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Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013/14

Jahrgang 9 Ausgabe

THEMA

Sport versus QualmWolken

Pl채doyer f체r ein gesundes Leben AuSSerdem

Olympiade in Sotschi - Sport oder Politik? im Interview

Gunter Fritsch

Landtagspr채sident im Stadtschloss

Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

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Editorial

Editorial

Sport versus Qualmwolken Thema: Gesundheit, Sport und Rauchen sind untrennbar miteinander verbunden. So hat Daniel sich an seine erste Begegnung mit dem Rauchen erinnert und seine Haltung reflektiert, Diana hat über „Magie und Fluch des Rauchens“ recherchiert und eine eine Ärztin zu dem Thema befragt. Als Gegengewicht haben wir dem Sport viel Raum gegeben und Schüler unserer Schule zu Wort kommen lassen - über ihren Sport, das Skilager 2014 und über Frauenfußball aus der Sicht eines Jungen betrachtet.

Interview:

Spiele in Sotschi kritisch hinterfragt.

Viel Spaß beim Lesen!

Dieses Mal konnten wir den Landtagspräsidenten Brandenburgs Gunter Fritsch im neuen Stadtschloss interviewen und haben versucht, ein paar Dinge genauer zu hinterfragen. Das Lehrerinterview findet ihr auf Seite 14. - Außerdem haben gleich drei Schülerinnen unserer Schule über ihr Auslandsjahr berichtet: Alma über England, Sophie aus Finnland und Giulia aus Japan. Der Schüleraustausch nach Derby wird kurz reflektiert und Stefan hat die ComputerKämpfe in den Infokabinetten beobachtet.

Rückblickend hat Stefan die Olympischen Tipps gibt es am Ende ab Seite 42.

Clara

Frühlingsgrüße aus dem FK Junge Redakteure 7 Frühlingsgruß

Glücklich im Frühling

Neues Leben erwacht Und strahlt in seiner vollen Pracht. Die Pflanzen stecken die Köpfe hervor Vogelgezwitscher klingt an mein Ohr. Die Kinder tanzen und springen im Kreis Längst verschwunden ist das letzte Eis.

Frühling ist die Zeit des Erwachens und das nicht nur in der Natur, denn auch wir haben das Gefühl zu „erwachen“. Die Sonne scheint, es wird wärmer, die Tage werden länger. Selbst die Gerüche ändern sich, man fühlt sich plötzlich leichter am ganzen Körper, Frühlingsgefühle melden sich. Dafür sind zwei Hormone verantwortlich: Melatonin und Serotonin. Das jetzt mehr vorhandene Licht gelangt über die Augen ins Gehirn und verursacht im Körper eine höhere Ausschüttung des „Glückshormons“ Serotonin, das für unser Wohlbefinden zuständig ist. Gleichzeitig wird weniger Melatonin produziert. Dieses bei Dunkelheit produzierte Hormon steuert unseren Schlafrhythmus. Durch die Umstellung des Hormonspiegels im Körper sind wir im Frühling oft „frühjahrsmüde“. Geht es euch also einmal nicht gut, geht einfach vor die Tür und versucht, so viel Sonne wie möglich aufzunehmen! Mascha Bleyl, 8/2

Das Osterfest sehnen wir herbei Mit einem riesigen Osterei. Und am Abend genau um acht Beginnt die Walpurgisnacht. Seid vor den Hexen auf der Hut Und beweist euern Mut. Den Muttertag dürft ihr nicht vergessen, Sonst gibt es nichts Leckeres zu essen. Eure Mütter schenkten euch Leben Ihr könnt ihnen ein Dankeschön geben. Ich wünsche euch eine wunderbare Zeit. Und hoffe, ihr seid dafür bereit. Phöbe Zoe Kionke, 7/1 Seite 2

Lenné-Überflieger


Inhaltsverzeichnis

Seite

inhaltsverzeichnis

Inhalt LENNÉ INTERN Schulwechsel und Neuanfang Eine - auch nur halbe - Hürde Deutscher Klimapreis Winterlager der 11er Karate mit Ziel Johannesburg Derby - immer wieder ein Erlebnis 13. Seite. Computer-Kampf Verliebt in Goethes “Werther” - Lehrerinterview

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Alma in Chester, der Heimat des Cheshire Cheese Seite 18

LENNÉ EXTERN Leben unter Elchen, Rebtieren und Huskys My year in England Japan. Ein Traum wird wahr

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KULTUR - FEUILLETON Sport versus Qualmwolken Magie und Fluch des Rauchens Rauchende Kinder Plädoyer für die Gesundheit. Interview Ein Potsdamer Royal sein Frauenfußball. Na, und? So ist Schule... Filmkritik

Thema

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POLITIK - GESELLSCHAFT Stadtschloss oder Landtagsgebäude? Interview 24 Politik beobachtet 29 Putinsche Spiele. Die Olympiade in Sotschi 30

Schuljahr in Japan. Giulia mit neuen Freunden aus Spanien, Deutschland, Thailand und Frankreich Seite 21

TIPPS Begegnung der besonderen Art. Reisetipp Uni-Luft schnuppern. Exkursionstipp Kunstunterricht auf Reisen

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IN EIGENER SACHE Überflieger-Fotowettbewerb Überraschungsbesuch am Freitag Impressum Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

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Interview mit dem Landtagspräsidenten im neu eröffneten Stadtschloss Seite 24 Seite 3


SCHulalltag

Schulwechsel und Neuanfang Es war ein Montag, als sich mein Leben in eine neue Richtung drehte. Ich war schon zwei Wochen vorher so aufgeregt! Ich war auf der Peter-Joseph-Lenné-Gesamtschule angenommen. Eigentlich musste ich ja nur zehn Meter weiter laufen als sonst, weil ich früher in der Grundschule gleich nebenan war. Ich war nicht die Einzige aus meiner ehemaligen Klasse, wir wechselten gleich im Schwarm auf die neue Schule. Um 9 Uhr sollten sich alle in der Arena treffen und den Kursen zugeteilt werden. Da kamen schon die ersten Fragen auf? Arena? Bin ich hier im Zirkus? Und Kurse? Ich will hier keinen Kurs belegen, ich will Unterricht haben. Alle Unklarheiten wurden schnell beseitigt. Man redet mit uns jetzt in Erwachsenensprache. Was früher Schulhof war mit einem Spielplatz, ist jetzt Arena. Es gibt viele Bänke und viel Grün zum Erholen. Die Klassen 1 bis 6 sind Geschichte, wir befinden uns jetzt in Klasse 7 der Sekundarstufe I. Es gibt auch eine Sek. II, aber das hat noch Zeit. Ich war sehr gespannt, wer alles in meiner Klasse sein würde. Dann stand es fest: Ich war im Kurs 7/4 mit meinen besten Freundinnen Kateryna und Tabea. Wie schön, die Schulleitung hatte verstanden, dass man Freunde nicht trennen darf. Es war natürlich Glück bei fünf Parallelklassen. Als die Sache mit den Freunden geklärt war, war der Klassenleiter interessant. Super, eine nette Dame erwartete uns: Frau Sixel. Der neue Klassenraum schien mir grau und langweilig, nicht wie in der Grundschule mit gemütlicher Leseecke. Überall standen Schilder mit unseren Seite 4

Namen. Meinen entdeckte ich gleich neben der Tür. Ich setzte mich ruhig auf meinen Platz, denn ich wollte nicht, dass die anderen mich schon am ersten Tag für ein Plappermaul halten. Wir sollten uns alle vorstellen. Vor Aufregung bekam ich kaum einen Ton heraus. Als der erste Schultag an der Lenné-Schule vorbei war, traf ich mich mit Tabea, Kateryna und Mareike aus meinem Kurs. Am Abend löcherten mich meine Eltern mit Fragen. Und am nächsten Tag fuhren wir (alle 7. Klassen) schon auf die Begegnungsfahrt, um uns besser kennenzulernen. Es waren schöne Tage und ich habe viele neue Freunde gefunden. Als wir am Freitag zurück waren, sahen wir uns alle Räume der Schule an. Es gibt so viele Räume, viel mehr als in der Grundschule. Ein wichtiges Thema fehlt noch: die Zensuren. Am Anfang hagelte es nur schlechte Noten, ich musste schnell begreifen, dass ich am Nachmittag lernen muss. Einen Riesenstress bereiteten mir die VierteljahresZeugnisse. Statt zweimal im Jahr quält man uns gleich viermal, damit auch Mama und Papa immer gut über mich Bescheid wissen. Sie freuen sich natürlich darüber. Gut gefallen mir die neuen Fächerverbunde, z.B. das Fach GeWi, welches ich echt spitze finde. Ein Kiosk in der Schule ist super und die Käsebrötchen für 0,50 € sind wärmstens zu empfehlen. Im Rückblick hat sich die Hetzerei nach der besten Schule in Potsdam gelohnt, denn ich habe sie gefunden: meine Lenné-Gesamtschule. Gina, 7/4 Lenné-Überflieger


Eigentlich wollte ich gar nicht auf die LennéSchule, sondern auf das Bertha-von-SuttnerGymnasium, aber im Nachhinein bereue ich es überhaupt nicht. Auf den Grundschulen muss man in der 6. Klasse zwei Prüfungen, die ZVAs (Zentrale Vergleichsarbeiten) bestehen, eine in Mathe und eine in Deutsch. Ich fühlte mich enorm unter Druck, denn diese Prüfungen machen 20 Prozent der Gesamtnote in dem jeweiligen Fach aus. Jeder hofft, mit dem Ergebnis auf eine gute Schule zu kommen. Als ich hörte, dass die Lenné-Schule einen sehr guten Ruf hat, war ich erleichtert, hier angenommen zu sein. Meine ersten Eindrücke auf dieser Schule waren alle eher positiv, z.B. dass der Unterricht später beginnt oder dass es gleich am Anfang des Schuljahres eine Kennenlernfahrt gab. Wenn man in eine neue Klasse kommt, ist man sehr nervös. Am ersten Tag hier wollte niemand auch nur ein Wort sagen und mir selbst steckte ein großer Kloß im Hals. Aber nach der Begegnungsfahrt kannte sich die Klasse besser und man traute sich, das neue Umfeld zu erkunden und etwas in der

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was uns bewegt

Cafeteria zu kaufen oder die Informatikräume zu nutzen. Es gibt den Computerclub, der hier viele Vorteile bietet: Man zahlt einmal 5 Euro für einen Clubausweis und kann dann immer kostenlos drucken, auch farbig. An meiner Grundschule habe ich bei der Schülerzeitung mitgearbeitet. Hier bin ich in den FK Junge Redakteure gegangen und Ende Januar hatte ich es endlich geschafft, in die Redaktion der Lenné-Schülerzeitung aufgenommen zu werden. Enrico, 7/2

Eine - auch nur halbe - Hürde

Der Übergang von der Sek. I in die gymnasiale Oberstufe. Viele Fragen von Schülern und Eltern beschäftigen sich mit dem Übergang von der 10. in die 11. Klasse, von der Sekundarstufe I in die Sekundarstufe II. So fragte auch ich mich, was sich nach den Sommerferien verändern würde und inwiefern ich damit klarkommen würde. Angst hatte ich gewiss nicht, vielmehr war es Neugierde. Ich freute mich über das Wegfallen ungeliebter Fächer und die Aussicht, mich voll meinen Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

Lieblingsfächern widmen zu können. Die Vorstellung, die nächsten drei Jahre mit lediglich neun Fächern und Sport zu verbringen, erschien durchaus verlockend. Sowieso machte ich mir Hoffnungen, dass das Arbeiten in der Sek. II deutlich ergebnisorientierter und selbstständiger, ähnlich pragmatisch wie an einer Hochschule, ablaufen würde. Sicher war mir bewusst, dass nicht alle meine Vorstellungen Realität Seite 5


Schulalltag

werden würden. So erwartete ich das neue Schuljahr mit Neugierde, aber ohne großartige Freude oder Hysterie. Am ersten Schultag traf man sich wie gewohnt in der Arena, wo verkündet wurde, wie die Schüler auf die Klassen, vier an der Zahl, verteilt worden sind. Die Einteilung erfolgte den gewählten LeistungskursNaturwissenschaften entsprechend. So gab es eine Klasse mit Physik-, eine mit Chemieund zwei Klassen mit Biologie-LK. Mit 29 Schülern im Physikleistungskurs ist meine Klasse ziemlich groß, was jedoch, abgesehen vom Tischmangel in manchen Räumen, keinerlei Probleme verursacht. Den großen Unterschied zwischen Sekundarstufe I und II sehe ich in der allgemeinen Atmosphäre. Man merkt deutlich, dass Unterricht und Arbeitsphasen nun ruhiger und zielstrebiger absolviert werden, weil alle Schüler wissen, dass sie nun letztendlich freiwillig in der Schule sind. Die so neu gewonnene Ruhe ist auch von Nöten, denn die Anforderungen in der Sekundarstufe II sind ungleich höher als die in der Sek. I. Ausgeglichen werden die größeren Berge an Hausaufgaben und der Druck durch Klausuren jedoch durch einen großzügigeren Bewertungsmaßstab, der das Erreichen von 85 (90, 95) Prozent bereits mit 13 (14, 15) Punkten honoriert. Meine Erwartungen und Hoffnungen die nun kleinere Anzahl an Fächern betreffend haben sich erfüllt. Insbesondere in den Wahlleistungskursen besteht mit fünf Stunden in der Woche genug Zeit, um sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen. Die erhoffte Änderung des Unterrichts zu hochschulähnlichen Verhältnissen blieb jedoch größtenteils aus, auch Seite 6

wenn die Unterrichtsgestaltung von Fach zu Fach und von Lehrer zu Lehrer unterschiedlich ist. Allgemein musste man sich in praktisch allen Fächern an Lehrer gewöhnen, mit denen man in der Sek. I bislang keinen Unterricht hatte, was jedoch kaum Anstrengung erforderte. Die Auslegung des Abiturs an der Gesamtschule auf drei Jahre begünstigt die allgemeine Eingewöhnung in die Sek. II, da man das 11. Schuljahr als „Einführungsphase“ verwendet. Nur die letzten zwei Jahre, die der „Qualifikationsphase“ des 12. und 13. Schuljahres zählen für das Abitur. Alles in allem kann ich keine außergewöhnlichen und ungewöhnlichen Veränderungen beklagen. Zwar sind die vielen Hausaufgaben und besonders die in ungeliebten Fächern, wo einem der Berg von vornherein doppelt so groß vorkommt, anfangs unheimlich nervig gewesen, aber nach einer Weile ist man durchaus in der Lage, mit diesem Übel klarzukommen. Ferner kann ich Schülern der jetzigen 10. Klasse empfehlen, keine Ängste oder übermäßigen Hoffnungen an den Wechsel in die gymnasiale Oberstufe zu knüpfen, da sich deutlich weniger verändert als beim Übergang von der Primarstufe in die Sekundarstufe I.

Stefan, 11/1 Lenné-Überflieger


Klimapreis lenné - intern

Ökologisches Schulpraktikum der 7. Klassen der Lenné-Schule ausgezeichnet Unter 107 Bewerbern um den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung aus ganz Deutschland haben es 20 von ihnen in die Endrunde geschafft, darunter auch das Team unserer Schule.

