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Nr. 10 Januar - März 2012

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Nr. 10 Januar - März 2012

SPEZIAL

+ Der Um gang mit d em professione llen Raw-Forma t für bessere Bilder + Fotoabe nteuer Japa n

20010

RATGEBER FÜR LANDSCHAFTSFOTOGRAFIE

4 191705 609905

Unentbehrliche Grundlagen

Deutschland: EUR 9,90 Österreich: EUR 11,Schweiz: CHF 19,LU/BE EUR 11,50

Digitale Fotografie LANDSCHAFTEN

Digitale Fotografie Themen LANDSCHAFTEN

● Richtiger Einsatz der Tiefenschärfe ● Bildaufbau, Licht und Belichtung

+ Filter für Naturaufnahmen Außenaufnahmen

Ausrüstung

Expertenanleitung

IGNORIEREN SIE DIE DRITTEL-REGEL, VERÄNDERN DEN HORIZONT, UND FOTOGRAFIEREN SIE IM NEBEL.

DIESE FOTOAUSRÜSTUNG BENÖTIGEN SIE ALS EINSTEIGER, FORTGESCHRITTENER UND PROFI

KOMPOSITION: UNSERE PROFIS ZEIGEN, WIE SIE BILDSZENEN ZUSAMMENSTELLEN

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INHALT

Der unentbehrliche Leitfaden für Landschaftsfotografie

006 Landschaften vor der Linse 008 Grundlagen 1: Schärfe 014 Expertenanleitung Komposition: Den Vordergrund ins Bild bringen

016 Grundlagen 2: Belichtung 036 Grundlagen 3: Tiefenschärfe 042 Grundlagen 4: Raw-Format 057 Grundlagen 5: Filter 064 Filter mit Photoshop

131 Ausrüstung und Zubehör

066 Grundlagen 6: Wasser in Landschaftsaufnahmen

138 Weitwinkelobjektive 142 Fotoschule Fragen & Antworten: Weißabgleich,

083 Grundlagen 7: Farbe in Landschaftsaufnahmen 098 Expertenwissen:

Spitzlichter, stürzende Linien, Reflexionen, Raw oder JPEG u.v.m.

154 Photoshop-Techniken: Belichtung

Jahreszeiten und Landschaftsfotografie

114 Panoramamotive fotografieren

156 Expertenanleitung: Die magische Stunde 160 Expertenanleitung

118 Fotoabenteuer Japan

Komposition: Wie man eine Bildszene zusammenstellt

126 Außenfotografie: Nebel am frühen Morgen

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162 Die perfekte Belichtung

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028 Grundlagen – Belichtung

Der unentbehrliche Ratgeber für Landschaftsfotografie

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2) Wetter und Licht Rein theoretisch gesehen gibt es weder gutes noch schlechtes Wetter in der Landschaftsfotografie. Gute Bilder können unter jeder Bedingung erzielt werden. Natürlich ergeben bestimmte Bedingungen dramatischere Aufnahmen und der Trick liegt darin, zu erlernen, wie man sie erkennen und vorhersehen kann. Wenn Sie einen Sonnenuntergang planen, geben Sie Ihren Plan nicht auf, sobald sich eine Wolkendecke ansagt. Sollte der Himmel aufreißen, besteht die Möglichkeit, dass die Wolken von unten her beleuchtet werden und den Himmel sehr dramatisch aussehen lassen. Sonnenschein und Schauer können in Momenten, da der Regen aufhört und die Sonne durchbricht, atemberaubend aussehen. Hinzu kommen dann Gegenstände im Vordergrund vor einem dunklen, verzogenen Himmel, die wie von einem Scheinwerfer angestrahlt werden. Dies sind jedoch nur flüchtige Momente und sie halten nicht sehr lange an. Sie müssen also Ihre Kamera im Vorfeld vorbereiten. Sollte das Wetter schlecht, grau, bewölkt und regnerisch sein, kann man trotzdem Aufnahmen machen. Bei solchen Bedingungen sollten Sie sich in einen Wald aufmachen. Das diffuse Licht eignet sich für diese Art Hintergrund. Überraschenderweise kann der Gebrauch eines Polfilter eine Aufnahme erheblich verbessern, da er Reflektionen und blendendes Licht von nassem Laub weglässt und Farben sättigt.

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3) Fangen Sie die Stimmung für Ihr Motiv ein Aufnahmen in heller Umgebung erhöhen die natürliche Stimmung Ihres Motivs. Zum Beispiel sind manche Gegebenheiten von Natur aus ruhiger und sehen besser aus bei dem korrespondierenden weichen Licht eines Sonnenaufgangs und bei Pastellfarben. Andere besitzen eine von Natur aus drückende Atmosphäre und verlangen nach einem dramatischen, theatralischen und ausgerichtetem Licht. Aber das beste Licht kann Monate entfernt sein. Schauen Sie sich die Fotos der Kapelle rechts an. Die Kapelle hat eine recht drückende Präsenz, wie man an diesen Bildern sehen kann und eignet sich am besten für niedriges Licht und einen schweren Himmel.

