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Digitale Fotografie UPDATE

DIE KAMERA VERSTEHEN: MEHR QUALITÄT FÜRS BILD BESTE BILDER DURCH RICHTIGE ISO-EINSTELLUNG UND RAUSCHUNTERDRÜCKUNG!

Nr. 1/2012 • ABO 02 01

Digitale Fotografie Nr. 1/2012

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Digitale UPDATE INHALT

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006 Aktuelles

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Der Semiprofi

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Canon EF 70-300mm f/4-5.6L IS USM

008 Leser-Schaukasten 105 50 Profitipps 024 Fotoidee: Inspirationen im Herbst 030

Herbstblätter

032

Photoshop in fünf Minuten

034

Feuerwerk

118 Die Kamera verstehen Teil 2: Kameras mit Wechselobjektiv 126 Test-Zentrum

036 Die Kamera verstehen 038

Bildqualität

040

ISO-Einstellungen

042

Rauschunterdrückung

044 Foto-Experte: Machen Sie das Beste aus Ihren Raw-Dateien 046

Das Raw-Format beherrschen

055 Ein-Stunden-Foto: Kohlegruben

126

Ausrüstung für die Fotografie wild lebender Tiere – Einsteiger

128

Ausrüstung für die Fotografie wild lebender Tiere – Naturliebhaber

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Ausrüstung für die Fotografie wild lebender Tiere – professioneller Naturfotograf

132

Olympus PEN E-P3

134 Photoshop für Fotografen: Der Verflüssigen-Filter 136

Porträtaufnahmen Landschaftsaufnahmen

059 Ratgeber

138

060

Expertenkritik

064

Fragen & Antworten

140 Test-Zentrum: Sony Alpha 35

069

Mit Fotos Geld verdienen

075 Photoshop für Fotografen 076

Anwendung der Lomo-Technik

078

Kreative Rahmung

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Extrem-Makros

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Wasserwelten

143 Ein-Stunden-Foto: Nahaufnahmen von Insekten 148 Fotoausrüstung: Nikon 1 150 Ein gutes Bild gestalten 150

089 Test-Zentrum

154

Kreative Porträts

089

Der Kamerakauf

156

Fünf Minuten Photoshop: Bilder zusammensetzen

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Wechselobjektiv-Kameras

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Stilllebensilhouette

096 Reisefoto-Kit

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Führungslinien bei der Landschaftsfotografie

096

Der Reise-Novize

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Der begeisterte Amateur

161 Bekenntnisse eines Kamerakritikers

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Ebbe (oben): „Ich habe hier eine niedrige Perspektive gewählt, um so das Auge in das Bild hinein zu dem fantastischen Sonnenuntergang zu führen. Ich habe einen weichen 0,9 ND Grauverlaufsfilter benutzt, um den Himmel und den Vordergrund auszubalancieren. Die längere Belichtungszeit macht die kleinen Wellen, die ans Ufer schwappen, weich und wolkig. Die Nachbearbeitung mit Lightroom erforderte ein wenig Fülllicht, um den dunkleren Vordergrund anzuheben, einen digitalen Graufverlaufsfilter, um den Himmel ein klein wenig mehr abzudunkeln sowie einige kleine Veränderungen am Kontrast.“ Nikon D90 mit einem Sigma 10 – 20 mm f/4 – 5,6 EX DC Objektiv Belichtung: 13 Sekunden bei f/11 (ISO 100)

Moke Lake (oben): „Ich hatte von einem Freund, der in Queenstown, Neuseeland, gewesen war, vom Moke Lake gehört und musste einfach auch dort hin. Ich benötigte drei Aufnahmen, um diesen riesigen, smaragdenen Gletschersee einzufangen. Die Bilder fügte ich hinterher zu einem Panorama zusammen. Da eine leichte Brise ging, benutzte ich die längst mögliche Verschlusszeit, um die Wasseroberfläche schwer und glatt erscheinen zu lassen. Ich benötigte f/22, einen 0,3 ND Grauverlaufsfilter und einen weichen 0,6 ND Grauverlaufsfilter, um den gewünschten Effekt zu erzielen.“ Nikon D90 mit einem Sigma 10 – 20 mm f/4 – 5,6 EX DC Objektiv Belichtung: 1,6 Sekunden bei f/22 (ISO 100) 10

Paul Krans

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Jonathan Stacey (Fortsetzung)

Alter: 37 / Beruf: Kreativdirektor

Muano (rechts): „Dieses Foto, das ich für den Schmuckhersteller Muano aufgenommen habe, sollte die Schlagworte des Produkts, Mystik, Schönheit, Kraft und Weiblichkeit, widerspiegeln. Normalerweise versuche ich, auffällige Ergebnisse zu erzielen, indem ich Lichtquellen, Muster und Farben miteinander vermische. Für dieses Bild habe ich jedoch lediglich zwei kontinuierliche, dem Tageslicht ähnliche Softboxen links und rechts vom Objekt benutzt. Kontinuierliches Licht ist toll, weil man damit viel schneller arbeiten kann. Man muss nicht warten, bis der Blitz zündet, um die Belichtung ausmessen zu können, und kann sich so viel mehr auf sein Fotoobjekt konzentrieren. Für die Nachbearbeitung arbeite ich hauptsächlich mit Photoshop und Illustrator. Hier habe ich die Farben geschärft und einige Veränderungen am Kontrast vorgenommen. Anschließend habe ich in Illustrator die verschieden farbigen Kreise hinzugefügt. Dazu habe ich eine Funktion benutzt, die ähnlich arbeitet, wie die Füllmethoden in Photoshop und auch Vervielfältigen, Abdunkeln und Aufhellen enthält, um die Art und Weise zu variieren, auf die die Kreise mit dem Bild interagieren. Für die Aufnahme habe ich ungefähr sechs Stunden gebraucht und noch einmal fast genauso lange für die Nachbearbeitung.“ Canon EOS 500D mit einem Canon EF-S 18 – 55 mm Objektiv Belichtung: 1/125 Sekunde bei f/5 (ISO 400)

