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noch

NAMENLOS

U N A B H X N G I G E Z E I T U N G VON UND F à œ S T U D E N T E N

Die Herausgeber der Zeitunff (h) surachen mit einem. der sie genehmigen soll (z).

... von und füStudenten also.

z:

h.. .Mhm.. .Hausmeister und Rektor könne die Zeitung also nicht lesen? h: Naturlich könne alle lesen, aber wir schreiben besonders fŸ diejenigen, die es aufgegeben haben, die " ~ ~ ~ b o l d t - U n i v e r s inach B t " journalistischen Rosinen zu durchkämmeund die in der "Jungen Welt" nur noch den Wetterbericht ertragen. z: Und die anderen ... ? h: Die dürfeund sollen sie natürlicauch lesen und sich wie alle anderen gegen evtl. Falschmeldungen und Provokationen unsererseits kräftizur Wehr setzen. z: Sie machen also eine Leserbriefecke. wie andere Zeitungen auch!? h: NEIN. Denn die ganze Zeitung soll aus Beiträge der Redaktion und Beiträgevon Lesern bestehen. Darauf warten in der Uni drei ~riefkästen. z: So,so...und was wollen Sie den Lesern Ihrer Zeitung sagen? Welche Rubriken planen Sie? h: Die Ÿblich Rubrikeneinödhaben wir nicht vor. Die werden sich von Woche zu Woche ändernSo soll z.B. hin und wieder von Studenten die Rede sein. z: Ist das alles ???? h: Schwer eine Reihenfolge zu finden...Infos übe Aktionen von Studenten innerhalb der Sektionen, der Uni, der Stadt und der DDR. Auj3erdem sollen die verschiedenen Arbeitskreise a n der Uni ab und zu das Wort a n sich reij3en könnenDazu noch Kunst, Anarchie, Reisetips. BastelbögenSex, Philosophie, Strickrnuster und alles, was uns grad nicht einfäiitViele Köchverderben den Einheitsbrei! z: Wie soll denn ihr BlättcheheiBen? h: Keinen Ahnung. Das wollen wir den Lesern überlassenIn einer Vorausgabe zur Studentendemo haben wir die Leute danach gefragt. z: Eine Vorausgabe ist schon raus? Aha. Und wie wollen sie den Sp& in Zukunft finanzieren? h: .... z: Naaa? h: Denken Sie doch nur an die dicken Stipendien der Studenten. .. z: Gut. Nach unserem neuen PRESSEGESETZ** habe ich keine Einwändgegen den Druck Ihrer Zeitung ... Mensa Baue-ensa

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Nord, Freie Wandzeitung Invaiidenstra§

Hauptgebäude

lag bei Redaktionsschluj.3 leider noch nicht vor.

Antrag von z, das Interview in der bereits erwähnte ^Orausgabe zu vertiffentiichen, wurde stattgegeben.

Schlachtung der heiligen Küh Es war ein Blutbad: Mit einem Ausdruck völlige Selbstverständlichkeimachte am 15.11 im Senatssaal der Rektor höchspersönlic all den heiligen Küheden Garaus, deren Tod schon seit Jahren von vielen gefordert und deren friedliches Weitergrasen von wenigen (von wem?) mit ebensolcher Ausdauer behüte worden war. Da pakte angesichts dieses raschen und scheinbar völli Widerspruckslosen Todesurteils wohl so manchen der anwesenden Sektionsdirektoren doch das Morgen-Grauen. Doch man liej3 sich solches nicht anmerken, man hat schlieBlich auch schon lange gewendet oder war schon immer ..Die Namen der heiligen Kühseligen Angedenkens dafür. sollten jedoch, bevor wir sie zur letzten Ruhe betten, noch einmal genannt sein: Da waren z.B. Militärisch Qualifizierung und ZV, das stramm einhermarschierenden, unzertrennliche Paar; da war die obligatorische Sportausbildung und ihre Schweste, die unumgänglich Russischausbildung; die wohlgenährtest unter ihnen aber war gleichzeitig ein Neutrum: Das M/L-Grundlagenstudium. Dennoch hat sie bezeihungsweise es noch ein Kälbche geboren, da zwar noch nichtmal einen Namen hat, allerdings nur noch wahlobligatorische und kürzer Kurse sowie keinerlei Prüfunge und Noten mehr kennen wird. Welch glücklichZukunft! Ganz nebenbei gerieten noch solche UraltRinder wie Teilnahmepflicht a n Lehrveranstaitungen, zentral vorgegebene Lehrprogramme und Absolventenlenkung unters Messer. Die Nachricht von ihrem Hingang trifft mich doch unvorbereitet - ich kann eine nostalgische Trän nicht verhindern. Wie trotzlos mag z.B. den letzten Enthusiaten in Seelingstedt zumute sein? Oder: Wie schö waren doch die Wi-So-Stunden, wo der Sozialismus noch Sozialismus und wissenschaftlich dazu war.. .. M.S. f ,