Die Allianz Umweltstiftung Nach der Maxime „Mitwirken an einem lebenswerten Dasein in einer sicheren Zukunft“ unterstützt die Allianz Umweltstiftung seit ihrer Gründung 1990 Umweltprojekte in ganz Deutschland. Sie engagiert sich in Städten und ländlichen Regionen, fördert Projekte zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Klimaschutz sowie Aktivitäten zur Vermittlung von Umweltwissen. Im vergangenen Jahr wurde zum sechsten Mal der mit insgesamt 65.000 Euro dotierte Schulwettbewerb um den Deutschen Klimapreis der Allianz Umweltstiftung ausgeschrieben. Der Klimapreis Mit dem Deutschen Klimapreis will die Allianz Umweltstiftung das aktive KlimaschutzEngagement von Schulen auszeichnen. Er wird jährlich verliehen und soll Schüler wie Lehrer dazu motivieren, sich dem wichtigen Thema „Klimaschutz“ mit Spaß und positivem Engagement zu widmen. Der Deutsche Klimapreis der Allianz Umweltstiftung besteht aus fünf gleichwertigen Auszeichnungen, die mit jeweils 10.000 Euro dotiert sind. Zusätzlich erhalten alle weiteren Beiträge, die es unter die Top 20 schaffen, einen Anerkennungspreis von jeweils 1000 Euro. Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

Erfolgreich unter 107 An dem Wettbewerb nahmen 107 Schülerteams mit insgesamt über 2500 Schüler/ innen teil, darunter auch ein Team unserer Schule mit dem alljährlich in den 7. Klassen stattfindenden „Ökologischen Schulpraktikum“. Die Phantasie der teilnehmenden Schüler und Lehrer zum Thema Klimaschutz beeindruckte die Jury, die aus Fachleuten aus der Bundesregierung, dem WWF, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Buchautoren, Journalisten, dem Vorstand der Allianz Umweltstiftung u.a. bestand. Die Schulen bewarben sich mit Exkursionen und Aktionstagen zum Klimaschutz, Theaterstücken, Energiesparmaßnahmen an Schulgebäuden oder Internet-Portalen über den Klimawandel. Im Februar 2014 hatte die Wettbewerbsjury die Qual der Wahl: Es wurde gesichtet und diskutiert, bis schließlich die Gewinner der fünf mit jeweils 10.000 Euro dotierten Hauptpreise feststanden. Die 15 weiteren Beiträge der „Top 20“ dürfen sich über einen Anerkennungspreis von jeweils 1000 Euro freuen. Dazu gehört das Team der Lenné-Schule um Frau Lemke. Das ist eine großartige Leistung. Wir gratulieren euch und wünschen viel Erfolg für den nächsten Wettbewerb. Seite 7


Sportunterricht im Schnee

Erfolgsstory 2014. Das Winterlager der 11. Klassen Vom 18. bis zum 24. Januar besuchte der Jahrgang 11 im Rahmen des Winterlagers das Skigebiet „Speikboden“ in Südtirol (Italien). Ziel war es, uns Schüler/innen den Wintersport näherzubringen, da beinahe die Hälfte aller Schüler des Jahrgangs bestenfalls kurzzeitige Erfahrungen mit dem Skibzw. Snowboardfahren hatte. Bei den einen lag es vielleicht an einer allgemeinen Abneigung der Vorstellung gegenüber, im Winter Sport im Schnee zu betreiben, bei anderen, so auch bei mir, lag es hingegen eher an unwilligen Eltern. So sagte mir meine Mutter, dass ich es ausprobieren solle, und wenn es mir Spaß mache, könne man das Gleiche bei nächster Gelegenheit im Urlaub selbst ausprobieren. Würde es allein darum gehen, müssten wir sofort in den folgenden Winterferien in Familie ins nächstgelegene Skigebiet fahren, denn den Spaß, den mir das Skifahren während des Winterlagers gebracht hat, werde ich nicht so schnell vergessen. Aller Anfang auf den sich zunächst äußerst ungewöhnlich anfühlenden Skiern und Skischuhen war schwer und vor allem anstrengend, aber selbst am ersten Tag, der von Stürzen, einem äußerst langsamen Fahrtempo und den teilweise anstrengenden Trainingsaufgaben geprägt war, hatten wir bereits immensen Spaß. Das Umnieten von Mitschülern nach dem Verlust der Seite 8

Kontrolle bei geringer Fahrgeschwindigkeit war ein häufig zu sehendes Ereignis und an das Umgenietetwerden durch Mitschüler waren wir nach kurzer Zeit gewöhnt. Da wir das Skifahren schnell lernten, waren wir schon bald in der Lage, die Anzahl der Stürze zu minimieren. Ganz abstellen konnten es nur die wenigsten, was bei dem im Zuge der Ausbildung ansteigenden Schwierigkeitsgrad der zu fahrenden Pisten nur natürlich war. Generell waren Stürze also kein größeres Problem, nicht zuletzt, weil sie sich in zwei Phasen unterteilten: in die des Sturzes selbst, bei der jeder vor allem von dem Gedanken getrieben wurde, möglichst weich zu fallen und in die Phase danach, die vom inneren Lachen und dem selbstironischen „Schonwieder“-Gedanken geprägt war. Zu Schaden gekommen sind nur die wenigsten, wohl auch, weil wir bewusst langsam fuhren, um Verletzungen zu vermeiden. Zu einem besonders hohen Tempo war schließlich niemand gezwungen. Viel häufiger freuten wir uns über unsere Erfolge, die sich immer wieder einstellten. So war großer Spaß auf jeden Fall gewährleistet. Gekrönt wurde der Ausflug für viele Anfänger durch eine Talabfahrt, bei der es mehr als 1000 Höhenmeter abwärts ging. Ein leckeres Mittagessen auf der vorher noch nie erreichten Mittelstation schlugen wir nicht aus. Das Gefühl nach der ersten erLenné-Überflieger


folgreichen Talabfahrt war einfach unbeschreiblich. Wir sonnten uns jedoch nicht in unserem Erfolg, sondern fragten, wann wir zur nächsten Talabfahrt aufbrechen würden. Ich wollte gar nicht mehr mit dem Skifahren aufhören, weil es mir so großen Spaß bereitet. Als das Ende des Skilagers näher rückte, waren wir alle fast schon wehmütig; die Freude wieder nach Hause zu kommen war dem jedoch gewachsen. So endete unser Skilager nach nur einer Woche, aber für viele und auch für mich war klar: Dies würde nicht der letzte Skiausflug in unserem Leben gewesen sein. Stefan

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Winterlager 2014

Potsdamer Lenné-Schüler auf der Piste

Zoo auf Skiern Wie alljährlich im Skilager gab es auch dieses Jahr den Ski-Fasching. Schon im Vorfeld machten wir uns Gedanken über die Verkleidung. Als der Tag endlich anbrach und alle ihre Kostüme aus den Koffern holten, war es klar: Wir würden ein kleiner Zoo auf der Piste sein. Es gab sowohl Kühe als auch Füchse oder Schafe, Hasen und ein Krokodil. Auch ein schon längst ausgestorbener

Dino wurde wieder hervorgekramt und ein Rentier durfte im Schnee natürlich auch nicht fehlen. Wir hatten einen super spaßigen Tag mit vielen verrückten Ideen, wie wir die Pisten herunterkommen könnten, und viel zu lachen. Lucas Klingbeil, 11/1 Weitere Texte zum Skilager 2014 von Charlie, Constantin, Lukas, Anika und Philip findet ihr auf der Zeitungswebsite.

Leo und Lukas: Blöde Kuh und alter Dino verknotet Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

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Über uns

Karate mit Ziel Johannesburg 2014 Mein Name ist Georg, ich bin Schüler der 10/1. Schon seit 2006 begeistere ich mich für den Kampfsport Karate, im Mai 2006 begann ich zu trainieren. Im Karate gibt es viele Stile. Ich trainiere den Shukokai Stil beim Kimura Shukokai Karate Potsdam e.V. und bin durch einen glücklichen Zufall zu diesem Sport gekommen. Direkt meiner Wohnung gegenüber lag damals die Trainingsstätte „Dojo“, was mich sehr neugierig machte. Um zu erfahren, was da vor sich ging, habe ich mich für ein Probetraining eingetragen. Dieses Training hat mir sofort sehr gefallen, was sich bis heute nicht verändert hat. Also blieb ich im Verein und stieg im Laufe der Zeit Gürtel für Gürtel auf. Was bedeutet das? Im Karate gibt es ähnlich wie beim Militär verschiedene Ränge oder Stufen, die zeigen, wie erfahren ein Karateschüler ist. Man fängt mit dem weißen Gürtel an und endet als „Schwarzgurt“. Wenn man den Schwarzgurt erreicht hat, ist man ein Meister oder „Sensei“. Als Meister hat man die Chance, noch weiter aufzusteigen. Um einen Gurt aufzusteigen, muss man vom Trainer geprüft werden. Meist ist das einmal pro Jahr. Derzeit habe ich den 2. Grad des Braungurtes erreicht. Danach folgt der 3. Braungurt-Grad und dann schon der Schwarzgurt. Mein Karatestil setzt sehr viel auf die Körpermechanik, wobei schon durch eine kleine Änderung von nur einem Zentimeter im Schlagvorgang das Doppelte bis Dreifache an Schlagkraft erzielt wird. Ich lerne in jeder Trainingsstunde etwas Neues dazu. Das ist der Grund, weshalb ich immer noch Gefallen an diesem besonderen Sport Seite 10

finde. Selbst mein Sensei lernt immer noch etwas Neues dazu, sagt er. Ich trainiere in der Woche zwei- bis dreimal, manchmal durch Lehrgänge auch mehr. Bei Landesmeisterschaften war ich mehrmals mit einer 1., 2. oder 3. Platzierung erfolgreich. Im Herbst 2012 schlug mein Sensei mich für den Stilinternen Nationalkader vor. Diesem Vorschlag bin ich natürlich sofort mit großer Begeisterung gefolgt. Bei der darauf folgenden Nationalkadersichtung wurde ich u.a. wegen meines Elans angenommen. Seitdem bin ich ein festes Mitglied im Nationalkader. Das bedeutet aber auch, dass ich seit dem Tag ein sehr hartes Training absolvieren muss. Im Mai 2013 reiste ich dann erstmals zur Stileigenen Europameisterschaft, die in Helsinki (Vantaa) in Finnland ausgetragen wurde. Einen Platz im Wettkampf belegte ich noch nicht, jedoch war für mich persönlich die EM sehr erfolgreich. Ich habe viel gelernt, was mir sicher zukünftig noch weiterhelfen kann. Die Menschen aus allen Nationen Europas zu treffen, war sehr interessant. Ich habe viele neue Freunde gefunden. Außerdem hat es sehr viel Spaß gemacht. Lenné-Überflieger


Nun trainiere ich noch härter! Dieses Jahr ist schließlich die Weltmeisterschaft unserer Stilrichtung. Die WM findet im Sommer in Johannesburg/ Sun City in Südafrika statt. Ich bin sehr zuversichtlich

und blicke in Richtung Weltmeisterschaft in Südafrika. Meine Vorfreude auf das Turnier steigt von Tag zu Tag und somit auch mein Ehrgeiz und Kampfgeist. Georg Ritterbusch, 10/1

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Sport

Sport ist (nicht) Mord „Sport ist Mord!“, sagte er mit erschöpfter Stimme nach unserem verlorenen Basketballturnier. Selten hatten wir so schlecht abgeschnitten. Alle Teams waren nach dem Turnier in der großen Halle verteilt und lobten ihre Taktik ohne Ende. Auch wir reflektierten unser Spiel. „Beim nächsten Mal schaffen wir es. Eure Teamarbeit war auf jeden Fall schon besser als bei den Spielen zuvor“, meinte unser Trainer. Wir hatten an diesem Abend nicht gewonnen, aber immerhin waren wir wieder ein Team, in welchem sich die Spieler zuspielten und gegenseitig respektierten. Nicht so wie die anderen, die sich gegenseitig anschrien, wenn sie nicht trafen, und versuchten, ihren Egoismus weiter zu entwickeln. Vermutlich war dieses Spiel ganz am Anfang unserer gemeinsamen Basketballkarriere ein Zeichen und sicher hätten wir ohne diese Erfahrungen später nicht ein Spiel nach dem anderen gewonnen. Teamgeist

war wichtig für uns und der Leitsatz eines jeden Spiels. Jeder hatte seine eigenen Stärken. Das war es, was uns immer aufbaute, denn wir hatten verstanden, dass nicht einer allein alles konnte; der eine war gut im Korbwurf, der andere besser in der Defensive. Es war die positive Erfahrung, die für so viel Spaß am Sport sorgte. Die Tage, an denen wir trainierten, waren für uns wie ein Befreiungsschlag. Sie lenkten uns ab vom alltäglichen Stress und bauten teilweise auch Frust ab. Teamspiel, Erholung und Spaß! Das war die Kombination und der Grund, weshalb wir uns auch nach negativen Erlebnissen in die Trainingshalle schleppten. Jetzt gibt es dieses Team nicht mehr. Jeder ist seinen eigenen Weg gegangen. Die Freude am Teamsport ist sicher bei den meisten geblieben. Es ist ein Sport, der gut tut. Daniel Falk, 10/1

Verbale Ausrutscher Frau Tschöpel, Referendarin im Französischkurs der 11. Klasse: „Ich bin schon froh, wenn du das mit aus der Stunde nimmst.“ Lukas G.: „Ja klar, ist ja in meinem Hefter eingeheftet.“ Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

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Schüleraustausch

Derby - immer wieder ein Erlebnis

Vom 12. bis 18. Februar reisten 12 Schülerinnen und drei Schüler der Lenné-Schule zum Schüleraustausch mit der Derby High School nach Mittelengland. Sie wurden von Frau Friesz und Frau Metzky begleitet. Wir waren alle bei Gastfamilien untergebracht. Einige von uns kannten ihre Austauschpartnerin schon, weil sie im Jahr zuvor zum Austausch in Potsdam gewesen war. Wieder hatten wir gemeinsam viele interessante und fröhliche Erlebnisse. Am Donnerstag (13.02.) besuchten wir deutschen Schüler die englische Schule und nahmen am Unterricht teil. Freitag machten wir eine Sightseeingtour durch Derby. Für die anschließende Freizeit war Shopping angesagt. Das Wochenende verbrachten wir in den Gastfamilien, die besondere Aktionen für uns geplant hatten. Die meisten unternahmen Ausflüge in die Umgebung, eine Familie fuhr nach Schottland, mehrere nach London. Am Montag waren wir gemeinsam mit unseren englischen Partnern in Stratford upon Avon, dem Geburtsort Shakespeares. Auf dem Weg dorthin machten wir Halt am Kenilworth Castle. (Foto oben: Wir alle vor Kenilworth Castle) Seite 12

In der Derby High School ist es wirklich ganz anders als hier. Das Schulgebäude ist groß und anders aufgebaut. Die Schule fängt viel später an, hört aber wie bei uns gegen 15.30 Uhr auf und eine Unterrichtsstunde dauert 60 Minuten. Die Lehrer in Derby waren sehr freundlich zu uns. Es hat Spaß gemacht, dort zu sein. Auch meine Gastfamilie war sehr nett, sie haben für mich jeden Abend gekocht, einmal waren wir in einem Restaurant. Sie haben mir immer die Möglichkeit geboten, meine Eltern anzurufen. Die Familie Moon hat ein sehr schönes, großes Haus. Ich hatte ein eigenes Zimmer mit schönem Ausblick auf die Landschaft. Alle Familienmitglieder haben versucht, mich in Gespräche und typische Familienaktivitäten zu integrieren. Morgens wurden wir von einer Freundin abgeholt. Nach Hause fuhren wir mit Becky’s Mama. Was für ein Service! Abends haben wir immer etwas unternommen. Auch am Donnerstag sind ein paar der Lenné-Schüler/innen von ihren Austauschschülerinnen in die Roller Skater Hall eingeladen worden. Dieser Abend war sehr cool und alle aus unserer Gruppe waren sich einig, dass wir so eine Roller Skater Hall in Potsdam auch haben wollen. Claire K., 9/1 Lenné-Überflieger


Computer-Kampf

Unsachgemäße Nutzung der Inforäume

Praktisch jedes Mal, wenn man in den Pausen oder nach der Schule versucht, in den Inforäumen zu arbeiten, sieht man sich einem allgegenwärtigen Problem ausgeliefert: Meist sind es jüngere Mitschüler, deren große Vorliebe das lautstarke Spielen von Computerspielen in der Schule ist. Wenn man sieht, wie diese Schüler mit krummem Rücken, offenem Mund und quadratischen Augen auf den Bildschirm starren, bezweifelt man, dass man sich in einer Schule befindet. Ganz abgesehen davon, dass das nicht zu überhörende Herumgebrüll und ständige Aufschreien andere Schüler gewaltig nervt, ist es immer wieder „faszinierend“, wie selten sinnlos man die eng bemessene Zeit zwischen den Stunden verbringen kann. Oftmals frage ich mich, wie man das Computerspielen tatsächlich dem normalen Reden und Umgang miteinander vorziehen kann.

Deswegen appelliere ich an all die „spielsüchtigen“ Schüler, entweder das Spielen am Computer auf die Freizeit nach der Schule in den eigenen vier Wänden zu beschränken (letztendlich gehört es nur dorthin) oder aber es in die dafür vorgesehenen Inforäume 2 und 4 zu verlegen, beim Spiel immer ruhig zu bleiben und keine arbeitenden Mitschüler zu stören und ggf. Platz für diejenigen zu machen, die situationsabhängig auf den PC in der Schule angewiesen sind. Und im Gegensatz zum aktuell üblichen Verhalten könnten ein still konzentriertes Spiel und ein selbst dabei Intelligenz vermittelnder Gesichtsausdruck sogar zeigen, dass PC-Spiele durchaus irgendeine Art von Potenzial besitzen.

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13. SEite

Stefan Karikatur: Diana

Die grundsätzliche Fragwürdigkeit dieser Art der Pausengestaltung sei dahingestellt. Was uns alle betrifft, ist die Störung an sich optimaler Arbeitsmöglichkeiten und die Tatsache, dass die Großzügigkeit einer Institution des Lernens und Lehrens derart unsinnig vergeudet wird. Das ständige Spielen wäre noch verkraftbar, wenn es wenigstens in ruhiger Art und Weise vollzogen würde. Eine angemessene Arbeitsatmosphäre ist bei derartiger Geräuschkulisse nicht herstellbar, da die Konzentration der arbeitswilligen Schüler unter dem Gebrüll der PC-Spieler drastisch leidet.

