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Danke! Das muss eingangs gesagt werden. Danke an alle, die die 12:12-Aktion mitgetragen und sowohl das Wedaustadion als auch die Gästeblöcke in Paderborn und Aalen haben schweigen lassen, um so gegen das DFL-Papier zu protestieren. Danke auch an alle, die sich letzte Woche Samstag bei frostigen Temperaturen am Hauptbahnhof gesammelt haben, um gegen das Sicherheitskonzept zu demonstrieren. Und ebenfalls ein dickes Dankeschön an alle Personen, die gegen Union Berlin den Stimmungsblock haben aufleben lassen. Ein Großteil der Nordkurve hat sich der erneuten Niederlage ergeben und der Stimmungsblock kam weiterhin der Aufgabe nach, für die wir ihn einst ins Leben gerufen haben. Bis zum Abpfiff drehte jeder MSV-Fan dort am Rad und verarbeitete die aktuelle Situation auf die ganz eigene Art und Weise. Wir singen nicht nur, um die nötigen Prozente für einen Sieg heraus zu kitzeln, sondern auch, weil wir zu jeder Sekunde des Spiels unseren Verein und unsere Stadt repräsentieren und das hat der Stimmungsblock an diesem Mittwochabend sehr gut gemacht. Es ist davon auszugehen, dass jeder beteiligte mit dem Gefühl aus dem Stadion gegangen ist, heute Abend alles gegeben zu haben. Wir ihr bemerkt haben dürft, haben die Proteste gegen das DFL-Papier am Ergebnis nichts geändert. Das Papier wurde in allen Punkten abgesegnet. Daher wird es heute erneut 12 Minuten und 12 Sekunden Stille geben, zusätzlich wird jeder dazu aufgerufen, seinen oder ihren Platz im Stadion erst nach dieser Zeit einzunehmen und vorher vor den Blöcken zu verweilen! Warum diese Art des Protests gewählt wird, könnt ihr im Text zum 12.12.2012 nachlesen. Wir bitten euch inständig, im letzten Spiel vor der Pause ein weiteres Mal der Protestaktion eure Hilfe zu bieten, wir müssen verdeutlichen, dass wir mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, bevor nach der Verabschiedung auch die ersten Maßnahmen greifen. Danach geben wir natürlich wieder alles für einen versöhnlichen Jahresabschluss, lautstark, kreativ und emotional! Und damit viel Spaß mit der heutigen Ausgabe. IMMER ALLES GEBEN!!