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Chronik eines Monats: 16.10. bis 17.1l.*89 Das ist es also, das neuste Kind von Bemühungemündi werdender Studenten, nach einigen Geburtstwehen, nach Unsicherheiten, nach Kämpfe - die weiter gehen: Der STUDENTENRAT. UN~HÄNGIG Wer wiii noch herausfinden, wann und wo die Diskussion um eine neue, eine wirkiiche interessenvertretung begannen, wer könnt die Idee füsich reklamieren - es ist unmöglichund das ist gut so. Die Idee wurde zur materieiien Gewalt und jetzt gibt e s Arbeit. Dennoch wolien wir den GescMchtsschreibem künftigeTage die Müherleichtern. Vorsoiek 12.10. Zu einer Studentenversammiung der Sektion ~ulturwissenschaft/Ästhetiund Kunstwissenschaften, auf der eine Resolution zur aktuellen politischen Situation verabschiedet und übe die zukünftig studentische Interessenvertretung geredet werden SOU, erscheinen nach starkem Buschfunk Ca. 600 bis 800 Studenten. Man zieht in einem gröJ3ere Saal um, ein groBer Teil bleibt dennoch drauj3en und diskutiert auf dem Hof b m . versucht es). Die Studenten fordem eine Diskussion der angestauten Probleme im groJ3en Fbhmen, es wird ein Termin (17.10.) vereinbart. Im Saai wird erstmals übe neue Formen der Interessenvertretung diskutiert. Studenten verschiedenen Sektionen vereinbaren spontan, sich am 16.10 auf Vertreterbasis zu treffen. HaIl~takk 16.10. Zwei Vertreter aus fast d e n Sektionen diskutieren heftig und kontrovers übekün&gVertretungsfomen. Ein offener Brief an den Rektor wird formuliert, indem fün Grundforderungen benannt werden: Keine Restriktionen aus politischen Gründen Studentenzeitung, keine Zensur bei Wandzeitungen, Zentralwandzeitungen im Hauptgebäude freier Zugang zu Daten, Biblotheken, Archiven und Kopiertechnik. Die Vertreter fordem diesen Brief zu Beginn der Aussprache a m 17.10. auf einem kurzem Meeting zu verlesen. 17.10. Von vielen mit Spannung emartet, von Krisenstäbe fieberhaft vorbereitet: Die groJ3e Diskussion im Hauptgebäud der Uni. Die FIM-Kreisleitung hat die Initiative an sich gerissen, das Meeting auf dem Hof ist abgeschmettert, es werden tausende kanalisierende Handzettel verteilt, Diskussionsleiter vorbestimmt, starke Sicherheitsaufgebote mobiiisiert. Das alles zeugt von einer groBen Angst vor der "unkontroilierten" Meinungsäderun der freien und Studenten; Gerücht westüche Medien tun das Ihrige. Obwohl nirgens ein Plakat hing, kommen Ca. 4-5tausend Studenten. In zehn Hörsäi werden die verschiedenen Probleme (groJ3e Politik bis Mensaessen) diskutiert, es geht hoch her, in einigen Säie wird konstruktiv a n F'roblemkataiogen gearbeitet und vor allem: Demokratie geübt Die meisten Studenten sprechen sich fü eine von der F'DJ unabhängig Studentenvertretung a u s und unterstützedie fünForderungen a n den Rektor. Am Ende kommt es doch noch zu dem Hofineeting, man informiert sich gegeseitig. "elf99" und der "telegraph" bleiben in ihren Berichten am dichtesten an der Wahrheit. Die J W schreibk "Ein Sieg der

