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BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Ressourceneffizienz – kleiner Aufwand mit großer Wirkung Ein Qualifizierungskonzept in Modulen

Band 2

KoReBB

betriebliche d n u te ig ft ä h c s e das BMU Leitfaden für B h rc u d rt e rd fö e tungen: g Interessenvertre

www.umwelt.betriebsratsqualifizierung.de


RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

Ressourceneffizienz – kleiner Aufwand mit großer Wirkung

Titel: „grass footprints on bridge wide“, © James Tutor / www.istockphoto.com

Basis-Qualifizierungskonzept für Trainerinnen und Trainer

IV


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Inhalt

Zur Einstimmung Modul 1 Einstieg

3 10

1,5 – 2,5 Stunden 1.1 Begrüßung und Vorstellungen

11

1.2 Vorwissen und Lernziele

15

Modul 2 Klimawandel und CO2

16

3 – 16 Stunden 2.1 Vom Wetter zum Klima

18

2.2 Was hat CO2 mit mir zu tun?

19

2.3 Auswirkungen des Klimawandels

20

2.4 Von Klima und Ressourcen

22

Modul 3 Ressourceneffizienz – eine Einführung

24

6,5 – 11 Stunden 3.1 Was ist Ressourceneffizienz?

26

3.2 Der Ist-Stand im Unternehmen

28

3.3 Effiziente Energie- und Materialnutzung in Unternehmen

30

3.4 Ressourceneffizienz im Betrieb

33

3.5 Ressourceneffizienz konkret

35

Modul 4 Energieeffizienz

36

3,5 – 5 Stunden 4.1 Energie als Lebensgrundlage

38

4.2 Energiefresser in Haushalt und Betrieb

39

4.3 Energie im Unternehmen

40

Modul 5 Materialeffizienz

42

3 – 3,5 Stunden 5.1 Material ohne Ende?!

44

5.2 Material im Unternehmen

46

1


MODUL 1

EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

Modul 6 Green IT

48

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

4,5 – 6 Stunden 6.1 Informations- und Kommunikationstechnologien – ein Überblick

52

6.2 Grüner Arbeiten: Green IT und umweltfreundliche Beschaffung

53

6.3 Seltene Erden in der IKT

54

6.4 Umwelt- und Sozialstandards bei Herstellung und Entsorgung von IKT

55

6.5 Aspekte der IKT-Ressourceneffizienz und seine möglichen Wirkungen auf die Arbeitswelt

56

Modul 7 Ökologische Kostenrechnung

58

MODUL 5

1 – 4,5 Stunden 7.1 Der Ressourcenverbrauch und seine Kosten

60

7.2 Die Ökologische Kostenrechnung

61

Modul 8 Kennzahlen

64

MODUL 6

1,5 – 3 Stunden 8.1 Die Bedeutung von Kennzahlen

66

8.2 Ökologische Kennzahlen im Betrieb

67

8.3 Nachhaltigkeitsberichte und ihre Aussagekraft

69

Modul 9 Partizipation und Verbesserungsmanagement

70

MODUL 7

9.1 Ansätze für Partizipation und Verbesserungsmanagement 9.2 Die Rolle der Interessenvertretung bei der Partizipation

76

9.3 Partizipation und Verbesserung konkret

78

MODUL 8

2,5 – 6,5 Stunden

Modul 10 Seminarabschluss

80

74

MODUL 10

MODUL 9

0,5 – 2,5 Stunden

2

10.1 Persönliche Ziele rund um die Ressourceneffizienz

82

10.2 Rückblick auf das Seminar

83

Impressum

84


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Zur Einstimmung In welchem Zusammenhang steht dieses Qualifizierungskonzept?

Wie und wo kann dieses Qualifizierungskonzept eingesetzt werden?

Ressourceneffizienz – was ist das? Wem soll sie nutzen? Und wie kann sie funktionieren?

Mit der hier vorgestellten Qualifizierung können Sie Menschen, die bisher wenig mit Umweltschutz zu tun hatten,

I

Um solche und ähnliche Fragen ging es bei dem BMU-geförderten Kooperationsprojekt Ressourceneffizienz für Betriebsräte und Beschäftigte (KoReBB). Ziel war es, Ressourceneffizienz in betrieblichen Projekten zu installieren und voranzubringen. Zu diesem Zweck wurden viele Informationsveranstaltungen durchgeführt, die Interesse geweckt haben. KoReBB-Konferenzen mit hochkarätiger Besetzung lieferten wichtige Hintergründe. Netzwerke konnten genutzt und ausgebaut werden – wie der UmweltArbeitsKreis, in dem Mitglieder aus Umweltausschüssen aus ganz Deutschland zusammen kommen. Im Kontakt mit Betriebsräten und Beschäftigten wurden aktuelle Bedarfe und Erfahrungen erfragt. Und aus all diesen Informationen wurden betriebsspezifische und betriebsübergreifende Qualifizierungsbausteine rund um die Ressourceneffizienz entwickelt und angewendet. Damit auch Sie diese Konzepte bestmöglich nutzen können, haben wir sie nochmals überarbeitet, verallgemeinert und zugleich flexibilisiert. Das Ergebnis sehen Sie vor sich: Ein Werkzeugkasten mit nachhaltigen Trainingseinheiten rund um die Ressourceneffizienz. Er ist das Herzstück eines dreibändigen Projektberichtes, der höchstmöglich anwendungsorientiert gestaltet ist: In Band 1 beschreiben wir den Weg von der allerersten Idee, im Betrieb etwas für die Umwelt tun zu wollen, bis hin zu einem betriebsweiten Material- und Energiemanagementsystem und seinen vielfältigen Sparmöglichkeiten. Der vorliegende Band 2 enthält ein umfassendes Qualifizierungskonzept zur Ressourceneffizienz im Betrieb – oder besser gesagt: mehrere Konzepte. Denn seine Module und Bausteine können – wie ihr Name schon andeutet – zielgruppenspezifisch zusammengestellt werden (s. u.). Band 3 schließlich bietet die Materialien zu diesem Band 2. Wo immer also in dem Konzept ein Arbeitsblatt, Vortrag oder Hintergrund-Material erwähnt wird: Es findet sich in Band 3.

II

Ressourceneffizienz nahe bringen, über wesentliche Hintergründe und Gestaltungsmöglichkeiten informieren und motivieren, im Betrieb selbst tätig zu werden. Dieses Ziel kann eine Qualifizierung prinzipiell auf zwei Wegen erreichen: betriebsintern oder betriebsübergreifend. Der erste Weg über die innerbetriebliche Schulung ist in aller Regel eingebettet in ein größeres Projekt zu Umweltschutz und Ressourcenmanagement. Dieser Weg wird in Band 1 im Detail nachvollzogen und führt oft über folgende Stationen: Die Interessenvertretung – manchmal inspiriert von einzelnen Beschäftigten – regt das Thema im Betrieb an. Einzelne Vorgesetzte, Umweltschutzbeauftragte usw. werden als Verbündete gewonnen. Die Geschäftsleitung wird von der Effektivität der Ressourceneffizienz überzeugt und macht sie zur bereichsübergreifenden Chefsache. Spezielle Fachleute übernehmen die Koordination, und die Belegschaft als die ausführende Kraft vor Ort wird ins Boot geholt. (Genaueres s. Ressourceneffizienz – kleiner Aufwand, große Wirkung. Band 1: Von der Idee zum Praxisprojekt) Spätestens beim letzten Schritt kommt unser Qualifizierungskonzept zum Zuge. Hier können Sie auswählen, wer im Betrieb welche Hintergründe in welcher Tiefe benötigt, um nach ressourceneffizienten Lösungen suchen zu können – und zu wollen. Der zweite Weg, das Thema Ressourceneffizienz unter bislang unbedarfte Leute zu bringen, sind betriebsübergreifende Seminare, etwa über die Gewerkschaft. Hier können interessierte Betriebsratsmitglieder und Beschäftigte Kontakt zum Thema (und miteinander) aufnehmen, um anschließend Weg Nr. 1 umso fundierter zu beschreiten. Für beide Seminar-Arten bietet unser Qualifizierungskonzept viele Gestaltungsmöglichkeiten.

3


MODUL 3

MODUL 2

MODUL 1

EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

III

Wer kann dieses Qualifizierungskonzept nutzen – und wie?

Und wie sieht unser Qualifizierungskonzept nun aus?

Dieser Band richtet sich an all diejenigen, die die Idee der Ressourceneffizienz weiter verbreiten möchten. Dies können Menschen sein, die professionell Bildungsprozesse gestalten und dies nun auch im Umweltbereich tun möchten. Aber auch solche, die sich bisher eher für das Thema als für dessen methodisch-didaktische Aufbereitung interessiert haben, werden hier fündig: Wir können zwar keine Trainer/innen-Ausbildung ersetzen, aber doch einige Ideen an die Hand geben, wie sie anderen Ressourceneffizienz möglichst nachhaltig nahe bringen können.

Wir haben unsere Qualifizierung als Baukastensystem konzipiert: Das Konzept ist in 10 Module aufgeteilt, die jeweils aus 2 – 5 Bausteinen bestehen:

MODUL 6

MODUL 5

MODUL 4

Dazu sind vielfältige Veranstaltungsformen denkbar: von einer Vormittags- oder Abendsitzung über einzelne oder mehrere Eintages-Seminare bis hin zu einem in sich geschlossenen Einoder Zwei-Wochenkonzept. Je nach Zeitrahmen, Zielgruppe und deren Vorwissen können einzelne Module und Bausteine aus unserem Konzept herausgelöst, miteinander kombiniert und (ggf. um eigene Inhalte) ergänzt werden. So benötigen etwa Angestellte einer Krankenhaus-Verwaltung andere Informationen als die Facharbeiterin in der Produktion, der Stahlwerker im Schichtdienst braucht eine andere Seminarorganisation als die Reinigungskraft, im Betrieb werden eher halbe Tage realistisch sein als ganze Wochenseminare usw.

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

So unterschiedlich Bedingungen und Bedürfnisse auch sein mögen – vier Module empfehlen wir Ihnen in jedem Fall und für jede Zielgruppe: Zwischen einem orientierenden Einstieg (Modul 1) und einem transferierenden Abschluss (Modul 10) sollte sowohl die Ressourceneffizienz selbst Thema sein (Modul 3) als auch eine Sensibilisierung für deren globalen Hintergrund (Modul 2). Gerade die aktuellen Zahlen und Entwicklungen zu Klimawandel und CO2-Verbrauch mögen vielleicht als bekannt und verzichtbar erscheinen. Doch sie verdeutlichen nicht nur die Dringlichkeit raschen Handelns, sondern können zugleich die dafür nötige Motivation liefern. Modul 2 sollte daher in keinem Seminar fehlen – und sei es noch so kurz.

4

IV

Das Einstiegs- bzw. das Abschlussmodul (Modul 1 und 10) kann immer dort eingesetzt werden, wo ein Seminar – gleich welcher Länge – beginnt bzw. endet. Gegebenenfalls müssen die Fragen einzelner Methoden entsprechend angepasst werden (zum Beispiel beim „Kleinen Weltcafé“). Die Module 2 – 9 führen die Teilnehmenden vom Allgemeinen hin zum Speziellen. Ihre Reihenfolge ist in sich logisch, doch bauen nicht alle zwangsläufig aufeinander auf. Sie können ganze Module oder Teile davon auch anders zusammenstellen und zu eigenen Seminaren verschmelzen. Einen genauen Überblick über alle Module und ihre Bausteine finden Sie im Inhaltsverzeichnis Die einzelnen Module sind alle gleich aufgebaut: Jedes Modul beginnt mit einer kurzen Einführung, in der wir seine Kerngedanken und -ziele kurz umreißen. Auch Zeitrahmen, Literaturangaben usw. finden sich dort. Den Hauptteil jedes Moduls bilden seine Bausteine. Sie sind dargestellt in einer Tabelle, in der Ziele, Inhalte und Methoden jeweils nebeneinander aufgelistet sind – dem sogenannten ZIM-Papier. Es enthält zudem den jeweiligen Zeitbedarf und die dazugehörigen Materialien. Die Bausteine sind entsprechend ihrer Module durchnummeriert. Aber wie bereits erwähnt, ist auch ein anderer Seminaraufbau möglich – wie sich das für Bausteine ziemt. Die Bezeichnung der Materialien folgt wiederum dieser Baustein-Nummerierung, um sie leichter zuordnen zu können. Einige Materialien können in mehreren Modulen verwendet werden (s. Übersicht, Band 3). Insgesamt bieten wir in unserem Konzept 28 – 61 Stunden reine Seminarzeit, also 1 – 2 komplette Wochen (ohne Pausen aller Art!). Die Zeitspanne ergibt sich daraus, dass wir oft verschiedene Vorgehensweisen anbieten, um ein Thema auf unterschiedliche Art und Weise und mehr oder weniger intensiv zu bearbeiten:


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Bildquelle: © Dan Tero / www.istockphoto.com

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MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

MODUL 1

EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

Da der Platz in den einzelnen Tabellenspalten recht begrenzt ist, verwenden wir einige Abkürzungen:

MODUL 10

MODUL 9

TN = Teilnehmende KG = Kleingruppe Pl = Plenum WZ = Wandzeitung Mat = Material

Bildquelle: © Dan Tero / www.istockphoto.com

6

Varianten ein- und derselben Methode, die eine Seminarleitung je nach Seminarverlauf, Gruppe und eigenen Vorlieben auswählen kann, finden sich jeweils direkt untereinander in der Spalte Methoden. Alternative Herangehensweisen sind durch ODER von dem vorherigen Vorschlag abgesetzt. Sie können sich in Zielsetzung und Bearbeitungsintensität von ihren Alternativen unterscheiden. Teilweise können diese Alternativen auch kombiniert werden. Vertiefende Methoden PLUS sind in grau gedruckt und dazu gedacht, ein Thema besonders ausführlich zu behandeln. Sie gehen über eine kurze Einführung hinaus.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Das Zirkeltraining

Teilweise werden Methoden doppelt vorgeschlagen. Hier obliegt es der Seminarleitung, die Methoden mit didaktischem Feingefühl abzuwechseln und beispielsweise nicht einen Vormittag nur mit Schätzfragen zu verbringen. Bei der Auswahl sollte – wie bei jedem Seminarkonzept – das richtige Maß an Abwechslung eine wesentliche Rolle spielen: Einzel- und Gruppenarbeit, persönliche und allgemeine Themen, Denken und Erleben… Dabei ist es ausdrücklich erlaubt, sich in anderen Modulen zu bedienen! So eignet sich etwa der Assoziationsstern zum Einstieg in jedes neue Thema, steht aber in unserem Ablaufvorschlag nur im Baustein 2.2 Was hat CO2 mit mir zu tun? und sollte auch nur ein- bis zweimal pro Seminar eingebaut werden. In anderen Modulen finden sich alternative Einstiege: Kartenfrage, Assoziatives Schreiben, MindMap, Murmelgruppen, Kleines Weltcafé, Szenen… Besondere Vorsicht ist bei Powerpointvorträgen angebracht. Sie vermitteln zwar vermeintlich viel Information in kürzester Zeit, sind jedoch leider wenig nachhaltig. Denn die gezeigten Informationen erreichen höchstens das Kurzzeitgedächtnis – dort werden nach ca. sieben neuen Informationen die ersten wieder gelöscht. Langfristig behalten wird ein Sachverhalt erst durch eigene, aktive Beschäftigung, reines Zuhören gehört nicht dazu. Vorträge sollten also zum einen kurz sein, zum anderen immer wieder unterbrochen werden durch Eigenaktivität der Teilnehmenden (etwa Murmelgruppen zu dem gerade gehörten Inhalt, Fragen ans Publikum, selbstständig zu lösende Aufgaben oder Arbeitsgruppen). Eine Anmerkung noch zu konkreten Formulierungen: Solche, die direkt im Seminar verwendet werden können (Überschriften, Fragen …), sind in kursiv gedruckt. Dabei werden manchmal die TN direkt angesprochen. In gewerkschaftlichen Seminaren ist das kollegiale „Du“ üblich. Unsere Qualifizierungsvorschläge können jedoch auch jenseits davon Anwendung finden, daher haben wir das allgemeinere „Sie“ verwendet. Kleiner Exkurs zu einer besonderen Methode:

Eine nachhaltige Lernform, die vor allem die Ressource Zeit sehr effizient nutzt, ist das Zirkeltraining (auch: Stationenlernen). Sie eignet sich vor allem, um verschiedene Aspekte eines Themas in kurzer Zeit und mit hoher persönlicher Beteiligung zu vermitteln. Zudem schafft sie eine lernfreundliche Atmosphäre und steigert damit zusätzlich das Behalten der gelernten Inhalte. Die Seminarleitung stellt dazu im Plenumsraum verschiedene Lernstationen zur Verfügung. Diese sollten methodisch möglichst unterschiedlich sein und verschiedene Sinne anregen: kurze Filme, kleine Versuche, Textarbeit, Rätsel, Puzzles, Schätz- oder Quizfragen … Die TN bearbeiten diese Stationen entweder einzeln oder in kleinen Gruppen in ihrem eigenen Tempo und in selbstgewählter Reihenfolge. In unseren Modulen schlagen wir konkret ein Zirkeltraining vor: Von Klima und Ressourcen (Baustein 2d). Durch die besondere Eigenschaft dieser Methode, verschiedene Themen zu kombinieren, ist eine Einordnung in verschiedene Module nicht immer eindeutig möglich. In solchen Fällen stellen wir mögliche Lernstationen in einem Modul vor und verweisen in anderen darauf (zum Beispiel im Modul 2 und 3: CO2-Verbrauch und Ressourcenschonung). Wir laden alle Seminarleitungen ein, diese wirkungsvolle und lebendige Art der Wissensvermittlung auszuprobieren – entweder mit einem unserer Zirkeltrainings oder einem selbst zusammengestellten. Methoden, die sich unseres Erachtens dafür eignen, haben wir dazu mit einer Fahne gekennzeichnet. Manchmal sind auch Methoden aus unseren Zirkeltrainings in den „normalen“ Seminarablauf eingebaut. Auch diese haben dann eine bei sich. Ein letzter Hinweis: Trotz aller Effektivität des Zirkeltrainings muss man es nicht damit übertreiben. Ein Zirkel pro Seminar reicht, die restliche Zeit sollte anderen Formen der Seminargestaltung vorbehalten bleiben (Arbeitsgruppen, Paararbeit, Einzelreflexion oder Plenumsdiskussion). Weitere Informationen zu Zirkeltrainings s. Material 02_04_PLUS_Zirkeltraining in Band 3. Wir wünschen unseren Lesern und Leserinnen viele anregende, nachhaltige Seminare!

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Teilnehmende, Lernziele und Konzept Ressourceneffizienz im Betrieb – Handlungsmöglichkeiten für Betriebsräte und Beschäftigte im Überblick

MODUL 2

Teilnahmevoraussetzungen

MODUL 3

An der Qualifizierung können Mitglieder betrieblicher Interessenvertretungen, Vertrauensleute aber auch Beschäftigte teilnehmen, die sich für Aspekte der Ressourceneffizienz interessieren und darüber nachdenken, sich im eigenen Unternehmen für Umsetzungen zum Thema engagieren und Anstöße geben zu wollen.

MODUL 4

Lernziele

MODUL 6

MODUL 5

Die TN sind für das Thema Ressourceneffizienz in ihrem betrieblichen Handlungsbereich aufgeschlossen. Die TN kennen die Zusammenhänge von nachhaltigem Wirtschaften und ressourceneffizientem Handeln. Die TN können Wege der Einbeziehung von Beschäftigten in Maßnahmen zur Steigerung von Ressourceneffizienz-Maßnahmen benennen. Die TN kennen Handlungsmöglichkeiten von Betriebsräten im Rahmen des Betriebsverfassungsgesetzes. Zeitumfang

MODUL 7

27,5 – 60,5 Zeitstunden reine Seminarzeit ohne Pausen Inhalte

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

Zusammenhänge zwischen nachhaltigem Wirtschaften und ressourceneffizientem Handeln aus Betriebsräte-Sicht Einbeziehung von Beschäftigten als Grundlage zur Förderung von ressourceneffizientem Handeln in Unternehmen Potenziale der Steigerung von Ressourceneffizienz in Unternehmen Beispiele Energieeffizienz/ Materialeffizienz in Unternehmen Konkrete Verbesserungsmöglichkeiten in den heimischen Betrieben Handlungsmöglichkeiten für Betriebsräte im Rahmen des Betriebsverfassungsgesetzes Überzeugungsarbeit bei Betroffenen und Entscheider/innen

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DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Bildquelle: © Alija / www.istockphoto.com

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Einstieg – Lernziele und Konzept

MODUL 3

MODUL 2

Modul 1

Lernziele Die TN sind im Seminar, im Thema und in der Gruppe angekommen. Die TN haben ein erstes Vertrauen zueinander entwickelt und fühlen sich miteinander wohl. Das ist die Grundvoraussetzung für effektives Lernen. Die Einzelnen haben sich so weit orientiert, dass sie für sich konkrete (!) Lernziele und Erwartungen formulieren können. Jeder und jede Einzelne hat sich bewusst gemacht, dass eine aktive, selbstverantwortliche Teilnahme für ihn/sie persönlich sinnvoll und fruchtbar ist. Die TN können als wesentliche Grundlage für den Erwerb neuer Inhalte an vorhandene Einstellungen, Kenntnisse und Erfahrungen zum Thema anknüpfen.

MODUL 4

Zeitumfang 1,5–2,5 Stunden (gut an einem Abend)

MODUL 5

Inhalte

MODUL 6

Informationen zum Haus, zur Seminarorganisation und zum Ablauf Namen und sonstige persönlichen Informationen, auch im Hinblick auf individuelle Erfahrungen im Umweltschutz Erste Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den TN Assoziationen und Vorwissen zum Thema Individuelle Lernziele und Erwartungen

MODUL 7

Literatur

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

Geißler, Karlheinz A.: Anfangssituationen, Was man tun und besser lassen sollte, Beltz, 102005 Klein, Zamyat M.: Kreative Seminarmethoden, 100 kreative Methoden für erfolgreiche Seminare, Gabal (2003) DGB-Bildungswerk Thüringen: Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit, www.baustein.dgb-bwt.de, 42010

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DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

1.1 Begrüßung und Vorstellungen

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN kennen den Ablauf des Seminars und die örtlichen Gegebenheiten.