SC Paderborn – Meidericher Spielverein; 0:2 Ein Auswärtssieg und dann auch noch zu Null. Klingt nach einem super Spieltag. War es aber bis auf das Ergebnis überhaupt nicht. Daher wie immer ein Rückblick für alle, die sich Ostwestfalen nicht geben wollten oder konnten. Diese Region NRW’s ist ja an sich nicht bekannt für Emotionalität, schöne Städte oder atemberaubende Landschaften. Ostwestfalen ist einfach irgendwie da, keinen stört es, aber keiner will es auch so wirklich haben. Das einzig interessante an dieser Gegend ist die Bielefeld-Verschwörung, aber selbst damit durfte man sich an diesem Spieltag nicht auseinandersetzen, schließlich war Paderborn das Ziel. Je öfter man dort hinfährt, desto mehr langweilt einen dieser Kick. Immerhin spielen die Zebras dort meist recht erfolgreich Fußball, weswegen zumindest aus sportlicher Sicht etwas Optimismus herrschte. Wie auch in der Saison zuvor fuhren wir mit einem Bus nach Paderborn. Zu oft endete die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in einer riesigen Polizeischikane, bei der Einzelpersonen gründlichst am Paderborner Bahnhof abgetastet wurden und unsere Gruppe immer auf mehrere Busse aufgesplittert wurde, was völlig entgegen unseres Bilds einer gelungenen Auswärtsfahrt steht. Hinzu kommt, dass durch diese Polizeiaktionen immer ein großes Konfliktpotential besteht und da haben wir einfach keinen Bock drauf! Unser gefüllter Doppeldecker kam dann wieder überpünktlich am Stadion an, wo es dieses Mal glücklicherweise recht entspannte Kontrollen gab und man trotz ausgelegter Teppiche nicht seine Schuhe im Regen ausziehen musste. Dementsprechend frühzeitig wurden die Zaunfahnen vor dem Block in Position gebracht und jedes mitgereiste Zebra durfte sich mal wieder vom skurrilsten Vorprogramm des Profifußballs überzeugen. Lieder, die Paderborn besingen und über den Klee loben. In jedem Paderborner Spielbericht wird das erwähnt, weil es einfach jedes Mal zum Schießen ist. Warum? Die einleitenden Worte über Ostwestfalen dürften ja wohl als Antwort genügen. Paderborn, erhebe dich und lauf, Paderborn, denn Helden geben nie auf. Und dein Name, Musik in unseren Ohr’n. Is klar! Das Halbzeitlied sollte sich ebenfalls jeder mal anhören, der es nicht eh schon kennt. Also, zum Spiel, der MSV hat gut verteidigt, Roland Müller in der ersten Hälfte einige sehr gute Paraden gezeigt und nach der roten Karte für Paderborns Keeper lief alles am Schnürchen. Hat man selten beim MSV, ist aber tatsächlich mal ganz schön und solch eine seltene Erfahrung genießt man im Nachhinein dann doppelt so gerne. Begonnen wurde das Spiel zum zweiten Mal von 12 Minuten und 12 Sekunden Stille, was auch hier sehr gut klappte. Dabei gab es von uns noch ein Spruchband in den Block, um auf die Demo am 8.12. hinzuweisen. Nach den Schweigeminuten starteten wir dann erneut mit einer kleinen Aktion, dieses Mal waren es Wurfrollen, die expertenhaft ins Stadion transportiert wurden. Sah ganz nett aus, für den gigantischen Blickfang müsste sowas aber natürlich vorher genehmigt werden, damit man auch im großen Maße Wurfrollen ins Stadion nehmen kann. Durchs Hintertürchen kriegt man halt nur schwer ne vierstellige Anzahl ins Stadion. Der Start war also ganz nett und durch das Spiel hätte man echt einen super Tag verleben können. War aber nicht. Einen Großteil der Zeit war absolut tote Hose im gesamten Gästeblock aber auch bei uns. Da entstand phasenweise ein enormer Wunsch zu kotzen. Absolut unverständlich! Klar, manchmal wurde es laut, vor allem zum Ende hin, aber wenn man sich damit schon zufrieden gibt, ist man wieder auf einem Stand von vor fünf Jahren. Egal ob alte oder neue Lieder, fast immer wurde es einfach so runtergelallt, nach einem lauten Beginn ging es direkt einige Dezibel runter, keine Emotionen in den Gesängen, da haben wir schon ganz andere Maßstäbe gesetzt. Leute, es ist erlaubt, die Hände aus den Taschen zu nehmen, es ist erlaubt, ohne verschränkte Arme da zu stehen, es ist erlaubt, sich heiser zu schreien und zu singen und es ist erlaubt, im Block die Arme und den restlichen


Körper zu bewegen. Erlaubt ist hierbei übrigens zu ersetzen durch „erwünscht/gefordert“. Bitte nicht nochmal so ein Larifari-Gedöns! Das gilt übrigens explizit für ALLE, auch die Personen aus unsren Bussen. Nur weil man bei uns im Bus sitzt, ist das kein Freifahrtsschein für die Gewissheit, dass man schon irgendwie gut genug abgeht. Da muss man auch mal was dafür tun damit es geil wird, wenn ich mal seit langer Zeit den größten Philosophen unserer Gruppe zitieren darf. Die Heimseite übrigens so, wie ich Ostwestfalen eingangs beschrieben hab. Abgemessene Zaunfahnen lassen immer wieder den Kopf schütteln, die Heimszene hat sich mittlerweile ganz nett entwickelt, aber interessant ist sie trotzdem in keinster Weise. Also, Sachen einpacken, ab nach Hause und immerhin über drei Punkte und das Verlassen der Abstiegsplätze freuen. Das ist tatsächlich hier zum ersten Mal passiert, noch in der Hinrunde! Grandios!