rn". 21.10. Inzwischen stapein sich in der FDJ-Kreisleitung die Konzepte füStudentenvertretungen innerhalb und a u e r h a l b der F'DJ. Währen einige aktive FDJler verzweifelt versuchen, diese Ideen m Verteilung an die Basis zusammenzustellen, treffen sich im Friednchshein 22 Studenten von 10 Sektionen, um

gemeinsam ein Konzept zu erarbeiten. das bereits auf die vorliegenden Bezug nimmt: Es entsteht das bekannte Papier der IG-StuVe, das die Grundidee einer unabhängige hteressenvertretung entwickeit und Vorschiäg zu Aufbau, Wahlmodus. Kompetenzen, Status, Rechten, Aufgaben sowie Arbeitsweise und -gebieten macht. In einer einmaligen Krahktion geiingt es, im Laufe der nächste Tage weit übe 1000 Exemplare "Vorsicht! StuVe!" in der Uni zu verteilen. 24.10. Postwendend Eidt der Rektor die IG-StuVe zu einem GesprächMan ist sich darin einig, daà die FDJ nicht mehr die Gesamtvertretung d e r Studenten wahrnehmen kann und daà so schneii wie mögiic eine eigenständig Studentenvertretung geschaffen werden m M . Die IG StuVe bereitet zusammen mit dem Rektor eine gemeinsame Er-g vor, die dieser dann aber doch nicht unterschreibt. Das führ zu einigen Unstimmigkeiten, die jedoch beigelegt werden, der Rektor steht nach wie vor zum Inhalt des GesprächsAm Abend wird der IG StuVe ein di£famierende Pamphiet der FIX-Kreileitung bekannt, das das letzte Vertrauen in deren Glaubwürdigkeischwinden l w t . in dem Papier ist u.a. von "offener Spaitung", einseitiger Kündigun von Abmachungen und Wachtung demokratischer Regeln die Rede. In einem klärende Gesprgch am 25.10 erreicht die IG StuVe eine Rchtigsteliung durch die Kreisleitung. Dennoch kommt e s in den folgenden Tagen immer wieder m Spannungen angesichts einiger in der JW wiedergegebenen Aussagen Rchard Schmidts (3XL) vor dem FM-Zentrairat. 27.10. Auf einer Veranstaitung im Audimax, auf der eigentücübe die neue Idee des "Sozialistischen Studentenbundes" (SSB) geredet werden SOU,wird mehr übedas Konzept der IG StuVe gesprochen. Am Abend findet die erste Veranstaitung der IG statt, auf der Vertreter aller Sektionen übeden Stand der Diskussion berichten: Der Trend geht eindeutig in Richtung unabhängig Studentenräte Es bilden sich vier Arbeitsgruppen, die diesen Prozej3 beförder solien (juristische IiWObüro AG Gründung Fragen, Öffen~c~eit/Studmtemeitun~ 28.10 In der Schauspielschule findet ein erstes landesweites Treffen von Studentenvertretem statt. Es wird ein Koordinationsnetz und Informationsnetz angestrebt. 30.10. INFO 1 erscheint ein Informationsblatt des INFObürosDiese Reihe wird in den folgenden Tagen weitergeführ(zuietzt INFO 7 am 14.11). Am Abend treffen sich Vertreter der IG StuVe und der initiative S B . Es werden einige mverständniss beseitigt und ein klärende gemeinsames Papier verfaßtdas deutlich Gemeinsamkeiten und Unterschiede benennt. 31.10. Zweites Treffen der gewähite bzw. autorisierten Studentenverlxeter der Sektionen. inzwischen haben sich 27 Sektionen (von 31) f3r unabhängig Studentenrät ausgesprochen. Der Rektor fordert eine Urabstimmung , um den Studentenrat vor dem Minister legitimieren zu k6nnen. Die Versammiung beschiiej3t eine solche Abstimmung fü die kommende Woche. Ansonsten geht es noch ziemiich chaotisch zu, es gibt nach wie vor viele Unklarheiten und Vorbehaite. Dennoch ist kiar, d a 3 das Konzept der IG StuVe eine den kommenden Studentenrat sein wesentüchGrundiage fü wird.


