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erleben Ückendorf

D a s

M a g a z i n

e i n e s

i n t e r n a t i o n a l e n

S t a d t t e i l s

Schutzgebühr 3,50 Euro

052010

Anja Hrabe Kandidatin für den Unternehmerpreis


editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Arbeit in der Jungen Redaktion bringt auch für gestandene Journalisten immer wie­ der Neues. Ganz gewöhnliche Reportagen bekommen durch die Diskussionen mit den Schü­ lern nach dem Termin vor Ort einen völlig neuen Blickwinkel: Überrascht wird der Besuch des Hausmannes kommentiert, anerkennend der Lebensentwurf der türkischen Unterneh­ merin gewürdigt. Daraus entstehen immer wieder neue Ideen für Themen und Geschichten in Ückendorf erleben. Wie aus den Erzählungen der Urlaube von Özlem, Fazile, Dogan und Ceylan in der Türkei. Vier Begegnungen mit ihren familiären Wurzeln. Erlebnisse, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: spannend, überraschend, anschaulich. Daraus sind kurzentschlossen vier Texte für die aktuelle Ausgabe entstanden. Die Urlaubsrepor­ tagen der besonderen Art: Seite 28.

Ückendorf erleben-Mitarbeiter Christoph van Bürk besuchte auf Einladung der „Bundeszentrale für politische Bildung“ die Heilige Stadt. Aus den ausdrucksstarken Fotos seiner Begegnungen in Jerusalem, Schmelztiegel dreier Glaubensrichtun­gen, entstand eine dreistündige lebhafte, zum Teil auch hitzige Diskussion in unseren Redaktions­ räumen. Die für beide Seiten lehrreichen Ergebnisse: Seite 6. Integration wächst aus dem Verständnis füreinander. Aus diesem Grund wollen wir in der Dezemberausgabe von Ückendorf erleben die Unterschiede, aber auch die Parallelen von Christen, Muslimen und Juden beleuchten. Das Thema: Sterben, Tod und Trauer in den Religionen und Kulturen der Welt. Denn manchmal öffnen erst die Toten den Lebenden

Ceylan Karakaya ist nach 15 Jahren wieder in der Türkei. „An meinem Geburtsort zu sein, ist schön, aber auch seltsam und ziemlich anstrengend“, gesteht die 16-jährige Ückendorferin.

die Augen. Wie immer wünsche auch ich Euch und Ihnen – dieses Mal in Vertretung für Ücken­

dorf erleben-Projektleiter Otto Lerchenmüller – viel Spaß beim Durchblättern, Lesen und F o t o : C e y la n K a r aka y a

Rätseln. Erfreuen Sie sich an dieser neuen Ausgabe des Magazins über Ihren Stadtteil, an Ihrem Magazin. Die nächste Ausgabe erscheint am 17. Dezember. Bis dahin eine schöne Zeit.

Oliver Mau Redaktionsleiter

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impressum Herausgeber: Die bessere Umwelt Verlagsgesellschaft mbH vertreten durch Otto Lerchenmüller, Geschäftsführer Verlag: Die bessere Umwelt Verlagsgesellschaft mbH, Niederlassung NRW Lise-Meitner-Straße 11, AufEwald, 45699 Herten Tel. 0 23 66 / 88 70 90, Fax 0 23 66 / 8 87 09 19 redaktion@ueckendorf-erleben.de ISSN: 1865-9489 Projektleitung: Otto Lerchenmüller Redaktionsleitung: Oliver Mau Pädagogische Leitung: Eva-Maria Laarmann Verantwortliche Redaktion: Susanne Höltken, Oliver Mau Schlussredaktion: Renate Da Rin

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Mitarbeiter dieser Ausgabe: Florian Adamek, Betül Arslan, Özlem Bingöl, Christoph van Bürk, Dogan Coskun, Aynur Gülnaz, Amal Hassan, Seinab Hassan, Ceylan Karakaya, Si­ nan Kardas, Özgür Kilicalp, Servet Korkmaz, Eva Laarmann, Otto Lerchenmüller, Oliver Mau, Hanan Omeirat, Leila Omeirat, Fazile Rauf, Afifa Salah, Bahar Satilmis, Matthias Schmeing, Tom Stahlhut, Halis Tuncel, Andreas Weiss, Kerstin Westerwick, Nihal Yalcin, Büsra Nur Yildirim Titelfoto: Oliver Mau Gestaltung: Axel Ganguin, München Produktion: Jens Valtwies, Herten Gesamtherstellung und Anzeigen: Haidhausen-Verlag Grafik.PR.Werbung GmbH Niederlassung Herten, Anschrift wie Verlag Anzeigen: Rolf Mecking, rm@haidhausen-verlag.de Michael Hamdorf, mh@haidhausen-verlag.de Anzeigenverwaltung: Marianne Wissing Tel.: 0 23 66 / 8 87 09 16, anzeigen@haidhausen-verlag.de

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Druck: Mediahaus Biering GmbH Kooperationspartner: Gesamtschule Ückendorf, www.gsue.de Stadtteilbüro Südost, www.stadtteilprogramm-suedost.de Auflage 8.000 Kostenlose Verteilung in Ückendorf und den umliegenden Stadtteilen. Ückendorf erleben erscheint viermal jährlich. Die Zeitschrift Ückendorf erleben kann auch abonniert werden. Aboservice: Die bessere Umwelt Verlagsgesellschaft mbH Lise-Meitner-Straße 11, AufEwald 45699 Herten, Fax 0 23 66 / 8 87 09 19 Vier Ausgaben kosten inkl. Versandkosten 22 Euro. „Dieses Vorhaben wird aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union und aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert.“

Editorial

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Von Oliver Mau, Redaktionsleiter

Eine Überdosis Gott

6

Eine Begegnung mit der Heiligen Stadt

Mit einem Hauch von Bella Block

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Vorabdruck einer Geschichte von Doris Gercke

Worte über Liebe, Trauer und Schmerz

12

Poeten gesucht: Leseraktion in Ückendorf erleben

60er Revival und Fußballertraum

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Die neuen Filme im Kommunalen Kino in der GSÜ

Leute heute „Der Europäische Sozialfonds ist das zentrale arbeitsmarkt­ politische Förderinstrument der Europäischen Union. Er leistet einen Beitrag zur Entwicklung der Beschäftigung durch Förderung der Beschäftigungsfähigkeit, des Unter­ nehmergeistes, der Anpassungsfähigkeit sowie der Chancengleichheit und der Investition in die Humanressourcen.“ Ausgabe Oktober 2010

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Spinxx Kritikergipfel und Sportler für die Arche Noah

Ückendorfs Unternehmerpreis Junge Redaktion nimmt Betriebe unter die Lupe

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38

43 15

29 Himmelstreppe oder Himmelsleiter

24

Landmarke und Orientierungspunkt im Dreistädteeck

Terminkalender

26 27 28 29

Özlem Bingöl fühlt sich wie eine Fremde in der Fremde

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Ihhh, dein Chef stellt ja Frauen ein

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Das neue Ü-Team

38

Die Junge Redaktion ist offizielles Unterrichtsfach

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Dogan Coskuns Türkeireise mit Hindernissen

Die alte Heimat neu entdeckt

Damit Spa_etti wieder Spaghetti werden

Frauen in Männerberufen: Stephanie Pinna ist Malerin

Fazile Rauf in der Kulturhauptstadt Istanbul

Flucht vor der Hitze

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Männer in Frauenberufen: William Gruthoff ist Logopäde

Ceylan Karakaya nach 15 Jahren wieder in der Türkei

Am Pulsschlag der Millionenmetropole

Leute heute Drei Kilometer Kultur und ein Kunstprojekt

Rätseln Sie mit und gewinnen Sie attraktive Preise

Die Familie in der Fremde

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Zum Geocaching in den Rheinelbewald

Die Veranstaltungen von Oktober bis Dezember

Lippen lesen

Suche nach dem verborgenen Schatz

Der Dirigent und sein Steckenpferd

40

Manfred Fuhrmann führt Regie bei Preziosa

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Ückendorfer Gesichter

43

Günter Rose: Pensionär und Kulturdezernent a. D.

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nachbarn & freunde

Eine Überdosis Gott Warum sind 16-jährige Israelis und Palästinenser be­ reit, ihr Leben zu lassen, nur damit ihre Flagge über Jerusalem weht? Christoph van Bürk hat für Ückendorf erleben in der Heiligen Stadt nach Antworten gesucht und sprach darüber mit den Jungen Reportern.

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Ückendorf

erleben 5|2010

Christoph van Bürk, 34 Text+Foto


Ein Land voller Gegensätze: Am Salbungsstein (l.), einem der größten Heiligtümer des Christentums, soll der Leichnam Jesu für die Bestattung vorbereitet worden sein. Mit einer 759 Kilometer langen Sperranlage (r.) trennt sich Israel vom Westjordanland ab.

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Fotos aus der Heiligen Stadt: Gebets- und Wunschzettel in der Klagemauer (l.), der islamische Felsendom auf dem Tempelberg, ein abgegrenzter Bereich der Klagemauer gilt als Freilichtsynagoge, muslimische Schulmädchen in Ost-Jerusalem.

Jerusalem ist die Geburtsstadt des Glau­

Muslimen gleichermaßen heilig ist. Das

dem er den ersten Menschen schuf, und hier

bens, die Heilige Stadt für die Weltreligionen

Areal macht nur 0,0075 Prozent der Staats­

seinen Fußabdruck hinterlassen. An dieser

Judentum, Islam und Christentum. Jerusalem

fläche Israels aus, aber 100 Prozent des Kon­

Stelle standen die prachtvollen Tempel, die

ist eine Stadt voller spiritueller Attribute,

flikts zwischen Juden und Arabern. Einen

die Könige Salomon und Herodes bauten

aber aufgeladen von religiösen Konflikten.

unabhängigen Palästinenserstaat kann es

und die von Babyloniern und Römern zer­

In Jerusalem sind innerhalb der vergangenen

nur geben, wenn Einigkeit über den Tempel­

stört worden sind. Das letzte Überbleibsel

2.000 Jahre 34-mal Eroberer in die Stadt einge­

berg, seine religiösen Stätten und die Altstadt

des jüdischen Tempels ist eine riesige Mauer,

zogen, sie wurde 22-mal belagert, 18-mal wie­

Jerusalems herrscht.

an der die Juden seitdem seine Zerstörung

der aufgebaut, elfmal wechselte die Religion.

beklagen: Die Klagemauer ist der heiligste Ort „Dann ist Jerusalem ja eine Stadt,

des Judentums.

„So viel Gewalt und das in einer

die nur aus Kirchen, Moscheen,

heiligen Stadt.“ (Bahar Satilmis, 15)

Klöstern und Synagogen besteht.“

„Die Juden sind also immer noch

(Özlem Bingöl, 16)

traurig über die Zerstörung

Im Laufe der Jahrhunderte wuchs durch

ihres Tempels.“ (Dogan Cosgun, 16)

zahlreiche Demütigungen der große po­

Ursprung des Streits ist ein Felsen, der als

litische Konflikt um den Nahen Osten.

Schnittstelle zwischen Himmel und Erde gilt.

Auf dem Jerusalemer Tempelberg erwar­

Im Herbst 2010 verhandeln Israel und die

Auf dem heiligen Fels, der unter der vergoldeten

ten die Juden die Ankunft des Messias, der

Palästinenser wieder über Frieden. Dennoch

Kuppel des Felsendoms liegt, wollte Abraham

den dritten Tempel errichtet. „Dann werden

gehören in Jerusalem schwer bewaffnete

Gott seinen Sohn Isaak opfern – das glauben

Heil und Barmherzigkeit als Gottesgabe allen

Soldaten allerorten zum alltäglichen Bild.

Juden, Christen und Muslime. Die Weltreligi­

Menschen und Völkern zuteil, es wird das

Warum flammt der Konflikt ständig auf, wa­

onen haben gemeinsame Wurzeln. Deswegen

Ende aller Kriege sein“, erklärt der Rabbiner

rum müssen immer noch Menschen sterben?

stehen heute 1.204 Synagogen, 180 Moscheen,

Dr. David Bollag.

Die Antwort verblüfft: wegen eines klei­

158 Kirchen und 72 Klöster in Jerusalem.

Für die Christen hat mit Jesus der Messias

nen Gebiets von 144.000 Quadratmetern.

Nach jüdischem Glauben hat Gott aus

bereits gelebt und gewirkt. In Jerusalem ist er

So groß ist der Tempelberg, der Juden und

dem Felsbrocken den Staub genommen, aus

gekreuzigt und begraben, auferstanden und

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Ückendorf

erleben 5|2010


in den Himmel gefahren. Heiligster Ort ist

Vor Mekka war deshalb Jerusalem sogar

den Christen die Grabeskirche, wo sich Kreu-

erste Gebetsrichtung. Sein geflügeltes Pferd

zigungsstelle und Grab Jesu befinden und die

el Burak bindet Mohammed, so glauben eini­

Dennoch ist kaum ein heiliger Ort der

nur wenige hundert Meter vom Tempelberg

ge Muslime, an einer markanten Stelle an: an

Erde umstrittener und umkämpfter als dieses

entfernt steht.

der Klagemauer, die somit ebenfalls als musli­

kleine Stück Jerusalem. Nur weil der spätere

misches Heiligtum gilt.

israelische Premierminister Ariel Scharon vor

wo sich deshalb viele Juden und Muslime bis heute begraben lassen.

zehn Jahren, im September 2000, den Tempel­

„Ich wusste das nicht. Die Klage­mauer ist für die Juden und die

„Alle wichtigen religiösen Symbole

berg besuchte, brach die zweite Intifada aus

Muslime wichtig.“ (Özgür Kilicalp, 15)

sind also Nachbarn. Aber deshalb zu

– ein gewaltsamer Volksaufstand, in dessen

kämpfen, ist eine Sünde. Das ist für

Verlauf tausende Israelis und Palästinenser

Verwaltet wird der Tempelberg (ara­

jede Religion so. Das ist nicht das,

starben und Israel als Schutz gegen Selbst­

bisch: Haram asch-Scharif = gewürdigtes

was Gott von den Menschen will.“

mordattentate eine mehr als 750 Kilometer

Heiligtum) vom Waqf, einer islamischen

(Aynur Gülnaz, 16)

lange Sperrmauer zum Westjordanland baute.

