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Institut für Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte PS 104.108 „Forderung nach Kirchenreform in Geschichte und Gegenwart“ Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr.theol. Rudolf Höfer Proseminararbeit „Das Konzil von Konstanz“

von Udo Stefan Eiselt MatrNr 0014090

Proseminararbeit

Das Konzil von Konstanz Konziliaristische Reform oder vertane Chance?

von Udo Stefan EISELT


Proseminar „Forderung nach Kirchenreform in Geschichte und Gegenwart―

Das Konzil von Konstanz – konziliaristische Reform oder vertane Chance? Anmerkung: Zur Abbildung am Deckblatt: kolorierte Federzeichnung: Sitzung mit Gegenpapst Johannes XXIII. im Konstanzer Münster, um 1460/65, aus: Ulrich Richental: Chronik des Konzils von Konstanz, im Rosgartenmuseum in Konstanz

Inhalt 1.

Einleitung .............................................................................................................................................. 3

2.

Vorbemerkungen ................................................................................................................................. 4

3.

2.1.

Begriffsdefinition „Konzil“ ........................................................................................................ 4

2.2.

Konziliarismus ............................................................................................................................. 5

Vorgeschichte ....................................................................................................................................... 6 3.1.

3.1.1.

Urban VI. und Clemens VII. ............................................................................................. 6

3.1.2.

Lösungsvorschläge für das Schisma ................................................................................. 7

3.2.

4.

Das Abendländische Schisma .................................................................................................... 6

Das Konzil von Pisa .................................................................................................................... 8

3.2.1.

Die Frage nach der Legitimität .......................................................................................... 8

3.2.2.

Von der „verruchten Zweiheit zur verfluchten Dreiheit" ............................................. 9

Das Konzil von Konstanz ................................................................................................................ 11 4.1.

Der „Weg“ von Pisa nach Konstanz ...................................................................................... 11

4.2.

Der Beginn des Konzils ............................................................................................................ 12

4.3.

Konzil ohne Papst ..................................................................................................................... 14

4.3.1.

Haec Sancta ........................................................................................................................ 15

4.3.2.

Rücktritt Gregor XII. und Absetzung Benedikts XIII. ............................................... 16

4.3.3.

Jan Hus................................................................................................................................ 17

4.4.

Erst die Reform oder die Papstwahl? ..................................................................................... 18

4.4.1.

Frequens ............................................................................................................................. 19

4.5.

Die Papstwahl ............................................................................................................................ 20

4.6.

Reform an Haupt und Gliedern?............................................................................................. 21

5.

Conclusio............................................................................................................................................. 22

6.

Literaturverzeichnis ........................................................................................................................... 23

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Das Konzil von Konstanz – konziliaristische Reform oder vertane Chance?

1. Einleitung Diese heilige Konstanzer Synode bildet ein allgemeines Konzil; zur Beendigung des gegenwärtigen Schismas, zur Einheit und Reform der Kirche Gottes in Haupt und Gliedern (…) (Konzilsdekret Haec Sancta1)

Die vorliegende Seminararbeit soll das Konzil von Konstanz, welches von 5. November 1414– 22. April 1418 in Konstanz am Bodensee stattfand, auf seine Reformen und Nachwirkung näher betrachten. Das Konzil von Konstanz sollte neben der endgültigen Beendigung des Schismas und der Frage nach der „causa fidei“2 auch zahlreiche Reformen durchführen, welche die Kirche bedürft hätte. Wenn Jürgen Miethke in seinem Symposiums – Vortrag zu den Reformergebnissen des Konzils von Konstanz schreibt, „(…) dazu machte das Konzil zwar erhebliche Anstrengungen, es wollte ihm jedoch nicht eigentlich gelingen―3, dann sieht man hier die Tragik der Geschehnisse, welche in dieser Arbeit behandelt werden sollen. Es darf nicht vergessen werden, dass die politischen Einflussnahmen auf das Konzil keinesfalls gering waren und die weltlichen Herrscher ein großes Interesse daran hatten, das Schisma zu beenden und wieder Frieden in der Christenheit zu erhalten. Weiters sollte das Konzil auch die Frage der Glaubenseinheit in Hinblick auf „drohende Häresien“ gesichert werden, vor allem die Lehren von John Wycliff und des am Konzil hingerichteten Jan Hus. Die nichtgelösten kirchlichen Probleme, welche über die folgenden einhundert Jahre zu unüberwindlichen Differenzen führen sollten, bereiteten den Weg für Martin Luther und die Reformation. Der „große Wurf“ einer kirchlichen Reform am Übergang von Mittelalter zur Neuzeit wurde insofern vertan, als dass man die Frage, ob der Papst über dem Konzil stehe oder viceversa, als Hauptthema bearbeitete und wichtige Aufgaben gar nicht in Angriff nehmen konnte. „Zwar wurden in der 43. Sitzung vom 21. März 1418 sieben Reformdekrete verabschiedet, (…) aber die weitaus wichtigsten Angelegenheiten wurden nicht generell und von Konzils wegen (…) geregelt.“4 Um die Vorgänge am Konzil von Konstanz zu verstehen, ist es notwendig auch einen genaueren Blick auf die Ursachen und die Vorgeschichte zu werfen und so muss diesen Punkten ein nicht geringer Teil dieser Seminararbeit eingeräumt werden.

Schatz 2008, 139. Vgl. Kapitel 3 – Die Gründe für das Konzil. (causa unionis, causa reformationis, causa fidei). 3 Miethke 2010, 3. 4 Jedin 1966, 69f. 1 2

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2. Vorbemerkungen 2.1.

Begriffsdefinition „Konzil“

Das lateinische Wort concilium bedeutet Zusammenkunft bzw. Beratung und dies wurde mit dem griechischen σύνοδος, was Zusammenkunft bzw. gemeinsamer Weg bedeutet, synonym verwendet. Allgemein definieren diese beiden Begriffe Versammlungen in kirchlichen Angelegenheiten. Der Codex Iuris Canonici (CIC) von 1983 definiert die Aufgaben und kirchenrechtlichen Bestimmungen des Konzils in den Canones 336 bis 341. Can. 339 — § 1. Alle und nur die Bischöfe, die Glieder des Bischofskollegiums sind, haben das Recht und die Pflicht, am Ökumenischen Konzil mit entscheidendem Stimmrecht teilzunehmen. § 2. Zum Ökumenischen Konzil können darüber hinaus auch einige andere, die nicht Bischöfe sind, von der höchsten Autorität der Kirche berufen werden; diese hat deren Stellung im Konzil näher zu bestimmen.. 5

Allein der Papst kann nach geltendem Recht ein Ökumenisches Konzil einberufen, hat die Oberhoheit über dieses und alle Dokumente und Beschlüsse bedürfen seiner Bestätigung.6 Dies war in der Kirchengeschichte nicht immer so und gerade diese Tatsache wird in dieser Seminararbeit behandelt werden, auch wenn der Umfang keine exakte und ausreichende Behandlung des Konziliarismus zulässt. Bei vielen Konzilien waren neben den Bischöfen und Kardinälen auch Kirchenlehrer, Äbte, Priester und Diakone, aber auch Laientheologen und vor allem auch Kaiser, Könige und Fürsten geladen, welche an den Beratungen und Beschlüssen in nicht geringem Ausmaße beteiligt waren. Schon in der Apostelgeschichte7 wird von einem Apostelkonzil gesprochen, welches eine Versammlung der Apostel und Ältesten darstellte und vor allem ab dem Konzil von Nicaea in den Blickwinkel kam, um die Konzilsidee zu stärken. In der alten Kirche wurden Konzil und Synode synonym gebraucht.8 Es gab im ersten Jahrtausend sieben allgemeine Konzilien9 der gesamten Kirche, die heute als ökumenische Konzilien bezeichnet werden, welche sowohl von der römisch-katholischen Kirche, als auch von der Orthodoxie und den Protestanten anerkannt werden. Nach offizieller Zählung gab es bisher

CIC/1983 online. Vgl. CIC can. 383. 7 Apg 15, 1 – 29 . 8 Anm.: Vom zweiten Jahrhundert an gab es zahlreiche lokale Konzilien auf verschiedenen Stufen, in denen sich die Bischöfe einer Region versammelten, um über bestimmte Fragen der Lehre oder Kirchenstruktur zu entscheiden. Diese Entscheide galten nur für die betreffende Region und hatten keine Allgemeingültigkeit, außer wenn deren Entscheidungen später von ökumenischen Konzilien übernommen wurden, wie es das sechste ökumenische Konzil im Hinblick auf einige Lokalsynoden des vierten Jahrhunderts tat. 9 Anm.: I. Konzil von Nicäa (325), I. Konzil von Konstantinopel (381), Konzil von Ephesos (431), Konzil von Chalcedon (451), II. Konzil von Konstantinopel (553), III. Konzil von Konstantinopel (680/681), II. Konzil von Nicäa (787). 5 6

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einundzwanzig ökumenische Konzilien10 - wobei die Zugehörigkeit erst im 16. Jahrhundert systematisiert und erst im 20. Jahrhundert verbindlich definiert wurde. Das Wort ökumenisch ist hier nicht in dem Sinne zu verstehen, dass verschiedene Konfessionen ein gemeinsames Konzil durchführen, sondern, dass innerhalb der katholischen Kirche Konzilsväter der gesamten Weltkirche teilnehmen und die Beschlüsse in der ganzen Kirche Geltung haben.11

2.2.