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Lehrer

Verliebt in Goethes „Werther“ und deutsche Küche Lehrer-Interview mit Peggy Schulze

Frau Schulze, welche Fächer unterrichten Sie, wie lange sind sie schon an der Schule? Ich unterrichte Deutsch und Geschichte. Ich bin seit dem Sommer 2011 an der Peter-Joseph-Lenné-Gesamtschule, habe aber erst mein Referendariat gemacht und meine Ausbildung zur Lehrerin beendet. Im Frühjahr 2013 habe ich dann meine zweite Staatsprüfung abgelegt und seitdem bin ich angestellte Lehrerin. Dann sind Sie ja noch gar nicht so lange an der Schule. Würden Sie sagen, dass Sie Freunde unter Ihren Kollegen haben? Ja, natürlich! Ich würde sagen, dass ich mich mit all meinen Kollegen gut verstehe. Man findet sich hier mit ganz unterschiedlichen Leuten zusammen. Natürlich hat man sich mit dem einen oder anderen, der vielleicht das gleiche Fach unterrichtet, mehr zu sagen als z.B. einem Mathe-Kollegen. Grundsätzlich ist es ein sehr gutes LehrerTeam und man weiß immer, wen man ansprechen kann. Das finde ich sehr schön. Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen? Ehrlichkeit, Direktheit, Treue, Einfühlungsvermögen, Humor und Leidenschaft. Und sie sollten Ironie aushalten können. Wollten Sie schon immer Lehrerin werden? Ja, unbedingt. Ich wollte schon Lehrerin werden, seit ich denken kann. Es stand nur die Frage, ob Polizistin oder Sozialpädagogin oder doch Lehrerin. Irgendwann während des Abiturs war klar: Ich möchte nur noch Lehrerin werden, für Deutsch und Geschichte. Auch die Fächer waren klar. Seite 14

Frau Schulze am Tag der offenen Tür

Wo sind Sie aufgewachsen, wo haben Sie die meiste Zeit ihrer Kindheit verbracht? Ich bin in Cottbus aufgewachsen und habe da auch bis zu meinem 20. Lebensjahr gelebt. Ich bin aber relativ früh zu Hause ausgezogen, hatte meine eigene Wohnung und bin dann zum Studium nach Potsdam gekommen. Seit meinem 21. Lebensjahr wohne ich hier und will auch nicht mehr weg. Beschreiben sie Ihre eigene Schulzeit! Die Grundschule war ganz normal. Dann bin ich von der 7. bis zur 10. Klasse auf einer Sportschule gewesen, da ich Leistungssportlerin war. Dann hängte ich den Leistungssport an den Nagel und widmete mich der Musik. Insofern wechselte ich zur 11. Klasse die Schule und ging auf ein musikbetontes Gymnasium, an dem ich auch mein Abitur ablegte. Die Zeit an der Sportschule habe ich trotzdem sehr genossen, denn der Wechsel zum Gymnasium brachte einige Lenné-Überflieger


Schwierigkeiten mit sich. Es war okay, aber es war nicht unbedingt meins. Grundsätzlich glaube ich, dass man vielleicht von Anfang an auf ein Gymnasium gehen müsste, um zu verstehen, wie es funktioniert. Wie kommt es dann, dass Sie nicht Sportoder Musiklehrerin geworden sind? Das ist eine spannende Frage. Ich habe mich irgendwann gefragt, welche Chancen ich damit auf dem Arbeitsmarkt hätte, und da war klar, dass ich nicht zwei Nebenfächer wählen sollte, sondern ein Hauptfach. Deutsch mochte ich immer schon und ich hatte eine großartige Deutschlehrerin, die mich für dieses Fach begeisterte. Die Kombination Deutsch-Geschichte ist meines Erachtens sinnvoll, denn man kann Literatur ohne Geschichte nicht verstehen. Haben Sie ein Lieblingsbuch? „Die Leiden des jungen Werthers“ von Goethe, dieses Buch finde ich großartig. Aber ich lese auch sehr gern historische Romane und Fantasiegeschichten. Ich bin ein ganz großer Fan von Jane Austen, sie hat zum Beispiel „Stolz und Vorurteil“ geschrieben, das finde ich ganz toll. Welche Musik hören Sie am liebsten? Ich glaube, dass ich so gut wie alles höre, von aktuellen Songs bis hin zu der Musik aus den 60er, 70er Jahren. Ich bin auch ein Beatles-Fan, aber ich bin in der Musik nicht festgelegt. Wenn ich einen Song höre, der mir gefällt, ist es egal, welcher Richtung er zuzuordnen ist. Insgeheim bin ich aber der größte Fan meines Mannes, der selbst Musiker ist. Was machen Sie gern in ihrer Freizeit? Ich lese gern, ich gehe gern ganz oft und ganz lange tanzen und mit Freunden weg. Und ich verbringe sehr viel Zeit mit meiner Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

Familie. Wenn ich nicht gerade mit meiner Tochter auf dem Spielplatz bin, versuche ich die Konzerte meines Mannes zu besuchen. Was essen Sie gerne? Kassler mit Rotkohl oder mit Sauerkraut und Klößen und ganz viel Soße oder Kohlrouladen, das liebe ich. Und Schokoladencremetorte! Und ich liebe generell die deutsche Küche, ich liebe alles, was fettig ist, ich liebe Steaks, ich liebe Kartoffeln. Ich mag kein italienisches Essen, ich mag nicht griechisch essen. Ich liebe wirklich die deutsche Küche.

lenné - intern

Interview

Würden Sie lieber in der Stadt oder auf dem Land wohnen? Unbedingt in der Stadt. Ich brauche immer die Möglichkeit, etwas tun zu können ohne mich erst ins Auto setzen zu müssen. Auf dem Land ist mir das zu still. Ich mag es im Urlaub, mal in einem Zelt zu sitzen, aber meinen Alltag möchte ich nicht auf dem Land verbringen. Da möchte ich wirklich mittendrin sein und dann selbst entscheiden, ob ich mich zurückziehe oder an Dingen teilhabe. Verreisen Sie gerne? Sicher. So ein Globetrotter bin ich zwar nicht, ich muss mich nicht zwangsläufig ins Flugzeug setzen und irgendwohin fliegen, aber ich liebe es, an der Nordsee oder an der Ostsee zu sein. Ich liebe es, mit dem Auto zu fahren und alles, was ich mit dem Auto erreichen kann, da fahre ich total gerne hin. Was verstehen Sie unter Glück? Das ist eine gute, aber auch schwierige Frage. Wenn man sein Leben an bestimmten Punkten betrachtet und darüber nachdenkt, was man alles geschafft hat, was man erlebt hat oder was einem widerfahren ist, Seite 15


Lehrer

dann gibt es Momente, die einfach schön sind. Momente, in denen man dankbar ist, dass man z.B. gesund ist, dass der Partner gesund ist, dass das Kind gesund ist, dass man einen guten Beruf hat, dass man tolle Freunde hat. Ich glaube, es ist die höchste Form von Glück zu wissen, dass es einem gut geht. Dann wird einem bewusst, dass es einem gut geht, immer auch im Vergleich zu anderen Schicksalen. Darf ich Sie fragen, wie alt Sie sind? Klar! Zweiunddreißig.

Was werden Sie machen, wenn Sie irgendwann einmal in Rente gehen? Oh, ich werde zunächst einmal ganz lange Urlaub machen, gefühlte 10 Wochen mindestens. Und wenn ich das Gefühl habe, dass ich genug Urlaub gemacht habe, dann habe ich hoffentlich einen Garten und werde in dem Garten so ein bisschen arbeiten. Und bestimmt werde ich ehrenamtlich arbeiten, irgendwo in einer sozialen Einrichtung. Ich kann mir nicht vorstellen, mit dem Arbeiten aufzuhören. Ich bedanke mich für das Interview. Enrico

17 und 3 Im 32. Bundeswettbewerb Informatik galt es auch in diesem Schuljahr wieder, drei aus fünf Aufgaben erfolgreich zu bearbeiten. Dafür hat man mehrere Wochen Zeit. Pro Aufgabe sind 5 Punkte möglich, mit minimal 12 Punkten ist man berechtigt, die Aufgaben der 2. Runde zu bearbeiten. In Klassenstufe 12 nehmen alle Schüler/innen der Informatik-Kurse auf erhöhtem Niveau an diesem Wettbewerb teil. Moritz Schmitz, Tobias Bernhardt und Mitja Rohr haben es als Gruppe in die 2. Runde geschafft. Herzlichen Glückwunsch. Neben einer wertvollen Urkunde brachte das auch noch 15 Punkte, gleichwertig einer Klausur, ein. Was uns als Schule hierbei stolz stimmen darf, ist die Tatsache, dass aus allen Schulformen und Jahrgängen im ganzen Land Brandenburg lediglich 17 weitere Schüler/innen in die 2. Runde gekommen sind.

Sophie auf der Grenze zwischen Schweden (Sverige) und Finnland (Suomi) Seite 16

Lenné-Überflieger


Auslandsschuljahr

Sophie in Finnland

Seit August 2013 bin ich in Finnland, in der Stadt Kurikka in einer Flusslandschaft mit ausgedehnten Wäldern. Kurikka ist seit 1412 urkundlich belegt. Damals zogen die Hirvi-Heikki genannten Elchjäger in die Gegend. Die Stadt hat heute etwa 14400 Einwohner und ist für finnische Verhältnisse relativ groß, denn Finnland hat nur 5 Mill. Einwohner. Meine Gastfamilie lebt etwas außerhalb der Stadt, aber sehr schön. Egal, aus welchem Fenster man schaut, man sieht Natur. Es sind überwiegend Felder, aber es sah atemberaubend schön aus, wenn sich im finnischen Herbst morgens der Nebel aus den Feldern hob und die Sonne schien. Schule läuft hier auch anders ab. Auf der High-School sind etwa 120 Schüler. Es ist relativ entspannt, die Lehrer werden alle beim Vornamen angesprochen und sind nicht so streng wie in Potsdam. Dreimal pro Woche bin ich vormittags auf einer Art Berufsschule, in der Polsterei und Raum-ausstattung. Ich bekomme dort auch Einzel-unterricht für Gitarre. An der High School habe ich nur Sport, Englisch, Deutsch und natürlich Finnisch. Ich kann hier wählen, was ich möchte. Hausaufgaben werden auch aufgegeben, müssen aber nicht gemacht werden, wenn man in der Lage ist, in der Stunde auf die Fragen der Lehrer zu einer Aufgabe zu antworten. Wer nicht so gut ist, macht eben die Hausaufgaben. Ich habe hier auch Deutschunterricht, um ein bisschen Spaß zu haben und dabei Finnisch zu lernen. Einmal sollte ich helfen, einen deutschen Konditionalsatz umzuformulieren. Meine Antwort klang für mich gut, doch meine finnische (!) DeutschJahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

lehrerin meinte, das sei doch falsch. Ich habe tatsächlich eine halbe Stunde darüber gegrübelt, ob mein Satz korrekt ist. Fazit: Ich musste einsehen, dass Deutsch und ich nicht mehr die besten Freunde sind. So manches Mal muss ich aufpassen, dass ich nicht Sprachmix rede. In Englisch habe ich das Problem nicht; da ist es, als wäre das meine Muttersprache.

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Leben unter Elchen, Rentieren und Huskys

Schulessen ist in ganz Finnland kostenlos. Die Berufsschule bietet deutlich besseres Essen an: Man kann sich selbst einen grünen Salat von einem Buffet zusammenstellen und aus den unterschiedlichsten Gerichten wählen. Wenn Finnen privat kochen, haben sie das Talent, so zu kochen, dass fast alles gleich schmeckt. Manchmal fällt es schwer, Fisch von Hühnchen zu unterscheiden. Im Januar war es hier in Finnland sehr kalt, nicht mehr angenehm, sondern verflucht kalt. In wenigen Tagen sind die Temperaturen so rasant gefallen, dass ich nicht mehr wusste, was ich noch alles übereinander anziehen sollte, um nicht zu erfrieren. Ich glaube, selbst Eskimos hätten gefroren. Nach fünf Minuten im Freien waren mein Schal und meine Wimpern vereist. Nach zehn Minuten hatte ich tatsächlich Probleme, die Augen offen zu halten; es war wie Gewichtheben mit den Wimpern. Das Atmen ging auch nur mit dem dicken Schal vor dem Gesicht, sonst wäre die Nase zugefroren. Jetzt, Anfang März, sind die Temperaturen immer um den Gefrierpunkt herum und es schneit noch. Jedenfalls warte ich auf den Frühling. Sophie Nicolaus, 12/4 Seite 17


Schüleraustausch

My year in England Es ist heute fast selbstverständlich, dass Gäste in einem Land anders behandelt werden als Einheimische. In vielen Staaten gibt es große touristische Ballungsräume, in denen die Besucher alles vorfinden, was sie auch zu Hause kennen. Das ist zwar oft praktisch und angenehm, aber hautnah erlebt man die Kultur so nicht. Genau deshalb hatte ich mich entschieden, an einem Austauschprogramm teilzunehmen: Ich wollte mehr über England aus erster Hand erfahren. Wenn man an England denkt, dann kommen einem gleich 5 o´clock tea, english breakfest, die königliche Familie und sehr viel Regen in den Sinn. Habe ich Recht? Aber Stereotypen sind nicht immer wahr. Wir laufen ja auch nicht alle in Lederhosen herum oder essen nur Brat- und Currywurst und trinken nichts als Bier. ENTSCHIEDEN Meine Entscheidung stand schnell fest. Ich wollte die 11. Klasse in England verbringen. Anmeldung, Gespräch führen, die Zusage

erhalten, Sachen packen, Verabschiedung und schon war ich auf dem Weg nach London. Dort verbrachte ich mit anderen Austauschschülern und Betreuern drei Tage, um ein bisschen auf das englische Leben eingestimmt zu werden. Dann ging es endlich los und nur die nächsten sechs Stunden auf dem englischen Motorway verbunden mit der ersten Begegnung mit dem Linksverkehr trennten mich noch von meiner Gastmutter Emma in Chester. ANGEKOMMEN Emma ist sehr nett und liebenswürdig oder wie der Engländer sagen würde: „She´s so lovely“, eben wie eine richtige Mutter. Ich habe auch jetzt nach meinem Austausch noch Kontakt mit ihr. An den drei Tagen vor dem Schulbeginn zeigte mir Emma die Stadt, wo meine Schule, die Upton-by-Chester High School, sein würde. Chester ist eine Stadt im Nordwesten Englands nahe der Grenze zu Wales. Sie zeigte mir genau, wie ich zu meiner

Almas Schulklasse in der Upton-by-Chester High School Seite 18

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Schule käme, denn ich war sehr nervös. Ich wurde noch nervöser, als ich erfuhr, dass Emma mich nicht zur Schule fahren würde, weil sie von ihrer Arbeit nicht frei bekommen hatte. Also stand ich an diesem besonderen Morgen auf und war natürlich viel zu früh bereit, zur Schule zu gehen. Jeder kennt diese Angst vor dem ersten Schultag in neuer Umgebung. Man kriegt schweißnasse Hände und hat nur einen Gedanken: Hoffentlich mögen die mich! Dieses Gefühl verdoppelt sich, wenn man in einem Land ist, dessen Sprache man nicht perfekt beherrscht. NEUANFANG Der Bus kam dann endlich, ich musste in der Stadt umsteigen und zum Glück stiegen mit mir auch Schüler aus meiner Schule um, gut erkennbar an den Schuluniformen. Alle Austauschschüler, darunter auch welche aus Italien, Spanien und der Schweiz trafen sich in der Empfangshalle der Schule. Dann wurden wir der ganzen „sixform“, bei uns 12. und 13. Klasse, vorgestellt. Das war der bis dahin peinlichste Moment in meinem Leben, denn wir mussten in einer Reihe vor allen Schüler/innen stehen. Wir wurden aufgeteilt und gingen in unsere TutorenGruppen, wo wir uns vorstellen mussten. In kleinen Gruppen wurden wir dann auf dem Schulgelände, welches 1700 Schüler beherbergt, herumgeführt. Unsere Stundenpläne wurden vorbereitet und wir mussten uns Fächer aussuchen, auf die wir uns spezialisieren wollten. In meinen Kursen waren zwischen 9 und 17 Schüler/ innen. Schließlich ging ich zu meiner allerersten englischen Unterrichtsstunde: „Drama“ (Darstellendes Spiel). Alle waren sehr nett zu mir und mein Dramalehrer ist ein echter Deutschlandfan und warf mir ab und zu wahllos deutsche Wörter an den Kopf wie „Krankenwagen“ oder auch „blau“, Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

„rot“ oder „Ampel“. Alle meine Lehrer waren super hilfsbereit und haben mir Dinge erklärt, die ich nicht sofort verstand. Die ersten Wochen der Eingewöhnung waren durchaus schwierig, doch nach knapp zwei Monaten verstand ich alles und kurze Zeit später konnte ich fließend sprechen.