Stiftung. Schließlich steht dort neben dem

Das alles auch im Namen Gottes.

Felsendom auch die berühmte Al Aksa-

In Jerusalem finden sich weitere Gemein­

Moschee. Zwar ist Jerusalem kein einziges

samkeiten zwischen Judentum und Islam.

„Dabei wollen die Menschen dort doch

Mal im Koran erwähnt, jedoch ist die Heilig­

Juden stecken Gebetszettel in die Klagemau­

alle nur Frieden!“ (Özgür Kilicalp, 15)

keit Jerusalems durch die Himmelsreise des

er, die nur für Gott bestimmt sind. Man fühlt

Propheten verbürgt.

sich Gott so näher und stärker verbunden. Für

infotipps

Muslime glauben, dass Mohammed an

Muslime ist der Tempelberg der Platz, der dem

der Stelle des Felsendoms in den Himmel

Paradies am nächsten ist. Ein Gebet soll hier

Redaktion Ückendorf erleben

aufstieg. Auf dem Felsen erkennen sie den Ab­

500-mal effektiver sein als an jedem anderen

c/o Gesamtschule Ückendorf

druck Mohammeds, der sich in den Himmel

Ort. Auch der Tag des Jüngsten Gerichts spielt

abgedrückt hat, wo er mit Allah das Gebot der

sich in beiden Religionen auf dem Tempel­

fünf täglichen Gebete aushandelte.

berg und dem angrenzenden Kidrontal ab,

Turm C, Raum 2.4.1., Bochumer Straße 190 45886 Gelsenkirchen redaktion@ueckendorf-erleben.de

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kult & kultur

Mit einem Hauch von Bella Block

Für echte Krimifans ist „Mord am Hell­ weg V – Tatort Ruhr“ schon seit Monaten ein fester Termin im Kalender. Europas größtes internationales Krimifestival wur­ de für die fünfte Ausgabe von der HellwegRegion bis weit ins Ruhrgebiet erweitert. Ein Tribut an die Kulturhauptstadt RUHR 2010. Seit dem 18. September und noch bis zum 13. November finden deshalb nicht

Krimiautorin Doris Gercke liest im Arbeitsgericht.

Doris Gercke schreibt Ückendorf-Krimi für die Krimianthologie „Mords. Metropole.Ruhr“

nur von Dortmund über Unna bis Lippstadt und von Hamm bis Schwerte verschiede­ ne Veranstaltungen statt, sondern auch in Duisburg, Essen, Bochum und Gelsen­ kirchen-Ückendorf.

Der Bulle von Gelsenkirchen Auszüge aus einer Kurzgeschichte von Doris Gercke Ein Jahr, bevor Horst Griese pensioniert werden sollte, verließ

leben könnte. „Hamburg? Nä, da kannzen Ei drüber schlagen.“

ihn seine Frau. Dass Polizisten-Ehen nicht für die Ewigkeit ge­

So stand fest, dass sie nach der Heirat in Gelsenkirchen wohnen

schlossen werden, war auch ihm bekannt. Und wenn die Tren­

wollten, der Stadt, von der Edith sich nie trennen würde.

nung vor fünfzehn oder zwanzig Jahren stattgefunden hätte,

Fünfzehn Jahre ging es Griese und seiner blonden Edith in

wäre von kaum einem Kollegen ein Wort darüber verloren wor­

Gelsenkirchen gut. ( …) Bis zu diesem verdammten Trinkhallen-Fall.

den. Ein Jahr vor der Pensionierung auseinanderzugehen, war

10

aber so ungewöhnlich, dass sich einige von Grieses Mitarbeitern

Am 23. August vor zehn Jahren bekam die Gelsenkirchener

mitfühlend nach seinem Befinden erkundigten. Er versuchte,

Mordkommission von einer Streife einen merkwürdigen

dem Thema mit einer nichtssagenden Antwort zu entgehen.

Hinweis, dem Griese, weil noch Urlaubszeit war und seine

Griese und seine Frau hatten sich vor dreißig Jahren wäh­

Abteilung schwach besetzt, gemeinsam mit einem jungen, un­

rend eines Urlaubs auf den Kanaren kennengelernt. Sie war

erfahrenen Kollegen nachging. Einer der Polizisten war an einer

mit ein paar Freundinnen unterwegs gewesen, er allein. Sie war

Trinkhalle an der Bochumer Straße ausgestiegen, um für sich

ihm aufgefallen, weil sie in der Gruppe am lautesten lachte und

und seinen Kollegen zwei Flaschen Wasser zu kaufen. Der Tag

ihr Ruhrgebiets-Dialekt ihm gefiel, obwohl er eigentlich kein

war sehr heiß. Es war nachmittags gegen 17 Uhr und vor der

Freund von dialektgefärbter Sprache war. Als er Edith, sie war

Trinkhalle standen vier oder fünf Männer, die sich darüber un­

klein, zierlich und blond, eines Abends allein an der Bar getrof­

terhielten, dass sie einen ihrer Saufkumpane schon länger nicht

fen hatte, hatten sie sich näher kennengelernt. Im Jahr darauf

gesehen hätten. Kein Grund, irgendetwas Böses zu denken. Als

waren sie zusammen in Urlaub gefahren. Vorher hatte sie ihn

aber der Besitzer der Trinkhalle erklärte, eine Nachbarin des

schon in Hamburg besucht und festgestellt, dass sie dort nie

Vermissten sei vor ein paar Stunden da gewesen und habe sich

Ückendorf

erleben 5|2010


Geplant sind insge­

Sie hatte vor, einen neuen Kurzkrimi

Natürlich wollen wir nicht verraten,

samt über 180 Veran­

zu schreiben, der in Gelsenkirchen spielen

wer der Mörder ist, aber für die Leser von

staltungen mit rund 600

sollte. Als sie die Stadt besucht hatte, ent­

Ückendorf erleben gibt es hier einen ersten

Krimiautoren aus ganz

schied sie sich sofort für Ückendorf als Ort

Eindruck von „Der Bulle von Gelsenkirchen“

verschiedenen Ländern. Es werden viele berühm­ te Autoren teilnehmen:

Bahar Satilmis, 15 Text

des Geschehens. Ihr literarisches Verbre­ chen wird rund um den Wissenschaftspark und auf der Bochumer Straße stattfinden.

infotipps

Simon Beckett, Joy Fiel­

Der Kurzkrimi wird in der Krimianthologie

Crime Solo: Doris Gercke

ding, Ingrid Noll, Ake

„Mords.Metropole.Ruhr – Mord am Hell­

Lesung des Ückendorf-Krimis

Edwardson, Hakan Nesser, Helene Tursten,

weg V“ erscheinen, die im Rahmen des Fe­

Karen Slaughter und Doris Gercke. Letztere

stivals gedruckt wird. Außerdem liest Doris

ist eine mit vielen Preisen ausgezeichnete

Gercke ihren Krimi zum ersten Mal bei ei­

Donnerstag, 28. Oktober, 19.30 Uhr

deutsche Autorin, die unter anderem die

ner Veranstaltung des Festivals im Gelsen­

www.mordamhellweg.de

Krimireihe „Bella Block“ schreibt.

kirchener Arbeitsgericht.

„Der Bulle von Gelsenkirchen“ Arbeitsgericht Bochumer Straße 86, 45886 Gelsenkirchen

über den Gestank in ihrem Treppenhaus beschwert, war der Po­

und an einer Ecke, an der am Vormittag wohl ein Obsthändler

lizist hellhörig geworden und hatte sich nach dem Namen des

gestanden hatte, glänzten zertretene Früchte in der Sonne. Sie

vermissten Mannes erkundigt. Griese nahm den Anruf entgegen

waren froh, als sie die angegebene Adresse erreicht hatten und

und obwohl eigentlich Feierabend gewesen wäre, machten sie

von der Straße verschwinden konnten.

sich auf den Weg. „Ich hab einen Instinkt für so was“, erzählte er am Abend sei­ ner Frau. „Ich wusste sofort, dass da etwas faul war.“

Im Hausflur war es kühl, aber schon auf der untersten Stu­ fe nahmen sie den Geruch wahr, der stärker wurde, je höher sie stiegen. Leichengeruch, da bestand kein Zweifel. Griese bedau­

Dass dieser Anruf Veränderungen in seinem Leben hervor­

erte einen Augenblick, dass die Kollegen von der Streife nicht

rufen würde, die mit der Trennung von seiner Frau fünfzehn

dabei waren. Das letzte Schloss, das er ohne Schlüssel geöffnet

Jahre später noch nicht zu Ende waren, ahnte Griese nicht.

hatte, war vor zehn Jahren sein eigenes Kellerschloss gewesen, aber der junge Kollege erwies sich als geschickt.

Wie immer, wenn Griese an einen vermeintlichen Tat­ ort kam, stellte er das Auto ein Stück entfernt ab; bis ans Ende

„Und dann“, sagte Griese am Abend zu seiner Frau, „stand

seiner Tage würde er sich über Fernsehkommissare ärgern, die

ich da in all dem Müll und Gestank und der Kollege rannte

mit dem Wagen direkt neben der Leiche hielten. Obwohl es

ins Treppenhaus und übergab sich, was die Geruchslage auch

in der Bochumer Straße vor zehn Jahren noch nicht so viele

nicht besser machte. Das Treppenhaus war übrigens noch ganz

leer­stehende Wohnungen und Billig-Läden gab, fiel ihm doch

gut in Schuss, rot-weiße Fliesen auf dem Fußboden, die Treppe

– Griese war empfänglich für Stimmungen und Atmosphären,

mit grauem Linoleum und sogar geputzt, die Wände ordentlich

unter anderem darauf gründete mancher seiner Fahndungs­

gestrichen, gelb, glaube ich.“

erfolge – bereits damals eine gewisse Vernachlässigung an den Häusern auf. Viele Hausbesitzer hatten auf einen Neuanstrich verzichtet, obwohl wegen der stillgelegten Zechen kaum noch Ruß die Luft verschmutzte. Sie kamen an einem überquellenden Mülleimer vorbei, den jemand zu spät auf die Straße gestellt und nicht wieder ins Haus geholt hatte. Es war immer noch sehr heiß

Die Textauszüge wurden dankenswerterweise vom Festival „Mord am Hellweg V – Tatort Ruhr“ zur Verfügung gestellt.

infotipps Mords.Metropole.Ruhr Kriminalgeschichten H.P. Karr, Herbert Knorr, Sigrun Krauß (Hg.) 381 Seiten, kt., 10,50 Euro ISBN 978-3-89425-377-6, Originalausgabe Erscheinungsdatum: August 2010

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nachbarn & freunde

Ein nachdenkliches Mädchen, das Gedanken in Gedichte verwandelt. Die 15-jährige Büsra Nur Yildirim schreibt ihre Liebesgedichte nachts unter ihrer Schreibtischlampe, im Garten auf dem Liegestuhl oder im Schatten einer dicken Eiche hinter der GSÜ. Sobald die Ideen sprudeln, ergreift sie ihren Federhalter, der dann wie von Zauberhand über das Papier gleitet.

Ückendorfer Poeten gesucht

infotipps Redaktion Ückendorf erleben

Schreiben Sie Gedichte, Märchen oder Kurzgeschichten? Wunderbar! Dann schicken Sie Ihren liebsten selbstverfassten literarischen Text an Ückendorf erleben. In den künftigen Ausgaben wird jeweils ein Werk vorgestellt. 12

Ückendorf

erleben 5|2010

Raum C341 Bochumer Straße 190, 45886 Gelsenkirchen www.ueckendorf-erleben.de

F o t o : E V A - M A R I A L A A R M A NN

Manchmal muss man verstehen, es wird nicht immer mit der Liebe gehen. Trauer und Kummer sollte man nicht lange haben, man kann hoffen und warten, bis eines Tages der Traum einer Liebe in Erfüllung geht, und man mit klopfendem Herzen und voller Glück dasteht …


kunst & kultur

Kinoerlebnis Zwei Filme, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, zeigt das Kommunale Kino im Oktober. Ückendorf erleben stellt die Werke vor.

Betül Arslan, 15 Text+Foto

Ceylan Karakaya, 16 Text

The Doors: When You’re Strange USA 2009, 86 min., FSK: ab 12, O. m. d. U. Mi, 27. Oktober, 19.30 Uhr, GSÜ, Bochumer Straße 190 Eine eindrucksvolle Dokumentation über die Geschichte der Rockband um den exzentrischen Frontsänger Jim Morrison. Der Kultregisseur und erstklassige Kameramann Tom DiCillo will die Wahrheit über die Band auf der Bühne, hinter der Bühne und in privaten Momenten auf die Leinwand bringen. Nicht Schau­ spielerei soll dabei im Vordergrund stehen, sondern ausschließlich das alte Archivmaterial. Die Kinodoku gibt Einblicke in die Gründungsphase der Doors am Venice Beach in Kalifornien und die Entstehung der sechs Studioalben. Thematisiert werden Jim Morrisons früher Tod sowie die Folgejahre ohne den

Themba – Das Spiel seines Lebens.

legendären Sänger und Songwriter. Was macht die Doors so

Deutschland, Südafrika 2010, 108 min., ab 12.

besonders, dass bis heute mit ihnen gerockt wird? Wahrscheinlich

Mi, 01. Dezember, 19.30 Uhr, GSÜ, Bochumer Straße 190

sind es die rebellische Art und die von der Band verkörperte grenzenlose Freiheit, die Generationen von Jugendlichen in den

Der elfjährige Themba (Emmanuel Soqinase) lebt in einem

Bann gezogen hat und weiterhin zieht. Erzähler dieser Erfolgsstory

ärmlichen Dorf in Südafrika. Dort wächst er mit der jüngeren

ist kein Geringerer als der renommierte Schauspieler Jonny Depp.