Konziliarismus

Die grundsätzliche Frage, welche am Konzil von Konstanz ihren ersten Höhepunkt nehmen sollte, ist die Frage danach, ob der Papst nun über dem Konzil stünde oder umgekehrt. Diese, auf Kanonisten des 12. Jahrhunderts zurückgehende Theorie, wird als Konziliarismus bezeichnet. Ursprünglich wurden in der Kirchengeschichte Marsilius von Padua und Wilhelm von Ockham als Begründer dieser Strömung genannt, aber schon Hubert Jedin stellt klar, dass „diese Ableitung der konziliaren Idee von Marsilius und Ockham (…) entspricht nicht der geschichtlichen Wirklichkeit“.12 Klaus Schatz geht davon aus, dass die Wurzeln des Konziliarismus auf traditionellere Elemente, der hochmittelalterlichen Kanonistik zurückgehen, und zwar vor allem diejenigen, welche sich mit dem Fall eines vom Glauben abgefallenen Papstes, eines Papa Haereticus beziehen.13 Besondere Bedeutung bekam dies durch das abendländische Schisma und den Versuch der Überwindung dessen. Einzig das Konzil wurde als befähigt befunden die dreifache Einheit wieder herzustellen und die Reform an Haupt und Gliedern zu bewerkstelligen. Als zentrale Dokumente des Konziliarismus gelten sicherlich das Konstanzer Konzilsdokumente Haec Sancta, welches die Machtbefugnisse des Konzils festlegte und sich somit selbst und ohne auf die Genehmigung des Papstes angewiesen zu sein legitimierte, und auch Fraequens, welches die regelmäßige Einberufung von Konzilien vorschrieb, welche in den Kapiteln 4.3.1., sowie 4.4.1. genauer beschrieben werden.14

IV. Konzil von Konstantinopel (869-870), I. Laterankonzil (1123), II. Laterankonzil (1139), II. Laterankonzil (1179), IV. Laterankonzil (1215), I. Konzil von Lyon (1245), II. Konzil von Lyon (1274), Konzil von Vienne (13111312), Konzil von Konstanz (1414-1418), Konzil von Basel-Ferrara-Florenz (1431-1449), V. Laterankonzil (15121517), Konzil von Trient (1545-1563), I. Vatikanisches Konzil (1869-1870), II. Vatikanisches Konzil (1962-1965) 11 Anm.: Es gab und gibt auch Regionalkonzilien bzw. -synoden, welche auf kontinentaler, kirchenprovinzieller bzw. bischofskonferenzlicher Ebene abgehalten werden. 12 Jedin 1966, 61. 13 Vgl. Schatz 2008, 127f. 14 Vgl. Gill 1967, 17. 10

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3. Vorgeschichte 3.1.

Das Abendländische Schisma

Nachdem das Papsttum von 1309 bis 1376 in Avignon residiert hatte, wobei der Einfluss der französischen Könige auf das Papsttum nicht zu leugnen ist und deren enorme Einflussnahme zum Begriff „Avignonisches Exil“ bzw. „Babylonische Gefangenschaft der Kirche“ führten, entschied sich Papst Gregor XI. nach Rom zurückzukehren. Dies geschah unter anderem auch auf Drängen von Katharina von Siena: „(…) die Stätte des glorreichen Hirten Sankt Petrus, dessen Stellvertreter Ihr seid, innezuhaben und zu besitzen. Und pflanzt das Banner des heiligen Kreuzes auf (…)―15 Als Gregor XI. im Jahr 1378 starb und sich die Kardinäle zum Konklave versammelten, soll es in den Straßen Roms unter der römischen Bürgerschaft zum Aufruhr gekommen sein. Diese forderte vehement einen Römer, oder wenigstens einen Italiener als Papst. Unter diesem Druck des Volkes, das für sich das alte Recht in Anspruch nahm, dass der Pontifex vom gläubigen Volk gewählt werde, erwählte das Konklave am 8. April 1378 Bartolomeo Prignano aus Bari zum Papst, der sich den Namen Urban VI.16 gab. Papst Urban VI. plante Reformen durchzuführen, doch konnte er die Spannungen nicht überwinden, die zwischen Papst und den noch vorwiegend französischen Kardinälen vorherrschten.17 Sein herrisches und forsches Agieren führte dazu, dass die Kardinäle sich seiner entledigen wollten, die Wahl für ungültig erklärten und die Sedisvakanz feststellten. Als Begründung konnten sie nun anführen, dass sie Urban nur unter dem Druck des Volkes und unter Bedrohung ihres eigenen Lebens gewählt hatten. „Die Gültigkeit seiner Wahl wurde von keinem der Zeitgenossen, und vor allem von keinem der Wähler selbst, in Zweifel gezogen, bis die überwältigende Mehrheit der Kardinäle im Hochsommer Urban VI. verließ.“18 3.1.1. Urban VI. und Clemens VII. Am 20. September 1378 trat dasselbe Kardinalskollegium erneut zusammen und wählte Robert von Genf zum Papst, der sich nun Clemens VII. nannte. Hiermit war der Schritt zum Schisma und zur verruchten Zweiheit gesetzt. Urban VI., der eigentlich rechtmäßig gewählt worden war, verzichtete nicht auf seinen Anspruch und so kam es, wie schon öfters in der Kirchengeschichte,19

zu

einem

Gegenpapsttum

und

doppelten

Primatsanspruch.

Interessanterweise waren die vorhergegangenen Gegenpäpste stets durch den Einfluss weltlicher Herrscher, die nach einer Papstwahl einen Gegenpapst einsetzten, der besser ihren politischen Gertz 1981, 151. Urban VI. war der letzte Papst, der zuvor nicht die Kardinalswürde inngehabt hatte. 17 Durch das „Exil“ in Avignon waren Großteils französische Kardinäle ernannt worden um das Papsttum fester an Frankreich zu binden. 18 Brandmüller, 1991, Einleitung, 1. 19 Vgl. Jedin 1966, 63. 15

16Anm.:

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Vorstellungen entsprochen hatte, zustande gekommen. Dieses Schisma war aber durch die Kirche selbst heraufbeschworen. Die katastrophale Lage der Kirche im Großen Abendländischen Schisma, das durch die turbulente Papstwahl im Jahre 1378 und der damit verbundenen Wahl eines Gegenpapstes durch die französischen Kardinäle ausgelöst worden war, spaltete die Kirche noch weiter. Clemens VII., der von der französischen Obödienz unterstützt worden war, residierte in Avignon und Urban VI. in Rom. Es entwickelten sich also zwei Hofstaaten, mit zwei eigenständigen Kurien, welche aus Kardinälen der jeweiligen Obödienz zusammengesetzt waren. Die Frage, wer nun der rechtmäßige Papst sei und wie das Schisma überwunden wer könne, beschäftigte neben den europäischen Fürsten auch die Gelehrten der theologischen Fakultäten. „Wer sollte über die Frage der Rechtmäßigkeit entscheiden? Zwei deutsche Theologen, die an der Universität Paris lehrten, gaben zur Antwort: das allgemeine Konzil. Heinrich von Langenstein und Konrad von Gelnhausen entwickelten schon 1373 den Gedanken, daß ein Allgemeines Konzil, das die Universalkirche vertrete, im gegenwärtigen Notstand Richter sowohl über die Kardinäle wie über die von ihnen gewählten Päpste sei.― 20

3.1.2. Lösungsvorschläge für das Schisma Diese Auffassung wurde von der Pariser Universität aufgenommen und in einer Denkschrift an den französischen König Karl VI. unterbreitet, da die Aussicht, dass beide abdanken würden bzw. ein Papst auf seine Regentschaft verzichten würde, nicht gegeben war. Karl VI. versuchte 1394 auch die Wahl des Nachfolgers von Clemens VII. in Avignon zu verhindern, 21 was jedoch misslang und so wurde Pedro de Luna, der spätere Benedikt XIII., gewählt. Nach dem Tod von Urban VI. folgte diesem Bonifatius IX.22 auf den Stuhl Petri und damit setzte sich das Schisma fort.23 Obwohl es Versuche beider Seiten auf eine Lösung des Schismas bzw. zumindest auf die Erlangung einer Diskussionsbasis gegeben hatte, diese jedoch gescheitert waren 24 und auch das „Fallenlassen“ des avignonensischen Papstes durch den König nicht zu dessen Rücktritt führte, blieb einzig das Konzil als Ausweg offen. Der Zustand des Schismas wurde auch von Zeitgenossen als unzumutbar angesehen, da die Zerrissenheit der Kirche deren Verfall förderte, die Kosten für die doppelte Hofhaltung ebenfalls enorm waren und die jeweiligen Gebiete stark belasteten. Es kam unter anderem zu Doppelbesetzungen von Diözesen, Spaltungen von Domkapiteln, von Ordensgemeinschaften und Universitäten. August Franzen schreibt hierzu in der Festschrift für Dr. Hermann Schäufle: Ebd. „Hatte Karl VI. im Jahre 1394 vergeblich versucht, die Wahl eines Nachfolggers für Clemens VII. in Avignon zu verhindern, so versuchte er durch den von einer Pariser Nationalsynode 1398 beschlossenen Abzug der Obedienz (sic!) gegenüber Benedikt XIII., diesen zur Abdankung zu zwingen“. (Brandmüller 1991, 5.) 22 Kardinal Pietro Tomacelli. 23 Die Päpste des abendländischen Schismas: Rom: Urban VI. (1378-1389), Bonifaz IX. (1389-1404), Innozenz VII. (1404-1406), Gregor XII. (1406-1415), Martin V. (1417-1431) – Avignon: Clemens VII. (1378-1394), Benedikt XIII. (1394-1417) – Pisa: Alexander V. (1409-1410), Johannes XXIII. (1410-1415) 24 Der Vertrag von Marseille vom 21.04.1407 hätte ein Treffen zwischen Benedikt XIII. und Gregor XII. – ursprünglich in Savona bei Genua – vorgesehen, doch konnte man sich nicht auf einen neutralen Ort einigen. 20 21

