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FÜRTH

28. Spieltag // Heimspiel// 50.206 Zuschauer // Endstand 1:0

Endlich war es wieder soweit: Die wochenlange Vorfreude bereitete jedem Borussen schlaflose Nächte. Egal ob in der Schule, der Uni oder auf der Arbeit, das Spiel der Spiele beherrschte jedes Gespräch und jede Schlagzeile der Medien… Schön wär’s, denn mit der Spielvereinigung Greuther Fürth kam am heutigen Samstag der neben den üblichen Plastikclubs wohl unattraktivste Gegner der diesjährigen Bundesligasaison in den Borussia-Park. Die Vorfreude auf das Spiel konnte auch durch ein wenig Flatrate-Saufen vor dem Spiel nicht wirklich gesteigert werden, es war aber sicher ein Versuch wert. Das Highlight des heutigen Tages war das langersehnte Erscheinen des neuen uMGehört, welches vor dem Spiel fleißig in der Nordkurve an den Mann gebracht wurde. Nach einem ernüchterndem Auftritt in der Vorwoche in Freiburg, der zusätzlich von den dort gewohnten Begleiterscheinungen getrübt wurde, war für unsere Männer ein Sieg heute Pflicht, um an den Europacupplätzen dran zu bleiben. Und da sich Fürth auf den Spuren von Tasmania Berlin bewegte, war schon jedem klar, dass Borussia heute mindestens zweistellig siegen wird. Ich weiß nicht, ob es an dieser Erwartungshaltung lag oder an der Tatsache, dass die elf Gegenspieler doch ein klein wenig vom Fußball verstehen, bei unserem Team ging an diesem Tag so gut wie gar nichts. Was den Fürthern in Sachen Verteidigung und Konterspiel ungewöhnlicher Weise gut gelang, funktionierte bei den Herren mit der Raute auf der Brust überhaupt nicht. Hätte der Verein für jeden Fehlpass und technischen Fehler an diesem Tag einen Euro bekommen, wäre unser Festgeldkonto nun so gut gefüllt, dass selbst Herr Hopp neidisch werden würde. Unsere Leistung in der ersten Halbzeit als Magerkost zu verkaufen, wäre noch glatt übertrieben. So mussten wir uns beim nach Fürth ausgeliehenen

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Matthias Zimmermann bedanken, der uns nach einer dämlichen gelb-roten Karte eine Überzahl bescherte und die Hoffnung auf einen Sieg wachsen ließ. Diesen machte letzten Endes mal wieder Luuk de Jong fest, der einmal mehr dort stand, wo ein Stürmer stehen muss und anscheinend dabei ist, endlich richtig für unsere Borussia zu zünden. In der Schlussphase hielt ter Stegen den Sieg fest und es standen drei weitere Punkte auf unserer Seite, und das trotz teils erbärmlich schwacher Leistung. An diese Leistung hat sich am heutigen Tage auch die Nordkurve angepasst. Nach bereits schwachem Beginn sackte die Stimmung noch weiter ab und selbst der Szenehaufen, schien die Motivation irgendwie zu Hause vergessen zu haben. Letzten Endes war es wohl eine der schlechtesten Leistungen seit Eröffnung des Stadions. Aber wie sagte jemand nach dem Spiel passenderweise: „Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es gerade sein muss!“ Das galt an diesem Tag für die Mannschaft und leider noch viel mehr für die Nordkurve! Vom Gegner war auf den Rängen nichts zu erwarten. Die ohnehin schon spärlich angereisten Aktivisten der Fürther Szene verzichteten am heutigen Tag geschlossen auf Support, da Ihnen in den Vortagen durch einen Einbruch in das Vereinsheim so gut wie alle Materialien abhanden gekommen waren. Fazit: Irgendwie übte dieser Spieltag keinen Reiz auf alle aus, so dass den Fürthern wohl niemand hinterhertrauert und es gut ist, wenn der Verein wieder in der zweiten Liga verschwindet. Und die eigene Leistung auf dem Platz und in der Kurve kann und muss deutlich besser werden, wenn wir nächstes Jahr nochmal durch Europa touren wollen.


