. Doch das Beste: Der

Dr. rer. nat. Niko Busch promovierte 2006 an der Universität Magdeburg über die neuronalen Mechanismen des Sehens, war danach dort wissenschaftlicher Mitarbeiter und ist seit 2009 Juniorprofessor für Medizinische Psychologie an der Charité Berlin.

2006

Überreicht wird der Dissertations-

2006

Dauer der Promotion.

Dr.-Ing. Ulrike Krewer promovierte an der OVGU über Methanol-Brenn­ stoffzellen; danach war sie u.  a. OVGU-Juniorprofessorin für Portable Energiesysteme und arbeitet heute als Professorin/Institutsleiterin für Energie- und Systemverfahrenstechnik an der TU Braunschweig.

Dissertationspreis ist mit 1.000 Euro dotiert. Dieses Preisgeld wird großzügigerweise von Frau Karin Witte gestiftet. 2012: Was ist aus den Dissertationspreisträgern der Universität Magdeburg heute geworden? Wer kehrte an die OVGU zurück, um in seiner ehemaligen Lehrstätte nun

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selbst zu lehren? Wer ging

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an andere Hochschulen oder in die Industrie?

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Dr.-Ing. Sven Apel war 2010 Emmy-Noether-Nachwuchsgruppenleiter und 2007 im Akadademischen Rat – beides an der Uni Passau; 2007 erhielt er den Software-Engineering-Preis der Ernst-Denert-Stiftung und machte seinen Dr.-Ing. an der Universität Magdeburg.

Dr. med. Dr. rer. nat. Björn Hendrik Schott ist nach seinem Medizinstudium in Kiel und Magdeburg an der Charité in Berlin angestellt und steht vor dem Abschluss der Facharztausbildung in Psychiatrie und Psychotherapie. Er forscht parallel in Magdeburg am LIN, im Bereich Imaging Genetics.

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Impressionen von der Verleihung des Dissertationspreises

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F orschun G  / D issertationspreis

K arin W itte Die Stifterin des Dissertationspreises und weiterer Preise

Frau Karin Witte ist Vorstandsvorsitzende der nach ihr benannten gemeinnützigen Stiftung und Vorstandsvorsitzende des „Karin-Witte-Fonds zur Förderung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg“. Sie unterstützt mit ihren Zuwendungen vor allem junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler: ­Frau Witte stiftet seit Jahren die Dotierungen der Dissertationspreise und der Preise für die besten Doktorandinnen und Doktoranden der naturwissenschaftlichen und technischen Fakultäten. Es ist ihr Anliegen, durch diese in Magdeburger Nachwuchswissenschaftler investierten Mittel die Ausstrahlung Magdeburgs als Wissenschaftsstandort nachhaltig zu stärken. Weiterhin ist Frau Witte Stifterin eines Preises, der alle zwei Jahre für die hervorragenden Leistungen einer jungen Nachwuchswissenschaftlerin vergeben wird. 2012 rief Frau Witte außerdem den „Klaus-Erich-PollmannForschungsförderpreis“ ins Leben, mit dem u. a. der internationale Austausch von Forschungsleistungen zwischen der OVGU und ausländischen Forschungseinrichtungen gefördert werden soll. Dieser Preis wird 2013 erstmals vergeben. Karin Witte, beheimatet in Lübeck, studierte Volkswirtschaftslehre, Betriebswirtschaftslehre, Französisch und Englisch. Sie arbeitete 23 Jahre lang als Lehrerin in berufsbildenden Schulen und war 15 Jahre als Dozentin sowie Mentorin an der Universität Lübeck und der Fernuniversität Hagen tätig.

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T echnologietransfer

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M edizintechnik W irbelschichttechnik K AT- N etzwerk Z ephram F irmenkontaktmesse 1 0 . E M V- I ndustrieseminar


OVGU-Wissenschaftler entwickeln Rettungswagen mit telemedizinischer Ausrüstung für verbesserte Schlaganfallversorgung Bei der Schlaganfallversorgung kommt es auf jede Minute an. „Time is Brain“ ist daher der Slogan der Ärzte bei der Akutversorgung dieser Erkrankung, welche gesunde Menschen plötzlich – quasi wie „ein Schlag“ – trifft. Damit diese Patienten künftig sofort ab dem Eintreffen des Rettungsdienstes noch am Notfallort von dem Fachwissen eines Spezialisten profitieren und keine Minute ungenutzt verstreicht, wird seit Januar 2012 an der Otto-von-GuerickeUniversität ein Rettungswagen mit modernster telemedizinischer Ausrüstung für eine verbesserte Schlaganfallversorgung entwickelt.

Ziel des zweijährigen Projektes ASTER ist es, relevante Informationen per Telemedizin aus und in den Rettungswagen zu übermitteln und so die schwierige und zeitkritische Entscheidung der Einsatzkräfte, wie der Patient optimal behandelt werden soll, zu erleichtern. ASTER – Akut-Schlaganfall-Telemedizin im Rettungswagen – knüpft dabei an die Ergebnisse des gleichnamigen Innovationsforums aus dem Jahr 2008 an, in dessen Rahmen zusammen mit dem DRK Jerichower Land das telematische Grundsystem konzipiert wurde. Ein innovatives Highlight wird dabei die nahtlose Integration der Rettungswagen-Telemedizin in die am Lehrstuhl für Medizinische Telematik der OVGU (Prof. Dr. Georg Rose) entwickelte klinische Telemedizininfrastruktur TASC sein. TASC verbindet aktuell

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T echnologietransfer / M edizintechnik

ast er

re t t er in der no t

sechs Kliniken der Grund- und Regelversorgung mit einer Expertenzentrale für Schlaganfälle, der Stroke Unit des Universitätsklinikums Magdeburg. Notärzte und Rettungsassistenten werden diese vorhandene Vernetzung nutzen und sowohl die Zielklinik automatisch über den eintreffenden Patienten vorinformieren als auch einen Schlaganfallexperten konsultieren können. Dadurch werden ASTER und TASC im Zusammenspiel erstmals nahtlos die komplette Schlaganfall-Rettungskette vom ersten Patientenkontakt bis hin zur Versorgung des Patienten in der Klinik telemedizinisch unterstützen. Der zweite Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt des Projektes liegt in der verkehrstelematischen Unterstützung der Rettungscrew: Um schneller zum Patienten und von ihm zur Klinik zu

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gelangen und dem medizinischen Personal genauere Fahrtzeitabschätzungen liefern zu können, wird das Telemedizinsystem durch das Institut für Automatisierungstechnik der OVGU (Prof. Dr. Christian Diedrich) und das An-Institut IFAK (Prof. Dr. Ulrich Jumar) unter anderem mit Navigationssystemen und Lichtsignalanlagensteuerungen intelligent verknüpft. Weitere essentielle Beiträge zum Projekt liefern die drei sachsen-anhalter Unternehmen Malottki GmbH (Funkkommunikationssystem), Tonfunk Elektronik Systeme GmbH (Mobiles Eingabegerät) sowie SBSK GmbH & Co. KG (IT-Infrastruktur). Gefördert wird ASTER vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Programms „Wachstumskern Potential“ mit ca. 1,5 Millionen Euro.


erfolgreicher transfer

Wirbelschichtgranulator bei

Innovative Wirbelschicht- und Partikeltechnologie Die in den 1970er Jahren an der Universität Magdeburg entwickelte Wirbelschichttechnologie genießt national und international eine hohe Anerkennung und bildet traditionell eine wichtige Säule in dem ingenieurwissenschaftlichen Ausbildungsprofil. Beim Wirbelschichtverfahren werden flüssige oder staubförmige Ausgangsstoffe in hochwertige Granulate umgewandelt. Anwendung findet dieses Verfahren in der Chemie, in der Lebensmittelindus- trie sowie in der Pharmazie. Darüber hinaus wird die Wirbelschichttechnologie auch bei Verbrennungs- oder Vergasungsprozessen eingesetzt.

spielen hierbei als Leuchtturmprojekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eine wesentliche Rolle, wobei neben der wissenschaftlichen Exzellenz insbesondere der Technologietransfer zu regionalen Industriepartnern eine wichtige Rolle spielt.

Auch im Jahr 2012 wurde der transferorientierte Forschungsschwerpunkt „Wirbelschichttechnik“ der Universität weiter gestärkt und ausgebaut. Die am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik von Prof. Dr.-Ing. Tsotsas angesiedelte InnoProfileNachwuchsforschungsgruppe NaWiTec sowie der Innovative Regionale Wachstumskern WIGRATEC

Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow, 1974 in Magdeburg geboren, schloss im Jahr 2000 sein Studium Wirtschaftsingenieurwesen für Verfahrens- und Energietechnik an der Universität Magdeburg mit Auszeichnung ab. 2004 promovierte er mit der Note „summa cum laude“ zum Dr.-Ing. der Fachrichtung Verfahrenstechnik. Von 2005 bis 2008 war er als Oberassistent

der Firma IPT Pergande GmbH

Anlage zur Herstellung von Suspensionskonzentraten als Vorstufe der Wirbelschichtgranulation bei der Firma IPT Pergande GmbH

Diese traditionell enge Verbindung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft wurde im Jahr 2012 durch den Wechsel von Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow als Leiter der NaWiTec-Gruppe zum Technischen Geschäftsführer der IPT – Innovative Particle Technology – Pergande GmbH weiter gefestigt.