Begrüßung

Präsentation

Seminar- und Pausenzeiten u. a. auf Karten an ein Schema gepinnt (alles einzeln wiederverwendbar)

15 Min.

1

Die TN kennen sich ein wenig besser. Sie haben ein erstes Plakat gestaltet und eine erste kurze Präsentation bewältigt.

Name, Wohnort, Interessen, Beruf / Tätigkeit / Betrieb, Betriebsratsarbeit, Erfahrungen im Umweltschutz

Steckbrief:

halbe Flipcharts / A3-Blätter

20 Min.

2

20 Min.

3

20 Min.

4

Organisatorisches: Arbeitszeiten, Pausen, Freizeitmöglichkeiten, Abreise, Teilnahmelisten, etc.

Jede/r TN gestaltet ein halbes Flipchart/ein A3-Blatt zu sich und stellt es anschließend im Plenum vor

PLUS

Dicke Stifte, ggf. Wachsmalkreiden

ODER Die TN wissen ein wenig übereinander. Durch die Positionierung im Raum wurden erste Hemmschwellen überwunden: die TN sind vorbereitet darauf, selbst aktiv zu werden.

Informationen über die TN Wohnort, Funktionen, Erfahrungen als BR und im Umweltschutz

Aufstellungen: 1. Wohnort (Seminarraum = Deutschland, TN stellen sich ungefähr dorthin, wo sie wohnen) 2. wer hat eine Funktion in BR/PR, Gewerkschaft, beides, keins von beiden (Kuller im Raum verteilen, TN stellen sich dazu)

Runde Moderationsscheiben Seil (zur Not Kreppband – ist aber weniger ressourceneffektiv)

3. Skala im Raum auslegen: Wer ist ganz frisch – schon ewig engagiert… …im BR/PR/Gew. …im Umweltschutz TN stellen sich an die Stelle der Skala ODER

Die TN haben sich etwas besser kennengelernt und Erfahrungen mit assoziativem Arbeiten gemacht.

Persönliche Daten und Assoziationen (zum Lerngegenstand)

Postkarten ziehen: In der Mitte des Seminarraums werden von der Leitung viele verschiedene Postkarten ausgebreitet. Die TN werden aufgefordert, sich ihre „Lieblingskarte“ zu nehmen. Anschließend gibt es eine Vorstellungsrunde in die jede/r das Gewählte mit einbaut und erzählt, was er oder sie damit verbindet.

Postkarten bzw. Gegenstände

Variante 1: Anstatt der Postkarten können auch kleine Gegenstände (Muscheln, Steine, Würfel, Büroklammer, …) genommen werden. Variante 2: Karte oder Gegenstand kann auch danach ausgesucht werden, „… was für mich das Seminarthema symbolisiert.“

1 Nur

Variante 2 zusätzlich zu einer anderen Vorstellungsform

15 Min.1

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

Modul 1

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

MODUL 1

Dieses Modul ist anders als die anderen. Der Einstieg hält gemeinsam mit dem Abschluss (Modul 10) zusammen, was zusammengehört, nämlich die konkreten Seminarthemen. Während in den Modulen 2 – 9 konkrete Lerngegenstände rund um die Ressourceneffizienz erarbeitet werden, schafft Modul 1 die Voraussetzungen dazu. In der Anfangsphase eines jeden Seminars wird aus Einzelpersonen eine Lerngruppe, die bereit ist, sich für neue Erkenntnisse zu öffnen und gemeinsam an einem Thema zu arbeiten. Je besser dieser Anfangsprozess gelingt, desto mehr werden die Beteiligten lernen. Denn eine vertrauensvolle und wertschätzende Atmosphäre ist nachgewiesenermaßen die Voraussetzung für gelungenes Lernen. So ist der Einstieg die wichtigste Phase im Seminar, auch wenn dort anscheinend noch „nicht richtig gearbeitet“ wird. Und er braucht seine Zeit.

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

Baustein 1.1 besteht vor allem aus Vorstellungen – von sich und dem Seminarthema. Der organisatorische Überblick gibt Sicherheit, um gleich danach aktiv zu werden. Denn auch Lernen ist ein aktiver und ausschließlich eigenverantwortlicher Prozess und das sollte gleich zu Beginn klar werden. Die vier Methoden, die wir dazu vorschlagen, aktivieren zugleich Kompetenzen, die auch zur Förderung von Ressourceneffizienz im Betrieb grundlegend sind: kreative Potenziale nutzen, Stellung beziehen, persönliche Bezüge finden und etwas von sich zeigen. Für ein Wochenseminar kann das persönliche Kennenlernen noch durch die 3 Ecken vertieft werden. Je nach Zeit, Seminargruppe und Leitungsteam können diese Methoden – wie alle unsere Vorschläge, kombiniert oder variiert werden.

MODUL 10

MODUL 9

Lernen funktioniert umso besser, je vielfältiger es an vorhandenes Vorwissen anknüpfen kann. In Baustein 1.2 kann jede/r beschreiben, wie er oder sie zum Umweltschutz – und damit zu diesem Seminar – gekommen ist. Danach geht es um die konkreten Erwartungen an die Veranstaltung. Diese sollte die Seminarleitung anschließend unbedingt in ihre Seminarplanung einbauen, sonst fühlen sich die TN nicht ernst genommen.

Bildquelle: © vm / www.istockphoto.com

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DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

… 1.1 Fortsetzung

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

ODER Die TN nehmen sich als (Teil der) Gruppe wahr und erfahren einige persönliche Dinge voneinander.

Informationen über die TN, je nach Ziel der Übung (wenn dies die einzige Vorstellungsrunde ist, sollten auch inhaltliche Themen vorkommen, etwa die Funktion im Betrieb…)

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

5

Willkommen Vielfalt! Die Gruppe steht im Kreis, das Team begrüßt jeweils eine Gruppe TN, die irgendetwas verbindet, mit kräftigem Applaus, z. B. … … alle, die Kinder haben … alle, die keine Kinder haben wollen … alle Raucher/innen … alle, die mit dem Zug gekommen sind … alle, die keinen Kaffee trinken … alle, die kein Auto haben … alle, die noch nie an einem Seminar teilgenommen haben

Idee aus: Klimabildung, s. Band 3

10–20 Min.

www.baustein. dgb-bwt.de/PDF/B1WelcomeDiversity.pdf freie Fläche im Raum 01_01_welcome Diversity

Die Gemeinten treten kurz in die Mitte, der Rest applaudiert mit. Die Fragen werden auf das Seminarthema abgestimmt und sollten niemanden zwingen, sich zu sehr zu „outen“. TN wissen Namen und Eigenschaften von anderen.

MODUL 6

MODUL 5

6

Hobbys, Interessen, Namen…

Drei-Ecken: Die TN teilen sich in Dreiergruppen und gestalten ein Plakat mit einem Dreieck: Jede Person schreibt an eine Ecke, was sie allein auszeichnet, an jede Seite kommen Dinge, die die beiden benachbarten Ecken gemeinsam haben, in die Mitte Gemeinsamkeiten aller drei. Wer möchte, kann auch etwas dazu zeichnen.

Idee aus: Klimabildung, s. Band 3

20–45 Min.

Flipchartblätter, Stifte 01_01_PLUS_3ecken

MODUL 7

Die Dreiecke werden im Plenum vorgestellt oder nur aufgehängt und wie in einer Ausstellung angesehen.

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

Insgesamt

14

10 – 35 Min.

+ 60 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

1.2 Vorwissen und Lernziele

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN haben ihren eigenen Wissenstand im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen erkannt und sich darüber untereinander ausgetauscht.

Je nach Thema, z. B.:

Kleines Weltcafé:

Was ist Klima?

Vier Tische werden mit einem Wandzeitungspapier belegt, auf dem je eine Frage steht. Die TN verteilen sich an den Tischen, diskutieren die Frage und schreiben auf, was ihnen dazu einfällt.

4 Tische mit je einem Wandzeitungspapier

Was ist Wetter? Wodurch verursache ich eine Veränderung des Klimas? Was weiß ich über die Folgen des Klimawandels?

PLUS 60 Min.

1

Streifen / halbe Flips

45 Min.

2

Moderationsmaterial

15 Min.

3

Plakat mit Seminarübersicht (ressourceneffizient mit wiederverwendbaren Moderationskarten)

15 Min.

4

Stifte (Idee aus Klimabildung, s. Band 3)

Nach 10 Minuten werden die Tische gewechselt, wobei sich die Gruppen möglichst durchmischen. Zum Schluss gucken sich noch einmal alle TN alle Tische an. ODER

Die TN haben ihre eigenen Erfahrungen mit Umweltschutz reflektiert.

Schritte / Stationen meiner Umwelt(schutz)erfahrung: Jede/r überlegt: Welche Ereignisse, Erfahrungen, Erkenntnisse… haben mich geprägt und letztlich hierher gebracht?

Mein Weg hierher: Jede/r TN schreibt 5 Schritte / Stationen auf einen Streifen (mit Kuli) oder auf einem halben Flip (mit Moderationsstift), 15 Min. Austausch in 3er-Gruppen: Was eint uns, was unterscheidet uns? Was ist uns allen dreien wichtig? Vorstellung der letzen Frage im Plenum.

Die TN kennen ihre Lernziele. Das Team kennt die Erwartungen der TN.

Was möchte ich nach dem Seminar wissen und können?

Ziel(e) für hier:

Die TN haben einen umfassenden Überblick über den Seminarverlauf erhalten.

Seminarplan2 (Roter Faden)

Präsentation, Rückfragen, Bezug zu Zielen, ggf. Ziele dazu hängen

Insgesamt

Auf Moderationskarte(n) – TN hängen Karten an und stellen vor (Plenum)

75–90 Min.

2 Der konkrete Seminarplan kann vor oder nach der Erwartungsabfrage vorgestellt werden. Ihn voranzustellen hat den Vorteil, dass gleich zu Beginn der Rahmen gesteckt und damit auch klar ist, was hier nicht gemacht werden kann. Der Nachteil bei diesem Vorgehen liegt darin, dass sich die Erwartungen und Lernziele dann eher nach dem Seminarplan richten und nicht nach den Bedürfnissen der Teilnehmer/innen. Deshalb schlagen wir hier vor, den Plan am Ende dieser Einheit zu präsentieren und ihn dann mit den Erwartungen abzustimmen.

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Klimawandel und CO2 – Lernziele und Konzept

MODUL 2

Modul 2

Lernziele Die TN sind sich bewusst geworden, dass das Leben auf der Erde nur in Kreisläufen und gegenseitigen Abhängigkeiten funktioniert. Sie erkennen (ökologische und wirtschaftliche) Auswirkungen, wenn diese Kreisläufe aus dem Gleichgewicht geraten. Die Einzelnen sind angeregt, Verantwortung zu übernehmen und bewusste Entscheidungen zu treffen.

MODUL 3

Zeitumfang

MODUL 4

Basis: 3–4,5 Stunden PLUS: bis zu 5 Stunden Jeweils ohne das Zirkeltraining (3–4 Stunden), das als Alternative gedacht ist Inhalte

MODUL 6

MODUL 5

Ursachen und Folgen des Klimawandels – für den / die Einzelne, für den Betrieb, für die Welt. „Grundeinsichten zu Ressourceneffizienz, Globalem Handeln und der Tragfähigkeit von Ökosystemen“ (Modul Klimabildung, s. Band 3) CO2-Kreislauf und persönlicher CO2-Verbrauch Erste Daten zu ökologischen Kosten (Stern-Report) und Möglichkeiten, Ressourcen einzusparen (virtueller Gebäudesanierer)

MODUL 7

Literatur

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen): Kassensturz für den Weltklimavertrag – der Budgetansatz. Sondergutachten: www.wbgu.de/wbgu_sn2009.pdf., 2009. Germanwatch: Der globale Klimawandel. Allgemeine Fragen. Aktualisierte Ausgabe 2008. Martin Ströhmeier: Klima und Ressourceneffizienz. Ein Qualifizierungsleitfaden. In: KoReBB-Band 3: Von Zahlen, Daten und Fakten. 2010 NDR / extra 3: Erderwärmung positiv. 2 Min. www.youtube.com/watch?v=99yDQZ1pZ5U, 2009.

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DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Modul 2 In diesem Modul geht es um die Grundlagen, die hinter der Ressourceneffizienz stecken: die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen durch gedankenlosen Verbrauch endlicher Ressourcen. Vielleicht mag die eine Seminarleiterin oder der andere TN geneigt sein, dieses grundsätzliche Thema auszulassen. Man hört ja schon so viel, weiß genug und außerdem kann ich als Einzelperson sowieso nichts machen. Dem ist jedoch nicht so. Die genauen Zahlen und Zusammenhänge sind ebenso erschreckend wie motivierend und letztlich sind es immer nur Einzelpersonen, die handeln können – niemals „das Unternehmen“ oder „der Staat“. Dementsprechend möchten wir hier möglichst ganzheitlich zum eigenen Erleben und Reflektieren anregen. Der Klimawandel ist also nicht etwa schmückendes Beiwerk, sondern im Gegenteil – das Thema bietet große Chancen in punkto Nachhaltigkeit: Je besser es in diesem Modul gelingt, einen persönlichen Bezug zum Thema herzustellen, desto größer wird das anschließende Engagement für die Ressourceneffizienz sein. Wir empfehlen daher dringend, auch bei kürzesten Veranstaltungen eine Einheit zu Klimawandel und CO2 einzubauen (etwa einen der Kurzfilme und den SternReport), nach oben sind zeitlich kaum Grenzen gesetzt … Hier verweisen wir auf das Seminarkonzept Klimabildung, das sich ausschließlich mit diesen Themen auseinandersetzt (s. Band 3). In Baustein 2.1 zum Wetter und Klima wird dem Missverständnis entgegengearbeitet, dass ein kalter Winter die Klimaerwärmung widerlege. Vielmehr soll der Blick

geöffnet werden dafür, dass schon heute Dürren, Überflutungen, Stürme und Hurricans an der Tagesordnung sind und den Klimawandel am eigenen Leib erfahrbar machen. Erste Bezüge zum eigenen Verhalten werden aufgezeigt. Ein Hauptverursacher des Klimawandels – das CO2 – kann in Baustein 2.2 auf vielfältige Weise selbst erlebt werden – vom chemischen Experiment bis hin zum eigenen CO2-Verbrauch. Zu den Folgen des Klimawandels wird in Baustein 2.3 gearbeitet. Wichtig sind hier vor allem die globalen Zusammenhänge und ihre eindeutige Botschaft: Wenn wir nicht ab sofort weniger Kohlendioxid verbrauchen, wird die Welt, wie wir sie kennen, untergehen. (Darin sind sich die Expert/innen leider inzwischen einig. Nur der Umfang ist noch strittig, etwa ob Grönland schon bei 4°C schmilzt oder erst bei 6°C. Klar ist jedoch, dass sich dann der Meeresspiegel um 7 m heben würde.) „Wir“ soll dabei keine abstrakte Größe bleiben, sondern meint jede/n einzelnen in der (industrialisierten) Welt, also auch dich und mich. An welchen Stellen wir konkret ansetzen können, um Klimagase und andere Ressourcen einzusparen, zeigt Baustein 2.4 auf. In neun Stationen können die TN erfahren, was Ressourcen(verbrauch) und Klimaveränderung konkret miteinander zu tun haben und was sich wirklich ändern lässt.

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17


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

2.1 Vom Wetter zum Klima

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Die TN haben ihren eigenen Wissenstand im Zusammenhang mit den Klimaveränderungen erkannt und sich darüber untereinander ausgetauscht.

Was ist Klima?

Kleines Weltcafé (s. Modul 1.2 Einstieg):

50 Min.

Was ist Wetter?

Bei Anwendung im Zirkeltraining ohne Gruppen- und Zeitvorgabe

Idee aus Klimabildung, s. Band 3

2

Die TN sind angeregt worden, ihr Vorwissen zu aktivieren und in das Seminar einzubringen.

Was ist der Unterschied von Wetter und Klima?

Murmelgruppen

3

Die TN kennen die wesentlichen Begriffe im Zusammenhang mit dem Klimawandel.

Klima als Durchschnittswetter über eine langen Zeitraum

Kurzinput, ggf. Ergebnisse des Weltcafés einbeziehen

4

Die TN können Klimadiagramme lesen und erkennen einen Temperaturanstieg.

Klimadaten einer deutschen Stadt

Individuelle Analyse und Diskussion

Aus: Klimabildung, S.10, s. Band 3

5

Die TN kennen die Bedeutung des Klimawandels und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für jeden Einzelnen

Einführung:

Filmsatire „Klimaerwärmung positiv“:

Aus: Klimabildung, s. Band 3

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

1

Wodurch verursache ich eine Veränderung des Klimas?

4 Tische mit WZ-Papier Moderationsstifte

Was weiß ich über die Folgen des Klimawandels? 5 Min.

02_01a_treibhauseffekt_grafiken

10 Min.

02_01b_Klimawandel

Was genau ist eigentlich Visualisierte Diskussion anhand Klimawandel – und von Leitfragen: was bedeutet er für Welche Folgen werden im Film genannt? den Einzelnen? Welche sind realistisch?

30 Min.

60 Min.

www.youtube.com/ watch?v=99yDQZ 1pZ5U

Welche könnten Sie sich noch vorstellen?

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

Insgesamt

18

75 Min.

+ 80 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

2.2 Was hat CO2 mit mir zu tun?

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN sind aktiviert worden, ihr Vorwissen in das Seminar einzubringen.

Was weiß ich über Kohlendioxid?

Assoziationsstern

Flipchart / Wandzeitung

Die TN erkennen den Zusammenhang zwischen CO2 und Treibhauseffekt.

Effekte von CO2

Das Minitreibhaus

Aus: Klimabildung, s. Band 3

Den TN wird deutlich, wie empfindlich der CO2-Haushalt ist und wie er auf menschliche Einwirkung reagiert.

CO2-Kreislauf

Die TN stellen einen persönlicher Bezug her zwischen abstraktem CO2-Ausstoß und den Einzelnen, es entsteht ein Bewusstsein über persönlichen Verbrauch und erste Sparansätze.

Der individuelle CO2-Verbrauch

10 Min.

1

60 Min.

2

02_02_PLUS_versuch_ treibhauseffekt Powerpoint-Vortrag

Powerpoint-Vortrag

30 Min.

3

02_02_ppt_ Material_ CO2

Die Erkenntnisse dieser Was nehmen wir mit Einheit werden auf aus der letzten Einheit? das eigene Handeln übertragen. Insgesamt

PLUS

Einzelarbeit: Mein persönlicher CO2-Abdruck

PC mit Internetzugang > CO2-Rechner: www.uba.klimaaktiv.de

Gruppendiskussion mit Visualisierung

Flipchart / Wandzeitung

20 Min.

5

10 Min.

50 Min.

4

+ 80 Min.

19


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

2.3 Auswirkungen des Klimawandels

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN haben einen Überblick über ihre Situation vor Ort und sich darüber ausgetauscht.

Lokale Veränderungen im Vergleich

Internetrecherche (Einzelarbeit, Paare oder KG): Aus: Klimabildung, S. 13, s. Band 3 Die TN suchen im Internet nach Berichten, wie sich ihr Wohnort in den letzten Jahren gewandelt hat. Mögliche Fragen dazu sind:

PLUS bis 150 Min.

Wie viele Neubauten, neue Straßen, (an Flüssen) Überschwemmungen gab es?

MODUL 3

Wie hat sich der Wald, die Tier- und Pflanzenwelt verändert? Die Ergebnisse werden im Plenum vorgestellt und verglichen. Die TN haben die Dimensionen des Klimawandels erkannt und können sich für eine davon entscheiden (zur Weiterarbeit).

Globale Folgen: Großkatastrophen, Meeresspiegelanstieg, Überschwemmung, Dürren, Hitze- und Kältewellen, Verschiebung der Klimazonen

Kurz-Input

3

Die TN werden zu Expert/innen in „ihrem“ Fachgebiet.

Bearbeitung eines Aspektes des Klimawandels

Klimawandel nachhaltig präsentiert:

4

Die TN identifizieEinzelheiten zu ausgeren sich mit ihrem wählten Aspekten des Gruppenergebnis und globalen Klimawandels erfahren Zusammenhänge mit den Themen der anderen.

Präsentation der Gruppenergebnisse und Diskussion

Ggf. genügend Platz für Vorführungen

30–45 Min.

5

s.o.

Einzelarbeit mit kurzer Vorstellung im Plenum:

Papier, Stifte

10 Min.

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

MODUL 4

2

MODUL 10

MODUL 9

Insgesamt

20

Was nehme ich mit aus der letzten Einheit?

Aus: Klimabildung, S. 16, s. Band 3

10 Min.

ergänzt um 02_02_ Klimawandel

Klimabildung, S. 16, Je nach ergänzt um Präsentation SeminarInternetrecherche in KG ziel Internetfähige Laptops 45–75 Erarbeitung einer „nachhaltigen“ Präsentation (mind. einer pro KG), Min. (ca. 5 Min.): kurze Szene, Comic, Standbild, Drucker, Papier, Stifte, Modell, Diagramm, Rap, Quiz… Moderationsmaterialien, bunter Karton, Kleber, sonstige Materialien, ggf. Requisiten

Jede/r zieht ein persönliches Fazit. Freiwillige Veröffentlichung des Fazits im Plenum 95–140 Min.

+ 150 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

2.4 Von Klima und Ressourcen

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

In diesem Baustein wird ein Zirkeltraining beschrieben (zur Methode s. Einleitung). Es stellt eine Verbindung her zum Modul 3) Ressourceneffizienz. Das Zirkeltraining kann je nach Zeitrahmen und Zielen des Seminars erweitert oder verkürzt werden oder auch die Bausteine 2a) – 2c) ersetzen.

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

1

Die TN erkennen die Notwendigkeit von nachhaltigem Wirtschaften. Sie haben einen persönlichen Bezug zum Thema Klimawandel hergestellt.

Klimawandel und seine Folgen Der menschengemachte Schadstoffausstoß führt zu einer spürbaren Erderwärmung. Schaffen wir es nicht, die durchschnittliche Erderwärmung auf 2° C zu begrenzen, hat dies irreversible Folgen für die Art und Weise des Lebens auf der Erde.