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Understand your camera FoU Fotoidee/Herbstblätter

Schauen Sie sich das Herbstlaub einmal genauer an. Ross Hoddinott erklärt, wie man ein kreatives Stillleben aufnimmt. DIE FARBEN IM HERBST sind spektakulär. Immer im Oktober und November beschenkt uns Mutter Natur mit einer Jahreszeit, die viel Potenzial für Bilder enthält, von Landschaftsaufnahmen bis zu Stillleben. In dieser Jahreszeit sind es die Blätter, die ein typisches Motiv darstellen, und ob man ein kreativer Fotograf ist, zeigt sich darin, ob man es schafft, sie in einer ungewöhnlichen Art aufzunehmen. Wir lieben Wassertröpfchen: Sie sind wie winzige Linsen, die Motive, die sich hinter ihnen befinden, als auf den Kopf gestellte Miniaturen spiegeln. Daher kamen wir auf die Idee, diese beiden Motive miteinander zu kombinieren. Um das Bild im Wassertröpfchen zu fotografieren, braucht man eine Makrovorsatzlinse oder ein Makroobjektiv, welche die benötigte Vergrößerung leisten. Wenn man mit starken Vergrößerungen arbeitet, wird selbst die kleinste Kamerabewegung hervorgehoben, daher muss man unbedingt ein Stativ verwenden, und ein Fernauslöser kann auch hilfreich sein. Die Schärfentiefe wird auch außerordentlich gering ausfallen, daher sorgt die kleinste Bewegung des Motivs dafür, dass das Bild verdorben ist. Wenn man sich darauf einrichtet, die Aufnahmen in einem hell beleuchteten Raum zu machen, am besten in der Nähe eines Fensters, bedeutet das einerseits mehr Einfluss auf die Beleuchtung, den Hintergrund und die genaue Lage des Blattes, und man muss auch nicht gegen den Wind ankämpfen. Nun müssen Sie sich nur noch raus in den Wald begeben, um ein passendes herbstliches Blatt zu finden.

UNENTBEHRLICHE AUSRÜSTUNG Stativ und Kopf: Um genügend Schärfentiefe zu erhalten, damit das Wassertröpfchen, der Zweig und das gebrochene Bild im Fokus bleiben, müssen Sie eine kleine Blende einstellen. Das bedeutet, dass Ihre Belichtungszeit eher lang sein wird, und daher brauchen Sie ein Stativ, um wackelfreie Bilder zu erhalten – dadurch können Sie auch Ihren Fokuspunkt genau einstellen. Ich bevorzuge bei Nahaufnahmen einen ausgerichteten Stativkopf, da ich so in der Lage bin, sehr geringe Anpassungen an der Bildzusammenstellung vorzunehmen; das muss man häufig machen, wenn man bildausfüllende Motive fotografiert.

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Wählen Sie Ihr Motiv aus: Wir haben uns für ein gelbes Ahornblatt entschieden, da diese im Herbst eine wunderbare Farbe annehmen und eine sehr einprägsame und attraktive Form haben. Hängen Sie einen schwarzen Hintergrund auf, etwa ein Stück schwarzes Papier oder Stoff, und befestigen Sie Ihr Motiv umgekehrt daran, damit es richtig dargestellt wird, wenn es im Wassertröpfchen gebrochen wird.

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Zusammenstellung: Wir haben einen bunten Zweig eines Hornstrauches gewählt, an dem das Wassertröpfchen hängt. Die warme, rote Farbe trägt zur herbstlichen Atmosphäre des Bildes bei, aber es ist nicht nötig, einen Hornstrauchzweig zu nutzen: Es reicht völlig aus, irgendeinen Zweig oder Grashalm zu verwenden. Positionieren Sie den Zweig mithilfe einer Klammer etwa 30 Zentimeter vor dem Blatt und dem Hintergrund.

Fügen Sie das Wassertröpfchen hinzu. Sobald sich der Zweig parallel zum Hintergrund befindet, nehmen Sie eine Sprühflasche und besprühen den Zweig, bis sich kleine Wassertröpfchen bilden. Dann stellen Sie das im Wassertröpfchen gebrochene Bild scharf: Wahrscheinlich ist es einfacher und genauer, das mit einer manuellen Fokussierung zu machen. Passen Sie die Höhe Ihres Stativs entsprechend an, wenn Sie nicht das gesamte Motiv in Ihrem Wassertröpfchen sehen.

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Stellen Sie sicher, dass es sich mittig befindet: Um das Blatt in der Mitte des Tröpfchens zu sehen, passen Sie die Position der Kamera vorsichtig an, indem die Höhe des Stativs geringfügig verändert wird. Einige Millimeter können hier viel ausmachen. Wenn das Blatt schließlich in der Mitte des Tropfens ist, machen Sie eine weitere Aufnahme und probieren im Blendenvorwahlmodus verschiedene Blendeneinstellungen aus. Unsere erste Blendenwahl f/5.6 bedeutet, dass es zu wenig Schärfentiefe gibt. 30

Halten Sie die Blendeneinstellung fest: Stellen Sie bei Bedarf eine kleinere Blende ein, damit Sie mehr Schärfentiefe erhalten. Eine Wahl von f/16 erschien uns ausreichend. Entsprechend wird die Belichtungszeit länger, daher nutzen Sie einen Fernauslöser und die Spiegelvorauslösung, damit es nicht so leicht zu einer wackligen Kamera kommt. Das Ergebnis sollte klarer aussehen, mit einem guten Schärfengrad überall auf dem Motiv.