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Das Konzil von Konstanz – konziliaristische Reform oder vertane Chance? Die auf ihrem Recht beharrenden Päpste wurden schuldig an der Kirche und der Christenheit; es war ein unvorstellbares Chaos, das sie über beide heraufbeschworen. Je länger das Schisma dauerte, desto mehr breiteten Korruption und moralischer Niedergang sich aus. (…) Die ganze Ordnung geriet ins Wanken und mündete schließlich in eine furchtbare kirchliche Krise.―25

Die Universität von Paris hatte in ihren Vorschlägen aus dem Jahr 1394, u.a. drei Wege zur Überwindung des Schismas vorgeschlagen, wobei weder die via cessionis, also die freiwillige Abdankung der Päpste, noch die via compromissi, die Unterwerfung unter ein Schiedsgericht aufgrund der Beharrung der Protagonisten auf ihre Legitimität, gangbar erschienen und so nur die via conciliii übrig bleiben sollte.26

3.2.

Das Konzil von Pisa

3.2.1. Die Frage nach der Legitimität Es kam nun dazu, dass 13 Kardinäle beider Obödienzen übereinkamen, dass ein Konzil alsbald einzuberufen und auf diesem, um das Papstschisma zu beenden, eine Papstwahl durchzuführen seien. Hierbei offenbarten sich nun kirchenrechtliche Probleme, welche nicht wenig Diskussion mit sich zogen. Die Frage ob ein Konzil ohne Einberufung, Vorsitz und Genehmigung durch den Papst überhaupt legitim sein und ein Papst überhaupt abgesetzt werden könne, spaltete die Gelehrtenwelt. Weiters war die Frage aufgestellt worden, ob die Einberufung der Kardinäle einer Obödienz nicht per se unrechtmäßig sei, da diese ja vom Gegenpapst ernannt worden waren. 27 Hintergrund der Diskussion war u.a. der Dictatus papae von Gregor VII., genauer gesagt, dessen 19. Satz, welcher besagt, dass der Papst über allen anderen stehe und von niemanden gerichtet werden können: „Quod a nemine ipse iudicari debeat.― Weiters wurde auch noch die Gültigkeit der Einberufung des Konzils durch den 16. Satz in Frage gestellt: „Quod nulla synodus absque precepto eius debet generalis vocari.―28 Dem jedoch stand die Häresieklausel gemäß des Decretum Gratiani29 entgegen, welche als kirchenrechtliches „Allgemeingut“ nun auch zur Anwendung kommen sollte und welche besagt, dass sollte ein Papst in Häresie verfallen, dieser vom Stuhl Petri zu entfernen sei. Für den Fall, des Glaubensabfalls des Papstes wären der Kaiser und die Kardinäle30 aufgerufen ein Konzil einzuberufen. Trotzdem könne nur ein Papst den Vorsitz über das Konzil führen, wie es der Dictatus papae vorschrieb. Dennoch blieb die Einberufung des Konzils umstritten und so legte noch am 23. März 1409 der deutsche König Rup(p)recht von der Pfalz Einspruch

Franzen 1964, 10. Vgl. Franzen 1964, 20f. 27 Vgl. Jedin 1966, 64. 28 „Dass keine Synode ohne sein Geheiß universal genannt werden darf.“ 29 Hauptwerk des in Bologna lebenden und als Vater der Kanonistik geltenden Kamaldulensermönchs Gratian, welches er selbst als Concordia Discordantium Canonum betitelte. 30 “Huius culpas istic redarguere presumit mortalium nullus, quia cunctos ipse iudicaturus a nemine est iudicandus, nisi deprehendatur a fide devius” 25 26

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gegen diese ein. „Ungeachtet der Warnungen des deutschen Königs Ruprecht und Benedikt XIII. sowie der Exkommunikationen von seiten Gregors wurde das Konzil am 25. März 1409 eröffnet.― 31 3.2.2. Von der „verruchten Zweiheit zur verfluchten Dreiheit" Das Pisaner Konzil war sehr gut besucht, vor allem vor dem Hintergrund seiner Vorgeschichte betrachtet, dass sowohl beide Päpste als auch der deutsche König versucht hatten dies zu verhindern.32 Schon in der ersten Sitzung ging man an die Absetzung der beiden Päpste. Gregor XII. und Benedikt XIII. waren vor das Konzil geladen worden und wurden persönlich zu Sitzungsbeginn aufgerufen. Da die beiden Päpste weder selbst erschienen waren, noch Legaten entsandt hatten, wurden diese abgesetzt. „(und man) behandelte (sie) als sie sich nicht stellten, als Widerspenstige und setzte sie am 5. Juni 1409 ab.“33 Trotz eines Einspruchs von König Ruprecht gegen die Absetzung von Gregor XII., dessen Anhänger er war, kam das Konzil zu dem Schluss, dass beide Päpste in Häresie verfallen wären, dadurch die Jurisdiktion auf die Kardinäle übergegangen sei und der Stuhl Petri durch das Schisma vakant geworden sei. Dieser Beschluss wurde mit der oben genannten Häresieklausel begründet.34 Der Urteilsspruch vom 5. Juni 1409 weist sehr starke konziliaristische Züge auf und es kommt hierbei der Anspruch heraus, dass das Konzil universell für die gesamte Kirche spräche und dass dessen Zuständigkeit in dieser Causa außer Frage stünde, wird hier in der Übersetzung von Joseph Gill zitiert: (…) das die ganze allgemeine Kirche repräsentiert, und dessen Zuständigkeit und Autorität in dieser Angelegenheit anerkannt ist, daß (die abgesetzten Päpste) notorische Schismatiker und Häretiker sind (…). Durch diesen endgültigen Spruch entscheidet (…) das Konzil, daß die besagten (…) ihrer Ämter und Würden entkleide, verworfen und ausgeschieden werden. 35

Sogleich ging das Konzil daran die Sedisvakanz zu beenden. Am 15.06.1409 begann das Konklave, in dem der Franziskaner und Erzbischof von Mailand, Petrus Philargis zum Papst gewählt wurde. Der neue Papst Alexander V., der sich als Diplomat einen Namen gemacht hatte, bestätigte umgehend die Entscheidungen des Konzils, vereinigte per Dekret beide Kardinalskollegien und versuchte den Status quo, der vor dem Schisma geherrscht hatte, wiederherzustellen. Diesem Versuch zuwider liefen die Haltung sowohl Gregors XII. als auch Benedikt XIII., die sich beide weigerten die Beschlüsse des Konzils auch nur im Entferntesten anzuerkennen. Das Konzil hatte nun einen dritten Papst gewählt und anstatt das Schisma zu

Gill 1968, 33. „Fast einhundert Erzbischöfe und Beschöfe und ebensoviel Äbte erschienen, dazu die Prokuratoren von mehr als hundert Bischöfen, von 200 Äbten, hundert Domkapiteln und 13 Universitäten; ein Drittel der Konzilsteilnehmer bestand aus Franzosen.“ (Jedin 1966, 64). 33 Ebd. 34 „(…) denn selbst wenn der Papst in seiner Rechtmäßigkeit unbestritten sei, könnten sie unter gewissen Umständen ein Konzil einberufen, z.B. wenn der Papst daran gehindert oder weigere, es einzuberufen, aus Angst, der Häresie überführt zu werden (…)― (Gill 1968, 36). 35 Gill 1968, 38. 31 32

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überwinden wurde es durch die Vorgänge in Pisa nur noch vergrößert. Es wurde nun aus der, bis dato vorherrschenden, "verruchten Zweiheit" unter den Päpsten Gregor XII. und Benedikt XIII., durch die Wahl Alexanders V. eine „verfluchte Dreiheit".36 Auch wenn Alexander die größte Anhängerschaft hatte, waren die Obödienzen von Gregor und Benedikt noch immer groß genug um die Kirche zu spalten.37 Als am 03. Mai 1410 Alexander der V. in Bologna starb und wurde Baldassare Cossa zu seinem Nachfolger gewählt, nun Papst Johannes XXIII. Wie Hubert Jedin es sehr treffend ausdrückt: „Der erste Versuch, die Einheit der Kirche auf dem Konzilsweg wiederherzustellen, endete also in einem Mißerfolg.―38

Vgl. Schatz 2008, 133. „Trinitas non benedicta, sed maledicta― Zu Gregor XII. bekannten sich König Rupprecht, Neapel, Venedig und Rimini; zu Benedikt XIII Spanien und die schottische Obödienz. 38 Jedin 1966, 64. 36 37

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4. Das Konzil von Konstanz 4.1.