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Mehr Infos unter: www.nawitec.org www.wigratec.de www.pergande.de

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T echnologietransfer / W irbelschichttechnik

Wirbelschichtpartikel

Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow und Herr Wilfried Pergande

am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik tätig und wurde 2007 zum Juniorprofessor ernannt. Von 2008 bis 2012 übernahm er die Leitung einer Nachwuchsforschergruppe im Rahmen des BMBFProgramms InnoProfile. Im November 2012 erhielt der Verfahrenstechniker vom Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan seine Ernennungsurkunde zum Honorarprofessor für Wirbelschichttechnik. Mit seinem Wechsel zur IPT Pergande GmbH als Technischer Geschäftsführer arbeitet er nun für ein Unternehmen, das als führend im Bereich der Wirbelschichtgranulation von Pflanzenschutzmitteln gilt. Das von Herrn Wilfried Pergande gegründete Familienunternehmen mit ca. 180 Beschäftigten entwickelt, errichtet und betreibt komplette Wirbelschichtanlagen. Nicht zuletzt im Ergebnis der engen und überaus erfolgreichen Kooperation mit der Universität investierte das Unternehmen allein im Jahr 2012 fast 10 Mio. Euro in innovative Produktionsanlagen sowie in ein hochmodernes

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Technologie- und Entwicklungszentrum für Wirbelschicht- und Partikeltechnik. Gleichzeitig konnte die IPT Pergande den größten Umsatz- und Personalzuwachs in der Firmengeschichte verbuchen. Darüber hinaus ist es im Jahr 2012 gelungen, das Innovationskonzept des erfolgreichen Wachstumskerns WIGRATEC so weiterzuentwickeln, dass das BMBF einer weiteren Förderphase von drei Jahren zustimmte. Die unter dem Vorsitz von Prof. Peglow und Herrn Wilfried Pergande als Bündnissprecher und unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Tsotsas agierende Allianz „WIGRATEC+“ aus zwölf Industrieunternehmen mit Zentrum bei der IPT Pergande wird in den kommenden Jahren neue verfahrenstechnische Lösungen und Technologien auf dem Gebiet der Wirbelschichttechnik erarbeiten. Hierfür stehen dem Bündnis insgesamt mehr als 12 Mio. Euro zur Verfügung.


Stendal

Magdeburg

Halberstadt

DessauRoĂ&#x;lau

Wernigerode Bernburg

KĂśthen

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Halle

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T echnologietransfer / K AT- N etzwerk vermittlung von W issen und förderun G von forschung Übersicht der im KAT-Netzwerk organisierten Hochschulen

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KAT – das Kompetenznetzwerk für Angewandte und transferorientierte Forschung Wie lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen langfristig sichern? Durch die Kooperation dieser Unternehmen mit der Wissenschaft. Das KAT-Netzwerk, ein transferorientiertes Netzwerk der Hochschulen und Universitäten des Landes Sachsen-Anhalt, versteht sich hierbei als Bindeglied zwischen den Hochschulen des Landes SachsenAnhalt und der regionalen Wirtschaft bzw. Gesellschaft. Durch die Zusammenarbeit mit Verbänden, Kammern und wirtschaftsnahen Transfereinrichtungen aus Sachsen-Anhalt ermöglicht KAT der mittelständischen Wirtschaft den schnellen Zugriff auf die Ressourcen und das Wissen des nahezu gesamten Hochschulsystems im Land. Das avisierte primäre Ziel von KAT: Einen Beitrag zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region leisten. Durch den bedarfsorientierten Ansatz von KAT wird ein InnovationsKATalysator aufgebaut, der zur individuellen und nachhaltigen Lösung von

Problemstellungen der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft dient. Insofern steht KAT kleinen und mittelständischen Unternehmen als ein wirksamer Partner für Forschung, Entwicklung und innovatives Potential zur Seite. Organisation und Struktur An jeder der Hochschulen und Universitäten des Landes Sachsen-Anhalt arbeiten KAT-Ansprechpartner. Sie nehmen die Anfragen seitens der Unternehmer entgegen und suchen für sie die adäquaten Problemlöser an den Hochschulen und Universitäten. Die Vernetzung der Einrichtungen ermöglicht dabei ein schnelles Reagieren auf alle Anfragen. Doch das KAT-Netzwerk agiert nicht nur im Bereich des Wissens- und Technologietransfers – es fördert auch die Etablierung und Stärkung profilbildender Forschungsschwerpunkte bzw. Kompetenzzentren an den Fachhochschulen und Universitäten. Hier eine Übersicht:

Hochschule

KAT-Kompetenzzentrum

Hochschule Anhalt

Life Sciences

Hochschule Anhalt

Digitales Planen und Gestalten

Hochschule Harz

Informations- und Kommunikationstechnologien

Hochschule Harz

Tourismus und Dienstleistungen

Hochschule Magdeburg-Stendal

Ingenieurwissenschaften / Nachwachsende Rohstoffe

Hochschule Merseburg

Naturwissenschaften, Chemie / Kunststoffe

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

IKAM GmbH

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Medizintechnik

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Zentrum für Innovationskompetenz SiLi-nano®

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Zentrum für Innovationskompetenz HALOmem

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I deen - und I nnovationsunterst ü tzung f ü r die I ndustrie Seit 2006 unterstützt die aus der Fakultät für Informatik augegründete Zephram GbR führende Technologieunternehmen bei der Entwicklung neuer Strategien, Produkte und Prozesse. Was Zephram leistet • Innovation ist die erfolgreiche Einführung einer nutzbringenden Neuerung. Jede Organisation, die sich in einem freien Markt behaupten muss, ist auf Innovation angewiesen. Die gilt insbesondere für Unternehmen, die Qualitäts- oder Technologieführer in ihrer Branche bleiben wollen. • Die Zephram GbR in Magdeburg unterstützt solche Unternehmen bei ihren Innovationsaktivitäten indem sie den Prozess der Strategieformulierung, der Ideenentwicklung und der Ideenbewertung gestaltet und begleitet. • In den sechs Jahren seit ihrer Gründung hat Zephram Innovationsprojekte für Kunden in vielen zukunftsträchtigen Branchen durchgeführt, u. a. in Automobilbau, Energie, Chemie, Werkzeugmaschinenbau, Mobilität und Informationstechnologie. Zu ihren Kunden gehören auch DAX-Unternehmen wie Siemens, Daimler, Volkswagen, BASF und Metro.

• Ihr erfolgreichstes Produkt ist der 2010 eingeführte Invention on Demand-Workshop „Erfindung auf Knopfdruck“. Hier entwickeln Experten nach einer von Zephram konzipierten und moderierten Methode innerhalb von einem Tag Ideen für Patente. Seit ihrer Einführung konnten Zephram-Kunden mehr als 100 Patente mit dieser Dienstleistung anmelden.

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T echnologietransfer / Z ephram

Geschichte • Die Geschäftsidee für das Startup entstand 2004 während eines Schlüsselkompetenzenseminars in Italien durch die Computervisualistik-Studentin Jana Görs und Prof. Dr.-Ing. habil. Graham Horton. Ein Jahr später kamen EXIST-Seed Gründerstipendien, und die Unternehmensgründung erfolgte zum 1. Januar 2006. • Weiteren Aufwind bekam die neu gegründete Firma durch den IT-Gründerpreis von Microsoft und die Vermittlung eines Business-Angels durch die Existenzgründungsoffensive des Landes Sachsen-Anhalt. • In den ersten beiden Geschäftsjahren nutzte Zephram das Innovations- und Gründerlabor der Fakultät für Informatik als Büro. 2008 zog das Unternehmen in größere Räume im Wissenschaftshafen um, wo es seitdem auch Kurse im Innovationsmanagement anbietet und ausgewählte Kundenprojekte durchführt.

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Synergieeffekte mit der OVGU • Die Zephram GbR pflegt nach wie vor intensiven Kontakt zu ihrer Alma Mater. Sie beschäftigt Studenten verschiedener Fakultäten als freiberufliche Ideengeber und Projektmitarbeiter, betreibt das Forschungsseminar Idea Engineering gemeinsam mit der Universität und fördert finanziell eine Lehrveranstaltung zum Thema Innovation. • Forschungserkenntnisse, die in der Universität entstehen, werden schnell in die Praxis umgesetzt – manchmal sogar innerhalb weniger Wochen. Umgekehrt bieten Case Studies von Zephram einen wertvollen Praxisbezug für Studierende und Untersuchungsmaterial für die Forschung. • Für die Otto-von-Guericke-Universität bietet diese Art von Zusammenarbeit ein gelungenes Modell für die Kooperation mit der Wirtschaft, den Technologietransfer und die wirtschaftliche Stärkung des Standorts Magdeburg.


AKG THERMOTECHNIK INTERNATIONAL GMBH & CO. KG • ALLIANZ BERATUNGS- U GMBH • BASF SE • BENTELER ENGINEERING SERVICES GMBH • BERTRANDT AG • DESAMT FÜR AUSRÜSTUNG, INFORMATIONSTECHNIK UND NUTZUNG DER BUNDE KOCHEN • CE-SYS ENGINEERING GMBH • CPM SKET GMBH • DEUTSCHE GESELL AG • ENERCON GMBH • ESE ENGINEERING UND SOFTWARE-ENTWICKLUNG GMB MEINNÜTZIGE PARITÄTISCHE SOZIALWERKE PSW-GMBH SOZIALWERK KINDER UN TUNG GMBH • IAP GMBH • IAV GMBH • IBO INGENIEURBÜRO OTTE GMBH • ICU • INTELLI ENGINEERING GMBH • K + S AKTIENGESELLSCHAFT • KOLBUS GMBH & NATIONAL GMBH • MAX STREICHER GMBH & CO. KG AA • MLP - FINANZDIENSTL DEUTSCHE LANDESBANK • NOVELIS DEUTSCHLAND GMBH WERK NACHTERSTEDT GMBH & CO. KG • REGIOCOM GMBH • RKW SACHSEN-ANHALT GMBH • G/I/S/A G GMBH • SKET EDV GMBH EIN UNTERNEHMEN DER DATA EXPERTS GMBH • SKW NER AG • SPEZIALBAU ENGINEERING GMBH • STÄDTISCHE WERKE MAGDEBURG MITTELDEUTSCHLAND GMBH • VOLKSWAGEN AG • VOLKSWAGEN FINANCIAL SE Oben: Die auf der Firmenkontaktmesse 2012 präsentierten