MAINZ

33. Spieltag // Auswärtsspiel // 34.000 Zuschauer // Endstand 2:4 Samstag, 15.30 Uhr! Auf zum letzten Auswärtsspiel der Saison! Endlich wieder WET-Tour! Viele erinnern sich gerne an unseren letzten Auftritt in Mainz zurück, sowohl an das gute Spiel an sich, als auch an den ordentlichen Auftritt des Gästemobs und die allgemein gelungene Tour. Entsprechend euphorisch war die Stimmung im Vorfeld und man traf sich trotz früher Stunde gut gelaunt an einem ruhig und idyllisch gelegenen Bahnhof , um die Strecke nach Mainz ohne nervige Bullenbegleitung auf sich zu nehmen. Nach einer ruhigen und kurzweiligen Fahrt frühzeitig in Mainz angekommen, wurden wir am Hauptbahnhof schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bewegungsfreiheit? Menschenrechte? Hat in Rheinland-Pfalz scheinbar noch keiner der vollgepanzerten Bullen etwas von gehört. Da war wohl jemand aus der Heimat, dessen frühes Aufstehen sich mal wieder nicht gelohnt hatte, etwas angefressen, sodass er aus einem gut gelaunten WET-Mob eine Horde keulenschwingender Neandertaler machte. Anders ist der Empfang nicht zu erklären. Erst als rechnerisch auf jeden Fan ein Bulle kam, wurde der Pöbel zum nahegelegenen Biergarten eskortiert, wo man unter strenger Beobachtung der Mainzer Polizei das ein oder andere Bierchen verzehrte. Der Weg vom Biergarten zum Stadion verlief ohne größere Vorkommnisse, sodass sich der Gästeblock ratzfatz picke packe füllte. Unsere Zaunbeflaggung war wie gewohnt Top, auch der Support wusste trotz des Verbotes von weiterem Material durchaus zu gefallen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit gab es unsererseits eine nett anzusehende Pyroaktion, dazu ein großes Spruchband zur Verabschiedung der Gruppe „Projekt Chaos“, Die Jungs werden sich zur neuen Saison geschlossen der Gruppe Sottocultura anschließen. – das Projekt endet, das Chaos geht weiter-! Optisch an diesem Tage sicher ein Hingucker. Auf Seiten der Gastgeber konnte positiv eine kleine Choreo gegen Topspielzuschläge und zu hohe Ticketpreise für Gästefans vernommen werden. Die Zaunbeflaggung der Mainzer wusste ebenfalls zu gefallen. Ansonsten konnte man akustisch nicht wirklich was von der Mainzer Kurve auf unserer Seite vernehmen. Sportlich betrachtet hat unser Sieg in Mainz leider nicht viel gebracht, da die Konkurrenten allesamt gepunktet haben. Aber warum sollten wir Bayern am letzten Spieltag nicht 10:0 schlagen und durch Niederlagen der Konkurrenz den Einzug in die Euro-

league nicht doch noch schaffen? Scherz beiseite, letztendlich kann man im großen und ganzen doch recht zufrieden mit der Saison unserer Truppe sein. Und außerdem gab es heute noch mal ein schönes 4:2 unserer Jungs. Besonders freute uns abermals Mike Hankes Engagement - Wahnsinn der Kerl! Und die Tatsache, dass Hrogta 3 Hütten machte, verwunderte sicher so manchen Borussen in der Kurve. Zwar war Mainz anfangs spielbestimmend, doch nach und nach drehten unsere Jungs noch mal auf, sodass man noch mal mit einem netten Auswärtssieg zum Saisonendspurt belohnt wurde. Nach einem etwas chaotischen Bustransfer zurück zum Hauptbahnhof trat man, unter den Augen der Ü50 Fraktion des Rheinland-Pfälzischen Ablegers der Bundespolizei, gut gelaunt die Rückfahrt an. Nach einem kurzen Ausflug auf den Breslauer Platz inklusive Begrüßung, bzw. Verabschiedung, einiger „Freunde“ aus der Domstadt endete die Fahrt dann nachts wieder in heimischen Gefilden.

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NEUES AUS

TIMISOARA

Einigen wird dieser Text bekannt vorkommen und Andere werden ihn noch nicht gelesen haben. Wir haben uns deshalb entschieden den Text auch im uMGehört zu veröffentlichen und ihn mit in die Rubrik ,,Neues aus TM‘‘ zu packen. Die Umsetzung des Stadionumbaus liegt uns genauso am Herzen wie den Jungs aus Tm und wir finden, dass es deshalb ruhig mehrmals erwähnt werden kann.