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Säubern Sie das Bild: Das Bild ist einfach, aber eindrucksvoll. Wenn man Nahaufnahmen macht, erscheinen auch kleinste Ungenauigkeiten und Flecken viel deutlicher, was sehr störend wirken kann. Öffnen Sie das Bild in Photoshop, und nutzen Sie eine Kombination der Werkzeuge Reparaturpinsel und Kopierstempel, zoomen Sie sich in das Bild hinein und ordnen Sie die Pixel, damit das endgültige Bild sauberer und attraktiver aussieht.

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HERBST SPEZIAL!

Fertiges Bild Das ist eine tolle Methode, ein simples Stilleben aufzunehmen, wodurch Sie den Herbst im Zimmer fotografieren können.

Belichtungseinstellungen Modus: Blendenvorwahl Belichtungsmessung: Mehrfeldmessung Belichtung: vier Sekunden bei f/14 (ISO 200)

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Foto-Experte: Das Rohdatenformat (Raw)

Richtig belichten für das Raw-Format Wenn Sie alle Vorteile der Raw-Fotografie nutzen wollen, müssen Sie verstehen, wie der Sensor Ihrer Kamera Informationen über Farbtöne aufnimmt und was Sie tun können, damit so viele dieser Informationen wie möglich gespeichert werden. UM DAS BESTE AUS EINER RAW-DATEI HERAUSZUHOLEN, lernen Sie zunächst, mit der Histogramm-Anzeige Ihrer Kamera umzugehen. Zur Beurteilung der Belichtung verlassen sich die meisten Foto-Enthusiasten auf die Bildvorschau des Displays, doch die ist nicht immer zuverlässig. Das Histogramm hingegen liefert alle benötigten wesentlichen Informationen für eine optimale Raw-Datei. Es zeigt die Verteilung der Farbtöne im digitalen Bild, wobei die dunkelsten Schatten ganz links und die hellsten Lichtpunkte ganz rechts im Histogramm angezeigt werden. Die Form des Farbton-Graphen zwischen diesen beiden Extremen sagt sehr viel über das Bild aus: ob der Kontrast zu hoch oder zu niedrig ist, ob viele dunkle und helle Töne vorhanden sind, ob es über- oder unterbelichtet ist etc. Die Faustregel zu richtigen Belichtung besagt hier, dass möglichst viele Farbtöne zwischen den beiden Extremen des Histogramms liegen sollten, damit so viele Details wie möglich erhalten bleiben. Erscheint zuviel Bildinformation auf der linken Seite, werden die dunkleren Schatten im späteren Bild pechschwarz erscheinen, ist dagegen zu viel Bildinformation am rechten Rand zu sehen, werden die hellsten Bildbereiche als reines Weiß aufgenommen. Wenn Sie darauf achten, dass keines dieser beiden Extreme zutrifft, bekommen Sie eine annehmbare Raw-Datei, die Sie weiter bearbeiten können. Wollen Sie jedoch das Maximum an möglichen Farbton-Informationen herausholen, müssen Sie mehr „nach rechts belichten“. Das heißt, Sie geben dem Bild soviel Licht wie möglich, ohne in den rechten Extrembereich zu geraten, wobei das Histogramm in diesem Fall nach der rechten Seite hin verlagert wird.

Warum aber tun Sie das? Weil Kamerasensoren im Bereich des hellen Farbspektrums mehr Farbtöne registrieren können als im dunklen Bereich. Die meisten Sensoren unterteilen ihren Aufnahmebereich in fünf oder sechs Zonen. Darum ist die Histogramm-Anzeige vieler Kameras beispielsweise in fünf Zonen eingeteilt, wobei die Zonen die einzelnen Helligkeitsstufen repräsentieren. Doch die Zahl der darstellbaren Farbtöne ist nicht gleichmäßig auf die einzelnen Zonen verteilt: 50 Prozent der gesamten darstellbaren Farbtöne werden in der hellsten Zone aufgenommen, 50 Prozent der verbleibenden Farbtöne in der nächstdunkleren Zone, wiederum 50 Prozent von diesen in der nächstdunkleren etc. Das bedeutet, dass die hellsten 20 Prozent an der rechten Seite des Histogramms 16 Mal mehr Farbtonwerte enthalten als die dunkelsten 20 Prozent ganz links. Durch das „nach rechts belichten“, sodass der Graph bis in die hellsten 20 Prozent des Histogramms hinein reicht, maximieren Sie die im Bild gespeicherten Farbinformationen. Wenn Sie die Bildvorschau verwenden, sehen Bilder, die „nach rechts belichtet“ sind, überbelichtet aus. Ihre normale Reaktion wäre dann, die Belichtung zu reduzieren. Tun Sie es nicht, sondern vertrauen Sie dem Histogramm! So erhalten Sie ein Foto, in dem die wichtigen Tonwerte erhalten bleiben und das weniger Bildrauschen aufweist. Sie können Belichtung und Kontrast später nachbearbeiten. Sie werden feststellen, dass es wesentlich einfacher ist, ein überbelichtetes Foto abzudunkeln, als ein unterbelichtetes Foto aufzuhellen – jedenfalls solange die Überbelichtung der hellsten Bildbereiche nicht zum alles erschlagenden Weiß geführt hat.