f ü r den sprung ins berufsleben

Unternehmen und Einrichtungen. Mit 61 nationalen und internationalen Teilnehmern

OVGU meets Firmenkontaktmesse: 24. Oktober 2012 Mehr als 60 namhafte national und international tätige Unternehmen präsentierten sich Mitte Oktober auf dem Campus der Universität Magdeburg. Die Firmenkontaktmesse als eine Schnittstelle von Universität und Wirtschaft fand bereits zum 10. Mal auf dem Unicampus statt – eine Jubiläumsmesse. Studierende, Absolventen, Praktikanten und Berufseinsteiger hatten hier erneut die Möglichkeit, mit Unternehmen verschiedenster Branchen, wie dem Automobilbau, der Luft- und Raumfahrt, der Energieversorgung, der Verkehrslogistik oder dem Maschinenbau ins Gespräch zu kommen. Aus der Sicht der Unternehmen hingegen bot die Messe die Möglichkeit, mit hoch qualifizierten Absolventen persönlich in Kontakt zu treten – wertvoll in Zeiten

des Fachkräftemangels! Auch präsentierten die Unternehmen mehr als 350 Ausschreibungen für Jobs, Praktika sowie Studien- und Abschlussarbeiten. Flankiert wurde die 10. Firmenkontaktmesse von einem umfangreichen Vortragsprogramm. Auch Coachings standen für die Berufseinsteiger auf der Agenda – neben persönlichen Karriere-Beratungen ein kostenloser Check mitgebrachter Bewerbungsunterlagen durch das Career Center der Uni Magdeburg, kostenfreie professionelle Persönlichkeitsanalysen sowie die ebenfalls kostenfreie Anfertigung von High-Quality-Bewerbungsfotos. Dies alles trug dazu bei, dass die Messe 2012 wieder ein voller Erfolg werden konnte. Rund 70 Prozent der Unternehmen signalisierten, dass sie auch 2013 wieder dabei sein werden.

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stieg die Zahl der Aussteller im Vergleich zum Vorjahr nochmals leicht an.

Rechts: Eindrücke von der Firmenkontaktmesse 2012

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T echnologietransfer / F irmenkontaktmesse

UND VERTRIEBS-AG • AMAZON • AUTOVISION GMBH • BALL PACKAGING EUROPE • BOSCH COMMUNICATION CENTER MAGDEBURG GMBH • BRUNEL GMBH • BUNESWEHR • C4C ENGINEERING GMBH • CAMERON GMBH • CARL ZEISS AG OBERLSCHAFT FÜR INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT (GIZ) GMBH • E.ON AVACON BH • EURO ENGINEERING AG • FERCHAU ENGINEERING GMBH • FUELCON • GEND JUGENDHILFE • HERMES FULFILMENT GMBH • HORBACH WIRTSCHAFTSBERAUBIC AG • INGENIEURKAMMER LSA KÖRPERSCHAFT DES ÖFFENTLICHEN RECHTS & CO. KG • LESER GMBH & CO. KG • LINTRA SOLUTIONS GMBH • MAHLE INTERLEISTUNGEN AG • MMB MAGDEBURGER MASCHINENBAU E.V. • NORD/LB NORDT • OUTOTEC GMBH • PRION GMBH • PROSTEP AG • RANDSTAD PROFESSIONALS GENDER INSTITUT SACHSEN-ANHALT • SALZGITTER AG • SELECTLINE SOFTWARE W STICKSTOFFWERKE PIESTERITZ GMBH • SNP SCHNEIDER-NEUREITHER & PARTG GMBH & CO. KG • TELEMOTIVE AG • THYSSENKRUPP AG • TOTAL RAFFINERIE ERVICES AG • WACKER CHEMIE AG • WOODWARD GOVERNOR GERMANY GMBH

Die OVGU auf der Hannover Messe: 23.–27. April 2012 Die OVGU sowie weitere Universitäten und Hochschulen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen präsentierten sich erfolgreich auf der Hannover Messe 2012 – auf dem Gemeinschaftsstand Forschung für die Zukunft, Halle 2, im Bereich Research & Technology. Entscheider aus Wissenschaft und Industrie fanden hier hervorragende Möglichkeiten, Kooperationen aufzubauen und Technologietransfer zu betreiben.

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Das Leitthema der Messe, das sich auch durch die Halle 2 zog: „greenintelligence“ – globale Trends nachhaltiger Verfahren und Produkte. Der Bereich Research & Technology wurde stark frequentiert. Neue Ideen aus der Forschung, technologische Innovationen sowie Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft standen im Mittelpunkt. Von besonderem Interesse waren dabei die neuesten Erkenntnisse für die Bereiche Mobilitätstechnologie, Energieforschung und Ressourceneffizienz.


W issenschaft trifft wirtschaft Forschungstransfer in größter Uni-Absorberhalle Wenn es darum geht, die Wirkung elektromagnetischer Felder auf die empfindliche Elektronik vieler Hightech-Produkte zu erforschen, spielt die Universität Magdeburg eine ganz entscheidende Rolle. Schließlich ist sie für diese Forschung auch bestens ausgestattet: Die OVGU besitzt mit ihrer sogenannten Absorberhalle die größte ihrer Art an einer Universität bundesweit. Beim „10. EMV-Industrieseminar“, am 6. November, am Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektromagnetische Verträglichkeit, hatten gut 200 Entwickler, Konstrukteure und Vertreter des Managements der Elektroindustrie die Möglichkeit, vor Ort zu erfahren, wie sie das wissenschaftliche Know-how sowie die Technologien der Universität Magdeburg für ihre Unternehmen nutzen können.

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T echnologietransfer / 1 0 . E M V- I ndustrieseminar

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der campus w 채 chst

05 1 1 3 E inleitung 1 1 5 bauen und S anieren

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der campus w ä chst /  E inleitung S chwerpunkt S anierung von L ehr - und F orschungsgeb ä uden

A

m 10. und 11. Mai 2012 fand die Begehung der Universität durch eine Arbeitsgruppe des Wissenschaftsrates statt, die im Auftrag der Landesregierung Empfehlungen für die weitere Entwicklung des Hochschulsystems des Landes und der einzelnen Hochschulen vornehmen sollte. In diesem Zusammenhang wurde auch über den baulichen Zustand und den Sanierungsgrad der Gebäude und Einrichtungen auf dem Campus berichtet. Die Vertreter anderer Universitäten, insbesondere aus den alten Bundesländern, waren während des Rundgangs über den Campus beeindruckt vom baulichen Zustand der Gebäude sowie den vorgenommenen technischen Modernisierungen innerhalb der Lehr- und Forschungseinrichtungen und brachten dies auch zum Ausdruck: „Ein Sanierungsstand von 76 %, den die OVGU erreicht hat, ist beispielhaft und wird die Attraktivität der Universität für Studierende und Wirtschaftspartner weiter erhöhen.“ Diese Feststellungen verdeutlichen, dass die von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gerade im Jahr 2012 gehandhabte Praxis, gezielt verfügbare Mittel in den Bauunterhalt und die Fortsetzung der Sanierungsbemühungen zu stecken, auch außerhalb der Universität positiv wahrgenommen werden. Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dezernates Technik und Bauplanung haben dabei Finanzmittel in Höhe von 6,2 Millionen Euro in verschiedenen Projekten geplant und verausgabt. Eine Summe, die über die Mittel im Bauhaushalt der Vorjahre weit hinausgeht und von der effektiven und fachgerechten Arbeit der Beteiligten zeugt. Höhepunkte im Baugeschehen auf dem Campus waren 2012 zweifellos die zwei Grundsteinlegungen auf dem Universitätscampus. Im Mai wurde der Grundstein für das lang geplante Forschungsverfügungsgebäude gelegt, das Spitzenforschern im Bereich der Systembiologie beste Voraussetzungen für ihre Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin sowie den System- und den Ingenieurswissenschaften bieten soll. Aus Eigenmitteln wird die Universität auf dem Campus am Schroteplatz den neuen Hörsaal 6 er-

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richten. Dieser im September begonnene Bau wird die Lehr- und Lernbedingungen der Studierenden schon ab Wintersemester 2013 entscheidend verbessern. Die Fortsetzung der Bemühungen um Barrierefreiheit in allen Gebäuden der Universität hat eine wesentliche Ergänzung erfahren. In das Gebäude der Zentralverwaltung auf dem Campus wurden ein behindertengerechter Zugang sowie ein Aufzug eingebaut. Studierende und Beschäftigte, aber auch die Besucherinnen und Besucher der Universität, können ab sofort alle Dezernate barrierefrei erreichen. Damit sind jetzt 92 % der Hauptnutzfläche der Universität behindertengerecht ausgebaut. Ein wesentlicher Bestandteil der Sanierungsaufgaben ist die Umsetzung von gesetzlichen Forderungen zum Brandschutz. Für die Ersteinrichtung bzw. Erneuerung von Brandmeldeanlagen und Brandschutzeinrichtungen wurden allein im Jahr 2012 Mittel in Höhe von 1.215.000 Euro investiert, die entscheidend dazu beitragen werden, die Brand- und Arbeitsschutzbedingungen für unsere Studierenden und Beschäftigten zu optimieren sowie den Erhalt der Lehr- und Forschungseinrichtungen im Falle eines Brandes oder einer Havarie zu sichern. Die Sanierung der Gebäude ist immer verbunden mit der Verbesserung der Bedingungen für den Lehr- und Forschungsbetrieb. Neben dem Ein- und Umbau von Laboreinrichtungen für die Ausbildung der Studierenden und die verbesserte Sicherung der Forschungsaufgaben, stand die Modernisierung der medientechnischen und möbelseitigen Ausstattung von Hörsälen und Seminarräumen im Fokus des Mitteleinsatzes. Insgesamt 260.000 Euro wurden dafür eingesetzt. Auf den folgenden Seiten erhalten Sie in kommentierten Bildern einen optischen Eindruck von der Vielfalt des Baugeschehens auf dem Campus.