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england

UNTERSCHIED Mich haben viele Freunde gefragt, was eigentlich der Unterschied zwischen England und Deutschland sei. Das Essen! Das Essen ist ein totaler Gegensatz zum deutschen Essen. Entweder man liebt es oder man hasst es. Es gibt nur Weißbrot und der Engländer an sich isst mindestens einmal am Tag Fleisch. Noch eine komische Sache ist eine aus unserer Sicht übertriebene Freundlichkeit von Busfahrern und Lehrern. Am Anfang war es schwierig, Freunde zu finden. Die männlichen Austauschschüler hatten es einfacher, da sich die englischen Jungs mehr auf sie einließen. Bei den Mädchen gab es starke Gruppierungen, in die man nur schwer hineinkam, aber nach kurzer Zeit fand ich schließlich viele Freunde, mit denen ich immer noch in Kontakt stehe. Zur Trauer meiner Freunde musste ich keine Schuluniform tragen, da ich in eine höhere Klasse gehörte und mich so anziehen durfte, wie ich wollte. SCHULALLTAG Der Schultag begann mit der Registration um 8.40 Uhr. Um 9.05 Uhr ging es dann weiter zur ersten Stunde. An jedem Schultag hatte ich 5 Stunden à 60 Minuten mit einer 20 Minuten Pause und einer langen Mittagspause von 50 Minuten. Ich war immer gegen 16 Uhr zu Hause und musste meist auch sehr viele, vor allem lange Analysen schreiben. Wegen der Hausaufgaben hatte ich in der Woche so gut wie keine Freizeit und wenn man so spät nach Hause Seite 19


Schüleraustausch

kommt, hat man auch keine Lust mehr, sich zu treffen. Deshalb war Freizeit auf das Wochenende und die Ferien begrenzt. Am Ende des ersten Halbjahres hatte ich meine erste Prüfung und zwar in Physik, da sich die Prüfungsnoten der Naturwissenschaften aus zwei Noten zusammensetzen. Prüfungen in meinen restlichen Fächern schrieb ich am Ende des Jahres. Richtige Klassenfahrten gab es nicht, aber jeder Kurs bot verschiedene Kursfahrten an, zum Beispiel nach Genf zum Teilchenbeschleuniger. Ich war kurz vor unseren Prüfungen mit meinem Dramakurs für ein Wochenende unterwegs.

Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht, so einen Austausch zu machen, und mir hat es so gut gefallen, dass ich eigentlich gar nicht mehr zurück wollte. Alma Bechmann, 12/4

FAZIT

Chester unter wechselnder Herrschaft Die Stadt im Nordwesten Englands unweit der Grenze zu Wales ist u.a. die historische Hauptstadt der Grafschaft Cheshire, liegt nördlich des Flusses Dee und zählt zu den Städten mit den besterhaltenen Stadtmauern des Landes. Chester ist rund 2000 Jahre alt und wurde in der Zeit der Römer Deva oder Castra Devana genannt. Nach dem Rückzug der Römer erweiterten und verstärkten die Angelsachsen die Wälle, um die Stadt vor den Angriffen der Dänen zu schützen. Nach der normannischen Invasion 1066 wurde als weitere Verteidigungsanlage gegen die Kelten Chester Castle gebaut. Die Stadt diente bis ins 13. Jh. als Ausgangspunkt für englische Feldzüge nach Nordwales. Gleichzeitig errichteten die Normannen im Zentrum der Stadt die Chester Cathedral. Die Kathedrale war der heiligen Werburgh gewidmet, bis König Heinrich VIII. die englische von der katholischen Kirche trennte. Chester war damals der größte Binnenhafen Englands. In den 1640er Jahren fand im Rahmen des englischen Bürgerkriegs auf Seite 20

The Eastgate Clock in der Altstadt von Chester

den nahegelegenen Wiesen die Schlacht von Rowton Moor statt. In der Georgianischen Zeit kam Chester als Stadt der Aristokratie vom Lande zu Reichtum. Diese Entwicklung setzte sich bis in die Zeit der industriellen Revolution fort. Aus der viktorianischen Zeit stammt Chesters neogotisches Rathaus. Bestandteil dieses Rathauses ist ein Uhrturm mit drei Zifferblättern, dessen nach Wales gerichtete Seite leer blieb. Der Architekt gab als Grund dafür an: “Chester won’t give the Welsh the time of day”... (Quelle: wiki) Lenné-Überflieger


Japan

Dieses asiatische Land beeinflusst mein Leben inzwischen sehr stark, es fesselt und begeistert mich unglaublich. Meine Liebe zu Japan erwachte Ende 2011 durch nichts als einen Zeichentrickfilm, genauer einen Anime. Anime ist die Verkürzung des japanischen Lehnwortes animēshon und bezeichnet in Japan produzierte Zeichentrickfilme. Ich hörte ständig irgendjemanden von dem Anime „Death Note“ reden und sah ihn mir schließlich an. Hier hörte ich zum ersten Mal in meinem Leben japanische Musik und kam in Kontakt mit der Sprache. Die Sprache faszinierte mich sofort und ich begann, immer mehr japanische Musik zu hören. Zu dem Anime „Death Note“ gibt es auch eine Realverfilmung aus Japan. Während des Films bekam ich einige wenige Einblicke in die japanische Kultur und begann, Interesse für das Land zu entwickeln. Ich informierte mich im Internet und in Büchern. Je mehr ich las, desto stärker interessierte mich dieses Land. Japan liegt vor der Ostküste des asiatischen Kontinents. Es ist mit 377.835 km² flächenmäßig der viertgrößte Inselstaat der Erde und besteht aus vier Hauptinseln: Hokkaido, Honshu, Kyushu und Shikoku. Die Einwohnerzahl Japans beträgt etwa 126 Millionen. Die Amtssprache ist Japanisch und die Währung Yen (130 Yen ≈ 1 Euro). Die Hauptstadt Tokyo liegt im Osten der Hauptinsel Honshu. Das Regierungssystem Japans ist die parlamentarische Demokratie und der derzeitige Regierungschef ist Premierminister Shinzo Abe. Der höchste Berg Japans ist der Fujisan mit 3.776 m auf Honshu. Da ich mich für Fremdsprachen interessiere, beschloss ich, Japanisch zu lernen, Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

Lenné - Extern

Japan. Ein Traum wird wahr

Fujisan - der höchste Berg Japans

um so Filme und Musik auch verstehen zu können. Ich lernte erst einmal im Selbststudium, übte erste Vokabeln, Schriftzeichen und Sätze. Ab Oktober 2012 nahm ich an einem Japanisch-Sprachkurs in Potsdam teil. In dem Kurs habe ich neue, tolle Leute kennen gelernt, mit denen ich das Interesse für Japan teile. Japanisch ist eine komplizierte Sprache, die ganz anders aufgebaut ist als Deutsch. Hier gibt es nicht nur einzelne Buchstaben, die zu einem Wort zusammengefügt werden, sondern gleich drei verschiedene Schriftsysteme. Zwei davon sind Silbenalphabete (Hiragana und Katakana) mit jeweils 46 Zeichen. Das dritte Schriftsystem sind die Schriftzeichen namens Kanji, die dem Chinesischen entstammen, aber vereinfacht wurden. Davon gibt es etwa 50.000, von denen allerdings nur 2000-3000 im Alltag relevant und gebräuchlich sind. Ich lernte nach wie vor zusätzlich im Selbststudium und konnte mich bald schon recht gut auf Japanisch verständigen. Im Internet habe ich mich mit Leuten aus Japan angefreundet, um so meine Sprachkenntnisse zu verbessern. Im August 2013 war eine japanische Freundin Seite 21


Schüleraustausch

in Berlin. Ich führte sie durch Potsdam, wir hatten viel Spaß und nebenbei lernte ich ein wenig besser ihre Sprache. Wir verständigten uns auf Englisch, Japanisch und Deutsch. Sie war mehrere Wochen in Deutschland, um ihr Deutsch zu verbessern. So konnten wir beide voneinander lernen.

Eigenheiten und Lebensweisen, die man im Gastland erfahren wird. Ich bin schon lange sehr aufgeregt und kann es kaum erwarten. Ein Traum wird wahr werden. (Dezember 2013)

Anfang 2013 habe ich mich entschlossen, an einem Schüleraustausch nach Japan teilzunehmen. Im Februar bewarb ich mich bei einer Austauschorganisation, die ihren Sitz unter anderem in Berlin hat. Ich musste gefühlte tausend Formulare ausfüllen und hatte im April mein Auswahlgespräch. Es hat geklappt. Das Gespräch wurde auf Englisch geführt und ich musste viel über mich und meine Vorstellungen vom Austausch erzählen. Voraussetzungen für einen Austausch nach Japan sind bei dieser Organisation, Grundkenntnisse der japanischen Sprache (ich musste als Nachweis einen schriftlichen Test ablegen), gute Englischkenntnisse und die nötige Offenheit und Motivation. Die meisten Bewerber werden allerdings angenommen; Grund für eine Ablehnung sind nur medizinische oder schulische Gründe oder eine nicht überzeugende Motivation.

Inzwischen bin ich schon seit einem Monat in Japan und lebe in Saitama. Saitama ist die jüngste Millionenstadt Japans und liegt nördlich der japanischen Hauptstadt Tokyo. Meine Schule befindet sich direkt in Tokyo. Ich habe hier sehr viel zu tun, viel mehr als in Deutschland. Ich stehe jeden Tag kurz vor 6 Uhr auf, fahre um 6.45 Uhr los und bin um 8 Uhr in der Schule. Um 8.10 Uhr beginnt mein Tag mit einer halben Stunde „Homeroom“, in der wichtige Dinge besprochen werden. Um 8.40 Uhr beginnt der Unterricht und endet um 16 Uhr. Ab 16 Uhr müssen wir jeden Tag unseren Klassenraum selbst sauber machen und anschließend beginnen die Clubaktivitäten bis etwa 18.30 Uhr.

So ein Austausch ist mit recht hohen Kosten verbunden. Bei der Finanzierung unterstützt mich zum Glück meine Familie. Außerdem habe ich einen Teilzeitjob, durch den ich zusätzlich noch etwas Geld verdiene. Mein Austausch beginnt Ende Januar 2014 und ich werde fünf Monate bei einer Gastfamilie in der Nähe von Tokyo leben und dort eine Schule besuchen. Im Gegenzug kommt allerdings keine Japanerin zu mir, denn der Begriff Austausch bezieht sich nicht auf den gegenseitigen Austausch von zwei Schülern, sondern auf den Austausch von kulturellen Seite 22

Zur Schule in Tokyo

Giulia und ihre japanische Gastfamilie Lenné-Überflieger


Lenné - Extern

Japan

Giulia (vorn Mitte) mit ihrer Schulklasse in Tokyo

Ungefähr um 20 Uhr bin ich zu Hause. Dann gibt es Abendessen, ich muss Hausaufgaben machen und falle, vom Tag erschöpft, halbtot ins Bett bzw. auf meinen Futon. Übrigens habe ich auch samstags Schule. Die Freizeit, die mir noch bleibt, soll ich mit meiner Gastfamilie verbringen. Auch herrschen hier strenge Regeln, was Internet, Computer und den Kontakt zu Deutschland anbelangt. Und dennoch genieße ich jeden Tag. Die Sprache lerne ich sehr schnell. Ich habe mich vom ersten Tag an fast nur auf Japanisch unterhalten. Inzwischen spreche ich mit meinen Freunden und meiner Gastfamilie nur noch japanisch. Der Unterricht in meiner Schule läuft ganz anders ab als in Deutschland. Es gibt z.B. keine Mitarbeit im Unterricht, wie wir sie von deutschen Schulen kennen. Wir dürfen machen, was wir wollen. Einige schlafen, einige unterhalten sich, andere machen Hausaufgaben, wieder andere passen auf und schreiben

mit. Trotzdem ist es im Unterricht ruhig und alle haben gute Zensuren. Auch der Klassenzusammenhalt funktioniert hier ganz anders: Jeder ist mit jedem befreundet, Cliquen gibt es gar nicht. Das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern unterscheidet sich ebenfalls. Einerseits wirkt es oft fast schon freundschaftlich, andererseits aber sehr respektvoll. Zum Beispiel müssen wir uns zu Beginn einer Unterrichtsstunde verbeugen und bitten mit dem japanischen Wort „onegaishimasu“ quasi darum, dass wir unterrichtet werden. Zum Ende der Stunde verbeugen wir uns ein weiteres Mal mit den Worten „arigatou gozaimashita“, um unseren Dank auszudrücken. Ich werde erst Ende Juni wieder nach Deutschland kommen. Das Leben hier ist zwar sehr anstrengend, aber mindestens genauso spannend und ungeheuer lustig. Und ich freue mich über die Zeit, die ich noch in Japan verbringen kann. (Februar 2014) Viele Grüße aus Japan.

Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

Giulia Noll, 11/1 Seite 23


Interview im Landtag

Stadtschloss oder Landtagsgebäude?

Interview mit dem Landtagspräsidenten Gunter Fritsch Das neue Landtagsgebäude oder auch Stadtschloss sorgte für viel Aufregung. Man hörte viel Gegensätzliches über den geplanten Wiederaufbau des historischen Gebäudes in Potsdams Mitte. Einige vertraten die Meinung, dass das neu erbaute alte Schloss hier und heute fehl am Platze sei. Andere waren begeistert von dem Projekt. Schließlich wurde der Bau am 20. Mai 2005 beschlossen und am 16. Februar 2011 erfolgte die Grundsteinlegung. Bereits zwei Jahre später, am 21. Januar 2014 wurde das Landtagsschloss am Alten Markt mit einer parlamentarischen Feierstunde offiziell eröffnet und in Betrieb genommen. Also kamen die Potsdamer und sahen, dass es außen alt und innen neu erstrahlt. Das Gebäude hat ein historisches Außengewand: Die Fassade mit dem Fortuna-Portal und das Kupferdach wurden wiederhergestellt, wie es einst die Untertanen der preußischen Könige sahen. Innen ist es modern, teils futuristisch und überwiegend schlicht weiß. Um Antworten auf einige Fragen zu erhalten, baten wir den Landtagspräsidenten Gunter Fritsch um ein Interview. Dazu lud er uns am 23. Januar in sein Büro ein. Herr Fritsch, verraten Sie uns in großen Schritten ihren Werdegang bis zum Amt des Landtagspräsidenten? Ich bin ein Brandenburger mit „Migrationshintergrund“, denn ich bin in der Neumark geboren, in Landsberg an der Warte. Das gehört heute zu Polen. Nach dem Kriege haben wir mit der Familie zwei Jahre in Thüringen gelebt. Danach sind wir in den Kreis Fürstenwalde umgezogen, wo ich meine Schulzeit bis zum Abschluss der Oberschule verbracht habe. Mein Vater meinte damals: „Lerne erst einen anständigen Beruf, studieren kannst du immer noch.“ Also habe ich eine Ausbildung zum Kraftfahrzeugschlosser gemacht. Danach war ich bei der Armee, bei den Bausoldaten. Ab 1967 habe ich in Berlin Adlershof als Labormechaniker in der Akademie der Wissenschaften im Zentralinstitut für Optik und Spektroskopie gearbeitet. Dann habe ich an der TU Dresden ein Fernstudium zum Elektroniker und Entwicklungsingenieur gemacht und bis zur Wende in der Akademie gearbeitet. Im Frühjahr 1990 hatte die SPD die stärkste Fraktion im Landkreis Straußberg und ich Seite 24

wurde zum Landrat gewählt. Das war ich bis 1997. Dann brauchte Herr Stolpe einen neuen Landwirtschaftsminister. Das war ich dann für den Rest der Wahlperiode bis zum Jahr 1999. Danach bin ich 5 Jahre Fraktionsvorsitzender gewesen und im Herbst 2014 werde ich 10 Jahre Landtagspräsident sein. Wie würden Sie einem Laien die Arbeit eines Landtages erklären? Wir haben in Deutschland das Prinzip der Gewaltenteilung. Die drei Gewalten Exekutive (die Landesregierung), Legislative (der Landtag), Judikative (die Gerichtsbarkeit) stehen nebeneinander. Landtage können der Landesregierung immer nur Richtlinien vorgeben, nach denen sie zu handeln hat, aber nicht direkt eingreifen. Wir haben als Abgeordnete auch die Aufgabe, das Handeln der Landesregierung zu kontrollieren, um zu sehen, ob sie genau das tut, was wir in die Gesetze geschrieben haben. Aber wir können nicht eine Entscheidung der Landesregierung aufheben oder abändern. Dies muss dann durch die entsprechenden Fachministerien entschieden werden. Lenné-Überflieger