Der „Weg“ von Pisa nach Konstanz

Das Konzil von Pisa hatte außer der Papstwahl keine Möglichkeit gehabt, auf die dringenden Probleme mit welche die Kirche zu kämpfen hatte, einzugehen. Aus diesem Grund hatte schon Alexander V. ein Konzil in Aussicht gestellt, welches die dringenden Reformen behandeln und Beschlüsse hierzu fassen sollte.39 Die treibende Kraft hinter dem Konzil war nun jedoch nicht Papst Johannes XXIII., sondern der neue deutsche König Sigismund, der vor allem aus politischen Gründen an der Kircheneinheit interessiert war. Der Konzilsort Konstanz wurde vom König vorgeschlagen und de facto aufoktroyiert, da er sich auf Reichsgebiet befand und so im Gebiet Sigismunds. „Ehe Johannes XXIII. Einspruch erheben konnte, verkündete Sigismund, daß sich unter dem Vorsitz des Papstes und des römischen Königs zu Allerheiligen 1414 in Konstanz ein ökumenisches Konzil versammeln werde.“40 Klaus Schatz schildert Sigismund in seinem Buch Allgemeine Konzilien – Brennpunkte der Kirchengeschichte als letzter deutscher König in der Rolle „als Schirmherr und Schutzvogt der Kirche“.41 Ziel dieses Konzils sollte die endgültige Überwindung des Schismas sein, aber auch die Befassung mit wichtigen Fragen, die sowohl die Einheit der Kirche, des Glaubens und Erneuerung der Kirche betreffen sollten. Sigismund verhandelte mit sämtlichen europäischen Fürsten aber auch mit beiden Gegenpäpsten, so dass das Unionskonzil in Konstanz den erwünschten Erfolg haben sollte. Das Konzil war aufgrund der causa unionis, der causa reformationis und der causa fidei einberufen worden. Der wichtigste Punkt der Verhandlungen des Konzils, was schon vor Beginn allgemeiner Konsens zu sein schien, war die causa unionis; das Abendländische Schisma sollte beendet und damit die Einheit der Kirche wiederhergestellt werden. Die causa reformationis bezog sich auf notwendige Reformen von innerkirchlichen Zuständen. Schließlich sollten in der causa fidei Fragen der kirchlichen Verkündigung und Sakramentslehre geklärt und damit die Ketzerei wirksam bekämpft werden. Johannes XXIII. erhoffte vom Konzil von Konstanz die Bestätigung als legitimer Papst und sah das Konzil als Fortsetzung von Pisa an, vor allem weil die italienische Obödienz von Gregor XII. abgefallen war und diese in Konstanz die Mehrheit bildete.42 Dieses Ungleichgewicht rief den Unmut der englischen, französischen und deutschen Konzilsväter auf den Plan, die schon vor Beginn des Konzils mit der Forderung aufhorchen ließen, dass eine Abstimmung nach Nationen erfolgen sollte und nicht nach Köpfen. In der Literatur gibt es Vgl. „Auf dem Konzil von Pisa (…) hatten die Väter nach der Wahl des neuen (…) Papstes dem Elekt eine lange Liste von Reformforderungen vorgelegt, zu denen Alexander V. auch differenziert Stellung genommen hat.― (Miethke 2010, 2). 40 Gill 1968, 42. 41 Schatz 2008, 133. 42 Vgl. Jedin 1966, 65f. 39

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hierbei offensichtlich Uneinigkeit über die Erstmaligkeit dieses Abstimmungsmodus, denn Hubert Jedin schildert, dass dieses Abstimmungssystem „allein dem Konstanzer Konzil eigen“43 sei; anders als es Joseph Gill berichtet: „(…) diese Aufgliederung nach Nationen, die zum ersten Mal auf dem Konzil von Pisa praktiziert worden war (…)“.44

4.2.

Der Beginn des Konzils

Als am 1. November 1414 das Konzil offiziell mit dem Eröffnungsgottesdienst begann, waren nur wenige Konzilsteilnehmer erschienen. Dies sollte sich erst mit der Ankunft von König Sigismund im Dezember ändern. Für Johannes XXIII. stand neben dem Schisma vor allem auch die Behandlung der „Irrtümer Wyclifs“ und damit verbunden auch die Causa Jan Hus im Vordergrund.45 Wie Miethke bemerkt, wurden im Zuge des Konzils Wyclif und Hus einzig unter dem Gesichtspunkt der causa fidei behandelt, nicht jedoch im Rahmen der causa reformationis. 46 Für die Konzilsväter, die nun immer zahlreicher nach Konstanz strömten, stellte sich bald die Frage ob die Einheit der Kirche ohne die Absetzung aller drei Päpste überhaupt zu bewerkstelligen sei? Zumindest erleichterte die Aufteilung in Nationen die Arbeit und stärkte die nicht-italienischen Lager, was deren Einstellung dem Konzil gegenüber positiv beeinflusste. Schon am 3. November 1414 kam Jan Hus nach Konstanz um sich vor dem Konzil zu rechtfertigen. Obwohl er einen gültigen Schutzbrief von König Sigismund vorweisen konnte, der ihm freies Geleit zusicherte, wurde er am 28.11. verhaftet und eingekerkert. Die zweite Session47 des Konzils hätte bereits am 17. Dezember beginnen sollen, doch entschied sich Papst Johannes, auf das Eintreffen König Sigismunds zu warten, da zu diesem Zeitpunkt auch eine größere Anzahl von Konzilsvätern zu erwarten war. Währenddessen konnten die einzelnen Nationen mit ihren internen Beratungen beginnen. Die italienischen Konzilsväter wollten eine Fortsetzung von Pisa und schlugen vor: „Johannes XXIII. müsse durch Überredung oder Gewalt die beiden anderen ‚Päpste‗ zur Unterwerfung oder Gewalt veranlassen und verfügen, daß im Falle eines Streites um die Nachfolge die Kardinal-Bischöfe (…) ein Konzil einzuberufen hätten; das Konzil solle festsetzen, daß in Zukunft alle zehn oder im äußersten Falle alle 25 Jahre ein Konzil einberufen werde (…)― 48

Diese Forderung nach der regelmäßigen Einberufung eines Konzils könnte schon als Vorwegnahme bzw. Vorschau des Konzilsdokuments Frequens bezeichnet werden, welches Ebd. Gill 1968, 51. 45 Anm.: Eine genaue Betrachtung und Betrachtung der Geschichte und der theologischen Hintergründe der beiden Reformatoren Wyclif und Hus kann im Rahmen dieser Seminararbeit leider nicht erfolgen, da sie den Rahmen bei Weitem überschreiten würde. 46 Vgl. Miethke 2010, 3. 47 Als Session werden die Sitzungen des Konzils bezeichnet, welche zu Generalsessionen zusammengefasst wurden, also Sitzungsperioden. 48 Gill 1968, 59. 43 44

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Das Konzil von Konstanz – konziliaristische Reform oder vertane Chance?

eines der zentralen Punkte des Konziliarismus darstellt. Im Zuge der ersten Sessionen wurde noch einmal versucht die beiden abgesetzten Päpste zum freiwilligen Verzicht zu bewegen um auf breitestmöglicher Basis die Reformbemühungen angehen zu können. Auch wenn die Kurie selbst bisher immer Garant für die Wahrung des Status quo gewesen war, der auch die Bewahrung der Privilegien des Kardinalskollegiums bedeutet hatte, so waren beim Konzil von Konstanz auch zahlreiche Kurienkardinäle, wenn auch nicht die Mehrheit, an den Reformen wirklich interessiert. „Johannes XIII., der sich vor allem auf die Kardinäle und italienischen Bischöfe als solideste Stütze verlassen hatte, fühlte sich immer unbehaglicher.―49 Bereits zu diesem Zeitpunkt war den Konzilsvätern klar, dass nicht eher auseinandergehen würden, die Reform der Kirche an „Haupt und Gliedern“ durchgeführt sei. Am Heiligen Abend 1414 traf König Sigismund beim Konzil ein und feierte die Heilige Mitternachtsmesse bereits im kaiserlichen Ornat mit, obwohl erst 1433 zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt werden sollte. Ab dem Zeitpunkt seiner Ankunft war Sigismund „Herz und Seele“ des Konzils. Er erreichte eine Sitzungspause bis zum Eintreffen der Gesandten der beiden Gegenpäpste, wobei sich das Konzil auch immer mehr auch gegen Johannes XXIII. richtete, der ursprünglich noch die Unterstützung des Königs innehatte.50 Ab Mitte Jänner 1415 hatte die Vorstellung der Abdankung aller drei Päpste bei den Konzilsvätern immer breiteres Gehör gefunden, auch wenn dies eine Aushebelung der Pisaner Beschlüsse bedeuten würde, was der Pisaner Obödienz, allen voran Papst Johannes ganz und gar nicht zusagte, würde dies doch auch seine Position in Frage stellen. Johannes XXIII. versuchte Anfang 1415 seine Mehrheit durch ständige Neuernennungen zu sichern, aber die Opposition wurde stetig stärker. Weiters waren durch die Ankunft König Sigismunds zahlreiche Bischöfe und Prälaten hinzugekommen und sollten noch hinzukommen.51 Ende Jänner traf nun auch die englische Delegation ein und es wurde nun darauf plädiert, den oben genannten Abstimmungsmodus nach Nationen, nicht nach Köpfen, verbindlich einzuführen, um so die Majorität der Pisaner Obödienz endgültig zu brechen. Dies setzten die Nationen am 6. Februar unter Androhung der Nichtteilnahme an der Session bzw. des Abbruchs der Konzilsteilnahme durch. Johannes XXIII. ließ nun nichts unversucht um die Abstimmungen und schlussendlich das Konzil per se scheitern und enden zu lassen. Es wurden nun vier Nationen gebildet: die deutsche Nation, der sich auch die polnischen Konzilsväter anschlossen, die französische, die englische und die italienische Nation. Die spanische Obödienz war noch immer auf der Seite