3.11. Der m&or trifft sich nochmals mit Vertretem der IG StuVe ,,"d teat mit, d& er nach Absprache mit dem Minister bfle&B@ sei, der Biidung einen Studentenrates an der HUB -m R&JIU~II der g e s e w c h a Bestimmungen" zuzustimmen m d damit die U m b s W w g ''Wmg'sei. Er beauftragt den neu- Prorektor % E/A Prof. Vetter, mit den Studenten ~~ ein W e a h b ~ nd u und ~ Arbeitsprinzipien des smdentenrates ZU p m s i e r e n . Abend bes&iej5t die Versamdung der SeHonsvertreter &e u r a b s m g dennoch durchzuführenu m den neuen s m d e n t e m t auch moralisch ZU legithieren. u m 1908 Uhr konstituiert sich a u s den bereits gewählte (provisorischen) Vertretern der Rovisonsche Studenrat, der Carola Ritter meolo@e), Ronald Freytag (PsY) und Olaf Kretschmar ( P u d seien Sprechern wähltGleichzeitig lössich die IG StuVe ad.w e m t a e d e r gehen in die Arbeitsgruppen bzw. in den ~uhestand. 4.11. Bei der @o$en Demo füdie Artikel 27 und 28 sind auch die Studenten a t Plakaten wie "StuVe - es geht auhäxisdabei. m n d d b m g t es fertig, vor den Hunderttausenden ehige k-e Sätz zum Studentemat und der Lage a n der Uni zu sagen. 7.11. unter Mtarbeit des Prorektors f%r E/A wird in der AGG m d u n g ein präzisierteKonzept füden Uni-Studentenrat entwickelt. In den Sektionen beginnt die Urabstimmung. 8.11. M t einer ersten Zusammenkunft verkrachter Existenzen beginnt die pränatalPhase der Studentenzeitung. 10.11. Am Nachmittag werden vor den Augen der Kameras und den Ohren der Presse die UrabstimmungsprotokoUe ausgewertet. Ailerdings ist es aufgrund chaotischer Zuständ in einigen grenznahen Sektionen nicht möglich aile Ergebnisse zusammenzubekommen. Das Endergebnis wird daher erst am 14-11 bekannt: 6935 Studenten haben abgestimmt, davon 6028 (86.9%) mit JA, 678 (9?'0) mit NEIN, und 191 (2Yo) enthielten sich der Stimme. 38 Stimmen waren ungültigDie Wahibeteiligung ist aufgrund unvoliständige Angaben nicht genau bestimmbar, liegt aber bei etwa 60%. Der Provisorische Rat beschüefitam 17.11 die Konstituierung des "ordenüichen Uni-Studentenrates vommehmen. AMerdem wiii man sich an der Organisierung der Studentendemo beteiiigen. 13.11. Die Ucher in der Mauer nagen offensichtlich arg a n der Moral der htivisten: Die Beratung der AG-Gründunfäilmangels Betefigung aus, auch andere Arbeitsgruppen kämpfe mit dem w m d ; Nur die Redaktion der STüDENTJ3NZEiTü bm. nachtet) unverdrossen. 15.11. 1x1&nat.Ssaa.l findet die Schiachtung der heiiigen Kühstatt. A a e r d e m ist es jetzt schon abzusehen, daf3 am 17.11. noch *C& d e *Honen wirklich gewähitVertreter haben. Der &ktor den Studentemat trotzdem anerkernen, die m Nachhinein erfoigen. ALSO w w t i o n der Vertreter kann i e s bei der Konstituierung am 17.11. mit m ~ ~ e ~ Meeting d e mauf dem Uni-Hof ( 1 4 q . l6-11- 1° üh Ftedaktionsschi~w n "nochNAh5ENLOS1. 17-11. Und pünktiiczur mnstituierung des Rates und zur Demo ist Sie da: die erste Nummer der STUIENTENZE~T~NG!

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UnRat Schreibweise - was denkt

Studentinnen o d e r S t u d e n t e n

Ihr?

und n i c h t v e r g e s s e n : W i r brauchen e i n e n Namen,

u n s e r e B r i e f k a s t e n e z w a r t e n Eu

vorschlage!

Wer ist Wer?

Am Samstag den 11.11. um ... trafen sich Studenten m Club Wissenschaft verschiedener Hoch- und Fachschuien i "Magnushaus". Themen waren: - Vorbereitung der Studentendemo a m 17.11. und - überregionalZusammenarbeit von Studentenvertretungen in der DDR. Vertreter der Kunsthochschule Berlin ais Veranstalter der Demo, gaben ihre Vorbereitungsergebnisse bekannt. Grundsätziich Übereinstimmun übe Formen der landesweiten Zusammenarbeit von Studentenräte wurde nicht erreicht. Grund war eine durch SelbstdarsteliungsversucheüberschattetKonzeptionsdebatte zweier Info-Arbeitsgruppen. Wer ist nun Wer?