Die Belichtung verlängern Die einfachste Methode, „nach rechts zu belichten“ ist es, die Kamera für das Bild „ganz normal“ einzustellen, ein Testbild zu schießen und das Histogramm auszuwerten. Falls der Graph zentriert ist (gute Belichtung) oder nach links verschoben ist, verlängern Sie die Belichtung mit der Belichtungskorrektur um +1/3 Stufe, machen ein weiteres Bild und überprüfen das Histogramm erneut. Wiederholen Sie das solange, bis die Überbelichtungswarnanzeige zu blinken beginnt. Dann haben Sie die Überbelichtung ein bisschen übertrieben, und Sie arbeiten nun stattdessen mit der Datei aus der vorherigen Einstellung, die um 1/3 Belichtungsstufe darunter liegt. A) So sieht das Histogramm eines unterbelichteten Bildes aus: Der Tonwert-Graph hat sich nach links verlagert in den Bereich mit weniger Tonwerten. Wenn Sie ein solches Bild bearbeiten und zu retten versuchen, bekommen Sie Probleme mit dem Bildrauschen. B) An diesem Bild oder dem Histogramm ist technisch nichts auszusetzen. Der Graph liegt in der Mitte und berührt keinen Extrembereich. Wenn Sie ein solches Bild auf dem Vorschaudisplay sehen, sind Sie wahrscheinlich zufrieden. Aber … C) Wenn Sie genau dieses Bild „nach rechts belichten“, enthält die Raw-Datei viel mehr Tonwert-Informationen, als Sie bei „richtiger“ Belichtung enthalten würde. So sieht das Vorschaudisplay dabei aus: überbelichtet und verwaschen. Aber es ist die beste Raw-Datei von allen Dreien!

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Bei dieser Raw-Datei war die Belichtung so weit gesteigert worden, dass die hellsten Bereiche im Wasser und am Himmel bereits in Weiß übergingen – angezeigt durch die rote Überbelichtungswarnung. Das Bild ist deutlich erkennbar verwaschen.

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Die Farbwerte können beispielsweise mit Hilfe der Einstellung von Helligkeit, Kontrast und Belichtung abgesenkt werden, doch mit den Schiebereglern für die Gradationskurven funktioniert es am Besten. Hier wurde der Regler für den Schwarzpunkt nach links geschoben, auf 39. Schon dadurch sieht das Bild besser aus.

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B

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Sie sollten derartige Überbelichtungen vermeiden, aber auch in diesem Fall ist das Bild nicht verdorben. Sie können die Wiederherstellungsfunktion verwenden – doch es sollten nicht mehr als 20 Prozent eingestellt werden, weil sonst das gesamte Bild an Tiefe verliert.

Als nächstes wurde der Regler für den Weißpunkt nach rechts auf den Wert von +26 verschoben und der Regler für Lichter auf den Wert -14. Sie sehen nun, wie sich die Farbton-Gradationskurve von einer geraden Linie zu einem flachen „S“ verändert hat.

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Zurück im Grundarbeitsbereich wird nun der SchwarzRegler nach rechts von seinem Standardwert 5 auf 14 geschoben, die Dynamik wird auf +22 gesetzt und die Sättigung auf +8, um die Farben des Bildes zu verstärken.

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Das fertige Bild Nach dem Abspeichern der bearbeiteten Raw-Datei als 16-bit TIFF, wurden noch ein paar Feineinstellungen in Photoshop vorgenommen, und hier ist das fertige Bild – deutlich beeindruckender, als das ursprüngliche Bild der Raw-Datei.

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TOPAKTUELL TOPAKTUELL

EXTREMMAKROS

DER MAKRO-FOTOGRAF THOMAS SHAHAN ZEIGT MIT AUSSERGEWÖHNLICHEN AUFNAHMEN DIE CHARAKTERVOLLEN SEITEN EINER MINI-WELT. CAROLINE WILKINSON SPRACH MIT IHM DARÜBER, WIE UND MIT WELCHER TECHNIK MAN INSEKTEN FOTOGRAFIERT.

BILD MITTE: „Neben diese männliche HabronattusSpringspinne legte ich ein rotes Blatt. Da sie sich von dem Blatt geschützt fühlte, sprang sie glücklicherweise darauf und blieb eine Weile sitzen, sodass ich einige Bilder machen konnte. Dann fand ich ein hellgrünes Blatt und schob es hinter die Spinne, um mit meinem Blitzlicht die Spinne und den grünen Hintergrund auszuleuchten.“ UNTEN LINKS: „Eine große männliche Springspinne, fotografiert auf einem Sandsteinfelsen in Tulsa, Oklahoma.“ UNTEN MITTE „Ich bin sehr sparsam, was meine Ausrüstung betrifft. Diese stammt aus zweiter Hand, und meine Softbox bastelte ich aus einer Keksdose, die ich mit Alufolie auslegte. Im Vordergrund sieht man ein Stück Küchenhandtuch zwischen zwei Stücken Kunststoff, zusammengehalten von reichlich Klebeband, auf einem 1980er-JahreBlitzgerät, mit dem ich gern arbeite. Der Blitz wurde mithilfe einer L-förmigen Klammer an der Kamera befestigt.“ UNTEN RECHTS: „Dies ist eine Hogna-Wolfspinne, die größer als eine Hand werden kann. Aufgenommen wurde sie auf einem grünen T-Shirt.“ 80