Volker Zehle Amtierender Kanzler


N euer raum f ü r L ehre und F orschung

Im Kontrast zueinander: Die Baugrube des neuen Hörsaals 6 und die teils sanierte Fassade des Gebäudes 40

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Das Forschungsverf체gungsgeb채ude: Blick auf die Nordseite des Rohbaus

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Blick auf die neu sanierten Fassaden der Gebäude 14 und 15

Der neu gestaltete Flur des schon sanierten Gebäudeteiles des Gebäudes 40

Am Campus Schroteplatz: In der Baugrube des geplanten Neubaus Hörsaal 6 118

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Brandschutz

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W I S S E N S C H A F T S K O M M U N I K AT I O N

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W issenschaft am W ochenende K inder - U ni รถffentliche vorlesungen C ampus D ays


Traditionelles Opening der Langen Nacht der Wissen-

magdeburg will ‘ s wissen

schaft: Otto von Guerickes Halbkugelversuch – der Versuch, die beiden luftleeren

Die 7. Lange Nacht der Wissenschaft am 2./3. Juni Was passiert hinter üblicherweise verschlossenen Labor- und Hörsaaltüren? In Weltraumbiotechnologie, in IT? In Telemedizin oder Automobilforschung? Wissenschaft und Technologie einmal ganz hautnah und so richtig individuell erleben – nirgends bietet sich hierfür eine bessere Gelegenheit als in der Langen Nacht der Wissenschaft, die jedes Jahr von einem Samstag auf einen Sonntag stattfindet. Auch in diesem Jahr waren mehrere Tausend Gäste aus Magdeburg und der Region der Einladung der gut 30 wissenschaftlichen Einrichtungen und technologieorientierten Unternehmen gefolgt. Professoren, Studierende und Mitarbeiter nahmen sich eine ganz Nacht lang Zeit und stellten ihren Gäste auf anschauliche und unterhaltsame Weise all die

faszinierenden Technologien vor, die ansonsten der Öffentlichkeit nicht zugänglich oder nur wenig greifbar sind – nicht nur eine spannende Sache für die Besucher, sondern auch für die Wissenschaftler: Immerhin bot sich ihnen hier die Möglichkeit, das Bewusstsein der Öffentlichkeit für Wissenschaft zu schärfen – und dem Vorurteil, sie erforsche im Elfenbeinturm realitätsferne Dinge, entgegenzuwirken. Was stand auf dem Programm? Ungewöhnliche Experimente, beeindruckende Vorträge sowie Führungen an der Seite der renommiertesten Forscher der Stadt. Strategischer Knotenpunkt der diesjährigen Langen Nacht der Wissenschaft war der Wissenschaftshafen. Von hier aus fuhren die Shuttle-Busse die Wissensdurstigen auf vier Erlebnisrouten.

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Halbkugeln voneinander zu trennen. Diesmal mit Prof. Dr. Klaus E. Pollmann, im September verabschiedeter Rektor der OVGU, und Oberbürgermeister Lutz Trümper auf der Kugel. Das war übrigens der 170. historisch dokumentierte, nachgebildete Halbkugelversuch.

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W issenschaftskommunikation /  W issenschaft am W ochenende

Der „Medizinische Sonntag“ – am Sonntag in die Universität Wer krank ist, möchte schnell gesund werden und das auch bleiben. Für alle Menschen sind Gesundheitsinformationen daher sehr wichtig – und das am besten aus erster Hand. „Der Medizinische Sonntag", eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Universitätsklinikums der OVGU, der Urania sowie der Volksstimme, widmet sich auf anschauliche Weise genau diesem Informationsbedürfnis. Denn das Programm umfasst ein breites Spektrum medizinischer Themen: Allergien, Augenerkrankungen, Bluthochdruck, Demenz, Diabetes, Herzkrankheiten, Rheuma, Schlafstörungen, Sodbrennen oder auch Probleme in den Wechseljahren. Seit 2000 wird der „Medizinische Sonntag“ in Magdeburg regelmäßig veranstaltet, am 28. Oktober 2012 fand er bereits zum 100. Mal statt. Schätzungsweise 25.000 Besucher haben in den vergangenen zwölf Jahren daran teilgenommen. Viele kommen kommen

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gern immer wieder, etwa 20 Prozent sogar aus dem weiteren Umkreis wie der Altmark und dem Harz. Geschätzt wird von den Besuchern die Verständlichkeit der Vorträge und die Möglichkeit, Fragen an die Experten zu richten. Der „Medizinische Sonntag“ kann und will nicht das Gespräch mit dem behandelnden Arzt ersetzen, aber er kann kompetent informieren. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenfrei. Das ist jedoch nur möglich, weil die Referenten kein Honorar erhalten und die Otto-von-GuerickeUniversität den Hörsaal kostenlos zur Verfügung stellt, die medientechnische Betreuung gewährleistet sowie den Einsatz des Hausmeister- und des Sicherheitsdienstes übernimmt. Die Medizinischen Sonntage beginnen um 10.30 Uhr und finden in Magdeburg im Uni-Hörsaal 1 an der Pfälzer Straße (neben der Universitätsbibliothek) statt. Unter www.med.uni-magdeburg.de/medizinischer_sonntag sind die Vorträge der Experten oder Auszüge davon nachträglich auch online zu sehen.


Professor für Maschinenbau und Rektor der Universität Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan erklärt den Kindern der Kinder-Uni, welche Auswirkungen Elektroautos auf die mobile Zukunft haben: Kein Lärm, kein Motorengeräusch, kein Gestank – stattdessen Windgeräusche und Vogelgezwitscher auf den Straßen der Stadt. Doch wie weit fährt das Auto mit dem Strom? Und wo kann man es auftanken?

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W issenschaftskommunikation /  K inder - U ni

kinder wollen ' s wissen Kinder fragen, Wissenschaftler antworten Wem, wenn nicht Kindern, ist der Drang zu entdecken und zu erforschen derart naturgegeben? Die Universität Magdeburg weiß um die Neugierde der Wissenschaftler von morgen und setzt deshalb mit der Kinder-Uni ganz gezielt auf die Förderung der 8- bis 12-Jährigen. Diese dürfen in der OVGU Hörsaalluft schnuppern, spannenden Themen aus den Bereichen Medizin, Physik, Chemie oder Sprache lauschen – und ihr Wieso, Weshalb, Warum loswerden. Seit 1993 gibt es die Kinder-Uni, mehr als 15.000 Kinder haben seitdem daran teilgenommen – die Veranstaltung erfreut sich wachsender Beliebtheit.

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WANN? WAS? WO? WER?

4–5 mal im Jahr, immer an einem Samstag, 11–13 Uhr pro Veranstaltung zwei kindgerechte Vorlesungen zu wissenschaftlichen Fragestellungen Hörsaal 5, Gebäude 16 auf dem Campus der Universität Magdeburg Kinder im Alter von 8–12 Jahren; Eltern und jüngere Geschwister können die Vorlesung per Videostream in einem benachbarten Seminarraum verfolgen

Die Anmeldung zur Kinder-Uni sowie die aktuellen Termine unter: www.kinderuni.ovgu.de


Den Horizont erweitern – durch Ringvorlesungen

D E R R I N G des wissens Ringvorlesungen an der Universität Magdeburg Ob Studierender oder außeruniversitärer Besucher, ob jung oder alt – bequemer und vielseitiger lässt sich Wissen nicht erlangen als beim Besuch einer Ringvorlesung. Ringvorlesungen sind eine spezielle Form der Vorlesung. Es handelt sich hierbei um eine Vorlesungsreihe, bei der sich Dozenten aus vielen verschiedenen Fachbereichen zu ein- und demselben Thema äußern – pro Vorlesung referiert dann ein Spezialist. 2012 beispielsweise zog die Ringvorlesung „Natur- und Kulturraum Elbe“ viele Zuhörer in ihren Bann, denn hier wurde aus der Perspektive von 14 wissenschaftlichen Fächern der Fluss betrachtet; zur Sprache kamen die Geologie, Archäologie, Hydrobiologie, die Naturgeschichte, der Gartenbau, der Wasserbau, die Sprachgeschichte oder auch Kunstgeschichte – um nur einige zu nennen.

Zahlreiche Fakultäten der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bietet jedes Semester aufs Neue diese spannende Form der Wissensvermittlung an. Das Interessante dabei: Jeder Referent hat einen ganz eigenen Zugang, eine ganz eigene Perspektive auf das Thema. Je mehr Vorlesungen der Ringvorlesung besucht werden, umso tiefer tauchen die Zuhörer ein in die Vielfalt der Sichtweisen. Es besteht dennoch kein Zwang, jede Vorlesung einer Ringvorlesung zu besuchen, insofern kann man einsteigen, wann man möchte – alles ganz easy. Informationen darüber, wann und wo Ringvorlesungen stattfinden, werden auf den Homepages der einzelnen Fakultäten veröffentlicht sowie in den aktuellen Pressemitteilungen der Otto-von-Guericke-Universität unter: www.uni-magdeburg.de/home/Presse+_+Medien. html

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W issenschaftskommunikation /  öffentliche vorlesungen

Informativ und spannend: Die Otto-von-Guericke-Vorlesung

legenden der W issenschaft – live ! Die Otto-von-Guericke-Vorlesungen International renommierte Wissenschaftler ganz unterschiedlicher Disziplinen und eine interessierte Öffentlichkeit zusammenzuführen – das ist das Konzept der Otto-von-Guericke-Vorlesungen an der Universität Magdeburg. Mit dieser Veranstaltungsreihe, die seit 1995 zwei Mal jährlich stattfindet, ehrt die Universität ihren Namenspatron.