Studentische Arbeitsgemeinschaft: Seit September '89 existiert die SAG. Ein Bojekt, das von Studenten der Hochschule fü Schauspieikunst angeregt wurde - dessen Geburtsort pikanterweise Seelingstedt war. Die dort geknüpfte Kontakte wurden zum Aufbau eines Infonetzes genutzt. Am 14.10 und a m 28.10 fanden bereits Treffen von Studenten statt, Ietztmais mit Ca. 140 Vertretem von 37 Hoch- und Fachschulen. Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als Kontaktnetzwerk, dessen Struktur die erst noch zu biidenen Studentenrät fü landesweite Zusammenarbeit nutzen können Sie lehnt jede Kiassifiiemng als Organisation oder Vereinigung ab. Die SAG arbeitet übeBezirkszentralen, die es bereits in 7 Bezirken gibt. Ein Brief an das Ministerium fü Hoch- u n Fachschulwesen und Rektoren mehrerer Hochschuien blieb zwar unbeantwortet, aber Vertreter der AG W e n ein Gespräc mit dem stell. h4inister. Das Ministerium sicherte m,da3 Aktivitäte von Studnetenrätenicht mehr behindert werden: eingeleitete Verfahren gegen Studenten nach dem 1.9.88 werden neu überprüf Autonome Studentenunion (MU) Seit Ende Oktober gibt es die "initiativgruppe zur Gründun einer Autonomen Studentenunion". Ähnlic der SAG arbeitet die ASU a n der SchafTung eines Wonetzwerkes zur Verteiiung von Infos übeden Stand der Aktivitätevon Studentenräten Die Arbeit der ASU wird durch eine Zentraie in Beriiri momentan geleitet. Die Iniitatoren halten es fünotwendig,


bereits vor AbschluB der Studentenratsgnindungen eine Zentraie d e r Studentenrät zu schaffen. Neben vielen Gemeinsamkeiten scheint sich hier der Unterschied zwischen Basisdemokratie u n d Zentraiismus in den beiden Arbeitskonzeptionen h e r a u s ~ s t a l i i s i e r e n .Die Diskussion im Magnushaus verlief entsprechend chaotisch und ergebnislos. Beide Gruppen vereinbarten trotzdem ein Treffen am 14.11 um die Mögiichkeitk zukünftige Zusammenarbeit auszuloten. Die SAG-Vertxeter erschienen nicht, das Treffen platzte. In Anbetracht der landesweiten Studentenprobleme (z.B. neues Hochschulgesetz) ist eine überregionai Zusammenarbeit der Studentenrät unbedingt notwendig. hoffen, d a à übe Namen und verschiedene Arbeitskonzepte hinweg Zusammenarbeit möglic wird. Fü Selbstdarstellung und Eitelkeiten ist jetzt nicht die Zeit. u.t. m.f.

Wir

ÜbeNacht sind wir Ewopaer geworden Das ist das wichtigste Ergebnis der letzten Wmhe. Mit einer vierwöchige Krafianstrengung hat unser Land eine 28-jc5hige Fessel gesprengt. DDR-Bürgein Hambwg, Köl und MünchenSie tanzten auf der Mauer oder in der Deutschlandhdk. Nach dem gro-n J h l erste NacMenklichkeit: 'Werden die ieute nur noch in den Westen fahren, die Probkme dieses Lundes einfxch vergessen? Werden wir jetzt ganz schneU den Ausverkauf unseres Lundes erleben? Werden angesichts wachsenden Wirtscha@.sprobleme nicht noch mehr drübe bleiben? Was wird mit einem Schwarzarbeiter, der dort an einem Tag so viel verdient, wie hier ein einem Monat? - Ragen, die dringend einer Anwort bedürfen

Auch die SED beginnt sehr langsam, Zeichen zu setzen Mit Hans Modrow als Premie soll verbrenes Vertrauen zurückgewonnewerden. Man hättejidiese schwere Aufgabe wohi derzeit keinen besseren Jden können Er wird sehr schnell an seiner Reaktion auf die desolate Wirtschafislage gemessen werden Q o n Krenz allerdings wagte es, am 14.11 von einem " m h besseren Sozialism" zu sprechen, der ereicht werden solL Er Üui3er-dies angesichts des Trümmerhimfens den die Är Honecker mit der Regierung Stoph hinterlassen hat und dessen volle erst langsam zum Vorschein kommt. Krenz scheint damit auch weiterhin rn einer tiefgreiJenden Analyse nicht bereit oder fähi zu sein. Aü bisherigen Entscheidungen und Einschätzunge traf er nur getrieben von der Voiksbewegung.