VfR Aalen – Meidericher Spielverein; 0:1 Noch ein Auswärtssieg? Der zweite in Folge? Lack gesoffen? Nein, der MSV hat das zuletzt tatsächlich geschafft. Wurden die Zebras im Hinspiel vom Aufsteiger noch mit 1:4 abgefertigt, gab es diesmal einen Sieg durch einen Treffer in der Schlussphase. Besonders viele Zebras haben das aber nicht vor Ort miterlebt, liegt Aalen doch recht weit entfernt in Baden-Württemberg, was für einen Freitag äußerst ungünstig ist. Aalen ist übrigens die größte Stadt des Ostalbkreises und das mit 66.000 Einwohnern und Bilder aus dem großen weiten Internet vom Vortrag zeigten ein idyllisch verschneites Örtchen. Für die meisten Reisenden dürfte es außerdem ein neues Kreuzchen sein, welches die zweite Liga komplettiert. Einen Bus konnten wir also auf den Weg gen Süden schicken, wobei regelmäßig ein Blick auf die Situation vor Ort geworfen wurde. Da es sowohl in Duisburg als auch in Aalen heftig schneite, befürchteten einige eine spontane Spielabsage. Die kam glücklicherweise nicht, keiner hat sich daher umsonst Urlaub genommen und der Bus schaffte es ohne große Schlitterpartie zügig zum Ort des Geschehens. Umgeben von einem kleinen Waldstück lag dann das Ziel, die vier Flutlichtmasten sah man schon von weitem und nachdem der Bus auf einer sehr schmalen und unsicher wirkenden Landstraße direkt vorm Stadion parkte durften wir alle einen kleinen Spaziergang in Begleitung eines Schneesturms durch das winter wonderland machen. Hatte schon etwas besinnliches, diese Stimmung hielt sich aber nicht lange, da wir uns noch von den Personen verabschieden mussten, welche in den Tagen zuvor ebenfalls einige Stadionverbote ins Haus bekommen haben. Die Anzahl der SV’ler unserer Gruppe ist damit erneut ein bisschen gewachsen. Gewöhnen wird und darf man sich daran nicht, die Zeit wird schwer für alle, aber sie wird auch vorbei gehen! Ihr seid immer bei uns! Der eigentliche Gästeblock war an diesem Tag übrigens gesperrt. Durch den Schnee war dieser nämlich völlig vereist und daher zu gefährlich für unsere radikalst abgehende Meute. Netterweise durften daher alle Duisburger zum Stehplatzpreis auf die überdachte Sitzplatztribüne. Hier war zwar auch alles eingefroren, aber immerhin stand man nicht mehr gänzlich im Schneesturm. Rundblick durch die Hütte: Ist ganz nett. Die Gästekurve ist groß und steil, unüberdacht aber trotzdem für einen großen Gästehaufen sicherlich mal ganz interessant. Auch die Tribünen mit den ganzen hohen Bäumen drum herum wirken sympathisch und die Heimkurve hat gewaltiges Stahlrohr-Flair. Mir persönlich hat es hier eigentlich recht gut gefallen, dabei schieden sich allerdings die Geister. Der Platz war völlig zugeschneit und spärlich vom Schnee geräumt, damit man die Linien sehen konnte und so war das Spiel dann auch wie erwartet. Mit Fußball hatte das nämlich nix mehr zu tun. Kaum ein Pass kam an, der Ball war seifig, Spielaufbau gab es auf beiden Seiten nicht. Als MSV-Fan sieht man