Ebd., 52. Vgl. Brandmüller 1991, 187f.: „Die Monate Januar und Februar brachten die entscheidende Wende des Konzils, das nunmehr unaufhaltsam den Händen Johanns XXIII. entglitt und aus einem Konzil der Pisaner Oedienz (…) zu einem papstlosen Konzil der drei Obedienzen wurde.― 5151 Vgl. Gill 1968, 83f. 49 50

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Benedikts XIII. und deswegen erst ab 1417 am Konzil als fünfte Nation vertreten. Das Schwinden seiner Mehrheit und erneut erhobene Anklagen seines Lebenswandels, veranlassten Johannes XXIII. über seine Abdankung nachzudenken. Er erklärte sich nur unter der Bedingung am 16.02. dazu bereit, „vorausgesetzt, Petrus von Luna und Angelo Corrario, (…) täten ein Gleiches.―52 Im Laufe der nächsten Wochen machte Papst Johannes immer wieder Anstalten auf das Papstamt zu verzichten, was vor allem von Sigismund betrieben wurde, der sich bereit erklärt hatte, für den Fall seiner Abdankung, im Namen des Papstes als Bevollmächtigter aufzutreten.

4.3.

Konzil ohne Papst

Da nun Gerüchte und Anzeichen immer häufiger wurden, dass Johannes XXIII. bzw. Anhänger seiner Obödienz die Stadt verlassen wollten, erließ Sigismund den Befehl die Stadttore strengstens zu bewachen und niemanden unkontrolliert entkommen zu lassen. Er wollte verhindern, dass Johannes mit seiner Flucht das Konzil „sprengen“ könnte bzw. von außen Einfluss nehmen würde. Am 20. März 1415, während die allgemeine Aufmerksamkeit einem Turnier galt, das außerhalb der Stadtmauern von Herzog Friedrich von Österreich veranstaltet wurde, gelang es Johannes XXIII., als Pferdeknecht verkleidet auf einem jämmerlichen Reittier unter Führung eines Kindes ohne Schwierigkeiten die Stadt zu verlassen. 53

Mit dem Papst waren auch acht Kardinäle54, sowie zahlreiche Anhänger nach Schaffhausen über den Bodensee geflohen und manche Konzilsväter rechneten nun mit dem Abbruch des Konzils, da der Papst, der dies einberufen hatte, nicht mehr die Leitung ausüben würde und es im ganzen Mittelalter kein Konzil ohne Vorsitz des Papstes gegeben hatte. Die allgemeine Panik führte auch zu Plünderungen und Übergriffen, so dass Sigismund sehr viel Mühe aufbringen musste, die Ordnung in seiner Reichsstadt aufrecht zu erhalten und das Konzil vor der Auflösung zu bewahren.55 Johannes XXIII. begründete seine Flucht damit, dass er in Konstanz seines Lebens nicht mehr sicher gewesen wäre, wobei man davon ausgehen kann, dass die Absicht dahinter steckte, das Konzil zu sprengen.56 Am 26.03. kam es zur ersten Sitzung des Konzils ohne den Papst, wobei nun beschlossen wurde, dass die Session „rechtmäßig einberufen sei und nicht eher auseinandergehen werde, als bis sie ihre Aufgabe erfüllt habe, das Schisma zu beseitigen, die Glaubensfragen, die durch Jan Hus aufgeworfen waren, zu klären und die Reformen der Kirche an ‚Haupt und Gliedern‗ 57

Jedin 1966, 56. Gill 1968, 55. 54 Anm.: August Franzen spricht hier von vier Kardinälen (90), wohingegen Jedin auf Gill ebenfalls von acht Kardinälen berichtet. (58) 55 Vgl. Franzen 1964, 90. 56 Ebd. 57 Vgl. Miethke 2010, 2: „pro unione et reformacione dictae ecclesiae in capite et membris fienda.‖ 52 53

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durchzuführen.“58 Mit Blick auf Konstanz als Reformkonzil ist es bemerkenswert, dass hier bereits die Einheit der Kirche und die Reformen gleichberechtigt erwähnt werden. 59 Nachdem sich Johannes XXIII. noch immer weigerte abzudanken und weiter aus Schaffhausen versuchte Einfluss auf das Konzil zu nehmen, sowie dessen Arbeit zu torpedieren, formulierten die nichtitalienischen Nationen am 29. März 1405 vier Artikel, in Vorbereitung auf die kommende Session: „Das rechtmäßig im Heiligen Geist zu Konstanz versammelte heilige Konzil bildet ein Allgemeines Konzil; es repräsentiert die Streitende Kirche und hat seine Autorität unmittelbar von Gott; alle Gläubigen, einschließlich des Papstes, haben ihm in Sachen des Glaubens und in allem, was die Beendigung des Schismas betrifft, zu gehorchen; jeder – auch der Papst -, der diesen Gehorsam verweigert muß bestraft werden; die Flucht des Papstes ist ein Ärgernis― 60

4.3.1. Haec Sancta Bei der Session am folgenden Tag waren nun auch wieder beinahe alle Kardinäle zugegen. Es wurde eine abgeschwächte Version des Vorschlages vom 29. März diskutiert und diese als Grundlage herangezogen, welche, bei weitem harmloser in Sprache und Ausformung als das spätere konziliaristische Dokument Haec Sancta, hätte beschlossen werden sollen. Am gleichen Tag war nun Papst Johannes XXIII. von Schaffhausen geflohen und hatte sein Rücktrittsgesuch für nichtig erklärt, da unter Zwang abgelegt und hatte somit eine äußerst angespannte Stimmung in Konstanz bewirkt. Seine Aufforderung an die Kardinäle das Konzil zu verlassen und zu ihm zu fliehen ließ seine Obödienz endgültig dahinschwinden. Damit wurde der radikal – konziliaristische Flügel gestärkt und auch die schärfere Formulierung in der folgenden Session vom 6. April 1415 gewählt, welche als Dekret Haec sancta bekannt werden sollte. Diese heilige Konstanzer Synode bildet ein allgemeines Konzil; zur Beendigung des gegenwärtigen Schismas, zur Einheit und Reform der Kirche Gottes in Haupt und Gliedern... legitim im Heiligen Geist versammelt, verordnet, definiert, setzt sie fest, beschließt und erklärt sie, um leichterer, sicherer, besser und freier die Einheit und Reform der Kirche Gottes zu erreichen, folgendes: 1. sie ist im Heiligen Geist legitim versammelt, bildet ein allgemeines Konzil, repräsentiert die streitende katholische Kirche, und hat ihre Gewalt unmittelbar von Christus; jeder, gleichwelchen Standes und gleichwelcher Würde, selbst der päpstlichen, ist ihr zu gehorchen verpflichtet in Dingen, die den Glauben und die Bereinigung des gegenwärtigen Schismas sowie die allgemeine Reform der Kirche Gottes in Haupt und Gliedern betreffen. 2. jeder, gleichwelchen Standes, gleichwelcher Position oder Würde, selbst der päpstlichen, der den Anordnungen, Bestimmungen, Verordnungen oder Vorschriften dieser heiligen Synode und jedes weiteren legitim versammelten Konzils unter diesen Prämissen... hartnäckig der Gehorsam verweigert, verfällt, wenn er nicht zur Besinnung kommt, einer angemessenen Strafe, wobei auch gegebenenfalls zu anderen Mitteln zu rekurrieren ist.61

Damit setzte sich das Konzil klar über den Papst und drohte dezidiert in Richtung Johannes XXIII., dass ein weiterer Versuch sich dem Konzil zu widersetzen und entgegen zu arbeiten, nicht unbestraft bleiben würde. Nachdem sich König Sigismund mit Friedrich IV. von Habsburg Franzen 2006, 232. Vgl. Miethke 2010, 2. 60 Gill 1968, 59f. 61 Schatz 1993, 5. 58 59