MODUL 7 MODUL 8

Die Seminarleitung baut verschiedene Stationen auf, die die TN selbstorganisiert durchlaufen. Die hier vorgeschlagenen 7–9 Stationen können verringert oder erweitert werden (s. in allen Modulen.) Die Menge der Stationen hängt ab von der Zeit, die die Leitung für die Bearbeitung der Stationen zur Verfügung stellt. Um dies zu entscheiden, sollte die Seminarleitung abschätzen, wie lange die einzelnen Stationen dauern. Bei weniger Stationen kann die Auswertung noch am selben Vor- bzw. Nachmittag erfolgen, dann ist die Einheit in sich geschlossen. Die Stationen über eine Mittags-Pause stehen zu lassen, hat aber auch seinen Reiz: Oft orientieren sich die TN in der Pause noch einmal. Dann erfolgt die Auswertung danach.

Aus dem Internet kopierte Kurzfilme auf DVD / Festplatte Als Hintergrund für die Seminarleitung: „Der Budgetansatz“ www.wbgu.de/ wbgu_sn2009.pdf

Globale Folgen des Klimawandels

Z1: Ausschnitte aus dem Al Gore-Film: „Eine unbequeme Wahrheit“ (Leitung sucht aus dem abendfüllenden Film wesentliche Stellen heraus und entwickelt Fragen dazu)

DVD (vorab von der Seminarleitung organisiert und gesehen)

Satirischer Gedankenanstoß zum individuellen Konsum

Z2: Germanwatch-Film: „Die Rechnung“ (4,5 Min.)

www.germanwatch.org

MODUL 9

Fakten und individuelle Handlungsansätze zur CO2-Reduktion

MODUL 10

Moderationswände

Es dürfen auch Stationen dabei sein, die nicht unbedingt alle TN absolvieren müssen. Diese fangen auf, dass die TN unterschiedlich schnell arbeiten oder dass einige TN ihre Daten nicht dabei haben (s. Station 5). „Pflicht- und Kür-Stationen“ sollten als solche gekennzeichnet sein.

Fragen dazu z. B.: Welche der angesprochenen „Events“ reizen Sie persönlich? Was reizt Sie daran? Wie könnten Sie diesen Reiz auch klimafreundlicher bekommen? Was würden Sie konkret solchen selbstbewussten „Klimakillern“ entgegnen? Was würde sie Ihrer Meinung nach überzeugen? … Z3: Kurzfilm Umweltbundesamt: „FLOW“ Fragen dazu, z. B.: Was hat Sie besonders beeindruckt? Woran hatten Sie bisher nicht gedacht?

22

So viele Rechner wie Filme und Selbstreflexions-Programme, ggf. 1–2 Zusatzräume, damit sich die Filme nicht gegenseitig stören

CO2-Reduktion durch ressourceneffizientes Handeln

MODUL 6

MODUL 5

Reflexion des persönlichen Material- und Energieverbrauchs – der „Ökologische Rucksack“

Zirkeltaining

Auf DVD / Festplatte kopiert

www.umweltbundesamt.de/ressourcene/faktor-x/ressourcenkurzfilm.htm

135–180 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

In welche Richtung könnten Sie sich eine Auf DVD / Festplatte Veränderung für Ihr Handeln und Leben am kopiert ehesten vorstellen (z. B. nutzen statt besitzen)? In welchem Bereich würden Sie sich gern kollektiv engagieren? … CO2-Reduzierung als (welt)wirtschaftliche Notwendigkeit

Z4: Zahlen und Fakten aus dem STERNReport / IPCC-Report durcharbeiten und mit 1–2 anderen TN diskutieren

Stern-Report / IPCCReport de.wikipedia.org/ wiki/Stern-Report 02_03_STERNReport_kurz

Der persönliche CO2-Verbrauch

Ideen zur privaten CO2-Reduktion

Z5: Errechnen des persönlichen CO2-Abdrucks

Anmerkung: Diese Berechnung erfordert einige Daten (Stromverbrauch, etc.). Die Leitung kann darauf bereits in der Einladung hinweisen: „Wir werden uns in dem Seminar PC mit Internetzugang auch mit unserem persönlichen Ressourcenver- > CO2-Rechner: brauch beschäftigen. Daher wäre es hilfreich, www.uba.klimawenn Sie folgende Zahlen mitbringen…“ aktiv.de Z6: Virtueller Gebäudesanierer, Modernisierungsmaßnahmen im privaten Wohnbereich, Energiekosten und CO2-Ausstoß einsparen Anmerkung: s. unter 5)

Der persönliche Stromverbrauch

Z7: Strom-Check für private Haushalte der Energie-Agentur NRW Anmerkung: s. unter 5)

Die TN reflektieren ihren persönlichen Ressourcenverbrauch anhand der Diskussion der Ergebnisse des Zirkeltrainings

Als Hintergrund zum Ökologischen Rucksack: www.klimaktiv.de/ article135_3818.html

Virtueller Gebäudesanierer: www.in-zukunftleben.de/virtueller_ gebaeudesanierer/ index.html Strom-Check private Haushalte: www.energieagentur.nrw.de/ haushalt/energiecheck

Daten und Fakten zum Ressourcenverbrauch neuer Medien

Z8: Quiz: Stromverbrauch

Aus Unternehmensbeispiel „Stahlerzeugung“, s. Band 3

Informationen und Selbsteinschätzung zum virtuellen Wasserverbrauch

Z9: Schätzfragen: Wasser(verbrauch)

Aus Unternehmensbeispiel „Gastronomie“, s. Band 3

Wie sehen die TN das Problem des Klimawandels und welche persönlichen Einflussmöglichkeiten sehen sie derzeit?

Auswertung des Zirkeltrainings:

Stuhlkreis

Durchgehen der Stationen im Plenum

45–60 Min.

2

Diskussion der Erkenntnisse und Highlights hervorheben Handlungsbedarfe umreißen

Insgesamt

3–4 Std.

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Ressourceneffizienz: Eine Einführung – Lernziele und Konzept

MODUL 2

Modul 3

Lernziele Die TN haben einen Begriff von Ressourceneffizienz und können verschiedene Ressourcen unterscheiden. Die TN haben eine Vorstellung davon, welche Maßnahmen in „ihrem“ Betrieb sinnvoll waren und wären. Die TN haben ein Gespür dafür entwickelt, wo Ressourcen verbraucht und damit auch eingespart werden.

Zeitumfang

MODUL 3

Basis: ca. 6,5–8 Stunden PLUS: ca. 2 ¼–2 ¾ Stunden Inhalte

MODUL 5

MODUL 4

Begriffe Ressource, Ressourceneffizienz, Material- und Energieeffizienz. Verbräuche: TN als Privatleute und in „ihren“ Betrieben Good practices der Ressourceneffizienz … Literatur

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

Bundesministerium für Bildung und Forschung: Klimaschutz und Anpassung, Ergebnisse des klimazwei-Förderschwerpunktes, www.klimazwei.de (2009) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Energie- und Ressourceneffizienz in Berufsbildung und Arbeit, www.bmu.de (2009) Film DGB Bildungswerk BUND (2011): Betriebsratsarbeit für Umweltschutz und Ressourceneffizienz; IG Metall / Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit / Wuppertal-Institut (Hg.) (2009): Ressourceneffizienz erhöhen und Arbeitsplätze sichern. Ein Leitfaden für Betriebsräte. Ressourceneffizienz Paper 10.1, www.netzwerk-ressourceneffizienz.de

24


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Modul 3 Dieses Modul ist das Herzstück des Seminars und Voraussetzung für alle weiteren Module: Worum geht es genau bei der Ressourceneffizienz? Dementsprechend ist auch der zeitliche Umfang der Basis-Einheiten für dieses Modul am größten. Wenn genügend Zeit zur Verfügung steht, ist es durchaus sinnvoll, die Ressourceneffizienz nach einer allgemeinen Einführung in Energie- und Materialeffizienz aufzuteilen (Module 4 und 5). Insbesondere um konkrete betriebliche Maßnahmen zu entwickeln, ist die Trennung zu empfehlen. Die allgemeine Einführung beginnt mit einer Begriffsklärung in Baustein 3.1: Was ist Ressourceneffizienz? Ausgehend von dem Begriff Ressource können die TN erste handhabbare Erfahrungen damit machen, ihr Vorwissen dazu testen und Tipps zu ihrer ganz persönlichen Ressourceneinsparung bearbeiten. Hier wird auch bereits geklärt, was Energie und Material voneinander unterscheidet, was beispielsweise bei Wasser gar nicht so selbstverständlich ist. In Baustein 3.2 wird der Ist-Stand im Unternehmen betrachtet. Dazu stellen die TN „ihre“ Betriebe vor und überlegen, welche Ressourcen überhaupt ge- und verbraucht werden. Bei Inhouse-Seminaren können die TN diese Frage sehr spezifisch angehen und durch konkrete Betriebsbegehungen unterstützen. Je nach Zielsetzung

können auch die am Umweltschutz beteiligten Gruppen und ihre Aufgaben im Vordergrund stehen. Konkreter wird es dann in Baustein 3.3. Anhand von Kostenstrukturen wird verdeutlicht, an welchen Stellen durch effiziente Energie- und Material-Nutzung gespart werden kann. Beispiele belegen, dass dies keine Utopie bleiben muss und dass auch die Interessenvertretung viel auf diesem Feld bewegen kann. Mit einer weiteren Konkretisierung nähern sich die Einzelnen der Umsetzung im eigenen Unternehmen. Baustein 3.4 besteht aus der Suche nach Beispielen von ressourceneffizienten Betrieben, die dem heimischen Unternehmen vergleichbar sind. Die TN lernen dabei zugleich, nach welchen Kriterien sich Ressourceneffizienz bemisst und in welchen Anwendungsfeldern sie ihre Wirkung entfalten kann. Baustein 3.5 schließlich ist der konkreten Umsetzung gewidmet. Hier soll der eigene Betrieb ressourceneffizienter gestaltet werden. Falls der Zeitrahmen es zulässt, kann dieser Baustein – wie oben gesagt – in Energie- und Materialeffizienz aufgeteilt und im Rahmen von Modul 4 und 5 behandelt werden. Gerade für die Konkretisierung von betrieblichen Sparideen bietet auch das Modul 9 Partizipation einige praktische Vorgehensweisen.

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

3.1 Was ist Ressourceneffizienz?

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Den TN ist bewusst, wovon im folgenden die Rede ist – und wovon nicht. Sie entwickeln (größeren) Respekt vor Ressourcen aller Art.

Vielfältigkeit des Begriffes (s. Mindmap)

Mindmap Ressource:

WZ, Stifte

20 Min.

Die Seminarleitung entwickelt mit den TN eine Mindmap. Beispiel: Ko m p

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MODUL 4

Famili Freund

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MODUL 3

so

Fertigkeiten

MODUL 6

MODUL 5

Diese Mindmap sollte ein Produkt der Gruppe sein: Gemeinsames Verständnis ist hier wichtiger als die exakte Zuordnung einzelner Begriffe. Die Leitung gibt nur Hinweise, wenn wesentliche Aspekte fehlen. Vor allem Material und Energie sollten in irgendeiner Form vorkommen. Die Mindmap wird kurz diskutiert und die Leitung zieht ein Fazit:

MODUL 7

„Ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen ist immer angebracht, bei Ressourceneffizienz in unserem Sinne geht es um Material und Energie (nicht etwa um Artenvielfalt, was auch wirtschaftlich wichtig ist, aber hier nicht behandelt wird).“

MODUL 8

2

Die TN haben eine Vorstellung davon entwickelt, welche Ressourcen sich in Alltagsmaterialien verbergen.

Vermutungen über virtuelle Ressourcen von alltäglichen Gegenständen

Müll-Analyse: Suchen Sie sich ein Objekt aus dem Papierkorb aus und diskutieren Sie unter den Aspekten: – Ressourcenverbrauch – Energienutzung – Recycling

MODUL 9

Halten Sie Ihre Ergebnisse auf Moderationskarten fest. Präsentation und Auswertung im Plenum

MODUL 10

Möglichst einige „Gegenstücke“ verwenden (Glühbirne – Energiesparlampe)

26

Papierkorb mit z. B.: – 2 Blatt Papier, getackert; davon eine Seite Farbausdruck – Plastiktüte – Papiertüte / Alufolie – Einweg-Kaffeebecher – Zerbrochene Tasse – Glühbirne – Energiesparlampe – Einweg-Batterie – Akku (gleiche Größe) Moderationsmaterial, Stellwände

30 Min. Arbeitsgemeinschaft 15 Min. PIenum


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

UND/ODER Die TN haben einen Überblick über wichtige Daten und Fakten der Materialund Energieeffizienz erhalten. Sie sind dadurch vorbereitet auf Diskussionen und Motivationsgespräche im Betrieb.

Wichtige Begriffe und Hintergründe: Was ist Energie – was ist Material?

Quiz: Wer wird Effizienz-Millionär? Die TN werden in zwei Gruppen geteilt, die abwechselnd Fragen gestellt bekommen und sich darüber untereinander beraten. Bei richtiger Antwort gibt es einen Punkt, bei falscher/ fehlender Antwort wird die Frage an die andere Gruppe weitergereicht. Abschließend Diskussion über offene Fragen, Erstaunliches, Merkenswertes…

03_01a_Quiz_ Effizienzmillionär – s. auch Band 1 und 3

45 Min.

3

15 min.

4

Richtige Antworten werden auf Flipchart / mit Karten visualisiert, damit die Begriffe immer sichtbar bleiben.

In dieser Diskussion wird auch geklärt, was Material- und Energieeffizienz unterscheidet. Die TN haben sich mit Möglichkeiten beschäftigt, in ihrem privaten Umfeld Ressourcen zu sparen.

Tipps zur privaten Ressourceneffizienz

Checkliste: 03_02_checklisten_ Die Seminarleitung verteilt die Checkliste mit privat Möglichkeiten, im privaten Bereich Ressourcen 03_01b_checklisten_ einzusparen und spricht sie mit den TN durch. privat

Die TN haben ihren persönlichen Umgang mit Ressourcen reflektiert.

Fragen zur Selbsteinschätzung

Die TN überprüfen für sich, welche der Tipps aus der Checkliste sie bereits umsetzen und wählen sich drei aus, die sie in Zukunft angehen möchten.

03_02_checklisten_ privat

15 Min.

5

03_01b_checklisten_ privat

Alternative: Auch die Beantwortung der letzten drei Fragen auf der Checkliste ist hier sinnvoll, sofern sie nicht bereits im Zirkeltraining Aufgabe war (Baustein 2.4). Insgesamt

60–105 Min.

+ 35 Min.

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

3.2 Der Ist-Stand im Unternehmen

MODUL 3

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Die TN können ihre Erkenntnisse mit Handlungsmöglichkeiten in ihrem Unternehmen verknüpfen. Sie haben erste Ideen entwickelt, wie sie das Thema Ressourceneffizienz vorantreiben können.

Das, was in den Köpfen der TN an Ideen steckt zu Maßnahmen, Zweifeln, Ansprechpartner/ innen, etc.

Assoziationsstern:

Moderationswand für Assoziationsstern / Kopfstand

30 Min.

60 Min.

Was braucht ein funktionierender Umweltschutz im Betrieb? Da könnte kommen: Motivation, Chefs als Vorbild, Informationen, Beteiligung, Begeisterung, Lobby, ökologisches Bewusstsein… Variante „Kopfstand“: Die ursprüngliche Fragestellung wird (möglichst extrem) in ihr Gegenteil verkehrt, z. B.:

MODUL 4

Was kann ich konkret dazu beitragen, dass wir in unserem Betrieb die Umwelt möglichst nachhaltig schädigen?

MODUL 5

Durch die paradoxe Sichtweise werden ungewöhnliche Denkrichtungen aktiviert. Eine positive Umkehrung der genannten Antworten liegt oft schon auf der Hand, sollte aber ausdrücklich festgehalten werden. Zudem macht diese Methode in aller Regel viel Spaß. ODER

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

2

Die TN können sich in verschiedene innerbetriebliche Zielgruppen hineinversetzen. Sie wissen, wie diese Zielgruppen motiviert werden können, einen Beitrag zur Steigerung der Ressourceneffizienz in ihrem Unternehmen zu leisten.

Motivation / Ansprechen einzelner Gruppen

Für mehr Ressourceneffizienz im Betrieb – wer braucht dafür was an …

Flipchart für die Aufgabenstellung

Nutzen für diese Gruppen, verschiedene Perspektiven eröffnen

– Wissen (Kenntnissen) – Können (Fähigkeiten) – Wollen (Haltungen)?!

Frage dazu:

Mögliche Zusatzfrage: Wozu ist es gut, wenn wir uns mit allen drei Bereichen beschäftigten?

Materialien für die Präsentation, z. B. Bausteine, Karton, Tücher, Holzstäbe sowie Wachsmalkreiden, Kleber, etc.

Wer braucht was, um etwas für die Umwelt zu tun?

Für jede Zielgruppe (einzelne Beschäftigte, betriebliche Interessenvertretung, Unternehmen, Vorgesetzte …) erarbeitet eine KG die drei Zielbereiche. Darstellung der wesentlichen Ergebnisse in einer spannenden Präsentation: Lied, Comic, Sketch, Oper, Diagramm, Standbild, Märchen, 3D-Modell, etc. (hier Material zur Verfügung stellen, s. rechts).

MODUL 10

MODUL 9

Die Präsentation ist zugleich Übung in Öffentlichkeitsarbeit für die spätere Praxis! Nach jeder Präsentation werden die wichtigsten Erkenntnisse in Checklistenform auf einem Flipchart gesammelt. Diese Bedarfe einzelner Zielgruppen können Grundlage sein für die weitere Arbeit im Seminar: Fakten, Hintergründe, Beteiligungsformen, Überzeugungsarbeit / Motivation…

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DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN reflektieren kritisch den Erfolg von Maßnahmen des Umweltschutzes in ihren Unternehmen.

Stellung von Umweltschutz und Ressourceneffizienz im „eigenen“ Betrieb: Verhalten von Kolleginnen und Kollegen, Wertigkeit des Themas bei der Geschäftsführung

Steckbrief – Unser Betrieb und der Umweltschutz:

Flipchart / WZ

Handlungsmöglichkeiten verschiedener Interessengruppen im Betrieb

Checklisten: Wer kann was tun?

Den TN wird bewusst, wen sie wie ansprechen müssen, um Ressourceneffizienz im Betrieb voranzubringen.

TN erstellen Kurzporträts der in „ihrem“ Unternehmen gelaufenen – oder gescheiterten (!) – Maßnahmen

PLUS 3

45 Min.

Stellwände Großer Raum

Ausstellung mit Rundgang im Plenum

Sammeln und Verallgemeinern der wichtigsten Ansatzpunkte – Diese Checklisten können im Laufe des Seminars erweitert werden.

Flipcharts (ggf. mehrere für verschiedene Akteure: Unternehmensleitung, BR, Beschäftigte…)

15 Min.

4

ODER BEI INHOUSE-SEMINAREN Die TN haben ihren Blick für den Ressourcenverbrauch geschult, indem sie die Verbräuche in ihrem Unternehmen geschätzt und analysiert haben.

Moderationswände, Moderationsmaterial

Input-Output-Analyse im Unternehmen

Gruppenarbeit – Input-Output-Analyse:

Einschätzung der Ressourcenbedarfe einzelner Bereiche

s. Beispiel: „Stahlverarbeitung“, Welche Ressourcen braucht … (unser Betrieb), Band 3 um hier am Standort produzieren zu können (= INPUT). Listen Sie diese stichwortartig auf (Karten, Farbe 1).

Qualitative Einschätzung des Outputs / der Emission

In zufällig gebildeten KG bearbeiten die TN diese Fragen:

30 Min.

5

15 Min.

6

Welche Stoffe fallen als OUTPUT an? Führen Sie diese ebenfalls auf (Karten, Farbe 2). Im Plenum pinnen die TN ihre Karten an Stellwände unter die verschiedenen Verbrauchsbereiche (von der Seminarleitung vorbereitet) und stellen sie dabei vor.

Die TN kennen den tatsächlichen Ressourcenverbrauch des Unternehmens in ausgewählten Bereichen und können dies im Gesamtzusammenhang beurteilen.

Tatsächliche Verbräuche des Betriebes und Herstellen des Bezuges zu den AG-Ergebnissen

Präsentation der realen Verbräuche:

Moderationswände

Die Seminarleitung ergänzt die Karten der TN um die realen Zahlen (auf Karten jeweils gleicher Farbe, aber mit anderer Form). Anschließend Diskussion: Wo gibt es Übereinstimmungen, wo Abweichungen? Wie kommen unrealistische Einschätzungen zu Stande (Fehlerquellen)?

Insgesamt

45–60 Min.

+45–75 Min.

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

3.3 Sparen durch Umweltschutz: Effiziente Energie- und Materialnutzung in Unternehmen

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN kennen die Kostenstrukturen von Unternehmen und können dadurch einen ersten Handlungsbezug zum ressourceneffizienten Handeln in betrieblichen Abläufen herstellen.

Vorteile des intelligenteren Umgangs mit Energie und Materialien anhand der Kostenstrukturen in Unternehmen hervorheben

Schätz-Puzzle„Kostenstrukturen“:

03_03a_Kosten_ Tortendiagramm

30 Min.

Interaktive PowerPoint-Präsentation:

Rechner und Beamer

60 Min.

Energie- und Materialeffizienz – Ansatz, Möglichkeiten und Beispiele

03_03b_ppt_ Ressourceneffizientes_ Handeln_Überblick

Anwärmen für die spätere Arbeit mit konkreten Zahlen im Betrieb

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

3 KG bekommen die einzelnen Kostenfaktoren Personal, Material, etc. je einer Branche auf Karten (ohne %) und sollen schätzen, wie groß ihr jeweiliger Anteil an den Gesamtkosten ist. Dann bekommen sie die unbeschriftete Torte dazu und ordnen die Karten ein.