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4) Verbessern Sie niedriges Licht mit Reflexen Morgengrauen und Abenddämmerung sind sehr stimmungsvolle Zeiten in der Landschaftsfotografie, obwohl sich der Boden fast komplett im Schatten befinden kann und nur sehr wenige Einzelheiten erkennen lässt. In der Nähe von Wasser können Sie Reflektionen in den Vordergrund integrieren. Das hilft dabei die Aufnahme auszubalancieren und bringt Drama und Effekt hinein. Je stiller die Gegebenheiten sind, desto spiegelartiger ist die Oberfläche. Da die Sonne noch am Horizont aufgehen muss, können die wundervollen Farben am Himmel dazu genutzt werden, Farbe und Wirkungseffekt in den Vordergrund zu stellen. Die leichte Brise dieser Szene musste abziehen, damit das Wasser ruhig genug war, um eine perfekt klare Spiegelung wiederzugeben.

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ALL E BILDER: MARK BAUER

5) Wirkung und Effekt mit Hintergrundlicht! Hierfür gibt es einen speziellen Ausdruck: „Contrejour-Fotografie“, was auf Französisch „entgegen dem Tageslicht“ bedeutet. Sollten Sie keine merkwürdigen Blicke auf sich ziehen wollen, dann verbleiben Sie bei „Hintergrundlicht“. Motive werden in Silhouetten umgewandelt, Schatten, Strahlen und Reflektionen explodieren ins Objektiv und erschaffen das gewaltige Gefühl, vor Ort zu sein. Belichten Sie mit Vorsicht, es könnte kompliziert werden.

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36 Grundlagen: Tiefenschärfe

Der unentbehrliche Leitfaden für Landschaftsfotografie

Die Grundlagen#3

TIEFENSCHÄRFE STELLEN WIR UNS VOR, SIE HABEN GERADE AUF EIN MOTIV SCHARFGESTELLT, das fünf Meter entfernt ist. Wie scharf ist dann ein sechs Meter entfernter Gegenstand? Oder auch nur ein fünfeinhalb Meter entfernter? Die Antwort liefert die Tiefenschärfe – die Entfernung zu beiden Seiten des Fokuspunkts, der als ausreichend scharfgestellt gilt. Solange Sie die Blende kontrollieren, mit der Sie fotografieren, kontrollieren Sie auch die Tiefenschärfe, und Sie können sie kreativ einsetzen. Es gibt Situationen, in denen Sie keine große Tiefenschärfe wollen. Sie erzielen diesen Effekt, indem Sie mit einer großen Blende wie f/4 fotografieren. Meistens wollen Sie bei Landschaftsaufnahmen die Tiefenschärfe jedoch maximieren, damit ein möglichst großer Teil der Szene scharf ist. Details im Vordergrund sind wichtig und müssen scharf sein. Aber auch die restliche Szene muss scharf sein. Das bedeutet, dass Sie kleine Blenden verwenden müssen, um eine gute Schärfe zu beiden Seiten des Fokuspunkts zu erzielen. Aber sehen Sie sich diesen letzten Satz noch einmal einen Moment an, und dann denken Sie darüber nach, wo Sie scharfstellen sollten, wenn Sie eine Landschaft fotografieren. Viele Neulinge in der Landschaftsfotografie stellen nur zu gern auf die Unendlichkeit scharf, wenn sie eine Landschaft fotografieren. Aber vergessen Sie nicht, dass sich die Tiefenschärfe an beiden Seiten des Fokuspunkts erstreckt. Der Bereich der Tiefenschärfe erstreckt sich

genau genommen von einem Drittel vor dem scharfgestellten Punkt bis zu zwei Dritteln dahinter. Mit anderen Worten: Sie haben hinter dem Motiv mehr Tiefenschärfe als davor. Es bringt natürlich keinen Vorteil, wenn die akzeptable Schärfe über die Unendlichkeit hinaus geht. Aber Sie können den Fokuspunkt zu sich heran ziehen, sodass sich stattdessen das Ende des Tiefenschärfenbereichs in der Unendlichkeit befindet. Auf diese Weise wird ein größerer Teil der Szene scharf. Diese Technik wird als „hyperfokale Fokussierung“ bezeichnet und wird seit Jahrzehnten von professionellen Landschaftsfotografen verwendet. Der optimale Fokuspunkt für eine bestimmte Szene hängt von der Wahl der Blendeneinstellung und von der Brennweite des verwendeten Objektivs ab – und ist bei Kameras mit Vollformat- und APS-C-Sensoren unterschiedlich! Es gibt Rechner und Taschenreferenztabellen, die Sie in Ihre Kameratasche stecken können, oder Sie können eine zuverlässige Faustregel verwenden, wonach Sie mit dem Objektiv, das auf eine kleine Blende eingestellt ist, ein Drittel in das Bild hinein zielen. Wir behandeln beide Fokussierungstechniken und bieten Ihnen weitere Expertenratschläge, damit Sie die Schärfe Ihrer Bilder maximieren können. Unter anderem erfahren Sie, wieso Sie mit der kleinsten Blende nicht unbedingt die schärfsten Ergebnisse erzielen, obwohl sie die größte Tiefenschärfe liefert!