ja viel, aber dass wirklich bei beiden Mannschaften jeder Ballkontakt wie ein Unfall wirkte, ist schon heftig. Dementsprechend glücklich auch der Sieg, aber sowas darf uns gerne auch mal passieren. Zum vorerst letzten Mal vor der DFL-Versammlung am 12.12. gab es hier den Stimmungsboykott und auch hier funktionierte dieser recht gut bis auf einige Personen im Gästeblock, die aber sehr schnell zur Ruhe gebracht werden konnten. Die Heimkurve blieb diese Zeit über fast komplett leer. Überrascht durften wir dann sein, wie voll sie dann noch wurde und der gute Eindruck, welchen die Aalener in Duisburg abgeliefert haben, bestätigte sich auch hier. Ein sehr schickes Konfetti-Intro nach dem Boykott, enorm viele Fahnen durchgehend in Bewegung und auch sonst war es dort nie ruhig. Gehört haben wir durch das Wetter und unsere eigenen Bemühungen zwar selten etwas, der erste Eindruck war aber trotzdem recht positiv. Wenn schon Dorfvereine in der zweiten Liga, dann gerne sowas. Bei uns gab es natürlich auf Grund der höchstens 200 Zebras keine Bäume zum Ausreißen. Hier geht der Preis auch definitiv an eine Person, welche es geschafft hat, bei diesen Temperaturen völlig besoffen auf mehreren Sitzen liegend wegzunicken. Hier stand definitiv der MSV und dessen Unterstützung im Vordergrund, herzlichen Glückwunsch! Fragt das Mädchen mit den Schwefelhölzern, wie sowas enden kann! Phasenweise drehten einige Personen im Gästeblock recht nett ab von daher geht der Auftritt der mitgereisten Zebras absolut in Ordnung, viel mehr war da einfach an diesem Tag nicht drin. Das war allen recht schnell klar, weswegen jeder einfach etwas Spaß haben konnte und dies auch ausgiebig tat. Drei Punkte dazu, so Touren hat man gerne. In den Bus stiegen wir trotzdem alle recht zügig und gerne, nachdem die Stadionverbotler, welche das Spiel über in einer Kneipe verbracht haben, uns vor den Stadiontoren empfingen. Die Füße haben die Wenigsten nämlich noch gespürt.

Demo zum Erhalt der Fankultur am 08.12.2012 Deutschlandweit kam es am 8.12.2012 zu Aktionen in und um die deutschen Stadien. Die Kampagne 12:12 rief zum bundesweiten Aktionsspieltag auf. Da wir an diesem Spieltag im verschneiten Aalen waren, entstand im Bündnis der Zebras gegen das DFL-Papier recht schnell die Idee, spielunabhängig am Samstag eine Demonstration gegen das Sicherheitskonzept zu starten. In Verbindung mit einem Heimspiel wären sicherlich mehr MSV-Fans auf dem Bahnhofsvorplatz erschienen, bei frostigen Temperaturen war man mit den anwesenden 300 Fußballfans aber recht zufrieden, da dies auch die erwartete Anzahl war. Kein Vergleich zu den tausenden Menschen in Dortmund, Köln oder München, allerdings kennt man es ja, dass wir in Duisburg bei vielen Sachen in eher kleineren Dimensionen denken. Trotzdem war die Demo vom Ablauf her ein Erfolg. Die mitlaufenden Menschen sorgten für eine bunte, recht laute Demo, die mit zwei Kundgebungen, wobei die Technik der ersten recht zusetzte, die Positionen des Fanbündnisses recht deutlich und auch für vorbeilaufende Fußgänger verständlich machte. Als einzigen Kritikpunkt kreiden wir uns das Versäumnis an, für eine Trommel und ein Megafon zu sorgen, was die Lieder der Demo deutlich besser koordiniert und an die Masse getragen hätte. Zum Ende hin konnte aber trotzdem jeder Melodie und Texte der zuvor kreierten Liedchen. Das Medienecho war ebenfalls vorhanden und deutschlandweit recht positiv, die Aktion 12:12 hat enorm viel für die Wahrnehmung der Fans und die Wahrnehmung der DFL in Deutschland getan. Das Sicherheitspapier wurde vielerorts kritisiert und hinterfragt und die Hoffnung keimte in allen auf, dass sich die Verbände vielleicht doch gegen die Politik stellen. Aber ihr dürftet ja mitbekommen haben, dass dem leider nicht so war.