INSEKTEN-FOTOGRAFIE interessiert mich schon seit meiner Schulzeit: Ich entdeckte hinter dem Haus Springspinnen, Libellen und Bremsen, und fand es aufregend zu sehen, wie nahe ich ihnen kommen konnte. Im Lauf der Zeit dokumentierte ich alle Arten aus meiner Region in Oklahoma, USA, lernte ihren Namen und ihr Verhalten zu verstehen, was sie gern fressen und wie sie überhaupt leben. Ich stellte ein Portfolio zusammen, veröffentlichte einige ausgewählte Bilder online, und die Anfragen an meine Website begannen zu steigen, bis sie explodierten: Ich wurde von NBC in die „The Today Show“ eingeladen und veröffentlichte in Zeitschriften – all das passierte innerhalb weniger Jahre. Bevor ich anfing, machte ich mir kaum Gedanken darüber, wie man extreme Vergrößerungsaufnahmen macht. Aber eines Tages drehte ich nur aus Neugier mein 50-mm-Objektiv einmal um und bemerkte, wie das die Naheinstellgrenze verringerte und die Vergrößerung erhöhte. Ich forschte nach und erkannte, dass dies eine gängige Technik war, für die es sogar einen speziellen Umkehr-Ring gibt. Dann fand ich heraus, dass mit zunehmendem Abstand zwischen Fokus und Sensor auch der Vergrößerungsfaktor steigt, also besorgte ich mir ein MakroBalgengerät und spielte damit ein paar Jahre, indem ich die Spitzen von Kugelschreibern oder die gerillten Ränder von Münzen fotografierte. Ich begann mit statischen Motiven, um Objekt und Beleuchtung besser kontrollieren zu können. Nachdem ich für eine Weile die Techniken gelernt hatte, begann ich mit toten Käfern zu üben, die ich auf der Fensterbank fand. Schließlich ging ich dann zu lebenden Gliederfüßern über, denn es war sehr viel lohnender, wenn man auch ihre Gesichter sehen konnte. Als Künstler begeistern mich besonders Farbkontraste, Winkel und Kompositionen, also versuche ich die Insekten unter diesen Gesichtspunkten auf die schönste mögliche Weise darzustellen. „Ich fotografiere ausschließlich lebende Insekten, niemals eingefrorene. Man würde auch gleich sehen, wenn ein Insekt tot ist, weil die Beine sich einrollen und die Fühler herabhängen. Die meisten Fotos der Gliederfüßer entstehen draußen in ihrem natürlichen Lebensraum, etwa 10 Prozente sind Innenaufnahmen. Die bunten Hintergründe stammen alle aus ihrer Umgebung, wie etwa Blüten und Blätter. Mit manchen Arten ist die Arbeit besonders schwierig, die Springspinne zum Beispiel besitzt ein exzellentes Sehvermögen und ist schwer einzuschätzen: Die eine bleibt ruhig vor der Linse sitzen, die andere springt auf, wenn der Blitz ausgelöst wird. Manchmal genügt der Sekundenbruchteil, den ich zum Prüfen des LCD wegsehe, dann ist sie schon verschwunden. Wenn ich sie mit nach Hause bringe, fotografiere ich sie auf meinem Kaffeetisch, zusammen mit einigen Blättern, Zweigen oder Reben direkt von der Fundstelle. Anschließen gebe ich ihnen eine Fliege zur Belohnung und bringe sie vorsichtig dorthin zurück, wo ich sie gefunden habe. Oklahoma ist voll von schönen Insekten und Spinnen: Ich habe stets eine Tasse bei mir für den Fall, dass ich eine finde, und lasse sie später an derselben Stelle wieder frei. Meine Bilder leben davon, dass ich nach Möglichkeit meinen Standort etwas unterhalb vom Motiv wähle, anstatt des

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SPITZENPROFIS BEI DER ARBEIT THOMAS SHAHAN

SAM MARTIN

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TEST-ZENTRUM

Welche Kamera? Die Monate vor Weihnachten beleben alljährlich den Kamera-Verkauf, für preiswerte kompakte ebenso wie für teure System- und Spiegelreflexkameras. Viele Käufer sind jedoch schlecht informiert, entscheiden sich hastig auf die letzte Minute und bereuen später ihre Wahl. Wer etwas Zeit investiert, die Möglichkeiten auslotet, mit fachkundigen Verkäufern spricht und ein Produkt vor dem Kauf ausprobiert, trifft daher immer die bessere Entscheidung. In diesem Monat zeigt Ihnen unser Ratgeber alle wichtigen Faktoren, die Sie vor dem Kauf einer Kamera für sich selbst oder einen geliebten Menschen bedenken müssen. Verfolgen Sie den Ratgeber, um sich die besten Optionen zusammenzustellen, anschließend die richtige Wahl zu treffen und so das Beste für Ihr Geld zu bekommen.

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WIE GROSS IST IHR BUDGET?