ADAM BURTON

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Grundlagen: Tiefenschärfe 37

Der unentbehrliche Leitfaden für Landschaftsfotografie

Fokussieren mit der hyperfokalen Entfernung

f/2.8

f/4

f/8

f/11

f/16

f/22

Lee Frost, Experte für die Landschaftsfotografie, erklärt die Verwendung der hyperfokalen Fokussierungsentfernung und der Zeitautomatik für superscharfe Landschaftsaufnahmen. EINE DER GRUNDLAGEN erfolgreicher Landschaftsfotografie ist die Fähigkeit, die Tiefenschärfe zu kontrollieren und einzuschätzen, um sicher zu sein, dass das Bild von vorne bis hinten scharf ist. Die Betriebsart Zeitautomatik hilft Ihnen dabei. Sie werden hierbei nämlich nicht nur gezwungen, darüber nachzudenken, welche Blende Sie einstellen sollen, sondern es wird außerdem verhindert, dass die Blende – wenn sie einmal eingestellt ist – geändert wird, wenn sich die Lichtverhältnisse ändern oder Sie Filter auf das Objektiv setzen. Wenn beim Fotografieren mit der Zeitautomatik die Belichtung angepasst werden muss, erfolgt dies anhand einer Änderung der Verschlusszeit durch die Kamera, sodass die Blende unverändert bleibt. Das ist von entscheidender Bedeutung, weil es bei dem Erreichen einer großen Tiefenschärfe nicht nur um die Blendenwahl, sondern auch um die Fokussierungsentfernung geht. Und zur Erzielung der bestmöglichen Ergebnisse ist ein vorsichtiger Balanceakt erforderlich. Sie könnten jedes Bild mit f/22 machen, wobei das Objektiv auf Unendlichkeit eingestellt ist, und die meisten Weitwinkelaufnahmen wären von vorne bis hinten scharf. Leider funktioniert diese einfache Methode nicht immer, sodass Sie nicht die besten Ergebnisse bekommen. Weitwinkel- und Zoomobjektive liefern die schlechteste optische Leistung bei der kleinsten Blende und die beste Leistung bei etwa f/11. Idealerweise sollten Sie also möglichst nah an Blende f/11 fotografieren, um die optimale optische Qualität zu erzielen. Und stellen Sie das Objektiv auf eine Entfernung scharf, die die Tiefenschärfe mit dieser Blende maximiert. Auf der anderen Seite stellt Helen Dixon eine einfache Fokussierungsmethode in dieser Richtung vor, die ausgezeichnete Ergebnisse liefert. Meine Lieblingstechnik basiert auf der so genannten hyperfokalen Fokussierung. Hierbei wird auf einen Punkt scharfgestellt, der als hyperfokale Entfernung bezeichnet wird. Dabei wird die Tiefenschärfe für die verwendete Blende maximiert. Früher hatten die Objektive eine Skala für die hyperfokale Entfernung auf dem Tubus, aber praktisch kein Objektiv hat heute noch eine solche Skala. Es gibt eine Gleichung für die Berechnung der hyperfokalen Entfernung für jedes Objektiv und jede Blende. In wahrer Blue-Peter-Manier habe ich also genau das getan und ein Diagramm mit hyperfokalen Entfernungen erstellt, das Sie kopieren und vor Ort beim Fotografieren verwenden können. Die Entfernungen in Fuß (ft) geben die hyperfokale Entfernung für jede Brennweite und Blende an. Wenn Sie das Objektiv auf diese Entfernung scharfstellen und die entsprechende Blende einstellen, erstreckt sich die Tiefenschärfe von der Hälfte der hyperfokalen Entfernung bis zur Unendlichkeit. Wenn Sie also einen Sensor der Größe APS-C verwenden, und mit 24 mm und f/11 fotografieren, stellen Sie auf einen neun Fuß (ca. 2,7 Meter) entfernten Punkt scharf – und die Tiefenschärfe erstreckt sich von 4,5 Fuß (ca. 1,35 Meter, die Hälfte der hyperfokalen Entfernung) bis zur Unendlichkeit. Das ist für die meisten Situationen mehr als genug Tiefenschärfe.