Frankfurt am 12.12.12 und die Folgen! Am Mittwoch wurde das DFL-Papier also verabschiedet und der MSV hat uns wirklich eindrucksvoll bewiesen, wie ernst er den Dialog mit den Fans meint. Das Bündnis „Zebras gegen das DFL-Papier“ hat nun Stellung bezogen und ruft die Fans dazu auf, das Stadion in den ersten 12:12 Minuten leer zu lassen. Auch wir werden uns daran beteiligen und den Stimmungsblock sperren. Freie Plätze in anderen Blöcken wird es für Boykott-Boykottierer genug geben ;). Anbei dokumentieren wir die Stellungnahme des Bündnisses: „Hallo Zebras, wenige Tage ist es jetzt her, dass das DFL-Papier „Stadionerlebnis“ (das „sicheres“ ist weggefallen, ein Schelm...) abgesegnet wurde. Nahezu einstimmig und ohne eine einzige Gegenstimme des MSV Duisburgs auch nur zu einem einzigen der 16 Punkte. Entgegen seiner Aussage auf der letzten JHV, sich vor seine Fans stellen zu wollen, da es kein Gewaltproblem gäbe. Wie viele andere sind wir hochenttäuscht, wütend und mit allen unseren Zielen gescheitert. Wie machen wir jetzt weiter? Eine Frage die die letzten Tage dominierte, bundesweit und in Duisburg. Für eine endgültige Planung wie es weitergehen soll fehlte uns bislang die Zeit und ein Konzept wird erst in der Winterpause erarbeitet werden können. So zu tun als wäre alles wie vorher wollen wir aber definitiv nicht und unserem Unmut über die Entscheidung werden wir Sonntag Ausdruck verleihen. Wir wollen unseren Protest allerdings konkretisieren und zeigen, wie groß die Zahl der Enttäuschten wirklich ist. Nicht nur durch Verweigerung des Supports in den ersten 12:12 Minuten, sondern auch durch Fernbleiben unserer Plätze im Stadion. Dementsprechend rufen wir alle MSV-Fans, die mit der Entscheidung der Vereine - ausdrücklich auch der des MSVs - das Papier zu unterzeichnen unzufrieden sind, dazu auf, die ersten 12 Minuten und 12 Sekunden vor den Blöcken zu verweilen und erst dann mit der wirklichen Anwesenheit - akustisch wie optisch - zu beginnen. Die Fans von Jahn Regensburg werden an dieser Aktion teilnehmen und wir hoffen damit ein Zeichen setzen zu können, dass den MSV dazu bewegt, seine bisherige Form des Fandialogs zu überdenken und zu ändern. Ein wirklicher Kontakt auf Augenhöhe und in ernsthaftem Interesse sind das was wir fordern. Unser Verhalten zum kommenden Kalenderjahr werden wir davon abhängig machen, wie engagiert der Verein sich in der Winterpause bemüht, dieser Forderung gerecht zu werden. Wir hoffen euch zahlreiche Teilnahme und wollen und uns auch nochmal für das solidarische und überaus disziplinierte Verhalten aller MSV-Fans in den vergangenen Wochen bedanken. Es bleibt spannend...“ Auch wir werden uns in der Winterpause weiter mit den anderen MSV-Fans, der bundesweiten Szene und dem Verein über Möglichkeiten des weiteren Vorgehens austauschen und unterstreichen die Forderung an den MSV, sich endlich ernsthaft mit seinen Fans auseinanderzusetzen. Daran werden auch wir den Fortbestand von Gesprächen und Verhandlungsbereitschaft knüpfen.