Schwester Nomtha (Mihle Mtakati) bei seiner Mutter Mandisa (Simphiwe Dana) auf. Der begeisterte Fußballer, dessen Name auf Deutsch „Hoffnung“ bedeutet, will es unbedingt bis ins National­ team von Bafana Bafana schaffen. Ein weltberühmter Star werden wie Zidane oder Maradonna, das ist sein großer Traum. Um dieses Ziel zu erreichen, kickt er mit Freund Sipho (Melenbatu Maxhama) in jeder freien Minute. Schnell werden Talentsucher auf den jungen Ballkünstler aufmerksam und eine vielversprechende Karriere öffnet sich. Das klingt nach Fußballmärchen, doch das Leben holt Themba in die harte Realität zurück. Der mit dem HI-Virus infizierte Luthando (Patrick Mofokeng) nistet sich als Untermieter bei der bald zeigt dieser sein wahres Gesicht als Nichtsnutz und Säufer. Als Mandisa ihre Arbeit auf dem Feld verliert, hofft sie auf einen neuen Job in der Metropole Kapstadt. Die Kinder lässt sie bei Luthando zurück. Ein folgenschwerer Fehler … 5|2010 Ückendorf erleben 13

Foto: Warner

kleinen Familie ein. Mutter Mandisa verliebt sich in ihn, doch schon


leute heute

Dogan Coskun, 16 Text+Foto

Bahar Satilmis, 15 Text+Foto

Layla Omeirat, 12 Text

Spinxx Kritikergipfel Auf dem Bauspielplatz in Ückendorf haben sich im September 65 junge Medienkritiker von sieben Onlineredaktionen aus Gelsen­ kirchen und dem gesamten Bundesgebiet getroffen. Die Jugendlichen

SuS Bertlich punktet für die Arche Noah

zwischen elf und 17 Jahren sind zu einem Workshop-Camp angereist. Gemeinsam haben sie an drei Tagen über unterschiedliche Film­genres diskutiert, acht Kurzfilme gedreht sowie ein Hörspiel aufgenom­ men. Zur bunten Auswahl gehörten Bollywood, Vampir-Romanze,

Das Tischtennisteam vom SuS Bertlich trägt stolz das Logo der

Western, Action, Krimi, Horror, Dokumentarfilm und Science Ficti­

Arche Noah auf den neuen dunkelblauen Trikots. Darunter steht

on. „Es hat mir un­

in weißen Lettern: „Wir punkten für schwerstbehinderte Kinder.“

heimlich viel Spaß

Diese Idee kam den Vorstandsmitgliedern beim Fußballgucken.

gemacht, meinen

„Wir brauchten neue Trikots und weil die Sponsorensuche so

eigenen Film zu

mühsam ist, haben wir uns überlegt, den Spieß einfach umzudre­

produzieren

und

hen“, erzählt der zweite Vorsitzende Christoph Schniedenharn.

zu sehen, wie viel

Abteilungsleiter Stefan Vollmeier war sofort Feuer und Flamme:

Arbeit das macht“,

„Wir wurden einfach selbst zum Sponsor. Unsere Spieler haben

sagt die 14-jährige

eine Eigenbeteiligung gezahlt, die zu 100 Prozent an die Arche

Zeynep aus Dort­

geht.“ Einen Scheck über 1.200 Euro hat das Kinderhospiz durch

mund. „Das nächste Mal möchte ich wieder mitmachen.“ Die Filme

diese außergewöhnliche Aktion schon erhalten. Im neuen Dress

wurden zum Abschluss des Kritikergipfels allen Teilnehmern, deren

hofft Bertlich nicht nur auf viele Punkte in der Meisterschaft. Bei

Freunden und Familien im Medienzentrum der Stadtbibliothek unter

jedem Spiel ist eine Spendendose mit dabei, die von Zuschauern

großem Applaus vorgeführt.

und den gegnerischen Teams reich gefüllt werden soll.

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ums Langenboch Schönste: beim Fotoshooting Edith

das Alter: Ode anOma tut gut. Einegibt Mut, Opa r: im Wintektion Ückendorf Die große

100 Jahre SHK Gerhard Schlegel ehrt treue Mitglieder

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M A GA Z I N

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Das Stadtfest im Juli

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T I O N E DA K E N R J U N G D E R Z I N M AG A DA S

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Der Sommerhit

10

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Eine Zukunft in Grün

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Ückendorfs Unternehmerpreis Neue Aktion der Jungen Redaktion nimmt Betriebe unter die Lupe

Teil 1

Betül Arslan, 15 Text+Foto

Was macht einen guten Betrieb aus? Welche Berufsmöglichkeiten finde ich hier in Ückendorf? Wo kann ich ein Praktikum machen? Welche Perspektiven bietet mir das Unternehmen nach der Ausbildung? Diese und viele weitere Details sammeln die Jungen Redakteure in den letzten Wochen für den Ückendorfer Unternehmerpreis. Die ersten 16 Kandidaten stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe vor. Der zweite Teil wird in der Dezemberaus­ gabe veröffentlicht, bevor eine hochkarätige Jury unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Frank Baranowski den Gewinner ermittelt. 5|2010 Ückendorf erleben 15


Entsorgungsfachbetrieb Kemper Exterbruch 3 Tel.: 02 09 / 14 62 05 Vom Transportunternehmen zum zer­ tifizierten

Entsorgungsfachbetrieb.

Mit

einem Hanomag Henschel fing alles an. Elke und Heribert Kemper legten mit die­ sem Fahrzeug den Grundstein für einen erfolgreichen Familienbetrieb. Inzwischen sorgen in zweiter Genera­

kleinen Baustellen im Einsatz. Schrott

tion die Geschwister Michael, Thomas und

und Abbruchmaterialien werden anschlie­

Kerstin Kemper gemeinsam für die Ent­

ßend nach Wertstoffen sortiert und dem

sorgung von Bauschutt bis Grünabfällen.

Recyclingprozess zugeführt. „Denn Res­

Begeistert sind sie vom Standort Ücken­

sourcenschonung ist uns sehr wichtig“,

Azubis: noch keine

dorf: „Hier gibt es nichts, was nicht geht!“

erklärt Geschäftsführerin Kerstin Kemper.

Praktikanten pro Jahr: 2

„Das soll auch unsere Firmenfarbe Grün

Schwerpunkt: Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit

Fünf Lastwagen sowie bis zu 80

Branche: Dienstleistung Inhaber: Michael, Thomas und Kerstin Kemper Gründung: 1979 Mitarbeiter: 6

Container sind täglich auf großen und

ausdrücken.“

Zahnarztpraxis Dr. Hoferichter und Partner

„Ein sauberer Zahn wird nicht krank.

dafür, dass die Zahnschmerzen der Patien­

Und wenn sich alle dran halten, dann werde

ten schnellstmöglich der Vergangenheit

ich bald arbeitslos“, scherzt Dr. Frank Hofe­

angehören. „Das wichtigste Ziel unserer

richter mit Ironie in der Stimme.

Praxis ist, in jedes Gesicht wieder ein strah­

Gemeinsam mit zehn zahnmedizini­

lendes Lächeln zurückzuzaubern.“ Und das

schen Assistentinnen aus sieben Nationen

gelingt manchmal schon direkt auf dem

Ückendorfer Straße 210

sorgt das Ärzteteam, zu dem auch Toch­

Behandlungsstuhl.

Tel: 02 09 / 2 53 33

ter Christina und Elsa Müller gehören,

Mit

dem

Blick

auf

entspannende

Deckengemälde können die Patienten der Zahnarztpraxis in eine Traumlandschaft reisen. Wer sich dennoch vor dem Zahnarzt­ besuch fürchtet, kann sich von Dr. Hoferich­ ter sogar unter Hypnose behandeln lassen.

Branche: Gesundheit Inhaber: Dr. Frank Hoferichter Gründung: 1980 Mitarbeiter: 11 Azubis: 4 Praktikanten pro Jahr: 3 Schwerpunkt: Die drei Ps: Prophylaxe, Paradontologie und Prothetik


Fleischerei und Partyservice Helmut Wolf

Metzgermeister Helmut Wolf führt das Geschäft zusammen mit seiner Frau Bärbel, seitdem er es 1982 von seinen El­ tern übernahm. Diese hatten den Betrieb

Branche: Handwerk Inhaber: Helmut Wolf Gründung: 1957 Mitarbeiter: 10

bereits 1957 gegründet. Mit Sohn Timo,

Azubis: zurzeit keine

ebenfalls Meister seines Fachs und zusätz­

Praktikanten pro Jahr: zurzeit keine

Bochumer Straße 116

lich ausgebildeter Koch, steht die dritte

Schwerpunkt: Herstellung eigener Produkte

Tel.: 02 09/2 62 89

Generation bereits in den Startlöchern.

Eine moderne Metzgerei nach alter Tradition – das ist die Fleischerei Wolf. Inhaber Helmut Wolf erklärt das so: „Nur gutes Ausgangsmaterial wird durch optimale Verarbeitung zu einem qualita­ tiv hochwertigen Endprodukt, das unsere Kunden im Laden und im Partyservice zufriedenstellt.“ In der eigenen Wurstküche entstehen die mehrfach ausgezeichneten Wurstsor­ ten, von denen einige traditionell über Buchenholz

geräuchert

werden.

Das

Fleisch hierfür wird prinzipiell selbst zer­ legt und verarbeitet.

Steinmetzbetrieb Martin Künne

wichtig.“ Und all das gelingt bereits seit 1880.

Günnigfelder Straße 18

Arbeiten durch. Heute liegt der Schwerpunkt

Tel.: 02 09 / 1 77 75 67

des Dreierteams in der Gestaltung und Aus­

Nach der Unternehmensgründung restau­ rierten die bis zu zehn Mitarbeiter hauptsäch­ lich Kirchen oder führten bildhauerische

führung persönlicher Grabmale. Dank der „Ein Grabmal ist etwas sehr Persönliches“,

langjährigen Erfahrung sind der Kreativität

betont Helmut Gebauer, Filialleiter im altein­

dabei kaum Grenzen gesetzt. Im Ausstel­

gesessenen Steinmetzbetrieb Martin Künne.

lungsbereich finden sich deshalb klassische

„Zwar ist die Bearbeitung von Stein ein Hand­

Steine ebenso wie sehr ausgefallene Grabma­

werk und eine Kunst, doch die einfühlsame

le, in die neben Stein auch Materialien wie

Beratung der Kunden ist mindestens genauso

Holz, Stahl oder Glas eingearbeitet wurden.

Branche: Handwerk Inhaber: Martin Künne, Filialleiter Helmut Gebauer Gründung: 1880 Mitarbeiter: 3 Azubis: zurzeit keine Praktikanten pro Jahr: maximal 1 Schwerpunkt: Fertigung individueller Grabmale

5|2010 Ückendorf erleben 17


ren.“ Das Problem waren die hohen Kosten der Massenherstellung in Deutschland. 1999 wurde der Betrieb von der französischen Groupe Genoyer gekauft. In den letzten Jah­ ren stellte man dann von der Massenproduk­ tion erfolgreich auf Spezialanfertigungen von Flanschen, Fittings und Rohrbogen um – für die Chemische Industrie und Anlagen­ bauer. Da Geldbach sich schnell umstellen

Wilhelm Geldbach Industrie GmbH Ziegelstraße 17 Tel.: 02 09 / 15 80 30

kann und flexibel ist, ist das Unternehmen am Markt – national wie international – gut aufgenommen worden.

Branche: Metallverarbeitende Industrie Inhaber: Groupe Genoyer Gründung: 1903 Mitarbeiter: 50

„Der Betrieb ist 1903 gegründet worden

Azubis: zurzeit keine

– älter als Schalke 04“, sagt Norbert Falken­

Praktikanten pro Jahr: maximal 2

hain von Wilhelm Geldbach Industrie stolz,

Schwerpunkt: Spezialanfertigungen,

und fügt traurig hinzu: „Heute sind es aber

Fittings (eigene Produktion) und Flansche

nur noch 50 von knapp 700 Mitarbeitern, die hier Ende der 80er Jahre beschäftigt wa­

(Veredelung) für Anlagenbauer, Chemische Industrie, Kraftwerke

Gärtnerei Remy

pflegen diese. Ein Rundumservice bei der Be­

mensbereich ist für die wirtschaftliche Ent­

Mitarbeiter: 6

Osterfeldstraße 56

wicklung von großer Bedeutung. Deshalb

Azubis: 1

Tel.: 02 09 / 2 16 30

stehen dabei die Wünsche der Kunden im Vor­

Praktikanten pro Jahr: 3

dergrund. „Auf die individuelle Beratung legen

Schwerpunkt: Grabgestaltung, Grab- und

„Das Gärtnern ist nicht leicht. Nicht nur an sonnigen Tagen muss gearbeitet werden, sondern auch bei Regen muss man raus“, sagt Melanie Remy. 1930 kaufte Gerhard Remy, der Groß­ vater ihres Mannes, das Grundstück an der Osterfeldstraße und errichtete dort die Gärtnerei. Bis 2006 leitete Frank Remys Vater das Unternehmen und übergab es in der Nachfolge an seinen Sohn und die Schwiegertochter. Die sechs Mitarbeiter des Gartenbaubetriebs züchten junge Pflanzen in den Gewächshäusern, gießen Blumen, jäten Unkraut. Außerdem legen sie auf dem Südfriedhof Gräber an, bepflanzen und 18

Ückendorf

erleben 5|2010

stattungsvorsorge und eine Dauergrabpflege können gebucht werden. Dieser Unterneh­

wir sehr großen Wert“, erklärt Melanie Remy.