Zeitautomatik und Mehrzonenmessung Bevor ich mich im Frühling 2008 endlich für das „digitale Zeitalter“ entschieden habe, hatte ich 20 Jahre lang mit Filmkameras fotografiert, die kein internes Messsystem hatten. Also habe ich zur Ermittlung der richtigen Belichtung einen Hand-SpotBelichtungsmesser verwendet – der dann manuell auf der Kamera eingestellt werden musste. Glücklicherweise sind diese Tage lange vorbei. Digitalkameras verfügen über fantastische integrierte Messsysteme, die selbst in den schwierigsten Situationen perfekt belichtete Bilder produzieren. Ich sehe also keinen Grund dafür, mir das Leben unnötig schwer zu machen. Heutzutage wird meine Kamera auf Zeitautomatik und Mehrzonenmessung eingestellt. Und dabei bleibt es in der Regel auch. Zusammen mit dem Feedback vom Vorschaubild der Kamera und dem Bildhistogramm habe ich alles, was ich brauche, um sicher zu sein, dass ich in jeder Aufnahmesituation die perfekte Belichtung habe. Das Gleiche gilt auch für Sie.

Hyperfokale Entfernung: APS-C-Sensoren Brennweite

12 mm

15 mm

17 mm

20 mm

24 mm

28 mm

35 mm

50 mm

70 mm

Blende

f/8

3.2ft

5ft

6.4ft

8.9ft

12.6ft

17ft

27ft

55ft

105ft

100 mm 135 mm 218ft

395ft

f/11

2.3ft

3.5ft

4.5ft

6.2ft

9ft

12ft

19ft

39ft

75ft

155ft

280ft

f/16

1.7ft

2.5ft

3.3ft

4.4ft

6.4ft

8.6ft

14.5ft

27ft

54ft

110ft

198ft

f/22

1.2ft

0.9ft

2.3ft

3.2ft

4.5ft

6ft

9.5ft

19.2ft

38ft

77ft

140ft

Hyperfokale Entfernung: Vollformat-Sensoren Brennweite Blende

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16 mm

20 mm

24 mm

28 mm

35 mm

50 mm

70 mm

100 mm

135 mm

f/8

3.8ft

5.6ft

8.0ft

11ft

17ft

35ft

68ft

138ft

250ft

f/11

2.6ft

3.9ft

5.8ft

7.8ft

12ft

25ft

48ft

98ft

178ft

f/16

1.9ft

2.9ft

4.0ft

5.5ft

8.5ft

17.5ft

34ft

70ft

125ft

f/22

0.4ft

2.0ft

2.9ft

3.9ft

6ft

12.5ft

24ft

49ft

89ft

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50 Grundlagen: Raw

Maximieren der Bilddetails aus Raw-Dateien Wenn Sie im Raw-Format fotografieren, können Sie mit Photoshop mehr Details aus einer Szene herausholen – in diesem Fall durch das Zusammenführen von zwei verschiedenen Aufnahmen. EINE DER NÜTZLICHSTEN Eigenschaften einer Raw-Datei besteht darin, dass sie wesentlich mehr Daten und Details enthält, als Sie für die Erstellung eines gelungenen Bildes tatsächlich brauchen. Sie können diese Details natürlich nicht sehen, weil sie sich jenseits des dynamischen Bereichs einer einzelnen TIFF-, PSD- oder JPEG-Datei befinden. Allerdings können Sie bei Bildern mit einem Kontrast, der zu groß ist, um Details in den hellsten und dunkelsten Tönen (Schatten) darzustellen, eine Raw-Datei zweimal verarbeiten – einmal mit der richtigen Belichtung für die dunklen Töne und einmal mit der richtigen Belichtung für helle Töne. Und dann können Sie die beiden Aufnahmen in Photoshop zusammenführen, um ein einzelnes Bild mit einem erweiterten Helligkeitsbereich zu erstellen. Hier finden Sie eine schrittweise Anleitung für diese Vorgehensweise.

VerwendenSie einen Graufilter. Sie sparen sich jede Menge Zeit am Computer, wenn Sie für diese Art von Aufnahme einen Graufilter verwenden. Denn damit wird der Himmel so weit abgeschwächt, dass er nicht „explodiert“, wenn Sie die Belichtung für den dunkleren Vordergrund vornehmen. In diesem Fall hätte ein 0,6- oder vielleicht auch ein 0,9-Filter gereicht, um in einer einzelnen Aufnahme ein nahezu fertiges Bild zu erreichen. Viele Fotografen denken, dass Graufilter bei digitalen Kameras nicht notwendig sind, aber da täuschen sie sich!