Hoffentlich lernen wir es schneK ruhig dorthin zu f&en Indessen mehren sich in der Pdeibasis die Ragen nach Krenz' oflen, neugierig und mit kritischem Blick, der uns in den letzten Wochen unseren eigenen Verhältnisse gegenübe Verantwortung,die dieser gern allein den bereits abgewähite d e r zurückgetreteneSED Fidctionäre Ãœberhiinge mkhte. ausgezeichnet hat! Ich denke, wenn wir uns die Weit so Insofern erscheint seine .ZuJmn$ als Generaisekretäm h dem ansehen, dann könne wir auch zwückkommen mit dem Sonderp&eitag im Dezember dwchaus nicht ak gesichert. erweiterten Blick und viekn grofin Ideen D e m was jetzt viel wichtiger ist, als sofortige ausgedehnete Reisen ist unsere Es k m uns gelingen ein Lurtd zu schaflen, sowohl jenseits Arbeit hier. Die Parteien und BürgerineWven die von Springer, Mc DonaMs, KOM und Schönhube als auch Arbeitskreise des Studentenrates und die Demstrationen brauch uns jetzt! Wir dürfeendlich nicht mehr darauf warten, jenseits eines doktrinäre "real existierenden Soziniismus", dem die Menschern weglaufen D& wir inzwischen ein gmfir d a die anderen die Arbeit schon machen werdeni H o m s t r à ¤ g e sind, zeigt ein Kommentar in der Hamburger Ich glaube, wir haben eine gro- Chance, die wir nicht verkm Tageszeitung: "Auchji3 die Menschen im Westen könnt sich daraus ein neuer Amt03 egeben, neue .... politische Phantasie dürfeReie Wahlen werden inzwischen m n allen politischen zu entwickeh sind doch die Menschen drübedabei, einen KräBe gefordert. Seit fünWochen sind Müibnedt~zipliniert gm&nt@en Versuch zu unternehmen Sie woüenicht, wie das und gewaltbs auf der Str-. Unter den opposiikxwllen ein DDR-Bürge sagte, zum 'Skiiien der Parteien und Bikgerfnüiativegibt es keine, die den Weg eines Bundesrepublikwerden, sondern sie m k n etwas eigenen "demokratischenSozialismus" e m t h a 3 in Rage steilt. Ãœber verwirklicherx Einen humanere demokratische soziaiistische gibt es aufiachende Bürgerdie sich ihres Selbstwertes und Gesellscha~.Geläng ihnen das, so würdesie Weitgeschichte ihrer Recht bewmt werden und diese auch fest vertreten machen " Dieses breite Potential solLte WS Mut geben.


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hin entsetzt -

ixn Gesnräc :W.Jank4 seit dieser V e m t a i t m g am 5. 11. im DT.