Branche: Landwirtschaftlicher Gartenbaubetrieb Inhaber: Frank Remy Gründung: 1930

Gartenpflege


sagt Jürgen Feiertag. Deshalb hat er stän­ dig investiert. Im April 2000 zog er von der Bochumer Straße in das 850 Quadratmeter große Ladenlokal am Dördelmannshof. Ob­ wohl dieser als schlechter Standort galt, hat sich der Supermarkt dank innovativer Ide­ en sehr erfolgreich entwickelt. „Wir liefern unseren älteren Kunden die Ware direkt an die Haustür. Außerdem stellen wir täg­ lich frische, hausgemachte Salate her, pres­ sen frischen Orangensaft und schälen die Ananas für unsere Kunden“, erzählt Markt­ leiterin Iris Jeretzky.

Rewe Feiertag

folgsrezept. 1969 startete er als 24-jähriger

Jürgen Feiertag sein ganz persönliches Er­

Branche: Einzelhandel Inhaber: Jürgen Feiertag

Jungunternehmer mit einem kleinen Ge­

Gründung: 1969

schäft in die Selbstständigkeit. Im Laufe der

Mitarbeiter: 40

Am Dördelmannshof 6

Jahre hat der Einzelhandelskaufmann und

Azubis: 7

Tel.: 02 09 / 1 70 15 00

Metzgermeister seine Rewe-Filialen stetig modernisiert und insgesamt über 120 Azu­

„Meine Arbeit ist mein Hobby!“ So erklärt

bis ausgebildet. „Stillstand ist Rückgang“,

Reisebüro Männel

stützt, es in einem Satz auf den Punkt bringt:

Ückendorfer Straße 208 Tel.: 02 09 / 2 89 89

Praktikanten pro Jahr: 10 bis 12 Schwerpunkt: Ein zufriedener Kunde ist ein einfacher Kunde.

„Man kennt sich und man vertraut sich.“

Branche: Dienstleistung Inhaber: Hannelore Männel Gründung: 1990 Mitarbeiter: 5

Kundenpflege und gut geschultes Personal,

Azubis: zurzeit 1

das sind die Erfolgsrezepte von Hannelore

Praktikanten pro Jahr: zurzeit keine

und Hartmut Männel. Mit diesen bauten

Schwerpunkt: Kundenpflege

sie die Versicherungsagentur auf und damit gelang ihnen auch die Gründung des Reise­ büros, nachdem die Männels die Württem­ bergische-Agentur an ihren Sohn abtraten. Auch das Reisebüro soll in Kürze an den Nachwuchs gehen – diesmal ist Tochter Sandy an der Reihe, die ebenso wie Sascha im elterlichen Betrieb ausgebildet wurde. Die langjährige Verbundenheit zu den Ücken­ dorfern zeichnet die Familienbetriebe aus, wie Hartmut Männel, der zudem zahlreiche soziale Veranstaltungen und Vereine unter­ 5|2010 Ückendorf erleben 19


Aral-AutoCenter-Cukur Bochumer Straße 177 Tel.: 02 09 / 20 41 82 Kennen Sie das: Es ist Sonntag, Gäste ste­ hen vor der Tür und der Kühlschrank ist leer? Alle Geschäfte in Ückendorf sind geschlos­ sen. Wie gut, dass es den Aral-Shop gibt. Süßigkeiten, Eis, Getränke und sogar heiße Snacks aus dem Petit Bistro können hier ein­ gekauft werden. Neben all diesen Kleinigkei­ ten stehen natürlich in der Hauptsache Ben­ zin, Super und Superplus in den Zapfsäulen bereit. Als besonderen Service bietet die im

noch eng verbunden ist, die Meisterschule in

August 2009 angegliederte Autowerkstatt

Münster. „Dann kann ich selbst Kfz-Mecha­

Reparaturen aller Art an. Noch bis Ende des

troniker ausbilden“, sagt er stolz.

Jahres besucht Kfz-Mechatroniker Kerim

Und wenn Kerim Cukur nicht die Schul­

Cukur, der seine Fachoberschulreife an der

bank drückt, kümmert er sich um Gelsenkir­

gegenüberliegenden Gesamtschule Ücken­

chens Städteschaft mit Büyükçekmece, die er

dorf gemacht hat und bis heute der Schule

als Initiator mit angestoßen hat.

Branche: Dienstleistung und Handwerk Inhaber: Kerim Cukur Gründung: 2008 Mitarbeiter: 7 Azubis: 3 Praktikanten pro Jahr: ca. 20 Schwerpunkt: Fleiß und Ehrlichkeit

Bestattungshaus Driemel

und seine Bedürfnisse stellen Annelie und

Virchowstraße 21

sie sich kurze, persönliche Auszeiten vom

Tel.: 02 09 / 14 06 03

Arbeitsalltag

Fritz Seek über alles. Erst seit sie eine Mit­ arbeiterin eingestellt haben – zunächst in Teilzeit, mittlerweile in Vollzeit –, können gönnen

und

auch

mal

Wochenendausflüge machen. In ruhiger Mit fast 125-jähriger Geschichte gehört

Atmosphäre werden die Trauernden beraten,

das Bestattungshaus Driemel in der vierten

dabei bietet das Bestattungsinstitut neben

Generation zu den Traditionsunternehmen

den üblichen Erd- und Feuerbestattungen

des Stadtteils. Die durchgehende Erreich­

auch alle anderen möglichen Beerdigungs­

barkeit und das Eingehen auf den Kunden

formen wie See- und Naturbestattungen an.

Branche: Dienstleistung Inhaberin: Annelie Seek Gründung: 1886 Mitarbeiter: 4 Azubis: keine Praktikanten pro Jahr: keine Schwerpunkt: Einfühlungsvermögen – auf die Menschen eingehen und ihnen zuhören

20

Ückendorf

erleben 5|2010


Druckerei Schneider Am Luftschacht 6 Tel.: 02 09 / 14 17 60 „Mein Vater hat seine erste Druckerei im Keller des Hauses seiner Mutter gegründet“, weiß Jürgen Schneider über die Gründungs­ phase zu berichten. 29 Jahre später wurde Ückendorf zum Firmensitz. Hier bietet die Druckerei Schneider alles an, was im Drucke­ reiwesen machbar ist. Auch Tochter Astrid

Freundlichkeit ist ein Bumerang. Sie kommt

Voshege arbeitet seit vier Jahren mit im

zurück!

väterlichen Betrieb. Von der kleinen Visi­ tenkarte bis zur dicken Bedienungsanlei­

Branche: Dienstleistung

tung reicht die breite Angebotspalette. „Wir

Inhaber: Jürgen Schneider

verwenden dabei ausschließlich Papier aus

Gründung: 1950

nachhaltigem Anbau für unsere Erzeugnis­

Mitarbeiter: 5

se“, betont Jürgen Schneider. Im Eingangs­ bereich weist ein Hinweisschild auf die

Azubis: zurzeit keine Praktikanten pro Jahr: 1 Schwerpunkt: Wir drucken alles!

Philosophie des Familienunternehmens hin:

Praxis für Ergotherapie Flöz Sonnenschein 19 Tel.: 02 09 / 9 47 63 52

neurologischen Störungen, damit sie im

gehören zu den vielfältigen Arbeitsfeldern

Alltag möglichst keine Einschränkungen

von Dina Bitter am Flöz Sonnenschein.

haben“, erklärt die staatlich geprüfte Ergo­ therapeutin ihr berufliches Engagement.

Eine Therapieeinheit dauert 45 Minu­ ten. Um mit ihren Patienten zu trainieren,

Ihr jüngster Patient ist erst zwei Jahre alt;

macht sie auch Haus- und Heimbesuche. Die

der älteste bereits 94. Aufmerksamkeits- und

meisten Patienten kommen aber in Dina Bit­

Konzentrationsstörungen, Störungen der

ters Praxis. Dort hat sie unzählige Möglich­

Ergotherapie ist für Dina Bitter ein rich­

Fein- und Grobmotorik, Rheuma, Demenz

keiten, auf die besonderen Bedürfnisse jedes

tiger Traumjob. „Ich helfe Menschen mit

und die Betreuung nach einem Schlaganfall

einzelnen Patienten einzugehen. „Die Kinder gehen am liebsten in den Turnraum“, sagt sie lachend. Kein Wunder! Dort können sie klettern, schaukeln und sogar mit einer Seil­ bahn fahren.

Branche: Gesundheit Inhaberin: Dina Bitter Gründung: 2008 Mitarbeiter: 2 Azubis: zurzeit keine Praktikanten pro Jahr: 2 bis 3 Schwerpunkt: Spaß an der Arbeit

5|2010 Ückendorf erleben 21


Friseurteam Haargenau Festweg 46 Tel.: 02 09 / 14 13 44 „Bei mir muss alles haargenau zusammen­ passen“, erläutert Friseurmeisterin Anja Hrabe ihr Konzept. In ihrem modernen Friseursalon ist alles haargenau auf das Wohl­ befinden und die Zufriedenheit der Kunden abgestimmt. Mit ihrem fünfköpfigen Team sorgt sie nicht nur für trendige Frisuren. Waschen, Schneiden, Legen wird hier zum Wohlfühlerlebnis. Bei Apfelschorle oder Lat­ te Macchiato können sich die Kunden auf

Branche: Handwerk

den Massagesesseln entspannt zurückleh­

Inhaberin: Anja Hrabe

nen. Wer die Einwirkzeit von Haarfarbe oder

Gründung: 1989

Dauer­welle lieber aktiv nutzt, surft kostenlos

Mitarbeiter: 6

via W-LAN direkt vom Frisierstuhl. Ein für je­ den Kunden exklusiv ausgestelltes VIP-Book

Azubis: zurzeit keine Praktikanten pro Jahr: 1 Schwerpunkt: Einfach alles haargenau machen!

hält für jeden Monat eine Überraschung parat.

Württem­bergische Versicherungs AG

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

denken, wie man die Dinge effektiver gestal­

Hartmut Männel gründete das Unterneh­

ten kann“, beschreibt der junge Geschäfts­

men 1974 und nahm seinen Sohn, Sascha

mann Sascha Männel sein Erfolgsrezept. Auf

Männel, dort auch nach dessen Abitur unter

diese Weise möchte er den bisherigen Kun­

seine Fittiche. 1992 begann der Junior seine

denstamm erhalten und weiter ausbauen.

Ausbildung, 2004 übernahm er die Versiche­

Um guten Service sowie ganzheitliche

Ückendorfer Straße 208

rungsagentur. „Ein Unternehmer wird unter

und fachkompetente Beratung gewährlei­

Tel.: 02 09 / 14 12 47

anderem dadurch definiert, ständig zu über­

sten zu können, nehmen die Mitarbeiter an Weiterbildungsmaßnahmen teil oder be­ suchen innerbetriebliche Fachschulungen. Für die Zukunft betont Sascha Männel: „Die Wurzeln des Unternehmens sind in Ücken­ dorf fest verankert.“

Branche: Dienstleistung Inhaber: Sascha Männel Gründung: 1974 Mitarbeiter: 5 Azubis: 2 Praktikanten pro Jahr: 2 Schwerpunkt: Guter Service


Grand Supermarkt Bochumer Straße 156 Tel.: 02 09 / 3 89 65 42 Ein leuchtend blau verpacktes Bonbon mit dem poetischen Namen „süße Pusteblume“ hat den weitesten Weg aller Lebensmittel hin­ ter sich, bis es endlich im Grand Markt an der Bochumer Straße in Ückendorf angekommen ist. Ungefähr zwei Wochen dauert die Reise aus Omsk in Sibirien, bis es in der Süßigkei­ tenabteilung die Naschkatzen erfreut. „Unser Supermarkt ist spezialisiert auf osteuropäische

erzählt

Grenzen Gelsenkirchens bekannt. „Nur

Inhaber Alexander Fichtner inmitten von

Köstlichkeiten“,

50 Prozent unserer Kunden sind tatsächlich

Regalen mit Lebensmitteln aus Italien,

aus Gelsenkirchen. Die restlichen kommen

Österreich, der Türkei, Polen, Russland, der

aus dem gesamten Ruhrgebiet zu uns“, er­

Mitarbeiter: 19

Ukraine, Kasachstan und Usbekistan.

klärt der Jungunternehmer, der noch große

Azubis: 2

Dieses internationale Angebot macht den Grand Supermarkt bis weit über die

Pläne hat. „Ein zweiter Supermarkt, das ist mein großes Ziel!“

Institut für Kosmetik Heike Jahn-Stahl

Branche: Einzelhandel Inhaber: Alexander Fichtner Gründung: 2002

Praktikanten pro Jahr: maximal 4 Schwerpunkt: Gute Qualität zum kleinen Preis

Ziel von Kosmetikerin Heike Jahn-Stahl. 1999 hatte die examinierte Krankenschwes­ ter den Mut zum Zweitberuf und ließ sich zur Kosmetikerin ausbilden. Neben kosme­ tischen Anwendungen haben sie und ihre drei Kolleginnen auch medizinische Fuß­

Festweg 46

pflege, Wellnessmassagen sowie Ultraschall­

Tel.: 02 09 / 3 61 43 80

behandlungen im Angebot. „Wir machen unsere Arbeit von Herzen gern und das spü­

sich die Eingangstür schließt,

ren die Kunden“, sagt Heike Jahn-Stahl mit

beginnt die pure Entspannung. Ein glitzern­

sichtbarer Begeisterung. Ein gut gefüllter

der Kronleuchter, leise, meditative Klänge,

Termin­kalender ist die Belohnung für diesen

die ruhige und harmonische Atmosphäre

Einsatz rund um die Schönheit.