PLUS

Variante: Wenn man insg. doppelt so viele Tortenstücke wie TN hat, könnte auch jede/r TN ein (unbeschriftetes!) Stück bekommen. Die TN finden sich dann zu zwei kompletten Torten zusammen und diskutieren, welche Faktoren die einzelnen Tortenstücke repräsentieren und welche Posten darin enthalten sein könnten.

MODUL 5

Bei der anschließenden Diskussion löst das Team auf (dabei ggfs. auf das RE-Quiz / Baustein 3.1 verweisen). Die TN kennen ressourceneffizientes Handeln in betrieblichen Abläufen in verschiedenen Unternehmen und deren Vorteile.

MODUL 7

MODUL 6

2

MODUL 8

3

Die TN kennen die Einflussmöglichkeiten des Betriebsrates in Umweltthemen und die Arbeit des Umweltsarbeitskreises.

MODUL 10

MODUL 9

Die TN sind motiviert für die Arbeit im Umweltschutz und erhalten Anregungen für ihre umweltaktive Arbeit. Insgesamt

30

Möglichkeiten des intelligenten Umgangs mit Energie und Material, Einsparpotenziale von einzelnen Maßnahmen Erste gute Beispiele aus Unternehmen und ihre Wirkung in Bezug auf Umwelt (z. B. CO2Reduktion) und Kosten

Ansätze und Beispiele für bestehende Einflussmöglichkeiten im Rahmen der Betriebsratsarbeit

Diskussion offener Fragen und Schlussfolgerungen Variante:

Komplett oder Folien 2–8

Diese Präsentation kann auch aufgeteilt werden: Dann werden hier nur die allgemeinen Teile zu Ressourceneffizienz behandelt und die speziell auf Energie- und Materialeffizienz zugeschnittenden Folien werden in dem jeweiligen Modul dazu besprochen. UAK-Film des DGB Bildungswerk BUND zum Einstieg in die konkrete Arbeit an betrieblichen Fällen

Film, Laptop, Beamer o. ä.

30 Min.

UAK-Film des DGB Bildungswerk BUND(09/2010): „Betriebsratsarbeit für Umweltschutz und Ressourceneffizienz“

120 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

MÖGLICHER ZUSATZBAUSTEIN Zirkeltraining An dieser Stelle kann die Seminarleitung auch ein branchen- oder betriebsspezifisches Zirkeltraining einbauen. Darin können die konkreten Verbräuche und Sparmöglichkeiten noch etwas anschaulicher und handhabbarer werden. Beispiele für solche Zirkeltrainings finden sich in Band 3.

s. Beispiele „Stahlverarbeitung“ und „Gastronomie“, Band 3

60–120 Min.

4

Zur Methode Zirkeltraining s. auch: 02_04_ PLUS_Zirkeltraining

Film anläßlich des 20-jährigen Bestehens der betrieblichen Umweltarbeitskreise, 09/2010

Ein Beitrag zum Einstieg in die konkrete Arbeit an betrieblichen Fällen – UAK-Betriebsratsbeteiligung u. a. aus folgenden Unternehmen: 3M Deutschland GmbH - Abt. Personalwesen • Aeroquip • Allianz Deutschland AG • Ausbildungsverbund Olefinpartner e. V. Trainingszentrum • Axel Springer AG – Offesetdruckerei Ahrensburg • Axel Springer Verlag AG • Bayer MaterialScience – BR Bayer • BBS I • Bremer Vulkan AG • BSL Olefinverbund GmbH • BUL Bergbausanierung • Continental AG – Werk Aachen • Currenta GmbH & Co. OHG • Deutsche Post AG • Deutsche Telekom AG HH • Eaton Fluid Power • Edu-con GmbH • Eisenbahn und Häfen GmbH • esco GmbH & Co. KG • EUROPIPE GmbH – Werk Mülheim • Evonik Power Saar GmbH • Federal-Mogul Dresden • Ford-Werke AG • Fr. Lürssen-Werft • Fuji Magnetics GmbH • Grammer AG • Henkel AG Co. KGaA – Standort Düsseldorf • Hörmann Automotive Components GmbH • IG Metall – Bildungszentrum Sprockhövel • Internationaler Bund Verbund Württemberg e. V. • Klinikum Albert-Ludwigs-Universität • Kölner Verkehrs-Betriebe AG • Kraft Foods • Luftwaffenmaterialdepot 81 • MAN Nutzfahrzeuge AG – BR • MOHN Media • PolymerLatex GmbH • Porsche AG • Siemens AG Power Generation • SKET SMM GmbH Magdeburg • STERLING-SiHi GmbH • Süddeutscher Verlag GmbH • Tectrion GmbH – Rechnungseingangsstelle • Thyssen Krupp Nirosta GmbH • Universitätsklinik Tübingen • Vallourec & Mannesmann Deutschland GmbH • Vestolit GmbH & Co. KG

Quelle Grafik: © A. Konopatzki, 2010

31


MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

MODUL 1

EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

Bildquelle: © gerenme / www.istockphoto.com

32


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

3.4 Ressourceneffizienz im Betrieb

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN kennen Einsparmöglichkeiten in ihrem direkten Bereich und diskutieren diese vor dem Hintergrund der im Seminar gewonnenen Erfahrungen

Welche Einsparmöglichkeiten an Ressourcen sehen Sie in Ihrem Bereich?

Kartenabfrage (ggf. auf Zuruf):

Moderationswand, Moderationskarten

20 Min.

1

Die TN kennen Recherchemöglichkeiten über Maßnahmen zur Steigerung der Ressourceneffizienz für ihre Betriebe.

Gute Unternehmensbeispiele zur Energieund Materialeffizienz

Good practices:

Internetzugang für mind. die Hälfte der TN

60 Min. Paare

2

Die TN beantworten auf Karten links nebenstehende Frage oder beantworten sie auf Zuruf, während die Seminarleitung mitschreibt. Kurze Diskussion, jedoch kein ausführliches Clustern.

Die TN recherchieren zu zweit im Internet nach konkreten Unternehmens-Beispielen zu gelungener Ressourceneffizienz. Variante: Seminarteam erläutert Schlüsselbereiche nach EMAS (zumindest Energie, Material, Wasser), die TN ordnen sich einem Bereich zu und recherchieren zu diesen Kategorien konkrete Maßnahmen-Beispiele aus Unternehmen (allein oder zu zweit). Bei beiden Varianten füllen die einzelnen Paare jeweils eine Liste aus, z. B. mit den Spalten: Unternehmen, Abteilung, Maßnahme, Einsparung pro Einheit (z. B. l pro Jahr), Einsparung in € pro Jahr

Ökoprofit – Betriebe unter: www.arqum.de/ datenbank

PLUS

30 Min. Plenum

03_4a_Schlüsselbereiche s. auch: www.emas.de > Service > Downloads > Die neuen Kernindikatoren der EMAS III 03_04b_Schlüsselbereiche-Bsp Moderationsmaterial

Die TN übertragen ihre Ergebnisse im Pl in ein vorgegebenes WZ-Schema, das ihrer Liste entspricht und stellen ihr Ergebnis kurz vor. Die TN haben einen umfassenden Überblick über Bereiche, in denen im Betrieb Ressourcen eingespart werden können.

Insgesamt

Tipps zur betrieblichen Ressourceneffizienz

Checkliste: Als Zusammenfassung möglicher Einsparpotenziale verteilt die Seminarleitung vier Checklisten zur Energieeffizienz allgemein, im Verhalten und in der Mobilität sowie zur Materialeffizienz. Die TN lesen die Checklisten durch – Verständnisfragen werden geklärt.

03_04c_checklisten_ betrieb

15 Min.

3

125 Min.

33


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

3.5 Ressourceneffizienz konkret

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

MODUL 2

Die folgenden Übungen zur Umsetzung sind für Seminare gedacht, in denen nur Modul 3 (ohne 4 und 5) eingeplant wird. Sind Energie- und Materialeffizienz noch als Einzelthemen vorgesehen, dann werden konkrete Maßnahmen besser getrennt nach Energie- und Materialeffizienz entwickelt (s. Module 4 und 5). Die TN haben erste Maßnahmen zur Ressourceneffizienz für den eigenen Betrieb geplant.

Übertragung der Tipps auf das heimischen Unternehmen

MODUL 4

MODUL 3

1

Reflexion zur Umsetzung: Die TN setzen sich betriebsweise zusammen (ggf. Einzelarbeit). Jede/r überlegt sich aus jeder Checkliste höchstens (!) eine Maßnahme, die er / sie in nächster Zukunft angehen möchte. Zu jeder Maßnahme macht sich jede/r TN einen „Denkzettel“ (Moderationskarte) mit: – Was will ich konkret umsetzen? – Wie sieht der erste Schritt aus? – Wann werde ich ihn gehen? – Was könnte mich hindern?

Bunte Moderationskarten

30 Min.

Kugelschreiber (in diesem Fall keine Moderationsstifte!)

Die Denkzettel werden im Plenum kurz vorgestellt.

MODUL 5

ODER

MODUL 6

2

Die TN kennen ausgewählte Maßnahmen zur Steigerung der Energie- und Materialeffizienz. Sie haben diese Maßnahmen auf Anwendbarkeit in ihren Unternehmen untersucht.

Ausgewählte Maßnahmen zur Energie- und Materialeffizienz werden von den TN in verschiedenen Gruppen genauer untersucht

MODUL 7 MODUL 8 MODUL 9 MODUL 10 34

Die TN erhalten als Anerkennung für ihre Sparideen ein Symbol zum Mitnehmen. Dies dient zu Hause zugleich als motivierender Erinnerungsanker, die entwickelten Maßnahmen auch umzusetzen.

Einstiegsempfehlung für die KG: Virtueller Rundgang durch ein produzierendes Unternehmen Welche Maßnahme(n) könnte(n) bei uns im Unternehmen sinnvoll sein? (KG-Bildung rund um einzelne Maßnahmen)

Internetzugang für mind. die Hälfte der TN

90 Min.

www.energieim-unternehmen.de Flip für den Auftrag / Auftragszettel s. auch Module 7– 9

Fragen für die Gruppenarbeit: – Was macht die Maßnahme aus? – Welche Daten und Kennzahlen brauchen wir dafür? – Was gibt es zu organisieren und vorzubereiten? – Wen müssen wir wie davon überzeugen? – …?

Den TN wird klar, was sie für die Umsetzung von Ressourceneffizienz im Betrieb noch benötigen (Kennzahlen, ökologische Kostenrechnung, Beteiligung).

3

Maßnahmen entwickeln:

Die Ergebnisse werden im Plenum vorgestellt. Gegebenenfalls kann eine weitere Maßnahme bearbeitet werden. Anerkennung der entwickelten Maßnahmenpakete

Preisverleihung „Ressourcen-Cup“: Die Seminarleitung organisiert eine festliche Preisverleihung und vergibt für die effektivsten Maßnahmen einen „Ressourcen-Cup“ (s. rechts). Der Gerechtigkeit halber können auch alle TN einen kleinen Cup erhalten.

Die Preise sollten aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen: Pappbecher (ggf. entsprechend bemalt mit: „Ressourcen-Cup 2011“)– enthält GiveAway, z.B. Waffelbecher zum Verzehren …

15 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Die TN haben ihre Selbstverpflichtung erhöht, die geplanten Maßnahmen auch wirklich voranzubringen.

Vorstellung der eigenen Vorhaben und Telefontermin zur Berichterstattung

Pat/innen der Ressourceneffizienz:

Insgesamt

Material / Medien

PLUS 20 Min.

4

Die TN bilden Paare (nicht aus dem gleichen Betrieb) und stellen sich ihre Vorhaben zur Ressourceneffizienz vor. Sie verabreden einen Telefontermin, an dem sie sich darüber austauschen, wie die Umsetzung (bisher) gelaufen ist. 30–90 Min.

+ 35 Min.

Bildquelle: © Feng Yu / zkruger /www.istockphoto.com

35


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Energieeffizienz – Lernziele und Konzept

MODUL 2

Modul 4

Lernziele Die TN kennen wesentliche Begriffe rund um das Thema Energie. Die TN können einschätzen, wodurch wie viel Energie verbraucht wird. Sie haben ein Gespür für „Energiefresser“ entwickelt und sind motiviert, diese einzudämmen. Die TN haben für ihren Betrieb Ideen zur Energieeinsparung entwickelt und Bedingungen für deren Umsetzung durchdacht.

MODUL 3

Zeitumfang Basis: ca. 3,5 Stunden PLUS: ca.1,5 Stunden

MODUL 4

Inhalte

MODUL 5

Energieformen, -quellen und -definitionen Anteile verschiedener Verbraucher am Gesamtstrombedarf in Haushalt und Betrieb Energieverschwendung und wie man sie vermeidet Energieeffizienz-Maßnahmen im Betrieb und ihre Voraussetzungen

MODUL 6

Literatur

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

Bayerisches Landesamt für Umwelt: Leitfaden für effiziente Energienutzung in Industrie und Gewerbe, www.ifu.bayern.de (2009) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Erneuerbare Energien, Materialien für Bildung und Information, Sekundarstufe I/II, www.bmu.de (2008) Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit: Energieeffizienz – die intelligente Energiequelle, Tipps für Industrie und Gewerbe, www.bmu.de (2006) Peter Brünler: Qualifizierungskonzept zu Energieeffizienz in Haushalt und Betrieb, KoReBB-Band 3, Energie

36


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Modul 4 Energieeffizienz wird häufig gemeint, wenn Ressourceneffizienz gesagt wird. Denn Energie bestimmt unser Leben. Ohne Strom, Wärme und Kraftstoff würde unser industrialisiertes Leben zusammenbrechen. Und wir verbrauchen ständig mehr davon: Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts hat sich der weltweite Energieverbrauch mehr als verdoppelt, ein Anstieg um mehr als 30 % wird erwartet (so die International Energy Agency). Wo viel verbraucht wird, verbergen sich auch große Sparpotenziale. Diese zu heben ist Ziel dieses Moduls. Energie ist – ähnlich wie Ressource – ein weiter Begriff. Daher beginnt Baustein 4.1 auch mit dem Vorverständnis der TN und einer Definition. Damit wird der geistige Boden bereitet, um sich mit dem Energieverbrauch zu beschäftigen. Dieser wird zunächst geschätzt, um die wahren Zahlen danach umso besser behalten und verarbeiten zu können. Wie ausführlich diese Grundlagen zu Energieformen, -verbrauch und dessen Folgen behandelt werden, obliegt der Entscheidung der Seminarleitung. Das Seminarkonzept Energieeffizienz (Band 3) bietet einen reichhaltigen Fundus an Informationen und Ideen dazu. Wer oder was verbraucht denn nun genau unsere Energie? Die Energiefresser sind Thema im Baustein 4.2. Anhand verschiedener Beispiele aus Haushalt und Betrieb wird verdeutlicht, wie energieintensive und energiesparende Gestaltung aussehen kann. Baustein 4.3 bietet einen Rahmen zur betrieblichen Umsetzung. An einem virtuellen Unternehmen können die TN entscheidende Energiespar-Stellen lokalisieren und diese dann auf ihr heimisches Unternehmen übertragen. Mit einem Energiespar-Cup können die Ergebnisse öffentlich gewürdigt werden. Dieses Vorgehen ist auch Bestandteil von Baustein 3.5 (Ressourceneffizienz) und 5.2 (Materialeffizienz). Wird ein allgemeiner „Ressourcen-Cup“ vergeben, so können die TN dabei zwischen Energie und Material wählen. Werden die beiden Bereiche getrennt, so kann die Seminarleitung für jeden Bereich einen eigenen Cup ausloben.

Bildquelle: © Siniša Botaš / www.istockphoto.com

37


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

4.1 Energie als Lebensgrundlage

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN sind für das Thema Energie aufgeschlossen.

Eigene Gedanken und innere Bilder der TN zum Thema Energie

Assoziatives Schreiben – Energie:

Stifte und Papier für alle TN

Die TN schreiben 2 Minuten lang – möglichst ohne Nachzudenken – auf, was ihnen zu Energie einfällt. Dabei sollten alle Stifte und Papier bereit haben, bevor das Leitungsteam den Begriff nennt (sonst wird schon vorher nachgedacht und weniger spontan assoziiert).

PLUS 5 Min.

5 Min.

MODUL 3

Je nach Zeit kann jede/r die 3 interessantesten, abwegigsten, überraschendsten Assoziationen nennen.

MODUL 4

2

Energie als Fähigkeit, Arbeit zu verrichten, Energieerhaltung, Energieformen und ihre Nutzung

Was ist Energie?

Die TN kennen durchschnittliche Energieverbräuche in Privathaushalten und können sie interpretieren.

Darstellung der Energieverbräuche im Privathaushalt

Schätzfragen mit nachfolgender Auflösung:

Moderationswand

Auf einer vorbereiteten Metaplanwand werden die Energieverbräuche der Bereiche Raumwärme, Geräte Kommunikation und Unterhaltung, Beleuchtung, Kochen und Waschen sowie Warmwasser (Reihenfolge beliebig) abgefragt. Die Schätzungen der TN werden mit den realen Zahlen verglichen (Zahlen für 2006).

04_01b_Verbräuche_ Haushalte

MODUL 6

MODUL 5

3

Die TN kennen grundsätzliche Definitionen von Energie und haben eine Vorstellung davon, wie viel Arbeit Energie / Strom leistet.

Kurzvortrag über Physikalische Definition, Formen und / oder Geschichte Beispielrechnung „Energiesklaven“

MODUL 7

Variante 1: Auch als Kurzwettbewerb zwischen zwei Halbgruppen möglich: Welche Gruppe ist näher dran?

Ausgewählte Fakten aus: Energieeffizienz S. 7 – 19, s. Band 3

20 Min.

04_01a_Energiesklaven

15 Min.

Agentur für erneuerbare Energien: www.unendlichviel-energie.de Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.: www.bdew.de

MODUL 8

Variante 2: Die Gruppen können auch verschiedene Verbräuche einschätzen (s. Diagramme in Materialsammlung – zum Beispiel Energieverbrauch nach Verbrauchsgruppen, Wasserverbrauch im Haushalt). Dann arbeiten Gruppen parallel ohne Wettbewerb. (Diese Variante ist auch im Modul 3, Baustein 3a, sinnvoll einsetzbar).

MODUL 9

Plenumsdiskussion: Was sagen uns diese Zahlen?

MODUL 10

4

Die TN können verschiedene Energiequellen und deren Rolle beim Klimawandel unterscheiden. Insgesamt

38

Energiequellen und -verbräuche einschließlich ihrer Folgen

Energieverbrauch und Folgen: Kurzinput mit Schätzfragen (z. B. S. 39)

Aus: Energieeffizienz, S. 32 – 41, s. Band 3

20 Min.

Beispielrechnung „Energiesklaven“ II

20 Min.

+ 45 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

4.2 Energiefresser in Haushalt und Betrieb

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN kennen die „Energiefresser“ in Privathaushalten sowie Handlungsmöglichkeiten, um sie zu bremsen.

Exemplarische Verdeutlichung von Energiefressern (B-Kühlschränke, Stand-by-Verbräuche, etc.)…

Lehrgespräch anhand Folienpräsentation:

Beamerpräsentation

„Energiefresser“

04_02a_ppt_ Energiefresser

Die TN werden zum Nachdenken über einen intelligenteren Umgang mit Energie in ihrem Bereich angeregt und erhalten einen Überblick über einzelne Maßnahmen.

Energieeinsparung an Beispielen mit entsprechenden Maßnahmen aufzeigen

Foto-Analyse – „Energiefresser zähmen“:

04_02b_ppt_Energiesparmöglichkeiten

PLUS 5 Min.

1

30 Min.

2

Fotos von Orten, die die 20 Min. TN kennen; Bei InhouseSeminaren: Fotos vom Standort, welche vorab von der Seminarleitung aufgenommen wurden, beispielsweise: – Außenbeleuchtung (nachts um 1h reduziert) – Bewegungsmelder zur Lichtsteuerung auf den Toiletten – Zeitschaltuhr – Gasbrenner (auch im Modul 3 oder 5 möglich, s. o.)

3

… und was man selber machen kann

Energiesparen im Büro und im Werk, z. B.: – Klimaanlage, Heizung und Fenster – Nutzung des PC – Werkstor – usw.

Die Seminarleitung zeigt Fotos, auf denen Energie verschwendet wird (allgemein oder am Standort) und diskutiert jeweils mögliche Maßnahmen. Weitere Frage: Welche Maßnahmen sind noch möglich? Variante: Besonders zu empfehlen, wenn direkt davor oder danach eine Powerpoint-Präsentation eingesetzt wird: Die Fotos (auf DIN A4-Blätter kopiert) werden ausgeteilt. Die TN diskutieren in spontanen KG über die Art der jeweiligen Verschwendung und schreiben dazu, was ihnen einfällt. Anschließender Abgleich im Plenum mit Übergang zur nächsten FotoAnalyse –„Energiefresser zähmen II“.

Mit entsprechenden Fotos ist diese Methode auch im Modul 3 (Ressourceneffizienz) oder Modul 5 (Materialeffizienz) sinnvoll. Zu Verschwendungsarten s. auch Modul 9 Partizipation

UND/ODER (BEI INHOUSE SEMINAREN) Die TN kennen aktuelle Möglichkeiten (bei offenen Seminaren) bzw. bereits angewendete Maßnahmen (bei Inhouse-Seminaren) zum Energiesparen im Unternehmen.

Insgesamt

Bilder vom Standort mit Leitfragen: Was hat dies mit Energie(verbrauch) zu tun? Welche Sparmaßnahmen werden hier bereits angewendet?

Foto-Analyse – „Energiefresser zähmen II“: Die Seminarleitung zeigt Fotos von gelungenen Sparmaßnahmen und bespricht sie mit der Gruppe.

20–65 Min.

39


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

4.3 Energie im Unternehmen

Lern- / Lehrziele

MODUL 3

MODUL 2

1

MODUL 4

2

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Dieser Baustein entspricht weitestgehend dem Baustein 5.2 Material im Unternehmen. Da sowohl Material- als auch Energieeinsparung eine gründliche Recherche und Maßnahmenentwicklung erfordert, kann er sich durchaus mit anderem Inhalt wiederholen. Die TN kennen Einsparmöglichkeiten in ihrem direkten Bereich und diskutieren diese vor dem Hintergrund der im Seminar gewonnenen Erfahrungen.

Welche Einsparmöglichkeiten sehen die Einzelnen in ihrem Bereich?