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Die Otto-von-Guericke-Vorlesungen werden allseits viel beachtet. Denn die herausragende Fachkompetenz der Referenten verbunden mit ihrem rhetorischen Know-how sorgt nicht nur für eine informative, sondern vor allem auch sehr spannende Form der Wissensvermittlung. Schönes Extra: Der Eintritt zu dieser Vorlesung ist kostenfrei.


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W issenschaftskommunikation /  C ampus D ays

probieren vorm studieren Jedes Jahr, zwei Tage lang im Frühjahr Die Frage, Studium ja oder nein, und wenn ja, welcher Studiengang, dürfte ein Besuch der Campus Days beantworten. Denn in dem von der Universität Magdeburg gemeinsam mit der Hochschule Magdeburg-Stendal veranstalteten zwei Campus-Tagen kann man sich ungezwungen Labore, Hörsäle und Studienprojekte anschauen, an Experimenten teilnehmen, Vorträgen lauschen und sich dank der Studienberatung über Bewerbungsfristen, Zulassungsvoraussetzungen und vieles mehr informieren.

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Wer noch mehr Infos, und zwar direkt von der Basis abgreifen möchte, der bucht sich vorab am besten einen Superweiser. Das sind Studierende, die sich während der Campus Days als Begleiter zur Verfügung stellen und mit denen man die Uni und Hochschule, die City oder die Kneipenviertel noch leichter entdecken kann. Logistisch unterstützt wird dies durch kostenlose Bus- und Bootstouren sowie spannende touristische Angebote. Alle Infos unter: www.magdeburg-studieren.de


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C ampusleben

07 1 3 5 C ampus K inderzimmer 1 3 7 U ni - radio und uni -T V 1 3 9 U ni - H ochhauslauf

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C ampusleben / C ampus K inderzimmer

H ierher mit den kids ! Neueröffnung eines zweiten Campuskinderzimmers und Neueröffnung der KiTa „CampusKids“ Ob Vorlesungen zu vorgerückter Stunde, Recherchen in der Bibliothek oder Prüfungsvorbereitungen – viele Studierende und Hochschulmitarbeiter mit Kind wissen es zu schätzen, dass die OVGU seit 2010 mit ihrem Campuskinderzimmer einen rundum flexiblen Kinderbetreuungsservice anbietet. Hier wird der akademische Nachwuchs von ausgebildeten Tagesmüttern und Erzieherinnen stundenweise betreut. Das Campuskinderzimmer wurde seit seinem Start so gut angenommen, dass nun im Sommer ein zweites Campuskinderzimmer seine Pforten öffnete – im Mitarbeiterwohnheim auf dem Medizinercampus Leipziger Straße. Die beiden Campuskinderzimmer werden angeboten vom Studentenwerk Magdeburg – in Kooperation mit der OVGU, der Hochschule Magdeburg-Stendal sowie den Studierendenräten. Das Angebot versteht sich als flexible Randzeitenbetreuung. Wer seinen Nachwuchs regelmäßig betreut wissen möchte, darf sich über die in diesem Jahr frisch eröffnete integrative KiTa „CampusKids“ freuen, in der die Campuskinder versorgt werden. Die Campuskinderzimmmer und die KiTa sind ideal, um Eltern eine möglichst reibungslose Vereinbar­ keit von Studium bzw. Beruf und Familie zu ermöglichen.

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DIE CAMPUSKINDERZIMMER Universitätscampus Magdeburg, J.-G.-Nathasius-Ring 5, WH 7, Erdgeschoss und Campus Medizinische Fakultät Magdeburg Wohnheim Fermersleber Weg 45 b Wohnung 101 Montag bis Freitag, 16–21 Uhr Kinder im Alter zwischen zwei Monaten und sechs Jahren (Vorschulalter) 6 x 60 Minuten pro Woche pro Kind für Studierende kostenlos, für Beschäftigte der Uni 5 Euro pro Stunde DIE KITA „CAMUPSKIDS“ Universitätscampus Magdeburg, J.-G.-Nathasius-Ring 5, WH 7, Erdgeschoss Montag bis Freitag, 07–19 Uhr Alle Infos zur neuen KiTa und zum neuen Campuskinderzimmer unter: www.studentenwerkmagdeburg.de/campuskinderzimmer/


wir sind on - air … Neu am Start: Das Uniradio Guericke FM Das Sendebewusstsein der OVGU hat einen neuen Namen: Guericke FM! Ob Indie-Indie-Indianer, Stadtgeflüster oder Marscore & Postrob – durch die Titel der Sendeformate klingt bereits an, dass die Zuhörer hier alles andere als Mainstream erwartet. Vielfalt steht auf dem Programm! Kreiert von 18 studentischen Nachwuchsredakteuren. Ein gutes halbes Jahr lang hatte das neue Team von Guericke FM Ideen gesammelt, Sendekonzepte entwickelt, Jingles, Teaser und Promos produziert. Um das Projekt professionell anzugehen, wurden und werden die jungen Radiomacher von Heart­disco, einer Magdeburger Plattenfirma, unterstützt. Sie vermittelt das nötige Know-how, hilft beim Strukturaufbau, coacht die Redakteure und zeigt ihnen, wie man Ideen zu radiotauglichen Formaten konzipiert. Die Uni wiederum leistet die Anschubfinanzierung, denn sie sieht in dem Projekt auch einen Beitrag zur Berufsbefähigung und zum Hochschulmarketing.

Gesendet wird seit Ende September aus dem Campus Service Center. Hauptsächlich alternative Musik hat das Radio zu bieten, aber auch Themensendungen. Ziemlich frenquentiert sind diese Produktionen, sodass mittlerweile wöchentlich ausgestrahlt werden kann. Ein großes Ziel der Nachwuchs-Radiomacher: Guericke-FM demnächst in Eigenregie und ohne Support zu gestalten.

Die Sendungen von Guericke fm Plattenschrank /// Marscore & Postrob /// IndieIndie-Indianer /// Infomania /// Stadtgeflüster Die aktuellen Sendezeiten sowie die aktuellen thematischen Schwerpunkte der jeweiligen Sendungen gibt's unter: www.guericke.fm

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W issenschaftskommunikation /  U ni - radio und uni -T V

Ab in die Late-Night-Show, ins Journal oder in die Campus Shorts

… oder auf der couch . Fest im Sattel: Das Campus TV der Uni Magdeburg Was gibt es Neues in der Universität? Was freut, interessiert oder ärgert die Studierenden? Seit nunmehr fünf Jahren sendet das studentische Fernsehportal Campus TV News aus der OVGU. Und mittlerweile bringen es die Studierenden auf stolze drei Sendeformate: Die „Campus Shorts“ sind ein Reportageformat, das im Live-on-Tape-Verfahren kurze, knackige Beiträge rund um den Campus und Co. produziert. Die gesamte Redaktion bis hin zu Kameraführung, Schnitt und Webauftritt bei Facebook und Twitter liegen in der Hand der Studierenden. Die Sendung „Das Journal“ hingegen liefert Beiträge rund um die Uni und das studentische Leben in Magdeburg. Für das anspruchsvolle Producing werden die Journal-Macher in einem wöchentlich stattfindenden Seminar fit gemacht. Das Team ist kein festes, sondern wechselt jedes Semester. Der noch jüngste Streich der studentischen Fernsehmacher: Die wenig vorgeskriptete Late-Night-Show „Couch &

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Guests“, eine Talkshow, die im Gläsernen Studio des Campus Service Center produziert wird. Moderiert wird sie von Nawid Sorusch und Ingo Naumann, die pro Sendung einen prominenten Gast aus der Uni oder aus Magdeburg auf die Couch bitten, um ihm seine unbekannten Seiten zu entlocken. Flankiert wird das Ganze von Einspielern, die einen Einblick ins Sein des Gasts erlauben – Unterhaltung pur!

Die Sendungen des campus Tv Campus Shorts: Austrahlung 1 x wöchentlich Das Journal: Austrahlung 1 x pro Semester Couch & Guests: Ausstrahlung 1 x monatlich Infos und Videos unter: www.campustv.ovgu.de oder www.facebook.com/campustvmagdeburg


A uf die

e r t

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C ampusleben / U ni - H ochhauslauf

Veranstaltet wird der Hoch-

. . . fertig . . . los !

hauslauf vom Sportzentrum und der Kinder-Uni der OVGU sowie vom Studentenwerk Magdeburg.

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Der Uni-Hochhauslauf im CAMPUS-TOWER 60 Meter Anlauf vor dem Campus-Tower, dann ganze 14 Etagen, insgesamt 232 Stufen – wer am UniHochhauslauf teilnehmen will, der muss definitiv fit sein. Jedes Jahr aufs Neue lockt der außergewöhnliche Wettkampf insgesamt bis zu 350 Wiederholtungstäter, Neulinge und Kinder herbei, die sich der Herausforderung der Höhe stellen. Die Ziele dabei: So schnell wie möglich oben sein, den Rekord des Vorjahres brechen, in der Ewigen Bestenliste landen und manchmal auch einfach nur Rennen für einen guten Zweck.

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Insgesamt finden immer zwei Einzelläufe statt, einer der Kinder-Uni und einer für Erwachsene; gestartet wird immer im Abstand von 30 Sekunden. Die drei besten weiblichen, die drei besten männlichen Läufer sowie die drei besten Kinder-Läufer werden prämiert. Wer nicht mitlaufen, dafür aber mitfiebern möchte, der kann den Start und das Ziel des Hochhauslaufs, aber auch Zeiten und aktuelle Platzierungen stets via Livestream verfolgen – oder auch von zuhause aus, per Netz.