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Öffnen Sie die Raw-Originaldatei in Adobe Camera Raw (ACR), und stellen Sie dann die Belichtung des Bildes ein, bis der Himmel richtig aussieht. Dadurch wird der Vordergrund sehr dunkel, aber machen Sie sich darum keine Sorgen. Hierfür können Sie den Schieberegler „Belichtung“ in ACR und/oder die Schieberegler im Fenster „Gradationskurve“ verwenden. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, sichern Sie das Bild als 16-Bit-TIFF-Datei.

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Schließen Sie ACR, und öffnen Sie dann die beiden gerade erstellten TIFF-Dateien in Photoshop. Klicken Sie auf das dunklere Bild, und wählen Sie Auswahl>Alles auswählen, und anschließend Bearbeiten>Kopieren. Dann wird das Bild kopiert. Schließen Sie das dunklere Bild, klicken Sie auf das hellere Bild, um es zu aktivieren, und wählen Sie die Befehlsfolge Bearbeiten>Einfügen. Dann wird das dunklere Bild damit als Ebene zusammengeführt.

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Achtung Ausrüstung!

Die Raw-Datei bleibt in ACR geöffnet, und die erste Version davon wird auf den Computerdesktop gesichert. Jetzt müssen Sie eine zweite Version der Raw-Originaldatei erstellen und dieses Mal die Belichtung so einstellen, dass der Vordergrund richtig aussieht. Dadurch wird der Himmel „ausgebrannt“, wie Sie sehen können. Sichern Sie dieses Bild als 16-Bit-TIFF-Datei.

Aktivieren Sie die Ebene mit dem dunkleren Bild, klicken Sie auf das Auswahlquadrat-Werkzeug oben in der Photoshop-Symbolleiste, und wählen Sie den dunklen Vordergrund knapp unter dem Horizont. Wählen Sie dann Bearbeiten>Ausschneiden. Daraufhin verschwindet der dunkle Vordergrund, und der richtig belichtete Vordergrund wird angezeigt. Das Bild sieht jetzt schon viel besser aus.

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Jetzt müssen die Ränder links vom dunklen Vordergrund aufgeräumt werden. Wählen Sie hierfür das Radiergummi-Werkzeug aus der Symbolleiste. Wählen Sie einen mittelgroßen Pinsel mit weicher Kante, und stellen Sie die Deckkraft auf 40 bis 50 Prozent ein. Entfernen Sie zuerst die letzten unerwünschten Bits des dunkleren Bildes, damit der richtig belichtete Vordergrund von der Ebene darunter zum Vorschein kommt.

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Fertiges Bild Das fertige Bild mit einem perfekt belichteten Vordergrund und Himmel hat sehr viel Aussagekraft und Atmosphäre. Eine derart drastische Veränderung war nur möglich, weil die Szene im Raw-Format aufgenommen worden war.

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Nun sehen der Himmel und der Vordergrund schon viel besser aus. Als Nächstes müssen der Kontrast und die Farbe des Bildes genau eingestellt werden. Intensivieren Sie zunächst die Farben, indem Sie die Befehlsfolge Bild>Korrekturen>Farbton/Sättigung auswählen und den Schieberegler für die Sättigung auf den Wert +25 % schieben. Wenn Sie den Regler weiter schieben, beginnen die Farben unrealistisch zu wirken – also übertreiben Sie es nicht.

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Die Aufmerksamkeit sollte jetzt der selektiven Belichtungs- und Kontraststeuerung gewidmet werden. Die linke Seite des Bildes ist deutlich dunkler als der Rest. Wählen Sie sie also mit dem Polygon-Lasso-Werkzeug in Photoshop aus, und wählen Sie eine weiche Kante mit 100 Pixel. Dann werden die Ebenen angepasst. In anderen Bereichen werden weitere Optionen ausgewählt und Ebeneneinstellungen vorgenommen.

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Wählen Sie schließlich das Abwedler-Werkzeug aus der Symbolleiste, und stellen Sie die Belichtung auf etwa 10 Prozent ein. Dann werden die kleineren Bereiche des Bildes vorsichtig aufgehellt – ähnlich wie beim Abwedeln eines Abzugs in der Dunkelkammer während der Entwicklung, damit er nicht zu dunkel wird. In Photoshop ist dieser Vorgang allerdings viel präziser, und Sie haben mehr Kontrolle darüber!