Sobald

lassen den Stress des Alltags vergessen. „Un­ sere Kunden sollen sich in unseren Räum­ lichkeiten wohlfühlen“, lautet das wichtigste

Branche: Dienstleistung und Gesundheit Inhaberin: Heike Jahn-Stahl Gründung: 2002 Mitarbeiter: 4 Azubis: keine Praktikanten pro Jahr: 1 Schwerpunkt: Glückliche und zufriedene Kunden

5|2010 Ückendorf erleben 23


kult & kultur

Die

Jungs

der

DJK

Rotthausen

wirken an diesem Vormittag nicht vom Kunstinteresse beseelt. Die Nachwuchs­ kicker kämpfen sich im Trimmtrab die 110 Meter über Normanull hinauf, ziehen an den Spaziergängern vorbei, bolzen zu Saisonbeginn noch einmal kräftig Kondi­ tion an der Halde Rheinelbe. Der Weg, der sich spiral­förmig den Berg hinaufschlängelt, bietet ideale Bedingungen, um pubertieren­ de Fußballer an ihre physischen Leistungs­ grenzen zu bringen. Man sieht sie schwitzen, wer noch Luft zum Reden hat, den hört man leise fluchen: über den Trainer, den Berg, die Himmelsleiter. Hermann Prigann hätte seinen Spaß an dieser Szene, an der Alltagstauglichkeit seiner Kunst, seiner Idee. Der Künstler, der 2008 verstorben ist, hätte Spaß an der Ein­ bindung seiner Halde in das Alltagsleben der Menschen. Denn im Alltag der Menschen, im Bewusstsein der Ückendorfer ist die Halde Rheinelbe zweifelsfrei angekommen. Die Himmelstreppe ist ein markanter Orien­ tierungspunkt für Suchende, die Himmels­ leiter ist ein Identifikationspunkt für die Menschen. Und nicht nur für Ückendorfer. Im Dreistädteeck zwischen Gelsenkirchen, Wattenscheid und Essen haben gleich drei Gemeinden die Himmelstreppe für sich ent­ deckt und die Landmarke adoptiert, in den Alltag mit aufgenommen.

Himmelstreppe bringt Verborgen Ein Orientierungspunkt im Dreistädteeck

Impressionen von der Rheinelbe-Halde: die Himmelstreppe mit Förster Oliver Balke (o.), Anette Kolkau und der Blick Richtung Süden sowie steinerne Skulpturen auf dem Weg Richtung Ückendorf.

24

Ückendorf

erleben 5|2010


Ein

Pläne erstellt und diese

berg eine Landmarke nach dem Vorbild in

Haufen Beton, den auch

Salopp

gesagt:

mit Statikern überprüft,

Bottrop (Tetraeder) entstehen. Und da kam

noch jeder anders nennt,

ob die Stapelung auch

der Künstler aus Recklinghausen ins Spiel.

ist eine Attraktion. „Ach,

so vorgenommen wer­

Prigann modellierte die Bergspitze neu, spitz­

den konnte. „Ich kann

te sie zu und gestaltete die Himmelstreppe,

eigentlich immer noch

die 1999 fertig gestellt wurde.

ob es jetzt Himmelsleiter oder Himmelstreppe ge­ nannt wird, spielt letzt­

Florian Adamek, 39 Text

lich keine Rolle“, sagt An­ ette Kolkau, Mitarbeiterin

Amal Hassan, 12 Foto

nicht dass

richtig die

„Damit brachte er vormals verborge­

nur

ne Fundamente ans Licht und bewahrte

sind,

also

an einem symbolträchtigen Ort ein Stück

des Museums für Architektur und Ingeni­

nicht miteinander fest verbunden wurden“,

Zechengeschichte“, sagt Anette Kolkau und

eurskunst (MAI), das sich um das Werk des

sagt Anette Kolkau.

fasst damit die Idee des Landschaftskünst­

Künstler Hermann Prigann im RheinelbePark kümmert.

geschichtet

glauben,

Quader

Das alles ist arrangiert auf einer Halde,

lers zusammen. Ein spannendes Schauspiel

einem Ort, an dem die Erde umgekrempelt

vor einer grandiosen Kulisse. Denn hat man

Oben angekommen, ist der Anblick der

ist, auf Links gezogen und neu aufgeschüt­

die kahle, von schwarzem Gestein geprägte

Himmelstreppe imposant. Am Ende der

tet. Gestein wurde aus tausend Metern Tiefe

Haldenspitze erklommen, liegt einem das

Treppe stehen 200 Tonnen Beton, 32 Qua­

zu Tage gefördert und damit das Flachland

Ruhrgebiet zu Füßen. In direkter Umgebung

der. Das wirkt massig. Auf der anderen Seite

Ruhrgebiet neu modelliert. Prigann hat ans

Richtung Essen fällt der natürliche Mech­

sieht die zehn Meter hohe Schichtung auf

Licht gebracht, hat bewahrt und neu kom­

tenberg ins Auge, am Fuße der Halde steht

der Bergkuppe extrem fragil aus. „Hermann

biniert. Das alles war klar durchdacht und

das Wattenscheider Lohrheide-Stadion und

Prigann liebte diese Spannung“, sagt Oli­

geplant. Eigentlich gab es in der gesamten

zur anderen Seite stechen die Kirchtürme

ver Balke, Förster im Rheinelbewald. 1998

Entstehungsgeschichte nur einen großen

Ückendorfs hervor.

begann er seinen Dienst in diesem Forst,

Zufall, und zwar den, wie Hermann Prigann

legte 1999 Hand an, als das Fundament für

an die Halde gekommen ist.

Ein Panorama, für das die B-JugendFußballer der DJK Rotthausen an diesem

die Himmelsleiter gegossen wurde. Anette

Ein Schwelbrand fraß sich über lange

Vormittag keinen Blick übrig haben. Die

Kolkau und Oliver Balke arbeiteten beide in

Jahre durch die Abraumhalde, es entstand

Köpfe sind nach dem Aufstieg leer, der Sau­

diesem Projekt mit Prigann zusammen und

Mitte der 90er Jahre dann akuter Handlungs­

erstoff knapp und die Beine schwer. Denn

bewundern immer noch seine Akribie.

bedarf. Die Halde musste von der Deutschen

die Muskulatur in den Beinen ist dank

Denn was so zufällig aussieht, ist das

Steinkohle (DSK) saniert werden, ein Teil

Rhein­elbe-Halde und Himmelstreppe arg

Ergebnis genauster Planung. Die Quader

wurde abgetragen, die Oberfläche mit lehm­

strapaziert, die sie sich im Trimmtrab erlau­

sind handverlesene Fundament­stücke von

haltigem Boden abgedichtet und so die Glut

fen mussten. Bleibenden Eindruck wird die

verschiedensten Zechengeländen aus der

im Innern des Bergs erstickt. In diesem Rah­

Halde hinterlassen – so lange jedenfalls, bis

gesamten Region. Dann wurden genaue

men sollte aus dem künstlichen Ruhrgebiets­

der Muskelkater nachgelassen hat.

es ans Licht infotipps Forststation Rheinelbe, ehemaliges Umspannwerk Leithestraße 61 b, 45886 Gelsenkirchen Donnerstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr www.mai.nrw.de

5|2010 Ückendorf erleben 25


kult & kultur

Terminkalender

Özgür Kilicalp, 15 Text

Von Oktober bis Dezember 2010

 Bis 26. Dezember, samstags und sonntags, 14 bis 17 Uhr Malerei, Objekt, Skulptur Marion und Bernd Mauß Kunststation Rheinelbe, Leithestraße 111c Eintritt frei  Montag, 15. November, ab 19 Uhr

 Mittwoch, 1. Dezember, 19.30 Uhr

 Bis Freitag, 31. Dezember

Emporenkonzert in der Nicolai-Kirche

Themba – Das Spiel seines Lebens

Landmark

Ückendorfer Straße 108

Koki in der Aula GSÜ

Installationen des Kunstvereins Gelsen­

Eintritt frei  Sonntag, 5. Dezember, 11.30 Uhr

kirchen. Grenzgebiet Gelsenkirchen, Bochum und Essen

 Ab Sonntag, 21. November

9. Ückendorfer Weihnachtsmarkt

Das besondere Format: 3D

Pestalozzihain, Ückendorfer Straße

 Mittwoch, 20. Oktober, 19.30 Uhr

Ausstellung des Bundes

Me too – Wer will schon normal sein?

Gelsenkirchener Künstler

 Kreativwerkstatt für Kinder und

Kommunales Kino KoKi

Bergmannstraße 53

Jugendliche

Aula Gesamtschule Ückendorf,

Eintritt frei

Verschiedene Kursangebote in Ückendorf www.kreativwerk.org

Bochumer Straße 190  Samstag, 27. und Sonntag, 28. November  Donnerstag, 21. Oktober

Kunstmarkt 2010

Die bauliche Entwicklung Gelsen­

Künstlersiedlung Halfmannshof

kirchens am Beispiel Ückendorf

infotipps www.gelsenkirchen.de

Lichtbildervortrag

 Samstag, 27. bis Dienstag, 30. November

www.kreativwerk.org

Leitung: Volker Bruckmann

Das Dschungelbuch

www.spunk-ge.de

VHS Gelsenkirchen, Ebertraße 19

Märchenspiel

www.stadtteilprogramm-suedost.de

Gesamtschule Ückendorf  Sonntag, 31. Oktober, 16 bis 21 Uhr

www.wipage.de www.zoom-erlebniswelt.de Hinweis: Veranstaltungstipps in und um

Zwei Berge – eine Kulturlandschaft:

 Samstag, 27. und Sonntag, 28. November

Vogelscheuchenparade

LICHT AN

dorf erleben-Terminkalender auf.

Die Galeriemeile Gelsenkirchen

Kontakt: Ückendorf erleben

öffnet ihre Pforten

c/o Bessere Umwelt Verlagsgesellschaft mbH

vom Mechtenberg bis zur Himmelstreppe  Ab Samstag, 6. November, 18.30 Uhr Projekt mit dem Litauischen

 Sonntag, 28. November

Künstlerbund „Meno-Parkas“

Spirituelle Kulturtankstelle

Künstlersiedlung Halfmannshof

Kirche Heilig Kreuz, Bochumer Straße 111

26

Ückendorf

erleben 5|2010

Ückendorf nehmen wir gerne in den Ücken-

AufEwald, Lise-Meitner-Straße 11, 45699 Herten Fax: 0 23 66 / 8 87 09 19 E-Mail: redaktion@ueckendorf-erleben.de Stichwort: „Termine“


denken & raten

L

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Lippen lesen

S

L N Lustig, lustig

Die Sekretärin ruft: „Herr Direktor, Herr Direktor! Sicher, die Dienste der Lippenleser werden nicht täglich gebraucht – das ist

Hier habe ich Akten aus dem 19. Jahrhundert.

glücklicherweise bei der Feuerwehr aber auch nicht anders. Allein: Wenn Sie gut von

Die sind so verstaubt, die kann ich doch bestimmt

den Lippen ablesen können, ist unser Rätsel ein Kinderspiel. Wenn nicht:

verbrennen?“ „Natürlich! Aber bevor Sie das

Stellen Sie sich vor den Spiegel und sprechen sie einige Vokale laut und sehr deutlich

machen, denken Sie daran, alles noch einmal auf

aus. Sie werden feststellen: Die Mundbilder sind sehr unterschiedlich.

den Kopierer zu legen“, erwidert der Direktor.

Probieren Sie es mal aus!

Seinab Hassan, 11 Jahre

Schicken Sie uns die Lösung bis zum 15. November 2010 mit dem Stichwort

Kommt ein Kind aus der Schule nach Hause.

„Lippen lesen“ an:

Es klingelt und die türkische Mutter öffnet die

Ückendorf erleben, Turm C, Raum 3.4.1., c/o Gesamtschule Ückendorf

Tür. Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht

Bochumer Straße 190, 45886 Gelsenkirchen, redaktion@ueckendorf-erleben.de

erzählt das Kind: „Stell dir vor, Mama, ich bin jetzt Deutscher!“ Wumms, bekommt es von der

Unter allen richtigen Einsendungen werden drei Gewinner ausgelost.