Welches sind Ihre Aufgaben als Landtagspräsident? Es gibt die formalen Routineaufgaben, die Plenarsitzung zu leiten, das Präsidium zu leiten, Chef der Landtagsverwaltung mit ihren rund 120 Mitarbeitern zu sein. Ansonsten ist zu koordinieren, vor allem zwischen den Fraktionen. Da wir in deutschen Parlamenten in der Regel regierungstragende Fraktionen haben, die Koalition und die Oppositionsfraktionen, die sich auf das Kontrollieren der Regierung beschränken und nicht Entscheidungen tragen müssen, ist es wichtig, dass man bei wichtigen Belangen, die das Land und seine Entwicklung betreffen, versucht, einen Konsens zwischen den Fraktionen herzustellen. Man darf nicht die Parteizugehörigkeit in den Vordergrund stellen, sondern das Wohl des Landes. Das gelingt an manchen Stellen, wo Entscheidungen von allen Fraktionen gemeinsam getroffen werden, ganz gut. Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus? Es gibt Jobs in der Politik, wo man sich möglichst keinen Biorhythmus zulegen sollte, weil das Leben sehr unregelmäßig abläuft. „Der Kalender lebt“ und kommt auf ganz spontane Ideen und deshalb kann man langfristig kaum Termine planen, es kommt immer wieder etwas Neues dazu. Das macht

Foyer des Landtags: Kalle, Clara und Mitja Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

auch vor dem Wochenende nicht Halt und interessiert sich nicht für einen 8-StundenTag. Es gibt Tage, an denen fast nichts los ist und andere, wo ein Termin dem anderen folgt, von früh bis spät abends. Für Menschen, die nicht immer wissen wollen, wie der nächste Tag exakt ablaufen wird, ist das durchaus spannend und interessant.

politik - gesellschaft

Stadtschloss Potsdam

Gibt es in Ihrer Arbeit als Landtagspräsident Berührungspunkte mit Jugendlichen? Ja, natürlich. Wir führen regelmäßig den „Safer Internet Day“ mit Jugendlichen durch. Wir veranstalten den Wettbewerb der Schülerzeitungsredakteure und zeichnen diese aus. Es gibt noch eine Menge anderer Anknüpfungspunkte. Welche politischen Zielsetzungen verfolgen Sie in Ihrer Arbeit? Wir haben einen Koalitionsvertrag, in dem die Aufgaben, die in dieser Wahlperiode gelöst werden sollen, formuliert sind. Die sind zum großen Teil in Gesetze zu gießen, auch in Rechtsverordnungen, teilweise durch sonstiges politisches Handeln umzusetzen. Das ist der große Fahrplan, nach dem die Arbeit ausgerichtet wird. Wir machen dann so in der Regel in der Halbzeitperiode der Wahlperiode eine Zwischenbilanz: Was von diesen Vorhaben ist schon erledigt, was kommt noch, schaffen wir das noch bis zum Ende der Wahlperiode, müssen wir etwas verschieben oder haben sich äußere Bedingungen geändert? Für ein Problem, was im Land auftaucht und gelöst werden will, muss man sich um eine vernünftige Lösung bemühen. […] Dann hat man aber erst die halbe Arbeit geleistet. Die andere Hälfte der Arbeit ist, für diese Lösung im Parlament eine Mehrheit zu organisieren, denn sonst kommt sie nicht zum Tragen, denn sie muss beschlossen werden, z.B. als Gesetz. [...] Seite 25


Interview im Landtag

Welche Entwicklungen erhoffen Sie sich von der neuen Bundesregierung? Es sind eine ganze Reihe von Punkten aus den Wahlprogrammen der beiden Parteien aufgenommen worden. Da sind drei Dinge enthalten, die unter Schwarz-Gelb nie formuliert worden wären: Das Thema Mindestlohn gehört dazu, aber auch mehr Rentengerechtigkeit zu schaffen und die Zuwanderung nach Deutschland sind solche Themen. Herr Fritsch, Sie sind mit dem Landtag ins neue Potsdamer Stadtschloss umgezogen. Wie fühlen Sie sich am neuen Arbeitsort? Ich fühle mich gut. Ich habe mit Spannung die Diskussionen und die Entwicklung miterlebt und auch ein bisschen beeinflusst. Wir haben immer gesagt, dass ein Landtag aufgebaut wird, nur im historischen Gewand, um Potsdams Gesicht der alten Mitte wiederherzustellen. Jetzt setzt sich langsam durch, dass wir vom Landtagsschloss sprechen, wenn schon „Schloss“ vorkommen soll. Und das macht deutlich, dass die äußere Hülle Schloss und innen Landtag ist. Es ist auch außen zu lesen: « Ceci n’est pas un château. » (Dies ist kein Schloss). Wir erinnern uns noch an unser Interview mit Herrn Jauch, in dem er uns sagte, dass er ein klarer Befürworter des Wiederaufbaus des Stadtschlosses war. Wie war damals Ihre Haltung in dieser Frage? Als er das Thema aufwarf, war ich noch nicht als Präsident des Landtages im Amt. Aber ich fand es gut. Ich habe den Brauhausberg immer als eine Übergangslösung empfunden. Und dass dann jemand kommt und so viel Geld ausgibt, um ein Signal zu setzen, wie es Herr Jauch mit dem FortunaPortal oder Herr Plattner mit den 20 Mill. für die Fassade getan haben, das finde ich Seite 26

ganz toll. Die beiden haben begriffen, was im Artikel 14 unseres Grundgesetzes steht: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.“ Da können wir nur dankbar sein. Wie teuer wurde dieses Projekt insgesamt und woraus wurden die Kosten getragen? Das sind rund 120 Millionen, davon hat Plattner gut 20 Millionen gespendet. Das andere sind natürlich Mittel aus dem Landeshaushalt. Wir haben nicht die ganze Investitionssumme bezahlt, sondern das ist ein sogenanntes PPP-Projekt; „Öffentlichprivate Partnerschaft“ (Public Private Partnership). Die BAM, der private Partner, hat einen Bauantrag gestellt, eine Baugenehmigung bekommen, […], das Gebäude errichtet und betreibt es jetzt 30 Jahre lang. Wir zahlen Miete, sind nicht für die Bewirtschaftung verantwortlich, auch nicht für eventuelle Reparaturen. Es gibt eine jährliche Mietzahlung über 30 Jahre und dann hat das Land das Recht, das Gebäude zum Restwert als Eigentum zu erwerben. Sind Sie der Ansicht, dass dieser Neubau und seine Nutzung die hohen Kosten rechtfertigen, wenn man bedenkt, dass Jugendzentren geschlossen und nicht annähernd so gestützt werden? Das sind unterschiedliche Zuständigkeiten und Geldtöpfe. Das Land baut und betreibt keine Jungenzentren, das tun die Kommunen. Und das, was hier als Mietkosten in den Landtag fließt, oder in die technische Ausstattung, kommt aus dem Landeshaushalt. Insofern berührt sich das nicht direkt. Wer sind die neuen „Schlossbewohner“ und wie viele sind es? Insgesamt haben wir knapp 400 Räume und etwa 360 Menschen, die hier im Hause zu Lenné-Überflieger


tun haben. Davon sind 88 Abgeordnete, die haben wieder ihre Mitarbeiter. Die Landtagsverwaltung hat rund 120 Mitarbeiter. Dann haben wir als Gast vorläufig den Landesrechnungshof im Haus, weil das Bauvolumen so groß gewählt worden ist, dass das gemeinsame Landesparlament BerlinBrandenburg reinpassen würde. Gerade die historische Außenfassade des Schlosses war in der Geschichte wiederholt Kulisse für Präsentationen von Macht, oft in Form von Militärparaden wie bei der Frühjahrsparade Kaiser Wilhelm II. am 31. Mai 1910. Auch fand der sog. Tag von Potsdam am 21. März 1933 statt. Steht das für Sie nicht im Widerspruch zur Aufgabe eines demokratischen Parlaments? Wir haben im vergangenen Jahr an den Tag von Potsdam erinnert und auch originales Filmmaterial aus dieser Zeit angeschaut. Und wenn ich sehe, mit welch stolzgeschwellter Brust die Nazis durch die Straßen liefen und noch schlimmer, mit welcher Begeisterung Potsdamer an den Straßenrändern standen und ihnen zujubelten, dann habe ich schon Fragen an unsere gemeinsame deutsche Geschichte. Wenn man die Frage so stellt, dürften wir so manches Gebäude nicht nutzen und manche Straßen in Potsdam nicht mehr betreten. […] Ist für das Foyer des Schlosses noch etwas geplant oder ist die schlichte Gestaltung gewollt? Wir werden wechselnde Ausstellungen haben, es gibt dann schon immer mal Farbtupfer, aber grundsätzlich ist es das Konzept. Es soll so erhalten bleiben: schlicht, einfach, preußisch sparsam oder brandenburgisch sparsam. Die Empfindungen der Menschen sind ja sehr unterschiedlich. Es gibt Leute, die sich „ganz schrecklich“ fühlen, „wie im Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

Krankenhaus“. Andere empfinden das Foyer als schön, hell und sauber und fühlen sich sehr wohl. Der Landesadler im Plenarsaal ist weiß und nicht rot. Ist das für Sie in Ordnung? Das ist nicht der Landesadler, es ist ein Kunstwerk und das andere ist das Landeswappen. Die Kunstkommission musste sich zwischen verschiedenen Möglichkeiten entscheiden. Es war eine Grundsatzentscheidung zu treffen: Soll da ein Kunstwerk oder das Landeswappen hin? Das Landeswappen hängt hier (im Büro des Landtagspräsidenten) und ist rot-gelb. […] Wenn ich mich so umhöre, die Zuschriften lese und die Stimmen am Wochenende der offenen Tür zusammenfasse, dann ist der klar überwiegende Teil der Brandenburger dafür, dass dort das Landeswappen hängen soll. Warum also soll Politik nicht dem Willen der Bevölkerung folgen? Es entstehen keine Riesenausgaben, wenn wir das Landeswappen dorthin hängen. Und es klingt auch viel schöner, wenn wir singen „Steige hoch, du roter Adler“, statt „Steige hoch, du weißes Kunstwerk“.

politik - gesellschaft

Stadtschloss Potsdam

Also wird in Zukunft dort das Kunstwerk verschwinden? Wir haben keinen König mehr, der das einstimmig entscheiden kann, was natürlich viel schneller ginge, aber nicht so viel Akzeptanz erzeugen würde. Die Abgeordneten werden das regeln. Umreißen Sie bitte für uns die veränderten Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten im Stadtschloss. Für wen bringt dieser Standortwechsel Vorteile? Vorteile haben eigentlich alle. Es ist eine sehr schöne Atmosphäre, hell und freundlich. Auch ist der Landtag nun endlich Seite 27


Interview im Landtag

barrierefrei, wichtig für Rollstuhlnutzer. Wir haben eine technische Ausstattung, die wirklich auf dem neuesten Stand ist. Wir bereiten auch den „papierlosen Landtag“ vor, sodass wir dann Papier und Zeit sparen werden. Jeder kriegt sein Passwort, in dem gleichzeitig kodiert ist, worauf er zugreifen darf und was er mit den Vorlagen tun darf. Das ist so programmiert, dass die Vorlagen, die aus der Landesregierung kommen, das gleiche Format haben und problemfrei gelesen werden können. Die Räume hier sind nicht deutlich größer als im alten Landtag, aber zweckmäßig und angenehm eingerichtet und in den oberen Stockwerken hat man einen deutlich besseren Ausblick über Potsdam. Interessiert Sie die Nutzung des alten Landtagsgebäudes? Dazu hatten wir heute eine kleine Anfrage, das liegt ja in der Zuständigkeit des Finanzministeriums, die haben eine Liegenschaftsabteilung, die sich um solche Fragen kümmern muss. Aber es gibt noch keine konkreten Nutzungen, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Man könnte dort Wohnungen ansiedeln. Oben auf dem Telegraphenberg sind ja eine ganze Reihe Forschungseinrichtungen, die teilweise auch gerne mehr Platz haben möchten, vielleicht übernehmen die auch einen Teil des Gebäudes. Wir wissen es noch nicht. Konkrete Anträge, dies zu erwerben, gibt es noch nicht. Wir werden das aber beobachten. Haben Schulklassen die Möglichkeit, den Landtag zu besuchen und zu hospitieren? Wir hatten heute schon Schulklassen zu Gast im Plenum. Wir haben einen Besucherdienst im Landtag und haben regelmäßig Gäste. Die Treppenhäuser, Flure bis ganz hoch zur Cafeteria und zur Dachterrasse Seite 28

sind öffentlich zugänglich, ohne Einladung, Eintrittskarte oder Transponder. Wenn man mehr sehen und etwas hören will, dann sollte man den Besucherdienst anrufen und einen Führungstermin vereinbaren. Dann geht jemand mit und erläutert und man kann Fragen stellen und kommt auch in die nicht öffentlichen Bereiche. Clevere Gruppen aus den Wahlkreisen melden sich häufig bei ihrem Wahlkreisabgeordneten an. Der hat auch die Transponder und kann in die Räume hinein und die Gruppe führen. Das geht vielleicht sogar schneller als über den Besucherdienst, denn solange alles noch neu ist, ist die Neugierde groß und der Besucherandrang entsprechend hoch. Herr Fritsch, wir danken Ihnen sehr für das Gespräch. Kalle, Clara, Mitja (Gekürzte Fassung. Das vollständige Interview findet ihr auf der Überflieger-Website)

Büro des Landtagspräsidenten. Nach dem Interview: Herr Fritsch, Kalle, Clara, Mitja (v.li.n.re.) Lenné-Überflieger


politik - gesellschaft

Stadtschloss

Politik beobachtet Im Anschluss an das Interview besuchten wir eine Plenarsitzung und konnten einen Teil des Arbeitstags der Abgeordneten verfolgen. Der Plenarsaal mit dem weißen Adler-Kunstwerk ist ebenso in Weiß gehalten wie das Foyer und die Arbeitsräume des Landtages. Die Besuchertribüne ist mit roten Sitzen ausgestattet und man konnte von dort oben das Geschehen sehr gut verfolgen. Zudem sind die Abgeordneten am Rednerpult über eine große Leinwand gut zu sehen. Von den Zuschauerreihen aus betrachtet sitzen rechts die Abgeordneten der Grünen, daneben die Linken und in der Mitte die Abgeordneten der SPD-Fraktion. Daran schließen sich die Sitze der CDU an und ganz links sitzen die Abgeordneten der FDP. Wie läuft eine Plenarsitzung ab? Zu solch einer Sitzung gehört das Plenum, welches die vom Volk gewählten Mitglieder des Brandenburger Landtags bilden. Dieses Plenum soll das Zentrum und das Symbol der parlamentarischen Demokratie repräsentieren. Der Präsident Gunter Fritsch eröffnet und leitet solch eine Plenarsitzung. Zu Beginn wird über den Entwurf der Tagesordnung abgestimmt. Eine Tagesordnung für Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

eine Sitzung sieht etwa so aus: Es beginnt mit der aktuellen Stunde, in der aktuelle Themen der Landespolitik aufgegriffen werden. In der anschließenden Fragestunde können Abgeordnete der Parteien Fragen stellen, welche kurz diskutiert werden, da hierfür nur ca. 60 min vorgesehen sind. Darauf folgt eine Lesung von Gesetzesentwürfen. Außerdem werden große Anfragen der Fraktionen bzw. Abgeordneten beantwortet. Zum Schluss findet die Debatte über die Berichte der Landesregierung und Anträge der Parteienmitglieder statt. Diese Debatten können einige Stunden dauern und enden nicht immer mit einem Ergebnis. Somit werden manche Themen über mehrere Sitzungen besprochen, da jede Fraktion andere Ziele verfolgt, andere Gesetze hinzufügen bzw. verändern will. Auch für Schulklassen oder Privatpersonen ist ein Besuch in einer Sitzung nach Voranmeldung möglich. Aber auch täglich kann man Teile des Gebäudes für sich entdecken und zum Beispiel die Cafeteria besuchen. Für uns war nach dem Interview auch die Teilnahme an der Plenarsitzung eine interessante Sache, die wir euch empfehlen. Kalle Seite 29