STADIONUMBAU „Stiinta Timisoara“ Zurück zu den Wurzeln. Das war unser Motto als wir unser Projekt begonnen haben in dem vergangenen Sommer. Wir haben also beschlossen, die Mannschaft der Universität Politehnica zu unterstützen in der fünften Liga, die einzige Mannschaft die noch konkret zur Universität gehört, was für uns sehr wichtig ist und unsere neue/alte Heimat sollte das Stadion neben der Universität sein. Das kleine Stadion Stiinta mit ungefähr 1000 Sitzplatze, diente als Heimat für unseren geliebten Studentenklub für 35 Jahre, bis zum Umzug auf dem damals neuen und viel größeren Dan Paltinisanu. Für die aktuelle fünfte Liga ist das Stadion und seine kleine Kapazität kein Problem, auf der einzigen Tribüne stehen die Kurve und der Rest der Fans halt in der Umgebung auf dem Gras. In seiner glorreichsten Zeit, als Poli das erste Mal in der ersten Liga spielte, hatte unser kleines aber feines Stadion Stiinta ungefähr eine Kapazität von 5000 Plätzen. Später wurde es wieder umgebaut und die Kapazitat des Stadions wurde immer größer, dann wurde es später wieder abgerissen bis zur aktuellen Form. Mit der immer größeren Aufmerksamkeit, die unser Klub in der letzten Jahren bekommen hat, mussten wir uns Gedanken über einen Stadionumbau machen, damit all die Fans Platz haben um unsere Weißvioletten auf ihrem Weg wieder nach Oben sehen zu können.

dions bis zu einer Kapazität von 5000 Plätzen, sodass wir das Stadion bis in die zweite Liga nutzen können. Das ganze Projekt soll in vier Schritten, von je 6 Monaten gemacht werden und soll bis spätestens Ende des Jahres starten. Als ersten Schritt soll die Gegengerade gebaut werden, dann die Tribüne, auf der wir stehen, zusammen ungefähr 3500 Sitzplatze. Als dritter Schritt soll eine neue Kurve für uns gebaut werden, mit ca. 1500 Stehplätzen und der letzte Schritt ist für das Dach und andere kleinere Modifikationen gedacht. Die Freiheit und die Emotionen, die wir in dieser ersten Saisonhälfte auf „Stiinta“ erlebt haben, waren großartig, doch leider mit dem Beginn der zweiten Saisonhälfte hat die Polizei den Plan unserer Freiheit auch von einen Stadion in der funften Liga zu nehmen und droht uns mit harten Geldstrafen, wenn wir nicht aufhören Pyro zu zünden . Scheinbar sind wir noch das größte Problem der Polizei geblieben, obwohl wir mittlerweile in der fünften rumänischen Liga spielen und keiner sich normalerweise einen Dreck kümmern wurde was dort passiert. Die Geldstrafen können wir uns leider nicht leisten, also wird es leider keine Pyro bei Heimspielen mehr geben. Trotzdem hoffen wir, dass wir unser Projekt für die Mannschaft und den Stadionumbau gut organisieren können, damit sich alles so entwickelt wie wir es uns wünschen.

Mit Hilfe der Universität, mit der wir eng zusammenarbeiten wurde ein Projekt erstellt für den Umbau des Sta-

Unsere besten Jahre kommen erst noch, also unbedingt nach vorne schauen!

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KUNST IN DER

NORDKURVE

Im Laufe des vergangen Jahres wurde von unserem Vorsänger Nils in Zusammenarbeit mit 2 weiteren Sprühern aus Mönchengladbach ein großes Projekt realisiert, dass uns schon seit einiger Zeit am Herzen lag. Unserer neuen Heimat, dem Borussia-Park, sollte ein Stück Identität gegeben werden. Nach längerer Planung und intensiven Gesprächen mit den Fanbeauftragten und den Verantwortlichen bei Borussia wurde schließlich ausgehandelt, dass die grauen Beton-Pfeiler im Umlauf der Nordkurve besprüht werden sollen. Insgesamt sind mittlerweile 14 Pfeiler bearbeitet wor-

den und erstrahlen nun mit den verschiedensten Motiven. Auch die Wahl der Stile ist so unterschiedlich wie die Künstler selbst. Es findet sich alles, vom klassischen Graffiti, über Fotorealismus bis hin zum Oldschool-Tattoo-Style. An den Außenseiten finden sich außerdem Pfeiler, auf denen die Namen aller offiziellen Borussia-Fanclubs aufgelistet sind. Dies zeigt sinnbildlich, wer den Verein ausmacht – die Fans als Säulen des Vereins. Viele Bilder rum um die Entstehung dieser Aktion findet ihr unter facebook.com/kunstausderkurve

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