Ultra Aktiv Kohorte Kino: Rebellen am Ball Am 30.11. luden wir erneut zum Kohorte-Kino in unsere Räumlichkeiten ein und dieses Mal gab es die Dokumentation „Rebellen am Ball“ zu sehen. Eric Cantona, vor allem den Älteren aus seiner Zeit bei Manchester United und durch seinen Tritt ins Gesicht eines pöbelnden Fans bekannt, führt durch diesen Film und stellt fünf Fußballer vor, die ihn persönlich auf Grund ihrer Lebensgeschichte beeindrucken. Dabei hat er diese Fußballer nicht nur auf Grund ihres fußballerischen Könnens ausgewählt, sondern eher auf Grund ihres sozialen Engagements in ihrem Heimatland. Didier Drogba, welcher sich als Afrikas Fußballer des Jahres für eine Niederlegung des Konflikts in der Elfenbeinküste stark machte. Der Chilene Carlos Caszely, welcher dem Diktator Pinochet den Handschlag aus Überzeugung verweigerte und dessen Familie daraufhin gefoltert wurde, er aber trotzdem weiterhin offen Ablehnung zeigte und den Abtritt forderte. Rachid Mekhloufi, der als französischer Nationalspieler nach Algerien flüchtete, welches damals noch in französischer Hand war, um dort für die algerische Unabhängigkeitsbewegung der FLN Fußball zu spielen. Predrag Pasic, jugoslawischer Nationalspieler, der während des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien eine Fußballschule eröffnete, um Kindern unterschiedlichster Herkunft mitten im vom Krieg geplagten Sarajevo Fußball beizubringen und schließlich Socrates, brasilianischer Nationalspieler, welcher in einem totalitären Staat mit seiner Mannschaft, den Corinthians Sao Paolo einen demokratischen Mikrokosmos in Form der Corinthian Democracy erschaffte und innerhalb des Vereins alle Entscheidungen demokratisch fällen ließ. Ihr merkt also bei diesem Überblick, dass es durchaus interessante Menschen sind, deren Geschichte hier erzählt wird. Trotzdem muss sich jeder bewusst sein, auf was er sich hier einlässt. Die Dokumentation, welche auf arte lief, ist auch eine für diesen Sender typische Doku. Langsame Schnitte, langsame Erzählweise, viel Tiefe und Inhalt. Das erfordert natürlich Konzentration vom Zuschauer. Ist diese vorhanden, erfährt man etwas über äußerst interessante Menschen, die man vielleicht als Fußballer kennt oder kannte, die aber weitaus mehr auf dem Kasten hatten. Eric Cantona als Moderator mag ebenfalls gewöhnungsbedürftig sein. Enorm viel Pathos schwingt in seiner Stimme mit, ausschweifend leitet er die jeweiligen Beiträge ein, seine nach der Fußballerkarriere in den Mittelpunkt gerückte Leidenschaft als Theaterschauspieler kommt deutlich zur Geltung. Das passt sicherlich nicht jedem in den Kram. Eric Cantona war und ist aber sicherlich auch kein Mensch, der jedem in den Kram passt und seien wir mal ehrlich: Für eine Dokumentation mit diesem Thema ist er der passendste Moderator, den man finden konnte. Von daher können wir euch diese Dokumentation nur wärmstens ans Herz legen. Wenn ihr es nicht zu unserer Vorführung geschafft habt, besorgt ihn euch anderweitig und lasst euch diese Dokumentation nicht entgehen. Nehmt euch die Zeit an einem ruhigen Abend, um mal zu sehen, was Fußballer erreichen können, was Fußballer erreicht haben und wie es wirkt, wenn man seine Ideale offen vertritt und dafür einsteht. Des Weiteren sei euch ans Herz gelegt, das nächste Kohorte Kino zu besuchen, wir kümmern uns nämlich schon darum, interessante und gute Filme bereit zu stellen. Im nächsten Jahr werden wir definitiv wieder eine Einladung ausschreiben, haltet also die Augen und Ohren offen. Für die Fördermitglieder gibt es eventuell sogar schon in der Winterpause per Newsletter eine Einladung zum nächsten Filmabend!


Duisburger Stadtpokal Vom 3. – bis zum 5.1. finden in Rheinhausen wieder die Duisburger Stadtmeisterschaften statt. Wir werden die Spiele unserer Amateure besuchen und die Freiheiten der Halle genießen. Tolle Akustik, die Möglichkeit, Liedgut zu erproben, nettes Beisammensein in der Winterpause. Ihr alle seid natürlich eingeladen, in der Vorrunde und hoffentlich auch in der Finalrunde mit uns gemeinsam die Zebras zu unterstützen. Die genauen Termine werdet ihr auf unserem Nordkurve-Blog erfahren, sobald sie denn feststehen. Noch ist nämlich unklar, ob der MSV seine Vorrundenspiele am Donnerstag oder am Freitag austragen wird. Da aber Ferien sind dürfte es auch für die Schüler unter euch kein Problem sein, an einem Donnerstag etwas länger auf den Beinen zu sein. Wir freuen uns auf jeden Fall auf das Turnier und auf euch. Ab in die Halle!