Kartenabfrage (ggf. auf Zuruf):

Die TN gewinnen einen Eindruck davon, wie breitgefächert Energieeinsparungen im Betrieb sein können.

Möglichkeiten des intelligenten Umgangs mit Energie, Einsparpotenzialen von einzelnen Maßnahmen

Lehrgespräch anhand Folien-Präsentation:

Rechner mit Beamer

Energieeffizienz in Unternehmen – Möglichkeiten und Beispiele

03_03b_ppt_ Ressourceneffizientes_ Handeln_Überblick

Die TN beantworten auf Karten nebenstehende Frage oder beantworten sie auf Zuruf, während die Seminarleitung mitschreibt. Kurze Diskussion, jedoch kein ausführliches Clustern.

30 Min.

Folien 9 – 22, Teil Energieeffizienz

Gute Beispiele aus Unternehmen und ihre Wirkung in Bezug auf CO2-Reduktion und Kosteneinsparung

MODUL 5

20 Min.

Moderationswand, Moderationskarten

ODER 3

MODUL 6

Einzel- / Paararbeit: Energiesparen virtuell: Die TN besuchen einzeln oder zu zweit ein virtuelles Unternehmen und machen dort einen Rundgang zum Energiesparen.

Internetzugang für mind. die Hälfte der TN www.energie-imunternehmen.de

30 Min.

Internetzugang für mind. die Hälfte der TN

90 Min.

Abschließende Diskussion im Plenum.

MODUL 8

MODUL 7

4

Die TN haben ausgewählte Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz auf Anwendbarkeit in ihren Unternehmen untersucht.

MODUL 10

MODUL 9

Den TN wird klar, was sie für die Umsetzung von Ressourceneffizienz im Betrieb noch brauchen (Kennzahlen, ökologische Kostenrechnung, Beteiligung).

40

Ausgewählte MaßnahMaßnahmen entwickeln: men zur Energieeffizienz Welche Maßnahme(n) könnte(n) bei uns im Unternehmen sinnvoll sein? (KG-Bildung rund um einzelne Maßnahmen oder Betriebe) Fragen für die Gruppenarbeit: Was macht die Maßnahme aus? Welche Daten und Kennzahlen brauchen wir dafür? Was gibt es zu organisieren und vorzubereiten? Wen müssen wir wie davon überzeugen? …? Die Ergebnisse werden im Plenum vorgestellt. Anmerkung: Die Methode entspricht dem Vorschlag in Modul 3.4. Wenn sie dort durchgeführt wurde, sollte sie hier verändert werden.

www.energie-imunternehmen.de Flip für den Auftrag / Auftragszettel Zur Ergänzung s. auch Module 7–9


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN sind motiviert, Sparideen zu entwickeln und umzusetzen.

Anerkennung entwickelter Maßnahmenpakete

Preisverleihung „Ressourcen-Cup“:

PLUS

Die Preise sollten aus nachwachsenden Die Seminarleitung organisiert eine festliche Rohstoffen bestehen: Preisverleihung und vergibt für die effektivsten Pappbecher (ggf. Maßnahmen einen „Ressourcen-Cup“ entsprechend bemalt (s. rechts). Der Gerechtigkeit halber können mit: „Ressourcen-Cup auch alle TN einen kleinen Cup erhalten. 2011“)– enthält GiveAway, z.B. Waffelbecher zum Verzehren …

Insgesamt

15 Min.

120 Min.

5

+35 Min.

Prozesskälte

Virtuell entdecken: Energieeffizienz in Unternehmen www.energie-im-unternehmen.de

Erneuerbare Energien

Hallenbeleuchtung Energieeinkauf und Lastmanagement

Hallenlüftung

Produktion

Fuhrparkmanagement

Büro

Quelle Schaubild: © Energie-Agentur NRW / www.energie-im-unternehmen.de

41


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Materialeffizienz – Lernziele und Konzept

MODUL 2

Modul 5

Lernziele Die TN können verschiedene Materialarten voneinander unterscheiden. Sie empfinden Respekt und Verantwortung für die Materialien, mit denen sie täglich umgehen. Sie kennen Möglichkeiten, Material einzusparen – im Haushalt und im Unternehmen. Sie haben für ihren Betrieb Ideen zur Materialeffizienz entwickelt und Bedingungen für deren Umsetzung durchdacht.

MODUL 3

Zeitumfang Basis: ca. 3 Stunden PLUS: 30 Min.

MODUL 4

Inhalte

MODUL 6

MODUL 5

Roh-, Hilfs und Betriebsstoffe in Produktion, Dienstleistung und Verwaltung Hintergründe zu einigen wesentlichen Alltagsmaterialien (Wasser, Papier, etc.) Materialverschwendung und ihre Vermeidung Materialeffizienz-Maßnahmen im Betrieb und ihre Voraussetzungen Literatur

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

Umweltbundesamt: Klimaneutral leben: Verbraucher starten durch beim Klimaschutz, www.umweltbundesamt.de/klimaschutz (2010) Umweltbundesamt: Rohstoffeffizienz – Wirtschaft entlasten, Umwelt schonen, www.umweltbundesamt.de (2010) WWF-Report 2010: Living Planet. Biodiversität, Biokapazität und Entwicklung; In Zusammenarbeit mit Institute of Zoology und Global Footprint Network Tides Foundation, Funders workgroup for sustainable production and consumption, Free Range Studio: Story of Stuff, und vier weitere Filme, 21:19 Minuten, www.storyofstuff.org/ downloads/movie-files-2 (2007)

42


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Modul 5 Die Materialeffizienz ist die kleine Schwester der Energieeffizienz und steht ein wenig in deren Schatten. So können sich beispielsweise Unternehmen ihre Energieeffizienz zertifizieren lassen und ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 16001 einführen. Für den verantwortlichen Umgang mit Material aller Art existiert eine solche Möglichkeit nicht. Doch wie der Materialeffizienz-Preis (seit Mai 2011 Rohstoffeffizienz-Preis) zeigt, wird die etwas stiefmütterliche Behandlung der Bedeutung der Materialeffizienz in keinster Weise gerecht. Denn auch an Material können Unternehmen bis zu sechsstellige Eurobeträge pro Jahr einsparen und zugleich den Raubbau an unserer Erde verringern. Bei der Materialeffizienz spielen Wiederaufbereitung und -verwertung eine große Rolle (vgl. etwa im Baustein 6.3 Seltene Erden), aber auch durch das bestmögliche Ausnutzen des vorhandenen Materials und dementsprechend wenig Verschnitt lässt sich viel sparen. In dem Modul werden die TN sensibilisiert, solche Potenziale aufzuspüren. Auch dieses Modul beginnt wieder mit einer eher allgemeinen Betrachtung von Material: Was gehört dazu? Welche Materialien werden gebraucht und wofür? Was heißt Verschwendung? Der Baustein 5.1 endet mit einer genaueren Betrachtung von drei ausgewählten Materialien. Baustein 5.2 ist wieder der Umsetzung im Unternehmen gewidmet und ähnelt den bereits bekannten Bausteinen 3.5 und 4.3, nur dass diesmal nach Potenzialen der Materialeffizienz gefahndet wird. Auch hierzu stehen verschiedene Internetseiten zur Verfügung.

Bildquelle: © Kemter / www.istockphoto.com

43


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

5.1 Material ohne Ende?

MODUL 2

1

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Den TN ist bewusst, wie vielfältig die Menge an Materialien (und damit die Sparpotenziale) in den verschiedensten betrieblichen Abläufen sein kann.

Materialien aller Art:

Zuruffrage: Welche Materialien werden im Betrieb eingesetzt?

Flipchart, Moderationsmaterial

15 Min.

Die TN haben sich mit Spaß dem Thema Verschwendung genähert und erfahren, wo sie überall lauern kann.

Formen der MaterialVerschwendung

Hier ausdrücklich keine Materialien bereitstellen – regt die Phantasie der TN an, sich nicht auf die vorgeschlagenen zu begrenzen.

45 Min.

Hier können Requisiten hilfreich sein (Tücher, Brillen, Handschuhe, etc.)

45 Min.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe in Produktion, Dienstleistung und Verwaltung

PLUS

Die Seminarleitung schreibt an einem Flipchart mit und gibt Hinweise, falls wichtige Materialien fehlen sollten (s. links). Kurzes Lehrgespräch über Materialarten. Wir haben’s ja! – Szenen zur Materialverschwendung: Je nach TN-Zusammensetzung werden inhaltliche Gruppen gebildet (s. Inhalte). Diese KG überlegen sich eine kurze (bis 5 Min.) Szene, in der möglichst viel Material verschwendet wird (15 Min. Vorbereitung, Zeitdruck fördert hier Kreativität!).

MODUL 4

MODUL 3

2

Lern- / Lehrziele

MODUL 5

Die Szenen werden im Plenum vorgespielt und al-Einsparpotenjeweils kurz auf ihre Material-Einsparpotenziale hin untersucht (je KG ca. 10 Min.). ODER

MODUL 7

MODUL 6

3

Die TN haben eigene Ideen entwickelt, Material einzusparen, sind durch die anregenden Szenarien motiviert und erinnern sich später gut daran.

Neue Wege der Materialeffizienz

So macht man das in… entierte Szenen Es können auch lösungsorientierte entwickelt werden. Um sich dabei von eingefahrenen Denkmusternn zu lösen und nen, werden die neue Perspektiven zu eröffnen, TN in eine andere Zeit und an einen anderen m Hofe Ludwig des Ort versetzt (Zettel mit „Am XIV.“, „Im wilden Westen“, „Auf dem Raumntwickeln schiff Enterprise“ …) und entwickeln rial eingespart ein Szenario, wie dort Material werden könnte.

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

ng wie oben. Zeitvorgabe und Auswertung

44


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Die TN haben beispielhaft (mehr) Respekt für drei häufige Alltagsmaterialien entwickelt.

Hintergrundinformationen zu Wasserverbrauch, Papierherstellung und Holz / Wald

Drei Materialien – ein Gedanke: Denk mal drüber nach!

Material / Medien

PLUS

ODER

Diese Übung kann auch unter Energieeffizienz verwendet werden und dort etwa verschiedene Energiequellen thematisieren.

Die TN ziehen Zettel mit Begriffen (Beispiele s. rechts), und finden sich in Kleingruppen zu den Kategorien Papier, Wasser und Holz zusammen: KG Papier: Papier für die Sinne KG Wasser: Wasser ist zum Waschen da?! KG Holz: Wer hat dich, du schöner Wald …? In den KG beantworten die TN gemeinsam die Fragen und erhalten von der Seminarleitung die Lösungen. Nach 10 Min. finden sich die KG im Plenum ein und berichten den anderen: – Was haben wir über unser Material erfahren? – Was hat uns dabei überrascht?

45 Min. Zettel mit (z. B.) Karton, Tapete, Zeitung, Schreibblock / Fluss, Meer, Regen, Kanalisation / Brett, Dachstuhl, Zahnstocher, Baum

4

KG Papier aus: Beispiel Gastronomie, s. Band 3 Stapel Papier, 4 Düfte 05_01a_Papier 05_01b_Wasser 05_01c_Holz s. auch hier: 02_04c_virtuelles Wasser

Kurze Diskussion über den sorgsamen Umgang mit Materialien. Insgesamt

45–60 Min.

Bildquelle: © Roel Smart / www.istockphoto.com

45


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

5.2 Material im Unternehmen

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Dieser Baustein entspricht weitestgehend dem Baustein 4.3 Energie im Unternehmen. Da sowohl Material- als auch Energieeinsparung eine gründliche Recherche und Maßnahmenentwicklung erfordern, kann er sich durchaus mit anderem Inhalt wiederholen.

MODUL 2

1

Die TN haben Ideen erhalten, an welchen Stellen im Unternehmen Material eingespart werden kann.

Möglichkeiten des intelligenten Umgangs mit Materialien, Einsparpotenziale von einzelnen Maßnahmen

Lehrgespräch anhand Folien-Präsentation:

Rechner mit Beamer

Materialeffizienz in Unternehmen – Möglichkeiten und Beispiele

03_03b_ppt_ Ressourceneffizientes_ Handeln_Überblick Teil Materialeffizienz, Folien 23–28

MODUL 3

Gute Beispiele aus Unternehmen und ihre Wirkung (zum Beispiel Kosteneinsparung)

MODUL 5

MODUL 4

2

Die TN haben ausgewählte Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz auf Anwendbarkeit in ihren Unternehmen untersucht.

MODUL 6

Den TN wird klar, was sie für die Umsetzung von Ressourceneffizienz im Betrieb noch brauchen (Kennzahlen, ökologische Kostenrechnung, Beteiligung).

MODUL 8

MODUL 7

3

Die TN erhalten als Anerkennung für ihre Sparideen ein Symbol zum Mitnehmen. Dies dient zu Hause zugleich als motivierender Erinnerungsanker, die entwickelten Maßnahmen auch umzusetzen.

30 Min.

Ausgewählte MaßnahMaßnahmen entwickeln: men zur Energieeffizienz Welche Maßnahme(n) könnte(n) bei uns im Anmerkung: Die Unternehmen sinnvoll sein? (KG-Bildung rund Methode entspricht um einzelne Maßnahmen oder Betriebe) dem Vorschlag in Fragen für die Gruppenarbeit: Modul 3.4). Wenn sie dort durchgeführt Was macht die Maßnahme aus? wurde, sollte sie hier Welche Daten und Kennzahlen verändert werden. brauchen wir dafür? Was gibt es zu organisieren und vorzubereiten? Wen müssen wir wie davon überzeugen? …?

Internetzugang für mind. die Hälfte der TN:

90 Min.

www.demea.de www.vdi-zre.de www.pius-info.de Flipchart für den Auftrag / Auftragszettel Zur Ergänzung s. auch Module 7–9

Die Ergebnisse werden im Plenum vorgestellt.

Anerkennung der entwickelten Maßnahmenpakete

Preisverleihung „Ressourcen-Cup“:

Die Preise sollten aus nachwachsenden Die Seminarleitung organisiert eine festliche Rohstoffen bestehen: Preisverleihung und vergibt für die effektivsten Pappbecher (ggf. Maßnahmen einen „Ressourcen-Cup“ entsprechend bemalt (s. rechts). Der Gerechtigkeit halber können mit: „Ressourcen-Cup auch alle TN einen kleinen Cup erhalten. 2011“)– enthält GiveAway, z.B. Waffelbecher zum Verzehren …

15 Min.

MODUL 10

MODUL 9

120 Min.

46

+15 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Bildquelle: „Entlüftung einer Erdwärme-Leitung“, © Mayumi Terao / www.istockphoto.com

47


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Green IT – Lernziele und Konzept

MODUL 5

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

Modul 6

Lernziele Die TN kennen den Einfluss der Informations- und Kommunikationstechnologien auf den Klimawandel. Sie wissen, was sich hinter dem Begriff „Green IT“ verbirgt und kennen wichtige Begriffe und Einflussfaktoren dazu. Die TN sind vertraut mit den Informationsmöglichkeiten zu Green IT und umweltfreundlicher Beschaffung. Sie kennen die Problematiken und Diskussionen öffentlicher Auftragsvergaben im Zusammenhang mit Fragen der umweltfreundlichen Beschaffung. Die TN kennen den Produktlebenszyklus ausgewählter IK-Technologien. Sie wissen um die Problematik der Umwelt- und Sozialstandards bei der Herstellung und Entsorgung von IKT-Produkten, wie Computer, Bildschirme, Drucker, Handys, usw. Sie haben sich mit der Messbarkeit von Green IT auseinandergesetzt. Die TN haben die Vor- und Nachteile von Cloud Computing abgewogen und auf das heimische Unternehmen übertragen. Zeitumfang

MODUL 6

Basis: 4,5 Stunden PLUS: 5,5 + x Min. Inhalte

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

Informations- und Kommunikationstechnologien im Überblick Energieverbrauch von IK-Technologien und der Einfluss auf den Klimawandel Ansätze einer Green IT und wesentliche Stichworte (Virtualisierung, Klimatisierung, verschiedene Formen des Cloud Computing, Thin Clients …) Möglichkeiten umweltfreundlicher Beschaffung in öffentlichen Verwaltungen Produktlebenszyklen von IK-Technologien unter besonderer Berücksichtigung der Umwelt- und Sozialstandards bei der Herstellung und Entsorgung Chancen und Risiken des Cloud Computing (Datenschutz, Energieeffizienz, Kosteneinsparungen, Vereinzelung …) Übertragung auf die Betriebe der TN

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DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Literatur BITKOM (2009): Cloud Computing – Evolution in der Technik, Revolution im Business. BITKOM-Leitfaden. BMU (2009): Energieeffiziente Rechenzentren. Best-PracticeBeispiele aus Europa, USA und Asien. Netzwerk Unternehmensverantwortung (CorA) (2010): Quo vadis, Beschaffung? Nachweise – Kontrolle – Umsetzung, Berlin. TCO Development / Håkan Nordin (2008): Ihr Computer und das Klima. Veränderungen heute retten morgen den Planeten – Zusammenfassung. Umweltbundesamt (2009): Green IT; zukünftige Herausforderungen und Chancen. Hintergrundpapier für die BMU / UBA / BITKOM-Jahreskonferenz 2009. Umweltbundesamt (2010): Umweltfreundliche Beschaffung – Büro / Bürogeräte. Internet: www.umweltbundesamt.de/ produkte / beschaffung / buero / buerogeraete / bildschirme. html, Stand 31.08.2010. Deutsche Energie-Agentur (dena): Green IT: Potenzial für die Zukunft. Energieeffizinz steigern, Wachstumsmärkte erschließen und Nachhaltigkeit sichern. Deutsche Energie-Agentur (dena): Leistung steigern, Kostensenken: Energieeffizienz im Rechenzentrum. Ein Leitfaden für Geschäftsführer und IT-Verantwortliche. Deutsche Energie-Agentur (dena): Beschaffungsleitfaden. Energieeffiziente Bürogeräte professionell beschaffen. Beschaffungskriterein, Vergaberecht, Wirtschaftlichkeit. 12/2009 Nord-Süd-Netz des DGB Bildungswerk BUND (2005): Globalisierung sozialer Verantwortung Soziale Mindeststandards, Internationale Rahmenvereinbarungen und Netzwerke http://www.nord-sued-netz.de/system/files/ download/Globalisierung_sozialer_Verantwortung.pdf Nord-Süd-Netz des DGB Bildungswerk BUND (2007): Globalisierung sozial gestalten – Internationale Arbeitsund Sozialstandards im Vergleich http://www.nord-suednetz.de/system/files/download/070523_Sozialstandards_ End_Korr.pdf Links www.scip.ch/?labs.20091127 www.bitkom.org/de/themen/61490.aspx www.datenschutzzentrum.de www.makeitfair.org/the-facts/audio-video/audio-video

Modul 6 Der Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bietet viele Möglichkeiten, weniger Ressourcen zu verbrauchen: Zum einen werden immer mehr Geräte für immer mehr Zwecke eingesetzt, zum anderen ist deren Herstellung und Entsorgung sehr energie- und materialaufwändig. Zu allen Einzelaspekten lohnt sch eine Auseinandersetzung. Wie intensiv diese ausfallen soll, entscheidet das Seminarteam je nach Ziel und Zielgruppe der Veranstaltung. Dieses Modul enthält besonders viele Variationsmöglichkeiten, verschiedene Themen unterschiedlich intensiv zu behandeln – von einem kurzen Überblick von knapp 2 Stunden (Bausteine 6.1 und 6.2 ohne PLUS) bis hin zu zwei kompletten Seminartagen. In aller Regel empfiehlt sich eine allgemeine Einführung, was IKT sind und wie viel Energie sie verbrauchen, sprich: wie groß ihr Anteil am Klimawandel ist: Baustein 6.1. Dieser Baustein kann für Gruppen aus der IT-Branche kürzer ausfallen, aber trotzdem wesentliche Erkenntnisse bringen: Die Begeisterung für die neuen Techniken und ihre Möglichkeiten lässt deren Energieaufwand vielleicht bei dem einen oder der anderen in den Hintergrund rücken … Um „grüne“ Varianten der IKT geht es im Baustein 6.2 Hier werden Grundbegriffe der Green IT erarbeitet sowie Wege, wie ein Betrieb in deren Genuss kommen kann. Konkret sind hier neben verschiedenen Formen virtueller Netzwerke und Speicher auch Beschaffungsrichtlinien und Kennzahlen Thema. Wer diesen letzten Aspekt vertiefen möchte, findet im Modul 8 Kennzahlen – Möglichkeiten dazu.

49


MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

MODUL 1

EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

Modul 6

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

Die nächsten beiden Bausteine sollen verdeutlichen, welche Ressourcen sich IKT-Geräte bereits einverleibt haben, noch bevor sie ein erstes Mal benutzt werden. Allein die Produktion verschlingt direkt und indirekt ungeheure Mengen an Energie und Material – und in diesem Fall auch noch viele weitere Ressourcen! In Baustein 6.3 werden sogenannte seltene Erden behandelt. Das sind Metalle, die jeweils in nur geringen Mengen vorkommen und daher viel „Erde“ als Abfallprodukt abwerfen. Und die seltenen Erden sind nicht die einzigen Rohstoffe, die für IKT-Produkte gebraucht und unter zumeist unmenschlichen Bedingungen abgebaut werden. Baustein 6.4 dreht sich also um Umwelt- und Sozialstandards – und zwar nicht nur bei der Beschaffung, sondern auch bei der Entsorgung elektronischer Geräte.

MODUL 10

MODUL 9

Baustein 6.5 behandelt ebenfalls Arbeitsbedingungen, allerdings die, die bei einer grünen IT-Nutzung herrschen oder bald herrschen könnten. Diese belasten weniger die physische, sondern eher die psychische Gesundheit der Betroffenen. Denn virtuelle Netzwerke ersetzen zusehends reale Sozialkontakte, bis alle in ihrer eigenen „Wolke“ arbeiten. Das Stichwort dazu ist Cloud Computing und besprochen werden Aspekte wie Vereinzelung und Datenschutz, aber auch Einsparpotenziale und positive Beispiele.