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P ersonalia

08 1 4 2 B erufungen 2 0 1 2 1 4 4 E rnennungen 2 0 1 2 1 4 6 E hrungen 2 0 1 2

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B erufungen 2 0 1 2 Dorothea-Erxleben-Prof. Dr.-Ing. Birgit Futterer

Prof. Dr. med. Steffen Borrmann

Professur für Geophysik/­

Professur für Molekulare

Strömungsmechanik

Mikrobiologie

Prof. Dr. rer. nat. Daniela C. Dieterich

Prof. Dr. rer. nat. Thomas Schüler

Professur für Pharma­kologie

Professur für Molekulare

und Toxikologie

Immunologie

Prof. Dr. rer. nat. Inna Lavrik

Prof. Dr. med. Notger Müller

Professur für Translationale

Professur für Neuro­protektion

Entzündungsforschung

Prof. Dr. med. Ulrike Seifert

Prof. Peter John Nestor, PhD

Professur für

Professur für Hirnplastizität

Immunmodulation

und Neurodegeneration

Prof. Dr. med. Frank Angenstein

Prof. Dr. med. Hagen Thieme

Professur für Kleintier-Neuro­

Professur für Augenheilkunde

imaging/Demenzmodelle

Prof. Alexander Dityatev, PhD

Prof. Dr. rer. nat. Thomas Wolbers

Professur für Molekulare

Professur für Kognition im Alter

Neuroplastizität

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P ersonalia

Prof. Dr. Andreas Knabe Professur für Volkswirtschafts-

Prof. Dr.-Ing. Hermann Rottengruber

lehre

Professur für Energieumwand­lungssysteme für mobile Anwendungen

Prof. Dr.-Ing. HansChristian Möhring

Prof. Dr. Frank Bünning

Professur für Fertigungs­

Bildung und ihre Didaktik

Professur für Technische

einrichtungen

Prof. Dr. Anna Geis

Prof. Dr. Michael Dick

Professur für Internationale

Professur für Betriebs­

Beziehungen und Theorie der

pädagogik

Politik

Prof. Dr. phil. habil. Susanne Peters

Prof. Dr. phil. Benjamin Klopsch

Professur für Englische Kultur-

Professur für Algebra

und ­Literaturwissenschaft

Prof. Dr. rer. nat. habil. Sebastian Sager

Prof. Dr. med. Markus Ullsperger

Professur für Mathematische

Professur für

Optimierung (2)

Neuropsychologie

Prof. Dr. habil. Miles Simon

Prof. Dr. Bertram Gerber

Professur für Nichtlineare

Professur für Neurobiologie

Analysis (1)

Prof. Dr. Marko Sarstedt Professur für Marketing

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B erufungen J uniorprofessuren 2 0 1 2 Jun.-Prof. Dr.-Ing. Manja Krüger

Jun.-Prof. Dr. Olaf Dörner Professur für Erziehungswis-

Professur für Werkstoff­

senschaft mit dem Schwer-

technik, spezielle metallische

punkt Erwachsenen- und

Werkstoffe

Weiterbildung

Jun.-Prof. Dr. Guido Voigt Professur für Operations

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Sören Hirsch

Management

Professur für Aufbau- und Verbindungstechnik

E rnennungen au S S erplanm ä S S ige P rofessuren 2 0 1 2 Apl.-Prof. Dr. med. Gernot Geginat

Apl.-Prof. Dr. med. Steffen Rickes

Institut für Medizinische

Medizinische Klinik des

Mikrobiologie

AMEOS Klinikums St. Salvator Halberstadt

Apl.-Prof. Alan Richardson-Klavehn, PhD

Apl.-Prof. Dr. med. Christian Vorwerk Universitätsaugenklinik

Universitätsklinik für Neurologie

Apl.-Prof. Dr. rer. nat. Ursula Bommhardt

PD Dr. rer. nat. Thomas Koch

Institut für Molekulare und

Grünenthal GmbH, Aachen

Klinische Immunologie

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P ersonalia

Apl.-Prof. Dr. med. Irina Böckelmann

Apl.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Wex

Bereich Arbeitsmedizin

Med. Versorgungszentrum für Labormedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie Magdeburg

Apl.-Prof. Dr. med. Thomas Brune

Apl.-Prof. Dr. med. Ludwig Niehaus

Kinder- und Jugend­

Neurologische Klinik des

medizinische Klinik des

Klinikums Schloss Winnenden

Klinikums Lippe-Detmold

Apl.-Prof. Dr. med. Hubert Scheidbach Klinik für Allgemein-, Visze-

Apl.-Prof. Dr. rer. nat. habil. Matthias Kunik Institut für Analysis und Numerik

ral- und Gefäßchirurgie der Kreisklinik Bad Neustadt/ Saale gGmbH

Apl.-Prof. Dr.-Ing. habil. Konstantin Naumenko

Apl.-Prof. Dr. habil. Sabine Riedel Institut für Politikwissenschaft

Institut für Mechanik

E rnennungen H onorarprofessuren 2 0 1 2 Hon.-Prof. Dr. Ulf Gundlach

Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow

Staatssekretär im Innen­

Professur für Wirbelschicht-

ministerium Sachsen-Anhalts

technik

und Honorarprofessur für Steuerrecht

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E hrungen 2 0 1 2 Prof. Dr.-Ing. Tibor Bercsey

Jöran Beel, Stefan Langer und Marcel Genzmehr,

von der Technischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Universität Budapest wurde von der Fakultät für Maschinenbau der Universität Magdeburg mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Die Ehrendoktorwürde gilt als höchste Auszeichnung, die durch eine Universität an verdiente auswärtige Wissenschaftler vergeben wird. Prof. Bercsey forscht in den drei maßgeblichen Teilgebieten der Produktentwicklung: Maschinenelemente, Konstruktionstheorie/-methodik sowie dem Rechnerunterstützten Konstruieren. In der Lehre hat er besonders in der Integrierten Produktentwicklung wichtige Impulse gesetzt. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er bereits mehrfach international ausgezeichnet.

OVGU-Diplominformatiker aus der Data and Knowledge Engineering Group von Prof. Dr. Andreas Nürnberger, gewannen im landesweiten Businessplanwettbewerb ego.-BUSINESS den mit 1.000 Euro dotierten Preis. Die Auszeichnung bekamen die Promotionsstipendiaten für ihre Software „Docear“, eine Komplettlösung zur Literaturverwaltung. „Docear“ vereint alle wichtigen Komponenten zur Literaturrecherche, Verwaltung und Erstellung in einer Anwendung. „Docear“ ist kostenfrei und für alle gängigen Betriebssysteme erhältlich.

Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, Inhaber des Lehrstuhls für Technische Dynamik an der Universität Magdeburg und seit Oktober dort Rektor, wurde für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen von der Nationalen Technischen Universität der Ukraine in Kiew mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan forscht auf dem Gebiet der Technischen Dynamik und kooperiert eng mit der Universität in Kiew in gemeinsamen Forschungsprojekten zur Automobiltechnik oder Medizintechnik. Mit der Ehrung fand auch sein besonderes Engagement bei der Weiterentwicklung der gemeinsamen Ukrainisch-Deutschen Fakultät für Maschinenbau der beiden Universitäten Anerkennung, die im Mai ihr 10-jähriges Bestehen feiern konnte.

Prof. Dr. sc. pol. Karl-Heinz Paqué, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der OVGU, erhielt von der Universität Miskolc (Ungarn) die Ehrendoktorwürde – für seine herausragende Analyse der Weltwirtschaft, die sich v. a. mit der ökonomischen Entwicklung Mitteleuropas und Ostdeutschlands seit dem Fall des Eisernen Vorhangs beschäftigt, sowie für seine Verdienste bei der Förderung der internationalen wirtschaftswissenschaftlichen Zusammenarbeit. Das betrifft v. a. die Kooperation zwischen Deutschland und Ungarn, insbesondere die der Unis in Miskolc und Magdeburg. 2002–2006 war Prof. Paqué Finanzminister Sachsen-Anhalts. Er ist Mitglied der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags „Wohlstand, Wachstum, Lebensqualität“ sowie des Konvents für Deutschland.

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P ersonalia

Ekaterina Ananyeva,

Dr. med. Michael Bellutti

russische Studentin im Bachelor „European Studies“ der OVGU, erhielt das von der Stadt Magdeburg gemeinsam mit der Universität Magdeburg vergebene Otto-von-Guericke-Stipendium. Die mit 6.000 Euro dotierte Auszeichnung wird an ausländische Studierende verliehen, die sehr gute Studienergebnisse vorweisen und sich darüber hinaus auch gesellschaftlich engagieren. Parallel zu ihrem Studium arbeitete Frau Ananyeva bspw. am Bosch Communication Center; im April nahm sie am internationalen Symposium „Europe: East and West“ in Pitsburgh, USA, teil und leistete viele Beiträge zum interkulturellen Austausch als Journalistin der Online-Zeitung „BordersOff“.

von der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie Magdeburg, wurde mit den Forschungsstipendium 2012 des Deutschen Psoriasis Bundes ausgezeichnet. Das vom Gesundheitsunternehmen Abbott gestiftete Fördergeld in Höhe von 12.000 Euro wird Dr. Bellutti für seine Studien zur Erforschung der Wechselwirkungen zwischen Psoriasis (Schuppenflechte) und Morbus Crohn (eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung) verwenden. Konkret soll gezeigt werden, dass bei Menschen mit Psoriasis oftmals auch ein unterschwelliger Morbus Crohn vorliegt. Die Studie wird in Kooperation mit der UniKlinik für Gastroenterologie Magdeburg erfolgen, wo Dr. Bellutti auch seine Ausbildung begann.

Prof. Dr. Anita Hökelmann,

Prof. Dr. Andreas Seidel-Morgenstern, Inhaber des Lehrstuhls für Chemische Verfahrenstechnik an der Otto-von-GuerickeUniversität Magdeburg und seit 2002 Direktor am Magdeburger MaxPlanck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme, wurde in Odense, Dänemark, mit der Ehrendoktorwürde der „Syddansk Universitet“ ausgezeichnet. Er erhielt diesen Titel in Würdigung seiner ingenieurwissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Reaktions- und Trenntechnik, insbesondere für die Entwicklung neuartiger Prozesse zur ressourcenschonenden und energieeffizienten Herstellung von hochreinen pharmazeutischen Wirkstoffen.