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76 Grundlagen: Wasser in Landschaftsaufnahmen

Der unverzichtbare Leitfaden für Landschaftsfotografie

So lassen Sie bewegtes Wasser verschwimmen Ross Hoddinott, der uns regelmäßig Beiträge liefert, zeigt Ihnen hier, wie Sie für einen kreativen Effekt bewegtes Wasser in einen atmosphärischen, ätherischen Nebel verwandeln. Verwischtes Wasser – man liebt Aufbau es oder man hasst es. Ich liebe es. Um bewegtes Wasser milchig zu verwischen ist die richtige Belichtungszeit von Bedeutung: zu kurz, und das Wasser sieht unordentlich aus. Eine gute Daumenregel ist, eine Belichtungszeit von etwa einer Sekunde oder länger zu wählen. Das sollte eine attraktive Verwischung schaffen. Noch längere Belichtungszeiten führen zu noch atmosphärischeren, surrealen Ergebnissen. Um die längstmögliche Belichtungszeit für das Umgebungslicht zu erreichen, wählen Sie die niedrigste ISO-Einstellung Ihrer Kamera in Verbindung mit der kleinsten Blende (zum Beispiel f/22 oder f/32). Bei wenig Licht ist es relativ einfach, eine lange Belichtung zu erreichen, weil die Belichtung ja sowieso schon länger ist. Wenn die Lichtverhältnisse jedoch gut sind, ist es oftmals nicht möglich, eine ausreichend lange Belichtungszeit zu wählen, ohne das Bild übermäßig zu belichten. Die Lösung ist die Verwendung eines Graufilters. Je dichter der Filter, desto mehr Licht absorbiert er, desto länger ist auch die Belichtungszeit und desto stärker ist auch der Verwischungseffekt. Für extreme Effekte kann der „Big Stopper“ (zehn Rasten) von Lee Filters eine Belichtungszeit von mehreren Minuten erzeugen. Dazu müssen Sie dann Ihre Kamera auf Bulb einstellen und einen Fernauslöser verwenden. Wenn Sie die Bewegung von Wasser mit einer langen Belichtungszeit fotografieren, werden alle Bilder unterschiedlich sein. Manchmal werden Sie große Unterschiede feststellen, manchmal nur sehr subtile. Nehmen Sie eine ganze Bildsequenz auf und entscheiden Sie später, welches Ihnen am besten gefällt.

Unver

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Es war Abend und es herrschte Flut. 1 Um das Wasser, das über die Felsnase und den Kieselstrand strömte, zu verwischen, baute ich mein Bild

Um die Bewegung des Wassers zu verwischen, muss 2 man der Kamera die Kontrolle entziehen, indem man sie entweder auf Blendenautomatik einstellt und die

sorgfältig auf. Ich benutzte ein Stativ, um meine Bilder vor Verwacklungsunschärfe zu schützen. Zunächst stellte ich die Kamera auf Automatikmodus ein. Diese wählte eine Verschlusszeit von 1/80 Sekunde bei f/8 auf der Basis des Umgebungslichts – nicht lange genug, um Wasser zu verwischen.

längstmögliche Verschlusszeit wählt, oder man stellt sie auf Zeitautomatik ein und wählt die kleinste Blende. Bei beiden Methoden wird dann die längstmögliche Belichtungszeit für das herrschende Umgebungslicht eingestellt. Wählen Sie außerdem die niedrigste ISO-Einstellung Ihrer Kamera, bei der Mehrheit der digitalen Spiegelreflexkameras ist das typischerweise ISO 100.

Nachdem ich die Kamera auf ISO 100 und auf Ein Polfilter hat einen Filterfaktor von zwei Rasten und 3 4 Zeitautomatik eingestellt hatte, wählte ich die kleinste kann somit ersatzweise auch als Graufilter verwendet Blende f/22 und wartete, bis eine große Welle kam und die werden, indem man die Belichtungszeit verlängert. Das ist

Für die Verwischung, die ich wollte, musste ich einen 5 Graufilter verwenden. Ich ließ den Polfilter, wo er war und fügte einen Graufilter mit drei Stufen hinzu. Die

Felsen im Vordergrund überspülte. Die Belichtungszeit von 1/8 Sekunde bei f/22 war schon länger, aber da das Wasser immer noch nicht milchig trübe wurde, nahm ich einen Polfilter zu Hilfe, um die Belichtungszeit zu verlängern.

TTL-Messung der Kamera berücksichtigt den Filter automatisch, aber der Filter verdunkelt auch den Sucher. Sie müssen also die Bildkomposition aufbauen und den Fokus für das Bild fixieren, bevor Sie den Filter an Ihrer Kamera anbringen.

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ideal, wenn man keinen Graufilter hat. Außerdem trägt der Polfilter dazu bei, Blendlicht zu entfernen, in diesem Fall von den Felsen. Des Ergebnis ist besser, aber in diesem Fall ist die Belichtung von ½ Sekunde bei f/22 immer noch nicht lange genug für das ätherische Ergebnis, das ich haben wollte.