Als allererstes sollten Sie entscheiden, wie viel Sie ausgeben wollen. Wenn Sie erst anfangen, alle Möglichkeiten kennen zu lernen, werden Sie allzu leicht von besser beworbenen, schickeren Modellen verführt, die aber Ihr Budget überlasten könnten, sodass Ihre Auswahl bei Objektiven und sonstigem Zubehör eingeschränkt wird. Was man beim Kauf einer digitalen Spiegelreflex- oder Systemkamera oft übersieht, sind die Kosten für eines oder mehrere Wechselobjektive sowie den Bedarf an Speicherkarten, Taschen, Filtern und so fort. Diese kleinen Zubehörteile sind im Einzelkauf zwar nicht teuer, aber die Kosten summieren sich. Unser Vorschlag ist, sich zwei Grenzwerte zu setzen: einen für den Betrag, den Sie gern ausgeben würden, und einen etwas höheren Betrag für den besonderen Fall, dass Sie ein wirklich einmaliges Angebot entdecken (siehe unten „Angebote beachten!“). Halten Sie sich trotz aller Versuchungen an den Höchstbetrag, den Sie sich zum Ausgeben gesetzt haben – denn glauben Sie uns: Sie werden mehr ausgeben wollen. Und genau davor kann diese zweifache Budget-Begrenzung schützen.

Angebote beachten! In der Vergangenheit war das Feilschen mit dem Fachhändler ein bewährter Weg, etwas mehr fürs Geld zu bekommen, heute ist das weniger erfolgversprechend. Denn zum einen kann man mit Internetseiten nicht verhandeln, und für lokale Fachhändler sind die Margen enger als je zuvor (unterstützen Sie sie trotzdem!). Die Chance auf Preisnachlässe sind also eher unwahrscheinlich, bestenfalls bewegen Sie mit viel Ausdauer einen Händler dazu, Ihnen noch eine Speicherkarte oder einen Filter draufzulegen. Eine andere Möglichkeit bieten manche Händler

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in Form von Preisabgleichen an, womit Sie jedoch meist an Vorgaben gebunden sind, z. B. den billigeren Bestandsartikel in einem Geschäft in bestimmter Entfernung zu kaufen. Schauen Sie sich auch nach CashbackAngeboten um, wo Sie erst den vollen Kaufbetrag zahlen und anschließend eine Pauschale vom Hersteller zurückerhalten. Manche Einzelhändler machen auch lohnende Paketangebote für Kameras mit Zubehör, also z. B. Objektiv, Tasche und Speicherkarte zum günstigen Komplettpreis gegenüber dem Einzelkauf. Sofern Sie nicht unbedingt das allerneueste Modell nötig haben, sollten Sie auch auf Kameras achten, die durch Nachfolgermodelle ersetzt und daher vom Händler mit Preisnachlass verkauft werden, um die Regale vor Eintreffen der neuen Modelle zu leeren. All dies sind gute Möglichkeiten, um mehr für Ihr Geld zu bekommen – ein Hinweis jedoch zur Vorsicht: Gründen Sie die Wahl Ihrer Kamera nicht ausschließlich auf einen „guten Deal“, solange Sie mit den enthaltenen Optionen nicht vollauf zufrieden sind. Es hat keinen Sinn, Geld zu sparen und später festzustellen, dass die gewählte Kamera Ihnen doch nicht richtig zusagt. Sonderangebote sind nur sinnvoll, wenn sie Ihnen einen echten Vorteil für eine Kamera anbieten, die Sie wirklich wollen.

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DAS KAMERA-SYSTEM

Obwohl die Kamera das Herz eines Systems bildet, sollte auch die Auswahl an Objektiven und Zubehör Ihren Anforderungen entsprechen. Besuchen Sie die Website des Herstellers und/oder fordern Sie Broschüren an, um die verfügbaren Optionen auch im Lauf Ihrer fotografischen Arbeit im Blick zu haben. Für alle Wechselobjektiv-Systeme ist in der Regel ein Sortiment von Objektiven und Aufsteckblitzgeräten verfügbar, doch welche speziellen Optionen gibt es? Führt das Sortiment zum Beispiel für die Fans von Nahaufnahmen auch Makroobjektive und Ringblitzgeräte? Welche lichtstarken Teleobjektive sind für Sport- oder Wildtierfotografen erhältlich? Um die richtige Wahl zu treffen, ist es unbedingt die Mühe wert, sich über die zur Kamera passenden Systeme zu informieren. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir Ihnen grundlegende Informationen zu den wichtigsten Kamerasystemen zusammengestellt:

Das Herz eines großen Systems Bei der Wahl einer Kamera sollten auch die damit verwendbaren Objektive und Zubehör berücksichtigt werden.

Canon: Das Sortiment ist sehr umfangreich, egal ob Sie Amateur, Enthusiast oder Profi sind: Canon hat jedes nur erdenkliche Objektiv, Blitzgerät oder Zubehör für Ihren speziellen Bedarf im Angebot. Zum Zeitpunkt dieses Artikels umfasst es zehn Spiegelreflexkameras, über 70 Objektive, sechs Blitzgeräte sowie zahlreiche Spezialarmaturen, Fernbedienungen und andere EOS-kompatible Teile – eine Systemkamera gibt es allerdings bis jetzt nicht. Nikon: Die verfügbare Angebot für die Besitzer von Nikon-Kameras ist mit dem Niveau von Canon vergleichbar: Das umfangreiche Sortiment verwöhnt unter anderem mit zehn Spiegelreflexgehäusen, mehr als 70 Objektiven und sieben Blitzgeräten. Erwähnenswert ist, dass die meisten Objektive, die Nikon seit 1959 für seine Spiegelreflexkameras hergestellt hat, auch mit seinen aktuellen Gehäusen funktionieren. Nikon hat zudem gerade das neue System Nikon 1 vorgestellt, das zu Beginn zwei Kameras und vier Objektive umfasst. Olympus: Olympus bietet sowohl Spiegelreflex- als auch Systemkameras an, die Zukunft liegt aber in seiner System-PEN-Reihe. Zwar gibt es vier E-Spiegelreflexmodelle (mit über 20 Objektiven und sechs Blitzgeräten), aber die zu diesem Jahresanfang herausgebrachte E-5 bleibt voraussichtlich das letzte Modell seiner Art. Das PEN-Sortiment umfasst vier Kameras, elf Objektive, vier Blitzgeräte sowie einen Adapter für Kompatibilität mit anderen Objektiven. Beachten Sie auch, dass Panasonic-Objektive kompatibel sind.