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ausgesöhnt hatte, genoss Johannes XXIII. auch nicht mehr dessen Schutz. Er wurde festgesetzt und Friedrich lieferte den abgesetzten Papst, gemäß deren Friedensabkommen, an Sigismund aus. Am 17. Mai 1405 wurde Johannes als Gefangener nach Radolfzell am Bodensee (ca. 20 km von Konstanz entfernt) gebracht und am 29. Mai in der 12. Session des Konzils abgesetzt.62 Johannes wurde zuerst auf dem Schloss des Bischofs von Konstanz in Gottlieben inhaftiert, wo übrigens auch Jan Hus auf seine Verhandlung wartete, wurde dann über Heidelberg und Mannheim gebracht, wo er von Papst Martin V. in die Obhut von Ludwig von der Pfalz, gegen eine enorme Zahlung entlassen wurde.63 4.3.2. Rücktritt Gregor XII. und Absetzung Benedikts XIII. Bevor das Konzil nun an die Wahl eines Papstes denken und somit das über dreißigjährige Schisma endgültig beenden und ferner endlich die notwendigen Reformen angehen konnte, mussten erst die beiden Gegenpäpste zum Amtsverzicht bewogen bzw. abgesetzt werden, um nicht noch ein Schisma heraufzubeschwören. Bisher hatte das Konzil in der causa fidei einzig die Lehren Wyclifs erneut verurteilen und seine Schriften indizieren, sowie in der causa unionis Johannes XXIII. absetzen können. Die wichtigsten Reformen waren noch nicht einmal angesprochen worden. Während das Konzil nun die Verhandlung gegen Jan Hus aufnahm und einige weitere Fragen behandelte64, wurde verlautbart, dass Gregor XII. bereit wäre freiwillig abzudanken, um das Schisma zu beenden. Am 04. Juli wurde seine Rücktrittsbulle an König Sigismund – und nicht an das Konzil – übergeben, da Gregor, das von Johannes einberufene Konzil nicht erkannte, dieses jedoch nun rückwirkend noch einmal selbst einberief.65 Er wurde ins Kardinalskollegium aufgenommen und starb zwei Jahre später als Bischof von Porto. Weit schwieriger war die Situation mit Benedikt XIII., der im Gegensatz zu Gregor noch eine beachtliche Obödienz aufweisen konnte. Neben den Spaniern hatte er auch den König von Schottland hinter sich, wenn sich auch Frankreich von ihm losgesagt hatte. Benedikt stellte gegenüber König Sigismund Forderungen für seine Abdankung, welche dieser nur zum Teil erfüllen wollte und konnte.66 Als nun Benedikt erkennen musste, dass seine Situation nicht haltbar war, floh er von Perpignan, wo er residiert hatte, in die Bergfestung Peniscola, wo er, in Anm.: Wobei Klaus Schatz von einem nicht fairen Prozess gegen Johannes XXIII. spricht. Vgl. Gill 1968, 67. 64 Anm.: unter anderem die Frage nach dem Tyrannenmord, welche von Johannes Gerson aufs Tablot gebracht worden war. 65 „Die Versammlung spielte das Spiel mit und hörte sich geduldig die Einberufungsbulle an, als hätte sie nicht vor drei Monaten erklärt, sie sei im Heiligen Geist legitim versammelt und die Päpste hätten ihr zu gehorchen. Aber die Hauptsache war eben, daß, mit welchen Rechtskonstruktionen auch immer, im Endeffekt das Schisma behoben und die Einheit erreicht wurde.― (Schatz 2008, 140). 66 Der Forderung nach einer Verlegung des Konzils wäre man noch eher nachgekommen, als der Auffassung, dass Gregor XIII. als einzig vor dem Schisma ernannte Kardinal, der einzige Papstwähler sein sollte. (Vgl. Gill 1968, 69 und Jedin 1966, 69). 62 63

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der festen Überzeugung einzig legitimer Papst zu sein, ein „allgemeines Konzil“ einberief und sämtlichen Fürsten mit der Absetzung drohte, die seiner Einladung nicht Folge leisten würden. Dies war ebenfalls ein Grund für deren folgende Abkehr der letzten Anhänger von Benedikt und dem „Überlaufen“ seiner Obödienz zum Konzil.67 Am 13. Dezember 1415 unterzeichneten seine ursprünglichen Anhänger, sowie die ihn einst unterstützt habenden Fürsten, den Vertrag von Navarra und sagten sich offiziell von ihm los. Die spanische Obödienz wurde nun nach Konstant entsandt und bildete ab diesem Zeitpunkt die fünfte Konzilsnation. Am 6. Jänner 1416 wurde diese Kapitulation offiziell auf dem Konzil ratifiziert und es konnte nun an die großen Herausforderungen des Konzils, nämlich Neuwahl und Reform, gegangen werden. Weiters wurde der Papstprozess gegen Gregor am 6. November 1416 eröffnet, welcher bis 26. Juli 1417 dauern sollte und endgültig mit der offiziellen Absetzung Gregors XII. endete.68 4.3.3. Jan Hus Die Verbrennung von Jan Hus, welche unter dem Gesichtspunkt der causa fidei behandelt wurde, kann ebenfalls nicht als Glanzleistung kirchenpolitischer Reform angesehen werden. Generell muss bemerkt werden, dass das Konzil von Konstanz grundsätzlich die Chance vertan hat, ein wirkliches Reformkonzil zu werden, vor allem aufgrund der Tatsache, dass viele Konzilsväter schon allein den Konziliarismus zum Reformziel erhoben und die großen Probleme, welche im kommenden Jahrhundert zur Reformation führten sollten, nicht sehen konnten bzw. wollten. In diesem Unterkapitel sei nur in ganz überblickshaft die Causa Jan Hus behandelt, welcher in dieser Arbeit nicht der nötige Platz eingeräumt werden kann. Auch wenn die Behandlung der causa fidei, vor allem die Verdammung der Irrtümer von Wyclif und Hus, als Ziel hatte, so sollte jedoch auch Hus vor dem Konzil die Möglichkeit gegeben werden, seine Ansichten darzustellen. Er begab sich freiwillig nach Konstanz um seine Lehre verteidigen zu können. Der römischdeutsche König Sigmund gewährte im Geleitschutz und forderte alle Stände des Reiches auf, ihn friedlich durchziehen zu lassenweiters wurde er sogar von Johannes XXIII. persönlich und herzlich empfangen und ihm Sicherheit garantiert. „Dies war jedoch seltsam, da es Johannes war, der Jan noch vor kurzer Zeit exkommunizierte. Auf der anderen Seite war auch verwunderlich, dass Hus das Konzil anerkannte, da er bis zuletzt den Papst als illegitimes Kirchenoberhaupt ansah.―69 Die Konzilsväter, allen voran die Kurie wollte an Hus ein Exempel statuieren, nicht nur aus theologischer, aber auch aus

Vgl. Franzen 1964, 128f. Vgl. Franzen 1964, 143f. 69 Libal 2010, 22. 67 68

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politischer Hinsicht.70 Folglich wurde der Prager Universitätsprofessor am 6.Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

4.4.

Erst die Reform oder die Papstwahl?

Nachdem Johannes XXIII. und Gregor XII. abgesetzt und Benedikt XIII. zurückgetreten waren, war der Weg für die Reformierung der Kirche frei. Es kam nun zu einem Verfahrensstreit zwischen den radikalen Konziliaristen, allen voran König Sigismund und die deutsche Nation und den gemäßigten Nationen in der Frage ob die Reformen oder die Papstwahl zuerst durchgeführt bzw. beschlossen werden sollten. 71 Die englische und deutsche Nation wollten die Reformvorhaben zuerst durch das Konzil beschließen lassen und den neu zu wählenden Papst zur Durchführung verpflichten, so dass ein klares Primat des Konzils über den Papst definiert wäre. An dieser Frage drohte das Konzil erneut zu scheitern, da vor allem die italienische Nation – und hier vor allem die Kurie – eine traditionell, stark papalistische Haltung einnahm.72 Franzen hierzu: Bevor das Konzil zur Neuwahl des Papstes schreiten konnte, galt es, die Reformfrage zu verhandeln. Über die Notwendigkeit von Reformen an Haupt und Gliedern waren sich alle einig. Sollte man sie aber vor der Wahl (…) beraten oder danach? (…) Die strengen Konziliaristen betrachteten die Reformfrage als Testfall. Sie wollten den Papst auf Dauer an das Konzil binden, in dem sie ihn den vom Konzil erlassenen Reformen unterwarfen.―

In dieser Zeit musste Sigismund als deutscher König zahlreiche Reisen in diplomatischen bzw. militärischen Belangen auf sich nehmen, während der er die Konzilsväter ersuchte keine wichtigen Entscheidungen zu treffen. Als er im Jänner 1417 wieder nach Konstanz kam und die Beratungen und Diskussionen erneut begannen, musste die Frage geklärt werden, ob die Papstwahl oder die Reform zuerst durchzuführen sei. Erst sechs Monate später wurde eine Reformkommission eingesetzt, die die Arbeit der vorhergegangenen Kommissionen aufnehmen und weiterfortführen sollte. Erneut entbrannte Streit darüber, wie nun weiterverfahren werden sollte und ob die Reformdekrete nun verpflichtend beschlossen werden sollten, bevor ein neuer Pontifex auf dem Stuhl Petri Platz genommen habe oder nicht. Die deutsche Nation wollte ihren radikalen Standpunkt verteidigen, doch sahen vor allem die englischen Konzilsväter die Kirchenversammlung in Gefahr und „schließlich zwang der Abfall der Engländer die Deutschen zum Nachgeben.“73