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3rd Edition

The Essential Guide to Landscape Photography

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100 Expertenwissen: Jahreszeiten

PETER PATTERSON

1] Winter-Wunderland

Der unentbehrliche Ratgeber für Landschaftsfotografie

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Frostüberzogene Landschaften schaffen in Ihren Bildern eine magische Atmosphäre. Ein Teleobjektiv erlaubt es den WinterWunderlandzauber einzufangen. Kalte Temperaturen gehen oftmals mit einem klaren, blauen Himmel einher, der sich gut mit den klirrend kalten und gefrorenen Landschaften ergänzt. Die Felder und Wälder sind in Pastellfarben gezeichnet. Fangen Sie zunächst mit einem Teleobjektiv an und vergessen Sie nicht, auch etwas in den Vordergrund hinein zu nehmen.

2] Gefrorene Wasserfälle

Teilweise gefrorene Wasserfälle können atemberaubend abstrakt wirken. Mit einem langen Objektiv kommen Sie nah an das untere Ende des Wasserfalls heran. Die meisten Winterbilder von Gewässern zeigen fließendes Wasser oder Eis. Also nehmen Sie beides hinzu, um einen Kontrast zu bilden.

Dafür lohnt es sich, früh aufzustehen. Man kann zwar ein ähnliches Motiv bei Sonnenuntergang fotografieren, aber die besondere Wirkung des Frostes fehlt. Polfilter machen sich gut an sonnigen Wintertagen, hauptsächlich weil die Sonne den ganzen Tag relativ niedrig steht. Genauso wie der blaue Himmel, kann auch der Schnee blenden. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, sollte man mit leichten Drehungen durch den Sucher schauen. Bei Weitwinkelobjektiven muss darauf geachtet werden, dass der Himmel nicht uneben wirkt.

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ADAM BURTON

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HELEN DIXON

3] Niedriger Sonnenstand

4] Sonnenuntergänge im Winter Obwohl die Sonneneinstrahlung im Winter intensiv sein kann, sind die Sonnenuntergänge in dieser Jahreszeit teilweise besonders spektakulär. Sie sind allerdings eher kurz, also sollten Sie früh genug Position beziehen, um genug Zeit zu haben, die Ausrüstung vorzubereiten.

Kurz nach Sonnenaufgang, wenn ein Frost Schleier die Landschaft bedeckt, ist zweifelsohne die beste Zeit, Winterlandschaften zu fotografieren. Wenn Sie gerne früh aufstehen, werden Sie mit einer solchen Szenerie belohnt.

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HELEN DIXON

5] Ein Hauch von Frost

Wichtiges für den Winter KLEIDUNG Tragen Sie am besten leichte Thermobekleidung, um sich warm und trocken zu halten. Ein langarmiges Hemd, ein leichtes Fleece-Oberteil und eine gute wind- und wasserfeste Jacke. Anstelle von Jeans sollten Sie Baumwollhosen tragen. Ein Hut und Handschuhe sind ein Muss. Ordentliche Wanderschuhe halten Ihre Füße warm und trocken. In hohem Gras sollten Sie wasserdichte Leggings oder Gamaschen tragen.

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PROFI-TIPPS

PETER PATTERSON

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DIE KRAFT DES POLFILTERS Der Vorteil eines Polfilters für Wasserfallaufnahmen ist, dass er nicht nur Reflektionen absorbiert, sondern auch den Lichteinfall auch um zwei Stufen reduziert, so dass durch die nunmehr längere Belichtungszeit das Wassser schön unscharf dargestellt wird.

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158 Expertenanleitung: Die magische Stunde

Der unentbehrliche Ratgeber für Landschaftsfotografie

EXPERTENANLEITUNG

Geht die Sonne unter, wird der Fotograf ganz munter VON MARK BAUER Obwohl man den ganzen Tag über Landschaftsfotos schießen kann, sind sich die meisten Landschaftsenthusiasten in einem einig: Die ersten und die letzten Stunden des Tages sind eigentlich die besten. Die langen Schatten heben die einzelnen Merkmale der Landschaft ganz besonders hervor. Vor dem Sonnenaufgang und nach dem Sonnenuntergang gibt es einen atemberaubenden Himmel, da die Wolken von unten aufgehellt werden. Je nach Objekt und bevorzugtem Lichteinfall entscheidet man sich für das Abend- oder Morgenlicht, obwohl sich beides ähnlich verhält. Zum Beispiel sieht die Landschaft im Winter abends am besten aus, weil das Licht in der Abendstunde tendenziell eher immer wärmer wirkt, als das Morgenlicht. Die Landschaft ist oft mit einem goldenen Glanz überzogen. Und das schöne am Abend ist, dass man sich dafür nicht extra zu gottloser Zeit aus dem Bett quälen muss. Es hat eben nicht jeder die Willenskraft und den notwendigen Enthusiasmus wie Helen Dixon, um sich so für Sonnenaufgänge zu begeistern (siehe vorherige Seite). Fast alle Landschaften sehen zur magischen Stunde gut aus. Steine und Klippen werden besonders hervorgehoben. Tagsüber öde und unauffällig aussehende Felsen und Steine werden durch das warme Abendlicht texturierter und machen sie zu etwas besonderem. Wasser ist dann auch etwas ganz besonderes, da man mit dem schönen Abendhimmel zusammen einen doppelten Effekt durch die Reflektionen hat. Strömendes Wasser kann wie Diamanten glitzern oder durch lange