Mutter eine schallende Ohrfeige. Das Kind geht

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

in sein Zimmer und wundert sich: „Komisch, kaum bin ich Deutscher, schon habe ich Ärger

Drei Preise warten auf die glücklichen Gewinner:

mit den Türken!“

1. Preis:

Hüseyin Karakaya, 40 Jahre

Fiese Bilder 2 – Meisterwerke des schwarzen Humors der besten Cartoonisten Deutschlands 2. + 3. Preis: Amoklauf in der Waldorfschule von Michael Holtschulte

infotipps

An dieser Stelle in Ückendorf erleben präsen­ tieren wir immer wieder Witze, die per Mail

Ückendorf erleben

oder Post bei uns eingegangen sind. Jeder ver­

Turm C, Raum 3.4.1., c/o Gesamtschule Ückendorf

öffentlichte Witz wird mit zwei Gutscheinen

Bochumer Straße 190, 45886 Gelsenkirchen redaktion@ueckendorf-erleben.de

für die Mensa in der Gesamtschule belohnt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 5|2010 Ückendorf erleben 27


nachbarn & freunde

Ceylan Karakaya, 16 Text+Foto

Die Anstrengung beginnt in Ückendorf und dauert drei Tage. So lange sind wir mit dem Auto bis nach Ostanatolien unterwegs. Ich freue mich auf meine Familie, am Anfang ist es seltsam: Es sind zwar meine nächsten Verwandten, aber für mich Fremde. Schließ­ lich bin ich zum ersten Mal wieder in dem Dorf, in dem ich geboren wurde, und nie­ mand von dort war bei uns in Ückendorf. „Bist du aber gewachsen“, ruft mein Onkel Bed­ hem und umarmt mich herzlich. Das tut gut und hilft, mich in der ungewohnten Umge­ bung wohl zu fühlen. Anstrengend bleibt der Besuch trotzdem. Denn das Leben in Mus-Bahce kann man nicht mit dem in Deutschland verglei­ chen. Die wenigen Häuser sind viel enger als unsere Wohnung in Ückendorf. Zum Hei­ zen muss man Holz sammeln und im Ofen verbrennen. Aber das ist im Sommer nicht

Die Familie in der Fremde

Das erste Mal seit 15 Jahren wieder in der Türkei bei ihrer Tante Semra (u.): Ceylan Karakaya.

nötig, in der Region Mus herrschen gerade Temperaturen von 40 Grad Celsius. Wer sich abkühlen oder waschen möchte, muss Wasser aus dem Brunnen vor dem Haus ho­ len. Die Toilette ist übrigens auch draußen … Der nächste Supermarkt ist 30 Kilome­ ter entfernt. Meine Verwandten stellen das meiste Essen selbst her. Tante Semra backt

„Endlich bin ich wieder hier“, denke ich, als ich aus dem Auto steige. 15 Jahre ist es her, dass ich in MusBahce war. Als meine Eltern nach Deutschland aus­ gewandert sind, war ich ein Jahr alt. Nun treffe ich meine Großeltern, meine Tanten und Onkel wieder. In meinem Geburtsort zu sein ist schön, aber auch seltsam und ziemlich anstrengend. 28

Ückendorf

erleben 5|2010

Brot, Gurken und Tomaten holen wir aus dem Garten. Opa Mikail und meine Onkel haben Schafe und Ziegen, von deren Milch wir Käse und Joghurt machen. Eier legen die Hühner. Alles, was man zum Leben braucht. Schon nach ein paar Tagen habe ich mich daran gewöhnt, und die Anstrengung weicht dem guten Gefühl, auch hier irgendwie zu Hause zu sein.


Am Pulsschlag der Millionenmetropole

Manchmal bleibe ich stehen und lasse die riesige Stadt einfach auf mich wirken. Hier pulsiert das Leben – 24 Stunden am Tag. Istanbul ruht sich nie aus. Das habe ich mir auch vorgenommen: auf Trab zu bleiben und diese faszinierende Stadt für mich zu erobern. Ich war oft hier, meine Großeltern

Von rechts eine Brise Meer, von links die Düfte hun­ derter Gewürze. Die Stimme des Muezzins dringt mühsam durch das Gewirr von lockenden Händlern, durch die Einkaufsmeilen flanierenden Menschen, hupenden Autos und Straßenbahnen, die sich durch die Metropole schieben. Ich stehe in Istanbul: Es ist laut, heiß, stickig, aber ich liebe es.

leben im Stadtteil Bakirköy. Aber in diesem Jahr ist Istanbul wie das Ruhrgebiet Kultur­ hauptstadt. Allein: In der Millionenstadt am Bosporus schlägt der Puls noch ein bisschen schneller als in Essen oder Gelsenkirchen. Deshalb wollte ich unbedingt in diesem Jahr wieder hierhin. Der erste Weg führt mich ins Büro der Kulturhauptstadt und mit einem riesigen Stapel an Broschüren wieder hinaus. So viel zu erleben, aber so wenig Zeit – das ist ein Ansporn, mich mit dem Stadtplan in der Hand auf den Weg zu machen und so viel Kultur zu tanken wie irgend möglich. Am Ende schaffe ich mehr als zehn Museen, Aus­ stellungen und Sehenswürdigkeiten. Eine hat mich besonders gefesselt: Die Ausstellung „Das legendäre Istanbul“ erzählt die 8.000-jährige Geschichte der Stadt, die früher erst Byzanz, dann Kon­ stantinopel hieß, vom Nullpunkt bis heute. Die Museen im Topkapi- und im Dolm­ abahce-Palast

erzählen

die

osmanische

Geschichte, diese Ausstellung allerdings berichtet viel umfangreicher auch von by­ zantinischen und römischen Zeiten. Istan­ bul ist eben immer vielschichtig gewesen. Einen Teil meines Lebens hier zu verbringen, wäre traumhaft.

Fazile Raufs zweite Heimat ist in Istanbul.

Fazile Rauf, 18 Text+Foto


Dogan Coskun, 16 Text+Foto

Die Welt steht dir offen! Das ELE Auslands-Stipendium.

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Einen Urlaub mit Hindernissen erlebte Dogan Coskun (l.) in der Türkei.

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Läc

heln macht schön!

Flucht vor der Hitze ins Meer und aufs Dach Für mich lief einiges schief beim ersten Türkei­ urlaub. Aber die Reise war trotzdem ein besonderes Abenteuer. „So ein Mist“, schimpfe ich. In Istanbul

gar auf dem Hausdach, weil auch die Nächte

haben mein Bruder Botan und ich den An­

unerträglich heiß sind.

schlussflug nach Adana verpasst. Erst am

Zwei Wochen später passiert das nächste

nächsten Tag geht es weiter nach Mersin, wo

Missgeschick. Ich verbrühe mir den Fuß mit

ich zwei Jahre zur Schule gegangen bin und

heißem Wasser, kann drei Wochen nicht

viele Verwandte und alte Freunde leben.

laufen. Erst am vorletzten Tag bin ich wieder

Dort ist es fast jeden Tag über 40 Grad

fit. Bei einer Tretboottour haben wir einen

Celsius heiß. Zu ertragen ist die Hitze nur,

wunderbaren Blick auf Büyükçekmece, die

weil das Mittelmeer gleich um die Ecke ist.

Partnerstadt Gelsenkirchens. Übersetzt heißt

Durch weitläufige Erdbeer- und Melonen­

der Name „große Schublade“, und irgendwie

felder laufe ich an die nahegelegene Küste

passt das zu meinem Urlaub: Es war, wie eine

und genieße es, von den Felsen in die kühlen

große Schublade aufzuziehen, von der man

Fluten zu springen. Und wir übernachten so­

nicht weiß, was darin ist.


Die alte Heimat neu entdeckt

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Hasan besitzt eine Schafherde mit mehr als

Nach dem Trubel fahren wir zum Leucht­

100 Tieren, außerdem noch Pferde, Ziegen

turm Kiz Kulesi, dem „Mädchenturm“. Er ist

und Esel. Mit Cousine Günay bin ich oft rei­

aus dem 18. Jahrhundert und steht auf einer

ten und schwimmen. Ich habe meine alte

kleinen Insel im Bosporus, von wo wir einen

Heimat sozusagen wieder neu entdeckt.

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Das ändert sich aber schnell: Mein Onkel

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mich auch hier wie in der Fremde fühle.

naie hinterher nicht allzu leer, aber mein Kof­

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hilft beim Feilschen, sodass mein Portemon­

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hier“, denke ich anfangs, vielleicht weil ich

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sehen, sondern als Touristin. Cousine Göksen

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Das So mm erh im Stadtfe it Juli st

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Die Kreativen von der Zeche Schut

meinem Geburtsort Mus-Varto. „Nichts los

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Händler mich nicht als türkisches Mädchen

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So ruhig wie auf der Insel ist es auch in

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bei der Einkaufstour in Istanbul auf, wo die

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bul haben.

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Fremde in der Fremde? Das fällt mir schon

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berauschend schönen Blick über ganz Istan­

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In der Heimat eine Fremde oder doch eine

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Seitdem ich mit meiner Familie vor zehn Jahren nach Deutschland gekommen bin, reiste ich zum er­ sten Mal in die Türkei. Das Land ist meine erste Hei­ mat und trotzdem war mir vieles fremd.

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Özlem Bingöl, 16 Text+Foto


sport & freizeit

Auf der Suche nach dem verborge Ăœckendorf erleben-Redaktion zum Geocaching im Rheinelbewald 32

Ăœckendorf

erleben 5|2010


nen Schatz

Mit dem GPS-Empfänger auf Schatzsuche in der Ückendorfer-Wildnis: Bahar Satilmis, Aynur Gülnaz, Özgür Kilicalp, Amal Hassan und Eva-Maria Laarmann.

5|2010 Ückendorf erleben 33


Der

Hügel

ziemlich

steil, der Boden rutschig

Stichwort Geocaching

– und ich unsicher. Denn

Früher hieß es Schnitzeljagd und eine Schatzkarte oder Pfeile – aus Ästen oder einfach nur

auch die Sträucher am Rand bieten keinen Halt, die Äste zu dornig. Uns ge­ genseitig stützend erklim­

in den Waldboden geritzt – markierten den

Bahar Satilmis, 15 Text

Aynur Gülnaz, 16 Foto

Özgür Kilicalp, 15 Foto

Amal Hassan, 12 Foto

Weg zum Ziel. Heute helfen Satelliten den Schatzjägern, die ihre Suche nun „Geocaching“ nennen.

men wir doch noch den

Auf dem Weg zum „Cache“ (englisch für

Hügel. Geocaching heißt

„geheimes Lager“) benutzen die Spieler einen GPS-Empfänger. Dieser zeigt mithilfe

der Spaß, der uns – die junge Redaktion – ins

eine nimmt die Tasche mit der Aus­rüstung,

Ückendorfer Grün führt. Dabei sucht man,

der andere das GPS, die Kamera oder das Auf­

mit einem GPS-Gerät ausgestattet, ein festge­

gabenheft. Das GPS-Gerät ist Amal kaum ab­

zu finden ist.

legtes Ziel. Schnell wird uns klar: Wenn man

zujagen – sie führt uns die meiste Zeit. Dafür

Am Ziel wartet dann ein Behälter mit einer

auf Schatzsuche ist, sollte man feste Schuhe

muss sie uns dann auch hin und wieder den

kleinen Belohnung des vorherigen Finders,

und Sportkleidung anhaben. Auch Wasser

Weg durch Brennnesseln bahnen. Merke: Eine

dieser wird gegen eine mitgebrachte Aufmerk-

empfiehlt sich fürs Gepäck – der Weg ist lang

Machete braucht man nicht, aber lange Hosen

und wird manchmal noch länger ...

und Ärmel schützen schon vor Juckreiz.

von Satellitendaten an, wo sich die Suchenden aufhalten und in welcher Richtung der Schatz

samkeit ausgetauscht. So wartet auch auf den nächsten Spieler eine Überraschung. Meist befindet sich in dem Behälter auch ein sogenann-

Insbesondere wenn man sich verläuft.

Als Belohnung für unseren Wanderfleiß

tes Logbuch, in das sich jeder Finder einträgt

Zwei- oder dreimal kommt es dazu. Wir

warten am Wegesrand immer wieder Brom­

und in der er auch eine kleine Geschichte zur

quatschen wohl zu viel – so verpassen wir

beeren, die vor allem Aynur in ihren Bann

eigenen Suche hinterlassen kann.

die dritte Station und den schönen Rund­

ziehen. Zur kulinarischen Abwechslung

blick über Gelsenkirchen an der Himmels­

besorgt Özgür Äpfel, klettert auf die Bäume

leiter. Schnell sind wir aber wieder in der

oder auf die Erdgasrohre darunter und wirft

Nach einer kurzen Pause auf dem Bau­

Spur und finden Station um Station. An jeder

uns die kleinen, sauren Zwischenmahl-

ernhof am Mechtenberg, der praktischer­

warten Fragen, Aufgaben und spannende In­

zeiten herunter. Eine bittere Erfahrung folgt

weise auf der Hälfte des Weges liegt, wird

formationen im Begleitheft. Mal geht’s um

kurz darauf: Wir kommen an einem Strauch

es noch einmal richtig aufregend: Plötzlich

die Fließgeschwindigkeit eines Baches, mal

vorbei und kennen die Frucht nicht, die dar­

rasen Hunde auf uns zu – die Hälfte der

um den Umfang einer Erdgasleitung – keine

an hängt. Ich probiere: sehr sauer und eklig

Redaktionsmitglieder flieht, einer der Hun­

Sorge, alle Hilfsmittel gibt Oliver Balke von

bitter. Wir machen schnell ein Foto und so

de hinterher. Glück im Schreck: Ein Pfiff des

der Forststation Rheinelbe „seinen Such­

kann uns Oliver Balke später aufklären: Es

Hundebesitzers, die Lage ist geklärt.

trupps“ mit. Schließlich braucht man bis zur

war eine Schlehe.

Der Puls beruhigt sich bei einigen noch,

vorletzten Station möglichst viele richtige

als wir das Ziel – so zeigt es das GPS an – er­

Lösungen, denn die ergeben wiederum die

reichen. Wir suchen den Schatz, buddeln im

Koordinaten des Schatzes.

Boden – erfolglos. Enttäuscht hören wir

Doch bis dahin sind wir mehr als drei Stun­

etwas entfernt tuschelnde Stimmen. Oli­

den unterwegs, deshalb wechseln wir zwi­

ver Balke hat vergessen, den Schatz zu ver­

schendurch immer wieder die Aufgaben: Der

stecken, und musste improvisieren. Özgür fand ihn dann doch noch in einem Gebüsch versteckt. Was es war? Das könnt ihr selbst herausfinden …

infotipps Forststation Rheinelbe Oliver Balke

Gefunden: Nach drei Stunden entdecken die „Jungen Redakteure“ den Schatz.