Der

Bischof

von

Winchester

konnte

schlussendlich

mit

einem

Vgl. Libal 2010, 23ff. „Noch einmal ruft er einer großen Hörerschaft zu, er sei freiwillig nach Konstanz gekommen unter freiem Geleit des Königs. Errötet dieser König wenigstens jetzt? Schließlich verliest ein italienischer Bischof das Verdammungsurteil des Konzils über Werk und Person des „hartnäckigen und unverbesserlichen Ketzers―. Wieder erhebt der Verurteilte Einspruch gegen diese Bezeichnung. Dann betet er laut um Vergebung für seine Widersacher“ 71 Franzen 2006, 236. 72 Bereits Ende Juli 1415 war das Kardinalskollegium beschuldigt worden überhaupt keine Reformen anzustreben und durchführen zu wollen. 73 Jedin 1966, 68. 70

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Kompromissvorschlag das Eis brechen, in dem er vorschlug, dass die Reformdekrete sofort zu veröffentlichen wären, aber die Papstwahl ebenfalls unverzüglich von Statten gehen sollte. Also würde die konkrete Umsetzung und die konkrete Ausgestaltung der Reformvorhaben dem Heiligen Vater überlassen, aber per Konzilsdekret deren Fortsetzung festgelegt. 4.4.1. Frequens In der 39. Sitzung des Konzils am 9. Oktober 1417 wurden die ersten fünf Reformdekrete verabschiedet, wovon das wichtigste, sicherlich Frequens war. Das Dekret legte fest, dass Konzilien, um die Kirche reformieren zu können, in regelmäßigen Abständen abzuhalten sind und als ständige Einrichtung zu fungieren haben.74 Sie sollten, wie es Jedin ausdrückt, zu einer Kontrollinstanz für das Papsttum gemacht werden. Es wurden zahlreiche Bestimmungen beschlossen, die eine regelmäßige Abhaltung garantiere sollten. So sollte so, zum Beispiel, der Papst bei Ende eines Konzils den Ort und Zeitpunkt des nächsten Konzils bereits bekannt geben, was nur mit Zustimmung von mindestens zwei Drittel der Kardinäle wieder geändert werden könnte. Die wichtigste Bestimmung war jedoch, dass innerhalb von fünf Jahren das nächste und danach das übernächste Konzil sieben Jahre später, stattzufinden habe; anschließend in zehn Jahres Schritten. Jedin bemerkt hierzu, dass die Einhaltung von Frequens, also die ständige Abhaltung von Konzilien als Kontrollorgan der Gesamtkirche, dem revolutionären Ideen von Haec sancta, wahrscheinlich zum Durchbruch verholfen und sich der Konziliarismus endgültig durchgesetzt hätte und nicht verebbt wäre.75 Die weiteren Dekrete betrafen allesamt Reglementierungen und Einschränkungen der päpstlichen Macht: Das zweite Dekret legte das Verfahren fest (…) daß durch die Schuld eines Gegenpapstes ein neues Schisma enstände. Das dritte Dekret machte den Päpsten Auflagen, vor der Bekanntgabe ihrer Wahl ein Glaubensbekenntnis abzulegen. Das vierte untersagte ihnen, einen Bischof oder einen Prälaten gegen seinen Willen, ohne hinreichenden Grund und die Zustimmung der einfachen Mehrheit der Kardinäle zu versetzen. Das fünfte schließlich verbot den Päpsten, die Spolien zu beanspruchen (…)76

Auch wenn diese Einschränkungen päpstlicher Macht revolutionär waren, so kann man diese nicht als große, kirchenpolitische Reformen ansehen, welcher die Kirche so bedurft hätte. Bisher hatte sich das Reformvorhaben des Konzils auf die Festlegung des Abstimmungsmodus auf die einzelnen – mittlerweile fünf – Nationen, die Absetzung der Päpste und die Beschneidung der päpstlichen Autorität und Unterwerfung unter das Konzil beschränkt, wobei dies nur auf dem Papier geschehen war. Bevor die Wahlordnung erlassen und man ins Konklave eintreten konnte, erließ das Konzil am 30.10.1417 ein Dekret, welches noch einmal sicherstellen sollte, dass der „… von Allgemeinen Konzilien ist eine besondere Pflege des Ackers des Herrn, das die Stacheln, Dornen und Disteln von Ketzerei, Irrlehren und Spaltungen ausrottet, Abweichungen berichtigt, Entstelltes reformiert und den Weinberg des Herrn zu Ernte überreifer Fruchtbarkeit führt.“, zitiert nach Miethke 2010, 6f. 75 Vgl. Jedin 1966, 68 f. 76 Franzen, 1964, 123. 74

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zukünftige Papst auch die Reformen angehen und das Konzil fortsetzen würde. Dieses Kautionsdekret beinhaltete die Forderungen, welche die Reformkommission, das so genannte „Reformatorium“, seit dem Sommer 1417 ausgearbeitet hatte. Miethke beschreibt ein interessantes Detail im Reformauftrag des Reformatoriums: „Nicht allein ist der Regelungsbereich jetzt nicht mehr mit ‚Haupt und Gliedern‗ der Kirche beschrieben, umfasst also nicht mehr Papst, Kurie und Gesamtkirche, sondern betrifft nur noch das Haupt, d.h. Papst (und seinen Hof, die römische Kurie)“. Um sicher zu stellen, dass die Reformvorhaben auch wirklich aufgenommen wurden, hatte man die Kardinäle aus dem Reformatorium entfernt und festgelegt, dass jede Nation fünf Delegierte entsenden sollte, also nur 25 anstatt 35 Personen diese Kommission bildeten. Nach der Papstwahl wurde dieses Gremium um die „Nation“ der Kardinäle ergänzt, sodass es wieder auf 36 anwuchs.77 Miethke meint abschließend zu den Themen des Reformatoriums: Kein einziger der aufgelisteten Themen enthält auch nur mit einer Silbe den Hinweis, auf welche Weise das Problem zu lösen sei. Das Konzil stellt lapidar fest (und ich übersetze sogleich in Auswahl): „1. Zahl, Art und Nation der Kardinäle. – 2. Reservationen des Apostolischen Stuhls. – 3. Annaten … Serviten. – 4. Pfründenvergabe und Expektanzen. – 5. Prozesse an der Kurie … - 6. Appellationen... (…) 13. … Anklage und Absetzung des Papstes. – 14. Simonie. – 15. Dispense. (…) 16. Versorgung von Papst und Kardinälen.― 78

4.5. Das

Die Papstwahl

konziliaristische

Nationensystem,

welches

die

Übermacht

des

päpstlichen

Kardinalskollegiums und damit die Übermacht der italienischen Kardinäle brechen sollte, setzte sich auch bei der Wahl des neuen Papstes durch. Dies auch aufgrund der Tatsache, dass im Kardinalskollegium kein einziger deutscher oder englischer Kardinal vertreten wäre,79 und so dies nicht der Stimmung und dem Abbild des Konzils entsprochen hätte.80 Es wurden nun zahlreiche Vorschläge für die Zusammensetzung des Wahlgremiums eingebracht, wobei die deutsche und die englische Nation jeweils auf eine Stimmenmehrheit für ihre Delegierten pochten. Schlussendlich wurde ein kompliziertes Wahlsystem beschlossen, dass ursprünglich auf Ablehnung des Kardinalskollegiums stieß, aber schlussendlich doch angenommen wurde. (…) das Wahlkollegium solle aus einer gleichen Zahl von Kardinälen aus einem, ausnahmsweise für dieses Mal, erweiterten Kollegium von sechs Mitgliedern je Nation gebildet werden; dabei sollte der Kandidat als gewählt gelten, der Zweidrittel der Stimmen – nicht nur des gesamten Wahlkollegiums auf sich vereinen würde, sondern außerdem des Kardinalskollegiums und jeder einzelnen der in dem erweiterten Kollegium vertretenen Nationen. 81

In der Sitzung des 30. Oktober 1417 wurde diese Wahlordnung, kurz nach dem Kautionsdekret, ebenfalls als Konzilsdekret verlautbart. Das Wahlkollegium wurde in der 41. Session des Konzils am 08. November gewählt, am Nachmittag desselben Tages kam man zum Konklave zusammen, Vgl. Miethke 2010, 3f. Ebd. 79 Das Kardinalskollegium bestand 1417 aus 15 Italienern, 7 Franzosen und 1 Spanier. 80 Vgl. Gill 1968, 79f. 81 Ebd. 77 78

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welches nur bis 11.11. dauern sollte. Kardinaldiakon Odo Colonna wurde einstimmig zum Papst gewählt und nannte sich nach dem Tagesheiligen, Martin V. Tags darauf empfing Martin V. die Priesterweihe und am 21.11. wurde er offiziell gekrönt. Somit war das Schisma endgültig überwunden und ein einzelner Papst stand erneut der katholischen Kirche vor. Bald wurde klar, dass Papst Martin V. ein sehr autoritäres Papstbild vertreten sollte, welches dem konziliaristischen Weg des Konzils nicht wirklich entsprach.

4.6.