Olympiade 2014

Putinsche Spiele. Die Olympiade von Sotschi Viele Schüler interessieren sich - nicht zuletzt seit dem Winterlager in der 11. Klasse für den Wintersport und damit auch für die alle vier Jahre stattfindenden Olympischen Winterspiele. Dieses Jahr ist es wieder soweit gewesen, der Austragungsort war die im Kaukasus gelegene russische Stadt Sotschi. Es waren jedoch in vielerlei Hinsicht keine gewöhnlichen Winterspiele. Zunächst war es sowieso verblüffend, dass im eher mediterranen Klima von Sotschi an der Küste des Schwarzen Meeres, der „russischen Riviera“ überhaupt Olympische Winterspiele stattfinden sollten. Das Auslagern der Freiluftwettbewerbe in die Gebirgsstadt Krasnaya Polyana schafft hier aber Abhilfe. Viel gravierender ist jedoch, dass die Olympischen Winterspiele von Sotschi die teuersten Spiele aller Zeiten sind, sogar bei weitem teurer als die Sommerspiele von London 2012. Was ist nun der Grund dafür? Verschlang das Aufbauen der Olympischen Anlagen im strukturschwachen Kaukasus besonders viel Geld oder wurden die Winterspiele bewusst derart imposant gestaltet, um den Anforderungen des russischen Präsidenten Vladimir Putin zu genügen, damit er die Spiele zu seiner eigenen Profilierung verwenden konnte? Fakt ist, dass alle Stadien, Rennstrecken, Autobahnen zwischen Sotschi und Krasnaya Polyana, Hotels und Quartiere für Sportler, Journalisten und Touristen quasi aus dem Nichts in einem extremen Tempo aufgebaut wurden. Insofern nötigten die Olympischen Spiele vielen der Einwohner Entbehrungen auf, da sie entweder umgesiedelt bzw. ihrer Häuser enteignet wurden oder unter den nahen Baustellen leiden mussten: durch immensen Lärm oder durch das Wegfallen der Wasser- oder Stromversorgung infolge Seite 30

der Bauarbeiten. Vielfach wurde die so entstandene Ungerechtigkeit kritisiert und gefragt, inwiefern diese aus dem Boden gestampften Gebäude überhaupt Nachhaltigkeit besitzen. Umweltschutzgebiete wurden aufgelöst, die Unterhaltskosten aller Sportstätten sind immens und deren Nutzen nach den Spielen wird gering sein. Die Organisatoren scheint dies nicht einen Moment interessiert zu haben, da sie alles einem möglichst überzeugenden und glorreichen Ablauf der Spiele unterordneten und sich lieber in der Schönheit der neuen Einrichtungen sonnten, als die für Mensch und Umwelt entstandenen Probleme zu lösen. Schließlich wurde alles von oben geplant und deswegen am Ende auch von oben genossen. Nach der Fertigstellung der Anlagen inspizierte Putin sie höchst persönlich während eines Besuchs in Sotschi. In einer Besichtigung der Skisprungschanzen bis zu einem durch ihn persönlich vorgenommenen Testlauf auf der Langlaufstrecke, natürlich alles in Begleitung der russischen Medien, setzte er sich wirkungsvoll in Szene. Ein Dialog mit jenen, die durch Olympia geschädigt wurden, fand natürlich nicht statt, nicht einmal im Ansatz. Nicht nur der Bau der riesigen Anlagen sorgte für Kritik. Vielfach sorgte das russische Gesetz zum Verbot von sog. „homosexueller Propaganda“ (sic.) und der starke Polizeieinsatz gegen Oppositionelle, Menschenrechtler und Umweltschützer für Proteste. Vielfach zitierte man das Grundgesetz Olympias, das das Ziel von Olympia daran definiert, den Sport in den Dienst einer harmonischen Entwicklung des Menschen zu stellen, damit er eine friedliche Gesellschaft, die sich zur Wahrung der MenschenLenné-Überflieger


würde verpflichtet, fördert. Passt die durch Größenwahn, Umweltzerstörung, Zwangsumsiedlungen und Diskriminierung von Homophobie geprägte Olympiade von Sotschi wirklich noch in dieses Grundgesetz? Es darf allemal daran gezweifelt werden.

sollten. Vielleicht hat man sich von Vladimir Putins „Gnadenakt“, eine Amnestie für politische Gefangene wie die Mitglieder der Band „Pussy Riot“ auszusprechen, beruhigen lassen und so das kritische Auge für die Geschehnisse verloren.

Es ist interessant zu betrachten, wie die teilnehmenden Nationen, deren Delegationen und politischen Vertreter auf eben jene Gegebenheiten reagierten. Das Internationale Olympische Komitee verlangte eine volle Fokussierung auf die sportlichen Wettkämpfe und dem kamen die meisten Teilnehmer auch nach. Vielfach wurden die Spiele von Sotschi im Voraus kritisiert und teilweise wurde zumindest an einen Boykott gedacht. Wie erschreckend unkritisch man letztendlich doch während der Spiele war, ist dennoch eine Frage, die sich alle Besucher - und Teilnehmer - stellen

Was uns nun nach der Olympiade bleibt, sind Denkanstöße: Sollten wir in Zukunft nicht mit größerer Bescheidenheit und Zurückhaltung an das Organisieren von Großereignissen herangehen? Und muss man deren Austragungsorte in ihren politischen Kontext nicht jedes Mal grundsätzlich hinterfragen, bevor man eine Teilnahme beschließt? Oder auch: Ist das weltweit größte sportliche Event mit allen Makeln und Unfeinheiten, die sich in seine Fassade gebrannt haben, wirklich seinen immensen Preis noch wert? Stefan

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politik - gesellschaft

Kommentar

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Rauchen

Magie und Fluch des Rauchens Das Rauchen ist immer noch eine der schlechtesten und gesundheitsschädlichsten Angewohnheiten. Und leider ist in nächster Zeit nicht zu erwarten, dass die Anzahl der Raucher von allein erheblich sinken wird. Es möchten zwar viele der Raucher diese Angewohnheit oder Sucht aufgeben, aber es fangen immer wieder viele Jugendliche mit dem Rauchen an. Diese Tendenz zeigt, dass kein Grund zur Entwarnung besteht. Tabakblätter

Woher rührt die Magie des Tabaks? Der Tabak wurde im Oktober 1492 vom reisenden Seefahrer Kolumbus entdeckt. Auf dem Gebiet der heutigen USA wurde Tabak von Indianern lange vor der Ankunft der Europäer als Genussmittel, als spirituelle Droge und für medizinische Zwecke geerntet und verwendet. Die Spanier übernahmen die Verwendung als Genussmittel und führten den Tabak 1518 in Europa ein. Als in der Kolonie Virginia 1607 die ersten englischen Siedler landeten, war Tabak auch in England bereits bekannt und stark nachgefragt. Anstelle der wilden Tabakpflanzen der Indianer wurde auf den Tabakfeldern der weißen Siedler eine mildere Tabakart angebaut, die der Engländer John Rolfe um 1612 illegal aus Spanisch-Amerika eingeführt hatte. Tabak war im 17. Jh. das wichtigste Exportprodukt von Virginia. Bis 1619 wurden 10 Tonnen Tabak nach Europa verschifft, bis 1639 waren es bereits 750 Tonnen. Tabak war begehrt und galt daher als so wertvoll, dass er in Virginia weithin als Zahlungsmittel anerkannt war. In Europa setzte sich damals die Ansicht durch, dass Rauchen gut und wichtig für die Gesundheit sei. Ärzte und Heiler setzten das Rauchen als eine Seite 32

Heilmethode ein und förderten somit seine Verbreitung. Bald jedoch war man von der Heilwirkung des Tabaks enttäuscht. Doch die Angewohnheit des Rauchens war schon in ganz Europa verbreitet und der Versuch, dies zu stoppen, war längst vergeblich. (Herkunft des Tabaks, Quelle: Wikipedia) Raucher empfinden den Tabakgenuss als entspannend, beruhigend, verschaffen sich eine Pause in der täglichen Hektik, einen Anlass zur Kommunikation oder drosseln ihren Appetit, um nicht zuzunehmen. Es gibt variierende Antworten auf die Frage, warum junge Menschen rauchen. Manche wollen sich so als Erwachsene präsentieren. Andere suchen neue Erfahrungen oder machen es ihren Vorbildern oder Freunden nach, um dazuzugehören. Worin besteht der Fluch des Rauchens? Immer bleiben am Ende gravierende Gesundheitsschäden. Der Schädlichkeitsfaktor im Jugendalter ist katastrophal hoch, denn die schädlichen Stoffe stören das Wachstum des Körpers enorm und schädigen Organe, während diese noch im Wachstum und sehr Lenné-Überflieger


empfindlich sind und sich das Immunsystem noch nicht komplett aufgebaut hat. Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass junge Raucher Schwierigkeiten haben, einen Text auswendig zu lernen und dass das Kurzzeitgedächtnis sehr leidet. Auch können jugendliche Raucher nur sehr schlecht die Vitamine A, B1, B6, B12 und C aufnehmen. Dies ist der Grund, warum die gesamte Entwicklung und das Wachstum behindert und verlangsamt werden. In den letzten Jahrzehnten ist dieses Problem nicht kleiner geworden. Immer mehr Kinder und Jugendliche werden schon in der Schulzeit zum Rauchen verleitet. Es wurde festgestellt, dass Menschen, die früher als mit 15 Jahren mit dem Rauchen angefangen haben, fünfmal öfter an Lungenkrebs sterben als die, die erst mit 25 Jahren begonnen haben zu rauchen. Jährlich sterben 5 Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums.

Was ist zu tun? Um die Anzahl der Raucher unter Jugendlichen zu senken, müssten schon in den Grundschulklassen wiederholte, teils abschreckende Belehrungen über das Rauchen und dessen Folgen durchgeführt werden. Die meisten Kinder und Jugendlichen, die von ihren Eltern einen guten und gesunden Einfluss erfahren oder in friedlicher und vertrauensvoller Familienumgebung leben, rauchen nicht oder fangen, wenn überhaupt, erst sehr spät damit an. Eine starke Gesundheit und Attraktivität, wozu auch gesundes Aussehen gehört, scheint für die Jugendlichen auch heutzutage ein wichtiger Faktor zu sein.

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Gesundheit

Vielleicht sollte man auch in Deutschland auf Tabakwaren - wie in den USA und einem Teil Europas - erschreckende Bilder von zerfressenen Lungenflügeln, kaputten Zähnen und schrumpeliger Haut veröffentlichen, damit den jugendlichen Konsumenten das Rauchen gründlich vergeht. Diana (Text und Karikatur)

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Rauchen

Rauchende Kinder

Ich weiß es noch ganz genau, es waren Sommerferien in der dritten Klasse. Meine große Cousine aus Berlin besuchte mich und ich war mal wieder ganz aufgeregt, weil sie doch so viel wusste! Sie hatte schon Jungs geküsst, High Heels getragen und war deswegen einfach schon tausendmal cooler als ich. Von meinem heutigen Standpunkt aus sehe ich das natürlich ganz anders, aber damals war das so. Wir standen im Park Sanssouci an einer Hecke und sie holte eine Zigarettenschachtel heraus. Die musste von meiner Mutter sein, ganz sicher. Meine Cousine war in der ganzen Familie dafür bekannt, mal hier und da was mitgehen zu lassen. Warum sie sich jetzt so freute, die stinkenden Stummel zu haben, konnte ich mir nicht erklären, aber ich ließ ihr die Freude. Großzügig wie sie war, bot sie mir eine an. Ich, ein kleiner zarter Junger, obSeite 34

wohl mein Spitzname in der Familie „Dicki“ war, sollte eine Zigarette rauchen? „Die hat sie ja wohl nicht mehr alle!“, dachte ich. Wusste sie denn nicht, dass nach der Europäischen Union und Gesundheitsbehörde das Rauchen von Tabakwaren als Ursache von Lungenkrebs, Kehlkopf-, Mund- und Luftröhrenkrebs gilt? Dass es Unfruchtbarkeit fördert und das Herzinfarktrisiko wachsen lässt? Na gut, wusste ich damals auch nicht. Jedenfalls lehnte ich ab und ich war mir ganz sicher, ich würde niemals rauchen. Erstunken und erlogen, irgendwann hängt man ja dann doch am Tabakstummel. Auch ich werde besonders auf Partys (Ich bin längst 18!) umgeben von grauen Rauchschwaden dazu hingerissen. Ich lasse jetzt aber mal das übliche „Ja, ich rauche, brauche das aber nicht und sowieso nur, wenn ich Langeweile habe“-Getue weg und komme zum Punkt: Wie jung dürfen Raucher/innen sein? Nicht aus der gesetzlichen Perspektive, denn wer will sich in seinem Leben als rebellischer Teenager schon an diese Regeln halten?! Nein, in unserer Gesellschaft hier und jetzt. Achtzehn? Zwanzig? Wenn ich ein Mädchen sehe, das in einem Alter, in dem man annimmt, dass die junge Dame wohl gerade ihre ersten Tage bekommen haben muss, an einer Zigarette hängt, fühle ich mich unwohl. Gleich kommt der theatralische Italiener in mir hoch und ich frage mich: „Will ich selbst noch Kinder haben? Kriegt man die überhaupt ,groß‘? Darf man sie irgendwo abgeben, wenn sie so einen Mist bauen, damit einer das gerade biegt?“ An dieser Stelle merke ich, dass ich ratlos bleibe, und lasse jemand anderes zu Wort kommen... Daniel Lenné-Überflieger


Gesundheit kultur - feuilleton

Plädoyer für ein gesundes Leben Natürlich könnt ihr sagen: Das Thema Rauchen hängt uns schon zum Hals heraus, aber es bleibt ein Dauerbrenner, denn immer richtet das Rauchen großen Schaden an der Gesundheit an. Betrachten wir die andere Seite der Medaille: Wer treibt Sport, um gesund zu bleiben? Um euch bei eurer Entscheidung - gegen das Rauchen und für den Sport - zu helfen, haben wir die Ärztin Liane Albrecht (im Foto rechts) um Antworten gebeten.

Frau Albrecht, würden Sie sich bitte unseren Lesern kurz vorstellen? Ich bin 28 Jahre alt und arbeite seit eineinhalb Jahren im Ernst-von-Bergmann-Klinikum als Assistenzärztin. Eigentlich bin ich schon seit zwei Jahren Pädiater und in ca. dreieinhalb Jahren werde ich in dieser Klinik Fachärztin in der Kinderstation sein. Ein Thema unserer Ausgabe ist die Jugendgesundheit und da einerseits das Rauchen, andererseits der Sport. Haben Sie in Ihrer Praxis viele jugendliche Patienten? Ja, da ich in der Kinderstation tätig bin, behandle ich nur Kinder und Jugendliche. Wissen Sie, wie viele von ihnen rauchen und wie viele aktiv Sport treiben? Es sind mehr Jugendliche und Kinder, die Sport treiben, aber auch viele, die rauchen. Die meisten davon sind Mädchen. Wenn man die Jugendlichen fragt, wie viele Zigaretten sie rauchen, dann antworten sie z.B. „Fünf Zigaretten am Tag“, aber meistens sind es in Wirklichkeit 15. Fast keiner gibt ehrlich zu, wie viele Zigaretten er wirklich raucht. Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

Stimmt es, dass Rauchen besonders im jugendlichen Alter gefährlich ist? Das Rauchen hat negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Lungen, der Knochen und des Kreislaufs. Der Körper und das Gehirn von Jugendlichen entwickeln sich noch. Deshalb ist der Körper von Jugendlichen anfälliger für die Schäden, die das Rauchen anrichten kann, als der von Erwachsenen. Jugendliche Raucher/innen leiden häufiger als erwachsene Raucher unter erhöhtem Puls, geringem Durchhaltevermögen beim Sport und an niedriger Lungenkapazität, was Kurzatmigkeit zur Folge hat. Außerdem wirkt das Nikotin stärker auf das Gehirn von Jugendlichen als auf das von Erwachsenen. Wie sehr wird das Immunsystem eines Menschen durch das Rauchen geschädigt? Raucher haben ein größeres Risiko, krank zu werden und Infektionen zu bekommen, denn Rauchen schwächt das Immunsystem. Im Blut von Rauchern finden sich weniger Immunglobuline als im Blut von Nichtrauchern. Das sind Eiweißstoffe, die der Körper zur Abwehr fremder Substanzen bildet. So Seite 35