vi&s habe ich geahnt, aber diese grausame Wahrheit geht m t e r die Haut.! Worum geht's? Der deutsche Wmmunist Janka. Spanienkämpferkehrt nach der Bekeiung ~ ~ ~ & & ha uls dSeinem ~ Mexikanischen Exil nach Beriin m ~ m i & . Er übernimmhier b d d die k i t m g des Aufbauv a u e s , ist pers6dich befeundet mit Kulturminister Becher m d der Seghers, gut bekannt mit G. Lukacs. die Entwickiung M d u DDR der 50 er Jahre ist gekennzeichnet von goj3en wider~prüchen der Tod Stalins lösHoffnungen aus, die sich ni&t Diskussionen gibt es auch im Aufbau-Verlag, R-e-d e r macht weitreichende kulturpoiitische vorschlage zur w d t e r a Arbeit. Die Seghers schlägeJanka vor, Lukacs aus urig- nach B e r h zu holen (1956). u m ihn vor Verfolgungen schübenBecher unterstützden Vorschlag, und J& ist ebverst,anden. Eine Weisung Ubrichts beendet diese Idee. s h t t dessen wird W. Janka bald darauf von vier "Männerin kdem&nteh" unter der Beschuidigung des Versuchs der mnterrevo1ution und des Sturzes des Politbüroverhaftet. Es folgt die menschenunmdige Behandlung im Haus der s-tssicherheit: an der Wand ein überlebensgroj3eBildnis S m s drei Jahre nach dessem Tod! Verhörwird Janka von emem Mann, der erst axn 3. 11. seinen Rückfritaus dem Politbürankündigte 1957 dann ein furchtbarer SchauprozeJ3 mit gefaschten Beweisen, erpreJ3ten Aussagen und offenen Drohungen unter der persönliche Kontrolle der Jusüzministeri Hiide Benjamin. Das Urteik FünJahre Zuchthaus, den gröf3te Teil davon sitzt Janka in einer unbeheizten Zelle allein in Bautzen. Und sowohl Becher als auch die Seghers, die um die ZusammenhSnge wissen, schweigen! mich die Haltung des bis heute nicht Bewundernswert ist fü rehabilitierten Mannes, auch nach VerbüJ3under "Strafe" in diesem Land leben zu wolien! Nachzulesen ist dies alles in dem Buch "Schwierigkeiten mit der Wahrheit", welches bald hier erscheinen SOU. Uirich Müh las im DT aus diesem Buch, und der Autor forderte anschlieBend, endlich denen das Wort zu entziehen, die seit damals jeden Andersdenkenden Wamiert und krhhmiisiert hätten

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Betroffenes Schweigen- dann minuteniager Applaus d e r Anwesenden. T.W.

h e b e r i c h t e im "ND" am: 8.3. 1957 m e r k e r Ausgabe) 9.3. 1957 10.3. 1957 27.7. 1957

-.:Drei Wachen nach dieser Lesung im DT e r M t dort der ehemalige stellvertretende Minister fü Staatssicherheit M a m x Woif das Wort. der SoBen Demonstration am 4. November hatte sich waiter Janka geweigert, von derselben Bühnwie Wolf zu sprechen ...

Ein Trotzkist in Berlin Es geschah am 6.1 1.89. Eingehden von der M/L-Sektion sprach Emest Mandel, also einer der führendeTheoretiker der vierten Trotz.kistischen internationale, zum Thema: Die Definition des Sazialismus. Doch keine Angst: Merksäbe neue hefige Wörtehatte Mandel nicht zu bieten. Zunächs rief er die Sozi~smusdefinitiondes klassischen Marxismus ins Ged5chtnis. Übedie bis Ende der zwanziger Jahre ein Konsens bestand: Soziaiismus, das ist die Bewegmg einer kiasseniosen Geselischalt. verbunden mit dem Absterben des Staates. Doch der Konsens zerbrach, explosive Widersprüch entstanden. Einer. so meinte Mandel, sei der Be@ "Soziaiistischer Staat". Hier würdsehr oft von einem S m t mit nichtantagonistischen Widersprüchegesprochen, was im Widerspruch stehe zu der marxistischen Staabtheorie, die besagt, da.à der Staat ein Ausdruck der Unversöhnlichkeider Kiassengegensäbeist. Mandel unterschied vier verschiedene Schichten in den r e d Wstierenden Gesellschaften in Osteuropa. in der Sowjetunion, in China: - Diejenige, die ihre eigene Arbeit und die von anderen bestimmen. aiso die Nomenklatura, - Diejenige, die ihre eigene Arbeit, aber nicht die von anderen bestimmen, aiso Teile der Intelegern, - Diejenige, die nicht ihre eigene Arbeit, aber die von anderen bestimmen, also die Bürokrati und schlieBlich - die groJ3e Zahi der Werktätigendie weder ihre eigene Arbeit. noch die von anderen bestimmen. Eine groj3e Herausforderung, obwohl mir diese Einteilung zu sehr im Schubkastendenken behaftet scheint und den ProzeBcharakter zuwenig berücksichtigt Um die daraus resultierende soziale Ungleichheit zu beweisen, brachte Mandel folgendes Beispiel: Die Spareinlagen 2.2. in der SU betragen etwa 250 Mi1 Rubel, wobei etwa 3% der Bevölkerung die Nomenklatura, etwa 50Vo der Spareinlagen besitzt. Verhängnisvol nannte er die Theorie vom Aufbau des Soziaiismus in einem Iand, d e m sie erschien ihm als Abkehr von der Tradition Marx', Luxenburgs und Lenins. Sehr interesant fand ich den Gedanken, daJ3 er die Sowjetbürokratie die seit 1924 die N t e entmachtete und die poiitische Macht usurpierte, als konterrevolutionä bezeichnete. Sie schuf einen bürokratisc deformierten Arbeiterstaat mit bäuerliche Grundlage, wo die Führeder Arbeiterkiasse zu Beherrschern der Arbeiterkiasse wurden. Angelegt sah er diese Entwicklung in den Jahren 1920/21, wo die Zahi der hauptamtiichen ??unküonävon 700 sprunghaft auf 18000 anstieg. Die ersten 700 wurden gewählund waren abwählbardie anderen wurden ernannt. Mandel bezeichnete dies als den tragischen Sündenfaldes Soziaiismus. Dazu kam das verhibgnisvolie Einparteiensystem, gekoppelt mit dem Raktionsverbot. D& das durch den Bürgerkriebedingt ist, sei ein Mythos: Erst nach dem Bürgerkrie wurde das Mehrparteiensystem zerschlagen. Gefkagt nach der Konvertibilität antwortete er, d a dies natüriic mit der Arbeitsproduktivitiit zusammenhäng und d@, wenn 2.B. Polen jetzt die Konvertibffltä einführe dies die Gefahr beinhaite, eine Haibkolonie zu werden. Heute schwebt vielen Ungarn und Polen das schwedische Modell vor, doch es droht ihnen das türkisch Modell. Das, was man bisher ais Soziaiismus bezeichnete, so fügtMandel einseitig provokativ hinzu, ist ais ob man übeeinen Hasen sagt. er sei ein Karpfen. A.E.