Bildquelle: © Alex Slobodkin / www.istockphoto.com

50


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

51


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

6.1 Informations- und Kommunikationstechnologien – ein Überblick

MODUL 3

MODUL 2

1

MODUL 4

2

MODUL 5

3

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Die TN haben sich mit den Hintergründen des Energieverbrauchs und des Einflusses auf das Klima durch Informations- und Kommunikationsmedien vertraut gemacht.

Informations- und Kommunikationsmittel und ihr Energieverbrauch, Computerarbeitsplätze, Energieverbrauch bei Servern

Pressespiegel:

Diverse Zeitungsartikel, vorab von der Seminarleitung gesammelt (ggf. kürzen oder das Wesentliche markieren)

45 Min.

Den TN ist bewusst, welche Informationsund Kommunikationstechnologien im Alltag in Gebrauch sind.

Informations- und Kommunikationsmedien im täglichen Gebrauch (Computer, Notebooks, Handys, MP3-Player, usw.)

Zuruffrage: Welche Informations- und Kommunikationstechnologien kennen Sie/ haben Sie im Gebrauch?

Die TN kennen typische Energieverbräuche von Informations- und Kommunikationstechnologien.

Energieverbräuche der einzelnen IK-Technologien, Computerarbeitsplätze, Energieverbrauch bei Servern

Lehrgespräch anhand von Folien

An der Wand hängen Artikel aus möglichst verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften zum Thema (s. Inhalte) sowie je eine Leitfrage zu jedem Artikel. Die TN wandern in unterschiedlichen Zusammensetzungen daran entlang und diskutieren über die Fragen. In der abschließenden Plenumsdiskussion wird ein Fazit gezogen.

Diese Methode erweitert und aktualisiert den Vortrag: 06_01_Energieverbräuche_IKT (s. Basismodul 6a) Flipchart, Moderationsmaterial

10 Min.

PPT-Vortrag

15 Min.

Die Seminarleitung schreibt an einem Flipchart mit und gibt Hinweise, falls wichtige IK-Technologien fehlen sollten.

06_01_ppt_ Energieverbräuche_IKT

MODUL 6

ODER Wandzeitung:

4

Moderationswände

45 Min.

MODUL 7

An mehreren Moderationswänden werden Informationen zu den einzelnen IK-Technologien bereitgestellt. Die TN beantworten folgende Fragen: Welche Energieverbräuche kann man den einzelnen IKT zuordnen?

MODUL 8

Wie sieht es mit den Stand-by-Verbräuchen aus?

MODUL 10

MODUL 9

Insgesamt

52

25 Min.

90 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

6.2 Grüner arbeiten: Green IT und umweltfreundliche Beschaffung

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Den TN sind die wichtigsten Begriffe zu einzelnen Aspekten der Green IT bekannt.

Server-Auslastung, Virtualisierung, Beschaffung, ThinClients, Cloud Computing, Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud, Reboundeffekt

Memory:

A4-Papier in zwei Farben für Begriffe und Erläuterungen

45 Min.

Auf dem Boden verteilt und mit der Schrift nach unten liegen die „Memorykarten“ (A4-Zettel). Die TN decken der Reihe nach von je einer Farbe eine „Karte“ auf und diskutieren, ob sie zusammen gehören. Die Leitung hilft und gibt bei Bedarf zusätzliche Erläuterungen. Gefundene Paare werden nebeneinander an einer (Moderations-) Wand befestigt und dienen im weiteren Verlauf als Glossar. Das Material können die TN auch nach der Übung als Handout bekommen.

1

06_PLUS_01a_ GreenIT_memory-TN 06_PLUS 01b_ GreenIT_memory_karten (hochkopieren oder abschreiben)

Das Memory kann bei der folgenden Internetrecherche die erste Frage ersetzen. Die TN kennen den Begriff des Green IT und können Infos zur umweltfreundlichen Beschaffung recherchieren.

Online-Portal zu Green IT, diverse Umweltzeichen zu Green IT-Angeboten, Beratungsangebote, Fördermöglichkeiten

Aufgabe: Recherchiert im Internet den Begriff „Green IT“. Was ist darunter zu verstehen? Welche Siegel zu Green IT-Angeboten gibt es? Welche Beratungsangebote zu Green IT und umweltfreundlicher Beschaffung sind dort zu finden? Was sagen sie aus?

Für einen Überblick, zum Beispiel: www.umweltbundesamt.de/produkte/ beschaffung/ buero/ buerogeraete/bildschirme.html

Diskussion der Ergebnisse im Plenum

Informationsportale, zum Beispiel: www.officetopten.de www.ecotopten.de

Die TN stellen einen persönlichen Bezug zum Energieverbrauch der von ihnen verwendeten IKT-Geräte her.

Abschätzen der Verbräuche bei den beruflich und privat verwendeten Computern, Monitoren, Druckern, Handys, usw.

Plenumsdiskussion

Flipchart

Die TN haben eine Verbindung von Green IT zu ökologischen Kennzahlen hergestellt.

Green IT in Kennzahlen

Paararbeit – Green IT in Zahlen:

Moderationswände

60 Min.

2

20 Min.

3

30 Min.

4

Die TN überlegen in Paaren, an welchen betrieblichen Kennzahlen sich Green IT messen lassen könnte und stellen ihre Ideen im Plenum vor. Vgl. Basis- und PLUS-Modul 8

Insgesamt

80 Min.

+75 Min.

53


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

6.3 Seltene Erden in der IKT

MODUL 2

1

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN kennen die wichtigsten seltenen Erden, die bei der Herstellung von IKT-Produkten als Rohstoffe verwendet werden.

Seltene Erden, Arten, Daten und Fakten

Kurzinput:

06_03_SE_Info

15 Min.

Die TN wissen, aus welchen Ländern und Krisenregionen die seltenen Erden kommen.

Reserven und Reichweiten der seltenen Erden nach Ländern

Gruppenpuzzle:

06_03b_SE_FAZ

60 Min.

Die TN erarbeiten sich in KG je einen der mehr oder weniger kritischen Hintergrundtexte (Auswahl durch Seminarleitung). Anschließend mischen sich die KG neu, so dass in jeder neuen Gruppe je eine Person der alten vertreten ist und tauschen sich aus. In der abschließenden Plenumsdiskussion werden wesentliche Fragen geklärt und die Leitung ergänzt ggf. was fehlt.

06_03c_SE_DRadio

MODUL 4

MODUL 3

2

Lern- / Lehrziele

Die Seminarleitung stellt die wichtigsten Fakten zu Seltenen Erden vor und verteilt dazu das Infoblatt.

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

Insgesamt

54

PLUS

Bildquelle: „Verschiedene Seltenerdmetallverbindungen aus Baotou, China“; wikipedia.org / Brücke-Osteuropa / CC-BY-SA-3.0

06_03d_SE_ Wirtschaftsblatt 06_03e_SE_NZZ 06_03f_SE_taz 06_03g_SE_Blog 75 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

6.4 Umwelt- und Sozialstandards bei Herstellung und Entsorgung von IKT

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Die TN sind gegenüber dem Thema aufgeschlossen.

Erste Informationen über Arbeitsbedingungen rund um IKT

makeITfair-Rap:

Die TN haben ein Bewusstsein entwickelt, welche Voraussetzungen und Folgen ihr Konsum von Elektrogeräten hat.

Bedingungen für Herstellung und Entsorgung von Informations- und Kommunikationstechnik

Die Seminarleitung spielt eines der Videos zum makeITfair-Rap vor verteilt den Text und klärt Verständnisfragen.

Material / Medien www.makeitfair.org

15 Min.

1

60 Min.

2

06_04a_ makeITfair_rap Zur Einstimmung: Film „The story of Electronics“ (engl. 7:47 Min.): www.storyofstuff.org/electronics/ downloads/

makeITfair-Kampagne:

06_04b_makeITfair1

4 KG bearbeiten je ein Faltblatt des europ. Projektes „makeITfair“ und entwickeln dazu …

06_04c_makeITfair2

… ein Plakat, auf dem die wichtigsten Fakten anschaulich und persönlich ansprechend dargestellt werden.

PLUS

06_04d_makeITfair3 06_04e_makeITfair4

… eine Aktion in ihrem Betrieb dazu. Die Plakate und Aktionen werden im Plenum vorgestellt und (vor allem inhaltlich) diskutiert. Sie können auch in die betriebliche Praxis mitgenommen und nach dem Seminar tatsächlich eingesetzt werden. s.o.

s.o.

Die TN nehmen sich im Eigene Projekte Rahmen von Green IT persönlich etwas vor.

Auf der makeITfair-Website finden sich noch verschiedene Unterrichtsmaterialien (etwa ein Webquiz für Jugendliche). Sie können an die jeweilige Zielgruppe angepasst werden.

x Min.

makeitfair.org/ webquest/de/index.php

Aus den vorgestellten Kampagnen sucht sich jede/r ein kleines Vorhaben aus und plant konkret dessen Umsetzung (mit Terminen, ggf. schon in den eigenen Kalender eintragen).

15 Min.

3

4

ODER s.o. Die TN haben eine intensivere Beziehung zu ihren Vorhaben entwickelt und durch die lautstarke Verkündung die Selbstverpflichtung zur Umsetzung erhöht.

Insgesamt

s.o.

Speaker’s Corner: Im Seminarraum wird der Londoner „HydePark“ aufgebaut (Pflanzen, „Bänke“ aus Stühlen …), in den Ecken stehen kleine Podeste als Speaker’s Corners (z. B. Stühle). Je nach TN-Anzahl stehen 1–3 TN auf diesen Podesten und verkünden lautstark und leidenschaftlich, was sie ab heute in Sachen Green IT anders machen werden. Die Zuhörer/ innen unterstützen diese Vorhaben mit lautstarken Bravo-Rufen, Applaus und sonstiger Zustimmung.

30 Min.

Requisiten für den „Hyde Park“

90 Min

5

+15– x Min.

55


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

6.5 Aspekte der IKT-Ressourceneffizienz und seine möglichen Wirkungen auf die Arbeitswelt

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Die TN haben Cloud Computing in seinen Auswirkungen auf die zukünftige Arbeitswelt verstanden.

Cloud Computing als Outsourcing-Technik, Vor- und Nachteile

Expert/innen-Tagung – Arbeiten auf Wolke 7?!:

06_PLUS_02a_ bundestag

120 Min.

Die TN beschäftigen sich in KG mit den Materialien. Derweil baut die Seminarleitung im Plenumsraum ein Podium auf (optimal: kleine Sessel und Tische, Getränke, Titel als Hintergrund …).

06_PLUS_02b_ datenschutz

MODUL 5

MODUL 4

MODUL 3

In der anschließenden Diskussion vertritt je eine Person aus jeder KG die jeweilige Position. Die Seminarleitung moderiert die Diskussion, stellt anregende Fragen und fasst anschließend die Ergebnisse zusammen. Der Rest der TN sitzt im Publikum und kann ggf. von der Moderation zu Fragen aufgefordert werden.

Die TN haben einen Bezug hergestellt zu der Situation in ihrem heimischen Betrieb.

MODUL 6

2

Cloud Computing in „meinem“ Unternehmen

Kurzinput und Einzelarbeit: Die Seminarleitung stellt kurz verschiedene Möglichkeiten vor, wie Daten beim Cloud Computing sicherer verarbeitet werden können. Jede/r TN zieht für sich ein Fazit zum Thema und überlegt (TN aus einem Betrieb sollten hier zusammenarbeiten):

06_PLUS_02c_ bsp_verwaltung 06_PLUS_02d_bitkom 06_PLUS_02e_ telearbeit_TBS Möglichst realistische Ausstattung für eine Podiumsdiskussion (gut: Clubsessel, kleine Tische, Pflanzen o.ä. aus benachbarten Fluren oder Zimmern ausleihen) 06_PLUS_03_Datenschutz_ULD

45 Min.

MODUL 7

Welche konkreten Chancen und Risiken sind für unseren Betrieb mit Cloud Computing verbunden? Wo und wie könnte bei uns Cloud Computing eingesetzt werden?

MODUL 8

Welche Sicherungsmaßnahmen sollten beachtet werden? Welche Unterstützung bräuchten wir dazu?

MODUL 9

Je nach Zeit können die Ergebnisse im Plenum diskutiert und von der Leitung ergänzt werden. (zu Frage 3).

MODUL 10

Insgesamt

56

+ 165 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Bildquelle: © Joachim Angeltun / www.istockphoto.com

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Ökologische Kostenrechnung – Lernziele und Konzept

MODUL 2

Modul 7

Lernziele Die TN kennen den Ressourcenverbrauch im Unternehmen und können diese in Beziehung zu den damit einhergehenden Kosten setzen. Die TN können die Besonderheiten ökologischer Kostenrechnung von traditionellen Verfahren unterscheiden. Die Teilnehmenden kennen eine Methode zur ökologieorientierten Kostenrechnung und können diese mit Bezug zur Steigerung der Ressourceneffizienz anwenden.

MODUL 3

Zeitumfang Basis: 1 Stunde PLUS: 2–5 Stunden je nach Vorwissen der TN und Bedarf

MODUL 4

Inhalte

MODUL 6

MODUL 5

Überblick über die Kostenstrukturen in Unternehmen Besonderheiten ökologischer Kostenrechnung Die Ressourcenkostenrechnung und andere Methoden der Kostenbetrachtung unter Ressourcengesichtspunkten Mögliche Quellen des Ressourcenverbrauchs und der Kosten im eigenen Unternehmen Feststellen der Kostenstrukturen im eigenen Unternehmen und Vergleich mit den Branchenzahlen Literatur

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

Effizienz-Agentur NRW (2008): Ressourcenkostenrechung, Duisburg. Online unter: www.efanrw.de/fileadmin/user_ upload/EFA-RKR-Hauptbroschuere.pdf. Günther, E. (1994): Ökologieorientiertes Controlling, München. Günther, E. (2008): Ökologieorientiertes Management, Stuttgart. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (Hg. 1999): Flusskostenmanagement. Kostensenkung und Öko-Effizienz durch Materialflussorientierung in der Kostenrechnung, Wiesbaden. Jasch, C. (2001): Umweltrechnungswesen. Grundsätze und Vorgehensweise. Online unter: www.nachhaltigwirtschaften.at/ nw _pdf/0106a_umweltrechnungswesen.pdf Lang, C. et al. (2004): Konzepte zur Einführung und Anwendung von Umweltcontrollinginstrumenten in Unternehmen.

58


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Löw, T. & Jancke, G. (2000): Flusskostenrechnung als Erweiterung der betrieblichen Abfallbilanz, Berlin. Online unter: www.ioew.de/uploads/tx_ukioewdb/SBB-0302-FlusKoRe.pdf Löw, T. et al. (2003): Ansätze der Umweltkostenrechnung im Vergleich, Berlin. Online unter: www.umweltdaten.de/ publikationen/fpdf-l/2428.pdf

Renner, I. & Klöpffer (2005): Untersuchung der Anpassung von Ökobilanzen an spezifische Erfordernisse biotechnischer Prozesse und Produkte, Berlin. Online unter: www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/2852.pdf

Modul 7 Die ökologische Kostenrechnung ist ein recht spezielles Thema. Dabei werden die Kosten für sämtliche Umweltauswirkungen – von Verschnitt über fachgerechte Entsorgung bis hin zu Modellrechnungen für effizienteren Energieeinsatz – nicht pauschal den Gemeinkosten zugeschlagen. Vielmehr gilt das Verursacherprinzip: Das Produkt, das die jeweiligen Kosten mit sich bringt, bekommt es auch auf seine Produktionskosten aufgeschlagen. Schon hier wird deutlich, dass eine solche Rechnung recht komplex werden kann und ein gewisses Maß an betriebswirtschaftlichem Fachwissen erfordert. Daher braucht die Ökologische Kostenrechnung auch nur dann behandelt zu werden, wenn die TN danach auch wirklich damit befasst sind, die ökologischen Kosten eines Produktes zu errechnen. Für andere kann eventuell schon ein Satz dazu reichen, warum sich eine ökologische Kostenrechnung nicht nur für die Umwelt rentiert: „Die Kosten für Abfälle, Abwasser, Entsorgung samt dazugehöriger Personal- und Transportkosten usw. können die Produktkosten im Einzelfall fast verdoppeln“.Über Grundzüge der ökologischen Kostenrechnung Bescheid zu wissen, kann sich aber trotzdem lohnen – vor allem

dann, wenn Unternehmensleitungen überzeugt werden sollen, wie nutzbringend Ressourceneffizienz für den Betrieb sein kann. Wer also über den o. g. Satz hinaus gehen möchte, findet in diesem Modul einige methodische und inhaltliche Anregungen dazu. In Baustein 7.1 wird der Begriff Ökologische Kosten näher betrachtet. Hier kann die Seminarleitung sehr in die betriebswirtschaftliche Tiefe gehen, wenn die Zielgruppe dessen bedarf. Zur Veranschaulichung des KostenThemas ist auch ein Verweis auf zwei Themenbereiche sinnvoll, die bereits in anderen Modulen vorgestellt wurden: die Kostenstrukturen im Unternehmen (s. Baustein 3.3) und der persönliche CO2-Abdruck (s. Baustein 2.2). Falls diese Themen im bisherigen Seminarverlauf noch nicht behandelt wurden, können sie hier zur Anwendung kommen. Baustein 7.2 veranschaulicht durch ein Bausteinmodell eine Form der ökologischen Kostenrechnung – oder auch mehrere, je nach Bedarf. Bei allen Rechnungsarten sollten die Teilnehmenden das jeweilige Rechenprinzip an einer Beispielaufgabe nachvollziehen.

Bildquelle: © nokee / www.istockphoto.com

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

7.1 Der Ressourcenverbrauch und seine Kosten

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

MODUL 2

Verweis auf Module 3 – 5 ODER 1

Die TN kennen die Kostenstrukturen von Unternehmen.

Zusammensetzung betriebsinterner Kosten – hier sinnvoll, wenn nicht zuvor behandelt!

Schätz-Puzzle„Kostenstrukturen“:

s. Baustein 3.3

Die Seminarleitung stellt die Zahlen für die anwesenden Branchen vor.

Weitere Informationen: www.destatis.de

30 Min.

MODUL 3

ODER 2

s.o.

s.o.

PowerPoint-Präsentation:

07_01a_PLUS_ppt_ Kostenstrukturen

30 Min.

Errechnen des persönlichen CO2-Abdrucks:

s. Baustein 2.2

40 Min.

Diskussion der Arbeitsergebnisse unter dem Fokus: Welche verschiedenen Verbindungen gibt es zwischen Energie-Verbrauch und Kosten?

www.uba.klimaaktiv.de

Murmelgruppen:

Flipchart

Was sind ökologische Kosten?

Günther, E. (2008): Ökologieorientiertes Management, S. 252–284

Kurzer PowerPoint-Input zu den Kostenstrukturen im Unternehmen

MODUL 4

3

MODUL 6

MODUL 5

4

Persönlichen Bezug zum Ressourcenverbrauch im privaten Bereich aber auch im eigenen Unternehmen herstellen

Reflexion des persönlichen Material- und Energieverbrauchs

Die TN haben sich eigene Gedanken dazu gemacht, was das Besondere an dieser Form der Kostenrechnung ist, und können sie von einer„traditionellen“ Kostenrechnung unterscheiden.

Besonderheiten ökologischer Kostenrechnung und Unterschiede zur traditionellen Kostenrechnung

Definition an Flipchart aufdecken und kurz erläutern

Moderationswand 20 Min.

Als Ergänzung bei Bedarf: Die TN kennen verschiedene Definitionen zum ökologischen Kostenbegriff und ihre Bedeutung.

MODUL 8

MODUL 7

5

Denken in Kosten und Erlösen, Einführung einer Ökologieorientierung in der klassischen Kostenrechnung, pagatorischer Kostenbegriff, wertmäßiger Kostenbegriff, erweiterter wertmäßiger Kostenbegriff

Die Seminarleitung entwickelt an der Wandzeitung mit vorbereiteten Karten das Schema über die Unterteilung des ökologischen Kostenbegriffs. Die TN erhalten das Material dazu.

07_01b_PLUS_ökol_ Kostenbegriff

60 Min.

07_01c_PLUS_ppt_ ökol_Kostenbegriff

60 Min.

Nach dem Vortrag erarbeiten die TN in kurzen Murmelgruppen Fragen zu dem Gehörten, z. B. zur Unterscheidung oder Bedeutung der einzelnen Begrifflichkeiten.

MODUL 9

Mit diesen Fragen wird die anschließende Diskussion gestaltet. ODER

MODUL 10

6

Ökologieorientierten Kostenbegriff einführen

s.o.

PowerPoint-Präsentation

insbesondere Folie 4 Beamer

Insgesamt

60

50 Min.

30 – 130 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

7.2 Die Ökologische Kostenrechnung

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS 1

Verweis auf Module 3 – 5 UND/ODER Die TN haben den Energie- und Materialverbrauch und das Verhalten im Unternehmen reflektiert.

Energie- und Plenum Materialverbrauch im Unternehmen, eigenes Verhalten, das Verhalten von Kolleg/innen, Wertigkeit des Themas bei der Geschäftsführung

Themenspeicher: Ansatzpunkte

30 Min.

2

07_02a_ppt_ ökol_ Kostenrg

20 Min.

3

90 Min.

4

ODER als ausführliche Variante bei Bedarf: Powerpoint-Kurzvortrag: Ökologische Kosten

insbes. S. 16 – 19 ODER Die TN haben einen Überblick über Methoden der Kostenanalyse unter Berücksichtigung des Ressourcenverbrauchs in Unternehmen.

Prozessorientierte Kostenrechnung, Flusskostenrechnung, Ressourcenkostenrechnung

Schrittweise Präsentation des gesamten ppt-Vortrags: Jede Kostenrechnungsart wird durch ein Beispiel erläutert und die TN erhalten jeweils zu zweit eine Übungsaufgabe dazu.