Belichtungszeiten weicher wirken. Wie gesagt, die Art und die Helligkeit wie Licht mit Wasser wirkt, sind entscheidend für das Ergebnis. Die Richtung des Lichtes kann die Stimmung des Bildes stark beeinflussen, ganz gleich ob sie morgens oder abends aufgenommen wurden. Wenn das Licht frontal kommt, wirkt es schnell kontrastarm und macht die Details der Landschaft kaum sichtbar. Ein Polarisator sättigt die Farben wenn das Licht seitlich kommt und die Kamera im 90-Grad-Winkel zur Sonne steht. Schatten können eine gewisse Tiefe erzeugen und Formen und Oberflächen betonen. Wenn das Licht von hinten kommt, kann das schnell wie Bühnenbildbeleuchtung wirken und durch den seitlichen Lichteinfall auf die Filter sowie das Objektiv können Blendenflecken entstehen. Da das Wetter ja immer unbeständig ist, weiß man nie genau wann und ob die ersehnte magische Stunde kommt oder nicht. Man sollte den Wetterbericht verfolgen. Die Webseite www.wetter.com ist recht zuverlässig und liefert genaue Wettervorhersagen für einzelne Regionen. Aber je länger die Vorhersage in der Zukunft liegt umso ungenauer ist sie, daher sollte man sich einfach einen Abend vorher nochmal vergewissern, wie das Wetter wird. Auch im Radio werden immer Vorhersagen gebracht, die man bei der Anfahrt verfolgen kann. Der Himmel selber sagt auch viel aus. Sonnenuntergänge sind im Westen zu sehen, da dort die Sonne untergeht und dort auch die magische Stunde beginnt. Die Windrichtung ist ein weiteres Merkmal, der Kompass und weitere Verhaltensweisen des Wetters lassen einen schließlich die Vorboten der magischen Stunde erkennen.

DIEAUSRÜSTUNG! MARK BAUERS AUSRÜSTUNG FÜR DIE MAGISCHE STUNDE: „Zwar werden meistens Teleobjektive in der Landschaftsfotografie verwendet, längere Linsen können aber ebenfalls Eigenschaften und Texturen der magischen Stunde hervorheben. Ein Polarisationsfilter sättigt bei Seitenlichteinfall und wird speziell bei blauem Himmel angewandt.“ „Ein gutes Stativ braucht man auf jeden Fall. Nach Sonnenuntergang ist direktes Aus-der-Hand-schießen kaum noch sinnvoll. Immer mit einem Stativ zu arbeiten, lässt einen Geduld üben, da man besonnener wird und beginnt, nachzudenken. So kann man oftmals kleine aber feine Änderungen vornehmen. Graufilter sind gerade bei Wolkenbildung notwendig. Ohne direktes Licht werden von unten beleuchtete Wolken durch diese Filter besser kontrastiert.“

OSMINGTON MILLS BEACH Die niedrige Sonne lässt die Details der Felsvorsprünge erkennen und die Klippen wärmer werden. Ein 0,6 Graufilter, nicht waagerecht auf einen Fels gerichtet, erhält die Details des Himmels. Canon EOS 5D mit 17-40 mm Objektiv.

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PROFI-TIPPS

WEISSABGLEICH Der Weißabgleich wirkt sich sehr auf das Resultat aus. Vermeiden Sie automatische Einstellungen. Falls Sie in Raw fotografieren, können Sie alle Einstellungen später auf dem PC ausprobieren und die beste wählen.

MUDEFORD QUAY Diffraktion, durch eine kleine f/22 Blende verursacht, hat den Lichtkranzeffekt erzeugt. Ein 0.9 Graufilter erhält die Details im Himmel. Canon EOS 20D mit 17-40 mm Objektiv 1/5 Sek. bei f/22 mit ISO 100

“Water is an excellent subject, because if you have an interesting sky, ” 156-159 translated.JZ_HH.indd 159

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Digitale Fotografie - Themen Landschaften  

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