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Kauftipp: Wechselobjektiv-Kameras

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„Um die richtige Wahl zu treffen, ist es unbedingt der

Mühe wert, sich über die Systeme zu informieren, die für eine Kamera verfügbar sind.“

Pentax: Pentax hat, ebenso wie Nikon, den Bajonettanschluss seiner 35-mmSpiegelreflexkameras beibehalten, sodass ältere Optiken auch auf die neuen Modelle passen. Das Sortiment umfasst nur vier, jedoch durchweg leistungsstarke Kameras, aktuell unterstützt durch mehr als 30 Objektive und vier Blitzgeräte. Pentax hat auch seine erste Systemkamera auf den Markt gebracht: Die 12-Megapixel Pentax Q geht mit fünf Objektiven an den Start.

Sony: Neben Spiegelreflex- und Systemkameras hat Sony sein Angebot um Modelle mit halbdurchlässigem Spiegel erweitert. Die Alpha-Serie des Herstellers umfasst jeweils fünf der beiden Spiegel-Kameras, zwei erst vor kurzem angekündigte Modelle (A65 und A77) sowie fünf Systemkameras aus der NEX-Serie. Letztere bietet sieben, die Alpha-Serie rund 30 Objektive an, und mithilfe eines Adapters können Alpha-Objektive auf NEX-Kameras eingesetzt werden.

Panasonic: Panasonic machte einen kurzen Seitensprung zu digitalen Spiegelreflext, verlagerte die Aufmerksamkeit jedoch bald auf Systemkameras, wo der Hersteller heute dank innovativer Funktionen und sehr guter Leistung bei der Bild- und Videoaufzeichnung einen großen Marktanteil hält. Seine LUMIX-Serie umfasst vier Kameras, 14 Objektive und zwei Blitzgeräte. Beachten Sie, dass Olympus-Objektive mit den LUMIX-Kameras voll kompatibel sind, da beide den ‚Micro Four Thirds’-Objektivanschluss nutzen.

Samsung: Nach einem kurzen Vorstoß der Spiegelreflex-Modelle GX-1, GX-10 und GX-20, basierend auf einem Pentax-Objektivanschluss, hat Samsung jetzt groß in die Systemkameras seiner NX-Serie investiert. Es gibt vier NXKameras, einschließlich der kürzlich angekündigten NX200, die von sieben Objektiven und drei Blitzgeräten unterstützt werden. Das System ist zwar noch klein, bietet aber eine ansprechende Mischung aus Handling, Innovation und Leistung.

Andere System-Optionen Eine ganze Reihe von unabhängigen Herstellern bietet heute kompatible Objektive an: Das umfangreichste Sortiment haben Sigma und Tamron, von kostengünstig bis professionell, und passend zu allen großen Kamera-Marken. Ein kleineres Sortiment an Objektiven wird von Tokina angeboten, und eine ungewöhnliche Mischung von dem neuen Mitspieler Samyang. Zu erwähnen sind auch die „flexiblen“ Modelle von Lensbaby, die zu den meisten Anschlüssen kompatibel sind. Verschiedene Drittanbieter (vor allem Marken aus Fernost) stellen Adapter her, mit denen Objektivanschlüsse überbrückt werden können (mit Einschränkungen bei AF- und Lichtmessung), was weitere Möglichkeiten schafft.

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ERZEUGEN SIE EIN PANORAMA Das Panoramaformat eignet sich ideal für

Landschaften. Sie können zwar ein einzelnes Bild zu einem Panoramabild „zurechtschneiden“, aber es ist wesentlich effektiver, eine Reihe von Aufnahmen zu machen und diese dann zusammenzufügen. Mit Hilfe von Panoramasoftware wie PT Gui ist es jetzt ganz einfach, überwältigende Panoramabilder zu erstellen. Aber auch die Option „Photomerge“ (Datei>Automatisieren>Photomerge) in neueren Versionen von Adobe Photoshop funktioniert hervorragend. Das Entscheidende ist dabei, die Bilder um 30 bis 40 Prozent überlappen zu lassen und bei jeder Aufnahme dieselbe Belichtung zu verwenden, indem Sie die Kamera auf die automatische Betriebsart einstellen. Auch die Farbtemperatur muss bei jedem Bild dieselbe sein. Stellen Sie also den Weißabgleich der Kamera auf Tageslicht und nicht auf AWB ein. Wenn Sie trotzdem einmal versehentlich mit AWB fotografieren, können Sie die Raw-Dateien im Stapelbetrieb bearbeiten und auf alle dieselbe Farbtemperatur anwenden. Wenn Sie im JPEG-Modus fotografieren, haben Sie diese Möglichkeit jedoch nicht.

ARCHITEKTUR

ROSS HODDINOTT

LANDSCHAFTEN

50 PROFITIPPS

LEE FROST

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MIT FLUTLICHT ANGESTRAHLTE GEBÄUDE.