13-11..ca. I&@,

Rostlaube der FU:

Vier Tage nach dern Mauerbröckel gab es ein erstes Treffen der Studenten a u s den beiden Berliner H a e n . Wegen ihres groJ3en Infomationsdefizits übedas Studentenleben hier und dort versammelten sich Ca. 600 West- und Ca. 30 Ostberliner Studenten. D& von u n s so wenige dabei waren, iag wohl daran, d& sich die Aktion hierzulande kaum herumgesprochen hatte (AUS d l e s e m G r u n d e w u r d e  £ u n a c h s t e n Montag,

selbe

vereinbart

Zeit,

selber

Ort

ein

erneutes

Treffen

.)

Nach anfängliche Schwierigkeiten die organisierte Unorganisiertheit produktiv zu machen, begann J a n (KHB) mit einem Bereicht übe die Entstehungsgeschichte der Studentenrätin der DDR. Sowie übeAufgaben und Ziele der "Autonomen Studentenunion" (siehe vorigen Artikel). Seitens der FU-Studenten wurden Fragen nach politischen Zielen der ASU laut. durch die Jan ins Schlittern kam. Dann erkiärt Thomas von der HUB Anliegen, Arbeitsweise und Gründungsgeschichtunseres Studentenrates. Das war der Startpunkt einer Diskussion (was stellen wir uns unter Autonomie der Uni vor, werden wir von der FDJ akzeptiert, was sagen die Profs zum neuen Rat, welche Interessen haben u n s zusammengeführtusw.)Neben Klatschen und Buh-Rufen würzte Aufmfe zu spontanen Demos gegen Armeen und Sicherheitsdienste das entstehende Chaos. Nach ungefäh einer Stunde löst sich das Frage-AntwortSpiel auf,indem sich studienmaig Gleichgesinnte zusammenfanden, u m fachliche Belange zu bereden oder anderweitige Kontakte zu knüpfen Ich denke, wir sind gegenübeden FU-Studenten in Sachen studentische Interessenvertretung noch ein recht unbeschriebenes Blatt. Aber vielleicht ist gerade das unsere Chance, etwas Neues, eigenes durchzusetzen und n ~ c h t sobald dem westlichen AStA-Fmst zu verfallen. Kontakt: K a E r l n N e u n d u > Prenzlauer-Allee

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K a t r i n Neuhaus

209

B e r l i n 1055

RedaktionsschluE 16.11.

1 0 4 :57 u h r MEZ.


UnAufgefordert Nr. 1