34

Ückendorf

erleben 5|2010

Leithestraße 61b, 45886 Gelsenkirchen Tel.: 02 09 / 1 47 48 44 www.wald-und-holz.nrw.de, www.geocaching.de


leute heute

Emotionen zu Ückendorf Zur Realisierung des Ausstellungsprojekts „Sense of place“ sind die Istanbuler Künstler Ilke Yilmaz und Suat Ögüt sowie der Düsseldorfer Künstler Hüseyin Karakaya in Ückendorf zu einer gemeinsamen drei­ wöchigen Arbeitsphase zusammengekommen. Den Gelsenkirchener Süden haben sie beispielhaft für einen Stadtteil im Ballungszentrum NRW ausgewählt, der Lebensraum verschiedener Nationalitäten sowie Kulturen ist und wirtschaftlich durch die Globalisierung des Marktes starken Veränderungspro­

Betül Arslan, 15 Text+Foto

Matthias Schmeing, 38 Text+Foto

zessen unterliegt. Als Projektbüro diente den Künstlern ein leerstehendes Ladenlokal in der Bochumer Straße 103. Inspiration holten sie sich auf ihren Wegen vom Hauptbahnhof kreuz und quer durch Ückendorf. Viel Beifall erntet die junge Künstlerin Ilke Yilmaz vor einer alten Hausfassade, die wie eine klas­ sische Theaterbühne wirkte. Dort aß sie als stille politische Protestaktion einige Dutzend Seiten aus dem Kapital von Karl Marx. Infotipp: www.sence-ofplace.blogspot.com

Kultur auf drei Kilometern Die Galeriemeile Gelsenkirchen – das ist geballte Kultur ent­ lang eines drei Kilometer langen Fußwegs durch Ückendorf. Nach ersten Aktionen wie „Licht an“ (2009) und „Tür auf“ (Juli 2010) haben sich nun zehn Akteure der heimischen Kunstszene zusammengeschlossen, um Kulturinteressier­ ten ein breites Angebot zu machen. Jeden Samstag von 14 bis 17 Uhr laden die beteiligten Ateliers und Galerien zum kurz­ weiligen Bummel zwischen dem Baudenkmal Heilig-KreuzKirche und der Künstlersiedlung Halfmannshof ein. Ein gemeinsames Logo und ein Internetauftritt sind schon Wirklichkeit. „Wir möchten damit weitere Kreative in den Stadtteil locken“, erklärt Susanne Becker von der Wirtschaftsförderung Gelsenkirchen. Und Mit­ initiator Peter Liedtke ergänzt: „Schön wäre, wenn die Haltestelle ‚Bergmannshof‘ einmal in ‚Galerie­ meile Gelsenkirchen‘ umgetauft würde.“ Neben dem samstäglichen Angebot, das Malerei, Bildhau­ erei, Holzschnitte, Fotografie, Lyrik, Keramik, Animationsfilme und Grafik umfasst, gibt es zweimal jährlich große Sonderveranstaltungen, die kommende am 27. und 28. November. Infotipp: www.bildsprachen.de/gelsenkirchen/galeriemeile

5|2010 Ückendorf erleben 35


nachbarn & freunde

Aynur Gülnaz, 16 Text

Matthias Schmeing, 38 Foto

Damit aus Spa_etti wieder Spaghetti werden William Gruthoff arbeitet als Logopäde

Sein Tag beginnt am Schreibtisch. Wenn

„Es sind zwar immer noch überwiegend

che, die etwa türkisch sprechen, und über

Logopäde William Gruthoff morgens gegen

Frauen, die den Beruf der Logopädin ergrei­

ausreichende Reife und Kritikfähigkeit ver­

acht Uhr in seine Praxis am Marienhospi­

fen, doch ich habe hier noch einen weiteren

fügen, wären gut geeignet. Zwar findet auch

tal in Ückendorf kommt, checkt er zuerst

männlichen Kollegen“, erklärt Gruthoff.

bei Patienten mit Migrationshintergrund

seine E-Mails. Ein Blick auf den Terminplan

Seit seiner Ausbildung zum Logopäden

die Therapie in deutscher Sprache statt. Für

zeigt ihm, wer sein erster Patient sein wird.

ist William Gruthoff begeistert von seinem

den Kontaktaufbau und die Übungsanlei­

Menschen mit ganz verschiedenen Sprach-,

Beruf – auch seine Familie fand den Berufs­

tung ist die Kenntnis der „Fremdsprache“

Stimm- und Sprechstörungen bekommen

wunsch sehr positiv und hat ihn unterstützt.

jedoch sehr hilfreich. William Gruthoff

bei ihm die passende Therapie. Vom Kind

„Der Umgang mit Menschen macht mir

sagt dazu: „Wenn man anderen Menschen

mit verzögerter Sprachentwicklung bis zum

Spaß, und meine Arbeit ist spannend. Wenn

helfen will, kann ich diese Arbeit auf jeden

älteren Menschen mit Schlaganfall oder

ein autistisches Kind nach zwei Jahren inten­

Fall empfehlen.“

Krebserkrankung reicht das Spektrum.

siver Therapie erste Laute bildet und jetzt in

Wer die liebevoll und gemütlich einge­ richteten Räume der Praxis betritt, fühlt sich

der Förderschule schon ganze Sätze spricht, ist das ein Erfolg.“

sofort wohl und geborgen. Der 52-Jährige

Geduld, Einfühlungsvermögen und die

und sein Team aus zwei fest angestellten

Fähigkeit, die Patienten zu fördern, ohne

Logopädinnen und einer Honorarkraft ha­

sie zu überfordern, braucht man für diesen

ben eine gute Arbeitsatmosphäre geschaffen.

Beruf. Besonders zweisprachige Jugendli­

36

Ückendorf

erleben 5|2010

infotipps Logopädische Praxis William Gruthoff Virchowstraße 120, 45886 Gelsenkirchen Tel.: 02 09 / 1 72 20 29


Kerstin Westerwick 40 Text

Oliver Mau, 43 Foto

Ihhh, dein Chef stellt ja Frauen ein! Malerin und Lackiererin Stephanie Pinna kontert dumme Sprüche mit links

Ganz am Anfang ihrer Arbeit war es,

rauer.“ Alle anderen Voraussetzungen sind

mich für diese Lehre entschieden“, erklärt

kurz nach der Ausbildung, die sie ebenfalls

für Frauen und Männer gleich: handwerk­

die Gesellin. Weil sie sich von Anfang an

schon im Malerbetrieb Westerhove absol­

liches Geschick, ein Gespür für Farben, For­

in ihrem Beruf wohl fühlte, beschloss sie,

viert hatte. Die frisch gebackene Gesellin

men und räumliches Denken, Freude am

nicht zu studieren, sondern als Malerin und

Stephanie Pinna kam zusammen mit Kol­

Umgang mit Menschen und daran, etwas zur

Lackiererin weiterzuarbeiten. Die Vielfalt

legen auf eine Baustelle, als ihr der Spruch

Verschönerung des Umfelds beizutragen.

der Aufgaben reizt sie dabei ganz besonders:

„Ihhh, dein Chef stellt ja Frauen ein!“ von

Stephanie Pinna hatte all das im Gepäck,

„Heute ein Zimmer streichen, morgen ein

einem Gerüst entgegenflog. Die Malerin

als sie ihre Ausbildung anfing. Dass sie heute

Büro tapezieren und übermorgen an einer

und Lackiererin reagierte souverän mit

noch im Malerbetrieb Westerhove mit drei

Fassadengestaltung arbeiten – in meinem

einer saftigen Erwiderung. Danach war Ruhe

weiteren Gesellen und zwei Azubis – davon

Beruf wird es nie langweilig!“ freut sich

auf dem Bau.

eine Frau – arbeitet, war allerdings ursprüng­

Stephanie Pinna.

Das ist ihrer Meinung nach das einzig

lich nicht geplant.

Besondere, das Frauen für den Beruf mit­

Eigentlich wollte sie nämlich Grafik­

bringen müssen. „Sie sollten halt nicht

designerin werden. Weil sie kein Abitur

ganz so zart besaitet sein, sowohl was

hatte, war eine Ausbildung zur Malerin

Malerbetrieb Westerhove

blöde Sprüche als auch was ihre Finger­nägel

oder zur Schauwerbegestalterin dafür die

Stephanie Pinna, Ruhrstraße 11 a

angeht“, schmunzelt die 39-Jährige. „Der Ton

zwingende Zugangsvoraussetzung. „Und da

auf der Baustelle ist eben manchmal etwas

mein Onkel auch Malermeister ist, habe ich

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5|2010 Ückendorf erleben 37


schule & ausbildung

Das neue Ü-Team

Unternehmensgruppe Muß Ihre leistungsstarken Partner, kompetent und zuverlässig!

Mit ähnlich viel Engagement wie die Helden einer bekannten amerikanischen Actionserie wollen sechs Schüler die Junge Redaktion mit frischen Ideen be­ reichern. Die Neuntklässler haben die Schreibwerkstatt im Wahlpflichtbereich als Ergänzungsstunde angewählt. Damit ist Ückendorf erleben nicht mehr nur eine freiwillige AG, sondern feiert im Schuljahr 2010/11 Premiere als einstün­ diges Unterrichtsfach an der Gesamt­ schule Ückendorf. Hier stellen sich die Redaktionsneulinge vor.

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· Elektroanlagen Hans-J. Muß GmbH · Kabelbau und Industriemontagen Dombrowski GmbH & Co. KG

Name: Afifa Salah Alter: 16 Lieblingsfächer: Mathe, Deutsch und Chemie Hobbys: Musikhören, Telefonieren, Tanzen und Freunde treffen Berufswunsch: Krankenschwester

Name: Servet Korkmaz Alter: 17 Lieblingsfächer: Mathe, Musik und Sport Hobbys: Fußball, Schwimmen und Handball Berufswunsch: Polizist, Model oder Fußballer

· ECS Grundbesitz GmbH

Ich finde Musik-

· Muß & Dombrowski Management GmbH

hören

egal

weil das bestimmt Spaß macht. Alles, was

Haupt­

mit künstlerischem Gestalten zu tun hat,

Hackhorststr. 34-36 · 45883 Gelsenkirchen Tel. (0209) 94134-0 · Fax. (0209) 94134-99

sache, sie ist laut.

finde ich spannend. Deshalb hat mir die Re­

Dann

fühle

ich

portage über Ückendorfs Next Topmodel

mich

wohl

und

echt super gefallen. Ich träume davon, selbst

kann

so

rich­

einmal zu modeln. Es muss ein unbeschreib­

entspannen.

liches Gefühl sein, mitten im Blitzlichtgewit­

· Muß & Dombrowski EnergieTechnik GmbH

toll,

welche.

tig Nach

dem

Bei Ückendorf erleben mache ich mit,

Un­

ter zu stehen. Für

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terricht helfe ich meiner Mutter und

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treffe mich anschließend mit Freunden.

will ich selbst ger­

Wir gehen dann meistens in den Nordstern­

ne die Kamera in

park. Wenn ich unterwegs bin, halte ich

die Hand nehmen.

Augen und Ohren offen, um abwechslungs­ reiche Geschichten über Menschen für die Redaktion aufzuschnappen.


Name: Sinan Kardas Alter: 16 Lieblingsfächer: Mathe und Sport Hobbys: Fußball, Basketball und Schwimmen Berufswunsch: Polizist, Frisör oder Kfz-Mechaniker

Name: Nihal Yalcin Alter: 15 Lieblingsfächer: Englisch und Mathe Hobbys: Shoppen, Zeichnen, Spazierengehen Berufswunsch: Ärztin, Flugbegleiterin oder Journalistin

Keine Frage, in der

Ich mag den souligen Pop von Demi Lovato,

Redaktion bin ich der

besonders ihre Songs „Wouldn’t Change a

Sportexperte.

Lionel

Thing“ und „World of Chances“. Außerdem

Messi ist mein großes

bin ich ein Fan der Twilight-Saga, in der sich

Vorbild. Obwohl er erst

ein Vampir in ein sterb­

23 ist, gilt er als bester

liches Mädchen ver­

Fußballer

Welt.

liebt. In der Redaktion

Messi und ich haben so­

würde ich gerne über

gar einiges gemeinsam: die Größe, die Lauf­

echte Stars berichten.

geschwindigkeit und den Linksfuß. Zugege­

Demi Lovato zu porträ­

ben, er kickt schon besser als ich, doch dafür

tieren, das wäre mein

ist meine Frisur stylisher als seine.

großer Traum!

Name: Hanan Omeirat Alter: 16 Lieblingsfächer: Mathe und Deutsch Hobbys: Lachen, Shoppen und Spazierengehen Berufswunsch: Bürokauffrau

Name: Halis Tuncel Alter: 14 Lieblingsfächer: Englisch und Sport Hobbys: Fußball, Basketball und Radfahren Berufswunsch: Fachinformatiker oder Bürokaufmann

der

Ich mag Ückendorf, weil meine Freunde

Mein

hier wohnen. Es gibt nichts Schöneres als

schmack:

gemeinsam mit ihnen zu chillen. Wir gehen

Hop und Rap. Au­

gerne am Wissenschaftspark spazieren oder

ßerdem liebe ich

in der City shoppen, am liebsten Klamotten.

Actionfilme

Für das Magazin Ückendorf erleben möchte

„Rush Hour“ und

ich viele Interviews führen, Freizeittipps er­

die Horrorkomödie

kunden und dazu

„Scary Movie“. In

interessante Texte

sportlicher Hinsicht bin ich ein begeisterter

schreiben.