Rauchen

bekommen Raucher häufiger schwere Lungenentzündungen und Blutvergiftungen als Nichtraucher. Je mehr und je länger jemand raucht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er schwer erkrankt. Sind Lunge und Atemwege die Organe, die durch Rauchen am stärksten geschädigt werden? Nicht nur. Auch der Mund ist sehr stark betroffen. Die giftigen Substanzen aus dem Tabakrauch schädigen auch die Mundschleimhäute. Dies führt zu einem erhöhten Erkrankungsrisiko im Kiefer- und Gesichtsbereich. Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für Mundhöhlenkrebs, Veränderungen in der Mundhöhle und entzündliche Veränderungen von Zahnfleisch und Zahnbett. Darüber hinaus verzögert Rauchen die Wundheilung nach einem chirurgischen Eingriff im Kiefer- und Gesichtsbereich, z.B. nach dem Zahnziehen, und beeinträchtigt den Erfolg einer Zahnimplantat-Behandlung. Rauchen verfärbt die Zähne und den Zahnersatz und führt zu schlechtem Atem. Wie groß ist die Gefahr, durch Rauchen an Lungen- oder z.B. Kehlkopfkrebs zu erkranken? Zwischen Krebs und Rauchen gibt es eine enge Verbindung. Rauchen ist einer der wenigen Faktoren, der allein am häufigsten Krebs verursacht. Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland (nach Herz-Kreislauferkrankungen). Das Rauchen löst viele verschiedene Krebserkrankungen aus. Etwa 25 bis 30 Prozent aller Krebstodesfälle sind direkt auf das Rauchen zurückzuführen, so die Deutsche Krebshilfe. Wer täglich eine bis neun Zigaretten raucht, hat statistisch gesehen ein viermal höheres Risiko als ein Nichtraucher, Seite 36

an Lungenkrebs zu sterben. Bei 10 bis 19 Zigaretten ist das Risiko schon siebenmal so hoch. Rauchen ist für die meisten Fälle von Lungenkrebserkrankungen (Bronchialkarzinom) verantwortlich. Es tritt am häufigsten dem zwischen dem 55. und 60. Lebensjahr auf und ist bei deutschen Männern die dritthäufigste Krebsart (nach Prostata- und Darmkrebs). Bei Frauen rückte Lungenkrebs ebenfalls auf Platz drei vor, nach Brust- und Darmkrebs. Sind alle in Zigaretten enthaltenen gefährlichen Schadstoffe auf der Verpackung aufgelistet? Wohl kaum. In einer Zigarette sind mehr als 3800 chemische Verbindungen, die meisten sind lungengängige Feinstaubpartikel. Über 200 davon sind giftig. Von diesen giftigen Stoffen sind mindestens 40 krebserregende Stoffe. Kann man den Substanzen ganz bestimmte Gesundheitsschädigungen zuordnen? Hier die wichtigsten: Nikotin hat Suchtpotential, erzeugt Abhängigkeit. Die Reizgase lösen chronische Bronchitis und Krebs aus, ebenso sind die Teerstoffe Krebs auslösend. Kohlenmonoxid ist verantwortlich für verminderten Sauerstofftransport. Weitere Gesundheitsschäden werden durch Schwermetalle, Nitrosamine, Nickel, Hydrazin, Benzol, Polonium, Anilin, Blei u.a ausgelöst. Kann Tabak Einstiegsdroge zu härteren Stoffen sein? Nicht unbedingt. Es gibt Menschen, die sehr viel rauchen und nicht ein einziges Mal an Drogen denken, aber auch Menschen die nicht rauchen, jedoch Drogen konsumieren. Daher kann Tabak nicht als Einstiegsdroge gelten. Lenné-Überflieger


Die Pharmaindustrie bietet Produkte, die helfen sollen, das Rauchen aufzugeben. Hilft das optimal oder gibt es bessere Wege der Entwöhnung? Ich selbst kann nicht genau sagen, ob diese Produkte helfen, da ich nicht rauche und nie geraucht habe. In meiner Familie haben manche die Nikotinpflaster ausprobiert und haben es so geschafft, das Rauchen aufzugeben. Ich würde daher sagen, dass diese Produkte eventuell helfen. Wer ist in der Verantwortung, junge Menschen über die Gefahren des Rauchens und des Drogenmissbrauchs aufzuklären? Es sind auf jeden Fall die Eltern dafür zuständig. Sie haben dafür zu sorgen, dass ihre Kinder früh genug über die Gefahren und die Folgen so aufgeklärt werden, dass diese gar nicht erst damit anfangen. Zum gesunderen Teil des Interviews: Was kann Sporttreiben Positives an einem jungen Körper bewirken? Sport, der regelmäßig und moderat getrieben wird, ist gesund und stärkt den Körper in vieler Hinsicht. Die Menge der Atemluft, die aufgenommen wird, nimmt zu und kann sich bei sportlichen Menschen sogar verdoppeln. Dadurch wird der Körper besser mit Sauerstoff versorgt und das Herz arbeitet wirkungsvoller. Während es nun langsamer und gleichmäßiger schlägt, pumpt es mehr Blut gegen einen geringeren Widerstand der Muskelgefäße. Durch regelmäßiges Training reagiert das Herz schneller auf Anstrengung und Entlastung. Die Zahl der Blutzellen steigt und schließlich nimmt sogar die Blutmenge zu. Dadurch werden die Organe effektiver mit Sauerstoff versorgt. Die Blutdruckwerte werden verbessert, ebenso die Spannkraft Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

von Gewebe und Gefäßen. Regelmäßiges Training senkt den Fett- und erhöht den Muskelanteil. Kann man sportliche Betätigung auch übertreiben, sodass sie schädlich wird? Natürlich kann man auch übertreiben. Nehmen wir zum Beispiel das Joggen. In der ersten halben Stunde erwärmt sich der Körper, in der zweiten halben Stunde verbrennen sich die Fette und Kalorien. Wenn man allerdings länger als eine Stunde joggt, fangen die Muskeln an, sich selber zu verbrennen. Daher darf man nicht mit dem Sport übertreiben. Alles in Maßen, nicht in Massen.

kultur - feuilleton

Gesundheit

Was empfehlen Sie uns, um gesund und leistungsfähig zu bleiben und ein langes Leben anzusteuern? Man sollte sich gesund ernähren, indem man weniger Fast Food isst, wenig Süßes und weniger chemisch behandelte Nahrungsmittel. Man muss auch viel Wasser (Mineralwasser) zu sich nehmen. Man sollte sportlich aktiv sein und versuchen, jeden Tag etwas für seine Gesundheit zu tun. Der Schlaf sollte ca. 8 Stunden lang sein, für Kinder und Jugendliche am besten 10 Stunden. Und man sollte natürlich auf gar keinen Fall rauchen. Ich bedanke mich herzlich für das Gespräch. Diana

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Football

Ein Potsdamer Royal sein

Royals aus der Lenné-Schule: Janis ,Pascal, Tim, Tilmann

Seit 2005 wird in Potsdam mit Erfolg American Football, eine aus den USA stammende Ballsportart, betrieben. Nachdem anfangs das Training im Vordergrund stand, beteiligten sich die Potsdam Royals bereits im Folgejahr mit je einer Jugend- und einer Herrenmannschaft am Spielbetrieb. Über die Jahre entwickelten sich die Royals immer weiter und konnten Erfolge für sich verbuchen. Leider musste die Mannschaft 2011 einen großen Rückschlag einstecken. Nachdem die Royals in der vorhergegangenen Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hatten, verzichtete der damalige Trägerverein der Footballer leider auf das Startrecht. Dann kam das Comeback und die Potsdamer Footballmannschaft startete in der untersten Spielklasse mit einem motivierten Team, neuen Sponsoren und dem Willen, sich wieder nach oben zu kämpfen. Bis jetzt mit großem Erfolg! Zwei Aufstiege in den letzten zwei Jahren für die Herren und der letztjährige Finaleinzug der Jugend in die Oberliga sprechen eine deutliche Sprache. Teil dieser Erfolgsgeschichte sind unter anderen die Lenne-Schüler Tim Aaron Seite 38

Niehoff aus der 13. Klasse und Janis Hüttner, Tilman Lange und Pascal Harlos aus dem 12. Jahrgang, die für das Jugendteam der Royals auf den Platz gehen und ihr athletisches sowie taktisches Können beweisen. Ins Team geholt hat sie David Müller. Der Team Capitan und mitwirkende Trainer der Jugendmannschaft begründete den Beitritt zu den Royals ganz klar: ,,In erster Linie soll natürlich der Spaß am Sport zählen und das Neuentdecken dieser in den USA beliebtesten Sportart. Man lernt, im Team zu trainieren, zu spielen, sich aufeinander zu verlassen und auch das schwächste Mitglied zu motivieren weiterzumachen. Jeder trägt seinen ganz eigenen Teil zum Ganzen bei, um am Ende gemeinsam über Erfolge jubeln zu können. Ich denke, der Teamgeist stimmt, das Training läuft gut, sodass für die neue Saison, die im April losgeht, hoffentlich gute Ergebnisse erwarten zu sind.“ David Müller spielt seit 2004 Football. Seine Leidenschaft für diese Sportart fand er in seinem Austauschjahr in den USA. Seitdem spielt er bei den Royals. VorübergeLenné-Überflieger


hend war er auch bei den Adlern Berlin (1.Bundesliga). Durch hartes Training kann David für sich heute viele Erfolge verbuchen. Der größte allerdings ist der, dass der 25jährige Linebacker zum Trainingscamp des deutschen Nationalteams eingeladen wurde und es somit in die engere Auswahl für das Nationalteam geschafft hat. Tim Aaron, der sich wie ich auf das Abitur an der Lenné-Schule vorbereitet, hat mir ein kleines Interview gegeben, da er als Defense Capitan auf Verstärkung für die kommende Saison hofft. Tim, warum spielst du Football, wie bist du dazu gekommen? Tim: Ich spiele Football, weil es in meinen Augen einfach der beste Sport ist. Jeder kann ihn betreiben, egal, ob er groß oder klein ist, schnell oder langsam, kräftig gebaut oder etwas schmaler. Ich wurde vor knapp eineinhalb Jahren, von einem Freund gefragt, ob ich nicht Interesse hätte, mit Football anzufangen.

Erzählst du uns noch etwas über euer Training und über das Team der Jugendmannschaft? Tim: Mein Team ist einfach der Hammer. Wir haben zusammen eine Menge Spaß und helfen uns durchgehend gegenseitig, wo wir können. Das Training besteht aus zwei Zeiten: Im Winter trainieren wir in der Halle Kondition und Kraft. Und wenn es in den Frühling geht, gehen wir wieder aufs Feld und üben footballtypische Sachen wie Tackeldrills, positionsspezifische Übungen und trainieren unser Playbook.

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Sport

Wer mehr über diese vielfältige Sportart wissen möchte, kann Tim oder einen der anderen Football-Jungs von der Lenné-Schule gern fragen oder einfach beim Training der Royals vorbeischauen. Vielleicht gefällt es euch und ihr wollt auch ein Royal werden. SPORT FREI !

Kalle

Was fasziniert dich am American Football ? Tim: Alles! Viele sehen in Football nur einen Sport, wo sich 22 Leute irgendwie um einen Ball prügeln, was aber ein komplett falsches Bild ist. Football ist ein Sport der Kraft mit koordinativen Fähigkeiten verbindet. .....................................................................

Trainingszeiten der „Potsdam Royals“ Mittwoch: 17:30 Uhr, Sporthalle Kleinmachnow Freitag: 18:00 Uhr, Sporthalle Heinrich Mann Allee Homepage: www.potsdamroyals.de

David Müller, Team Capitan und mitwirkender Trainer der Jugendmannschaft Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

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FrauenfuSSball

Frauenfußball. Na, und?! Schon seit vielen Jahren bin ich ein großer Fan der Frauenfußballmannschaft des 1.FFC Turbine Potsdam. Viele werden sich jetzt fragen, warum ich mich ausgerechnet für Frauenfußball interessiere. „Das ist doch was für Weiber!“ Jeder „normale“ Fußballfan interessiert sich für Herrenfußball. Ich aber nicht! Warum also diese Begeisterung für den Frauenfußball? Sportlich gesehen mag es keine großen Unterschiede geben, aber wenn man sich die Bedingungen im Hintergrund der Sportart bei Männern und Frauen genauer anschaut, erkennt man deutliche Unterschiede. Ich bin sicher, dass es in den oberen Ligen des Herrenfußballs längst nicht mehr allein um den Sport und um die Leidenschaft für das Fußballspiel selbst geht. Das Geld hat hier schon einen höheren Stellenwert eingenommen, als es eigentlich sollte. Das Auftreten eines Vereins nach außen, was meist durch auffällige Werbung, durch Fanartikel oder durch verschiedenste Marketing-Aktionen unterstützt wird, ist für die Existenz eines Vereins sehr wichtig und muss demzufolge finanziert werden. Weitere Kosten entstehen für das Wohlergehen der eigenen Spieler wie für die vereinseigene Sauna oder angenehme Aufenthaltsräume. Das ist im Prinzip auch im Frauenfußball nicht anders. Am Herrenfußball stört mich vor allem, wie die Spieler im Männerfußball „gekauft“ werden. Bei solch einem Transfer nimmt ein Verein einen neuen Spieler in sein Team auf und der andere Verein kassiert die verhandelte Geldsumme. Soweit, so gut. Aber ist es noch „normal“, dass bei jedem TransSeite 40

fer für einen Spieler der 1. Liga Millionenbeträge hin- und hergeschoben werden? Und muss alles wie schlechte Werbung in den Medien berichtet werden? Im Frauenfußball gibt es auch Transfers. Hier gelangt die zu zahlende Geldsumme aber nicht an die Öffentlichkeit und es handelt sich nicht um so extrem hohe Summen wie im Herrenfußball. Vielleicht hat das noch etwas mehr mit Sport zu tun. Ein weiterer großer Unterschied zwischen dem Herren- und Frauenfußball ist die Fankultur: Während bei Hertha BSC und Bayern München Zehntausende von Zuschauern in die Stadien strömen, sind es im Karl-Liebknecht-Stadion in Potsdam-Babelsberg gerade mal 1000 bis maximal 3000. Beides mag seinen Vorteil haben: Je mehr Zuschauer im Stadion sind, umso bombastischer ist die Stimmung und umso lauter sind die Fangesänge. Im Frauenfußball ist die Stimmung in den Stadien, nicht nur in Potsdam, sehr viel familiärer. Viele TurbineFans kennen mich vom Sehen im „Karli“ und man kommt ins Gespräch. Auch außerhalb des Stadions versteht man sich gut und unterhält sich auch über andere Themen. Und das gefällt mir. Im Bereich des Herrenfußballs gibt es viele Fans, für die Gewaltbereitschaft und das Zünden von Pyrotechnik zu einem ereignisreichen Tag im Fußballstadion dazugehören. In den knapp 7 Jahren, in denen ich hinter „Turbine“ stehe, gab es noch kein einziges Spiel, in dem verfeindete Fan-Lager, die es durchaus auch im Frauenfußball gibt, sich geprügelt oder Pyrotechnik verwendet hätten. Für uns Fans des FrauenLenné-Überflieger


fußballs gehört zu einem perfekten Spieltag das laute, pausenlose Anfeuern unserer Mannschaft mit selbstgedichteten Liedern und Sprüchen, die von Trommeln, Tröten und Klatschen begleitet werden, und der „lückenlose“ Zusammenhalt hinter unseren „Stars“, egal ob am Ende Sieg oder Niederlage stehen. Diesen festen Zusammenhalt der Fans spürte ich schon oft auf den Fanfahrten, die zu jedem Auswärtsspiel, selbst bis „ans andere Ende Deutschlands“, organisiert werden.

Letztlich muss jeder für sich entscheiden, welche Sportart er (oder sie) unterstützt, aber jeder sollte hinterfragen, wem man mit dem Kauf eines Fanartikels, der Dauerkarte o.a. Artikeln hilft. Fördert man damit Millionengewinne oder will man den Sport und den Spaß daran unterstützen?