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FOTOGRAFIEREN SIE DEN SONNENAUFGANG Der Sonnenaufgang ist

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FARBWIRKUNG Farbe kann Emotionen und Stimmungen wecken oder Ihren

Ein farbenprächtiges Flutlicht bei Nacht ist ein tolles Motiv. Meist werden Gebäude mit Flutlicht angestrahlt – Schlösser, Kirchen, Türme, Kathedralen –, die dann vor dem Himmel in der Abenddämmerung einfach atemberaubend aussehen. Stellen Sie den Weißabgleich der Kamera auf AWB ein, und fotografieren Sie im Raw-Modus. Die Aufnahmen werden so meist schon toll aussehen, aber wenn Sie im Raw-Modus fotografieren, können Sie den Weißabgleich ändern, wenn Ihnen der von der primären künstlichen Lichtquelle erzeugte Farbstich nicht gefällt.

wohl die schönste Tageszeit für Landschaftsaufnahmen. Das liegt nicht nur daran, dass bei günstigen Bedingungen das Licht einfach toll ist – eine durchbrochene Wolkendecke sorgt für einen ausgesprochen farbenfrohen Himmel. Sie sind normalerweise auch ganz für sich, weil die meisten Menschen um diese Zeit noch im Bett sind. Suchen Sie sich einen Ort mit Wasser, in dem der feuerrote Himmel reflektiert wird, und verwenden Sie einen starken Graufilter, damit der Himmel nicht „platzt“. Ein Filter mit einem Wert von 0,9 sollte hierfür reichen. Seien Sie eine Stunde vor Sonnenaufgang am Aufnahmeort, da sich die besten Farben am Himmel oft schon weit vor dem Sonnenaufgang zeigen.

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Naturbildern eine gewisse Energie verleihen. Zurückweichende Farben wie Grün und Blau vermitteln in der Regel ein Gefühl von Ruhe, Stille oder Kühle. Voranschreitende Farben wie Rot, Gelb und Orange werden häufig als warm, energievoll und kraftvoll empfunden und heben sich daher stark ab. Kombinieren Sie Farben, die sich ergänzen, oder verwenden Sie kontrastierende Farben, um besonders auffällige Bilder zu kreieren. Fotografieren Sie beispielsweise einen kräftigen roten Mohn vor einem tiefblauen Himmel, oder leuchtend gelbe Blätter vor einem grünen Hintergrund. Wenn Sie die Farbe noch mehr sättigen möchten, verwenden Sie einen Polarisationsfilter.

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SUCHEN SIE NACH ABSTRAKTEN MOTIVEN. Die

moderne Architektur ist voller gewagter Formen und auffallender Besonderheiten, die sich ideal für abstrakte Aufnahmen eignen. Wenn Sie dann an einem sonnigen Tag noch mit Schatten arbeiten, haben Sie noch aufregendere Möglichkeiten. Verwenden Sie ein Telezoomobjektiv, um Details aufzunehmen. Suchen Sie nach Linien, Kurven, Farben und Formen. Nehmen Sie eventuell auch ein Stück Himmel auf, und scheuen Sie sich nicht, die Kamera zu neigen, wenn die Komposition dadurch dynamischer wirkt.

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häufiges Stilelement in der Architektur. Die meisten Gebäude haben beispielsweise Fenster und Türen. Und wenn die Gebäude einem bestimmten Architekturstil folgen, sehen diese Fenster und Türen auch ähnlich aus. Wenn Sie sich ein Gebäude einmal näher betrachten, werden Sie auch feststellen, dass es viele verschiedene Besonderheiten hat, die alle durch die Verwendung bestimmter Materialien oder eines bestimmten Designs miteinander verbunden sind. Dadurch entstehen verschiedene Architektur„Themen“, die sich hervorragend als Fotoprojekte eignen. Nehmen Sie sich eines solchen Projekts an, und achten Sie auf eine bestimmte Besonderheit in Gebäuden, oder wählen Sie ein Gebäude, und nehmen Sie verschiedene Teile davon auf. Wenn Sie einen Satz Bilder haben, machen Sie eine Bildmontage daraus. Öffnen Sie zu diesem Zweck das erste Bild, vergrößern Sie die Arbeitsfläche („Bild>Arbeitsfläche“) bei angeklicktem Anker in der linken oberen Ecke, und ziehen Sie die anderen Bilder mit dem Verschieben-Werkzeug in Photoshop auf die Arbeitsfläche, wo Sie sie ablegen. Achten Sie darauf, dass alle Bilder gleich groß sind, um einen schönen, aufgeräumten Effekt zu erzielen, und schneiden Sie die Arbeitsfläche, die übrig ist, wenn Sie fertig sind, einfach ab.

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THEMA. Wiederholung ist ein

Weißabgleich Schatten

Weißabgleich Auto

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RICHTIGER FARBSTICH. Wenn Sie mit Flutlicht angestrahlte Gebäude fotografieren, nehmen die Bilder einen Farbstich an, der je nach Lichtquelle(n) und auf der Kamera eingestelltem Weißabgleich variiert. Bei der Einstellung „Tageslicht“ sieht alles, was mit Kunstlicht beleuchtet wird, orangefarben aus, während bei der Einstellung „Kunstlicht“ alles, was mit Kunstlicht beleuchtet wird, normal aussieht, während alles, was mit Tageslicht beleuchtet wird, sehr blaustichig ist. Wenn die Lichtquellen gemischt werden, liefert die Einstellung „AWB“ (automatischer Weißabgleich) oft die besten Ergebnisse. Es lohnt sich jedoch, auch andere Weißabgleicheinstellungen auszuprobieren. Wenn Sie im Raw-Modus fotografieren, können Sie beim Bearbeiten der Bilder den Weißabgleich ändern.

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