Fußballspieler. Ob an der Playstation 3 oder

MusikgeHip-

wie

auf der grünen Wiese unter freiem Himmel, das spielt keine Rolle. Ich freue mich schon auf die Arbeit an Bildschirm und Tastatur für

Ückendorf erleben. infotipps Gesamtschule Ückendorf Junge Redaktion – Ückendorf erleben Bochumer Straße 190, 45886 Gelsenkirchen Tel.: 0171 / 9 96 18 08 www.ueckendorf-erleben.de

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kult & kultur

Özlem Bingöl, 16 Text+Foto

Amal Hassan, 12 Text+Foto

Der Dirigent und sein Steckenpferd Manfred Fuhrmann führt Regie bei der alten Theaterdame Preziosa

Seinab Hassan, 11 Text

Heike Glittenberg (3. v. l.) spielt Sylvia, die sich nicht zwischen Clive, Walter (l.) und Eddie entscheiden kann. Christina Piotrowicz (M.) bringt als Jemma dann alles durcheinander. Manfred Fuhrmann (r.) verfolgt die Szene hochkonzentriert.

Manfred Fuhrmann hat den Blick starr

probt. Ihr könnt das doch nicht alles wieder

uns zyklisch. Mal läuft’s prima, dann wieder

nach vorn gerichtet, die Lippen bewegen sich

vergessen haben“, schimpft der Regisseur der

sprechen die Schauspieler keinen Satz gera­

lautlos. Langsam ziehen sich die buschigen

127 Jahre alten Ückendorfer Theatergruppe.

deaus.“ Ein Wechselbad der Gefühle. Beim

Augenbrauen zusammen, Falten legen sich

Fast ein Jahr schweißtreibender Vorbe­

Preziosa-Ensemble stellt Fuhrmann seit acht

auf die Stirn. Wie von einer gespannten

reitungen liegen bereits hinter dem Ensem­

Jahren sein Talent als Mann für besondere Re­

Feder angetrieben springt der untersetzte

ble – drei Männer und zwei Frauen –, doch

gieaufgaben unter Beweis: „Ich sehe mich als

Mittvierziger auf: „Nein, so geht das nicht.

Manfred Fuhrmann ist noch lange nicht

Dirigent. Beim Notenlernen kann der auch

Wir haben das doch letzte Woche schon ge­

zufrieden. „Die Proben entwickeln sich bei

nicht helfen.“ Der Feinschliff ist sein Stecken­

40

Ückendorf

erleben 5|2010


5|2010 Ăœckendorf erleben 41


Souffleuse Iris Hübner sorgt bei allen Preziosas für Sicherheit. „Ohne sie bin ich auf der Bühne vor Aufregung sofort nassgeschwitzt“, gesteht Dirk Maischak.

realisieren lässt“, erklärt Dirk Maischak. Die Kosten als Untermieter sind indes nicht viel geringer: Vom Eintrittspreis von 9 Euro blei­ ben dem Verein gerade einmal 75 Cent – und das auch nur bei fünf ausverkauften Auffüh­ rungen. Und doch planen die Preziosa-Leute bereits die übernächste Spielzeit, buchen Spielstätten, werben neue Mitstreiter an. Gesucht sind neben Darstellern – es gibt hier einen chronischen Männermangel – beson­ ders Handwerker und Schneiderinnen.

Falscher Tag, falsche Tür Sylvia (Heike Glittenberg) hat keinen Freund mehr, aber alleine bleiben will sie nicht. Um den Richtigen zu finden, probiert sie gleichzeitig drei Heiratskandidaten aus – Clive (Dirk Maischak), Walter (Joachim Zausch) und Eddie (Holger Wagner). Natürlich dürfen ihre Verehrer nichts voneinander wissen. Damit sich die drei nicht begegnen, führt Sylvia einen ausgetüftelten „Männer-Stundenplan“. Doch plötzlich gerät alles durcheinander. Walter sitzt vor dem Fernseher, als Eddie einen Schrank aufbauen will, und Clive kommt für einen romantischen Abend vorbei. Das Chaos wird perfekt, als auch noch Sylvias beste Freundin Jemma (Christina Piotrowicz) auftaucht. Jetzt gilt es Ruhe zu bewahren, doch das Verwirrspiel gerät erst ins Rollen … Regie in der Komödie von Derek Benfield führt Manfred Fuhrmann, Souffleuse ist Iris Hübner. Der Bühnenaufbau ist von Gabi und Jürgen Paikowski sowie Edelgard und Gerd Glittenberg. Für die Requisiten ist Jutta Wowro verantwortlich. Licht und Ton: Andreas Müller.

pferd. Hier eine Geste, da ein kleiner Schritt, dort eine etwas andere Betonung. „Es sind die Kleinigkeiten, die ein rundes Bild ergeben“, verrät der Theatermacher. „Wir bewegen uns seit vielen Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Das gilt es zu halten – was schwer genug ist“, ergänzt Souffleuse Iris Hübner. Mit zwei neuen Produktionen geht die Theatergesellschaft Preziosa in die neue Spielzeit. Die „alte Theaterdame“ bleibt so aktiv wie eh und je. Ermüdungs- oder Abnutzungserscheinungen? „Keine Spur. Alle sind motiviert wie am ersten Tag“, so Dirk Maischak, auch wenn einiges noch besser laufen könnte. Gerne würde der Dar­ steller und Preziosa-Sprecher die nächsten Aufführungen in einem eigenen Theater

Die Termine: Freitag, 29. Oktober, 20 Uhr Gesamtschule Ückendorf

präsentieren, die Gäste auf dem Internetauf­

Samstag, 30. Oktober, 19 Uhr Gesamtschule Ückendorf

den. Allein: Die Theatergesellschaft Preziosa

Sonntag, 31. Oktober, 18 Uhr Gesamtschule Ückendorf

termieter in der Gesamtschule Ückendorf.

Samstag, 5. Februar, 19 Uhr Max-Planck-Gymnasium

– in verschiedenen Räumen. Ein enormer

Sonntag, 6. Februar, 18 Uhr Max-Planck-Gymnasium

wir Inhaber eines eigenen Hauses, was sich

tritt zu einem virtuellen Rundgang einla­ besitzt kein eigenes Theater, sondern ist Un­ Hier wird zweimal in der Woche geprobt logistischer Aufwand. „Sehr gerne wären aber durch die anfallenden Kosten kaum

42

Ückendorf

erleben 5|2010

Aus der Geschichte Mit einer Kleinanzeige fing alles an. Auf diese Weise suchte Karl Höfert 1883 spielfreudige Damen und Herren für die Gründung eines Theatervereins in Ückendorf. Zur ersten Sitzung kamen 60 Herren und damit war Preziosa geboren. Damit ist Preziosa nur acht Jahre jünger als unsere Stadt Gelsenkirchen! In den großen Zeiten der Theatergemeinschaft in den Dreißiger-, Vierziger- und Fünfziger­jahren tourten die Ückendorfer Schauspieler regelmäßig von Flensburg bis Garmisch in der ganzen Republik. Auch heute noch macht die Schauspielerei den Akteuren viel Spaß und sie stehen mit großer Begeisterung auf der Bühne. Ganz besonders, wenn die Zuschauer sich mit Standing Ovations für ein mitreißendes Stück bedanken. Der bislang größte Erfolg geht auf das Jahr 2008 zurück. Zum 125-jährigen Jubiläum wurde auf vielfachen Wunsch die turbulente Komödie „Außer Kontrolle“ des britischen Autors Ray Cooney zum wiederholten Male aufgeführt. Bis zu 500 Zuschauer saßen dicht an dicht auf Tischen und Bänken. Dabei blieb nicht ein einziges Auge trocken. Mitten im Publikum saß auch ein so berühmter Gast wie Gerburg Jahnke von dem Missfits.

infotipps Theatergesellschaft Preziosa 1883 e.V. Postfach 10 27 07, 45827 Gelsenkirchen Ticket-Hotline 07 00 / 77 39 46 72 (11 bis 14 Uhr) www.preziosa.de


ückendorfer gesichter

Özlem Bingöl, 16 Text

Seinab Hassan, 11 Text

Matthias Schmeing, 38 Foto

Peter Rose Pensionär und Kulturdezernent a. D.

Ihr Name? Peter Rose.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Ich

Herbert Wehner, Heinz Kühn und Johan­

Alter? 75.

jogge hier auf dem Sportplatz der Gesamt­

nes Rau erlebt. Das war spannend. Und das

Welche Nationalität haben Sie? Deutsch.

schule, mache Fitnesstraining und spiele

reicht mir.

Familienstand? Verheiratet.

manchmal auch Tennis. Außerdem gehe ich

Welches Motto haben Sie? Schlicht auf

Haben Sie Kinder? Ja, eins.

gerne ins Musiktheater, besuche regelmäßig

die Formel gebracht: Alles möglichst zu ei­

Welche Religion haben Sie? Keine.

Orchesterkonzerte und Kunstausstellungen.

nem guten Ende bringen. Mit Sinn, Verstand

Ihr Sternzeichen? Jungfrau.

Welches Buch lesen Sie gerade? „Das

und einer positiven Grundhaltung funktio­

Was sind Sie von Beruf? Pensionär.

vergessene 20. Jahrhundert“ von Tony Judt.

niert das auch – meistens.

Früher Dezernent für Soziales und Kultur,

Welcher Tag war der glücklichste in

Beenden Sie diesen Satz: Ückendorf

Jugend und Bildung bei der Stadt Gelsen-

Ihrem Leben? Es gibt keinen bestimmten

ist der schönste Ort der Welt, weil …

kirchen.

Tag, an den ich mich spontan erinnere. Das

… es einen schönen Sportplatz gibt, auf dem

Welchen Berufswunsch hatten Sie

sind so viele Momente: Heirat, die Geburt

ich laufe. Als ich 1975 hierherkam, war noch

als Kind? Journalist. Ich war schon immer

von Kindern, bestandene Examen, berufliche

viel Smog in der Luft. Jetzt ist die urbane

neugierig und an politischen Dingen inter­

Erfolge ...

Landschaft viel freundlicher geworden. Von

essiert. Ohne Zeitungen mit den täglichen

Sie haben einen Wunsch frei, egal wel-

der Halde guckt man direkt ins Grüne.

Nachrichten könnte ich nicht leben.

chen. Was wünschen Sie sich? Ich bin

Spielen Sie ein Instrument? Nein, leider

wunschlos glücklich. Nein, doch: Ich hoffe,

nicht.

dass die Welt friedlich bleibt.

Welche Musik hören Sie gern? Klassi­

Welche berühmte Persönlichkeit wür-

Peter Rose

sche Musik und Jazz. Auch Chormusik.

den Sie gerne einmal treffen? Ich bin

Niermannsweg 9

Haben Sie Haustiere? Nein, vor Hunden

vielen Persönlichkeiten beruflich begegnet.

und Katzen hatte ich immer Respekt.

In Sitzungen habe ich Willy Brandt und

infotipps

45886 Gelsenkirchen Tel.: 02 09 / 14 15 81

5|2010 Ückendorf erleben 43


Damit Leben gelingt!

Ein Unternehmen für alle Generationen Leben! Wenn Schalke zur „Attacke“ bläst und Zigtausende in den Torjubel einstimmen. Wenn sich Nachbarn Samstagmorgens beim Bäcker begegnen und das Wochenende beginnt. Wenn Opa und Enkel über die Erzbahntrasse radeln und der pensionierte Rentner stolz aus seiner Zeit auf dem Pütt erzählt. Leben suchen! Vielmehr noch die Eltern, die einem Kind das Leben schenken, die Jungen und Mädchen im Kinderheim, im Kindergarten und im Kinderhospiz, die Patientinnen und Patienten im Krankenhaus, die Frauen und Männer, die zum Seniorentreff oder ins Altenpflegeheim kommen, sogar die Trauernden, die den Friedhof besuchen: Sie alle sind auf der Suche nach Leben. Damit Leben gelingt! Dafür engagieren wir uns an jedem Tag, rund um die Uhr. Mit mehr als 2.000 Mitarbeitern ist die St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH mit ihren Betriebsgesellschaften und Einrichtungen einer der größten Arbeitgeber im sozialen Sektor in der Region. Wir begleiten Sie - mit Kompetenz, Service, aus christlichem Selbstverständnis. Ein Leben lang!  Marienhospital Gelsenkirchen: Telefon 0209 172-0; E-Mail: info@marienhospital.eu  Arche Noah: Telefon 0209 172-2000; E-Mail: ArcheNoah@st-augustinus.eu  Sankt Marien-Hospital Buer: Telefon 0209 364-0; E-Mail: info@marienhospital-buer.de  Pflege- und Betreungseinrichtung St. Vinzenz-Haus: Telefon 0209 17004-0 E-Mail: p.tuin@sanktvinzenz.eu  Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef: Telefon 0209 17978-0; E-Mail: a.gresch@st-augustinus.eu  Wohnungsverwaltung: Telefon 0209 172-4602; E-Mail: s.burghardt@st-augustinus-heime-gmbh.eu  Friedhofsverwaltung: Telefon 0209 925858-02; E-Mail: t.gnida@st-augustinus-heime-gmbh.eu  Kindergarten Kirchstraße: 0209 1488197; E-Mail: m.kenkenberg@st-augustinus.eu  Kindergarten Ringstraße: 0209 170041-55; E-Mail: n.funke@st-augustinus.eu

St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH Virchowstraße 122 45886 Gelsenkirchen Fragen? Mehr Informationen! E-Mail: info@st-augustinus.eu www.st-augustinus.eu

Ueckendorf erleben 05/2010  

Das Magazin eines internationalen Stadtteils

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