Reform an Haupt und Gliedern?

Bereits am Tag nach seiner Wahl hatte Martin V. die Offizien seiner Kanzlei bestätigt und dies in größerem Umfang als seine Vorgänger. Damit zeigte er, dass die Missstände im Bereich der Pfründe und Simonie, die das Konzil abzustellen hoffte, in vollem Umfang weiter existieren würden und die Reformbeschlüsse des Konzils kaum wirklich durchzusetzen wären. Martin war an Reformen nicht wirklich interessiert, was man daran festmachen könnte, dass er während seines Pontifikats keine Anstalten machte, die Dekrete vom 30.10.1417 umzusetzen. Gleich nach dem Konklave bemühten sich König Sigismund und die Nationen zu ihren Vorhaben zurückzukommen und die notwendigen Reformen an Haupt und Gliedern fortzusetzen. Die Uneinigkeit der einzelnen Nationen führte jedoch dazu, dass ein ganzer Konzilsmonat ohne Einigung oder Beschlussfassung dahinging und so wurde ein Ausweg gesucht, indem man nationen-intern Entwürfe erarbeiten sollte, damit die Arbeit nicht vollends ins Stocken kommen sollte. Diese Vorschläge wurden Avisamenta genannt. Die folgenden Avisamenta befassten sich allesamt mit der Frage der Pfründe und Kollatoren des Papstes, der Zusammensetzung der Kurie und weiterer Punkte, welche auf Seite 19 aufgelistet sind, nicht jedoch mit Glaubensfragen. Martin V. goutierte die Vorschläge der Nationen und legte am 20. Jänner 1418 selbst 18 Reformpunkte dem Konzil zum Beschluss vor, wobei die wichtigsten von Joseph Gill, wie folgt zusammengefasst wurden: Die Kardinäle dürfen in der Regel die Zahl von 24 nicht überschreiten; sie sollen aus allen Teilen der christlichen Welt genommen werden (…). An Benefizien sollen dem Papst nur die Kirchen (…) und übrigen Benefizien reserviert sein, die vom allgemeinen Recht und durch die Regelung Benedikt XII. festgesetzt sind. (…) Die Kandidaten für das Bischofsamt sollen Lizenziate oder Doktoren sein. (…) Die Zahl der Prozesse, die in die Zuständigkeit der römischen Kurie fallen, solle verringert werden. (…) der 13. (…) (über die Absetzung von Päpsten) fehlte in der Liste Martins V. (…)82

Nach diesen Reformpunkten erließ Martin noch einmal sieben Dekrete am 21.03.1418 und ging nun an die Abschlüsse von Konkordaten mit den einzelnen europäischen Herrschern, wobei diese auf fünf Jahre befristet waren. Die Konkordate umfassten vor allem Auswahlkriterien und Einflussklauseln auf Kardinalsbestellungen, finanzielle Belange und Bestimmungen über Pfründe.

82

Gill 1968, 126f.

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Als Papst Martin V. am 22.04.1418, nach fast vier Jahren, das Konzil von Konstanz schloss, war das Schisma überwunden, Jan Hus auf dem Scheiterhaufen verbrannt und einige Reformbeschlüsse im Bereich des Papstamtes und der Kurie beschlossen worden. Jedoch wurden die Konzilstexte nie vom Papst zu Glaubensdekreten erhoben. Er selbst hielt er sich zwar, als er nach fünf Jahren das Konzil von Pavia eröffnete. Er verlegte dies jedoch rasch wieder nach Siena und löste es schlussendlich ohne Ergebnis auf. Das hierauf sieben Jahre später einberufene Konzil von Basel sollte schlussendlich das letzte und am stärksten konziliaristische Konzil sein.

5. Conclusio Abschließend muss festgehalten werden, dass das Konzil von Konstanz von den drei Gründen seiner Einberufung zumindest die causa unionis vollends gelöst hatte. Das Schisma welches von 1378 bis 1417 gedauert hatte wurde durch das Konzil überwunden. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass sich das auf universitärer Ebene gängige System der Nationen am Konzil durchsetzen und somit das erste Mal der Einfluss und die Übermacht des Kardinalskollegiums gebrochen werden konnte. Die schon in Pisa bestimmende konziliaristische Politik konnte vor allem durch König Sigismund zur bestimmenden Richtung werden auch wenn diese mit der Wahl von Martin V. auch schon wieder im Niedergang begriffen war. Was die causa fidei betrifft, so war die Ausrottung der Häresie überwältigendes Hauptaugenmerk zugekommen, wobei theologische und liturgische Fragen auf der Strecke blieben. Die Verbrennung von Jan Hus und die damit ausgelösten Hussitenkriege sollten Mitteleuropa erschüttern. Englische, französische, deutsche, italienische und auch später spanische Vertreter wurden angehört und suchten nach gemeinsamen Lösungen um, einerseits die Krise innerhalb der Kirche, andererseits die Konflikte zwischen den Herrscherhäusern beizulegen. Wie wir an der Geschichte sehen können mit nur mäßigem Erfolg. Vor allem die Böhmen sollten nach dem Konzil ihre Stimme erheben und das Land mit den Hussitenkriegen in die Krise stürzen.83

Der Bereich der Reform wurde vom „Haupt und Gliedern“ schlussendlich zur Geschäftsordnungsreform des Konzils und zur versuchten Beschneidung der Macht des Papstes und der Kurie. Die Chance war vertan worden und es dauerte noch 150 Jahre, bis zum Konzil von Trient, bis die notwendigen Reformen durchgeführt wurden, diese aber auch nur auf vor dem Hintergrund der Reformation.

83

Libal 2010, 22.

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Proseminar „Forderung nach Kirchenreform in Geschichte und Gegenwart―

Das Konzil von Konstanz – konziliaristische Reform oder vertane Chance?

6. Literaturverzeichnis  Basse Michael, Von den Reformkonzilien bis zum Vorabend der Reformation. (Kirchengeschichte in Einzeldarstellungen II/2) Leipzig 2008.  Brandmüller Walter, Das Konzil von Konstanz 1414-1418. Band 1. Bis zur Abreise Sigismunds nach Norbonne. Paderborn-München-Wien-Zürich 1991.  Brandmüller Walter, Das Konzil von Konstanz 1414-1418. Band 2. Bis zum Konzilsende. Paderborn-München-Wien-Zürich 1997.  Franzen August, Kleine Kirchengeschichte. Freiburg/Breisgau 2006.  Franzen August/Müller Wolfgang, Das Konzil von Konstanz. Beiträge zu einer Geschichte und Theologie. Festschrift unter dem Protektorat seiner Exzellenz des Hochwürdigsten Herrn Erzbischofs Dr. Hermann Schäufele. Freiburg-Basel-Wien 1964.  Frech Karl A, Reform an Haupt und Gliedern: Untersuchung zur Entwicklung und Verwendung der Formulierung im Hoch- und Spätmittelalter. (Europäische Hochschulschriften : Reihe 3, Geschichte und ihre Hilfswissenschaften 510) Frankfurt/Main 1992.  Gertz Bernhard/Hoffmann Adolf, Katharina von Siena. Ausgewählte Texte und Schriften einer großen Heiligen. Freiburg/Breisgau 1981.  Gill Joseph, Konstanz und Basel-Florenz. (Geschichte der ökumenischen Konzilien IX) Mainz 1967.  Jedin Hubert, Kleine Konziliengeschichte. 7., und um einen Bericht über das Zweite Vatikanische Konzil vermehrte Auflage. (Herder-Bücherei 51) Freiburg/Breisgau 71966.  Kloß Nadja, Die Causa unionis auf dem Konstanzer Konzil. Norderstedt 2009.  Libal Viktor, Die Krise des Spätmittelalters und der Beginn der Moderne im Königreich Böhmen - untersucht am Beispiel der Hexenverfolgungen in Böhmen, Mähren und Schlesien. Diplomarbeit an der Universität Wien. Wien 2010.  Miethke Jürgen, Kirchenreform auf dem Konstanzer Konzil. Vortrag zum Symposion 22./23. Januar 2010. In: http://www.konstanzer-konzil.de/cms/upload/Vortraege/Vortrag-Miethke.pdf [05.11.2010].  Schatz Klaus, Allgemeine Konzilien. Brennpunkte der Kirchengeschichte. Paderborn ²2008.  Schatz Klaus. Die Geschichte des päpstlichen Primats. Online. 2003, in: PhilosophischTheologische Hochschule Sankt Georgen, http://www.sankt-georgen.de/leseraum/schatz2.html [14.01.2011].  Schelle Klaus, Das Konstanzer Konzil. Eine Reichsstadt im Brennpunkt europäischer Politik. Neuauflage. Konstanz ²2010.  Schumacher Markus, Der Primat des Papstes. Die Krise des Primates im Zeitalter von Schisma und Konziliarismus. Norderstedt 2006.  Sieben Josef Hermann, Vom Apostelkonzil zum Ersten Vatikanum. Studien zur Geschichte der Konzilsidee. Paderborn-München-Wien-Zürich 1996.

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Das Konzil von Konstanz  

Eine Seminararbeit von mir für das Seminar „Forderung nach Kirchenreform in Geschichte und Gegenwart“ am Institut für Kirchengeschichte und...

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