Sportwissenschaftlerin der Uni Magdeburg, nahm anlässlich des 25. Jubiläums des weltweit größten Mobilitätsprogramms ERASMUS für ihr besonderes Engagement bei der Internationalisierung der Lehre eine Auszeichnung entgegen. Mit dem eigens für die ERASMUS-Feierlichkeiten entworfenen Preis werden Personen oder Initiativen geehrt, die sich besonders um das ERASMUS-Programm verdient gemacht haben. Unter Prof. Dr. Hökelmanns Leitung war der internationale Masterstudiengang „Performance Analysis of Sport“ am Institut für Sportwissenschaften aufgebaut worden, der nun mit den Unis in Nottingham (England) sowie Valencia (Spanien) gemeinsam erfolgreich angeboten wird.

JAHRBUCH 2012

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E hrungen 2 0 1 2 Prof. Dr.-Ing. Georg Bretthauer, international renommierter Informatiker und Automatisierungstechniker vom Karlsruher Institut für Technologie, wurde von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Uni Magdeburg mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Langjährige Forschungsgebiete von Prof. Bretthauer, wie Mechatronik und Biomechanik, Lernfähige Systeme, Modellbildung, Simulation und Optimierung sowie Methoden, Verfahren und Werkzeuge, die technische Systeme zu komplexen Wahrnehmungen befähigen, verknüpft er in einem sehr erfolgreichen interdisziplinären Ansatz. In den letzten Jahren fanden besonders seine Arbeiten an der Schnittstelle von Informatik, Automatisierung und Medizintechnik sehr große Aufmerksamkeit in der Fachwelt.

Sandy Billing, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, erhielt den Fritz-Thoenes-Gedächtnispreis 2012 für ihre sehr guten fachlichen, sozialen und personellen Kompetenzen und Leistungen während ihrer Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin. Überreicht wurde der Preis im Rahmen der Abschlussfeier für die Absolventen des Ausbildungszentrums für Gesundheitsfachberufe des Uniklinikums vom Stifter des Preises, Prof. Dr. Gunther Thoenes. Dessen Vater hatte als Direktor von 1934–1953 die Magdeburger Kinderklinik durch die schweren Kriegs- und Nachkriegsjahre geführt. Nach wie vor soll mit dem Preis auf die Notwendigkeit des Erhaltes der Eigenständigkeit des Berufes der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege hingewiesen werden.

PD Dr. Michael Haase,

Sarah Hoffmann,

Oberarzt und Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie und Endokrinologie Magdeburg, wurde mit dem HEXAL-Förderpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs 2011 ausgezeichnet. Die Medizinische Fakultät der OVGU und der Stifter HEXAL würdigten mit dieser in Höhe von 10.000 Euro dotierten Anerkennung Dr. Haases Forschungen auf dem Gebiet der akuten Nierenschädigung sowie deren frühzeitige Diagnostik. Der jährlich vergebene HEXAL-Förderpreis soll Nachwuchswissenschaftler motivieren und bei ihrer wissenschaftlichen Orientierung unterstützen. Die Verleihung des HEXALFörderpreises 2011 fand im März 2012 statt.

Absolventin der Kinderkrankenpflege, erhielt vom Förderverein der Universitätskinderklinik „Karl Nißler“ eine Auszeichnung für ihr außerordentliches berufliches Engagement: Bei Veranstaltungen im Berufsinformationszentrum, der „Langen Nacht der Wissenschaft“ des Uniklinikums und am „Tag der offenen Tür“ im Ausbildungszentrum für Gesundheitsberufe setzte sie sich mit hoher Motivation für den Beruf der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege ein. Bei einer Weiterbildungsveranstaltung der Kinderklinik für Eltern, deren Kinder an endokrinologischen Erkrankungen leiden, übernahm sie bereitwillig die Betreuung betroffener Kinder, um den Eltern die Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen.

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JAHRBUCH 2012


P ersonalia P ersonalia

JAHRBUCH 2012

Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, bis September 2012 Rektor der Universität Magdeburg, wurde aus Anlass seiner Verabschiedung und in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Universität und den Wissenschaftsstandort Magdeburg geehrt – durch seine Aufnahme in das Goldene Buch der Landeshauptstadt. Die erfolgreiche Entwicklung der OVGU war ganz maßgeblich mit dem Rektorat von Prof. Pollmann verbunden. Durch sein Amt und sein herausragendes Engagement auch weit über diese Funktion hinaus hatte er Anteil daran, dass die Universität mittlerweile national und auch international einen hervorragenden Ruf genießt und Magdeburg als ein viel beachteter Wissenschaftsstandort wahrgenommen wird.

Gründungsrektor der Otto-von-GuerickeUniversität Magdeburg, wurde am 18. September während eines Festkolloquiums in den Ruhestand verabschiedet. Der Mathematiker und Informatiker war von 1993 bis 1996 der erste Rektor der neu gegründeten Universität Magdeburg, die aus der Fusion der Technischen Universität Magdeburg, der Pädagogischen Hochschule und der Medizinischen Akademie hervorgegangen war. Die Laudatio würdigte vor allem Prof. Dassows große Verdienste und Verhandlungsgeschick im Prozess der Zusammenlegung dieser drei Wissenschafts- und Bildungseinrichtungen, was die Basis war für den heutigen Erfolg der Universität Magdeburg.

Valeriia Pishchanska

PD Dr. med. Florian Heidel,

erhielt den mit 1.000 Euro dotierten DAADPreis 2012 – für ihre besonderen akademischen Leistungen und ihr herausragendes soziales Engagement. Nach ihrem wirtschaftswissenschaftlichem Studium an der renommierten Mohyla Akademie Kiew studierte Frau Pishchanska im englischsprachigen Masterstudiengang „International Economics and Finance“ an der OVGU. Sie engagierte sich im DAAD-Freundeskreis und nahm aktiv an der Organisation vieler DAAD-Veranstaltungen in Magdeburg teil. Frau Pishchanska war des Weiteren seit dem ersten Semester in die Arbeit der Lehrstühle Arbeitsmarktökonomie und Finanzwirtschaft eingebunden. Ebenso hatte sie an zahlreichen Fach- und Studentenkonferenzen teilgenommen.

Oberarzt der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie Magdeburg, wurde für seine exzellente wissenschaftliche Arbeit mit dem HEXAL-Förderpreis für den wissenschaftlichen Nachwuchs 2012 ausgezeichnet. Dr. Heidel forscht auf dem Gebiet der Leukämie mit dem Ziel, neue Therapieansätze zur Behandlung dieser bösartigen Erkrankung zu finden. Seit 1997 wird der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis einmal pro Jahr vergeben. Die Medizinische Fakultät der OVGU und der Stifter HEXAL würdigen mit dem Preis Forschungsvorhaben von herausragender klinischer Bedeutung sowie großer Interdisziplinarität; sie möchten damit Nachwuchswissenschaftler motivieren und in ihrer wissenschaftlichen Orientierung unterstützen.

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Prof. Dr. Jürgen Dassow,


E hrungen 2 0 1 2 Guerickes Erben: Die kreativsten Köpfe aus Forschung und Lehre der Universität Magdeburg wurden anlässlich des 410. Geburtstages des Namenspatrons der Otto-von-Guericke-Universität auf dem 20. Akademischen Festakt für ihre exzellenten Leistungen gewürdigt: Der mit 5.000 Euro dotierte Otto-von-GuerickeForschungspreis 2012 ging an ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern, die an der Entwicklung zukunftsweisender Medizintechnik forschen. Ihr Projekt STIMULATE wird Technologien für bildgeführte minimal-invasive Methoden in der Medizin entwickeln, die sowohl Behandlungsmethoden in den Bereichen Onkologie, Neurologie sowie kardiovaskuläre Erkrankungen verbessern als auch die Kostenexplosion im Gesundheitswesen eindämmen sollen. Auch wurde erstmals der Otto-von-Guericke-Lehrpreis der Uni Magdeburg vergeben – an zwei Mediziner, für ihr innovatives Lehrkonzept in der Medizinerausbildung. Ziel des Konzepts ist es, Theorie und Praxis während des Studiums besser miteinander zu vernetzen. Dazu werden Medizinstudenten in den Operationsbetrieb und die Betreuung schwerkranker Patienten intensiv eingebunden. Dieser neue Lehransatz zielt ab auf ein interdisziplinäres Behandlungskonzept als auch auf die Förderung von Kompetenzen wie Teamgeist, Durchhaltevermögen und Emotionalität. Auf dem Akademischen Festakt erhielten auch die besten Doktoranden des Jahres 2012 Doktorandenpreise – jeweils in Höhe von 1.000 Euro, zur Verfügung gestellt von der Stifterin Karin Witte. Zwei dieser Doktoranden, Dr. Christian Michael Stoppel und Dr.-Ing. Sebastian Stober, erhielten außerdem den Dissertationspreis 2012 für die beste wissenschaftliche Arbeit. Auch wurde dem Alt-Rektor der OVGU, Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, die Ehrensenatorwürde verliehen – für seine umfassenden Leistungen als Rektor der Universität in den Jahren 1998 bis 2012.

Doktoranden- und Dissertationspreise – für exzellente Wissenschaft

Ehrensenatorwürde: Rektor der OVGU, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan (links) ernennt Alt-Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann zum Ehrensenator der Universität Magdeburg

Der Otto-von-Guericke-­ Forschungspreis 2012: Vergabe an das Team mit dem Medizintechniker Prof. Dr. Georg Rose, dem Informatiker Prof. Dr. Bernhard Preim, dem Neuroradiologen Prof. Dr. Skalej sowie dem Physiker Prof. Dr. Oliver Speck (v.l.n.r.)