07_02a_ppt_ ökol_Kostenrg Beamer Übungsaufgaben Moderationswand

61


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

… 7.2 Fortsetzung

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

ODER Die TN haben einen Einblick in die Denkweise der Ressourcenkostenrechnung

Rechenbeispiele zur Ressourcenkostenrechnung (RKR)

MODUL 3

MODUL 2

5

Übung Ressourcenkostenrechnung: Die Seminarleitung stellt die RKR anhand von Modellen (Lego Duplo-Steine) vor: Für ein Stück braucht man: 10 kg Kunststoff A = 10 rote Duplo-Steine 20 kg Kunststoff B = 20 grüne Duplo-Steine

MODUL 4

Prozessbeobachtung ergab 15 % Verlust! = 1,5 rote Steine + 3 grüne Steine abbrechen und nun besonders betrachten: Bei der normalen Kostenrechnung wird nur die Entsorgung der abgebrochenen Steine berechnet. In diese abgebrochenen Steine fließen jedoch auch Personal- und Maschinenzeit-Kosten ein. Diese Kosten rechnet die RKR mit ein.

MODUL 5

Die Seminarleitung entwickelt das RKRBeispiel schrittweise am Flipchart (oder ressourceneffizient mit wiederverwendbaren Karten an der Moderationswand).

07_02b_Ökokosten_ Bsp

40 Min.

Ausreichend große Anschauungsmodelle für Kunststoff A und B, z. B. Bausteine von Lego Duplo, 10 von einer Farbe (mit mind. zwei halben) und 20 von einer anderen, je nach Belieben lose oder aufeinandergesteckt Moderationsmaterial Toolbox der EffizienzAgentur NRW: www.efanrw.de unter Beratung

MODUL 6

Es ergäbe sich noch mehr Verlust, wenn Kosten für Energie, Transport, Lagerung … berücksichtigt würden! TN erhalten ein eigenes Beispiel, das sie allein oder in kleinen Gruppen lösen.

MODUL 7

Die Seminarleitung unterstützt, gibt am Ende die richtige Lösung bekannt und weist dabei auf das EFA-Tool zur RKR hin.

MODUL 8

6

Die TN haben eine Idee davon, was sie als Interessenvertreter/innen von dem Gelernten umsetzen können.

MODUL 10

MODUL 9

Insgesamt

62

Rechtliche Grundlagen und eigene Umsetzung

Abschlussdiskussion: – Wie können wir die ökologische Kosten rechnung in unserem Betrieb nutzen? – Welche rechtliche Grundlage haben wir dafür?

07_02_PLUS_ Kostenrg_BetrVG

30 Min.

40 Min.

80 – 170 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Bildquelle: © „Lego Duplo-Steine“, pearleye / www.istockphoto.com

63


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Kennzahlen – Lernziele und Konzept

MODUL 3

MODUL 2

Modul 8

Lernziele Die TN wissen um die Bedeutung von Kennzahlen und können sie einschätzen. Sie können erste Einschätzungen zur Anwendbarkeit in ihrem Unternehmen abgeben. Auf der Grundlage der Analyse von Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichten haben sie eine Basis, um partizipativ Kennzahlen zu entwickeln und diese in einem System zu betrachten. Sie können Kennzahlen und Kennzahlensysteme in ihrem Unternehmen praktikabel, partizipativ und mitarbeiterorientiert einführen und erläutern. Ihre Rolle und die Möglichkeiten, die dem Betriebsrat zur Verfügung stehen, um solche Kennzahlensysteme einzuführen, haben sie kritisch reflektiert.

MODUL 4

Zeitumfang

MODUL 5

Basis: 2 Stunden PLUS: ca. 2,5 Stunden Inhalte

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

Definition und Bedeutung von Kennzahlen für ressourcen-effizienteres Handeln Grundlagen zur Entwicklung eigener Kennzahlen zur Steigerung der Ressourceneffizienz Mögliche Quellen des Ressourcenverbrauchs und der Kosten im eigenen Unternehmen. Überblick über die Kostenstrukturen in den Branchen der Unternehmen Feststellen der Kostenstrukturen im eigenen Unternehmen und Vergleich mit den Branchenzahlen Methoden der Kostenbetrachtung unter Ressourcengesichtspunkten Literatur

MODUL 10

MODUL 9

WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, 2009): Kassensturz für den Weltklimavertrag – der Budgetansatz, Sondergutachten: www.wbgu.de/wbgu_sn2009.pdf. Ressourcenkurzfilm „FLOW“ des Umweltbundesamtes: www.umweltbundesamt.de/ressourcen/faktor-x/ ressourcenkurzfilm.htm

64


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Energie-Agentur NRW: Stromcheck für Haushalte, www.energieagentur.nrw.de/haushalt/energiecheck/ Energie-Agentur NRW: Virtuell entdecken; Energieeffizienz im Unternehmen, www.energie-im-unternehmen.de Datenbank erfolgreicher Ökoprofit-Maßnahmen: www.arqum.de/datenbank Effizienz-Agentur NRW: Pius-Info. Ihr Informationsdienst zum Produktionsintegrierten Umweltschutz. www.pius-info.de

DGB Bildungswerk BUND (2007): CSR-Seminarangebot für Betriebsräte und Arbeitnehmervertreter/innen im Aufsichtsrat. Didaktisch-methodisches Konzept erstellt im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung. DGB Bildungswerk BUND (2009): KVP, Effizienzpotenziale heben und ressourceneffizientes Handeln, Hintergrundpapier

Modul 8 Ohne Kennzahlen lassen sich keine konkreten Aussagen über Verbrauch und Einsparung machen. Die Kunst der ökologischen Kennzahl besteht darin, prinzipielle Zusammenhänge zwischen einzelnen Faktoren so zu verknüpfen, dass eine aussagefähige Messung möglich ist. So sagt z. B. der Energieverbrauch zu einem einzelnen Zeitpunkt wenig aus, wenn die verbrauchende Maschine rund um die Uhr läuft, dabei aber mehr oder weniger beansprucht wird. Eine Kennzahl geht also über die einfache Definition von Zahl hinaus und ist immer betriebsspezifisch zu entwickeln. Dabei sind viele Faktoren zu berücksichtigen – von der geeigneten Messmethode bis zu der Frage, wer im Alltagsbetrieb für die Messungen verantwortlich ist. Auch dieses Thema ist – wie die ökologische Kostenrechnung – eher speziell für Menschen, die sich im Anschluss damit beschäftigen werden. Doch als Grundlage für ressourceneffiziente Gestaltung von Betriebsabläufen sollte jede/r TN einen Begriff von Kennzahlen haben und möglichst auch einmal eine solche entwickelt haben. Am Anfang von Baustein 8.1 wird die Bedeutung von Kennzahlen verdeutlicht und mit dem Alltagsverständnis

der TN abgeglichen. Der heimische Haushalt kann als Beispiel dienen, sich die Bedeutung und Errechnung von Kennzahlen noch einmal vor Augen zu führen. Im Baustein 8.2 werden die grundlegenden Kriterien vermittelt, denen Kennzahlen im Betrieb gehorchen müssen, um aussagefähig und belastbar zu sein. Anschließend entwickeln die TN eigene Kennzahlen: Hier kann der Weg zu einer Kennzahl entweder kurz und beispielhaft durchlaufen werden. Oder es werden ganze Kennzahlensysteme entwickelt, die nicht dem Standard entsprechen. Dazu wird in die unterschiedlichen Ziele unterschiedlicher Kennzahlen eingeführt, die idealerweise in Kennzahlensysteme einfließen, wie zum Beispiel einer Balanced Scorecard oder einer Sustainability Balanced Scorecard. Wer noch weiter in die Tiefe gehen möchte, kann mit Baustein 8.3 auch einen Bezug zu Nachhaltigkeitsberichten herstellen. Um Kennzahlen in betrieblichen Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichten zu verdeutlichen, werden dazu Corporate Social Responsibility (CSR) und Global Reporting Initiative (GRI) – durchaus kritisch – betrachtet.

Bildquelle: © seraficus / www.istockphoto.com

65


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

8.1 Die Bedeutung von Kennzahlen

MODUL 3

MODUL 2

1

MODUL 4

2

MODUL 5

3

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Den TN ist die grundlegende Bedeutung von Messbarkeit und den dazugehörigen Aussagen klar.

Bedeutung von Messungen und Kennzahlen für die Ressourceneffizienz

Zuruffrage mit Diskussion:

Flipchart

Was verstehe ich unter einer Kennzahl?

(evtl. vorbereitet: Definition Kennzahlen inkl. Beispiel)

Den TN ist die Bedeutung von Messungen für Veränderungsprozesse auf humorvolle Weise deutlich geworden.

PDAC-Zyklus (Plan – Do – Act – Check), Notwendigkeit von Kennzahlen, um Entwicklung „checken“ zu können

Kurzfilm:

Die TN reflektieren ihren persönlichen Ressourcenverbrauch anhand ihres privaten Stromverbrauchs.

Reflexion des persönlichen Ressourcenverbrauchs anhand des persönlichen Stromverbrauchs

Einzelarbeit anhand der Leitfragen:

MODUL 6

Wie sehen die TN die Probleme und welchen Anteil haben sie daran?

Die Seminarleitung fasst die Äußerungen der TN zusammen, zieht richtige Aspekte heraus und stellt anhand von Beispielen vor, was Kennzahlen sind und welche Bedeutung sie haben.

Einstieg ins Thema und Veranschaulichung durch humorvollen Kurzfilm. Anschließend sollte das Team kurz den Bezug zum Thema ansprechen: Was sind Voraussetzungen für einen solchen PDAC-Zyklus?

– Wo ergibt sich bei Ihnen zu Hause das größte Einsparpotenzial? – Woran haben Sie das erkannt? / Was bedeutet Ihr Ergebnis a) für Ihren Geldbeutel, b) für die Umwelt? Präsentation der Arbeitsergebnisse und Diskussion im Hinblick auf die Notwendigkeit von Kennzahlen

PLUS 10 Min.

Kurzfilm (7:38 Min.): „Umweltmanagement. Weil’s um die Wurst geht.“

15 Min.

www.izu.bayern. de/film

Strom-Check für private Haushalte

60 Min.

Ein internetfähiger Rechner pro TN Moderationswand s. Baustein 2.4 „Von Klima und Ressourcen“ (Zirkeltraining)

Variante:

MODUL 7

Falls der Stromcheck bereits zuvor im Seminar durchgeführt wurde, können die Ergebnisse nun noch einmal genutzt werden, um die Notwendigkeit von Kennzahlen zu belegen.

MODUL 8

4

Die TN haben sich bisher im Seminar behandelte Themen und Aspekte unter dem Gesichtspunkt der Notwendigkeit von Kennzahlen bewusst gemacht.

MODUL 10

MODUL 9

Insgesamt

66

Bisher im Seminar Murmelgruppen mit behandelte Themen und anschließendem Lehrgespräch Aspekte zu Energie- und Materialeinsparung

Flipchart

15 Min.

25 Min.

+ 75 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

8.2 Ökologische Kennzahlen im Betrieb

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN kennen Grundlagen zur Bestimmung von Kennzahlen.

Hintergründe zur Ermittlung von Kennzahlen, Bedeutung von Zielen und Zielperspektiven

Vortrag und Lehrgespräch

08_ppt_Kennzahlen

20 Min.

1

Die TN kennen die unternehmenseigenen Kennzahlen und können sie interpretieren. Sie kennen ihre Handlungsmöglichkeiten in diesem Bereich.

Kennzahlen im eigenen Unternehmen und / oder dem eigenen Handlungsbereich nennen

Plenum

Moderationswand

25 Min.

2

Die TN kennen Anforderungen an Kennzahlen und verschiedene Vorgehensweisen zur Bestimmung von Kennzahlen.

Anforderungen an Kennzahlen, Vorgehen zur Bestimmung von Kennzahlen

Kurze Info-Inputs / Diskussion:

08_02a_ppt_ Kennzahlen, Folie 4

30 Min.

3

Die TN haben eigenständig eine Kennzahl für „ihren“ Betrieb entwickelt.

Betriebsspezifische Kennzahlen

20 Min.

4

Ergebnisspeicher

PLUS

Moderationswand 08_02b_Kennzahlen_ Definition Einzelarbeit mit Beratung durch die Seminarleitung, Kurzvorstellung im Plenum

08_02c_Kennzahlen_ Arbeitsblatt

ODER Die TN haben ein System von Kennzahlen entwickelt und damit ihre in Modul 3 – 5 entwickelten Ressourcen-Sparideen messbar gemacht.

Gruppenarbeitsansätze zur Entwicklung von Kennzahlensystemen

Kennzahlen-Systeme: Wenn bereits zuvor im Seminar betriebliche Recherchen durchgeführt wurden (Modul 3 – 5), können die TN ihre Erkenntnisse nun konkret umsetzen und Kennzahlensysteme für ihr Unternehmen entwickeln:

08_02c_Kennzahlen_ Arbeitsblatt

60 Min.

5

– Welche Kennzahlen bilden die Einsparungsmöglichkeiten konkret für unser Unternehmen am besten ab? – Wie hängen diese Kennzahlen miteinander zusammen? Dazu werden Gruppen gebildet und das Seminarteam hilft. Insgesamt

95 Min.

+ 60 Min.

67


MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

MODUL 1

EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

68

Bildquelle: „Dampfturbine mit 5 MW elektrischer Leistung der Firma Blohm und Voss im Biomasseheizkraftwerk Mödling“; wikipedia.org / Ulrichulrich / CC-BY-SA-3.0


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

8.3 Nachhaltigkeitsberichte und ihre Aussagekraft

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Die TN kennen die Grundlagen von „Corporate (Social) Responsibility (CSR)“ und können Verknüpfungen zum Thema Umweltschutz und wirtschaftliche Angelegenheiten herstellen.

Einführung in das Thema „Corporate Social Responsibility (CSR)“, Verknüpfung zu Umweltschutz und wirtschaftlichen Angelegenheiten

Definitionsvergleich CSR (Plenum/Diskussion):

Wandzeitung „Aspekte von CSR“

30 Min.

1

60 Min.

2

90 Min.

3

20 Min.

4

Die Seminarleitung verteilt an die TN verschiedene Definitionen von CSR. Die TN mit der gleichen Definition diskutieren kurz darüber. Anschließend werden die Definitionen im Plenum verglichen und die Seminarleitung sammelt mit den TN einzelne Aspekte an der Wandzeitung.

Definitionen zu CSR 08_03_PLUS_ Aspekte_Def_CSR

Die Diskussion führt zu der Frage: Woran erkenne ich, ob ein Unternehmen verantwortlich für die Umwelt handelt? Die TN kennen Inhalte und Aufbau von Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichten.Die TN wissen, wo sie in den Nachhaltigkeitsberichten die betrieblichen Kennzahlen finden.

Global Reporting Initiative als Handlungsleitfaden, um CSR im Unternehmen umzusetzen; Leitfragen: Was haben Sie über das jeweilige Unternehmen gelernt? Wie ist der NH-Bericht aufgebaut (Standards)?

Die Leitung stellt kurz das Ziel des GRI-Leitfadens vor … Paar- oder Gruppenarbeit mit Leitfragen: Die TN erhalten in Paaren oder in kleinen Gruppen den Nachhaltigkeitsbericht eines Unternehmens. Plenumsdiskussion: Die allgemeine Struktur eines NH-Berichtes wird diskutiert. Alternative:

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus?

Die TN können auch bereits in der Einladung gebeten werden, Berichte von ihren eigenen Unternehmen mitzubringen oder diese während des Seminars im Internet zu recherchieren.

Durch die beispielhafte Untersuchung von Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichten kennen die Teilnehmenden die Aussagekraft von betrieblichen Kennzahlen. Die TN können Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte aus Betriebsräte-Sicht bewerten.

Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichte

Nachdem die allgemeine Struktur eines NHBerichtes geklärt ist, erfolgt die Feinanalyse:

Welche Unterschiede in den verwendeten Kennzahlen (ökologische, soziale, betriebswirtschaftliche …) können Sie erkennen?

Die Paare bzw. Gruppen arbeiten weiter an „ihrem“ Bericht anhand der nebenstehenden Fragen. Die Ergebnisse werden von den Gruppen visualisiert.

Die Lernenden bewerten und diskutieren Erkenntnisse des Seminars gemeinsam.

Umweltschutz und wirtschaftliche Angelegenheiten – ein Widerspruch?

Welche Kennzahlen finden Sie?

Insgesamt

Was sagen die Zahlen aus?

Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (GRI-Leitfaden) als Hintergrund für die Leitung aktuelle NH-Berichte (von der Leitung aus dem Internet recherchiert) Wandzeitung

Diverse Berichte (s.o.)

In der abschließenden Plenumsdiskussion wird die Aussagekraft von NH-Berichten kritisch analysiert. Die letzte Leitfrage für die Diskussion führt zu der Verbindung von NH-Berichten und den eigenen Themen der TN. Plenumsgespräch: Abschließend wird im Plenum ein Fazit gezogen, inwieweit sich Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz widersprechen. +200 Min.

69


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Partizipation – Lernziele und Konzept

MODUL 2

Modul 9

Lernziele Die TN können verschiedene Strategien und Ansätze zur Partizipation unterscheiden. Sie können einschätzen, welcher Ansatz geeignet wäre, Ressourceneffizienz in ihrem Betrieb voranzubringen. Jede/r TN hat in einem individuellen Verbesserungsprozess den eigenen Arbeitsplatz auf Verschwender hin untersucht. Die Chancen der Interessenvertretung als Mitgestalter im betrieblichen Umweltschutz sind den TN bewusst geworden.

MODUL 3

Zeitumfang Basis: 2,5 Stunden (Inhouse bis 4 Stunden) PLUS: 1,5 Stunden

MODUL 4

Inhalte

MODUL 5

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP), Betriebliches Vorschlagswesen, KaiZen / Total Quality Management (TQM), Projektarbeit … als Ansätze eines systematischen Verbesserungsmanagements unter Beteiligung der Beschäftigten Erfahrungen und Übertragung der Partizipationsansätze auf den heimischen Betrieb Die Rolle der Interessenvertretung als Co-Management

MODUL 6

Literatur

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

DGB Bildungswerk BUND (2009): KVP, Effizienzpotenziale heben und ressourceneffizientes Handeln. Hintergrundpapier Diensberg, C. (1997): Betriebliche Weiterbildung, Vorschlagswesen und Umweltschutz. Lernprozesse zwischen Mitarbeiter- und Unternehmensentwicklung, Frankfurt a.M. u.a. Graßler, A. (o.J.): KVP – das europäische Kaizen, unter: www.bpm-guide.de/articles/16 (Stand: 26.03.2007). Hutwelker, R. (o.J.): Hard & Soft Facts zur Prozessverbesserung – Teil 1: KVP, unter: www.bpm-guide.de/articles/22 (Stand: 26.03.2007). Imai, M. (2001): KAIZEN – Der Schlüssel zum Erfolg der Japaner im Wettbewerb, 7. Aufl., München. Kopp, R. (2000): Wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein: Die Initiierung kontinuierlicher Verbesserungsprozesse (KVP) als Zukunftsaufgabe von Führungskräften, in: Jetter, F. u.a (2000, Hg.): Managementkompetenz für Führungskräfte. Das Handbuch zur Personalführung und Personalentwicklung, Hamburg, S. 367–379.

70


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Kostka, C. & Kostka, S. (2007): Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess. Methoden des KVP, 3. völlig neubearb. Aufl., München. Seifert, J. / Kraus, R. (1996): Mitarbeiter-Gruppen; KAIZEN erfolgreich entwerfen, einführen, umsetzen, 3. Aufl., Offenbach. Stroebe, A. & Stroebe.R. (2006): Motivation durch Zielvereinbarungen. Engagement in der Arbeit. Erfolg in der Umsetzung, Frankfurt a.M. Wahren, H.-K. (1998): Erfolgsfaktor KVP. Mitarbeiter in Prozesse der kontinuierlichen Verbesserung integrieren, München. Witt, J. & Witt, T. (2006): Der Kontinuierliche Verbesserungsprozess, Frankfurt a.M.

Modul 9 Partizipation – also Beteiligung – ist nicht nur ein altes gewerkschaftspolitisches Ziel, sondern auch arbeitspsychologisch und betriebswirtschaftlich sinnvoll. Denn wer an der Gestaltung seiner Arbeit und deren Bedingungen beteiligt ist, arbeitet nicht nur engagierter und besser, sondern ist dabei auch noch zufriedener und macht weniger Fehler. Oder findet sogar noch welche! Die Beteiligung an der Schwachstellensuche im Betrieb machen sich schon seit Jahrzehnten Konzepte wie KVP (Kontinuierlicher Verbesserungsprozess) oder TQM (Total Quality Management) zunutze. Denn die Arbeitnehmer/ innen vor Ort haben den optimalen Profiblick für alles, was sich besser machen ließe. In diesem Modul geht es darum, solche Konzepte kennen, unterscheiden und möglichst auch schätzen zu lernen, um sie auf die Ressourceneffizienz anzuwenden. Es soll also nicht allgemein nach Verbesserungen im Betriebsablauf gesucht werden, obwohl natürlich auch dies in aller Regel Ressourcen wie Zeit, Lebensenergie … spart. Vielmehr richtet sich das suchende Expert/innenauge speziell auf alles, was Ressourcen verschwendet – und findet zumeist auch Lösungen dafür. Dazu werden die TN in diesem Modul angeregt und angeleitet. Im Seminar bietet es sich an, dieses Modul nach den Modulen 3 – 5, ggf. auch 6, einzubauen. Die Module 7 und 8 können auch nach der Partizipation behandelt werden. Wir haben der Beteiligung trotzdem diesen abschließenden

Platz zugeteilt, da sie sehr grundlegende Fragen betrifft und zudem direkt in die Praxis führt. Baustein 9.1 beginnt mit allgemeinen Informationen zu verschiedenen Konzepten der Partizipation. Diese Formen des Verbesserungsmanagements werden miteinander verglichen und auf ihre Besonderheiten hin untersucht. Zum Schluss des Bausteins überlegen sich alle TN, wie Beteiligung in ihrem heimatlichen Betrieb konkret aussehen könnte. Um als Interessenvertretung Beteiligung zu erreichen – z. B. im Hinblick auf Ressourceneffizienz – muss diese Interessenvertretung auch dazu bereit sein. Reiner Dienst nach Vorschrift, sprich: nur den hereinkommenden Kündigungen zu widersprechen, reicht da nicht. Da sind eigene Konzepte und Gestaltungswille gefragt. In Baustein 9.2 geht es um die (möglichst aktive) Rolle der Interessenvertretung als Basis für verantwortliche Beteiligungsprozesse. Im letzten inhaltlichen Baustein dieses Konzeptes wird die Beteiligung konkret: Baustein 9.3 enthält Vorgehensweisen, um Ressourcenverschwendungen vor Ort aufzuspüren. Hierbei helfen die sieben Verschwendungsarten des KVP. Sie sind die Leitlinie, anhand derer der eigene Arbeitsplatz untersucht wird – entweder in der Realität (bei Inhouse-Seminaren) oder in Gedanken.