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Sport

Ich jedenfalls will mit gutem Gewissen Fußball-Fan sein. Paul Grunow, 11/1

Sei stärker als dein Schatten! Warum bin ich ein Fan des 1. FFC Turbine Potsdam geworden? Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2006 in Deutschland hat meine Leidenschaft, Fußball zu gucken und mitzufiebern, vorangetrieben. Knapp ein Jahr später haben mich meine Eltern zum ersten Mal ins „Karli“ eingeladen. Doch da spielten Frauen Fußball. Spätestens seit diesem Ereignis bin ich „Turbine-Fan“. Damals war ich von der Lautstärke im Stadion noch ziemlich eingeschüchtert, aber heute gröle ich ordentlich mit, was meistens eine heisere Stimme am nächsten Schultag zur Folge hat. Ich besitze auch eine „OriginalOstsee-Fanfare“ aus Zinnowitz, die in jedem Spiel zum Einsatz kommt. Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

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FilmKritik

So ist Schule … Jetzt weiß jeder deutsche Schüler, wie man Probleme in der Schule lösen kann. Und alle Deutschen, die den Film „Fack ju Göhte“ gesehen haben, wissen es auch. Endlich hat der Bankräuber Zeki Müller (Elyas M‘Barek) seine Zeit im Knast abgesessen. Jetzt will er nur schnell sein Geld wiederbekommen. Doch leider klappt nichts so, wie es soll. Das Geld ist unter der inzwischen gebauten Turnhalle des GoetheGymnasiums vergraben. Um daran zu gelangen, bewirbt sich Zeki dort als Hausmeister, wird jedoch versehentlich Aushilfslehrer. Aber Zeki hat weder studiert, noch eine Ausbildung zum Lehrer absolviert. Nach anfänglichen Turbulenzen wird ihm zu allem Überfluss die absolute Problemklasse der Schule aufgehalst. Er schießt mit Paintball-Kanonen auf lernunwillige Schüler/innen, macht mit ihnen einen Ausflug zu einem Drogenjunkie, einer Prostituierten, einem Neo-Nazi und zeigt den Schülern damit ihre mögliche Zukunft, falls sie weitermachen wie bisher. Zwischen all dem Chaos lernt er die Referendarin Elisabeth Schnabelstedt (Karoline Herfurth) kennen, bei der er vorübergehend einzieht. Die beiden kommen sich näher und Zeki muss eine Entscheidung treffen zwischen seinem alten Leben und einem neuen, in

welchem er nicht nur glücklich verliebt ist, sondern auch eine Familie und einen Job hat ... „Fack ju Göhte“, eine deutsche Komödie von Bora Dagtekin, läuft seit November in den Kinos und ist noch immer gut besucht. Mittlerweile kennt wohl jeder Jugendliche die bekanntesten Sätze aus dem Film wie: „Deine Schülerin weint.“ - „Shantal?“ „Ja?“, sie schnieft. - „Heul leiser!“ Nicht nur bei den Jugendlichen kommt der Film gut an, auch Erwachsene, vor allem Lehrer, können herzlich darüber lachen. Nicht alle allerdings, es gibt auch die, denen die eher platte Komik und die kräftig überstrapazierte Jugendsprache gehörig auf den Nerv gehen. Der Film ist eine oftmals überspitzte Sicht auf das Leben eines „Lehrers“ und ein Beispiel dafür, wie es in Schulen ablaufen kann, jedoch nicht zwingend muss. Obwohl unsere Schule nicht die geringste Ähnlichkeit mit der Goethe-Schule im Film hat, ist es für mich ein wirklich lustiger Film, der auch sehr emotionale Momente bietet, welche ans Herz gehen. Auf jeden Fall halte ich „Fack ju Göhte“ für sehenswert. Falls ihr den Film noch nicht gesehen habt, holt es nach und bildet euch eure Meinung. Lisabeth

Tipp

Die Publikationsreihe „Wissen“ der Allianz Umweltstiftung ist gerade für Schulen von Interesse. Sie informiert mit speziell für Schüler und Lehrer entwickelten Informationsbroschüren fachlich fundiert, aber nicht wertend, über aktuelle Umweltthemen. Bisher sind in dieser Reihe die Broschüren „Wasser“, „Tropenwald“, „Klima“, „Klimaschutz“ und „Klimaschutz an Schulen“ erschienen, die auf der Stiftungshomepage zum kostenlosen Download bereitstehen. Seite 42

Lenné-Überflieger


Begegnung der besonderen Art Meine Familie besteht aus meinen Eltern, meinen zwei Brüdern und mir. Im August 2010 verbrachten wir einen Urlaub in Ägypten, der mir noch heute als eines meiner schönsten Erlebnisse im Gedächtnis ist. Wir bezogen zwei geräumige Zimmer in einem Hotelresort mit zwei großen Poolanlagen, wo man sich gut die Zeit vertreiben konnte. Irgendwann wurde es uns trotzdem etwas langweilig. Meine Eltern planten deshalb spontan einen Schnorchelausflug für uns alle, bei dem drei große Riffe im Roten Meer angesteuert werden sollten. Da es nicht meine erste Schnorcheltour war, wusste ich etwa, was mich erwartet und freute mich um so mehr darauf. Am nächsten Morgen wurden wir mit einem Bus ans Meer gefahren. Der Veranstalter erwartete uns, wir bestiegen seine Jacht und er fuhr mit uns aufs Meer hinaus. Als wir das erste Riff erreichten, erforschten mein Vater und ich die eindrucksvolle Unterwasserwelt. In dem glasklaren Wasser sahen wir viele skurrile und prächtige Fische und Korallen in allen möglichen Farben. Allein das war schon unglaublich schön.

Unterwegs zum zweiten Riff beobachteten wir, wie Touristen aus einem zweiten Boot ins Meer sprangen. Momente danach wusste ich den Grund, denn wir hörten jemanden rufen: „Da sind Delfine!“ Dann ging Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

alles sehr schnell, die Leute sprangen mit Tauchermaske und Flossen ins Wasser und ich hinterher. Das klingt wie ein Massenangriff von Touristen auf eine Gruppe bedauernswerter Delfine und ein wenig war es das wohl auch.

Tipps - Trends

Reisetipp

Ich entfernte mich von der Gruppe, weil ich mir dachte, dass die Delfine sicher nicht direkt in die Gruppe hinein schwimmen würden. Meine Idee sollte belohnt werden. Als ich in einer Tiefe von ca. fünf Metern tauchte, kamen mir vier Delfine entgegen und es folgte einer dieser seltenen Momente, wo aus ein paar Sekunden eine Ewigkeit wird. Ich befand mich mitten in einer Delfingruppe, nur eine Armlänge von ihnen entfernt bin ich mit ihnen geschwommen. Es machte sich ein Gefühl von Freiheit in mir breit und für den Moment gab es nur sie und mich in dem blauen Meer. Die Delfine zogen ganz nah an mir vorbei und erst auf dem Schiff begriff ich, dass das soeben ein einmaliges Erlebnis gewesen war. Wenn ihr keine Angst vor Wasser und Spaß an Abenteuern habt, versucht, wenigstens einmal in eurem Leben in warmen Gewässern zu tauchen. Es ist überwältigend, auch ohne Delfinerlebnis. Kerim Marx, 12/1 Seite 43


Exkursionstipp

Uni-Luft schnuppern Studieren! Ein Traum, der auch für mich hoffentlich in knapp zwei Jahren in Erfüllung geht. Doch was ist das überhaupt? Studieren? Noch vor einiger Zeit wäre meine Antwort gewesen: „Man geht in die Vorlesungen, für die man sich interessiert, und feiert am Abend coole Partys.“ Um uns die Welt der Studenten besser vorstellen zu können, fuhren wir in die Technische Universität nach Berlin. Unsere Exkursion startete um 16 Uhr mit einer Vorlesung über Grundlagen und Anwendungen künstlicher Intelligenz. Ich habe zwar etwas verstanden, aber viel war es wirklich nicht. Die Themen wurden anschaulich dargeboten, aber uns fehlte Vorwissen. Prädikatenlogik, Wumpus-Welt und Situationskalkül sind noch „böhmische Dörfer“ für uns. Dr.-Ing. Stefan Fricke hielt die Vorlesung. Seine Haare trug er ähnlich wie Albert Einstein, was meinen Eindruck bestärkte, dass er aussieht wie ein richtiger Professor. Ein bisschen geschockt waren wir über die geringe Anzahl von Mädchen, es gab nur 4 Mädchen unter 50 Jungs. Vieleicht lag es am Thema. Was uns störte, war das unpünktliche Verhalten der Studenten. Nicht genug, dass viele Studenten erst 20 Minuten nach Vorlesungsbeginn erschienen, sie gingen auch vor Vorlesungsende. Sie kamen und gingen, wann sie wollten. Besonders wunderte ich mich über den Professor, der dies ignorierte und zusätzlich Handyklingeln, gelangweilte Gesichter, schlafende Personen und störendes Getuschel duldete. Die Technik, die während der Vorlesung genutzt wurde, brachte uns zum Staunen. Zwei große Tafeln, Computer, Lautsprecher

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und zwei Beamer, die die Präsentationen auf eine 6 Meter breite Leinwand warfen. Davon kann man nur träumen. Am Anfang fragten wir uns, wie Herr Fricke diesen riesigen Raum mit seiner Stimme füllen sollte. Undenkbar. Doch unsere Sorge war grundlos. Die Lösung war ein kleines Plastikdreieck, in das er das Mikrophon einhängte und es sich um den Hals band. Ein sehr lustiges Bild. Danach gingen wir zu einer Informationsveranstaltung, wo uns viele Fakten über die Uni und das Studium erzählt wurden. Es war eine sehr interessante Veranstaltung, die mit viel Spaß und Witz durchgeführt wurde. Fragen wie „Was ist studieren und was braucht man?“ sollten erst wir beantworten, bevor sie uns ein Mitarbeiter der TU beantwortete. Außerdem wurden uns Tipps und Tricks verraten, wie man an der Uni gut überlebt. Es war ein gelungener Abend, der mir einen guten Eindruck über den Uni-Alltag gegeben hat. Am Ende ein Rat an alle, die studieren wollen: Geht auch einmal zu so einer Vorlesung mit Infoveranstaltung. Mehr dazu erfahrt ihr auf den Internetseiten der verschiedenen Unis. Vivien Reinhardt, 12/4

Lenné-Überflieger


Kunstunterricht auf Reisen Alle 7. Klassen trafen sich um 9.15 Uhr am Info-Schalter auf dem Hauptbahnhof. Um 9.20 Uhr fuhren wir mit der S-Bahn los. Im Wagon saßen wir in kleinen Gruppen, erzählten, lachten und hörten laut Musik. Irgendwann fingen wir an zu singen und zu rappen.Einige Leute schauten uns an und schmunzelten, manche sangen sogar mit. An der Haltestelle Lichterfelde West stieg ein Straßenmusiker ein, der mit uns und sang und auf seiner Gitarre spielte, was er sehr gut konnte.

Gemeinsam mit Frau Schulze und Herrn Dr. Deichsel aßen wir danach noch etwas und gingen zurück zum Bahnhof. Die Rückfahrt mit der S-Bahn war wieder lustig, sodass wir um 14.15 Uhr gut gelaunt am Postdamer Hauptbahnhof ausstiegen. An diesem Exkursionstag hatten wir alle von der ersten bis zur letzten Minute sehr viel Spaß und gelernt haben wir auch eine ganze Menge. Laura und Lucy, 7/2

Angekommen am Potsdamer Platz in Berlin liefen wir am Sony-Center und einem Instrumenten-Museum vorbei zur Gemäldegalerie. Dort hörten wir eine Einführung zur Ausstellung von einem Mitarbeiter. Die Galerie ist in die Kunst Italiens, Deutschlands und Hollands unterteilt. Im größten Bereich ging es um die Kunst der Gotik und Renaissance, die wir gerade im Kunstunterricht behandeln. Während der einstündigen Führung wurden uns verschiedene MarienBildnisse, z.B. „Die Grablegung“ von Giotto und „Maria mit dem Kind“ von Bellini und Bondone, sehr interessant erklärt. Dann lösten wir Aufgaben. Wir sahen uns die Gemälde nochmals in Ruhe an und notierten Titel, Künstler, Entstehungsjahr, Kunstepoche, Maltechnik, Motiv und Angaben zu den Farben. Eins der Gemälde sollten wir uns auswählen und genau beschreiben, den Bildinhalt erklären und unsere Wahl begründen. Zuletzt suchte sich jeder ein Bilddetail aus, welches wir möglichst genau zeichnen sollten. Ein einzelnes Bild, was uns ganz besonders gefallen hat, könnten wir nicht nennen, aber die Galerie ist sehr schön aufgebaut und man sollte sich die Gemälde auf jeden Fall einmal angucken.

Die Theatergruppe des FK „Theater7“ hat aus dem Grimms Märchen „Rotkäppchen“ ein Theaterstück entwickelt und einiges verändert … Nach dem Ausprobieren verschiedenster Stücke haben wir uns mit unserer Gruppenleiterin Frau Wilke für eine Modernisierung des Stückes „Rotkäppchen“ entschieden. So wurde schnell aus einem ImprovisationsStück ein kleines Theater mit festen Rollen, echten Kulissen und viel Spaß. Alles wird noch nicht verraten, aber die Rollen und Handlungsabläufe werden etwas anders sein als im Märchen vom „Rotkäppchen“. So wird der Wolf dieses Mal nicht die Großmutter verschlingen. Aber natürlich ist das nicht die einzige Überraschung, die euch erwartet. Da nur ein Märchen für eine so große Gruppe wie unser „Theater7“ zu wenig ist, hat Frau Wilke uns ein weiteres Märchen vorgeschlagen. Standbilder des Märchens „Aschenputtel“ sollen nun die verdrehte Märchenwelt in unserem Stück komplettieren und interessanter machen. Ein bisschen stehen wir unter Zeitdruck, denn bis zum Schulfest Ende Mai muss alles bühnenreif sein. Seid gespannt! Luna und Margarida, 7/2

Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

In eigener Sache

LennÉ-Tipps

Rot und Capy

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Foto-Wettbewerb

Überflieger - Fotowettbewerb Die Entscheidung fiel uns dieses Mal nicht leicht, daher gibt es zwei erste Plätze. Der 3. Platz erhält eine Gratis-Zeitung, die Sieger prämieren wir mit einem Büchergutschein über je 10 Euro.

Platz 1: Eiskalte Schönheit von Philip Walter

In der Endrunde waren drei Fotos. Der Bildaufbau ist in allen drei Fotos sehr gut gelungen. Wir haben uns sehr über unsere jüngste Teilnehmerin aus der 7. Klasse gefreut. Isabells „Schneebrücke“ wirkt geheimnisvoll, obwohl sie doch ganz in unserer Nähe steht: Platz 3. Das Foto „Zartes Band“ von Claire zeigt einen sehr guten Blick fürs Detail. Philips „Eiskalte Schönheit“ aus dem Tiroler Skigebiet Speikboden beeindruckt durch Motivwahl, Bildaufteilung in verschiedene Diagonalen und ist eine wunderschöne Gegenlichtaufnahme. Beide Fotos belegen den 1. Platz.

Platz 1: Zartes Band von Claire Koßmann

Platz 3: Schneebrücke von Isabell Ohnesorge

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Wir gratulieren den Gewinnern.

Die Red.

Der nächste Fotowettbewerb startet ohne Motto. Schickt uns eure Fotos mit selbst gewähltem Thema und Titel an unsere Mailadresse ueberflieger@lenne-schule.de bis 22. Mai 2014.

Lenné-Überflieger


Überraschungsbesuch am Freitag Am Donnerstag kam ein Anruf und am Freitag waren sie da. Eine unserer Redaktionssitzungen wurde von einem RBB-Team gefilmt. Da ging es z.B. um die interne Organisation und die Themen der Zeitung, die Planung der Projektwoche und den Landeswettbewerb der Schülerzeitungen, durch den Michael Schon und sein Kamerateam letztlich den Weg zu uns fanden. Der Beitrag in „Brandenburg aktuell“ um 19.30 Uhr am Sonntagabend stellt immer einzelne Menschen in den Mittelpunkt. Und so wurde Kalle als unsere „dienstälteste“ Redakteurin (seit 2009 in der Redaktion) interviewt, auch zu Themen, die über die Zeitung hinausgehen. Die Aktion dauerte etwa drei Stunden und war ziemlich lustig, besonders dann, wenn wir nicht wussten, was wir sagen oder wo wir hingucken sollten. Für

Nahaufnahmen mussten wir manchmal ein paar Sachen wiederholen: einige Sätze ins Protokoll schreiben, am Computer im Layout-Entwurf der neuen Ausgabe irgendetwas ändern, über unsere Themen diskutieren. Und manchmal sah es so aus, als sei das alles furchtbar wichtig. Letztendlich wird es vor allem um Kalle gehen, aber wir haben sehr viel gelacht, die Atmosphäre war erstaunlich angenehm und vor allem war es ein schönes Erlebnis und natürlich eine neue, spannende Erfahrung. Clara

In eigener Sache

Redaktion

Dreh der Redaktionssitzung: Kalle, Clara, Diana, Stefan, Mitja und Alex (v.l.n.r.)

Überflieger-Redaktion Lisa Kalkkuhl (Kalle) Daniel Kreutz, Cover Mitja Rohr, Layout Clara Lehmann, Chefredakteurin Diana Nossova, Stellv. Chefred. Stefan Reschke Alexander Habenicht Nane Valerie Pleger (extern) Lisabeth Hakenbeck Sarah Oleniczak Gina Konarski Enrico Schenk Jahrgang 9 Ausgabe 2/2013-14

impressum 13/1 13/1 12/4 10/4 11/1 11/1 11/1 11/1 10/5 8/3 7/4 7/2

Schülerzeitung der Peter-Joseph-Lenné-Gesamtschule Humboldtring 15-17, 14473 Potsdam Telefon Schule: 0331/2897780, Fax: 0331/2897781 Email Schule: postmaster@lenne-schule.de Email Zeitung: ueberflieger@lenne-schule.de Überflieger online: http://ueberflieger.qoalu.com oder Lenné-Website, Schulzeitung Erscheinen: drei- viermal/ Jahr Redaktionsschluss: 21.03.2014 Ausgabedatum: 25.03.2014 Auflage: 250 Stück Seitenzahl: 48 Seite 47


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