Interview mit den Reisegenossen WdK: Moin Reisegenossen, endlich erscheint euer zweites Heft – diesmal deutlich später als im letzten Jahr. Wie war die Resonanz auf die Erstausgabe und was hat euch dazu bewegt, ein neues Heft auf den Markt zu werfen? RG: Die Resonanz war alles in allem sehr positiv – Kritik gab es meistens nur wegen dem Druck bzw. der Lesbarkeit. Ein Problem, welches aber in diesem Jahr nicht bestehen wird. Gerade weil viele Leute aus Duisburg zu uns hin gekommen sind und uns ausdrücklich für das Heft beglückwünscht haben, entschieden wir uns dazu, dass es ja einfach weiter gehen muss. So fanden wir die Motivation, unsere Touren und Erlebnisse noch ausführlicher zu beschreiben, so dass wir trotz etwas weniger Spiele als im Vorjahr auf insgesamt mehr Seitenzahlen kommen. Dies liegt auch daran, dass wir dieses Mal mehr recherchiert haben, so dass ihr zu jedem Spiel einiges an Hintergrundinformationen zu Spielen, Szenen und Vereinen finden werdet. WdK: Und was können wir in der zweiten Ausgabe erwarten? RG: Inhaltlich ist es wieder ungefähr der gleiche Mix – eine längere Tour über den Balkan, viele Wochenend-Trips zu den Fußballhochburgen Europas, eine Vielzahl an hochklassigen Derbys, dazu wieder eine längere Südamerika-Tour und diesmal erstmalig etwas aus Afrika. Insgesamt wohl eine runde Sache, ein Bericht über eine Tour nach Fernost schaffte es leider nicht mehr ins Heft, aber diesen wird es dann hoffentlich in der dritten Ausgabe geben. WdK: Erzählt unseren Lesern doch mal eine Anekdote, die man so erlebt, wenn man um die Welt reist, um die aufregendsten Spiele und Stadien zu erleben? RG: Was wollt ihr hören? Wie wir in Bocas Hölle La Bombonera im Gästeblock waren und fast von der gefährlichsten Gang der Welt – Bocas Barra Brava La 12 – angegriffen wurden? Oder wie ein Mitreisender in Santiago de Chile aus dem 8. Stock mitten auf eine Hauptstraße gekotzt hat während seine zwei Reisegenossen in einer schwul-lesbischen Bar Karaoke gesungen haben? Oder doch eher wie der Nachbar und der Grieche Ohrfeigen von einem Bad Blue Boy in Zagreb kassiert haben, weil sie nicht „Sieg Heil“ rufen wollten? Wie ihr lesen werdet – wenn man andauernd in den Fußballzentren der Welt unterwegs ist, dann erlebt man so einiges an absurden Storys, teilweise gefährliche, teilweise lustige, aber auf


Reise zu gehen ohne mit Anekdoten im Koffer zurück zu kehren ist wohl unmöglich. WdK: Hört sich ja sehr interessant an. Wir werden uns auf jeden Fall ein Heft zulegen und das letzte Wort gehört euch. RG: Wir bedanken uns für die Möglichkeit hier, uns zu präsentieren und hoffen, dass möglichst viele Leute ein Heft kaufen. Die 3,50 Euro hat jeder und der Gewinn geht wie immer in die Kurve bzw. an die Gruppe Kohorte. Ansonsten wünschen wir natürlichen allen heute ein gutes Spiel und hoffen auf die wichtigen drei Punkte zum Klassenerhalt.

Graffitis für eure Wände! Im Duisburger Stadtbild gibt es viele kahle Wände, graue Garagen, nackte Flächen. Diese Flächen würden mit hübschen Bildern sicherlich einiges mehr hermachen und damit das gesamte Stadtbild verbessern. Wenn ihr solche nackten Wände oder Garagentore habt, wollen wir euch daher an dieser Stelle anbieten, diese Wände zu bemalen. Wollt ihr ein Zebra, etwas anderes vereins- oder etwas stadtbezogenes? Schreibt einfach eine Mail mit eurem Wunsch an kohorte.ultras@gmail.com oder meldet euch bei einem bekannten Gruppenmitglied. Dann können alle Details geklärt werden. Das einzige, was wir dafür gerne von euch hätten, wäre eine Erstattung der Materialkosten und eine kleine Spende für die Choreokasse, wodurch euer Geld in die nächste Choreo, Stoff für Schwenker oder anderes Material, welches im Stadion genutzt wird, fließt. Wir freuen uns auf eure Mails für ein schöneres Duisburg!

Worte der Kohorte verpasst? Die aktuelle Ausgabe war schon vergriffen, als ihr ins Stadion gekommen seid? Oder ihr hattet generell keine Zeit, ins Stadion zu kommen, wollt die aktuelle Ausgabe der WdK aber trotzdem lesen? In dieser Saison wollen wir euch von dieser Problematik befreien und die jeweiligen Ausgaben wieder hochladen. Schaut einfach einige Tage nach dem Spieltag auf www.issuu.com/ultrasliberi vorbei. Dort werden dann die Ausgaben unseres kleinen Heftchens zu finden und zu lesen sein.


WdK Regensburg