NEU! Der Otto-von-GuerickeLehrpreis: Vergabe an die Mediziner Prof. Dr. Christian Vorwerk (3. v. re.) und PD Dr. Dörthe Küster (2. v. re.)

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P ersonalia

Dr.-Ing. Abdolreza Kharaghani, Gruppenleiter der Porennetzwerkmodellierung am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik der Otto-vonGuericke-Universität Magdeburg, wurde für seine exzellente Forschung auf dem Gebiet der Trocknungstechnik ausgezeichnet. Anlässlich des 18. International Drying Symposium (IDS) in Xiamen, China, erhielt er den „Young Scientist in Drying“Preis, der Erfolge junger Forscher unter 35 Jahren würdigt. Die Jury war mit international renommierten Wissenschaftlern des Fachgebietes besetzt.

Sabine Körber, leitende Stationsschwester am Universitätsklinikum Magdeburg, erhielt den erstmalig verliehenen Adelheid-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis ehrt herausragendes ehrenamtliches, soziales Engagement. Sabine Körber engagiert sich seit vielen Jahren in ihrer Freizeit für HIV-Infizierte und an AIDS Erkrankte. Um diesen Menschen über die medizinische Betreuung hinaus zu helfen, bildete sie sich systematisch weiter. Unter anderem absolvierte sie berufsbegleitend eine Ausbildung zur Gesundheitstrainerin für Menschen mit HIV und AIDS und baute nach ihrer Ausbildung, ab 2006, in Magdeburg ein solches Gesundheitstraining auf, was für viele Patienten den Umgang mit der Erkrankung erleichterte.

JAHRBUCH 2012

151

Rocco Gasteiger, Institut für Simulation und Grafik, bekam von der Fachgruppe „Visual Computing in Biologie und Medizin“ der Gesellschaft für Informatik den Karl-Heinz-HöhnePreis (MedVis-Award) verliehen. Gasteiger erforscht die Visualisierung von Strömungsphänomenen in zerebralen Aneurysmen – das sind Aussackungen von Blutgefäßen. Der Preis ehrt Nachwuchswissenschaftler, die wichtige Beiträge im Bereich Diagnose, Planung und Intervention auf Basis bildgebender Verfahren in der Medizin leisten.

Das Technologie-Transferprojekt WIGRATEC der Otto-von-GuerickeUniversität Magdeburg wurde als die „innovativste Allianz“ Sachsen-Anhalts mit dem Hugo-JunkersInnovationspreis des Landes ausgezeichnet. WIGRATEC ist ein aus der Entwicklung der Wirbelschichttechnologie an der OVGU hervorgegangenes Innovationsbündnis. Die Allianz aus zwölf Industrieunternehmen und zwei Hochschulen entwickelt verfahrenstechnische Lösungen, um Wirbelschichtprozesse und die hiermit erzeugten Produkte regionaler Unternehmen wesentlich zu verbessern. Das Leuchtturmprojekt wurde gewürdigt, weil es neue und offene Prozesse des Wissens- und Technologietransfers eingeführt habe. Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro an die zwölf Finalisten vergeben.


152

JAHRBUCH 2011


Z A hlen /  F akten /  A nhang

09 154 ENTWICKLUNG DER STUDIERENDEN­ Z A H L E N G E S A M T  /  F R A U E N A N T E I L  /   I N T E R N AT I O N A L E 2 0 0 0 / 0 1 – 2 0 1 2 / 1 3 156 ANTEIL DER STUDIERENDEN IN F Ä C H E R ­G R U P P E N 157 HERKUNFT DER STUDIERENDEN 158 ENTWICKLUNG DER STUDIERENDEN­ Z A H L E N in den F akult ä ten 2 0 0 2 / 0 3 – 2012/13 1 5 9 S T U D I E R E N D E in de R R E gelstudien zeit

JAHRBUCH 2012

153


E N T W I C K L U N G D E R S T U D I E R E N D E N Z­ A H L E N G E S A M T  /  F R A U E N A N T E I L  /  I N T E R N AT I O N A L E 2000/01–2012/13 Nachdem der Anteil der internationalen Studierenden 2004–2011 auf gleichbleibendem Niveau gelegen hatte, erhöhte er sich zum Wintersemester 2012/13 erstmals deutlich – um 238 Studierende. Die

weiblichen Studierenden sind wie im Vorjahr mit einem Anteil von knapp über 40 Prozent vertreten. Auch die Gesamtzahl der Studierenden blieb im Vergleich zum Vorjahr auf gleichem Niveau.

14000 12898 12585

12475

12000 11249

9879

10000 9229 8408

8000

6000

5803

5824

5669

5280 4599

4000

3805

4084

2000 816

977

1163

1317

1440

1493

1488

0 2000/01

2001/02

2002/03

2003/04

2004/05

2005/06

154

2006/07

JAHRBUCH 2012


Z ah L E N  /  F akten /  A nhang

13880

13891

13770

13625

13285 12954

5748

5918

5782

5778

5707

5769

1722 1391

1354

1410

1410

1484 Gesamt Frauenanteil Internationale

2007/08

2008/09

JAHRBUCH 2012

155

2009/10

2010/11

2011/12

2012/13


ANTEIL DER STUDIERENDEN I N F Ä C H E R ­G R U P P E N Die Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, der Sport sowie die Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften bauten ihre Position weiter aus, in allen anderen Fächergruppen war der Anteil der Studierenden leicht rückläufig. Sport Rechts-, Wirtschafts- und

(393)

Sozialwissenschaften (3.157)

Sprach- und Kulturwissenschaften (2.446)

Mathematik,

Kunst, Kunstwissenschaften (7)

Naturwissenschaften (1.729)

Sonstige Fächer (34)

Humanmedizin / Gesundheits-

Ingenieurwissenschaften

wissenschaften (1.417)

(4.708)

2011/12 Sport Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (3.220)

(400) Sprach- und Kulturwissenschaften (2.369)

Mathematik,

Kunst, Kunstwissenschaften (5)

Naturwissenschaften (1.692)

Sonstige Fächer (0)

Humanmedizin / Gesundheits-

Ingenieurwissenschaften

wissenschaften (1.544)

(4.650)

2012/13

156

JAHRBUCH 2012


Z ah L E N  /  F akten /  A nhang

HERKUNFT DER STUDIERENDEN Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der Studienanfänger aus Sachsen-Anhalt zum Wintersemester 2012/13 leicht rückläufig, ebenso die Anzahl der

Studienanfänger aus den alten Bundesländern. Dagegen stieg der Anteil der ausländischen Studienanfängern deutlich an.

%

50 44,96 41,72

40 34,98

35,86 34,06

32,79

30

27,90 25,61

20 16,96

15,66

15,55

18,26

17,46

13,13

12,41 10,68

10

2011/12 1. FS

Sachsen-Anhalt Neue Bundesländer und Berlin Alte Bundesländer Deutsche mit Wohnsitz im Ausland Ausländer

JAHRBUCH 2012

0,54

0,47

0

157

2012/13 1. FS

0,49

2011/12 Gesamt

0,51

2012/13 Gesamt


E N T W I C K L U N G D E R S T U D I E R E N D E N Z­ A H L E N in den F akult ä ten 2 0 0 2 / 0 3 – 2 0 1 2 / 1 3 Einen zahlenmäßigen Zuwachs verzeichnen für das Wintersemester 2012/13 die Humanwissenschaften, die Humanmedizin, die Mathematik sowie die Verfahrens- und Systemtechnik.

14000 2334

2295

1336

1422

1431

775

780

767

1094

1070

1067

313 746

295 765

326

291

734

732

1480

1405

1417

1543

3820

3723

3538

3593

2082

2195

1995 1363

12000

1063

1222

802

881 626

618

1383

1317

1616

1341 906 450

588

737

521

1469

280 471

1461

10000

8000

1392 186 527 171 495

6000

955

243 610 1166

1081 3832 3509

930

261 654

338 680

1218

1291

3759

3921

1012

1081

635

620

1257

1227

351

330

805

706

715

1360

1433

3761

3088

3758

1222

4000

MB VST EIT

2000

2290

2563

2523

INF 2390

2244

2045

1913

1961

2037

2270

MATH

2161

NAT MED HW

0

WW

2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11 2011/12 2012/13

158

JAHRBUCH 2012


Z ah L E N  /  F akten /  A nhang

S T U D I E R E N D E in de R R E gelstudienzeit Insgesamt 10.230 Studierende befinden sich 2012/13 in der Regelstudienzeit. Das sind 169 weniger als im Studienjahr 2011/12.

%

100

104

129

77

532 194

71

43

176

239

26 97

134 1031

71 355

1420

182

831 2819

72

80

1735

1108

117

1659

10230

757 2428

508

60

176

439

MATH

NAT

40

20 Promotionsstudierende über der Regelstudien­zeit in der Regel­studienzeit

0 MB

JAHRBUCH 2012

159

VST

EIT

INF

MED

HW

WW

Gesamt


160

JAHRBUCH 2012


Ärztliches  Direktorat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Audiovisuelles  Medienzentrum . . . . . . . . . . . . . . . . . Dekanat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Fachstudienberatung  Integrative  Neuroscience . . . . Fachstudienberatung  Medizin  (Vorklinik) . . . . . . . . . Kaufmännisches  Direktorat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medizinisches  Rechenzentrum . . . . . . . . . . . . . . . . . . Medizintechnische  Zentralbibliothek . . . . . . . . . . . . Mensa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Personalabteilung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Pflegedirektorat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Referat  Forschung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Studiendekanat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zentralapotheke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Zentraler  Hörsaal . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

18 22 18 91 29 18 17 41 41 18 18 1 2 6 22

Campus der Medizinischen Fakultät Gebäude

PKW-Einfahr t

91 29

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JAHRBUCH 2012

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Jahrbuch 2012  

Jahrbuch der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg 2012

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