Bildquelle: © ktsimage / www.istockphoto.com

71


MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

MODUL 6

MODUL 5

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

MODUL 1

EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

Bildquelle: © vm / www.istockphoto.com

72


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

73


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

9.1 Ansätze für Partizipation und Verbesserungsmanagement

Inhalte

Methoden

Material / Medien

TN kennen den aktuellen Stand der Partizipation der Beschäftigten in ihren Unternehmen und reflektieren diesen vor dem Hintergrund des Themas Ressourceneffizienz.

Ansätze zur Partizipation: Begriffe und Erfahrungen

Vier Ecken – Erfahrungen des BR mit der Einführung von systematischen Verbesserungsmaßnahmen in den eigenen Unternehmen:

So viele Flipcharts / Stellwände wie Ansätze behandelt werden sollen

Die TN kennen den kontinuierlichen Verbesserungsprozess als ein Weg Beschäftigte einzubeziehen.

Ansätze zur Partizipation – Hintergründe und Maßnahmen:

Im Raum verteilt stehen WZ / Flipcharts, auf denen verschiedene Ansätze des Qualitätsmanagements stehen (ohne Erläuterungen).

MODUL 5 MODUL 6

2

30 Min.

Wird keiner der folgenden PLUS-Bausteine eingeplant, sollten auf den Flipcharts einige Stichworte zu dem jeweiligen Ansatz stehen. Die TN stellen sich zu dem Ansatz, den sie (als BR oder Beschäftigte) schon erlebt haben. Wenn das mehrere sind, dann stellen sich die TN zu dem häufigsten. Die Ansätze werden einzeln durchgegangen, die jeweils dort stehenden (und ggf. auch andere) TN berichten kurz (!) von ihren Erfahrungen. Die Seminarleitung kann positive und negative Erfahrungen pro Ansatz auf dem jeweiligen Flipchart mitschreiben.

– Kontinuierlicher Verbesserungsprozess Die TN kennen weitere (KVP) selbstgesteuerte Hand- – Betriebliches Vorlungsmöglichkeiten schlagswesen für die Umsetzung – KaiZen / Total Quality von Energie- und Management (TQM) Materialeffizienz durch – Projektarbeit Beschäftigten und – … Betriebsräte.

MODUL 7

PLUS

Variante:

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

PowerPoint-Präsentation:

Rechner und Beamer

Verbesserungssysteme im Überblick

09_01_ppt_ Verbesserungssysteme

Die Seminarleitung präsentiert die verschiedenen Ansätze (s. links) und diskutiert sie mit den TN unter der Fragestellung:

90 Min.

Wie lassen sich die Instrumente der Partizipation nutzen, um Ressourceneffizienz im Betrieb voran zu bringen?

MODUL 8

ODER 3

s.o.

MODUL 10

MODUL 9

Die TN haben sich einen Ansatz intensiv erarbeitet und behalten ihn dadurch besser.

74

s.o.

Gruppenausstellung – Markt der Verbesserung:

09_01_ppt_ Verbesserungssysteme

Zu den einzelnen Ansätzen werden Überblickspapiere verteilt, die TN ordnen sich zu, bearbeiten jeweils einen Ansatz und stellen das Wesentliche auf einem Plakat dar: – Was zeichnet den Ansatz aus? – Wie lässt er sich für Ressourceneffizienz nutzen? Alle Plakate werden im Plenumsraum ausgestellt und bilden den Markt der Verbesserung.

s. Literatur

90 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

09_01_ppt_ Verbesserungssysteme

90 Min.

Die TN wandeln auf diesem Markt umher und informieren sich über Ansätze, die sie interessieren, dabei bleibt immer ein/e TN bei jedem Plakat als „Standdienst“ Es folgt eine Plenumsdiskussion über eigene Erfahrungen der TN mit einzelnen Ansätzen. ODER s.o.

s.o.

Gruppen-Mischmaschine: Die TN teilen sich in KG (Stammgruppen). In jeder KG wird ein Ansatz bearbeitet, diskutiert und zusammengefasst. Nach 20 Minuten mischen sich die Gruppen neu: In den neu gebildeten Mischgruppen finden sich (je nach Gruppengrößen) 1–3 Mitglieder aus jeder Stammgruppe zusammen, die den anderen von ihrem Ansatz berichten. Jede Mischgruppe zieht ein Fazit …

4

s. Literatur

– Wie gut ist dieser Ansatz geeignet, um Ressourceneffizienz im Betrieb voran zu bringen? – Wo liegen Vor- und Nachteile? ... und kommt damit ins Plenum zurück. Dort werden noch offene Fragen beantwortet und Erfahrungen der TN mit einzelnen Ansätzen diskutiert. Die TN beziehen ihre neuen Kenntnisse auf ihr eigenes Unternehmen. Insgesamt

Ansatz- bzw. Verbesserungsmöglichkeiten für Partizipation in den einzelnen Unternehmen

Abschlussreflexion (Einzelarbeit):

Papier und Stifte

10 Min.

5

Jede/r TN überlegt für sich, welcher Partizipationsansatz für das eigene Unternehmen am geeignetsten wäre. 40 Min.

+ 90 Min.

75


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

9.2 Die Rolle der Interessenvertretung bei der Partizipation

MODUL 3

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Den TN ist bewusst, dass sie eine aktive Gestaltungsrolle im Betrieb spielen und aus dieser heraus Projekte wie Ressourceneffizienz anstoßen können.

Handlungsmöglichkeiten Präsentation / Diskussion im Plenum: des BR, BR als CoWelche Rolle haben wir als BR im Betrieb? Manager, Betriebsvereinbarungen, bisherige Erfahrungen aus der Arbeit in betrieblichen Interessenvertretungen, Betriebsvereinbarungen gestalten und umsetzen

Material / Medien Rechner und Beamer

PLUS 60 Min.

09_02a_ppt_ Handlungsmöglichkeiten BR

ODER 2

s.o.

Atome – Moleküle: Welche Rolle haben wir als BR im Betrieb?

MODUL 5

Einzeln (5 Min.): Die TN gehen im Raum umher und überlegen: Wie sehe ich mich als BR im Verhältnis zur Geschäftsleitung? Dieser inneren Haltung wird durch äußere (körperliche) Haltung Ausdruck verliehen.

MODUL 6

Die TN machen sich zunächst allein, dann in immer größeren Gruppen Gedanken zum Thema:

Paare (10 Min.): In Paaren tauschen sich die TN über ihr individuelles Rollenverständnis aus und schreiben auf Karten: Welche Taten folgen aus unserem Rollenverständnis?

MODUL 7

MODUL 4

Die TN haben sich aktiv mit ihrer eigenen Rolle beschäftigt und eine ganzheitliche „Haltung“ dazu gefunden.

s.o.

4er-Gruppen (20 Min.): Je 2 Paare besprechen die Karten, suchen Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Dazu entwickeln sie ein Standbild und verdeutlichen ihre Haltung gemeinsam in einer Art Denkmal.

MODUL 8

Plenum (25 Min.): Vorstellung der Standbilder und deren Bedeutung und Diskussion über Handlungsmöglichkeiten (von Betriebsvereinbarung bis zu Projektarbeit) – immer am Beispiel Ressourceneffizienz.

MODUL 10

MODUL 9

Die Seminarleitung ergänzt ggf. rechtliche Möglichkeiten.

76

Moderationsmaterialien 9_02a_ppt_Handlungsmöglichkeiten BR insb. Folie 9 09_02b_Leitfragen

60 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Lern- / Lehrziele s.o.

Inhalte

Methoden

s.o.

Rückführung auf Einzelne / Paarinterview:

Material / Medien

PLUS 20 Min.

3

Die TN interviewen sich gegenseitig zu folgenden Fragen (ggf. die Paare aus der vorherigen Übung nutzen): – Wie sehe ich meine Rolle als Interessenvertretung jetzt? – Was will ich ggf. in meinem Betrieb anschieben / verändern? – Welche Hindernisse werden sich mir in den Weg stellen? – Wie kann ich sie umgehen oder überwinden? (immer im Hinblick auf Ressourcen-Effizienz) Insgesamt

80 Min.

Bildquelle: © mattjeacock / www.istockphoto.com

77


EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

9.3 Partizipation und Verbesserung konkret

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN können den KVP auf ihren eigenen Arbeitsplatz beziehen und hier erste Einsparmöglichkeiten identifizieren.

Beschreibung und virtuelle Visualisierung des eigenen Arbeitsplatzes

Was Rechner nicht sehen können – aber wir! – virtuelle Betriebsbegehung:

A3-Blätter, bunte Stifte

Die TN werden angeregt, sich ihren Arbeitsplatz möglichst genau vorzustellen und aufzuzeichnen. Dann markieren sie „Verschwender“ und entwickeln erste Effizienz-Ideen.

09_03a_virt_Begehung

PLUS 30–60 Min.

Uhr mit Sekundenzeiger

MODUL 3

Variante: Etwas mehr Zeit benötigt die Variante mit Phantasiereise, die die TN konkret durch ihren Betrieb führt, bevor sie ihn aufzeichnen. Besprechung der wichtigsten Erkenntnisse im Plenum.

MODUL 4

ODER s.o.

Verschwendungssuche in einem spezifischen Arbeitsbereich

MODUL 5

2

Einzelarbeit mit Fragebogen: Die TN erarbeiten rein kognitiv für einen abgegrenzten Arbeitsbereich, wo sich entlang des Produktionsprozesses Verschwendungen verbergen könnten. Die Ergebnisse werden im Plenum zusammengetragen und ggf. in ein WZ-Schema mit den sieben Verschwendungsarten übertragen.

09_03b_KVP+ Verschwendungsarten 09_03c_virt_Verschwendungssuche

MODUL 6

ODER BEI INHOUSE-SEMINAREN s.o.

MODUL 10

MODUL 9

MODUL 8

MODUL 7

3

Insgesamt

78

Verschwendungssuche, Verbesserungsvorschläge direkt vor Ort an einem ausgewählten Arbeitsplatz

Was Rechner nicht sehen können – aber wir! Reale Betriebsbegehung:

Aufgabenblätter mit 120–180 VerschwendungsMin. protokoll und sieben Die TN gehen in Gruppen (max. acht Personen!) Verschwendungsarten durch den Betrieb, suchen konkret nach Verschwendungen, kennzeichnen diese mit Klebe- 09_03b_Verschwenzetteln. Darauf können Sparideen festgehalten dungsarten werden. In einem Verschwendungsprotokoll wer09_03d_Verschwenden die einzelnen Schwachstellen dokumentiert. dungsprotokoll Variante für mehrere VerschwendungsModerationsmaterialien, Detektiv-Gruppen: Stifte, Klebezettel zum Gruppe A geht in Abt. A, Gruppe B in B, Kennzeichnen von kleben Zettel mit Verbesserungsideen an die „Verschwendern“ „Verschwender“. Je nach Zeit können die Gruppen danach tauschen und in einer Art Schnitzeljagd die von der anderen Gruppe gefundenen Schwachstellen suchen, beurteilen und ergänzen. Jeweils: Vorstellen und Diskutieren der Ergebnisse mit dem gesamten Plenum (ggf. können die gefundenen Verschwendungen auch hier in ein WZ-Schema mit den sieben Arten eingetragen werden). 30–180 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Bildquelle: © Stefano Alberti / www.istockphoto.com

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

Seminarabschluss – Lernziele und Konzept

MODUL 6

MODUL 5

MODUL 4

MODUL 3

MODUL 2

Modul 10

MODUL 7

Lernziele

MODUL 9

MODUL 8

Die TN haben sich ihre neuen Erkenntnisse bewusst gemacht und sie mit ihrer persönlichen Realität in Beziehung gesetzt. Sie haben konkrete Ziele entwickelt, wie sie ressourceneffizientes Handeln umsetzen werden. Die Umsetzung dieser persönlichen Ziele wurde verstärkt, indem die TN sie mit Bildern, Worten oder gemeinsam mit anderen ausgedrückt haben. Zeitumfang

MODUL 10

Basis: ca. ½–1 Stunde PLUS: ca. 1,5 Stunden

Bildquelle: © Pablo Demetrio Scapinachis Armstrong / www.istockphoto.com

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DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

Inhalte Zukunftsszenarien: Wie einzelne TN die Seminarinhalte umsetzen wollen Individuelle Ziele für die Zukunft festlegen Rückmeldungen der TN zum Seminar geben Literatur Alke, Marit: Praxistransfer inklusive! Vom Schwachpunkt zum Erfolgsfaktor: Transferphasen gezielt zum Aufbau sozialer Kompetenzen nutzen. managerSeminare, 2008. Besser, Ralf: Transfer – Damit Seminar Früchte tragen. Strategien, Übungen und Methoden, die eine konkrete Umsetzung in die Praxis sichern. Beltz Weiterbildung, 2001.

Modul 10 Das Abschlussmodul schließt den Kreis zum Anfang. Hier erarbeiten die TN sich keine neuen Lerngegenstände mehr, sondern überprüfen die eigenen Lernziele und festigen Gelerntes. Schon in den thematischen Modulen wurde immer wieder die Frage nach der Umsetzbarkeit empfohlen – schließlich ist sie Sinn und Zweck eines jeden Seminars. Kurz vor Seminarende ist noch einmal die Zeit, sich fest umrissene Vorhaben zu setzen und deren Realisierung verbindlich zu planen. Dabei ist ein kleiner Schritt mehr Wert als zehn große Würfe – denn aus denen wird erwartungsgemäß sowieso nichts. In jedem Seminar – egal wie lang es ist – sollte also spätestens die vorletzte Einheit dem Transfer dienen. Besser, die Seminarleitung gibt schon vorher immer wieder Zeit dafür. Aus den ganzen Transferideen sollte sich nun jede/r ein Ziel für die Zukunft aussuchen, das „SMART“ ist – also „Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Terminierbar“. Dieses Ziel wird noch verbindlicher, wenn z. B. je zwei TN einen gegenseitigen Anruf vereinbaren, um die Umsetzung ihrer Ziele zu besprechen. Einige Varianten für Zielfindung und -festigung bieten wir in Baustein 10.1 an. (Eine weitere findet sich übrigens am Ende von Baustein 6.4) Den allerletzten Seminarschritt darf die Leitung für sich beanspruchen und um Rückmeldung bitten. Auch

dies sollte nicht die erste des Seminars sein. Wartet ein Seminarteam mit der Frage Wie war’s? bis zum Seminarschluss, dann stauen sich eventuelle Missstimmungen bis dahin auf und ändern lässt sich auch nichts mehr. Bei mehreren Tagen bietet sich eine abendliche Feedback-Runde an, in der alle loswerden können, wie sie die gemeinsame Arbeit empfunden haben, was sie aus dem vergangenen Tag mitnehmen oder was sie sich für den nächsten wünschen. Die jeweilige Fragestellung hängt vom Verlauf des Tages ab. Manchmal möchte die Seminarleitung etwas zu den Inhalten erfahren, manchmal steht eher das Miteinander im Vordergrund. Auch die Methode kann variieren: Oft reicht eine kurze Runde, aber auch Aufstellungen (vergleichbar Baustein 1.1, diesmal mit einer Skala von furchtbar bis Spitze), eine Assoziation zum Tag mittels Postkarten (s. ebenfalls Baustein 1.1) o. Ä. sind möglich. Wir erwähnen die täglichen Rückmeldungen erst hier, weil sie zum einen thematisch hierher passen. Zum anderen gibt es durch die modulare Struktur keine festen Abende, an denen wir Feedbackrunden hätten beschreiben können. Die in Baustein 10.2 vorgestellten Methoden zum Rückblick lassen sich aber auch zwischendurch durchführen. Neben allen Tagesrückblicken ist eine abschließende Beurteilung der gemeinsamen Lernzeit für alle Beteiligten sinnvoll.

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EINSTIMMUNG

RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

MODUL 1

10.1 Persönliche Ziele rund um die Ressourceneffizienz

MODUL 2

1

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

PLUS

Die TN haben eine Zukunftsversion und eine persönliche Beziehung dazu entwickelt.

Wir in 10 Jahren

Vision einer ressourceneffizienteren Welt:

Verschiedene Requisiten und Kreativmaterialien

90 Min.

Die TN entwickeln in KG eine Utopie, was sich in 10 Jahren konkret geändert hat und wie sie selbst dazu beigetragen haben.

Vgl. Klimabildung, S. 23, s. Brosch. 3

Diese Vision wird möglichst plastisch ausgestaltet und den andern TN vorgestellt.

MODUL 4

MODUL 3

2

Die TN nehmen sich konkret vor, was von dem Gelernten sie wie umsetzen wollen und halten diese Vorhaben schriftlich, mündlich und / oder bildlich fest.

Ich in einem Jahr

s.o.

Persönliche Vorhaben

Einzelarbeit: Was werde ich tun? Die TN beantworten nur für sich die Frage:

Vgl. Klimabildung, S. 23, s. Brosch. 3

10 Min.

10_01_Umsetzung

30 Min.

Postkarten mit leeren Rückseiten, die die TN behalten dürfen

5 Min.

Wenn ich Sie in einem Jahr anrufe und frage, was Sie im letzten Jahr aufgrund dieses Seminars geändert haben, welche konkreten Punkte könnten Sie mir dann nennen? ODER

3

Paarinterview – Den Verhinderungsmonstern ein Schnippchen schlagen:

MODUL 6

MODUL 5

Die TN besprechen mit einer Person ihres Vertrauens, was sie sich aufgrund dieses Seminars für die nächste Zeit konkret vornehmen, was sie daran hindern könnte und wie sie dies vermeiden werden. Das Gesagte verbleibt in den Paaren. Auf Wunsch können einzelne Aspekte im Plenum veröffentlicht werden. ODER 4

s.o.

Persönliches Fazit

Postkarten, Vol. II:

MODUL 7

Die TN schreiben ein persönliches Fazit auf eine von ihnen gewählte Postkarte und können es in der Runde vorstellen.

MODUL 8

Falls die TN auch am Anfang Postkarten ausgesucht (und behalten) haben, können diese Karten nun dazu verwendet werden.

MODUL 10

MODUL 9

Insgesamt

82

5–30 Min.

+ 90 Min.


DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

10.2 Rückblick auf das Seminar

Lern- / Lehrziele

Inhalte

Methoden

Material / Medien

Die TN bewerten die Qualifizierung, die Seminarleitung erhält ein Feedback auf ihre Arbeit.

Leitfragen zu Inhalt und Transfer (s. rechts)

Blitzlicht zu ausgewählten Aspekten des Seminars, beispielsweise:

Ball oder anderen Gegenstand zum Herumgeben

20 min

1

10 Min.

2

5 Min.

3

– Wie hat es mir gefallen? – Was nehme ich von hier mit (für mich und für meine Arbeit)? – Was möchte ich den Moderator/innen mitgeben?

PLUS

ODER Die TN beziehen Position zu selbstgewählten Aspekten des Seminars.

Aussagen aller Art über das Seminar

Mittelsoziometrie:

Fragebögen

Die gesamte Gruppe steht in einem Kreis. Wer etwas zum Seminar sagen will, tritt in die Mitte und macht eine Aussage (immer nur eine zur Zeit). Alle anderen stellen sich so nah oder fern zu dieser Person, wie sie deren Aussage zustimmen.

10_02_eval_frabo

Die TN bewerten die Qualifizierung, die Seminarleitung erhält ein Feedback auf ihre Arbeit.

Konkrete Fragen zu Inhalt und Methoden des Seminars

Ausfüllen der Fragebögen

Die TN werden sich der Relevanz von ressourceneffizientem Handeln zum Abschied noch einmal bewusst.

Bedeutung von Klimaschutz und Vermeidung von CO2-Emissionen

Filmische Verabschiedung:

Film: Die Rechnung

Zum Ausklang zeigt die Seminarleitung der Gruppe noch einen Kurzfilm, z. B. „Die Rechnung“ oder „Erderwärmung positiv“ (falls noch nicht im Seminar eingesetzt)

www.germanwatch.de oder Film: Erderwärmung positiv

5 Min.

4

www.youtube.com/ watch?v=99yDQZ1pZ5U Insgesamt

15–25 Min.

+ 5 Min.

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RESSOURCENEFFIZIENZ – KLEINER AUFWAND MIT GROSSER WIRKUNG, BAND 2

Impressum

Herausgeber DGB Bildungswerk BUND –

Gestaltung

Betriebsratsqualifizierung

Achim Konopatzki www.akino-au-gratin-graphics.com

Kompetenzzentrum Betrieblicher Umweltschutz, Umweltpolitik und Nachhaltige Entwicklung –

Düsseldorf / Berlin

Kooperationsprojekt Ressourceneffizienz

Dezember 2011

für Betriebsräte und Beschäftigte (KoReBB) Hans-Böckler-Straße 39 40476 Düsseldorf Tel.: 0211/4301-270 Fax: 0211/4301-500 evelyn.rief@dgb-bildungswerk.de www.dgb-bildungswerk.de www.betriebsratsqualifizierung.de www.umwelt.betriebsratsqualifizierung.de Vorsitzende Ingrid Sehrbrock Geschäftsführer Claudia Meyer Verantwortlich Jürgen Hoffmann Autor/innen Kirsten Lange Claudia Steffens Jürgen Hoffmann

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DGB BILDUNGSWERK BUND – BETRIEBSRATSQUALIFIZIERUNG

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Band 2

KoReBB – Kooperationsprojekt Ressourceneffizienz für Betriebsräte und Beschäftigte: gefördert durch das BMU

www.dgb-bildungswerk.de www.betriebsratsqualifizierung.de www.umwelt.betriebsratsqualifizierung.de

Ressourceneffizienz ­ Ein Qualifizierungskonzept in Modulen  

Ressourceneffizienz – kleinerAufwand mit großer Wirkung, Band 2. Basis-Qualifizierungskonzept fürTrainerinnen und Trainer. Herausgeber: Koop...

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